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Inhalt INTRO

10

Wie digital ist unsere Branche? Trotz guter Wirtschaftslage gab es in unserer Branche zu wenig Umsatz. Inwieweit die Digitalisierung helfen könnte, diskutierte eine Expertenrunde.

12 07 Impressum

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07 Editorial 08 News

Status quo am heimischen SHK-Markt Rückschau auf die traditionelle Auftaktpresse­ konferenz der Energiesparmesse Wels.

12 SANITÄR WELLNESS

18

Kleine Bäder kommen groß raus Ist der Platz auch noch so klein – mit voraus­ schauender Planung lässt sich ein hoher Wohlfühlfaktor realisieren.

24

24

17 Highlights

„Der Wettbewerb um die besten Lehrlinge wird härter“ Interview mit dem Chef der ­Leitner Haustechnik aus Großharras.

32

26 Trends & Märkte

18 HEIZUNG ENERGIE

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Heizkosten im Fokus Interessante Entschei­ dungshilfe für das richtige Heizsystem.

36 31 Highlights 39 Trends & Märkte

36

Arbeit, Glück und Gelegenheiten Interview mit dem Chef von Herz über jene Maßnah­ men, die aus einer kleinen regionalen Arma­ turenfabrik ein internationales Unternehmen mit rund 3.000 Mitarbeitern zauberten.

IMPRESSUM Medieninhaber, Verleger, Heraus­geber, Redaktion: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, Grünbergstraße 15/Stiege 1, T +43 1 54664 0, www.wirtschaftsverlag.at Chefredakteur: Christian Klobucsar (CK), T +43 1 54664 353, c.klobucsar@wirtschaftsverlag.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Gudrun Haigermoser, Heinz Schmid, Dorian Kreicic Redaktionsleitung: Stefan Böck Grafik: Margareta BergnerDamjanovic, T +43 1 54664 162, m.bergner@wirtschafts­verlag.at Geschäftsführung: Thomas Letz Verkaufsleitung: Dr. Rainer Wimmer Anzeigenberatung: Mag. Petra Stix, T +43 1 54664 281, p.stix@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: T +43 1 54664 444, installateur@wirtschaftsverlag.at Anzeigenrepräsentanz OÖ: Gerhard Weberberger, 4030 Linz, Kleinwört 8, M +43 676 5185575, g.weberberger@verlagsbüro.at Anzeigentarif: Nr. 40, 1. 1. 2019 Erscheinungsweise: 10 x pro Jahr Druck: Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn; Aboservice: Aboservice Österr. Wirtschaftsverlag, T +43 1 54664 135, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahresbezugspreis: 61 Euro (Inland); 96 Euro (Ausland) Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres storniert werden, laufen weiter. Bankverbindung: Bank Austria IBAN AT17 1100 0095 2329 8900, BIC BKAUATWW Druckauflage: 11.300 (2. HJ 2018) DVR: 0368491 Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.wirtschaftsverlag.at/ offenlegung ständig abrufbar. Wir tragen Verantwortung: Wir verpacken unsere Zeitschrift nur dann in (umweltverträgliche) Folie, wenn der Postversand es aufgrund von Beilagen erfordert. Der Verlag und alle unsere Druckbetriebe sind CO2neutral. Mehr erfahren: www. wirtschaftsverlag.at/ueber-uns/ csr und auf Twitter @CSR_Verlag Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht unbedingt mit dem Standpunkt der Redak­tion übereinstimmen, sondern stellen nur die Meinung des Autors dar.

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46 47 Personalia 48 Steuertipps

41 Highlights 46 Trends & Märkte

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42

50 Kommentar

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Auflagenkontrolle


EDITORIAL / INTRO / 7

CHECK-IN

Der Wettbewerb wird härter Die vorliegende Ausgabe ist diesmal speziell fĂźr all jene gedacht, die Ende Februar nicht zur Energiesparmesse nach Wels kommen konnten. So bleiben Sie dennoch Ăźber die zentralen Highlights dieser wichtigsten Plattform der heimischen SHK-Szene informiert. Neben einem Status quo-Bericht Ăźber die aktuelle Auftragslage (Seite 12) lesen Sie unter anderem auch Ăźber unsere in Kooperation mit dem Verband der Installations-Zulieferindustrie initiierte Fachdiskussion zum Thema Digitalisierung. Konkret wurde bei dieser Veranstaltung von ausgewiesenen Branchenexperten beleuchtet, inwieweit uns die Digitalisierung dabei unterstĂźtzen kann, im Wettbewerb um das Budget der Konsumenten nicht noch weiter von der Tourismus- oder Unterhaltungsindustrie abgehängt zu werden. Denn Fakt ist, dass sich mit dem immer schneller drehenden Wirtschaftsmotor eine Konsumkultur entwickelt hat, die auf eine zeitnahe Umsetzung ihrer WĂźnsche besteht. „Ich will alles und das sofort“, lautet das neue Zeitgeist-Mantra. Und wenn dies unsere Branche aufgrund fehlender Montagekapazitäten, wie es immer Ăśfter aus SHK-Industrie und -Handel zu hĂśren ist, nicht erfĂźllen kann, wandert das Budget eben anstatt in die Renovierung des Badezimmers oder den Austausch der veralteten Haustechnik in die Kreuzfahrt, das neue Auto oder in die Unterhaltungsindustrie. Die wichtigsten Passagen dieser spannenden Podiumsdiskussion lesen Sie ab Seite 10. Wer sich ausfĂźhrlicher Ăźber dieses aus unserer Sicht essenzielle Branchen-Thema informieren mĂśchte, findet auf unserem Webportal www.gebaeudeinstallation.at ein Video mit allen Statements. Was ist Ihre Meinung dazu? Wir freuen uns Ăźber jede RĂźckmeldung!

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Christian Klobucsar c.klobucsar@wirtschaftsverlag.at

DATENSCHUTZERKLĂ„RUNG Wenn Sie diese Publikation als adressierte Zustellung erhalten, ohne diese bestellt zu haben, bedeutet dies, dass wir Sie aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit als zur fachlichen Zielgruppe zugehĂśrig identifiziert haben. Wir verarbeiten ausschlieĂ&#x;lich berufsbezogene Daten zu Ihrer Person und erheben Ihr Privatleben betreffend keinerlei Daten. Erhobene Daten verarbeiten wir zur VertragserfĂźllung, zur ErfĂźllung gesetzlicher Verpflichtungen sowie zur Bereitstellung berufsbezogener Informationen einschlieĂ&#x;lich (Fach-)Werbung. In unserer, unter (www.wirtschaftsverlag.at/datenschutz/) abrufbaren, vollständigen Datenschutzerklärung informieren wir Sie ausfĂźhrlich darĂźber, welche Kategorien personenbezogener Daten wir verarbeiten, aus welchen Quellen wir diese Daten beziehen, zu welchen Zwecken sowie auf welcher Rechtsgrundlage wir dies tun. Ebenso erfahren Sie dort, wie lange wir personenbezogene Daten speichern, an wen wir personenbezogene Daten Ăźbermitteln, und welche Rechte Ihnen in Bezug auf die von uns verarbeiteten Daten betreffend Ihre Person zukommen. Gerne Ăźbermitteln wir Ihnen die vollständige Datenschutzerklärung auch per Post oder E-Mail – geben Sie uns einfach per Telefon, E-Mail oder Post Bescheid, wie und wohin wir Ihnen diese Ăźbermitteln dĂźrfen. Sie erreichen uns hierzu wie folgt: Per Post: Ă–sterreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, GrĂźnbergstraĂ&#x;e 15/Siege 1, 1120 Wien, Ă–sterreich. Per Telefon: +43 1 54 664-135. Per E-Mail: datenschutz@wirtschaftsverlag.at

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8 / INTRO / NEWS

ENERGIEWENDE-VERGLEICH „In der medialen Berichterstattung der vergangenen Wochen kursierten einige widersprüchliche Angaben über die Biomasse. Mit dem neuen Bioenergie-Atlas Österreich 2019 präsentieren wir die aktuellen Fakten“, informiert Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Mit einem Anteil von rund 53 % Erneuerbarer am gesamten Energieverbrauch belegt Kärnten unter allen Bundesländern vor Salzburg (49 %) und dem Burgenland (48 %) den ersten Platz im Erneuerbaren-Ranking. Es folgen Tirol mit 44 % und Vorarlberg mit 39 %. Auf dem letzten Platz landet Wien mit einem Anteil Erneuerbarer von 9,3 %. Bestellt werden kann der BioenergieAtlas via E-Mail an: office@biomasseverband.at

Neue Förderungswelle für Photovoltaik Seit dem Jahr 2008 werden Photovoltaikanlagen mit maximal 5 kWp vom Klima- und Energiefonds gefördert. In Summe wurden bisher rund 60.000 Anlagen in Österreich damit errichtet. 2019 stehen insgesamt 4,3 Millionen Euro Förderbudget zur Verfügung. Neben Privatpersonen können erneut auch Betriebe, Vereine oder auch Institutionen ihre neu errichtete Anlage zur Förderung einreichen. Gefördert werden seit 1. März (und bis einschließlich 30. 11. 2019) freistehende PV-Anlagen oder Aufdachanlagen mit 250 Euro/kWp, gebäudeintegrierte Anlagen mit 350 Euro/kWp sowie Gemeinschaftsanlagen bis max. 50 kWp (200 Euro/kWp bzw. 300 Euro/kWp). Einreichung: www.pv.klimafonds.gv.at

ZAHL DES MONATS

viermillionendreihunderttausend

stehen 2019 zur Förderung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung.

Elisabeth Köstinger: „Ziel ist, Öl-Heizanlagen durch alternative Heizsysteme zu ersetzen.“

Im Rahmen der Energiesparmesse hat Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger zugesagt, den Sanierungsscheck, der mit Ende Jänner ausgelaufen ist, neu aufzulegen. „Wir haben dieses Förderinstrument im Frühjahr des Vorjahres um den „Raus aus dem Öl“-Bonus erweitert, um den Ausstieg aus fossilen Öl-Heizungen zu forcieren“, so Köstinger. Viele der rund 600.000 Öl-Heizungen in Österreich sind am Ende ihrer Lebensdauer angekommen und müssen ersetzt werden. „Unser Ziel ist es, dass die Öl-Heizanlagen durch alternative Heizsysteme ersetzt werden“, so Köstinger. Einreichungen sind ab sofort möglich. Der Umstiegsbonus beträgt 5.000 Euro, darüber hinaus können weitere Sanierungsmaßnahmen gesetzt werden, für die es ebenfalls Förderungen gibt. Anträge unter: www.bmnt. gv.at/foerderungen

ZUKUNFTSFORUM SHL FACHTAGUNG Im Rahmen seiner 1. Fachtagung setzt sich das Zukunftsforum SHL am 26. März in der WKÖ (Wiedner Hauptstraße 63, 1040 Wien) mit den verschiedenen Aspekten der Modernisierung von Heizungsanlagen auseinander. Unter dem Thema „Effizient und modern heizen: Kosten sparen, Klima schonen“ diskutieren Praktiker und Experten. Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforum SHL: „Wir bringen mit unserer Plattform die relevanten Fachleute zusammen und erörtern mit ihnen das Potenzial der Erneuerung von Heizungen bei der CO₂-Einsparung. Außerdem werden wir über die richtigen Anreize diskutieren, damit der Sanierungsstau endlich abgebaut werden kann.“ Anmeldungen: redaktion@wirinstallateure.at

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Fotos: Pixabay (2), BMNT Peter Gruber

„Raus aus dem Öl“


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Die Viega Roadshow 2019.

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16.05. Leipzig, Arena

28.05. München, Messe

09.05. Hamburg, Messe

22.05. Nürnberg, Arena

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Im April 2019 ist es endlich wieder so weit. Die Viega Roadshow beginnt und tourt dabei durch sieben Städte in Deutschland und Österreich. Von den Neuheiten der ISH und spannenden Informationen zur Zukunft des Trinkwasser-Managements, bis hin zu einem überraschenden Abendprogramm – es erwartet Sie ein unvergessliches Erlebnis, das Sie nicht verpassen sollten. Natürlich haben Sie auch in diesem Jahr die Möglichkeit, mit unseren Experten ins Gespräch zu kommen. Melden Sie sich schon heute online zu Ihrem passenden Termin und Veranstaltungsort an. viega.at/Roadshow

13.06. Köln, Lanxess Arena


10 / INTRO / GI-PODIUMSDISKUSSION

WIE DIGITAL IST UNSERE BRANCHE? Trotz allgemein guter Wirtschaftslage ist 2018 in den Kassen unserer Branche zu wenig gelandet. Obwohl die Konsumenten derzeit nachweislich investitionsbereit sind. Es fehlte vor allem an Montagekapazitäten. Ein prominent besetztes Podium diskutierte im Rahmen der Energiesparmesse, inwieweit die Digitalisierung hier helfen kann.

wenige Heizungsmodelle fokussiert, die sich ohne viel Aufwand austauschen lassen. Operativ gab es jedoch recht rasch Defizite, da durch die hohe Auftragslage, Zeitdruck sowie zu wenig qualifiziertem Personal die Qualität beim Einbau nicht gehalten werden konnte.

Da wir in unserer Branche einen wachsenden Fach­ kräfteengpass haben und es wohl über Nacht zu kei­ nem Boom der Installateurlehre kommen wird, gilt es für uns alle, die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich einzusetzen. Ob dies mittels der Möglichkeiten der Di­ gitalisierung zu realisieren ist, diskutierten im Rahmen der Energiesparmesse Tirols Landesinnungsmeiste­ rin Ing. Veronika Opbacher, VIZ-Präsident Dipl.-Bw. Reinhold Scheuchl, Austria Email-Vorstand Dr. Mar­ tin Hagleitner, Agenturinhaber Arno Kloep, Installa­ teur Erwin Maglot, Michael Fellner von der Digitali­ sierungsagentur sowie Großhändler Michael Holter. Nachfolgend lesen Sie die wichtigsten Passagen dieses vom VIZ und der GEBÄUDE INSTALLATION initiierten Fachgesprächs. Die gesamte Diskussion gibt es auf un­ serer Website www.gebaeudeinstallation.at als Video. Herr Kloep, mit der Digitalisierung verändert sich die Struktur der SHK-Branche radikal. Wie konnte es etwa Thermondo schaffen, zur Nummer 1 beim Heizungseinbau in Deutschland zu werden? Thermondo ist sowohl ein gutes als auch ein schlechtes Beispiel für die Digitalisierung unserer Branche. Dazu muss man wissen, dass der Chef von Thermondo früher bei Adidas im Marketing war und von der SHK-Branche keine Ahnung hatte. Worin er aber sehr gut war, ist die Analyse von Prozessketten. So hat er erkannt, dass die Defizite beim Heizungsge­ schäft in der langen Umsetzungsdauer liegen. Also hat er Online-Programme und Algorithmen entwi­ ckelt, mit denen sich die Auftragsabwicklung drama­ tisch beschleunigen lässt. Zudem hat er sich auf einige

Die gleiche Frage an Herrn Holter: Wenn Sie einen typischen Arbeitsablauf von vor zehn Jahren mit heute vergleichen: Welchen Zeitgewinn hat der durch digitale Helfer veränderte Workflow gebracht? Unser Workflow ist fast vollständig digitalisiert. 70 Prozent unserer Kundenbestellungen laufen über das Holter-Onlinesystem oder Schnittstellen, zieht sich über unsere automatisierte Logistik und fahrerlosen Transportsysteme bis hin zum LKW, in den die einge­ scannten Waren aufgeladen werden. Der Lieferschein wird erst ausgedruckt, wenn die Ware beim Kunden ist. Aber das ist nur meine Wahrheit als Großhändler – von der Bestellung bis hin zur Baustelle. Damit ist noch kein Auftrag akquiriert und noch kein Produkt verbaut. Gerade in diesen beiden Bereichen gibt es also noch Potenzial für eine Effizienzsteigerung durch die Digita­ lisierung. Vor allem in der Auftragsakquise sollten wir dringend näher zusammenrücken, um uns gemein­ sam das Leben ein wenig einfacher und effizienter zu

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Foto: P. Stix

Am Podium (v. l.): VIZ-Präsident ­Dipl.-Bw. Reinhold Scheuchl, Großhändler Michael Holter, Tirols Landes­ innungsmeisterin Ing. Veronika ­Opbacher, Installateur Erwin Maglot, Austria Email-Vorstand Dr. Martin Hagleitner, Michael Fellner von der Digitalisierungsagentur, Moderator Christian Klobucsar sowie Agenturinhaber Arno Kloep.

Herr Maglot, wenn Sie als Installateur einen heutigen Arbeitstag mit einem von vor zehn Jahren vergleichen: Was hat sich verändert? Die digitale Zukunft ist zweifelsfrei auch im Hand­ werk angekommen. Gleichzeitig ist das Handwerk aber eine analoge Tätigkeit. Ich sehe diese Zusammenfüh­ rung ein wenig komplex, da es unter anderem natürlich auch ein Generationenproblem bei unseren Monteuren gibt. Intern hat der digitale Einzug stattgefunden – Ver­ netzung mit Lieferanten und Großhändlern, Webshops, Computerprogramme … es gibt fast ein Überangebot an digitalen Möglichkeiten. Derzeit ist unser Thema: Wie vermittle ich meinen Mitarbeitern, die verfügba­ ren digitalen Möglichkeiten auch wirklich zu nutzen. Fazit: Wir können sicherlich mehr Projekte abwickeln als früher, allerdings haben sich durch die Digitalisie­ rung auch neue Aufgaben, wie etwa aufwendigere Do­ kumentierungen usw. aufgetan.


GI-PODIUMSDISKUSSION / INTRO / 11 gestalten. Da wird meiner Wahrnehmung nach noch zu viel Zeit und Geld verschenkt.

» DIE DIGITALE ZUKUNFT IST ZWEIFELSFREI AUCH IM HANDWERK ANGEKOMMEN. GLEICHZEITIG IST DAS HANDWERK ABER EINE ANALOGE TÄTIGKEIT. ICH SEHE DIESE ZUSAMMEN­ FÜHRUNG EIN WENIG ­KOMPLEX. « ERWIN MAGLOT, INSTALLATEUR

Herr Scheuchl, am Trendkongress im November stand die Digitalisierung als zentrales Thema im Vordergrund. Warum? Digitalisierung ist ganz einfach ein Muss, um in der Zukunft wirtschaftlich arbeiten zu können. Viele In­ stallateure sehen sich bereits als digitalisiert, weil sie ihre Bestellungen online aufgeben. Tatsache ist je­ doch, dass ein großer Anteil unserer Handwerksbe­ triebe die Digitalisierung als zu hoch im Aufwand und zu gering in den Erwartungen an dessen Hilfestellung sieht. Etwa 90 Prozent unserer Betriebe sind intern be­ reits gut vernetzt, sie setzen dies jedoch primär für die Auftragsabwicklung ein. Moderne Zeiterfassungssys­ teme, Terminverwaltung, Bautagebücher & Co sind erst bei weniger als fünf Prozent der Betriebe im Ein­ satz. Zwei Drittel der Betriebe sehen nicht einmal die Möglichkeit, Handys oder Tablets als Arbeitserleich­ terung einzusetzen. 28 % der Betriebe empfinden die Digitalisierung nur als Druck von außen, etwas zu än­ dern, das man eigentlich gar nicht ändern will. Zudem fehlt vielen Betrieben ganz einfach die Zeit, sich mit diesem recht unübersichtlichen Thema ausführlich auseinanderzusetzen. Frau Landesinnungsmeisterin, wenn Sie auf die Schulungen und Vorträge des letzten Jahres zurückblicken: Wie viele davon hatten die Digitalisierung im Fokus? Wir brauchen natürlich gut ausgebildete junge Facharbeiter, um die Digitalisierung in unserer Bran­ che weiter nach vorne zu bringen. Daher ist in unserer Innungsarbeit die Lehrlingsausbildung ein zentrales Thema. Was aber natürlich auch noch in 20 Jahren so bleiben wird, ist die Verlegung von Rohrleitung von A nach B sowie ähnliche analoge Arbeiten. Dabei wird uns das Tablet nicht helfen. Hilfreich werden diese di­ gitalen Unterstützer aber immer mehr in den Bereichen Service und Wartung, um noch effizienter für unsere Kunden arbeiten zu können. Herr Hagleitner, es heißt, dass deutlich mehr Produkte verkauft werden könnten, als Montagekapazitäten zur Verfügung stünden. Mit welchen Konsequenzen reagiert die Industrie darauf? Wir sehen, dass viele Hersteller, um ihre Werke und Mitarbeiter auszulasten, gar nicht mehr anders können, als eigene Montagekapazitäten aufzubauen. Es gibt eine aktuelle Schätzung aus Deutschland, die beschreibt, dass bis zum Jahr 2025 zusätzlich 40.000 SHK-Fach­ kräfte gebraucht werden, um die Energieziele und die Effizienz im Gebäudebestand zu bewerkstelligen. Und wenn wir es als SHK-Branche nicht machen, dann wer­ den dies andere übernehmen. Möglicherweise Energie­ versorger bzw. branchenfremde Anbieter, die wir heute noch gar nicht am Radar haben.

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

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12 / INTRO / MESSE-RÜCKSCHAU

STATUS QUO AM HEIMISCHEN SHK-MARKT Im Rahmen der traditionellen Auftaktpressekonferenz der Energiesparmesse Wels analysierten Bundesinnungsmeister KommR Ing. Michael Mattes, Dipl.-Bw. Reinhold W. Scheuchl sowie VÖK-Vorsitzender Mag. Helmut Weinwurm unter der Moderation von Dr. Elisabeth Berger nicht nur die aktuelle Marktsituation, sondern zeigten auch Handlungsempfehlungen auf.

