Page 1

Wein

www.gast.at

6

eine frage der lage STK, Traditionsweingüter und Willi Klinger

8

altes spanien neu entdeckt Die wundersame Weinwelt des Priorat

17

3|13

Ögz-, rotwein- und schaumwein-cup Empfehlenswerte Weine für die Gastronomie

IngrId Bachler, restauran t Bachler, althofen

Aus Freude an der Sache ausgefallene weIne zu verkaufen macht Ihr v Iel spass, w Issen weIterzugeBen aBer mIndestens genauso v Iel seite 4

WJ_0313_001-016.indd 1

01.10.2013 14:37:14


2

w w w. g a s t . a t

Inhalt 4

aus freude an der sache

6

eine frage der lage

7 8 9 12

Ingrid Bachler aus Althofen im Interview

Lagenweine aus Niederösterreich und der Steiermark

In vino veritas ÖWM-Chef Willi Klinger über die Notwendigkeit von Regeln

wild Boys project Vor zehn Jahren starteten fünf junge Winzer den Club Battonage

altes spanien neu entdeckt Eine Reise zu den besten Produzenten des Priorats

Jahrzehntelange leidenschaft Miguel Torres hat den Weinbau in Spanien geprägt wie kein anderer

14

orange wines in aller munde

46

ein weingarten in der lagune

Eine neue Weinstilistik erobert die Herzen der Weinwelt

In Venedig wird seit kurzem wieder Weinbau betrieben

aKTuelles

weinkompetenz für die Gastronomie

Wiens renommierte Winzergruppe WienWein, bestehend aus Rainer Christ (Weingut Christ), Michael Edlmoser (Weingut Edlmoser), Gerhard Lobner (Weingut Mayer am Pfarrplatz), Thomas Podsednik (Weingut Cobenzl) und Fritz Wieninger (Weingut Wieninger), lud zum zweiten Lesefest ins Schloss Schönbrunn, um mithilfe prominenter Weinliebhaber die imperialen Trauben des historischen Weingartens „Liesenpfennig“ zu ernten. Mehr als 300 Gäste folgten der Einladung, tummelten zwischen den Rebzeilen umher und naschten von der süßen Köstlichkeit. Pralle, mit süß-würzigem Saft gefüllte Gerhard Lobner, Thomas Podsenik, Fritz Wieninger, Rainer Christ und Michael Edlmoser haben offensichtlich Spaß an der Lese dickschalige Trauben der Sorten Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay, Neuburger, Zierfandler, Rotgipfler, Welschriesling, Grauburgunder und Traminer wachsen hier ten die Weinmacher stolz. Das Lesefest ist gleichbunt gemischt im Weingarten „Liesenpfennig“, wie zeitig Startschuss der Onlineauktion, die es Weines für einen „Wiener Gemischten Satz“ typisch ist. liebhabern auf der ganzen Welt bis zum 26. Oktober „Wir danken den fleißigen Erntehelfern für ihre ermöglicht, den ersten Jahrgang des „Wiener Gegroßartige Unterstützung. Nun haben wir wieder mischten Satz Liesenpfennig 2012“ zu ersteigen. Der wunderbare Trauben im Keller und freuen uns schon Erlös kommt dem SOS-Kinderdorf in Wien zugute. sehr auf den dritten imperialen Jahrgang“, berich- www.wienwein.net

In Sachen Wein liegt man bei KASTNER mit über 1.500 Weinen von 400 Winzern genau richtig. Doch nicht nur mit dieser geballten Sortimentspower wird gezeigt, wie ernst man es mit dem Anspruch des modernsten Multifachgroßhändlers Österreichs meint. Für den perfekten Umgang mit Wein braucht es adäquates Weinzubehör – von Gläsern über Korkenzieher bis hin zu Dekantern, Weinkarten und vieles mehr – wird auch dieser Bereich optimal bedient, ganz zu schweigen von der Fachberatung.

Vorschau auf die nächsten Kundenseminare machen diese Publikation zu einem Must-have aller Weinfreunde des Großhändlers.

KasTner allesweinPreisliste

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

KasTner-alleswein-Journal Das KASTNER-AllesWein-Journal erscheint viermal jährlich und beinhaltet jedes Mal aufs Neue Spannendes zum Thema Wein. Neben Lokal- und Winzerporträts dürfen hier Neuigkeiten aus der Weinwelt oder etwas Sortenkunde nicht fehlen. Neuigkeiten im Sortiment, Weinempfehlungen oder eine kleine

WJ_0313_001-016.indd 2

über 1.500 weine von 400 in- und ausländischen winzern stehen zur auswahl

Der Wein und die Gastronomie gehören einfach zusammen. Die, die darüber wissen, nutzen diese unschlagbare Symbiose seit Jahren, allen die neu hinzugekommen sind, bietet KASTNER AllesWein sein starkes Leistungspaket rund um den Wein an. Gratisverkostungen und Weindegustationen machen Gusto auf mehr und lassen das Herz jedes Weinfreundes höher schlagen. Von namhaften Winzern gibt es beispielsweise zahlreiche TopRotweine des Jahrgangs 2009 im Programm. Worauf auch immer Ihre Wahl fällt, das erfahrene KASTNER-AllesWein-Team steht gerne mit Rat und Tat zur Seite. www.kastner.at

gut ding braucht weile Die Weinmanufaktur Clemens Strobl ist eine noch junge Boutique-Winery am Wagram. Eine noch junge Boutique-Winery mit aktuell 13 Hektar. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ausschließlich das, was

fotogroup

Gewohnt umfangreich präsentiert sich auch dieses Jahr das KASTNER-AllesWein-Sortiment. Zuwachs erhält es vor allem durch zahlreiche neue Jahrgänge, die das Angebot bereichern. Dabei hat das erfahrene KASTNER-AllesWeinTeam auf einen optimalen Mix aus in- und ausländischen Winzern geachtet, die uns ihre neuen Kreationen und Altbewährtes offerieren. Mit der KASTNER-AllesWeinPreisliste behält jeder einen Überblick über das große Sortiment.

Herbert Lehmann

Imperialer gemischter satz

Das Team der Weinmanufaktur Clemens Strobl rund um den Winzer (M.) mit Kellermeister Gerald Schneider (r.) und Geschäftsführer Michael Gellöcker (l.)

auf diesen eigenen Rebflächen auch wirklich wächst und im heimischen Boden gedeiht, kommt auch in die Flasche. Ohne Zukauf von weiterem Traubenmaterial. Die aktuellen Weißweine der Premiumlinie kommen erst jetzt, nach einem Jahr Reifezeit, in den Verkauf. Noch mehr Zeit, nämlich genau zwei Jahre, hat Strobl dem Pinot noir „Hengstberg“ gegönnt. Der Jahrgang 2011 ist übrigens der erste Pinot noir, den Strobl vinifiziert hat. Die Weißweine der Premiumlinie sind alles Einzellagen des Jahrgangs 2012. Es handelt sich die beiden Grünen Veltliner Losling und Schreckenberg, die Rieslinge Fumberg und Rosenberg sowie einen Welschriesling aus der Toplage Spiegel. www.clemens-strobl.at

01.10.2013 14:37:18


3

w w w. g a s t . a t

editorial ie kennen die Diskussionen. Wie viel Prozent neues Holz? Französische oder amerikanische Eiche? Und was für ein Toasting? Bei Rotweinen gehört der Ausbau in Barriques einfach dazu. Das macht man in Bordeaux und Burgund immerhin schon seit Jahrhunderten so. Jetzt ist es keine Frage, dass einige der besten und praktisch alle wirklich teuren Rotweine dieser Welt in neuen Barriques ausgebaut werden. Zumeist französisches Holz, könnte jetzt ein Besserwisser einwerfen. Doch muss das eigentlich so sein? Alvaro Palacios baut seinen Kultwein L’Ermita in 500-Liter-Fässern aus. Mit einem Preis von 700 bis 800 Euro ist er zwar nicht der teuerste Wein, aber preislich spielt er schon recht weit vorne mit. Gut, 500 Liter ist immer noch kein großes Gebinde, aber auch definitiv kein Barrique mehr. Marta Peréz von Mas Matinet und René Barbier (Clos Mogador) haben ihre Weingüter nur ein paar Kilometer von Palacio entfernt und bauen zwei ihrer Top-Rotweine in Amphoren aus. Diese Weine schmecken nicht wie „Amphorenweine“ noch sonstwie „komisch“. Wer sagt eigentlich, dass große Rotweine in ein kleines Holzfass müssen?

Wir leben in spannenden Zeiten. Nachdem in der Weinwelt über Jahre sehr wenig passiert ist, tauchen an allen Ecken und Enden plötzlich neue Ideen auf, was den Ausbau der Weine betrifft. Am deutlichsten zeigen das die Orange Wines, also maischevergorene Weißweine mit einer mehr oder weniger intensiven orangen Farbe. Ja braucht man das wirklich? Also uns persönlich schmecken (manche) dieser Weine sehr gut. Ob sie auf Dauer Bestand haben werden, wird die Zukunft weisen. In jedem Fall ist die Weinwelt bunter geworden, und das sollten wir begrüßen. Den Zeiten, in denen Weine zwar gut gemacht, in Wirklichkeit aber austauschbar waren, trauern wir jedenfalls nicht nach. Mit Panschen haben diese neuen Techniken übrigens nichts zu tun. Die meisten Winzer, die sich mit neuen Stilistiken spielen, erklären sehr transparent, was sie tun, und das ist gut so. Im Übrigen ist diese neue Vielfalt in der Welt des Weines eine große Chance für Sommeliers. Ihr Fachwissen wird wieder mehr gefragt. Das gilt insbesondere bei der Weinbegleitung im Restaurant, weil nicht alles, was schräg ist, auch gut zusammengeht.

Pepo Schuster

s

Wolfgang Schedelberger & Alexander Jakabb

imPressum: herausgeber, medieninhaber und verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, Stiege 1, 1120 Wien, Tel.: (01) 546 64-0. unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Holger Hüthig mit 7,02 %, Ruth Hüthig mit 0,45 %, Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Sebastian Hüthig mit 0,28 %. Geschäftsführung: Thomas Zembacher. chefredaktion: Stefan Böck (Gesamtleitung ÖWV), DW: 380, cvd: Mag. Bernadette Pesendorfer, DW: 365. redaktion: Alexander Jakabb, Mag. Wolfgang Schedelberger. coverfoto: Pepo Schuster. agenturpartner: APA – Austria Presse Agentur. Grafik: Equalmedia, 1180 Wien. Gesamt-verkaufsleiter Öwv: Franz-Michael Seidl, DW 240, anzeigenleiter Plattform Gastro: Kurt Heinz, DW: 265. druck: Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn.

termIne

wagners rot, 7. 10., laakirchen Der Verkostungsreigen "Wagners Rot 2013" steigt am Montag den 7. Oktober von 16 bis 21 Uhr in Wagners Weinshop in Laakirchen. Zu verkosten gibt es über 300 Rotweine aus Europa, Südafrika, Australien und den USA. Um Anmeldung wird gebeten: Tel.: 07613 / 440 410; vinothek@wagnerweb.at

vinoptikum, 11. 10., wien Vinorama lädt mit seinem imposanten Italiensortiment am Freitag den 11. Oktober von 13 bis 21 Uhr zum ersten "Vinoptikum" ins Wiener Marriott ein. Die Familie Morandell freut es ganz besonders, über 30 italienische Weingüter aus 13 Gebieten zwischen Südtirol und Sizilien für Vinoptikum gewonnen zu haben. Die Liste der anwesenden Weingüter finden Sie auf: www.vinorama.at/vinoptikum-2013

slowenien im Josef, 12. 10., linz Josef Hager lädt am Samstag den 12. Oktober von 12 bisw 17 Uhr ins Josef zur Weindegustation mit den zehn slowenischen Winzern der Gruppe "Prima Vina Stiriae Slovenae". Mit dabei sind die Weingüter Dveri Pax, Gaube, Kupljen, P & F Jeruzalem Ormoz, Protnerjewva Hisa Joannes, Ptujska Klet, Steyer, Valdhuber und Verus. Der Verkostungsbeitrag beträgt 7,– €

Best of pauillac, 19. 10., zell am see Best of Pauillac! Am Samstag den 19. Oktober bittet Willi Balanjuk ab 19 Uhr zur Degustation einiger der berühmtesten Rotweine der Welt in den Salzburgerhof nach Zell am See. Willi Balanjuk stellt an diesem Abend drei Jahrzehnte „Who is Who“ aus Pauillac zur Degustation und Diskussion. Anmeldung Weinliste auf www.winecollect.eu

11,90 EURO

pro 0,75 l Flasche Preis für Gastronomie zuzüglich MwSt Abgabe in 6er Kartons ArtNr. 10785 08

Rioja ReseRva D.o.Ca. Herederos del Marqués de Riscal ist seit jeher Pionier und Bezugspunkt des Weinsektors gewesen. Im Jahre 1858 war sie bereits die erste Weinkellerei der Rioja, die ihre Weine unter Anwendung der Bordeaux-Methode kelterte. Die Weine von Marqués de Riscal werden in mehr als 80 Länder exportiert und haben seit der Unternehmens Unternehmensgründung unzählige wichtige internationale Preise und Auszeichnungen erhalten. Auch in der Fachpresse erhielt und erhält Riscal viel Lob und Anerkennung. Sorte Tempranillo, Graciano, Mazuelo Ausbau 25 Monate in Barriques Empfehlung passt gut zu Schinken, mildem Käse, Geflügel, und rotem Fleisch, gegrillt oder gebraten Trinktemperatur 16°‒18° Celsius Alkohol 13,5 % vol.

selezione Italia, 25. 10., wien Am 25. 10. findet im Wiener Hotel Regina von 13.30 bis 19.30 die Selezione Italia N6. statt. Einige der Highlights sind die Weißweine aus dem Friaul, Sagrantino di Montefalco aus Umbrien, Montepulciano d’Abruzzo, Amarone aus dem Veneto, Gattinara und Barolo aus dem Piemont und Brunello di Montalcino aus der Toskana. Die aufstrebende Region Marken an der Mittleren Adria ist mit vier Weingütern vertreten, die Verdicchio und den roten „Lacrima di Morro d’Alba“ präsentieren. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung per E-Mail erforderlich: christian@weinundkultur.eu

WJ_0313_001-016.indd 3

erhältlich bei

www. morandell.com I MP O RTEU R WÖRGL - IMST - EUGENDORF - GRAZ TEUFENBACH - LENDORF - SCHWECHAT

01.10.2013 14:37:20


4

w w w. g a s t . a t

aus freude an der sache Ingrid und Gottfried Bachler führen seit mehr als 30 Jahren ihr gleichnamiges Restaurant im kärntnerischen Althofen in harmonischer Arbeitsteilung. Gottfried kümmert sich um die Küche, Ingrid ist für den Keller verantwortlich. Text: Wolfgang Schedelberger, Fotos: Pepo Schuster

¹ Meine Gäste vertrauen mir blind. Deshalb will ich sie nie enttäuschen.ª

Ingrid Bachler zu Besuch bei Marcus Gruze auf dessen Weingut Georgium in St. Georgen am Längsee

WJ_0313_001-016.indd 4

heuer haben es das erste mal drei kärntner weine in den salon Österreich wein geschafft. sie selbst veranstalten schon seit längerem einmal im Jahr eine Jahrgangsverkostung mit kärntner weinen. welche zukunft sehen sie für den weinbau in kärnten? Ingrid Bachler: Schon jetzt gibt es einige Kärntner Weine, die auch neben sehr guten Weinen aus den klassischen österreichischen Weinbaugebieten bestehen können. Mit Sem Kegley und Georg Lexer vom Weingut Karnburg und Marcus Gruze und seinem Weingut Georgium am Längsee haben wir zwei der besten Produzenten praktisch vor der Haustür. Alfred Riedl, der Chef von Jacques Lemans, hat rund um sein Anwesen in St. Veit bereits 14 Hektar in vielversprechenden Lagen ausgepflanzt, mit dem Kauf der Burg Taggenbrunn und Aufbereitung der Böden für den Weinbau wird sich seine Rebfläche in den nächsten Jahren verdoppeln. Auch in St. Andrä im Lavanttal keltert die Familie Gartner wirklich gute Weine, und sogar am Nordufer des Wörther Sees wird Wein angebaut. Der Weinbau in Kärnten hat eigentlich eine sehr lange Tradition, nur im vergangenen Jahrhundert ist er fast verschwunden. Kärnten ist vor allem für Weißwein prädestiniert, aber auch Pinot noir und Zweigelt fühlen sich bei uns ganz wohl. wird kärntner wein im restaurant nachgefragt, oder müssen sie ihn aktiv anbieten? Seltsamerweise sind Kärntner Gäste am schwierigsten, die muss man vielfach überreden, diese Weine zu probieren. Besucher aus anderen Bundesländern und dem Ausland sind da viel aufgeschlossener und haben offensichtlich weniger Vorurteile. Man muss

aber fairerweise auch sagen, dass die Entwicklung bei uns erst am Anfang steht, und nicht alles, was aus Kärnten kommt, ein super Wein ist. Da muss man einfach noch ein bisschen Geduld haben. Ich biete nur die Weine, die mir auch wirklich schmecken. gilt das auch für Ihr restliches weinangebot, oder gibt es weine, die man einfach haben muss, weil es die gäste aktiv nachfragen? Natürlich haben wir auch bekannte Namen aus den wichtigsten Weinbaugebieten Österreichs, also ein paar der „üblichen Verdächtigen“. Aber ich habe zu jedem Wein, den ich anbiete, eine persönliche Beziehung. Am liebsten verkaufe ich Weine, die mir nicht nur schmecken, sondern deren Winzer ich auch persönlich kenne und schätze. Mit Fredi Ploder vom Weingut Ploder-Rosenberg verbindet uns eine langjährige, intensive Freundschaft, beim Pepi Umathum haben wir die Kundennummer vier. Wir arbeiten am liebsten mit Menschen zusammen, die ähnliche Werte vertreten wie wir. wie läuft normalerweise eine weinbestellung ab? Bieten sie eine glasweise weinbegleitung, werden ganze flaschen aus der karte bestellt, oder empfehlen sie aktiv bestimmte weine? Wir haben sehr viele Stammgäste, die mir blind vertrauen und immer wieder etwas Neues probieren wollen. Eigentlich zeige ich unsere Weinkarte viel zu selten her, weil sich zumeist schon im Gespräch am Tisch ergibt, wohin die Reise diesmal gehen soll. Das ermöglicht es mir, auch jungen, noch nicht so bekannten Winzern eine Chance zu geben. Außerdem kann ich perfekt gereifte Weine empfehlen, was

mir ein echtes Herzensanliegen ist. Vor allem unsere Weißweine werden in der Regel viel zu jung getrunken, was sehr schade ist. Immer öfter wird auch die alkoholfreie Getränkebegleitung gefragt, bei der wir das meiste selbst herstellen, wie Säfte und Kräuterauszüge. Ein Produzent aus der Nachbarschaft macht eine ganz hervorragende biologische Heulimonade, die nicht nur bei den Kindern total beliebt ist. Ich will nur Dinge anbieten, die es nicht im Supermarkt zu kaufen gibt. In vergangener zeit ist viel von orange wines die rede. was halten sie persönlich davon? Ich bin ein absoluter Fan. Wobei natürlich auch nicht alles gut ist, was derzeit angeboten wird, aber das gilt ja für alles auf der Welt. Vor kurzem haben wir mit Egon Berger eine große Orange-Wine-Degustation gemacht, die restlos ausgebucht war. Gern baue ich einen Orange Wine auch in die normale Weinbegleitung ein. Die Weine sind ja unglaublich vielseitig und passen zu allen möglichen Gerichten. Genial war zum Beispiel der Aero von Ploder-Rosenberg, den ich zu einer Crème brulée serviert habe. Für aufgeschlossene Weinliebhaber sind diese Weine jedenfalls eine Bereicherung, weil die Weinwelt wieder ein bisschen bunter geworden ist. wann hat eigentlich Ihre persönliche weinleidenschaft begonnen? Geschmäcker und Gerüche haben mich schon immer fasziniert, und als ich mit Gottfried das Restaurant aufgesperrt habe, war rasch klar, dass er die Küche und ich das Service – und damit auch den Wein – machen werde. Die Leidenschaft war vom ersten Tag

01.10.2013 14:37:28

OEG


5

w w w. g a s t . a t

da, aber um sich ein profundes Wissen anzueignen, braucht es natürlich viele Jahre. Die Ausbildung zur Diplomsommelière und der Besuch und Abschluss der Weinakademie in Rust haben mich noch mehr mit dem Weinvirus infiziert. gibt es neben der arbeit im restaurant auch zeit zu unterrichten? Natürlich, mit großer Freude sogar. Wenn ich in eine Schule gehe, ist das für mich wie ein Kurzurlaub von zu Hause. Ich bin 30 Tage im Jahr in Schulen, unterrichte am Wifi und mache bei uns im Haus die Basisseminare für die Weinakademie. Mir macht das Weitergeben von Wissen unglaublich viel Freude. Das gilt auch für die Arbeit im Restaurant. Am liebsten sind mir Gäste, die sich für unser Angebot wirklich interessieren und darüber reden wollen. Ein Restaurant ist eine entscheidende Schnittstelle zwischen Konsumenten und Produzenten. Wir verkaufen in unserer Vinothek auch Weine zur Mitnahme und diskutieren schon länger, ob wir einen Onlineshop machen sollen. Aber mir ist es wichtig, mit den Kunden über ihre Weinvorlieben zu reden und zu erklären, wieso ich ihnen welche Weine empfehle. Das würde bei einem Onlineshop auf der Strecke bleiben. sie führen kärntner weine, haben schon über die steiermark und das Burgenland geredet, rieslinge und veltliner aus der wachau sowie kamp- und kremstal sind bei Ihnen ebenfalls stark vertreten. spielen nichtösterreichische weine bei Ihnen überhaupt eine rolle?

Überseeweine haben wir nur wenige, weil mir da der persönliche Bezug fehlt und ich der Meinung bin, dass man Weine nicht um die halbe Welt transportieren muss. Aber ein paar Weine von unseren slowenischen Nachbarn, einiges aus Italien und natürlich auch aus Frankreich haben wir schon. Vor allem das Burgund hat es mir angetan, wobei mein spektakulärster Weineinkauf das Bordeaux betroffen hat. worum ging es dabei? 1984 habe ich einen Bausparvertrag ausbezahlt bekommen und meinem Mann gesagt: Dieses Geld wird nicht in Fenster oder Türen investiert, darum leisten wir uns etwas Besonderes. Ich habe damals etwas über Chateau Pétrus gelesen gehabt, und 36 Flaschen des 82er-Jahrgangs gekauft, ohne wirklich zu wissen, was ich da tat. Internet und heimische Weinzeitschriften gab es damals ja nicht. Als dann unsere älteste Tochter in den frühen 1990er-Jahren als Austauschschülerin nach Amerika gegangen ist, haben wir beschlossen, dass sie die ganze Familie begleiten soll, aber wir hatten nicht genug Geld flüssig. Ganz erstaunt habe ich festgestellt, dass sich der Wert der Petrus-Flaschen in den zehn Jahren vervielfacht hatte. Damals habe ich 20 Flaschen verkauft, und wir sind alle nach Amerika geflogen. Heute ist leider keine Flasche mehr da, aber zu unseren 50. Geburtstagen sowie zur silbernen Hochzeit haben wir uns auch selbst eine Flasche dieses wirklich bemerkenswerten Weins gegönnt. wie gestalten sie eigentlich den einstieg und das

finale bei einer weinbegleitung. Bleiben sie da immer klassisch bei sekt oder champagner zu Beginn und süßwein zum dessert? Das Einzige, was ich nicht mag, ist wenn jemand einfallslos ein Glas Prosecco bestellt, wobei es natürlich auch da gute Produzenten gibt. Als Hauschampagner haben wir Henriot, aber in letzter Zeit hat auch die Qualität der heimischen Sekte zugelegt. Das gilt sowohl für viele Winzersekte als auch insbesondere für den DOM von Schlumberger, der mittlerweile eine würdige österreichische Antwort auf den Champagner ist. Wir machen immer wieder Blindverkostungen, was gerade bei Schaumweinen zu überraschenden Ergebnissen führt. Die bekanntesten Champagnermarken schneiden dabei oft sehr bescheiden ab.

kontakt Restaurant Bachler Silberegger Straße 1 9330 Althofen · Tel.: 04262/3835 www.bachler.co.at

und was servieren sie zum käse beziehungsweise zum süßen finale am liebsten? Die passende Weinbegleitung zum Käse zu finden ist wohl eine der größten Herausforderungen für jeden Sommelier. Ich bevorzuge trockene bis leicht restsüße Weißweine, je nach Käse. Gewürztraminer ist oft eine gute Wahl, aber das hängt wirklich vom jeweiligen Käse und seinem Reifestadium ab. Zu gereiften Hartkäse darf es auch einmal ein Pinot noir sein. Süßweine hebe ich mir eigentlich ausschließlich zu den Desserts auf. Bei diesem Thema bin ich aber nur bedingt patriotisch, obwohl wir wirklich tolle Süßweine in Österreich haben. Aber Sherry und Port sind Themen, die ich sehr, sehr schätze und die in Österreich leider viel zu selten angeboten werden.

