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FORUM

E04

APRIL//14

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2//FORUM//APRIL 2014

INHALT

08 ERÖFFNET: DAS „HOUSE OF MUSIC" IM DÄNISCHEN AALBORG AUS DER FEDER VON COOP HIMMELB(L)AU

28 REKORDZAHLEN AUF DER DIESJÄHRIGEN LIGHT & BUILDING DER WELTGRÖSSTEN LEISTUNGSSCHAU IN SACHEN LICHT- UND GEBÄUDETECHNIK

22 POSITIVE AUFBRUCHSTIMMUNG AUF DEM WEG ZUR EXPO 2015 : DER MAILÄNDER SALONE DEL MOBILE


EDITORIAL

APRIL 2014//FORUM//3

EDITORIAL VON FRANKFURT BIS MAILAND

Warum wir das Editorial dieser Maiausgabe des Forum E-Papers so betiteln? Nun, das ist einfach, in den letzten Wochen haben in Frankfurt und Mailand mit der Light & Building und dem Salone del Mobile die wichtigsten europäischen Veranstaltungen in Sachen Einrichtung und Möbeldesign stattgefunden. Und natürlich waren wir vor Ort, um die neuen ästhetischen Herausforderungen im Bereich der Produktion zu erkunden, aber – wahrscheinlich vor allem – auch, um uns die Zukunft des Wohnens vorzustellen, das im Guten wie im Schlechten eng mit einer mittlerweile in genetischer Mutation begriffenen Wirtschaft verwurzelt erscheint. Wir sprechen hier von einem bestimmten, weit entwickelten Marktsegment, das stets bereit ist, die mikro-ökonomischen Faktoren eines familiären Haushaltsbudgets ebenso abzuwägen wie die steigende Sensibilität des Publikums gegenüber Gestaltungsformen und Umsetzungsweisen der Kreativität. Einer Kreativität, die auch im privaten Bereich erlebt und nicht mehr nur in Museen oder über die Medien aus der Ferne bestaunt werden kann. Wir befinden uns definitiv in einem Stadium, das auf ein außergewöhnliches Phänomen des letzten Jahrzehnts folgt: die maßlose Expansion der Kunst. Im weitesten Sinn sind wir dabei, eine totale Ästhetisierung der Ware zu erleben, die ganz offensichtliche Kontaminierung von Kunst und Design – abgesehen von der typischen Verbindung von Industrie und Technik, die seit etwa eineinhalb Jahrhunderten als roter Faden die industrielle Produktion der Waren charakterisiert. An dieser Stelle möchten wir daran erinnern, dass Mailand der Sitz der Expo 2015 sein wird. Die Stadt ist also dabei, ihr persönliches Profil neu zu gestalten, nicht nur im unternehmerischen, sondern mit bedeutenden Projekten auch im architektonischen Sinn. Aber davon ein andermal mehr. 

CHRISTINE MÜLLER


AKTUELL

© RENDERING ARGE BUREAU B+B UND ORSO.PITRO

4//FORUM//APRIL 2014

NEUGESTALTUNG DER MARIAHILFERSTRASSE VON BUREAU B+B MIT ORSO.PITRO

IM WIDERSTAND Erwartungsgemäß emotional verlief eine Diskussion um die Neugestaltung der Wiener Mariahilfer Straße am 3. April, bei der Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou u. a. mit Vertretern der Initiative pro1070 sprach. Fazit: Ein Konsens scheint weiterhin in weiter Ferne. Auf die Frage, warum nicht alle Teilnehmer der MaHü-Ab-

FOTO: FRANZ HAUSNER

stimmung für oder gegen Querungen oder Radverkehr hatten abstimmen dürfen, reagierte Vassilakou, laut einer pro1070 Presseaussendung irritiert: Die Abstimmung sei „gelaufen“, die „Unterlegenen“ hätten sich damit abzufinden. Eine Bezeichnung, die bei den Vertretern der Initiative gleich zu Beginn für Unruhe sorgte. Zur Debatte um die Mariahilfer Straße hätte zu deren AnROLAND RAINER VOR DER WIENER STADTHALLE.

UMBENANNT Am 10. April jährte sich der Todestag des Architekten und Stadtplaners Roland Rainer zum 10. Mal. Anlass genug, um dem Architekten der 1958 errichteten Wiener Stadthalle gesondert zu gedenken und die bisherige Adressbezeichnung der Wiener Stadthalle Vogelweidplatz 14 nunmehr in Roland Rainer Platz 1 umzubenennen. Wichtiger wäre Roland Rainer wohl eher anderes gewesen, unter anderem etwa auch der respektvolle Umgang mit seinem architektonischen Vermächtnis. Aber zumindest erinnert nun eine Tafel an einen der wichtigsten Persönlichkeiten der österreichischen Architekturszene, der es nie scheute, sich stets prägnant und mit mahnendem Ernst zu Wort zu melden.

liegen eine korrekt und demokratisch nachvollziehbare Befragung aller betroffener Bürger (auch der Geschäftsleute der Mariahilfer Straße) gehört. Die Vizebürgermeisterin wies die Kritik am Verfahren vehement zurück. Ärgernis bei den Mahü-Gegnern löste dann aber schließlich Vassilakous Bemerkung aus, es würde sich um die „vergleichsweise geringe“ Summe von 25 Millionen Euro handeln. Viele Fragen, etwa über das Nichteinbeziehen betroffener Geschäftsleute in die Befragung, bleiben unbeantwortet. Frust und Unmut bestehen weiter. Die Forderung nach Transparenz, ja sogar nach einer Untersuchungskommission wird laut. Eine Wiederholung der Abstimmung wird gefordert – unter Einbeziehung aller Betroffenen. Mit dem Ergebnis abfinden will sich vorerst hier jedenfalls niemand. HTTPS://DE-DE.FACEBOOK.COM/INITIATIVEPRO1070


AKTUELL

APRIL 2014//FORUM//5

­ TELLUNGNAHME S DER WIENER ­ARCHITEKTURSZENE In einem offenen Brief an Frau Vizebürgemeisterin Vassilakou stellen sich Exponenten und Institutionen der Wiener Architekturszene gegen eine Widmung auf Basis des Siegerprojekts aus dem Wettbewerb auf dem Areal des Hotel InterContinental und des Wiener Eislaufvereins. Der derzeitige Projektstand zeige unverändert die WERTINVEST/ISAY WEINFELD

schon im Vorjahr vehement kritisierten Konfliktpunkte bezüglich Bauhöhe und Baumasse. Zusätzlich beanspruche das Wettbewerbs-Projekt, unter eklatanter Verletzung der Ausschreibung, öffentlichen Raum in erheblichem Ausmaß. Die Unvereinbarkeiten in den Vorgaben des Projekts seien somit noch krasser sichtbar.

SIEGERENTWURF VON ISAY WEINFELD

Dieser Meinung sind eine Reihe prominenter Wiener Architekten

chischen Gesellschaft für Architektur, der IG Architektur, docomo-

und Universitätsprofessoren, welche die Stellungnahme sämtli-

mo austria, der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und

cher unabhängiger Wiener Architekturinstitutionen unterstützen.

Ortsbildpflege und weiteren ist unter www.oegfa.at abrufbar.

Friedrich Achleitner, Friedrich Kurrent, Gustav Peichl, Hans Puchhammer, Anton Schweighofer, Franziska Ullmann und Gunther Architekt: Daluz/González Architekten, Zürich

Wawrik sind nur einige davon. Die Architektenkammer kritisierte schon im vergangenen August das Fehlen jeglicher Festlegungen zur Gebäudehöhe von Seiten der Stadtplanung und zur Frage Neubau oder Bauen im Bestand in dem Verfahren, ebenso wie eine klare Positionierung der Stadt Wien zum „Weltkulturerbe Innere Stadt Wien“ in dessen Kernzone sich das Projekt befindet. Schon damals wurde in der Fachöffentlichkeit vor einem Konflikt der für den Bauplatz unangemessenen Vorstellungen des Investors hinsichtlich Baumasse und Höhenentwicklung mit der Entscheidung des Unesco-Welterbekommitees vom 5. Juli 2013, sowie den Hochhausrichtlinien von 2002 und dem „Rechenschaftsbericht“ der Stadt Wien von 2006 zum Thema Welterbe gewarnt. Festgestellt wurde auch, dass ein Luxuswohnturm an diesem Standort weder stadträumlich noch stadtpolitisch zu rechtfertigen ist und einen Präzedenzfall für die Zukunft des gesamten Ringstraßenbereichs darstellen würde. Das Ergebnis des Wettbewerbs bestätigt nun diese Kritik in vollem Umfang und sieht darüber hinaus vor, dem Projekt auch noch einen zirka 10 Meter breiten Streifen des öffentlichen Straßenraums an der Lothringerstraße zuzuschlagen. Diese Inanspruchnahme öffentlichen Raumes für die privaten Zwecke des Projekts von Wertinvest wird ebenso ausdrücklich abgelehnt, wie das unangemessene Bauvolumen und die ungerechtfertigte Höhenentwicklung. Der vollständige siebenseitige offene Brief vom 31. März 2014 an Vizebürgermeisterin und Stadträtin Maria Vassilakou mit umfassender Begründung, unterzeichnet von der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs, der Österrei-

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AKTUELL

FOTO: MOR ARKADIR

6//FORUM//APRIL 2014

72 HOUR URBAN ACTION

AUFRUF ZUR TEILNAHME Diesen Sommer werden von 21. bis 27. Juli fünf Städte des Ruhrtals mit „72 Hour Interactions: Weltmeisterschaft für spielbare Architektur“ zum Schauplatz eines kulturellen Experiments, in dem Architektur und Spiele-Design aufeinander treffen. Im Wettkampf um die Weltmeisterschaft übernehmen fünf gemischte internationale Teams bestehend aus Einwohnern und Menschen aus aller Welt 72 Stunden lang die Straßen von Hagen, Hattingen, Herdecke, Wetter und Witten. Die Teams haben 72 Stunden Zeit, um im Rahmen der Weltmeisterschaft fünf vernachlässigte Orte in jeweils einer Straße der Austragungsstadt mithilfe spielbarer, architektonischer Interventionen zu verwandeln. Entworfen nund gebaut wird vor Ort und in Echtzeit. Mit dem Startschuss, läuft die Zeit, um Lösungen für das räumliche Potenzial zu finden und im Maßstab 1:1 direkt vor Ort umzusetzen. Bewerben können sich Game Designer, Architekten, lokale Handwerker, internationale Designer, lokale Vereinsmitglieder, professionelle Hobbyisten, Tüftler und Bastler, Spieler, Bühnenbildner sowie Philosophen als Einzelperson oder Gruppen bis zu sechs Personen. Mit knappem Budget und auf begrenztem Raum soll entworfen, gebaut, geschlafen und gefeiert werden, um Interventionen im öffentlichen Raum unter extremem Zeitdruck, zu realisieren. 72 Hour Urban Action lädt Experten und Bürger gleichermaßen dazu ein, aktive Agenten eines Wandels von unten nach oben zu werden und eine bleibende Veränderung in der urbanen Landschaft zu bewirken. Aus dem Zusammentreffen von Design-Experten für die räumliche und die soziale Nutzung von urbanen Räumen soll ein neuer Blick auf das Entwerfen von Stadt entstehen. Bewerbungsplattform: www.72hourinteractions.com

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Entwurf: Wiesneth Architekten Fürth

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8//FORUM//APRIL 2014

AKTUELL

ROYALER AUFTAKT Nach vier Jahren Bauzeit wurde das vom Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfene „Haus der Musik“ im dänischen Aalborg kürzlich von der dänischen Königin Margrethe II feierlich eröffnet.

TEXT: GERTRUD PURDELLER


APRIL 2014//FORUM//9

COOP HIMMELB(L)AU

AKTUELL

D

as kulturelle Zentrum stellt eine Kombination von Schule und Konzerthalle dar, wobei seine offene Struktur den Austausch zwischen Publikum und Künstlern, Studenten und Lehrenden fördern soll. „An der äußeren Form kann man bereits die Idee hinter dem Gebäude ablesen: Die Schule umarmt die Konzerthalle“, erklärt Wolf D. Prix, Design Principal und CEO von Coop Himmelb(l)au. Kernstück des Ensembles ist die für zirka 1.300 Besucher ausgelegte Konzerthalle, um die U-förmig Probe- und Ausbildungsräume angeordnet sind. Ein großzügiges, fünf Stockwerke hohes Foyer verbindet diese Räume und öffnet sich mit mehrgeschoßigen Fensterflächen und Aussichtsbalkonen zum angrenzenden Kulturplatz sowie zum Fjord. Durch mehrere Sichtfenster können Studenten und Besucher vom Foyer und

DIE FÜR 1.300 BESUCHER AUSGELEGET KONZERTHALLE IN AALBORG SAMT PROBE- UND AUSBILDUNGSRÄUMEN IST FERTIG GESTELLT. ARCHITEKTUR: COOP HIMMEL(L)AU


10//FORUM//APRIL 2014

AKTUELL

RENE JEPPESEN

RENE JEPPESEN

EIN FÜNFGESCHOSSIGES FOYER SCHAFFT BLICKBEZIEHUNGEN IN DIE KONZERTHALLE SOWIE ZUM VORGELAGERTEN KULTURPLATZ UND NAHEN FJORD.