Reinhold Scheuchl: „2018 war für die Branche ein vordergründig erfolgreiches Jahr. Blickt man aber hinter die Kulissen, zeigen sich doch einige trübe Stellen.“ Michael Mattes: „Dirigistische Vorgaben der Politik und Verwaltung sind mehr als entbehrlich – solange die Kriterien ‚Effizienz und erneuerbar‘ erfüllt sind.“

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Fotos: Messe Wels/Pelzl (3)

So müsse der Energieverbrauch drastisch gesenkt werden, denn nur dann könne dieser zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Die Lösung für den Wärmesektor: hochwertige Anlagen mit ge­ ringstem Energieverbrauch. Die politische Diskus­ sion würde regelmäßig von einem Schlagabtausch zwischen Vertretern erneuerbarer Energie und fossiler Energie beherrscht. Eine völlige Themenverfehlung, so Dr. Berger: „Erst muss der Energieverbrauch deut­ lich reduziert werden, nur dann kann dieser mit er­ neuerbarer Energie gedeckt werden. Dies sollte obers­ tes Ziel aller sein, wenn wir unsere Abhängigkeit von Lieferanten aus Supermächten – und solchen, die es gerne wären – reduzieren möchten.“ Hier gehe es nicht um völlige Autarkie, aber immerhin um die Möglich­ keit für den Ernstfall ein Stück Unabhängigkeit zu er­


MESSE-RÜCKSCHAU / INTRO / 13 Helmut Weinwurm: „Wir müssen den Energieverbrauch nicht nur rechnerisch, sondern tatsächlich drastisch senken, und dazu sind die Heizungsanlagen zu modernisieren.“

„AN DER HEIZUNGS-MODERNISIERUNG FÜHRT KEIN WEG VORBEI“ Statement des VÖK-Vorsitzenden Mag. Helmut Weinwurm Wir müssen effiziente Technologien für erneuerbare Energien zum Einsatz bringen – in ganz Österreich. Diese Vorgabe kommt klar von der Politik. Der Bruttoinlandsverbrauch kann bis dato aber nur zu zehn Prozent mit Wasserkraft und zu 15 Prozent mit Biomasse gedeckt werden. Alle anderen Erneuerbaren tragen noch zu rund drei Prozent (PV, Wind, ...) zur Deckung des Bedarfs bei. Damit ist es sicher noch für längere Zeit notwendig, auch fossiles Gas und Heizöl zum Einsatz zu bringen bzw. Wärmepumpen mit konventionellem Strom im Winter zu betreiben. Lediglich Holzheizungen sind bereits ganzjährig erneuerbar zu betreiben. Wir müssen aber in jedem Szenario den Energieverbrauch nicht nur rechnerisch, sondern tatsächlich drastisch senken, und dazu sind die Heizungsanlagen zu modernisieren. Dafür braucht es nicht nur Förderungen, sondern ganz sicherlich für Private und Gewerbe auch die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit solcher Investitionen inkl. Rechnung des Fachhandwerks. Förderungen sind sicher hilfreich, steuerliche Absetzbarkeit wäre der Turbo.

halten und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Eines der wesentlichen Grundbedürfnisse, insbe­ sondere im Winter, sei dabei jedoch nicht Auto zu fah­ ren, sondern ein warmes Zuhause. Darum sei es be­ sonders wichtig, den Fokus auf den Wärmebereich zu legen: Hier gebe es eine einfache Faustformel: Je hoch­ wertiger das Gerät und die Installation, desto geringer der Energieverbrauch. Welche Heizsysteme und wel­ che Energieträger zum Einsatz kommen, sollte dabei ausschließlich in der Entscheidungskompetenz der Planer und Bewohner liegen, da nur diese die Lage des Gebäudes und die Bedürfnissen der Bewohner genau kennen. Bundesinnungsmeister Mattes dazu: „Dirigistische Vorgaben der Politik und Verwaltung sind hier mehr als entbehrlich – solange die Kriterien ‚Effizienz und erneuerbar‘ erfüllt sind.“ Mit großer Sorge beobachtet der VÖK den unkon­ trollierten Ausbau jeglicher Netze: Unkoordiniert wur­ den Strom, Gas und Fernwärmenetze auf der glei­ chen Strecke erweitert. Dabei wurde der Bedarf nach Wärme aufgrund der ebenfalls forcierten Dämmung der Gebäude geringer und nicht mehr. Die Bürger dürfen nun die Dämmung der Häuser (Reduktion des Wärmebedarfs), die Verstärkung der Stromnetze ( PV Strom und E-Mobilität ), die Erhaltung der Gasnetze und den Ausbau der Wärmenetze finanzieren – direkt oder indirekt. Schließlich werden ja auch alle Förde­ rungen von uns selbst bezahlt. Mag. Weinwurm: „Eigentlich sollte sich intelligente Energieraumplanung genau damit beschäftigen, wo

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

welche Netzinfrastruktur langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann, da der Bedarf ja stark zurück­ gehen soll und wird. Unter diesen Prämissen müsste es eigentlich zu einem Rückbau von Wärmenetzen kommen und nicht zu einem Ausbau.“ Will man vor kräftigen Netzkosten gefeit sein, emp­ fiehlt es sich, in die weitestgehende Unabhängigkeit von öffentlichen Netzen zu investieren – am besten mit Hybridanlagen.

DAS ZEIGT DIE MARKTENTWICKLUNG Auch heuer konnte der Markt nochmals leicht zu­ legen – mit einem Plus von zwei Prozent trotz des schwierigen Marktumfeldes, in dem der freie Wett­

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14 / INTRO / MESSE-RÜCKSCHAU Traditionell im Rahmen der Eröffnungspresse­ konferenz der Energiesparmesse am Podium (v.l .): Elisabeth Berger, Helmut Weinwurm, Michael Mattes, Reinhold Scheuchl und – für die Begrüßung als Hausherr – Messedirektor Robert Schneider.

„DIE GU TE NACHRICHT: ES WIRD NICHT MEHR SCHLIMMER“ Statement des VIZ-Vorsitzenden Dipl.-Bw. Reinhold W. Scheuchl 2018 war für die Branche ein vordergründig erfolgreiches Jahr. Blickt man aber hinter die Kulissen, zeigen sich doch einige trübe Stellen in diesem Bild. Fehlende Montagekapazitäten führen zu Verzögerungen in der Auftragsabwicklung. Die Auftragsbücher sind zwar voll, aber es gibt praktisch kein wirkliches Wachstum. Großaufträge fehlen in vielen Regionen. Der Wettbewerbsdruck verhindert eine dringend notwendige Anpassung der Preise nach oben. Der Gewinnmargendruck bei Industrie, Handel und Handwerk ist hoch. Die Gesamtzufriedenheit des SHK-Handwerks mit den Herstellern ist zwar leicht gestiegen, jedoch sind wesentliche Attribute (Ersatzteilversorgung, Vertriebstreue, Reklamationsverhalten usw.) mit Werten ausgestaltet, die Unzufriedenheit/Verschlechterung ausdrücken. Das Bewertungsbild vermittelt professionellen Umgang zwischen den Partnern, aber echte Liebe sieht anders aus. Der österreichische Großhandel macht einen hervorragenden Job. Keine Anzeichen einer Verschlechterung der Performance. Das passt. Die Kapazitäten des österreichischen SHK-Handwerks sind stark belastet. 80 % sprechen von überdurchschnittlicher Auslastung, 20 % von einer durchschnittlichen. Nachfrage wird nicht mit höheren Angebotspreisen zurückgedrängt, man verzichtet auf Aufträge. Die Geschäftserwartung weist auf eine Fortschreibung der aktuellen Lage hin. Die gute Nachricht: Es wird nicht mehr schlimmer. Die schlechte Nachricht: Da kommt nichts mehr. Die Prognose für 2019 bei generell gleichbleibenden Rahmenbedingungen: Wir erwarten eine schwarze Null. Der Fachkräftemangel wird sich nur langsam verbessern. Die jahrzehntelange Ignoranz der Bedeutung von Handwerk und Lehrberufen im Vergleich zur herbeigeredeten Notwendigkeit, jeden zum Akademiker zu machen, beginnt sich erst jetzt langsam zu wenden. Die Notwendigkeit, diesen Prozess aktiv zu unterstützen, ist für den VIZ und seine Mitglieder eine klare Verpflichtung, die Ausbildung bestmöglich zu unterstützen und zur Verbesserung des Images der SHK-Branche beizutragen. Digitalisierung der Prozesse im Handwerk und die Zurverfügungstellung montagefreundlicher Lösungen durch die Industrie sind die Herausforderung und Notwendigkeit der Stunde.

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Foto: Klobucsar

bewerb zunehmend eingeschränkt wird. Die Markt­ zahlen im Detail: 50.500 Gasgeräte – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr mit vier Prozent. Sowohl bei Wand- als auch bei Standgeräten wurden mehr Geräte verkauft, wobei der Anteil an Heizwertgerä­ ten mit rund 30 % unverändert hoch ist. Bei Heizöl­ geräten gab es ein deutliches Minus von fünf Prozent auf 5.050 Stück, wobei erfreulicherweise hier fast aus­ schließlich Brennwertgeräte verkauft werden. Die po­ litischen Statements zum Verbot im Neubau scheinen jedoch auch Wirkung am Sanierungsmarkt zu zeigen und diesen zu hemmen. Der Heimmarkt könnte für die Hersteller von Holz­ kesseln besser laufen: Hier hätte man anstatt dem Minus von sechs Prozent eigentlich ein deutliches Plus erwarten können. Dabei konnten sich die Pel­ letkessel mit einem Plus von einem Prozent auf deut­ lich über 4.300 leicht verbessern, alle anderen Holz­ kessel rutschten deutlich ins Minus. Die Qualität der Produkte passt, die Förderungen sind sehr attraktiv – unverständlich wer da noch zögert. Die Heizungs­ wärmepumpen konnten mit rund 20.300 Stück einen Zuwachs von 7,1 % verbuchen. Der Trend zu hoch­ wertigen Luft/Wasser-Wärmepumpen hält mit rund 14.700 unvermindert an. Ein Plus von einem Prozent auch für kleinere Sole-Wärmepumpen. Bei der Bereit­ stellung von Warmwasser sind thermische Solaranla­ gen mit minus 15 % wieder rückläufig. Trotz reger Bautätigkeit ist der Gesamtabsatz stag­ nierend bis rückläufig. Dies führen wir auf den Ausbau der Wärmenetze zurück, die mit kräftiger politischer Unterstützung bereits 30 % des Marktes beherrschen – ohne jeglichen Wettbewerb und mit überschauba­ rer Transparenz.


MESSE-RÜCKSCHAU / INTRO / 15

KLASSENPRIMUS WEITER AM VORMARSCH Am ersten SHK-Fachbesuchertag der Energiesparmesse Wels informierte der Verband „Wärmepumpe Austria“ sowohl über die steigenden Produktabsätze seiner Mitglieder als auch über den aktuellen Stand in der Fördermittelvergabe.

Mit 25.850 Stück verkaufter Wärmepumpen im Ab­ satz des Inlandsmarktes wurde 2018 ein neuer Re­ kordabsatz erreicht. Diese teilen sich dabei auf 20.270 Heizungswärmepumpen, 5.218 Brauchwas­ serwärmepumpen sowie 295 Wohnraumlüftungs­ wärmepumpen und 105 Industriewärmepumpen (projektspezifische Fertigung) auf. Auch der Gesamtmarkt inklusive der Exporte öster­reichischer Hersteller war für die Wärmepum­ penbranche von einer deutlichen Absatzsteigerung geprägt. Der Gesamtabsatz steigerte sich dabei von 36.660 Wärmepumpen im Jahr 2017 auf 39.143 Wär­ mepumpen im Jahr 2018, was einem Wachstum von 6,8 Prozent entspricht.

nehmenden Verbreitung der umweltfreundlichen und hocheffizienten Wärmepumpentechnologie möglich. In Österreich sind momentan 1.700 Wärmepumpen­ produkte förderfähig, von denen 1.334 Geräte das Käl­ temittel R 410a verwenden. Somit würden fast 80 Pro­ zent aller Wärmepumpen in Österreich zukünftig aus der Förderung fallen. Die wirtschaftlichen Schäden, vor allem für die ös­ terreichischen Wärmepumpenhersteller, wären kata­ strophal. Zusätzlich ist anzumerken, dass es sich bei Wärmepumpenanlagen immer um hermetisch ge­ schlossene Systeme handelt und das Kältemittel am Ende der Nutzungsdauer recycelt wird.

» DER LANGJÄHRIGE TREND ZU HOCHEFFIZIENTEN LUFT/WASSER-WÄRMEPUMPEN WAR AUCH 2018 UNGEBROCHEN. « RICHARD FREIMÜLLER

VERTEILUNG DER WÄRMEQUELLEN Der langjährige Trend zu hocheffizienten Luft/Was­ ser-Wärmepumpen war auch 2018 ungebrochen und stieg von 13.689 Stück im Jahr 2017 auf 14.862 Stück im Jahr 2018 an. Der relative Anteil dieses Wärme­ quellensystems blieb damit mit 72,1 Prozent annä­ hernd gleich zum Vorjahr. Somit waren sieben von zehn verkauften Heizungswärmepumpen im letz­ ten Jahr Luft/Wasser-Wärmepumpen. Sole/WasserWärmepumpen hatten in diesem Zeitraum einen An­ teil von 19,4 Prozent (4.002 Stück) am Inlandsmarkt. Rückläufig waren die Anteile der Systeme Wasser/ Wasser mit 3,1 Prozent (636 Stück) und Direktver­ dampfung mit 3,7 Prozent (770 Stück).

FÖRDERUNGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN Im Frühjahr 2018 erhielt die Wärmepumpenbran­ che schwerwiegende Nachrichten in Bezug auf die für Mitte 2018 geplante Bundesförderung. Bereits im Herbst 2017 wurde die Datenerhebung für die KPC-Förderungsliste 2018 durchgeführt. Aus die­ ser Datenerhebung wurde seitens des Ministeriums die Entscheidung getroffen, Wärmepumpen, die das thermodynamisch hocheffiziente Kältemittel R 410a verwenden, von der Liste der förderfähigen Geräte zu nehmen. Diese Entscheidung hätte nicht nur für die Branche, sondern auch für die Republik Österreich gravierende Folgen, denn die Klimaziele der öster­ reichischen Bundesregierung sind nur mit einer zu­

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

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16 / INTRO / MESSE-RÜCKSCHAU

KATEGORIE II-ZERTIFIKAT Kosten: 40 Euro (exkl. USt.) Unterlagen: Teilnahme- und Prüfungsbestätigungen (erhältlich bei der Bundes­ innung für Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker) KATEGORIE I Kosten: 1.640 Euro (exkl. USt.) Externe Zertifizierungskosten: 40 Euro (exkl. USt.) (wird von der Bundesinnung für Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker eingehoben) Alle Module des Kompaktkurses können auch einzeln besucht werden. Der Preis beinhaltet die Weiterbildung, einen Prüfungsantritt und die Zertifizierung zum zertifizierten Wärmepumpeninstallateur bzw. -planer. Bei WIFI-Kursen gelten zum Teil andere Preise, Weiterbildungen und Prüfungen können getrennt bepreist sein. Kontakt: DI Peter Neusser, T +43 505 69 50 122, neusser@bigr2.at

ANZAHL DER PRODUKTE AM ÖSTERREICHISCHEN MARKT MIT UNTERSCHIED­ LICHEN KÄLTEMITTELN

2% 2% 3% 28 R 134a 47 R 290 35 R 32 269 R 407c

1.334 R 410a

16 %

78 %

v. l.: Siegfried Kopatsch, Geschäftsführer Wärmepumpe Austria, und Richard Freimüller, Präsident Wärmepumpe Austria

Als Branchenvertretung hat der Verband Wär­ mepumpe Austria sofort interveniert, zahlreiche Gespräche mit Entscheidungsträgern wie der KPC, dem BMNT, Ländervertretern und den Sozialpart­ nern geführt, zahlreiche Stellungnahmen formuliert und verbreitet und so eine Übergangsfrist bis Ende Februar 2019 erwirkt, welche einen kompletten För­ derausfall verhinderte und die Situation fürs Erste beruhigte und normalisierte. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Technologie (BMNT) hatte den Verband Wärme­ pumpe Austria in Folge im November 2018 als Ver­ treter der österreichischen Wärmepumpenbranche zu einem Workshop eingeladen. Hier wurden Be­ denken und Anregungen für zukünftige Förderun­ gen seitens des Verbandes eingebracht, welche auf die aktuelle Fördersituation des Sanierungschecks 2019 Einfluss genommen haben. Verbandspräsident Freimüller präsentierte die Marktentwicklung, die Qualitätsstandards des EHPA-Gütesiegels und die positiven Umwelteffekte des Wärmepumpeneinsat­ zes. So konnte sichergestellt werden, dass etwa die Förderkriterien in Bezug auf GWP-Werte auf Basis des 5. Sachstandsberichtes des IPCC zugrunde ge­ legt werden, was dem aktuellen Stand der Wissen­ schaft entspricht. Somit bleiben Wärmepumpen mit dem Kältemittel R 410a weiterhin förderfähig. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Veränderung des GWPs nach unterschiedlichen Sachstandberichten des IPCC (Intergovernmen­ tal Panel for Climate Change) bei den gängigsten Kältemitteln. Anfang März wurde von Bundesministerin ­Elisabeth Köstinger der „Raus-aus-Öl“-Bonus 2019 vorgestellt. Dabei erhalten Wärmepumpen eine Di­ rektförderung von 4.000 bzw. 5.000 Euro, wenn sie einen alten Ölkessel ersetzen. Erstmals sind für die Erlangung der Förderung keine zusätzlichen Sanie­ rungsmaßnahmen am Gebäude vorzunehmen. Am 1. und 2. Juli findet in Techelsberg am Wörther­s ee (Kelag Schaukrafwerk Forstsee) die diesjährige Generalversammlung der Wärmepumpe Austria statt.

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Foto: Klobucsar

WEITERBILDUNGSANGEBOTE Die Effizienz und Lebensdauer von Wärmepumpenheizungen hängen unter anderem auch von der fachgerechten Planung und Installation ab. Dazu bietet der Verband Wärmepumpe Austria nachfolgende Services und Leistungen an: • Seminare für Lehrkräfte und Berufsschüler • Vereinheitlichte Standards bei Meisterkursen für Heizungsbauer inkl. Skriptum und Vortragsunterlagen • Neuauflage und Aktualisierung des zertifizierten Wärmepumpen-Installateurs sowie des Kurses ­Kältetechnik Kategorie II Die Wärmepumpe Austria bietet in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) ein maßgeschneidertes Weiterbildungsangebot für Planer, Installateure, Kundendiensttechniker und alle Personen, die in den Bereichen Wärmepumpe und Kältetechnik tätig sind. Neu sind zehn Prozent Rabatt für Mitglieder der Wärmepumpe Austria auf die Zertifizierungskurse Wärmepumpen-Installateur Kältetechniker sowie eine einjährige kostenlose Installationspartnerschaft bei der Wärmepumpe Austria für neue Mitglieder. An sechs Kurstagen lernen Installateure neben den technologischen Grundlagen die korrekte Planung, Installation und Wartung von Wärmepumpen und Klimaanlagen inklusive Eingriff in den Kältekreis.


SANITÄR WELLNESS Sanitär- und Wellnesseinrichtungen, Projekte, Design und Trends

Linien- und Punktentwässerung Mit der neuen Duschrinne „Advantix Cleviva“ schlägt Systemanbieter Viega jetzt ein ganz neues Gestaltungskapitel im Bad auf: Die Entwässerungsneuheit vereint in Bezug auf Montagefreundlichkeit und Design das Beste aus modernen Duschrinnen und Punktabläufen. Die Duschrinne ist zur Markteinführung in zwei Designvarianten ab Juli 2019 lieferbar. www.viega.at

KONSEQUENTER MINIMALISMUS Mit der neuen Echtglas-Dusche „Tube“ definiert die Dusch-Manufaktur Palme Minimalismus in einmalig pointierter Form: Die Premiumdusche ist auf das absolut Wesentliche – das unberührte Glas – reduziert, den konstruktiven Kern bilden maximal zwei vertikale Rohre aus besonders belastbarem Flugzeug-Aluminium. www.palme.com

KLEIN UND OHO Die neue Kleinhebeanlage Hebefix Mini ist nur so groß wie ein Schuhkarton und damit die kleinste Anlage in der Hebefix-Familie. Sie wird überall da eingesetzt, wo wenig Platz und keine direkte Abwasserentsorgung möglich ist. www.jung-pumpen.de

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REVOLUTIONÄRE BADABDICHTUNG Bekanntlich schreibt die neue DIN 18534 vor, das gesamte Bad abzudichten. Für diese Mission gibt es ab sofort das selbstklebende Wannenabdichtungs-Set von Trinnity. Aufgrund seines innovativen, extrem dünnen (0,8 mm!), selbstklebenden und dehnbaren Materials kann es selbst in schwer zugängliche Ecken faltenlos modelliert werden. Zudem entfallen mühsame Trocknungswartezeiten. Zu bestellen ist diese neuartige Badabdichtung über die GC-Gruppe. www.gc-gruppe.at

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MASSARBEIT IN SERIE Conform, bekanntlich die moderne Interpretation einer innovativen Industrie-Manufaktur, bietet mit der prämierten Serie „Foqus“ aufgebrochene Fronten, dicke Materialstärken sowie eine hohe Flexibilität in der Materialität der Waschtische – gefertigt in neun Werktagen. www.conformbad.at


18 / SANITÄR & WELLNESS / DAS KLEINE BAD

KLEINE BÄDER KOMMEN GROSS RAUS Ist der Platz auch noch so klein – mit einer vorausschauenden Planung und der Nutzung moderner Möglichkeiten wird auch aus einem kleinen Badezimmer ein perfekt funktionierender Raum mit hohem Wohlfühlfaktor.

