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# 12 2016 ALLES, WAS DIE BRANCHE BEWEGT

ELEKTRO JOURNAL ZUKUNFT GESTALTEN. WIR UND JETZT.

P.b.b. Zul.-Nr. GZ 02Z030753 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Retouren an PF 100, 1350 Wien, Postnummer 10

Gesegnete Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr wünscht

ElectronicPartner Mag. Michael Hofer, Geschäftsführung ElectronicPartner Austria, freut sich auf Ihren Anruf unter +43 2236 90550-101 oder per E-Mail an mhofer@electronicpartner.at. Informieren Sie sich persönlich über die Leistungen von ElectronicPartner.


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ef ür 2017

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e h o r F eihnachten sch die n ü besten W

Den Freunden und Partnern unseres Hauses danken wir für die Zusammenarbeit und wünschen frohe und friedliche Festtage sowie viel Glück und Erfolg im neuen Jahr.

Bei unserer heurigen Weihnachtsaktion unterstützen wir die gemeinnützigen Initiativen „NEIN ZU KRANK UND ARM“ und die WIENER TAFEL mit einer Spende.


ELEKTRO JOURNAL

32 DAMPFBÜGLER Mit Hochdruck und Bluetooth gegen Knitterfalten 36 WIEN LEUCHTET Wie die MA 33 Lichteffekte setzt 41 K  LANGBILDER Nostalgie und High-EndTechnik in Wien

Letzter Vorhang Die erste Aelvis wird auch die einzige bleiben. Die Uneinigkeit der Branche über einen gemeinsamen Termin hat den Nachfolger der Futura scheitern lassen. Nun ringen alle Beteiligten um eine neue Veranstaltung im April.

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Alles Insta, alles Handel – Ihr neues Fachmagazin für die Elektrobranche

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TOP THEMA

Papierbasierte Prozesse rauben KMUs Zeit – das soll sich in 2017 aber ändern Fast die Hälfte der KMUs wenden sich auch für papierfreie Lösungen an Büroartikelhersteller, wie eine internationale Studie von Coleman Parkes Research im Auftrag von Xerox zeigt.

Freier Einkauf für freie EU-Bürger Die EU möchte Einschränkungen beim Onlinehandel nicht mehr hinnehmen und H ­ ändler dazu verpflichten, auch grenzüberschreitend zu verkaufen. Für viele kleinere Unternehmen wäre das ein echtes Problem. Über 80 Prozent aller KMUs wollen bei Rechnungen, Finanzberichten und Rechtsabteilungs- oder auch Personalformularen zeitraubende Arbeitsverfahren verbessern und papierbasierte Prozesse deutlich verringern – dies zeigt eine internationale Studie von Xerox. Die Teilnehmer gaben an, dass sie den digitalen Wandel in ihrem Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate vollziehen wollen. Fast die Hälfte aller Befragten bestätigte, dass papierbasierte Prozesse viel Zeit in Anspruch nehmen. Sechs von zehn Teilnehmern gaben an, dass sich dies auch auf ihre Abschlussbilanz auswirke. Man habe inzwischen verstanden, dass sich mit optimierten dokumentenintensiven Geschäftsprozessen produktiver arbeiten lässt und man in der Lage ist, Kosten einzusparen, schlussfolgerte Xerox. Bei der Digitalisierung der bisher auf Papier basierenden Prozesse folgen die meisten KMUs dem Rat eines Experten – nicht zuletzt, weil nur einer von fünf Befragten um Lösungen für papierlose Geschäftsprozesse weiß. Laut der Studie, die 1021 Unternehmen befragte, wenden sich 47 Prozent der Teilnehmer für Unterstützung beim Workflow an einen Fachhändler für Büroartikel, 25 Prozent an einen IT-Fachhändler und 37 Prozent treten direkt an den Hersteller heran. „Der digitale Wandel kann kleine und mittelständische Unternehmen auf den ersten Blick überfordern, aber es gibt viele Wege, um sich in die richtige Richtung zu entwickeln“, weiß John Corley, President Channel Partner Operations bei Xerox. „Auf dem Weg zum digitalen Wandel ist es wichtig, dass die Unternehmen nachvollziehen können, welche Vorteile Apps für Drucksysteme und Managed Print Services darstellen. Denn diese können sie beim Vollziehen des digitalen Wandels unterstützen.“ Weitere Ergebnisse der Umfrage: US-amerikanische KMUs sind mit ihren Digitalisierungsplänen im Verzug. 41 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit dem Wandel gerade erst begonnen haben – im Gegensatz zum Durchschnitt (37 Prozent). Insgesamt 28 Prozent geben an, dass sie mit der Implementierung von Digitalisierungsplänen bereits gut vorangeschritten sind. Frankreich mit 33 Prozent ist hier am weitesten. 12 Prozent aller KMUs sind ein bis drei Jahre von einer erfolgreichen Implementierung entfernt. Die Studie stammt vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Coleman Parkes Research; Auftraggeber war Xerox. Sie zeigt auf, dass Produktivitätssteigerung bei KMUs oberste Priorität hat. Danach folgen Wachstum und Reduzierung der Druckkosten. ir

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Die Aufregung unter Österreichs Onlinehändlern ist groß. Und wieder mal ist die EU schuld. Die Minister, die in den Ländern für Wettbewerbsfähigkeit zuständig sind, haben nämlich Ende November die „Allgemeine Ausrichtung zur Geo-Blocking-Verordnung“ beschlossen. Hinter dem etwas sperrigen Begriff steht die Frage, wie Onlinehändler mit Bestellungen aus dem EU-Ausland umzugehen haben. Wer beispielsweise bei Disneyland in Paris Karten aus Österreich bestellt, wird die leidvolle Erfahrung machen, dass viele Sonderangebote hierzulande gar nicht verfügbar sind. Auch beim Black Friday ließen sich manche Schnäppchen jenseits der Grenze nicht nutzen. Spätestens beim Bezahlen hieß es: Tut uns leid! Der Grund: Das System erkennt an der IP-Adresse, woher die Anfrage kommt, und verweigert die Bearbeitung oder leitet auf eine lokale Seite weiter, auf der dann andere Konditionen gelten. Die Wettbewerbshüter wollen diese Praktiken in Zukunft zumindest einschränken. Grundsätzlich soll nach dem Entwurf des EU-Ministerrates eine Diskriminierung der Kunden nach Nationalität, Wohnort oder dem Sitz der Niederlassung verboten sein. Ausnahmen gelten aber weiterhin bei passiven Verkäufen, also wenn der Händler nicht aktiv das Kundengeschäft bewirbt. Auch für urhebergeschützte Produkte wie E-Books oder Musik sollen Sonderregeln gelten. Konkret heißt das: Auf internationalen Seiten dürfen nur noch gleiche Angebote und Preise gelten, nationale Seiten etwa dürfen auch weiterhin Sonderpreise anbieten. Für diese Angebote soll es aber weder einen Lieferanspruch noch irgendwelche Gewährleistung geben. Bei Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), trifft der Entwurf auf Unverständnis. Was sie besonders stört, ist die Verpflichtung des Handels, die im Internet angebotenen Waren allen Konsumentinnen und Konsumenten in der EU zu verkaufen. „Durch diesen ‚Verkaufszwang‘ drohen österreichischen Handelsunternehmen Gewährleistungsansprüche aus ganz Europa. Das wäre eine weitere Bürde insbesondere für kleine und mittlere Handelsunternehmen.“ Auch der Handelsverband stellt sich gegen den Beschluss. „Die Entscheidung des Rates ist ein Rückschlag für den Mittelstand. Die Geo-Blocking-Verordnung ist eine reine ,Superstar-Regelung‘ und wird der Wirtschaft schaden und den Konsumenten irritieren“, meint GF Rainer Will. Noch ist aber das letzte Wort nicht gesprochen, auch woanders, etwa bei den französischen Winzern, regt sich Unmut. Vermutlich wird es deshalb einen Kompromiss geben, über den am Ende dann auch noch das EU-Parlament abstimmen muss. wk 3


INHALT #12 2016 LICHT

HANDEL Aelvis has left the Building Der letzte Vorhang für die Messe ist gefallen

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„Produkte müssen funktionieren“ Der Jahresrückblick von Expert-GF-Alfred Kapfer10 „Händler für IT und TK begeistern“ ElectronicPartner-GF Michael Hofer plant für 2017

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Ein nächtliches Lichtermeer Wie die MA 33 Beleuchtungsakzente setzt

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Gut beleuchtet durch den Winter Hella rüstet Winterdienste mit robustem Equipment aus

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MULTIMEDIA

„Das Onlinegeschäft ist eigentlich ein Offline-Geschäft“ Red Zac-Vorstand Peter Osel über den Stand der Dinge13

Die Win-win-win-Situation HD-Austria auf der Erfolgsspur

INSTALLATION

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Hier spielt die Musik Der Nachklang zu den Klangbildern41

Internet der Dinge – Revolution in der Elektronikindustrie Rückblick auf die Electronica in München

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Abenteuer Fotografie Ein Album von der Photo+Adventure 42

Bauöklogie und Elektrotechnik Halogenfreie Kunststoffe auf dem Vormarsch

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Smart Home zum Nachrüsten Powerline-Spezialist Devolo geht neue Wege43

femOVE: Netzwerktreffen für Frauen Ingenieurinnen und Managerinnen tauschen sich aus20

BUSINESS

Praktikumstag bei Klauke Der Verein Morgenstern zu Besuch beim Werkzeughersteller

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Informativ und abwechslungsreich Der Bericht vom Tag der Elektrotechnik der WKNÖ

22

Zu Besuch bei Eaton Elektrojournal auf Betriebsbesichtigung im Waldviertel24

44

Stromversorgung mit Induktion Der kabellose Schreibtisch wird Realität

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Die Zukunft beginnt in Hannover Die CeBiT stellt das Programm für 2017 vor46

Tödliche Gefahr Kohlenmonoxid-Sensoren helfen Leben retten26

Alles nur gefakt Dubiose Händler im Netz ruinieren die Preise47

Strom aus der Sonne speichern Die neue Sonnenbatterie Hybrid mit Wechselrichter28

RUBRIKEN

HAUSGERÄTE

So geht’s

Den Falten das Fürchten lernen Hightech-Dampfbügler im Überblick

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16

Technik-Blog30

Auf einen Toast(er) Spektrum Brands mit Bloggerevent in alter Bäckerei34

Redaktion von innen

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Social Media-Watch

48

7 %

Frage des Monats Nachdem es im nächsten Jahr keine Aelvis geben wird, wie werden Sie sich im kommenden Jahr hauptsächlich über Produktneuheiten ­informieren?

Mit Agfeo in die Zukunft Der Telekomspezialist macht Station mit seiner Roadshow in Wien

21 % Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht 49 %

49 %

Gestellt am 22. November via Branchen-­ Newsletter (102 Teilenehmer)

Ich fahre zur IFA nach ­Berlin 23 % Ich werde die Elektrofachhandelstage im April nutzen 21% Ich informiere mich auf ­Hausmessen 7 %

23 % 4 

ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


Aelvis und (k)ein Ende

© 2016 TomTom Telematics B.V. TomTom® und das Š®-Logo gehören zu den Handelsmarken oder registrierten Handelsmarken von TomTom N.V. und seinen verbundenen Unternehmen. Für dieses Produkt gilt eine eingeschränkte Garantie. Siehe www.business.tomtom.com/legal

Manchmal ändern sich die Dinge so schnell, dass man kaum nachkommt, es zu dokumentieren. Von einer „ganz sicher“- zu einer „möglicherweise“- und einer „jetzt dann doch nicht“-Aelvis dauert es manchmal nur ein paar Stunden. Aber jetzt scheint zumindest fix zu sein: Von 20. bis 22. April wird es eine Frühjahrsveranstaltung für die Branche in Salzburg geben. Wie das genau aussehen und wer mitmachen wird, das ist aber immer noch offen. Sicher scheint nur, dass sich die Kooperationen für den Event engagieren wollen, auch die Braune und die kleine Weiße Ware zeigen Interesse. Aber sonst? Die Große Weiße wird eher spärlich vertreten sein, BSH und Miele haben bereits abgewunken. Und ob die Händler mitspielen, ist auch noch nicht ausgeschnapst. Die könnten von dem ganzen Hickhack schon schön langsam die Nase voll haben und statt einer österreichischen Messe lieber gleich die ganz große Internationale Bühne wählen und im Herbst nach Berlin zur IFA fahren. Insgesamt scheint man aber zumindest bei den Kooperationen durchaus zufrieden mit dem letzten Jahr gewesen zu sein. Insbesondere im TV-Markt hat es dann doch noch den erhofften Rückenwind durch die EM gegeben, aber auch durch die Umstellung der Sendenormen. Nebeneffekt: Viele Kunden sind dadurch wieder in die Fachgeschäfte zurückgekehrt – Gelegenheit für das eine oder andere spontane Zusatzgeschäft. Allerdings: Im kommenden Jahr darf man sich da wohl keine Unterstützung mehr erwarten. Möglicherweise könnte diese aber auch durch eine Sortimentserweiterung kommen. Beispielsweise bei der Hausautomatisierung. Agfeo und Devolo nähern sich da aus unterschiedlichen Richtungen an: Bei Agfeo können die Telefonanlagen künftig Automatisierungsaufgaben übernehmen, Devolo erweitert sein Plug&PlaySystem, sodass Komponenten nun auch unter Putz installiert werden können – ein klassischer Fall für einen Elektriker. Vielleicht noch ein Wort in eigener Sache: Das Team vom Elektrojournal macht eine kleine Winterpause und sammelt über die Feiertage neue Kraft. Das gilt auch für die Onlineredaktion. Über die Weihnachtsfeiertage versenden wir deshalb keine Newsletter, aber ab 10. Jänner sind wir wieder für Sie da. Ein neues Elektrojournal finden Sie dann Mitte Februar wieder in Ihrem Postkasten. Bis dahin wünsche ich Ihnen im Namen des ganzen Teams eine schöne Zeit, ­besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Wolfgang Korne Chefredakteur w.korne@wirtschaftsverlag.at

ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

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MPRESSUM Medieninhaber, Verleger, Herausgeber, Redaktion: Öster­reichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, ­ Grünbergstraße 15/Stiege 1, Tel.: +43 (0) 1 546 64-0, Fax: +43 (0) 1 546 64-711, www.wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher www.elektrojournal.at, elektrojournal@wirtschaftsverlag.at Chefredakteur: DI Wolfgang Korne, DW 358 (wk) Redaktion: Dipl. Techn.-Red (FH) Ina Susanne Rao (Insta und Licht), DW 356 (ir) Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Alexander Zechmeister (az); Rudolf Preyer (rp); Rhea Schlager (rs); Peter Martos (pm); Edwin Tschörch (et); Uwe Fischer (uf), Peter Seipel (ps) Grafik: Simon Jappel, DW 163 Verkaufsleitung: Dr. Rainer Wimmer, DW 240 Anzeigen: Philipp Phillipeck, DW 249; Monika Hentsch­(Service), DW 443, Fax: DW 522 Anzeigentarif: Nr. 20, gültig ab 1. Jänner 2016; Erscheinungsweise: monatlich Hersteller: Friedrich Druck & Medien GmbH, 4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichdruck.com Abonnement: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, Tel.: +43 (0) 1 361 70 70-570, Fax: +43 (0) 1 361 70 70-9570, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahresbezugspreis: 63 Euro (Ausland: 98 Euro). Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres gekündigt werden, laufen weiter. Bankverbindung: Bank Austria, IBAN AT17 1100 0095 2329 8900, BIC BKAUATWW Druckauflage: 10.900 Exemplare (1. HJ 2016); DVR: 0368491 Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.wirtschaftsverlag.at/offenlegung ständig abrufbar.

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KARRIERELEITER Matthias Lürkens, Martin Mentzel und Jan Spelsberg sind bei LonMark Deutschland der neue dreiköpfige Vorstand. Sie wurden im November auf der Mitgliederversammlung gewählt und gehörten davor auch schon zum bisherigen Vorstand. Das Ziel von LonMark ist, durch eine intensive Zusammenarbeit die Einführung und Verbreitung von offenen LON-Standards zu fördern.

Michael Hog

Albert Helbling und Sven P. Krug

verantwortet als Group Vice President Vehicle seit November die globalen Fahrzeugentwicklungsaktivitäten des Engineeringdienstleisters FEV. Zu seinen Kernkompetenzen zählen Fahrzeugintegration, Chassisengineering, NVH-Optimierung sowie Benchmarking. Hog, der an der Universität Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat, war zuvor bei einem namhaften Ingenieur­ unternehmen in einer Führungsposition im Bereich Fahrzeugintegration tätig.

sind seit November die beiden neuen Vertriebsrepräsentanten bei my-PV GmbH. Das Unternehmen will den deutschen Markt ins Visier nehmen, Helbling und Krug sollen dabei helfen, die elektrische Warmwasserbereitung aus Solarstrom populär zu machen.

Marianne Culver ist zum President RS Components ernannt worden. Als Präsidentin soll sie das Wachstum in den Regionen fördern. Darüber hinaus bekommt Culver die Aufgabe, die Marke RS zu entwickeln und das Kundenerlebnis weiter zu verbessern. Marianne Culver verfügt über 25 Jahre Erfahrung als internationale Führungskraft mit ausgewiesenen Erfolgen darin, Unternehmen zu starken Erfolgsbilanzen zu verhelfen.

Hans Ronald Fischer ist seit Anfang diesen Jahres Mitgründer und Geschäftsführer bei Cerris GmbH, wo er sich auf maßgeschneiderte Softwarelösungen im Bereich der Telekommunikation spezialisiert hat. Auch die Beratung über technische Lösungen und deren Umsetzung gehören zu der Zuständigkeit des 34-Jährigen. Davor hat er über acht Jahre Erfahrungen in der angewandten Forschung im Bereich der IKT gesammelt.

Florian Stöcker unterstützt seit Juli Beflexs Electronic in Frickenhausen als Assistent der Geschäftsleitung. Seine Aufgaben liegen im technischen, kaufmännischen und organisatorischen Bereich. Als Mechatroniktechniker sieht er die Schwerpunkte seiner Arbeit vor allem in der weiteren Optimierung und Harmonisierung firmeninterner Prozesse, speziell auch um die Prototypenund Kleinserienfertigung noch besser auf die Anforderungen und Wünsche der Kunden auszurichten.

Janos Kis

Alaattin Karakut

ist seit September neuer Leiter des Bereichs Credit Management bei Prisma Die Kreditversicherung. Der 49-Jährige war seit 2005 schon in verschiedenen Funktionen in der Euler Hermes-Gruppe tätig und gilt als Experte in Sachen Underwriting und Risk Management.

ist seit Mai als Servicetechniker bei Klauke Handelsges.m.b.H. beschäftigt. Zu den Hauptaufgaben des 36-Jährigen zählen Reparatur und Wartung der hydraulischen Press- und Schneidewerkzeuge ­sowie die Ersatzteilbeschaffung und das Erstellen von Kostenvoranschlägen. Davor war Karakut in der Instandhaltung eines großen Produktionsbetriebs tätig.

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Martin Böhm und Benjamin Vecera verstärken das Team Philips Lighting Austria. Vecera (28) ­fokussiert sich dabei auf Lichtplaner und Architekten, während Böhm (50) das Key Account Management übernommen hat und als Ansprechpartner fungiert. Das Thema ist bei beiden dasselbe: vernetzte Lichtlösungen für optimale Beleuchtung und effizientes Datenmanagement.

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3 Fragen an...

Klickparade

... Martin Melzer, Geschäftsführer Miele Österreich

KSV1870: Großinsolvenz TEMA Die TEMA Electronic Service & Vertriebs GmbH hat ihre Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Wiener Neustadt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Der Insolvenzantrag wird vom Gericht derzeit geprüft, sodass das Verfahren offiziell noch nicht eröffnet ist.

HD Austria bringt sieben neue Sender

Miele

HD Austria schaltet auf der eigenen Satellitenplattform die drei neuen HD-Sender ProSieben MAXX HD, Sixx HD und SAT.1 Gold HD sowie die vier Premiumsender Sony Entertainment TV, KinoweltTV, C-Music und Gute Laune TV auf. Für Neukunden gibt es ein „scharfes Angebot“.

1. Trauern Sie der Aelvis nach? Uns tut wirklich sehr leid, dass es die Aelvis nicht mehr gibt. Der Handel braucht eine solche Messe. Wir waren auch mit der heurigen Messe als Aussteller überaus zufrieden. Bei den Besucherzahlen hat die Aelvis die Rekordzahlen der Futura von 2013 eingestellt, der Auftragseingang war der beste überhaupt.

2. Woran ist die Messe gescheitert? Da gibt es einige Gründe. Der wichtigste war wohl, dass es nicht gelungen ist, alle Branchen unter einen Hut zu bringen. Und das war hauptsächlich ein terminliches Problem: Die Braune Ware hat den Frühlingstermin favorisiert, die Weiße den Herbst. Das Thema Kosten hat dabei, so glaube ich, nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

3. Wäre die IFA für Sie eine Alternative? Nein. Wir könnten auf der Messe nicht die optimale Betreuung für die Händler bieten. Die Frage wäre wohl auch, wie viele Händler den Weg nach Berlin finden würden. Wir hatten in Salzburg eine vierstellige Anzahl von Besuchern am Stand, das wäre in Berlin wohl so nicht zu erreichen. Wir werden uns aber auch nicht an einer wie auch immer gearteten Frühlingsmesse beteiligen. Stattdessen werden wir uns im Frühjahr verstärkt im Küchenhandel engagieren und im Herbst in unseren Miele Experience Centern in Wien und Salzburg Fachhändler-Tage abhalten. Wir haben zudem einen großen Außendienst. Für Miele bin ich also ganz entspannt, wir werden unsere Händler auch im kommenden Jahr umfassend betreuen. ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

Reed Exhibitions & FEEI: Elektrofachhandelstage statt Aelvis Die Spannung war schier unerträglich, jetzt gibt es ein Commitment seitens des FEEI und Reed Exhibitions: Die Aelvis ist tot, es leben die Elektrofachhandelstage.

Aelvis has left the building Die Aelvis stand für Appliences Electronics Visions, von Reed Exhibitions war sie als Plattform des Elektro-, Elektronik- und Einrichtungsfachhandels gedacht. Nach ihrem Debüt 2016 wird es wohl keine Nachfolgemesse geben.

Sonepar: Roland Mark Filler neuer Gebietsverkaufsleiter Mit November 2016 tritt Roland Mark Filler den Posten des ­ ebietsverkaufsleiters bei Sonepar an. G

EU strebt Abbau von Geoblocking an Im EU-Rat für Wettbewerbsfähigkeit wurde die sogenannte Allgemeine Ausrichtung zur Geoblocking-Verordnung beschlossen: Danach soll die Verpflichtung des Handels bestehen, die im Internet angebotenen Waren allen Konsumenten in der EU zu verkaufen. WKO und Handelsverband zeigen sich enttäuscht und sprechen von einem „schlechten Tag für den Handel“.