IM KONTRAST ZUR KUBISCH STRENGEN HÜLLE STEHEN FLIESSENDE FORMEN UND KURVEN IM INNEREN.

von den Übungsräumen in den Konzertsaal hineinschauen und das Musikgeschehen bei Konzerten und Proben miterleben. Es entsteht ein lebendiger, dynamischer Raum, der als Begegnungszone für Studenten, Künstler, Lehrer und Besucher dient und für verschiedenste Aktivitäten genutzt werden kann. Unter dem Foyer ergänzen drei weitere, unterschiedlich große Säle das Raumangebot: der Intime, der Rhythmische und der Klassische Saal.

EINE EINHEIT VON MUSIK UND ARCHITEKTUR „Musik ist die Kunst, Menschen direkt zu berühren. Unsere Architektur dient wie der Resonanzkörper eines Instrumentes dazu, die Kreativität im Haus der Musik zu verstärken“, so Wolf D. Prix. Die Sitze im Parkett und auf den geschwungenen Balkonen des Auditoriums, deren fließende Formen und Kurven im Kontrast zur strengen, kubischen äußeren Hülle stehen, sind so angeordnet, dass sie bestmögliche Akustik und Sicht auf die Bühne bieten. Entwickelt wurde das hochkomplexe akustische Konzept gemeinsam mit Tateo Nakajima von Arup. Amorphe Gipsstrukturen an den Wänden ebenso wie höhenverstellbare Deckenabhängungen basieren auf exakten Berechnungen des Akustikspezialisten und sorgen für ein optimales Hörerlebnis. Der Konzertsaal wird einer der ruhigsten Räume für symphonische Musik Europas sein, der dank seiner architektonischen und akustischen Qualität bereits jetzt gut gebucht ist.

ENERGIEKONZEPT Anstelle von Ventilatoren nutzt das Foyer den natürlichen thermischen Auftrieb im großen, vertikalen Raum zur Belüftung. Wassergefüllte Hypokausten-Rohre in der Betonbodenplatte dienen zur Kühlung im Sommer und Heizung im Winter. Auch der Fjord wird zur kostenlosen Kühlung eingesetzt. Die Betonwände um die Konzerthalle herum fungieren als zusätzliche Speichermasse für thermische Energie. Rohrleitungen und Luftversorgungseinheiten sind mit hocheffizienten Rotationswärmetauschern ausgestattet. Während unter den Sitzen sehr effiziente Lüftungssysteme mit niedrigen Luftgeschwindigkeiten angebracht sind, erfolgt die Luftabsaugung an der Decke durch Gitter über dem Beleuchtungssystem. So erzeugt dessen Wärmeentwicklung keinen Temperaturanstieg im Raum. Ein Gebäudemanagementprogramm gewährleistet, dass kein System aktiviert ist, wenn kein Bedarf besteht.


AKTUELL

APRIL 2014//FORUM//11

6

3

HOUSE OF MUSIC II AUFTRAGGEBER North Jutland House of Music Foundation, Aalborg, Denmark PLANUNG COOP HIMMELB(L)AU, Wolf D. Prix &Creativity Partner Art ZTMusic GmbH DESIGN PRINCIPAL/ CEO Wolf D. Prix PROJEKT PARTNER Michael Volk DESIGN ARCHITEKT Luzie Giencke KONZERTHALLE

PROJEKT ARCHITEKTEN

Section Concert Hall

Marcelo Bernardi, Pete Rose DESIGN ARCHITEKT INTERIOR Eva Wolf 2

JR. PROJEKTARCHITEKT

5

10

Benjamin Schmnidt

4 1

5

3

FJORD 10

PROJEKTDATEN

5 5

NETTOGESCHOSSFLÄCHE 17.637 m²

SCHNITT

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

PERFORMANCE SPACES MUSIC EDUCATION BACK STAGE AALBORG SYMPHONY ORCHESTRA FOYER RESTAURANT BAR KITCHEN LIBRARY TECHNICAL SPACES STORAGE

BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE 20.257 m²

KONZERTSAAL

SCHOOL ENTRANCE

1.298 Sitzplätze 0

8

2

5

10

15

20

25m

SECTION 1-1 | 1:500 ENTRANCE

6

5

1 4

ENTRANCE MAIN

CHRONOLOGIE WETTBEWERB (1. PREIS)

HOUSE OF MUSIC SQUARE

FJORD

2003

3

PLANUNG HOM I 2003-2005

1 ENTRANCE

AUFSCHUB DES PROJEKTES

ARTIST/STAFF ENTRANCE

DELIVERY

2006-2007 PLANUNGSBEGINN HOM II

GRUNDRISS ERDGESCHOSS 1 2 3 4 5 6

PERFORMANCE SPACES MUSIC EDUCATION BACK STAGE AALBORG SYMPHONY ORCHESTRA FOYER RESTAURANT

7 8 9 10 11 12

BAR KITCHEN LIBRARY TECHNICAL SPACES STORAGE PARKING

2008 0

5

10

15

20

25m

LEVEL +/- 0.00 | 1:500

BAUBEGINN HOM II 2010 FERTIGSTELLUNG HOM II 2014


12//FORUM//APRIL 2014

AUSSTELLUNG

DIE NEU GESTALTETE MAKSCHAUSAMMLUNG TEPPICHE FOTO: RUPERT STEINER/MAK


NEUAUFSTELLUNG

APRIL 2014//FORUM//13

EINE RAUPE IM KOKON Auf das Schlüpfen eines Schmetterlings wartet man allerdings vergebens, denn die weltberühmte permanente Teppichausstellung wurde mit einem Raumkonzept von Michael Embacher nun für einen längeren Zeitraum neu inszeniert.

D

er safawidische Wiener Jagdteppich aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich aus Kaschan in Zentraliran, der ägyptische Seidene Mamluken-Teppich aus dem 15. Jahrhundert und der um 1600 entstandene figurative indische Bildteppich mit Landschaft und Vogelpaaren gehören wohl zu den wertvollsten Exponaten der Sammlung, und stellen doch nur einen kleinen Auszug daraus dar. Eine Auswahl von über dreißig Objekten gewährt Besuchern der MAK-Schausammlung Teppiche einen eindrucksvollen Einblick in die hochkarätige Sammlung des Hauses, die mit einem Schwerpunkt auf einzigartige persische und mamlukische Teppiche des 16. und 17. Jahrhunderts zu den berühmtesten und wertvollsten ihrer Art weltweit zählt. Etwa dreißig dreidimensionale Objekte ergänzen die Präsentation und thematisieren vielseitige Interaktionen mit der kunsthandwerklichen Produktion. Die Teppichkunst wird somit als übergreifendes Thema des europäischen Interieurs skizziert. Seit 8. April entführt nun ein völlig neues und ungewöhnliches Raumkonzept in die stille Faszination der Teppichkunst: Der Wiener Designer Michael Embacher enthebt die Exponate gleichsam dem Boden. Inspiriert von der Seide, einem wesentlichen Material exklusiver Teppichknüpfkunst, erinnert Embacher mit seinem räumlichen Konzept zur Neuaufstellung an das Innere eines Seidenraupenkokons, in das die Teppiche „verwoben“ werden. Getragen von dünnen Seilen aus Stahl schweben die Exponate gleichsam über dem Boden und neigen sich in einem jeweils anderen Winkel den Betrachtern zu. Embacher ermöglicht damit neue Blickwinkel auf die kostbaren Textilien, die üblicherweise liegend oder an der Wand hängend präsentiert werden.

MICHAEL EMBACHER - 1963 in Wien geboren - Studium der
Architektur an der Technischen Universität Wien - Mitarbeit bei den
Avantgarde-Architekten Günther Domenig und Sepp Müller - seit 1993 selbstständig - belegt mit seinem Büro
Embacher/Wien eine interdisziplinäre Kompetenznische zwischen
Architektur, Design, technischer Konstruktion, handwerklicher
Maßarbeit und künstlerischem Anspruch

FÜSUN ONUR - 1938 in Istanbul geboren - studierte von 1956 bis 1960 Bildhauerei an der Akademie der
schönen Künste in Istanbul (Güzel Sanatlar Akademisi, heute Mimar
Sinan Üniversitesi) bei Ali Hadi Bara

Mit dem architektonischen Gestaltungskonzept korrespondiert eine handgefertigte Textilarbeit der türkischen Künstlerin Füsun Onur – eine schwebende Installation symbolhafter Qualität, die eigens für die neue MAK-Schausammlung Teppiche entwickelt wurde. Das von der Künstlerin mit dem Motiv eines weiblichen Engels bestickte, großformatige Textil liest sich als poetische Referenz an das Spannungsverhältnis zwischen kulturellen und religiösen Vorstellungen und erzeugt gleichzeitig eine Sensibilität für deren Ambivalenz. Onur schafft eine Sphäre für subjektive Erfahrung und Verinnerlichung, losgelöst von ideologischen Weltinterpretationen.

- Aufenthalt an der
American University in

Die Neuaufstellung der Teppichschausammlung ist nach der Neukonzeption der Schausammlungen Wien 1900 und Asien die dritte Neupräsentation unter Direktor Christoph Thun-Hohenstein.

en
Skulpturen, Installationen, räumliche

WWW.MAK.AT

Washington, D.C. (Fulbright-Stipendium, 1960)
und am Maryland Institute College of Art in Baltimore, Maryland - Nimmt, zurück in Istanbul, Ende der Sechziger Jahre als Vertreterin der
feministischen Avantgarde eine
bedeutende Rolle in der türkischen Gegenwartskunst ein - schafft neben Zeichnungen und TextiliStudien und Soundarbeiten


AUSSTELLUNG

FOTO: SOMA

14//FORUM//APRIL 2014

DIE RAUMSTRUKTUR IST MIT, NACH DEM UNGARISCHEN BIOLOGEN ARISTID LINDENMAYER BENANNTEN „LINDENMAYER-SYSTEMEN“ BESCHREIBBAR, DIE, BASIEREND AUF DER REPRODUKTION EINFACHER GRUNDREGELN, UNTER ANDEREM ZUR SIMULATION VON PFLANZENWACHSTUM HERANGEZOGEN WERDEN.

VERSTRICKT Gemeinsam mit Studierenden der TU Wien, entwickelte Soma ein leichtes Gespinnst aus elastischen Fasern, das nun, als 6. Position der Reihe Angewandte Kunst bis 14. September – in einer Kooperation von MAK und der Universität für angewandte Kunst Wien – die MAK Galerie bespielen wird. .

