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FORUM

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INHALT

14 DER SÜDTIROLER ARCHITEKT PETER PLATTNER WAR IM FEBRUAR ZU EINEM VORTRAG IN WIEN UND STELLTE ZWEI AKTUELLE PROJEKTE VOR.

20 DIE AUSSTELLUNG "WO ARCHITEKTEN WOHNEN" BEIM DIESJÄHRIGEN MAILÄNDER SALONE DES MOBILE ERLAUBT EINEN BLICK IN DIE WOHNRÄUME ACHT WELTWEIT BEKANNTER ARCHITEKTEN.

28 STUDIERENDE DER ARCHITEKTRU UND RAUMPLANUNG BEFASSTEN SICH IN EINEM SEMSTERPROJEKT MIT DEM ENTWICKLUNGSGEBIET TULLNERFELD.


EDITORIAL

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EDITORIAL SITZEND ARBEITEN MACHT MÜDE!

Weg also mit den Stühlen am Arbeitsplatz? Wer hätte je gedacht, dass sich hier solch neue Wege eröffnen? Viele Arbeitsmediziner raten bereits dazu. Und maßgebliche Quellen, wie die Financial Times berichten und nehmen gewisse Untersuchungen über schädliche Sitzgewohnheiten, die zur mehrstündigen Unbeweglichkeit verleiten, sehr ernst. Nun wird aber nicht mehr nur darüber geredet, einige Büromöbelhersteller haben bereits Lösungen parat. Wie etwa das texanische NextDesk. Aber auch das kalifornische Unternehmen GeekDesk nimmt die Sache sehr ernst und setzt sozusagen auf einen neuen Lebensstil. Wie? Ganz einfach, vorgeschlagen werden höhenverstellbare Schreibtische, ganz ohne Sessel oder Hocker. Und wirklich, wenn der Körper zu kontinuierlichen kleinen Bewegungen angeregt wird, sind Risiken durch andauernden Bewegungsmangel – übrigens ein sicherer Risikofaktor für Herz, Muskeln und Stützapparat – zu vermeiden. Aber natürlich kann man nicht einfach von einem Extrem ins andere übergehen. Auch Stehen ermüdet. Das wissen Verkäuferinnen des Handels am besten. Nach Meinung von Karen Messing der Universität Quebec läge die ideale Lösung daher in einer Mischung. Ihre Formel als Garantie von Wohlbefinden und Komfort: 70 Prozent der Zeit stehend, 30 Prozent sitzend zu verbringen. Gut so, denn warum sollte man ein so privilegiertes Produkt wie den Bürostuhl, auf dessen ästhetische wie technologische Entwicklung sich Hersteller und Designer weltweit konzentrieren, abschaffen wollen? Zahlreich leisten Designmessen, allen voran der kommende Mailänder Salone del Mobile als internationales Schaufenster der Branche hier schon mal Überzeugungsarbeit mithilfe eines wahren Universums an begleitenden Events des Fuori Salone. Wer es aber nicht nach Mailand schaffen sollte, den informieren wir in den kommenden Ausgaben ausführlich. Vorweg schon mal ein erster Ausblick. 

CHRISTINE MÜLLER


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AKTUELL

ZWISCHEN EINFÜHLUNG UND ENTDECKUNG Das Neue Museum in Berlin hat er behutsam und doch kritisch rekonstruiert, das Literaturmuseum der Moderne in Marbach als eine Schatzkiste für kostbare Dokumente konzipiert, das Museum Folkwang in Essen sensibel erweitert: David Chipperfield hat sich vor allem als Spezialist für Museen einen Namen gemacht. Er ist ein Architekt der leisen Töne, der Zwischentöne und der Balance zwischen neu und alt. Diesem Baumeister ohne Starallüren kann FOTO: MORITZ HOLFELDER

man nun auf dem neuen Audiobuch von Moritz Holfelder ganz entspannt zuhören – und man tut es gerne, denn er hat viel zu sagen. Nach Zumthor, Libeskind, Zaha Hadid, der Architektengruppe Graft und zuletzt Oscar Niemeyer hat Moritz Holfelder nun die Architektur Chipperfields zum Klingen gebracht. Im vorliegenden Hörbuch werden auch noch weitere Gebäude wie das Veles et Vents in Valencia und das neue Berliner Büro Chipperfields vor-

LITERATURMUSEUM DER MODERNE, MARBACH

gestellt – eine kleine Auswahl unter den vielen Projekten in aller Welt, anhand derer die Arbeitsweise des Architekten verständlich und erfahrbar wird. Holfelder beschreibt die Projekte und befragt den Architekten nach seiner Motivation zu bauen, nach seiner Philosophie und seinen Wünschen an Bauherren.