Der iRobot Roomba 966-Staubsauger­roboter Neu auf dem Markt ist der iRobot Roomba 966-Staubsaugerroboter, der 75 Minuten am Stück reinigt, sich dann auflädt, um schließlich wieder zu rotieren, bis die Arbeit erledigt ist. 7


HANDELAELVIS

Aelvis has left the Building Was sich bereits seit einigen Wochen angedeutet hat, ist nun Realität. Es wird keine zweite Aelvis geben. Die Uneinigkeit der Branche hat die Messe scheitern lassen.

Reed Messe

LE T Z TER VORHANG

Die erste Aelvis ist auch die letzte. Die Händler sollen trotzdem nach Salzburg kommen – aber schon im Frühjahr.

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ie Aelvis ist Geschichte. Nach nur einem einzigen Auftritt muss die Messe die Bühne wieder verlassen. Bundesgremialobmann Wolfgang Krejcik sieht als Hauptgrund, dass es nicht gelungen sei, alle Händler und Lieferanten vor Ort zu versammeln. „Die Heimelektronik hat fast vollständig gefehlt, was viele Händler nicht besonders animiert hat, zu kommen.“ Überdies, so Krejcik, „werden viele Aktivitäten heimischer Lieferanten international gesteuert – für lokale Messen gibt es da mitunter wenig Begeisterung.“ Den Todesstoß haben der Aelvis aber aus Sicht Krejciks die großen Hersteller gegeben, die bereits im Vorfeld für eine kommende Aelvis ihre Teilnahme abgesagt haben. Den Auftakt dazu machte bekanntermaßen BSH Hausgeräte. Geschäftsführer Michael Mehnert begründete diesen Schritt mit dem

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50-jährigen Jubiläum der BSH im kommenden Jahr, auf das sich die beiden Marken konzentrieren wollen. Mehnert betonte zwar, dass sich diese Entscheidung nicht gegen eine österreichische Fachmesse richte, aber, so Mehnert, das „erwartete Signal der Trendwende hat aus BSH-Sicht gefehlt“. Für manche Marktteilnehmer dann doch eine etwas überraschenden Aussage, zumal sich Mehnert noch im Aelvis-Schlussbericht über den „sehr ­zufriedenstellenden Besuch am Stand“ äußerte. Auch bei den Mitbewerbern herrscht ein wenig Unverständnis: „Wir waren auch mit der heurigen Messe als Aussteller überaus zufrieden. Bei den Besucherzahlen hat die Aelvis die Rekordzahlen der Futura von 2013 eingestellt, der Auftragseingang war der Beste überhaupt“, so Martin Melzer, GF von Miele Österreich (s. a. 3 Fragen). ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


AELVIS HANDEL

Aus dem Hut gezaubert. Tatsa- nach Kräften“, heißt es dort einhellig. che ist: Ohne gemeinsame Veranstal- „Aber wenn es keine Messe gibt, dann tung will die Branche dann doch nicht werden wir sicherstellen, dass unsere sein. Doch die Zeit drängte, eine Ent- Mitglieder sich auf anderen Veranstalscheidung musste her. Und so zauber- tungen informieren können.“ Und wähten der FEEI, der Fachverband der Elek- rend man bei Red Zac damit eher Hausmessen meint und sich mit der IFA tro- und Elektronikindustrie, und Reed Exhibitions Mitte November die Elek- als Alternative nicht anfreunden mag, trofachhandelstage aus dem Hut, die gibt es bei ElectronicPartner durchaus im Frühjahr 2017, genauer von 20. bis Überlegungen, auch Berlin als Informa22. April im Messezentrum Salzburg tionsplattform für die Mitglieder zu nutüber die Bühne gehen sollen. In einem zen. GF Michael Hofer: „Wir sind interPositionspapier heißt es dazu: „Grund- national aufgestellt und ich kann mir pfeiler dieser Fachhandelstage bilden durchaus vorstellen, nach dem Vorbild die Bereiche Unterhaltungselektronik, unserer Schweizer Kollegen Händler E-Kleingeräte sowie die drei Koopera- nach Berlin einzuladen und geführte tionen.“ Touren auf der Messe anzubieten.“ Eine

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„Die Heimelektronik hat fast vollständig gefehlt, was viele Händler nicht besonders animiert hat, zu kommen.“ Wolfgang Krejcik Und die Power Days? Die finden von Idee, mit der er bei Bundesgremialob15. bis 17. März 2017 statt, ebenfalls im mann Krejcik offene Türen einrennt. Messezentrum Salzburg. Die durchaus Dieser will nämlich ebenfalls Händwünschenswerte Zusammenlegung ler und Verkäufer nach Berlin schicken, der beiden Veranstaltungen hat wieder Fachhandelstage hin oder her, denn: mal nicht geklappt – obwohl die Reed „Die IFA ist alternativlos.“ Dafür soll es Messe für beide Events als Veranstalter Sonderarrangements geben, die den verantwortlich zeichnet. Auch die Ver- Flug und die Übernachtung beinhalten. treter der Weißen Ware, die dem Früh- Teilweise könnten diese durch Lieferanjahrstermin traditionell kritisch gegen- ten gestützt werden, so Krejcik, mögliüberstehen, werden wohl nur teilweise cherweise auch durch die Kammer. ihre Aufwartung machen. Die BranDas Bundesgremium plane für die chenriesen Miele und BSH jedenfalls IFA – und zwar schon für 2017 – einen verkneifen sich den Auftritt in Salzburg. eigenen „Österreichstützpunkt mit eiFür die Fachhändler – und damit genem Personal“; in diesem Zusamdas anvisierte Messepublikum – sind menhang spricht Wolfgang Krejcik das keine guten Nachrichten. Viele ha- von „Heimatgefühl“, das er erzeugen ben nämlich auch noch einen Installa- möchte. Entscheidend wird sein, dass tionsbetrieb, damit wären der Besuch ein österreichischer Händler auf dem sowohl von den Power Days als auch Messestand auch österreichische Vervon den Fachhandelstagen eigentlich treter vorfindet, so der BundesgremialPflicht. Doch kaum einer wird sich das obmann. Parallelen zur heimischen ImmobiDouble zeitlich leisten können und wollen. Möglicherweise werden also auch lienbranche werden deutlich – auch Fachhandelstage nicht den Zuspruch diese konnte sich nicht auf einen einerhalten, den sich Veranstalter und heitlichen Messeauftritt und -termin eiAussteller wünschen. Was also, wenn nigen, also setzen sich Vertreter der ösauch die neue Messe in Salzburg floppt terreichischen Immobilienwirtschaft schon seit Jahren in den Flieger, um auf und das Schicksal der Aelvis erleidet? der Münchner Expo Real ins Gespräch Oder doch zur IFA? Bei den Ko- zu kommen. Möglicherweise hat hier operationen ist die Antwort klar: „Wir aber auch mitgespielt, dass das Oktounterstützten die neue Veranstaltung berfest stets parallel läuft … rp/wk 9

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HANDEL EXPERT

„Produkte müssen auch ­funktionieren“ Bei Expert zeigt man sich mit den Ergebnissen des abgelaufenen Jahres zufrieden. Von der Industrie wünscht man sich für die Zukunft ein wenig mehr Qualität statt Quantität.

Korne

RÜCKBLICK

Das Warenlager von Expert in Wels wird in eigener Regie betrieben. Zur Weihnachtszeit stapeln sich die Produkte auch schon mal in den Gängen. GF Alfred Kapfer (r.) setzt bei der Ausrichtung der Kooperation auf verstärkten Service, der auch Amazon in Schach halten soll.

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achhandelstage statt Aelvis: Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie sich die neue, für das Frühjahr geplante Veranstaltung nennt oder aufstellt – bei Expert ist man zufrieden, dass sie kommen wird. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Österreich eine solche Veranstaltung braucht und wir werden – wie schon die Ael­ vis – auch diese Veranstaltung nach Kräften unterstützen“, verspricht GF Alfred Kapfer im Gespräch mit Elektrojournal. Und er hofft, dass möglichst viele Fachhändler und Fachhandelspartner die Chance nutzen, daran teilzunehmen, denn das sei die Voraussetzung für den Erfolg. Derzeit sieht es aber aus, als bekäme die Veranstaltung ein Übergewicht in Richtung Brauner Ware, auch die kleine Weiße Ware zeigt sich interessiert. Dahingegen gibt es bei der weißen Ware auch bereits ablehnende Stimmen, wie etwa bei Miele. Kapfer glaubt aber nicht daran, dass es auch noch eine zweite Veranstaltung im Herbst geben wird, wo dann die Weiße Ware lieber ausstellen würde: „Wir hätten natürlich gerne zwei, aber wir denken, eine im Jahr ist realistisch.“ Geschäftlich gesehen blickt Expert auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, freut sich Kapfer. Insbesondere der UE-und TV-Bereich habe sich deutlich über dem Markt entwickelt. „Das liegt sicherlich an den Großereignissen in diesem Jahr, aber auch an den Sendetechnikumstellungen.“ Viele Kunden wollten sich für diese Umstellung nicht ein neues Kastel zulegen, das sie auf den Fernseher stellen, sondern kauften sich gleich ein neues TV-Gerät, das die Funktionalität schon eingebaut hat. Bei der großen und kleinen Weißware gehe man markt­ adäquat mit einem kleinen Plus aus dem Jahr. Für das kommende Jahr will man das Multichannel-Konzept weiterentwickeln. Kapfer bezeichnet es als „großen Wurf, der auch heuer schon eine große Hilfe war“. Wobei die eigentlichen Onlineumsätze noch nebensächlich sind. Der große Vorteil des Konzepts ist eher, dass es die Kunden wieder in die Geschäfte bringt. „Der

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Schwerpunkt unserer Bemühungen muss sein, die beiden Welten Online und Offline miteinander zu verknüpfen.“ Vor Amazon & Co hat er dabei keine wirkliche Angst. „Natürlich ist das ein leistungsstarker Mitbewerber, aber wir differenzieren uns mit unserer Serviceleistung sehr deutlich“, zeigt sich Kapfer optimistisch, dem Onlineriesen Paroli zu bieten. Er sieht auch Amazon nicht als den Hauptpreistreiber, sondern eher kleine Händler im Netz, die mit unseriösen Angeboten das Preisniveau nachhaltig schädigen. „Solche Anbieter gibt es in letzter Zeit vermehrt auch auf Amazon. Ich denke, da sollten die Wettbewerbshüter mal einschreiten und sich das Ganze genau anschauen.“ Für 2017 steht auch das Thema Mengenbündelung ganz oben auf der To-do-Liste. „Unser Ziel ist es, die Anzahl der Modelle in den Shops zu reduzieren, um dann von den verbliebenen Geräten eine höhere Stückzahl zu verkaufen. Kapfer ist sich sicher, dass dies von den Kunden gut angenommen wird. „Natürlich werden wir eine gewisse Preistreppe anbieten, aber wir sind ja auch dazu da, eine Vorauswahl an Produkten zu treffen.“ Durchaus offen ist Kapfer für neue Produktgruppen, etwa für das Thema Smart Home. „Das ist ein wichtiges Thema, vor allem auch für die Unternehmen mit Installationsbetrieb. Aber man muss sehen, wie sich das entwickelt. Bisher gibt es noch kein universelles Konzept, auch viele Sicherheitsfragen sind noch ungeklärt.“ An die Industrie appelliert er, Produkte auf den Markt zu bringen, die auch wirklich funktionieren. „Ich wünsche mir, dass die Produktzyklen vielleicht ein bisschen länger werden, dafür die Produkte aber ausgereifter sind.“ Er hält es auch für kontraproduktiv, wenn neue Line-ups mit hohen Preisen in den Markt gebracht werden und dann die letzte Gerätegeneration zu Schleuderpreisen verkauft wird. „Ich als Kunde komme mir dann doch verschaukelt vor, wenn ich ein Produkt kaufe, das es dann vier Wochen später um 500 Euro günstiger gibt. Das mache ich doch nie wieder.“ wk ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


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„Ich würde gerne mehr Händler für IT und TK begeistern“ ElectronicPartner blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit überdurchschnittlichem Wachstum zurück. Für das weitere Wachstum müssen sich aber auch die Händler weiterentwickeln. BIL ANZ

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In der Zentrale von EP: In Wiener Neudorf werden neue Strategien für die Mitlgieder ausgetüftelt.

ElectronicPartner-GF ­Michael Hofer blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

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Zu all diesen Neuerungen sollen sich Händler auch schriftlich beei ElectronicPartner stehen die Zeichen auf Wachstum. Wie EP:-Geschäftsführer Michael Hofer auf dem Kick-off Anfang kennen, weswegen es gerade für alle neue Verträge gibt, die im ÜbNovember verkündete, gibt es 45 Neuzugänge in der Kooperation, rigen laut Hofer sehr gut angenommen werden. die Anzahl der Outlets wuchs um 66. Insgesamt gibt es nun 817 Das liegt auch daran, dass EP: durch den Service für die HändMitglieder, die sich auf die Organisationen EP: (123), ServicePart- ler eine attraktive Organisation ist. Eine Neuerung, mit der sich Honer (632) und ComTeam (162) verteilen. Beim Umsatz kann man fer überaus zufrieden zeigt, ist die Umstellung auf ein eigenes Laein Plus von 5,3 Prozent verbuchen, der Gesamtmarkt wuchs um ger in Korneuburg. „Mit Panalpina haben wir da einen exquisiten 3,1 Prozent. Eine besonders gute Performance bot der EP-Fach- Partner gefunden“, freut sich Hofer. Ein Partner, der auch mitdenkt. handel bei der Weißen Ware, wo man um 7 Prozent zulegen konnte, „Wir liefern beispielsweise Fernsehgeräte nun in speziellen Überder Gesamtmarkt hingegen nur um 2,8 Prozent. Auch bei der Tele- kartons aus, die wir gemeinsam entwickelt haben. Dadurch haben kommunikation konnte EP: satt wachsen, und zwar um 13,7 Pro- wir deutlich reduzierte Transportschäden.“ Bereits angelaufen ist auch der Direktversand: Bestellungen über die Webpage werden zent (Markt: 10 Prozent). Spät aber doch, gab es auch bei EP: einen EM-Effekt bei den auf Wunsch gleich zum Endkunden geschickt – natürlich im NaFernsehern. „Ich war selber davon überrascht, denn die Verkaufs- men des Händlers. zahlen zogen erst gegen Ende der EM an“, so Hofer im Gespräch Auch bei der Werbung will man sich ins Zeug legen: „Wir wermit Elektrojournal. Teilweise sind die guten Zahlen aber auch der den im kommenden Jahr mehr Printwerbung haben als je zuvor“, Umstellung der Sendenormen geschuldet. „Das sehen wir vor al- verspricht Hofer. Neu ist das Vorteilsheft, das es erstmals zum Mutlem bei den kleinen Fernsehern so um die 32 Zentimeter, also den tertag geben wird und das für die Kunden viele attraktive AngeZweit- und Drittgeräten. Da haben sich die Leute lieber gleich ein bote bieten wird. Selbstverständlich wird es auch die bewährten neues gekauft.“ Die Umstellung hat auch noch einen zweiten Effekt Flugblätter geben. Hofer: „Unsere Frequenzflyer gibt es fünfmal für gehabt: „Die Leute sind wieder vermehrt in die Geschäfte gekom- Braune und Weiße Ware und jeweils dreimal für IT und TK. Da kann men. Das hat auch geholfen, ganz allgemein den Umsatz zu heben.“ sich jeder Händler das herauspicken, was am besten zu ihm passt.“ Auf dem Erfolg will man sich aber nicht ausruhen. Und so wachEP: wird auch auf den Fachhandelstagen in Salzburg ausstelsen auch die Ansprüche an die Mitglieder. So soll es für den Ge- len. Das ist für Hofer nicht nur eine Notlösung: „Die Aelvis hat vom schäftsauftritt neue Qualitätsstandards geben, auch Service und Konzept her gepasst, hat aber leider nicht die gewünschten ErServicebewerbung sollen vereinheitlicht werden, Mystery Shop- gebnisse gebracht“, sieht er das Ende der Messe nüchtern. Für den ping soll helfen, die Qualität zu sichern. „Ich würde mir auch wün- Herbst liebäugelt er mit der IFA. Nach Vorbild seiner Schweizer Kolschen, dass sich unsere Händler für eine Themenerweiterung in legen möchte er Händler nach Berlin einladen, um sie dort auf geRichtung IT und Telekom interessieren würden. Ich würde gerne führten Touren über die neuesten Trends und Entwicklungen zu mehr dafür begeistern“, gibt Hofer die Richtung in die Zukunft vor. informieren. wk

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RED ZAC HANDEL

„Das Onlinegeschäft ist eigentlich ein Offlinegeschäft“ Red Zac frischt die Optik der Marke auf und setzt auf seine Macherqualitäten. Beim Onlinehandel fürchtet man niemanden – außer vielleicht die Politik.

AUSBLICK

Korne

Red-Zac-Vorstand Peter Osel begrüßt die geplante Frühjahrs­ veranstaltung, hätte gerne aber noch eine zweite im Herbst.

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ür Red Zac war es ein harter Schlag. Mit der Firma TEMA aus Wiener Neustadt ist einer der größten Händler der Kooperation in die Insolvenz geschlittert, was auch in den Umsatzzahlen Bremsspuren hinterlassen hat. „Weil aber die anderen Händler ein deutliches Plus eingefahren haben, werden wir am Ende des Jahres trotzdem ein Plus in den Büchern stehen haben“, prophezeit Vorstand Peter Osel im Gespräch mit Elektrojournal. Besonders gut gelaufen sei die Unterhaltungselektronik, wo man sich deutlich über dem Markt bewege, bei der kleinen Weißware sei man ein bisschen hinter dem Markt. „Das liegt aber auch daran, dass hier viel über unser Zentrallager gelaufen ist und wir dort Lagerbestände abgebaut haben.“ Auch bei Red Zac hat man die Umstellung bei DVB-T positiv in den Büchern gespürt. „Das war wirklich eine Sensation“, freut sich Osel. „Aber das gibt es halt auch nicht alle Jahre.“ Osel bekennt sich eindeutig zur Messe im Frühjahr: „Wenn es eine solche Messe geben wird, dann sind wir dabei.“ Dass BSH und

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auch Miele dankend verzichten, dafür hat er kein Verständnis: „Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Für Osel ist der Frühjahrs­termin nicht genug: „ Ich habe immer gesagt, wir brauchen zwei Termine.“ Der zweite Termin wird aber definitiv nicht die IFA sein. Stattdessen setzt Osel auf Vertriebsmessen, Messen wie sie Red Zac im abgelaufenen Jahr bereits in Schladming organisiert hat. „Das sind kleine Messen mit kleinen Ständen, wo Händler und Lieferanten sich in aller Ruhe treffen können.“ Eine wichtige, aber möglicherweise kaum bemerkbare Veränderung wird es im kommenden Jahr geben: Das bereits etwas angestaubte Logo von 1997 soll modernisiert werden. „Wir haben das neue Logo schon ein paar Mal bei Präsentationen verwendet – und keinem ist es aufgefallen“, schmunzelt Osel. Offizielle Präsentation soll im Jänner sein. Beim Werbevolumen soll es im kommenden Jahr kaum Veränderungen geben, lediglich die Schwerpunkte sollen sich ein wenig in Richtung digital verschieben. Insbesondere die Bandenwerbung bei Fußballspielen hat es Osel angetan. „Das ist eine der kostengünstigsten Arten, um Fernsehwerbung zu machen“, ist er sich sicher. Trotzdem werden auch die Prospekte und Flyer eine große Rolle im kommenden Jahr spielen. Diese Bühne bespielt Red Zac mit großem Erfolg – immerhin gab es nach dem dritten Preis im vorigen Jahr heuer den zweiten Preis beim Post Prospekt Award, dem „goldenen Poldi“. Unaufgeregt auch die übrigen Pläne für das kommende Jahr: Dort will man die bereits angefangenen Projekte „Herstellerkonzentration“ und „automatische Nachbestückung“ weiterführen. Bei letzterem Projekt melden die Händler ihre Lagerbestände an die Zentrale und bekommen dann die Ware ohne weiteres Zutun nachgeliefert. Dabei können sie immer auch entscheiden, ob sie sich zwei, drei oder noch mehr Geräte ins Lager legen wollen. Die Verfügbarkeit soll bald auch schon für Käufer im Onlineshop einsehbar sein. „Die Daten brauchen wir hier ja nicht extra zu erheben.“ Kleingeräte und UE verschickt Red Zac auf Wunsch des Händlers in dessen Namen auch direkt an den Kunden, die Auslieferung von Großgeräten bleibt ihm aber selber vorbehalten. Das schafft Kundenkontakt. Amazon & Co sieht Osel nicht wirklich als den ganz großen Feind, im Gegenteil. „Es gibt immer wieder Leute, die ein Produkt bestellen und nicht damit zurechtkommen. Natürlich bieten wir da dann auch unsere Dienste an. Möglicherweise ist das sogar das bessere Geschäft.“ Für viel schädlicher hält er das politische Umfeld. „Diese Geo-Blocking-Verordnung ist geplante Mittelstandsvernichtung“, schimpft er. Im Übrigen sei das Onlinegeschäft bei Red Zac aber eher ein Offlinegeschäft. „Die Leute informieren sich im Web, suchen einen Händler in der Nähe und kaufen dort.“ wk 13


INSTALLATION MESSE

Internet der Dinge – Revolution in der Elektronikindustrie Unter dem Motto „Vernetzte Welten – Aber sicher!“ fand von 8. bis 1 ­ 1. ­November die Elektronikfachmesse Electronica in München statt. 2913 Unternehmen aus über 50 Ländern z­ eigten dazu passend ihre Lösungen. MESSE & KONG RESS

Samsung war in Halle 6 mit dem Schwerpunkt Automotive präsent.

Ina Susanne Rao

Osram entführte die Besucher via VR-Brille in die bunte 3D-Welt.

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MESSE INSTALLATION

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und 73.000 Fachbesucher aus 88 Ländern kamen in die Oktoberfest-Hochburg München, um sich über neue Produkte und Dienstleistungen aus der großen, bunten und vor allem vernetzten Welt der Elektronik zu informieren. Und sie bereuten es offensichtlich nicht. Laut Gelszus-Messe-Marktforschung bewerteten 99 Prozent die Veranstaltung mit ausgezeichnet bis gut. Zu den Topbesucherländern zählten neben Deutschland auch Italien, Österreich, Großbritannien und Nordirland. Ebenfalls vertreten waren Frankreich, die Schweiz, die USA sowie Israel und die Russische Föderation. Auch Polen und Slowenien waren am Start. Einen signifikanten Anstieg an Ausstellern verzeichneten Frankreich, China, Slowenien, die Türkei und Israel.