Landläufig bezeichnet man Bäder dann als klein, wenn die verfügbare Fläche unter sechs Quadratmetern liegt. Eine solche Abmessung ist beim urbanen Wohnen teil­ weise sogar großzügig: Im Gemeindebau – vor allem in Wien – sind auch wahre Minibäder mit nur drei bis vier Quadratmetern, teilweise aus Kostengründen auch noch im Neubau, der Standard – und unter Umständen findet hier sogar noch das WC Platz.

KONZENTRATION AUF DAS WESENTLICHE Barrierefreiheit bringt vor allem in kleinen Räumen maximalen Bewegungsfreiraum.

„In kleinen Bädern muss man sich auf die essenziel­ len Komponenten konzentrieren. Dazu gehören ein Waschbecken mit Spiegel, eine Dusche und eine Hei­ zung“, sagt Ing. Matthias Marvan, Geschäftsführer von Marvan Installationen in Wien-Favoriten. Die Spezialisierung auf den Bereich Badezimmer hat im Betrieb der Familie Marvan eine lange Tra­

dition. 1896 gründete der Urgroßvater die Firma als Spenglerei, das klassische Installateurgewerbe entwi­ ckelte sich daraus in den 1930er Jahren. Der Großva­ ter war in diesem Zeitraum viel für die Stadt Wien im Wiederaufbau tätig. Als dann Vater Ferdinand ­Marvan einstieg, änderte er die Ausrichtung in eine sehr spe­ zielle und damals durchaus weitsichtige Richtung: nämlich hin zu seniorenfreundlichen Bädern, heute landläufig als Generationenbad bekannt. Nun führt Matthias Marvan den zwölf Mitarbeiter zählenden Betrieb, der Vater steht nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Bruder Christoph, ebenfalls ausge­ bildeter Techniker, handelt mit Komponenten für seni­ orenfreundliche Bäder und hat das Patent für seine Er­ findung einer nachträglich einbaubare Badewannentür inne. „Der Schwerpunkt auf die Teil- und Komplettsa­ nierung kleiner Bäder und Generationenbäder ist uns

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Fotos: Kaldewei (2)

Mit der platzsparenden WannenRaumlösung „Cayono“ von Kaldewei ist auch Duschen möglich. So entsteht mehr Bewegungsfläche und es bleibt ausreichend Platz für zwei komfortable Waschplätze.


DAS KLEINE BAD / SANITÄR & WELLNESS / 19 geblieben, und wir vertiefen hier laufend unser Ange­ bot“, erklärt Juniorchef Matthias Marvan, der mit sei­ nem Team natürlich auch den Heizungssektor abdeckt. Eine wichtige Klientel seines Betriebes – Personen im „besten Alter“ – bezeichnet Marvan als sehr ange­ nehm: „Die ältere Generation ist bereit, in ein neues Bad zu investieren, und sie hat auch die nötigen Mit­ tel. Zudem schätzen diese Kunden ein persönliches Service, und wenn alles passt, werden sie zu treuen Stammkunden“, so der 30-Jährige. Aber zurück zu den beschränkten Abmessungen: Bei einem kleinen Bad mit einer Größe zwischen drei und sechs Quadratmetern rät auch Michael Bauer, Lei­ ter Vertrieb und Marketing bei Laufen Austria, zum Ausstattungsminimalismus und der Konzentration auf Waschtisch mit Spiegel plus Dusche. „Alles andere bitte weglassen: also eine Badewanne, die entweder gar nicht hineinpasst oder unnötig Platz verschwen­ det. Eine ideale Lösung für kleine Bäder sind flexible, modulare Möbel, helle Fliesen und große Spiegel – sie vergrößern optisch den Raum.“ Auch verspiegelte Duschwände lassen Bäder geräumiger wirken.

Foto: Laufen

HELL UND GROSSFLÄCHIG „Neben der klugen Anordnung aller Komponenten im Bad spielt bei engen Verhältnissen das Licht eine zen­ trale Rolle. Dieser Punkt wird oft viel zu wenig beach­

» JE WENIGER PLATZ VORHANDEN IST, DESTO MEHR IST DIE KONZENTRATION AUF DAS WESENTLICHE GEFRAGT. « MICHAEL BAUER, LAUFEN AUSTRIA

tet“, ergänzt Christian Höfner, Key A ­ ccount Manager bei Artweger und zertifizierter Experte für barriere­ freies Bauen. So könne durch das Schaffen von Kont­ rasten – sei es durch das Spiel mit kaltem und warmen Licht oder Farbeffekten – mehr Raum „suggeriert“ wer­ den. Zusätzlich sind solche Effekte eine große Hilfe bei Seheinschränkungen. „Und damit meine ich nicht nur stark beeinträchtigte Personen, sondern auch den „nor­ malen“ Brillenträger – denn dieser hat ja im Bad nicht immer die Sehhilfe auf“, so Höfner. Auch helle Farben vergrößern kleine Räume optisch, ebenso wie großfor­ matige Fliesen durch ihr beschränktes Fugenbild. So dient ein Trend der Zeit der Sache, auch wenn das nicht unbedingt beabsichtigt war.

DUSCHE ODER WANNE? Auch wenn sie viel Raum verstellt – grundsätzlich muss auf eine Badewanne in einem kleinen Bad

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20 / SANITÄR & WELLNESS / DAS KLEINE BAD » EINE FUNDIERTE BERATUNG IM VORFELD IST EIN MUSS FÜR DIE PLANUNG KLEINER BÄDER. « CHRISTIAN HÖFNER, ARTWEGER

Praxisbeispiel 1: Alles da auf 3,2 Quadratmetern. Praxisbeispiel 2: Eine bodengleiche Dusche und kon­ trastierende Fliesen lassen das FünfQuadratmeter-Bad viel größer wirken.

nicht verzichtet werden – sofern der Kunde das will. „Wird im Zuge einer Badsanierung eine alte Wanne durch eine Dusche ersetzt, ist ein neuerlicher Umstieg kaum mehr möglich“, sagt Christian Höfner. Daher ist hier die Beratungskompetenz des Badplaners beson­ ders wichtig. Dieser muss im Vorgespräch die Wün­ sche, Ansprüche und das Nutzungsverhalten – auch in der Zukunft – so genau wie möglich analysieren. Nur dann macht ein neues bzw. renoviertes Bad lange Freude. „Es muss klar sein, dass sich Bedürfnisse wieder ändern. Auch wenn in der Gegenwart nur ge­ duscht wird, kann es sein, dass in einigen Jahren the­ rapeutische Bäder zuhause eine wichtige Rolle spie­ len“, so der Experte. Eine praktikable Lösung, wenn beides gewünscht ist, sind Zwei-in-eins-Produkte. Auch eine „normale“ Wanne kann ihren Platz finden. Allerdings leidet bei zu vielen bzw. dominanten Kom­ ponenten natürlich die Bewegungsfreiheit.

Apropos 2-in-1: „Eine der revolutionärsten Erfindun­ gen der letzten Jahre ist für mich die Duschwanne – diese Möglichkeit, ein Produkt multifunktional zu nutzen, ist einfach genial“, sagt Matthias Marvan. Eine weitere Produktentwicklung, die der Fachmann besonders schätzt, sind Drehfalttüren, die in Kombi­ nation mit bodenebenen Duschen viele neue Mög­ lichkeiten eröffnen: „Durch das komplette Wegklap­ pen der Duschtüre zur Wand hin kann man auch in

einem Minibad ein großzügiges Raumgefühl erzeu­ gen.“ Auch mit in Sondergrößen lieferbaren Dusch­ tassen, flexiblen Badmöbeln, versenkbaren Spiegel­ schränken, an der Wand montierbaren Klappstühlen, kleinen Waschmaschinen etc. steht heute eine gute Auswahl an „Hardware“ zur Verfügung. Zudem kann eine bodengleiche Dusche durch ausgeklügelte Lö­ sungen der Duschrinnenhersteller schon beinahe in jedem Bestand nachgerüstet werden. Neben cleveren Produktneuheiten bietet eine wei­ tere Entwicklung eine höhere Planungsflexibilität: Maßprodukte sind bei den meisten Herstellern zum leistbaren Standard geworden. Somit ist z. B. die Duschtasse nicht mehr die Vorgabe für einen Raum. Durch die Möglichkeit, auf den Millimeter genaue Maßanfertigungen zeitnah und günstig zu bestellen, fallen viele Grenzen weg. Ein Wunsch, der Seniorchef Ferdinand Marvan schon lange drängt, sollte auch bald in Erfüllung gehen: Nämlich ein Waschtisch, der trotz schmaler Abmessungen eine praktikable Tiefe hat. „Wir haben für die Serie VAL ein Mini-Waschbe­ cken entwickelt, das selbst ins kleinste Badezimmer passt und noch in diesem Jahr erhältlich sein wird“, kündigt Michael Bauer von Laufen ­Austria an.

GEÄNDERTE ANSPRÜCHE All diese Innovationen tragen den gestiegenen Ansprü­ chen der Kunden in Sachen Komfort, Funktion, Design und Sicherheit Rechnung. Um wirklich das richtige

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Fotos: Artweger (2), Marvan (2),

RAFFINIERTE LÖSUNGEN In der Broschüre „Das Märchen vom kleinen Bad“ zeigt Artweger anhand von vier Musterbädern mit einer Größe von vier bzw. sechs Qua­ dratmetern, was in kleinen Räumen alles möglich ist.


ABC / SANITÄR & WELLNESS / 21

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22 / SANITÄR & WELLNESS / DAS KLEINE BAD Das Dusch-WC Tuma von Geberit eignet sich aufgrund seiner kompakten Form vor allem auch für kleine Bäder.

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sei es wichtig, sich auch als Installateur seine Kunden „auszusuchen“, und wenn man merkt, dass man sich in wesentlichen Punkten nicht annähern kann, auf ein Geschäft zu verzichten. Denn eine Badsanierung bzw. -ausstattung bedeutet ein großes Maß an Vorleis­ tungen für den Installateur – daher müssen sich beide Seiten sicher sein, dass die Zusammenarbeit gut funk­ tioniert und man mit denselben Zielen an das Projekt herangeht. Matthias Marvan hat einen weiteren Praxistipp parat: „Bevor man die Sanitärausstattung plant, soll­ ten unbedingt die örtlichen Gegebenheiten genau besichtigt werden. Teilweise kommt man mit großen Wannen oder Möbelstücken gar nicht durch das Stie­ genhaus oder durch andere Räume in der Wohnung, die vor dem Bad liegen.“

ORDNUNG MUSS SEIN Und was ist das Schwierigste, wenn es an die Umset­ zung geht? „Aus einem kleinen Bad mit einem vernünf­ tigen Aufwand das Beste herauszuholen. Eine Halle kann ich aus einem Drei-Quadratmeter-Bad nicht ma­ chen“, fasst Badexperte Marvan zusammen. „Die kluge Anordnung der Komponenten ist einfach wichtig, um neben den Komfortansprüchen auch die Anforderungen an Sicherheit und Hygiene zu erfüllen“, sagt Artweger-Vertreter Christian Höfner. Hierbei hat man es bei der Planung kleiner Bäder oft leichter, da bei Leitungsverlegungen nicht so große Distanzen zu überwinden sind. Text: Mag. Gudrun Haigermoser

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Fotos: Ulrike Wieser, Geberit, Bette

» DIE AUSSTATTUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR KLEINE BÄDER SIND DURCH VIELE KLUGE PRODUKTE MASSIV GESTIEGEN. «

Produkt für die jeweiligen Bedürfnisse zu finden, wird eine fundierte Planungskompetenz aber immer wich­ tiger. Neben der Erwartung, schon mit dem ersten An­ gebot alles so detailliert wie möglich zu visualisieren und damit den Geschmack des potenziellen Kunden zu treffen, stellt für Matthias Marvan die Einigung auf das Budget eine der größten Planungsherausforderun­ gen dar: „Natürlich fragen wir den finanziellen Rah­ men im Erstgespräch ab. Aber oft können wir mit dem verfügbaren Geld nicht alle Vorstellungen erfüllen.“ An der Produktqualität könne man zwar sparen, bei der Infrastruktur und beim Arbeitsaufwand aber kaum: „Wenn ich eine Leitung brauche, gibt es dazu keine Al­ ternativen. Und der Einbau bzw. Umbau braucht nun mal Zeit – unabhängig von den Materialkosten.“ Daher


STUDIE / SANITÄR & WELLNESS / 23

Bringt der Klimawandel auch bei uns Wasserknappheit?

Foto: Pixabay

Nach den Rekordsommern 2003 und 2015 waren auch die Jahre 2017 und 2018 in Österreich von Extremtemperaturen geprägt. Eine Herausforderung für die Trinkwasserversorgung in Österreich, denn der Klimawandel könnte in den kommenden Jahren zu Nutzungskonflikten führen. Darauf verweist die Österreichische Ver­ einigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) mit der von ihr beauftragten Stu­ die „Wasserversorgung in Rekordsom­ mern“, durchgeführt von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Denn der An­ stieg der Hitzetage pro Jahr und die damit verbundene Steigerung der Wasserver­ bräuche lassen erwarten, dass in Zukunft mehr Ressourcen für die Abdeckung des Spitzenbedarfes an Trinkwasser benötigt werden, so die ÖVGW. Verbrauchsspitzen zu spüren bekommen vor allem jene Was­

serversorgungsunternehmen, die in ihrem Versorgungsgebiet viele Eigengärten haben. Denn Poolbefüllungen, zunehmend aber auch Bewässerungssysteme sind sehr ver­ brauchsintensiv. „Die Zunahme der Garten­ bewässerungsanlagen mit zeitgesteuertem Betrieb führt dazu, dass im Sommer auch in der Nacht die Wasserverbräuche nicht zu­ rückgehen“, so Manfred Eisenhut, Bereichs­ leiter Wasser der ÖVGW. Eine aktuelle Um­ frage unter ÖVGW-Mitgliedsunternehmen zeigt, dass 2018 einige Versorger genau dadurch ungewöhnlich hohe Verbrauchs­ spitzen verzeichneten. Zwar traten bislang noch keine Versorgungsengpässe auf, in einigen Fällen konnte dies aber nur durch Sparmaßnahmen wie Aufrufe im Internet verhindert werden. Der gesamte jährliche Wasserbedarf liegt derzeit bei 2,2 Mrd. m3, wobei zwei Drittel auf Landwirtschaft und Industrie entfallen. Österreichs Haushalte verwenden weniger als ein Prozent. Um mehr Bewusstsein für das Trinkwas­ ser zu schaffen, findet am 14. Juni zum be­ reits vierten Mal der österreichweite Trink­ wassertag statt . www.ovgw.at

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24 / SANITÄR & WELLNESS  SERIE

„DER WETTBEWERB UM DIE BESTEN LEHRLINGE WIRD HÄRTER“ Im Gespräch mit DI (FH) DI Rudolf und Katja Leitner, Bakk. techn. vom HSH-Installatör­ betrieb Leitner Haustechnik aus Großharras (Weinviertel) wollte die GEBÄUDE INSTALLATION wissen, wie sich die Lehrlingssuche im Laufe der Zeit verändert hat. Zudem verraten die beiden Unternehmer unter anderem, wie ihre persönliche Meinung zum aktuellen Lehrplan ist und warum es immer schwerer wird, junge Menschen von den Vorteilen eines Handwerksberufes zu überzeugen.

Ihr Unternehmen ist seit 65 Jahren aktiv. Wie gestaltete sich die Lehrlingssuche früher? Im Installationsgewerbe sind wir seit 50 Jahren. Wir haben jedenfalls sehr früh mit der Lehrlingsaus­ bildung begonnen. So ist beispielsweise der erste Lehrling, der bei uns begonnen hat, 2017 bei uns in Pension gegangen. Er war somit sein ganzes Berufs­ leben lang bei uns. Bezüglich des Lehrlingsangebots war es damals zweifelsfrei einfacher. In unserer länd­ lich geprägten Region fußte der Berufswunsch junger Menschen primär auf einer handwerklichen Basis. Das hat sich heute zweifelsfrei auch bei uns im Wein­ viertel geändert. Beispielsweise wollen sich heute immer weniger im Beruf schmutzig machen. Daher wird es seit den letzten fünf bis zehn Jahren immer schwerer, gute Lehrlinge zu finden. Wie ist das schulische Ausbildungsniveau der Bewerber? Hat es sich zu früher verändert? Wir haben den Eindruck, dass bei den jungen Menschen heute vielfach die Grundlagen fehlen. Vor allem in der Mathematik stellen wir gegenüber frü­ her deutliche Defizite fest. Ganz generell können wir erkennen, dass sich das Schulniveau verschlechtert hat. Ob das nun an der geringeren Aufmerksamkeits­

Inwieweit hat sich die Lehrlingssuche verändert, seitdem Sie beim HSH-Verbund sind? Neben der klassischen Mundpropaganda haben wir früher auch Lehrlingssuchinserate in den Regi­ onalblättern geschalten, aber auch extra Plakate an­ fertigen lassen. Heute suchen wir unsere Lehrlinge primär über die sozialen Medien, wie Facebook und Instagram. Überdies werden wir vom HSH-Team unter anderem im Rahmen der Lehrlingskampagne „Haustechniksuperhelden“ umfassend unterstützt. Beispielsweise waren wir kürzlich mit unserer HSHBeachflag und -Flyern an Schulen in unserer Region unterwegs. Das ist sehr gut angekommen – diese Tour werden wir auf alle Fälle fortsetzen. Die Kampagne „Haustechniksuperhelden“ ist wirklich extrem gut durchdacht und umgesetzt. Das reicht bis hin zu spe­ ziellen HSH-Fotoshootings, wo unser Betrieb Lehr­ linge vor den Vorhang stellt. Ergänzend dazu wird auf der HSH-Website „www.haustechniksuperhelden.at“ der Lehrberuf emotional perfekt auf junge Menschen abgestimmt ins rechte Licht gerückt. Wie viele Lehrlinge können Sie nach der Ausbildung behalten? Grundsätzlich sind wir sehr interessiert, unsere

Seit Kurzem leitet DI (FH) DI Rudolf Leitner in dritter Generation den traditionsreichen Familienbetrieb aus Großharras (Weinviertel), seine Frau Katja steht ihm dabei zur Seite.

HSH Holz die Sonne ins Haus (HSH) lässt die Haustechnik­ superhelden fliegen. Mit ihren Kommunikationstools wollen die HSHInstallatöre dem Fachkräftemangel entgegenwirken und verpassen dem Berufsbild des In­ stallations- und Gebäudetechnikers eine lässige, zeitgemäße Note. www.haustechniksuperhelden.at

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Foto: Klobucsar

spanne liegt, die der Reizüberflutung durch Internet, Handy oder anderen Onlinezerstreuungen geschul­ det ist, ist schwer zu beurteilen. Jedenfalls fehlt im Gegensatz zu früher ganz einfach auch der gesunde Hausverstand bei den Auszubildenden. Heute werden schulische/fachliche Defizite in der Regel versucht, mit „Dr. Google“ zu kompensieren. Wir haben daher für potenzielle Lehrlinge eine sogenannte „Schnup­ perzeit“ bei uns vorgesehen, bevor wir sie anstellen. In dieser Zeit können sich unsere künftigen Auszu­ bildenden ein aussagekräftiges Bild über die Arbeit und über uns machen, da wir sie ganz einfach in den gewöhnlichen Tagesablauf einbinden. Und natürlich erkennen wir derart, ob der Bewerber auch wirklich für den Beruf geeignet ist und in unser Team passt.


HAUSTECHNIKSUPERHELDEN / SANITÄR & WELLNESS / 25

LEITNER HAUSTECHNIK GMBH Das Familienunternehmen Leitner wurde 1953 als Gemischtwarenhandlung gegründet. 1968 entstand der Installationsbetrieb, welcher vier Jahre später mit der Elektrokonzession erweitert wurde. Seit Kurzem leitet DI (FH) DI Rudolf Leitner in dritter Generation diesen traditionsreichen Familienbetrieb von Großharras (Weinviertel) aus. Aktuell hat das Unternehmen rund 50 Mitarbeiter, davon fünf Lehrlinge. Mit der Aufnahme in den österreichweiten Installateurbund „Holz die Sonne ins Haus (HSH)“ 2015 ist die Leitner Haustechnik auf die Kundenansprüche kommender Generationen noch besser vorbereitet.

Marcel Strini: „Als Installateur bekommt man eine vielfältige Ausbildung geboten und hat beste Berufs- und Zukunftschancen!“

Lehrlinge nach ihrer Ausbildung zu behalten. Man investiert ja auch viel Zeit, Energie und Know-how in den jungen Menschen. Immer gelingt uns dies aber leider nicht. Es ist eben wie in einer Beziehung, wo neben der eigentlichen Qualifikation auch die Chemie passen muss. Wir haben jedenfalls genug Mitarbei­ ter, die sich in den nächsten Jahren in ihren wohlver­ dienten Ruhestand verabschieden. Daher müssen wir dafür sorgen, dass wir rechtzeitig mit einem jungen Team nachrüsten. Aktuell haben wir drei Haustech­ niklehrlinge, einen Burschen, der zum technischen Zeichnern ausgebildet wird, und ein Mädchen als Bürolehrling. Ein Drittel unseres Mitarbeiterstammes sind ehemalige Lehrlinge.