Moritz Holfelder Zwischen Nofretete und Kafka, zwischen Einfühlung und E ­ ntdeckung: Der britische Architekt David Chipperfield. Hörbuch. DOM publishers, Berlin 2014, ca. 14 Euro. ISBN 978-3-86922-333-9

ARCHITEKTUR VON A-Z Seit Kurzem gibt es mit dem „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ ein umfassendes Nachschlagwerk zu Architekten, Baumeistern, Städteplanern und Theoretikern, deren Wirken das Stadtbild Wiens bis heute prägt. Berücksichtigt werden biographische, architekturästhetische, architekturtheoretische, architekturgeschichtliche sowie städtebauliche Qualitäten, die einen über herkömmliche Lexika hinausreichenden Einblick in die behandelte Materie geben. Bis 2008 beschränkte sich die Datenbank mit etwa 700 Biographien auf Architekten die zwischen 1880 und 1945 in Wien tätig waren. Seit September 2013 können Benutzer aus Wissenschaft und Forschung, Denkmalschutz und Stadtplanung, aber auch Studierende und die interessierte Öffentlichkeit nun auf Informationen von über 1.050 Architekten zugreifen, die den Zeitraum zwischen 1770 bis1880 abdecken. Mit diesem Projekt konnte das Architekturzentrum Wien nicht nur Informationen bestehender Lexika aktualisieren und fehlerhafte Angaben richtigstellen, sondern insbesondere durch erstmalig publizierte Daten zu bislang unberücksichtigten Architektenpersönlichkeiten auch eine Reihe weiterer Forschungsarbeiten initiieren. Nächstes Ziel ist die Dokumentation der Architekturschaffenden zwischen 1945 bis 1980. WWW.ARCHITEKTENLEXIKON.AT


AKTUELL

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UPCYCLE ME „Nicht wegwerfen, sondern neu erfinden“ so lautet der Leitspruch der durch das online Möbelunternehmen Fashion For Home frisch ins Leben gerufenen Upcycling-Community „Upcycle Me“. Kreative und Do-it-Yourself-Liebhaber können dort von nun an Ideen zum Upcyclen austauschen und sich inspirieren lassen. Pro eingereichtem Beitrag wird ein Baum gepflanzt – und somit gleich mehrfach Gutes für die Umwelt getan. Seit Langem beschäftigt man sich bei Fashion For Home mit nachhaltigem Design und ressourcenschonenden Prozessen. „Upcycle Me“ hat man gegründet, um den Upcycling Gedanken noch stärker zu fördern und dem Ganzen eine Plattform zu bieten. Durch die Community sollen auch Menschen erreicht werden, die sich bislang wenig mit dem Thema Upcycling beschäftigt haben. ZWEITES LEBEN: MIT EINEM WANDTEPPICH WIRD KURZERHAND EIN MÖBELSTÜCK TAPEZIERT. FOTO: FASHIONFORHOME.DE

Und so funktioniert es: Unter http://upcycleme.fashionforhome. de anmelden und ein eigenes Upcycling-Projekt einreichen. Je eingereichtem Beitrag pflanzen Fashion For Home und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald einen Baum.