Komponenten, so weit das Auge reicht 2913 Aussteller aus über 50 Ländern präsentierten ihre Produkte und Technologien einem interessierten Fachpublikum. Das entspricht einem Plus von 7 Prozent gegenüber der Veranstaltung vor zwei Jahren. Dabei setzte sich der Trend fort, dass immer mehr Unternehmen ihre Komponenten im Kontext der Anwendung zeigen und damit den Bezug zur Praxis veranschaulichen. Automobilelektronik auf dem Vormarsch „80 Prozent der Innovationen im Automobilbau werden heutzutage von Mikroelektronik und Software vorangetrieben“, betonte Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München. Von neuen Assistenzsystemen über Sensoren und LEDs – die Automobilelektronik halte immer mehr Einzug in die Electronica. Ein Drittel der Aussteller zeigte Lösungen aus diesem Bereich. Einen Auftakt zur Thematik bildete zudem die am Tag vor Messestart stattfindende Electronica Automotive Conference, an der mit 228 Besuchern aus über 20 Ländern deutlich mehr als noch 2014 teilnahmen. Stimmen zur Messe „Die diesjährige Electronica hat eindrucksvoll gezeigt, wie sich unsere Lebenswelten zukünftig vernetzen und dadurch unser Alltag neu gestaltet wird“, kommentierte Falk Senger. Kurt Sievers, Fachbeiratsvorsitzender der Electronica, European Vice President und General Manager Automotive bei NXP Semiconductors, ergänzte: „Doch smarte Technologien und Anwendungen machen es unumgänglich, dass neue Securitylösungen mit dieser Entwicklung Schritt halten.“ „Security by Design ist eine wichtige Leitlinie für die Industrie. Dieser kommt zukünftig eine tragende Rolle zu“, so Christoph Stoppok, Geschäftsführer der Fachverbände Electronic Components and Systems sowie PCB and Electronic Systems des ZVEI (Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie). „Denn nur wenn es gelingt, ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

technologische Produkte über die Komponente sicher zu machen, wird das Vertrauen bei den Verbrauchern gefördert und intelligente Geräte lassen sich erfolgreich verkaufen.“ Dass Sicherheit bei vernetzten Geräten essenziell ist, dessen sind sich die Verbraucher weltweit bewusst, wie das Ergebnis des Electronica Trend-Index zeigt.

„Nur wenn es gelingt, technologische Produkte über die Komponente sicher zu machen, wird das Vertrauen bei den Verbrauchern gefördert und intelligente Geräte lassen sich erfolgreich verkaufen.“ Christoph Stoppok, GF der Fachverbände Electronic Components and Systems & PCB and Electronic Systems des ZVEI

Das Rahmen- und Konferenzprogramm Auf das Motto „Vernetzte Welten – Aber sicher!“, stimmte man sich am ersten Messetag im Rahmen des CEO-Roundtables ein. Die Diskussion zeigte: Sicherheit ist wichtig, aber gleichzeitig hoch komplex. Im Schulterschluss mit der IT-Branche sei sie aber zu bewerkstelligen. Das Internet der Dinge und Cyber Security waren auch Themenschwerpunkte bei der Embedded Platforms Conference, die mit einem Teilnehmerplus zu Ende ging – insgesamt nahmen 218 Besucher teil. Erfolgreich verlief ebenfalls die IT2-Industry, die internationale Fachmesse und Open Conference für intelligente, digital vernetzte Arbeitswelten. Hier ging es um die zukunftsweisenden Themen Industriesoftware & Systeme, industrielle IT-Security, Big Data & Cloud, Smart Factory, M2M-Kommunikation und Embedded Systems. Das erste Mal: die Electronica Fast Forward Erstmals stellte die Electronica auf einer neu geschaffenen Plattform angehende Gründer und Start-ups in den Mittelpunkt. Vier Tage wetteiferten 35 Teilnehmer aus aller Welt um den „Electronica Fast Forward Award“ in den Kategorien „Idee“, „Prototyp“ und „Startup“. Die Teilnehmer zeigten, welche Innovationskraft und Dynamik in der Elektronik steckt, und gaben mit ihren Ideen Impulse an die Industrie. ir Die nächste Electronica findet von 13. bis 16. November 2018 erneut im Messezentrum in München statt. 15


INSTALLATION SO GEHT‘S

Störlichtbogen und ­Gefährdungsbeurteilung – II In der Europäischen Norm 50110-1:2013 wurde dem Störlichtbogenschutz beim Betrieb ­elektrischer Anlagen besondere Aufmerksamkeit zuerkannt.

I

m ersten Teil dieses Fachberichts1 wurden die Aufgaben des Anlagenverantwortlichen und einige Ursachen von Störlichtbögen dargestellt. Im zweiten Teil werden nun die Wirkungsweise von Störlichtbogenschutzsystemen und ihre Bedeutung für die Gefahrenanalyse angesprochen.

1. Störlichtbogen

1.1. Störlichtbogenschutzsysteme Eine seit einigen Jahren in der Praxis verwendete Methode zur schnellen Erkennung von Störlichtbögen ist die Erfassung des vom Störlichtbogen ausgesendeten Lichts. Dabei werden innerhalb der Schaltanlage auftretende Lichtbögen innerhalb der ersten beiden Millisekunden ihres Bestehens erfasst. Danach wird die den Lichtbogen speisende Netzspannung mit einem pyrotechnischen Kurzschließer in wenigen Millisekunden kurzgeschlossen. Dieser Kurzschluss wird dann durch Leistungsschalter ausgeschaltet. Die Ausschaltung erfolgt innerhalb weniger Millisekunden. Druck und Temperatur in der Schaltanlage werden wirkungsvoll begrenzt (Bild 1.1.)

Bild 1.1. Wirkungsweise von Störlichtbogenschutzsystemen; ­ rinzipdarstellung P

apparatur beschränkt, obwohl die simulierten Einwirkenergien tatsächlich einen großen Teil praktisch möglicher Expositionen abdecken.“ [9]

1.2. Auswahl von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) Auf Basis der Gefährdungsbeurteilung des Anlagenverantwortlichen hat der Arbeitsverantwortliche wesentliche schutztechni- 1.3. Gefährdungsbeurteilung sche Parameter für das Arbeiten an oder in der Nähe spannungs- Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung sind zunächst alle Gefährdungen zu ermitteln, welche in einem Arbeitsbereich aufführender Teile zu wählen. treten können. Dazu zählen u. a. die Auswahl der geeigneten Klasse der PSA (konkreter: PSAgS2), des minimalen Arbeitsabstandes und allDanach werden anhand der Beurteilung dieser Gefährdunfällige Eingriffe in die Abschaltcharakteristik vorgeschalteter gen die Arbeitsmethode, die zu treffenden Schutzmaßnahmen, Schutzorgane (z. B. Verringerung der Abschaltzeit des vorgela- die Qualifikation der Arbeitenden, die für die Arbeit notwendigerten Schutzorgans in Abhängigkeit der Störlichtbogenschutz- gen Arbeitsmittel und die persönliche Schutzausrüstung festgelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass den Arbeitnehmer/ klasse der PSA). Bei der Auswahl von PSA ist zu beachten (gleichzeitig ist -innen sicheres Arbeiten möglich ist. das auch eine der Schwierigkeiten, mit der Praktiker konfronFür die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen und die tiert sind), dass „auch die in den Normen EN 61482-1-1 und EN Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung gibt es mittlerweile 61482-1-2 (zusammen mit IEC 61482-2) verwendeten Parame- umfassende Informationsschriften [3], [10]. ter nicht den einfach nachvollziehbaren Anlagencharakteristika Im Falle (typ)geprüfter Schaltanlagen, für die der prüftechwie Kurzschlussstromstärke, Dauer der auftretenden Störlichtbö- nische Nachweis der Lichtbogenfestigkeit vorliegt (z. B. Lichtgen, Wechsel- bzw. Drehstrom usw. entsprechen. bogenprüfung gemäß VDE 0671-200, Prüfung gemäß DIN EN Davon lassen sich Betreiber und andere Betroffene häufig 61439-2 Beiblatt 1:2016-01), kann beim Bedienen und Arbeiverwirren, denn sie identifizieren Parameter der Prüfapparatur ten an einer geschlossenen Anlage Personenschutz vorausgefälschlicherweise mit realen Anlagencharakteristika. setzt werden. Dabei wird ignoriert, dass die Prüfnorm ausschließlich phyBei nicht geprüften Anlagen kann nicht davon ausgegangen siologisch wirksame Einwirkenergien auf die Haut simuliert, die werden, dass die Anlagen im Falle eines inneren Lichtbogentheoretisch durch verschiedenste Prüfkonstellationen erzeugt fehlers geschlossen bleiben oder dass keine unzulässigen Lichtwerden können. Demzufolge wird die Eignung der normgeprüf- bogenwirkungen außerhalb der Anlage auftreten (z. B. durch ten PSA irrtümlich auf Anlagen mit den Charakteristika der Prüf- austretende heiße Gase, berstende Teile etc.); hier muss eine Be16 

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SO GEHT‘S INSTALLATION

handlung wie im Falle geöffneter Anlagen erfolgen (siehe dazu auch die ausführlichen Ausführungen in [3]). Die Summe der Maßnahmen muss das Arbeiten unterhalb des höchsten vertretbaren Risikos („sicheres Arbeiten“) ermöglichen.

2. Zusammenfassung

In der Europäischen Norm 50110-1:2013 wurde dem Störlichtbogenschutz beim Betrieb elektrischer Anlagen besondere Aufmerksamkeit zuerkannt. Störlichtbögen können in Hoch-, aber auch in Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen auftreten und können auch bei der Durchführung von Arbeiten an der Anlage ausgelöst werden. Der Anlagenverantwortliche hat eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, die die Beurteilung der Gefahren von Störlichtbögen einschließt. Auf Basis dieser Gefährdungsbeurteilung werden (ggf. gemeinsam mit dem Arbeitsverantwortlichen) die anzuwendenden Arbeitsverfahren und die zu verwendende persönliche Schutzausrüstung ausgewählt.

3. Literaturhinweise

[1] Ludwar G., Mörx A.: Elektrotechnikrecht, Praxisorientierter Kommentar, ÖVE; Mai 2007; ISBN:978-3-85133-044-1 [2] Henschl T., Mörx A.: Elektroinstallation in Gebäuden, Neuauflage; Österreichischer Wirtschaftsverlag; 2012; ISBN 3-85212-116-5 [3] DGUV Information 203-077, Thermische Gefährdung durch Störlichtbogen; 3. Druckauflage, Oktober 2012; Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV), 10117 Berlin

[4] DIN EN 61439-2 (VDE 0660-600-2) Beiblatt 1:2016-01; Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen Teil 2: Energie-Schaltgerätekombinationen; Beiblatt 1: Leitfaden für die Prüfung unter Störlichtbogenbedingungen infolge eines inneren Fehlers [5] ÖVE/ÖNORM EN 62271-200:2012-09-01;Hochspannungs-Schaltgeräte und -Schaltanlagen Teil 200: Metallgekapselte Wechselstrom-Schaltanlagen für Bemessungsspannungen über 1 kV bis einschließlich 52 kV [6] ÖVE/ÖNORM EN 62271-200/AC:2016-03-01; Hochspannungs-Schaltgeräte und -Schaltanlagen - Teil 200: Metallgekapselte Wechselstrom-Schaltanlagen für Bemessungsspannungen über 1 kV bis einschließlich 52 kV (IEC 62271-200:2011) (Berichtigung) [7] ÖVE/ÖNORM EN 50110-1:2014-10-01; Betrieb von elektrischen Anlagen Teil 1: Allgemeine Anforderungen [8] EN 50110-1:2013; Betrieb von elektrischen Anlagen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen [9] Sachstandsbericht der KAN-Arbeitsgruppe „PSA gegen Störlichtbögen“, 2012; Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN), D-53757 Sankt Augustin [10] Leitlinie für die Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung gegen thermische Auswirkungen eines Störlichtbogens; 2. Auflage 2011, ISBN 978-3-937824-09-3; ­Herausgeber: Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit Sektion Elektrizität, Gas und Wasser, D-50968 Köln

1 Elektrojournal 11/2016 2 Persönliche Schutzausrüstung gegen die thermischen Auswirkungen eines Störlichtbogens (PSAgS). Als persönliche Schutzausrüstung gegen die thermischen Auswirkungen eines Störlichtbogens (PSAgS) gilt jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden und das diese gegen die thermischen Gefahren eines Störlichtbogens schützen soll.

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INSTALLATION WERKSTOFFE

Die Bauökologie setzt neue ­Standards in der Elektrotechnik Beim ökologischen Bauen spielen die eingesetzten Materialien eine wichtige Rolle. Dazu gehören halogenfreie Kunststoffe, die sich als vorteilhaft in puncto Sicherheit im Brandfall zeigen. Außerdem sind sie nicht viel teurer als handelsübliches PVC.

Dietzel Univolt

MATERIALKUNDE

Oliver Ferner-Pranter, Vertriebsleiter und Prokurist bei Dietzel Univolt, hält beim Tag der Elektrotechnik in Wien ein flammendes Plädoyer für halogenfreie Kunststoffe in der Elektroinstallation.

Ö

kologisches Bauen ist einerseits Schlagwort, das mit vielen Inhalten gefüllt werden kann – Energieeffizienz, natürliche Materialien, Recycling, alternative Baukonzepte –, andererseits aber auch ein Trend, der viele Neu- und Weiterentwicklungen bei Technologien bewirkt hat. Wenn aus einem bloßen Trend eine Bewegung mit breiter Akzeptanz wird, müssen gerade im technischen Bereich allgemeingültige Regelungen getroffen werden – Standardisierung findet statt. Dies gibt Bauherren und Planern die Sicherheit, nach einheitlichen Qualitätsmaßstäben arbeiten zu können, ist aber auch mit entsprechendem Mehraufwand verbunden.

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Dietzel Univolt – schon lange im Bereich der Elektrotechnik unterwegs – beteiligt sich beim Entwickeln und Anpassen von nationalen und internationalen Normen, die für die Elektroinstallation relevant sind – vor allem im Bereich halogenfreier Kunststoffe. Seit der Ersteinführung vor fast 30 Jahren haben diese Werkstoffe einen Siegeszug angetreten, der auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Ein Punkt ist der, dass diese Kunststoffe im Brandfall höhere Sicherheit geben. Sie haben nämlich eine geringere Brandlast, sie vermindern die Rauchgasdichte und verhindern das Entstehen von korrosiven Gasen. Daher wurde dafür gesorgt, dass halogenfreie Installationen inzwischen in Österreich in allen öffentlichen Bauten zur Pflicht erhoben wurden. Der ökologische Aspekt wird allerdings auch relevant, wenn sich die in der Regel jahrzehntelange Nutzungsdauer ihrem Ende zuneigt. Halogenfreie Kunststoffe lassen sich einerseits genauso gut recyceln wie herkömmlicher Kunststoff – das heißt zu 100 Prozent –, andererseits sind sie aber auch problemlos und mit viel weniger Aufwand entweder in modernen Müllverbrennungsanlagen zu entsorgen oder man kann sie in Deponien einlagern. Nicht nur Bauvorschriften wissen inzwischen um die Vorteile, sondern auch diverse Zertifizierungen für unter ökologischen Gesichtspunkten erstellte Gebäude erkennen diese an. Diese Zertifikate werden immer wichtiger, auch aufgrund steuerlicher Anreize und staatlicher Förderungen, für deren Inanspruchnahme bestimmte Standards nachgewiesen werden müssen. So ist etwa der Verzicht auf PVC ein Kriterium für die Verleihung des klimaaktiv-Zertifikats, das die ökologische Qualität von Neubauten und sanierten Gebäuden nachweist. Halogenfreie Installationsmaterialien hatten allerdings bisher mit einem Makel zu kämpfen, der in der schwierigen Situation der Baubranche häufig ein K.-o.-Kriterium war: Es ist teurer als das handelsübliche PVC. Dass dies nicht zwingend der Fall sein muss, hat Dietzel Univolt jetzt bewiesen. Neue Material- und Produktionstechniken machen den Anteil einer modernen, halogenfreien Elektroinstallation an den Gesamtkosten eines Gebäudes vernachlässigbar. Der Trend zur Ökologisierung von Baumaterialien hatte in der Elektrotechnik lange eine untergeordnete Bedeutung. Wer allerdings zusätzlichen Umsatz und damit Mehrwert für sich und die Branche als Ganzes generieren will, darf diese Entwicklungen nicht länger ignorieren. ir ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


NEUIGKEITEN INSTALLATION

Eröffnung der Automotive Akademie des ÖWV

Endlich Bürotag!

Der Österreichische Wirtschaftsverlag investiert in die Zukunft: Kürzlich entstand mit Gira als Projektpartner ein mit moderner Technik ausgerüsteter Schulungsraum.

Peter Seipel

ENT WICKLUNG

Die ersten KFZ-Schulungen haben bereits in der neu eröffneten Automotive Akademie des ÖWV stattgefunden.

Der Österreichische Wirtschaftsverlag setzt auf Aus-und Weiterbildung. Es entstand eine mit moderner Technik ausgestattete KFZ-Schulungswerkstatt in Liesing, im 23. Wiener Gemeindebezirk. Sie soll für Kurse, Seminare und Weiterbildungen genutzt werden. Um die Kursteilnehmer auf den aktuellen Stand des Wissens bringen zu können, wurde großer Wert auf die technische Ausstattung gelegt. „Die Geräte und Werkzeuge sind auf dem neuesten technischen Stand, wir haben alles da, was wir brauchen“, freut sich Werner Fessl, Trainingsleiter und ehemaliger Landesinnungsmeister der Wiener Kfz-Techniker. Drei Trainer können bis zu 36 Schulungsteilnehmer gleichzeitig an drei Stationen unterrichten. Der Raum lässt sich durch das klappbare Stuhlkonzept als Klassen- oder Kinobestuhlung an die Personenanzahl anpassen. Wenn sich die Unterrichtseinheit zum Beispiel um neue Prüfmethoden nach Paragraf ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

57a dreht, können diese auch gleich am konkreten Fahrzeug vorführt werden. Zur Grundausstattung des Raums wurden Komponenten aus der Gebäudeautomatisierung von Gira gewählt. Diese steuern das Licht, die Heizung, die Alarmanlage sowie die Zutrittskontrolle via Code. Sollte also zum Beispiel das Licht defekt sein, wird direkt eine SMS als Information versendet. Zum Equipment zählt eine Scherenhebebühne mit Rüttelplatte, eine zusätzliche Hebevorrichtung, eine Zweisäulenhebebühne, eine Diagnosestation für Abgasmessung und Steuergerätediagnose, ein ferngesteuerter Bremsenprüfstand und ein Scheinwerfer-Einstellgerät. Außerdem gibt es ein Prüfgerät für Bremsflüssigkeiten sowie Akku- und Handwerkzeuge. Die ermittelten Mess­ ergebnisse lassen sich zur Veranschaulichung für die Schulungsteilnehmer über einen Beamer auf eine Leinwand projizieren. ps/ir

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INSTALLATION VERANSTALTUNG

femOVE: Das N ­ etzwerktreffen von Frauen für Frauen Führungspositionen sind heute immer noch größtenteils mit Männern besetzt, auch wenn sich bereits viel getan hat: Es gibt viel mehr Frauen in technischen Berufen sowie im ­Topmanagement. Und genau diese Frauen sind bereit und daran interessiert, sich zu vernetzen.

OVE/Marco De Boes

BRANCHENTREFF

femOVE-Vorsitzende Michaela Leonhardt ist überzeugt, dass ­ elebte Diversität in Unternehmen zum Innovationstreiber wird. g

D

as Technische Museum Wien leert sich langsam, während vereinzelt noch Eltern mit ihren Kindern auf dem futuristisch aussehenden Mobiliar sitzen. Geöffnet ist bis um 18 Uhr, dann müssen die gewöhnlichen Tagesbesucher gehen, denn dann startet das femOVE-Treffen. Im ersten Stock angekommen, steht eine Bar mit diversen ­Getränken für die femOVE-Netzwerkerinnen bereit, wo die rund 60 Teilnehmerinnen Zeit haben, sich an den Bartischen miteinander bekanntzumachen oder bekannte Gesichter zu begrüßen. Bevor der Vortrag beginnt, werden auch schon die ersten Visitenkarten ausgetauscht, während sich die (Elektro)Technikerinnen über ihren bisherigen Werdegang unterhalten. femOVE-Vorsitzende Michaela Leonhardt eröffnet das Event. Sie geht der Frage nach, was Netzwerke, Innovation und die Zukunft miteinander verbinden könnte. Die Antwort: Diversität. „Um den Technologiewandel zu managen, setzt die Branche zunehmend auf Diversität und innovative Gestaltungskraft“, bekräftigt Leonhardt. Leonhardt spricht von ihren eigenen Erfahrungen als Expertin für erneuerbare Energien und lobt das Networking – nicht nur bei Frauen: „Fachlicher Austausch und die unternehmensübergreifenden ,lessons learned‘ bringen einerseits frischen Wind ins Arbeitsleben, andererseits lassen sich viele gute und erprobte Ideen auch auf andere Unternehmen übertragen.“ Und: „Firmenübergreifende Netzwerke wie femOVE stellen eine attraktive Basis zum Austausch und für neue Kontakte dar“, ist sich ­Leonhardt sicher. Zweite Vortragende des Abends ist Gabriele Zuna-Kratky, die Direktorin des Museums. Sie führt das Gespräch mit Witz und Charme fort. Sehr offen spricht sie darüber, welchen Herausfor20 

Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky lud mit femOVE zum Netzwerktreffen ins Technische Museum Wien ein.

derungen sie sich bei ihrem Einstieg in den Beruf als Managerin stellen musste. Zuna-Kratky ist die erste Frau, die sich bis an die Spitze von einem der acht österreichischen Bundesmuseen hochgearbeitet hat. Der Austausch in beruflichen Situationen mit anderen Frauen habe ihr während ihrer beruflichen Laufbahn oft sehr gefehlt, sagt sie. Inzwischen habe sich aber einiges in der Branche getan: Technische Berufe sind nicht mehr nur eine Männerdomäne und auch im Topmanagement sind Frauen heutzutage inzwischen zu finden. In den Jahren ihrer Leitung des Technischen Museums Wien konnte Zuna-Kratky vieles weiterentwickeln. Während zunächst der Fokus auf der historischen Technikentwicklung lag, verlagert sich der Schwerpunkt mehr und mehr auf die Darstellung von aktuellen Technologien. Mit der laufenden Sonderausstellung „Stadt der Zukunft“ soll nun schon die Zukunft vorweggenommen werden. Die Ausstellung zeigt innovative Konzepte des Lebens und Arbeitens im urbanen Raum. Für die Frauen gibt es Sonderführungen. Während Jürgen Öhlinger der einen Gruppe von Netzwerkerinnen die sinnvolle Nutzung von Betonflächen näherbringt, klärt Alexander Veiter über noch sehr utopische Ideen auf, wie er selbst mit einem Lächeln sagt. Dabei zeigt er auf ein Aufwindkraftwerk in einem Schaukasten, das jedoch 1000 Meter hoch sein müsste, damit es auch wirklich funktionieren würde. Am Ende der Führungen haben die Frauen noch reichlich Zeit für Networking und den Austausch von Kontaktdaten. So manche Teilnehmerin verließ das Museum mit der Gewissheit, dass zukunftsorientierte Arbeitsgruppen in gemischten Teams und jeden Alters einen großen Beitrag am kommenden Erfolg leisten können. rs ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


WEIHNACHTSAKTION INSTALLATION

Vorweihnachtliche Einblicke in die Arbeitswelt bei Klauke Es ist schon Tradition: Jedes Jahr zur Adventzeit lädt Klauke den Verein ­Morgenstern in seine Räumlichkeiten nach Leobersdorf ein. Der Verein kümmert sich um sozial ­benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten.