VOLLE WEINKOMPETENZ FÜR DIE GASTRONOMIE

Einer unserer dynamischen TRINKWERKER der mit viel Erfahrung und geballtem Know-how persönlich die Ansprüche der Kunden erfüllt. GÜNTHER HÖRMEDINGER TRINKWERKER Diplom-Sommelier

www.trinkwerk.cc OEGZ_Inserat_285x201.indd 1 WJ_0313_001-016.indd 5

Als kompetenter Partner bringt TRINKWERK mit dem größten Weinsortiment Österreichs (über 3.300 Produkte – darunter zahlreiche exklusive Winzervertretungen) die großen Weinerfolge der Winzer direkt zu den Gastronomen. Das umfangreiche Sortiment und der erstklassige Service sind speziell auf die Bedürfnisse der Gastronomie und Hotellerie abgestimmt. 30.09.13 10:12 01.10.2013 14:37:28


6

w w w. g a s t . a t

eine frage der lage ± steiermark In der Steiermark haben sich eine Gruppe von mittlerweile zehn Topbetrieben unter der Marke der steirischen Terroir- und Klassikweingüter zusammengeschlossen. Sie arbeiten schon länger daran, ihre Lagen zu klassifizieren und gliedern ihre Lagenweine als erste STK-Lagen und große STK-Lagen.

w

STK

einqualitäten dem Konsumenten möglichst klar zu vermitteln! Das ist eines der zentralen Anliegen bei der Gründung der Vereinigung STK gewesen. Mit dem Label Steirische Klassik haben die Weingüter einen ersten Schritt gesetzt, der sich am Markt bewährt hat. Die „Steirische Klassik“ ist dank klarer Qualitätskriterien mittlereweile zu einer starken Marke geworden. Dabei handelt es sich um Weine aus den Leitre-

Die STK-Mitglieder haben bei der Klassifizierung von Lagenweinen eine Vorreiterrolle eingenommen

bensorten Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Gelber Muskateller und Sauvignon Blanc, die im Edelstahltank trocken ausgebaut und maximal 12,5-%-Vol. Alkohol haben dürfen. Damit entsprechen sie einem stark nachgefragten Geschmacksbild von knackigen, frischen steirischen Weinen. Dennoch werden STK-Klassik-Weine frühestens ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres in den Verkauf gebracht werden. Seit langem beschäftigten die STK-Winzer zwei zentrale Fragen: Was macht einen herausragenden Weinberg aus? Und wie kann das besondere Terroir eines solchen Weinbergs den Kunden vermittelt werden? Das Ergebnis dieser Überlegungen ist die Lagenklassifizierung, die in der Steiermark seit dem Jahrgang 2007 von den mittlerweile zehn Winzern der STK umgesetzt wird. Die STK-Betriebe arbeiten dabei im engen Austausch mit den Winzern der Österreichischen Traditionsweingüter und des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter). „Die gemeinsame Vision ist, dass es irgendwann eine einheitliche, zentraleuropäische Werteskala für herausragende Weinberge gibt, die es den Konsumenten erleichtern wird, sich im weiten Angebot der Weinwelt zu orientieren“, so Manfred Tement. „Jeder Weinliebhaber der Welt kennt die Lagenklassifizierung Grand Cru und Premier Cru aus dem Burgund und weiß, was sie bedeutet – in Qualität und Preis. Genau das gleiche Ziel verfolgen die Win-

zer der STK mit der Klassifizierung große Lage und erste Lage“, so Katharina Tinnacher, die leidenschaftliche Visionärin der Lagenklassifizierung.

Jahrzehntelange vorarbeiten Die Gründungsväter der STK setzen sich bereits mehr als 30 Jahre lang mit den Lagen der Steiermark intensiv auseinander, und natürlich auch mit den besten Weinen, die daraus stammen. Diese jahrzehntelange Beobachtung ließ sie zu der Erkenntnis kommen, dass die Rebsorte Sauvignon Blanc das Terroir der Steiermark am besten zum Ausdruck bringt. „Die Sauvignon-Blanc-Weine überzeugen mit unverkennbarer Lagentypizität, Finesse und Eleganz. Für uns ist Sauvignon Blanc ganz klar die Königin unter den steirischen Rebsorten“, so Willi Sattler. Stellt man die Sauvignon Blancs von steirischen Toplagen neben die Besten der Welt, wird sehr schnell klar, dass die Steiermark mit ihren 14 „großen Lagen“ eine der wichtigsten Sauvignon-BlancAppellationen der Welt darstellt. „Wir sind stolz darauf, einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung des steirischen Weins leisten zu können und hoffen, dass die Klassifizierung unserer einzigartigen Lagen schon bald in der gesamten Region Anerkennung finden wird“, erklärt Wolfgang Maitz, der seit Anfang des Jahres Mitglied der STK ist. www.stk-wein.at

eine frage der lage ± niederösterreich Die Traditionsweingüter sind ein Zusammenschluss von Top-Weinbaubetrieben aus vier Weinbaugebieten rund um Krems. Seit dem Jahrgang 2009 schmücken die 23 Mitgliedsweingüter ihre besten Weine aus 46 ausgewiesenen Lagen mit dem Logo „1ÖTW“.

e Das Logo, mit dem die ÖTW-Winzer ihre Topweine auszeichnen

ÖTW

Insgesamt 23 Topwinzer aus den Weinbaugebieten Kamptal, Kremstal, Traisental und Wagram sind Mitglieder der Österreichischen Traditionsweingüter

WJ_0313_001-016.indd 6

in kleiner Kreis von Winzern aus dem heutigen Krems- und Kamptal ist in regelmäßigen Abständen zusammenzukommen, um über ihre Leidenschaft, den Wein zu diskutieren. Vor allem um die Lagen – Böden, Klima und Rebsorte – und deren Zusammenhang mit der Qualität und Identität des Weines rankten sich die meisten Gespräche. Schließlich entschloss man sich, den gemeinsamen Interessen durch die Gründung des Vereins der „Österreichischen Traditionsweingüter“ eine solide Basis zu verleihen. Man versuchte, die unterschiedlichen Böden, das Kleinklima verschiedener Lagen und den Einfluss dieser Faktoren auf die Sorten zu erkennen und zu verstehen. Geologen, Önologen und Ampelografen wurden und werden konsultiert, um einer Frage mit ewiger Gültigkeit nachzuspüren: Wie fördern diese Bedingungen Qualität und Charakter im Wein?

Mit diesem Denkansatz schufen die österreichischen Traditionsweingüter etwas, das es bisher in Österreich noch nicht gab: den Versuch, klassische Lagen zu klassifizieren („Lagenklassifizierung 2010“). Das Bewusstsein, dass große Weine nur in großen Lagen gedeihen, wohnt dieser Philosophie inne. Die Begriffe „Klassifizierte Lage“, „Erste Lage“ und „Große erste Lage“ wurden in der Folge geprägt. Die Form ist dem 1er-Symbol des VDP sehr ähnlich. Kein Zufall, sondern das Ergebnis von Gespräche von Michael Moosbrugger und Steffen Christmann, dem VDP-Präsidenten. Der Verein der Österreichischen Traditionsweingüter hat 2011 begonnen, auch Spitzenweingüter des Donauraums, die nicht Mitglieder des Vereins sind, einzuladen, ihr Wissen und ihre Erfahrung in den Klassifikationsprozess einzubringen. So soll sukzessive der Kreis derjenigen erweitert werden, die einen Beitrag zur Klassifikation leisten. Daher versteht sich auch die Klassifizierung als ein

Work in Progress, der sich noch die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinziehen wird. Langfristiges Ziel ist es, die Klassifikation im Weingesetz zu verankern. In der „Klassifikation 2012“ sind es insgesamt 62 Weinlagen, die das Prädikat „erste Lage“ auf dem Etikett tragen dürfen. Dabei handelt es sich – wie auch bei der DAC-Regelung – ausschließlich um die beiden traditionellsten Sorten im Donauraum, Grüner Veltliner und Riesling, jeweils in trockener Stilistik. Die daraus hervorgehenden Weine bringen tyisch österreichische, eigenständige, herkunftsgeprägte, finessenreiche und charakterstarke Weine hervor. Es sind erstklassige Gewächse, deren Qualität nicht an der Zuckergradation gemessen, sondern im besonderen Maß über die Herkunft definiert werden.

nur grüner veltliner und riesling Denn der spezifische Weingarten liefert jene Bedingungen, die den Trauben erlauben, sich individuell zu entwickeln, um schließlich im Wein die Persönlichkeit und Typizität der Lage zum Ausdruck zu bringen. Jeder Weinliebhaber weiß, dass anspruchsvoller Wein Zeit und Ruhe braucht, um sich zu entwickeln. Aufgrund dessen haben sich die Mitgliedsbetriebe dazu entschlossen, die Weine aus den Erste-LageWeingärten erst ab September des auf die Ernte folgenden Jahres in den Verkehr zu bringen. www.traditionsweingueter.at

01.10.2013 14:37:30


7

w w w. g a s t . a t

In vino veritas ÖWM-Chef Willi Klinger über die Wertigkeit von Lagenweinen, irreführende Etiketten, die Notwendigkeit von strengen Regeln und Kontrollen sowie den tieferen Sinn des Sprichworts „in vino veritas“. Text: Wolfgang Schedelberger

die teuersten weine der welt kommen aus großen lagen. Ihre eingeschränkte verfügbarkeit macht sie besonders begehrenswert. was spricht dagegen, dass auch heimische winzer ihre besten lagen auch als solche vermarkten? klinger: Gar nichts. Viele Topwinzer machen das seit Jahrzehnten. Die unterschiedliche Wertigkeit einer Lage legt jeder Winzer über seine Preisliste fest.

wenn das nicht ganz stimmt, handelt es sich eben nicht mehr um einen lagenwein, sondern eine selektion, was ja auch etwas gutes sein kann. wo ist das problem? Winzer wie F. X. Pichler, die eine Selektion wie M und Unendlich machen und zusätzlich Lagenweine abfüllen, tun sich leichter, immer korrekt zu bleiben, als solche, die ihren Topwein mit einer Lagenbezeichnung führen. Wenn dieser Lagenwein dann jahrgangsbedingt einmal etwas schwächer ausfällt, ist die Versuchung groß, ihn mit besserem Traubenmaterial aus anderen Lagen auf das gewünschte Ergebnis hinzutrimmen. Das sind die Nachteile des burgundischen Systems gegenüber dem in Bordeaux, wo nicht Kleinstlagen gefüllt werden, sondern ein Erst- und ein Zweitwein. Lagenweine sind für sich genommen nicht automatisch besser als eine Selektion. Aber wenn man Lagenweine keltern will, muss man ohne Wenn und Aber dazu stehen und sich auch kontrollieren lassen, sonst steht der nächste Weinskandal schon vor der Tür. Ist das nicht ein problem des jeweiligen winzers? man schreibt halt gern drauf, wo der wein herkommt. ob das jetzt eine berühmte lage ist oder ein weiter gefasster Begriff wie heideboden oder fantasienamen wie hochterrassen. stört das die konsumenten wirklich? Wenn man die Konsumenten täuscht und mit irreführenden Etiketten eine Herkunft behauptet, die es gar nicht gibt, schadet das dem Ruf der gesamten Weinwirtschaft. Was bedeutet denn der Begriff „in vino veritas“? Im Wein liegt die Wahrheit, aber auch: Der Wein muss wahr und wahrhaftig sein. Die Winzer betreiben ein gefährliches Spiel, wenn sie diesen Anspruch infrage stellen und zu schummeln beginnen. Im Prinzip lässt sich Wein ja auch industriell herstellen, was an verschiedenen Orten der Welt auch geschieht. Doch Wein, so wie wir das verstehen, ist mehr als das ein alkoholisches Getränk, das aus vergorenen Weintrauben gemacht wird. Wein

WJ_0313_001-016.indd 7

¹ Lagenweine sind etwas Tolles, aber wir dürfen nicht das Pferd von hinten aufzäumen.ª

Schedelberger

dennoch haben sie sich wiederholt gegen die Initiativen der stk-winzer und der traditionsweingüter ausgesprochen, die sich selbst regeln auferlegt haben, um ihre besten lagenweine auch als solche zu vermarkten. wieso eigentlich? Vorab: Das sind zwei ambitionierte Winzervereinigungen, in denen einige der besten Winzer unseres Landes dabei sind. Dennoch geht es nicht, dass man mit Fantasienamen wie erste Lage, große Lage oder Ähnlichem den Konsumenten etwas vormacht, was nicht stimmt oder zumindest nicht stimmen muss. Irgendwann kommt dann die nächste Winzervereinigung und erfindet „allererste Lagen“ oder „ganz große Lagen“ und tut dabei so, als wäre das Teil des Weingesetzes. Der Erfolg des burgundischen Systems liegt darin, dass die Lagen gesetzlich definiert und klassifiziert sind. Das wird auch kontrolliert. Derzeit wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Man will große Lagen vermarkten, ohne dass diese definiert sind. Und auch ohne Kontrollen durch die Kellereiinspektoren wird es nicht gehen. Wenn ein Winzer auf sein Etikett eine bestimmte Lage draufschreibt, dann darf auch nur Wein aus dieser Lage drinnen sein, zu hundert Prozent und garantiert.

Willi Klinger hat Verständnis für die Interessen der heimischen Topwinzer, trotzdem beharrt er auf strengen Regeln

transportiert wie kein anderes Lebensmittel seine Herkunft. Das ist der Grund, wieso wir beim Wein eine Wertigkeit erreichen, von der andere Getränketypen nur träumen können. Deshalb setzen wir mit unserem DAC-System auch auf ein konsequentes Herkunftsmarketing. einigen winzern scheint das dac-system aber zu weitmaschig. sie wollen ihre weine noch herkunftsspezifischer vermarkten und die lage in den vordergrund rücken. was ist daran falsch? Man muss einen Schritt nach dem anderen machen. Zuerst brauchen wir eine in der Raumordnung erfasste Festschreibung der Lagen. Seit ein paar Jahren laufen in vielen Weinbaugebieten Bemühungen in diese Richtung. Das ist mitunter mühsam und dauert seine Zeit, weil bürokratische Hürden genommen werden müssen und die Lagenerfassung selbst auch nicht überall friktionsfrei verläuft. Aber wir sind auf einem guten Weg. Wenn die Lagen einmal gesetzlich definiert sind, lässt sich auch kontrollieren, wer wie viel Anteil an welcher Lage hat und wie viel Wein mit dieser Bezeichnung gefüllt wird. Von einer verbindlichen mehrstufigen Klassifizierung sind wir dann zwar immer noch weit entfernt, aber dann kann zumindest einmal ernsthaft über die Etablierung von Klassifizierungen sprechen. Derzeit handelt es sich bei den Bezeichnungen von ersten oder großen Lagen lediglich um Logos von Winzervereinigungen, die keinerlei gesetzliche Verbindlichkeit haben. aber ist das wirklich so schlimm? auch in anderen weinbaugebieten schreiben winzer lagennamen aufs etikett. In der vergangenheit hat das doch niemanden gestört? Da wurde die Lagenbezeichnung auch mehr als Submarke eines Weinguts gesehen. In der Regel hat die Bezeichnung auch mit der tatsächlichen Herkunft übereingestimmt. Wenn aber jetzt Winzer bei Präsentationen im Ausland stolz ihre „grands crus“ zeigen und verkünden, dass wir in Österreich ein neues Lagensystem hätten, dann ist das kontraproduktiv und schadet der gesamten Weinwirtschaft. Deshalb trete ich auch so vehement gegen derartige Auftritte ein, die wir von der ÖWM auch nicht unterstützen. In kurzer Zeit würde so der gute Ruf, den sich der österreichische Wein in den letzten zwei Jahrzehnten aufgebaut hat, nachhaltig beschädigt werden.

wenn es eine gesetzliche lagenklassifizierung gäbe, würden sie diese befürworten? Natürlich, schließlich ist die ÖWM ja eine Dienstleistungsgesellschaft für den heimischen Weinbau. Lagenweine sind für Weinfreaks ja der ultimative Genuss, auch für mich persönlich. Aber ich will mich als Konsument darauf verlassen können, dass ein Lagenwein tatsächlich zu 100 Prozent aus dieser Lage kommt. Man muss sich bewusst sein, dass die Menge an Weinen aus Einzellagen immer ein sehr kleiner Teil unserer Gesamtproduktion bleiben wird. Deshalb halte ich die Weiterentwicklung des DAC-Systems für eine vordringlichere Aufgabe, weil sie für wesentlich mehr Betriebe relevant ist. Schauen Sie zum Beispiel nach Wien, wo wir jetzt einen gemischten Satz DAC etabliert haben. Dort wird im Kataster genau festgehalten, welche Weingärten mit gemischtem Satz bepflanzt sind, und nur Weine aus solchen Rieden dürfen sich in Zukunft Wiener Gemischter Satz DAC nennen. Das ist eine saubere und nachvollziehbare Lösung, die zwar dazu führen wird, dass es in den nächsten Jahren etwas weniger Gemischten Satz aus Wien geben wird. Aber der Konsument kann sich darauf verlassen, dass in jeder Flasche genau das drinnen ist, was auf dem Etikett versprochen wird. sehen sie einen widerspruch zwischen dac-regelungen und dem wunsch einiger winzer nach einer stärkeren Betonung der lage? Die Vermarktung von Lagenweinen wird immer einen Bruchteil der DAC-Weine ausmachen, weil die Betonung der Einzellage nur im absoluten Topsegment Sinn macht. Deshalb bin ich auch mit dem Weg, den man im Mittelburgenland gegangen ist, wo man auf ein dreistufiges Qualitätssystem mit DAC „Classic“, DAC „Riede“ und DAC „Reserve“ setzt, nicht wirklich glücklich. Wenn man herkunftstypische Weine als Lagenweine vermarkten will, dann sollten sie an der Spitze der Qualitätspyramide stehen. Prinzipiell ist eine gesetzliche Verankerung von Lagenweinen erstrebenswert, nur muss man dabei schrittweise vorgehen. Ich trete für noch strengere Regeln bei der Gestaltung von Etiketten ein, damit eine mögliche Irreführung von Konsumenten gar nicht erst versucht wird. Wir haben aus dem Weinskandal vor mehr als zwanzig Jahren die richtigen Konsequenzen gezogen und ein strenges Weingesetz eingeführt. Das wollen wir nicht aufs Spiel setzen.

01.10.2013 14:37:32


8

B. Degen

w w w. g a s t . a t

Batonnage

Heute: Christian Tschida, Gerhard Kracher, Florian Gayer, Erich Scheiblhofer und Markus Altenburger ein bisschen weniger wild mit einer Sechs-Liter-Flasche

wein-rap

Vor rund zehn Jahren ging das Griss um den Clubwein los, dessen Zweck ursprünglich darin bestand, die Partys der fünf Freunde zu finanzieren

Was war die schlimmste vinologische Jugendsünde? Tschida: Cola-Mouton scheiblhoFer: Doppler Weiß mit Cola Kracher: Gspritzter aus der Gießkanne Gayer: Fanta-Rosé alTenburGer: Australien Auf welchen Wein bist du besonders stolz? Tschida: Laissez-faire 2011

fünf wilde und ein skorpion Sie kamen, feierten und siegten mit ihrem Wein bei der International Wine Challenge in London. Mit ihren berühmt-berüchtigten Clubbings haben die Begründer des „Club Batonnage“ einen Trend ins Rollen gebracht. Text: Bernadette Pesendorfer

scheiblhoFer: Batonnage

d

Kracher: Den Jahrgang 2007, der erste, den ich im Alleingang gemacht habe Gayer: Aurora 2002 (der erste Aurora) alTenburGer: Blaufränkisch Gritschenberg Lieblingswein damals? Tschida: Ernst Triebaumer, Marienthal scheiblhoFer: Veritas Winery, Hanisch Shiraz 1998 Kracher: Egon Müller Scharzhofberger Trockenbeerenauslese 1976 Gayer: Two Hands, Shiraz alTenburGer: Sine qua non, E-raised 1998 Lieblingswein heute? Tschida: Jean-Louis Chave, Hermitage scheiblhoFer: Ornellaia 2008 Kracher: immer noch Egon Müller Scharzhofberger Trockenbeerenauslese 1976 Gayer: kann ich nicht sagen – im Allgemeinen bevorzuge ich aber mittlerweile üppige Rote aus Österreich alTenburGer: Jacques Selosse, V.O.

WJ_0313_001-016.indd 8

¹ Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.ª

ie junge Winzerriege lädt gern zu legeren Weinverkostungen und lässigen WeinClubbings und ist selbst nicht nur vor, sondern auch auf der Bar anzutreffen. Sie gehen eben nicht – wie es älteren Weinbauern oft nachgesagt wird – zum Lachen in den Keller. Ganz im Gegenteil: Es wird ordentlich getanzt, gefeiert und gelacht. Das ist neben dem oftmals beinharten Arbeitsalltag eine willkommene Abwechslung. Gerade diese Generation hat begriffen, dass Arbeit und Feiern untrennbar miteinander verbunden sind. Durch ihre Präsenz in den Lokalen und Restaurants erkämpfen sie sich auch so manchen Platz auf den heimischen Weinkarten. Dem Motto „Work hard, party hard“ haben sich allem Anschein nach vor allem die Winzer der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahrgänge verschrieben. Vorreiter dieses Trends war der „Club Batonnage“ – fünf Aufrührer der Weinszene aus dem Burgenland.

wie alles begann ¼ Die Mutter aller coolen Weinpartys ist der „Club Batonnage“. Vor mehr als zehn Jahren hat sich eine Handvoll junger Burgenländer dazu entschlossen, die Weinwelt auf den Kopf zu stellen. Entgegen der damaligen Auffassung, dass Weinverkostungen emotionslos inszeniert wie Staatsempfänge ablaufen müssen, hat sich der „Club Batonnage“ für einen anderen Weg entschieden. Der Name Batonnage ist übrigens Programm: Anstatt der Hefe im Fass sollte allerdings die Weinszene kräftig aufgerührt und somit auch „zur Förderung der Weinkultur im Burgen-

land“ beigetragen werden. Um die Wein-Clubbings finanzieren zu können, haben die fünf kurzerhand einen eigenen Wein kreiert. Der damals moderne NeueWelt-Stil mit viel Holz und ordentlich Power wurde noch übersteigert. Die mit 15 Prozent Alkohol als Tafelwein auf den Markt gebrachte Cuvée zählt mit einem mutigen Preis bis heute zum teuersten Rotwein Österreichs. Zusätzlich zu dieser damals unüblichen Deklaration sorgten auch die geringe Stückzahl und die massive Flasche mit dem roten Skorpion dafür, dass Batonnage rasch zum Kultwein avancierte.

Über die ¹ wild Boysª 2001 war der erste Jahrgang, den die fünf Clubbegründer aus dem Nordburgenland auf den Markt brachten. Christian Tschida, Erich Scheiblhofer, Gerhard Kracher, Florian Gayer und Markus Altenburger vinifizierten eine Cuvée aus Blaufränkisch, Merlot und Cabernet Sauvignon. Die Partys, bei denen sowohl die Weine der Winzer als auch gereifte Jahrgänge aus verschiedenen Weinregionen der Welt getrunken wurden, sind legendär. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Jungs, die damals mit Champagnerkorken durch die Luft schossen, namhafte Betriebe aufgebaut. Die Partys gibt es immer noch, auch wenn die Akteure etwas zahmer und kulinarisch anspruchsvoller geworden sind. Zum ZehnJahr-Jubiläum (der 2011er-Jahrgang ist ab sofort im gutsortierten Fachhandel erhältlich) haben die Jungs unter anderem ihre schlimmste Jugendsünde in Sachen Weinkonsum verraten.

01.10.2013 14:37:34


9

w w w. g a s t . a t

altes spanien neu entdeckt Es ist gerade einmal 20 Jahre her, dass die ersten Weine aus dem Priorat international für Aufsehen sorgten. In vielerlei Hinsicht ist das zwischen Barcelona und Valencia gelegene Weinbaugebiet noch sehr jung. Gleichzeitig verfügt das Priorat über uralte Weingärten, die erst langsam aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Text & Fotos: Wolfgang Schedelberger

a

uf den Weinkarten der besten Restaurants der Welt sind die Weine aus dem Priorat prominent vertreten. Im Cellar de Can Roca, der aktuellen Nummer eins der Welt, gab es bei unserem Besuch in diesem Sommer bei der glasweisen Weinbegleitung gar gleich drei Priorat-Weine. Gut, das war in gewisser Weise ein Heimspiel. Dennoch zeigt es, wie sehr Topsommeliers diese Weine schätzen. Doch was macht deren Reiz eigentlich aus? Auf den ersten Blick entsprechen mächtige Rotweine mit bis zu 15 % Alkohol und jeder Menge Tannin ja nicht gerade dem Zeitgeist. Und auch die Rebsorten Garnacha (Grenache) und Cariñena (Carignan) zählen nicht zu meistgeschätzten der Welt. Alle Priorat-Weine, die ich in der Vergangenheit getrunken habe, zeigten sich trotz ihrer Power erstaunlich zugänglich und lebendig. Neben Alkohol und Tannin umschmeichelt sie zumeist eine angenehme Fruchtsüße, die sie schon in jungen Jahren sehr zugänglich macht. Aus dem Priorat kommt mit dem L’Ermita von Alvaro Palacios übrigens auch der teuerste Wein Spaniens. Und dann gibt es hier noch überaus bemerkenswerte Weißweine, die zwar mengenmäßig kaum Bedeutung haben, aber mit einer ganz eigenen Charakteristik zum Spannendsten zählen, was Spanien am Weißweinsektor zu bieten hat.

