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Einzelpreis: 6,90,-

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JUN.13

bauen Édouard François | wiesflecker-architekten SANAA | Wolfgang Meraner Barbara Lanz | Martin Mutschlechner UNStudio | Pilz Architektur

forschen Algenbioreaktorfassade

entwickeln Metall | Faserzement | Aluminium Verbundplatten | Putze | Glas Porenbetonstein | Schiebeläden


Erste zertifizierte Alu-Aufsatzkonstruktion als Vertikalfassade und als Lichtdach

PaSSIV HaUS INSTITUT Dr. Wolfgang Feist

Schüco Fassade AOC für Vertikalfassaden und Lichtdächer.

Die neuen Schüco Aufsatzkonstruktionen AOC in 50 mm oder 60 mm Systembreite auf Holz (TI) oder auf Stahl (ST) vereinen energieeffizientes Bauen mit rationellster Fertigung und Montage. Die Passivhaus zertifizierten Konstruktionen zeichnen sich durch neue Abdichtungskomponenten ohne Dichtmitteleinsatz sowie optimale Lastabtragung für Glaslasten bis über 1.000 kg aus und eignen sich besonders für Lichtdachkonstruktionen und großflächige Vertikalfassaden. In Kürze wird das System um eine Structural Glazing-Variante auf Passivhausniveau sowie die Schüco AOC 75.SI auf Stahl oder Holz mit 75 mm Bautiefe erweitert. Für nähere Informationen bzw. Unterstützung kontaktieren Sie Ing. Stephan Messner: s.messner@alukoenigstahl.com, tel 01/98 130-266 oder www.alukoenigstahl.com


gemeINSam Am 29. Mai 1953 fand die erstbesteigung des Mount everest durch edmund Hillary und Tenzing Norgay statt. Reinhold Messner, der 25 Jahre später gemeinsam mit Peter Haberler den everest, die „Mutter des Universums“, wie der höchste gipfel der Welt auf Tibetisch heißt, als erster ohne zusätzlichen Sauerstoff erklomm, antwortete kürzlich auf die Frage nach der Bedeutung, wer nun wirklich vor 60 Jahren der erste auf dem gipfel war: „Wenn Stunden oder Tage dazwischenliegen, ist das ein messbarer Unterschied. In einer Seilschaft gibt es keinen Unterschied. Da gehe ich gemeinsam weg, bin ich gemeinsam unterwegs, komme ich gemeinsam an.“ gemeinsam, das sollten auch wir, die wir nicht oder nur selten in vergleichbare Höhen gelangen, uns ein wenig bewusster machen, denn gemeinsam sollten wir auf unserem Planeten so einiges angehen. letztlich bilden ja auch wir doch nichts anderes als eine – zugegeben etwas größere – Seilschaft. eine zweite Meldung beschäftigte jüngst die Medien: Forscher der Nasa belegen, dass die erderwärmung erstmals seit 15 Jahren zu ruhen scheint. Seit 1998 hat sich der Trend einer steigenden globalen Durchschnittstemperatur nicht weiter fortgesetzt. Trotz des rapiden Treibhausgasausstoßes könnte sich diese Pause noch bis 2017 fortsetzen. Die globale erwärmung hätte dann also 20 Jahre pausiert. grund genug, die düsteren Prognosen zu überdenken? Zurücklehnen? Noch herrscht große Unsicherheit. Forscher versuchen herauszufinden, was den Anstieg erst mal gebremst haben mag. Doch der Meeresspiegel steigt, gletscher schmelzen, und der Umfang sommerlichen Meereises in der Antarktis ist halbiert. Die Klimaprognose für die nächsten Jahre bleibt also unsicher, auch spielt das Thema CO2-Ausstoß eine nicht zu unterschätzende Rolle. grund genug also, um in unserer Seilschaft einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen nicht außer Acht zu lassen – nicht zuletzt eben auch im

editorial

Foto: larry R. Williams

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Rahmen unserer gebauten Umwelt. So etwa hat das interdisziplinäre Planungsteam eines Case Study Houses der IBA Hamburg – Splitterwerk, Arup, Immosolar und B+g Ingenieure – die weltweit erste Algenbioreaktorfassade für ein cleveres und smartes Wohnhaus entwickelt, zukunftsweisend in Sachen energieeffizienz. Der französische Architekt Édouard François, dem diesmal das Porträt gewidmet ist, zeigt sich als oft ironischer Kämpfer in Sachen Ökologie. grüne Ideen spielen in seinen Fassaden oft eine ganz besondere Rolle, wenn er betonierte Blumentöpfe in den Rohbau integriert oder Bambus als Sichtschutz und Schattenspender einsetzt. Bei seinem Traum einer ökologischen Architektur setzt er aber auf einen spielerischen, kreativen, ja lustigen Zugang. Vollwärmeschutz und Sonnenschutzbeschichtung und kontrollierte Wohnraumbelüftung kennzeichnen den Betonmonolith eines Innsbrucker gymnasiums von wiesflecker-architekten, der dem Passivhausstandard entspricht. SANAAs neue louvreDependance in lens versucht als elegante, aber schlichte Aluminium-glas-Komposition ein Zeichen zu setzen und Raum für Begegnung zu sein. Auch der funktionale Quader des Kletterzentrums Brixen, den Wolfgang Meraner und Stadtlabor.org ersannen, reduziert mit seiner attraktiven Blechfassade zugleich Winterheizlasten und sorgt im Sommer für genügend Schatten wie Frischluftzufuhr im Inneren. Den extremen klimatischen Bedingungen in Singapur begegnet die komplexe bienenwabenähnliche Struktur des V-on-Shenton-Towers von UNStudio als nachhaltige, bewohnbare Fassade. Die großzügige Vegetation wird das Mikroklima dieses Baus inmitten dieser Stadt wesentlich verbessern. einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht die Schauturbine im steirischen Pernegg von Pilz Architektur, wo ein Stück Industriegeschichte nicht nur die Funktion zu erschließen sucht, sondern auch zum Nachdenken anregt. gemeinsam. Christine Müller

TITelBlATT: Urban College, Architektur: Édouard François, Foto: Paul Raftery

IMPreSSUM Medieninhaber (Verleger) und Herausgeber: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, Grünbergstraße 15/1, Telefon (01) 546 64-342, Chefredakteur: Dr. Christine Müller, redaktion: Bakk. phil. Dominique Platz, Dipl.-Ing. Hanna Geisswinkler Anzeigenberatung: Thomas Biegel, Grafisches Konzept: Alois Schwaighofer, section.d Wien, Grafik: Simon Jappel, Auflage: 12.500 Stück, Herstellung: SAMSON Druck GMBH, A-5581 St. Margarethen 171, www.samsondruck.at. Erscheint als Beilage in ARCHITEKTUR & BAU FORUM und in der Österreichischen Bauzeitung (Teilauflage).


02 | Inhalt

10 Porträt Édouard François. Foto: Paul Raftery




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inhalt

forschen Splitterwerk

Nicht nur smart, auch clever

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bauen 04 Case Study: Splitterwerk. Foto: IBA Hamburg

Hot Shots Evolution statt Revolution Édouard François Meister der Selbstironie wiesflecker-architekten Schule mit Knitterwand SANAA Gläserne Leichtigkeit des Seins Arge Meraner, Lanz und Mutschlechner Spannend aus jedem B ­ lickwinkel UNStudio Fast selbst ein Stück Himmel Pilz Architektur Schaukasten im G ­ roßformat

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innovation Flachdach

Die fünfte Fassade und mehr

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entwickeln

22 Gläserne Leichtigkeit des Seins. Foto: Hisao Suzuki

Metall Optimierte Fassadenfertigung 36 ÖFHF Einsatz für Fassadenarchitektur 36 Aluminium Auf Metallbautechnik gesetzt 37 Fotovoltaik Fassade der nächsten Generation 38 Faserzement Nachhaltig, sicher und wartungsfrei 38 Dämmstofftechnik Frisch „gebacken“ 40 UV-Fassade Starker Schutz für schöne Fassaden 41 Putze Für immer trocken 41 Verbundplatten Lernen von der Natur 42 Aluminium Technische Präzisionsarbeit 42 Beschichtung Veredelung mit n ­ atürlichem ­ Charakter 43 Aluminium Charakterstark 43 Porenbetonstein Es geht auch ohne Wärmebrücken44 Fassadenplatten Optisch reizvoll 44 Glas Transparenter ­Schallschutz 45 Schiebeläden Die bunte Welt der Fensterläden 45

top on the job Marktübersicht

28 Fast selbst ein Stück Himmel. Rendering: UNStudio

Die wichtigsten Hersteller auf einen Blick

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check out Ausstellung

An die Grenzen des Erträglichen

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04 | Splitterwerk

Nicht nur smart, auch clever

Natürlich, effizient und einzigartig – ein Hamburger Wohnhaus setzt neue Maßstäbe. Der Name dieses auf der IBA Hamburg errichteten Algenhauses: BIQ oder The Clever Treefrog. BIQ steht für Bio-Intelligenz-Quotient, und dieser ist hier nun auch überdurchschnittlich hoch. Verfügt der zukunftsweisende Bau doch über die weltweit erste Algenbioreaktorfassade. Text Christine Müller Fotos IBA Hamburg, Paul Ott




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forschen

A

ls eines von mehreren Case-Study-Häusern auf dem Areal der internationalen Bauausstellung Hamburg errichtet, ist der Bau Teil der „Smart Material Houses“, anhand derer die Anwendung neuer Materialien, Technologien und Typologien vorgestellt wird. Der Hamburger Bauunternehmer Otto Wulff als Bauherr, Investor und Eigentümer hat dieses ziemlich spektakuläre und in jeder Hinsicht „grüne“ Objekt gemeinsam mit einem internationalen Team aus Architekten und Ingenieuren – Splitterwerk, Arup und Bollinger-Grohmann – realisiert. An den sonnenseitigen, durch rot-weiß-rote Streifen charakterisierten Fassaden werden in den Glaselementen der „Biohaut“ Mikroalgen gezüchtet, die in prototypisch betriebenen Fotobioreaktoren nicht nur zur Energieerzeugung dienen, sondern gleichzeitig die Steuerung von Licht und Schatten kontrollieren können.

Zweite grüne Haut In einer zweiten Außenhülle der der Sonne zugewandten Fassadenseiten werden sie produziert: Mikroalgen – kleinste Pflanzen, meist nicht größer als Bakterien. Fast könnte man meinen, die auffällige, bewegte und ständig farblich changierende Fassade sei eine Kunst-am-Bau-Installation: Denn durch die Kohlenstoffdioxid- und Stickstoffzufuhr sowie die kontinuierlich nötige Wasserzirkulation bilden die schwebstoffartig erscheinenden Mikroalgen zahlreiche Blasen und sorgen so dafür, dass das BIQ sich selbst mit Energie versorgen kann. Die Algen müssen dafür nur eines – wachsen. Über einen getrennten Wasserkreislauf in der Fassade werden sie deshalb kontinuierlich mit flüssigen Nährstoffen und Kohlendioxid versorgt. Und mithilfe der Sonneneinstrahlung können die Algen die für ihr Wachstum nötige Fotosynthese betreiben. Kommunikativer präsentieren sich die zwei schattenseitigen knallgrünen Fassaden mit ihren kleinen Fenstern. Dort steht in einer von zwei riesigen Sprechblasen zu lesen „Photosynthese?“ und in der anderen die darauffolgende Antwort „Cool!“. Ganz nach dem Grundsatz der Splitterwerk Architekten, für die „realisieren auch kommunizieren“ bedeutet, wurde das Penthousegeschoß auch noch mit Weinreben aus Ornamentputz versehen.

Clevere Energiebündel Die Fotobioreaktoren sind der Südwest- und Südostseite als zweite Außenhülle in Form von 130 lichtdurchlässigen, plattenförmigen Glascontainern vorgeblendet. Deren Fronten bestehen aus je zwei miteinander verklebten Strukturglasscheiben, deren äußere als Fotovoltaik-Modul-Glas ausgebildet ist. In deren Inneren werden die Algen kultiviert. Unter Sonneneinstrahlung und Zufuhr von Kohlendstoff­ dioxid sowie der Nähstoffe Stickstoff und Phosphor betreiben diese Kleinstpflanzen Fotosynthese und produzieren Biomasse. „Über diese wird Kohlenstoffdioxid gespeichert und Biogas gewonnen, das zum Heizen oder zum Betrieb


06 | Splitterwerk

Die 200 Quadratmeter große Bioreaktorfassade an der der Sonne zugewandten Fassade versorgt den Wohnbau mit der nötigen Energie.

Foto: Paul Ott

Kommunikativ präsentieren sich die zwei schattenseitigen, knallgrünen Fassaden: Zwei riesige Sprechblasen vermitteln ganz nach dem Grundsatz der Splitterwerk Architekten, dass „realisieren auch kommunizieren“ bedeutet.

Die Algen werden im Inneren von 130 lichtdurchlässigen, plattenförmigen Glascontainern ­kultiviert; deren Fronten bestehen aus je zwei miteinander verklebten Strukturglasscheiben, deren äußere als Fotovoltaik-Modul-Glas ausgebildet ist.

Als wär‘s eine Kunst-am-Bau-Installation: Auffällig, bewegt und ­ständig farblich changierend, präsentieren sich die der Sonne zugewandten Fassaden. Durch Kohlenstoffdioxid- und Stickstoffzufuhr sowie die ­kontinuierlich nötige Wasserzirkulation bilden die schwebstoffartig ­erscheinenden Mikroalgen zahlreiche Blasen.

einen Nettoenergiegewinn von rund 4.500 kW/h pro Jahr erzielen. (Nur zum Vergleich: Der Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie liegt bei 4.000 kW/h). Das BIQ verfügt somit über ein ganzheitliches Energiekonzept, das sämtliche benötigte Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativen Quellen bezieht – fossile Brennstoffe sind also nicht im Spiel. Mithilfe der geernteten AlgenBiomasse in seiner eigenen Hülle kann das BIQ Energie erzeugen und gewinnt Energie, indem es das von den Algen nicht genutzte Licht absorbiert und wie in einer solarthermischen Anlage Wärme produziert, die anschließend entweder direkt für die Warmwasseraufbereitung und Heizung verwendet werden kann oder im Erdboden mithilfe von Erdwärmesonden zwischengespeichert wird (80 Meter tiefe Bohrungen gefüllt mit Sole). Das besonders zukunftsfähige Energiekonzept ist so in der Lage, Solarthermie, GeotherNatürliche Kräfte vereinen mie, einen Brennwertkessel, Nahwärme und die Gewinnung Die 200 Quadratmeter große Bioreaktorfassade kann bei von Biomasse an der Bioreaktorfassade zu einem Kreislauf einem täglichen Ertrag von 15 Gramm Trockenmasse pro Quadratmeter bei der Umwandlung von Biomasse in Biogas zusammenzuführen.

von Motoren herangezogen werden kann. In der hausinternen Brennstoffzelle wird das Biogas zudem in Strom und Wärme umgewandelt, wodurch das von den Mikroalgen benötigte Kohlenstoffdioxid entsteht“, wie die Architekten präzisieren. Die Algen gedeihen und vermehren sich in einem regelmäßigen Zyklus immer so lange, bis sie geerntet werden können. Dann werden sie von ihrem Muttermedium getrennt und als dicker Algenbrei in den Technikraum des BIQ weitergeleitet. In der externen Biogasanlage werden die Algen vergoren und für die Gewinnung von Biogas weitergenutzt. Algen eignen sich hierzu besonders gut, da sie im Vergleich zu Landpflanzen bis zu fünfmal so viel Biomasse pro Hektar produzieren und besonders viele energetisch nutzbare Öle enthalten.




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forschen

Energie sparen ...

Mehr als nur Hülle Das BIQ zeigt: Fassaden können in der Zukunft multifunktionale Aufgaben übernehmen und weit mehr sein als nur ästhetisches Kleid, das gegen Regen und Kälte schützt. Nebenbei dient die Fassade natürlich ganz konventionell auch als Schallschutz, isoliert Wärme wie Kälte und sorgt für Beschattung bei starker Sonneneinstrahlung. Großzügige Loggien bieten den Bewohnern einen freien Blick ins Grüne und die Möglichkeit, das Naturkraftwerk Algenfassade aus nächster Nähe zu betrachten. Aber auch die Besucher können der Biohaut beim Wachsen zusehen. Die grüne Färbung der Fassade zeigt, dass die Algen Kohlendioxid abbauen und durch Fotosynthese verarbeiten. Zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts ist die Energiezentrale, denn hier befindet sich die Messstation, die alle für das Algenwachstum relevanten Parameter wie Nährstoff-, Sauerstoff- und Salzgehalt, pH-Wert, Trübung und Temperatur bestimmt und überprüft. Auch werden über die Messstation die Energieströme (Produktion und Verbrauch) erfasst und an die Steuerungsanlage übertragen, sodass die optimalen Wachstumsbedingungen der Algen und der energieeffiziente Betrieb des Bauwerks gewährleistet sind.

Zukunftspotenzial Durch deren geringen Platzbedarf eignet sich die BIQ-Fassadentechnologie zum Einsatz im urbanen Raum sowohl für den Wohn- als auch für den Bürobau. Und großes Potenzial an Reaktorflächen bieten zudem Fassaden und Dächer von Industrie- und Gewerbebauten. „Denn je größer die Bioreaktorfläche und je intensiver die Sonneneinstrahlung, desto höher der Ertrag an Biomasse und Biogas sowie an Wärme und Strom“, geben Splitterwerk zu bedenken. Auch sei die Integration einer Algenfassade durchaus bei der Modernisierung bestehender Gebäude möglich. Und last, but not least birgt ihre rauchspeichernde Funktion eine innovative Lösung für die dringend notwendige Reduktion der CO2Emission im Gebäudebereich. Das bei Produktionsprozessen im Industrie- und Gewerbebereich anfallende Kohlenstoffdioxid könnte so direkt abgebaut werden. Ein intelligentes – zwar wohl eher wartungsintensives – Konzept, auf dessen Anwendung man auch andernorts nur hoffen kann.

... intelligent und wirtschaftlich gemacht. Das nennen wir „Technik für Ideen“ WICSOLAIRE Beschattungssysteme kontrollieren die Solarstrahlung, reduzieren den Energiebedarf für die Gebäudekühlung und optimieren die Tageslichtnutzung. Die Abstimmung mit den WICTEC Fassadensystemen und den WICLINE Fenstersystemen sorgen für ein umfassendes Anwendungsspektrum.