Verein Morgenstern

WEIHNACHTSAKTION  

Ina Susanne Rao

Andreas Spreitzer, Leitung Tischlerei, Kevin, Christoph, Tischler Hannes Nebel und Gerhard Gollinger freuen sich über den guten Ruf, den die Tischlerei genießt.

Thomas Farthofer, Geschäftsführer bei Klauke, zeigt, wo der neue Arbeitsplatz entstehen soll.

B

ereits zum achten Mal lud Klauke den Verein Morgenstern zu einem Praktikumstag in das Firmengebäude nach Leobersdorf ein. Die Aufgabe, die heuer zu erfüllen war, bestand darin, eine Trennwand zwischen dem Verkaufs- und dem Servicebereich zu errichten, um so die Geräuschkulisse zu verringern. Notwendig wurde diese Trennwand, weil Klauke seinen Servicebereich um einen Arbeitsplatz auf zwei erweitern will. Als Ziel nennt Thomas Farthofer, Geschäftsführer bei der Klauke Handelsgesellschaft, dabei eine effiziente Arbeitsplatzgestaltung für die Mitarbeiter, die für die Kunden noch kürzere Durchlaufzeiten bei der Werkzeugwartung bringen soll. Die Umbauarbeiten erfolgen in mehreren Schritten und sollen bereits Ende Jänner 2017 abgeschlossen sein. Der 1998 gegründete Verein Morgenstern bietet heilpädagogische und sozialtherapeutische Begleitung und hilft Menschen mit Lernschwierigkeiten sowie sozial benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich in die Arbeitswelt zu integrieren. Auf hauseigene, erlebnispädagogische Projekte wird von Beginn an großer Wert gelegt, auch Trainingswohnungen können bei Bedarf bezogen werden. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt darauf, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen, um ihnen die Eingliederung in den Arbeitsalltag zu erleichtern. Derzeit zählt der Verein 66 Mitarbeiter, die sich um 59 junge Menschen von 14 bis 26 Jahren kümmern. Eine Tischlerwerkstatt des Vereins Morgenstern – das Team besteht aus zwei Tischlern und einer Hilfskraft – gab es schon bei ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

der Gründung des Vereins. Nach einer Pause seit 2015 wieder aktiv, boomt die Tischlerei nun geradezu: Es spricht sich eben schnell herum, wenn Arbeiten zeitgerecht, professionell und durchdacht realisiert werden. Mundpropaganda lautet das Zauberwort. Bedingt durch die gute Auftragslage ist die Tischlerei im Februar 2016 in eine GmbH umgewandelt worden. Außerdem ist ein Umzug in eine größere Halle, die bereits dem Verein gehört, geplant. Und auch im Bereich Ausbildung geht es vorwärts: Ab nächstem Jahr steht eine Lehrstelle für Tischler zur Verfügung. In Kooperation mit dem BFI ist eine teilintegrierte Lehre in einer vierjährigen Ausbildung angedacht. Im Gespräch mit Elektrojournal gab Thomas Farthofer einen kurzen Ausblick auf die Power Days 2017, auf denen Klauke wieder mit Messestand für ihre Kunden und Partner präsent sein wird. Der Fokus werde kommendes Jahr auf Messgeräten und Werkzeugen mit GPS-Ortungssystemen liegen, verriet Thomas Farthofer. Aber auch über das ganze Jahr verteilt ist das Unternehmen aktiv. Klauke stärkt beispielsweise seine Partner mit regel­mäßig stattfindenden Schulungen zur normgerechten Verarbeitung elektrischer Verbindungstechnikkomponenten. Die Inhalte ­umfassen praxisrelevante Themen wie die Wahl des richtigen Kabelschuhs, informieren darüber, inwieweit die altbewährte Kerbung noch zulässig ist oder welche Pressformen es gibt und welche davon die geeignete Variante für welche Anwendung ist. ir 21


Doris Bracher/WKO

INSTALLATION THEMA

Die versammelte Mannschaft der Landesinnung für Kommunikationselektroniker. In der Mitte der glückliche Gewinner des ersten iPad-Gewinnspiels.

Informativ und abwechslungsreich – der Tag der Elektrotechnik der WKNÖ WKO -TAGUNG Die Wirtschaftskammer Niederösterreich veranstaltete am 4. Oktober 2016 bereits zum zweiten Mal die Landesinnungstagung. Das Event fand in Kombination mit dem „Tag der Elektrotechnik“ im WIFI in St. Pölten statt. Das spannende Programm lockte zahlreiche Besucher an.

E

röffnet wurde die heurige Veranstaltung von Friedrich Manschein, dem Landesinnungsmeister für NÖ. Direkt nach ­seinen Grußworten startete der Tag der Elektrotechnik, der mit seinen Vorträgen ein breites Spektrum an Themen abdeckte.

Ein bunter Unternehmensstrauß Easytherm etwa informierte über Entwicklungen und Bauordnungen bei Infrarot­ heizungen, während Dietzel Wissenswertes zu halogenfreier Verrohrung weitergab. Des Weiteren stellte Eaton seinen neuen Brandschutzschalter und Sonnen seinen Hybrid-Stromspeicher vor. Dem Thema Moderner Großhandel widmete sich Sonepar und Evon beleuchtete die Smart-Home-Thematik näher. Abus war mit seinen Video- und Alarmanlagen vor Ort und die ETU präsentierte ihre Planungstools für Photovoltaikanlagen und den Energieausweis für Gebäude. Zu den ausstellenden Unternehmen zählten Satimo mit seinen Fahrzeugeinrichtungen, Busch-Jaeger mit ihren Lösungen zur Haussteuerung, Jablo­ tron und Telenot mit Hybridsystemen (Funk und Verkabelung) sowie Alarmanlagen. Klauke gab Neuigkeiten seine Montagewerkzeuge betreffend weiter, Metz Connect stellte seine Kabelsteckverbindungen vor und Siemens präsentierte seinen Brandschutzschalter. 22 

KMUs und Ausbildung Im Anschluss wurde die Landesinnungstagung der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker NÖ abgehalten. Bundesobfrau für Gewerbe und Handwerk Renate Scheichelbauer-Schuster bedankte sich zu Beginn bei den KMUs für deren Beitrag bezüglich der Lehrlingsausbildung. „Wir brauchen den qualitativen Gewerbezugang“, kommentierte sie die laufenden Verhandlungen zur Gewerbeordnung und forderte auch Erleichterungen des Betriebsanlagenrechts hinsichtlich Dauer und eine Harmonisierung mit dem Arbeitsinspektorat. Sie zeigte sich zuversichtlich für die Anpassung eines nationalen gleichwertigen Lehrabschlusses. Landesinnungsmeister Friedrich Manschein freute sich über die zahlreichen Gäste der Tagesveranstaltung und berichtete über die Entwicklung an den Berufsschulen, deren Internate nicht mehr von der Innung, sondern von der Arge verwaltet werden. Die Wohnqualität der Schüler konnte durch die Neugestaltung der sanitären Räume verbessert werden. Die Schaffung eines Fitnessraums mit modernen Geräten ist ein weiterer Beitrag dazu, dass sich die jungen Leute wohlfühlen können. Eine Neuerung bei der Lehrabschlussprüfung stellt eine App dar, welche für Lehrlinge zur spielerischen Übung im Hinblick auf die Prüfung entwickelt wurde. Unter dem Motto „Finde eine ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


TAGUNG INSTALLATION

Lehrstelle, die zu Dir passt“ wurde eine Lehrlingsoffensive mit einer Homepage eingerichtet. Als kleiner Anreiz, die Seite zu besuchen, gibt es ein Gewinnspiel, bei dem es ein iPad zu gewinnen gibt. Um die Gründe für die sinkenden Lehrlingszahlen zu erkunden, wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Abschließend verkündete Manschein den Beginn einer Roadshow zum Thema „Energie und vernetzter Haushalt“.

Reger Andrang herrschte an den Ständen der Aussteller.

Aktuell in Österreich Bundesinnungsmeister Joe Wittke informierte, dass der „Tag der Elektrotechnik“ in allen Bundesländern stattfinden werde. Er berichtet, dass bereits 350 Firmen der E-Marke beigetreten sind, und erörterte einen Test der Innung zu am Markt erhältlichen Plug&Play-Photovoltaikmodulen. Dieser soll beweisen, dass sie im Standby-Betrieb mehr Strom verbrauchen, als sie liefern. Da Österreich bis 2020 satte 80 Prozent elektrischen Energieanteil haben muss, fordert Wittke den Einsatz von Elektroheizungen im geförderten Wohnbau.

Ein inniger Abschied Unter Beifall bedankte sich der scheidende Bundesinnungsmeister Joe Wittke für die Unterstützung in den letzten 30 Jahren, in denen er das verantwortungsvolle Amt innehatte. „Ich möchte mich nicht für die Kämpfe, die ich mir mit der Industrie lieferte, entschuldigen“, sagte er als Abschlussworte. „Ich hoffe, ihr seid mit dem zufrieden, was wir miteinander erreicht haben.“ Spontan übergab Manschein einen Schreibblock an Wittke, da dieser bei seinen Kollegen berühmt war, nie einen bei sich zu haben. Manschein und die WKNÖ hoffen, dass Wittke der Innung auch zukünftig erhalten bleiben möge, etwa als Konsulent. et ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

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Eaton

INSTALLATION BAUTEILE & FERTIGUNG

Ein US-Konzern, der auf das Waldviertel setzt In Schrems und im benachbarten tschechischen Suchdol wird eines der ­zukunftsträchtigsten Produkte von Eaton produziert: der Brandschutzschalter AFDD. HAUSBESUCH

D

ie Stadt Schrems hat sich vom Waldviertel verabschiedet. Nein, natürlich hat sie nicht die Geografie verändert, sondern das Schicksal der industriearmen Region besiegt: In Schrems sitzen nämlich nicht nur eine Produktionsniederlassung von Elk Fertighaus oder die Gea-Fertigung, sondern auch eines der wichtigsten europäischen Werke des irisch-amerikanischen Konzerns Eaton. Schrems ist eine wohlhabende Stadt, weil es ihr gelungen sei, die Industrie anzuziehen beziehungsweise zu halten, erzählt Eaton-Österreich-Chef Thomas Frank. Der Konzern mit Sitz in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio profitiere vom historischen Werk der deutschen Unternehmensgruppe Felten & Guilleaume (F & G). Der Ursprung von F & G liegt im Seilereibetrieb der Kölner Familie Felten. Anfang des 19. Jahrhunderts heiratete die FeltenTochter Christina den Apotheker und Chemiker Karl Guilleaume, der bald im Geschäft seines Schwiegervaters Theodor Felten tätig wurde. 1892 wurde das Carlswerk ein eigenständiges Unternehmen, 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die auch bald in Wien und Budapest Tochtergesellschaften gründete. Von da an besteht die bewegte Geschichte aus einem ständigen Geben und Nehmen: F & G erwarb zahlreiche Unternehmen, wechselte aber auch häufig den Eigentümer. Als der über lange Zeit hinweg größte Einzelaktionär stach der spätere Luxemburger Stahlkonzern Arbed hervor.

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Im 20. Jahrhundert produzierte das Unternehmen vor allem Telefonkabel und -apparate und gehörte bis in die 70er-Jahre neben Siemens & Halske sowie AEG zu den führenden deutschen Unternehmen der Telekommunikationsbranche. Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein Teil der Produktion in ein für die alliierten Bomber möglichst schwer erreichbares Gebiet verlegt – die Herstellung elektrischer Spulen wanderte nach Eugenia bei Schrems im Waldviertel. Im Gegensatz zum Kölner Zentralwerk konnte dort schon 1948 die Produktion wieder aufgenommen werden. Ein Jahr später begann bereits die Fertigung von Schutzschaltern. Dort und im inzwischen gegründeten Wiener Entwicklungszentrum wurde der heute noch verwendete Fehlerstromschutzschalter unter der Leitung von Gottfried Biegelmeier erfunden. Teilbesitzer von F & G nach dem Zweiten Weltkrieg waren neben Arbed auch der niederländische Industriekonzern Philips und der deutsche Gigant Siemens. 1995 wurden die österreichischen Kabelhersteller Pengg Breitenfeld und Mayer & Drössler erworben. Doch die Beteiligung am Kabelkartell schwächte die Position des Unternehmens, sodass es ab 1998 schrittweise durch die Moeller-Gruppe übernommen wurde. Die Kabelsparte ging an den dänischen Konkurrenten nkt. Ende Dezember 2004 wurde F & G mit der Moeller-Gruppe vollständig fusioniert. Schließlich erfolgte dann in 2007 die Übernahme durch Eaton. ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


BAUTEILE & FERTIGUNG INSTALLATION

In der Produktion im Eaton-Werk in Suchdol setzen die Mitarbeiterinnen die Einzelteile zusammen (oben). In Schrems fertigen Roboter die elektrischen Schaltungen (unten links). Einer der 2000 Schutzschalter, die pro Woche das Werk verlassen (unten rechts).

In der Schremser Anlage werden etwa 700 Mitarbeiter beschäftigt, obwohl die Fertigung von Metall- und Kunststoffkomponenten für verschiedene elektrische Schaltungen fast vollautomatisch und weitgehend robotisiert abläuft. Die Menschen „bedienen“ hier die Maschinen – von der Programmierung über die Überwachung bis zur Verpackung und zum Abtransport. Die Komponenten kommen zu einem Großteil in das 15 Autominuten entfernte Eaton-Werk im tschechischen Suchdol, wo die „Handarbeit“ folgt. Rund 700 Frauen aus der Umgebung – Männer sind nur in der Organisation und im Management zu finden – setzen die aus Schrems kommenden Einzelteile zusammen, unter anderem zum brandneuen Brandschutzschalter AFDD (siehe Elektrojournal 11/2016). Bemerkenswert: Die meisten Arbeiterinnen sitzen in Vierergruppen zusammen und wechseln von Zeit zu Zeit die Plätze, um Monotonie vorzubeugen. „Wir hatten hier lange Fließbandarbeit, haben sie aber umgestaltet, weil die Fehlerquote zu hoch war“, erzählt Qualitätsmanager Christoph Liebig, der aus Deutschland nach Suchdol geholt wurde. Der Ausschuss liege im Moment bei 4 Prozent – ein Wert, der selbst in der Schremser Roboterproduktion nicht erreicht wird. Laut Markus Rabl, dem Produktionsverantwortlichen für den AFDD, verlassen gegenwärtig 2000 Schutzschalter pro Woche das österreichisch-tschechische „Zwillingswerk“. Mit steigender Nachfrage könne die Fertigung verdoppelt werden. pm

Zuverlässige Hutschienen-Netzgeräte mit 120 und 240 Watt Recom ergänzt seine Netzgeräte für die Hutschiene um Serien mit ­ ennleistungen von 120 und 240 Watt. N

Die Redin-Netzgeräte arbeiten mit Eingangsspannungen von 85 bis 264 Volt Wechselstrom und sind daher weltweit einsetzbar. Sie sind mit einem aktiven PFC-Schaltkreis ausgestattet und erreichen einen Power-Faktor von mehr als 0,95. Die Redin-120-Serie ist mit Spannungen von 12, 24 oder 48 Volt Gleichstrom am Ausgang lieferbar – die Redin-240-Serie liefert 24 oder 48 Volt Gleichstrom. Die Anschlussklemmen sind für Drähte mit bis vier Quadratmillimeter Querschnitt ausgelegt. Beide Netzteile sind zwischen Eingang und Ausgang mit drei Kilo-Volt Wechselstrom pro Minute isoliert. Sie erreichen Wirkungsgrade bis 92,5 Prozent (Redin-120) oder bis 94,3 Prozent (Redin-240). Dies reduziert den Stromverbrauch und die Wärmeentwicklung innerhalb geschlossener Gehäuse. Die Betriebstemperatur liegt zwischen -25 und +70 Grad Celsius; bis +60 Grad Celsius steht die nominelle Leistung zu Verfügung. Bei Überschreiten der zulässigen Temperatur sowie bei Überspannung, Überlast und Kurzschluss schalten die Module ab, um die Anlage zu schützen. Zusätzlich zu der Rot/Grün-Indikator-LED lässt sich über potenzialfreie Relaiskontakte ein „Power Good“-Signal erzeugen, das zur Betriebsanzeige am SchaltELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

Recom

STROMVERSORGUNG

Recom stellte die neuen Netzgeräteserien für die Hutschiene vor.

schrank dient oder als Störmeldung der SPS zugeführt werden kann. Die Modelle verfügen über Metallgehäuse, die sich rückseitig und seitlich auf die Hutschiene montieren lassen. Beide Versionen messen 124,4 Millimeter Höhe und 114,5 Millimeter Tiefe. Das Redin-120 ist 33 Millimeter breit und das Redin-240 benötigt 46 Millimeter Platz. Nach UL508, UL60950-1 und IEC/EN60950-1 zertifiziert, entsprechen die Module Class B der EN55022/55024 EMV Normen. Die Herstellergarantie beträgt fünf Jahre. ir 25


INSTALLATION WARNMELDER

Ei Electronics

Audio-Link unterstützt die Ereignisdiagnose im Rahmen von Service- und Wartungsarbeiten. Der Kohlenmonoxidwarnmelder von Ei Electronics (rechts) besitzt einen elektrochemischen Sensor zur Messung des Kohlenmonoxidgehalts der Luft.

Kohlenmonoxid: unsichtbar, geruchlos – und tödlich LEBENSRE TTER  

Jahr für Jahr fordern Kohlenmonoxidvergiftungen in privaten Wohnbereichen ­zahlreiche Tote und Verletzte. Durch den Einsatz von Warnmeldern, die schon bei geringen Gas­ konzentrationen Alarm auslösen, ließe sich Schlimmeres verhindern.

K

ohlenmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses, nicht reizendes Atemgift, das bei unvollständiger Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien wie Holz, Öl oder Erdgas entsteht. Gefahr besteht immer dann, wenn nicht genügend Sauerstoff bei der Verbrennung zur Verfügung steht. Häufige Unfallursachen sind verstopfte Kamine und defekte Gasthermen. Aber auch Holzpellets können bei der Lagerung das giftige Gas freisetzen, das durch Betonwände diffundiert und unbemerkt in Wohnbereiche vordringen kann. Atmet der Mensch eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration ein, bindet sich das giftige Gas direkt an die roten Blutkörperchen und blockiert die Aufnahme von Sauerstoff im Blut. Infolgedessen kommt es zu einem Sauerstoffmangel, der zu Nervenschäden und zum Tod führen kann. Das Heimtückische daran: Der Mensch kann Kohlenmonoxid nicht wahrnehmen.

Hightech sorgt für Sicherheit Kohlenmonoxidwarnmelder schlagen bereits bei geringen Gaskonzentrationen Alarm. Die Voraussetzung für ein zuverlässiges Funktionieren im Gefahren26 

fall ist ein hochsensibler und präzise eingestellter Sensor. Kohlenmonoxidwarnmelder wie die der Ei208-Serie besitzen eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren einschließlich Stromversorgung. Das Herzstück, der elektrochemische Sensor, wird werksseitig in echtem Gas kalibriert und löst bereits ab 43 ppm (Parts per Million) einen Voralarm aus. Das LCD-Display zeigt die Gaskonzentration an und schlägt Maßnahmen wie „lüften“ oder „Raum verlassen“ vor. Eine Memoryfunktion zur Anzeige erhöhter Kohlenmonoxidkonzentrationen während Abwesenheit und farbige LEDs zur Signalisierung von Störungen oder einem bevorstehenden Meldertausch erhöhen den Bedienkomfort. Audio-Link unterstützt die Ereignisdiagnose im Rahmen von Service- und Wartungsarbeiten. Die Daten lassen sich per Smartphone auslesen und liefern Informationen zur gemessenen Kohlenmonoxidkonzentration. So lassen sich Kohlenmonoxid-Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen und vorbeugende Maßnahmen treffen. Entscheidend für einen wirksamen Schutz ist die Wahl des Montageortes. Kohlenmonoxid besitzt ungefähr die Dichte von ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


WINDENERGIE INSTALLATION

sollten die Warnmelder dagegen ungefähr in der Höhe platziert werden, in der sich normalerweise der Kopf der Bewohner des Gebäudes befindet.

Wo die Vernetzung ins Spiel kommt Kohlenmonoxidwarnmelder sind häufig in entfernt gelegenen Räumen oder im Keller zu finden. Ein möglicher Alarmton kann deshalb im übrigen Gebäude schlecht wahrgenommen werden. Hier bietet sich die Vernetzung mit Rauch- und Hitzewarnmeldern in der Wohnung an. Ein Kohlenmonoxidalarm wird so in das gesamte Funknetzwerk weitergegeben. ir

Merkmale von l­ eistungsfähigen Kohlenmonoxid-Warnmeldern

Luft. Deshalb sollten die Warnmelder in Räumen mit einer Feuerstätte außerhalb des Totluftbereichs in ausreichender Höhe an der Decke oder an der Wand befestigt werden. Der Abstand zur Feuerstätte sollte dabei mindestens ein bis drei Meter betragen. In Räumen, die keine Feuerstätte besitzen,

▶ Geprüft nach EN 50291:2010 (Teil 1 und 2) und EN 50270:1999 und EN 60335-1:1994 ▶ Zehn Jahre Lebensdauer für Sensor und Stromversorgung ▶ Werksseitige Kalibrierung des Sensors in echtem Kohlenmonoxid ▶ Funkvernetzbar mit Rauchwarn- und Hitzewarnmeldern ▶ Display zur Anzeige des CO-Gehalts in ppm ▶ Auslösung eines Voralarms bei niedriger Gaskonzentration ▶ Memoryfunktion zur Anzeige erhöhter CO-Konzentration während ­Abwesenheit ▶ Farbige LEDs zur Anzeige von Störungen oder bevorstehendem ­Meldertausch ▶ Auslesen der Melderdaten via Smartphone

Crowdfunding für einen Windpark Innerhalb von zehn Tagen konnte das Projekt Windpark Stubalm ­ nanziert w fi ­ erden. Damit wird die Steiermark künftig um 20 Windräder reicher sein. Nachhaltige Energiegewinnung liegt im Trend, zumindest wenn es um steirische Windanlagen geht: Das von Ökoenergie Penz auf Green Rocket initiierte Crowdfundingprojekt Windpark Stubalm war innerhalb von nur zehn Tagen ausfinanziert. 20 Windenergieanlagen sollen im steirischen Energievorranggebiet Gaberl errichtet werden. „Regionale Projekte, die sich für positive Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft einsetzen, sind die Ursprungsidee von Green Rocket“, beschreibt der Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann. „Das Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in Crowdfunding liegt und wie auch regionale Unternehmen davon profitieren können.“ „Das Projekt Stubalm wird einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energiesicherheit in Österreich beitragen, und daher freuen wir uns, dass uns auch die Crowd mit so viel Vertrauen belohnt“, freut sich Franz Penz, Geschäftsführer der Ökoenergie Penz. „Damit gewinnt Windenergie auch in der Steiermark immer mehr an Bedeutung und wir gehen den nächsten Schritt in eine Zukunft erneuerbarer Energie.“ Die Crowd investierte in die Projektentwicklungsphase und nicht in den Betrieb der Windanlagen, wodurch eine vergleichsweise kurze Laufzeit und ein hoher Zinssatz mit einem Erfolgsbonus angeboten werden konnte. ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

Green Rocket

ERNEUERBARE ENERG IEN

In der Steiermark wird es künftig 20 Windräder mehr geben, ­ nanziert wurde das Projekt von der Crowd. fi

Über Green Rocket Die 2013 von Wolfgang Deutschmann und Peter Garber gegründete Green Rocket ist Europas größte Crowdfundingplattform, die auf nachhaltige Start-ups und Wachstumsprojekte von Unternehmen spezialisiert ist. Bisher wurden 27 Projekte in den Bereichen Energie, Umwelt, Mobilität und Gesundheit erfolgreich finanziert. ir 27


Sonnen

INSTALLATION SPEICHERTECHNIK

Die Sonnenbatterie Hybrid vereint die Vorteile von Photovoltaikwechselrichtern und Batteriewechselrichtern in sich. Sie schafft es auf sagenhafte 98,6 Prozent Wirkungsgrad.