Foto: Leitner

Herr Leitner, Sie unterstützen ja auch bei der Lehrlingsausbildung. Wie kam es dazu? Niederösterreichs Landesinnungsmeister-Stell­ vertreter Manfred Denk hat mich im Rahmen unse­ rer 50-Jahr-Feier darauf angesprochen, ob ich an einer Innungsarbeit Interesse hätte. Seither bin ich PrüferBeisitzer bei den Lehrabschlussprüfungen. Das ist auch für mich sehr interessant, weil ich derart perfekt erkennen kann, wie gut der jeweilige Jahrgang ausge­ bildet wurde bzw. für den Job geeignet ist. Finden Sie den aktuellen Lehrplan noch zeitgemäß, oder bedarf er einer Nachjustierung? Es ist ja schon mit der Umstellung auf das Modul­ lehrsystem sehr viel richtig gemacht worden, indem sich die jungen Menschen auf eines von drei Haupt­ modulen konzentrieren können. Daneben gibt es im vierten Jahr mit vier weiterführenden Spezialisie­ rungsmodulen zusätzliche Vertiefungen. Dennoch fehlt meiner Meinung nach noch das große Thema der Digitalisierung im Lehrplan. Einen interessanten Ansatz finden wir beispielsweise auch bei einem von Thomas Schäfer-Elmayer angebotenen „VerhaltensKnigge-Kurs speziell für Lehrlinge. Scheinbar ist Be­ darf da zu lernen, wie man sich Mitmenschen gegen­ über richtig verhält, da dies heute leider nicht mehr selbstverständlich ist. Das beginnt bereits beim Grü­ ßen und endet bei allen Arten von Kommunikation – egal ob im Betrieb oder bei Kunden. Freundlichkeit und höfliche Umgangsformen sind jedenfalls das Um und Auf für zufriedene Geschäftspartner.

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FRAGEN AN MARCEL STRINI, HKLS-LEHRLING IM 1. LEHRJAHR Warum hast du dich gerade für den Beruf des Installateurs entschieden? Ich wollte immer etwas Handwerkliches machen. Die Empfehlung zum Installateur kam von meiner Familie und meinem Bekanntenkreis, wo einige sogar bei der Firma Leitner als Installateur gelernt haben. Ich habe mich dann im Internet über die Ausbildung zum Installateur informiert und auch mit meinen Bekannten gesprochen. Die Erzählungen über die Aufgaben waren wirklich sehr umfangreich! Dann stand für mich fest: Als Installateur bekommt man eine vielfältige Ausbildung geboten und hat beste Berufs- und Zukunftschancen! Was findest du im Rahmen deiner Ausbildung besonders gut und was nicht so? Ich habe eigentlich gar nichts zu bemängeln. Meiner Meinung nach ist der geblockte Unterricht von Vorteil, weil man den Stoff am Stück vermittelt bekommt und sich so besser darauf konzentrieren kann. Ich habe Bekannte, die jede Woche in die Berufsschule müssen, und die haben wenig Freude damit. Auch mit der Bezahlung bin ich wirklich zufrieden und komme super damit aus! Im Vergleich zu anderen Lehrberufen bekommen ­Installateure ja auch gut bezahlt. Manche Fächer in der Schule mag ich sehr gerne und davon hätte ich auch gerne mehr Unterrichtsstunden, z.B. Wirtschaftslehre und Deutsch, das kommt aber natürlich auch immer auf den Lehrer an. Wie bist du auf die Firma Leitner gestoßen? Auch hier haben mir meine Familie und mein Bekanntenkreis den Hinweis gegeben. Ich habe mich aber auch selbst online informiert, welche Betriebe es in der Region gibt und habe die Firma Leitner gefunden. Mir hat gefallen, was ich gesehen habe und mich gleich beworben. Wie stehst du zu weiteren Ausbildungen? Planst du den Meister zu machen, um auch selbstständig werden zu können? Ich bin ja erst im 1. Lehrjahr ... aber grundsätzlich kann ich mir eine weitere Ausbildung schon vorstellen. Sowas ist aber schon mit Aufwand verbunden. Wenn man das durchziehen will, muss man echt am Ball bleiben. Ob ich einmal den Meister mache oder mich selbstständig mache, weiß ich noch nicht. Grundsätzlich kann ich es mir vorstellen, aber im Moment ist das noch kein Thema für mich. Ich bin zufrieden, so wie es gerade ist (lächelt). Wie würdest du mit deinen eigenen Worten jungen Menschen deinen Beruf schmackhaft machen? Ich freue mich jedes Mal, wenn ich, gerade bei körperlich schweren Arbeiten, wie z.B. dem Aufbau und Anschluss einer Heizungsanlage, dann zum Schluss davor stehe und sagen kann: Das hab ich gemacht! Das erfüllt einen schon mit Stolz über die eigene Leistung und lässt einen von Mal zu Mal wachsen. Mir taugt auch das Schmähführen mit den Kollegen auf der Baustelle! Da geht die Arbeit gleich viel leichter von der Hand!


26 / SANITÄR & WELLNESS / TRENDS & MÄRKTE

DAS BAD VÖLLIG NEU GEDACHT Im Rahmen einer kurzfristig angesetzten Sneak Preview im deutschen Weil am Rhein durfte die GEBÄUDE INSTALLATION Ende Jänner die brandneuen Entwicklungen von Geberit kennenlernen. Gleich vorweg: Sie sind wirklich radikal und dennoch bereits demnächst verfügbar.

VERDECKTER RAUM MIT VIEL POTENZIAL Bäder bestehen nicht nur aus den sichtbaren Berei­ chen wie Waschplatz, Dusche oder WC, auch die ver­ deckten Elemente spielen eine wichtige Rolle. Geberit ONE nutzt konsequent die Vorteile der Vorwandinstal­ lation und setzt dabei auf das bewährte Installations­ system Geberit Duofix. Alles, was vor der Wand nicht unbedingt benötigt wird, verlegt das neue Badkon­ zept in die Ebene dahinter. Unschöne Siphons, stören­ de Halterungen oder Befestigungen rücken damit aus dem Blickfeld. Das Bad wirkt nicht nur aufgeräumter, sondern bietet sogar mehr Platz.

WASCHTISCHE MIT INNOVATIVEM WANDABLAUF Der Geberit ONE-Waschtisch kann wahlweise frei schwebend oder in Kombination mit einem Wasch­ tischunterschrank genutzt werden. Was der Badnutzer nicht sieht, ist ein Siphon, denn der ist verdeckt in einer Funktionsbox in der Installationsvorwand montiert

Mit Geberit ONE bringt der Sanitärtechnikhersteller ein Badkonzept auf den Markt, das die Bereiche hinter und vor der Wand als Einheit neu definiert. Dazu gehört ein frei schwebender Waschtisch, dessen Siphon verdeckt in einer Funktionsbox in die Vorwand integriert ist.

Fotos: Geberit (2)

Kulisse dieser exklusiven Neuheitenschau war der Vitra Campus in Weil am Rhein, direkt an der Schweizer Grenze, in dessen Museum übrigens derzeit die beein­ druckende Ausstellung „Victor Papanek: The Politics of Design“ gezeigt wird. Sie bot den idealen Rahmen für „Geberit ONE“, eine Linie, die in der Tat neue Standards für das Bad von heute setzt. Sie umfasst dabei voll in­ tegrierte Lösungen für den Waschplatz, den Duschbe­ reich und das WC. Denn Weiterentwicklungen im Bad betreffen in der Regel zumeist das Design von Produkten mit neuen Formen, Farben und Funktionsverbesserungen. Gebe­ rit geht einen Schritt weiter und bringt mit Geberit ONE ein Badkonzept auf den Markt, das die Bereiche hinter der Wand und vor der Wand als eine Einheit neu defi­ niert. Mit einer Vielzahl offenkundiger und auch ver­ steckter Vorzüge sind die Produkte perfekt auf­einander abgestimmt und gehen optimal auf die Nutzerbedürf­ nisse ein.

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019


TRENDS & MÄRKTE / SANITÄR & WELLNESS / 27 der Planung festgelegt. Das hat den Vorteil, dass eine nachgelagerte Ausrichtung des Spiegelschranks ent­ fällt und er auch nach Beplankung und Verfliesung der Installationswand an der gewünschten Stelle Platz hat.

Die spülrandlose Keramik sowie eine asymmetrische Innengeometrie fallen dem Nutzer sofort auf. Das Wasser fließt beim Spülen seitlich in die WC-Keramik hinein und vollzieht darin eine spiralförmige Bewegung – für eine flüsterleise und sehr gründliche Ausspülung.

INTEGRIERTE DUSCHABLAGEFLÄCHEN ONE ist ideal mit allen bodenebenen Duschsystemen von Geberit kombinierbar – ob Duschfläche Setapla­ no, Duschrinne CleanLine oder auch Geberit Wand­ ablauf. Der Wandablauf nutzt dabei das Vorwand­ konzept am besten aus, denn es verlegt die Entwäs­ serung der Dusche vom Boden in die Wand. Zudem bietet ONE für die Dusche ein zusätzliches Element, das den Nutzerkomfort deutlich erhöht: eine Nischen­ ablagebox. Sie bietet Platz für Shampoo, Duschbad und andere Pflegeprodukte, die bei der Körperpfle­ ge nötig sind. Herumstehende Behältnisse in der Du­ sche gehören damit der Vergangenheit an. Die Größe und Position der Box werden bereits bei der Planung des Duschbereichs festgelegt und die Box in das Vor­ wandsystem integriert. Das Innere der Ablage ist so gestaltet, dass Spritzwasser und Schmutzrückstände ganz einfach abfließen können und kein großer Rei­ nigungsaufwand entsteht. Optional ist die Ablagebox mit einer verspiegelten Schiebetür erhältlich, die sich wahlweise nach rechts oder links öffnen lässt.

Eine neuartige Befestigungstechnik ermöglicht eine schnelle Montage und gestattet einen Spielraum von vier Zentimetern (+3/–1) in der Montagehöhe, so dass diese auch nach der Installation des Spülkastens noch nachjustiert werden kann.

ZENTRIERUNG AUF NUTZERBEDÜRFNISSE – zugunsten von mehr Platz unter dem Waschtisch und mehr Stauraum im Waschtischunterschrank. Der Wasserablauf im hinteren Beckenbereich des Wasch­ tischs verlegt die Entwässerung in die Vorwand. Eine Blende, die sich leicht mit einem Handgriff entfernen lässt und mit einem Haarsieb ausgestattet ist, verdeckt den Ablauf. Kombiniert wird der Waschtisch mit der Geberit ONE-Wandarmatur. Ein passendes Montage­ element in der Vorwand legt bereits bei der Planung die genaue Lage der Armatur fest, so dass der Wasch­ tisch vollständig und sauber ausgespült wird.

Fotos: Geberit (2)

IN DIE WAND VERSENKTER SPIEGELSCHRANK Auch der Spiegelschrank mit seiner kaum sichtba­ ren Ausladung nutzt die Vorwand geschickt aus und punktet mit einem beeindruckenden Platzangebot. Der Spiegelrand ist mattiert, was sehr angenehm ist, denn auch bei häufiger Nutzung sind Fingerabdrücke darauf kaum zu sehen. Ein angenehm warmes, atmo­ sphärisches Licht umgibt den Spiegelschrank wie ein Rahmen, ein kälteres Funktionslicht sorgt für die opti­ male Ausleuchtung im Nahbereich. Die beiden Lichter und ihre Intensität können über Tasten individuell ein­ gestellt und in Benutzerprofilen gespeichert werden. Der Spiegelschrank hat nicht nur ästhetische Vor­ züge, sondern auch ganz praktische: Als integraler Teil der Vorwand wird er an speziell gefertigten Installati­ onselementen befestigt. Die Position des Schranks im Verhältnis zu Waschtisch und Armatur wird bereits bei

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Technische Raffinesse, ansprechendes Design und die Kombination von sichtbaren und unsichtbaren Elementen zeichnen auch das neue ONE-WC aus. Es ist perfekt proportioniert, hat keine sichtbaren Befes­ tigungsschrauben und kann vom Fachmann auch nachträglich in unterschiedlichen Höhen installiert werden mit einem Spielraum von –1 bis +3 Zentime­ tern. Der WC-Sitz in Slim-Optik ist sehr schlank und verleiht der Toilette zusammen mit der geschlossenen Keramik ein elegantes Aussehen. Im Inneren der spülrandlosen WC-Keramik fällt die asymmetrische Gestaltung auf – die TurboFlush-Spül­ technik. Mit jedem Spülvorgang fließt das Wasser seit­ lich in die WC-Keramik hinein und vollzieht darin eine spiralförmige Bewegung. Der Wasserstrom wird so ge­ lenkt, dass er für eine leise und gründliche Ausspülung sorgt. Die hochwertige Veredelung mit der KeraTectSpezialglasur sorgt für eine nahezu porenfreie Keramik­ oberfläche, an der Schmutz und Bakterien kaum Halt finden. Das erleichtert nicht nur die Reinigung, sondern hinterlässt einen sichtbar sauberen Eindruck. Erweiterten Komfort bietet das WC in Kombination mit dem neuen Geberit DuoFresh-Modul mit Orientie­ rungslicht, das eine effektive Geruchsabsaugung di­ rekt in der WC-Keramik ermöglicht. Die Luft wird durch einen Keramikwabenfilter gereinigt und anschließend wieder in den Raum abgegeben. Da für dieses Komfort­ element ein Stromanschluss benötigt wird, sollte dieser bereits bei der Planung und Erstinstallation des WCs angelegt werden.


28 / SANITÄR & WELLNESS / TRENDS & MÄRKTE

KOMMENTAR

EU erwägt Risikomanagement bis hin zum Wasserhahn

Kommentar von Martin Taschl, Generalsekretär Forum Wasserhygiene

PFIFFIGE DUSCHRINNEN Im Rahmen der Energiesparmesse in Wels präsentierte HL Hutterer & Lechner seine Innovationen im Duschrinnen-Bereich. Highlight war der neue HL541 Duschablauf Primus Blue, der mit einem durchdachten Geruchsverschluss punktet. Zu sehen gab es auch die bis zu zwei Meter lange doppelte Duschrinne InFloor Duo – 053.2 Duo mit doppelter Leistungsstärke oder die HL52M(P) Kurzrinne in hochwertigem EdelstahlDesign. Der Duschablauf Primus Blue eignet sich optimal für barrierefreie Bäder und die Renovierung. Er weist mit 62 Millimeter eine wesentlich geringere Einbauhöhe als sein großer Bruder HL540 Primus Drain auf, besitzt aber alle bekannten Vorteile. Der Komplettablauf ist mit einem Hybrid-Geruchsverschluss versehen, der eine hydraulische und mechanische Geruchssperre bildet. Übrigens: Der HL540 Primus Drain feiert 2020 seinen 20. Geburtstag und wurde schon hunderttausende Male in Österreich und weltweit verkauft. Er bleibt als eines der Top-Produkte weiter im Sortiment. Dort, wo eine besonders starke Ablaufleistung benötigt wird, kommt die doppelte Duschrinne InFloor Duo – 053.2 Duo zum Einsatz. Sie eignet sich durch zwei Ablaufkörper und einer Länge von bis zu zwei Metern für Bereiche mit Schwallbrausen wie etwa in Wellnessbereichen von Hotels. Die beiden Ausführungen in 90 Millimeter und 65 Millimeter Höhe bieten sich für die Renovierung ebenso wie für einen flachen Bodenaufbau an. www.hutterer-lechner.com

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Fotos: Hutterer & Lechner, Forum Wasserhygiene

Vor gut einem Jahr wurde der Vorschlag zur Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie veröffentlicht. Im Herbst hat das Europäische Parlament den Vorschlag weitestgehend angenommen und für weitere Verhandlungen mit dem Rat an den zuständigen Ausschuss verwiesen. Seither wird der Ball weitergereicht wie eine heiße Kartoffel, denn nach Österreich zeigen auch Rumänien und Finnland keine großen Ambitionen, dieses wichtige Thema in ihrer Ratspräsidentschaft zu lösen. Der überarbeitete Vorschlag beruht auf einer Evaluierung der bestehenden Trinkwasserrichtlinie, deren Ergebnisse Ende 2016 veröffentlicht wurden. Er soll helfen, Trinkwasser auf nachhaltige Weise zu bewirtschaften und zur Verringerung der durch Plastikflaschen verursachten Müllberge beitragen, indem das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in Leitungswasser gestärkt wird. Diese Forderung steht im Einklang mit der Agenda 2030 und insbesondere mit dem Unionsziel der nachhaltigen Entwicklung. Der Leitgedanke ist eine ganzheitliche Risikobewertung von der Gewinnung bis zur Entnahmestelle inklusive einer regelmäßigen Kontrolle aller potenziellen Gefahrenstellen und der unverzüglichen Durchführung von erforderlichen Sanierungsmaßnahmen. Besonders freut es uns, dass der Vorschlag zur neuen EUTrinkwasserrichtlinie zahlreichen Empfehlungen des Forum Wasserhygiene folgt, die wir seit Jahren vehement vertreten. Als wichtige Maßnahme werden in der Neufassung der EU-Trinkwasserrichtlinie etwa Schulungen für alle mit der Trinkwasserinstallation befassten Fachleute vorgeschlagen – Schulungen, wie sie das FORUM Wasserhygiene seit 2014 durchführt. Das entsprechende Bewusstsein zu schaffen und das erforderliche Wissen zu vermitteln, ist Ziel des gemeinnützigen Vereins Forum Wasserhygiene. In diesem Sinne werden wir den Österreichischen Trinkwassertag am 14. Juni 2019 zum Anlass nehmen, um die aktuellen Entwicklungen zu beleuchten.


TRENDS & MÄRKTE / SANITÄR & WELLNESS / 29 XSQUARE ERHÄLT IF DESIGN AWARD Das vom Designer Kurt Merki jr. für Duravit kreierte Möbelprogramm XSquare überzeugt mit markanter Eigenständigkeit und seinem modern-eleganten Design. Prägendes Designmerkmal ist ein Viertelkreisprofil in Chrom, welches das Möbel seitlich einrahmt. Bei der bodenstehenden Variante geht es nahtlos in ein Fußgestell über. In beiden Varianten bildet das Chromprofil einen akzentuierten Rahmen. Es nimmt den Eckradius des Waschtisches auf und erzeugt dadurch Harmonie und zugleich eine markante Eigenständigkeit. In Kombination mit Schränken, Spiegel- und Spiegelschranklösungen der Serie, deren Design ebenfalls durch das Chromprofil geprägt ist, entstehen luxuriöse Waschplätze. Drei neue, besondere Möbeloberflächen – Lichtblau Matt, Betongrau Matt und Aubergine Seidenmatt - sowie die Dekoroberfläche Leinen ergänzen die breite Farbpalette. Insgesamt stehen 28 Möbel­ oberflächen in Dekor Matt oder Lack, Seidenmatt oder Hochglanz zur Verfügung. Durch die bicolore oder sogar tricolore Farbgebung in der Kombination zwischen Lackoberfläche, Chromprofil und der Konsolenplatte entstehen neue Kontraste und hochwertige Designoptionen. www.duravit.at In Kombination mit Schränken, Spiegel- und Spiegelschranklösungen der Serie, deren Design ebenfalls durch das Chromprofil geprägt ist, entstehen luxuriöse Waschplätze.

DUSCHSYSTEM SMART UNTER KONTROLLE Mit der SmartControl von Grohe wird das Erlebnis aus „Drücken, Drehen, Duschen“ noch facettenreicher: Denn diese smarte Technologie hält nun auch in der Euphoria SmartControl Einzug. Die neue Aufputzmontage bietet eine deutlich verschlankte Form des SmartControl Bedienelements sowie eine komfortable Temperaturregulierung durch den Grohtherm Thermostat. Das Herzstückdes smarten Duschsystems ist die kombinierte, frontal angeordnete Druck- und Drehknopfbedienung. Eindeutige Piktogramme, Grohe EasyLogic genannt, unterstützen dabei das intuitive Handling. Die Drehknöpfe können die Wassermenge je nach individueller Stimmung von einer sanften Dusche bis hin zur kräftigen Erfrischung regulieren. Per Knopfdruck lassen sich die Strahlarten auswählen. Mit dem ersten Knopf wird beispielsweise die Handbrause oder der Cube Stick aktiviert – das Wasser kann genau dorthin gerichtet werden, wo es benötigt wird. Der mittlere Knopf sorgt für volle SmartControl Power. Dank der neuen ActiveRain Strahlvariante lässt sich Strahlkraft einstellen. Entspannung bietet der dritte Knopf mit dem sanften PureRain Strahl. www.grohe.at Dank Grohe QuickFix können individuelle Anpassungen an der oberen Halterung beider Modelle vorgenommen werden, und das Bohren von zusätzlichen Löchern ist nicht mehr notwendig.