UNTERKUNFT AUF ZEIT Der Begriff „Wohnen auf Zeit“ wird im niederländischen Panningen neu definiert, und zwar mit dem Startschuss für den Bau eines demontierbaren Wohnhauses. Bereits kommenden Mai soll mit der Errichtung des Wohnbaus Irenehof innerhalb weniger Monate dringend benötigter Wohnraum zur Verfügung stehen. Gedacht sind die Apartments für Bedürftige und Menschen, die aufgrund von Notsituationen kurzfristig eine alternative Unterkunft benötigen. Insgesamt werden mit diesem Pilotprojekt von Neptunus – einer der weltweit größten Anbieter von Zelten sowie demontierbaren und temporären Gebäuden – und der Limburger Wohnungs-Kommune Peel und Maas 16 Zweibett- und vier Dreibett-Apartments zunächst für den Zeitraum von zehn Jahren bewohnbar sein. Durch die Flexibilität, die alle Neptunus Gebäude auszeichnet, kann auch der Irenehof je nach Bedarf vergrößert oder verkleinert werden. Darüber hinaus sind alle Materialien wiederverwertbar. Das innovative ökologische Isoliermaterial „isoschelp“ sorgt für eine optimale Wärmeund Schalldämmung, der Wohnkomplex wird außerdem mit einer Solaranlage ausgestattet – ein rundum nachhaltiges Projekt also. WWW.NEPTUNUS.DE

EINE ALTERNATIVE UNTERKUNFT AUF ZEIT BIETET DER TEMPORÄRE WOHNBAU IM NIEDERLÄNDISCHEN PANNINGEN. FOTO: NEPTUNUS


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BILDUNG

WAS MACHT DIE FASER IM BETON?

FOTOS: RWTH AACHEN

Ganz einfach – oder auch nicht: Sie sorgt dafür, dass Betonelemente auch stabil bleiben, wenn Zugkräfte auf sie wirken. Wissenschaftler der RWTH Aachen brachten ihre Forschungsergebnisse interessierten Besuchern der „Material-Matinee“ im Rahmen der Ausstellung „Anything goes!“ näher. Und es war interessant, einmal „hinein“ zu schauen in den Baustoff, mit dem sich Generationen von Architekten beschäftigt haben und auch zukünftig beschäftigen werden.

TEXT: ANETTE KOLKAU

C

hristian Schätzke (Lehrstuhl für Baukonstruktion), Andreas Koch (Institut für Textiltechnik), Sergej Rempel und Ali Shams (beide Institut für Massivbau) an der RWTH Aachen zeigten, wie und wozu textilbewehrter Beton eingesetzt werden kann und wie er sich durch superleichte Faserflechtwerke verändert.

FLEXIBLER BAUSTOFF Wir alle kennen Stahlbeton – auf jeder großen Baustelle ist zu sehen, wie Stahlmatten mit dicken Schichten Beton übergossen werden, um Zugkräfte im Beton aufzunehmen. Dieser flexible Baustoff hat zuletzt in den Sechzigerjahren die Baumeister beflügelt, ließ er doch ein Formenspektrum zu, das die bisherigen Möglichkeiten revolutionierte. Aber: Der Stahl muss komplett und tief in Beton „eingelegt“ sein, damit es nicht zur Korrosion und damit zur Zerstörung des Materials kommt. Oftmals massiv und schwerfällig können architektonische Formen dadurch aussehen. Versuche mit in den Beton eingestreuten kurzen Fasern aus Glas – sogenanntem Faserbeton – in den Sechzigerjahren wurden später abgelöst durch Forschungen mit Fasernetzen aus Glas, Carbon oder Aramid. In Bündeln, den Rowings, sind diese Filamente zusammengefasst und zu leichten, sehr dünnen Fasergittern „verwebt“. Diese Gitter können im Gegensatz zu den kurzen Faserstücken so präzise in den Beton eingelegt


BILDUNG

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werden, dass sie in Zugrichtung optimal Kräfte aufnehmen können. Damit sich das Fasergitter gut mit dem Beton verbindet und keine Reibung zwischen den Fasern entsteht, wird es mit Epoxidharz getränkt. Ferner wird dadurch die Aufnahme von Zugkräften noch um das Dreifache gesteigert. Extrem zugfeste Faserbündel mit oft nur 2 Millimeter Durchmesser erfordern also sehr viel weniger Betonmasse für Konstruktionen als eine herkömmliche Stahlbewehrung. Welche gestalterischen Möglichkeiten eröffnen sich damit den Architekten und Ingenieuren: Leichte, schlanke Querschnitte, die luftig filigran anmutende Konstruktionen ermöglichen!