Strom aus Sonne sicher ­sammeln ENERG IESPEICHER Die Sonnenbatterie Hybrid senkt die Kosten von selbst erzeugtem Strom und macht saubere Energie mehr Menschen zugänglich.

D

ie Sonnen-Gruppe präsentiert die Sonnenbatterie Hybrid. Das Besondere daran: Der Batteriewechselrichter wird direkt an die Photovoltaikmodule angeschlossen. Der selbst erzeugte Solarstrom kann daher entweder sofort im Haushalt genutzt, in der Sonnenbatterie gespeichert oder in das Stromnetz eingespeist werden. Damit ersetzt die Sonnenbatterie den bisher notwendigen externen PV-Wechselrichter. Durch den Wegfall dieses zusätzlichen Bauteils samt der dazugehörigen Installation sinken die Gesamtkosten für eine Photovoltaikanlage inklusive Sonnenbatterie laut der Sonnen-Gruppe bis zu 20 Prozent. „Saubere Energie muss bezahlbar sein. Mit der neuen Sonnenbatterie Hybrid verfolgen wir dieses Ziel konsequent. Für eine komplett installierte Photovol­ taik­anlage mit Sonnenbatterie erreichen wir nun Einstiegspreise, die klar unter 10.000 Euro brutto liegen. Damit erhalten noch mehr Menschen einen Zugang zu sauberem und selbst erzeugtem Strom“, freut sich Philipp Schröder, der Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei der Sonnen GmbH.

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Der PV-Wirkungsgrad der Sonnenbatterie Hybrid erreicht 98,6 Prozent und übertrifft damit konventionelle PV-Wechselrichter. Die Hybrid-Baureihe vereint damit die Vorteile eines klassischen PV-Wechselrichters mit denen eines Batteriewechselrichters, sodass Haushalte den maximalen Anteil ihres Solarstroms kostengünstig selbst nutzen können. Die Installation der Sonnenbatterie Hybrid gestaltet sich einfach, da die Hybrid direkt mit der Photovoltaikanlage verbunden wird. Durch den modularen Aufbau und ihr geringes Gewicht kann sie von einer zertifizierten Fachkraft installiert werden. Als Hybridsystem lässt sie sich mit bereits bestehenden Wechselrichtern kombinieren, wie das beim Nachrüsten von Batteriespeichern der Fall ist. Die Sonnenbatterie Hybrid ist ein Speicherkomplettsystem. Es enthält alle Komponenten wie langlebige Batteriemodule, den intelligenten Energiemanager und die Messtechnik. Durch ihre flexiblen Größen von zwei bis 16 Kilowattstunden lässt sich die Batterie präzise dem individuellen Verbrauch im Haus anpassen. Sie ist ab dem dritten Quartal 2016 verfügbar. ir ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


KOMMENTAR INSTALLATION

kommentiert

Stromspeicher und die Blockchain

Haben Sie schon mal von Blockchain gehört? Es handelt sich dabei um eine dezentrale und digitale Transaktionstechnologie, zur sicheren Speicherung von Daten und Erstellung von smart contracts in Peer-to-Peer (P2P)-Netzwerken. Analog zum Zahlungssystem „Bitcoin“, bei dem Sie keine vermittelnde Plattform, wie eine Bank oder Kreditkartenfirma mehr brauchen, könnten solche P2P Datentransaktionen auch für Performance Daten von Stromnetzen und Kraftwerken oder für die Abrechnung an Stromtankstellen genutzt werden. Über Blockchain können Besitzer von Photovoltaikanlagen und Stromspeichern zukünftig den eigenerzeugten Strom nicht nur selbst verbrauchen, sondern auch direkt an andere verkaufen, oder von anderen Erzeugern beziehen. Dieses Modell wird zwar derzeit von einigen Stromspeicherherstellern und Energieversorgern angeboten (KELAG, SENEC IES, sonnen, E3/DC), die Abwicklung ihrer Services erfolgt jedoch derzeit noch über Bilanzgruppen und eben, über einen dritten Vermittler. Dank Blockchain könnte ­zukünftig jeder Prosumer tatsächlich mit seinem eigenen Strom handeln und wirklich unabhängig sein. Im wachsenden „Internet der Dinge“ könnte jeder Stromkonsument einen „trading bot“ downloaden, der den Stromverbrauch mit der Netzbelastung abgleicht und auf Stromerzeuger und Strom-

speicher zugreift. In weiterer Folge kann er mittels smart contracts über P2P Transaktionen seine Energie und sogar seinen Verbrauch handeln. Derzeit noch nicht ganz klar ist, wie die Transaktionen die ­Leitungsgegebenheiten und Stromflüsse der physischen Netze wiedergeben können und wie sie regulatorisch behandelt werden. In autarken Micro- oder Nanogrids könnte Blockchain sehr schnell Einzug finden, insbesondere dank des rasanten Marktwachstums der Speicherbranche. Wie sich Blockchain auch entwickelt: Bereits mehr als 50 von 70 befragten Entscheidungsträgern der Energiewirtschaft muten ­dieser dezentralen Transaktionstechnologie maßgeblichen oder sogar enormen Einfluss auf die Branche zu, so eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur.

Mag. Konstantin Heiller MIM (CEMS) ist seit 2012 mit seiner Firma Blueberry Power als Unternehmensberater im Energiebereich tätig und berät Speicherhersteller, Elektrounternehmen und Energieversorger zum Vertrieb.

www.klauke.com

Klauke dankt für die gute Zusammenarbeit und wünscht ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes, erfolgreiches neues Jahr. Klauke Handelsges.m.b.H Ared-Str. 7 TOP 3 • 2544 Leobersdorf • Austria Telefon: +43 (0) 2256 / 629 25 • Telefax: +43 (0) 2256 / 629 25-30 atoffice@klauke.textron.com • www.klauke.com ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

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INSTALLATION KOMMENTAR

Ein technologisiertes Plüschtier kommt selten alleine „Wenn die Menschen sagen, sie wollen nichts geschenkt haben, so ist es gewöhnlich ein Zeichen, dass sie etwas geschenkt haben wollen“, wusste schon Georg Christoph Lichtenberg, ein deutscher Physiker und Meister des Aphorismus. Nun, und da geht es schon los, der immerwährende Gedanke, der dem stressigen Dezember die Flanke stärkt: Was schenke ich nur meinem Liebsten und dem Onkel Fritz? Glaubt man diversen Websites, sind dieses Jahr Geschenke wie traditionelles Spielzeug kombiniert mit digitaler Technik der Renner beim Beschenkten. Gerade in den Wochen vor und nach dem Weihnachtsfest macht die Spielwarenbranche satte 40 Prozent ihres Jahresumsatzes – das entspricht einem Rekordumsatz von 2,8 Milliarden Euro. Wie wäre es denn mal mit dem leuchtenden, interaktiven Globus, auf dem Informationen zu allen Ländern der Welt abrufbar sind? Dazu muss man nur mit einem Stift auf das Land drücken. Hinter dem Robofish verbirgt sich ein Plastikfisch, der bei Kontakt mit Wasser losschwimmt. Aus dem Reich der Tierchen kommt der Pleo Reborn. Der digitale Saurier reagiert auf Sprachbefehle, ist lernfähig, ändert sein Verhalten mit dem Lebensstadium und kann Gefühle ausdrücken. Etwas anspruchsvoller ist der RoboMe-Roboter. Bei diesem Androiden auf Rädern können das Aussehen, die Stimme und die Stimmung angepasst werden. Er kann

gut gelaunt, traurig oder aber aggressiv sein. Das iPhone wird als Gesicht für den Roboter verwendet und direkt auf seinen Kopf gesteckt. Mittels IR-Steuerung oder einem zweiten iPhone oder iPod touch wird er gesteuert. Über die Märklin-Mobile-Station freuen sich Modellbahnfreunde. Die Eisenbahn lässt sich über eine spezielle iPad- oder Android-App steuern. Die kleinen und großen Jungs begeistert bestimmt eine Kugelbahn mit Looping. Die XXL-Version kommt in einem 682-teiligen Set – das entspricht ganzen 18 Metern Schienen. Inzwischen erschwinglich ist die umstrittene Parrot-AR-Drohne, die sich mit ihren hochauflösenden Kameras zur Luftüberwachung einsetzen lässt. Die Steuerung via App erlaubt präzise Manöver. Mein persönlicher Favorit ist das via Smartphone steuerbare Plüschtier namens Furby. Es hat LED-Augen, die auf die Umgebung reagieren, und angeblich kann das pink- oder türkisfarbene Tierchen auf das Verhalten des Besitzers eingehen. Gefüttert wird es mit virtuellen Leckereien über eine App. Bei all diesen ausgefallenen Gaben sei dahingestellt, wie sinnvoll sie sind – aber eines ist garantiert: Die Entwickler hatten sehr viel Spaß. Vielleicht haben Sie auch eine kreative Idee oder ein besonderes Geschenk erhalten? Gerne dürfen Sie uns Bilder schicken. Ina Susanne Rao Redakteurin Elektrojournal

kommentiert

Eine Lanze für das Gewerbe

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diger, Arbeitsinspektorat, Straßenmeisterei usw. aufmarschieren, um eine gewerberechtliche Genehmigung zu erhalten. Das kostet und kostet, dauert und dauert. Die Vorgaben sind natürlich in jedem Bundesland verschieden, die Vorgaben der Gutachter sind zusätzlich undurchschaubar. Es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange es dauert, bis die ganze Republik durch unsinnige Vorschriften völlig lahmgelegt ist. Man muss davon ausgehen, dass die Schikane bei Photovoltaikanlagen auf Gewerbebetrieben nur ein Beispiel von vielen ist. Man muss Angst haben, wenn man das Wort Bürokratieabbau in Österreich in den Mund nimmt, da die akute Gefahr besteht, dass jede noch so kleine Reform wiederum mit zusätzlichen Hürden gespickt ist. Beispiele dafür gibt es genug, man könnte damit ein ganzes Buch füllen. Dr. Hans Kronberger ist seit dem 16. April 2008 ­Präsident des Bundesverbands Photovoltaic Austria. Foto Wilke

Im Frühjahr diesen Jahres kündigten die beiden Regierungsparteien eine große Reform der teilweise aus der Monarchie stammenden Gewerbeordnung an. 80 verschiedene Gewerbe gab es in Österreich; im zehnmal größeren Deutschland gibt es nur 30. Sie sollte entrümpelt und reduziert werden. Es ist kein Schreibfehler, wenn Sie hier lesen, dass die Gewerbeordnung schlussendlich von 80 auf 81 Gewerbe reduziert wurde. Also eine Reform auf österreichisch. Wir Photovoltaiker schlagen uns auch seit Längerem mit einem Unikum der Gewerbeordnung herum. Während die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Privathäusern ohne größeren Aufwand möglich ist, gelten bei Anlagen auf Unternehmen sinnlos aufwendige und teure gewerberechtliche Vorschriften. Und besonders kurios ist die Tatsache, dass diese Hürden nur dann schlagend werden, wenn ein Teil des elektrischen Stroms im eigenen Betrieb genutzt wird – und nicht wenn der gesamte Strom ins Netz eingespeist wird. Dann nämlich ist eine gewerberechtliche Genehmigung der Anlage notwendig. Zwar besteht an der Anlage nicht der geringste Unterschied, ob der Strom ins Netz oder in den Betrieb geht, trotzdem müssen im zweiten Fall bis zu zehn Personen wie Anrainer, Schriftführer, elektrotechnischer Sachverstän-

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THEMA INSTALLATION

NEWSTICKER My-PV verlegt Firmensitz nach Oberösterreich +++ Solare Datensysteme eröffnet Niederlassung in China +++ Intersolar India 2016 geht erfolgreich zu Ende +++ ABB erhält Auftrag für 800-Kilovolt-UHGÜ-Leitung in Südchina +++ Eco-Optima setzt auf Fronius-Wechselrichter +++ Siemens stellt Wärmespeicher für Windenergie vor

ENERGIE TECHNIK

„E“ steht für Energieeffizienz

­ ilotprojekt P UltraSchnell­ ladung für E-Autos

Vier Gemeinden in Vorarlberg wurden heuer erstmals in puncto Energieeffizienz ausgezeichnet und zertifiziert.

Die Bürgermeister der sechs Gemeinden mit Programmleiter und Landesräten (v. li.): Johannes Rauch, Helmut Blank (Sulzberg), Fritz Maierhofer (Koblach), Harald Köhlmeier (Hard), Hans Bertsch (Kennelbach), Manfred Flatz (Schwar­ zach), Herbert Greussing (Nenzing), Karl-Heinz Kasper (E-5-Programmleiter), Erich Schwärzler

Open-Energy

Maßnahmen anhand eines umfassenden Kriterienkatalogs. Als Auszeichnung gibt es zwischen einem und maximal fünf „E“ – ähnlich den Sternen in der Hotellerie. Diese „E“ wurden feierlich von den Landesräten Erich Schwärzler und Johannes Rauch überreicht. ir

IBC Solar

Varta

Das E5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden wächst stetig. Fast 80 Prozent der Vorarlberger leben inzwischen in einer der 45 E5-Gemeinden, die sich für Energieeffizienz und Klimaschutz engagieren. Der beste Neueinstieg gelang der Marktgemeinde Hard, die kürzlich vier von fünf „E“ erreichte. Auch Kennelbach, Koblach und Sulzberg wurden heuer erstmals mit den begehrten „E“ ausgezeichnet. Nenzing und Schwarzach konnten ihre guten Ergebnisse halten. Vier von fünf Vorarlbergern leben in einer der 45 Kommunen, die sich am E5-Programm für energieeffiziente Gemeinden beteiligen – eine Dichte, die es sonst nirgendwo in Europa gibt. Die Zahl ist in den letzten Jahren stark gewachsen: Vor fünf Jahren gab es in Vorarlberg erst 33 E5-Gemeinden. Und in 18 Jahren ist noch keine aus dem Programm ausgestiegen. Alle vier Jahre müssen sich die E5-Gemeinden einer Zertifizierung durch eine unabhängige Kommission stellen. Diese bewertet die gesetzten

Darko Todorovic

ENERG IE

Energiespeicher in Österreich förderfähig

Größte PV-Dachanlage Sachsen-Anhalts

Der Powerstart für Österreich

Immer mehr Menschen produzieren ihren Strom selbst. Im Sommer 2016 erreichte die installierte Leistung an Photovoltaik in Österreich erstmals ein Gigawattpeak. Mit intelligenten Stromspeichersystemen kann der lukrative Eigenverbrauchsanteil nahezu verdoppelt werden. Die Bundesländer Salzburg, Steiermark, Tirol und Wien fördern nun Varta-Energiespeichersysteme gemäß den entsprechenden Programmen. ir

Die Solar-Step-Energie, Partner von IBC Solar, hat das Logistikzentrum von Arvato SCM Solutions in Landsberg bei Halle mit einer der größten Photovoltaikdachanlagen Sachen-Anhalts ausgestattet. Damit erzeugt der Fulfillment-Dienstleister zukünftig 70 Prozent seines Stroms selbst. Das Photovoltaiksystem verbessert außerdem die Umweltbilanz von Arvato: 980 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger gelangen in die Atmosphäre. ir

Die Open Energy AG plant, finanziert und errichtet Wärme- und Kälteanlagen sowie die nachhaltige Betriebsführung, Energielieferung und Abrechnung mit den Endnutzern. Das Start-up setzt auf innovative und leistbare Energiemonitoringsysteme. Diese sichern eine effiziente Betriebsführung und schonenden Ressourceneinsatz bei Wärme- und Kälteanlagen. Am 20. Oktober startete auf Green Rocket das Crowd­ investing für Open Energy. ir

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Das Pilotprojekt namens„Ultra-E“ setzt einen Meilenstein für Elektromobilität und die damit verbundene umweltfreundliche Zukunft des Verkehrssektors: Schon Mitte Oktober 2016 startete das Projekt, das von der „Connecting Europe Facility“ der Europäischen Union kofinanziert wird. Die Projektpartner haben sich zum Ziel gesetzt, als Vorreiter in Europa ein Netzwerk von 25 Ultra-Schnellladestationen mit CCS-Stecker und einer Ladeleistung von bis zu 350 Kilowatt an TENT-Netzwerk-Korridoren zu errichten. Dieses Ultra-Schnellladenetzwerk wird zunächst einmal flächendeckend die Niederlande, Belgien, Deutschland und Österreich verbinden. Ein weiteres Ziel ist es, die ­U ltra-Schnellladetechnologie für Personenkraftwagen, öffentliche Busse und Nutzfahrzeuge zu testen. ir 31


HAUSGERÄTE BÜGELSTATIONEN

Den Falten das Fürchten lehren Bei Kleingeräten – insbesondere den Bügeleisen – geht es hoch her: Die Produkte überbieten sich mit smarten Technologien wie Bügelhilfen via App oder auch mit Features wie Dampfhochdruck oder eine automatische Temperatureinstellung. DAMPFBÜG ELEISEN

Bosch

Philips

Das Laurastar Smart zeigt sich mit Bluetooth – für interaktive Unterstützung beim Bügeln.

Tefal

Das DG8961-Modell arbeitet mit der Silence-Technologie besonders leise.

Laurastar

Rowenta

Das Smart Protect FV4970 findet automatisch die geeignete Temperatur.

Die Perfect-Care-Performer Dampfbügelstation wählt die richtige Temperatur für verschiedene Textilien aus.

Die Dampfstation Sensixx’x DS 22 macht mit der HygienicSteam-Funktion bösen Bakterien den Garaus.

D

ie Zukunft des Bügelns verspricht mehr Komfort, neue Technologien und mehr Effizienz. Neue Ideen machen die bisher lästige und zeitaufwendige Tätigkeit kinderleicht und lassen Falten keine Chancen mehr.

Vernetzung auf dem Vormarsch Ein Beispiel dafür ist das Laurastar Smart von Laurastar. Es zeigt sich modern mit Bluetooth, Bewegungssensoren, automatischem Dampfausstoß und angepasster Temperatureinstellung. Die Bluetooth-Technolo32 

gie verbindet das Bügelsystem mit einer Smartphone-App. Ein in das Bügeleisen integrierter Sensor ermöglicht es, die Bewegungsabläufe zu verbessern, indem er die Bewegungen mit denen in einem interaktiven Video vergleicht. Der Anwender lernt so schrittweise, die relevanten Handbewegungen auszuführen. Das Ergebnis ist eine besser gebügelte Kleidung, so das Versprechen. Auch neu: Die personalisierten Tutorials für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis, die beim Bügeln von Hemden, Jacken, Hosen und allem, was unter das heiße Eisen kommt, unterstützen. ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


BÜGELSTATIONEN HAUSGERÄTE

Ein Plus an Hygiene Auch Bosch ist mit von der Partie. Im Fach Bügeln präsentiert der Konzern seine kompakten Sensixx’xDS22-Pro Hygienic-Modelle. Durch deren Hygienic-Steam-Technologie werden im Gewebe sitzende, lästige Bakterien gekillt. Daher lässt sich beim Wäschewaschen gleich auf Hygienespüler oder andere Zusätze verzichten. Dank der I-Temp-AdvancedFunktion stehen auch für jedes der Wäschestücke der richtige Dampf und die passende Temperatur zur Verfügung. Ein weiteres Dampfbügeleisen schickt Tefal ins Rennen: das Smart Protect FV4970. Es findet automatisch die für den bestimmten Stoff geeignete Dampf- und Temperaturkombination – ohne dass der Bügelfreudige irgendwelche Einstellungen vornehmen muss. Mit seiner Präzisionsbügelspitze lassen sich auch schwierig zugängliche Stellen einfach erreichen. Ein weiteres Plus ist die Energiesparfunktion, mit der man bis zu 20 Prozent an Energie einsparen kann, die Aktivierung erfolgt mit einem Handgriff direkt am Dampfregler. Gut bedampft ist halb gewonnen Nicht mit den sieben Zwergen, sondern den sieben kompakten Dampfbügelstationen der Perfect-Care-Performer-Serie positioniert sich Philips. Kompakt sind allerdings alle 14. Die Bügelstationen haben ein leichtes Handstück, das gerade mal 1,2 Kilogramm auf die Waage bringt. Ausgestattet mit Optimal-Temp-Technik entfällt das manuelle Einstellen der Temperaturen für verschiedene Textilien. Die Vertecal-Dampf-Funktion ermöglicht das Glätten von aufge-

hängter Kleidung. Geringe Betriebsgeräusche versprechen drei der Geräte, die die Silence-Funktion innehaben. Rowenta setzt mit dem Dampfgenerator Silence Steam Ex­ treme DG 8961 auf besondere Bügelstärke. Das Gerät arbeitet leistungsstark mit einem Dampfdruck von 6,5 bar. Darüber hinaus konnten lästige Betriebsgeräusche durch eine vibrationsarme Wasserpumpe, abgerundete Dampfwege und eine dämmende Platte in der Dampfkammer deutlich verringert werden.