Jetzt mit erweitertem Profilprogramm: ■

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BIQ oder The Clever Teefrog IBA, Hamburg

Baubeginn Dezember 2011 Fertigstellung März 2013 Projektkosten ca. 3,4 Millionen Euro Grundstücksgröße ca. 839 m² Bruttogeschoßfläche ca. 1.350 m² Größe der Nutzungseinheiten 50–120 m² Energiestandard Passivhaus Energieversorgung Energieverbund Wilhelmsburg Mitte

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Konzept Splitterwerk, Label für Bildende Kunst, Graz; Arup GmbH, Berlin; Immosolar GmbH, Hamburg; B+G Ingenieure, Frankfurt Bioreaktorfassade SSC Strategic Science Consult GmbH, ­Hamburg; Colt International GmbH, Kleve Energietechnik ME-LE Energietechnik GmbH, Torgelow Glastechnik BGT Bischoff Glastechnik AG, Bretten

Hier finden Sie die Technik für Ihre Ideen: www.wicona.at office@wicona.at

Lamellen mit verschiedenen Konturen Bautiefe von 100 bis 600 mm Ausrichtung senkrecht oder waagerecht Montage vertikal, geneigt oder horizontal Anstellwinkel von 15° bis 60° Objektspezifische Lösungen mit Motorisierung oder Photovoltaik-Integration auf Anfrage


bauen

08 | Hot Shots

Evolution statt Revolution

47.000 Fachbesucher aus 78 Ländern treffen auf 420 Anbieter, alles verteilt auf drei Hallen. Das sind die Zahlen zur „Farbe – Ausbau und Fassade“, die auch heuer wieder ihren Stellenwert als europäische Leitmesse des raumausstattenden Gewerbes unter Beweis gestellt hat. Nachstehend haben wir etliche Highlights für Sie zusammengefasst.

Interaktion

Foto: Paul Ott

Beim Schladminger Hotel Falkensteiner ergibt sich mithilfe von Herbol ­Alpenöl Silvershine eine spannende Interaktion zwischen dem Gebäude, dem Naturraum und der Auswahl der eingesetzten Produkte. www.herbol.at

Foto: Sto

Vielfalt Classic Style, Design Style, Colourful Style, Natural Style und Interior Style: Hinter diesen Namen tun sich die neuen Holzstilwelten von Adler Lacke auf. www.adler-lacke.com

Fokus

Foto: Keimfarben

Foto: Adler Lacke

Bei iQolor-Fassadenfarben von Sto liegt der Fokus auf den Füllstoffen. Sie übernehmen funktionale Aufgaben – als Hitzeschild bei dunklen Farbtönen, zur Selbstreinigung bei Regen, zur Brillanzverstärkung und mehr. w ­ ww.sto.at

Kreation Der pastöse Oberputz Baumit CreativTop lässt sich in 758 möglichen Tönen einfärben und kreativ modellieren. CreativTop ist auf WDVS bestens geeignet und harmoniert mit der Designfassade HardTop. www.baumit.com

Entwicklung

Foto: Baumit

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010 | Porträt: Édouard François

Meister der Selbstironie

Der Pariser Architekt Édouard François plant Wohnhäuser, Hotels und öffentliche Einrichtungen auf eine Art und Weise, dass man nicht weiß, ob er damit sich selbst auf die Schaufel nimmt – oder doch die Eigentümer, Behörden und Nutzer. Die Projekte der vergangenen Jahre sind durchaus ambivalent. Vor allem aber sind sie es wert, einmal genauer unter die Lupe genommen zu werden. Text Wojciech Czaja

É

douard François ist nicht nur Architekt. Er ist ein präzis inszeniertes Gesamtkunstwerk mit einem Schuss Selbstironie und einem ebenso großen Schuss Narzissmus. In seinem Büro hängt eine ausgestopfte Kuh von der Decke, mit dem Kopf herab, versteht sich. In seiner Freizeit, erzählt er, beschäftigt er sich mit Kunst und molekularer Küche, tischt seinen Gästen stickstoffgeeiste Trockensuppen und Soufflés aus gemahlenen Rinderknochen auf und kredenzt dazu die teuersten Rotweine der Welt. Und mit dem Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë und seinen Kollegen im Kulturministerium ist er auf Du und Du. Das erklärt auch die lange Liste verrückter, unorthodoxer Bauwerke inmitten von sensiblen Schutzzonen und denkmalgeschützten Gebäuden in Paris und anderen französischen Großstädten. François selbst macht daraus kein Hehl. Kurz und bündig erklärt er: „Ich bin im Club der Förderer in der Sammlung des Centre Georges Pompidou. Das räumt einem Privilegien ein, die andere nicht haben. Sehr praktisch.“ Diese Gunst jedoch, da reicht schon ein Blick auf seine frühen Projekte, weiß François geschickt zu nutzen. Und zwar nicht nur für sich selbst, sondern in erster Linie für Gesellschaft und Ökologie. Das 2000 errichtete Wohnhaus in Montpellier, Südfrank­ reich, beispielsweise ist eine hinter Buschwerk getarnte Burg aus gestapelten Steingabionen. Längst schon haben die Pflanzen die steinerne Fassade als Klettergrund entdeckt. Beim Tower Flower, einem sozialen Wohnbau an der Porte de Clichy im Westen von Paris, spielt Grün eine ebenso wichtige Rolle. Als Brüstung auf den umlaufenden Loggien und Balkonen dienen 380 betonierte Blumentöpfe, die in den Rohbau integriert sind. Wacker sprießt der Bambus aus der Erde, ist Sichtschutz und Schattenspender zugleich. Die Fotos gingen um die Welt. Und der Schulkomplex in Chartres, 2010 fertiggestellt, ist ohnedies eine Ode an das Archaische und Naturverbundene in der Architektur. Zu den verwendeten Materialien zählen Steingabionen, Schiffssperrholz sowie Vollholz. In der Mitte des Komplexes, der aus Kindergarten, Vorschule und Volksschule besteht, steht sogar ein Blockhaus, als befände man sich mitten in den Alpen, irgendwo auf der Alm. Und ein paar Kunstfelsen à la Hyänengehege im Zoo gibt’s auch. Hier kokettiert jemand unmissverständlich mit den wilden und ungezähmten Reflexen und Spieltrieben in uns. „Ich halte nichts von todernster Miene, wenn es um Ökologie und Energiesparen geht“, sagt Édouard François. „Ich träume von einer ökologischen Architektur, die Spaß macht. Sollte ökologische Architektur in Europa jemals Standard werden, was durchaus wünschenswert ist, dann ist es dringend nötig, dass die Architekten lernen, einen spielerischen, kreativen, ja lustigen Zugang zu diesem Thema zu finden.“

Eine Verlustigung des Themas Passivhaus steht bereits in den Startlöchern. Gemeinsam mit einem Investor, der vorerst noch geheim bleiben soll, plant François in Chart­ res ein Wohngebäude mit 250 Wohnungen, dessen gesamte Haut mit Fotovoltaikzellen überzogen werden soll. Der gewonnene Strom soll der Siedlung zugutekommen, der Stromüberschuss soll ins Netz der Gemeinde Chartres gespeist werden. Damit diese Rechnung aufgeht, muss die Fassadenfläche maximiert werden. „Das ist der springende Punkt! In der Regel ist die Oberfläche des Hauses ja beschränkt, zumal die Architekten derzeit nur kompakte Würfel in die Landschaft stellen. Doch wir wollen die Oberfläche maximieren und so eine möglichst große Fläche für die Stromgewinnung generieren. Mit einem Wort: Wir stellen die bestehenden Spielregeln der Passivbauweise völlig auf den Kopf!“ Bereits Realität ist ein ganz anderes Fassadenkonzept, das schon mehrere Male umgesetzt wurde und für das bereits das europäische Patent angemeldet ist. Als würde er die Geschichte nachahmen, kopiert Édouard François die Architektursprache der Jahrhundertwende und kleidet Neubauten und Sanierungskandidaten in vorgehängte Betonplatten aus Stuck und Pomp und Trara. Um das ohnehin schon surreale Bild zusätzlich zu verstärken, werden in diese Fassade, unabhängig von der optischen Struktur und ebenso unabhängig von der vorgetäuschten Geschoßhöhe, freischwebende Fensteröffnungen eingeschnitten. Die Idee nennt sich „moule troué“, was wörtlich so viel bedeutet wie durchlöcherte Gießform beziehungsweise durchlöcherter Abdruck. „Neusprachlich würde man wohl ‚copy and paste‘ dazu sagen“, erklärt der stolze Patentinhaber im Gespräch mit dem FORUM. „Aber es geht um mehr. Es geht darum, wie




sich neue Architektur sensibel in eine historische Umgebung fügen und wie sie selbst schon so etwas wie Geschichte generieren kann. Natürlich nicht ohne ein Grinsen.“ Dem Vorbild des Hotels Fouquet’s Barrière an der Avenue des Champs d’Élysées in Paris, an dem das Konzept „moule troué“ erstmals angewandt wurde, folgten diverse Bauvorhaben in Faubourg d'Egmont in Brüssel sowie in Salzburg,

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erklärt François. „Wie sonst kann man einem viel zahlenden Gast erklären, dass er sich nicht an die frische Luft setzen und dem Meeresrauschen lauschen kann?“ Auf seinen Mundwinkeln macht sich schon wieder dieses schelmische Grinsen breit. „Nun, um dieses Projekt erfolgreich über die Bühne zu bringen, haben wir an der Meeresfassade eine Art Seaside-Madness mit einer ordentlichen

Collage Urbain, Fertigstellung 2012. Foto: Paul Raftery

wo François im Zuge eines städtebaulichen Wettbewerbs für den Rehrlplatz am Salzachufer sechs freistehende Villen plante, die im Kern zeitgenössisch sind, in Form, Kubatur und Fassade jedoch die umliegenden Stadtpalais kopieren. Das Projekt war den Auslobern zu gewagt. Nun soll in Beaulieu-sur-Mer an der französischen Riviera das Hotel Métropole realisiert werden. Dank des Konzepts „moule troué“ soll der neu teils umgebauten, teils erweiterten und teils neu errichteten Luxusherberge mit 47 Zimmern und Suiten ein Hauch Grandezza à la Nizza und Cannes verliehen werden. Ein Traum in Pastell. Die Fertigstellung ist für 2015 geplant. „Einerseits sind die Bauvorschriften an der Küste sehr streng und erlauben nur wenig Spielraum, andererseits muss man in einem Luxushotel am Meer unweigerlich schöne, große Balkone anbringen“,

Portion Belle Époque inszeniert. Dahinter befindet sich ein moderner Hotelpalast auf der Höhe der Zeit.“ Um den Anforderungen der Denkmalschützer zu entsprechen, gruben Historiker unzählige einheimische Fassadenzeichnungen aus den Archiven aus. Anhand dieser Zeichnungen soll ein Neubau mit Originalanspruch entstehen. In die Oberfläche des historischen Dekors werden rechteckige Fensteröffnungen eingeschnitten. Da ist es ihm also wieder gelungen, diesem gut vernetzten Tausendsassa, was sonst niemand anderer zustande bringt: Baugesetze umgehen, charmantes Umgarnen und Einkochen der Behörden, Erwirken eines Teilabrisses und Neuinterpretation der Geschichte auf die ganz eigene, ganz persönliche Art und Weise. Mit einem Schuss Selbstironie und einem ebenso großen Schuss Narzissmus.


012 | Porträt: Édouard François




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Collage Urbain Sozialer Wohnbau, Champigny-sur-Marne Champigny-sur-Marne, südöstlich von Paris gelegen, ist ein bisschen Vorstadt und ein bisschen Banlieue. Das Wohnviertel ist geprägt von Einfamilienhäusern und Plattenbauten der Sechziger- und Siebzigerjahre. Dazwischen tauchen immer wieder noch alte, historische Beaubourg-Villen mit steilen, blechverzinkten Mansarddächern auf. „Das ist eine furchtbare und unattraktive Stadt mit vielen Problemen, niemand will hier wohnen“, sagt Édouard François. „Doch die Wahrheit ist: Champigny ist ein weltweites Phänomen, denn die sozial benachteiligten Wohnquartiere an den Peripherien der Großstädte sehen überall gleich aus. Die Infrastruktur ist eine Katastrophe, die Mobilität ist nicht gelöst, und das Stadtbild ist schlichtweg eine Beleidigung für die Augen.“ Das Wohnhaus „Collage Urbain“, 2012 vom Bauträger Paris Habitat fertiggestellt, ist als aufmunternder Beitrag gedacht. François verschließt sich nicht vor der Realität, sondern schnappt sich die für diesen Ort typischen Wohntypologien und stapelt sie zu einer architektonischen Variante der Bremer Stadtmusikanten. Unten Stadtvilla mit separatem Eingang von der Straße, in der Mitte Plattenbau und oben drauf, quasi als surreales Sahnehäubchen im siebten Stock, ein paar Einfamilienhäuser von der Stange. 114 Wohnungen gibt es insgesamt. Die Baukosten belaufen sich auf 14,3 Millionen Euro. Das gesamte Gebäude besteht, wie die meisten Wohnbauten des französischen Architekturbüros, aus Stahlbeton. Während Plattenbau und Einfamilienhäuser mit klassischem Vollwärmeschutz versehen sind, blitzen an den historisierenden Stadtvillen Kupferblech, Zinkblech und gebrannte Dachziegelsteine auf. Das Material-Potpourri ist recht wild. „Die Mischung hat einen guten Grund“, sagt François. „Wir nehmen die Qualität einer Stadt und eines

Hauses nämlich meist im Erdgeschoß und an der Basis wahr. Nur die wenigsten richten ihren Blick nach oben. Aus diesem Grund wollte ich diesen Teil des Gebäudes kleinteilig und heterogen gestalten.“ Die Konstruktion hinter diesem stadtplanerischen Konzept ist banal. Über der Wärmedämmebene befindet sich eine Sekundärkonstruktion aus Holz, auf dieser Konstruktion schließlich ist die Fassadenhaut befestigt. Die Dachziegel sind eingehängt und geschraubt, die Blechpaneele aus Kupfer und Zink sind ebenfalls geschraubt und anschließend spenglermäßig gefalzt. Durch die vertikale Anordnung der Falze kann das Wasser ungehindert abrinnen. Ergänzt wird das Gebäude von Laubengängen und selbsttragenden Terrassenvorbauten aus Holzleimbindern. Als Brüstung dienen längs halbierte Rundstäbe, die an eine verzinkte Stahlkonstruktion befestigt sind. Collage Urbain Avenue du 8 mai 1945 / Rue du 11 novembre 1918, 94500 Champigny-sur-Marne, Frankreich Bauherr Paris Habitat Architektur Maison Édouard François Konstruktion, Ausführung Intégrale 4 Maschinenbau Nicolas Ingénierie Landschaftsarchitektur Pre Carre Programm 114 Sozialwohnungen, Einzelhandel, Parkplätze NGF 9.000 m² Baukosten 14,3 Millionen Euro Wettbewerb 2006 Baubewilligung 2008 Fertigstellung 2012 Umweltzertifikat Label H&E (Habitat & Environnement)


014 | Porträt: Édouard François

Fotos: Édouard François

Foto: Paul Raftery




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Fassadendetail

Hotel Fouquet’s Barrière Hotel, Paris Das Restaurant Fouquet’s an der Ecke Champs-Élysées und Avenue George V blickt auf eine reichhaltige Geschichte zurück. 1899 aufgesperrt, speisten hier bereits Charlie Chaplin, Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt. Das Essen ist teuer und vorzüglich. Bis das Hotel zu solch großem Ruhm gelangte, mussten allerdings noch viele Jahrzehnte vergehen. 2006 war es schließlich so weit. Architekt Édouard François baute das bestehende Hotel Fouquet’s Barrière um und hüllte einige der Teilgebäude – das Hotel nimmt fast einen gesamten Straßenblock ein – in ein historisches Faksimile aus vorgefertigten Stahlbetonsteinen. Sein Kollege Jacques Garcia, der bereits eine Vielzahl von Highend-Hotels ausstattete, zeichnete für das schwülstig-barocke Innenleben verantwortlich. Die Melange ist perfekt. „Die Bauherren kamen zu mir und wünschten sich quasi direkt auf den Champs-Élysées ein grünes, ökologisches Gebäude“, erinnert sich François. „Eine absurde Idee! Die gesamte Straße lebt doch vom mondänen Flair und ist von der Architektur Haussmanns geprägt. Stein für Stein. Da macht grüne Architektur keinen Sinn.“ Und so knüpfte der freche Zampano an diese Tradition an und verlängerte die geschichtsträchtige Architektur in Richtung Neubau. Und zwar im wörtlichen Sinne. Er kopierte die historische Fassade der beiden stadtzugewandten Palais und applizierte das dreidimensionale Abbild auf einen angrenzenden Bürobau aus den Siebzigerjahren, der in den Hotelkomplex integriert werden sollte. Der voneinander völlig entkoppelte Rhythmus aus Relief und Fensteröffnungen ergibt ein surreales Bild. Die Technik dahinter: Das Stahlbetongebäude wurde entkernt und bis auf die Stahlbetonkonstruktion abgetra-

gen. Die Fassade blieb. Sie wurde gedämmt und schließlich mit ultrahochverdichteten, vorgefertigten UHPC-Stahlbetonsteinen verkleidet, die mit feinen Stahlspänen bewehrt sind. Für den nötigen Halt sorgt eine Unterkonstruktion aus verzinktem Stahl. „Die Fassade wirkt sehr komplex und sehr heterogen“, erklärt François. „Aber tatsächlich steckt dahinter ein cleverer Algorithmus, der die tatsächliche Fassadenvorlage etwas abstrahiert hat. Das hat das Projekt vereinfacht und wirtschaftlicher gemacht.“ Insgesamt wurden nur 25 unterschiedliche Betongusssteine verwendet. Ergänzt wird die Fassade von diversen Türöffnungen und Garagentoren aus Edelstahl, die das Relief auf ihre Weise fortführen. Und: Wer genau schaut, wird über einem der Fenster statt eines Löwenkopfes das Konterfei des Architekten höchstpersönlich entdecken. Hier hat sich der Planer des 60-Millionen-Euro-Projekts in der Tradition alter Baumeister selbst verwirklicht. Understatement sieht anders aus.