GESTALTERISCHE MÖGLICHKEITEN Nicht nur reine Gitter, sondern 3D-korbartige Strukturen sind einsetzbar bei der Bewehrung. Möglich wurde etwa so eine fast schon „zarte“ Konstruktion einer Fußgängerbrücke in Albstadt (von Hartwig Schneider Architekten) mit einem schlanken Steg und korbbewehrten Querträgern. Ganz ohne Stahl ging es jedoch noch nicht: Im Kern der Träger befinden sich zur Optimierung noch Stahllitzen. Kleiner dimensionierte Projekte wie eine Betonbank mit einer Länge von 2,50 Metern ohne einen Zwischenträger machen jedoch Mut für weitere Forschungen. Auf dem Campus der RWTH selbst sind die Forschungsergebnisse erstmals in großem Maßstab zum Einsatz gekommen. Einige der Insti-

MIT FASERBETON ERÖFFNEN SICH FÜR ARCHITEKTEN UND INGENIEURE UNGEAHNTE GESTALTERISCHE MÖGLICHKEITEN: LEICHTE UND SCHLANKE QUERSCHNITTE ERMÖGLICHEN LUFTIG FILIGRAN ANMUTENDE KONSTRUKTIONEN.

tutsgebäude (zum Beispiel das Institut für Massivbau) sind mit faserverstärkten Betonplatten verkleidet: Sehr dünne und damit leichte Platten erfordern lediglich eine schlanke Unterkonstruktion und lassen sich zugleich mit einem Dämmkern kombinieren. Ein interessanter Prototyp ist an der Mies-van-der-Rohe-Straße entstanden: Ein Pavillon, dessen schlankes Dach aus vier schirmartigen Elementen besteht, die auf vier Pfeilern ruhen – faserbewehrt! Eine Stärke von nur 6 Zentimetern weist der äußere Dachrand auf. Die gebogenen Platten gewinnen zum Mittelpunkt hin an Stärke, denn hier sind sie mit den aus konventionellem Stahlbeton gefertigten Pfeilern verbunden, die in die Schale „eingesteckt“ wurden. Durch sie verläuft auch hauptsächlich die Dachentwässerung. Die Vorfertigung der Dach-Einzelteile erfolgte in einer eigens dafür errichteten Zelt-Fertigungshalle direkt neben dem Standort. Von Hand wurden die Textilmatten (bisher ist eine Produktionsbreite von 1,25 Meter möglich) in die Betonmasse eingebettet. Per Spritztechnik wurden die extrem dünnen Betonschichten aus schnell abbindendem Beton hergestellt. Ein vielversprechender Versuchsbau, der langfristig von transparenten Wänden umgeben und sich so zu einem geschlossenen Gebäude wandeln wird.


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AUSSTELLUNGEN

DER ANDERE RAUM Digitale Technologien lassen Räumlichkeit schon beinahe als quantité négligeable erscheinen – Distanzen schrumpfen, in minimaler Zeit werden Informationen verfügbar. Der Raum als immer noch grundlegende Dimension aller Lebensumstände wird derzeit in einer kleinen, aber anregenden Schau in München thematisiert.

TEXT: SUSANNE KARR GEORGE SEGAL, ALICE NOTELY LISTENING TO HER POETRY AND MUSIC, 1970 FOTO: THE GEORGE AND HELEN SEGAL FOUNDATION / VG BILD-KUNST BONN 2013

Mit dem Raum als derjenigen Dimension, auf die sich so viele Bedeutungen beziehen, die aber selbst nicht darstellbar ist, beschäftigt sich eine Sammlungspräsentation der Münchener Pinakothek der Moderne.

RAUM ALS DIMENSION In drei Räumen werden Werke und Statements von zehn Künstlern gezeigt, die die Macht der räumlichen Dimension in ihren ganz unterschiedlichen Aspekten vorführen. Der Raum als Imagination etwa: Bilder aus der photographischen Serie „Analogue“ von Zoe Leonard nähern sich dem Thema der städtischen Schaufenster als Verweis auf Leben, das gleichzeitig hier und anderswo stattfindet. Wo ein totaler Räumungsverkauf ankündigt, dass ein Geschäft in eine andere Gegend abwandern muss, geht es einerseits um einen thematisch gefüllten ideellen Raum, der sich nun mit der Adressänderung verschiebt, andererseits um den leeren, für neue Themen verfügbar gemachten realen Raum als Standort. Auch das Thema des Platzhaltens für einen lebendigen Körper wird durch das Sakko auf einem Kleiderständer verbildlicht. Das Kleidungsstück repräsentiert, als Hülle, den nicht anwesenden Körper.