Quereinsteiger sucht extremes terroir Gründe genug also, um im Rahmen einer Spanienreise in diesem Sommer auch dem Priorat einen Besuch abzustatten. Zuerst ging es ins kleine Dörfchen Torroja, wo der gebürtige Bayer Dominik Huber gemeinsam mit seiner französischen Frau Brunhilde das kleine Weingut Terroir al Limit führt (Jahresproduktion 25.000 Flaschen). Mit dem Pick-up geht es über Stock und Stein steil die Berge hinauf, die von spektakulär gelegenen uralten Weingärten gesäumt sind. Je höher, desto besser, lautet hier von jeher die Devise, denn während der Sommermonate wird es hier glühend heiß. Während andere Weingüter in den vergangenen Jahren mit internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah experimentierten, gilt das Interesse von Dominik Huber alten, mit Garnacha und Cariñena bepflanzten Weingärten. „Wenn man das vielzitierte Terroir in den Wein bringen will, führt kein Weg an alten Rebstöcken vorbei. Außerdem sind sie mit ihren tiefen Wurzeln wesentlich besser in der Lage, Hitzeperioden unbeschadet zu überstehen“, weiß Huber. Dass er die Weingärten biodynamisch bewirtschaftet, gehört für Huber genauso dazu wie neue, „alte“ Wege in der Weinbereitung. So kommen bei ihm die ganzen Trauben in den Tank, wobei nur ein kleiner Teil des Mosts austritt und vergärt, der Großteil der Beeren bleibt intakt, die Vergärung des Mosts innerhalb der Beerenhaut geht wesentlich langsamer vor sich. Wenn der ausgetretene Most durchgegoren ist, wird alles abgepresst und die Gärung setzt aufgrund des noch nicht durchgegorenen Safts in den unbeschädigten Beeren erneut ein. Diese aus Südfrankreich stammende Technik hat für Huber den Vorteil, dass man elegantere Weine mit weniger harschen Tanninen gewinnt. Außerdem keltert Huber zwei der besten Weißweine des Priorats. Terra de Cuques und Pedra de Guix sind Cuvées, die mit ihrer Mineralität und Frische bei gleichzeitig leicht oxidativen Noten einen Tiefgang entwickeln, wie man ihn bei Weinen aus sehr warmen Regionen eigentlich nicht kennt. „Auch die Weißweine stammen von alten Rebstöcken, was es besonders reizvoll macht zu versuchen, das spezielle Terroir des Priorats, das fast aus-

WJ_0313_001-016.indd 9

Von Alvaro Palacios beeindruckendem Weingut blickt man auf Gratallops, den Hauptort des Priorats. Wie kein anderer Produzent hat er es geschafft, sich sowohl qualitativ als quantitativ zu entwickeln. Er produziert jährlich 330.000 Flaschen, gerade einmal 1.300 Flaschen gibt es vom teuersten Wein Spaniens, dem L’Ermita

schließlich aus Schieferböden besteht, einzufangen. Man muss beim Weinmachen immer Boden, Rebsorte und Klima berücksichtigen. Es wäre absurd zu versuchen, hier knackige Weißweine zu keltern, weil die Trauben einfach zu wenig Säure entwickeln. Aber das bedeutet ja nicht, dass man keine guten Weißweine machen kann“, begründet Huber, wieso er als einer der wenigen Produzenten auch Weißwein produziert.

die pioniere und ihre kinder Als Nächstes geht es zu Mas Martinet, wo Dominik Huber zwei Jahre lang gearbeitet und gelernt hat. Josep Lluis Pérez ist einer der fünf Pioniere des modernen Priorats (siehe Kasten auf Seite 10). Mit seiner Tochter Sara, die das Weingut mittlerweile leitet, geht es zunächst im Pick-up den Berg hinauf, weil sie mir zeigen, und nicht nur erklären will, wie sie die Zukunft des Priorats sieht. „Es ist unglaublich, was unsere Eltern erreicht haben. Sie haben das Priorat wieder ins Bewusstsein der Weinwelt gerückt und das wohl großartigste Terroir Spaniens mit neuem Leben erfüllt. Aber sie hatten natürlich kaum Erfahrungswerte mit Lagen und Rebsorten. Ich denke, unsere Generation muss den nächsten Schritt gehen und in Zukunft andere Weine keltern“, so Pérez. Wir befinden uns auf 600 Meter Höhe am höchsten Gipfel der Umgebung und blicken auf den von ihr vor zehn Jahren mit Garnacha neu ausgepflanz-

ten Weinberg Escurcon (auf Deutsch: Viper). „Das ist der höchste Weinberg rund um Gratallops und galt vor der Reblausplage als beste Lage der Gegend. Danach hat sich niemand mehr die Mühe gemacht, sie neu auszupflanzen, weil es einfach zu beschwerlich war, ohne Auto hier heraufzukommen. Doch wenn ich das alte Priorat wieder entdecken will, dann muss ich mit den großen Lagen von früher beschäftigen“, erklärt mir Pérez. Je mehr große, internationale Rotweine sie im Laufe der Jahre gekostet hatte, desto klarer wurde ihr, dass sie in Zukunft weniger wuchtige Weine keltern will. „In meiner Jugend dachte ich, dass unser Weinstil ein Ausdruck des Terroirs ist, aber in Wirklichkeit ist er eine Konsequenz der Technik. Wer sagt denn, dass man große Rotweine nur in kleinen Eichenfässern ausbauen kann“, so Pérez weiter. Mit dem Jahrgang 2010 des Escurcons hat sie erstmals einige Chargen in Tonamphoren vergoren, beim Jahrgang 2011 war es bereits die Hälfte, seit vergangenem Jahr vertraut sie bei diesem Wein zu 100 Prozent auf Tonamphoren, die speziell nach ihren Vorgaben handgefertigt werden. Das Flaggschiff Clos Martinet und Camí de Pesseroles werden (noch) traditionell im Barrique ausgebaut. Ganz ähnlich verläuft die Entwicklung am Weingut eines weiteren Pionier des modernen Priorats, Clos Mogador. René Barbier ist als graue Eminenz zwar immer noch präsent, doch sein Sohn, der ebenfalls René heißt, hat im Weingarten und Keller bereits

info Nach Rioja ist das PrioraT seit 2001 die zweite spanische Weinbauregion, die mit dem höchsten Herkunftsschutz D.O. Ca. ausgezeichnet ist. Vor dem Reblausbefall gab es im Priorat zu Ende des 19. Jahrhunderts 12.000 Hektar Weingarten, im 20. Jahrhundert schrumpfte der Bestand auf gerade einmal 1.000 Hektar, die in den vergangenen Jahren auf mittlerweile 1.700 heKTar angewachsen ist. Zugelassene Rebsorten sind Garnacha, Carninena, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah bzw. Garnacha Blanca, Macabeo, Chenin Blanc und Pedro Ximénez. Auch wenn der anTeil der roTweine über 95 ProzenT beträgt, keltern einige Weingüter wie etwa Terroir al Limit im Priorat auch verführerische und eigenständige Weißweine.

01.10.2013 14:37:35


10

w w w. g a s t . a t

1

4

5

6 7

info Die moderne Geschichte des Priorats startet 1974, als Scala Dei erstmals einen Wein in Flaschen füllte, was außerhalb des Priorats jedoch wenig Beachtung fand. So richtig los ging es mit dem Jahrgang 1989, als rené barbier (heute Clos Mogador), JoseP lluis Pérez (Mas Matinet), Dafne Glorian und Carles Pastrana (Clos Erasmus) sowie alvaro Palacios gemeinsam den ersten „modernen“ Rotwein produzierten. In den folgenden Jahren gründeten die Pioniere eigene Weingüter, die auch heute noch zu den besten Produzenten des Priorat zählten. In den folgenden Boomjahren kamen immer neue Produzenten ins Priorat und investierten in neue, zum Teil spektakuläre Keller. Heute füllen 104 Produzenten Priorat D.O. Ca. Weine mit eigenem Label.

WJ_0313_001-016.indd 10

das Ruder übernommen. Er und Sara Pérez sind ein Paar und leben mit ihren vier Kindern in Falset, das knapp außerhalb der D.O. Ca. Priorat liegt. Dort keltern sie in Kleinstserie gemeinsam zwei Weine mit der Herkunftsbezeichung D.O. Monsant. Am elterlichen Weingut beschäftigt sich Barbier mit ähnlichen Themen wie Sara Pérez auf dem ihrigen. „Eigentlich brauchen wir im Priorat weder neues Holz noch neue Rebsorten. Aus Garnacha und Cariñena lassen sich hier grandiose Weine keltern“, so Barbier, der im Keller von Clos Mogador ebenfalls mit Tonamphoren experimentiert. Beim erfolgreichen Flaggschiff Clos Mogador spielen Syrah und Cabernet Sauvignon mit jeweils 15 Prozent Anteil zwar weiterhin eine wichtige Rolle, beim etwas weniger berühmten Manyetes setzt Barbier aber zu 90 Prozent auf Cariñena, der mit zehn Prozent Garnacha abgerundet wird. Mit dem Manyetes zeigt Barbier, dass auch ein (fast) reinsortiger Cariñena-Wein großartig schmecken kann. Als Einziges der traditionellen Weingüter des Priorats keltert Barbier auch einen Weißwein namens Nelin.

ein kultwein in kleinsten mengen Das kommerziell erfolgreichste Weingut des Priorats ist zweifellos das von Alvaro Palacios, was sich schon bei der Zufahrt zu seinem Weingut außerhalb von Gratallops zeigt. Hinter einer zeitgemäßen Architektur verbirgt sich ein ebensolcher Betrieb mit riesigem Barrique-Keller und modernster Kellereitechnik, die man für die Produktion von mehr als 300.000 Flaschen pro Jahr auch braucht. Gerade einmal zwei 500-Liter-Fässer reichen hingegen aus, um den legendären L’Ermita reifen zu lassen. Es handelt sich dabei um eine Selektion der besten Trauben aus der spektakulären Einzellage Ermites, die nur fünf Minuten vom Weingut entfern liegt. Als besondere Eigenheit enthält sie neben 90 Prozent Garnacha auch zwei Prozent weiße Trauben. Den Anteil an Cabernet Sauvignon, der 1999 noch 35 Prozent betrug, hat Palacios hingegen schrittweise auf null reduziert.

Außerhalb Kataloniens ist Palacios der bekannteste Protagonist des Priorats. Als Botschafter für dessen Weine wird er von allen auch geschätzt. Manche werfen ihm jedoch vor, dass seine Weine zu „kommerziell“ geworden sind. Zweifellos betreibt Palacios Wein als Geschäft. Seine Familie ist seit 150 Jahren im Rioja-Weinbau tätig, mit seinem Neffen hat sich das charismatische Energiebündel jetzt auch im Bierzo engagiert. Bei einer Verkostung am Weingut, die leider ohne Palacios stattfinden musste, weil dieser gerade in Asien weilte, um den Verkauf seiner Weine anzukurbeln, zeigen sich Palacios’ Weine tadellos. Mit dem Camins 2011 bietet er einen fruchtigen, gebietstypischen Einstiegswein zu einem wirklich attraktiven Preis. Die Dorflage Gratallops 2010 hat Tiefgang und Würze, und der legendäre Lagenwein Finca Dofí 2009, der mittlerweile auch zu 95 Prozent aus Garnacha gekeltert wird, gehört zweifellos zu den großen Gewächsen der Region.

eine stiege in den himmel Zu guter Letzt geht es dorthin, wo alles seinen Anfang nahm. 1163 gründete Alfons II. von Aragón das Kartäuserkloster Scala Dei, das bis ins 19. Jahrhundert hinein die umliegende Gegend („Priorat“) verwaltet hatte. Die Mönche brachten auch das Wissen der Weinbereitung mit. Nachdem die Mönche im Rahmen der Enteignung von Kirchengütern 1835 Scala Dei verlassen mussten, übernahmen wohlhabende Familien das Kloster und begannen, qualitative Weine für den Export herzustellen. Eine Silbermedaille bei der Pariser Expo im Jahr 1978 unterstreicht das damalige Qualitätsniveau. Wie überall im Priorat kam die Produktion von hochwertigen Weinen nach der Reblausplage und dem Spanischen Bürgerkrieg zum Erliegen. Ohne große Ambitionen wurde aus den verbleibenden Weingärten einfach Fasswein für den lokalen Markt gemacht. Doch bereits 1973 (also noch während der FrancoDiktatur) hat die García-Faria-Familie, der die Gebäude damals gehörten, die Kellerei Cellers de Scala Dei gegründet, die heute zur Grupo Cordoniú gehört.

1974 wurde erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Priorat-Wein in Flaschen gefüllt. Beim gemeinsamen Tasting mit dem Önologen und Betriebsleiter Ricard Rofes gab sich dann die Gelegenheit, den zweiten Jahrgang des modernen Priorats zu verkosten, einen Cartoixa 1975, der zu 100 Prozent aus Garnacha aus sehr alten Weingärten besteht. Er zeigte sich verführerisch, komplex und mit viel Mineralität. Vor allem aber war der Wein unglaublich frisch und lebendig. „Natürlich freuen wir uns alle über die Revolution, die seit den 1990er-Jahren hier passiert ist, weil René Barbier und die anderen das Priorat über Nacht weltweit bekanntgemacht haben. Aber ob die dichten, mächtigen Weine wirklich das sind, wofür das Priorat auf Dauer stehen soll, weiß ich nicht. Werden sich diese Weine in vierzig Jahren genauso elegant präsentieren wie dieser Cartoixa?“, fragt sich Rofes während der gemeinsamen Verkostung. Natürlich muss auch Rofes auf Scala Dei Weine keltern, die sich heute erfolgreich verkaufen lassen und nicht erst in vierzig Jahren. Doch zum einen zeigt der Cartoixa 1975, dass auch Garnacha – sofern er von alten Reben stammt – grandios reifen kann. Und zum anderen legt er nahe, dass Sara Pérez, René Barbier jr. und Dominik Huber wohl auf dem richtigen Weg sind, wenn sie sich auf die Suche nach Finesse und Mineralität begeben und immer weniger auf den Ausbau in neuen Barriques setzen. „Wir wissen immer noch viel zu wenig über die Besonderheiten der einzelnen Lagen. Deshalb werden wir in Zukunft in kleinen Mengen mehr Lagenweine keltern. Auch wenn das keine wirkliche Marktbedeutung hat, wird es uns dabei helfen, unser Terroir besser zu verstehen. Auch wenn der Weinbau hier eine jahrhundertealte Tradition hat, stehen wir eigentlich erst ganz am Anfang“, weiß Rofes. Die Goldgräberstimmung im Priorat ist zwar mittlerweile deutlich abgekühlt, in den nächsten Jahren darf man dennoch mehr und mehr großartige Weine aus dem Priorat erwarten. Viele renommierte Produzenten wie etwa die Familie Torres stehen erst am Anfang ihres Engagements.

01.10.2013 14:37:43


11

w w w. g a s t . a t

3

2

¹ Die Entdeckung des Priorat ist noch lange nicht abgeschlossen. Wir stehen erst am Anfang.ª sara Pérez

8 Bild 1: Spektakuläre Ausblicke hinter jeder Kurve, und von denen gibt es im Priorat genug. Die Weingärten befinden sich zu einem Gutteil in extremen Lagen Bild 2 und 3: Eine köstliche Rarität in Weiß. Dominik Huber (Bild 3) keltert auf Terroir al Limit fast ausschließlich Lagenweine aus sehr alten Weingärten Bild 4 und 5: Ein historisches Erbe: Ricard Rofes (Bild 5) von Scala Dei öffnete stolz einen 1975er, der eindrucksvoll das Reifepotenzial von Priorat-Weinen unterstrich Bild 6 und 8: Sara Pérez von Mas Matinet führt ein großes Erbe mit Mut weiter. Ihren neuen Wein „Escurcions“ baut sie zu 100 Prozent in Tonamphoren aus Bild 7: Zweimal René Barbier: René Barbier senior war die treibende Kraft der fünf Priorat-Pioniere, René Barbier junior führt Clos Mogador seit einigen Jahren

wagner ist Österreichs Priorat-spezialist

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Viele Weinfreunde beklagen, dass die Weinkarten der heimischen Restaurants langweilig und eintönig geworden sind. Das muss nicht sein. Setzen Sie mit ein paar ausgesuchten Spezialitäten – etwa aus dem Priorat – ein Zeichen und begeistern Sie Ihre Gäste. Als engagierter Dienstleister für die heimische Gastronomie ist es uns wichtig, unseren Kunden jene Weine zu liefern, die sie wünschen. Den Löwenanteil machen dabei Weine aus Österreich aus, und

2009 Torroja Vin de la Vila (CA/GR): Die Dorflage als „Einstiegswein“ von Terroir al Limit mit PeninHöchstbewertungen. 19,90 € Gastropreis (netto)

WJ_0313_001-016.indd 11

auch die bekannten Regionen aus Italien, Spanien und Frankreich sind bei uns mit ausgesuchten Topproduzenten entsprechend vertreten. Wir sind aber der Überzeugung, dass sich unsere Rolle als Dienstleister nicht darin erschöpft, unseren Gastronomen nur Weine anzubieten, die aktuell stark nachgefragt werden, sondern auch die eine oder andere Region näherzubringen, die (noch) nicht jeder Wirt auf der Karte führt. Weine aus dem Priorat kann man zwar nicht mehr wirklich als Geheimtipp bezeichnen, dennoch sind sie in Österreich kaum ver-

2009 Pedra de Guix (GRB/MA/PX): Gesuchte Rarität mit Tiefgang, eine weiße Cuvée aus Garnacha Blanca, Macabeo und Pedro Ximenez. 39,50 € Gastropreis (netto)

2008 Les Manyes (GR): Toplagenwein von alten GarnachaRebstocken. Power gepaart mit Eleganz und Mineralität. 139 € Gastropreis (netto)

treten. Einige Kultweine aus dem Priorat wie etwa der L’Ermita von Alvaro Palacios zählen zu den teuersten und begehrtesten Weinen der Welt, doch gleichzeitig findet man auch ausgezeichnete Weine im mittleren Preissegment. Billige Weine sucht man im Priorat vergeblich, weil die Bewirtschaftung der Steillagen äußerst arbeitsintensiv ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dennoch hervorragend. Überraschen Sie Ihre Gäste mit einem köstlichen Tropfen aus den besten Lagen Spaniens!

2011 Camins (GR/CA/CS/SY): Einstiegswein von Alvaro Palacios, kraftvoll mit viel Frucht, perfekt für den glasweisen Verkauf. 11,95 € Gastropreis (netto)

Kontakt & vertrieb Getränke Wagner 4664 Laakirchen T.: 07613/440-0 www.wagnerweb.at

2010 Gratallops (GR/CA/CS/SY): Palacios berühmte Dorflage lässt erahnen, wie komplex sich das moderne Priorat zeigen kann. 29 € Gastropreis (netto)

2009 Finc Dofí (GR/CS/SY/ME): Berühmter Lagenwein von 20 bis 30 Jahre alten Rebstöcken, dicht, mächtig, beeindruckend. 49,80 € Gastropreis (netto)

01.10.2013 14:37:55


12

Torres

w w w. g a s t . a t

leidenschaft über viele Jahre Miguel Torres hat es verstanden, aus einer großen katalanischen Kellerei einen globalen Player der internationalen Weinwelt zu machen, ohne bei der Qualität irgendwelche Kompromisse einzugehen. Das Erfolgsgeheimnis? Er denkt in Generationen und nicht in Quartalen. Text: Wolfgang Schedelberger

w

achstum ist zwar ein erklärtes Ziel von Miguel Torres, doch nicht um jeden Preis. Im Gegensatz zu anderen Unternehmern Spaniens sind ihm verlässliche Qualität und Nachhaltigkeit besonders wichtig. Während das spanische Wirtschaftswunder und insbesondere der Immobilienboom der vergangenen Jahre vielfach auf Sand gebaut waren und in erster Linie von gierigen Banken finanziert wurden, ist Torres immer in kleinen Schritten vorgegangen. Wachstum stellt sich für Miguel Torres eben nicht primär in Zahlen, sondern vielmehr in dauerhaften Werten dar.

geduld ist eine tugend Bestes Beispiel dafür ist das Engagement von Torres im Priorat. 1996 kaufte Miguel Torres 65 Hektar bester Lagen in der Nähe des Dorfes Porrera und weitere 35 Hektar in El Lloar und begann damit, Terrassen anzulegen und die lokalen Rebsorten Garnacha und Cariñena auszupflanzen. Wieso nicht, wie es damals üblich war, auch Cabernet Sauvignon? Schließlich hatte sich Miguel Torres in früheren Jahren als Vorreiter der französischen Rebsorten mit seinem Cabernet Mas La Plana die spanische Weinwelt erobert. „Eines der Geheimnisse beim Weinmachen besteht darin, die richtigen Rebsorten für das jeweilige Terroir zu finden. Dabei darf man niemals dogmatisch vorgehen, und wenn sich das Klima weiter ändert, wird man in Zukunft vielleicht auf andere Rebsorten zurückgreifen. Aber im Priorat habe ich keinen Moment mit dem Gedanken gespielt, etwas anderes als Garnacha und Cariñena auszupflanzen. Das ist es schließlich, worum es hier geht“, erklärt Torres. Während andere Glücksritter mit ihren Investments im Priorat einen raschen Return-on-Investment suchten, ließ sich Torres zehn Jahre Zeit, bis man die ersten eigenen Flaschen füllte. „Wenn es einen Priorat-Wein mit unserem Namen gibt, muss dieser Wein eine Bereicherung des Priorats darstellen und nicht einfach nur ein weiterer guter Wein sein. Wir wissen, dass sich dieses Investment frühestens nach zwanzig Jahren rechnen wird, aber auch mein Vater und Großvater haben immer

WJ_0313_001-016.indd 12

langfristig gedacht. Ich habe kein Problem mit dem Gedanken, dass erst meine Kinder die Früchte dieser Arbeit ernten werden“, erklärt Miguel Torres. Seine beiden Kinder Miguel und Mireia arbeiten schon länger in verantwortlicher Position mit. Miguel leitet das weltweite Marketing, Mireia ist technische Direktorin und Chefönologin. Sie werden demnächst die Leitung des Unternehmens übernehmen.

führen bedeutet, neue wege zu gehen Torres hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Spanien als Innovator bei der Keller- und Weingartentechnik einen guten Namen gemacht. Torres war der erste spanische Produzent, der auf temperaturkontrollierte Gärtanks setzte und die Pflanzdichte in den Weingärten deutlich erhöhte. Als einer der ersten Produzenten Spaniens hat sich Torres auch mit alternativen Verschlüssen auseinandergesetzt. Wie bei vielen anderen Themen zeigt sich Miguel Torres auch hier als Pragmatiker und nicht als Dogmatiker. Torres war aber auch der Pionier bei der Etablierung internationaler Rebsorten in Spanien. Legendär ist der Cabernet Sauvignon aus der Einzellage Mas La Plana, der bereits in den 1970er-Jahren bei Blind Tastings in Paris die größten Namen aus Bordeaux in den Schatten stellte. Heute zählt der Mas la Plana zu den Weinikonen des Landes und wird regelmäßig als bester Cabernet Sauvigon Spaniens ausgezeichnet. Der aus einer Höhenlage im Penedès stammende Riesling Waltraud (nach Miguels aus Deutschland stammende Frau benannt) hat viele Spanier überrascht. Sie hielten es für unmöglich, dass sich ein derart eleganter und klarer Riesling auch im Penedès keltern lässt. Ebenfalls aus einer Höhenlage im Penedès stammt der bemerkenswerte Weißwein Vina Esmeralda, der aus der einheimischen Sorte Moscatel und Gewürztraminer gekeltert wird. Für Spanien eher untypisch ist sein exotischer Duft und die unglaublich elegante Frische am Gaumen. Torres verfolgt eine langfristige Strategie, in allen wichtigen spanischen Anbaugebieten regionstypische Weine zu keltern, und ist heute der größte Pro-

duzent von D.O.-Weinen. Darunter so beliebte Weine wie der Celeste aus Ribera del Duero, der Ibericó aus Rioja und der Salmos aus dem Priorat. Des Weiteren ist Torres noch in den spanischen Weinbaugebieten Toro und Conca de Barberá und Jumilla engagiert. Als global tätiges Weinunternehmen, will Torres in allen relevanten Märkten die Spitze der spanischen Weinlandschaft darstellen. Deshalb ist keines der Weingüter außerhalb Kataloniens riesig. Aber sie sind groß genug, um in einem vernünftigen Maßstab gebietstypische Weine zu keltern. So wichtig für Miguel Torres auch ist, in anderen spanischen Weinbaugebieten (Rioja, Ribera del Duero, Toro, Jumilla) präsent zu sein, bleibt Torres vor allem aber ein katalanisches Unternehmen: 1.348 der 1.555 Hektar Weingärten liegen in Katalonien. 1979 ging Torres als erstes ausländische Weingut nach Chile und kelterte seitdem dort vor allem Weine für den US-Markt. 1982 folgte das Weingut Marimar Estates in Kalifornien, das von Anfang an von Miguels Schwester Marimar geleitet wird.

umweltschutz als zentrales anliegen Wenn man sich die Aktivitäten und Investments dieses Unternehmens in den vergangenen drei Jahrzehnten anschaut, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass Miguel Torres ein smarter Geschäftsmann sein muss, dem es vor allem um beständiges Wachstum geht. Doch das stimmt nur zum Teil. Wachstum ist wichtig, weil nur ein wachsendes Unternehmen auf Dauer funktioniert. Zu schnelles und rücksichtsloses Wachstum richtet aber mehr Schaden als Nutzen an. Anstatt mit Luxuslimousinen durch die Gegend zu fahren, pilotiert Miguel Torres lieber einen umweltfreundlichen Prius. Das gilt übrigens für alle Dienstfahrzeuge des Hauses Torres. Moderne Architektur ist ihm bei Kellerneubauten zwar wichtig, minimalster Energieverbrauch und höchstmögliches Recycling etwa von Wasser haben aber absolute Priorität. So ist der neue Keller im Priorat nicht an die Stromversorgung angeschlossen, die gesamte Energie wird über Solarpaneele ge-

01.10.2013 14:37:56


13

w w w. g a s t . a t

3

Linke Seite: Das Weingut Mas Rabell im Penedès wird schon seit Jahrzehnten von Torres bewirtschaftet. Oben: Das Engagement im Priorat begann jedoch erst 1996. Die ersten eigenen Weine wurden jedoch erst vor ein paar Jahren gekeltert, denn zuerst ließ Torres neue Terrassen anlegen, was – wie man sich bei Betrachtung dieses Fotos gut vorstellen kann – einige Zeit gedauert hat.

¹ Unsere Investition im Priorat wird sich frühestens in 20 Jahren rechnen, aber das macht nichts.ª miGuel Torres

wonnen, die Reifekeller liegen alle tief im Berg, um ohne Klimaanlage ganzjährig perfekt temperiert zu sein. Das Nutzwasser wird am Weingut selbst wieder aufbereitet. „Als Weinbauern spüren wir den Klimawandel bereits heute. Als Unternehmer kann ich darauf reagieren, indem ich höhere und weniger warme Lagen suche. Als Bürger und Vater von mehreren Kin-

dern ist es mir aber auch wichtig, mich möglichst ökologisch zu verhalten. Das gilt für unser Unternehmen genauso wie für mein Leben als Privatmann“, so Torres weiter. So hat Torres in den vergangenen fünf Jahren zehn Millionen Euro investiert, um den CO2-Ausstoß des Unternehmens um 30 Prozent zu verringern. Auf Pestizide verzichtet man bei Torres bereits

seit mehr als 30 Jahren. Als Vorreiter von Bioweinen sieht sich Miguel Torres dennoch nicht, denn dafür greift ihm dieses Label viel zu kurz. Es geht um viel mehr als um den Einsatz von Chemie im Weingarten. Torres will mit seinem Unternehmen die Welt ein kleines Stück besser machen. Und dazu zählt Umweltschutz genauso wie ein gutes Glas Wein.

Kontakt & vertrieb

das beste von Torres bei wein wolf

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Das Salzburger Weinhandelshaus Wein Wolf vertreibt die Weine aus dem Hause Torres exklusiv für die heimische Gastronomie. Für Verkaufsleiter Johannes Einzenberger ist dabei nicht nur das Niveau der top-Weine bemerkenswert, sondern das Qualitätsniveau in sämtlichen Preissegmenten: „Was Torres besonders auszeichnet, ist die Konstanz über das gesamte Sortiment und zwar Jahr für Jahr. Ich habe noch nie einen schlechten Wein von diesem Produzenten erlebt.”

2010 Celeste D.O. Ribera del Duero: Die Sterne am Etikett symbolisieren die enorme Höhenlage des Weingartens von 900 Metern 10,90 € Gastropreis (netto)

WJ_0313_001-016.indd 13

Torres hat mit einem kompromisslosen Qualitätstversprechen das gute Image, das der spanische Wein heute weltweit genießt, entscheidend mitgeprägt. Von Weinen wie Viña Sol und Sangre de Toro, die zu weltweit geschätzten Marken wurden, bis zum legendären Mas La Plana, der heute Teil des spanischen Weinolymps ist, hat Torres für jeden Anlass den passenden Wein. Heute ist Torres das mit Abstand größte Weingut Spaniens, das sich in Privatbesitz befindet.