Fouquet’s Barrière Hotel 46 avenue Georges V, 75008 Paris, Frankreich Bauherr Groupe Lucien Barrière, Groupe Accor. Architektur Maison Édouard François Landschaftsarchitektur Pré carré Lichtplanung Light Cibles Programm Palais mit 107 Zimmern (55 Suiten), Restaurant-Bar, Gartenanlagen, Spa, Parkplätze NGF 16.000 m² Baukosten 60 Millionen Euro Wettbewerb 2003 Fertigstellung 2006


016 | Porträt: Édouard François

Fotos: Paul Raftery (5), Édouard François (1)




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Coming Out Sozialer Wohnbau, Grenoble Der geförderte Wohnbau „Coming out“ in Grenoble, fertiggestellt 2010, ist Teil des Forschungsprojekts „Eco-Neighborhood“ des Programms Européen Concerto, bei dem es darum geht, neue, innovative und zugleich wirtschaftliche Bauweisen und Technologien im Wohnbau zu erforschen und anhand realisierter Projekte empirisch zu dokumentieren. Für den Bauträger Opac 38 entwarf Édouard François diesen dreiteiligen Wohnbau (Baukosten neun Millionen Euro), der mittlerweile mit dem Prix de l’Habitat Durable und dem Grand Prix National du Palmarès Eco-Quartier ausgezeichnet wurde. „Wir wollten mit alternativen Fassadenmaterialien experimentieren und überprüfen, wie man die Anforderungen an eine Fassade im Wohnbau auch günstiger erfüllen kann“, so François. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist ein Wohnhaus mit weicher Fassade. Direkt über der Mineraldämmung befindet sich – ohne Hinterlüftung – eine wasserdichte Membran aus hellgrauem, fast weißem Polyurethan. Die Atmungsfähigkeit beziffert der Baustoffhersteller SIKA mit zwei bis drei Prozent. So können Feuchtigkeit und Kondensat, die sich innerhalb der Wärmedämmebene bilden, in Form von Wasserdampf wieder entweichen. „Die Fassade ist wirklich weich“, sagt der Architekt begeistert. „Man kann mit dem Finger reindrücken, und die Gebäudehaut gibt unter dem Druck nach. Das ist eine lebende Fassade, die jeden Tag anders aussieht.“ Ein bisschen erinnert das Material an Papiermaché, ein bisschen an unpigmentierte Albino-Elefantenhaut. Die geklebten Stöße sind deutlich zu sehen. Die Vorteile dieses Materials liegen auf der Hand: Recyclingfähigkeit, geringes Gewicht, Vermeidung von Wärmebrücken sowie unkomplizierte, punktuelle Reparaturmöglichkeit bei Vandalismus und anderen mechanischen Verletzungen. „Wir haben das Gebäude vor drei Jahren fertiggestellt, und bis heute gibt es keinerlei Löcher und Cuts in der Fassade“, so François. „Ich denke, dass es dem

ökologischen Hintergrundgedanken und der damit verbundenen ungewöhnlichen Ästhetik zu verdanken ist, dass wir den Vandalismus in all der Zeit unterbinden konnten.“ Wie auch schon bei „Collage Urbain“ befindet sich vor dem U-förmigen Gebäude eine einfache Laubengangkonstruktion aus Leimholzbindern. Gespannte Stahlseile und Gitterroste dienen als Rankgerüste für Kletterpflanzen. Auch das ist ein Beitrag für mehr Wirtschaftlichkeit im Wohnbau. „Dem Projekt ist eine langjährige Forschungsarbeit mit viel Trial and Error vorhergegangen. Aus diesem Grund war dieses erste Pilotprojekt um keinen Cent billiger als jeder andere Wohnbau“, gesteht sich François ein. „Doch unsere Hoffnung ist, dass das Projekt Vorbildwirkung hat und dass es in Zukunft öfter nachgebaut wird. Indem wir uns auf die bereits bekannten Forschungsdaten stützen und indem wir die Fassade seriell fertigen, könnten wir die Baukosten langfristig reduzieren. Das wäre der Beitrag zur geforderten Nachhaltigkeit.“ Coming out Lot B2, rue Dubarle, rue Maginot, 38000 Grenoble, Frankreich Bauherr OPAC 38, Dauphilogis Architektur Maison Edouard François Konstruktion, Ausführung Betrec IG Maschinenbau Cotib Akustik Acoustb S.A. Programm Öko-Nachbarschaft: Sozialwohnungen, ­Einzelhandel, Parkplätze NGF 6.300 m² Net Floor Area Baukosten 9 Millionen Euro Wettbewerb 2005 Baubewilligung 2005 Fertigstellung 2010 Umweltzertifikat Programme européen Concerto, Prix de l'habitat durable 2008, Grand Prix National du Palmarès Eco-quartier 2009


018 | Porträt: Édouard François

Fotos: Paul Raftery




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La Closeraie Sozialer Wohnbau, Louviers Einst befand sich auf dem Grundstück ein Gemüsegarten mit Obstbäumen, Birnenhain und Trampelpfaden querfeldein. Für den Bauträger Plaine Normande entwarf Édouard François eine Wohnhausanlage mit 18 geförderten Wohnungen, bei der kein einziger Baum gefällt werden musste. Nachdem in Louviers, Region Haute-Normandie, der Bedarf an Sozialwohnungen sehr hoch ist, wurde das Budget niedrig gehalten. Die Baukosten liegen unter 1.000 Euro pro Quadratmeter. Entsprechend günstig sind die Mieten. „Das ist sicherlich eines der billigsten Wohnhäuser in ganz Frankreich“, sagt François. Und er ergänzt mit einer unüberhörbaren Portion Provokation im Ton: „Das ist Architektur, die wir um den Preis von Scheiße gebaut haben. Da sage noch jemand, dass man es sich in diesem Land nicht leisten kann, Wohnraum für einkommensschwache Menschen zu errichten! Natürlich kann man! Man muss nur wollen.“ Die Anleitung zur Leistbarkeit: Die Konstruktion des Hauses besteht aus gebrannten, 30 Zentimeter starken Hochlochziegeln, aus sogenannten Bio-Bricks, wie sie in Frankreich genannt werden. Die vertikalen Luftkanäle im Material haben den Vorteil, dass man die Wärmedämmung einsparen kann, weil diese Funktion bereits durch den Ziegelstein übernommen wird. Es gibt weder Innenputz noch Außenputz. Die Oberfläche in den Innenräumen ist unverspachtelt und roh. „Am Anfang war der Bauträger besorgt, ob die Bewohner die ästhetische Konsequenz dieser Einsparung akzeptieren werden“, erinnert sich der Architekt. „Aber das haben sie! So viel ich weiß, gibt es im Haus einen einzigen Bewohner, der die Wände im Nachhinein verspachtelt und ausgemalt hat. Alle anderen haben die Konstruktion so belassen, wie sie

ist.“ Nachtrag der Redaktion: Wie es scheint, ist die Erwartungshaltung an das Wohnen in Frankreich etwas lockerer, etwas flexibler als in Österreich. Das beweisen auch die Wohnbauten von Lacaton & Vassal, die hierzulande weder mit den Gepflogenheiten am geförderten Wohnungsmarkt noch mit den geltenden österreichischen Bauvorschriften vereinbar wären. Zurück nach Louviers. Eingepackt sind die drei monolithischen Ziegelsteinhäuser, die über Laubengänge und einen entkoppelten Stiegenhausturm erschlossen werden, in eine Fassade aus Eichenstäben, die auf Edelstahldrähten montiert sind und vor der Fassade horizontal eingespannt sind. Über und unter den Fensteröffnungen ist das Stabwerk unterbrochen und demonstrativ eingerollt, als habe man die Fassade im Nachhinein auf- und abgerollt. Die primitive, archaische Arte-Povera-Ästhetik, wie François meint, sei eine inhaltliche Anknüpfung an die einstige Nutzung dieses Grundstücks. Damals wie heute dreht sich alles um Bodenständigkeit und Natur.

La Closeraie of Louviers La closeraie, Rue Pampoule, 27400 Louviers, Frankreich Bauherr Plaine Normande Architektur Maison Édouard François Landschaftsarchitektur Société Forestière Bauleitung SCO Programm 18 Sozialwohnungen, Parkplätze, ­Landschaftsgestaltung NGF 1.310 m² Baukosten 1,2 Millionen Euro Fertigstellung 2006


020 | wiesflecker-architekten ZT GmbH

Schule mit Knitterwand

Das Kufsteiner Gymnasium blickt auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück und ist eines der ältesten in Tirol. Der Zubau von Johannes Wiesflecker mit der Knitterwand von Karl-Heinz Klopf schickt es baulich ins 21. Jahrhundert. Text Gretl Köfler Fotos David Schreyer

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ie Konflikte im Vorfeld brachten dem Projekt mediale Aufmerksamkeit. Zuvor hatte der Bauherr, die Bundes­ immobiliengesellschaft (BIG) zusammen mit dem Landesschulrat das Raumprogramm entwickelt und damit die Grundlage geschaffen für den nichtoffenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem, EU-weitem Bewerbungsverfahren. Beteiligt haben sich 80 Büros aus ganz Europa, acht blieben für den Wettbewerb übrig. Eine renommierte Jury unter Vorsitz von Marta Schreieck entschied sich für das Projekt von Johannes Wiesflecker wegen „seinem städtebaulichen Ansatz im Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und seiner innenräumlichen Organisation“. Danach begann der Widerstand. Fünfhundert aufgebrachte Leute kamen zu einer Informationsveranstaltung; es gab Proteste gegen den Bauplatz und gegen die Außenansicht, was manche Stadtpolitiker in politisches Kleingeld ummünzten. Städtebaulich ist der Altbestand im bayrischen Heimatstil in einem Ensemble mit der Volks- und Hauptschule im Villenviertel nahe dem historischen Zentrum angesiedelt. Architekt war der Stuttgarter Willy Graf, der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mehrere bedeutende Bauten in der Stadt errichtete. Ende der Siebzigerjahre hat Hubert

Prachensky das Gymnasium unauffällig um zwei Seitenflügel erweitert und den zentralen Eingang in den so entstandenen Innenhof verlegt. Der Altbau wird derzeit unter Aufsicht des Denkmalamts generalsaniert, was – ebenso wie beim Zubau – bei laufendem Schulbetrieb mit 70 Lehrern und 900 Schülern geschieht.

Solitär aus Sichtbeton und Glas Wiesflecker hat seinen Zubau, der das gesamte Neubauvolumen umfasst, als fünfgeschoßigen Solitär konischen Zuschnitts auf den ehemaligen Parkplatz gestellt. Eine Brückenkonstruktion schafft die neue Eingangssituation. Als Baumaterial dominieren Sichtbeton und Glas – inzwischen die Markenzeichen des Architekten –, wobei außen ein feingespachtelter Vollwärmeschutz aufgebracht ist. Die Glasfassade ist im Verhältnis zwei zu drei streng gerastert. Die quadratischen Glasbausteine bestehen aus einer fünf Zentimeter dicken Dreifachverglasung mit Sonnenschutzbeschichtung. Für die kontrollierte Wohnraumbelüftung wurde im Vorfeld eine aufwändige Gebäudesimulation gemacht. 70 Prozent der Wärme werden durch die Beschichtung reflektiert, trotzdem kann in jedem Raum ein Fenster




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Der prominenteste Bauteil ist die geknitterte Wand im Ausmaß von zehn mal 14 Meter, die dem dahinterliegenden Festungsberg Konkurrenz macht.

aus Alupaneelen geöffnet werden. Der Zubau ist zwar kein Passivhaus, doch alle Werte entsprechen diesem Standard.

Monolith aus Beton Der prominenteste Bauteil ist die geknitterte Wand im Ausmaß von zehn mal 14 Meter, die dem dahinterliegenden Festungsberg Konkurrenz macht. Der Wiener Künstler KarlHeinz Klopf, dessen Installationen im öffentlichen Raum immer wieder für Gesprächsstoff sorgen, hat sie aufwändig in Szene gesetzt. Die BIG hatte dafür mehr Geld zur Verfügung, weil sie inzwischen bei Kunst am Bau für größere Projekte anspart. Der Herstellungsprozess war komplex. Der Künstler baute ein dreidimensionales Modell, dessen digitale Daten von einem Bühnenbauer durch eine computergesteuerte Fräse aus Polesterol (Dämmstoff) ausgeschnitten wurden. Durch Schnitte in regelmäßigen Abständen wurden die vorgebogenen Eisenstangen als Bewehrung implantiert und die Wand mittels einer dicken Wandschalung monolithisch gegossen. Träger verbinden sie in zweieinhalb Meter Abstand mit der Fensterwand, die Knitterwand scheint zu schweben.

Vielfältiges Erleben Die gesamte innenräumliche Organisation bietet vielfältiges Erleben. Die unterschiedlichen Ebenen, im öffentlichen Bereich mit Gussasphalt belegt, werden durch weitläufige, teils offene, teils geschlossene Treppen verbunden. Wegen des konischen Zuschnittes sind die 19 Klassenräume nie rechteckig. Deren Türen und Bodenbeläge sind aus Eiche, der Sichtbeton verschwindet zum Teil hinter weißen Akustikelementen, französische Fenster geben den Blick frei auf die Festung oder die alte Schule. Ein transparenter Verbindungsbau schafft den Konnex zum Altbau. Unterir-

disch strukturiert ein geometrisches Betongerüst, das sich mit den Unterzügen des Prachenskybaus verschränkt, ein vielfältiges Raumangebot für Sport und Freizeit, erhellt durch natürliche und künstliche Lichtquellen. Die Lüftung unter den abgehängten Decken wird dezentral gesteuert; die Fußbodenheizung mittels Fernwärme dient im Sommer zur Kühlung. Bei den vielen technischen Vorgaben heutzutage, so der Architekt, habe man Sorge, die Architektur bleibe auf der Strecke. Das ist bei diesem beeindruckenden Schulbau sicher nicht der Fall.

Bundesgymnasium Bundesrealgymnasium Kufstein Kufstein, Tirol Bauherr Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. Hintere Zollamtsstraße 1, Wien Planen & Bauen Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Kapuzinergasse 38, 6022 Innsbruck Generalplanung wiesflecker-architekten zt gmbH Statik ZSZ Ingenieure ZT gmbH, Innsbruck Haustechnikplanung Ingenieurbüro Peis Innsbruck Elektroplanung Elektrotechnik Eidelpes, Innsbruck Bauphysik Büro Gottfried Mayr, Innsbruck ÖBA/Baustellenkoordination ZT Depisch GmbH, Saalfelden NFL Bestand

Neubau 4.080 m² 6.760 m²

Nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem, EU-weitem Bewerbungsverfahren Planungsbeginn Dez. 2009 Baubeginn Juli 2011 Baufertigstellung Neubau Sept. 2012 Bestand Juni 2013 Kunst am Bau „Zerknitterte Wand“ Karl-Heinz Klopf, Wien


022 | SANAA

Gläserne Leichtigkeit des Seins

Nach der Planung der Pritzker-Preisträger 2010, Kazuyo Seijima und Ryue ­Nishizawa, den Gründern des international tätigen japanischen Architekturbüros SANAA, entstand in Nordfrankreich die erste dezentrale Außenstelle des Pariser Louvre. Gemeinsam mit dem New Yorker Architekturstudio Imrey Culbert und der Landschaftsarchitektin Catherine Mosbach gelang eine edle Neuinterpretation des ­Pariser Mutterhauses, auf dessen Umriss sie in ihrer Planung anspielen. Text Susanne Karr

I

n Lens, inmitten des klassischen nordfranzösischen Kohlebergbaugebiets Pas-de-Calais, eröffnete vergangenen Dezember eine Dependance des Pariser Louvre. Auf dem Areal einer ehemaligen Mine gelegen, präsentiert sich seither eine attraktive Kunstsammlung, die mit dem illustren Namen ihres Haupthauses auch etwas von dessen Strahlkraft hierher zu holen versucht. Ganz sicher jedoch setzte man mit der Wahl dieses Ortes ein Zeichen der Dezentralisation. Im 19. Jahrhundert war Lens Zentrum des Steinkohleabbaus, mit der Schließung der letzten Minen in den Achtzigerjahren ging der wirtschaftliche Niedergang von Stadt und Region einher. Mit der Entscheidung, die erste Außenstelle eines der meistbesuchten Museen der Welt dorthin zu verlegen, engagiert man sich nun letztlich auch für eine Aufwertung dieser Stadt. Eine bildhafte Assoziation zwischen den spitz aufragenden Kohlehügeln und der gläsernen Pyramide des Louvre kann dafür als Symbol gelten. Das Museum in Lens steht für die zukunftsträchtige Ambition dieser bisher in kultureller Hinsicht eher vernachlässigten Gegend. Denn durch seine unmittelbare Nähe zu Belgien,

den Niederlanden, England und Deutschland verfügt der Standort über ein großes Einzugsgebiet potenzieller Besucher einer touristisch und kulturell bisher wenig erschlossenen Region. 2003 wurde die Errichtung einer Dependance des Louvre beschlossen, 2005 beauftragte man das japanische Architekturbüro Sanaa sowie Imrey Culbert und Catherine Mosbach, die aus den Finalisten des Wettbewerbs zur Verwirklichung des Projekts hervorgegangen waren.

Zurückhaltend und spektakulär Auf dem 28.000 Quadratmeter großen Areal der früheren Zeche gelang es dem Planerteam eine trotz ihrer zurückhaltenden Geste spektakuläre Konstruktion zu verwirklichen: einen transparenten gläsernen Flachbau, der sich in einen weitläufigen Landschaftspark einfügt, ist das Zentrum der neuen Attraktion. Ineinander übergehende rechteckige Strukturen mit kaum merkbar gebogenen Wänden fügen sich zu einem langgestreckten fast mimetisch mit der Landschaft verschmelzenden Raumkonvolut. Das zentrale Foyer mit zwei Eingängen soll als öffentlicher Raum verstanden werden, der in unterschiedlichen Richtungen durchquert




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Foto: Hisao Suzuki

werden kann und so die verschiedenen Stadtviertel miteinander verbindet. Mit ihrer ätherischen Glas-Licht-Komposition dieses Empfangsraums haben die Architekten ihre Intention, das Gebäude zugleich physisch wie optisch zu öffnen, meisterhaft sichtbar gemacht. In der Halle befindet sich, in zwei gläsernen „Blasen“ untergebracht, das Ressourcenzentrum: In der ersten Blase wird das Museum und seine Konzeption vorgestellt, die zweite enthält eine Mediathek. Die maximale Transparenz dieser beiden Raumkonstrukte wirkt zwar nach außen hin einladend, schafft jedoch gleichzeitig von innen einen Raum der Konzentration. Der 1.000 Quadratmeter umfassende Glaspavillon für temporäre Ausstellungen bezieht regionales Kunstschaffen in sein Programm ein und wurde auf den Park hin ausgerichtet. Für zwei jährliche große Sonderausstellungen konzipiert, öffnet sich schließlich die 1.800 Quadratmeter zählende Galerie zum Gesamtszenario hin und versteht sich als multidisziplinäres Auditorium.