DER ARCHITEKTONISCHE RAUM Viel konkreter auf den Raum als architektonische Größe beziehen sich zwei Bilder von Josef Seilstorfer. Draufsicht und ein Grundriss eines Treppenhauses entworfen, nur

scheinbar grob, einen Raum und verweisen auf ein Gebäude, zu dem dieses Treppenhaus gehören könnte. Die Imagination wird durch die sehr ähnlichen geometrisch einfachen Gebilde eingeladen, sich der Vieldeutigkeit einer solchen Verbildlichung bewusst zu werden: Welche Art von Treppenhaus könnte das sein?

DER VIRTUELLE RAUM Die Skizze sagt darüber eigentlich nichts. In digital erschaffenen virtuellen Räumen und deren zeitweiliger Gnadenlosigkeit bewegt sich „Not found“ von Anders Clausen: die Unzugänglichkeit eines präzise codierten Reichs, das sich mitunter wegen mangelnder Zugangsinformation, teils aber auch aus einer Laune heraus zu verweigern scheint, teilt sich in wohlbekannten, lapidaren Informationen wie „403 forbidden“ oder „file not found“ mit. Gerade weil meist Distanzen durch digitale Technologien überwunden werden können, fühlt sich das aus den virtuellen Räumen ausgeschlossene Subjekt so hilflos. Den poetischen Raum in seiner imaginären Ungebundenheit zeigt eine Installation von George Segal, in der eine Figur vor einem Tisch sitzt und der eigenen Dichtkunst zuhört, die sie sich vorspielt – der Raum als schreibend erschaffener, hörend erfahrener ist nur innerlich zugänglich: äußerlich mutet die Situation einsam an. Bis 30. März, Pinakothek der Moderne. WWW.PINAKOTHEK.DE


AUSSTELLUNGEN

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FOTOGRAFISCHES UNIVERSUM Die Retrospektive „Andreas H. Bitesnich – 25 Years of Photography“ im KunstHausWien gibt Einblick in das fotografische Universum des österreichischen Fotografen. Mit einem eigenen, unverwechselbaren Stil ist Bitesnich in den unterschiedlichsten Genres zuhause. Mit seiner Aktfotografie etwa erregte er bereits früh in seiner Laufbahn durch einen bewusst skulpturalen Umgang mit einem überästhetisierten menschlichen Körper und durch perfekte Lichtsetzung Aufsehen. Bitesnichs Reisefotografien wurden zu einem Meilenstein in der fotografischen Auseinandersetzung mit anderen Kulturkreisen. Er reflektiert Konventionen und Klischees und schafft zugleich eine persönliche Bildsprache hoher Eindringlichkeit. Fotografien aus in den letzten 25 Jahren bereisten Ländern widerspiegeln die besondere Stellung der Reisefotografie in seinem Gesamtwerk. Wichtige Schlüsselwerke seines Schaffens als Porträtfotograf, werden erstmals gemeinsam gezeigt. Und erstmals erlauben Kontaktbögen und Polaroids, Buchdummies und dokumentarisches Filmmaterial, einen Einblick in die Arbeitsweise von Andreas H. Bitesnich. bis 9. Juni, KunstHausWien. WWW.KUNSTHAUSWIEN.COM

INGRID, WIEN, 2002, FOTO: ANDREAS H. BITESNICH

VELUX Tageslicht Planung Projekt | Haus am Venusgarten

„Gute Architektur ist Teamwork! Die Kompetenz der VELUX Tageslicht Experten war dabei eine wichtige Unterstützung.“ DI Volker Dienst, Inprogress Architektur Consulting

www.velux.at/venusgarten Flug über den Venusgarten:

© Jörg Seiler


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AUSSTELLUNGEN

HAUS G, ARCHITEKTUR: CARAMEL ARCHITEKTEN ZT GMBH, AUSFÜHRUNG: M&G INTERIORS (BEIDE AUS WIEN) FOTO: HERTHA HURNAUS

GENIAL GEPLANT, HERVORRAGEND AUSGEFÜHRT Die Sonderausstellung „Geplant + Ausgeführt“ auf der Internationalen Handwerksmesse München, präsentiert von 12. bis 18. März 30 spannende Bauprojekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – als Beispiele perfekten Zusammenspiels von Architekt, Innenarchitekt und Handwerker. Allesamt sind Kandidaten für den „Geplant + Ausgeführt-Preis“, der am 13. März vergeben wird.