1001 Features Mit den Bügeleisen der IQ-300-Serie von Siemens macht das Bügeln schon fast wieder Spaß. Dafür sorgt eine Fülle von Features, die die lästige Arbeit erleichtern sollen. Dazu zählt die Titanium-Glissée-Sohle, mit der der Benutzer in jede Richtung Bügeln kann. Die Start-Stop-Kontroll-Funktion ermöglicht es dem Gerät, sich bei Nichtnutzung automatisch ab- und wieder einzuschalten; die Erkennung, was gerade passiert, funktioniert über integrierte Sensorik im Griff. Der 3-Anti-Calc-Modus verleiht ein langes Leben, denn er bietet eine dreistufige Reinigung des Geräts von lästigen Kalkresten. Auch Braun hat Neues auf Lager: die Care-Style-7-Modelle. Sie liefern durch ihre 3D-Black-Glide-Bügelsohle eine gute Gleitfähigkeit. Mit ihrer I-Care-Funktion schützen sie alles, was sich bügeln lässt, durch eine modifizierte Temperatureinstellung. Die Modelle IS 7055 und IS 7056 sind außerdem noch mit einer Turbofunktion ausgestattet, mit der sich auch sehr schwere Textilien glätten lassen. ir

Machen Sie sich selbst das beste Geschenk: Entscheiden Sie sich dafür, Partner der größten Elektronik-Händlergemeinschaft Österreichs zu werden. Profitieren Sie von einer vertrauten Marke, aufmerksamkeitsstarken Werbemaßnahmen, ausgezeichneten Konditionen, Rundum-Betreuung und dem Austausch mit über 230 Händlern. Erfahren Sie mehr über Red Zac bei Alexander Klaus oder Mag. Peter Osel, den Vorständen von Euronics Austria: Telefon +43-2236-47140-0 oder office@redzac.at ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

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HAUSGERÄTE MELDUNGEN

Auf einen Toast(er) Spectrum Brands auf neuen Wegen: Die Bloggerszene soll helfen, die n ­ eue Russel Hobbs Retroserie zu vermarkten, in der Großfläche soll es schon bald die frisch eingeführten Autopflege­produkte von Armor All zu kaufen geben. Katharina Vodrazka, Trade Marketing Manager bei Spectrum Brands, brachte es auf den Punkt: „Wo kann man einen Retrotoaster besser präsentieren als in einer alter Bäckerei?“ Zu eben diesem Zweck hatte man für die Marke Russel Hobbs zum chilligen Retro Breakfast Club in die alte Bäckerei Schrammel, direkt hinter der Technischen Uni in Wien geladen. Dort, wo früher Semmeln und Brot in mächtigen Öfen goldbraun gebacken wurden, hängen nun exklusive Fotografien, eine kleine Bar macht den Keller zur Eventlocation. 40 von Hfa-Studio gestylte Retrotoaster, waren dort aufgebaut, um im Laufe des Vormittags an die anwesenden, vornehmlich weiblichen Blogger verlost zu werden. „Junge Menschen so bis 20, vielleicht sogar 30 Jahre lesen keine Zeitung mehr“, glaubt Karl Strobl, General Manager Spectrum Brands Austria. „Wir müssen deshalb neue Wege suchen, um sie zu erreichen. Und die führen für uns über die Bloggerszene.“ Auch die klassische Produktpräsentation auf Messen hält er für überholt. „Die Leute wollen die Produkte sehen und dann gleich kaufen.“ Das funktioniert bei den Bloggern über einen Link zur Russel Hobbs-Seite. „Wir wollen dabei aber den stationären Han-

Korne

FRÜHST ÜCKSTREFF

Der Retro Breakfast Club in der alten Bäckerei Schrammel

del nicht übergehen und keinesfalls auf Seiten wie Amazon verlinken“, versichert Strobel. Kurz vor dem Start steht die neue Autopflegeserie Armor All. „Wir haben die Logistikprobleme gelöst und suchen nun neue Vertriebswege für die Produkte. Großes Interesse zeigt die Großfläche.“ Autopflege im Mediamarkt? Strobl nickt. „Da sind ja beispielsweise auch Pflegetücher dabei, die man etwa für Monitore nutzen kann. Das sind klassische Mitnahmeprodukte wie unsere Varta Batterien.“ Er ermutigt die Händler, es der Großfläche gleichzutun: „Ich kann mich nur immer wieder wiederholen: Man kann die Bedeutung von Impulskäufen gar nicht hoch genug einschätzen.“ wk

Saubere Sache Das Miele Qualitätsbuch ist ein Gewinn für alle Verkäufer. Für drei Besucher der Aelvis in Salzburg gab es dazu noch einen Extrapreis. BONUSPACK

Miele

Die Aelvis ist Geschichte, doch Ulrike Gschwandtner vom EVS 20 Jahre Lebensdauer getestet. Die Geräte müssen 10.000 StunTeam in Krems wird sie wohl in sehr guter Erinnerung behalten. den waschen und durchlaufen dabei 5000 unterschiedliche ProDenn sie hat auf der Messe beim Miele-Gewinnspiel den Haupt- gramme. Miele ist zudem nach eigener Einschätzung der einzige preis abgeräumt: eine Waschmaschine vom Hersteller, der die Fronten aller WaschmaschiTyp Miele WMV 960 WPS, das Top-Modell im nen, Trockner und Waschtrockner emailliert – damit sehen die Maschinen auch nach 20 JahWert von 2199 Euro (UVP). Auch für Ernestine Falkner von der Firma Falkner & Riml in Imst ren noch aus wie am ersten Tag. hat sich der Besuch gelohnt: Sie hat beim GeWeitere Themen im Qualitätsbuch sind die winnspiel den zweiten Preis gewonnen, einen Vorteile der Schontrommel, die durch eine beStaubsauger Roboter RX 1 im Wert von 599 sondere Wabenstruktur einen feinen WasserEuro. Der dritte Preis schließlich ging an Margit film zwischen Wäsche und Trommel aufbaut Obersteiner von der Firma Heissl in Altmünster. und sie so schonend gleiten lässt. LaugenbeSie gewann einen Staubsauger Complet C3 Parhälter und die Waschtrommel sind aus langlequet Ecoline im Wert von 269 Euro. bigem Edelstahl, die Grauguss-Kontergewichte sind extra schwer und vermeiden so VibratioMit dem Gewinnspiel wollte Miele nochmals auf das Qualitätsbuch für Wäschepflege hinnen beim Schleudern. Und schließlich gibt es weisen, das die wichtigsten Qualitätsmerkmale den besonders sparsamen und leisen ProfiEcovon Miele Waschmaschinen zusammenfasst. Motor, der zudem verschleißfrei ist. Es soll den Händlern Argumentationshilfen Wer das Buch noch nicht hat, kann es, so für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch liefern. Thomas Wahl überreicht Ulrike Miele, jederzeit über den Außendienst bezieSo sind etwa alle Miele Waschmaschinen auf Gschwandtner den Hauptpreis. hen. wk 34 

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PRODUKTE HAUSGERÄTE

Eine Pause fürs Aroma Die Cremesso Compact One-II-Kaffeemaschine verspricht dem Genießer ein einzigartiges Kaffeearoma aus trendigen Kapseln. Cremesso will einen einzigartigen Kaffeegenuss schaffen. Um das Ziel zu erreichen, verbessert das Unternehmen das Zusammenspiel von Kaffee und Maschine laufend. Die Kaffeekapselmaschine Cremesso Compact One II ist ein gelungenes Beispiel: Sie ist nämlich mit einer Aromaentfaltungspause ausgerüstet. Das bedeutet, dass zunächst zehn Milliliter Wasser in die Kapsel gepumpt werden und dann der Kaffeeauslauf für drei Sekunden gestoppt wird. In diesen drei Sekunden wird der Kaffee mit Wasser benetzt und es wird dafür gesorgt, dass das Wasser danach gleichmäßig durch das gesamte Kaffeepulver fließt und eine sogenannte Kanalbildung gar nicht erst entsteht. Auch der Druck von 19 bar, mit dem das Wasser bei der Cremesso Compact One II durch die Kapsel gepresst wird, ist ein entscheidendes Qualitätskriterium. Gilt es doch, die bis zu 1000 Aromen, die der Kaffee in der Kapsel in sich birgt, freizusetzen. Mit 15 Sekunden Aufwärmzeit bis zum Kaffeebezug ist sie laut Cremesso die schnellste M ­ aschine am Markt. Für die Extraktion eines 60-Milliliter-Espressos sollte die Maschine zwischen 40 und 45 Sekunden benötigen. Eine Minute nach der letzten Benutzung wechselt das Gerät automatisch in den Stand-by-Modus und reduziert

Cremesso

KAP SELMA SCHINE

Die Cremesso Compact One II ist mit einer Aromaentfaltungspause und dem Energy Safe Concept ausgestattet.

damit den Energieverbrauch auf unter 0,3 Watt. Durch ihren flüsterleisen Betrieb eignet sich die Maschine auch beispielsweise für den Einsatz in Großraumbüros – Kaffeegenuss, ohne die Kollegen zu stören. Die fünf Maschinentypen, Kaffee und Tee in der Kapsel in 14 Geschmacksrichtungen sowie Accessoires sind über den Elektrofachhandel (ElectronicPartner, Expert, Red Zac), aber auch bei Media Markt, Saturn und Maximarkt erhältlich. Zubehör und Kapseln gibt es auch bei Inter- und Eurospar. ir

All unseren Mitgliedern, Partnern und auch der lieben Konkurrenz:

Von ganzem Herzen

Frohe Weihnachten! Mag. Alfred Kapfer Geschäftsführer Expert Österreich

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Wenn Sie Informationen zu Expert haben möchten, habe ich stets ein offenes Ohr für Sie: 07242/290 700 oder a.kapfer@expert.at

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LICHT SPEZIALBELEUCHTUNG

Ein nächtliches Lichtermeer – Stadtgestaltung mit Leuchten Die „MA 33 – Wien leuchtet“ erklärt, worauf es bei Spezialbeleuchtung ­ankommt. Beispielsweise müssen das Erscheinungsbild und die Wirkung des Bauwerks nicht nur bei Nacht, sondern auch am Tag bedacht werden.

MA33

INSZENIERUNG EN

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SPEZIALBELEUCHTUNG LICHT

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nter dem Begriff „Spezialbeleuchtungen“ versteht man Beleuchtungsanlagen, die grundsätzlich nicht Teil der normgerechten Grundbeleuchtung einer Stadt sind, jedoch die Attraktivität des Stadtbildes und das Wohlgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner und Besucherinnen und Besucher – also von jedem von uns – steigern. Zu den Spezialbeleuchtungen zählen dauerhaft installierte Beleuchtungsanlagen wie Anstrahlungen, Lichtinszenierungen und Brückenbeleuchtungen sowie temporäre Beleuchtungsanlagen. Natürlich gehören auch Effektbeleuchtungen und Licht­ kunst­installationen dazu. Im weiteren Sinne fallen auch Werbung und Schaufensterbeleuchtung in diesen Bereich. Die Summe aller dieser Beleuchtungsinstallationen prägt das nächtliche Erscheinungsbild einer Stadt oder Gemeinde. Bei diesen speziellen Beleuchtungsanlagen unterscheidet die MA 33 grundsätzlich zwischen bauwerkferner Beleuchtung – Anstrahlung – und bauwerknaher Beleuchtung – Lichtinszenierung oder Brückenbeleuchtung. Die wünschenswerteste und attraktivste Form einer Bauwerksbeleuchtung besteht meist aus einer Mischung der beiden Varianten.

Stadt im strahlenden Licht Bei der Planung und Umsetzung von Bauwerksbeleuchtungen der Stadt Wien setzt man auf Teamwork. Die „MA 33 - Wien leuchtet“ arbeitet hier mit der „MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung“ zusammen und bei historischen Bauwerken wird auch das Bundesdenkmalamt Österreich – Landeskonservatorat für Wien hinzugezogen. Eine Herausforderung dabei ist, dass sich Beleuchtungskörper möglichst harmonisch und unauffällig in die Architektur einfügen sollen. Durch den Einsatz neuer Technologien und vorzugsweise gebäudenaher Beleuchtung mit präziser Lichtverteilung lassen sich die Lichtemission in den Nachthimmel minimieren und der Energieverbrauch gegenüber Fassadenflutungen reduzieren. Ein schonender Umgang mit Energie und die Berücksichtigung der Wartung sind Voraussetzungen für eine professionelle Lichtplanung. Bei fachgemäßer Lichtplanung werden die Sichtachsen im Ensemble untersucht. Des Weiteren erforscht man, wie das Umfeld beschaffen ist, ob sich um das zu beleuchtende Objekt Verkehr und Fußgängerinnen und Fußgänger bewegen und ob es aus der Ferne betrachtet wird. Lichtdesigner kreieren Konzepte, die aus der Auseinandersetzung mit dem Baukörper, der Beschaffenheit der Oberflächenstruktur und deren Farben sowie dem Spiel von Licht und Schatten entstehen. Bei der Planung von Spezialbeleuchtungsanlagen muss das Erscheinungsbild des Bauwerks am Tag gleichermaßen berücksichtigt werden wie bei Nacht. Bei der Planung ist die ÖNorm-O-1052 „Lichtimmissionen, Messung, Beurteilung“ zu berücksichtigen. Entscheidend für die Lichtimmission bei Gebäuden ist die vertikale Beleuchtungsstärke in der Fensterebene. Anstrahlung und Lichtinszenierung Diese Art der Beleuchtungsanlagen dient dem bewussten Hervorheben der für die Stadt wertvollen historischen, zeitgenössischen und stadt◀ Wien erstrahlt im Lichtermeer. Was weniger bekannt ist: Eine ganze Menge Planung und Know-how steckt dahinter. ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

bildprägenden Plätze, Denkmäler und Bauwerke. Jedes Identifikationszeichen wird entsprechend seinem Charakter und seiner Bedeutung bauwerksfern beleuchtet, wodurch im nächtlichen Stadtraum eine scheinbar spielerisch aufeinander abgestimmte Vielfalt an Bildern und Lichträumen entsteht. Die architektonischen und gestalterischen Details von Bauwerken können durch eine bauwerksnahe Lichtinszenierung in der Nacht vom Betrachter viel attraktiver empfunden werden als bei flächendeckendem Tageslicht.

Attraktive Brücken- und Effektbeleuchtung Bei der Beleuchtung von Brücken ist sowohl auf die Fernwirkung als auch auf die Nahwirkung zu achten. Brücken sind das Verbindungsglied zwischen den Uferseiten. Daraus ergibt sich, dass die Beleuchtung das ganze Bauwerk erfassen muss. Ein Lichtplaner muss hier einberechnen, dass die Lichträume der möglichen begleitenden Gehwege mit den Brückenbeleuchtungen abzustimmen sind. Auch die Abfolge des Erscheinungsbildes der Brücken hintereinander soll für die Betrachterinnen und Betrachter stimmig sein. Aufgrund der hohen Kosten im Wartungsfall – die Erreichbarkeit der Leuchten ist meist nur mit aufwendigen Hilfsmitteln wie Hubkanzelfahrzeugen, beweglichen Gerüsten oder Schiffen gegeben – sind Leuchtmittel mit langer Lebensdauer wie LEDs am besten geeignet. Unter „temporärer Effektbeleuchtung“ fasst die „MA 33 - Wien leuchtet“ vorübergehend errichtete Lichtinstallationen für Special Events mit statischen oder dynamischen Lichteffekten zusammen. Dazu gehören Veranstaltungen, Festivals oder auch saisonale Installationen, die von der Stadt installiert werden, etwa um das vorweihnachtliche Erscheinungsbild der Stadt oder Gemeinde zu unterstützen. ir

Wiens Beleuchtung in Zahlen In Wien sind ungefähr 154.000 Beleuchtungskörper im Einsatz. Die Beleuchtungskörper wurden stetig auf energiesparende Leuchtmittel umgerüstet; mit der LED-Technik wird dieser Weg zielorientiert fortgesetzt. Dadurch stieg der elektrische Anschlusswert in den letzten 30 Jahren nur gering, obwohl die Anzahl der Lichtpunkte, zum Beispiel durch die Stadterweiterung, stark zugenommen hat. Die verbesserte Technologie der Leuchten ermöglichte diese positive Entwicklung. Daten und Fakten auf einen Blick ▶ 154.000 Beleuchtungskörper mit 244.000 Leuchtmitteln ▶ 1300 Verkehrslichtsignalanlagen ▶ 1697 Straßenbahnsignalgeber ▶ 4786 signalgeregelte Schutzwege ▶ 412 wien.at Public WLAN-Access Points ▶ 278 beleuchtete Verkehrslichtsäulen/Verkehrszeichen ▶ 198 öffentliche Uhren ▶ 66 beleuchtete Verkehrslichtsäulen ▶ 332 beleuchtete Wiener Sicherheitssäulen ▶ 610 beleuchtete Wegweiser ▶ 56 Verkehrsvideokameras 37


LICHT INVESTITIONEN

Planlicht

Planlicht investiert mit neuen Laboren und Kooperationen vermehrt in Forschung und Entwicklung.

Durch Entwicklung ­Wohlbefinden schaffen Planlicht entwickelt und produziert Leuchten, die als Einzellösungen oder ­ icht­systeme überall auf der ganzen Welt zu finden sind. Neu ist das geplante Lichtlabor. L BELEUCHT UNG

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ines ist klar: Der Anspruch an die Beleuchtung hat sich in den letzten Jahren sehr stark gewandelt. Die LED-Technologie konnte sich durchsetzen und „Human Centric Lighting“ (HCL) – dem biodynamischen Folgen des Tagesverlaufes in der Lichtfarbe – wird heiß, aber auch kontrovers diskutiert. Ein weiterer Wandel ist, dass Leuchten zunehmend intelligenter werden und ausgeklügelte Steuerungssysteme brauchen.

Rund ums Licht forschen Diese Zeichen der Zeit hat das in Tirol ansässige Unternehmen Planlicht erkannt. Daher investiert das Unternehmen mit dem Bau eines Lichtlabors in die Zukunft. Das Kernstück darin soll ein voll ausgestattetes EMV-Labor (Elektromagnetische Verträglichkeit) bilden. Damit könne man den steigenden Anforderungen der international gültigen Normen gerecht werden. Das Lichtlabor schafft in Verbindung mit der hausinternen Entwicklungsabteilung einen Ausgangs38 

punkt für den Bereich Forschung und Entwicklung. Die PlanlichtLabore sollen in erster Linie zur Vermessung und Bestimmung aller normkonformen Vorgaben im Bereich EMV, für Lichtmesstechnik, Temperatur- und Alterungstests sowie zum Bestimmen von Feuchtigkeits- und Staubtests dienen.

Den richtigen Kurs wählen In Zukunft plant das Unternehmen, verstärkt mit Partneruniversitäten und Hochschulen zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Synergien zu nutzen und sich durch die technischen Möglichkeiten, die die Labore eröffnen, verstärkt auf Forschung und Innovation auszurichten. Den Fokus legt Planlicht, dessen Beleuchtungen Hotels, Shops und öffentliche Gebäude sowie private Wohnräume auf der ganzen Welt zieren, 2017auf den Ausbau seiner HCL-Produktpalette und den Bereich IoT (Internet of Things), um smarte und vernetzte Projekte umsetzen zu können. ir ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


AUSSENBELEUCHTUNG LICHT

Gut beleuchtet in den dunklen Winter starten Geräte und Maschinen im Winterdienst müssen vor allem eines sein: ausfallsicher. Dieser hohe Anspruch betrifft genauso die Leuchten und Scheinwerfer, die in ­Winterdienstfahrzeugen stets mit an Bord sind. Hella

AUSSENLEUCHTEN

Das BST eignet sich für den Front- und den Heckeinsatz im Fahrzeug.

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er Winterdienst in der kalten Jahreszeit beansprucht nicht nur den Mensch, sondern auch die eingesetzten Werkzeuge. Hella ist Partner von Winterdienstfahrzeugherstellern und unterstützt diese mit qualitativ hochwertigen LED-Beleuchtungsmodulen und Produkten. Denn Zuverlässigkeit, Sicherheit und Robustheit spielen in kaum einem anderen Gebiet eine so wichtige Rolle wie bei Winterdienstfahrzeugen.

Licht unter Extrembedingungen Die Produkte von Hella durchlaufen diverse Tests, die mit extremen Bedingungen aufwarten. Ganz nach dem Leitgedanken „Fit & Forget“, denn nichts ist zu dieser Jahreszeit so wichtig wie die Funktionsfähigkeit der Fahrzeuge und Geräte, um für das kühle Nass gerüstet zu sein. Die K-LED-2.0-Kennleuchte von Hella eignet sich für den Winterdienst. Sie verfügt über zwei Helligkeitsstufen, die dank integriertem Lichtsensor in Abhängigkeit von der Umgebungshelligkeit aktiviert werden und so die Warnwirkung in jeder Situation erfüllen. Entscheidend für den Einsatz im Winterdienst ist zudem die Erfüllung der IP-Schutzklasse-67 für den Schutz gegen eindringenden Staub und Wasser, eine hohe Vibrationsfestigkeit und die abweisende Beschichtung der Kennleuchte. Diese Beschichtung macht sie resistent gegen Salze, Laugen und andere aggressive Materialien. Wo Warn- und Arbeitsleuchten gemeinsam werkeln Das neue zusätzliche Front- und Heckwarnsystem BST besitzt ein intensives Warnsignal. Es lässt sich schnell und einfach montieren und hat eine hohe Lebensdauer. Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen können die BST als Front- und Heckwarnsystem (gemäß §53a der StVZO) eingesetzt werden. Die Blitzer ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

Der Q90-LED-Arbeitsscheinwerfer widersteht rauen Umgebungsbedingungen.

Die K-LED-2.0-Kennleuchte ist speziell für den Einsatz im Winter entwickelt worden.

sind in Gelb und Blau erhältlich und für 12-Volt- sowie 24-VoltAnwendungen geeignet. Der Arbeitsscheinwerfer Q90-LED ist auf die Bedürfnisse und Anforderungen im Winterdienst ausgerichtet. Das innovative wärmeleitende Kunststoffgehäuse ist zusätzlich mit Kühlrippen versehen, die für die nötige Wärmeabfuhr der Hochleistungs-LEDs sorgen. Das Material wiegt wenig und ist korrosionsresistent. Die Lichtleistung der vier Hochleistungs-LEDs beträgt satte 1200 Lumen. Das geballte Licht wird mit einem speziellen Multi-Facettenreflektor verteilt. Er sorgt für eine sehr homogene Ausleuchtung und reduziert so die Gefahr von Blendung. Mit einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin ist das Licht des LED-Arbeitsscheinwerfers dem Tageslicht ähnlich. Dies bewirkt, dass sich Farben in der Dunkelheit deutlicher unterscheiden und somit dem menschlichen Auge die Sinneswahrnehmung erheblich erleichtert wird. Der 1300 Lumen starke Power Beam 1500 Orange ist ein robuster LED-Arbeitsscheinwerfer, der eine lange Lebensdauer innehat. Die orange Streuscheibe ist für Anwendungen gedacht, in denen andere Arbeitsscheinwerfer blenden könnten. Sie reduziert die Blendung und sorgt dennoch für eine gute Sicht, auch bei schlechten Witterungsbedingungen. Der Repulse Pro ist ein Rückfahrscheinwerfer. Sein wärmeleitendes Kunststoffgehäuse schützt gegen unerwünschte Korrosion und ermöglicht so den Einsatz unter härtesten Bedingungen. Die aus Grilamid gefertigte Streuscheibe ist schlagfest ausgeführt. Der Scheinwerfer Repulse Pro lässt sich stehend, hängend oder rückseitig befestigen. Entscheidend ist aber laut Hella die Lichtperformance. Durch den Einsatz einer speziellen Optik erzeugt das Produkt einen breiten Lichtkegel hinter und neben dem Fahrzeug, sodass Fahrer und Mitfahrer eine gute Sicht haben. ir 39


MULTIMEDIA SAT-TV

Die Win-win-win-Situation Alle lieben HD-Austria. Die Verkaufszahlen erreichen neue Rekorde, die Händler profitieren von üppigen Provisionen und selbst die Kids finden das lineare Fernsehen wieder cool. TRENDIG

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Korne

ei HD-Austria herrschst beste Laune: „Wir haben laut GfK seit September das meistverkaufte Sat-Modul am österreichischen Markt“, freut sich Peter Kail, GF von Eviso/HD-Austria. Das hat seinen Grund, denn mit dem Sat-Modul lassen sich die meisten HD-Sender in Österreich empfangen – seit Kurzem sind exklusiv auch Sixx HD, Pro7 Maxx HD und Sat1 Gold HD über das Modul zu empfangen. Und bei HD Austria hat man es geschafft, einen großen Kritikpunkt aus der Welt zu räumen – zumindest teilweise. Die Sender der Pro7-Gruppe lassen sich nämlich nun auch ohne Einschränkungen aufzeichnen. Bei anderen Anbietern ist man allerdings noch nicht ganz so weit. Für das Weihnachtsgeschäft hat man die Preislatte nochmals ein gutes Stück tiefer gelegt: „Wir bieten das Komplettpaket schon ab 9,90 Euro an. Und der Händler bekommt 60 Euro Provision.“ „Das ist wirklich ein Superangebot“, meint Lukas Pachner, zuständig für das Channel Management. „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Kunde zahlt für die ersten zwölf Monate nur 9,90 Euro, aber keine Aktivierungsgebühr und CM Lukas Pachner (links) und GF Peter Kail freuen sich über den Erfolg.