Elegante Leichtigkeit In Ergänzung all der Transparenz fügt sich eine hell schim-

mernde Aluminiumfassade nahtlos an die elegante gläserne Gebäudekonstruktion; auch deren zarte Spiegelungen suggerieren fließende Übergänge zwischen innen und außen. Bereits anlässlich ihres ersten Besuchs des Bauplatzes in Lens war Kazuyo Sejima vom speziellen Tageslicht dieser Landschaft so beeindruckt, dass sie sich vornahm, ihren Bau mit dem hier anzutreffenden Licht in einer Art inniger Verschmelzung miteinander korrespondieren zu lassen. Mit dem alternierenden Einsatz von Aluminiumflächen und Glasfassaden ist den Architekten in Korrespondenz mit dem hellen, aber dennoch sehr milden, nordisch anmutenden Licht letztlich eine weichfließende Reflexionsfläche gelungen, die den gesamten Komplex in eine schwebend leichte Atmosphäre taucht. Und die verschwimmenden Konturen der sich darin widerspiegelnden umgebenden Landschaft spielen auf die Mission des neuen Louvre an, Wirklichkeit und Wahrnehmung zu hinterfragen und Kunst neu zu betrachten, wie Imrey Culbert hervorhebt. Die Entscheidung, sich bei der Gestaltung der Anlage des Merkmals höchster Transparenz zu bedienen, spiegelt auch in gewisser Weise jenes Motto wider, das Sejima als Kura-


024 | SANAA

Fotos: Hisao Suzuki (3), Iwan Baan (3), Leonie Karr (1)

torin der Architekturbiennale Venedig 2010 gewählt hatte: „People meet in architecture“. Denn laut Sejima sollen Räume zwar den Rahmen für Begegnungen bilden, sich dabei aber selbst formal stark zurücknehmen. Die hohe Kunst der Umfassung von Szenarien wenden Sanaa hier nun gemeinsam mit Imrey Culbert an, um nicht nur die Kommunikation der Besucher untereinander zu ermöglichen, sondern vielmehr auch, um Genres und Zeitabfolgen kunsthistorischer Einteilungen bewusst aufzulockern. Von oben dringt Tageslicht durch die Öffnungen des verblüffend filigranen zwölf Millimeter „dicken“ Stahldachs. Die Neigung des hellen Betonbodens folgt dem leichten Ansteigen und Abfallen des ursprünglichen Zechengeländes. Die große Galerie, die „Galerie du Temps“, bietet auf 3.000 Quadratmetern ein assoziatives Nebeneinander von Kunstwerken lose geordneter Epochen. Indirekt von oben beleuchtet werden Plastiken, Gemälde und kunsthandwerkliche Gegenstände in Vitrinen und auf Podesten im Raum verteilt. Die Wände bleiben frei,

sie fungieren als Maschinen unendlich scheinender Vervielfältigung: gebürstetes, inodiertes Aluminium, auf dessen Oberfläche die Reflexionen der Konturen von Besuchern und Kunstwerken einander begegnen und miteinander zu einer neuen Einheit verschmelzen. Die Außenanlage versteht sich als natürliche Hülle des Museumsbaus, und Catherine Mosbach verbindet in ihrem Grünraumkonzept alte Pflanzenbestände mit neugesetzten Bäumen, um die Dynamiken des neuen kulturellen Ortes sichtbar mit jenen der Vegetation zu verbinden. Sie verweist damit auf den Kreislauf materieller Umwandlungsprozesse – von der Pflanze bis zur Steinkohle, von der Steinkohle zur Pflanze. Die Wegeführung folgt den alten Gleissträngen der Zeche und bildet mit 1.800 Metern Länge einen ausladenden Außenring rund um das Museum. Mit 6.600 Bäumen, 26.000 Sträuchern und 7.000 Stauden und einer vier Hektar großen Fläche für Wiesen und Blumenfelder ist hier auch ein großzügiger Museumspark entstanden.


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OFFENE RÄUME Glas-Faltwände von Solarlux schaffen außergewöhnliche Wohnkonzepte mit maximaler Offenheit. Aufgefaltet über die gesamte Fensterfront erweitern sie den Lebensraum grenzenlos ins Freie. Überzeugen sie sich von unseren hochwertigen, energieeffizienten sowie mehrfach im Design prämierten Verglasungen!

LoUVre LeNS lens, Frankreich Bauherr Architektur

Regionalrat Pas de Calais, Frankreich Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA, Tokio, Japan

Gesamtfläche

28.000 m² 7.000 m² Ausstellungsfläche und besuchbare Depots, darunter die große galerie (3.000 m²), die galerie für Sonderausstellungen (1.800 m²), der glaspavillon (1.000 m²) und die Depots „Reserven“ (1.000 m²) 6.000 m² für den empfang, die Servicebereiche, Workshops, das Auditorium la Scène (280 Sitzplätze) und das Ressourcenzentrum

Projektkosten 150 Millionen euro Betriebsbudget geschätzt auf 15 Millionen euro pro Jahr Besucherzahlen 700.000 erwartete Besucher im ersten Jahr, durchschnittlich 500.000 Besucher pro Jahr ab 2014

SOLARLUX Austria GmbH | Tel. +43 512 209023 info@solarlux.at | www.solarlux.at


026 | Arge Wolfgang Meraner, Barbara Lanz und Martin Mutschlechner

Spannend aus jedem ­Blickwinkel

Im neuen Kletterzentrum Brixen bieten sich Sportlern wie Passanten reizvolle Eindrücke. Die dynamische Fassadengestaltung funktioniert als ganzheitliches System und ist auf ihre Anforderungen abgestimmt. Text Hanna Geisswinkler Fotos Günter richard Wett Anlagen – ein Stadtpark sowie eine Tiefgarage sind noch vorgesehen – bildet. Der 20 Meter lange und 16 Meter breite Baukörper ruht auf einem massiven Stahlbeton-Infrastruktursockel, der das Fundament dreier freistehender Klettertürme bildet. Diese Türme tragen das extensiv begrünte Flachdach, von dem die großflächige Stahl/Glasfassade abgehängt ist. Als Schnittstelle zwischen Umwelt und Gebäudenutzer erfüllt diese den Anspruch, die Sportler bei ihrer Tätigkeit in die Umgebung zu integrieren. Ist das Klettern an sich schon spannend genug, schafft die der Fassade vorgehängte und von außen unsichtbar befestigte Hülle aus Blech für den bewegten Betrachter zusätzlich immer neue Eindrücke. Genau genommen sind es die dreidimensional verformten Lochbleche, die sich durch den mehrschichtigen Fassadenaufbau überlagern und unterschiedliche Muster ergeben. Dieser sogenannte Moiré-Effekt stellt den Nutzer im Inneren der Halle und den Betrachter im Außenraum in ein dynamisches Verhältnis zur Kletterhalle. Umgekehrt reaDynamisch anziehend Entstanden ist ein funktionaler Quader, der den Angelpunkt giert dadurch die Fassade selbst mit ihrer eigenen Dynamik auf äußere und innere Einflüsse. zwischen bestehenden Bauten und neu zu errichtenden „Eine Ente bauen oder einen Schuppen? Muss man von außen erkennen, dass es sich um eine Kletterhalle handelt?“ – Diesen Fragen gingen Barbara Lanz und Martin Mutschlechner vom Architekturbüro stadtlabor.org mit Wolfgang Meraner im Rahmen der Konzeptanalyse zur Planung des Kletterzentrums Brixen nach, um zu entscheiden, ob die Form eines Gebäudes wie dieses zwangsweise aus seiner Funktion resultieren muss. Denn anders als die klassische, „introvertierte“ Sporthalle, die jeglichen Außenraumbezug verwehrt, war der Anspruch der Architekten bei diesem Projekt, das Indoor-Kletter-Vergnügen mit Blickbeziehungen nach außen zu ermöglich. Eine Ente ist es am Ende dann also doch nicht geworden. Vor allem, weil für das Kletterzentrum ein städtebaulich sehr prominenter Ort in Brixen vorgesehen war, der nach einem hohen ästhetischen und gestalterischen Anspruch in der Planung und Ausführung verlangte.




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Der Moiré-Effekt beschert den dreidimensionalen Lochblechen der vorgehängten Fassade einen lebendigen Effekt, der innen wie ­außen für Schwung sorgt.

Energetisch optimiert Während die Fassade optisch punkten kann, wurde durch detaillierte Planung und ein ausgeklügeltes Klimakonzept auch ihre „intelligente“ Komponente sichergestellt. Für den winterlichen Wärmeschutz ist die große Speichermasse von rund 6.960 Kubikmetern im Gebäude sowie wärmespeichernde Zwischenzonen im Fassadenaufbau dienlich. Durch die Nutzung der Sonnenenergie und die Funktionalität der Fassadenhülle können die geforderten 16 bis 18 Grad Celsius ohne unnötige Heizlasten auch in den Wintermonaten leicht erreicht werden. Im Sommer funktioniert das Fassadensystem konträr. Die vorgehängte Blechfassade schützt vor sommerlicher Überhitzung, dient als Blendschutz und gewährleistet ausreichenden Tageslichtertrag. Durch die Nutzung des Gebäudes als Sportstätte ist eine konstante Frischluftzufuhr unerlässlich. Hier muss von etwa 7.500 Kubikmetern Lufttausch pro Stunde ausgegangen werden. Die extreme Höhe des Gebäudes und der daraus entstehende Schornsteineffekt sind technisch sicher von Vorteil. Zudem ist durch die natürliche Be- und Entlüftungsmöglichkeiten eine mechanische Kühlung nicht notwendig.

Kletterzentrum Brixen Brixen, Südtirol Architekten Arge Wolfgang Meraner (Brixen), Barbara Lanz und Martin Mutschlechner (stadtlabor.org, ­Innsbruck) Auftraggeber Gemeinde Brixen Generalbauleitung Christian Moser, brida moser architekten Fassade Frener und Reifer, Brixen Statik Tragwerksplanung Andreas Erlacher Klima- und Heizkonzept Arge in Kooperation mit Transsolar, Stuttgart Spenglerarbeiten Fischnaller J. Spenglerei und Isolierungen Betonfertigteile/Baustahl Progress AG, Brixen HKLS-Installationen Herman Heiztechnik KG, Vahrn Baujahr Bauzeit

2012 09/2011–04/2012

Bruttogrundrissfläche Nettofläche Brutto-Rauminhalt Gebäudeabmessung Gesamtkletterfläche innen

450 m² 805 m² 6.960 m³ 20 x 16 + 15,70/19,40 m (L/B/H) 1.486 m²


028 | UNStudio

Fast selbst ein Stück Himmel Die Vision von der Himmelsleiter wird bald R ­ ealität: Architekt Ben van ­Berkel baut in Singapur ­gerade daran. Er erfüllt damit aber weit mehr als nur überirdische Wunsch­träume. Text Barbara Jahn Renderings UNStudio

Mit Blick Richtung Himmel und Meer: Ben van Berkels Projekt tritt in die Fußstapfen des ehemaligen UIC-Gebäudes, das einst höchste der Metropole Singapore.

D

ass Ben Van Berkel stets mit neuen spektakulären Projekten weltweit die internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, wissen wir. Diesmal lässt er uns über eine bienenkorbähnliche Konstruktion staunen, die wohl zum Ausdruck bringen soll, dass in einem Wolkenkratzer ununterbrochen alles Mögliche ein- und ausschwirrt. Aber so ist es ja auch.

Neue Ära Die Rede ist von einem in Bau befindlichen Hochhaus in Singapur, das 2016 fertiggestellt werden soll. Mitten im Herzen des Central Business Districts entsteht das monumentale Bauwerk namens „V on Shenton“, dessen Planung aus der Feder des niederländischen UNStudios stammt. Die duale Bespielung der beiden Gebäude – ein 23-stöckiges Bürogebäude und ein 53-stöckiger Wohnturm, verbunden mit einem gemeinsamen Sockel – bildet die eigentlich klassische Konzeptgrundlage. Situiert ist das wabenhäutige Hochhaus an einem einzigartigen, markanten Bauplatz im urbanen Gefüge. Das ehemalige UIC Building dominierte seit seiner Fertigstellung 1973 die Skyline der Stadt als höchstes Gebäude Singapurs und war außerdem Teil einer ganzen

Reihe von Türmen, die sich entlang des berühmten Shenton Way in die Höhe streckten. Beim neuen UIC-Gebäude „V on Shenton“ passt sich nun der Büroturm an die umliegenden Gebäude und an die Straße an, während sich der Wohnturm von der Nachbarschaft ganz klar abhebt. Oberhalb der dritten Sky Lobby wechselt die Zusammensetzung der Einheiten durch die subtile Teilung des architektonischen Kernstücks. Heute ist diese Gegend gerade dabei, sich zu verjüngen und zu transformieren. Das „V on Shenton“ ist Teil dieser grundlegenden Veränderung eines ganzen Stadtteils.

Starke Volumen Ebenso wie der Büro- und Wohnturm der gleichen Formfamilie folgen, sind auch ihre Fassaden mit den gleichen Strickmustern ausgeführt. Die Grundform basiert auf jener des Hexagons, was nicht nur formale Spielerei ist. Der Grund dafür ist leicht erklärt: Um den extremen klimatischen Bedingungen Singapurs begegnen zu können, wird hier die winkelige Geometrie des Sechsecks für den Sonnenschutz ausgenutzt. Gemeinsam mit den systematischen Materialvariationen fügen die geometrischen Paneele dem Gebäude Textur und robusten Zusammenhalt hinzu, wäh-




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8th ENERGY FORUM on

Advanced Building Skins © ertex solar - Geraint Davis

© digital cat

05-06 November 2013, Brixen/Bressanone, Italy

© HeliOptix

Das Gebäude besteht aus zwei Türmen, die durch eine gemeinsame Sockelzone miteinander verbunden sind.

International platform for architects, scientists and the building industry ENERGY FORUM Session Topics: Interactive, Adaptive and Dynamic Façades Integrating Solar Energy Systems into the Building Skin Building Performance Simulation and Envelope Design rend sie gleichzeitig das Licht reflektieren und Schatten erzeugen. Durch die Struktur und das Volumen der Fassade wird der Komfort derjenigen gewährleistet, die in den beiden Türmen leben und arbeiten. Insbesondere sind es die Vorkehrungen für genügend Schatten und das HighPerformance-Glas, die diese Entwicklung einer nachhaltigen und bewohnbaren Fassade ausmachen. Ben van Berkel vertieft aber noch weiter: „Das Muster der Fassade besteht aus vier bis fünf verschiedenen Texturen, die jeweils nach den Erfordernissen variieren. Von Zeit zu Zeit bildet das Glas der Fassade durch den Reliefeffekt und die farbige Beleuchtung von der Seite selbst eine Textur, während die volumetrischen Balkone der Apartments ihrerseits wiederum eine tiefere Textur in das Gesamtvolumen des Gebäudes erzeugen.“

Enhanced Daylighting and Shading Evaluating Investments in Building Refurbishments Guided Tour to the Enzian Tower Building, Bozen The conference is held in English and Italian with simultaneous translation to both languages. The registration fee of € 480 includes the conference proceedings, two lunches and coffee breaks. Participants who register online at www.energy-forum.com by 30 June will receive a 20% discount.

Wie vom Schneider Jeder der beiden Türme ist von sogenannten „Abschrägungen“ umrahmt. Diese ergeben eine konsequente Linie, die den Wohnturm, den Büroturm und den Sockel optisch miteinander vereint. Tagsüber erscheinen die Abkantungen glatt im Gegensatz zu den strukturierten Oberflächen der

Economic Forum, München - Bozen Tel. +39 0471 340 050 - Fax +39 0471 089 703 info@energy-forum.com - www.energy-forum.com


030 | UNStudio

Architekt Ben van Berkel ließ sich von der sechseckigen ­Bienenwabe inspirieren und nutzte ihre großartigen ­statischen Eigenschaften.

V on Shenton No. 5 Shenton Way, UIC Building, Singapur Architektur UNStudio, www.unstudio.com Auftraggeber UIC Investments (Properties) Pte Ltd Fassadenfläche 85.507 m² Grundfläche 6.778 m²

Türme. Nachts hingegen leuchten sie als eine durchgehende rahmende Linie, die den gesamten Gebäudekomplex einfasst. „‚V on Shenton’ wird eine unglaubliche Präsenz haben, und zwar in Hinblick auf die gesamte Organisation der Stadt. Unter diesem Aspekt ist es ein sehr öffentliches Projekt“, sagt Ben van Berkel. „Wir sehen es aber auch als ein skulpturales Objekt, bei dem die kontinuierliche Linie der Abschrägungen die Form des Gebäudes herausstreicht und die unterschiedlichen Strukturen nicht nur Teil des baulichen Programms sind, sondern das Gebäude auch ‚einkleiden’.“

Zum Greifen nah Die Sky Lobbys und der Sky Garden sind ein weiterer integraler Bestandteil des „V on Shenton“. Sie bieten diverse 360-Grad-Ansichten über Singapur bis hin zum Meer. Der ausgedehnteste und mannigfaltigste der drei Himmelsgärten erstreckt sich über die gesamte achte Etage. Die Bewohner haben hier die Möglichkeit, alle Annehmlichkeiten zu nutzen, ohne an Privatsphäre einzubüßen – sei es, um etwa zu trainieren oder Gäste zu unterhalten. Zusammen mit den Fassaden bilden die Sky Gardens einen wichtigen Teil der Gestaltung eines nachhaltigen Lebensstils. Die üppigen Grünflächen bieten einen Rückzugsort mit großzügiger Vegetation und damit verbunden die Versorgung mit frischer, sauberer Luft. Auch das Mikroklima wird dadurch im Gebäude, das mitten in der Stadt steht, wesentlich verbessert. Die Bewohner der Penthouse-Ebene können mit ihrem exklusiven Zugang zu den Dachterrassen im Freien dann schon fast den Himmel berühren.




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Die obere Scheibe im Paneel ist stärker beschichtet, die Glasmasse fungiert mit dem Rahmen als Lichtschild und Schattenspender. Paneel B2 besteht aus einer geknickten oberen Scheibe aus beschichtetem und gesintertem Glas, um die Solarleistung zu maximieren, die untere Scheibe knickt nach hinten und erhält ausschließlich reflektiertes Licht. Die Paneele B1 und B3 sind Hybride, die beide Funktionen übernehmen und auch die Musterung der Fassade ermöglichen.

Baumit CreativTop Unendliche Möglichkeiten für die Fassade

Baumit CreativTop: Die individuelle und kreative Fassade Wer die unbegrenzten Möglichkeiten des legendären Baumit Life Farbsystems schätzt, wird erst recht von Baumit CreativTop begeistert sein. Denn dieser vielseitig gestaltbare Oberputz lässt sich in 758 möglichen Tönen einfärben und kreativ kombinieren. Der Fantasie sind somit keine Grenzen gesetzt. Mit dem neuen Baumit CreativTop öffnen sich unendliche Möglichkeiten zur Gestaltung von Fassaden. Besonders für Baumit WärmedämmverbundSysteme ergeben sich so bisher unbekannte Strukturierungsmöglichkeiten.

■ Individuelle Strukturen und Oberflächen ■ Kreativ, bunt und einzigartig ■ Unendliche Gestaltungsmöglichkeiten

Ideen mit Zukunft.


032 | Pilz Architektur

Schaukasten im ­GroSSformat

Die Ausstellung zur Pernegger Schauturbine beginnt nicht erst im Innenraum, sondern bereits an der großflächigen Glasfassade. Dezent nimmt sie sich für den großen Auftritt der roten Maschine zurück. Text Hanna Geisswinkler Fotos Paul Ott

Als Beispiel zeitgemäßer Baukunst steht der Ausstellungspavillon am nördlichen Ufer des Unterwasserkanals in spannungsvollem ­architektonischem Dialog zu den historischen Bauwerken.

E

in Stück steirische Industriegeschichte ist heute noch auf dem Gelände des Murkraftwerks Pernegg erlebbar. Das denkmalgeschützte Kraftwerk prägt seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1928 das Bild sowie die Geschichte des Ortes nachhaltig. Dazu tragen dessen topografische Lage in direkter Blickbeziehung zum Ortskern und die architektonische Erscheinung mit der imposanten Kraftwerksfassade gleichermaßen bei. Nun hat der Industriestandort einen Grund mehr, auf seine hohe Präsenz in der steirischen Markgemeinde stolz zu sein: In unmittelbarem Kontext zum Originalschauplatz führte kürzlich ein Ideenwettbewerb zur Errichtung einer Schauturbine, deren Bauplatz in großer Sorgfalt gewählt wurde, um eine respektvolle Distanz zum historischen Baudenkmal zu wahren. Das von den Grazer Pilz Architekten geplante Ausstellungsgebäude ist am

nördlichen Unterwasserkanal selbstbewusst, aber dennoch zurückhaltend, situiert. Es erfüllt entsprechend den Anforderungen der Wettbewerbsausschreibung gekonnt seine zeitgemäße Rolle als Vorführraum in spannungsvollem architektonischem Dialog mit dem historischen Bestand.