I

mmanent Elasticity, so der Name der begehbaren Installation, besteht aus glasfaserverstärkten Kunststoffzellen, einem Material, das unter Eigenspannung sogenanntes kinematisches Potenzial erzeugt und sich durch Bewegung unterschiedlich verformen lässt. Durch Krafteinwirkung von außen können Teile des Gebildes aus ihrer dreidimensionalen Form in eine flache Struktur umklappen. Durch die Verkettung der Zellen hat ein lokales Kippen Auswirkung auf die jeweiligen Nachbarzellen, wodurch charakteristische, sich wiederholende Muster entstehen. Trotz stringenter Regelhaftigkeit und eindeutig geometrischer Beschreibbarkeit, wirkt die Installation chaotisch und mehrdeutig und lässt individuelle Interpretation und Wahrnehmung der wolkenartigen Raumstruktur zu. Innovative Denkmuster und Umsetzungsmethoden sowie die Entwicklung von visionären, räumlichen und formalen Konzepten sind charakteristisch für die Arbeit von Soma Architecture. Zu den experimentellsten Projekten des Teams zählen unter anderem der mobile Kunstpavillon White Noise für das Land Salzburg (2011) oder der Theme Pavilion für die Expo 2012 in Südkorea. Die elastisch verformbare kinetische Fassade der Expo war nicht nur eine technische Weltneuheit, sondern ein emotional bewegendes räumliches Erlebnis. Zur Ausstellung Immanent Elasticity erscheint eine gleichnamige Publikation, die im September präsentiert wird. WWW.MAK.AT


AUSSTELLUNG

APRIL 2014//FORUM//15

PRO, SCHULSTUHL DESIGNT VON KONSTANIN GRCIC FÜR FLÖTTOTO FOTO: FLÖTTOTO/OLIVIERO TOSCANI

S

VISIONÄRES

eine Entwürfe sind oft irritierend und auf den ersten Blick auch gar nicht so leicht zugänglich, in ihnen verbinden sich industrielle Ästhetik mit experimentellen und künstlerischen Elementen, aber sie sind dennoch Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein durchaus ernsthaft und funktional. Manche seiner Stücke haben es sogar zum Designklassiker geschafft, wie etwa erlaubt mit einer ansprechend erzählerischen die Leuchte „Mayday“ (1999) oder sein „Chair_One“ (2004). Inszenierung noch bis 14. September einen „Konstantin Grcic – Panorama“ ist nun die bislang größte Einzelausstellung zu Grcic und seinem Werk, der speziell umfassenden Einblick in das Schaffen des für diesen Anlass mehrere raumgreifende Installationen zu seine persönlichen Visionen für das Leben von morgen Designers Konstantin Grcic. entwickelt hat: ein Wohninterieur, ein Designatelier und einen Stadtraum; Fiktive Szenarien, die den Betrachter mit den Inspirationen, Herausforderungen und Fragen des Designers konfrontieren und Grcics Entwürfe in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang stellen. Als Höhepunkt dieser Inszenierungen zeigt ein 30 Meter langes Panoramabild die Architekturlandschaft der Zukunft. Auch erlaubt die Schau einen Blick auf die tägliche Arbeit des Designers anhand vieler seiner Produkte, Prototypen, Zeichnungen und Hintergrundinformationen, ergänzt durch Fundstücke, Alltagsgegenstände und Werke anderer Gestalter, die Grcic inspiriert haben. Der Wechsel der Perspektiven zwischen dem großen und dem kleinen Zusammenhang zeigt, dass Design für Grcic nicht nur Problemlösung ist, sondern ein assoziativer Umgang mit Bildern, Zufällen, Brüchen und Entdeckungen. Konstantin Grcic´s eigene, unverwechselbare Formensprache ist zum Bezugspunkt für eine ganze Generation von Designern geworden und überrascht stets aufs Neue mit ungewöhnlichen Lösungen, fern jeder Gefälligkeit, die ihre durchaus eigenwillige Ästhetik aus der intensiven Auseinandersetzung mit Materialien, Technologien und Produktionsverfahren beziehen. Die Ausstellung entstand in Kooperation des Vitra Design Museums (bis 14. September) und Z33 – House for contemporary art, Hasselt (bis 31. Mai). WWW.DESIGN-MUSEUM.DE


16//FORUM//APRIL 2014

AUSSTELLUNG//BILDUNG

WERNER AISSLINGER

ARCHITEKTUR IN PROGRESS IM RAHMEN DER AIP – ARCHITEKTUR IN PROGRESS VERANSTALTUNGSREIHE “JUNGE ARCHITEKTUR IN WIEN” SPRECHEN

TEXTILESBADBIOTOP VON A&W DESIGNER DES JAHRES 2014 WERNER ­AISSLINGER

ZUKUNFTSSZENARIEN ZUM WOHNEN Noch bis 6. Juli zeigt die Ausstellung „Home of the Future“ in der Hansgrohe Aquademie in Schiltach, wie sich der Berliner Produktdesigner Werner Aisslinger das Wohnen der Zukunft vorstellt. Für die Ausstellung setzte der A&W Designer des Jahres 2014 zahlreiche Ideen und Visionen bezüglich der Frage, wie wir in Zukunft wohnen, kochen, schlafen, den-

LAUSITZTOWER HOYERSWERDA FOTO: MP-A

JURI TROY UND MUCK PETZET zum Thema »draufsetzen« Nachverdichtung und Architektur-Upcycling am 13. Mai 2014;19.00h, Zentrale IFN-Holding AG / Internorm, Ganglgutstraße 131, 4050 Traun

ken und baden werden um. Das Resultat: eine überraschende Inszenierung eines

Vor dem Impulsgespräch besteht die Mög-

Wohnhauses mit Materialexperimenten, Wohnbeispielen und Kombinationen aus

lichkeit an einer Werksführung bei Inter-

Alt und Neu. Neben einer „Küchenfarm“, einem Wohnzimmer fürs „Storytelling“ und

norm teilzunehmen und im Rahmen einer

einem Schlafzimmer mit Urlaubsfeeling ist natürlich auch ein Bad Teil der Ausstel-

Führung von Architektin Isa Stein und

lung. Den gemeinsam mit Axor, der Designermarke des Hausherrn entstandenen

Miteigentümerin der IFNHolding Anette

Entwurf kennzeichnen weiche Formen, Luftfeuchte einfangende Stoffe und essbare Pflanzen. Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen, Diskussionen und Filmabenden. Bis 6. Juli.

Klinger, das neue Gebäude der IFN-Holding kennen zu lernen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem architektur forum oberösterreich als Auftaktveranstaltung der Architekturtage Oberösterreich

WWW.HANSGROHE.DE/HOMEOFTHEFUTURE

statt. Zur Eröffnung spricht Dr. Barbara Feller, Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich. Es wird ein Shuttlebus ab Linz organisiert. Um Anmeldung bis 9. Mai wird gebeten.

Weitere Ausstellungs- und Veranstaltungstipps im Forum-Kalender auf

www.bauforum.at/kalender

(Mail an: architektur@inprogress.at) www.architektur-inprogress.at Nächster Termin: x architekten; 27. Mai 2014, 19:00h Bene Wien, Neutorgasse 4-8, 1010 Wien


AUSSTELLUNG

BLICK IN DIE AUSSTELLUNG DAS WUNDER DES LEBENS DER KUNSTHALLE WIEN FOTO: STEPHAN WYCKOFF, JOS DE GRUYTER & HARALD THYS, DE DRIE WIJSNEUZEN, COURTESY: ISABELLA BORTOLOZZI GALERIE

APRIL 2014//FORUM//17

Wie auf einem sehr hell und streng geometrisch gefassten Friedhof sind die einzelnen Pfeiler in der Kunsthalle errichtet, auf ihnen sind Skizzen mit Momentaufnahmen affichiert.

ERSCHRECKENDES

ASPEKTE DES ALLTÄGLICHEN „Das Wunder des Lebens“ nennen die belgischen Künstler Jos de Gruyter und Harald Thys ihre Ausstellung, die im Wiener Museumsquartier noch bis zum 4. Mai zu sehen ist. „Questions of Travel“ in der Kunsthalle am Karlsplatz verbreitet dagegen bis 25. Mai fast heitere Stimmung. TEXT: SUSANNE KARR

80 solcher Grabstein-ähnlicher Pfeiler bieten Raum für die banalen und erschreckenden Szenen, die durch die monotonen Ansagen des Audioguides nicht weiter erläutert werden. Im Gegenteil, die computergenerierte emotionslose Stimme bestätigt nur, was oberflächlich auch zu sehen ist, etwa „ein Rohr“ oder „ein Mann und eine Frau und ein kleiner Hund, die auf dem Sofa schlafen“. Daneben wird ebenso lapidar „ein brutaler Überfall“ kommentiert. Die Absurdität und Brutalität des Gezeigten verweist auf die Integration des Schockierenden ins Alltägliche. Im Ausstellungskonzept spiegelt sich der Versuch, den überbordenden Strom von Ereignissen durch Systematik überschaubar zu machen. Die Wetterkarte kann in dieser Logik neben der Zeichnung von Leichen nach einem Attentat platziert sein. Und in der Mitte plätschert aus Masken Wasser. In der Lounge im Untergeschoß werden Videos der beiden Künstler gezeigt. Bis 4. Mai.

POETISCHES In der Dependance am Karlsplatz herrscht dagegen fast heitere Stimmung. In der Ausstellung „Questions of Travel“ von Silke Otto-Knapp fließen Aspekte von offener Landschaft und künstlichen Raumkompositionen ineinander. Sie bezieht sich dabei auf ein Gedicht der Amerikanerin Elizabeth Bishop, in der diese fragt, ob vielleicht ein Mangel an Vorstellungskraft für Reiselust verantwortlich gemacht werden könne. Als Konstrukt und Abstraktion zeigt sich in den in Schiefergrau und Silber gehaltenen Bildern die Inszenierung von Natur und Erinnerung fast wie in Bühnenbildern. Schattierung und Perspektivierung eröffnen gleichzeitig endlose Räume für Interpretation. Die in einem lichtgeschützten Raum ausgestellten Werke von Carl Fredrik Hill kontrastieren und kommentieren diese Bilder gleichermaßen. Die in Tizian- und Karmesinrot gehaltenen Zeichnungen entstammen der Erinnerung an Hills Zeiten der Bühnenarbeit und befassen sich mit den Themen Imagination und Abbildung. Bis 25. Mai.


PREISE

FOTO: ATP/KURT KUBALL

FOTO: ALESSANDRO RUSSOTTI

18//FORUM//APRIL 2014

DESIGNER VON MORGEN Die Mailänder Möbelmesse bietet alljährlich nicht nur arrivierten Designern eine entsprechende internationale Plattform, sondern unterstützt mit der Sektion „SaloneSatellite“ seit 1998 auch den kreativen Nachwuchs unter 35.

PREIS FÜR ­INTEGRALE PLANUNG Im Rahmen der IEECB-Konferenz (Improving Energy

650 Teilnehmer aus 32 Ländern und fünf Kontinenten waren diesmal durch ein entsprechendes Expertenkomitee ausgewählt worden, anlässlich des weltweit wichtigsten Ereignisses in Sachen

­Efficiency in Commercial Buildings) in Frankfurt wurde am 1. April zum ersten Mal der europäische GreenBuilding Integrated Design Award verliehen.

Design ihre Arbeit in Form von Prototypen zu präsentieren. Ein weiteres Ziel ist es, dem Designnachwuchs auch die Bedeutung

Mit dem Preis, der sich nun jährlich an alle öffentlichen und

des Handwerks und seiner Fertigkeiten im Rahmen der Umset-

privaten Bauträger von Dienstleistungsimmobilien richtet, werden

zung einer gestalterischen Idee bewusst zu machen. Mit dem seit

herausragende Planungsprozesse für nachhaltige Gebäude

fünf Jahren vergebenen „Premio del SaloneSatellite“ möchte man

gewürdigt. „Während Bewerbungen aus ganz Europa einlangten,

die Bedeutung der Nachwuchsförderung und damit den Kontakt

wurde der überzeugendste integrale Planungsprozess in Öster-

zwischen den viel versprechenden jungen Kreativen und den

reich umgesetzt“, freut sich Klemens Leutgöd, Geschäftsführer

Herstellern verstärken. Eine Fachjury hat auch diesmal wieder

der e7 Energie Markt Analyse GmbH. 2014 ging der Preis an

die besten drei gekürt. Der 1.Preis in der Höhe von 10.000 Euro

die Wirtschaftsagentur Wien und ATP architekten ingenieure.

ging an das italienische Designtrio „From“ für deren LED-Leuchte

Ihr Impulsprojekt aspern IQ in der Seestadt, überzeugte durch

„Volta“. Formal zurückhaltend und funktionell ist sie intuitiv einfach

den hohen Energieeffizienzstandard zu angemessenen Kos-

zu bedienen und kann nach oben, unten oder seitlich ausgerichtet

ten. Der aktive Einsatz des Eigentümers hat dabei maßgeblich

werden. Auf dem mit 5.000 Euro dotierten zweiten Platz landete

zum Erreichen der Zielkriterien beigetragen. Würdigungspreise

Arturo Erbsmann aus Frankreich mit seiner Leuchte „Atmos“, die

gingen außerdem an zwei weitere Teams: Kobra Team und Protim

Kondenswasser einsetzt, um Licht zu streuen und damit auf die kreativen Möglichkeiten der Natur verweist. Einen praktischer Helfer für kleine Küchen hat die Designerin Ariane van Dievoet

Rzisnik Perc haben mit dem Gebäude „Plus Energy Business Building Kobra“ in Slovenien bewiesen, dass hohe Qualität durch das Setzen von klaren Kriterien in der frühen Planungsphase

aus den USA unter dem Namen „Avandi“ mit der Leiter „Steptool“

erreicht werden kann. Obwohl integrale Planungsprozesse für die

erdacht, die einfach an die Arbeitsfläche angelehnt werden kann.