SCHLICHTE ELEGANZ AUCH FÜR KLEINE RÄUME

Fotos: Keuco, Grohe, Duravit

Sinnhafte Funktionalität bis hin zur Gäste-Bad Ausstattung bietet jetzt das ganzheitliche Einrichtungskonzept X-LINE von Keuco. Entworfen vom Designbüro Tesseraux + Partner, Potsdam, beeindruckt das kleinformatige Waschtischensemble aus Keramik-Waschtisch, hochwertigem Waschtischunterbau und hohem LED-Lichtspiegel mit einer ästhetische Einheit – auch für kleine und schmale Räume. Verfügbar in den fünf Farbtönen Trüffel, Cashmere und Inox oder klassischem Weiß und Anthrazit überzeugt jedes Möbel mit unaufdringlicher gradliniger Formgebung. Stilvolles Upgrade: Für die schmalen Waschtisch-Unterschränke ist eine moderne Fußvariante im gleichen Farbton erhältlich. Die zum ganzheitlichen Bad-Konzept gehörenden LED-Lichtspiegel sind präsent, strahlen aber eine zurückhaltende Ruhe aus und treffen mit ihrer hochwertigen Lackierung farblich exakt den Farbton des gewählten Möbels. Alternativ gibt es den X-LlNE Lichtspiegel mit universell passender Oberfläche in Aluminium silber-eloxiert. Der Lichtspiegel punktet neben seiner eleganten Optik mit intelligenter Technik und sorgt zu jeder Tageszeit für das richtige Licht und die perfekte Gesichtsausleuchtung des Betrachters. www.keuco.de Die kompakten Abmessungen der Waschtischkombination von 46 cm Breite x 38 cm Tiefe finden selbst in kleinen Gäste-WCs Platz.

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30 / SANITÄR & WELLNESS / TRENDS & MÄRKTE NEUES AUS DER HANSGROHE-INNOVATIONSABTEILUNG Mensch, Wasser, Nachhaltigkeit – auch im Bereich Innovation prägen diese drei Begriffe das Handeln der Hansgrohe Group. Statt Smart Home ist es vielmehr der Begriff Smart Living, unter dem Hansgrohe sein Handeln bündelt. „Wir betreiben unser Innovationsmanagement nicht um seiner selbst willen, sondern leisten einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität jedes Einzelnen. Während des täglichen Arbeitens stehen für uns daher der Mensch und die Frage, wie wir sein Leben verbessern können, im Mittelpunkt“, so Steffen Erath, Head of Innovation. Neben Innovationen bestimmen ausgezeichnetes Design und verlässliche Qualität die Arbeit von Hansgrohe. Konsequent vom Menschen denken bedeutet aber auch, bei der Produktentwicklung neue Wege und Strukturen auszuprobieren. Angetrieben durch die Frage, welche Bedeutung Digitalisierung für Hans­ grohe-Kunden hat, erarbeitet ein interdisziplinäres Innovationsteam Produkte, die das Erlebnis des Du­ schens grundlegend verändern. Das Streben nach Innovation ist tief in der DNA von Hansgrohe verankert: Klaus Grohe, bis 2008 CEO, führte mit seinem Erfindergeist und der Hands-on-Mentalität die Innovationstradition fort und wurde zum Vorbild für das heutige Innovationsteam. www.hansgrohe.at In Schramberg, dem Zentrum des Schwarzwälder Tüftlertums, hat die Hansgrohe Group für ihr Innolab ein neues Zuhause gefunden.

EINE KOLLEKTION MIT CHARAKTER Mit Collaro präsentierte Villeroy & Boch auf der diesjährigen Energiesparmesse eine neue Kollektion mit starkem Charakter. Hochwertige Materialien und ein eigenständiger Look – diese Kombination macht Collaro unverwechselbar. Stilprägend ist eine abgesetzte Designkante, die die schlanken Formen der Waschtische aus TitanCeram gekonnt in Szene setzt. So schafft Collaro einen zeitlos schönen Lebensraum, der zum Wohlfühlen einlädt – zu einem überraschenden Preis. Collaro setzt beim Waschplatz auf einen geradlinigen und gleichzeitig wohnlichen Look, der mit schmalen Kanten und schlanken Wandstärken überzeugt. Damit greift die Kollektion den von Premiumbädern bekannten Trend zu mehr Leichtigkeit auf – und gibt ihm seinen ganz eigenen Charakter. Möglich gemacht wird die neue Leichtigkeit im Badezimmer durch die Materialentwicklung TitanCeram: Das enthaltene Titanoxid veredelt die Keramik und ermöglicht Formen, die außerordentliche Festigkeit mit einem zeitlosen Look vereinen – auch erhältlich mit der außergewöhnlich schönen und extrem widerstandsfähigen Glasur TitanGlaze in der Mattfarbe Stone White. www.villeroy-boch.at Mit einer großen Auswahl an Waschtischen wird Collaro verschiedenen Geschmäckern und Raumsituationen gerecht. Die 15 verschiedenen Modelle bieten großen Gestaltungsspielraum.

Für alle, die keine Gelegenheit zum Besuch der Frühjahrsmessen hatten, bringt Viega seine Innovationen mit der Roadshow „Viega 360° erleben“ ab 11. April „in die Fläche“. Gezeigt wird ein spannender Mix aus Informationen, Produktpräsentationen und Unterhaltung. Insgesamt erwartet Viega zu den sieben Veranstaltungen mehr als 12.000 Besucher. Die alle vier Jahre durchgeführte Viega-Roadshow ist damit eine der international erfolgreichsten Branchenveranstaltungen. Ein wesentlicher Grund für das große Interesse des Publikums ist zweifelsfrei die gelungene Mischung aus Information und Unterhaltung, die auch diesmal wieder ab jeweils 17 Uhr in Salzburg, München, Stuttgart, Nürnberg, Leipzig, Köln, und Hamburg geboten wird. Im Mittelpunkt stehen dabei sämtliche Innovationen, die Viega auf der Energiesparmesse und der Weltleitmesse ISH gezeigt hat – allen voran natürlich das neue Trinkwassermanagement-System „AquaVip Solutions“. Vorgestellt werden die neuen Produkte und Systeme auf der Roadshow vom Viega-Experten Dieter Hellekes. Wer an der Roadshow 2019 teilnehmen möchte, sollte sich möglichst zeitnah anmelden, denn alle Termine sind in der Regel lange vorher ausgebucht. Los geht es am 11. April in Salzburg. Anmeldungen: www.viega.at/Roadshow Gezeigt wird unter anderem das neue Trinkwassermanagement-System „AquaVip Solutions“, ein völlig neues Vorwandsystem sowie die innovative Duschrinne „Cleviva“.

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Fotos: Viega, Villeroy & Boch, Hansgrohe

VIEGA ROADSHOW IST WIEDER „ON TOUR“


HEIZUNG ENERGIE Innovatives für Planung, Einrichtung und Nutzung

Maßnahme zur Feinstaubreduktion Im Hargassner-Pelletssortiment ist ab sofort auch der Nano-PK 20-32 Plus erhältich. Ab sofort ist die gesamte Nano-PK-Reihe mit der modernen Brennwerttechnologie ausgestattet und erreicht mit effektiver Kondensation einen über 106 % hohen Wirkungsgrad. Durch die Filterung der Abgase wird die Feinstaub­ emission maximal reduziert, und das Brennwertmodul kann auch nachgerüstet werden. www.hargassner.at

EFFIZIENZ GESTEIGERT Die Hackgutanlage „firematic Condensation 30/40“ von Herz erreicht mittels Brennwerttechnik einen Wirkungsgrad von bis zu 106 % und unterschreitet zudem die gesetzlich erlaubten Staubwerte deutlich. Mit der kompakten Bauweise wird eine leichte Installation möglich. Der Kesselkörper ist aus 100 % Edelstahl. www.herz-energie.at

Fotos: Ochsner, Imi, Austria Email, Wernig, Hargassner

INTELLIGENT GEREGELT Zu den aktuellen Highlights von IMI Heimeier zählen die Aura Connect Smart Home Regelsysteme für Heizkörper und Fußbodenheizungen. Sie ermöglichen die energiesparende und intelligente Heizungsregelung – unter anderem per App –, sind frei miteinander kombinierbar und simpel per Online-Setup konfigurierbar. www.imi-hydronic.at

DIREKT VERNETZT Mit „Tronic Smart“ stellt Wärmepumpenspezialist Ochsner ein komplett selbstentwickeltes elektronisches Regelsystem vor. Die Innovation überzeugt mit hoher Effizienz, optimaler Betriebssicherheit und vielfältigen Möglichkeiten, Wärmepumpen direkt mit dem Energiemanagement oder der Gebäudeleittechnik zu vernetzen oder per Smartphone-App mobil zu steuern. www.ochsner.com

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PREISBEWUSSTES BADEVERGNÜGEN Die benutzerfreundlichen SchwimmbadWärmepumpen Aeromax von Austria Email sind für Schwimmbäder mit einem Beckenvolumen von bis zu 90 m3 geeignet. Aufgrund des hohen COP-Wertes von bis zu 4,6 (bei 15 Grad) sind sie zudem extrem energieeffizient. www.austria-email.at


32 / HEIZUNG & ENERGIE / HEIZUNG SPEZIAL

HEIZKOSTEN IM FOKUS Die Österreichische Energieagentur bezieht in ihren jährlichen Heizkostenvergleich zusätzlich zu den Energie- auch die Investitionskosten mit ein und bietet damit eine interessante Entscheidungshilfe.

Der von der Österreichischen Energieagentur (Austrian Energy Agency/AEA) seit 2014 veröffentliche Heizkos­ tenvergleich ist ein Vollkostenvergleich (siehe Kasten). Darin wird nicht nur der Brennstoffverbrauch vergli­ chen, sondern die Aufstellung beinhaltet u. a. auch die Kosten der Anlagenbeschaffung, des Einbaus und der Wartung. Ebenso wird nach unsanierten und ther­ misch sanierten Gebäuden sowie Neubauten unter­ schieden. Die Investitionskosten werden jährlich, die Marktpreise für die Energieträger monatlich aktuali­ siert. Diese Orientierungshilfe für Konsumenten kann auch für Installateure und Planer als Grundlage für die Kundenberatung herangezogen werden. Auch bzgl. um­ weltfreundlicher Systeme, da von der AEA nicht nur die Kosten, sondern auch durch die einzelnen Heizsysteme verursachte CO₂-Emissionen gegenübergestellt werden.

W A S I S T E I N V O L L KO S T E N V E R G L E I C H? Der Vollkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur basiert auf der Annuitätenmethode. Anhand der Investitions- und Installationskosten, Brennstoffkosten sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten werden durchschnittliche Jahreskosten (Annuitäten) bezogen auf den Betrachtungszeitraum der Investition – in diesem Fall 20 Jahre – berechnet. Da sich die tatsächlichen Investitionskosten im Einzelfall jedoch sehr stark voneinander unterscheiden, werden diese in zwei Versionen berechnet: Die Maximalvariante basiert auf einer kompletten Neuausstattung. Die Minimalvariante nimmt an, dass der gleiche Energieträger weiter genutzt wird und funktionsfähige Komponenten (z. B. Gasanschluss, Kamin, Öltank) weiter verwendet werden. Für die Brennstoffpreise werden aktuelle Marktpreise herangezogen, die energetische Bewertung des Gebäudes sowie des Heizsystems basiert auf den derzeit gültigen Normen bzw. Richtlinien. Die Bewertung der CO₂-Emissionen der Heizsysteme beruht auf der OIB-Richtlinie 6, Energieeinsparung und Wärmeschutz (2015). Alle Details zum Heizkostenvergleich, Grafiken, Links und Förderinformationen gibt es unter www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten.html. Informationen zur Förderung „Raus aus Öl“ gibt es unter www.bmnt.gv.at/foerderungen.

„Vergleiche auf Basis der reinen Energiekosten infor­ mieren nur über einen Teilaspekt. Daher erstellt die Österreichische Energieagentur einen unabhängi­ gen Vollkostenvergleich unterschiedlicher Heizsys­ teme, der auch Investitionskosten beinhaltet“, erklärt Ing. Mag. Georg Trnka die Beweggründe. Er ist als ­Senior Expert bei der Österreichischen Energieagen­ tur federführend für das Projekt verantwortlich. Da die Heizkosten nicht nur vom gewählten Sys­ tem, sondern auch maßgeblich von der thermischen Qualität des Gebäudes abhängig sind, wurde für den Vergleich ein für Österreich charakteristisches Ein­ familienhaus gewählt. Das „Referenzgebäude“ hat eine Wohnfläche von 118 Quadratmetern und wurde in einer thermisch unsanierten (Heizwärmebedarf 175 kWh/m2a), in einer thermisch sanierten (Heiz­ wärmebedarf 60k Wh/m2a) und in einer Neubauvari­ ante (Heizwärmebedarf 45 kWh/m2a) definiert. In Sachen Systeme werden die am häufigsten in­ stallierten Anlagenformen auf dem aktuellen Stand der Technik gegenübergestellt. Verglichen werden Fern­ wärme, Erdgas-Brennwert, Öl-Brennwert, Scheitholz, Pellets, Luft/Wasser-Wärmepumpe und Sole/WasserWärmepumpe mit Erdsonde.

DREI SYSTEME „ON TOP“ Nun ist klar, was wie verglichen wird. Aber was ist das Fazit aus den Zahlen? „Der Heizkostenvergleich zeigt,

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Foto: Getty Images/KatarzynaBialasiewicz

UNABHÄNGIGER VERGLEICH


HEIZUNG SPEZIAL / HEIZUNG & ENERGIE / 33 HEIZKOSTENVERGLEICH: SANIERTES GEBÄUDE max. Investitionskosten * min. Investitionskosten * Energiekosten 3.500

542 170

2.000

1.492 874

1.687

1.500

1.683

1.449

1.947

1.742

1.000 1.073

1.439 809

500

1.596

1.506

Fernwärme

Öl-BW

1.073 1.118

ÜBERFLIEGER WÄRMEPUMPE

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

179

2.500

0

WP-L/W

Stückholz

WP-S/W

Pellets

Erdgas-BW

Quelle: Österreichische Energieagentur/Februar 2019

Beim Heizkostenvergleich in thermisch sanierten Gebäuden liegen die Systeme bei den Gesamtkosten relativ gleich auf. Die Unterschiede liegen in den – äußerst wichtigen – Details.

HEIZKOSTENVERGLEICH: RAUS AUS ÖL max. Investitionskosten * min. Investitionskosten * Energiekosten 3.500

* inkl. Kosten für Wartung- und Instandhaltung

3.000

2.500

Vollkosten Euro/a

Aus dem Heizkostenvergleich nicht unmittelbar he­ rauszulesen, aber eine Tatsache, die die Verkaufs­ zahlen belegen, sind der merkbare Rückgang der Ölheizung und ein starker Trend hin zur Wärme­ pumpe. Gab es im Zeitraum 2005/2006 noch an die 900.000 Ölheizungen in den heimischen Haushalten, waren es 2015/2016 noch annähernd 600.000. Das sind laut Statistik Austria 16 Prozent. Die großen Aufsteiger sind Wärmepumpensys­ teme – sie sind für den Experten der Energieagentur „die Technologie der Zukunft“. Hier wiederum liegt die Luft-Wasser-Variante aufgrund der geringeren Inves­ titionskosten vor der Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde. Denn auch wenn Erdwärme ein zusätzliches Effizienz-Plus bietet, verursacht die notwendige Tie­ fenbohrung doch spürbare Mehrkosten und ist zudem nicht überall umsetzbar. Ein Thema, das für Georg Trnka noch einer Klärung bedarf, ist die Stromquelle für den Betrieb der Wärmepumpen: „Wenn es gelingt, den benötigten Strom zu hundert Prozent aus erneu­ erbaren Energien zu gewinnen – wie es ja auch in der österreichischen Klima- und Energiestrategie bis 2030 festgeschrieben ist – wird mit Wärmepumpen beim CO₂ eine Null-Emission erreicht.“ Stagnierend sind Erdgas- und Biomassesysteme. Pelletskessel schaffen es aufgrund der höheren Inves­ titionskosten nicht unter die Top drei. Allerdings laufen die Systeme voll automatisiert ab und punkten daher mit hohem Bedien-Komfort, gleichzusetzen mit dem einer Ölheizung. „Natürlich ist es im Neubau leichter einzugreifen als in Bestandsgebäuden, und beim priva­ ten Einfamilienhaus sind die Entscheidungsmöglich­ keiten größer“, räumt Trnka ein. So werden z. B. Erdgas­ brennwert-Geräte in Altbauten wohl noch länger ihre Berechtigung haben.

* inkl. Kosten für Wartung- und Instandhaltung

3.000

Vollkosten Euro/a

dass die Systeme auf Basis der Vollkosten sehr kompe­ titiv zueinander stehen – die Unterschiede sind nicht sehr markant. Entscheidend sind die Details bezüg­ lich Machbarkeit, Komfort und Umweltfreundlichkeit – und die sind meist relativ klar“, erklärt Georg Trnka. Seit dem Beginn des Vergleichs stehen drei Systeme an der Spitze: Luft-Wasser-Wärmepumpen überzeu­ gen durch die hohe Energieeffizienz bzw. den geringen Energiebedarf, Stückholz-Kessel durch die geringen Brennstoffkosten und Erdgas-Brennwert-Geräte punk­ ten mit niedrigen Investitionskosten. Da Scheitholz­ systeme im Neubau aufgrund der hohen Energieeffi­ zienzanforderungen der OIB-Richtlinie 6/2015 an das Gebäude allerdings kaum mehr als Hauptheizungssys­ tem eingesetzt werden, werden diese im Rahmen des Heizkostenvergleichs nur mehr in sanierten und un­ sanierten Gebäuden betrachtet. Wärmepumpen hin­ gegen werden in unsanierten Gebäuden nicht darge­ stellt, da eine Umstellung des Wärmeabgabesystems (von Radiator- zu Flächenheizungen) in unsanierten Bestandsgebäuden nicht üblich ist.

1.044

2.000 1.225 1.500

1.405 1.769

179 1.449

874 170

1.181

1.000 1.439 500

0

1.118 809

WP-L/W

1.596

1.506

Fernwärme

Öl-BW

1.073 685

Stückholz

WP-S/W

Pellets

Erdgas-BW

Quelle: Österreichische Energieagentur/Februar 2019 .

Bezieht man die Sanierungsförderung „Raus aus Öl“ in die Berechnungen an thermisch sanierten Gebäuden mit ein, sieht die Sache schon viel klarer aus – von Öl oder Erdgas umzurüsten, zahlt sich finanziell aus und dient dem Umweltschutz.


34 / HEIZUNG & ENERGIE / HEIZUNG SPEZIAL » DER VOLLKOSTENVERGLEICH BIETET EINE UNABHÄNGIGE UND FUNDIERTE ENTSCHEIDUNGSHILFE IN SACHEN HEIZUNGSSYSTEME – IN ÖKONOMISCHER, ABER AUCH IN ÖKOLOGISCHER HINSICHT. « GEORG TRNKA, ÖSTERREICHISCHE ENERGIEAGENTUR

PREIS UND MACHBARKEIT Wie entscheiden nun aber die Konsumenten? Spielt der Umweltgedanke bereits eine größere Rolle, oder ist es nach wie vor der Preis, der im Fokus steht? „Grundsätzlich sind die technische Machbarkeit und der Preis nach wie vor die zentralen Entschei­ dungskriterien. Dazu kommen noch die Themen Öko­ logie und Preissicherheit bzw. -unsicherheit“, erklärt Georg Trnka. So sind es selten rein ökologische Argu­ mente, warum Menschen über einen Umstieg von Öl auf andere Energieträger nachdenken. Eher spielt die Preisunsicherheit beim Brennstoff eine Rolle. Beim Neubau stellt sich die Situation schon wieder etwas anders dar, denn hier gibt es – natürlich mit einer gewissen Einschränkung durch die örtlichen Gegeben­ heiten – die freie Wahl. Zudem tun Verbote ihr Übri­ ges, um die Quote zu senken. So ist der Einbau von Öl­ heizungen in einen Neubau in Niederösterreich seit 1. Jänner 2019 verboten. Auch in Wien ist der Ausstieg für Neubauten seit November 2018 quasi beschlos­ sene Sache. Der nationale Ausstiegsplan wird durch laufende Verschärfungen im Rahmen der OIB Richt­ linie 6 bis 2021 umgesetzt. Die Bauvorschriften in Sa­ chen thermischer Sanierung werden stufenweise an­ gepasst, fossile Energieträger müssen in einem stetig steigenden Ausmaß durch umweltfreundliche Systeme wie Photovoltaik- bzw. Solaranlagen kompensiert wer­ den. So rechnen sich fossile Systeme bald nicht mehr, ein fast Null-Energie-Gebäude ist das Ziel.

Eine Unterstützung für den Umstieg gibt es durch die bundesweite „Raus aus Öl“-Förderung, die soeben ver­ längert wurde. Die Sanierungsoffensive 2018 stellt ne­ ben Mitteln für die thermische Sanierung von Gebäu­ den einen zusätzlichen Anreiz für den Ausstieg aus Öl­ heizungen zur Verfügung. Den Bonus von bis zu 5.000 Euro können sich Betriebe genauso wie Privatperso­ nen abholen, wenn sie im Rahmen der Sanierung ei­ ne Ölheizung oder eine andere fossile Heizung durch ein klimafreundliches System ersetzen. Das kann ei­ ne Holzzentralheizung, ein Fernwärmeanschluss, eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe sein. „Sieht man sich unseren Vergleich unter Berück­ sichtigung der Raus-aus-Öl-Förderung an, verlieren die fossilen Systeme inklusive der Erdgasvariante stark an Boden, und alle anderen Wärmepumpen- und Bio­ massesysteme rutschen im Ranking nach vorne“, be­ schreibt Trnka den positiven Effekt dieser Fördermaß­ nahme für die Umwelt. Text: Mag. Gudrun Haigermoser

CO₂-EMISSIONEN DER VERSCHIEDENEN HEIZSYSTEME 9.800

10.000 Neubau 8.000

saniert 7.371

unsaniert

6.000 4.559 4.000

3.355

3.350

2.481 2.000 959 0

107 226 Stückholz

116 125 232 Pellets

342 459 Fernwärme

738

922

WP-S/W

745

1.104

WP-L/W

Erdgas-BW

Öl-BW

Quelle: Österreichische Energieagentur/Februar 2019

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Foto: Getty Images/KatarzynaBialasiewicz

Jährliche CO2-Emissionen (kg/a)

Deutlicher kann ein Vergleich nicht sein: Die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizsysteme „schlagen“ alle anderen Varianten in Sachen CO₂-Emissionen um Längen.