Die Attraktion im Fokus Der auf drei Seiten transparent gehaltene, gleichseitige Würfel rückt die Schauturbine aufgrund seiner schlichten Ausführung und seiner zurückhaltenden Farb- und Formgebung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Auf diese Weise wird der üppig geformten Kaplanturbine im klaren und wohlproportionierten Raum eine entsprechende Bühne geboten. Im Inneren macht eine spannende Wegeführung ihre komplexe Funktion erlebbar. Die Erdgeschoßebene zeigt den




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bauen

Die Betonflächen im Hauptraum sind eingefärbt, geschliffen oder gestockt. Durch ihre reservierte Farb- und Formgebung kann sich der Besucher ungestört auf die Schauturbine konzentrieren.

Besonders in der Nacht wird der Ausstellungscharakter des erleuchteten Pavillons deutlich.

Generator in ähnlicher räumlicher Situation wie im jetzigen Originalzustand im Krafthaus. Über eine Rampenanlage kann die Turbine allseitig und aus verschiedensten Blickwinkeln besichtigt werden. Sie führt zu einer Aussichtsplattform auf halber Höhe des Ausstellungspavillons. An dieser Stelle ergänzen Filmprojektionen auf der einzigen geschlossen Wand des Gebäudes, der Rückwand, den visuellen Eindruck mit weiterführenden Erklärungen zur Kraftmaschine. Darüber hinaus bietet die Erschließung Ausblicke auf das alte Kraftwerksensemble und die Umgebung von Pernegg. Komplettiert wird das greifbare Industrieerlebnis mit einer nachgebildeten, schneckenförmigen Turbinenanlage unterhalb des Kubus. Diese kann ebenfalls besichtigt und begangen werden.

Fassade mit Ausstellungsfunktion Eine spezielle Rolle wird den Nurglasfassaden im Osten, Süden und Westen zuteil. Sie fungieren in diesem Fall nicht nur als Witterungsschutz, sondern tragen maßgeblich als Bestandteil der vertikalen Ausstellungsfläche zur bewussten Präsentation der Turbine bei. Demnach trennt die Fassade das Innere vom Äußeren nicht, stellt die Schauturbine vielmehr in den Kontext zu seiner historischen Umgebung. Selbst die unauffällige Fassadenkonstruktion – es handelt sich um Punkthalter auf Seilkonstruktionen, die zwischen Decken und Bodenplatten beziehungsweise

Rückwand und Säulen gespannt sind – nimmt sich für den „Star der Szene“ zurück. Man könnte den Kubus auch als Schaukasten in großer Dimension beschreiben, dessen Hülle, am Abend entsprechend beleuchtet, zu einer zusätzlichen Attraktion für die Region wird und noch deutlicher zum eigenen Ausstellungsgegenstand mutiert.

Ausstellungspavillon Schauturbine, Kraftwerk Pernegg 8132 Pernegg Bauherr Verbund Hydro Power AG Planung Pilz Architektur, Graz Statik Thomas Lorenz ZT GmbH Planung HLS TB-Hammer Baukoordination Spirk & Partner Ziviltechnikergesellschaft GmbH Baufirma Steiner Bau GmbH Schlosser Schlosserei Deutsch Eduard Glashalter Längle Glas GmbH Licht XAL GmbH Fassade Sepero Korrosionsschutz GmbH Ausstellungsflächen Gesamtnutzflächen Rampen und Podeste Umbauter Raum Planungsbeginn Baubeginn Fertigstellung

208,61 m² 218,75 m² 48,96 m² 1.736,35 m³ Februar 2009 Juli 2010 Juli 2012


034 | Flachdach und Dachbegrünung

Die fünfte Fassade und mehr

Das Flachdach, die Fassade für Schutz, Umwelt und Energiegewinn; es ist nicht nur ein Teil der Gebäudehülle, sondern Schutz des gesamten Hauses. Dennoch wird der „fünften Fassade“ noch viel zu wenig Beachtung geschenkt. Ist es nicht gerade an der höchsten Stelle in seiner Umgebung gelegen, bleibt es einsehbar und wird damit zum gestalterisch schönen oder weniger schönen Ort. Manchmal lässt etwa ein Sonnenschirm den erholsamen Dachgarten erahnen. Als nutzbare, attraktive zusätzliche Fläche erfreut sich das Flachdach immer größerer Anhängerschaft, gibt es dem Haus doch seine ganz persönliche Note. Ein Flachdach lässt sich also ausbauen – kompetente Beratung und hochwertige Dachsysteme aus einer Hand vereinfachen dabei Planung und Ausführung. Text Peter Balogh

Gründächer in Wien-Alterlaa.

Dachbegrünung auf einem Solebad. Fotos: Bauder

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Sicherer Aufbau für grenzenlose ­Vielfalt

ie Fassade gilt als wichtiges Thema in der Ästhetik der Architektur, ist sie doch der sichtbare Teil des Hauses. Semiramis’ hängende Gärten auf den Dächern des babylonischen Palastes sind die wohl älteste und prachtvollste uns bekannte Gründachfassade. Die Römer liebten üppige Dachbepflanzungen mit Fischteichen, die Grasdächer Skandinaviens und Islands wurden zur Wärmedämmung angelegt. Jahrhundertelang vergessen, erreichten Flachdach und Begrünung im Barock die europäischen Höfe. Mit der Entwicklung des Holzzementdachs 1839 durch den schlesischen Böttchermeister Samuel Häusler breitete sich das Flachdach in Großstädten rasch aus, wenig später empfahl der Berliner Maurermeister Carl Rabitz in seiner Broschüre „Naturdächer von vulkanischem Cement“ die Einführung des flachen Dachs. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert galt es, neue Spannweiten zu überbrücken. Das flache Dach passte sich immer besser an und setzte sich im Industriebau durch. Le Corbusier entdeckte schließlich das Flachdach unter dem sozialen Anspruch des neuen Bauens in Form einer Dachterrasse als Erweiterung des Wohnraums und machte es als „fünfte Fassade“ in unseren Breitengraden populär. „Der Dachgarten wird zum bevorzugten Aufenthaltsort des Hauses und bedeutet den Wiedergewinn der ganzen bebauten Fläche“, schrieb er 1923 in seinen fünf Punkten zu einer neuen Architektur.

In technischer Hinsicht waren die damaligen Flachdächer unzureichend, es fehlten Know-how und die richtigen Baumaterialien. Mit ständig weiterentwickelten Dachsystemen sind Flachdächer heute problemlos dauerhaft dicht zu bekommen. Sie erlauben Architekten eine Gestaltungs- und Nutzungsvielfalt wie keine andere Dachform: Dachterrassen und Spielplätze auf Einkaufszentren oder Kindergärten, das mit Grün bepflanzte Garagendach, blühende Dachgärten auf innerstädtischen Wohnblocks, Schwimmbäder mit Liegewiesen auf Hoteldächern, Fotovoltaikanlagen auf Industrie­ leichtdächern oder Biotope für seltene Tierarten auf dem Bürogebäude. Dieser architektonische Freiraum erfordert hohe, sehr spezifische Anforderungen an Dämmung und Abdichtung.

Exakte Planung, hochwertige ­Produkte Mit guter Planung, fachgerechter Verarbeitung und entsprechend hochwertigem Material lassen sich Flachdächer herstellen, die dank ihrer zuverlässigen Dichtigkeit und Witterungsbeständigkeit Schutz für ein ganzes Gebäudeleben bieten. Wichtig ist, dass Planer, Architekten und Bauherren bereits in der frühen Planungsphase einen Spezialisten hin-




zuziehen, um die Planer und Architekten bei der Umsetzung ihrer Ideen vor Ort kompetent zu beraten. Flachdächer sind die am stärksten beanspruchten Teile eines jeden Gebäudes und ständig extremen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen klirrender Kälte, sengender Hitze und stürmischen Winden trotzen und erhebliche Gebäudebewegungen und Umweltbelastungen aushalten. Nur Dachabdichtungen mit Leistungsreserven können diesen Beanspruchungen widerstehen.

Fassade mit vielen Gesichtern Das Dach ist die schützende Fassade gen Himmel und eine Fassade mit vielen Gesichtern: So bietet das reine Flachdach mit Abdichtungsoberlage und Kiesschüttung Platz zur Unterbringung der Gebäudetechnik. Ungenutzte Dachflächen sind, zumindest in dichtbebauten innerstädtischen

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innovation

wertvoll – für die Umwelt, für die Immobilie und vor allem für Besitzer und Bewohner. Gründächer bringen neben ihrer Schönheit als grüne Oasen ausschließlich Vorteile in die Wohn- und Industriegebiete. Sie • schaffen zusätzlichen Lebensraum für Mensch und Tier, • ersetzen versiegelte, bebaute Flächen, • entlasten als Wasserspeicher die Entwässerungssysteme, • mildern den sommerlichen Hitzestau, • binden Feinstaub, • verbrauchen CO2 und sorgen als Sauerstoffproduzent für ein besseres Klima, • sparen Gebühren in Kommunen mit gesplitteter Abwassersatzung, • verlängern die Lebensdauer der Dachabdichtung erheblich, • steigern den Wert der Immobilie. Die Investition in grüne Dachlandschaften lohnt sich unter allen ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. Bei der Planung von Dachbegrünungen sind vor allem die statischen Anforderungen an das Bauwerk möglichst frühzeitig festzulegen. Mit einem hochwertigen Flachdachaufbau und einer Oberlage mit Wurzelschutz, dem entsprechenden Gründachsystem, Dachentwässerung, Vegetation und Pflege lassen sich attraktive Dachbegrünungen mit dem heutigen Stand der Technik dauerhaft und sicher umsetzen.

Grüne Spielwiese für Planer und ­Architekten Extensive Dachbegrünungen für Dächer mit Neigungen von null bis 25 Grad mit ihren dünnschichtigen Aufbauten und naturnah angelegten blühenden Sedumteppichen benötigen nur minimale Pflege. Für Leichtdachkonstruktionen mit geringer Tragfähigkeit bietet Bauder spezielle Moderne Fotovoltaik­anlagen Leichtdachgrünsysteme mit einem Gewicht von nur 60 kg/ erzeugen viele kWStunden Strom auf m². Das einfach umzusetzende Dachbiotop optimiert den ökologischen Ausgleich. Modellierte Substratschüttungen, Flachdächern. Grobkies, Asthaufen und Wasserbecken verwandeln ganz normale Flachdächer in optisch ansprechende Dachbiotope. Bereichen, kaum mehr zeitgemäß. So wichtig das Dach in Vögel finden Nahrung und Nistmaterial, gefährdete Bodenseiner schützenden Funktion für das Gebäude ist, so vielbrüter eine neue Heimat. Das intensiv begrünte Dach lässt fältig ist es in der zusätzlichen Nutzung. Moderne Fotoalle Bepflanzungen und Kombinationen zu und bringt dabei voltaikanlagen erzeugen viele Kilowattstunden Strom auf den größten Nutzen als zusätzlicher Lebensraum: den KräuFlachdächern. Weitere Millionen Quadratmeter Industrie­ flachdachflächen könnten viele Millionen Kilowattstunden tergarten für Gourmets, einen Spielplatz auf dem innerstädStrom produzieren. Mit effizienten und einfach zu installie- tischen Kindergarten, den Park auf dem Einkaufsparadies. renden Anlagen ist das eine lohnende Investition, vor allem Selbst ausgefallene Lösungen lassen sich mit dem heutigen Stand der Bau- und Vegetationstechnik bei rechtzeitiger für Bauherren mit Eigenverbrauch. Allerdings nur in Verbindung mit Hochwertabdichtungen, damit der Dachaufbau Planung dauerhaft und sicher umsetzen. Das Dach, die fünfte Fassade, die das Gebäude schützt, mindestens der Laufzeit der Fotovoltaikanlage entspricht – das sollten schon 20, 30 und mehr Jahre sein. Auf klimati- ist eine Fassade für die Kunst der Architekten, für die Lebensfreude der Menschen, für die Natur am Bau. Bei all sierte Hallen gehört auch eine effiziente Wärmedämmung; macht es doch wenig Sinn, auf dem Dach Energie zu erzeu- den Möglichkeiten und der Sicherheit durch entsprechende Dachsysteme stellt sich mit Le Corbusier die Frage: „Ist es gen, während sie darunter verlorengeht. Freie Flächen als nicht wahrhaft wider alle Logik, wenn eine ganze Stadt­ Erholungsraum sind in verbauten Gebieten rar. Und doch gibt es mehr, als man glaubt, denn jedes Flachdach ist eine oberfläche ungenützt der Zwiesprache der Schiefer mit den potenzielle Grünfläche. Aber erst jedes zehnte Flachdach in Sternen vorbehalten bleibt?“ Österreich ist begrünt. Das Ziel moderner Architektur und Zum Autor: Ing. Peter Balogh, Stadtplanung sollte es deshalb sein, die Begrünung von Flachdächern zu fördern. Gründächer und Dachgärten sind Anwendungstechnik der Bauder Ges.m.b.H., Ansfelden


036 | Metall | ÖFHF | Aluminium

Optimierte FassadenFertigung Als Neuheit für anspruchsvolle Gebäudehüllen bietet Wicona eine RiegelverbinderTechnologie. Es handelt sich um ein einziges, universell einsetzbares und an die Anforderungen anpassbares Verbinderelement, das einzeln oder paarweise in Abhängigkeit von Riegeltiefe und vorgesehenen Glaslasten angewendet werden kann. Für dieses Bauteil greifen die Grundsätze des Wicona-UnisysPrinzips: Riegelbearbeitung, ProfilausfühDie Wicona-Riegelverbinder-Technologie, in einfacher und zweifacher Ausführung rungen und Dichtsystem bleiben gleich. Es sind keine zusätzlichen Profilbearbeitungen erhältlich, vereinfacht die Fertigung und verbessert die Leistungsfähigkeit der ­Konstruktion. Fotos: Hydro Building Systems GmbH am Pfosten erforderlich. Für die Montage am Pfosten gibt es zwei Möglichkeiten, sodass je nach Ausstat- sichere Lösung: In der neuen Riegelverbindung ist eine tung des Produktionsbetriebs mit systembezogenen Werkinnenliegende Spaltmanschette für Spaltmaße bis zu drei zeugen oder mit Profilbearbeitungszentren (PBZ) immer Millimeter integriert. Auch diese Manschette ist für alle die effizienteste Technik zum Einsatz kommt. So kann das Riegeltiefen und die genannten Ausführungsvarianten Verbinderelement in vorgesehene Bohrungen eingeschraubt einschließlich der nachträglichen Montage geeignet. Beim werden, es ist jedoch auch eine direkte Befestigung per nachträglichen Einbau von Riegeln werden baugleiche Bohrschrauben mithilfe eines Positionierungswerkzeugs Verbinder mit Federrastbolzen verwendet, dessen Eingriff möglich. Mit dieser neuen Verbindertechnologie erweitert für Spaltmaße von einem und drei Millimeter einstellbar das Unternehmen zudem die Leistungsfähigkeit der Fasist. Er wird mit einer Montagehilfe am Riegel eingebaut und saden in puncto Glaslasten und entspricht damit klar den im Riegelprofil durch Injektion eines Zwei-Komponentensteigenden Anforderungen durch größere Glasformate, Klebstoffs verankert. Mehrfach- und Funktionsgläser. Auch optisch ermöglicht Hydro Building Systems GmbH der neuer Riegelverbinder durch eine klar definierbare Söflinger Straße 70, D-89077 Ulm/Donau Anbindung des Riegels an den Pfosten eine einfache und T: (00 49 731 39) 84-0, E: info@wicona.de, I: www.wicona.de

Einsatz für Fassadenarchitektur

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden bieten Vielfalt in Form und Material, sind dabei langlebig und pflegefrei. Fotos: ÖFHF

Eine seit Jahrhunderten im alpinen Raum gelebte Tradition hat in der jüngeren Vergangenheit ein Revival erlebt: vorgehängte hinterlüftete Fassadenarchitektur (VHF). Im August 2008 gründeten Hersteller und Anwender mit dem Österreichischen Fachverband für hinterlüftete Fassadenarchitektur (ÖFHF) eine zeitgemäße Interessenvertretung. Das Ziel des Fachverbands ist seit der Gründung gleich geblieben: dem Thema eine größere Aufmerksamkeit im öffentlichen Diskurs zu verschaffen, die Vorzüge dieser architektonischen Lösungen herauszuarbeiten und deren Qualitäten weiter zu verbessern. „Schon heute die Anforderungen von morgen zu berücksichtigen und Fassaden zu ermöglichen, die den Ansprüchen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Komfort entsprechen – das ist eine unserer Visionen“, so der Vorstandsvorsitzende Anton Kogler.