„Wir haben laut GfK seit September das meistverkaufte Sat-Modul am österreichischen Markt.“ Peter Kail, Geschäftsführer von Eviso/HD-Austria

erhält das Modul oft noch gratis. Und der Handel bekommt bis zu 60 Euro Provision – bei minimalem Arbeitsaufwand.“ Denn, so argumentiert Pachner, jeder Kunde, der einen Sat-Fernseher kauft, braucht auch ein ORF-Modul, weswegen es ganz einfach sei, das von HD-Austria mitzuverkaufen. Der Kunde kann dann immer noch entscheiden, ob er die HD-Austria-Dienste längerfristig nutzen will. Und weil das Eingabesystem für den Händler stark vereinfacht wurde, ist die Anmeldung in drei Minuten erledigt. „Wo kann man sonst so schnell sein Geld verdienen? Das ist nicht nur eine Win-win-Situation, da ist eine Win-win-win-Situation“, freut sich Pachner. „Wer das nicht nutzt, ist selber schuld.“ Kail glaubt auch weiter an das lineare Fernsehen: „Ich habe gerade eine Studie gelesen, nach der am Abend vorher 76 Prozent der Befragten lineares Fernsehen geschaut haben. Im Kino waren es, glaube ich, 2 Prozent.“ Wohl glaubt er an einen Niedergang des Antennenfernsehens. „ Nach aktuellen Untersuchungen haben sich bei der Umstellung der Sendenormen zwei Drittel aller Kunden für den Umstieg auf Kabel oder SAT ­entschieden.“ Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Derzeit noch hoch im Kurs stehe das Antennenfernsehen bei den 40 

Zweit- und Dritt-Fernsehern. Doch das soll sich in naher Zukunft ändern: Mobile Tabletts und Videostreams sollen an deren Stelle treten. HD-Austria ist für diese Entwicklung gut gerüstet: Mit der App HD Austria Now sind alle 40 Sender auch mobil empfangbar, die App ist zudem auch Chromecast-kompatibel: Sendungen können mit einem Wisch einfach dem Fernsehgerät übergeben werden. Die App funktioniert mit bis zu fünf Endgeräten gleichzeitig, mit der Restartfunktion können viele Sendungen auch zeitversetzt angeschaut werden. „Es sind vor allem die jungen Kunden, die auf die App abfahren“, weiß Pachner zu berichten. „Wenn wir die App am POS vorführen, dann sieht man richtig, wie es in den Köpfen zu arbeiten beginnt, wenn die Youngsters die Möglichkeiten durchspielen.“ Besonders betonen möchte man bei HD-Austria den Service, den das Unternehmen bietet. „Bei uns gibt es alles aus einer Hand. Wir erledigen alle Anmeldeformalitäten, unsere Hotline hilft bei allen Fragen rund um das Satelliten-Fernsehen und entlastet so auch den Händler.“ Wie sind die Zukunftspläne? „Natürlich wollen wir mehr Content und mehr Sender. Und daran arbeiten wir.“ Die Bereitschaft der Kunden, für Content zu zahlen, steigt, aber dann muss auch die Qualität passen. Weswegen HD-Austria selbstverständlich bei 4k-TV und HDR-TV mitziehen wird – wenn es denn auf den Markt kommt. Denn, so Pachner, selbstbewusst: „Wir bringen immer das beste TV-Erlebnis.“ wk ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


Korne

Michael Huber, GL von Revox Austria, präsentierte die Vorteile des Voxnets (links). Bei Supersonic ließen sich nostalgische Röhrenradios mit neuer Technik bewundern (Mitte). Und Sennheiser zeigte mit dem HE1 einen 50.000 Euro teuren Kopfhörer mit Röhrenvorverstärker, EJ-Medienberater ­Philipp Phillipeck testete auch die leistbare Variante HD 800s um „nur“ 1500 Euro (rechts).

Hier spielt die Musik Musik war Trumpf auf den heurigen Klangbildern. Die Messe in Wien zeigte nicht nur hochwertige Hi-Fi-Komponenten, sondern präsentierte auch ein umfangreiches Rahmenprogramm. HIGH-END -MESSE

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ür die Klangbilder verwandelt sich das Arcotel Kaiserwasser Jahres komplett ausverkauft. „Hauptsächlich die Russen sind ganz in Wien Jahr für Jahr in das Mekka der Musik-Enthusiasten. verrückt nach dem Gerät“, plaudert Fuchs aus dem Nähkästchen Heuer ging die Veranstaltung vom 11. bis zum 13. November über und dreht den Vorverstärker auf. Daraufhin fahren acht exakt aufdie Bühne. Bereits in der Eingangshalle wurde klar: Hier geht es einander abgestimmte Röhren aus dem Steingehäuse, beginnen nicht nur um Hi-Fi-Komponenten, sondern um das Thema Musik sanft zu glimmen und der Deckel gibt den in einem Kästchen liegenden elektrostatischen Kopfhörer frei. Das Sounderlebnis, das der in allen seinen Facetten. Direkt hinter den Eingangstüren war ein Kopfhörer dann bietet, ist wirklich einmalig. Luftige Höhen, satte Auto mit einer edlen Soundanlage zu bewundern, die durch blaue LED illuminiert war. Links davon, neben der Bar konnte man in Bässe und vor allem eine räumliche Abbildung, dass man aus dem altem Vinyl stöbern oder Nachdrucke von Veranstaltungsplaka- Staunen nicht mehr herauskommt. Ob man dafür aber wirklich den ten erwerben. Veranstalter Ludwig Hirsch hatte zudem Vorträge, Preis eines Mittelklassewagens anlegen möchte, sei dahingestellt. Workshops und natürlich auch viel Livemusik organisiert. Für die Möglicherweise ist man ja mit einem HD 800 S ähnlich gut bedient Geräteshow war der gesamte fünfte Stock angemietet worden, wo – und der kostet nur gut 1500 Euro. Direkt nebenan wird es nostalgisch. Dort präsentiert nämlich die Suiten zu Vorführräumen mutierten. In einer davon treffen wir Michael Huber, den Geschäftsleiter von Richard Sbüll seine revitalisierten Röhrenradios. Dafür hat der WieRevox Austria. Hingucker ist ein altes Tonband in der Ecke. „Nein“, ner eigens das Start-up Supersonic gegründet, bei dem er gemeinlacht Huber, „wir haben die Produktion nicht wieder aufgenommen. sam mit seinem Compagnon, dem Möbeldesigner Martin KristofAber jeder, der das Gerät sieht, findet es cool, und es ist ein guter Auf- csak, den Geräten optisch und technisch neues Leben einhaucht. hänger um ins Gespräch zu kommen.“ Die Technik, um die es eigent- Alle Geräte sind Originale. Fundstücke, nach denen sich Sbüll in lich geht, steht in der Ecke. Es ist ein NAS-Server, der Teil des aus- Antikshops und auf Flohmärkten umsieht. Technisch werden sie gestellten Voxnets ist, ein Multiroom-System, das personenzentriert dann mit moderner Elektronik ausgestattet, wobei der typische arbeitet. Huber: „Das ist vor allem auch für Hotels interessant.“ Wor- Sound weitgehend erhalten bleibt. Je nach Geschmack des Käufers auf Huber besonders stolz ist: Voxnet ist eine vollständige Eigenent- werden die Geräte auch optisch angepasst – oder wieder in den Oriwicklung von Revox. „Wir haben da wirklich mit einem Stück wei- ginalzustand zurückversetzt. Ganz billig ist der Spaß aber auch hier ßem Papier angefangen“, sagt er. Das System ist auch KNX-fähig nicht. Unter 1000 Euro ist kaum etwas zu bekommen, bisweilen geund mit dem Gira G1 kompatibel, weswegen in der Suite auch die hen die Preise auch schon mal in Richtung 3000 Euro. Auch Jodok Kaufmann, Geschäftsführer von Novis, ist auf der Steuerelemente von Gira zu sehen sind. Martin Karall vom Wiener Veranstaltung. „Ich habe das Gefühl, dass es heuer mehr Leute sind Elektrohändler Karall & Martausch ist Mitaussteller bei Revox. „Ich als im Vorjahr“, glaubt er. Das liegt auch daran, dass die Hi-Fi-Fans will, dass die Elektriker ein wenig die Ohren aufsperren und schon echte Fans sind. „Die Leute fahren wirklich Strecken, um gute Probei der Grundinstallation ein solches System mit bedenken.“ Um echten High-End-Sound dreht es sich ein paar Zimmer wei- dukte zu kaufen“, weiß er zu berichten. Novis ist mit drei Marken ter. Dort residiert der Kopfhörerspezialist Sennheiser. In einem klei- in Wien vertreten: mit Rega, Sonos und Piega. Rega ist ein Platnen Nebenzimmer präsentieren die Deutschen den Orpheus, oder, tenspielerhersteller, Piega baut Boxen mit Alumembranen – wie wie er jetzt heißt, den HE1. „Wir haben leider die Markenrechte ver- passt da Sonos rein? „Sonos und Plattenspieler passen sehr gut loren“, bedauert Account Manager Thomas Fuchs. Der Namens- zusammen“, versichert er. Er verortet einen Trend hin zum Gewechsel tut dem Erfolg des Kopfhörers keinen Abbruch. Trotz ei- nuss, dem sich auch die jungen Kunden nicht entziehen können. nes Rufpreises von 50.000 Euro sind die Geräte bis Mitte nächsten Aber: „Der Fachhandel muss das auch vermitteln.“ wk ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

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Korne

MULTIMEDIA MESSEN

Die Photo+Adventure fand heuer am 12./13. November im Design-Center in Linz statt.

Oliver Bolch (l.) & Thomas Wiltner in Linz

Abenteuer Fotografie Die Photo+Adventure ist mehr als eine Messe. Sie ist ein Happening der ­ Foto- und Reise-Enthusiasten. Elektrojournal hat sie besucht. EXPERTENTREFF

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ie ist die einzige ihrer Art in Österreich. Wer sich in Sachen Fotografie über Neuigkeiten und Trends informieren möchte, kommt an der Photo+Adventure nicht vorbei. Die Messe findet abwechselnd in Wien und in Linz statt; heuer war, wie immer in Photokina-Jahren, Linz an der Reihe. Rund 200 Aussteller je zur Hälfte aus der Reise- und der Fotobranche zog es am 12. und 13. November nach Oberösterreich. Dort zeigten sie auf 5000 Quadratmetern ihre Angebote und Produkte. Die Atmosphäre war familiär, die hellen Ausstellungshallen waren gut besucht, aber es herrschte nirgendwo Gedränge oder Hektik.

Da geht noch mehr Auch wenn sich Oliver Bolch und Thomas Wiltner, die beiden Macher der Messe, insgesamt zufrieden zeigen, gab es doch einige Enttäuschungen. So kamen aufgrund eines eher schwachen Sonntags statt der erhofften 10.000 Besucher nur 8400. „Da werden wir in Zukunft sicher neue Maßnahmen, wie etwa einen Freitagsstart, ins Auge fassen müssen“, kündigt Bolch Gegenmaßnahmen an. Bei genauem Hinsehen gab es zudem auch einige Lücken im Ausstellerverzeichnis zu entdecken. So fehlten etwa prominente Namen wie Sony, Panasonic oder auch Fujifilm. Auch die Großfläche glänzte durch Abwesenheit. „Ich persönlich finde es schade, dass manche Unternehmen sich hier nicht präsentieren wollen“, sagt Wiltner im Gespräch mit Elektrojournal. „Die Leute fragen nach den Produkten und wollen sich darüber informieren. Eine kleine Ecke auf einem Händlerstand kann da kein Ersatz sein“, glaubt er. In der Tat ist es wohl für die Industrie, aber auch für den einen oder anderen Händler eine verpasste Chance, nicht auf der Messe auszustellen. Denn es gibt sowohl selten ein interessierteres und 42 

fachkundigeres Publikum als auf der Photo+Adventure. Das liegt vor allem auch am Rahmenprogramm, das heuer mehr als 100 verschiedene Veranstaltungen zählte. Darunter waren Workshops für Photoshop genauso wie Grundlagenseminare oder Reiseberichte. Die Auslastung der Veranstaltungen lag an der 70-Prozent-Marke, wer sich zu spät um einen Platz kümmerte, schaute oft in die Röhre. „Das liegt auch daran, dass die Preise für die Seminare sehr moderat sind. Manche unserer Besucher freuen sich schon das ganze Jahr darauf“, meint Bolch. Der überwiegende Teil ist bereits mit dem Eintrittsgeld von 13 Euro abgegolten, für die anderen Kurse und Workshops zahlt man 30 bis 60 Euro, ein echtes Schnäppchen gegenüber sonst üblichen Preisen. Und für dieses Geld wurde durchaus Hochwertiges geboten. So waren etwa die deutsche Reisefotografin Ulla Lohmann oder Lokalmatador und Buchautor Anselm F. Wunderer unter den Vortragenden. Wolfgang Lohner ging erstmals auf die künstlerischen Aspekte der Handyfotografie ein. Das obere Stockwerk war ganz den Fotoausstellungen gewidmet. So durften beispielsweise Studenten der Prager Fotoschule ihre Areiten präsentieren und es gab auch einen kleinen Ausschnitt des Trierenberg Super Circuit mit den besten Fotos der Welt zu sehen. Für das nächste Jahr haben die beiden Macher auch schon den Termin fixiert. Es ist das Wochenende am 11./12. November und dann wieder in Wien. Dort soll der Reisebereich weiter gestärkt werden, aber auch die heuer erstmals gezeigten Themen wie Drohnen oder VR-Technik sollen wieder ihren Platz finden. Und vielleicht wird dann auch der eine oder andere Aussteller, der heuer durch Abwesenheit glänzte, in Wien zu sehen sein. Wiltner ist da jedenfalls optimistisch. „Wir arbeiten dran und ich bin zuversichtlich, dass uns das auch gelingt.“ wk ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


Korne

Devolo

NETZWERKTECHNIK MULTIMEDIA

Christoph Dubsky, Devolo Austria

Devolo liefert bald auch Unterputzelemente für das Home-Control-System.

Smart Home zum Nachrüsten Das deutsche Unternehmen Devolo ist bekannt durch seine Powerline-Produkte. Nun soll der Erfolg durch Smart-Home-Produkte auf einem zweiten Standbein abgesichert werden. NEUE AUSRICHTUNG

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ekannt geworden ist Devolo mit seinen Powerline-Adaptern. Mehr als 31 Millionen davon hat das Unternehmen bisher europaweit ausgeliefert und immer noch zeigt die Verkaufskurve steil nach oben. Die Technik, Daten über die Stromleitung zu übertragen, nutzt das Unternehmen mittlerweile auch im professionellen Bereich. Eine eigene Business-Group kümmert sich um die Vernetzung der Smart Grids, sprich: die intelligenten Netze, die derzeit von den Energieversorgern ausgerollt werden. Seit gut einem Jahr sind die Aachener aber auch mit einer zweiten Produktschiene erfolgreich unterwegs, nämlich mit Home Control, einer Produktreihe zur Hausautomatisierung, basierend auf ZWave. „Wir setzen damit bewusst auf den Do-it-Yourself-Markt“, sagt Christoph Dubsky, Director Sales & Marketing, Consumer Business Austria. „Wenn Sie ein Bussystem wie KNX oder Luxone nutzen, müssen Sie das meist bereits beim Errichten des Gebäudes mit einplanen. Bei uns können Sie die Systeme nachträglich einbauen und selber konfigurieren.“ Wobei das in Zukunft nicht mehr so ganz stimmen wird. Denn neben Funkschaltern, Bewegungs- und Rauchmeldern, Schaltern und Messsteckdosen wird Devolo ab kommendem Jahr auch Unterputzlösungen anbieten: Rollladensteuerungen, Schalter und Dimmer sind die Ersten aus der Reihe, die dann natürlich von einem Fachmann montiert werden sollten. „Das bringt neue Chancen für Installationsbetriebe“, glaubt Dubsky. Insbesondere IT-affine Installateure seien damit angesprochen. Sie könnten ihren Kunden Komplettlösungen anbieten und auch installieren. Allerdings: Weil die Devolo-Produkte auf Plug&Play optimiert worden sind, lassen sich viele Funktionen, die der Z-Wave-Standard eigentlich bietet, nicht nutzen. „Sie haben recht: Wir haben die Geräte mit Standardparametern programmiert, ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

die sich nicht ändern lassen. Doch wir überlegen, ob wir nicht einen Expertenmodus einführen sollen, in dem dann doch auf diese Parameter zugegriffen werden kann“, stellt Dubsky eine Funktionserweiterung für die Produkte in Aussicht.

Breitenwirksam Neben den drei Unterputzmodulen sollen in den kommenden Wochen drei weitere Bausteine hinzukommen, und zwar ein Luftfeuchtemelder, ein Wassermelder und – endlich – eine Alarmsirene. Anfang kommenden Jahres wird das Lineup dann, wenn alles gut geht, durch eine Live-Cam ergänzt. „Das Thema ,Home Control‘ war eine Zeit lang ein Thema nur für Early ­Adopters. Doch jetzt wird es schon schön langsam eines, das auch für breitere Kundenschichten interessant wird“, ist sich Dubsky sicher. Dazu soll auch die neue App beitragen, die es seit Ende November zum Download gibt. „Sie ist eine Weiterentwicklung zum vollwertigen Webinterface-Ersatz, mit der man beispielsweise auch Regeln, Gruppierungen oder Szenen erstellen und bearbeiten kann.“ Dubsky legt großen Wert darauf, dass das Devolo-Produkt keine Insellösung sei. „Wir öffnen unsere Produkte auch für andere Hersteller und achten dabei auf echte Kompatibilität“, verspricht Dubsky. So sei bereits jetzt Philips Hue als native Anwendung mit dabei, für 2017 ist auch eine Zusammenarbeit mit Googles Alexa und Netatmo von Sonos geplant. Das System soll sich auch auf anderen Gebieten weiterentwickeln. Noch für dieses Jahr steht die Integration einer sonnenabhängigen Steuerung auf dem Plan – etwa für Jalousien, 2017 soll ein automatischer Regelvorschlagsassistent dazukommen. Mit IFTTT (if this – then that) kommen neue Logikbausteine zur Steuerung mit ins Spiel und auch Geofencing, also die Nutzung der Handyortung, steht auf der Roadmap. wk 43


BUSINESS TELEKOMMUNIKATION

Mit Agfeo in die Zukunft Agfeo hat mit seinen neuen modularen Telekommunikations-Anlagen kleine und mittlere Betriebe im V ­ isier. Auf der Roadshow ging es auch darum, Händlern den direkten Kontakt mit dem H ­ ersteller zu bieten.

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VERANSTALT UNG

Christian Wallisch, Vertriebsleiter Süd/Ost und Österreich, Marc Kulmann, Vertriebsleiter Süd/ West und Schweiz, Thorsten Kirstein, Leiter Hotline (v. l.) bei der Eröffnung der Agfeo Partner-Tour.

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hristian Wallisch sieht man ein wenig den Reisestress an. Der Agfeo-Vertriebsleiter für Österreich und Deutschland Süd/Ost tourt gerade mit seinem Team durch sein Verkaufsgebiet und präsentiert unter dem Slogan „Mit Agfeo in die Zukunft!“ neue Produkte und Lösungen. 22 Stationen werden dabei angefahren. „Wir haben dabei den Anspruch, nicht einfach nur ein Programm abzuspulen, sondern die Produkte auch wirklich in Funktion zu zeigen und Ansprechpartner zu sein, wenn es Probleme gibt, etwa im Service.“ Das Konzept kommt gut an, gerade wurde in Graz mit 26 Besuchern ein neuer Teilnehmerrekord verbucht, in Wien kamen knapp 50 überaus interessierte Besucher in das Hotel Schloss Wilhelminenberg, die auch an der Präsentation rege teilnahmen. Und das lag nicht nur daran, dass Referent Thorsten Kirstein, seines Zeichens Leiter Hotline, richtige Antworten mit Schokolade belohnte. „Wir haben uns weiterentwickelt, sind zu einem gewichtigen Partner auch für die Ausstattung von kleinen und mittleren Betrieben geworden“, sagt Wallisch. Während das klassische Geschäft mit privaten Anlagen auch aufgrund des großen Erfolgs von GSM nahezu vollständig weggebrochen ist, entwickelt sich jenes mit den professionellen Anlagen prächtig weiter. Die Agfeo ES-Anlagen-Serie wurde deshalb mit der modularen 7xx-Reihe nach oben abgerundet, die bis zu 80 Geräte auf 16 IP-Kanälen verwalten kann und die auch das SIP-Trunking beherrscht. Insgesamt stehen nun acht unterschiedlich dimensionierte Anlagen zur Auswahl. „Alle diese Anlagen haben ein einheitliches Bedienkonzept und sind zu allen Agfeo-Endgeräten kompatibel“, streicht Wallisch hervor. Dazu gibt es ein einheitliches Lizenzsystem und eine plattform-unabhängige Fernwartung. Besonderes Schmankerl für den Fach-

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Thorsten Kirstein gehörte zu den Referenten.

Vertriebsleiter Christian Wallisch auf Tour in Wien .

handel: Bei der 7xx-Reihe gibt es einen volumenabhängigen Objektrabatt auf den Händlereinkauf der Systel- und DECT-IPGeräte von zehn Prozent und mehr.