2011 Salmos D.O. Ca. Priorat: Das Warten hat sich gelohnt, Power und Eleganz in selten erlebter Harmonie 17,40 € Gastropreis (netto)

2010 Ibéricos, Rioja: Alles, was man sich von einem modernen Tempranillo wünscht, bei diesem Preis aber nicht erwartet 6,90 € Gastropreis (netto)

WEIN WOLF Import GmbH & Co Vertriebs KG

Aufgrund des hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis aller Torres-Weine und der breiten Angebotspalette, gibt es für jeden GastronomieBetrieb eine passende Torres-Marke. Hier präsentieren wir Ihnen sechs ausgesuchte Vertreter, die sich für den Einsatz in der Gastronomie besonders eignen. Wie keine andere Marke verkörpert Torres die Vielfalt und Eigenständigkeit der besten Terroirs Spaniens.

2012 Viña Esmeralda: Cuvée aus Moscatel und etwas Gewürztraminer aus dem Penedès, frisch, fruchtig, exotisch 5,95 € Gastropreis (netto)

Münchner Bundesstraße 107 5020 Salzburg Tel.: +43/(0)662/421464 Fax +43/(0)662/421464 -20 office@weinwolf.com www.weinwolf.com

2008 Mas La Plana: Die Weinlegende aus dem Penedès ist ein reinsortiger Cabernet Sauvignon mit Reifepotential 31,90 € Gastropreis (netto)

2009 Gran Coronas Reserva: Cuvée aus Cabernet Sauvignon (85 %) und Tempranillo (15%) aus dem Penedès 8,95 € Gastropreis (netto)

01.10.2013 14:38:00


14

w w w. g a s t . a t

orange ± mehr als eine farbe Orange Wines sind in aller Munde. Doch bei genauerer optischer Betrachtung sind viele Orange Wines gar nicht orange. Gleichzeitig kursieren Schlagworte wie Natural Wines und Amphorenweine. Was all diese Weine gemein haben, sind weiße Trauben und lange Maischestandzeiten.

Egon Berger importiert und vertreibt hierzulande einige der besten Orange-WineProduzenten aus Österreich, Italien (Karst und Collio) und Istrien. Als engagierter „Orange-Wine-Botschafter“ veranstaltet Berger auch Verkostungsevent zu diesem Thema in ganz Österreich. So kann man im Rahmen der Veranstaltung „Designfluss & Kunststrom“ am Samstag, den 12., und Sonntag, den 13. Oktober, von 11 bis 18 Uhr in der Alten Schieberkammer in Wien Orange Wines aus Bergers Sortiment glasweise erstehen. Der Eintritt ist frei. Am Montag den 24. Oktober gibt es in der Klagenfurter Buchhandlung Heyn von 19 bis 21 Uhr eine Orange-Wine-Verkostung mit kulinarischer Umrahmung. Der Eintritt beträgt 19 Euro. Höhepunkt des „orangen Herbsts ist jedoch das zweite Orange-Wine-Festival, das am Montag, den 28. Oktober, ab 16 Uhr im Wiener Museumsquartier (Arena 21) steigt. Es werden rund 50 Winzer aus Slowenien, Kroatien, Italien und Österreich erwartet. Weitere Informationen zu diesen Veranstaltungen sowie zu den von Egon Berger vertriebenen Orange Wines finden sie unter: www.orange-wine.eu

¹ Man hat mehr im Glas. Solche Weine sind komplex und vielschichtig und machen einfach richtig Spaß.ª sePP musTer, leuTschach

Schuster

aktuelle orangewineTermine

Degustieren und diskutieren: Sepp Muster, Franz Strohmeier, Gerhard Tschida, Franz Meseritsch, Alexander Jakabb, Egon Berger und Wolfgang Schedelberger (v. l.)

u

nd plötzlich waren sie da! Seit rund einem Jahr findet man in Weinbars und Restaurants unseres Landes immer öfter Orange Wines, sehr zur Freude von Egon Berger, der sich auf den Import und Vertrieb von ebensolchen Weinen spezialisiert hat. Doch was wie eine Modewelle scheinbar überraschend auf uns zukam, ist natürlich nicht über Nacht entstanden. Heimische Winzer beschäftigen sich schon seit ein paar Jahren mit diesem Thema, in Istrien setzen Winzer wie Giorgio Clai und Mladen Rozanic seit einem guten Jahrzehnt darauf, und im Friaul hat diese Form der Weinbereitung überhaupt eine jahrhundertelange Tradition, die in der Neuzeit von Winzern wie Josko Gravner und etwas später Stanko Radikon wiederbelebt wurde. Seit dem Jahrgang 2001 lässt Gravner seine weißen Trauben ungepresst und ganz „natürlich“ in Tonamphoren vergären und füllt diese unter der Bezeichnung Anfora (einen reinsortigen Ribolla Gialla und eine Cuvée namens Breg). Doch nicht jeder Orange Wine hat eine Amphore von innen gesehen. Und nicht jeder Wein, der in einer Amphore (oder einem ähnlichen Gefäß) auf der Maische vergoren wurde, präsentiert sich in strahlendem Orange.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

die grenzen sind fließend

Egon Berger (hinten Mitte) mit einigen der besten Orange-Wine-Winzern der Welt, die auch beim zweiten Orange-Wine-Festival am 28. Oktober in Wien mit dabei sein werden: Marcus Gruze (l.), Weingut Georgium, Längsee (Kärnten), Fredi, Maria und Manuel Ploder. Stefano Novello (Ronco Severo, hinten, 2. v. l.) und Giorgio Clai aus Istrien (r.)

WJ_0313_001-016.indd 14

Es gibt schon länger Winzer, die eine kleine Charge ihrer Weißweine auf der Maische vergären lassen und diese nach erfolgter Vergärung dem konventionell hergestellten Wein zugeben. Das erhöht die Komplexität des Weines und gibt ihm mehr Gerbstoff und Körper. Für normale Konsumenten sind derartige (ganz legale) „Tricks“ bei der Weinbereitung nicht zu erkennen. Ab wann man einen derart gekelterten Wein als Orange Wine bezeichnet, ist diskusionswürdig. Die einzig schlüssige Antwort lautet wohl: sobald man es schmeckt! Auch bei der optimalen Maischestandzeit für Orange Wines gibt es keine gängigen Regeln. Für manche Winzer reichen ein paar Tage, andere bevorzugen ein paar Wochen, und wieder andere lassen ihre Weine gleich ein paar Monate auf der Maische liegen. Manche vergraben ihre Amphoren im Boden, andere setzen auf unterschiedlich große Gärbehälter aus verschiedenen Materialien (Holz, Stahl, Beton,

Ton etc.) im Keller. Ein großer Teil der Orange-WineWinzer ist Demeter-zertifiziert, biologisch bzw. „naturnahe“ arbeiten die meisten, aber natürlich nicht alle. Und auch das Thema Schwefel spielt bei OrangeWine-Diskussionen eine wichtige Rolle. Einige Winzer verzichten ganz darauf, die meisten wollen so wenig wie möglich schwefeln.

amphoren, Quevris und andere gefäße Die Kultivierung von Weinreben begann 4.000 vor Christus im heutigen Georgien. Die traditionelle Form der Weinbereitung erfolgt dort bis heute in im Erdboden vergrabenen Tonbehältern, die Quevri genannt werden. Auch die Weißweine werden auf der Maische liegen gelassen und nach abgeschlossener Gärung mit einem Schöpfkelle entnommen. Nachdem sie jedoch nie gepresst werden und sich die Maische am Boden absetzt, sind diese Weine klar und hell und keineswegs orange. Wenn nur noch eine zähflüssige Maischemasse vorhanden ist, wird diese mit speziellen Gerätschaften entnommen und aus dem Trester ein Tresterbrand gemacht. Diese Form der Weinbereitung hat sich Bernhard Ott für seinen Quevre zum Vorbild genommen, wenngleich er den Wein nach einem halben Jahr auf der in seinen aus Georgien importierten Quevris entnimmt und danach für viele Monate auf der Flasche weiter reifen lässt. „Sag niemals Amphore zu einem Quevri. Amphoren sind antike Transportgefäße aus Ton, ein Quevri wird hingegen speziell für die Weinbereitung hergestellt und im Boden vergraben“, berichtet Ott von Fettnäpfchen, die man bei Georgienbesuchen vermeiden sollte. Das erstaunliche an Otts Quevre (wir verkosteten seinen ersten Jahrgang 2009) war, dass er trotz einer Maischstandzeit von sechs Monaten keineswegs wie ein Orange Wine schmeckte. Der Wein präsentierte sich klar, die Farbe erinnert an einen Grünen Veltliner der Reserve-Kategorie, und auch geschmacklich waren keine großen Unterschiede zu einem konventionellen Veltliner zu bemerken. „Wenn ich das einem Konsumenten als Orange Wine verkaufen soll, tue ich mich schwer“, bemerkte Egon Berger. Ähnlich die Reaktion der anderen Verkoster, die den Wein übrigens durch die Bank als sehr gut einschätzten, aber eben nicht als Orange Wine betrachteten.

01.10.2013 14:38:03


15

w w w. g a s t . a t

Hier die von uns verkosteten Orange Wines aus Österreich, die durchwegs hoch bewertet wurden, wenngleich derart individuelle Weine die Grenzen einer standardisierten Punktebewertung aufzeigen. Da wir die Weine gemeinsam mit drei Winzern, die ebenfalls Weine mitgebracht haben, verkostet haben, verzichten wir darauf, die Bewertungen im Detail zu veröffentlichen. Nur so viel: Die drei am höchsten bewerteten heimischen Weine waren Sauvignon Blanc Sonne No. 2 von Strohmeier, Gräfin von Sepp und Maria Muster sowie Aero von Ploder Rosenberg. Ebenfalls hervorragend bewertet wurden Belo von Brandulin und Sialis Bianco von Terpin

beim Reifen und schlussendlich auch im Glas. Es ist ganz erstaunlich, wie sehr sich Orange Wines im Glas verändern, wenn sie etwas Luft bekommen“, meint Strohmeier. Apropos Luft. Ein kennzeichnendes Charakteristik von Orange Wines ist die gewünschte, kontrollierte Oxidation der Weine, was sie in der Nase mitunter an Sherry erinnern lässt. Das ist für Weintrinker, die vor allem reduktive Weine gewöhnt sind, am Anfang etwas ungewöhnlich. Sommeliers sind gut beraten, die meisten Orange Wines zu dekantieren. Ein „Ausrauchen“ ist nicht zu befürchten. Gute Orange Wines präsentieren sich

Schuster

Doch was ist dann die Charakteristik eines Orange Wines? Für Sepp Muster, der derartige Weine liebt und seit einigen Jahren auch selbst keltert, geht es um die Vitalität derartiger Weine: „Für mich muss ein Orange Wine vibrieren. Nur hoher Gerbstoff und Sherry-Nase sind zu wenig. Die besten ihrer Art machen mit jeden Schluck mehr Spaß und eignen sich auch hervorragend als Speisebegleiter.“ Für Franz Strohmeier, der sich ebenfalls seit ein paar Jahren der Herstellung von Orange Wines verschrieben hat, spielt vor allem der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. „Man muss solchen Weinen einfach viel Zeit geben. Zuerst beim Vergären, dann

Orange Wines sind anders, oft auch in der äußeren Erscheinung. Der Einsatz in der Gastronomie erfordert zwar einen erhöhten Erklärungsbedarf vonseiten des Sommeliers, gleichzeitig bieten Orange Wines Profilierungsmöglichkeiten, sind vielseitige Speisebegleiter und begeistern neugierige Weinfreaks

in der Regel sehr stabil. Eine angebrochene Flasche hält oft mehrere Tage lang und wird manchmal sogar noch interessanter.

reife, temperatur, glas, gelegenheit Orange Wines sind für engagierte Restaurants und Weinbars ein dankbares Thema, mit dem man neugierige Weinliebhaber erstaunen und echte Weinfreaks begeistern kann. Auch als Speisebegleiter sind sie – je nach individueller Ausprägung – vielfältig einsetzbar, von pikant bis süß. Weine mit derart viel Körper und Substanz schmecken aber auch für sich alleine genossen ganz hervorragend. Und auch zu Hartkäse passt so mancher Orange Wine perfekt. Nachdem es sich um sehr individuelle Weine handelt, haben allgemeine Aussagen bei diesem Thema nur beschränkte Gültigkeit. Dennoch lässt sich sagen, dass Orange Wines nicht in der Regel etwas Zeit brauchen, bis sie eine Harmonie entfalten und die Tannine entsprechend eigenbunden sind. So hat der istrische Paradewinzer und weltweite Vorreiter in Sachen Orange Wines Mladen Rozanic (Weingut Roxanich) bei seinem Kultwein „Antica“ aktuell den Jahrgang 2008 im Angebot. Die Weine bei unserer Verkostung stammten aus den Jahrgängen 2005 bis 2011. Die Frage noch optimaler Trinktemperatur und Glasauswahl konnte einstimmig beantwortet werden. Ja nicht zu kalt servieren, damit sich die Aromen entfalten können. „Kellerkühl“, also um die 14 Grad, scheint den meisten Orange Wines am besten zu gefallen. Für eine optimale Entfaltung solcher Weine darf es durchaus ein großes Burgunderglas sein, wobei die Frage Bordeaux- oder Burgunderglas Geschmackssache ist. Auf keinen Fall sollte das Glas zu klein sein, weil Orange Wines dann oft zu hart erscheinen und ihre opulente Aromatik in den Hintergrund rückt. Ansonsten gilt dasselbe wie bei allen neuen Themen: probieren, probieren, probieren.

termin oranGe wines aT iT’s besT Am Donnerststag den 21. November steigt in Döllerers Enoteca ab 19.30 eine außergewöhnliche Weinverkostung samt Galamenü, bei der sich alles um Orange Wines drehen wird. Mit dabei Mladen Rozanic (Roxanich) und Fredi Ploder (Ploder-Rosenberg) Infos & Anmeldung: Tel.: 06244/205 67 oder weinhandel@doellerer.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

döllerer hat die besten orange wines des landes

Neu bei Döllerer: die wohl besten Orange Wines überhaupt vom Kultweingut Roxanich aus Istrien

WJ_0313_001-016.indd 15

In der internationalen Topgastronomie sind Orange Wines aus keiner Weinkarte mehr wegzudenken, und auch in Österreich erfreut sich diese neue Weingattung steigender Beliebtheit. Als Trendsetter bietet das Weinhandelshaus Döllerer der heimischen Gastronomie aktuell das beste und vielseitigste Angebot an Orange Wines. Allen voran ist das Weingut Roxanich zu nennen, dessen drei Orange Wines (der Chardonnay Milva, der Malvasija Antica und die Cuvée Ines u Bijelom) in den besten Restaurants der Welt zu Hause sind und als „Benchmark“ gelten. Auch das biodynamische Weingut Rampolla aus der Toskana, das seit Jahrzehnten exklusiv mit Döllerer zusammenarbeitet, füllt seit kurzem einen Orange Wine aus Sangiovese. Die Modefarbe Orange hat aber auch bei einigen der besten heimischen Winzern Wurzeln geschlagen. Der Rote Veltliner vom Weingut Mantlerhof, der Weißburgunder von Edelgraben von Claus Preisinger sowie der Grüne Veltliner Quevre von Bernhard Ott sind eigenständige, außergewöhnliche Weißweine mit langen Maischestandzeiten,

die allerdings nicht in Orange-Gelb funkeln, sondern mit hintergründiger Komplexität glänzen. Ganz anders jedoch die beiden in Amphoren vergorenen Weine Aero und Tero von Ploder-Rosenberg aus der Südsteiermark, die sowohl optisch als auch geschmacklich außergewöhnlich sind. Dieser Herbst wird Orange!

Kontakt & vertrieb döllerer Weinhandelshaus Am Brennhoflehen, Kellau 160, 5431 Kuchl, Tel.: 06244/205 67, Fax-DW:42, www.doellerer.at, weinhandel@doellerer.at

Ein großes Lager, ein engagierter Vertrieb und ein mit viel Sachverstand zusammengestelltes Sortiment machen den Erfolg der Döllerers aus: Hermann (v.), Raimund (l.) und Christian Döllerer (r.)

01.10.2013 14:38:12


16

w w w. g a s t . a t

Das Restaurant Ostello auf der Isola de Mazzorbo bietet eine ausgezeichnete moderne Küche mit einer Weinbegleitung, wie man sie in der Lagune sonst nirgends findet

¹ Venedig hat eine große Zukunft, denn was Venedig bietet, hat keine andere Stadt.ª

BuchtIpp

Gianluca bisol

nektar aus einem hektar cornelia schinharl & Beate koelliker: weinbars in venedig Gräfe und Unzer Verlag ISBN 978-3-8338-3404-2 20,60 € inkl. App für unterwegs Die beiden erfahrenen Venedig-Kennerinnen führen durch kleine Gassen zu echten Geheimtipps abseits der Touristenströme. Praktisch ist die inkludierte App fürs Smartphone.

Venedig steckt voller Geheimnisse, auch vinophilen. So wird seit kurzem mitten in der Laguna Wein angebaut. Die Mengen sind klein, die Preise hoch, die Qualität gut. Ein ausgezeichnetes Restaurant gibt es auf dem Mini-Weingut auch. Text & Fotos: Alexander Jakabb

e

s gibt noch einige wenige Flaschen der ersten Weinlese 2010, allerdings bestellen die Leute jetzt schon die zweite Edition. Manche Kunden fragen nach der ersten und der zweiten Lese, da es sehr spannend sein kann, beide Weine zusammen zu verkosten.

triade gold, glas und wein

info en Primeur JahrGanG 2011 Ab miTTernachT 1. november 2013 disponibel bleiben die futures bis zum 31. Dezember. venissa-lese 2011: insgesamt 3.911 Sammlerflaschen à 0.50 l, 188 Magnum, 88 Jeroboam und 36 Impériale; für den En-primeurVerkauf freigegebene Tranche zählt 280 Bezugsrechte für Posten von 6 Flaschen à 0,50 l, 36 Magnum, 12 Jeroboam und 6 Impériale.

kontakt Venissa Ristorante Ostello Fondamenta Santa Caterina, 3, 30170 Isola di Mazzorbo Venezia Italia www.venissa.it Tel.: +39(0)41/52 72 281

WJ_0313_001-016.indd 16

Die Flasche ist das Juwel, eine Art Darstellung einer freien Tradition. Gleich danach folgt das Gold, von einem Spezialisten wurde das Etikett aus handgemachtem Blattgold verarbeitet. Die nummerierten Glasflaschen stammen selbstredend aus dem ehemaligen Glas-Epizentrum Murano. Das Spannende und Einzigartige ist aber, den Inhalt nicht zu trinken, sondern zu erleben – die Philosophie von Venissa. Die Triade Gold, Glas und Wein, das sind die Schätze von Venedig und ein großer Teil seiner Kultur.

venedig und der wein Es gab schon vor langer Zeit auf vorgelagerten Inseln in der Lagune Weingärten, die von den Römern angelegt wurden. Jahrhundertelang war Venedig nicht nur eine Seerepublik und internationale Handelsmacht, sondern zudem ein blühender „Garten“, der auch auf salzigen Böden von Mikrofeldern üppige Früchte trug. Die Bauern kultivierten unabhängig von Gezeiten, Wind und Salzwasser die Früchte – mit ganz besonderer Liebe zum Weinbau. Die bessere Gesellschaft von Venedig hat seinerzeit vorzugsweise diesen venezianischen Wein getrunken. Mit der Übersiedelung der Bevölkerung nach Rialto und Venedig wurden die Weingärten nicht richtig weiterbewirtschaftet. Bevor die Piazza San Marco so aussah wie heute, war sie auch ein

Weingarten. Die einst im gesamten Lagunenbereich gedeihende „Uva Dorona di Venezia“, auch „Uva d’Oro kultivierten (goldene Traube) genannt, hat glücklicherweise bis in die Neuzeit überlebt.

vom festland aufs eiland Gianluca Bisol, renommierter Winzer und Prosecco-DOCG-Produzent im Raum Valdobbiadene, entdeckte vor mehr als zehn Jahren auf der venezianischen Insel Mazzorbo alte, ihm unbekannte Rebstöcke. Nach einer wissenschaftlichen Recherche stellte sich heraus, dass es sich dabei um die autochthone weiße Rebsorte Dorona handelt, eine Sorte, die es schon im 14. Jahrhundert gegeben hat. Die Familie Bisol hat ebenso Vergangenheit und ist seit mehr als 500 Jahren im Weinbau tätig, das sind 21 Generationen Bodenverbundenheit. Derzeit verfügt das Familienweingut über 177 Hektar Rebfläche im steilen Hügelgelände zwischen Valdobbiadene und Conegliano. Unter anderem gehört der Familie ein Teil eines der teuersten Einzellagen: Cartizze. Der Grundstückspreis pro Hektar wird derzeit mit 2,5 Mio. Euro veranschlagt. Es gibt aber nur drei. Zurück nach Venedig: Mit Pioniergeist gelang es Gianluca Bisol, von der Commune Venezia bei einer Ausschreibung das Grundstück zu pachten, um einen Hektar von Dorona auszupflanzen. Neben dem Weingarten wurde auch gleich ein Restaurant (mit etwas ungewöhnlicher Kulinarik) und ein SechsZimmer-Boutique-Hotel errichtet. Das Ostello wurde von Michelin mit einem Stern ausgezeichnet, was auch auf die Güte und Qualität in der Küche hinweist. Hauptsächlich regionale Produkte aus der Lagune, von den „grünen“ Inseln und dem nahegelegenem Festland werden verarbeitet und verfeinert.

Nachdem die Mengen der ersten Lese noch relativ gering waren, wurde diese in die Bisol-Kellerei nach S. Stefano di Valdobbiadene gebracht, um dort gekeltert und abgefüllt zu werden. Zukünftig soll ein Keller in der Nähe des Weingartens errichtet werden. Zwischenzeitlich gibt es auch schon Pläne auf anderen Inseln in der Lagune Dorona auszupflanzen. Pläne, auf anderen Inseln die Sorte Dorona ebenso auszupflanzen, gibt es schon.

raritäten kosten etwas Der Vino da tavola wird nur in Halbliterflaschen und einigen Großformaten abgefüllt und kann nur mit Bezugsrechten erworben werden. Nachdem es sich sich um ein „önologisches“ Kunstwerk handelt, bewegt sich der Preis um 160 Euro pro Halbliterflasche. Der Wein kann ausschließlich im Rahmen der Domäne Venissa verkostet werden, und auch nur dann, wenn man sich direkt im Ristorante Ostello eine Flasche Venissa zum Mittag- oder Abendessen servieren lässt oder eine Kiste mit sechs Flaschen à 0,5 Liter käuflich erwirbt. Ab dem 1. November 2013 werden 280 En-primeur-Bezugsrechte zur Verfügung gestellt, für jeweils sechs Flaschen à 0,50 Liter, 36 Magnum, zwölf Jeroboam und sechs Impérial des Jahrgangs 2011.

toller Jahrgang Der Jahrgang 2011 lieferte nur gesunde Trauben, was eine längere Mazerationsstandzeit erlaubte. Schon bei der ersten Probe überzeugte der Wein mit toller Extrakdichte, Komplexität, Mineralität, großer Spannung, Ausdrucksstärke und unglaublicher Länge.

01.10.2013 14:38:15


17

w w w. g a s t . a t

¹ Wein ist etwas sehr Vielschichtiges, er kann einen schon sehr emotional ergreifen.ª Willi Bründlmayer

Jakabb, Klein

VERkoStER

Unter den besten Roten: Willi Bründlmayer (oben), Fritz Wieninger (rechts) und Jacqueline Klein

Rote Überraschungen

Alexander Jakabb, ÖGZ Wein

Beim zweiten ÖGZ-Rotweincup 2013 hatten die Winzer Gelegenheit, verfügbare Rotweine aus ihrem Sortiment der Gastronomie und Hotellerie unter Beweis zu stellen.

E

s war ein breitgefächertes Angebot von den klassisch heimischen Rebsorten wie Zweigelt, Blaufränkisch und St. Laurent, die wichtigsten französischen Sorten und Cuvées. Bei der österreichischen Paraderebsorte Zweigelt überraschte gleich einmal das Weingut Keringer aus dem burgenländischen Mönchhof mit 100 Days 2011 als einziges mit fünf Gläsern. Die 100 Tage bedeuten die Maischestandzeit im Gärtank. So wird die Marke auch zum Informationsträger. Insgesamt betrachtet, waren die Qualitäten auf einem sehr guten Niveau, was die Anzahl der Vier- und Dreigläser zeigt. Im direkten Match Niederösterreich vs. Burgenland gewinnen die Gelb-Blauen unter den zehn Besten 6:4.

Junge Winzer vorn dabei Beim Blaufränkisch, hauptsächlich Jahrgang 2011, gelang es auch nur einem Wein, mit der Topbewertung abzuschneiden: Der Vitikult vom Weingut Gager, Deutschkreutz, überzeugte die Verkostjury. Ein „Zusatzglas“ könnte noch für das tolle Preis-GenussVerhältnis vergeben werden. Das Weingut Georg Toifl aus Kleinhöflein ist uns schon bei den letzten Verkostungen positiv aufgefallen. Diesmal wurde der junge Winzer Sortensieger beim St. Laurent mit dem Wolfsthal 2011, haarscharf gefolgt von Juris, Gols, mit deren Reserve 2010. Österreichs Seriensieger, das Weingut Scheiblhofer, Andau, erreichte bei der Sorte Cabernet Sauvignon

WJ_0313_017-040.indd 17

den ersten Platz, beim Merlot ging es sich nicht ganz aus, da siegte unangefochten der Grand Select 2009 von Fritz Wieninger aus Wien.

Eine Frau sorgt für Furore In der Kategorie Pinot noir gelang es drei Weinen, mit fünf Gläsern ausgezeichnet zu werden. Willi Bründlmayer überzeugte mit dem Langenloiser Dechant 2009, gefolgt von Heggenberger aus der Thermenregion und einem sehr gelungenen Blauburgunder aus der Lage Nussberg vom Mayer am Pfarrplatz. In der Kategorie Sortenvielfalt teilten sich Willi Bründlmayer mit einem Cabernet Franc 2006 ex aequo mit Scheilblhofer’s Shiraz das Siegerpodest. Erfreulich, dass auch seltenere Sorten wie Blauburger, Blauer Portugieser und Blauer Wildbacher eingereicht wurden und würdig abgeschnitten haben. Wie wichtig Rotwein-Cuvées für die Winzerschaft in der Gastronomie sind, zeigt die Beteiligung in dieser Verkostungsgruppe und am Ranking von neun mal Fünf-Gläser-Weinen. In dem von Männern dominiertem Genre zeigt eine coole, hübsche Winzerin deutlich Flagge: Jacqueline Klein aus Andau. Sie verwies zwei namhafte Kollegen mit ihren Mustum Nobilis – eine Cuvée aus Zweigelt sowie Syrah 2011 – auf die Plätze. Zweiter wurde Feiler Artinger 1000 x Cabernet-Merlot, gefolgt von Cablot von Gager, Deutschkreutz. Eine tolle Leistungsschau der heimischen Rotweinszene.