Täglich behandelt der ÖFHF Anfragen zum Thema. Die Akzeptanz innerhalb der Fachbranche ist ausgesprochen hoch, derzeit zählt der Verband 49 Mitglieder. Beinahe alle relevanten Unternehmen seitens Industrie und Verarbeitung sind im Verband vertreten. Das Fünf-Jahr-Jubiläum nimmt dieser zum Anlass, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren und mehrere Initiativen zur VHF zu setzen. Als wesentlichen Erfolg nennt Kogler die Formulierung eines Regulativs. An der Nominierung arbeitet der Verband maßgeblich mit. „Es ist durchaus denkbar, dass es zu einer Einführung einer ÖNORM kommen wird“, erklärt Kogler. Österreichischer Fachverband für hinterlüftete Fassaden (ÖFHF) Campus 21, Europaring F15/303, A-2345 Brunn am Gebirge T: (01) 890 38-96, E: info@oefhf.at, I: www.oefhf.at


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entwickeln

auf metallbautechNIK geSetZt Zwei Einzelgebäude aus dem Jahr 1867 im burgenländischen Pöttelsdorf sollten wieder zu einer Einheit verbunden werden und zeitgemäßen Wohnraum für eine Familie schaffen. Diese Aufgabenstellung löste das Architekturbüro Gerner Gerner plus mit einem einfachen und klaren Konzept: Die beiden bestehenden Hauptgebäude wurden durch einen von Glas und Aluminium dominierenden Zubau entlang der straßenseitigen Mauer miteinander verbunden. Neue Öffnungen im Mauerwerk wurden als geradlinige Einschnitte Raumhohe Schiebetüren aus Aluminium verbinden beim einfamilienhauszubau in gesetzt. Der verbindende Zubau wurPöttelsdorf von gerner gerner plus das Innere mit dem Außenraum. de durch raumhohe Schiebetüren aus Foto: www.alufenster.at | Matthias Raiger pulverbeschichteten Aluminiumprofilen gestaltet. Durch diese öffnet sich der Raum auf der gesamten Altbestand. Die Wertschätzung der Substanz wird durch Längsseite zum Hof und wird mit weichem Nordlicht hell, die schlanken Aluminiumprofile und die Farbwahl betont. aber blendfrei belichtet. Über den durchgehenden Oberlicht- Die Leichtigkeit in der Handhabung der Schiebetüren zum streifen in der straßenseitigen Wand entsteht ein zusätzHof zeigt die moderne Haltung und die kongeniale Affinität licher Lichtakzent. Die Architekten und der Bauherr, Manfred zwischen uns Architekten und dem Besitzer, der mit hochBöhm, wählten den Werkstoff Aluminium und vertrauten auf wertigen Autos zu tun hat“, so Gerda Gerner. einen Metallbauer, der die Gemeinschaftsmarke Alu-Fenster führt. Sie setzten damit auf erstklassige Metallbautechnik, ALUMINIUM-FeNSter-INStItUt Verein zur Hebung der Information die in der Planung und Umsetzung allen architektonischen über Aluminiumfenster und -fassaden Anforderungen gerecht wird. „Das zeitgemäße Material und Johnstraße 4, A-1150 Wien, die Ausführungsqualität stehen im perfekten Kontext zum T: (01) 983 4205, e: office@alufenster.at, I: www.alufenster.at

die

mehr

fassade nachhaltigkeit

Wohlbefinden

Qualität

designfreiheit

Ökologie

Wert

Die Aufgabe des ÖFHF besteht darin, die Vorteile der vorgehängten hinterlüfteten Fassade bei Planern, Behörden, Verbänden und Bauherren zu kommunizieren. Für Fragen zur Fassadenplanung steht Ihnen der Fachverband ÖFHF als herstellerneutraler, kompetenter Berater zur Verfügung. Informieren Sie sich jetzt: www.oefhf.at

ÖFHF Österreichischer Fachverband für hinterlüftete Fassaden


038 | Fotovoltaik | Faserzement

Fassade der nächsten Generation Fotovoltaik sollte integraler Bestandteil moderner Niedrigenergie-, Passiv- und Plusenergiehäuser sein. Diesen Anspruch erfüllen Sto Ventec Artline Invisible und Inlay. Die beiden gemeinsam von Sto und Würth Solar entwickelten vorgehängten hinterlüfteten Fassadensysteme tragen gleichermaßen zur Energieeffizienz wie auch zur direkten Energiegewinnung und zur ästhetischen Gestaltung bei. Die Fotovoltaikmodule des nicht sichtbar befestigten Systems sind ab Werk mit einer Trägerplatte aus Blähglas zu einem Sandwichelement verbunden. Das Eigengewicht der 20 Millimeter dünnen Platte ist sehr gering, da Blähglas einen hohen Luftporengehalt besitzt. Rückseitige Agraffenhalterungen an der Trägerplatte erlauben eine verdeckte Befestigung der 1.200 mal 600 Millimeter großen Module, was eine homogene Fassadenoberfläche schafft. Die Sys­ temausführung Inlay arbeitet mit gerahmten Elementen, die in schwarze, auf der Unterkonstruktion befestigte Schienen eingestellt werden. Ihr Maß beträgt 1.205 mal 605 Millimeter. Bei beiden Systemen können die Module für Wartungs- und Reparaturarbeiten einzeln ausgetauscht werden. Die auf dünnschichtiger CIS-Technologie basierenden Fassadenpaneele sind in sechs Farbtönen erhältlich, wobei sich Schwarz als die effektivste Variante mit Blick auf die Energieausbeute erweist. Bei den farbigen Gläsern müssen aufgrund der höheren Lichtreflexion Wirkungsgradeinbu-

Sto Ventec Artline kam bei einem Neubau der Kaco new energy in Neckarsulm auf 1.500 Quadratmeter zum Einsatz. Schleifenheimer Architekten entschieden sich für die schienenbefestigte Systemvariante Inlay. Foto: Andi Schmid, München

ßen hingenommen werden. Umfangreiche Tests belegen die Wirtschaftlichkeit der PV-Fassade auch bei Abweichungen von bis zu 30 Grad von der Südausrichtung, was nur geringe Leistungsverluste zur Folge hat. Je nach Farbigkeit lässt sich ein jährlicher Stromertrag von 55 bis 80 kWh pro Quadratmeter PV-Modul erzielen. Sto GmbH Richtstraße 47, A-9500 Villach T: (0 42 42) 33 133-0, E: info.at@sto.com, I: www.sto.at

Nachhaltig, sicher und wartungsfrei

Mit seinen architektonisch anspruchsvollen Fassadenlösungen aus Beton wird Rieder den wirtschaftlichen wie sicherheitstechnischen Ansprüchen von Bildungs­ einrichtungen gerecht. Fotos: Rieder

Die Thematik der pädagogischen Architektur gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie durch die Umgebung das Lern- und Spielverhalten von Kindern positiv beeinflusst. Für Auftraggeber von Bildungseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten zählen außerdem Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu den wesentlichen Vergabekriterien. Bei öffentlichen Bildungsbauten spielt eine vorausschauende, langfristige Planung eine große Rolle. Da die Errichtung des Gebäudes nur knapp 20 Prozent der Gesamtlebenszykluskosten verursacht, ist der zukünftige Aufwand für die Erhaltung und Wartung wichtiges Planungskriterium. Die nur 13 Millimeter dünnen Betonfassaden von Rieder bringen im Laufe der Jahre keinen Wartungsaufwand mit sich. Im Gegensatz zu Holzverkleidungen müssen sie weder abgeschliffen noch gestrichen werden und weisen eine extreme Haltbarkeit und lange Lebensdauer auf.

Die technischen Eigenschaften der großformatigen fibreC-Paneele und schmalen Öko-Skin-Betonlatten in Bezug auf Beständigkeit und Funktionalität lassen viele andere Baumaterialen hinter sich. Brandschutzklasse A1 (nichtbrennbar) macht das Material absolut brandsicher, ohne dass zusätzliche Behandlungen oder chemische Beschichtungen benötigt werden. Durch die Ballwurfsicherheit nach DIN 18032-3 sind Rieder-Fassaden auch für Sportplätze und Pausenhöfe geeignet. Da die Betonprodukte auf mineralischen Grundmaterialien basieren, sind sie zudem vollständig recyclebar. Rieder Smart Elements GmbH Mühlenweg 22, A-5751 Maishofen T: (0 65 42) 690 844 E: office@rieder.cc I: www.rieder.cc/at/de




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entwickeln

Faserzement In der idyllischen Berglandschaft im Norden Tirols liegt der Ort Erl, Heimat einer vier ­Jahrhunderte alten Passionsspielkultur. Seit 15 Jahren finden dort die Tiroler Festspiele Erl statt, die mit hoch­ karätigen musikalischen Aufführungen ein begeistertes Publikum anziehen. Ein großzügiger ­Musikliebhaber erfüllte sich den Wunsch nach einem geeigneten Ort, um ab 2012 auch in der kalten ­Jahreszeit Konzerte „über die Bühne“ zu gehen zu lassen. Anthrazitfarbene Faserzementtafeln von Wanit ­Fulgurit umhüllen das neue Festspielhaus und verleihen ihm eine abwechslungsreiche Optik.

In der verschneiten Winterlandschaft tritt die ­dunkle Faserzementhülle des Neubaus besonders hervor. Seine dynamische Form erzeugt ein spannendes Ensemble mit dem weißen Passionsspielhaus.

Die außergewöhnliche Form des Neubaus, entworfen von den Wiener Architekten Delugan Meissl Associated Architects, ist von seiner Umwelt inspiriert: Die kantige, dynamische Gestalt bezieht sich auf die umgebenden Berge und ergänzt das benachbarte Passionsspielhaus, einen zeitlos eleganten Bau aus den Fünfzigerjahren. An der Fassadengestaltung der beiden Häuser kann man ihre unterschiedlichen Funktionen im Lauf der Jahreszeiten erkennen: Zur Passionsspielzeit im Sommer ist das bestehende weiße Gebäude auffälliger, zur Zeit der Winterfestspiele tritt im Schnee der dunkel umhüllte Neubau stärker in den Vordergrund. Er ist mit den besonders widerstandsfähigen und kratzfesten Fassadentafeln Equitone [natura pro] von Wanit Fulgurit bekleidet. Dach, Fassade und Untersichten aus durchgefärbtem, nichtbrennbarem Faserzement bilden eine einheitliche Gebäudehülle. Das außergewöhnliche Verlegemuster der Tafeln besteht aus nur zwei unterschiedlichen Formaten und wurde so angepasst, dass bei der Ausführung möglichst wenig Verschnitt anfiel. Die in den Baukörper eingeschnittenen asymmetrischen Stiegen weisen den Gäs­ ten den Weg ins helle Foyer und weiter in die holzvertäfelte Konzerthalle, die den weltweit größten Orchestergraben beherbergt und optische sowie akustische Hochgenüsse verspricht.

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Nicht nur gestalterisch überzeugend Die natürliche, lasierte Fassadentafel Equitone [natura pro] lässt die charakteristische Struktur des Faserzements durchscheinen und lädt mit ihrer steinern-samtigen Oberfläche zur Berührung ein. Doch Equitone [natura pro] überzeugt nicht nur gestalterisch: Sie erfüllt auch höchste Ansprüche an eine strapazierfähige Fassadengestaltung, die dauerhaft vor Graffiti schützt. Wie beim Festspielhaus der Tiroler Festspiele Erl mit farblich passenden Fassadenschrauben auf der Unterkonstruktion angebracht,

gewährleisten die maximal 3.100 mal 1.250 Millimeter großen Tafeln die einwandfreie Funktion der vorgehängten hinterlüfteten Fassade. Diese bietet für Neubau und Sanierung wesentliche bauphysikalische Vorteile. Wo andere Systeme an ihre Grenzen stoßen, lässt sich mit der Faserzementfassade von Wanit Fulgurit jeder gewünschte Dämmstandard realisieren. Durch die konsequente Trennung der Wetterschale von Wärmedämmung und Tragwerk wird das Gebäude zudem nachhaltig vor Feuchteschäden geschützt. Die witterungsunabhängige Montage sowie der problemlose Ausgleich von Bauwerkstoleranzen bieten große Vorteile gegenüber nichthinterlüfteten Fassadensystemen.

Strapazierfähig und dauerhaft Neben Fassadentafeln bietet Wanit Fulgurit mit Dach- und Wellplatten, Betondachsteinen sowie den jeweiligen Befestigungselementen das ganze Spektrum an Systemkomponenten für das geneigte Dach. Ebenfalls zur Produktpalette des Unternehmens gehören Fassadenziegel und -paneele, Putzträgerplatten und Bauplatten. Alle Produkte sind vom deutschen Institut Bauen und Umwelt e. V. geprüft und mit einer Umwelt-Produktdeklaration zertifiziert. Für die Objektberatung vor Ort ist Wanit Fulgurit mit drei Außendienstmitarbeiterinnen und Außendienstmitarbeitern in Österreich vertreten. Das Objekt „Festspielhaus der Tiroler Festspiele Erl“ wurde beliefert durch einen unserer Vertriebspartner: AustroDach Handels GmbH. Wanit Fulgurit GmbH Im Breitspiel 20, 69126 Heidelberg T: (00 49 30) 348 53 70, F: (00 49 30) 348 53 69 E: info@wanit-fulgurit.at, I: www.wanit-fulgurit.at AustroDach Handels GmbH Handelsstraße 2, 4300 St. Valentin T: (0 74 35) 511-0, F: (0 74 35) 547 29 E: office@austrodach.at, I: www.austrodach.at


040 | Dämmstofftechnik | UV-Fassade | Putze

Frisch „gebacken“ Innerhalb von zehn Monaten vom Spatenstich zum Vollbetrieb: Das Ende April im oberösterreichischen Perg eröffnete Dalmatherm-Dämmtechnikwerk der Synthesa-Gruppe gilt als eines der ­modernsten Dämmstoffwerke Europas. Text Dominique Platz

Mit ihren breiten

Fahrer-, aber keinesfalls kopflos summen die Stapler durch Gabeln holen die das Synthesa-Werk, bahnen sich wie von Geisterhand fahrerlosen Stapler die „frisch“ gebagesteuert ihren Weg durch die neuen Industriehallen. Mit ckenen sechs Meter ihren breiten Gabeln holen sie die „frisch“ gebackenen sechs hohen DämmstoffMeter hohen Dämmstoffblocks aus dem Ofen und verfrachblocks aus dem Ofen und verfrachten sie ins Lager. Dass die etwas an den 1980er-Jahre-Holten sie ins Lager. lywood-Helden Nummer 5 erinnernden Stapler aus SicherFotos: Synthesa (l.) heitsgründen stehen bleiben, wenn sich Menschen nähern, – Stich (r.). macht sich vor allem am 26. April positiv bemerkbar. Denn an diesem Tag hatte die Synthesa-Gruppe eine ganze Reihe daher auch Namensgeber – ist die Kombination von weißen von Gästen, Mitarbeitern und Pressevertretern zur Eröffund grauen Dämmstoffgranulaten. Die Platte vereint laut nungsfeier in das neue Dämmstoffwerk geladen. Hersteller die positiven Eigenschaften beider Granulate und ist dabei so leistungsstark wie ein einheitlich grauer Dämmstoff. Technische Raffinessen Synthesa-Geschäftsführer Gerhard Enzenberger erklärt Als fachkundiger „Werksführer“ durch die in sechsmoden sogenannten „Dalmatiner-Effekt“: „Die Dalmatinerplatte natiger Bauzeit errichteten Hallen erwies sich Synthesahat Vorteile in der Formstabilität und eine unverwechselGeschäftsleiter Paul Lassacher, der seine Gäste – darunter etliche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft – mit der bare Optik. Der Dalmatiner-Effekt beruht auf dem kleinpartiellen Abbau temperaturbedingter Spannungen durch das neuen Produktionsstätte und ihren technischen Raffinesweiße Granulat, das sich bei Aufheizung durch die Sonnensen vertraut machte. Ebenfalls zugegen war Ralf Murjahn, einstrahlung auf der Baustelle als wesentlich toleranter Mitglied der deutschen Eigentümerfamilie und Geschäftsleitungsvorsitzender der Caparol-Gruppe, der sich in seiner erweist. Mit dem neuen Werk können wir unseren Kunden Eröffnungsrede für die Einladung bedankte und scherzhaft hinsichtlich Innovationskraft, Flexibilität und Präzision wesentlich mehr bieten als vorher.“ Aufgrund der eigenen hinzufügte: „Ich wäre jedoch ohnehin gekommen, um zu Dämmstoffproduktion habe die Synthesa-Gruppe nun ausehen, wo das viele Geld geblieben ist.“ Satte 10,4 Millioßerdem wesentlich mehr Möglichkeiten, auf Entwicklungen nen Euro verschlang der Bau des Dalmatherm-Werks, das als eines der modernsten und saubersten Dämmstoffwerke und Trends zu reagieren. Josef Hackl, Geschäftsleitung der Synthesa-Gruppe, schloss mit den Worten: „Auf den DämmEuropas gilt und von dem aus der heimische Zentralraum frachtkostengünstig beliefert werden kann. Außerdem sorgt stoff entfallen vierzig Prozent und mehr der Materialkosten die Betriebsansiedelung in Perg auch für eine Belebung des des gesamten WDV-Systems – abhängig von der Dämmstoffoberösterreichischen Wirtschaftsraums. 18 Personen fanden dicke!“ Mit dem neuen Dämmtechnikwerk hat die SynthesaGruppe die Wertschöpfungskette bei Dämmsystemen nun hier nämlich einen neuen Arbeitsplatz. merklich vervollständigt.

Wertschöpfungskette vervollständigt Zu deren Aufgabenbereich gehört natürlich in allererster Linie die Überwachung der Produktion von sogenannten Dalmatiner-Dämmstoffplatten, eine Weiterentwicklung der Polystyrol-Dämmplatte. Die Besonderheit der Platte – und

Synthesa Chemie GmbH Capatect Baustoffindustrie G.m.b.H. Dirnbergerstraße 29–31, A-4320 Perg T: (0 72 62) 553-20 26, F: (0 72 62) 553-25 02 E: office@synthesa.at, I: www.synthesa.at, www.capatect.at




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entwickeln

Starker Schutz für schöne Fassaden zeitiger Wasserdampfdiffusionsoffenheit ermöglicht. Für den Einsatz in Fassaden mit offenen Fugen werden anwendungsbedingt besonders hohe Anforderungen an die UVBeständigkeit solcher Bahnen gestellt. Denn durch die offenen Fugen trifft über die gesamte Lebensdauer einer Fassade UV-Licht auf die Bahn. Nach DIN EN 13859-2 wurde diese erforderliche höhere UV-Beständigkeit für diese Anwendung durch 5.000 Stunden Zum zuverlässigen Schutz der gesamten Außenwandkonstruktion mit offenen Fugen permanenter UV-Bestrahlung im Labor geprüft und wies danach noch die volle bietet DuPont mit DuPont Tyvek UV Facade eine hochwertige Fassadenbahn. ­Wasserdichtheit auf. Die nach EN 1928 in W1 klassifizierte Bahn ist zugleich mit einem sd-Wert von Anspruchsvoll gestaltete Fassaden prägen maßgeblich den Gesamteindruck moderner Gebäude. Neben Materialart und 0,035 m (nach EN ISO 12572) hochdiffusionsoffen. So kann Farbe spielt auch die mit der Form einhergehende Struktu- eingeschlossene Restfeuchte ungehindert nach außen abrierung eine gestalterische Rolle. Ein wesentliches Element wandern und die Dämmung wird zugleich vor eindringender dieser Fassade bietet DuPont mit DuPont Tyvek UV F ­ acade, Feuchtigkeit geschützt. Mit einer entsprechenden Überlappung und Verklebung der verlegten Bahnen untereinander einer hochwertigen Fassadenbahn zum zuverlässigen wird diese Schutzfunktion dank der winddichten EigenSchutz der gesamten Außenwandkonstruktion mit offenen schaften des Materials unterstützt. Zur besseren Verklebung Fugen. Diese bewährte Bahn aus einem Materialverbund der Fassadenbahnen auf der Baustelle ist DuPont Tyvek UV aus PE-HD und PP bietet dem Planer ein hohes Maß an Facade ab Mai 2013 auch mit integriertem Tape lieferbar. Gestaltungsfreiheit bei größtmöglicher bauphysikalischer Sicherheit. Denn die Fassadenbahn aus dieser Produkt­ DuPont de nemours (Deutschland) gmbh familie basiert auf der seit Jahrzehnten bewährten und Hugenottenallee 173–175, D-63263 Neu-Isenburg einzigartigen Flash-Spun-Bond-Technologie, die mit einer T: 0800 66 33 990, E: info.tyvek-germany@dupont.com Funktionsschicht Wasser- und Winddichtheit bei gleichI: www.tyvek.de

für immer trocken

TIME FOR CHANGE – DIMMBARES GLAS für Fenster und Fassaden!

Der „weber.pas top dry“-Putz in vielfältigen Farben und Strukturen bietet unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten.