TK-Anlage lernt Haussteuerung Als Ergänzung dazu wird es die Smart Connect Box geben, die im ersten Quartal 2017 auf den Markt kommen soll. Sie soll das Zusammenwachsen von TK-Anlagen und Haussteuerung forcieren, indem sie externe Sensoren oder auch Schwellwertschalter einbindet. Die Box bietet jeweils fünf Ein- und Ausgänge und einen Summer, die Anbindung erfolgt über LAN, die Stromversorgung übernimmt ein Netzteil, aber auch PoE ist möglich. Das zweite Flaggschiffprodukt ist die Türfreisprecheinrichtung TFE1, die ebenfalls mit IP-Technik funktioniert. Sie steckt in einem V4A-Edelstahlgehäuse und ist nach IP 65 zertifiziert. „Dadurch lässt sich die Anlage praktisch überall montieren“, lobt Wallisch das Produkt. Die PoE-fähige Anlage hat eine Kamera mit 170-Grad-Blickwinkel und 1280 x 720 Pixel Auflösung. Die Framerate lässt sich zwischen fünf und 20 Bildern einstellen. Wallisch: „Damit lässt sich die Datenrate an die vorhandene Leitung anpassen. Klingeldrähte sind nun mal nicht für Datenübertragung gemacht.“ Besonderes Schmankerl ist ein mit 480 x 320 Pixel auflösendes Display, auf das man beliebige Bilder und Texte einspielen kann, ideal etwa für Ärzte oder Apotheken, die auf den Notdienst hinweisen wollen. Noch ist die Steuersoftware im Beta-Stadium, das freie Platzieren von Texten soll erst bei Markteinführung der TFE1 im Dezember funktionieren. Kleines Manko: Die TFE1 gibt es nur mit einem Klingelknopf, sie ist nicht für Mehrfamilienhäuser geeignet. „Das deckt aber unserer Erfahrung nach 70 Prozent aller Fälle ab“, so Wallisch. wk ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


Fischer

INNOVATIONEN BUSINESS

Jörg Euskirchen, GF von Witech, präsentiert die Technik hinter dem kabellosen Schreibtisch.

Stromversorgung ohne Kabel Das deutsche Unternehmen Witech stellte auf dem diesjährigen Fujitsu-Forum in München einen kabellosen Schreibtisch vor, bei dem der Strom für sämtliche Geräte durch Induktion übertragen wird. INNOVATION

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enn vom kabellosen Schreibtisch die Rede ist, denkt man normalerweise an Funkmäuse und Tastaturen, eventuell noch an die Verbindung des Computers mit Drucker und Scanner über WLAN. Kaum aber an die Stromkabel, die vom Bildschirm über das Handyladegerät bis hin zur Schreibtischlampe einen Drahtverhau auf und unter der Arbeitsfläche bilden. Und genau dort setzt Witech an: Über Drahtschleifen, die entweder in eine Schreibtischunterlage integriert oder direkt unter der Schreibtischplatte montiert sein können, wird ein Induktionsfeld erzeugt, das mit einem entsprechenden Empfangsmodul ausgestattete Geräte drahtlos mit Strom versorgt. Somit muss nur noch der Schreibtisch selbst an die Steckdose gehängt werden. Das System ist freilich wesentlich komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Damit der Benutzer nicht permanent in einem elektromagnetischen Feld sitzt und nicht jede Menge Energie verloren geht, kommt in dem Witech-System eine intelligente Steuerungselektronik zum Einsatz. Dazu wird mit den Schleifen nicht nur der Strom selbst übertragen, sondern auch Daten, anhand derer sich die einzelnen Verbraucher zu erkennen geben. Der intelligente Schreibtisch weiß dadurch, an welcher Stelle etwa der Laptop und die Schreibtischlampe stehen, und aktiviert nur an genau diesen Bereichen die Stromübertragung mit der erforderlichen Leistung. Vor allem bei Handys oder Tablets, die man ja nicht immer an genau derselben Stelle ablegt, erweist sich dieses Verfahren als ausgesprochen effizient. Dort, wo kein Strom unmittelbar benötigt wird, befindet sich die Sendematrix im Standby-Modus, sodass das System sofort merkt, wenn ein Gerät verschoben oder ein neues Device auf den Tisch gelegt wird, und den entsprechenden Sektor aktivieren kann.

Effizient Auf den ersten Blick möchte man annehmen, dass durch die induktive Übertragung eine Menge Energie verloren geht, Geschäftsführer Jörg Euskirchen räumt im Gespräch mit Elektrojournal diese Bedenken jedoch rasch aus: „Bei nur einem ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

Gerät ist der Wirkungsgrad tatsächlich geringer als bei einem herkömmlichen Steckernetzteil, aber sobald man mehrere Geräte gleichzeitig auf dem Schreibtisch liegen hat, verringert sich der Gesamtverlust deutlich, und letztendlich verbraucht man sogar weniger Strom als bisher.“ Das im deutschen Bielefeld ansässige Unternehmen Witech arbeitet eng mit Fujitsu zusammen, um in naher Zukunft verschiedene Geräte standardmäßig mit einem Induktionsempfänger ausstatten zu können. Für Apple-Produkte wie etwa das iPhone 6 und einige iPad-Modelle und MacBooks sind sogenannte iCases verfügbar, Gerätecover, die mit der entsprechenden Empfangselektronik ausgestattet sind, aber auch mit anderen Herstellern wird eifrig an einer Integration der Witech-Technologie gearbeitet. Zur Unterstützung eigener Entwicklungen sowie zu Demonstrationszwecken bietet Witech ein Evaluierungs-Kit an, das Geräte mit einem Leistungsbedarf von bis zu 25 Watt unterstützt. Auf dem Fujitsu-Forum, der alljährlichen Leistungsschau des japanischen Hightech-Konzerns, wurde der nach eigenen Angaben weltweit erste voll ausgestattete, kabellose Arbeitsplatz, der auf dieser Technologie basiert, präsentiert. Für Fujitsu stellt die Befreiung von Kabeln auf dem Schreibtisch einen wesentlichen Aspekt der vom Konzern selbst propagierten „Human Centric IT“ dar, einer Informationstechnologie, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Der Benutzer soll in Zukunft keine wertvolle Zeit mehr mit der Suche nach dem richtigen Netzteil vergeuden, wenn etwa der Akku seines Tablets zur Neige geht. Auch soll er keinen Gedanken mehr daran verschwenden, wo die nächste Steckdose zu finden ist. „Unser Konzept der kabellosen Stromübertragung stellt die Steckdose von morgen dar“, ist Euskirchen überzeugt. Momentan schafft seine Technologie zwar eine Leistung von maximal 40 Watt, man arbeitet aber bereits auf Hochtouren, um das System noch leistungsfähiger und gleichzeitig noch energieeffizienter zu machen. uf 45


Korne

Große Runde: Hartwig von Saß, Marion Tschernutter, Thomas Werner (Accoi) und Markus Nenning (Sclable) plauderten über das Konzept der neuen CeBit.

Hartwig von Saß präsentierte die neuen Ideen zur Messe.

Marion Tschernutter bietet die Hilfe der WKO an.

Die Zukunft beginnt in Hannover Die CeBIT erfindet sich als Konferenzveranstalter und Start-up-Treff neu. Die WKO ­unterstützt ö ­ sterreichische Unternehmen, die sich auf der Messe präsentieren wollen. PRE VIE W

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roße Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So auch die ­ eBit2017, die im kommenden Jahr vom 20. bis 24. März wie C üblich in Hannover stattfinden wird. Mitte November präsentierte die Messe in Wien Journalisten die Planung für das kommende Jahr. Die Veranstaltung, die in den letzten Jahren einige Transformationen durchgemacht hat, will nicht nur als klassische Ausstellermesse für die IT-Branche verstanden werden, sondern auch als Jobbörse und Konferenzevent. Und nicht zuletzt sollen auch Startups hier optimale Bedingungen finden, um sich zu präsentieren. Das Vehikel dazu nennt sich Scale 11. Im vorigen Jahr zeigten dort über 300 junge Firmen ihre Geschäftsideen, heuer sollen es mehr als 400 werden, so Hartwig von Saß, Leiter der CeBIT Kommunikation Deutsche Messe AG. Mit dabei sind diesmal auch das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) und der Swiss ICT Investor Club (SICTIC), die versuchen werden, Investoren, etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenzubringen.

Für alle leistbar Für österreichische Unternehmen offeriert die WKO die Option, an einer Gruppenausstellung teilzunehmen. „Wir bieten für die Unternehmen vergünstigte Ausstellertarife und übernehmen auch die komplette Organisation und Logistik für die Messe“, sagt Marion Tschernutter, Projekt Managerin International Trade bei der WKO. Dazu gehören Planung und schlüsselfertiger Auf- und Abbau der Standfläche, Infrastruktur, Marketing und auch die Betreuung während der Messe. Selbst die Dekoration wird von der WKO übernommen. Teilnahmeberechtigt sind österreichische Firmen, die Produkte österreichischen Ursprungs präsentieren. Die Mindestfläche beträgt neun Quadratmeter, bei Firmengemeinschaften sechs Quadratmeter. Je nach Unternehmensgröße beginnen die Preise bei 343,01 (exkl. USt) Euro pro Quadratmeter, Start-ups können bereits ab 261,30 Euro (exkl. USt) hereinschnuppern. Für Start-ups gelten besondere Konditionen. Für sie gibt es keine Mindestgrößen bei den Ständen. Wie positiv sich eine Teilnahme an der Ausstellung auswirken kann, darüber plauderte Thomas Werner, GF von Accoi, Markus Nenning, Cofounder von Scla46 

ble Business, lobte den Service der WKO. „Das hat uns heuer den Rücken freigehalten und uns geholfen, uns ganz auf die Messe zu konzentrieren.“ Thema der kommenden Messe wird die digitale Transformation sein. Die läuft bei der CeBIT unter dem trendigen Schlagwort „d!conomy – no limits“. „Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine und zwischen Realität und Virtualität verschwimmen“, meint von Saß. Die Messe will die Chancen aufzeigen, die sich für die Unternehmen durch diese Entwicklung ergeben. Eine der treibenden Technologien dabei sind Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen, die zum Beispiel auch beim Vermarkten von Produkten in Zukunft eine große Rolle spielen werden. Der Markt für diese Produkte ist immens. So rechnet etwa die US-Beratungsfirma Digi Capital für das 2020 mit einem Umsatzpotenzial von 120 Milliarden US-Dollar. Die CeBIT will mit dem Bereich „Virtual & Augmented Reality“ eine Plattform bieten, auf der sich Entwickler, Anwender und Hersteller treffen und Anwendungen präsentieren können. Eng verwandt mit dem Thema sind die Drohnen. Die CeBIT will sich dabei auf professionelle Anwendungen konzentrieren. Dazu gehören Logistik- und Vermessungstechnik, Land- und Forstwirtschaft, Polizei und Feuerwehr bis hin zu Handel und Medizin. Partnerland der CeBIT 2017 ist Japan. Mehr als 100 Unternehmen und Institutionen aus dem Land der aufgehenden Sonne werden auf der Messe ausstellen. Schwerpunkt wird das Internet der Dinge sein, aber auch die Robotik. Hier geht es vor allem um die humanoide Robotik. „Die Überalterung der Gesellschaft ist ein Problem, das Japan besonders trifft. Humanoide Roboter sollen helfen, den Pflegenotstand zu lindern“, erläutert von Saß. Einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet, Professor Hiroshi Iguro, wird einer der Sprecher auf der CeBIT global Conference sein. Er ist Direktor des Intelligent Robotics Laboratory am Department of Adaptive Machine Systems in Osaka. Am ersten Messetag wird es zudem den Japan German ICT Summit geben, bei dem deutsche und japanische Vertreter Kooperationsmöglichkeiten ausloten wollen. wk ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


ONLINE-HANDEL BUSINESS

Alles nur gefakt Faule Anbieter drücken das Preisniveau im Netz und schädigen Konsumenten und ehrliche Händler. Betroffen sind auch scheinbar sichere Plattformen wie Amazon. INTERNE TBE TRUG

istock

Trau, schau wem. Wer im Internet einkaufen geht, muss sich vor windigen Anbietern hüten.

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as Internet ist irgendwie ja wie das reale Leben. Nur digital halt. Und wie im richtigen Leben gibt es auch im Web Gauner und Betrüger, die nur eines wollen: Arglosen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen. Möglicherweise ist die Wahrscheinlichkeit, auf einen Menschen mit betrügerischen Absichten zu stoßen, im Internet noch deutlich höher als im richtigen Leben. Schließlich kann man sich im Internet ziemlich gut hinter falschen Angaben verstecken. Einer der neuen Tummelplätze von solchen Gaunern scheint Amazon geworden zu sein. Kein Tag vergeht, an dem nicht „neue Händler“ Produkte zum Superpreis anbieten. Zu Ostern waren es etwa Miele Waschmaschinen, die zu einem Drittel des aktuellen Preises angeboten wurden. Selbstverständlich sind diese Angebote nicht real. Bei dem angeblichen Verkäufer bestand auch nie die Absicht, die Ware tatsächlich zu liefern. Wer trotzdem versucht zu kaufen, bekommt eine Fehlermeldung. „Es gab ein Problem“, meldet dann Amazon – ohne den wirklichen Grund zu nennen. Dafür gibt es eine E-Mail-Adresse, über die man mit dem angeblichen Verkäufer Kontakt aufnehmen kann. Der entschuldigt sich dann ganz höflich und bietet an, den Kauf von sich aus durchzuführen. Als Beweis gibt es dann eine gefakte Amazon-Bestellbestätigung, geliefert wird aber nur gegen Vorkasse auf ein ausländisches Konto. Wer einzahlt, ist sein Geld los. Eh klar.

Massive Zunahme  Die Masche ist an sich nicht wirklich neu, aber seit Mitte dieses Jahres nimmt die Relevanz rasant zu. Das will zumindest das Preisvergleichsportal spottster.com herausgefunden haben. Der Dienst beobachtet für seine Nutzer die Preisentwicklung bestimmter Produkte und gibt Alarm, wenn ein vordefinierter Preis erreicht wird oder sich signifikante Änderungen ergeben. Seit August 2016, so Spottster auf seiner Webseite, verzeichnen die Preisbeobachtungen einzelner Produkte extreme Schwankungen, teilweise werden die Produkte nur noch zu einem Fünftel ihres Vortagespreises angeboten. Spottster führt diese Schwankungen auf unzählige Fake-Angebote zurück, die nicht mehr aus dem Internet verschwinden. Das Ärgerliche: Vor lauter Fake-Angeboten ist es fast unmöglich, die realen Angebote noch herauszufiltern. Seriöse Händler gehen ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016

bisweilen in der Flut der Fake-Dumpingpreise unter. „Das ist ein Problem, das jetzt zum Weihnachtsgeschäft noch zunimmt“, zitiert die Süddeutsche Zeitung online dazu Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Und Amazon? Amazon löscht solche Angebote regelmäßig, doch das Bemühen ist von ähnlichem Erfolg gekrönt, wie der Hydra einen Kopf abzuschlagen. Dort, wo einer der Shops verschwindet, wachsen zwei nach. Und wer als Konsument auf die Masche hereinfällt, hat ganz schlechte Karten. Die „A–Z-Garantie“, mit der Amazon seinen Kunden ein Sicherheitsgefühl geben will, greift nicht, wenn die Bezahlung außerhalb des Systems der Amerikaner erfolgt. Für reale Onlinehändler gibt es noch ein zweites Problem: Die Cyber-Kriminellen hacken sich nämlich bisweilen in bestehende Shops und überfluten sie mit Dumpingprodukten. Betroffene Händler müssen in der Regel den Shop vom Netz nehmen und erleiden empfindliche Umsatzeinbußen. Und sie werden vom Zorn der Kunden getroffen, die sich um ihre Schnäppchen betrogen fühlen. Ein solcher Zorn kann sich dann auch schon mal in einer Klagsflut entladen.

Gesetz des Marktes Allerdings: Auch die reale Preispolitik der Onlineshops kann für Unmut sorgen. Denn das Internet ist ein Marktplatz, bei dem die Gesetze von Angebot und Nachfrage ungefiltert durchschlagen. So geschehen bei der NES Classic mini. Die Gamingkonsole von Nintendo ist ein Produkt für Nostalgiker. Das Gerätchen hat 30 Spiele fix fertig vorprogrammiert, die alle aus der Zeit der Klötzchengrafik stammen. Für viele Menschen so ab 40 boten die Spiele den ersten Kontakt in die Welt der Videogames – Grund genug, mit der neuen Retrokonsole die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Und eigentlich ist die Konsole mit 70 Euro ja auch recht wohlfeil. Allerdings: Nintendo hat wohl den Run auf die Konsole unterschätzt, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Die Folge: Statt 70 Euro werden im Web 200 Euro verlangt, Controller sollen statt 10 nun 30 Euro kosten. Die Fans finden das naturgemäß nicht sonderlich gut, aber immerhin bekommt man hier für sein Geld auch Ware geliefert. Langfristig gesehen ist eine solche Preispolitik aber natürlich nicht geeignet, eine innige Kundenbindung aufzubauen. wk 47


LETZTE SEITE REDAKTION VON INNEN SOCIAL MEDIA WATCH

Das rote Buch der Agentur-Sünden Wenn der Nikolaus das große rote Buch aufklappt, dann müssen viele kleine Agenturen zittern. Denn mit ihrem Tun ärgern sie nicht nur die Journalisten, sie erweisen auch ihren Auftraggebern keinen Gefallen, glaubt CR Wolfgang Korne.

U-Boote im Mediamarkt

Der arme Mediamarkt ist so arm, dass er sich keine echten Verkäufer leisten kann. Stattdessen springen dort als Berater getarnte Repräsentanten der Industrie rum. So weit, so bekannt. Seltsam ist es nur, dass das für den einen oder anderen Twitter-User vollkommen neu war. Wenn es wahr ist, dass man vom Nikolaus nur dann beschenkt wird, wenn man brav war, dann bekommt so manche Agentur heuer nichts. Ganz sicher keine Stiefel rauszustellen brauchen Agenturen, die immer noch glauben, hinter jeder Meldung hinterhertelefonieren zu müssen. Das Gespräch läuft dann so: „Guten Tag, hier ist die Agentur Maier. Wir haben Ihnen gestern eine Meldung über die neue A409BZ-5 geschickt. Haben Sie die bekommen?“ Wenn ich grantig bin (und das bin ich dann sehr schnell), dann würge ich das Gespräch gleich mit einer zuckersüßen Rückfrage ab: „Oh, haben Sie eine Fehlermeldung bekommen?“ Worauf man die armen Agenturangestellten am anderen Ende förmlich zusammenfallen hört. Sie ahnen, welche Stunde geschlagen hat. „Ich weiß ja, das ist nervig …“, stammeln sie dann schuldbewusst. Ja, das ist es. Und ja, ich weiß, dass die Dame oder der Herr da in meinem Telefonhörer eigentlich nichts dafür kann, dass ich mich jetzt schon wieder ärgere, sondern stattdessen ein/e übereifrige/r Agenturleiter/in, der/die seine/ihre Clipping-Mappe füllen möchte. Trotzdem hält sich mein Mitleid in Grenzen. Denn wenn ich das Gespräch nicht abwürge, dann geht es weiter: „War die Meldung denn für Sie interessant? Wann werden Sie sie denn bringen? Sollen wir Ihnen noch Hintergrundinformationen schicken? Wir hätten da auch noch das Thema soundso. Vielleicht ist das ja interessant für Sie?“ Bitte mich nicht falsch zu verstehen: Ich respektiere die Arbeit der Agenturen, und es ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die unser Verhältnis in den meisten Fällen prägt. Aber mal ehrlich: Wenn ich alle 15 Minuten aus meinem Arbeitsfluss herausgerissen werde für einen Werbeanruf, dann ärgert mich das schon. Ich bin Journalist. Ich kann selber entscheiden, was wichtig ist und was nicht. Ich kann telefonieren und ich habe ein funktionierendes E-Mail-Programm. Also bitte, liebe Agenturen: Respektiert das! Eher in Richtung Dummheit fallen da andere Fehltritte. Sehr ungeschickt ist es etwa, eine Mail mit dem Betreff „Presseaussendung“ zu schicken und dann nur auf ein angehängtes Dokument zu verweisen. Leider lässt sich so überhaupt nicht entscheiden, ob das nun eine interessante Meldung ist oder nicht. Und selbst wenn man das Dokument öffnet und für verwertbar hält – im stets vom Überlaufen bedrohten Posteingang lässt sich eine Nachricht mit solch prägnantem Schlagwort kaum wiederfinden. Insgesamt haben diese Meldungen deshalb nur sehr geringe Chancen, es als Artikel ins Heft oder online zu schaffen. Aber ich bin ein positiv denkender Mensch und glaube, dass die Menschen lernfähig sind. Und bald ist ja Silvester. Da kann man sich ein paar gute Vorsätze für das neue Jahr vornehmen. Dann klappt es auch mit dem Nikolaus. 48 

1. Der Elektriker ist gekommen. Er sieht aus und spricht wie Flake. @stralauinBerlin ist ein Fan von Wiki und die starken Männer. 2. @EnnWeh: der kiffende Elektriker hat heute einen Lautsprecher dabei und gönnt sich die ganze Zeit Stoner Rock, Manowar und Onkelz haha / @kyuus-89 wenn da die Berufsgenossenschaft auf schlägt wirds dunkel auf dem Bau / Tja, so eine Berufsgenossenschaft ist schon eine richtige Spaßbremse. 3. Alte Weisheit der Innung arbeitsloser Elektriker: Rot ist blau und Plus ist Minus! / Genau @stadtwaechter! Und wenn es bratzelt, fällt die Omi um. 4. Großartig: Bei #Mediamarkt und #Saturn springen ein Haufen „embedded“ Hersteller-Berater rum - ich geh mal wieder zu #Amazon shoppen. / @notesoflife ist in Sachen Großfläche von der ARD entzaubert worden. Tja, so ist das wahre Leben! 5. Warum sind #Einzelhandel , #Verkäufer und #Büro als #Ausbildung so beliebt? Guckt niemand auf #Bedingungen und die Zukunft dort? / Seltsam. Irgendwie scheint @BloodyRedSmiley ein anderes Programm zu schauen als wir. 6. @herrhieronymus: werde ich als armer schlucker und malocher jetzt gezwungen ein „sauberes“ elektro-auto zu kaufen? frage in die runde: woher kommt der strom? / Strom kommt aus der Steckdose und jeder, der blöde Fragen stellt, wird mit einem Elektroauto zwangsbeglückt. Ist doch klar, oder? 7. Warum gibt es eigentlich keine #CERN- oder #NASA-#Barbie für meine Tochter? / Hey genau @ElektroNerd, eine sehr gute Frage. Aber ehrlich, wir hätten lieber einen CERN-Bausatz. Wir basteln uns eine Weltuntergangsmaschine! Und stopfen alles, was wir nicht mögen oder brauchen, ins schwarze Loch. 8. Den nächsten Gas- u. Strommann, der hier aufschlägt u. unseren überflüssigen Zähler NICHT mitnimmt, den gedenke ich im Keller festzukleben. / @Herzmolekuel hat so eine nette Art, ihrem ­Unmut Luft zu machen. 9. @msulzbacher: Windows 10 gewinnt an Fahrt, Windows XP nicht totzukriegen / Tja, Kollege, bei mir steht sogar noch ein Windows-98-Rechner.

ELEKTRO JOURNAL 12 | 2016


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Elektro Journal 12/16