Stadtverwaltung Evrotas in Griechenland neuartig waren, konnte

Sie ist die Gewinnerin des dritten Preises und erhielt 2.500 Euro.

sie gemeinsam mit der Universität von Athen das Gebäude Bas-

Für eine Teilnahme am SaloneSatellite muss jeweils bis zum 31.

sourakos Building-Cultural Center realisieren. Die Erfahrungen

August des Vorjahres eine Anmeldung erfolgen. Der nächste Mailänder Salone del Mobile findet von 14. bis 19. April 2015 statt. WWW.COSMIT.IT

aus dem kollaborativen Prozess werden nun wohl in weiteren Projekten Eingang finden. WWW.INTEGRATEDDESIGN.EU


APRIL 2014//FORUM//19

FOTO: SANGHYEOK LEE

FOTO: REIULF RAMSTAD

PREISE

EUROPÄISCHER ­BETONBAUPREIS Anfang April wurde im Rahmen des Baukongress 2014 ­erstmals in Wien der Europäische Betonpreis 2014 ­(European Concrete Award) verliehen. Knapp 1.800 Teilnehmer aus 12 Ländern nahmen an dem vormals Betontag genannten Event teil. Mit der Namensänderung will sich die Österreichische Bautechnik Vereinigung (ÖBV)

ZEIT FÜR DESIGN Bis zum 5. Juni kann man sich wieder für den dänischen „Time to Design – new talent award“ bewerben, der talentierten jungen Designern ein Karrieresprungbrett bietet.

allen Fachleuten des gesamten Bauwesens öffnen. Gleich blieb das Programm: eine aktuelle Leistungsschau des Bauens mit 50 Fachvorträgen, über 90 Ausstellern und der Verleihung des Europäischen Betonbaupreises – diesmal erstmals in Wien. Eine international besetzte Jury aus 10 Ländern bewertete die 34

Ziel des Preises, der dieses Jahr zum 7. Mal vergeben wird, ist es, eine Plattform für junge Designer zu schaffen, die ihnen dabei hilft, ihre Karriere voranzutreiben. Dazu trägt jeder Partner mit unterschiedlichen Mitteln bei. Zu gewinnen gilt es: einen dreimo-

Nominierungen aus Belgien, Deutschland, Finnland, Irland, Italien,

natigen Aufenthalt bei den Danish Art Workshops, 6.700 Euro für

Österreich, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Tsche-

Materialkosten (gesponsert von der Danish Association of Wood

chien nach den Kriterien Design, Konstruktion und Form, Nach-

and Furniture Industries), eine zweiwöchige Ausstellung Kopenha-

haltigkeit, Innovation und harmonisches Einbinden in die Umge-

gener Flagship Store von Normann Copenhagen, professionelles

bung. In der Kategorie „Building“ ging der Preis an das „Trollstigen

Karriere-coaching durch Mitglieder der Danish Design Associati-

Plateau“ nach Norwegen. Mit dem Kraftwerk Lehen in Salzburg

on und einen Ausstellungsstand auf der Stockholmer Möbelmes-

konnte der Preis in der Kategorie „Civil Engineering“ erstmals

se 2015. Mit speziellen Maschinen und professionell ausgestatte-

nach Österreich geholt werden. Mit der ÖBB-Rheinbrücke St.

ten großzügigen Räumlichkeiten bieten die Danish Art Workshops

Margrethen-Lustenau, ein besonders ästhetischer Brückenschlag

Gelegenheit eigene Projekte auszuprobieren, Forschung zu

von Österreich in die Schweiz mit dem Ausnützen der Stärken der

betreiben, zu designen und zu verfeinern. Nebenbei eröffnen sich

beiden Materialien Beton und Stahl, hat Österreich sogar noch die

dem Gewinner durch die tägliche Arbeit und den Umgang mit den

zusätzliche Auszeichnung „honorable mention“ erhalten.

Award-Partner zahlreiche Möglichkeiten der Netzwerkbildung. Die aus Vertretern der verschiedenen Partner und drei Gastjuroren

WWW.ECSN.NET

zusammengesetzte Jury wird den Sieger bei einer feierlichen Preisverleihung Ende August bekanntgeben. Nähere Informationen unter: timetodesign@svfk.dk TIMETODESIGN.DK


20//FORUM//APRIL 2014

WETTBEWERBE

NEUES TÜWI STEHT FEST Der EU-weite, nicht offene Realisierungswettbewerb für den Neubau des „Türkenwirtgebäudes“ (TÜWI) der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ist abgeschlossen. Über den Sieg freut sich die Baumschlager Hutter ZT GmbH aus Wien. Aus insgesamt 57 eingelangt enTeilnahmeanträgen wurden Elf Büros zur Wettbewerbsteilnahme eingeladen. Der Entwurf der Baumschlager Hutter ZT GmbH, der die Jury am meisten überBAUMSCHLAGER HUTTER ZT GMBH

zeugte, sieht drei oberirdische Stockwerke und ein Untergeschoß mit partieller Absenkung für einen großen Hörsaal vor, der über einen Innenhof mit Tageslicht versorgt wird. Vertikal angeordnete Holzschwerter prägen die Fassade optisch nach außen und sorgen für eine gute Anpassung des Gebäudes an die Umgebung. Da wirtschaftlich nicht sanierbar, wird das bestehende TÜWI-Gebäude vollständig abgebrochen und neu errichtet. In dem rund 5.250 Quadratmeter Nettoraumfläche umfassenden Neubau sollen drei Institute sowie Lehr- und Lernbereiche und eine Mineraliensammlung untergebracht werden. Um die Verpflegungssituation von Studierenden und Mitarbeitern zu verbessern, sind außerdem eine Mensa und ein TÜWI-Lokal mit Gastgärten eingeplant. Ganz besonders freut sich Vizerektorin Andrea Reithmayer auf einen Hörsaal für rund 400 Studierende. Dieser werde dringend benötigt, um größere Lehrveranstaltungen nicht länger extern auslagern zu müssen. Laut BIG betragen die geplanten Investitionen (Errichtungskosten netto)

VISUALISIERUNG DES SIEGERPROJEKTS VON BAUMSCHLAGER HUTTER ZT GMBH

rund 16,7 Millionen Euro. Ein Nachhaltigkeitszertifizierung höchster Qualitätsstufe wird beabsichtig. WWW.BIG.AT

GEMEINDEZENTRUM FÜR PÖTTELSDORF Pünktlich zum 15-jährigen Büro-Jubiläum kann AllesWirdGut gleich 3 Wettbewerbserfolge verzeichnen: Neben einem Dorfzentrum in Altlengbach und dem Stadtteilzentrum Stöckener Markt in Hannover, auch den Sieg zur Errichtung eines Gemeindezentrums im burgenländische Pöttelsdorf. ALLESWIRDGUT

Im von traditioneller Streckhofbebauung geprägten typischen Straßendorf soll direkt an der Hauptstraße und am angrenzenden Hauptplatz ein neues Zentrum mit Gemeindeamt, Dorfladen und Mehrzwecksaal entstehen. Während man mit Dorfladen und Gemeindeamt den Straßenraum neu beleben will, bespielt der Mehrzwecksaal laut Entwurf den Hauptplatz als lebendige Mitte SIEGERENTWURF VON AWG FÜR DAS NEUE GEMEINDEZENTRUM PÖTTELSDORF

des Dorfgeschehens. Pflanzen entlang der Hausfassade, Bäume und Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Die neuen Einrichtungen sind in zwei Gebäudegruppen gefasst, welche die traditionelle Form der bestehenden Streckhöfe aufnehmen und neu interpretieren. Volumina und Ausrichtungen der Baukörper, Giebel und Firstrichtungen strukturieren die unterschiedlichen Bereiche. Bestand und Neubauten verschmelzen zu einem lebendigen Ensemble. Die traditionellen steilen Satteldächer bilden großzügige und spektakuläre Innenräume.


BILDUNG

APRIL 2014//FORUM//21

NACHHALTIGKEIT OHNE RAUMPLANUNG? Eine Podiumsdiskussion des Ausschusses für nachhaltiges Bauen der bAIK widmet sich am 7. Mai den Problemen von Abwanderung und Zersiedelung im ländlichen Raum. Die Entwicklung des ländlichen Raums steht vor großen HerausBAIK – BUNDESKAMMER DER ARCHITEKTEN UND INGENIEURKONSULENTEN

forderungen. Abwanderung und Zersiedelung führen zunehmend zur sozialen Erosion. Die Leerstandproblematik ist nicht mehr nur in den städtischen Ballungszentren anzutreffen, sondern beschäftigt zunehmend auch die Kommunalpolitik vieler Landgemeinden. Zugleich wird die Kritik lauter, dass nachhaltige Planungsinhalte insbesondere in der Frage der Flächenwidmung und Bebauung nur unzureichend vorhanden sind. Damit steht neben vielen anderen auch die Rolle der Bürgermeister zur Debatte. Folgen sie manchmal eher den Begehrlichkeiten der Bauwerber als der Notwendigkeit einer wirksamen und qualitätsvollen Planung? Dieser und weiteren Fragen geht der Ausschuss Nachhaltiges Bauen der bAIK (Bundeskammer der Architekten und IngenieurABWANDERUNG UND ZERSIEDELUNG FÜHREN ZUNEHMEND ZUR SOZIALEN EROSION: DER AUSSCHUSS NACHHALTIGES BAUEN BEFASST SICH AM 7. MAI MIT DER ENTWICKLUNG IM LÄNDLICHEN RAUM.

konsulenten) am Mittwoch, den 7. Mai im Rahmen einer Podiumsdiskussion nach. 7. Mai, um 19:00 Uhr Ort: Erste Bank Event Center, Peterspatz 7, 1010 Wien Anmeldung unter: www.arching.at/podiumsdiskussion

ARCHITEKTEN SPRECHEN Im Rahmen der 1:1 Berliner Architekturdialoge in Koopera-

Architekten und Kollegen aus Frankreich, sowie der Fortsetzung

tion mit der Italienischen Botschaft Berlin und dem Italie-

mit Großbritannien 2013, diskutieren 2014 in fünf Veranstaltun-

nischen Kulturinstitut lädt die BDA Galerie am 6. Mai Tim

gen jeweils ein in Berlin ansässiger Architekt und ein Kollege

Edler (realities:united, Berlin) sowie Alfonso Femia und Gi-

aus Italien über ihre Positionen des architektonischen Schaffens.

anluca Peluffo (5+1AA, Mailand) zum nächsten Gesprächs-

Auf eine Moderation wird bewusst verzichtet, die Themen werden

abend ein.

durch die Diskutanten selbst gesetzt.

Die Brüder Tim und Jan Edler leben und arbeiten in Berlin. 1997

Die nächsten Termine:

begann ihre Zusammenarbeit im Rahmen des transdisziplinären

6. Mai, 19:00 Uhr, Tim Edler (realities:united, Berlin) –

Künstlerkollektivs Kunst und Technik. Seither arbeiten sie mit

Alfonso Femia, Gianluca Peluffo (5+1AA, Mailand)


wechselndem Team an Kunst- und Hybridinstallationen, meist

24. Juni, 19:00 Uhr, Frank Barkow (Barkow Leibinger, Berlin) –

im architektonischen bzw. urbanen Maßstab. Von ihnen stammt

Carlo Ratti (Carlo Ratti Associati, Turin)

etwa die großformatige Medieninstallationen BIX am Kunsthaus Graz (2003). Mit ihrem Büro 5+1AA widmen sich die beiden

WWW.BDA-BERLIN.DE

Gründungsmitglieder Gianluca Peluffo und Alfonso Femia
 der Auseinandersetzung mit Stadt, Territorium und Architektur. Vor dem Hintergrund des Mittelmeerraumes sind sie aber bemüht, Vision und Herangehensweise deutscher Städteplanung und Infrastruktur in ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Nach dem Start der Reihe 2012 mit Dialogen zwischen Berliner

IN EINER FILMDOKUMENTATION
STEHEN DIE ERSTEN BEIDEN GESPRÄCHE AUF YOUTUBE ZUR VERFÜGUNG:

VIDEO 


22//FORUM//APRIL 2014

MAILÄNDER MÖBELMESSE 2014

DAS SOFA HUSK DESIGNT VON PATRICIA URQUIOLA FÜR B&B. WWW.BEBITALIA.COM

ALLE FACETTEN DES DESIGN Countdown für die Expo 2015 in Mailand – nur noch wenige Monate bis zum größten Messeevent, das je in Italien stattgefunden hat. Bereits im Rahmen dieses heurigen Salone del Mobile, als eine Art Generalprobe sozusagen, waren quer durch alle Bereiche des Möbeldesigns positive Vorzeichen zu verspüren. Eine gewisse energetische Aufbruchsstimmung durchzog auch die wie immer unzähligen Veranstaltungen außerhalb der Messe, die zahlreichen Events des Fuori Salone. TEXT CHRISTINE MÜLLER