Hydrophile Putze regulieren die Feuchtigkeit und schützen umweltschonend vor Algen und Pilzen. Mit weber.pas topdry hat Saint-Gobain Weber bereits 2008 den ersten Fassadenputz entwickelt, der Feuchtigkeit reguliert anstatt sie zu bekämpfen. Die intelligente Steuerung der Oberflächenfeuchtigkeit ohne auswaschbare biozide Filmkonservierungsmittel hat auch einen ästhetischen Vorteil. Das physikalische Wirkprinzip der kapillaren Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe verändert sich auch nach Jahren nicht. Saint-Gobain Weber Terranova GmbH Gleichentheilgasse 6, A-1230 Wien T: 05 06 150 8, E: marketing@weber-terranova.at I: www.weber-terranova.at

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042 | Verbundplatten | Aluminium | Beschichtung

Lernen von der Natur

Foto: Senova

Nach einer intensiven Forschungsund Entwicklungszeit hat Alucoil, ein Lieferant der Senova Kunststoffe GmbH, in einem industriellen Prozess die natürlichen Eigenschaften der Honigwabenstruktur (Honeycomb) mit der Erfahrung in der Produktion von metallischen Verbundplatten vereint und das neue senobond Larson Larcore A2 entwickelt. Das Produkt ist eine Aluminium-Honeycomb-Verbundplatte, deren Doppel-„T“-Struktur aus einem Wabenkern besteht, der von Klebstoff und Aluminiumschichten eingefasst ist. Zusätzlichen Schutz vor Korrosion bietet eine Schutzschicht über der obersten Aluminiumlage. Steifigkeit, Leichtigkeit, Planheit, Feuerklassifizierung A2 und 100 Prozent Recyclebarkeit sind ihre Hauptmerkmale. Diese Eigenschaften zusammen mit der akustischen und thermischen Isolation und einer weiten Palette an Verarbeitungsmöglichkeiten machen aus senobond Larson Larcore A2 ein ideales Produkt für architektonische Lösungen.

Es verfügt über ein Installationssystem für hinterlüftete Fassaden, Dächer, Marquisen, Böden in allen möglichen Gebäuden und Konstruktionen. Anwendung fand das Produkt zum Beispiel bei den Wiener DC Towern aufgrund seiner hohen Biegesteifigkeit und der gleichzeitig geringen Gewichtsbelastung. Ebenfalls war die Bandklasse A2 für ein Bauwerk dieser Dimension ein wichtiges Entscheidungskriterium. Um eine fließende Struktur der Fassade zu erzielen, wurden die Kanten der Fassade durch Umkanten geschlossen. Die Befestigung auf der Unterkonstruktion ist mit Sika Tack Panel verklebt. Senova Kunststoffe GmbH & Co. KG Gewerbestraße 12, A-5723 Uttendorf T: (0 65 63) 200 20-0, E: office@senova.com, I: www.senova.com Alucoil Deutschland Calle Ircio parcelas R72-R77, ES-09200 Miranda de Ebro (Burgos) T: (00 34) 947 33 33-20, E: alucoil.deutschland@alucoil.de I: www.alucoil.com

Technische Präzisionsarbeit Das neue Festspielhaus im Tiroler Ort Erl, geplant vom Architektenteam Delugan Meissl Associated Architects, besticht durch seine kristallartige Struktur, die sich aus den Formen der umgebenden Natur entwickelt hat. Die individuell angepasste Aluminium-GlasFassade des Aluminiumprofilsystem-Händlers Hueck+Richter konnte dieser anspruchsvollen Formgebung gerecht werden und ließ bei der Gestaltung von Fenstern und Türen einen gewissen Freiraum zu. Weil nur wenige der zahlreichen Konstruktionswinkel rechtwinkelig, die meisten Flächen geneigt sind und überall spektakuläre Verschneidungen vorkommen, war zur Umsetzung solides Handwerk gefragt. Dazu kamen noch weitere Extrawünsche wie Sonderverglasungen mit exotischem Zuschnitt und attraktiven Spezialgläsern – Konstruktionsbedingungen, die ein CAD-Programm herausfordern könnten. Basis aller Konstruktionen ist das bewährte Hueck-Profilsystem des Unternehmens. Eingesetzt wurde die Tür- und Fensterserie Hueck Lambda mit hochwärmegedämmten Profilen, die Brandschutzserie Hueck Lava, die Pfosten-Riegel-Fassadenserie Hueck Trigon und die Serie Hueck 1.0 IF. Die beeindruckende Bilanz lautet: 70 Aluminium-Glas-Elemente mit einer Gesamtfläche von 900 Quadratmetern wurden verbaut. Das Unternehmen, das seine Systemprofile aus dem Presswerk des Stammhauses

Foto: Hueck+Richter Aluminium GmbH

in Lüdenscheid bezieht, verbreitet die am österreichischen Markt erarbeiteten Erfolgskonzepte mittlerweile in neun ­europäischen Länder: Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Rumänien, Serbien, Montenegro, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Hueck+Richter Aluminium GmbH Rossakgasse 8, A-1230 Wien T: (01) 667 15 29-0 E: office@hueckrichter.at, I: www.hueckrichter.at




SKIN JUN.13 | 043

entwickeln

Veredelung mit ­natürlichem ­Charakter Nach den Wünschen der Architekten entwickelt HD Wahl individuelle Oberflächenveredelungen, die sich durch ihre Tiefenwirkung und Werthaltigkeit auszeichnen. Foto: NYA/Ebener

Beim Erweiterungsbau des Textilunternehmens Nya Nordiska in Dannenberg wurde die Fassade zum Verbindungselement zwischen Alt und Neu. Der Beschichtungshersteller HD Wahl setzte hierfür auf das Sandalor-Färbeverfahren, das den natürlichen Metallcharakter des Aluminiums erhält. Für den Neubau kam die Farbe Sandalor Rot zum Einsatz – ein angenehm warmer Farbton. Auffällig ist, wie gleichmäßig die Aluminiumbleche eloxiert und eingefärbt sind. Die gelungene Farbhomogenität der Beschichtungen ist in Zusammenarbeit mit HD Wahl und dem Materiallieferanten gelungen.

HANF DÄMMT GRÜNER Die ökologische Alternative

HD Wahl GmbH Dieselstraße 6–8, D-89343 Jettingen-Scheppach T: (00 49 82 25) 999-0, E: info@hdwahl.de, I: www.hdwahl.de

Charakterstark

Das Steel Study House No. 2 ist mitnichten ein gewöhnliches Einfamilienhaus. Charakterstark und großzügig zeichnet es sich optisch von den anderen Wassergrundstücken im neuen Stadtteil Zuiderburen im niederländischen Leeuwarden ab. Das auffälligste Merkmal: die rechteckige Gebäudehülle aus vorgefertigten weißen Stahlkomponenten und weißen Aluminium-Verbundplatten, für die sich das Material Reynobond von Alcoa Architectural Products – ein Tochterunternehmen des Aluminium-Weltmarktführers Alcoa – als ideal erwies. Es ist leichter als Stahl, aber besonders witterungs- und formbeständig. Zudem lässt es sich einfach verarbeiten und montieren. Alcoa Architectural Products 1 rue du Ballon, F-68500 Merxheim T: (00 33 3 89 74) 47 63, E: Reynobond.Service@alcoa.com I: www.alcoaarchitecturalproducts.eu

Hervorragende Dämmeigenschaften

Diffusionsoffen

Ausgezeichneter Schallschutz

Nachwachsend

Öko-Förderung

Höchste Widerstandskraft und Hagelsicherheit durch Carbonarmierung www.capatect.at

Das Produkt Reynobond trägt maßgeblich zur Fassadengestaltung des Steel Study House No. 2 bei. Foto: Alcoa Architectural Products


044 | Porenbetonstein | Fassadenplatten | Glas | Schiebeläden

Es geht auch ohne Wärmebrücken Schwachstellen wie Wärmebrücken entstehen überall dort, wo das Mauerwerk unsachgemäß ausgeführt wird. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Verwendung von nur einem Wandbaustoff, der sowohl die Anforderungen an Außen- wie auch an Innenwände ausreichend erfüllt, Baumängel weitgehend verhindert. Hier hat sich das Porit-Porenbetonstein-System aufgrund seiner produktspezifischen Eigenschaften in der Baupraxis bestens bewährt. Dank der umfassenden Produktpalette von Plansteinen, Planelementen und Planbauplatten für tragendes und nichttragendes Mauerwerk sowie passenden Sonderbauteilen wie Stürzen, Höhenausgleichssteinen, U-Schalen und Deckenrandsteinen lassen sich auch die kritischen Bereiche der Gebäudehülle zuverlässig erstellen. Als wärmebrückenreduzierendes Bauteil wird zum Beispiel der in Höhen von 160, 180, 200 und 240 Millimeter lieferbare Porit-Deckenrandstein als äußere Abmauerung bei Geschoßdeckenauflagern von einschaligen Außenwänden eingesetzt. Der

wahlweise 50, 75 oder 100 Millimeter dicke Deckenrandstein wird mit 35, 50 oder 100 Millimeter dicker Wärmedämmung (Mineralwolle oder Polystyrol) kaschiert und weist einen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m . K) auf. Dank der Kombination aus Porit-Porenbeton und -Wärmedämmstoff erfüllt der Deckenrandstein auch gleich zwei Funktionen. Zum einen verringert er durch die Dämmschicht die wärmebrückenbedingten Transmissionswärmeverluste an den Geschoßdeckenauflagern. Zum anderen sorgt die Dämmschicht als Trennlage zwischen Deckenrandstein und Decke für Entkopplung. Übliche Formänderungen der Decke werden dadurch nicht auf den Deckenrandstein übertragen. Das verhindert zusätzlich sonst mögliche Horizontalrisse im Außenputz auf Deckenhöhe. Porit GmbH Am Opel-Prüffeld 3, D-63110 Rodgau T: (00 49 61 06) 28 09-99, E: kontakt@porit.de, I: www.porit.de

Mit dem Porit-Porenbeton-System lassen sich wärmebrückenfreie monolithische Gebäudehüllen erstellen, die zugleich aufgrund des hochdämmenden Porenbetons energetisch besonders wirksam sind. Fotos: Porit GmbH

Optisch reizvoll Mit Platten aus faserverstärktem Kunststoff werden vorgehängte, hinterlüftete Fassaden zu Leitbildern designorientierten Bauens. Auf Basis der ästhetischen Vorstellungen von Planern und Architekten sowie der objektspezifischen Gebäudecharakteristik verleihen Lamilux-Fassadenplatten funktionalen Bauten einen großen optischen Reiz und verwandeln sie in attraktive, repräsentative Architektur. Das Unternehmen fertigt die Fassadenplatten ganz nach Wunsch in einer breiten Variantenvielfalt: Die vielen Möglichkeiten in puncto Farbgebung und Plattenmaße Vorgehängte, hinterlüftete Fassaden aus faserverstärkten Kunststoffplatten von Lamilux setzen neue Trends in der zeitgenössischen Architektur: Sie verleihen funktionalen schaffen jenen kreativen Freiraum, FasGebäuden einen großen optischen Reiz und verwandeln sie in attraktive Repräsentasadenansichten in vielen Facetten zu tionsbauten. Fotos: Lamilux Composites GmbH realisieren. Attraktive Farb-Licht-Effekte lassen sich durch die Hinterleuchtung von transluzenten Lamilux produziert die 5,0 Millimeter starken FassadenFassadenplatten, beispielsweise durch Leuchtdiodensysplatten aus faserverstärktem Kunststoff von transluzent bis teme (LED), erzielen. Durch die Fasern und deren Gelegekomplett durchgefärbt. Dabei sind alle Farbtöne der RALstruktur ergibt sich ein weiches, harmonisch gestreutes und NCS-Skala sowie individuelle Farbgebungen möglich. Licht. Bei weißem Licht erstrahlt die Fassade in ihrer Aufgrund des technologisch hochentwickelten Produktionseigenen Farbgebung. Bei farbiger Hinterleuchtung treten prozesses der Platten überzeugen sie in der Fassade durch hingegen die Grundfarben der Fassadenplatten optisch in eine sehr homogene, ausgeglichene Farbgebung und Materiden Hintergrund, sodass die Fassade nahezu in der Farbe allanglebigkeit. der LEDs erstrahlt. Und durch in ihrer Leuchtfarbe veränderbare Schalt-LEDs kann der gesamte Farbeindruck eines Lamilux Composites GmbH Zehstraße 2, D-95111 Rehau Gebäudes binnen weniger Augenblicke verändert und damit T: (00 49 92 83) 595-270, E: information@lamilux.com flexibel variiert werden. I: www.lamilux.com




SKIN JUN.13 | 045

entwickeln

Transparenter ­Schallschutz gefunden werden. Das ungedämmte System besteht aus einer vollverglasten Balkonbrüstung im unteren und einer Verglasung als Schiebe-Dreh-System im oberen Bereich. Das als vorgehängte Fassade konzipierte Modulsystem erzielt ein bewertetes SchalldämmMaß von 21 dB. Die langen Seiten der Balkone sind als drei- oder viergeteilte Brüstungselemente vom Typ SL Modular mit einer Festverglasung ausgeführt Die rahmenlose Balkonverglasung SL 25 von worden. Die Verglasung des SchiebeSolarlux lässt sich über die gesamte Breite Dreh-Systems SL 25 wurde mit ESG in öffnen und platzsparend seitlich parken, wodurch der Balkon als Freiluftplatz genutzt einer Stärke von acht Millimetern gefertigt. Insgesamt wurden 78 Module mit werden kann. Foto: Solarlux Austria GmbH 216 Flügeln montiert. Die Kombination aus der vollverglasten Balkonbrüstung Unweit der Holsten-Brauerei in Hamund einer Verglasung als Schiebe-Drehburg-Altona befindet sich der Neubau System ermöglicht eine Verbesserung der Wohnanlage „Holstenhöfe“. Das des Schallschutzes, ohne dabei auf zentral gelegene Grundstück liegt zwischen einer stark befahrenen Straße Transparenz verzichten zu müssen. und einer vierspurigen Bahnstecke. Um trotz Lärmbelästigung für WohnkomSolarlux Austria GmbH Arzlerstraße 174, A- 6020 Innsbruck fort zu sorgen, konnte gemeinsam mit T: (0 512) 20 90 23 dem Systementwickler und -herstelE: info@solarlux.at ler Solarlux eine individuelle Lösung I: www.solarlux.at

Die bunte Welt der Fensterläden Das Landespflegeheim Scheiblingskirchen setzt auf Schiebeläden von A.S.T. Die Konstruktion der überdimensionalen Schiebeläden mit Z-Lamellen wurde speziell für das Projekt angefertigt. Foto: Griesser Ast GmbH

ckelten Z-Lamellen garantierten die nötige Stabilität für diese riesigen Schiebeläden. Auch die Motorisierung war eine SonderanDie Alu-System-Technik GmbH (A.S.T) fertigung, sorgt für den gewünschten setzt Maßstäbe in der FassadengeBedienungskomfort. staltung. Unter den Referenzprojekten Seit Firmengründung 1996 hat das findet sich das Landespflegeheim Unternehmen immer wieder innovative Scheiblingskirchen. Das dreiflügelige Produkte entwickelt und zur Marktreife Y-förmige Gebäude am Rande des Pittentales in der Buckligen Welt entstand gebracht: klassische Klappfensterläden, moderne Schiebe- und Faltläden, unter dem Motto „Leben am Wasser“. motorisiert oder manuell bewegt. Im Das Objekt schmiegt sich der natürJahr 2011 produzierte die GmbH rund lichen Biegung des Schlattenbaches 85.000 Fensterläden und ist damit die an, der unweit vom Pflegeheim in die Pitten mündet. Farblich fand man einen Nummer zwei in Europa. Mittlerweile gehört die A.S.T. als eigenständige MarKompromiss zwischen Integration in die Landschaft und markanter Fassade ke zur Griesser Holding AG im Kanton Thurgau. mit unterschiedlichen Farbelementen. Für die A.S.T war dies eine knifflige Geschichte: die Entwicklung der überdiGriesser Ast GmbH mensionalen Schiebeelemente mit einer Gewerbestraße 17, A-6710 Nenzing T: (0 55 25) 64-222 Größe von 1.700 mal 2.800 Millimetern. E: office@griesser.at Die eigens für dieses Projekt entwiI: www.griesser.at

Meine Entscheidung: Bewusst bauen mit StoFassadendämmsystemen. www.sto.at/fassade


46 | Marktübersicht

top on the job

Die wichtigsten Hersteller aus dem Fassadenbereich auf einen Blick Dach Bramac Dachsysteme International Ges.m.b.h., Bramacstraße 9, A-3380 Pöchlarn, Tel.: (0 27 57) 40 10-0, Fax: (0 27 57) 40 10-60, E-Mail: mk@bramac.com, Internet: www.bramac.at Corus Bausysteme GmbH, Bruckner Büro Center, Honauerstr. 2, A-4020 Linz, Tel.: (07 32) 78 61 14, Fax: (07 32) 78 61 15, E-Mail: kalzip.austria@corusgroup.com, Internet: www.kalzip.com PREFA Aluminiumprodukte Ges. m. b. H., Werkstraße 1, A-3182 Marktl/Lilienfeld, Tel.: (0 27 62) 502-0, E-Mail: office@prefa.at, Internet: www.prefarch.at Rathscheck Schiefer und Dach-Systeme, St.-Barbara-­ Straße 3, D-56707 Mayen-Katzenberg, Tel.: (00 49 26 51) 955-0, Fax: (00 49 26 51) 955-100, E-Mail: info@rathscheck.de, Internet: www.rathscheck.de, www.schiefer.de Roto Dach- und solartechnologie, Fabrikstraße 3, A-3381 Golling, Tel.: (0 278 57) 213 13, E-Mail: info-oesterreich@rotofrank.com, Internet: www.roto-frank.com Tondach Gleinstätten ag, A-8443 Gleinstätten, Tel.: (0 34 57) 22 18, Fax: (034 57) 22 18-22, E-Mail: office@tondach.at, Internet: www.tondach.at

Fassade Bauprodukte Argeton GmbH, Oldenburger Allee 26, D-30659 Hannover, Tel.: (00 49 511) 61 07 08 20, Fax: (00 49 511) 61 44 03, E-Mail: info@argeton.com, Internet: www.argeton.com Baumit Baustoffe Ges. m. b. H., Rettenbach 143, A-4820 Bad Ischl, Tel.: (0 61 32) 273 01-0, Fax: (0 61 32) 271 64, E-Mail: office@ischl.baumit.com, Internet: www.baumit.com Knapp GmbH österreich, Peter-Mitterhofer-Straße 4, A-3300 Amstetten, Tel.: (0 74 72) 61 282-0, Fax: (0 74 72) 64 201, Internet: www.knapp-verbinder.com