Zwei „Jungen Wilde“ aus dem Burgenland haben beim ÖGZ Rotweincup ihr Talent und Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Für Jacqueline Klein aus Andau war es schon immer Traum und Vision, selbst Wein zu produzieren. Im elterlichen Betrieb wurden auf 26 Hektar Trauben produziert. 2010 stieg sie mit vollem Engagement in die Winzerszene ein. Integrierter Weinbau, schonende Verarbeitung und größtes Qualitätsmangement ist ihre Devise. Ziel ist es, kompakte, ausdrucksvolle Weine mit ausgeprägtem Sortencharakter zu erzeugen. 70 Prozent der Rebfläche sind mit Rotwein vor allem Zweigelt, sowie Merlot, Syrah und Cabernet Sauvignon bestückt. Die klassischen Rotweine werden in Edelstahltanks ausgebaut. Hochwertigere Weine reifen in kleinen Eichenholzfässern. Klingenden Namen wie „Aviator“, „Commander“, „ 100 Day´s“ , und „Massiv“ sind einige der spannend klingenden Weine von Robert und Marietta Keringer. Über Umwegen in der Spirituosenbranche und Weinberatung, kehrte er nach einigen Jahren zum elterlichen Betrieb zurück und schaffte es, den Betrieb erfolgreich auszubauen. Es gibt für Robert Keringer keine allgemeinen Regeln oder Rezepturen, um außergewöhnliche Weine herzustellen. Vielmehr ist es das Verständnis der Beobachtung der jährlich unterschiedlichen, natürlichen Gegebenheiten, um gezielt Schritte in Richtung Spitzenqualität zu setzen.

Wolfgang Schedelberger, ÖGZ Wein

Franz Messeritsch, Sommelier, Le Ciel – Grand Hotel Wien

Daniel Pokorny, Sommelier

01.10.2013 14:45:12


18

w w w. g a s t . a t

Beurteilung

Preis gastronomie netto, exkl. Mwst

einfach und sauber

gute Qualität, reintönig

sehr gute Qualität, sortentypisch (bei Rebsortenweinen) ausgezeichnet, Top-Wein

unter 5 Euro

5 bis 10 Euro

Reihung

Index

Der Sieger jeder Rebsortenkategorie oder Weingruppe steht immer am Anfang der Reihung. Innerhalb der jeweiligen Bewertungen (5 Gläser – 1 Glas) wurden die Weine alphabetisch nach dem Namen des Betriebes gereiht.

Zweigelt ................................................................ S. 19 Blaufränkisch ....................................................... S. 22 St. Laurent ........................................................... S. 23 Cabernet Sauvignon ............................................ S. 24 Merlot ................................................................... S. 25 Pinot noir .............................................................. S. 26 Cuvée ................................................................... S. 27 Sortenvielfalt ....................................................... S. 30

10 bis 15 Euro

15 bis 20 Euro großer Wein, internationale Klasse

über 20 Euro

ZWEIgELt 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Keringer Netzl Hagn Scheiblhofer Baumgartner Schloss Gobelsburg H.& C. Nittnaus Jacqueline Klein Hagn Willi Bründlmayer

BLAUFRÄNkISCH Zweigelt 100 Days Zweigelt Haidacker Blauer Zweigelt Zweigelt Prädium Blauer Zweigelt Zweigelt Haide Luckenwald/ Neusiedlers. DAC Res. Zweigelt Exklusiv Blauer Zweigelt Zweigelt

5 4 4 4 4 4 4 4 4 4

CABERNEt SAU V IgNoN 1. 2. 3. 4. 5. 6.

Feiler-Artinger Keringer Scheiblhofer Domaine Pöttelsdorf Gmeiner Schuhmann´s Weinhof

Jacqueline Klein Nehrer Keringer Klosterkeller Siegendorf Gager Jacqueline Klein Netzl Feiler-Artinger Jacqueline Klein Malteser Ritterorden

WJ_0313_017-040.indd 18

St. LAUREN t

Gager K+K Kirnbauer Keringer Schindler Franz H. & C. Nittnaus Nehrer Scheiblhofer Dom. Pöttelsdorf Dom. Pöttelsdorf Gesellmann

Blaufränkisch Vitikult Goldberg – MB DAC Reserve Aviator Blaufränkisch Reserve Blaufränkisch Lehmgrube Blaufränkisch - Leithaberg DAC Feurer – Leithaberg DAC Blaufränkisch Jois Exzellenz Baronesse Hochacker – MB DAC Reserve

5 4 4 4 4 4 4 4 4 3

MERLot

Cabernet Sauvignon Cabernet 100 Days Cabernet Sauvignon Vanessa Cabernet Sauvignon Reserve Cabernet Sauvignon

4 4 4 3 3 2

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

Mostum Nobilis Sonnschein Massiv O´Dora Cablot Alius Anna-Christina 1000 x Cabernet – Merlot Tribus Kommende Mailberg

5 5 5 5 5 5 5 5 5 4

1. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

CU VéE 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Toifl Georg Juris Keringer Stift Klosterneuburg Wegenstein Heggenberger Schloss Gobelsburg

St. Laurent Wolfsthal St. Laurent Reserve Commander St. Laurent St. Laurent Reserve St. Laurent Reserve St. Laurent Reserve St. Laurent Haidegrund

5 5 4 4 3 3 3

PINot NoIR

Wieninger Malteser Ritterorden Schloss Gobelsburg Nehrer Netzl K+K Kirnbauer Scheiblhofer Gager Baumgartner

Merlot Grand Select Merlot Merlot Privatkeller Merlot Reserve Merlot Bärnreiser Merlot Merlot Merlot Merlot

5 4 4 4 4 4 4 3 3

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.

4 4 4 4 4 3 3 2

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

SoRtEN V IELFALt Scheiblhofer Willi Bründlmayer Keringer Amon Bründy Jöbstl Baumgartner Leopold

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Willi Bründlmayer Mayer am Pfarrplatz Heggenberger Limbeck Stift Göttweig Jurtschitsch Schloss Gobelsburg Toifl Georg

Langenloiser Dechant Pinot Noir Nussberg Pinot Noir Reserve Pinot Noir Selection Pinot Noir Göttweiger Berg Pinot Noir Reserve Pinot Noir Alte Haide Pinot Noir Berghangen

5 5 5 4 4 3 3 3

RotWEIN gESAMt (ALLE JAHRgÄNgE) Shiraz Cabernet Franc Vincent Shiraz 100 Days Roesler Barrique Deiblhof Tagler Blauburger Blauer Wildbacher Blauer Portugieser Blauburger Breiten

Willi Bründlmayer Jacqueline Klein Nehrer Keringer Klosterkeller Siegendorf Gager Keringer Jacqueline Klein Gager Wieninger

Dechant Blauer Burgunder Mostum Nobilis Sonnschein Massiv O´Dora Cablot Zweigelt 100 Days Alius Blaufränkisch Vitikult Merlot Grand Select

5 5 5 5 5 5 5 5 5 5

01.10.2013 14:45:33


19

w w w. g a s t . a t

ZWEIgELt

...

100 DAYS 2011

BLAUER ZWEIgELt ...

2012

keringer, Mönchhof

ZWEIgELt

ZWEIgELt 2011

...

Bründlmayer Willi, Langenlois

Baumgartner, Untermarkersdorf

...

Zweigelt / Niederösterreich

14 % / trocken

13,5 % / trocken

Röstaromen, kräuterwürzig, Malz. Vanille, viel Frucht, Säure gut eingebunden, weiche Tannine, super Balance. Trinkvergnügen pur, herrlicher Wein. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, WeinWolf, ab Hof

Zwetschken, saftig in der Nase. Brombeere, viel Saft auch am Gaumen, gut eingebundene Säure, dicht, extraktreich. Langes wohliges Finish, komplex.

2011 ...

...

Zweigelt / Burgenland

BLAUER ZWEIgELt

...

...

...

...

BLAUER ZWEIgELt

...

Hagn, Mailberg

Vertrieb: ab Hof

2012 ...

...

...

Hagn, Mailberg

...

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Niederösterreich

13,5 % / trocken

13 % / trocken

12,5 % / trocken

Lebkuchen, reife Nase. Pfeffer, Schwarzteeblätter, Feigenkaffee, leicht fruchtsüßlich, kantige Tannine, spannend. Lang anhaltend, gut gelungen. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Morandell, ab Hof

Waldduft, elegant kräutige Nase. Brombeer, Rumtopf, dunkle Frucht, Cassis, saftig, mächtig. Harmonisches Finish mit Vanille im Nachklang. www.hagn-weingut.at Vertrieb: Kastner, Pfeiffer, ab Hof

Moos, dunkelbeerige Nase, grüner Tee. Fruchtsüßlich, Bitterschoko, Minze, auf der schlanken Seite. Mittellanger Abgang, viel Trinkvergnügen. www.hagn-weingut.at Vertrieb: Kastner, Pfeiffer, ab Hof

ZWEIgELt EXkLUSIV 2011

...

ZWEIgELt HAIDACkER

...

2011

klein Jacqueline, Andau

...

...

ZWEIgELt LUCkENWALD

...

2011

Netzl, göttlesbrunn

...

...

...

Nittnaus Hans & Christine, gols

...

Zweigelt / Burgenland

Zweigelt / Carnuntum

Zweigelt / Neusiedlersee DAC Reserve

13,5 % / trocken

14 % / trocken

13,5 % / trocken

Orangenzesten, Weichselsaft, Gewürznelken. Dunkelfruchtig, saftbetont, dezente Tannine, Säure hinten nach. Feiner Ausklang, bitte noch ein Glas! www.klein-wein.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

Blutorangen, komplexe Nase, Zartbitterschoko. Dunkelbeerige Aromen, dichter Körper mit Power, spannungsgeladen. Super Sortenvertreter. www.netzl.com Vertrieb: Del Fabro, Pfeiffer, ab Hof

Zarte Rauchwürze, warmes Holz. Dezente Schärfe, schwarzer Pfeffer, Bitterschoko, gut balanciert, facettenreich. Im Finish verführerisch, spannend. www.nittnaus.net Vertrieb: ab Hof

ZWEIgELt PRÄDIUM 2012

...

...

Scheiblhofer, Andau

ZWEIgELt HAIDE 2011

...

...

ZWEIgELt

...

Schloss gobelsburg, gobelsburg

2012 ...

...

...

Amon, gobelsburg

...

Zweigelt / Burgenland

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Niederösterreich

14 % / trocken

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Röstaromen, Schwarzbrot, komplexe Nase. Würzig am Gaumen, Fruchtsaft, Brombeeren, angenehmes Säurespiel, feingliedrig. Langer Abgang. www.scheiblhofer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, Wedl, Morandell, ab Hof

Würzig, dunkle Johannisbeeren, elegante Nase. Kamille, Sanddorn, dunkle Früchte, Fruchtextraktsüße, dicht und komplex. Lebendiger Wein mit Potential. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

Blaubeeren, verführerische Nase. Geschmeidig am Gaumen, dunkle Frucht, Zartbitterschokolade, rassige Säure, schön balanciert. Angenehm zu trinken. www.amon-wein.at Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 19

01.10.2013 14:45:41


20

w w w. g a s t . a t

ZWEIgELt 2011

...

ZWEIgELt

...

...

ZWEIgELt

VoM kLEINEN EICHENFASS 2011

georgiberg, Berghausen

...

Hofer H & M, Auersthal

...

2012

...

...

...

keringer, Mönchhof

...

Zweigelt / Südsteiermark

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Neusiedlersee DAC

13 % / trocken

13,5 % / trocken

13 % / trocken

Blaubeeren, Schokolade, fruchtige Nase. Kirschfrucht, Lakritze, reife blaue Beeren auch am Gaumen. Langer Abgang, hat Körper und Tiefgang. www.weingut-georgiberg.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

Rauchig, Weichsel, dunkle Schokolade. Blaubeerig, vibrierende frische Säure, dezente aber noch kantige Tannine, frech und fröhlich. Gelungen. www.weinguthofer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Kirsche, Vanille. Dunkle Frucht, elegant am Gaumen, dezenter Zugang, geschmeidig, leichtfüßig. Weichsel und Schoko im Finish. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, WeinWolf, ab Hof

MARkUS-LEoPoLD ZWEIgELt 2011

...

...

Leopold, Wien

BLAUER ZWEIgELt gIgAMA gRANDE RESERVE 2011

...

Leth, Fels am Wagram

...

BLAUER ZWEIgELt

...

2011

...

...

...

Malteser Ritterorden, Mailberg

...

Zweigelt / Wien

Zweigelt / Wagram

Zweigelt / Niederösterreich

13,5 % / trocken

14,5 % / trocken

13 % / trocken

Milchkaffee, Wiesenkräuter. Schwarze Oliven, Hollerkoch, maskuliner Gaumen, balancierte Frucht-SäureSpiel, gut strukturiert, präsentes Tannin. winzerhof-leopold.at Vertrieb: ab Hof

Schwarzer Holunder, dunkelbeerige Frucht. Dunkle Beeren auch am Gaumen, tanninbetont, vollmundig, elegant. Klebt richtig, super Länge. www.weingut-leth.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, ab Hof

Eukalyptus, Schoko-Minze. Leder, Teer, Zimt, eingelegte Weichseln, saftig, betörendes Säurespiel, hat Struktur. Schärfe im Nachklang. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, eurogast, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

ZWEIgELt CASUAL 2011

...

ZWEIgELt BURggARtEN RESERVE

...

2011

opitz Michael, Apetlon

...

...

Pfaffl, Stetten

...

ZWEIgELt SANDStEIN 2012

...

...

...

Pfaffl, Stetten

...

Zweigelt / Burgenland

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Niederösterreich

14 % / trocken

14 % / trocken

13 % / trocken

Bergamotte, Heidelbeeren, Vanille. Fruchtiger Gaumen, vollmundig, lebendige Säure, angenehme Balance. Straff bis ins Finale. www.wein-opitz.at Vertrieb: ab Hof

Dunkle Würze, Sauerkirschen, dezent vanillig. Brombeermarmelade, saftig, fruchtbetont, Leder, elegant. Leichter Trinkfluss. www.pfaffl.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

Schoko-Himbeer, Weichselpraline. Kräuterwürzig, Leder, später Vanille, saftig, frische Säure, elegant. Lange anhaltend bis zum reschen Abgang. www.pfaffl.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

RUBIN CARNUNtUM 2012

...

ZWEIgELt ALtENBERg

...

Riedmüller, Hainburg

2011 ...

...

BLAUER ZWEIgELt kLASSIk

...

Schuhmann´s Weinhof, gols

2011 ...

...

...

Söll, gamlitz

...

Zweigelt / Carnuntum

Zweigelt / Burgenland

Zweigelt / Südsteiermark

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

12,5 % / trocken

Vanilleschoten, reizvolle Nase. Schwarzer Kirschdicksaft, fruchtbetont, saftig, schmalzig, gut strukturiert. Dezenter Ausklang, Potential. www.weinbau-riedmueller.at Vertrieb: ab Hof

Brombeere, blumig-fruchtig. Zwetschkenkompott, Trockenfrüchte, Leder, Tabak, dicht und konzentriert, frische Säure. Noch kantig, hat Potential. www.schuhmannsweinhof.at Vertrieb: ab Hof

Rote Ribisel, helle Kirschen. Weichselfruchtig am Gaumen, zugänglich, engmaschig, spannungsgeladen. Mittelgewichtig, luftiger Abgang. www.weingut-soell.at Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 20

01.10.2013 14:45:48


21

w w w. g a s t . a t

BLAUER ZWEIgELt SEELEItEN 2011

...

ZWEIgELt SACHSENBERg

...

2009

toifl georg, kleinhöflein

...

...

...

DEIBLHoF BLAUER ZWEIgELt 2012

topf Johann, Strass

...

...

...

Bründy, Feuersbrunn

...

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Niederösterreich

15,5 % / trocken

13 % / trocken

12,5 % / trocken

Beerenröster, reife Nase. Extraktsüßlich, gekochte Früchte, fleischig, charmant und weich, facettenreich. Langer warmer Abgang. www.weingut-toifl.at Vertrieb: ab Hof

Zwetschkenröster, Kräuternase, Lakritze. Dezente Frucht, frisch am Gaumen, lebendige Säure, druckvolle Tannine. Erwärmender Abgang. www.weingut-topf.at Vertrieb: Del Fabro, Morandell, ab Hof

Waldbeeren, fruchtig-aromatisch. Zedern, Schwarzteepulver, sehr präsente Tannine, schlank und trocken. Guter Druck bis ins Finale. www.bruendy.at Vertrieb: ab Hof

gLoXNER BLAUER ZWEIgELt PREMIUM 2011

...

...

ZWEIgELt 2011

Bründy, Feuersbrunn

...

...

ZWEIgELt RESERVE tANZER

...

Feiler-Artinger, Rust

2011 ...

...

...

Jurtschitsch, Langenlois

...

Zweigelt / Niederösterreich

Zweigelt / Burgenland

Zweigelt / Niederösterreich

13 % / trocken

13 % / trocken

13,5 % / trocken

Minze, überreife Nase. Sauerkirsche, später Salbei und Jasmin, frischer Gaumen, kernige Säure. Rascher aber wärmender Abgang. www.bruendy.at Vertrieb: ab Hof

Waldboden, Weichseln. Dunkle Beeren, sehr fruchtig, Leder, saftig, klar, leichtfüßig, Tabak im Hintergrund. Mittelgewichtig. www.feiler-artinger.at Vertrieb: Del Fabro, Morandell, ab Hof

Florale Noten, Kräuterwürze. Ribisel, reif werdende Beeren, säurebetont, frisch und lebendig. Herzhaftes Finale, braucht noch Zeit. www.jurtschitsch.com Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

ZWEIgELt 2011

...

...

Moritz, Horitschon

...

Zweigelt / Burgenland 13 % / trocken Kaffeenoten, duftende Nase. Tabak, Zedern, animalisch, straffe Tannine, noch jugendlich und ungestüm. Leichtfüßiges Finale. www.blaufraenkisch.at Vertrieb: ab Hof

ZWEIgELt kLASSIk 2012

...

...

Wegenstein, Wr. Neudorf

...

Zweigelt / Burgenland 14 % / trocken Holzrinde, fein-rauchige Nase. Lakritze, Bitterschokolade, fruchtig, saftig, lebendige Säure, spürbare Tannine. Einfacher Trinkspaß. www.wegenstein.at

k oM M E N tA R

Lagenweine! Vielleicht liegt es ja an der Vielfalt des Angebots heute. Oder mag es sein, dass viel zu wenig oft und zu wenig ausführlich darauf hingewiesen wird. Ja klar, im Restaurant ist es auch kein leichtes Unterfangen, Bilder eines Weinbergs oder gar dessen Lagen darzustellen oder womöglich noch die komplexen Zusammenhänge eines Lagenweins zu erklären. Man versteht sie auch erst wirklich, wenn man je dort gewesen ist ± mitten in den Weinbergen ± und die Lagen mit seinen eigenen Füßen betreten hat. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich in jungen Jahren zusammen mit ein paar Kollegen nach Langenlois fuhr und die wohl einzigartige Lage Heiligenstein kennenlernen durfte. Nie mehr wieder habe ich diese Bilder vergessen, und wenn ich dann einen ¹ Heiligensteinª empfehlen oder gar verkaufen durfte, dann versetzte mich diese Erinnerung stets in Begeisterung. Nach und nach habe ich daraufhin begonnen, unzählige der großen, wichtigen Lagen zu besuchen und sie akribisch zu studieren ± ihre Topografien, ihre Geologien, ihre Mikroklimas, ihre Besonderheiten, ihre ganze Ausdruckskraft. All dies wird ja zudem stets noch von den einzelnen Winzern mit ihrer persönlichen Handschrift unterschiedlich zur Geltung gebracht. Im Idealfall ist die Persönlichkeit einer Lage aber klar zu erkennen. So trug es mich dann auch in die weite Weinwelt hinaus, wo ich mit Staunen zur Kenntnis nehmen musste, dass diese Lagenvielfalt so unendlich groß ist, wie es wahrscheinlich Sterne am Firmament gibt. Nie hätte ich mir damals träumen lassen, dass ich eine Welt betreten habe, deren Faszination mich bis heute in ihrem Banne hält. Wenn immer es die Möglichkeit gibt, ziehe ich einen Lagenwein einem Wein ohne Lage vor. Zugegeben, sie brauchen stets ein wenig Zeit, um sich zu entwickeln, denn es tut gut, wenn sie in der Lage sind, ihr Potenzial durch Reifung darzustellen. Diese ¹ Reservenª werden zumeist schon nach zwei bis fünf Jahren sichtbar. Durch die Reifung haben solche Lagenweine oder Reserven auch die Chance, ihr Gleichgewicht, ihr ¹ equilibreª , wie es die Franzosen nennen, zu finden. Ausdruckskraft, klare Lagentypizität und Balance in einem Wein, das sind wohl die besten Eigenschaften eines Weins. Johannes Einzenberger, Wein Wolf

WJ_0313_017-040.indd 21

01.10.2013 14:45:54


22

w w w. g a s t . a t

BLAUFRÄNkISCH VItIkULt 2011

BLAUFRÄNkISCH goLDBERg 2011

...

2011 ...

k+k kirnbauer, Deutschkreutz

...

Domaine Pöttelsdorf, Pöttelsdorf

...

Blaufränkisch / Burgenland

14 % / trocken

14 % / trocken

Kräuterwürze, Weichsel. Zwetschke, mineralisch, knochentrocken, feine Textur, sehr balanciert. Gute Länge, tiefgründig und komplex. www.weingut-gager.at Vertrieb: ab Hof

Blaubeeren, intensive Nase. Vanille, Lakritze, zarte Zitrusnoten, warme Säure, fordernde Tannine, guter Druck. Rote Beeren im Abgang, gelungen. www.w-d-p.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

...

BLAUFRÄNkISCH FEURER

BLAUFRÄNkISCH RESERVE 2011 ...

...

Blaufränkisch / Burgenland

AVIAtoR

...

EXZELLENZ

...

gager, Deutschkreutz

BLAUFRÄNkISCH

...

keringer, Mönchhof

...

...

2011

...

...

Nehrer, Eisenstadt

...

Blaufränkisch / Mittelburgenland DAC

Blaufränkisch / Burgenland

Blaufränkisch / Leithaberg DAC

Reserve / 13,5 % / trocken

14 % / trocken

14,5 % / trocken

Vanille, starke Holznoten. Schoko, nussig, Leder, Brombeere, herzhafte Säure, mittelgewichtig. Langes Finale. www.phantom.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

Schokolade, verführerische Nase. Schwarze Beeren, Vanille, Kräuter, weiche Tannine, vollmundig. Sehr modern, druckvolles Finale. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

Kakaopulver, dunkle Beeren. Saftig, getrocknete Paradeiser, sehr offen und rund, vollmundig, dicht und komplex. Super Trinkfluss, kerniger Abgang. www.nehrer.at Vertrieb: Del Fabro, Döllerer, Kolarik&Leeb, ab Hof

BLAUFRÄNkISCH 2011

...

BLAUFRÄNkISCH JoIS

...

2011

Nittnaus Hans & Christine, gols

...

...

...

BLAUFRÄNkISCH LEHMgRUBE 2011

Scheiblhofer, Andau

...

...

...

Schindler Franz, Mörbisch

...

Blaufränkisch / Leithaberg DAC

Blaufränkisch / Burgenland

Blaufränkisch / Burgenland

13 % / trocken

14 % / trocken

13,5 % / trocken

Zwetschke, Vanille, Brombeere. Balsamische Noten, dunkelfruchtig, viel schokoladiges Holz, weiche Tannine, harmonisch. Lang anhaltend, viel Potential. www.nittnaus.net Vertrieb: ab Hof

Fliederduft, süße Dörrfrüchte. Fruchtextraktsüße deutlich, angenehme Säure-Tannineinbindung, konzentriert. Mittelgewichtig, Schokoausklang. www.scheiblhofer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, Wedl, Morandell, ab Hof

Blaubeeren, schwarzer Tee. Saftig, Schoko, Minze, sehr fruchtig, weiche Tannine, dicht und rund. Bleibt lang am Gaumen. www.weingut-schindler.at Vertrieb: ab Hof

BARoNESSE 2011

...

BLAUFRÄNkISCH

...

Domaine Pöttelsdorf, Pöttelsdorf

2012 ...

...

BLAUFRÄNkISCH HoCHACkER

...

Feiler-Artinger, Rust

2011 ...

...

...

gesellmann, Deutschkreutz

...

Blaufränkisch / Burgenland

Blaufränkisch / Burgenland

Blaufränkisch / Mittelburgenland DAC

13,5 % / trocken

13 % / trocken

Reserve / 14 % / trocken

Selchig, komplexe Nase. Schokoaroma, Minze, schwarze Früchte, angenehmer Druck, hintergründige Säure. Lang anhaltend, typischer Vertreter. www.w-d-p.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Intensive Würze, Kirsche. Brombeer, rassig am Gaumen, sehr frisch, kernige Säure, gute Balance, dicht und fordernd. Mittelgewichtig, spitzer Abgang. www.feiler-artinger.at Vertrieb: Del Fabro, Morandell, ab Hof

Rauchig, schwarzer Tee, Kirschen. Rote reife Früchte, saftig, rund, zupackende Säure, geschmeidig. Noch rauher, mittellanger Abgang. www.gesellmann.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 22

01.10.2013 14:46:02


23

w w w. g a s t . a t

BLAUFRÄNkISCH 2011

...

SELECtIoN BLAUFRÄNkISCH

...

2011

groszer Wein, Burg

...

...

PERPEDES

...

...

HoRItSCHoNER BLAUFRÄNkISCH 2011

Lenz Moser, Rohrendorf

...

Moritz, Horitschon

...

Blaufränkisch / Südburgenland

Blaufränkisch / Burgenland

Blaufränkisch / Burgenland

13,5 % / trocken

13 % / trocken

13 % / trocken

Rumtopf, verführerische Nase. Feige, zart marmeladig, Zwetschke, helle Säure, elegant und geschmeidig, harmonisch. Angenehmer Trinkfluss. www.groszerwein.at Vertrieb: ab Hof

Heidelbeerjoghurt, Bohnen. Fruchtsüßlich, schwarze Kirschen, schlank, bekömmlich, mittelgewichtig. Klebt lang am Gaumen. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, eurogast, Metro, ab Hof

Krachmandeln, schwarze Beeren. Zimt, Nelke, präsente jugendliche Tannine, kräftiges Säuregerüst. Reizvoll, lebendiger Abgang. www.blaufraenkisch.at Vertrieb: ab Hof

URkNALL

...