Das Ziel war auch heuer wieder hoch gesteckt – „den besten Salone del Mobile der Welt zu machen" – wie es Claudio Luti, als Präsident des Veranstalters Cosmit zusammenfasst – „und das Resultat hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die Bedeutung des Made in Italy hat sich auch heuer wieder bestätigt“. Für die 53. Ausgabe der Mailänder Möbelmesse mit insgesamt 357.212 Besuchern bedeutet das ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zu 2013. Der große Anteil, den internationale Besucher am Erfolg der Veranstaltung haben, widerspiegelt nicht zuletzt auch die wichtige Rolle, die dem Export im Bereich der Möbelproduktion zukommt. Für den Veranstalter Cosmit war dieser Salone mit einer Präsenz von 160 (!) Nationen bislang überhaupt der internationalste. Auch die Synergien mit der Stadt Mailand erreichten einen Höhepunkt; Dies zeigte sich in einer ganzen Reihe von Kooperationen nicht zuletzt auch durch den Einsatz von 100 Studenten der Mailänder Designschulen, die an diversen Punkten der Stadt über das Event informierten. In der Branche ist der Salone zweifellos als „das“ internationale Event in Sachen Design in den Köpfen der Kreativen verankert und Mailand selbst als „die“ Welthauptstadt des Design. Wer Neues erfahren will, wer sehen möchte, was in Sachen Einrichtung für das nächste Jahr so angesagt ist, der kann sich die heiße Designweek im April mit Sicherheit nicht entgehen lassen. Und so waren auch diesmal wieder nicht nur die ganz Großen mit ihren Neuheiten vor Ort, die weltbekanntesten Designer und Architekten mit ihren jüngsten und innovativsten Entwürfen vertreten, sondern auch der Nachwuchs, dem im Rahmen der Messe mit dem Salone Sattelite ein eigener Bereich gewidmet ist, aktiv in das Geschehen mit eingebunden. Und was bedeutet das nun konkret für unsere vier Wände? Was war bei dieser äußerst intensiven Mailänder Woche des Design Neues zu sehen? Zuerst einmal – wie bereits in den letzten Jahren – wieder sehr viel Holz. Das Thema Nachhaltigkeit ist aber nicht nur bei der Wahl des Materials von Bedeutung, sondern zeigt sich auch darin, dass es wieder eine ganze Reihe von sehr dezenten Re-Designs zu sehen gab. Die Idee des Recyc-


APRIL 2014//FORUM//23

CHRISTINE MÜLLER

MAILÄNDER MÖBELMESSE 2014

ling, sei es bei den eingesetzten Materialien an sich und deren Wiederverwertbarkeit scheint den bedachtsamen Umgang mit den Ressourcen somit sehr ernst zu nehmen. So wird aber eben auch Gestalterisch Neues oft auf nur ein paar kleine wenn auch gezielte Eingriffe beschränkt, sodass ein altbekanntes Einrichtungsstück somit nunmehr etwa in einer neuen Ausführung zu haben ist. Manche suchen mit handwerklicher Meisterschaft und aufwendigen Bearbeitungen zu überzeugen, andere mit einfallsreicher Formenvielfalt – allerdings scheint eine saubere und klare, an zeitlosen Klassikern inspirierte Kontur mit Ausnahme einiger Ausreißer in fantasievollere gestalterische Gefilde doch zu dominieren. Dabei gibt es viel Holz also, Leder, Naturstoffe, Stein und eher roh belassenes Metall, wie Aluminium in kühlen Grau- und Schwarztönen, selbst Gold oder Kupfer in warmen Nuancen spielen ein nicht unbedeutende Rolle. Und bei der diesjährigen Küchenschau, dem Salone della Cucina war ein ganz besonderer Trend zu bemerken: denn diese wird nicht nur immer wohnlicher, es verschwimmen auch die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Nutzungsbereichen des Wohnens mehr und mehr, und die einst durch ihre funktional technischen Elemente dominierte Kochzone ist eigentlich als solche auf den ersten Blick gar nicht mehr auszumachen. Denn alles ihre eigentliche Funktion Verratende verschwindet auf Knopfdruck in der Wand oder unter der Arbeitsfläche und zurück bleibt ein cool designtes Möbelstück – das sich vielleicht gerade noch durch seinen integrierten Kräutergarten als kulinarisch funktionaler Bereich outet. Aber auch Farbe bekannte der Salone in diesem Jahr allemal: Besonders kraftvoll geht es in dieser Hinsicht in die neue Saison, in teilweise sogar intensivem Gelb, Rot, Blau und Grün. Besonders auffallend war aber allerorts doch die Tendenz zu frühlingszart Pastelligem auszumachen, neben neutral Altbekanntem mit einer Palette aus Schattierungen von Beige bis Braun. Hier erste Eindrücke – demnächst folgt natürlich mehr.

DER MESSEAUFTRITT VON MISSONI HOME AUF DEM SALONE DEL MOBILE


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MAILÄNDER MÖBELMESSE 2014

„CONFESSION OF DESIGN”: DER AUFTRITT VON ÖSTERREICH MÖBELINDUSTRIE UND DESIGN AUF DEM INTERNATIONALEN PARKETT DER MAILÄNDER MÖBELMESSE IM RAHMEN DES FUORI SALONE IM BESONDERS PIKTORESKEN RAHMEN EINES BAROCKEN KLOSTERS. FOTO: VASKU KLUG


MAILÄNDER MÖBELMESSE 2014

APRIL 2014//FORUM//25

I

nspirierte sich der Titel „Confession of Design“ am sakralen Umfeld, dem barocken Kirchenraum Rotonda della Besana, so kamen die ausgestellten heimischen Produkte in dem architektonisch doch sehr dominanten Zentralraum durch die darin mit der entsprechenden Demut, sehr zurückhaltend und ruhig gestalteten Inszenierung perfekt zur Geltung. Bereits zum fünften Mal präsent, zeigten diesmal 61 heimische Designer, Produzenten und Traditionsbetriebe in einer Gemeinschaftsschau parallel zum Salone Internazionale del Mobile aktuelle Designtrends aus Österreich.

DESIGN­ INSZENIERUNG

QUALITÄT UND INNOVATION

Designparkett und war bei der

Waren bei der diesjährigen Leistungsschau zwar einige bereits bekannte Produkte zu sehen, so zeichneten sich diese jedoch auch heuer wieder durch ein hohes Maß an Qualität, Innovation und einer gewissen Charme aus. Organisiert von der Außenwirtschaft Österreich und go-international, einer Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich sowie unterstützt von der österreichischen Möbelindustrie ist die österreichische Präsenz in Mailand mittlerweile zu einem Fixpunkt geworden. Das Interesse an österreichischem Design im Rahmen dieser besonders intensiven Woche internationalen Designs scheint zumindest ungebremst, wie zahlreiche positive Reaktionen zeigen. Als weltweites Highlight der Branche werden auf dem Mailänder Salone del Mobile als bedeutendste Möbelmesse alljährlich die neuesten Trends und Entwicklungen in Sachen Design vorgestellt. Thomas Bene, Stv. Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie sieht die Chance, in Mailand eben zu diesem Zeitpunkt präsent zu sein, als besonders wichtig an: „Design ist unser Schlüssel zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Export.“ Im Rahmen der Sonderausstellung präsentierten etwa österreichische Hersteller wie Ada, Bene, Braun Lockenhaus, Conform Badmöbel, Haapo, Joka, Team 7, Viteo, Wiesner-Hager und Wittmann ausgewählte Produkte für den Wohn-, Büromöbel- und Außenbereich.

Mailänder Design Week im Rahmen

EINPRÄGSAME ARCHITEKTUR

Kreatives Bauen mit Metall

Ohne mit dem eindrucksvollen Ort in Konkurrenz zu treten, schuf das Wiener Studio Vasku&Klug eine dem Schauplatz entsprechend zurückhaltende aber dennoch einprägsame Ausstellungsarchitektur in respektvollem Umgang mit der sakralen Wirkung des Bauwerks. Durch eine einheitliche symmetrische Gliederung in Anlehnung an Kirchenbankreihen, gelang es, die ausgestellten Exponate nicht mit dem Ort in ein Konkurrenzverhältnis treten zu lassen. Die Produkte zeitgenössischer Designer und junger wie traditionsreicher Unternehmen waren unter Zuhilfenahme eines subtilen aber deutlich wahrzunehmenden Verweises auf Österreichs historische Tradition in der Produktgestaltung und ihr verwandter Disziplinen zu sehen. „Dem Neuen eine Bühne zu geben und durch seine Beziehung zur Tradition ein Bekenntnis zu Österreichs Design zu formulieren“, lautete das Anliegen der beiden Gestalter Andreas Klug und Michael Vasku, dessen Umsetzung wohl auch als durchaus gelungen gelten darf. WWW.CONFESSION-OF-DESIGN.COM

Österreich wagte sich auch heuer wieder auf das internationale

des Fuorisalone von 8. bis 13. April mit einer Reihe heimischer Designer und Hersteller nicht zu übersehen.

TEXT CHRISTINE MÜLLER

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26//FORUM//APRIL 2014

AUSSTELLUNG

SONGZHUANG KNOWSPACE FOTO: ERHARD KINZELBACH


AUSSTELLUNG

APRIL 2014//FORUM//27

NEUES AUS DEUTSCHLAND Im Rahmen der Reihe „neu im club“ stehen im Glashaus des Deutschen Architektur Zentrums DAZ ein Jahr lang junge BDA Architekten im Mittelpunkt. Nach zanderrotharchitekten werden ab 8. Mai für ca. zwei Monate Arbeiten des Büros Knowspace aus Berlin gezeigt.

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D

as Glashaus ist der Haupteingang des BDA in der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte und war bereits in den vergangenen Jahren Ort kleinerer Ausstellungen junger Architekten und Künstler. Der Fokus der Reihe „neu im club“ liegt neben Bauwerken der jungen Büros, auch auf deren Arbeitsweise und Motivation. Die Arbeit der Architekten, sowie ihre Ideen und Inspirationsquellen zu Projekten, werden in einer Leselounge mit Publikationen, Filmen und Interviews für die Besucher erfahrbar gemacht. Das von 8. Mai bis 13. Juni vorgestellte Architekturbüro Knowspace wurde in New York gegründet und ließ sich nach Stationen in Wien und Hangzhou schließlich in Berlin nieder. Das kosmopolitisch und zugleich lokal agierende Büro ist international tätig, überwiegend im deutschsprachigen Raum und China. Erhard An-He Kinzelbach sieht den Architekten als Moderator des komplexen Zusammenspiels von kulturellen, politischen, ökonomischen und physischen Kräften und Akteuren eines jeden Bauprojekts. Vor diesem Hintergrund bearbeitet Knowspace Projekte aller Maßstäbe mit einem experimentellen Einsatz von Typologien und Materialien. Auch durch Architekturlehre und -forschung wird Wissen generiert, das typologische Neuerfindungen und die konzeptionelle Gestaltung programmatischer Komplexität antreibt und als Grundlage für die Herstellung von polyvalentem Raum und mehrdeutiger Form dient. Bisher realisierte Projekte reichen von größeren Neubauten wie der Erweiterung des Landesgerichts in Sankt Pölten über Atelierhäuser für einen renommierten chinesischen Maler, bis hin zu einer öffentlichen Platzgestaltung und kleinen Pavillons im öffentlichen Raum, wie etwa in dem von Ai Weiwei kuratierten Architekturpark in Jinhua. Parallel zu den zweimonatlich wechselnden Ausstellungen werden die jungen Büros auch in der Zeitschrift der architekt vorgestellt. Nach Knowspace folgen CBAG Architekten BDA aus Saarlouis.