BUNDESWEITE FÖRDERUNG


HEIZUNG SPEZIAL / HEIZUNG & ENERGIE / 35

Viessmann gut aufgestellt

Foto: Viessmann

Im Rahmen der bereits traditionellen Pressekonferenz anlässlich der Energiesparmesse in Wels blickte Viessmann Österreich-Chef Ing. Peter Huber nicht nur auf das vergangene Jahr zurück, sondern präsentierte auch seine Einschätzung für 2019.

So sah Huber das letzte Jahr geprägt von Energiewende, Digitalisierung und Fach­ arbeitermangel. Eine Seitwärtsbewegung des Gesamtmarktes an Wärmeerzeu­ gern sei eine zusätzliche spannende Rah­ menbedingung des Vorjahres gewesen. Viessmann sei es aufgrund der breiten und tiefen Aufstellung des Produkt- und Dienstleistungsprogrammes dennoch ge­ lungen, Marktanteile zu gewinnen und im österreichischen Markt weiter zu wachsen. Huber: „Unsere digitale Produktpalette rund um Vitoguide und ViCare hat eine hohe Akzeptanz bei Fachbetrieben und Endverbraucher erzielen können. Tausende

im Internet aufgeschaltete Heizungsanla­ gen zeigen von einem gelungenen Start und einer flächendeckenden Marktdurch­ dringung. Auch im hart umkämpften Biomassebereich sowie bei Großwärme­ pumpen und im Dampf-/Heißwasserkes­ selsegment konnten laut Huber attraktive Projekte gewonnen und abgewickelt wer­ den. Für die Zukunft gerüstet sieht sich der Viessmann-Geschäftsführer vor allem durch die durchdachten Produktentwick­ lungen, allen voran die Brennstoffzelle Vi­ tovalor 300, die jetzt auch als Stand-aloneLösung erhältlich ist und daher mit bereits bestehenden Heizkesseln kombiniert wer­ den kann. Bei den Wärmepumpen ver­ vollständigt die Sole-Wasser-Inverterma­ schine Vitocal 333-G das Programm der sogenannten Kompakt-Wärmepumpen. Zur Vervollständigung des Sortiments wird Viessmann künftig auch verstärkt den Bereich Fernwärme-Wärmetauscher und Wohnungsstationen bearbeiten. Dazu wurde eine 25-Prozent-Beteiligung mit der Firma Pewo gestartet. Diese Information ist vorbehaltlich der kartellrechtlichen Geneh­ migung. www.viessmann.at

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36 / HEIZUNG & ENERGIE / INTERVIEW

ARBEIT, GLÜCK UND GELEGENHEITEN Zwischen der Gründung der Armaturenfabrik Gebauer & Lehrner 1896 mit zwölf Mitarbeitern und der international agierenden Herz Gruppe als Komplettanbieter für die HKLS-Branche mit rund 3.000 Mitarbeitern, 50 Tochterunternehmen und 30 Produktionsstandorten weltweit liegen über 120 bewegte Jahre.

Seit Ihrem Einstieg bei Herz hat sich viel getan. Wie war die Situation 1989, als „alles begann“? Gerhard Glinzerer: Ich habe den Kaufvertrag am 1. April 1989 unterschrieben und – trotz des Datums – bin ich nun schon fast genau dreißig Jahre hier. Manche geschichtliche Zusammenhänge sind üb­ rigens noch nicht geklärt – aber kurz nach meinem Einstieg bei Herz ist ja faktisch die Sowjetunion zu­ sammengebrochen (lacht). Der Anfang bei Herz er­ folgte bankfinanziert als Management Buy–In. Für Marktoffensiven in Westeuropa gab es kein Geld, aber in Osteuropa konnte man nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mit einer kleinen Mannschaft und faktisch ohne Geld voll loslegen. Aufgrund meiner Kontakte aus der Studentenzeit war unser erstes Ziel Polen, kurz danach folgten die Tschechoslowakei, Ungarn und weitere Länder. Die Aufbruchsstimmung im Osten wurde damals also optimal genutzt? Wir waren sehr früh dabei, mussten aber auch or­ dentlich Lehrgeld zahlen. Letztlich gab es keine Al­ ternative: Österreich ist als Markt viel zu klein, und für Westeuropa war Herz nicht ausreichend kapital­ kräftig. Die logische Konsequenz daraus war: Go East. Wenn Sie zurückdenken – was waren die prägendsten Ereignisse, die größten Veränderungen? Der Weg dorthin, wo wir heute stehen, war ein lau­ fender Prozess. Die Qualität des Unternehmens hat

sich massiv verändert. Am anschaulichsten stellt sich das Wachstum der letzten 30 Jahre wohl an den Umsatzzahlen dar: 1989 hatte Herz umgerechnet 14 Millionen Euro Umsatz, jetzt liegen wir deutlich über 400 Millionen Euro. Die ersten Jahre waren geprägt vom Ausbau des Vertriebes, 1999 wurde erstmals ein Produktionsunternehmen, die IPA in Rohrbach bei Hainfeld, übernommen. Seither kommen Pressfit­ tinge und Verschraubungen aus dem eigenen Werk. Weitere Zukäufe und neue Werke folgten, wie 2014 die große Übernahme von Hirsch Servo. Hirsch ist in den letzten Jahren stark gewachsen und ist heute der größte Verarbeiter von EPS in Europa und unter ande­ rem auch als Hersteller von Noppen- und Tackerplat­ ten wichtig für unsere Branche.

» DIE QUALITÄT DES UNTERNEHMENS HAT SICH IN DEN LETZTEN 30 JAHREN MASSIV VER­ ÄNDERT. « GERHARD GLINZERER

Ohne Ihr großes persönliches Engagement wären viele dieser Entwicklungen wohl nicht ­passiert … Zahlreiche Kollegen haben mit großem Engagement mitgewirkt, ich habe mich dabei immer bemüht, nie­ manden in seinem Tatendrang zu bremsen. Herz wächst also weiter. Welchen Plan verfolgen Sie mit den Ausbauschritten? Dem Grunde nach konzentrieren wir uns auf den Bereich Energie: Energiebereitstellung in Form eines umfangreichen Angebotes von Biomassekesseln und Wärmepumpen, Energieverteilung mit Armaturen und Energieeinsparung mit Dämmstoffen. Die Breite des Produktprogrammes ist beinahe schon beängstigend, daher steht derzeit eher die geografische Erweiterung unserer Märkte im Vordergrund. Danke für das Stichwort Geografie: Welche Regionen sind für Sie die aktuellen Wachstumsmärkte? Und welche Weltgegenden wollen Sie mit Herz noch „erobern“? Wir sind ganz friedlich, versuchen den Menschen Komfort, Lebensqualität und Umweltnutzen zu brin­ gen. Wir haben schon vor Jahren eine Vertriebsgesell­ schaft in den Arabischen Emiraten gegründet. Denn Afrika, die arabischen Staaten, Indien, Pakistan, In­ donesien, Vietnam bis Australien und Ozeanien sind von dort aus gut erreichbar, und unsere Kollegen vor

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Foto: Simon Jappel

Zwischen der Gründung der Armaturenfabrik Ge­ bauer & Lehrner 1896 mit zwölf Mitarbeitern und der international agierenden Herz Gruppe als Komplett­ anbieter für die HKLS-Branche mit rund 3.000 Mitar­ beitern, 50 Tochterunternehmen und 30 Produktions­ standorten weltweit liegen über 120 bewegte Jahre. Internationale Fahrt nahm das Unternehmen, das heute in hundert Ländern geschäftlich aktiv ist, durch den Eigentümerwechsel 1989 auf. Seitdem stehen die Zeichen auf Wachstum in allen Bereichen. GEBÄUDE INSTALLATION spricht dazu mit Geschäftsführer Dr. Gerhard Glinzerer über Meilensteine und Knack­ punkte, über Übernahmen und geografische Erweite­ rungen und über seine Reisen durch die ganze Welt.


INTERVIEW / HEIZUNG & ENERGIE / 37

Ort sind wirklich erfolgreich unterwegs. Thema in die­ sen Ländern ist natürlich die Kühlung. Mit unserer Produktpalette für den Bereich Air Conditioning wie Strangregulierventile und Fancoil-Anschlussgarnitu­ ren – die wir in den letzten Jahren massiv ausgeweitet haben – bieten wir für diese Regionen perfekte Lösun­ gen mit Qualitätsprodukten aus Österreich. Ebenfalls auf der Agenda steht Nordamerika. Hier sind wir vor allem im Bereich Biomasse in Kanada und den USA verstärkt aktiv. Wie schätzen Sie generell die wirtschaftliche Lage für die Haustechnik-Branche ein? Der Branche geht es gut – auch wenn es regional durchaus Unterschiede gibt. Aufgrund des großen Be­ standes an Gebäuden, die instand gehalten und ver­ bessert werden müssen, ergibt sich langfristig eine entsprechend gute Auftragslage. Denn der Renovie­ rungssektor – der mehr als die Hälfte unseres Umsatz­ volumens ausmacht – bleibt von Konjunkturentwick­ lungen im Gegensatz zur Sparte Neubau weitgehend unbeeinflusst. Woran es mittlerweile allerdings in vie­ len Ländern mangelt, sind Planungs-, Ingenieurs- und Ausführungskapazitäten. Daher werden die Wachs­

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

tumsprognosen wohl wieder etwas zurückgefahren werden. Sie sprechen damit den Facharbeitermangel an? Ja, die Entwicklungen sind nicht glücklich. Der Mangel an Fachkräften ist ein Phänomen, das das Wachstum sowohl in Österreich als auch auf inter­ nationaler Ebene einbremsen kann. In Mitteleuropa sind die Kapazitäten relativ ausgelastet, und vor allem die Haustechniker sind hart an ihren Grenzen ange­ langt. So ist u. a. zu beobachten, dass Deutschland viele Handwerker aus anderen Ländern „absaugt“. Da­ durch fehlen z. B. in Serbien, Kroatien und Bosnien die Fachleute. Trotz sich bessernder wirtschaftlicher Lage können dort dann Projekte nicht umgesetzt werden. Was erschwert die Suche nach qualifiziertem Personal, und wie wirken Sie dem Mangel entgegen? Die mangelnde Konzentration auf die Ausbildung im technischen Bereich und der Rückgang bei den Lehrlingen wirken sich hierzulande klar negativ aus. Es ist schwierig, Mitarbeiter für die Produktion wie Maschineneinsteller, Dreher, Fräser und Werkzeug­

» DER HAUSTECHNIK-BRANCHE GEHT ES GUT – AUCH WENN IMMER GERNE GEJAMMERT WIRD.«


38 / HEIZUNG & ENERGIE / INTERVIEW macher zu finden. Genauso komplex ist die Rekrutie­ rung von Kollegen für die Konstruktion und die An­ wendungstechnik. Wir versuchen, den Mangel durch die intensive Zusammenarbeit mit Bildungseinrich­ tungen auszugleichen – in Österreich und internati­ onal. Zudem organisieren wir regelmäßig technische Schulungen bzw. Konferenzen für unsere Partner und Mitarbeiter, die wir „sprachlich gruppieren“. Einmal Deutsch, einmal Englisch, dann wieder Russisch – das sind auch unsere drei offiziellen Firmensprachen. Blicken wir in die Zukunft: Wie wird sich die Produktpalette von Herz in den nächsten Jahren entwickeln (müssen)? Worauf legen Sie in Forschung und Entwicklung aktuell den stärksten Fokus? Im Vergleich zu vor zwanzig Jahren haben wir heute ein extrem umfangreiches Programm mit tau­ senden Produkten in den Geschäftsbereichen Ener­ gietechnik, Armaturen und Dämmstoffe. Eine Haupt­ aufgabe ist, dieses Programm à jour zu halten und Produkte permanent weiterzuentwickeln, um uns einen gewissen Vorsprung zu erhalten. Was uns sicher ins Haus steht sind u. a. Optimie­ rungen bei Werkstoffen – Stichwort bleifreies Mes­ sing – , Effizienzverbesserung und Ähnliches. Fragen nach der Sinnhaftigkeit stellt man sich besser nicht, es handelt sich hier oft nicht um Markterfordernisse, sondern um Vorgaben des Gesetzgebers.

Die zunehmende Digitalisierung beeinflusst alle Bereiche der Haustechnik. Haben Sie Erfahrungen, wie die Endkunden damit zurechtkommen? Durchaus! Viele Anwender setzten sich nicht regel­ mäßig mit der Elektronik auseinander und vergessen dann, wie z. B. der elektronische Thermostatkopf oder der Raumtemperaturregler funktionieren. In solchen Situationen wird unsere Anwendungstechnik gerne zur „Kummernummer.“ Um hier zu unterstützen, be­ reiten wir gerade filmische Anleitungen vor, auf die der Endverbraucher dann als Serviceleistung im Internet zurückgreifen kann. Und auf die auch der In­stallateur, der Herz-Produkte verbaut, verweisen kann. Die heimische Großhandelslandschaft ist seit einiger Zeit deutlich in Bewegung. Wie spüren Sie als Hersteller diese Veränderungen? In meinen drei Jahrzehnten bei Herz hat sich eine massive Konzentration im Großhandelsbereich erge­ ben. Ein Großteil unserer seinerzeitigen Kunden ist vom Markt verschwunden oder in einer neuen Struk­ tur aufgegangen. Internethändler haben die Bühne betreten, und ein neues Konzept im Vertrieb jagt das andere. Man könnte meinen, dass Installateure und die Industrie das verbliebene stabile Element der Branche bilden. Trotz des steigenden Drucks durch z. B. die zunehmende Fokussierung des Großhandles auf Eigenmarken sind wir unverändert von der Exis­ tenzberechtigung von Qualitätsprodukten aus Öster­ reich und Europa überzeugt. Sie hätten eine Forderung an die Bundesregierung frei, die diese bedingungslos erfüllen müsste – welche würden Sie stellen? Weihnachten ist zwar vorbei, aber ich äußere trotz­ dem einen Wunsch: Nämlich den, als Wirtschafts­ treibender über einen längeren Zeitraum stabile Rahmenbedingungen vorzufinden. Wir werden per­ manent mit neuen Normen, Gesetzen, Verordnungen und Regeln in allen Bereichen überschwemmt. Die kann niemand mehr parat haben, und manchmal kann man nur hoffen, dass man alles richtig macht. Trotz angekündigter Vereinfachungen werden die Vorschriften und der bürokratische Aufwand stetig mehr – das muss sich ändern. Seit 30 Jahren bereisen Sie als Herz-Geschäftsführer unermüdlich die ganze Welt ... Reisetätigkeit, Kundenbesuche und Messeprä­ senz gehören dazu und machen auch (meistens) un­ verändert Freude. Und sie ließen sich auch nicht so einfach reduzieren, denn vor allem im Osten und im arabischen Raum erwartet ein Geschäftsführer oder Eigentümer von seinem Besucher eine ebenbürtige Position. Und aus vielen Geschäftspartnern sind in­ zwischen Freunde geworden, die sich an mich ge­ wöhnt haben und sich nicht umstellen wollen. Interview: Mag. Gudrun Haigermoser

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Foto: Simon Jappel

» IN ÖSTERREICH HABEN WIR ALS INDUSTRIEBETRIEB MIT UNSEREN SCHWERPUNKTEN ­HEUTE QUASI EIN ALLEINSTELLUNGSMERKMAL. «


TRENDS & MÄRKTE / HEIZUNG & ENERGIE / 39

ÖKOFEN ERHÄLT ENERGIEGENIE 2019 Dem Pelletsheizungspezialisten ÖkoFEN wurde im Rahmen der Energiesparmesse Wels für sein Energiesystem „myEnergy365“ der Innovationspreis EnergieGenie verliehen. „Wir sind sehr stolz über die Auszeichnung und sehen sie als Bestätigung unserer Bemühungen, die Wärmewende mit innovativen Projekten voranzutreiben“, so Geschäftsführer Stefan Ortner. Um größtmögliche Energieunabhängigkeit zu ermöglichen, entwickelte ÖkoFEN zusätzlich zu Pelletskesseln, die mit einem Stirlingmotor für die Stromerzeugung nachgerüstet werden können, das Energiesystem myEnergy365, das auch Stromspeicher und Photovoltaikanlagen einbindet. Alle Daten von Wechselrichter, Batteriesystem und Heizung werden in der ÖkoFEN Regelung mit Online-Wetterdaten verknüpft, verarbeitet und visualisiert. Mit diesem System können sich Eigenheimbesitzer mit 100 Prozent ökologischer Wärme und selbst produziertem Sonnen- und Pelletsstrom versorgen. Ausgestattet mit einem Stromspeicher und Wechselrichter versorgt sich die stromerzeugende Pelletsheizung nicht nur völlig selbst, sondern liefert darüber hinaus noch elektrische Energie, die für weitere Verbraucher verwendet oder gespeichert werden kann. www.pelletsheizung.at

ÖkoFEN-Kunden können sich mit 100 Prozent ökologischer Wärme und selbst produziertem Sonnen- und Pelletsstrom versorgen.

TOP-ASSISTENT FÜR DEN HYDRAULISCHEN ABGLEICH Für die effiziente Arbeitsweise einer Pumpe ist der hydraulische Abgleich bekanntlich unverzichtbar. Um die aufwendige Berechnung zu vereinfachen, hat Wilo jetzt das Smart Balance Tool in die bewährte Wilo-Assistenten-App integriert. Dank intuitiver Bedienung und fachgerechter Anleitung wird der hydraulische Abgleich in kürzester Zeit durchgeführt – und steigert gleichzeitig die Energieeffizienz. Zur Vereinfachung des Prozesses hat der Pumpenhersteller das neue Tool WiloSmart Balance in seine „Wilo-Assistent“-App integriert. Über das Menü gelangt der Installateur direkt in den Bereich für den hydraulischen Abgleich und wird durch die einzelnen Schritte der Berechnung geführt. In Smart Balance kann für jeden Kunden spezifisch ein eigenes Projekt angelegt werden. Ein Projekt erfasst alle Daten zu Projektbeschreibungen, zur Gebäudetypologie oder Berechnung der Massenströme. Nach der Ermittlung des Wärmebedarfes für jeden Raum führt die App eine Optimierung der Volumenströme sowie der Vorlauftemperatur durch. In einer weiteren Ausbaustufe wird die Stratos PICO plusSmartHome sogar selbst die richtige Einstellung für das vorhandene Rohrnetz suchen. www.wilo.at

Verfügbar ist der Wilo-Assistent mit dem neuen Tool Wilo-Smart Balance für Android bei Google Play und für iOS bei iTunes (App Store).

DICKER BRUMMER FÜR GROSSE OBJEKTE

Fotos: ÖkoFen, Wilo, Buderus

Buderus präsentierte im Rahmen der Energiesparmesse seinen Gas-Brennwertkessel Logano plus KB372. Mit den sechs Leistungsgrößen von 75 kW bis 300 kW eignet er sich insbesondere für größere Mietwohngebäude, Büros, Gewerbeanlagen und öffentliche Einrichtungen. Dank optimierter Wärmetauscher-Konstruktion, einfacher Einbringung und höchster Effizienz punktet der Kessel im Austausch und im Neubau. Der Gas-Brennwertkessel ist auch als Zweikessel-Kaskade mit komplett werksseitiger Verrohrung lieferbar. Neu im Buderus-Produktportfolio ist auch eine zusätzliche Variante der Inneneinheiten der Luft-Wasser-Wärmepumpe WLW196i – der Puffertower iTP120. Dieser ist ab März 2019 erhältlich und verfügt über einen integrierten 120-Liter-Heizwasser-Pufferspeicher anstelle eines Warmwasserspeichers. Zusätzlich sind alle wesentlichen Hydraulik-Komponenten eingebaut. Unter anderem alle hydraulischen Komponenten wie Pumpen oder Ventile sowie die Regelung sind bei der Logatherm WLW196i AR/IR TP120 bereits werkseitig verbaut. Durch die komplette Verrohrung sparen Heizungsfirmen Zeit beim Einbau und der Inbetriebnahme. Optisch gestaltet ist diese Variante im schwarzen sowie im weißen Titaniumglas-Design. www.buderus.at Mit den sechs Leistungsgrößen von 75 kW bis 300 kW eignet sich der Logano plus KB372 vor allem für größere Mietwohngebäude, Büros, Gewerbeanlagen und öffentliche Einrichtungen.