BLAUFRÄNkISCH SPItZERBERg

BLAUFRÄNkISCH HoCHÄCkER 2011 Moritz, Horitschon

...

...

2011

...

...

BLAUFRÄNkISCH kLASSIk 2011

Riedmüller, Hainburg

...

...

...

Wegenstein, Wr. Neudorf

...

Blaufränkisch / Mittelburgenland DAC

Blaufränkisch / Carnuntum

Blaufränkisch / Burgenland

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Rotbeerig, Kirsche. Fruchtsüße am Gaumen, hellfruchtig, tanninbetont, vitale Säure, druckvoll, mittlerer Körper. Rustikales Finish. www.blaufraenkisch.at Vertrieb: ab Hof

Zwetschke, Brombeere. Saftig, leicht gewürzig, fruchtintensiv, hohe Säure, kühle Stilistik. Mittlerer Körper, fruchtsüß bis zum Schluss. www.weinbau-riedmueller.at Vertrieb: ab Hof

Kirschgelee, rohes Fleisch. Brombeere, Ribisel, fruchtig, zartbitter, feurige Säure, charmant und ausgewogen. Breiter Abgang. www.wegenstein.at

tRADItIoN 2011

...

BLAUFRÄNkISCH

...

Domaine Pöttelsdorf, Pöttelsdorf

2011 ...

...

BLAUFRÄNkISCH BRAUNSBERgER

...

gmeiner, Purbach

ABSCHLAg 17 2011 ...

...

Blaufränkisch / Burgenland

Blaufränkisch / Leithaberg DAC Re-

Blaufränkisch / Carnuntum

13,5 % / trocken

serve / 15 % / trocken

13 % / trocken

Balsamische Noten, Erdbeere. Pfeffer, Heidelbeere, Weichsel, zart laktisch, von Säure dominiert, druckvoll. Pflanzliche Noten im Abgang. www.w-d-p.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Röstaromen, Minze. Dunkelbeerig, Brombeere am Gaumen, weich und zugänglich, balanciert. www.weingut-gmeiner.at Vertrieb: Kastner, Wedl, Morandell, ab Hof

Röstig, fruchtige Nase. Schwarze Beeren, feinwürzig, reife Tannine, prickelnd am Gaumen. Mittellanger Abgang, braucht noch Zeit. www.weinbau-riedmueller.at Vertrieb: ab Hof

2011

toifl georg, kleinhöflein

St. LAURENt

WJ_0313_017-040.indd 23

...

...

St. LAURENt

...

RESERVE 2010 ...

Juris, gols

...

...

Riedmüller, Hainburg

St. LAURENt WoLFStHAL

...

...

...

St. Laurent / Niederösterreich

St. Laurent / Burgenland

14,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Fruchtwürze, komplexe Nase, Johannisbeeren. Blaubeeren, pfeffrig, mittragende Säure, vielschichtig am Gaumen. Langer Abgang, hat Druck und Finesse. www.weingut-toifl.at Vertrieb: ab Hof

Pfefferwürze, rauchige Nase. Viel Frucht am Gaumen, später Schokolade, schmeichelnd, körperbetont, vielschichtig. Opulent und ewig lang, macht Spaß. www.juris.at Vertrieb: Del Fabro, WeinWolf, Schenkenfelder, ab Hof

01.10.2013 14:46:09


24

w w w. g a s t . a t

CoMMANDER

...

St. LAURENt 2011

St. LAURENt RESERVE ...

keringer, Mönchhof

2011 ...

...

St. LAURENt RESERVE

...

2010

Stift klosterneuburg, klosterneuburg

...

...

...

Heggenberger, tattendorf

...

St. Laurent / Burgenland

St. Laurent / Thermenregion

St. Laurent / Thermenregion

14 % / trocken

14 % / trocken

13,5 % / trocken

Walderdbeeren, kräutig-würzig. Brombeeren, schwarze Kirschen, Kakao, sehr ausgewogen und komplex. Klebt am Gaumen, toller St. Laurent mit viel Potential. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

Beerenröster, Brombeeren. Fruchtextraktsüße, Schwarztee, weiche Tannine, mittelkräftiger Gaumen, gut balanciert. Bekömmlicher Abgang, mit Potential. www.stift-klosterneuburg.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

Lakritze, verführerische Nase. Weichsel, schokoladig, saftbetont, feine Säureeinbindung, weiche Tannine. Feingliedriges langes Finale. www.heggenberger.at Vertrieb: ab Hof

St. LAURENt HAIDEgRUND 2011

...

St. LAURENt RESERVE

...

2011

Schloss gobelsburg, gobelsburg

...

...

...

Wegenstein, Wr. Neudorf

...

St. Laurent / Niederösterreich

St. Laurent / Burgenland

13 % / trocken

14 % / trocken

Florale Aromen, Kräuterwürze. Dezente Frucht, Lakritze, dunkelbeerig, leicht restsüß, schlank. Rascher Abgang, braucht Luft. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

Weichselkompott, Gewürznelken. Leder, Zedern, straff und komplex am Gaumen, präsente reife Tannine, mittelgewichtig. Kakaofinale, noch leicht verschlossen. www.wegenstein.at

CABERNEt SAUVIgNoN 2011

...

CABERNEt

...

...

100 DAYS 2011

Feiler-Artinger, Rust

...

CABERNEt SAUVIgNoN

CABERNEt SAUVIgNoN ...

2011

keringer, Mönchhof

...

...

...

Scheiblhofer, Andau

...

Cabernet Sauvignon / Burgenland

Cabernet Sauvignon / Burgenland

Cabernet Sauvignon / Burgenland

14 % / trocken

14 % / trocken

14 % / trocken

Reife Früchte, Feigenkaffee, verführerische Nase. Saftig, schokoladig, vollmundig, geradlinig, gute Balance. Feuriges Finale. www.feiler-artinger.at Vertrieb: Del Fabro, Morandell, ab Hof

Brombeere, schwarze Kirschmarmelade, tolle Nase. Bitterschoko, vibrierende Säure, saftig, weich, zugänglich, elegant. Langes cremiges Finish. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, WeinWolf, ab Hof

Nuss-Schoko, sehr dunkle Aromen. Super Saft, Nelken, schwarze Beeren, mürbe Tannine, mild, hervorragend balanciert. Fruchtsüßliches Finale. www.scheiblhofer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, Wedl, Morandell, ab Hof

VANESSA 2011

...

CABERNEt SAUVIgNoN RESERVE

...

Domaine Pöttelsdorf, Pöttelsdorf

2011 ...

...

gmeiner, Purbach

...

CABERNEt SAUVIgNoN 2010

...

...

...

Schuhmann´s Weinhof, gols

...

Cabernet Sauvignon / Burgenland

Cabernet Sauvignon / Burgenland

Cabernet Sauvignon / Burgenland

13,5 % / trocken

14 % / trocken

14,5 % / trocken

Trockenfrüchte, Heidelbeere. Kakao, blaubeerig, fruchtig, mittragende Säure, geschliffene Tannine, ausgewogen. Mittellang, trinkfreudig. www.w-d-p.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Röstaromen, Ribiselsaft. Animalisch am Gaumen, Cassis, straffe Säure, zartbitter, vegetabile Noten, erdig. Viel Tannin im Abgang. www.weingut-gmeiner.at Vertrieb: Kastner, Wedl, Morandell, ab Hof

Extraktwürze, rote Ribisel, animalisch. Ribisel auch am Gaumen, leicht schokoladig, herzhafte Säure. Mittelgewichtig, rotbeeriges Ende. www.schuhmannsweinhof.at Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 24

01.10.2013 14:46:14


25

w w w. g a s t . a t

MERLot

...

MERLot

gRAND SELECt 2009 Wieninger, Wien

MERLot

MERLot 2011

...

Malteser Ritterorden, Mailberg

...

k+k kirnbauer, Deutschkreutz

...

Merlot / Wien

Merlot / Burgenland

15 % / trocken

14 % / trocken

Beerenröster, Zimt, reife Nase. Kakao, Vanille, feurige Säure, am Gaumen gut gereift, wärmend und intensiv, zugänglich. Perfekte Trinkreife, fein. www.wieninger.at Vertrieb: Wagner, ab Hof

Vanilleschote, Johannisbeeren. Leder, schwarze Oliven, ausgewogene Frucht und Säure, konzentriert am Gaumen, samtig. Facettenreicher Merlot. www.phantom.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

2011 ...

2011

...

MERLot RESERVE

...

...

...

...

MERLot BÄRNREISER

...

Nehrer, Eisenstadt

2011 ...

...

...

Netzl, göttlesbrunn

...

Merlot / Niederösterreich

Merlot / Neusiedlersee-Hügelland

Merlot / Carnuntum

14 % / trocken

14,5 % / trocken

14 % / trocken

Reife Herzkirschen, Gewürznelken. Schwarze Beeren, Saftprotz, leicht fruchtsüßlicher Touch, fordernd, schöne Balance. Mittelgewichtig, hat Potential. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, eurogast, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Zwetschkenkompott, Schwarzwälder Kirsch, likörhaft. Leichte Restsüße am Gaumen, dunkle Früchte, viel Tannine, edel. Druckvoll bis zum Schluss. www.nehrer.at Vertrieb: Del Fabro, Döllerer, Kolarik&Leeb, ab Hof

Rauchige maskuline Nase, Brombeeren. Bitterschoko, Lakritze, komplexer Gaumen, guter Druck, konzentriert. Gute Säureeinbindung im Abgang. www.netzl.com Vertrieb: Del Fabro, Pfeiffer, ab Hof

MERLot 2011

...

MERLot PRIVAtkELLER

...

2011

Scheiblhofer, Andau

...

...

MERLot

...

Schloss gobelsburg, gobelsburg

2012 ...

...

...

Baumgartner, Untermarkersdorf

Merlot / Burgenland

Merlot / Niederösterreich

Merlot / Niederösterreich

14 % / trocken

13,5 % / trocken

13 % / trocken

Blaubeeren, Vanille, intensive Nase. Zimt, Lakritze, feine Fruchtsüße, saftbetont, markante Tannine. Lang anhaltend, schöner Wein. www.scheiblhofer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, Wedl, Morandell, ab Hof

Sehr rauchige Nase, Limettenzesten. Reife Brombeeren, eleganter und geschmeidiger Gaumen, dezente Tanninstruktur. Internationale Stilistik. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

Florale Aromen, Brombeerfrucht. Elegante Fruchtsüße, Erdbeermus, elegante Tannine, angenehmes Säurespiel. Unkompliziert.

MERLot 2011

...

Vertrieb: ab Hof

...

...

gager, Deutschkreutz

...

Merlot / Burgenland 14,5 % / trocken Rumtopf, Himbeeren. Weichselkirsch, Toffee, überreife Frucht, hintergründige Tannine, schlank wirkender Körper. Tabak im Nachhall, energiegeladen. www.weingut-gager.at Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 25

01.10.2013 14:46:19


26

w w w. g a s t . a t

LANgENLoISER DECHANt

...

BLAUER BURgUNDER 2009

...

Bründlmayer Willi, Langenlois

PINot NoIR

PINot NoIR NUSSBERg 2011

...

Mayer am Pfarrplatz, Wien

...

Heggenberger, tattendorf

...

Pinot Noir / Thermenregion

13 % / trocken

13,5 % / trocken

Kaffeeröstaromen, elegante Nase. Fruchtsüßlich, sehr gute Säure-TanninBalance, feingliedrig, angenehmes Mundgefühl. Komplex, burgundischer Touch. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Erdbeeren, typische Pinot-Aromen in der Nase. Waldbeeren, sehr saftig und körperbetont, feingliedrig, charaktervoll. Setzt sich am Gaumen fest. www.heggenberger.at Vertrieb: ab Hof

...

PINot NoIR

SELECtIoN 2011 ...

2010 ...

...

Pinot Noir / Niederösterreich

PINot NoIR

...

PINot NoIR RESERVE

Limbeck, gols

...

...

gÖttWEIgER BERg 2011

...

Stift göttweig, Furth

...

...

Pinot Noir / Wien

Pinot Noir / Burgenland

Pinot Noir / Niederösterreich

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Zart rauchige Nase, Beerenaroma. Floral, sanft und feingliedrig, elegant, sehr burgundisch, sortentypisch. Mit viel Nachdruck, toll gelungen. www.pfarrplatz.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfeiffer, WeinWolf, ab Hof

Röstaromen, zarter Johannisbeerduft. Feine Fruchtsüße, Zeder, Teer, saftig, harmonisch, gehaltvoll und trotzdem hochelegant. www.limbeck.at Vertrieb: ab Hof

Himbeeren, Moos. Angenehme Frucht am Gaumen, eingelegte Kirschen, Walderdbeeren, leicht süßlich, fragil. Saftiger Ausklang, super Trinkfluss. www.weingutstiftgoettweig.at Vertrieb: Morandell

PINot NoIR RESERVE 2009

...

PINot NoIR

...

Jurtschitsch, Langenlois

...

ALtE HAIDE 2011 ...

PINot NoIR BERgHANgEN ...

Schloss gobelsburg, gobelsburg

2011 ...

...

...

toifl georg, kleinhöflein

...

Pinot Noir / Niederösterreich

Pinot Noir / Niederösterreich

13 % / trocken

13 % / trocken

14,5 % / trocken

Würzig, Lakritze, Himbeere. Beeren auch am Gaumen, tänzelt auf der Zunge, feines Frucht-Säure-Spiel, floral im Hintergund. Mittellanger Ausklang. www.jurtschitsch.com Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

Dezente Röstaromen, dunkle Beeren. Kräuterwürze, leicht prickelnd am Gaumen, reife Tannine. Recht rasches Finish mit Heidelbeeren im Hintergrund. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

Beerenröster, kühles Aroma, verführerisch. Schoko-Himbeeren, pfeffrig-vanillig, präsente Tannine, anspruchsvoll. Leicht süßlich im Abgang, modern. www.weingut-toifl.at Vertrieb: ab Hof

Thinkstock

Pinot Noir / Niederösterreich

WJ_0313_017-040.indd 26

01.10.2013 14:46:25


27

w w w. g a s t . a t

MoStUM NoBILIS 2011

...

1000 X CABERNEt - MERLot

...

2011

klein Jacqueline, Andau

CUVéE

CABLot 2011

...

gager, Deutschkreutz

Feiler-Artinger, Rust

...

Cuvée / Burgenland

14 % / trocken

14 % / trocken

Rauchig, rote Beerenmarmelade. Vanilleschoten, Zedern, mild, dicht und gehaltvoll, sofort zugänglich, modern. Gefälliger Stil, ein Schmeichler. www.klein-wein.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

Cassis, dunkelbeerig. Fruchtwürze, Beerenmix, viel Vanille, schöner Holzeinsatz, feine Tannine, ausgewogen. Saftiges Finale, aus einem Guss. www.feiler-artinger.at Vertrieb: Del Fabro, Morandell, ab Hof

2011 ...

...

Cuvée / Burgenland

MASSIV

...

...

...

...

ALIUS

...

2011

keringer, Mönchhof

...

...

...

klein Jacqueline, Andau

...

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

14,5 % / trocken

14 % / trocken

14 % / trocken

Blaubeerig, animalisch, Leder. Dezentes Fruchtspiel, Dörrpflaumen, mächtige Tannine, tief und lang. Maroni im Nachklang, wunderschön. www.weingut-gager.at Vertrieb: ab Hof

Brombeeren, schwarzer Dicksaft. Schokolade, Vanille, Kardamon, angenehme Säureeinbindung, alles perfekt in Balance. Endlos lange, zarter Ausklang. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, WeinWolf, ab Hof

Eukalyptus, Rumtopf, Amarenakirsche. Cassis, dunkelfruchtig, saftig, dicht und vollmundig, perfekt balanciert. Super Länge. www.klein-wein.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

tRIBUS 2011

...

o´DoRA

...

2011

klein Jacqueline, Andau

...

...

SoNNSCHEIN

...

2011

klosterkeller Siegendorf, Siegendorf

...

...

...

Nehrer, Eisenstadt

...

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Neusiedlersee-Hügelland

13,5 % / trocken

14 % / trocken

14,5 % / trocken

Röstaromen, reife Himbeeren. Nussig, schwarze Oliven, saftig, kernige Säure, samtige Tannine, leicht zugänglich. Trinkvergnügen pur, nachschenken! www.klein-wein.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

Kräuterwürze, Minze, reife rote Beeren. Zarte Vanillenoten, Blutorange, präsentes Tanningerüst, weich und samtig. Super Trinkfluss, eleganter Wein. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, eurogast, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Schoko-Haselnuss, schwarze Beeren. Brombeeren, Cassis, Ribisel, helle Säure, vielschichtig, guter Druck. Schöne Länge, schon trinkbar trotz Jugend. www.nehrer.at Vertrieb: Del Fabro, Döllerer, Kolarik&Leeb, ab Hof

ANNA-CHRIStINA 2011

...

AttACHé

...

Netzl, göttlesbrunn

2011 ...

...

Q2

...

Domaine Pöttelsdorf, Pöttelsdorf

...

2011 ...

...

gager, Deutschkreutz

...

Cuvée / Carnuntum

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

14 % / trocken

14 % / trocken

14 % / trocken

Lakritze, Holzkohle, Mocca, verführerisch. Espresso, dunkle Kirschen, schwarze Beeren, kräftig, lebendig, toll balanciert. Hat Saft, Kraft und Biss. www.netzl.com Vertrieb: Del Fabro, Pfeiffer, ab Hof

Blaubeeren, Schokonase, reife Noten. Würzig, schwarze Beeren, wärmendes Frucht-Säure-Spiel, schlank, straight forward. Feuriger Abgang. www.w-d-p.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Heidelbeerjoghurt, animalische Nase. Reife Früchte, Weichselkirsch, komplex am Gaumen, präsente Säure, anspruchsvoll. Zart-rauchiger Ausklang. www.weingut-gager.at Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 27

01.10.2013 14:46:30


28

w w w. g a s t . a t

oPUS EXIMUM No. 24 2011

...

RotSPoN CLASSIC

...

2011

gesellmann, Deutschkreutz

...

...

RotSPoN RESERVE

...

2011

Jurtschitsch, Langenlois

...

...

...

Jurtschitsch, Langenlois

...

Cuvée / Mittelburgenland DAC Reserve

Cuvée / Niederösterreich

Cuvée / Niederösterreich

14 % / trocken

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Dunkelfruchtig, zart animalisch, verführerisch. Heidelbeeren, Weichseln, erdig, säurebetont. Mittlerer Abgang, hat Struktur und Länge. www.gesellmann.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, ab Hof

Blutorange, kirschfruchtige Nase. Pfeffer, Muskatnuss, Zitrusnoten, fruchtig, vegetabil, noch jugendlich vibrierend. Fruchtsüßliches Ende. www.jurtschitsch.com Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

Brombeeren, Schwarzbeernektar. Würzige Frucht, Schoko, feste Säure, feine Tannine, spannungsgeladen. Schöner Trinkfluss, druckvoller Wein. www.jurtschitsch.com Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

DAS PHANtoM 2011

...

gRANDE CUVéE

...

2011

k+k kirnbauer, Deutschkreutz

...

...

SAPIDUS

...

2011

keringer, Mönchhof

...

...

...

klein Jacqueline, Andau

...

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

13,5 % / trocken

14 % / trocken

14 % / trocken

Waldduft, rauchige Nase. Ribisel, schwarze Kirsche, Zitrusnoten, erdig, fein und elegant, kühle Stilistik, mittelgewichtig. Samtig frischer Abgang. www.phantom.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Kolarik&Leeb, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

Kaffeeröster, Vanillekipferl. Dunkle Würze, Brombeeren, Lakritze, deutlich Fruchtsüße, mild, zart, balanciert. Ein Schmeichler. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

Röstaromen, rote Beeren, Rumtopf. Schwarztee, Bitterschokolade, kernige Säure, opulent mit viel Saft. Klebt lang am Gaumen, herzhaftes Finish. www.klein-wein.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

koMMENDE MAILBERg 2011

...

PURPLE CUVéE

...

Malteser Ritterorden, Mailberg

2011 ...

...

CUVéE D´oR

...

2011

Markowitsch Meinrad, göttlesbrunn

...

...

...

Schindler Franz, Mörbisch

...

Cuvée / Niederösterreich

Cuvée / Carnuntum

Cuvée / Burgenland

14 % / trocken

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Kräuterwürze, süße schwarze Beeren, Zimt. Ledrig, vitale Säure, straffe Tannine, mittlerer Körper, moderner Stil. Röstaromen zum Schluss. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Röstaromen, Mocca, Schoko. Schwarze Beerenfrucht, dichte Säure, austrocknende Tannine, komplex am Gaumen, vielschichtig, balanciert. Macht Spass. www.markowitsch.com Vertrieb: ab Hof

Blaubeerig, Zwetschkennase. Dunkle Beeren, viel Frucht und Tannine, Leder, voller Körper, ausgewogen. Legt mit Luft deutlich zu. www.weingut-schindler.at Vertrieb: ab Hof

PRIVAtkELLER - CABERNEt MERLot 2011

...

Schlumberger Robert, Bad Vöslau

...

RESERVE 2011

...

...

CHoRUS

...

Spätrot gebeshuber, gumpoldskirchen

2011 ...

...

...

Stift klosterneuburg, klosterneuburg

Cuvée / Thermenregion

Cuvée / Thermenregion

Cuvée / Thermenregion

14 % / trocken

13,5 % / trocken

14 % / trocken

Bitterschoko, schwarze Beeren. Kakao, Currywürze, weich und samtig, super Schmelz, harmonisch. Gute Länge, Schoko auch im Finish. www.privatkeller.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Döllerer, Kolarik&Leeb, Pfeiffer, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Dunkle Früchte, florale Nase. Ribisel, Zwetschke, Jasmin, holzige Noten, vielschichtig am Gaumen, sehr elegant. Fordernder Säureabgang, macht Spaß. www.spaetrot.com Vertrieb: ab Hof

Brombeeren, dunkle Würze, duftende Feigen. Rumtopf, wirkt gereift, mittragende Säure, mittlerer Körper, ausgewogen. Lang anhaltend. www.stift-klosterneuburg.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 28

...

01.10.2013 14:46:37


29

w w w. g a s t . a t

gAISSBERg

...

WoLFSJÄgER

Hofer H & M, Auersthal

...

2011

...

HEIDEBoDEN

...

2012

Juris, gols

...

...

...

keringer, Mönchhof

...

Cuvée / Niederösterreich

Cuvée / Burgenland

Cuvée / Burgenland

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

14 % / trocken

Kampfer, feinwürzige Nase. Fruchtsüßlich, rote Beeren, Zitrus, leicht herb, schlank, gut gereift. Mittelgewichtig, Preiselbeeren im Finale. www.weinguthofer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Dezente Nase, balsamisch. Leichte Fruchtnoten, Feigen, präsente Säure gut eingebunden, leichtgewichtig. Easy drinking, lebendiger Wein. www.juris.at Vertrieb: Del Fabro

Vanille, rote Beeren. Kirschen, leicht fruchtsüßlich, gut eingebundene Säure, sehr zugänglich und weich. Mittellang, süßer Abgang. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, ab Hof

gRoSSE RESERVE 2011

...

MACHRIMA

...

2010

Spätrot gebeshuber, gumpoldskirchen

...

...

CABERNEt SAUVIgNoN - MERLot

...

RESERVE 2011

Söll, gamlitz

...

...

Wegenstein, Wr. Neudorf

...

Cuvée / Thermenregion

Cuvée / Südsteiermark

Cuvée / Burgenland

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

14 % / trocken

Kräuterwürze, Kirschnase. Orangenzesten, erdige frische Frucht, sehr zugänglich, mittlerer Körper. Unkompliziertes Trinkvergnügen. www.spaetrot.com Vertrieb: ab Hof

Florale Noten, Balsam, vielschichtige Nase. Kirschmarmelade, Himbeeren, Tee, saftig, ausgewogen, mittlerer Körper, zugänglich. Feiner Säureabgang. www.weingut-soell.at Vertrieb: ab Hof

Florale Würze, dunkelbeerig. Bitterschoko, schwarze Beeren, feste Säure, dicht und lebendig. Kirschfrucht im Nachhall. www.wegenstein.at

EXPERIENCE CUVéE 2010

...

MACHRIMA

...

Heggenberger, tattendorf

2011 ...

...

...

Söll, gamlitz

...

Cuvée / Thermenregion

Cuvée / Südsteiermark

13,5 % / trocken

13,5 % / trocken

Rauchig, Schwarzbrot, überreife Nase. Rumtopf, Waldboden, adstringierend, jugendlich, etwas verschlossen. Wird mit Luft besser. www.heggenberger.at Vertrieb: ab Hof

Minze, komplexe Nase. Leicht fruchtsüßlich, Honig, frisch am Gaumen, dicht und druckvoll, lebendige Säure. Mittellanger Abgang. www.weingut-soell.at Vertrieb: ab Hof

glossar der wichtigsten Weinbeschreibungen Abgang (oder auch Nachhall): Welcher Nachgeschmack verbleibt für wie lange? Aroma: Positiver Geruch eines Weines Ausgewogen: Harmonie von Frucht, Süße, Alkohol, Säure und Gerbstoffgehalt Barrique: Üblicherweise versteht man darunter Holzfässer aus Eiche mit einem Fassungsvermögen von 225 Litern. Diese werden innen getoastet und geben deshalb an den darin gelagerten Wein einen speziellen Geschmack ab, der an Vanille und Röstaromen erinnert. Elegant: Bezeichnung für zumeist Weine von feiner Art und großer Harmonie Extraktsüße: Auch bei trockenen Weinen vorhandener süßer Geschmackseindruck knackig: Feine, frische, lebendige Säure körper: Fachbegriff für hohen Extraktgehalt, führt zu einem vollmundigen Geschmackserlebnis körperreich: Reichlich Extraktstoffe und Alkohol wirken körperreich Leicht: Gering an Alkohol sowie Extrakt Nase: Ein Synonym für Duft oder Bukett Nervig: Gutes Säure-Gerüst, trotzdem nicht spitz oder hart Pikant: Feine, aber deutlich spürbarer Säure Rassig: Lebendig, deutlich ausgeprägtere Säure

WJ_0313_017-040.indd 29

...