Wopfinger Baustoffindustrie GmbH, Wopfing 156, 2754 Waldegg , Tel.: (0 26 33) 400-0, Fax: (0 26 33) 400-266, E-Mail: office@wopfinger.baumit.com, Internet: www.baumit.com FASSADENSYSTEME Dolzer & Partner OG, Beutlmayrweg 3, A-4020 Linz, Tel.: (07 32) 68 03 91, E-Mail: office@dolzer.at, Internet: www.dolzer.at Trimo Österreich, St. Veiter Straße 34/3, A-9020 Klagenfurt Tel.: (06 64) 514 13 68, E-Mail: trimo@trimo.at, Internet: www.trimo.at Fensterprofile/Fenster und Türen Velux Österreich GmbH, Veluxstraße 1, A-2120 Wolkersdorf, Tel.: (0 22 45) 32 35-0, E-Mail: office.v-a@velux.com, Internet: www.velux.com Glas Concenta Holding GmbH, Im Südpark 205, A-4030 Linz Tel.: (07 32) 32 11 15, Fax: (07 32) 32 11 15-100, E-Mail: linz@concenta.at, Internet: www.concenta.at ECKELT GLAS GMBH, Resthofstraße 18, A-4400 Steyr, Tel.: (0 72 52) 894-0, Fax: (0 7252) 894-24, E-Mail: office@eckelt.at, Internet: www.eckelt.at EControl-Glas GmbH & Co. KG, Otto-Erbert-Str. 8, D-08527 Plauen, Tel.: (00 49 37 41) 148 20-0, Fax: (00 49 37 41) 148 20-150, E-Mail:info@econtrol-glas.de, Internet: www.econtrol-glas.de Euroglas Gmbh, Dammühlenweg 60, D-39340 Haldensleben, Tel.: (00 49 39 04) 638-0, Fax: (00 49 39 04) 638-100, E-Mail: haldensleben@euroglas.com, Internet: www.euroglas.com GLAS MARTE GMBH, Brachsenweg 39, A-6900 Bregenz, Tel.: (0 55 74) 67 22-0, Fax: (0 55 74) 67 22-55, E-Mail: glas@glasmarte.at, Internet: www.glasmarte.at

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INTERPANE ISOLIERGLASGESELLSCHAFT M. B. H. & CO. KG, Heidegasse 45, A-7111 Parndorf, Tel.: (0 21 66) 23 25-0, Fax: (0 21 66) 23 25-30, E-Mail: info@pdf.interpane.net, Internet: www.interpane.net

Eternit Werke Ludwig Hatschek AG, Eternitstraße 34, A-4840 Vöcklabruck, Tel.: (0 76 72) 707-0, Fax: (0 76 72) 751 92, E-Mail: office@eternit.at, Internet: www.eternit.at

Joh. Sprinz GmbH & Co. KG, Lagerstraße 13, D-88287 GrünkrautGullen, Tel.: (00 49 751) 379-0, Fax: (00 49 751) 379-44, E-Mail: info@glas-sprinz.de, Internet: www.glas-sprinz.de

Okalux gmbH, Am Jöspershecklein 1, D-97828 Marktheidenfeld, Rieder Smart Elements gmbh, Mühlenweg 22, Tel.: (00 49 93 91) 900-0, Fax: (00 49 93 91) 900-100, A-5751 Maishofen, Tel.: (0 65 42) 690-151, Fax: (0 65 42) 690-329, E-Mail: info@okalux.de, Internet: www.okalux.com E-Mail: office@rieder.cc, Internet: www.rieder.cc Saint Gobain Oberland AG, Division Bauglas, Wanit Fulgurit GmbH, Im Breitspiel 20, 69126 Heidelberg Siemensstraße 1, D-56422 Wirges, Tel.: (00 49 260) 26 81-0, Tel.: (00 49 30) 348 53 70, Fax: (00 49 30) 348 53 69, Fax: (00 49 260) 26 81-425, E-Mail: info.solaris-glasstein@ E-Mail: info@wanit-fulgurit.at, Internet: www.wanit-fulgurit.at saint-gobain.com, Internet: www.solaris-glasstein.de Westag & Getalit AG, Hellweg 15, D-33378 Rheda-Wiedenbrück Schollglas GmbH, Schollstraße 4, D-30890 Barsinghausen Tel.: (49 52 42) 17-0, Fax: (00 49 52 42) 17-750 00 Tel.: (00 49 51 05) 777-0, Fax: (00 49 51 05) 777-262 25 Internet: www.westag-getalit.de E-Mail: info@schollglas.com, Internet: www.schollglas.com Dämmung SCHOTT AUSTRIA GMBH, Brünner Straße 73, A-1210 Wien, Tel.: (01) 290 17 56, Fax: (01) 290 17 56-20, E-Mail: Austrotherm GmbH, Friedrich-Schmid-Straße 165, info.austria@schott.com, Internet: www.schott.com/austria A-2754 Wopfing, Tel.: (0 26 33) 401, Fax: (0 26 33) 401-270, E-Mail: info@austrotherm.at, Internet: www.austrotherm.com SOLARLUX Aluminium Systeme GmbH, Gewerbepark 9–11, D-49143 Bissendorf, Tel.: (00 49 54 02) 400-0, Fax: (00 49 54 02) COMPACFOAM GmbH, Porzellangasse 22/1/11, 400-200, E-Mail: info@solarlux.de, Internet: www.solarlux.de A-1090 Wien, Tel.: (07 20) 89 00 92, Fax: (07 20) 89 00 92-50 Internet: www.compacfoam.com Steindl Glas Gmbh, Gries 303, A-6361 Itter, Tel.: (0 53 35) 39 00, Fax: (0 53 35) 39 00-35, Internet: www.steindlglas.com Isocell Vertriebs GmbH, Bahnhofstraße 36, 5202 Neumarkt am Wallersee, Tel.: (062 16) 41 08-0, Fax: (062 16) 79 79, Vetrotech Saint-Gobain Int. AG, Siegfried-Marcus-Straße 1, E-Mail: office@isocell.at, Internet: www.isocell.at A-4403 Steyr, Tel.: (0 72 52) 90 90 90, Fax: (0 72 52) 90 90 99, E-Mail: infoVSGC.vetrotech@saint-gobain.com, Internet: www.vetrotech.at


 HOLZ Initiative Massivholzplatte, Schwarzenbergplatz 4, A-1037 Wien, Tel.: (01) 712 26 01-0, Fax: (01) 713 03 09, Internet: www.massivholzplatte.com Österreichischer Holzleimbauverband, Schwarzenbergplatz 4, A-1037 Wien, Tel.: (01) 712 26 01-25, Fax: (01) 713 03 09, E-Mail: office@holzleimbau.at, Internet: www.holzleimbau.at Keramikfassaden Argeton GmbH, Oldenburger Allee 26, D-30659 Hannover, Tel.: (00 49 511) 61 07 08 20, Fax: (00 49 511) 61 44 03, E-Mail: info@argeton.com, Internet: www.argeton.com Creaton AG, Dillinger Straße 60, D-86637 Wertingen, Tel.: (00 49 82 72) 86-0, Fax: (00 49 82 72) 86-500, E-Mail: vertrieb@creaton.de, Internet: www.creaton.de Deutsche Steinzeug AG Agrob Buchtal, Veltliner Straße 1/21, A-2353 Guntramsdorf, Tel.: (06 64) 307 66 86, Fax: (0 22 36) 54 85 14, Internet: www.deutsche-steinzeug.de Wienerberger Ziegelindustrie GmbH, Hauptstraße 2, A-2332 Hennersdorf, Tel.: (01) 605 03-0, Fax: (01) 605 03-99, Internet: www.wienerberger.at Klebebänder/Klebstoffe 3m Österreich GmbH, Brunner Feldstraße 63, A-2380 Perchtoldsdorf, Tel.: (01) 86 686-0, Fax: (01) 86 686-242, www.3M.com/at Klima/Sonnenschutz Bundesverband Sonnenschutztechnik, Lärchenstr. 49a, A-6063 Rum, Kontakt: Ing. Johann Gerstmann, Tel.: 0664 340 95 32, Fax: 0664 349 15 63, E-Mail: j.gerstmann@bvst.at, Internet: www.bvst.at Colt International GmbH, Winetzhammerstraße 12, A-4030 Linz, Tel.: (0 732) 37 07 70-0, Fax: (0 732) 37 07 70-40, E-Mail: office@at.coltgroup.com, Internet: www.colt-info.de elero GmbH, Linsenhofer Straße 59-63, D-72660 Beuren, Tel.: (00 43 70 25) 13-338, Fax: (00 43 70 25) 13-196, E-Mail: info@elero.de, Internet: www.elero.com hawa AG, Untere Fischbachstraße 4, CH-8932 Mettmennstetten, Tel.: (00 411) 767 91 91, Fax: (00 411) 767 91 78, E-Mail: info@hawa.ch, Internet: www.hawa.ch Kunststoff/Compactplatten Bayer Sheet Europe GmbH, Otto-Hesse-Straße 19/T9, D-64293 Darmstadt, Tel.: (00 49 61 51) 13 03-0, Fax: (00 49 61 51) 13 03-500, E-Mail: sales@bayersheeteurope.com, Internet: www.bayersheeteurope.com FunderMax GmbH, Klagenfurter Straße 87–89, A-9300 St. Veit/Glan, Tel.: (0) 5 94 94, Fax: (0) 5 94 94-42 00, E-Mail: office@fundermax.at, Internet: www.fundermax.at Interlux Hirsch GmbH, Handelszentrum Hörsching, Industriezeile 2, A-4063 Hörsching, Tel.: (0 72 29) 730 21-0, Fax: (0 72 29) 730 21-29, E-Mail: info@interlux.at, Internet: www.interlux.at Isomax Dekorative Laminate AG, Industriezentrum NÖ Süd, A-2355 Wiener Neudorf, Tel.: (0 22 36) 906 05-0, Fax: (0 22 36) 906 05-221, E-Mail: headquarter@maxontop.com, Internet: www.maxontop.com Senova Kunststoffe GesmbH & Co KG, Gewerbestraße 12, A-5723 Uttendorf, Tel.: (0 65 63) 20 02 00, Fax: (0 65 63) 200 20 77, E-Mail: office@senova.com, Internet: www.senova.com Metall AFI Aluminium Fenster Institut, Johnstraße 4, A-1150 Wien, Tel.: (01) 983 42 05, Fax: (01) 983 42 06, E-Mail: office@alufenster.at, Internet: www.alufenster.at

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Alcoa Aluminium Deutschland Inc., Stenglingser Weg 65–78, D-58642 Iserlohn, Tel.: (00 49 23 74) 93 62 52, E-Mail: building.info@alcoa.com, Internet: www.alcoa.com ALUKÖNIGSTAHL GmbH, Goldschlagstraße 87–89, A-1150 Wien, Tel.: (01) 981 30-0, Fax: (01) 981 30-64, E-Mail: office@alukoenigstahl.com, Internet: www.alukoenigstahl.com Arcelor Mittal Construction Austria GmbH, ­Lothringerstraße 2, A-4501 Neuhofen a. d. Krems, Tel.: (0 72 27) 52 25, Fax: (0 72 27) 52 31, E-Mail: office@arcelormittal-construction.at, Internet: www.arcelormittal-construction.at Battisti Gesellschaft mbH, Industriestraße 11, A-6832 Sulz, Tel.: (0 55 22) 790 40-0, Fax: (0 55 22) 790 40-15, E-Mail: office@battisti.com, Internet: www.battisti.com Gira International, Gölsentalstraße 48, 3161 St. Veit/Gölsen, Tel.: (027 63) 33 21, 0676 909 09 50, Fax: (027 63) 29 73, E-Mail: office@gira-international.com, Internet: www.gkd.at Haironville austria, Lothringenstraße 2, A-4501 Neuhofen a. d. Krems, Tel.: (0 72 27) 5225, Fax: (0 72 27) 5231, E-Mail: ha@haironville.at, Internet: www.haironville.at Hoesch Bausysteme GmbH, Tenschertstraße 3, A-1230 Wien, Tel.: (01) 615 46 40, Fax: (01) 615 46 30, E-Mail: office@hoesch.at, Internet: www.hoesch.at Hueck+Richter Aluminium Gmbh, Rossakgasse 8, A-1230 Wien, Tel.: (01) 667 15 29-0, Fax: (01) 667 15 29-141 / Blätterstraße 9–11, A-2751 Steinabrückl, Tel.: (0 26 22) 431 10-0, Fax: (0 26 22) 431 10-43, E-Mail: office@hueckrichter.at, Internet: www.hueckrichter.at Hydro Building Systems GmbH, Wallerseestraße 49, A-5201 Seekirchen, Tel.: (0 62 12) 20 00-0, Fax: (0 62 12) 20 23 6, Internet: www.hydro.com Metra Austria GmbH, Gewerbestraße 21 / Industriegebiet ­Hagenbrunn, A-2201 Gerasdorf, Tel.: (0 22 46) 283 30-0, Fax: (0 22 46) 283 30-18, E-Mail: office@metra.at, Internet: www.metra.at m-systems GmbH, Alpstraße 17, A-6890 Lustenau, Tel.: (0 55 77) 825 00, Fax: (0 55 77) 825 00-4, E-Mail: office@m-systems.at, Internet: www.m-systems.at Renson N. V., Maalbeekstraat 10, B-8790 Waregem, Tel.: (00 32 56) 62 71 11, Fax: (00 32 56) 60 28 51, E-Mail: johan.debaere@renson.be, Internet: www.renson.eu Reynaers GmbH, Liebermannstraße F05 402, A-2345 Brunn am Gebirge, Tel.: (0 22 36) 37 83 80, Fax: (0 22 36) 283 80-13, E-Mail: info@reynaers.at; Internet: www.reynaers.at Rheinzink Austria GmbH, Industriestraße 23, A-3130 Herzogenburg, Tel.: (0 27 82) 852 47-0, Fax: (0 27 82) 851 91, E-Mail: info@rheinzink.at, Internet: www.rheinzink.at Wicona, Wallerseestraße 49, A-5201 Seekirchen, Tel.: (0 62 12) 20 00, Fax: (0 62 12) 20 236, Internet: www.wicona.at Putze Saint-Gobain Weber „Terranova“ GmbH, Gleichentheil­gasse 6, A-1230 Wien, Tel.: (01) 661 50-0, Fax: (01) 661 50-8, E-Mail: headoffice@terranova.at, Internet: www.terranova.at Sto Ges. m. b. H., Richtstraße 47, A-9500 Villach, Tel.: (0 42 42) 331 33-0, Fax: (0 42 42) 343 47, E-Mail: info@sto.at, Internet: www.sto.at SYNTHESA chemie GmbH, Dirnbergstraße 29–31, A-4320 Perg, Tel.: (0 72 62) 560-0, Fax: (0 72 62) 560-520, E-Mail: office@synthesa.at, Internet: www.synthesa.at Siebdruck Stainer Schriften & Siebdrucke GmbH, Gewerbegebiet 205, A-5092 St. Martin/Lofer, Tel.: (0 65 88) 84 40-35, Fax: (0 65 88) 80 40, E-Mail: office@material-emotion.com, Internet: www.material-emotion.com


048 | Check Out

Gottfried Helnwein Kindskopf (Anna), 2012; Sammlung Christian Baha © VBK, Wien, 2013 Gottfried Helnwein Retrospektive Albertina Wien, bis 13. Oktober

An die Grenzen des Erträglichen

Ein Adrenalin-Kick! Ein heftiger und scharfer Aufruf für die „ruhige“ Albertina. Gezeigt wird ein umfassender Werksüberblick Gottfried Helnweins: Faszination und Fluch. Retrospektive und ­Themenausstellung zugleich, deren Inhalt und Leitmotiv das menschliche Antlitz ist. Text Franco Veremondi Seine malerischen Waffen sind fast zu figurativ, seine Sprache mehr als realistisch, seine Themen immer beunruhigend. Gottfried Helnwein (1948). Er ist einer, der das in den Tiefen der menschlichen Natur versteckte „Böse“ stets aufgespürt hat. Um es aufzuzeigen natürlich. Bereits als zukünftiger Student der Akademie der bildenden Künste bewarb er sich 1969 mit einem bluttriefenden Aquarell: der Darstellung eines Mädchens, das gerade seinen Zwilling erdolcht hat. Danach am Beginn seiner Karriere konzentriert er seine Arbeit auf eine hyperreale Inszenierung körperlichen Leids. Dieses zeigt sich anhand detaillierter Verletzungen menschlichen Fleischs oder körperlicher Missbildungen. Die Entwicklung seines Werks ist entschieden anspruchsvoller. Der Übergang von den Zeichnungen in Bleistift oder Pastell zu Mischtechniken – für die er Acrylfarben, Öl oder Fotografie einsetzt und später noch zur digitalen Bildbearbeitung übergeht – führen den Künstler zu einer sehr charakteristischen darstellerischen Präzision, sublimiert durch die wechselnden Dimensionen seiner Werke. Nicht länger korrodierte oder verzerrte Körper, sondern Gesichter, die Gemütszustände unsagbarer Unruhe sichtbar machen. Aug in Aug mit dem Blick dieser gigantischen Porträts gerät die intersubjektive Beziehung mit dem Betrachter aus dem Gleichgewicht. Sie sind, „was ich nicht bin“. In diesem Überschuss liegen zugleich Essenz und Potenz in

Helweins Arbeit, einer Arbeit, die er auf Basis diverser Strategien aufbaut, auch unter Einsatz seiner eigenen Präsenz. In einer drei Meter hohen Gigantografie („Fortunato“, 1987) wagt er es, sich selbst dem Publikum zu zeigen: mit um den Kopf gewickelter, von hellblauer Farbe durchtränkter Gaze. Ausdruck des außergewöhnlichen Schmerzes, den sich der Künstler naturgemäß und schicksalhaft aufladen muss. Unausweichlich übersteigt das Übermaß seiner Darbietung die Grenzen des Erträglichen. Die Lust der Verkleidung wird in den Marilyn Manson gewidmeten Bildnissen auf die Spitze getrieben. Es ist befremdend, denn in jenem Rollenspiel verrät der direkte Blick des Musikers furchterregenden Ausdrucks doch einen Hauch melancholischer Reflexion. Ebenso wie die übergenauen großen Abbilder von Kindergesichtern – in ihrer unreifen, stillen und fast apathischen Schüchternheit – Verstörtheit und Beklemmung vermitteln. Schlüssig und divergent zugleich ist ein großes schwarzweißes Leinwandbild, als wäre es ein echtes historisches Dokument. „Epiphanie 3“ (2013) greift auf einen Topos der künstlerischen Ikonografie zurück: Es ist eine seltsame Anbetung der Könige, in der die Madonna und ihr Jesuskind den Besuch von Nazioffizieren empfangen. Unter den diversen Dargestellten fällt das Interesse einer Figur auf, die offensichtlich versucht sich mit dem Blick zu versichern, ob das Christuskind arischer oder jüdischer Natur ist.


Entwurf__Architektengemeinschaft 4

Wenn sich heute Architekten und Verarbeiter für Max Exterior Fassadenplatten entscheiden, dann liegt das nicht nur an der Qualität der Platten, sondern immer öfter an den vielen Anwendungsmöglichkeiten und den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Ob Individualdekore, Fassaden, Sonnenschutzelemente, Moduloelemente, Stulpschalungen, Balkone oder... Entwurf__frediani+gasserarchitettura

FunderMax GmbH Tel: +43 (0)5/9494-0, Fax: +43 (0)5/9494-4200 email: office@fundermax.at, www.fundermax.at


3-dimensionale Fassadenelemente aus Faserbeton Lontoonkatu 9 von Kirsi Korhonen und Mika Penttinen Architekten, Helsinki 16 Plattentypen mit L채ngen bis zu 3,8 m und einer St채rke von 10 cm Monolithisches Erscheinungsbild in beidseitiger Sichtbetonqualit채t Modulare Schalungskonstruktion nach individuellem Design des Architekten www.rieder.cc

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