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28//FORUM//APRIL 2014

EDISON’S NIGHTMARE. DIESE LEUCHTE HÄTTE EDISON VIELLEICHT WIRKLICH ALPTRÄUME VERURSACHT. NUR DIE RUHE, ES IST WENIGER BRUTAL, ALS ES AUF DEN ERSTEN BLICK ERSCHEINEN MAG. ABER EINE KLEINE IRONISCHE ABRECHNUNG MIT DER GLÜHBIRNE IST DIESE LED-WANDLEUCHTE ALLEMAL. DESIGN: HARRY THALER, HERSTELLER: DAVIDE GROPPI. WWW.DAVIDEGROPPI.COM

MESSE LIGHT + BUILDING 2014


MESSE LIGHT + BUILDING 2014

LICHTBLICKE Über wahre Rekordzahlen durften sich die Organisatoren der diesjährigen Light + Building, der weltgrößten Leistungsschau für Licht- und Gebäudetechnik freuen, die am 4. April zu Ende ging. Im Mittelpunkt stand auch diesmal die Energieeffizienz. Und nicht zu vergessen: Die Zukunft gehört der LED.

TEXT CHRISTINE MÜLLER

VOUGE. ALS WÄR‘S EIN TROPFEN, DER VON DER DECKE HÄNGT, RAGT DIESE WEICH STRAHLENDE LEUCHTE IN DEN RAUM UND VERSCHMILZT MIT DIESEM FAST MAGISCH ZU EINER UNTRENNBAREN EINHEIT. DESIGN UND HERSTELLER: GEORG BECHTER. WWW.GEORGBECHTERLICHT.AT

Die nächste Light + Building findet vom 13. bis 18. März 2016 statt. WWW.LIGHTANDBUILDING.DE

APRIL 2014//FORUM//29

2

11.500 Fachbesucher aus 161 Ländern bedeuten einen Zuwachs von acht Prozentpunkten im Vergleich zu 2012. Fast jeder zweite Besucher kam aus dem Ausland; Zu den stärksten internationalen Besucherländern gehörten neben Italien, den Niederlanden, Frankreich und China auch Österreich. Architekten, Planer und Ingenieure waren auch dieses Jahr wieder zahlreich vertreten. Im Rahmen der zahlreichen vorgestellten Innovationen standen die Einsparpotenziale durch den Einsatz innovativer, marktreifer Technologien beim Energieverbrauch im Zentrum. Energieeffizienz war demzufolge auch das Hauptthema der diesjährigen Schau. Und hier kommt auch die LED ins Spiel. Denn die Vorteile der Leuchtdioden sind eindeutig: sie sind energieeffizient und langlebig und zudem hochgradig kompatibel mit modernen Lichtsteuerungssystemen. Was Lichtqualität und -farbe anbelangt nähert sich die LED inzwischen durchaus dem Licht der Glühbirne an. Es ist also kein Wunder, dass Hersteller und Designer mit großem Eifer danach trachten, ein adäquates Behältnis für das Licht der LED zu ersinnen. Und auf der diesjährigen Light + Building gab es hiervon eine ganze Menge zu sehen.

ERHELLENDES Vor dem Anbruch des LED-Zeitalters gab es bei jeder Leuchte wenigstens eine Konstante, und zwar das Gewinde, das den Austausch des Leuchtmittels ermöglichte. Nun stehen Designer bei ihren Entwürfen vor neuen Herausforderungen, denn ein Gewinde ist nun Schnee von gestern. Die Lichtpunkte der LED eröffnen neue Gestaltungsfreiheiten, denn durch die geringe Bauhöhe und Wärmeentwicklung werden altvertraute Elemente wie Korpus, Gewinde und Leuchtenkopf nicht mehr gebraucht. Leuchtdioden erlauben etwa neue Varianten der Steuerung und ihre Langlebigkeit über mehrere Jahrzehnte und fester Einbau macht einen Austausch des Leuchtmittels nicht mehr notwendig. Mit der LED-Technik ist nun umsetzbar, was bis vor Kurzem noch undenkbar schien: Streng geometrische Linien und Formen ebenso wie Lichtstreifen oder punktuelle Lichtakzente, extrem filigrane Aufhängungen oder flache Korpusse. Nicht mehr die Leuchte sondern die Lichtstrahlen stehen im Mittelpunkt der gestalterischen Idee, bleibt die eigentliche Lichtquelle doch fortan meist sogar unsichtbar. Kombiniert wird dies oft mit durchaus altvertrauten Materialien, in einer Art Hinwendung zum Physischen, Traditionellen und Vertrauten. Denn LEDLicht wird mehr und mehr mit an der Natur inspirierten, oder roh und industriell anmutenden Materialien wie Messing, Keramik, Glas aber auch mit Beton und Papier kontrastreich kombiniert.

IN NEUEM LICHT Technisch wie gestalterisch die enormen Möglichkeiten der LED auszuloten, weiter zu entwickeln und auf das eigene Produktportfolio anzuwenden, hat sich die Leuchtenbranche mit großem Enthusiasmus vorgenommen. Viele widmen sich sogar bereits als nächste Herausforderung der Weiterentwicklung organischer Leuchtdioden, der OLED. Sie bietet nämlich im Gegensatz zum Lichtpunkt der LED eine Lichtfläche; Und nicht nur aufgrund der geringen Größe sind ihre Möglichkeiten – leuchtende Textilien, Objekte oder ganze Raumflächen – somit immens. Die OLED ist aber eher als energieeffiziente Ergänzung der LED, denn als Konkurrenz zu sehen. Automatisiert gesteuerte LED's könnten in Zukunft etwa für eine dynamische Allgemeinbeleuchtung sorgen, ergänzt durch indirektes Licht der OLED, an Wand oder Decke. Tapeten und Textilen würden dann in sanftem Licht erstrahlen, OLED-Folie könnte bei einfallender Dunkelheit am Fenster Tageslicht simulieren. Es bleibt also spannend.


30//FORUM//APRIL 2014

FORUM EMPFIEHLT

THINKSTOCKPHOTOS.DE

FORUM //EMPFIEHLT //WARNT //LIEST

Die Auseinandersetzung mit Architektur sowie die ArchitekturARNO RITTER FÜR DAS AUT. ARCHITEKTUR UND TIROL

vermittlung werden immer Bild-lastiger. Renderings, Animationen und Fotografien dominieren den Diskurs, der sich ganz auf das Sehen zu konzentrieren scheint, und alle anderen Sinne zu verdrängen droht. Deswegen empfehle ich das Hören von Architektur, entweder im wörtlichen Sinn, indem man Bauten nach ihrem Klang befragt, oder auch ganz einfach über das Radio, das auf ganz spezielle Weise Themen der Architektur näher bringen kann. Seien es die Stadtportraits der Ö1-Sendung Diagonal, die akustisch eine größere Dichte an Informationen der Städte übersetzen, als dicke Bildbände, oder die seit 2002 im Privatradio Orange

in Kooperation mit der Architekturstiftung Österreich

laufende Sendung „A Palaver“, die von Bernhard Frodl und David

Netzwerk für Baukultur

Pasek gemacht wird, und mittlerweile im Internet zu einem Archiv des Redens über Architektur geworden ist, oder die seit 2013 von Nicola Weber gestaltete Sendereihe „Gespräche zur Baukultur“ auf FREIRAD 105,9 – KulturTon, in der sie mit Interviews Themen der Baukultur in Tirol kritisch aufarbeitet und gleichzeitig im Internet ein Archiv des Denkens über das „heilige Land“ und seine Chancen wie Probleme aufbaut.


BÜCHER//IMPRESSUM

APRIL 2014//FORUM//31

CLEVERE IDEEN FÜR KLEINE GEBÄUDE Ob aufgrund urbaner Enge oder angesichts der schmäleren

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Budgets von heute – Architekten schaffen immer häufiger Werke,

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die zwar klein in ihren Abmessungen sind, aber groß im Hinblick

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New York, ein Spielhaus für Kinder in Trondheim, Pop-up-Stores für Modestars, Ferienhütten oder Unterkünfte für Opfer von Naturkatastrophen – all dies bedeutet, die große kleine Architektur des Augenblicks zu entwickeln. Toyo Ito, der 2013 mit dem

mehrsprachige Ausgabe:
Deutsch, Englisch, Französisch, ca. 40 Euro ISBN 978-3-8365-4669-0

Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, ist hier ebenso vertreten wie junge, aufstrebende Architekten aus Portugal, Chile, England und Neuseeland. Neben Künstlern wie Doug Aitken und Olafur Eliasson stellen Álvaro Siza und Kazuyo Sejima (SANAA) ihr Auge für winzigste Details unter Beweis.

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Wolfgang Sonne: Urbanität und Dichte im Städtebau des 20. Jahrhunderts

dert so, als hätte die Moderne die traditionellen Stadtkonfigurati-

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ISBN 978-3-86922-321-6

reichen Forschungsarbeit formuliert er die These, dass es im 20. Jahrhundert in Europa und den USA durchaus auch Beispiele einer konventionellen pro-urbanen Stadtplanung gegeben hat.

IMPRESSUM Erstellt gemäß § 25 Abs 2 MedienG in der Fassung ab 1. 7. 2012 Medieninhaber, Herausgeber und V ­ erleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH Grünbergstraße 15, 1120 Wien, T: (01) 546 64-0, F: (01) 546 64-528, Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Z ­ eitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. Geschäftsführer: Thomas Zembacher Erscheinungsweise: monatlich Internet: ­­ www.wirtschaftsverlag.at ­Chefredaktion: Dr. Christine Müller, DW 347, ­E-Mail: c.mueller@wirtschaftsverlag.at ­Redaktion: Gertrud Purdeller; g.purdeller@wirtschaftsverlag.at; Grafik: Simon Jappel, DW 163, E-Mail: s.jappel@wirtschaftsverlag.at G ­ esamtverkaufsleitung: Franz-Michael Seidl, E-Mail: m.seidl@ wirtschaftsverlag.at Anzeigen- und Medienbera­tung: Birgit Wilheim DW 251, E-Mail: b.wilheim@wirtschaftsverlag.at, Gabriela Korpitsch DW 244, E-Mail: g.korpitsch@wirtschaftsverlag.at, Anzeigenservice: Barbara Schreiber, DW 462 ­E-Mail: architektur@wirtschaftsverlag.at Anzeigenrepräsentanz OÖ: ­Gerhard Weberberger, Kleinwört 8, 4030 Linz, Tel: (07 32) 31 50 29-0, Fax: (07 32) 31 50 29-46, Handy: (06 76) 518 55 75, E-Mail: linz@wirtschaftsverlag.at Anzeigentarif: Nr. 28, gültig ab 1. Jänner 2012 Abo-Service: Tel: (01) 740 40-78 12, Fax: (01) 740 40-78 13, E-Mail: aboservice@wirtschaftsverlag.at Bankverbindungen: Inserate: Bank Austria Kto. 04240571200, BLZ: 11000, IBAN: AT511100004240571200, BIC: BKAUATWW Abos: Bank Austria Kto. 09523298900, BLZ: 11000, IBAN: AT171200009523298900, BIC: BKAUATWW, Nachdruck nur mit Genehmigung des Verlages. Für namentlich gezeichnete Beiträge ist der Autor verantwortlich. DVR: 0368491 Beteiligung Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH (der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH) ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Holger Hüthig mit 7,02 %, Ruth Hüthig mit 0,45 %, Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Sebastian Hüthig mit 0,28 %.


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STREIFZÜGE

AUS 1 MACH 3 Als „Sport-Kompetenz-Zentrum“ wurde die erst kürzlich nach Plänen des Grazer Architekturbüros Hofrichter-Ritter Architekten fertig gestellte Dreifachsporthalle auf dem Areal des BG/BORG FOTO: ROBERT FRANKL

Graz-Liebenau konzipiert. Als Gemeinschaftsprojekt von BIG, Bildungsministerium (BMBF), Land Steiermark und Stadt Graz wird sie nunmehr neben schulischer Nutzung auch für Vereine und internationale Sportveranstaltungen zur Verfügung stehen. Anfang April wurde die „Blue Box“-Dreifachsporthalle Graz-Liebenau durch Liegenschaftseigentümer und Bauherr BIG an die Stadt Graz als Mieter übergeben. Ein Verbindungsbau vereint Gymnasium und Turnsaal miteinander. Externen Nutzern und Besuchern

DIE „BLUEBOX“- DREISPORTHALLE DES BG/BORG GRAZ ­LIEBENAU VON HOFRICHTER RITTER ARCHITEKTEN.

erschließt sich der Bau über gesonderte Zugänge, sodass der Schulbetrieb durch Sportveranstaltungen nicht beeinträchtigt wird. Schüler und Sportler gelangen direkt zu den Umkleiden und Sanitärräumen im Untergeschoß, in dem auch die Technikräume untergebracht sind. Der barrierefrei zugängliche Besucherbereich ist über ein Foyer erreichbar und umfasst eine für 308 Personen ausgelegte Tribüne, die bei Bedarf durch Ausfahren von Teleskoptribünen für 258 weitere Zuschauer erweitert werden kann. Mobile Trennvorhänge und –netze teilen die neue Sporthalle bei Bedarf in drei Segmente. Einer davon ist für Schulsport die beiden anderen auf verschiedene Ballsportarten ausgerichtet. Die zur Austragung internationaler Wettbewerbe notwendige lichte Raumhöhe von neun Metern wurde berücksichtigt und die gesamte Halle rund vier Metern in den Boden abgesenkt. Durch seine blaue Außenhülle hebt sich der Kubus mit seinem klaren, rechteckigen Grundriss bewusst von der Umgebung ab.