Als „unbebaubar“ galt etwa die lange schmale Baulücke in Fürstenzell. Durch fruchtbare Zusammenarbeit von Koeberl Doeringer Architekten aus Passau (D), der Zimmerei Holzbau A. Höngberger aus Vilshofen/Sandbach (D), der Veit Fröhler Bau GmbH aus Hauzenberg (D) und der Ratzer GmbH (Passau) entstand hier das Haus 35_5 – ein 35 Meter langer und fünf Meter breiter Flachdachbau. Seinen Charakter verdankt das Gebäude unterschiedlichen Stahlplatten, welche die aus einer Holzständerkonstruktion bestehenden Außenwände ummanteln und eine Patina bilden. Wie aus einem Guss präsentiert sich hingegen das Haus G, eine 500 Quadratmeter große Oase im Wiener Stadtteil Rodaun, Ergebnis der Zusammenarbeit von Caramel Architekten und der M&G Interiors aus

Wien. Die geschwungenen Formen des Wohnbereichs im Inneren setzen sich außen in der Gestaltung des Pools und der Terrasse fort und verschmelzen Innen und Außen. Qualitäten alter Bausubstanz, edle Materialien und Oberflächen sowie ein ausgeklügeltes Lichtkonzept vereint die „Bar Erlkönig“ im Stadtzentrum von Innsbruck, dessen Aufgabe es war, ein leer stehendes Geschäftslokal in einem Altstadtgebäude zu revitalisieren. Bestehende Raumqualität wie die Gewölbestrukturen und Fußböden, wurden dabei genutzt und erlebbar gemacht. Geplant von der ATP Sphere aus Innsbruck, sorgten die Tischlerei Holzer aus Schwaz und Mark Wohndesign aus Wattens für die Umsetzung. WWW.IHM.DE


AUSSTELLUNGEN // MEDIEN

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ASIEN IN NEUEM LICHT Die MAK-Sammlung Asien, eine der umfangreichsten und bedeutendsten europäischen Sammlungen für Kunst und Kunstgewerbe des asiatischen Raums, präsentiert sich grundlegend neu. Eingebettet in eine ortsspezifische künstlerische Gestaltung des japanischen Künstlers Tadashi Kawamata geben ausgewählte Sammlungsobjekte Einblick in Kunst und Kulturen Ostasiens. Mit der neuen Präsentation China – Japan – Korea entspricht man damit dem gesteigerten Interesse der Besucher für asiatische Kunst. Seit seiner Gründung vor 150 Jahren liegt ein musealer Fokus des MAK auf asiatischem Kunstgewerbe, denn europäische Materialgeschichte ohne Bezüge zu Kunst aus Asien ist undenkbar. Mit Tadashi Kawamata wurde der ideale Künstler für die Neukonzeption der Schausammlung gefunden, freut sich Johannes Wieninger, Kustode der MAK-Sammlung Asien: „Tadashi Kawamata gehört zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern, die Brücken zwischen Ost und West schlagen. Mit ihrem vergänglichen Charakter sind seine Arbeiten intensiv orts- und zeitbezogen und verbinden unaufdringlich die unterschiedlichen Kulturen. Seine Neugestaltung der Asien-Schausammlung kennzeichnet permanente Veränderung, sowie das Spiel mit natürlichem und künstlichem Licht und Schatten. Die Außenfenster wurden mit einbezogen, um variierende Ansichten der Exponate im Wandel der Jahreszeiten zu bieten“. WWW.MAK.AT

MAK-SCHAUSAMMLUNG ASIEN. IM VORDERGRUND: BUDDHA SAKYAMUNI (SHIJIA), DER HISTORISCHE BUDDHA IM „LOTOSSITZ“, QING-DYNASTIE (1644– 1911), 18. JAHRHUNDERT BRONZE VERGOLDET. FOTOS: MAK/GEORG MAYER