Rund: Harmonischer Wein ohne Ecken und Kanten Säure: Wein beinhaltet mehrere Arten von Säure, die wichtigsten sind Weinsäure, Apfelsäure und – vor allem bei Rotweinen – Milchsäure. tannin: Holzbestandteile, die aus den Traubenschalen und -kernen herausgelöst werden. Ein wichtiger Bestandteil von mittelkräftigen bis kräftigen Rotweinen. Tannine werden auch aus Eichenfässern ausgelaugt, die für die Lagerung von Wein verwendet werden. Charakteristisch ist ein pelziges, austrocknendes (adstringierendes) Gefühl im Mund, der Geschmack sollte aber nie grün oder unreif sein. trinkreife: Bester Zeitpunkt oder beste Zeitspanne für den Weingenuss. Es gibt Weine, die von einer gewissen Lagerung profitieren und an Qualität zulegen. Vegetabil: Geruchseindruck nach grünen, pflanzlichen Noten (z. B. Erbsen, Bohnen), auch grasig oder grün Vollmundig: Bezeichnung für körper- und extraktreichen Wein Weich: Mild; geringe Säure Wuchtig: Bezeichnung für schwere, körperreiche Weine mit langem Abgang Würzig: Geschmackseindruck, z. B. nach schwarzem Pfeffer

01.10.2013 14:46:42


30

w w w. g a s t . a t

CABERNEt FRANC VINCENt 2006

...

...

2011

Bründlmayer Willi, Langenlois

SoRtENVIELFALt

RoESLER BARRIQUE 2012

...

...

...

Scheiblhofer, Andau

...

Shiraz / Burgenland

14 % / trocken

14,5 % / trocken

Röstaromen, Cassis, verführerische Nase. Brombeeren, Teer, Lakritze, feine Säure, viel Extrakt, schon gut gereift. Hat Länge, runde Sache. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

Intensive Röstaromen, Tee, Vanille. Dörrobst, fruchtsüßlich, dunkle Beeren, weiche Tannine gut eingebunden, vollmundig. Sehr lang anhaltend. www.scheiblhofer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, Wedl, Morandell, ab Hof

2011 ...

...

Cabernet Franc / Niederösterreich

DEIBLHoF tAgLER BLAUBURgER

...

Amon, gobelsburg

SHIRAZ

...

SHIRAZ

...

...

100 DAYS 2011

Bründy, Feuersbrunn

...

...

keringer, Mönchhof

...

Rösler / Niederösterreich

Blauburger / Niederösterreich

Shiraz / Burgenland

14 % / trocken

13 % / trocken

14,5 % / trocken

Floral, Brombeeren, Johannisbeeren. Druckvoll am Gaumen mit Blaubeeraroma, Vanille, feurige Säure. Mittellanger Abgang, noch sehr jung, braucht Zeit. www.amon-wein.at Vertrieb: ab Hof

Milchschokolade, Himbeere. Kirsche, dezentes Frucht-Säurespiel, angenehmes Mundgefühl, beschwingt und lebendig. Saftig, süffig, langer Abgang. www.bruendy.at Vertrieb: ab Hof

Holzgeprägte Nase, Toffee. Schwarze Beerenmarmelade, Schoko, vitale Säure, geschmeidige Tannine, Kastanien hinten nach. Würziger Ausklang. www.keringer.at Vertrieb: Pfanner, WeinWolf, ab Hof

BLAUER PoRtUgIESER 2012

...

BLAUER WILDBACHER

...

Baumgartner, Untermarkersdorf

2011 ...

...

BLAUBURgER BREItEN

...

Jöbstl, Wernersdorf

2009 ...

...

...

Leopold, Wien

...

Blauer Portugieser / Niederösterreich

Blauer Wildbacher / Weststeiermark

Blauburger / Wien

13,5 % / trocken

13 % / trocken

13,5 % / trocken

Selchig, Menthol, Kirsche. Vogelbeeren, am Gaumen schlank und fruchtig, sehr süffig. Trockenfrüchte im Ausklang, lockeres Trinkvergnügen.

Rotbeerig, Himbeeren, animalische Nase. Frucht auch am Gaumen, frische straffe Säure, mürbe Tannine, gute Struktur. Mittellang. www.joebstl.eu Vertrieb: ab Hof

Würze, Wacholder, Waldboden, rauchig. Fruchtig, Ribisel, belebende Säure, rustikal, schlank. Klebt am Gaumen bis ins Finale. winzerhof-leopold.at Vertrieb: ab Hof

Thinkstock

Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 30

01.10.2013 14:46:50


31

Jakabb, Thinkstock, Archiv

w w w. g a s t . a t

Karl Steininger und Gattin Brigitta machen österreichischen Sekt international bekannt. Oben: Die Flaschen auf den Rüttelpulten werden händisch gedreht

Prickelnde Jahreszeit Es wird schon seit einigen Wochen gezählt, wie lange es noch bis Weihnachten dauert. In den nächsten drei Monaten wird am meisten Sekt verkauft und auch getrunken – die Hälfte der Gesamjahresmenge. info

W

ir haben im Vorfeld der ÖGZ-Sektcupverkostung einige Anregungen von renommierten Sektproduzenten erhalten und diese auch sehr ernst genommen. Ein besonderes Anliegen war den Erzeugern die Trennung der Verkostungsgruppen: einerseits in aromatische Rebsorten wie Gelber Muskateller, Traminer, Sauvignon Blanc und andererseits in Burgundersorten respektive Grüner Veltliner. Ausschlaggebend dafür waren Erfahrungswerte, die gezeigt haben, dass bei vorangegangenen Verkostungen häufig Perlweine aus Aromasorten besonders positiv ausfielen. Die Kostreihenfolge war deshalb so gewählt, dass auch Gleiches mit Gleichem verglichen werden konnte. Die guten Ergebnisse der klassischen österreichischen Sekte – egal ob Grüner Veltliner oder Burgundersorten – zeichnen ein Abbild der hohen Qualität am österreichischen Schaum- und Perlweinsektor. Die bewerteten Produkte zeigen in der jeweiligen Ka-

tegorie ein durchaus gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Gastronomie hat dadurch die Möglichkeit, aus einer Vielfalt an „Prickelndem“ für ihre Gäste zu wählen. Besonderes Augenmerk haben wir im Rahmen des ÖGZ-Cups auf Sekt mit österreichischer Herkunft gelegt. Dieses Thema wird branchenintern gerade heftig diskutiert (siehe auch Seite 36/37). Begriffe wie „Österreichisches Produkt“, „Österreichischer Sekt“, „Österreichischer Wein“ oder „Österreichische Qualität“ stehen im Zentrum der Debatte, da sie für den Konsumenten nur schwer nachvollziehbar sind.

klarheit Herkunft Um die Bezeichnung Österreichischer Qualitätsschaum oder -perlwein zu verwenden, bedarf es keiner staatlichen Prüfnummer. Ein Manko, das es auszumerzen gilt, will man langfristig Herkunft gewährleisten. Das Kreieren einer Art Sekt DAC steht

SEkt 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Steininger Mayer am Pfarrplatz Schlumberger Willi Bründlmayer Szigeti Szigeti Winzer Krems Weinviertler SM Pfaffl R&A Schlumberger

WJ_0313_017-040.indd 31

deshalb seit einiger Zeit im Raum. Garantierte Herkunft verlangt nach Nachvollziehbarkeit. Die Grundweine müssen aus Österreich stammen und die Veredlung (ob durch Flaschen- oder Tankgärverfahren) zum Sekt in Österreich stattfinden. Abgesehen vom Aufholbedarf in Sachen Definition und Kategorisierung ist eine erfreuliche Qualitätskontinuität bei den Sektikonen des Landes festzustellen. Die Winzersekte von Weingütern wie Karl Steininger, Willi Bründlmayer, Schloss Gobelsburg oder Reiterer, aber auch Produkte von Schlumberger oder Szigeti überzeugen auf ganzer Linie. Dass auch Spezialitäten wie Blauer Wildbacher (Schilcher) gute Aperitifs oder Essensbegleiter sein können, hat dieser Cup ebenso bewiesen. Zahlreiche Winzer haben bereits das Marktpotenzial für österreichischen Sekt erkannt und vertiefen sich in die Thematik. Ein erwähnenswertes Beispiel hierfür ist Fritz Wieningers Cuvée Katherina, die unangefochtene ÖGZ-Rosé-Weincup-Siegerin.

RoSé SEkt Grüner Veltliner Sekt brut Riesling brut Chardonnay Brut Welschriesling Brut Grüner Veltliner Brut Haus Österreich extra trocken Sauvignon Blanc Sekt brut Grüner Veltliner brut Dom Classic TFXT Brut

4 4 4 4 3 3 3 3 3 3

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Wieninger Reiterer Georgiberg Juris Hochriegl Leopold Netzl Schlumberger Feiler-Artinger Reiterer

Sektkonsum in Österreich: ca. 30 Gläser pro person pro Jahr (=rund 3 Liter pro Person/Jahr) Hier besteht noch Aufholbedarf im Vergleich mit unseren Nachbarn in Deutschland (rund 4,1 Liter pro Person/Jahr), die aber immerhin Weltmeister im Sektkonsum sind. Rund 10% der reBfläche in Österreich werden jährlich versektet. Das bedeutet, auf 9 Flaschen Wein kommt eine Flasche Sekt. Das ist auch insofern stimmig, als dass der Pro-Kopf-Verbrauch bei Wein in Österreich bei rund 30 Litern pro Jahr liegt.

SEkt gESAMt Cuvée Katharina Rosé Sekt Arunda Rosé Brut Rosé Sekt Brut Rosé Brut Sekt Rosé Albina Secco Perle Brut Rosé Brut Sekt Blaufränkisch Rosé Schilcher Sekt brut

4 3 3 3 3 3 3 3 3 3

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Steininger Mayer am Pfarrplatz Schlumberger Wieninger Willi Bründlmayer Szigeti Reiterer Georgiberg Juris Szigeti

Grüner Veltliner Sekt brut Riesling brut Chardonnay Cuvée Katharina Rosé Sekt Brut Welschriesling Brut Arunda Rosé Brut Rosé Sekt Brut Rosé Brut Sekt Grüner Veltliner Brut

4 4 4 4 4 3 3 3 3 3

01.10.2013 14:46:59


32

w w w. g a s t . a t

gRÜNER VELtLINER SEkt BRUt 2011

...

RIESLINg BRUt

...

...

...

...

Grüner Veltliner / trad. Flaschengär-

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

methode

Österreich / 12,5 %

Österreich / 13,5 %

Blutorange, opulent. Steinobst, vollmundig, schönes Mousseux, gut gereift, balanciert, elegant, sehr komplex und spannend. Toller Sekt. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

CHARDoNNAY BRUt

Mayer am Pfarrplatz, Wien

...

Bründlmayer Willi, Langenlois

Aromatischer Duft, Marillen. Holunder, pfeffrig, vollmundig, komplex, druckvoll aber elegant. Sortentypisch und nachhaltiger Ausklang. www.weingut-steininger.at Vertrieb: ab Hof

...

BRUt 2008

Steininger, Langenlois

SEkt

...

2010

...

EXtRA BRUt

...

...

Bründlmayer Willi, Langenlois

Schlumberger, Wien

...

...

Riesling / trad. Flaschengärmethode

Chardonnay / trad. Flaschengärmethode

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 12,5 %

Österreich / 11,5 %

Österreich / 13 %

Pfirsichnoten, zarte Exotik, Holunder. Viel Schaum, saftig, mineralisch, Zitrusfrucht, kernige Säure, frisch und bekömmlich. Lebendig bis zum Ende. www.pfarrplatz.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfeiffer, WeinWolf, ab Hof

Würzige Nase, Honigmelonen. Ribisel, weißfruchtig, zart rauchig, präsente Säure, vollmundig, leichte Reifenoten. Schöne Länge, guter Speisebegleiter. www.schlumberger.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, eurogast, Morandell, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Würzige Frucht, süßlicher Duft. Angenehme Perlage, getrocknete Beeren, spannendes Frucht-SäureSpiel am Gaumen, vollmundig. Gute Länge. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, WeinWolf, Schenkenfelder, Wagner, ab Hof

BRUt

...

DIE EDLE

Figl Leopold, traismauer

...

...

DER VELtLINER SEkt

DER VELtINER SEkt BRUt goldeck, Bad Vöslau

...

...

EXtRA tRoCkEN

...

...

goldeck, Bad Vöslau

...

Chardonnay / trad. Flaschengärmethode

Grüner Veltliner / trad. Flaschengär-

Grüner Veltliner / Methode Charmant

Traisental / 12,5 %

methode

Österreich / 11,5 %

Frische Semmeln, feine Nase. Fruchtig, Apfel, Minze, präsente Perlage, cremig, hat leichte Champagneraffinität. Würziges Finale. www.weingut-figl.at Vertrieb: ab Hof

Österreich / 11,5 % Mirabellen, traubige Nase. Apfel, fruchtig, lebendiges Mousseux, knackig, frische anhaltende Säure. Balancierter Zitrusabgang. www.goldeck.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, Morandell, Schenkenfelder, Metro

Banane, Apfel, Heublumen. Gelbfruchtig am Gaumen. Biskuit, cremig, mittelgewichtig. Kiwifrucht zum Abschluss, trinkfreudig. www.goldeck.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, Morandell, Schenkenfelder, Metro

kRIStALL

...

Jöbstl, Wernersdorf

gRÜNER VELtLINER BRUt ...

Pfaffl R&A, Stetten

...

...

BRUt RESERVE

...

Schloss gobelsburg, gobelsburg

...

Blauer Wildbacher / trad. Flaschen-

Grüner Veltliner / trad. Flaschengär-

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

gärmethode / Weststeiermark / 12,5 %

methode

Österreich / 12 %

Rauchig, Pfirsich, Apfel. Karamell, Toffee, interessantes Geschmacksbild, sehr cremig, zugänglich. Lang anhaltend. www.joebstl.eu Vertrieb: ab Hof

Österreich / 12,5 %

Grüner Apfel, fein duftend. Birnenaroma, Zitrusnoten, frische helle Säure, dezente Perlage, belebend. Säuerliches schlankes Finish. www.gobelsburg.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Morandell, ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 32

Hellfruchtig, Birne, reife Äpfel. Zitruswürze, Kräuter, zartbitter, vegetabile Noten, jugendlich frisch. Saftig bis zum mineralischen Finish. www.pfaffl.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Morandell

01.10.2013 14:47:05


33

w w w. g a s t . a t

DoM CLASSIC

...

tFXt BRUt 2009

SPARkLINg BRUt ...

2010

Schlumberger, Wien

...

...

RIESLINg SEkt BRUt

...

2011

Schlumberger, Wien

...

...

...

Steininger, Langenlois

...

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Riesling / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 12 %

Österreich / 11,5 %

Österreich / 13,5 %

Grüner Apfel, Kräuter, traubige Nase. Cremige Textur, lebendige Perlage, präsente Säure. Zartbitter, mittellanger Ausklang. www.schlumberger.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, eurogast, Morandell, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Honig, reifer Apfel. Kiwi, limonadig, zart grasig, viel Schaum, knackig, lebendig am Gaumen. Guter Aperitifsekt. www.schlumberger.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, eurogast, Morandell, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Stachelbeere, Grapefruit. Süße zu Beginn, weiße Ribisel, pflanzlich, zartbittere Töne, belebende frische Säure. Zartbitter im Abgang. www.weingut-steininger.at Vertrieb: ab Hof

SAUVIgNoN BLANC SEkt BRUt 2011

...

gRÜNER VELtLINER BRUt

...

Szigeti, gols

Steininger, Langenlois

WELSCHRIESLINg BRUt

...

Szigeti, gols

...

...

...

...

Sauvignon Blanc / trad. Flaschengär-

Grüner Veltliner / trad. Flaschengär-

Welschriesling / trad. Flaschengär-

methode

methode

methode

Österreich / 13,5 % Holunder, Stachelbeere. Wiesenblumen, würzig, aromatisch, kräftig und ausdrucksstark. Süßliches Finish. www.weingut-steininger.at Vertrieb: ab Hof

Österreich / 12 % Melone, süßer Apfel. Sehr schaumig und lebendig, Apfelmus, fordernd, frisch, grüne Noten, guter Körper. Lang anhaltend. www.szigeti.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Metro, ab Hof

Österreich / 12,5 % Traubig, rauchig. Kräuteraromen, leicht fruchtig, angenehme Perlage, ausgeprägte Mineralität. Kräftiges Mousseux bis zum Finish. www.szigeti.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Metro, ab Hof

CUVéE PREStIgE BRUt Szigeti, gols

...

...

...

SAUVIgNoN BLANC SEkt BRUt 2008

...

Weinviertler Sektmanufaktur, Stützenhofen

.

tRAMINER SEkt BRUt 2011 ...

...

Weinviertler Sektmanufaktur, Stützenhofen

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Sauvignon Blanc / trad. Flaschengär-

Traminer / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 13,5 %

methode

Österreich / 12,5 %

Kirsche, hellbeerig. Saftig, würzig, fruchtig, zarte Beerentöne auch am Gaumen, zurückhaltend elegant. Schöne Länge. www.szigeti.at Vertrieb: Del Fabro, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, ab Hof

Österreich / 12,5 %

Apfel, Grapefruit, Selchtöne. Wildes Mousseux, straff am Gaumen, gut eingebundene Säure. Druckvoll und nachhaltig. www.goldstueck.at Vertrieb: ab Hof

HAUS ÖStERREICH EXtRA tRoCkEN

...

gELBER MUSkAtELLER

...

Winzer krems, krems

Reifer Pfirsich, Brotrinde. Stachelbeere, Grapefruit, hohe Dosage, knochentrocken, animierend und verführerisch. Ein Sekt voller Spannung. www.goldstueck.at Vertrieb: ab Hof

...

Ziniel, St. Andrä am Zicksee

FRItZ ...

...

Limbeck, gols

...

...

Riesling / trad. Flaschengärmethode

Gelber Muskateller / Perlwein

Perlwein / Rivaner

Österreich / 12 %

Österreich / 11,5 %

Österreich / 11 %

Feuerstein, Steinobst. Apfel am Gaumen, fruchtsüß, erwärmende Säure, vollmundig, feine Perlage, balanciert. Langes Finale. www.winzerkrems.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, ab Hof

Muskattöne, traubig. Apfel, deutliche Dosage, vollmundig, süßliche Anmutung, leicht zugänglich, schöne Balance. Netter Trinkfluss. www.ziniel.at Vertrieb: ab Hof

Leichte Exotik, rauchig. Frisch und fruchtig, Birnenaroma, angenehme Perlage, leicht süßlich. Easy drinking, für warme Tage. www.limbeck.at Vertrieb: ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 33

...

01.10.2013 14:47:12


34

w w w. g a s t . a t

MALtESER BRUt

...

RIttER SEkt tRoCkEN

MAILBERgER gUtSSEkt

...

Malteser Ritterorden, Mailberg

...

Schloss Raggendorf, Prottes

BLANC DE NoIRS BRUt ...

2006

...

...

...

Schlumberger, Wien

...

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Riesling / Tankgärmethode

Pinot Noir / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 12 %

Österreich / 11 %

Österreich / 11,5 %

Würzig, fruchtig, Kräuteraroma. Präsentes Mousseux, weißer Pfeffer, pflanzliche Noten, mittelgewichtig. Angenehmes Mundgefühl. www.lenzmoser.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Wedl, Kolarik&Leeb, eurogast, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

Waldduft, mehliger Apfel. Dosage vordergründig, leicht traubig, vollmundig und breit, Süße hinten nach. Guter Druck im Abgang. www.schloss-raggendorf.com Vertrieb: ab Hof

Frische grüne Noten. Würzig am Gaumen, Biskuit, schöne Mineralität, lebendige Perlage. Guter Speisebegleiter. www.schlumberger.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, eurogast, Morandell, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

PAPAgENo BRUt 2010

...

tRAMINER SEkt BRUt

...

2011

Söll, gamlitz

...

...

MAtHÄI BRUt

...

2010

Steininger, Langenlois

...

...

...

Stift klosterneuburg, klosterneuburg

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Traminer / trad. Flaschengärmethode

Chardonnay / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 13,5 %

Österreich / 13,5 %

Niederösterreich / 12,5 %

Exotische Aromen, spannender Duft. Steinobst, leicht fruchtig, präsente Perlage, ausgewogen. Prickelnder Abgang. www.weingut-soell.at Vertrieb: ab Hof

Steinobstnoten, fruchtig, Heu. Dezentes Mousseux, Apfel, leicht süßlich, rank und schlank. Passt gut zu Desserts. www.weingut-steininger.at Vertrieb: ab Hof

Dezente Nase, traubig. Lebendiges Mousseux, Zitronenschalen, frisch am Gaumen, eher säurebetont. Mittelgewichtig, herausfordernd. www.stift-klosterneuburg.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

BLANC DE BLANCS BRUt 2010

...

CLASSIC BRUt 2008

...

Szigeti, gols

...

...

Weinviertler Sektmanufaktur, Stützenhofen

...

...

Chardonnay / trad. Flaschen-

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

gärmethode / Österreich / 12,5 %

Österreich / 12,5 %

Pfirsichschale, Heu. Fruchtig am Gaumen, vibrierende Säure, sehr trocken, apfelig, druckvoll. Zitrusabgang. www.szigeti.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfeiffer, ab Hof

Würzige Nase, Kiwi. Aromatisch, pfeffrig, feine Säure, schnell zugänglich. Mittelgewichtig und rascher Abgang. www.goldstueck.at Vertrieb: ab Hof

geschmacksbezeichungen bei Sekt Restzuckergehalt 0-6 g/l bis 12 g/l 12-17 g/l 17-32 g/l 32-50 g/l über 50 g/

Jakabb

Bezeichnung extra brut / brut nature / extra herb herb / brut extra trocken / très sec / extra dry trocken / sec / dry / secco halbtrocken / demi sec / medium dry mild / dolce / doux / sweet

WJ_0313_017-040.indd 34

01.10.2013 14:47:19


35

w w w. g a s t . a t

Sekt schmeckt ± vorher, nachher und zwischendurch Sekt ist nicht nur ein herrlicher Aperitif und Speisebegleiter, der prickelnde Wein bietet sich auch in der Küche als geschmackliche Ingredienz bei so mancher Speise wie Suppen, Saucen, Cremen, Sorbets, Fruchtdesserts und Co an. Dazu sollte – gut gekühlt – der passende Sekt kredenzt werden.

Im Vakuum pochierte Seeforelle

Michael Sicher

trüffelsc

haumsüp

pc

hen mit ö iz Hotel ± F s ter r eic h lorian Wern ischem S er ekt Zutaten fü r 4 Person en : 3 Schalott gerüstet), en (geschä 300 ml öst lt), 50 g B erreichisch 1 Gewürzsä utter zum er Sekt, 2,5 ckchen (m Anschwitze l G emüse-Hü it G n, 50 g La 350 ml öst ewürznelk hnerbrühe, uch (grün erreichisch en, Lorbee 2 Prisen S , r, zerdrück er Sekt, 40 alz, 200 g ten Pfeffer g Butter zu Vollrahm, körnern u m Aufmon nd Fenchel tieren samen), Schalotten feinhacken und diese feinschnei in Butter a den und m ndünsten. itdünsten löschen un Lauch , anschließ d Gemüse en d mit Sekt -H ühnerbrüh zen und au abe beigeben f ein Drittel , mit Salz w einreduzier Vollrahm ü ren. Anschli aufgießen eßend mit , das Gewü Minuten m dem rzsäckchen itziehen la beigeben u ssen. Das passieren, nd 15 Ganze durc mit Sekt v h ein Spit o llenden un sen. Zum zs ieb d 10 Minu Abschluss ten ziehen mit der B aufmontier la utter mit sen, den da einem Sta bei entsta in den Tel bmixer ndenen Sch ler beigeb aum als L en und m trüffel voll etztes it feingeh enden. obeltem S ommerArlberg Hos p

auf Sektrisotto und Saiblingskavi ar

Zutaten für 4 Personen: 2 Schalotten (feingehackt), 20 g Butter, 200 g Carn aroli-Risottoreis (Aquarello), Riesling Sekt, 500 ml Gemüseb rühe, Olivenöl, Pernod, Seeforelle, 4 Seeforellenfilets (entgrätet), Zitronensaft, Olivenöl, 4 EL Saue rrahm, 40 g Saiblingskaviar

Bas , Chili und n e z il p in te mit S

Sektkutteln Stiegl

ilikumkres

se

, itten, Butter ünn geschn d , ch u ft La , Sa zeste, livenöl lz, Limetten ocht, 3 El O ilischote, Sa tteln, vorgek h u C K 1 g asilikum, e, B 0 n e, 50 h li : r (Petersi kt, 2 EL Sa Personen te 4 Se u r é rä fü K os n R e te e kt ta ch Zu L gehac , 1 Flas einpilze, 1 E , geschnitten en, 4 Stück St 2 Schalotten er be n er ap ette, 12 K . ikumkresse aus einer Lim eichkochen mesan, Basil ar P n te el en Wasser w ob h en lz ge ), sa in ei ge lb en Sa halott Olivenöl im hneiden. Sc Kutteln mit in Streifen sc d n en. Etwas u h sc en lö ss la ßwein ab ei W Auskühlen it m d n beifügen hwitzen un n. Die Kuttel be ge Butter ansc u az d e chote, Limet ssen. Sahn ssen. Chilis la einkochen la n el éch os R kö uss Minuten it einem Sch und circa 15 itkochen. M m rz ku te es Z tensaft und it gehackten en. d en ll vo anbraten. M kt öl n Se ve li pO in in einem Su erteln und en. Kutteln rz ü Steinpilze vi w an en es er m it Par d Kapernbe auflegen, m Kräutern un einpilze dar St , n te ch ri penteller an reuen. mkresse best und Basiliku

± Max Gut Purbach

WJ_0313_017-040.indd 35

BUCHtIPP

Pichler Verlag [4]

Feingehackte Schalotten in Butter anschwitzen und den Risottoreis kurz mitschwenken. Mit Riesling-Sekt ablöschen und mit einem Teil der Gemüsebrühe aufgießen, leich t köcheln lassen und unter ständigem Rühren immer etwa s von der Gemüsebrühe hinzufügen. Kurz vor dem Anrichten mit einem Schuss Olivenöl und Ries ling Sekt zu einer sämigen Masse rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Seeforellenfilets zu 4 Röllchen form en und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Mit einem Schuss Olivenöl einzeln in Vakuumbeuteln vakuumieren und bei 95 Grad 3 bis 4 Minuten im Dampf garen. (Wenn kein e Vakuumiermöglichkeit besteht, die Röllchen einzeln in Klar sichtfolie wickeln und diese an beiden Enden fest zusamm endrehen.) Zuerst den Risotto in 4 tiefe Telle r verteilen. Die Forellenröllchen in die Mitte setzen, den Saue rrahm und den Saiblingskaviar mit dem Löffel daraufge ben.