ERINNERN AN UNFASSBARES Das von John McAslan + Partners designte und nun fertiggestellte Amphitheater markiert die erste Phase des Masterplan für das Völkermord-Denkmal in Kigali, Rwanda. Am 8. April wurde es eingeweiht. Das von der NGO für Prävention und Aufarbeitung von Genoziden „Aegis Trust“ in Auftrag gegebene Denkmal soll dauerhaft an jene erinnern die dem Genozid von 1994 zum Opfer gefallen sind. Es befindet sich an der Stelle, wo Tausende der Betroffenen begraben wurden. Laut Projektleiterin Hannah Lawson kann die Strategische Bedeutung des Projekts, von dem sie sich kulturelle, politische und erzieherische Auswirkungen in Ruanda und ganz Afrika erwartet, kaum überschätzt werden. Hier im öffentlichen Raum des Genozids zu gedenken sei im weitesten Sinne DAS AMPHITHEATER DER GEDENKSTÄTTE KURZ VOR SEINER FERTIGSTELLUNG

Teil eines Heilungsprozesses. Es gehe um die Förderung eines neuen Klimas des Vertrauens, das aufgebaut und erhalten werden muss. Bereits jetzt strömen tausende Besucher, von Schülern bis internationalen Gästen jährlich zur Gedenkstätte, das nach der ersten Phase neben dem Amphitheater für Gedenkveranstaltungen auch neue Klassenräume für Friedensarbeiterziehung und einen Ausstellungsbereich aufnimmt. Als weitere Schritte wurden ein Dokumentationszentrum für Genozid und eine internationales Institut für Genocidforschung angedacht.


GESELLSCHAFT

APRIL 2014//FORUM//33

VITRA IN WIEN Der Schweizer Büromöbel- und Designspezialist Vitra hat vor Kurzem seinen ersten innerstädtische Showroom in Wien eröffnet. Auf 750 Quadratmetern kann man nun auch in Wien an sechs Tagen in der Woche in die Welt von „Projekt Vitra“ eintauchen, wie es anlässlich des Openings erstmals 350 Gäste taten. „Für uns war die Eröffnung eines neuen Showrooms in der Innenstadt ein logischer Schritt, einerseits haben wir mehr Platz benötigt, andererseits ermöglicht uns der neue Standort die Intensivierung der Kundenkontakte“, so Marcus Schulz, Geschäftsführer Vitra Österreich, der bei der Eröffnung Unterstützung von Vitra CEO Hanns Peter Cohn erhielt und die Wichtigkeit des Standortes Wien unterstrich. Gestaltet wurde der neue Vitra Showroom am Schottenring Nummer 12 von Architekt Dieter Thiel. In den kommenden Monaten ist eine Reihe temporärer Inszenierungen und Events geplant. 

www.vitra.com

MAPEI

NEUMAYR

VITRA

DESIGNER ERWAN BOUROULLEC SPRACH NICHT NUR ÜBER SEINE ARBEIT FÜR VITRA SPRACH, SONDERN SIGNIERTE AUCH ZAHLREICHE BÜCHER – MIT HANDZEICHNUNGEN.

ERÖFFNUNG MIT TANZ UND GESANG

GOLDIGES ­KUNDENEVENT

Nach16 Monaten Bauzeit wurde das von Thomas Lechner ent-

Anfang April fand – diesmal im Bergiselstadion – der bewährte

worfene neue Gemeindezentrum in der Tennengauer Gemeinde

Event für Kunden der Mapei Betontechnik „Mapei Insights“ statt.

Kuchl nun mit viel Aufwand feierlich eröffnet. Eine atemberau-

Nach dem Empfang durch Geschäftsführer Andreas Wolf folgten,

bende Outdoor-Show von Beda Percht und seinem Ensemble

moderiert von Cathy Zimmermann, informative Vorträge, etwa von

„Cataracts“, verzauberte zahlreiche Besucher mit dreidimensiona-

Roland Travnicek (SV-Büro für Betontechnologie und Betonver-

len Projektionen, Vertikaltanz, Gesang und Special Effects. Neben

fahrenstechnik) „Vom Stampfbeton zum PCE-Fließmittel“ oder von

dem Aufmarsch der Vereine, zeigten außerdem die Handböller-

Georg Partlic (Mapei Betontechnik GmbH), der über die etwas

schützen und Schnalzergruppe ihr Können. Für die Errichtung des

andere Referenz von Mapei informierte. Rene Stelzer der ARGE

Gebäudes wurden 4,9 Millionen Euro aufgewendet. 1.155.000

Tunnelprüftechnik rundete die Vortragsreihe ab. Als besonderes

Euro trug davon das Land bei, wie Landeshauptmann Dr. Wilfried

Highlight konnten die Anwesenden anschließend einen Skiflugsi-

Haslauer stolz verkündete. Bürgermeister Andreas Wimmer zeigte

mulator testen und wurden dabei vom ehemaligen Skisprung-Ass

sich zufrieden über ein weiteres modernes Gebäude in Holz-

Andreas Goldberger gecoacht. Ihre vom ehemaligen Profisportler

bauweise neben dem Holztechnikum und dem Studentenheim

signierte Startnummer durften sie als zusätzliches Zuckerl behal-

Matador.

ten. 

www.mapei.at


34//FORUM//APRIL 2014

STADTPLANUNG

VOM VERKEHRS­ KNOTEN ZUM ­URBANEN ­ZENTRUM

MIT ROTEN ZIEGELPFLASTER SOLL AUF DIE GESCHICHTE DES STANDORTS VERWIESEN WERDEN. VISUALISIERUNGEN: FROETSCHER LICHTENWGANER ARCHITEKTEN/SCHREINER KASTLER

Bis 2020 soll der Verteilerkreis Favoriten – den meisten Menschen bekannt als großer Verkehrsknotenpunkt – zu einem attraktiven städtischen Anziehungspunkt werden. Aus dem dafür ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerb ging vor Kurzem das Büro Froetscher Lichtenwagner hervor.

S

pätestens mit der Eröffnung der U1 Station „Altes Landgut" sollte der Verkehrsknotenpunkt zu einem urbanen Knoten aufgewertet sein. Diesem möchte die Asfinag als Grundeigentümer des rund vier Hektar großen Areals gemeinsam mit der Stadt Wien eine entsprechende urbane Mitte geben. Neben Geschäften, Büros, Gastronomie, 750 Park-and-Ride Plätzen, Umsteigmöglichkeiten zu Straßenbahn, Bus und U-Bahn ist auch ein neuer multifunktionaler Asfinag-Standort vorgesehen. Bisher auf drei Bürostandorte verteilt will man auf dem „Alten Landgut" einen neuen, effizienten und kostengünstigen Platz für alle 550 Mitarbeiter schaffen. „Der neue Standort soll nahe bei unseren Kunden sein und an einer Schnittstelle von Autobahn und öffentlichem Verkehr", so Asfinag Vorstand Alois Schedl. „Beim Verteilerkreis Neu trifft ab 2017 die Autobahn A 23 auf die U 1 – man erreicht die Innenstadt von dort öffentlich in 15 Minuten“, sagt Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl. Es wird damit gerechnet, dass dann mehr als 3.000 Radfahrer und 12.000 Fußgänger das „Alte Landgut" frequentieren werden. Der betreffende Bezirksteil ist von einer starken Entwicklungsdynamik geprägt. Nach seiner Erweiterung wird der FH Campus der drittgrößte Hochschul-Standort in Wien sein. Mit dem Viola Park beim Stadion entstehen rund 800 neue Wohnungen, durch Park and Ride Anlage, Straßenbahnen, U-Bahn und Regionalbusse als Zubringer wird sich der Verteilerkreis Favoriten künftig zu einem wichtigen Um-


STADTPLANUNG

APRIL 2014//FORUM//35

steigeplatz entwickeln. „Wir sprechen von einem Ort, der durch U1-Verlängerung, Erweiterung der Fachhochschule und durch neue Wohnungen immer mehr zu einem lokalen Zentrum wird“ sagt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou „durch das vorliegende städtebauliche Projekt haben wir die Chance, ein neues, urbanes Zentrum zu schaffen".

VERGABE IM BAURECHT Neben einem offenen und transparenten Verfahren ist Asfinag laut Schierhackl auch die wirtschaftliche Verantwortung sehr wichtig, weshalb man hier nicht als „Bauherr“ auftreten, sondern für das gesamte Areal das Baurecht an einen kompetenten Baurechtsnehmer vergeben will. Die Vorbereitungen für das Projekt laufen bereits seit einem Jahr. Nach der Grundlagenerarbeitung in einem kooperativen Verfahren wurde im Oktober die darauf basierende städtebauliche Leitlinie vorgestellt und aufgrund dieser, im November ein geladener städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben. Eine hochrangig besetzte Jury hat nun aus den acht Einreichungen das Projekt aus der Feder des Architekturbüros Froetscher Lichtenwagner zum Sieger gekürt. Laut diesem stellte die Entwicklung eines markanten Ensembles mit klarer Orientierung für die Menschenströme beim Wechsel der Verkehrsmittel bzw. zur angrenzenden Generali Arena und FH Campus die größte Herausforderung dar. Auch sie sind überzeugt, dass sich die Bedeutung des Areals „Altes Landgut" künftig nicht auf die Funktion eines Umsteigknotens zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln reduzieren lassen wird. Stattdessen wird eine neue Plaza ein spannender Anziehungspunkt sein, dessen stadträumliche Wirkung durch das Ensemble von Einzelbaukörpern in unhierarchischer Anordnung erzielt wird, die sowohl eine eigene Ordnung etablieren, als auch Offenheit und Entwicklungsfähigkeit signalisieren. Die nach den jeweiligen Erfordernissen ihres Standortes ausgerichteten Baukörper machen die Komplexität des urbanen Knotens sichtbar. Das Sockelbauwerk, welches den Platzraum begrenzt und vor Straßenlärm schützt, wird Geschäftslokale, Gastronomie und die multifunktionale Asfinag Halle beherbergen. Sein rotes Ziegelpflaster soll an die Geschichte des Lehmabbaus für die hier bis 1834 ansässige, heereseigene Ziegelherstellung erinnern. Ein Mobilitätszentrum für Fahrrad und Auto wird die Bedeutung dieses sogenannten intermodalen Knotens hervorheben. Bäume auf dem Platz, auf dem oberen Plateau und um die gesamte Bebauung herum werden die Verbindung zu den weitläufigen, angrenzenden Grünräumen herstellen.

Meine Ansicht: Sto-Fassadendämmsysteme bieten eine Vielfalt an traumhaften Oberflächen. www.sto.at/fassade


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FASSADENSYSTEME

P R O M OTI O N PROJEKT: PEMA HEADLINE, INNSBRUCK ARCHITEKTUR: HENKE UND SCHREIECK ARCHITEKTEN, WIEN

I AM FROM AUSTRIA, VOLUME 1. „Mutig in die neuen Zeiten, frei und gläubig sieh uns ­schreiten, arbeitsfroh und hoffnungsreich.” * Best Of Innovation. Österreich zeigt sich in den besten Lagen von seiner schönsten Seite. Und gewährt Einblick in ­einfallsreiche Ober-Flächlichkeiten und tiefgründige Unter-Haltung: Form, Bekleidungsmaterialien und Design für neue Zeiten. Unterkons­ truktionen und Montagetechniken für atmungsaktive, hinterlüftete Fassaden. Die ultimative Technologie: FDT-Thermico. Der geprüfte Nutzen: ein bis zu 40 Prozent besserer U-Wert und eine dreifach

PROJEKT: WU DONAUPARK, LINZ ARCHITEKTUR: DIPL.ING. DREXEL REINHARD/ DIPL.ING.ZWEIER GERHARD, HOHENEMS

­höhere Tragkraft als herkömmliche Stahlstab-Konstruktionen. FDT steht für Full-Service durch Technologie und realisiert Visionen in Terracotta, Holz, Textilgewebe, Glas, Metall und vielen anderen Materialien. Zeitgemäß und transparent. Nachhaltig und innovativ.