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019


40 / HEIZUNG & ENERGIE / TRENDS & MÄRKTE

LEISE UND DENNOCH LEISTUNGSSTARK Zu den absoluten Spitzenprodukten der alpha innotec V-Line zählt die Luft/Wasser-Wärmepumpe alira LWDV zur Außenaufstellung. Sie verbindet höchste Energieeffizienz mit modernem Design und zählt zu den mit Abstand effizientesten Wärmepumpen und ist eins der kompaktesten und innovativsten Geräte am Markt. Im Verbund mit einem Regler erreicht es die Energieeffizienzklasse A++. Außerdem ist die alira LWDV eines der ersten Geräte, das mit natürlichem, CO₂neutralem Kältemittel R290 und mit modernster Invertertechnologie ausgestattet ist. R290, allgemein bekannt als Propan, zeichnet sich durch zwei wesentliche Eigenschaften aus: Es trägt nicht zum Treibhauseffekt bei und bewirkt höhere Leistungszahlen. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe alira LWAV zur Außenaufstellung ist die perfekte Lösung zum effizienten Heizen, Kühlen und Bereiten von Brauchwarmwasser. Auch hier sorgt die innovative Invertertechnologie für besonders energiesparenden Betrieb und gibt dem Installateur optimale Planungssicherheit. Das Gerät besticht durch das neuartige Luftführungskonzept über beidseitig angebrachte Lamellengitter, was für einen besonders effizienten Betrieb sorgt. www.alpha-innotec.at Die alira LWAV bietet ein breites Leistungsspektrum und ist ideal für die Installation im Neubau. Auch sie erreicht im Verbund mit einem Regler die Energieeffizienzklasse A++.

WINDHAGER FEIERT ERSTE MILLIARDE Seit den 90er Jahren entwickelt und produziert Windhager in Seekirchen bei Salzburg innovative Heizlösungen für Holzpellets. Vier Pelletskessel-Generationen und eine Milliarde Betriebsstunden später zählt das Unternehmen damit zu den erfahrensten und gefragtesten Pelletsheizungs-Spezialisten weltweit. Viele Innovationspreise und Auszeichnungen machen deutlich, dass Windhager mit seinen Bemühungen am richtigen Weg ist. Über 70.000 Pelletsheizungen wurden seit dem ersten PMX bereits ausgeliefert, und selbst die Kessel der ersten Generation laufen heute noch einwandfrei. Zahlreiche zufriedene Kunden, die seit vielen Jahren mit einem Pelletskessel des Seekirchner Herstellers heizen, bestätigen die hohe Produktqualität. Für Endkunden gibt es bis Ende April jede Menge Komfort kostenlos: Der Pelletskessel BioWIN2 Touch Exklusiv ist ab sofort zum Preis der Premium-/Klassik-Ausführung erhältlich und somit um bis zu 1.200 Euro günstiger. Das Pellets-Komfortpaket, das aus den beiden Aschetransportschnecken und der fahrbaren XXL-Aschebox besteht, erhalten die Kunden bei Bestellung bis 30. 4. 2019 ohne Aufpreis. www.windhager.com Über 70.000 Pelletsheizungen wurden vom heimischen Branchenprimus aus Seekirchen seit dem ersten PMX bereits ausgeliefert.

„Während das Geld am Sparbuch seit Jahren laufend an Wert verliert und auch Wertpapiere seit 2018 verstärkt unter Druck geraten, sind neue Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen eine langfristig gewinnbringende Investition“, erinnerte Austria Email AG-Vorstand Dr. Martin Hagleitner anlässlich des „Internationalen Tags des Energiesparens“ am 5. März. „Bei den Bau- und Energiesparmessen in den vergangenen Wochen war das Interesse der Konsumenten entsprechend groß. Viele konnten sich zu Alternativen zu bestehenden Heizsystemen beraten lassen und wollten wissen, wie man richtig, sicher und günstig umsteigen kann. Rund eine halbe Million Ölkessel wird demnächst wohl ersetzt werden müssen, wenn Österreich seine Klimaziele erreichen will“, erklärt Hagleitner. Gerade im Bereich Sanierung sind Wärmepumpen heute oft die beste Lösung. Bei dieser Gelegenheit appellierte Hagleitner auch an die Installateurbranche: „Wir müssen gemeinsam im nächsten Jahrzehnt wohl einige hundert, wenn nicht mehrere tausend Fachkräfte ausbilden, um für die kommende Sanierungswelle gerüstet zu sein. Die Kundinnen und Kunden brauchen optimalen Service mit neuen Produkten und Technologien – hier gibt es attraktive Beschäftigungschancen!“ www.austria-email.at Dr. Martin Hagleitner: „Der kürzlich neu aufgelegte ‚Raus-aus-dem-Öl-Bonus‘ wird wichtige Impulse setzen und viele motivieren, über rasche Sanierungsmaßnahmen nachzudenken.“

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Fotos: Austria Email/Luiza Puiu, Windhager, Alpha Innotec

ENDE DER HEIZSAISON ÖFFNET ALTERNATIVEN ZUM HEIZÖL


KLIMA LÜFTUNG Innovatives für Planung, Einrichtung und Nutzung

Ein Plus an Hygiene und Effizienz Die High-End-Kühlzellen TectoCell Standard Plus von Viessmann eignen sich unter anderem auch für den Einsatz in der Pharmabranche, da sie nicht nur besonders hochwärmegedämmt sind, sondern auch über eine antimikrobielle Pulverbeschichtung (SmartProtec) verfügen. www.viessmann.at

LEISER, VARIABLER, EFFIZIENTER Die brandneue Silent ECO EC von Wernig verbindet innovativste EC-Technologie mit den aktuellsten Erkenntnissen der Strömungstechnik. Derart werden bisher nicht erreichte niedrigste Leistungsaufnahmen und Schallpegel in allen Volumenstrombereichen ermöglicht. www.wernig.at

Fotos: Ingo Jensen/Viessmann, Grundfos, Vogel & Noot, Testo, Wernig,

MAGNA3 MIT NEUEN FUNKTIONEN Die jüngst mit einer Umweltproduktdeklaration bedachte Magna3 von Grundfos wird ab sofort neben einem Inbetriebnahmeassistenten auch mit einem Anwendungsassistenten ausgeliefert. Dieser schlägt die passenden Parameter für Regelungs- und Betriebsart, Sollwerte und bestimmte Funktionen vor. www.grundfos.at

HEIZ- UND KÜHL-ALLROUNDER Ob Kühlen oder Heizen, mit ULOW E2 und iVECTOR ist das kein Wunschdenken. Der ULOW E2 mit elektronischem Stellantrieb meistert durch die trockene Komfortkühlung sowohl Heizen als auch Kühlen. Smart zeigt sich dabei auch der Gebläsekonvektor iVECTOR. Er eignet sich für die Einbindung in moderne Gebäudemanagementsysteme und kann zentral gesteuert werden. www.vogelundnoot.com

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NEUE GENERATION DER KLIMAMESSUNG Das neue testo 400 ist das Universal-Messgerät für alle Klimaanwendungen und überzeugt mit smarter Technologie, schneller Einsatzbereitschaft und komfortabler Anwendung. Neben dem umfangreichen Angebot an Sonden lassen sich sämtliche Testo Smart Probes mit dem UniversalKlimamessgerät verbinden. www.testo.at


42 / LÜFTUNG & KLIMA / MESSGERÄTE

SCHNELLE BESSER-MESSER Komplexe Geometrien? Krumme Winkel? Schiefe Wände? Kein Problem – lasergestützte 3D-Aufmaßsysteme erfassen auch anspruchsvolle Objekte präzise und teilweise BIMkonform.

Lassen sich rechtwinklige Standardräume noch re­ lativ einfach mit Maßband, Zollstock oder Laser-Dis­ tanzmesser aufmessen, stoßen sie bei komplexen Gebäudehüllen, krummen und schiefen oder frei ge­ formten Räumen vollends an ihre Grenzen. Für diese Fälle sind spezielle, laserbasierende 3D-Messsysteme besser geeignet. Sie erfassen 3D-Messpunktkoordi­ naten beliebiger Objekte über den Horizontal- und Vertikalwinkel sowie die gemessene Distanz. Die digi­ talen Messdaten lassen sich anschließend auf mobile oder stationäre Rechner übertragenen und auswerten.

VOM MESSPUNKT ZUR PUNKTWOLKE Für das lasergestützte 3D-Aufmaß haben sich zwei Messverfahren etabliert: Die auf dem sogenannten tachymetrischen Messprinzip basierende dreidimen­ sionale Erfassung einzelner Messpunkte sowie das 3D-Laserscanning. Beim tachymetrischen Verfahren werden mithilfe eines Lasermessgeräts 3D-Koordi­ naten markanter Objektpunkte einzeln erfasst – ent­ weder durch manuelles Drehen und Schwenken des Messgerätes oder motorisch betrieben und per Funk­ fernbedienung gesteuert. Anschließend werden die

PRODUKTVERGLEICH TACHYMETRISCHE 3D-AUFMASSSYSTEME Produkt-Name / Modell

Flexijet 3D

HottScan (kombiniertes Aufmaßverfahren)

Flexijet www.flexijet.info 0,05 bis 100 m / ± 1 mm* / 0,0007° / 360°, 360° * unter Optimalbedingungen + / + / 45 Punkte/Minute +/+/ + / Schocksensor, Zielwahl per Fadenkreuz, Touch-Display

HottScan www.hottscan.de 0,05 bis 80 m / ± 1 mm auf 8 m 0,01° / 347°, 180°

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Maße / Gewicht (ohne Stativ) B x H x T in mm / Gewicht in kg

– / +* / – / + * i. V. + / + / PDF, Plugins für Messung in ArchiCAD und Revit erhältlich 370 x 170 x 175 mm / 5 kg

Gehäuse IP-Schutzart / Material Stromversorgung Volt / Typ / Akkulaufzeit

k. A. / Metall, Kunststoff 19 V / Netzteil o. Akku / bos 8 Stunden

IP 40 / Aluminium, Kunststoff 16,8 V / Li-Ion-Akku / 11,5 Stunden

Lieferumfang Zubehör Transportkoffer / Stativ / Ladegerät / Aufmaß-Software / Sonst.

+/+/+/ + / Carbonstativ, Fernsteuerung, Note­ bookauflage etc. - 3D-Aufmaß direkt im CAD - automatische Messreihen - (Rück-)Projektion von Punkten aus CAD, auch für importierte CAD-Pläne

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Produktbild

Hersteller / Anbieter Messung Messbereich / Distanz- / Winkelgenauigkeit / Sichtfeld hor. / vert. Messpunkterfassung manuell / Fernbed. / max. Messrate Funktionen automat. Nivellierung / Messreihen / CAD-Datenprojektion / Sonst. Datenübertragung Kabel / USB / Bluetooth / WLAN / Sonst. Aufmaß-Exportformat DXF / DWG / Sonst.

Besonderheiten

+ / + / 28 Punkte/Minute -* / + / * in der Software - / Fotopanorama, Raum-Beleuchtung

+ / + / HottCAD, IFC, Collada 200 x 320 x 150 mm / 4,2 kg

- neue Technologie, Komplettsystem (Hard-/­ Software) - 3D-Räume schnell erfassen - CAD-Datenübergabe und Mengenauswertungen

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019


MESSGERÄTE / LÜFTUNG & KLIMA / 43 3D-Geometriedaten über ein Datenkabel, einen Stick oder kabellos per Bluetooth oder WLAN in das meist zum System gehörende Aufmaßprogramm übertra­ gen. Aus den Messdaten lassen sich, sofern erfor­ derlich, noch vor Ort mit der mitgelieferten Software 3D-Aufmaßskizzen erstellen, die man über Schnitt­ stellen an CAD-Programme übergeben kann. Das ta­ chymetrische 3D-Aufmaß eignet sich vor allem für das schnelle, dreidimensionale Aufmaß schiefwink­ liger, runder oder frei geformter Räume. Es gibt auch tachymetrische Lösungen, die unmittelbar beim Auf­ maß Wände, Stützen oder Decken als BIM-Bauteile erfassen. Daraus entsteht ein dreidimensionales BIMModell, das aus „intelligenten“ Bauteilen mit allen für die weitere Planung erforderlichen Attributen besteht und aus dem sich Grundrisse, Ansichten, Schnitte, Ausschreibungen und Kostenschätzungen ableiten lassen (z. B. Flexijet 4Architects). Das 3D-Laserscanning eignet sich vor allem für die Erfassung komplexer, stark strukturierter Ob­ jekte, technischer Anlagen und damit auch der Ge­ bäudetechnik. Dabei tastet ein an mehreren Punkten im Raum aufgestellter Laserscanner das Umfeld in

Form eines dichten Rasters von Messpunkten ab. In­ nerhalb weniger Minuten können damit auch geome­ trisch sehr komplexe Objekte mit allen Details aufge­ messen werden. Vorteil – und zugleich Nachteil dieser Technik: Es werden nicht einzelne, für das Aufmaß wichtige Punkte selektiv gemessen, sondern mehr oder weniger wahllos Millionen von Messpunkten. Das reduziert die Gefahr, dass wichtige Maße ver­ gessen werden praktisch auf null. Die sogenannten „Punktwolken“ lassen sich allerdings nicht sofort vor Ort weiterverarbeiten, sondern müssen später im Büro ausgewertet werden. Dabei werden die Messdaten in ein spezielles Auswertungsprogramm oder in ein CAD-Programm mit entsprechender Schnittstelle im­ portiert und gefiltert. Horizontale oder vertikale Schnitte oder Schnittan­ sichten lassen sich sofort generieren, indem durch die Punktwolke einfach eine Schnittebene gelegt wird. Sollen die Messpunkte dagegen in CAD-Vektordaten überführt werden, müssen sie manuell, teilweise auch halbautomatisch ausgewertet und durch CAD-Ele­ mente (Linien, Bögen, Quader, Zylinder etc.) oder BIMBauteile ersetzt werden.

Leica DISTO S910

Leica 3D Disto

Prodim Laser 3D

TheoCAD

Leica Geosystems www.leica-geosystems.com 0,05 bis 300 m / ± 1 mm / bis 0,1° / 360°, –40° bis 80° (360° mit Standfuß) + / + / k.A. –/+/ – / manuelle Nivellierung, CAD-Export (mit App DISTO Plan)

Leica Geosystems www.leica-geosystems.com 0,5 bis 50 m / ± 1, 2, 4 mm* / < 0,0014° / 360°, 250° * auf 10, 30, 50 m + / + / 30 Punkte/Minute +/+/ +

Prodim International www.prodim-systems.com 0,05 bis 120 m / ±1.5 mm / k. A. / 360°, k. A.

C-Techniken M. Möbius www.theocad.de 0,05 bis 100 m / ± 1,0 mm / 0,0025° / 360°, 310° + / + / 180 Punkte/Minute +/+/ + / Schocksensor

–/+/+/+

+/+/–/+

– / + / k.A. –* / k. A. / k. A./ 3D- zu 2D-Datenkonvertierung, etc. * nicht erforderlich –/–/+/–

+ / + / 2D-, 3D-DXF, PDF, JPG

+* / – / TXT, CSV, JPG (* Im- und Export) 187 x 216 mm* / 2,8 kg * Durchmesser x Höhe IP 54 / diverse Materialien 14,4 V / Li-Ion-Akku / bis zu 8 Stunden +/–/+/ + / Handgerät, Lineal, USB-Kabel, Zieltafel etc. - automatisches Scannen - Distanz- / Flächenmessung -E  chtzeitübertragung von PunktKoordinaten - Messdaten im CAD-Format

164 x 61 x 32 mm / 0,3 kg IP 54 / diverse Materialien 3,7 V / Li-Ion-Akku / bis zu 4.000 Messungen +/+/+/ + / App, Smart Base, USB-Kabel, Zieltafel, Holster -D  istanz-/Flächenmessung von einer Position aus -E  chtzeitübertragung von PunktKoordinaten - Messdaten im CAD-Format

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

+ / – / CSV, PDF

–/–/+/–/ Speicher für 50 Messungen + / – / IFC, EDIGRAPH, PDF, CSV, XML

170 x 280 x 110 mm / 6 kg

270 x 170 x 100 mm / 3,7 kg

k. A. / Edelstahl IP54 / div. Materialien 230 V / Netzteil oder Akku / 8 Stunden 12 x 1,2 V / NiMh / 10 Std. (inkl. Disto) +/+/+/ + / 2. Batterie, Netzkabel, Anleitung, diverse Software und Zubehör - Bedienung durch eine Person - schnelle Erfassung - digitale Messdatenausgabe fertig für Produktion

+/+/+/ + / PDA oder Gamepad als Fernbedienung, Fassadenaufmaß im Foto - Software inkl. Raum-, Treppen- und Foto-Modul - optionale Motorisierung - optionale Kamerasteuerung mit 30-fach Zoom, 20 Mio. Pixel


44 / LÜFTUNG & KLIMA / MESSGERÄTE KOMBI- UND FOTOGRAMMETRIE-SYSTEME

» WER DREIDIMENSIONAL AUFMESSEN WILL, MUSS ETWAS MEHR GELD AUSGEBEN, ALS FÜR ZOLLSTOCK, BANDMASS, BLEISTIFT UND PAPIER. DIE KOSTEN LIEGEN ZWISCHEN 1.500,- FÜR EINFACHE SYSTEME UND UND 14.000,- EURO FÜR VOLL AUSGESTATTETE TACHYMETRISCHE SYSTEME. «

In bestimmten Fällen werden die Tachymetrie und der 3D-Laserscan auch parallel eingesetzt, weil sich die Verfahren gegenseitig ergänzen. So werden etwa Raumgeometrien tachymetrisch, Details per Laser­ scan erfasst und die Aufmaßdaten passgenau über­ lagert. Auch fotogrammetrische Verfahren ergänzen das 3D-Aufmaß. Das Messsystem HottScan bei­ spielsweise kombiniert die Messverfahren Tachy­ metrie und Laserscanning mit der Fotogrammetrie. Dabei tastet ein eigens dafür entwickeltes 3D-Auf­ maßsystem die Umgebung wie ein Laserscanner au­ tomatisch rasterförmig ab, allerdings mit einer erheb­ lich geringeren Geschwindigkeit und Punktedichte. Rund 30 Messpunkte werden für ein Raumauf­ maß innerhalb von einer Minute nach dem tachy­ metrischen Messprinzip erfasst. Bei Bedarf können manuell oder per Fernsteuerung zusätzliche Mess­ punkte aufgenommen werden. Aus den parallel er­ stellten Einzelbildern wird zusätzlich ein hochauf­ lösendes räumliches 3D-Panoramabild erstellt, mit dem man jederzeit Vor-Ort-Details klären, die aktu­ elle bauliche Situation, Bauschäden oder haustechni­ sche Anlagen dokumentieren kann. Nach der Über­ gabe der Mess- und Fotodaten kann der Anwender mit der dazugehörigen Fotoaufmaß-Software am PC Räume dreidimensional modellieren. Dabei werden mithilfe der Messpunkte Raum-Ebenen definiert, innerhalb derer CAD-Objekte millimetergenau ein­ gegeben werden können. So entstehen schrittweise CAD-Aufmaßskizzen, die zusammen mit Mengen­ auswertungen per Schnittstelle an CAD-, respektive Angebots- oder Abrechnungsprogramme übergeben werden können. Reine Fotogrammetrie-Systeme wie Phidias oder PhotoModeler, die hier nur der Vollständigkeit halber genannt werden, basieren auf mit kalibrierten Kame­ ras oder auch handelsüblichen Digitalkameras auf­ genommenen Foto-Bildpaaren. Diese werden nach Prinzipien der Stereo-Fotogrammetrie ausgewertet. Dabei werden nacheinander markante Objektpunkte jeweils im Bildpaar mit der Maus angeklickt. Aus die­ sen Eingaben und mithilfe mathematischer Berech­ nungsverfahren ist die Software in der Lage, CADObjekte millimetergenau im Raum zu positionieren und so aus zweidimensionalen Fotos dreidimensio­ nale CAD-Aufmaßskizzen zu generieren.

ANBIETER* www.deltasphere.com, www.faro.com, www.flexijet.info, www.geo-konzept.de, www.hottscan.de, www.leica-geosystems.com, www.maptek.com, www.mep.trimble.de, www.prodim-systems.com, www.riegl.com, www.sl-laser.com, www.surphaser.com, www.theocad.de, www.topconpositioning.com, www.zf-laser.com * Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit

WORAUF SOLLTE MAN BEI DER AUSWAHL ACHTEN? Zu den wichtigsten technischen Parametern von 3D-Aufmaßsystemen zählen der Messbereich und die Genauigkeit: Der erste Wert gibt an, von wel­ cher minimalen bis zu welcher maximalen Distanz in Metern das Gerät messen kann (z. B. zwischen 0,3 und 50 Metern). Die Messgenauigkeit gibt an, wie präzise ein Objektpunkt in seiner Position bei unterschiedlichen Messentfernungen erfasst wer­ den kann (zwischen ± 1 und 4 Millimetern). Auch die Winkelgenauigkeit der beiden Drehachsen spielt hier eine wichtige Rolle, die – je nach System – sehr unterschiedlich sein kann. Das Sichtfeld gibt den horizontalen und vertikalen Bereich in Grad an, innerhalb dessen der Messsensor Messpunkte erfassen kann. Er liegt horizontal stets bei 360 und vertikal bei rund 300 Grad. Dieser bauartund stativbedingte „Messschatten“ von etwa 60 Grad kann beispielsweise in beengten Messsituationen hinderlich sein. Deshalb ist es von Vorteil, wenn das System auch vertikal nahezu lückenlos messen kann. Für eine rationelle Messpunkterfassung bei tachyme­ trischen Systemen ist entscheidend, dass die Mess­ punkte wahlweise motorisch per Fernbedienung, aber auch manuell angefahren werden können. Präziser lassen sich Messpunkte zwar motorisch anvisieren, schneller ist man aber per Hand. Auch die Messung selbst sollte wahlweise manuell oder per Fernbedie­ nung ausgelöst werden können, damit man nichts verwackelt. Die maximale Messrate gibt an, wie viele Mess­ punkte pro Minute erfasst werden können. Weitere wichtige Funktionen sind die automatische Nivellie­ rung beim Aufstellen des Gerätes oder ein Schock­ sensor, der ein versehentliches Anstoßen des Gerätes erkennt, was beispielsweise bei regem Baustellen­ betrieb hilfreich ist. Messreihen ermöglichen eine halbautomatische Erfassung von Messpunkten ent­ lang einer vorgegebenen Linie oder innerhalb einer Fläche. Bei tachymetrischen Systemen ist auch eine CAD-Datenprojektion möglich: Damit können CADDaten (z. B. polygonale Ausschnitte, Bohrpunkte etc.) auf eine Wand-, Decken- oder Bodenfläche projiziert werden, was das zeitraubende Einmessen erübrigt. Die Datenübertragung der Messdaten vom Aufmaß­ gerät zum mobilen PC sollte kabellos und simultan erfolgen. Das ermöglicht einen kontinuierlichen Über­ blick über das aktuelle Messergebnis. Die Messdaten sollten über ein gängiges Export­ format (DXF, DWG) exportiert werden können, um sie im CAD-Programm weiterverarbeiten zu können. Ge­ häusedaten wie Maße und Gewicht sagen etwas über die Mobilität, die IP-Schutzart und das Gehäusema­ terial über die Baustellentauglichkeit des Gerätes aus (Schutzarten-Übersicht: http://de.wikipedia.org/wiki/ Schutzart). Die Stromversorgung sollte durch LithiumIonen-Akkus erfolgen, die sich schnell aufladen lassen

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019


MESSGERÄTE / LÜFTUNG & KLIMA / 45 und länger durchhalten. Zum Standard-Lieferumfang sollten ein Transportkoffer, ein Stativ, ein Ladegerät, eine Aufmaßsoftware, gegebenenfalls eine Fernbe­ dienung und weiteres Zubehör gehören.