Iva Svec: ¹ Sekt aus Österreichª Prickelnder Genuss aus Küche und Keller, Pichler Verlag ISBN 978-3-85431-566-7 Preis: 29,99 Euro In zahlreichen Geschichten, Rezepten und Anekdoten rund um den Schaumwein wird der Leser auf unterhaltsame Art in die Welt des prickelnden Genusses entführt. Die Sektkellereien und Topwinzer Österreichs zeigen, dass sie nicht nur Spitzenkreszenzen keltern, sondern auch große Genießer sind. Österreichs Haubenköche verführen dazu mit köstlichen Rezepten und verraten kulinarische Tipps für Genießer unter dem Motto „Was Sie schon immer über Sekt und Speisen wissen wollten“.

01.10.2013 14:48:35


36

w w w. g a s t . a t

Sekt ± quo vadis? Bisher wurde wenig Wert auf eine klare Positionierung des schäumenden Genussproduktes gelegt. Dieses Versäumnis nimmt die Sektbranche nun in Angriff – gerade noch rechtzeitig, um das prickelnde Image zu retten. Text: Bernadette Pesendorfer

Szigeti

Beim Thema Sekt knallen innerhalb der Branche nicht nur die Korken. Über einen Punkt ist man sich jedoch einig: Der österreichische Sekt gehört ins Rampenlicht gerückt. Die Brüder Peter und Norbert Szigeti von der gleichnamigen Sektkellerei fangen damit schon einmal an

Info

J

traditionelle Flaschengärung

eder Gast kennt die Frage, die oft am Beginn eines Essens gestellt wird: „Zum Aperitif vielleicht ein Glas Sekt?“ Wer mit Ja antwortet, wird entweder von einem in Massen produzierten „EUProdukt“ enttäuscht oder von einem hochwertigen heimischen Winzersekt überrascht. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass Gastronomen oft zögern, Winzersekte glasweise anzubieten. Von der Mannigfaltigkeit des Produktes Sekt abgeschreckt, wählen Gäste lieber klar positionierte Produkte wie Champagner oder Prosecco. Das Wort Sekt hat durch die Flut an günstigen industriellen Erzeugnissen enormen Imageschaden erlitten. Ein lagenreiner, flaschenvergorener Sekt eines österreichischen Qualitätsbetriebs wird eben genauso als Sekt vermarktet wie ein Billigstprodukt aus Deutschland, das um weniger als zwei Euro beim Diskonter zu finden ist. Einen weiteren Negativaspekt, der zur Verunsicherung der Konsumenten beiträgt, bringen jene Produkte aus zugekauften EU-Grundweinen, die unter der Österreich-Fahne vermarktet werden. Dieses Positionierungsproblem liegt den heimischen Qualitätssekterzeugern natürlich schwer im Magen.

schaUmWein: mindestens

DAC ¹ Schaumwein Österreichª ?

9,5%-Vol. Alkohol, mind. 3 bar

„Durch EU-Gesetze hat der Konsument den Nachteil, dass die Kennzeichnungspflicht nicht mehr eindeutig und klar regelt, woher das Produkt ist. Seit kurzem darf Sekt aus ausländischem Wein, wenn er in Österreich versektet wurde, als ‚Hergestellt in Österreich‘ bezeichnet werden. Und es geht auch andersherum: Wenn österreichischer Wein irgendwo in der EU versektet wird, kann er sich auch als ‚echter Österreicher‘ ausgeben“, schildert Peter Szigeti die Rechtslage. Gemeinsam mit seinem Bruder Norbert betreibt er im nordburgenländischen Gols eine Sektkellerei, die sich auf die traditionelle Flaschenvergärung spezialisiert hat und seit Jahren erfolgreich Lohnversektung anbietet. Als möglicher Lösungs-

In Österreich werden pro Jahr rund 24 millionen flaschen Sekt und Schaumwein verkauft. Der Begriff Sekt ist auch in Deutschland und der Schweiz zulässig. seKT (= QUaliTäTsschaUmWein): natürliche Kohlensäure mit einem Druck von mind. 3,5 bar, mind. 10%-Vol. Alkohol, bei Flaschengärung mind. 9 Monate, bei Tankgärverfahren mind. 6 Monate für die gesamte Herstellung (inkl. Reifung) haUerseKT: entspricht dem für Deutschland geschützten „Winzersekt“, Qualitätsschaumwein mit geschütztem Ursprung,

natürlicher Kohlensäure perlWein: zwischen 1,0 und max. 2,5 bar CO2-Druck, mind. 7%-Vol. Alkohol, Kohlensäure aus natürlicher Gärung oder künstlich zugesetzt

Quelle: WIFI

Der „TaG des ÖsTerreichischen seKTes“ findet heuer zum dritten Mal am 22. oKToBer statt. Mehr Infos unter: www. tagdesoesterreichischensekts.at

WJ_0313_017-040.indd 36

ansatz für eine Höherpositionierung wird die Eingliederung des Sektes in das beim Wein so erfolgreiche DAC-System angedacht. Daher wurde im Frühling 2013 das „Regionale Schaumwein-Komitee Weinland-Steirerland“ gegründet. Zwölf Fachleute aus Sektindustrie, Nahrungs- und Genussmittelindustrie und Landwirtschaft, darunter auch Peter Szigeti, wurden vom Landwirtschaftsminister in das Komitee berufen. Klar ist, dass die Herkunft eine wesentliche Rolle spielt und sich besser und teurer vermarkten lässt. Bestes Beispiel hierfür sind Champagner oder Prosecco, deren Name eine klare Erwartungshaltung beim Kunden weckt. Diese Produktsicherheit soll mit dem DAC gewährleistet werden. „Der DAC würde garantieren, dass Sekt aus 100 Prozent österreichischem Wein besteht, der zu 100 Prozent in Österreich versektet worden ist. Auch können wir mit dem DAC marketing- und werbemäßig viel gezielter an den Konsumenten herantreten. Wichtig ist, dass wir aktiv an der Zukunft des österreichischen Sektes mitgestalten“, erklärt Peter Szigeti. Zurzeit wird eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet, die die Qualitätsparameter erarbeitet. Es gibt laut Szigeti schon viele Ideen, aber jeder hat – je nach seiner Betriebsphilosophie – eine andere, und diese sind auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. „Wir arbeiten daran, dass wir alle Winzer vertreten und sind auch mit jenen Sektproduzenten im Gespräch, die nicht im Komitee sind, um deren Wünsche zu berücksichtigen“, so der Golser Sektproduzent. 2014 werden die ersten Vorschläge und Ergebnisse präsentiert.

Positionierung und Image heben Nachdem die Sektbranche ab 2014 auch einen Marketingbeitrag an die Österreichische Weinmarketing GmbH (ÖWM) bezahlt, erhoffen sich die Produzenten mehr Mitspracherecht und zielgerichtete Marketingmaßnahmen für ihre Erzeugnisse.

Ist der DAC die richtige Positionierungsschiene für Schaumwein? Diese Frage haben wir dem Mister DAC und Geschäftsführer der ÖWM, Willi Klinger, gestellt. „Zur Herkunftsdebatte muss ich sagen, dass jeder höher positionierte und exklusive Wein ein in der Herkunft genau definierter Wein ist, wie die Paradebeispiele Burgund, Bordeaux oder Champagne zeigen. Sie alle werben mit der Herkunft, denn ohne Herkunft gibt es keine Spitze. Das ist meine Botschaft an die Sekterzeuger“, unterstreicht Klinger. Eine Höherpositionierung ist für den ÖWMChef wichtig und möglich, auch weil Sekt eine nicht unwesentliche kulinarische Funktion innehat. Der DAC-Gedanke hingegen liegt für ihn nicht auf der Hand: „Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, aber ein Schaumwein-DAC wird schwierig. Ein DAC muss ein abgegrenztes Gebiet sein – wie bei Champagner oder Franciacorta – und kann nicht ganz Österreich umfassen.“ Klinger spricht sich für eine Verschärfung der Sektkriterien aus – die österreichische Herkunft muss seiner Ansicht nach garantiert sein. Auf diese Basis aufbauend, könne je nach Aufwand in der Produktion (Flaschenvergärung, längere Reife etc.) auch ohne DAC eine Höherpositionierung erreicht werden. Neben der eindeutigen Positionierung gilt es aber auch, das Image zu heben. „Die Hauptproblematik derzeit ist, dass das Wort Sekt durch die Preiskämpfe der Sektproduzenten in Grund und Boden gefahren wurde. Die Frage ist, ob man das Wort Sekt marketingtechnisch rehabilitieren kann oder einen anderen Begriff finden muss“, so Klinger abschließend. Das österreichische Qualitätsprodukt Sekt hat in jedem Fall mehr Wertschätzung und ein seriöses Preisniveau verdient. Mit oder ohne DAC – das Bemühen der Sektproduzenten ist erfreulich, und obwohl noch viel Arbeit vor ihnen liegt, bedeuten die Ergebnisse für den Konsumenten im Optimalfall Transparenz und Herkunftssicherheit.

01.10.2013 14:48:39


37

Die Steiningers sind sehr innovativ – nicht nur was Sekt und neuerdings Lagen anbelangt, sondern auch in Sektaccessoires für Sektfans. Jakabb

Thinkstock

w w w. g a s t . a t

Was draufsteht, muss drin sein! Ein kritisch-konstruktiver Gedankenaustausch mit Karl Steininger über die heimische Schaumweinsituation. Der Fokus liegt dabei auf Herkun und Qualität: Von der Vergangenheit bis in die Zukun. Text: Alexander Jakabb

Ö

Österreichischer Wein hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten selbst zur Marke gemacht. Beim Sekt ist genau das Gegenteilige passiert: Vor 25 Jahren gab es von den großen heimischen Produzenten hochwertige Sektmarken, die eine eigene Markenphilosophie etabliert haben und auch hochpreisig verkau wurden. Der Stellenwert des Sekts hat sich bei den Konsumenten im Wandel der Zeit verändert. Prickelnder Wein wurde einfacher und günstiger produziert, beim stillen Bruder die Qualität stetig erhöht. Der internationale Druck mit Prosecco und Cava wurde größer. Der deutsche Markenführer Henkell war mit sehr aggressiver Preispolitik unterwegs. Da können kleinere Betriebe kaum mithalten.

Frizzante sta Prosecco Für den Langenloiser Winzer Karl Steininger wäre es schön, wenn die Marke „Österreichischer Sekt“ wieder gestärkt wird, und unterschiedliche Anbieter auch zwischen der Produktion von Basisprodukten, miel- und hochwertigen Produkten wählen könnten. Der Kunde weiß über die Unterschiede der Sektqualität einfach wenig – oder noch gar nicht – Bescheid. „Ein Sekt ist ein Sekt!“, wird o gesagt. Im Prinzip kennen die wenigsten den Unterschied zwischen Sekt und Prosecco. Ein Frizzante vom Grünen Veltliner oder Muskateller könnte den Prosecco in Österreich mit Leichtigkeit ablösen. Nur bezweifelt Karl Steininger, dass das Aromatisieren von Schaum- und Perlwein bzw. die Platzierung im un-

WJ_0313_017-040.indd 37

tersten Preissegment der richtige Weg ist. Österreich hat die Aulärungsarbeit über Schaumweine leider verabsäumt. Beim Wein kennt man Winzer und unterscheidet verschiedene Lagen. Um das nachzuholen, war es längst an der Zeit, ein Zusammenrücken der Sekthersteller zu bewirken.

Etikeenbezeichnungen klären Aus diesem Grund wurde heuer im April ein österreichisches Sekt-Komitee ins Leben gerufen. Dieses ist vergleichbar mit den zwölf bestehenden regionalen Weinkomitees – wie das Weinviertel, Kamptal oder die Thermenregion –, hat aber einen Wirkungsbereich für ganz Österreich. Als erster Vorsitzender wurde Herbert Jagersberger von der Sektkellerei Schlumberger gewählt. Zahlreiche Aufgaben stehen an, unter anderem die Bezeichnung auf den Etikeen der Sektflaschen. Sie geben derzeit kaum Auskun über ihren Ursprungswein. Geschützter Ursprung muss dokumentiert sein, um die Marke „Österreichischer Sekt“ am Markt zu etablieren. Es gäbe die Möglichkeit „DAC Sekt“ und „DAC Reserve“ anzudenken. Beim Wein steht eine offizielle Behörde dahinter, die dann eine gesetzliche Prüfnummer vergibt. Karl Steininger ist sich nicht ganz sicher, ob Sekt in Österreich unbedingt „Sekt“ heißen muss – ein spannendes Diskussionsthema! Wenn ein österreichischer Wein im Ausland „versektet“ wird, kann und sollte nur noch „EU“ als Herkunsbezeichnung verwendet werden. Laut Karl Steininger ist die der-

zeit verwirrende Faktenlage Grund für die Verunsicherungen beim Konsumenten. Die Gastronomie und Hotellerie sind wichtige Partner für die heimischen Sektproduzenten. Sommeliers und Servicemitarbeiter könnten ebenso helfen, Sekt wieder populär zu machen. Das beginnt schon in den Weinkarten, wo der Bereich Schaumwein noch informativer für den Gast dargestellt werden kann. Vor allem ist die professionelle Beratung beim Gast mitentscheidend. Bei einer Prosecco-Bestellung könnte ein Glas oder eine Flasche österreichischer Sekt genauso empfohlen werden. Prosecco hat sich besonders bei den weiblichen Gästen so ins Unterbewusstsein manifestiert, dass als Aperitif meist wie aus der Pistole geschossen der Perl- oder Schaumwein aus dem Veneto bestellt wird.

Sektbegleitung zum Menü Innovativ wären auch spezielle Sektmenüs. Das breite Spektrum an Rebsorten von Welschriesling über Grüner Veltliner, Aroma- und Burgundersorten bis zu Cuvées nach traditioneller Flaschengärmethode bietet sich zur Speisenbegleitung ebenso an wie bei einer klassischen Weinbegleitung. Der Sektmarkt bietet viel Platz für Neues. Durch Spezialitäten könnte sich Österreich neben dem Heimmarkt auch international einen Namen machen. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch: Wo Österreich draufsteht, muss auch Österreich drin sein – österreichische Trauben in Österreich gekeltert und versektet.

info Seit 1989 beschäftigt sich KARL STEININGER, Langenloiser Winzer, mit der Versektung seiner Weine nach der TRADITIONELLEN FLASCHENGÄRMETHODE. Zwischenzeitlich zählt der Betrieb zu den renommiertesten Erzeugern von hochqualitativen SORTEN- UND JAHRGANGSREINEN SEKTEN des Landes. Von Massenproduktion oder austauschbaren Geschmacksbildern hält der Kamptaler gar nichts. Seit einigen Jahren setzt Steininger auch auf LAGENSEKT, der erste – ein Riesling Heiligenstein 2008 – spricht für sich.

01.10.2013 14:53:19


38

w w w. g a s t . a t

CUVéE kAtHARINA RoSé SEkt

SEkt BLAUFRÄNkISCH RoSé 2011

...

...

...

Bründlmayer Willi, Langenlois

...

...

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 12,5 %

Österreich / 12 %

Florale Noten, sehr fruchtig. Zartes Beeren- und Kirschenaroma, vibrierende Säure, frisch, anregend, lebendig, fein. Ewig lange. www.wieninger.at Vertrieb: Morandell, ab Hof

Rotes Fleisch, beerig. Himbeerfrucht, blättrig, balsamisch, straff und säurebetont, sehr trocken. Klebt lang am Gaumen. www.bruendlmayer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Döllerer, Pfeiffer, WeinWolf, Morandell, Schenkenfelder, Wagner, Vergeiner, ab Hof

RoSé SEkt BRUt

...

BLAUER MUSkAtELLER

georgiberg, Berghausen

Feiler-Artinger, Rust

BRUt RoSé

...

Wieninger, Wien

RoSé SEkt

...

...

...

RoSé SEkt BRUt 2011

...

...

georgiberg, Berghausen

...

Blaufränkisch / trad. Flaschen-

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Blauer Muskateller /trad. Flaschen-

gärmethode / Österreich / 12 %

Österreich / 13,5 %

gärmethode / Österreich / 12,5 %

Dezente Nase, Erdbeere. Grüner Pfeffer, saftig, angenehme Perlage, bekömmlich. Feuriges Finish. www.feiler-artinger.at Vertrieb: ab Hof

Beerenröster, würzig. Pikant, Rotweincharakter, sehr fruchtig, erwärmende Säure, viel Saft im Mund. Eigenwillig aber spannend. www.weingut-georgiberg.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

Florale Noten, beerig. Kräuterwürze, pflanzliche Noten, muskatartig, balsamisch, balanciert. Ausdrucksstarker Rosésekt. www.weingut-georgiberg.at Vertrieb: Del Fabro, ab Hof

RoSé

...

SCHILCHER SEkt

Hochriegl, Wien

...

2011

...

RoSé BRUt SEkt

...

2009

Jöbstl, Wernersdorf

...

...

...

Juris, gols

...

Cuvée / Methode Charmant

Blauer Wildbacher / trad. Flaschen-

St. Laurent / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 11,5 %

gärmethode / Österreich / 12,5 %

Burgenland / 12,5 %

Nougat, Kirsche. Hohe Dosage, leicht süßlich, druckvoll am Gaumen, sehr gefällig, rund. Mittlerer Körper, rasches Finish. www.hochriegl.at Vertrieb: Del Fabro, Döllerer, Pfeiffer, Morandell, Metro

Malzig, Beeren. Interessantes Geschmacksbild, Chutney, pikant, warme Säure bis zum Schluss. Typisch Schilcher. www.joebstl.eu Vertrieb: ab Hof

Rharbarber, reife rote Beeren. Würzig, Camparinoten, zartbitter, angenehme feine Perlage, kräftiger Stil. Langer Abgang. www.juris.at Vertrieb: ab Hof

ALBINA SECCo Leopold, Wien

...

...

PERLE BRUt

...

Netzl, göttlesbrunn

ARUNDA RoSé BRUt ...

Reiterer, Weis

...

...

Cuvée / Perlwein

St. Laurent / trad. Flaschengärmethode

Blauer Wildbacher / trad. Flaschen-

Österreich / 11,5 %

Carnuntum / 13 %

gärmethode / Österreich / 13 %

Floral, Flieder, Beeren. Leicht süßlich, Cassis, Erdbeere, rund und ausgewogen, zugänglich, mittelgewichtig. www.winzerhof-leopold.at Vertrieb: ab Hof

Fleischig, helle Kirschen, elegante Nase. Vollmundige rote Beerenfrucht, pikant, würzig, feingliedrig, angenehmes Mousseux. Trinkfreudig. www.netzl.com Vertrieb: ab Hof

Erdbeeren, helle Schokolade. Zitruszesten, Beeren, gleich zugänglich, balanciert, tragende Säure bis zum Schluss. Lang anhaltend. www.weingut-reiterer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, WeinWolf, eurogast, Morandell, Metro, ab Hof

WJ_0313_017-040.indd 38

01.10.2013 14:48:50


39

w w w. g a s t . a t

SCHILCHER FRIZZANtE Reiterer, Weis

...

...

SCHILCHER SEkt BRUt 2012 Reiterer, Weis

...

RoSé BRUt

...

2011

...

...

...

Schlumberger, Wien

...

Blauer Wildbacher / Frizzante

Blauer Wildbacher / trad. Flaschen-

Pinot Noir / trad. Flaschengärmethode

Österreich / 11 %

gärmethode / Österreich / 11,5 %

Österreich / 11,5 %

Kräuterwürze, Brombeergelee. Erdbeeraroma, Heidelbeeren, süßsäuerlich, zitronige Säure, zugänglich. Passt zu Fruchtdesserts. www.weingut-reiterer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, WeinWolf, eurogast, Morandell, Metro, ab Hof

Beerenaroma. Fruchtsüß, bekömmlich, etwas zuckerlhaft, geradlinig, angenehmes Mundgefühl. Beeriges Finale. www.weingut-reiterer.at Vertrieb: Del Fabro, Kastner, Pfanner, Wedl, Pfeiffer, WeinWolf, eurogast, Morandell, Metro, ab Hof

Vegetabile Noten, angenehme Beerennase. Vordergründige Perlage, gut eingebundene Säure, frisch und ausgewogen. Guter Trinkfluss. www.schlumberger.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, eurogast, Morandell, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

CoNtADoR RoSé 2011

...

goLDStÜCk RoSé

...

...

RoSé SECCo

Weinviertler Sektmanufaktur, Stützenhofen

Wegenstein, Wr. Neudorf

...

...

Schlumberger, Wien

...

...

Cuvée / trad. Flaschengärmethode

Zweigelt / trad. Flaschengärmethode

Pinot Noir / trad. Flaschengärmethode

Burgenland / 11,5 %

Österreich / 12,5 %

Österreich / 11,5 %

Beerenröster, Balsamico. Rote Beeren auch am Gaumen, Feigen, Himbeere, füllig, frisch, ausgewogene Dosage, vollmundig. www.wegenstein.at

Zarte Kirschtöne, Himbeere. Frisch und fruchtig, Himbeersirup am Gaumen, ausgewogen, mittelgewichtig. Feminine Ausführung, interessant. www.goldstueck.at Vertrieb: ab Hof

Pflanzliche Würze, Mandeln. Kirsche, rote Früchte, süßlich, etwas breit, hohe Dosage, wie Himbeerkracherl. Mittlerer Körper. www.schlumberger.at Vertrieb: Del Fabro, Wedl, Döllerer, Pfeiffer, eurogast, Morandell, Schenkenfelder, Metro, ab Hof

ISABELLA 2012

...

3|13

...

Söll, gamlitz

...

Isabella / Frizzante Österreich / 10,5 % 4. ÖgZ Weincup 2013 Gereifte Weißweine & Sußweine

Aus der neuen Weinwelt Argentinien & Chile

Im Brennpunkt Heimische Destillate

Thinkstock

Erdbeeraroma, dropsig. Reife Erdbeeren auch am Gaumen, leicht süßlich, zuckerlhaft, präsente Säure. Eigenwillig. www.weingut-soell.at Vertrieb: ab Hof

SPANNENDE INHALtE IN DER

nächsten Ausgabe ERSCHEIN UNgStERMIN: 13. DEZEMBER 2013

WJ_0313_017-040.indd 39

01.10.2013 14:48:55


40

w w w. g a s t . a t

Champagne-Botschafterin 2013 käse-&-Wein-Happy-Hour

Bureau du Champagne

Bewegte Bilder

Popup Media

Mehr als 150 Besucher folgten dem Ruf ins Grosswerk und konnten aus reichhaltigem Angebot die persönlichen Lieblingskombinationen aus Heumilchkäse, Weißwein der Premiumweingüter Weinviertel und Rotwein der Vitikult-Winzer genießen. Gereifter Weißwein stellte sich ebenso als vorzüglicher Käsebegleiter heraus wie auch gut strukturierte Rotweine. François Laliberté (Restaurant François im Vierzehnten) verwöhnte die Gäste zusätzlich mit feinen Kreationen aus Ziegenfrischkäse, Ziegencamembert und Bergkäse.

Seit 2005 sucht der europäische Wettbewerb der Champagne-Botschafter die besten ChampagneAusbilder Europas. Das Comité Champagne in Épernay vergibt den europäischen Titel heuer zum neunten Mal. Österreich wird dieses Jahr von Christine Mayr, Lektorin an der Weinakademie Rust und Referentin der Südtiroler Sommeliervereinigung, im europäischen Finale vertreten werden. Die Fachjury und die österreichischen Finalisten 2013 (v. l.): Annemarie Foidl, Peter Ladinig, Alexander Magrutsch, Christine Mayr, Johannes Rauch, Werner Schnabl, Elisabeth Eder und Christian Josephi.

Österreich ist gleichermaßen Genuss- und Kulturland: Diese Überzeugung zieht sich wie ein roter redaktioneller Faden durch die 15 Folgen der Serie „Weine.Winzer.Wege. – WeinKultur in Österreich“, die wöchentlich gegen 17.30 Uhr auf ORF III ausgestrahlt wird. Die typischen Weine und Winzer, die Terroirs und Traditionen der 15 Weinbauregionen Österreichs stehen im Zentrum der Serie und werden um kulturelle und touristische Highlights ergänzt. Im Bild: Bernhard Ott aus Feuersbrunn/Wagram.

M.Curin

F.Sabha

Junge Winzer auf dem Berg Im Rahmen des Jungwinzertreffens versammelten sich rund 25 aufstrebende und bereits bekannte Winzer auf dem Arlberg. Das von Familie Lucian heuer zum dritten Mal im Burghotel in Oberlech initiierte Treffen brachte junge Winzer und Weininteressierte zum Austausch und (Blind-)Verkosten zusammen. Das dreitägige Event endete mit einem Hüttenabend auf der Kriegeralp, die Vorarlberger Schmankerln bereitete Hausherr Gerhard Lucian persönlich zu.

4.000 v. Chr. hat man den Wein den Göttern geopfert, heute weiß man, wie gesund es ist, diesen selber zu trinken. Beim Infrarotkabinenhersteller Physiotherm in Thaur referierte die ärztliche Leiterin der Therme Geinberg, Dr. Nicole Harfmann, über die Rotweinmedizin. Erfreuen sich am „gesunden“ Wein (v. l.): Peter Embacher (Physiotherm), Silvia Pelzer (Vinoble Cosmetics), Daniela Pfeifer (Diätologin), Helmut Pramstaller (Diogenes Fass Design), Dr. Nicole Harfmann und Dietmar Meraner.

Eberharter

Heilmittel Wein und Wärme

Zwei neue Sektprofis am Werk

Kattus

Mit zweifacher Frauenpower verstärkt Kattus ab sofort das Marketingteam. Sophie Kattus und Miriam Mittelmeier werden Geschäftsführer Philipp Gattermayer künftig bei der Betreuung hauseigener Produkte aus dem Schaumweinbereich und namhafter Vertriebsmarken tatkräftig unterstützen. Beide steigen als Junior-Brand-Managerin in das Unternehmen ein. Die Kattus-Geschäftführer Philipp Gattermayer (l.) und Andreas Ruhland mit Sophie Kattus (2. v. l.) und Miriam Mittelmeier.

R.Schmied

Wien, Wien ± nur du allein

WJ_0313_017-040.indd 40

Der Vinothekar Michael Mainardy kann aus den Vollen schöpfen, denn Wien verfügt über rund 700 Hektar Rebfläche und 230 Winzer. Durch die Spezialisierung seiner Weinbar „Wieno – Wines of Vienna“ wurde diese nun zu Wiens einziger Gebietsvinothek ernannt. Stoßen – natürlich mit Wiener Wein – auf die neue Gebietsvinothek an (v. l.): Herbert Schilling (Weingut Schilling, Vizepräsident der Wiener Landwirtschaftskammer), Willi Klinger (ÖWM-Chef), Patron Michael Mainardy und Georg Wailand (Weingut Wailand, Kochefredakteur der „Kronen Zeitung“).

01.10.2013 14:48:59

Wein Journal 03/13