FDT GMBH FACADE DESIGN TECHNOLOGY PICHL 182, A-8973 PICHL T: (0 64 54) 666 30-0 F: (0 64 54) 666 30-10 E: INFO@FDT-GMBH.AT W: WWW.FDT-GMBH.AT

* Österreichische Bundeshymne

PROJEKT: GANTNER INSTRUMENTS GMBH, SCHRUNS | ARCHITEKTUR: LANG VONIER ARCHITEKTEN ZT GMBH, GÖFIS


ZEITERFASSUNG//FENSTERSYSTEME

APRIL 2014//FORUM//37

ORGANISATIONSTALENT Gehaltsabrechnungsfehler und fehlerhafte Zeiterfassung können Unternehmen eine Menge Geld kosten. Die zuverlässigen elektronischen Zeitfassungssysteme von Kaba schaffen hier Abhilfe. Mit modernster Technik ist etwa das neue vielseitige und innovative Zeiterfassungsterminal B-web 96 00 ausgerüstet; es lässt sich flexibel an die Wünsche der Anwender anpassen und problemlos INTERNORM

in bereits vorhandene Systeme integrieren. Hoher Bedienkomfort, kompakte Größe und elegantes Design zeichnet dieses kleine Organisationstalent aus. Über einen Touchscreen lassen sich die einzelnen Funktionen anwählen und erscheinen in brillanter Qualität. Damit ist das Zeiterfassungsterminal mit seiner zurückhaltenden Formensprache und der klaren Linienführung nicht nur

SO SIEHT DIE OBERFLÄCHE DES NEUEN ONLINE-AUFTRITTS DER FENSTERMARKE INTERNORM AUS.

ein Highlight für Designorientierte, sondern auch ein Vorbild in Sachen Bedienungsfreundlichkeit. Die Bedienungsoberfläche des Terminals kann an individuelle Anforderungen angepasst werden, so etwa sind die Funktionstasten austauschbar, das Hintergrundbild kann geändert oder das Firmenlogo eingeblendet werden. Das B-web 96 00 besitzt einen integrierten RFID-Leser (LEGIC

INTERNORM INTERNATIONAL GMBH GANGLGUTSTRASSE 131, A-4050 TRAUN T: (0 72 29) 770-0 E: OFFICE@INTERNORM.COM I: WWW.INTERNORM.COM

oder MIFARE) und über einen Mini-USB-Anschluss sind weitere externe Lesegeräte, wie ein Barcode-Scanner anschließbar. Und die Montage mit nur einem "Click" ist denkbar unkompliziert.

NÜTZLICHES IM NETZ

Die Integration in ein übergeordnetes System erfolgt über eine

Mit der neuen Online-Plattform „Blick. Beziehung. Architektur.“

Ethernet-Schnittstelle, die Spannungsversorgung über Power over

bietet Internorm seit kurzem hochkarätiges Informationsmedium

Ethernet (PoE) oder alternativ über ein Schaltnetzteil. Dank der

für Architekten im Internet an. Architekten verleihen Gebäuden

Verwendung robuster Materialien und der kratzfesten Glasober-

ein Gesicht und im Idealfall einen unverwechselbaren Charakter.

fläche ist das Terminal in den unterschiedlichsten Umgebungen

Auch bei der Entwicklung von individuellen Wohnlösungen spielen

einsetzbar.

Fenster eine zentrale Rolle. Informationen zu diesen beziehen 75 Prozent der Architekten aus dem Internet. Der neue Online Auftritt von Internorm lädt das Thema „Fenster und Haustüren“ mit Experten- und Detailwissen sowie Hintergrundinformationen auf und will den Architekten als kompetenter Ansprechpartner auf Augenhöhe begegnen. Internorm rückt das Fenster mit all seinen Facetten in den Blick, betrachtet seine Erscheinungsformen, Gestaltungsoptionen, Materialität und Detaillierung. Neben nützlichen Informationen für den Planungsalltag finden sich auch ganzheitlich-architektonisch betrachtete Referenzen als Inspirati-

KABA

onsquellen.

KOMMEN-BUCHUNG AM KABA B-WEB 96 00

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38//FORUM//APRIL 2014

ABDICHTUNG//LICHT

SCHUTZ BEI JEDEM WETTER Nach oben offene Mauerteile müssen geschützt werden. Der universelle Stoßverbinder Topclip mit Dichtlippen sorgt für regensichere und formschöne Abdichtung, egal bei welchem Wetter. Sehr viele Bauwerke im gewerblichen und privaten Bereich haben nach oben offene Mauerteile. Topclip ist der universelle StoßNIMBUS

verbinder mit Dichtlippen zur regensicheren und formschönen Abdichtung von Attika, Mauerbrüstungen, Gartenmauern und ähnlichen Bauteilen. Die Abdeckung mit Topclip ist nicht nur architektonisch ansprechend gestaltet - die wahren Vorteile kommen erst bei Schlechtwetter zu tragen. Die zwei vulkanisierten Dichtlippen auf beiden Seiten der Stoßfuge schmiegen sich beim Einhängen der Abdeckung an das Blech an und bilden eine sichere Barriere gegen Eindringen von Regenwasser. Bei heftigen Gewittern mit Starkregen und Sturm kann es vorkommen, dass wenige Tropfen über den ersten Steg des U Profiles gepresst werden, aber der zweite Steg hält absolut dicht. Nachdem bei diesem System löten und falzen der einzelnen Elemente nicht nötig ist, ermöglichen die offenen Stoßfugen absolute Bewegungsfreiheit des Blechmaterials selbst bei extremen Temperaturschwankungen. Mit dem universellen Stoßverbinder Topclip können die verschiedensten Materialien und Farbkombinationen für architektonisch ansprechende und formschöne Systemlösungen verwendet werden.

NIMBUS GROUP GMBH SIEGELSTRASSE 41, D-70469 STUTTGART T: (00 49 711) 63 30 14-0 E: INFO@NIMBUS-GROUP.COM I: WWW.NIMBUS-GROUP.COM

BESTNOTE Eines der modernsten Gymnasien Bayerns entstand nach Plänen von Behnisch Architekten im niederbayerischen Ergolding. Nicht nur ein ausgeklügeltes Tageslichtkonzept sondern über 1.600 LED-Leuchten von Nimbus erhellen den gesamten Gebäudekomplex – und schaffen eine Wohlfühlatmosphäre, die die Konzentration von Schülern und Lehrern bestens unterstützt. Aber damit die Lichtverhältnisse tagsüber nahezu immer gleich sind, haben Behnisch Architekten und das Architekturbüro Leinhäupl+Neuber alle Klassenzimmer des neuen Gymnasiums in Ergolding nach Norden ausgerichtet. Ein Lichtlenksystem versorgt diese in den unteren Etagen mit Tageslicht und im dritten Obergeschoß erfüllen Lichtkuppeln diesen Zweck. Der Schulbau nutzt Tageslicht optimal und verwendet immer nur gerade so viel Kunstlicht wie nötig. „Licht ist essentiell für das Wohlbefinden von Schülern und Lehrern“, erläutert Robert Hösle, Partner im Münchner Büro von Behnisch Architekten. „Untersuchungen

HOFSTADLER

haben gezeigt, dass eine Helligkeit von 4000 Kelvin die Konzentration am besten unterstützt. Gleichzeitig besteht an einer Schule dieser Größe aber die Gefahr, dass sich die Kosten für den Stromverbrauch schnell aufaddieren.“ Damit der Stromverbrauch REGENSICHERE UND FORMSCHÖNE ABDICHTUNG DURCH TOPCLIP

der Schule die Betriebskosten nicht in die Höhe treibt, war von Anfang an überlegt worden, das gesamte Schulgebäude mit energieeffizienten LED-Leuchten auszustatten. Für LED-Leuchten von Nimbus sprach, dass diese besonders gut zur Architektur der

HOFSTADLER GMBH WACHTELSTRASSE 19A, A-4053 ANSFELDEN T: (0 722) 98 80 01 E: OFFICE@HOFSTADLER.AT I: WWW.HOFSTADLER.AT

Schule passen: Minimalistisch designt, lassen sich dennoch auch mühelos als Highlight inszenieren. „Ob Aula, Klassenzimmer, Flur, Aufenthaltsraum, Mensa, Lehrerzimmer oder Turnhalle – Nimbus hat für jeden Einsatzort die richtige Leuchte im Sortiment“, lobt Behnisch.


INTERIOR //ENTWÄSSERUNGSTECHNIK

APRIL 2014//FORUM//39

ALLES IN BEWEGUNG! Vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und individuelle Farbgebung auf strukturierten Oberflächen so lauten die brandneuen internationalen Interior Trends. Sie verleihen Räumen Charakter und wecken Emotionen. Die Design-Experten von Sto verbinden hiermit drei neue Stilwelten: „Loft“, „Atelier“ und „Country House“. Die StoDesign Collection bringt auch für 2014/2015 wieder einfacher Verarbeitung. Kahler Beton, dreidimensionale Holzstrukturen, textiles Gewebe bis zu Rost-Effekten: Das sind einige der auffälligsten Design-Trends im Bereich Interior. Steigenden Anforderungen der Endkunden an außergewöhnliche Wohn- und Lebenswelten entsprechend sind auf den wichtigsten Messen

ASCHL

trendige Farben und Oberflächen mit technischer Perfektion und

SEIT SIEBEN JAHREN IST CLEMENS ZECHMEISTER ­E NTWÄSSERUNGSTECHNIKER BEI ASCHL

immer mehr technische Neuerungen zu sehen, die Verarbeiter mit handwerklicher Perfektion umzusetzen trachten. Und da Designer und Architekten den Innenräumen ihre unverwechselbare Handschrift verleihen – trägt eine breite Auswahl an Oberflächen diesem Wunsch Rechnung. Antonio Romano, Design-Experte im StoDesign Studio Florenz, bestätigt diesen Trend: „Meine wichtigsten Anregungen kommen aus der Zusammenarbeit mit Archi-

ASCHL GMBH GEISENSHEIM 6, A-4632 PICHL BEI WELS T: (0 72 47) 877 80 E: OFFICE@ASCHL-EDELSTAHL.COM I: WWW.ASCHL-EDELSTAHL.COM

Industriehallen-Charme in den Wohnbereich. Die Wohnwelt „Ate-

KLEINE REVOLUTION IN DER ENTWÄSSERUNGSTECHNIK

lier“ hingegen zeigt sich eher bunt. Und unkonventionell. „Country

Clemens Zechmeister ist seit sieben Jahren Entwässerungstech-

House“ setzt auf naturbelassene und ökologische Materialien im

niker bei Aschl und tüftelt schon lange an einer absolut dichten

Einklang mit der Natur.

Badrinne, in der nicht nur das Wasser schnell abfließt, sondern

tekten. Nur mit Design-Vielfalt lässt sich der persönliche Stil eines Architekten im Projekt realisieren.“ Der „Industrial Style“ holt sich mit puristischem Beton und angedeuteten Rostflecken den rauen

mit der auch die obere Dichtebene rasch entwässert wird – ein weltweites Novum. „Mit einer zweiteiligen Badrinne hätte sich die Aufgabe technisch einfach lösen lassen, doch diese hätte den Einbau erschwert,“ schildert er. Mit SPArin® ist die kleine Revolution nun geglückt. Die neue Badrinne punktet auch mit Eleganz, ihr größtes Plus ist jedoch die Entwässerung der oberen Dichtebene, wodurch sich im Bodenaufbau keine Stau- oder Sickernässe mehr bilden kann. Eine deutlich längere Haltbarkeit von Aufbaues, Fugen- und Fliesenbettes sind die Folge und noch dazu trocknet der Boden schneller. Die Einheit von Flansch und Rinnenkörper sorgen für Stabilität und hohe Festigkeit. Ein leichter und exakte Einbau ist möglich. Bestechend ist dabei auch die STO

dezente und elegante Optik der Badrinne. Komplett aus Edelstahl „ATELIER” IST EINER DER DREI NEUEN INTERIORTRENDS DER STO-DESIGNEXPERTEN.

V4A mit einer Materialstärke von 1,5 Millimeter verfügt SPArin® über ein integriertes Rinnengefälle und variablen Einstellbereich zum Aufständern. Ein großes Seitengefälle sorgt für sichere

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Schmutzabfuhr auch bei wenig Wasser. „Wir orientieren uns immer am Kunden und dessen Vorgaben. Und dann versuchen wir für ihn die jeweils beste Lösung zu finden“, schildert Clemens Zechmeister. Auch wenn das die Entwicklung eines völlig neuen Produkts bedeuten sollte.


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Forum E-Paper 04/14