FAZIT: AUF DIE AMORTISATION ACHTEN Wer auf der Baustelle dreidimensional aufmessen will, muss etwas mehr Geld ausgeben, als für Zoll­ stock, Bandmaß, Bleistift und Papier. Die Kosten liegen zwischen 1.500 für einfache Systeme und wenige Messpunkte und 14.000 Euro für voll aus­ gestattete tachymetrische Systeme sowie zwischen 15.000 und 60.000 Euro und mehr für 3D-Laserscan­ ner mit unterschiedlichen Messgenauigkeiten und Messbereichen. Hinzu kommen jährliche Kalibrie­ rungs- und Wartungskosten (zwischen 1.000 und 4.000 Euro). Ganz gleich, welches System man ein­ setzt: 3D-Aufmaße gibt es nicht auf Knopfdruck. Bei tachymetrischen Messverfahren muss jeder Mess­ punkt einzeln anvisiert werden, was bei großen und komplexen Objekten mit vielen Messpunkten zu einer Herausforderung werden kann. Je komplexer die Geometrie, je kleinteiliger das Objekt ist – etwa bei gebäudetechnischen Anlagen – desto aufwen­ diger ist eine Einzelpunkterfassung und desto mehr eignet sich das 3D-Laserscanning. Wenn man nur gelegentlich Aufmaße braucht, sollte man vorher allerdings genau überlegen, ob sich die Investition

in ein eigenes Aufmaßsystem lohnt oder ob eine Dienstleistung nicht sinnvoller ist. Nur bei einem mehrmaligen monatlichen Einsatz ist ein Kauf sinn­ voll, denn zum Kaufpreis kommen jährliche Kalibrie­ rungs- und Wartungskosten in Höhe von 3.000 bis 4.000 Euro hinzu. Bei einer geringeren Auslastung ist ein Scan-Dienstleister die bessere Wahl. Dabei solle man da­rauf achten, dass dieser nicht nur das Gerät bedienen kann, sondern auch das Know-how und die Werkzeuge besitzt, um Kunden das Gewünschte zu liefern. Das können 2D-Messbilder, fertige Grund­ risse, Ansichten und Schnitte oder ein 3D CAD- oder BIM-Modell sein. Autor: Dorian Kreicic

Literatur und Quellen* Aust, A., Walter, J.: Vergleich zwischen Laserscanning und Tachymetrie bei einer Gebäudeaufnahme, Hochschule Neubrandenburg, Neubrandenburg, 2009, Download: http://digibib.hs-nb.de/file/dbhsnb_derivate_0000000258/Bachelorarbeit-Aust_Walter-2009.pdf Blankenbach, J.: BIM im Bestand 3D-Aufmaß und Modellierung für die as-built Dokumentation, Vortrag anlässlich der Intergeo Berlin, 2017, Download: https://www. innovationsforen-bauen40.de/wp-content/uploads/2017/07/2017-09-26_S1_2_ Blankenbach_BIM_im_Bestand.pdf Donath, D.: Bauaufnahme und Planung im Bestand: Grundlagen, Verfahren, Darstellung, Beispiele, Vieweg & Teubner, Wiesbaden 2009 Heiliger, R.: Die Vermessung von Architektur, Ratio-Books, Lohmar, 2016 Mettenleiter, M., Härtl, F.: Laserscanning, Die Bibliothek der Technik, München, 2015

Fühl Dich wohl. Kermi.

Die Kermi Effizienz-Formel

Kennen Sie schon die Kermi Effizienz-Formel? Sie zeigt die sinnvolle Kombination wasserbasierter und elektrobasierter Produktlösungen im Kermi System x-optimiert für den idealen Einsatz erneuerbarer Energien und der Eigenverbrauchsoptimierung. Gemeinsam mit unseren Fachpartnern machen wir somit jedes Zuhause zu einem Ort des Wohlfühlens. Ihr Vorteil mit dem System x-optimiert: Ganzheitliche, energieeffiziente Lösungen für Heizen, Kühlen, Lüften. Perfekt abgestimmte Komponenten und eine intelligente Steuerung sorgen bei Neubau, Renovierung und Sanierung für sichere Planung, Installation und Funktion. Mehr Infos unter www.kermi.de/plus-e.

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x-change Wärmepumpen

x-buffer Wärmespeicher

x-center Regelung

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x-net Flächenheizung/ -kühlung

therm-x2 Flachheizkörper

Bad- und Wohnheizkörper

x-well Wohnraumlüftung


46 / LÜFTUNG & KLIMA / TRENDS & MÄRKTE

MONTAGEUNTERSTÜTZUNG FÜR FACHHANDWERKER Der Moosburger Solarthermie- und Speicherspezialist CitrinSolar hat das Portfolio seiner Service-Dienstleistungen für Fachhandwerksbetriebe weiter ausgebaut und stellt jetzt die neue Service-Preisliste vor. Diese umfasst neben der bereits bekannten Dachmontage von Solarthermie-Kollektoren und Photovoltaik-Modulen nun eine Reihe weiterer Dienstleistungen. Dabei reicht das Spektrum von der Anlagenplanung, über die Bearbeitung von Förderanträgen bis hin zur Inbetriebnahme. „Eine große Entlastung für den Fachhandwerker ist unsere Förderungsberatung. Wir ermitteln für ihn die wichtigsten Förderungen und stellen ihm dann die vorausgefüllten Förderanträge für BAFA- oder KfW-Förderung zur Verfügung. Diese kann er dann direkt dem Bauherrn zur Unterschrift vorlegen“, so ­Geschäftsführer Michael Ganslmeier. Darüber hinaus bietet der Solarspezialist auch die Planung von Solarthermie-Anlagen inklusive des ­Hydraulikschemas an. Bei Bedarf kann auch eine Anlagensimulation zur Ertragsermittlung durchgeführt werden. Neben Planungshilfe und Förderungsberatung haben ausgelastete Fachhandwerksbetriebe bei CitrinSolar auch die Möglichkeit, sich direkt Hilfe auf die Baustelle zu holen. www.citrinsolar.de Zusätzlich zur Dachmontage von Kollektoren und Modulen übernimmt CitrinSolar auf Wunsch auch die Speichermontage vor Ort.

HEIZEN UND KÜHLEN VON OBEN Einmal an der Decke angebracht, sorgt das neue Klimadeckensystem von Zewotherm ­sommers wie winters für ein behagliches Raumklima. Das System besteht aus einem installationsfertigen, wärmeleitenden Profilblech, in dessen Nuten passende Rohregister eingedrückt werden. Da sich die Profilbleche auf jeden Grundriss zu einer 100 % aktiven Fläche anpassen lassen, eignet sich die Klimadecke sowohl für Sanierungen als auch für Neubauten und kann auch als Wandheizung eingesetzt werden. Die Zewo-Klimadeckenprofile enthalten Nuten, in die ein 14 x 2 mm starkes Metallverbundrohr eingelegt wird. Es wird an das vorhandene Heizsystem angeschlossen. Da das System nur sehr niedrige Vorlauftemperaturen benötigt, eignen sich regenerative Energieerzeuger wie die Wärmepumpe besonders gut. Egal ob Holz oder Beton – die Klimadeckenprofile können auf jeden Deckenuntergrund montiert werden. Je nach Objekt kann sogar auf den Estrich verzichtet werden. Die Gesamthöhe beträgt bei direkter Montage an der Decke nur 30 mm. www.zewotherm.de Installationsfertiges Klimadeckenprofil, das direkt an Decke oder Dachbalken montiert werden kann. Die Rohrregister werden in die Nut der Profile eingedrückt und an das vorhandene Heizsystem angeschlossen.

Ziehl-Abegg darf den Titel „Deutsche Traditionsmarke“ führen. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Plus X Award deutsche Marken, die sich seit Jahrzehnten jenen Werten verpflichtet fühlen, die für Tradition stehen. Der Plus X Award ist der weltweit größte Innovationspreis für Technologie, Sport und Lifestyle. „Ziehl-Abegg steht seit mehr als 100 Jahren für langlebige und effiziente Elektromotoren“, erklärt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl. Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin zusammen mit dem Schweizer Eduard Abegg gegründet. Abegg schied bereits nach einem Jahr wieder aus, weil sich seine technischen Vorstellungen nicht umsetzen ließen. Daher lag es alleine an Emil Ziehl, das Unternehmen zu einem mehrere Tausend Mitarbeiter zählenden Unternehmen auszubauen. Nach der Zäsur des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen in Süddeutschland wieder neu aufgebaut. Die von Emil Ziehl ausgerufene Philosophie, industriell langlebige und effiziente Elektromotoren zu bauen, bildete die Grundlage für den dann folgenden nachhaltigen Unternehmenserfolg. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich gänzlich in Familienbesitz. www.ziehl-abegg.com

Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl mit der Urkunde des Plus X Awards.

GEBÄUDE INSTALLATION / 3 / 2019

Fotos: Ziehl-Abegg/Rainer Grill, Zewotherm, CitrinSolar

ZIEHL-ABEGG IST „DEUTSCHE TRADITIONSMARKE“


ABC / EXIT / 47

BLUE BOX Kurz, prägnant, informativ – der Serviceteil der Gebäude Installation

1

4

2

1

  LG AIR SOLUTION

Fotos: LG, Alape, GF Piping Systems, Blossom, Artweger

Michael Dworski

2

  ALAPE

Michael Grohmann

3

3

  GF PIPING SYSTEMS

René Habers

Um den Markt für Hei­ … (52) übernahm mit Der bisherige Verkaufs­ zungslösungen zielge­ Jahresbeginn die Lei­ leiter Haustechnik Nord richtet zu bearbeiten, tung der Alape GmbH René Habers über­ hat Michael Dworski von Carsten Müller, der nahm mit Februar die Ende letzten Jahres die in die Position des kauf­ Leitung Marketing des neu eingerichtete Po­ männischen Leiters Rohrleitungsspezialis­ sition des Key A ­ ccount und Prokuristen wech­ ten GF. Managers für den selt. Grohmann war „Zukünftig möchten Bereich Heating bei bereits als Geschäfts­ und müssen wir das LG Air Solution über­ leiter Operations bei Thema Digitalisierung nommen. Der gelernte Dornbracht tätig. Zuvor im Marketing noch Installateur- und Hei­ leitete er in Geschäftsweiter vorantreiben zungsbauermeister ver­ und Vorstandsfunk­ und neue Wege gehen“, fügt über umfassende tionen verschiedene so Udo Jirmann, Ge­ Erfahrung im Vertrieb Unternehmen in unter­ schäftsführer Georg und im Marketing. schiedlichen Branchen. ­Fischer GmbH.

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4

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  BLOSSOM-IC

5

  ARTWEGER

Christian Zechner

Gerhard Aigner

blossom-ic, Smart Home-Anbieter und Spezialist für Hei­ zungsregelungen, hat seine Handelsvertre­ tung für Österreich neu strukturiert. Ab sofort ist Christian Zechner als Gebiets­ repräsentant gemein­ sam mit seinen Mitar­ beitern vom Standort Klagenfurt aus An­ sprechpartner für ­blossom-ic-Kunden in ganz Österreich.

... ist seit 1. Februar Ge­ schäftsführer des Bad Ischler Sanitärspezialis­ ten Artweger. ­Andreas Hirsch verließ mit Ende März auf eigenen Wunsch das Unterneh­ men. Gerhard Aigner, ein ausgewiesener Ver­ triebsprofi, war bereits von 1993 bis 2006 beim heimischen Duschen­ profi aktiv. Der gebür­ tige Pöchlarner kehrte nun nach zehn Jahren zu Artweger zurück.


48 / EXIT / APP- & STEUERTIPPS

Karussellbetrug Viessmann Intuitive Heizungssteuerung Neue Möglichkeiten der Heizungsregelung über das Internet bietet die ViCare App. Über die bewusst einfach gehaltene grafische Oberfläche ist die Bedienung der Heizung ganz intuitiv möglich. Das System ist zur Regelung eines Heizkreises konzipiert. Mit einer Wischbewegung wird die gewünschte Raumtemperatur gewählt und per Fingertipp umgeschaltet.

WimTec Volle Wasserkontrolle Das WimTec Remote Infrarot-Tablet erlaubt das einfache und komfortable Einstellen, Steuern und Auslesen an allen Wasserabgabestellen. Die Verbindung zwischen WimTec Remote und Wasserabgabestelle wird mittels Infrarotübertragung hergestellt. Das ist absolut sicher und gleichzeitig energiesparend.

Grohe Sicherheit im Hosentaschenformat Die Grohe Ondus App bildet das Herzstück des neu entwickelten Wasserschadenschutzsystems und ineragiert mittels WLAN-Technologie mit den einzelnen Sicherungsbausteinen ­„Sense“ und „Sense Guard“ von Grohe. Durch eine Benachrichtigung auf dem Smartphone kann die Wasserversorgung im Schadensfall mithilfe der App auch manuell sofort abgestellt werden.

• eine Kopie des Ausweises des Geschäfts­ führers des Partnerunternehmens. Diese Unterlagen sind bei Aufnahme der Geschäftsbeziehung zu beschaffen und unbedingt aufzubewahren, spä­ ter auch immer wieder mal zu aktuali­ sieren (insbesondere die Gültigkeit der UID-Nummer). In Branchen, die schon grundsätzlich im Fokus der Finanz stehen (Baubranche) oder bei Geschäften, die (im Vergleich zu den üblichen Aufträgen der Firma selbst oder der Branche) unüblich sind, ist be­ sondere Vorsicht geboten und dadurch mit Karussellbetrug hat leider gar nichts mit erhöhten Pflichten zur Überprüfung des Prater oder Vergnügen zu tun; unter Ka­ Gegenübers verbunden. russellbetrug versteht man das kriminelle Zusammenwirken mehrerer Unterneh­ STRAFVERTEIDIGUNGSKOSTEN men (üblicherweise aus verschiedenen ABZUGSFÄHIG! EU- Mitgliedsstaaten) mit dem Ziel, Um­ Bisher wurde vom VwGH die Abzugs­ satzsteuer zu verkürzen. fähigkeit als Betriebsausgabe nur dann Einzelne Mitglieder aus der Kette ma­ anerkannt, wenn die Tat ausschließlich chen Vorsteuern geltend, die Unterneh­ der beruflichen Tätigkeit zuzuschreiben men aus dem gemeinsamen Kreis, die die war und der Beschuldigte freigespro­ dazugehörigen Umsätze tätigen, führen chen wurde. In einem neuen Erkenntnis die Umsatzsteuer davon nicht ab. Wusste im Zusammenhang mit einer EU-Kar­ ein Unternehmer in der Kette vom Um­ tellgeldbuße stellt das Gericht aber jetzt satzsteuerbetrug, hat er (neben anderen klar, dass zwar die Strafe selbst nicht ab­ Folgen) natürlich keinen Vorsteuerabzug zugsfähig ist, weil sonst der Pönalcha­ für die bezogene Lieferung oder Leistung. rakter teilweise verlorengehen würde. Die Der Verlust des Vorsteuerabzugs trifft aber Strafverteidigungskosten sind aber davon nicht nur Unternehmer, die von dem Be­ unabhängig und bei ausschließlich und trug aktiv wussten, sondern auch solche, unmittelbarer betrieblicher Veranlassung die davon wissen mussten – was heißt das als abzugsfähige Betriebsausgabe zu be­ nun genau? handeln. Das gilt sowohl für den Bereich Man kann auch unabsichtlich in eine der Einkommensteuer als auch für die solche Kette von betrügerischen Unter­ Körperschaftsteuer und auch für die Ab­ nehmen geraten, weshalb es sehr wich­ zugsfähigkeit als Vorsteuer. Dank sei dem tig ist, sich entsprechend zu schützen. Die Verwaltungsgerichtshof! Finanzbehörde verlangt zum Nachweis, dass man gutgläubig sein konnte, zumin­ DIE AUTOREN dest folgende Unterlagen: Für weitere Auskünfte steht Ihnen Ihr Rat & Tat•a  ktuelle UID-Abfrage Stufe 2, • Abfrage der aktuellen Daten aus dem Steuerberater, Kanzlei Jupiter unter (1) 278 12 95, office@jupiter.co.at gerne zur Verfügung. ­Firmenbuch und • Vorlage einer Gewerbeberechtigung des www.jupiter.co.at Geschäftspartners sowie

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Fotos: Getty Images/Fanatic Studio, Grohe, WimTec, ViCare

Vorsicht und penible Sorgfalt sind geboten!


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50 / EXIT / KOMMENTAR

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So baut man flexibel: mit Beton.

So baut man klassisch: mit Ziegelsteinen.

So baut man sicher: mit Stahl.

So baut man intelligent: mit Automatisierungskomponenten von Beckhoff.

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MEINUNG

Von außen betrachtet Die Welser Energiesparmesse ist noch gar nicht so richtig vorbei, schon steht das nächste Messegroßereignis kurz bevor, die Frankfurter ISH, seit Jahrzehnten Weltleitmesse der Branche. Diesmal möchte ich mich mit dem Bad beschäftigen, denn die ISH wird, wie ich den Vorberichten entnehme, so multitonal wie schon lange nicht. War in den vergangenen Jahren Weiß die vorherrschende Farbe in Österreichs-Badezimmern, so soll sich das nun wieder ändern. Planer und die Industrie realisieren damit angeblich die Wünsche nach individuell und avantgardistisch gestalteten Badezimmern, mit einer wachsenden Vielfalt an Oberflächen und überraschenden Arrangements. Ebenso ist bei Materialien Vielfalt angesagt: Neben Holz spielen vor allem Marmor und neuartige metallische Oberflächen eine Rolle. Dieser Trend bezieht sich auf Armaturen, Möbeloberflächen und Accessoires gleichermaßen. Vielfarbigkeit wird bewusst als Gestaltungselement für LifestyleBäder eingesetzt. Dabei werden tradierte Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt, und es wird mit verschiedenen, dominanten, kräftigen Farben und Kontrasten, unter anderem auch mit Farbkleksen, gearbeitet. Auf der ISH 2019 werden farbig provozierende Bäder zu sehen sein – von knalliger Sanitärkeramik bis hin zu transparenten Badmöbeln in Blau und Grün. War in den letzten Dekaden minimalistische Zurückhaltung im Bad gerade in der Farbgebung ein Signal für Eleganz und Designbewusstsein, so ist es heute der Mut zur Farbe. Dabei bedeutet Farbe im Bad nicht unbedingt Buntheit – schon der Austausch der weißen Dominanz gegen ein neutrales Spektrum an Braun- und Grautönen, an Mischtönen oder auch kräftigeren Ton-in-Ton-Farbkonzepten bedeutet für das Badezimmer einen Evolutionsschritt in Richtung Lifestyle-Bad. Alles allerdings schon einmal da gewesen. Ich erinnere mich da an den bekannten deutschen Designer Luigi Colani. 1972 gestaltete er für den Keramikhersteller Villeroy & Boch in diversen knalligen, damals fürs Bad höchst ungewöhnlichen, Farben ein Ensemble von aufeinander abgestimmten Sanitärobjekten, das Geschichte machte. Das Badezimmer galt nicht länger nur als Ort, an dem man seiner Körperpflege nachging, sondern erlangte den gleichen Stellenwert wie alle anderen Wohnbereiche und wurde zum Ausdruck individueller Ästhetik. Auch knallige Farbtöne, wie Blau, Grün, Braun oder Schwarz waren schon damals in Mode. Lassen wir uns überraschen!

Von Heinz Schmid, Senior Editor

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Multiblock TQ-RTL Anschlussarmatur für die Kombination von Heizkörper und Flächentemperierung

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Profile for Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH

Gebäudeinstallation 03/19  

Gebäudeinstallation 03/19