VON BEHÄLTNISSEN UND DEREN INHALT Einen etwas anderen Blick auf die Welt des Designs und der Kreativität erlaubt Inventario. Als eine Mischung aus Buch und Magazin, erscheint die durch den Beleuchtungsprofi Foscarini geförderte Publikation mittlerweile zum achten Mal. Der Koffer auf dem aktuellen Cover von Inventario 8 verweist direkt auf den Inhalt, denn diesmal geht es um Behältnisse und deren Inhalte, um kreative Impulse, die von Alltagsgegenständen ausgehen. Zu lesen gibt es einen Beitrag zum Werk Marcel Duchamps „Boîte-en-valise“, ein Koffer mit 69 MiniaturReproduktionen von Duchamps Arbeiten, einen weiteren über Leben und Arbeiten von Carol Rama, einen Überblick über modulare Bücherschränke junger Designer, einen Beitrag zum Thema „Hände“, ein Projekt von Carlo Mollino, ein Interview mit Jasper Morrison oder einen Text von Bruno Munari. Für jede Ausgabe lädt Foscarini einen anderen international renommierten Fotografen ein, die Leuchten der Kollektion zu interpretieren, diesmal ist Claudio Gobbi an der Reihe. Inventario fokussiert eine aufgeklärte, unabhängige Sicht auf Design, Kunst und Architektur. „Hier geht es nicht um Foscarini“ – unterstreichen Carlo Urbinatio und Alessandro Vecchiato, die Unternehmensgründer – „wir wollen ein Projekt, das einen völlig eigenen Geist hat. Inventario ist das Sprachrohr unserer Werte. Es soll mit Leidenschaft Bereiche der Innovation erkunden, ganz im Sinne der Unternehmensphilosophie.“ Erdacht und herausgegeben von Beppe Finessi, versteht sich Inventario als transversale Plattform, geeicht auf Innovation, Recherche und die Kreativität jeder gestalterischen Tätigkeit. Inventario erscheint dreimal jährlich, zweisprachig (Italienisch/Englisch) und ist weltweit in ausgewählten Buchhandlungen erhältlich. 

WWW.FOSCARINI.COM


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PREISE

AUF ALTBEWÄHRTES BAUEN Mit dem Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur prämiert die „Initiative Bauen mit Backstein“ bereits zum dritten Mal Architekten und Planer, die das architektonische Potenzial des altbewährten Baustoffes nutzen. Gesucht werden Bauten, deren gesamter planerischer Anspruch sowohl ökonomische, ökologische als auch gestalterische Aspekte in sich vereint und deren Architektur sich durch einen angemessenen Umgang mit dem Ort und seinem Bestand auszeichnet. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis wird vom Bund Deutscher Architekten BDA unterstützt und in den Kategorien Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte, Wohnungsbau/Geschoßwohnungsbau, Büro- und Gewerbebauten, Öffentliche Bauten sowie Freizeit und Sport ausgelobt. Zusätzliche Auszeichnungen werden in den Bereichen Passivhaus/Energieeffizienz, Sanierung/Nachhaltigkeit und Nachwuchs/Newcomer vergeben. Bis 30. April können nach dem 1. Jänner 2009 fertig gestellte Projekte, deren Fassade aus Backstein ausgebildet ist, noch eingereicht werden. Dabei spielt es weder eine Rolle, aus welchem Land das einreichende Architekturbüro stammt, noch wo sich der Standort des eingereichten Objekts befindet. Die Preisverleihung findet im Herbst 2014 in Berlin statt.

DOMINIKUSZENTRUM, MÜNCHEN VON MECK ARCHITEKTEN MÜNCHEN. FOTO: MICHAEL HEINRICH

Einreichfrist: 30. April 2014 WWW.BACKSTEIN.COM/ARCHITEKTURPREIS

VIELVERSPRECHNDER NACHWUCHS Zum 17. Mal zeichnete der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) in Bayern kürzlich herausragende Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten im Bereich Landschaftsarchitektur und -planung aus. Prämiert wurde unter anderem die Studentin Quang Huy Le, die in ihrer Bachelorthesis auf der Suche nach kreativen Lösungen und neuen Interpretationen öffentlicher Freiräume des Stadtteils Hamburg-Horn die Washington Allee und den „U-Bahn-Deckel“ als herausragende Entwicklungsflächen identifizierte. Ebenso ausgezeichnet wurden die nachhaltigen Vorschläge für städtebauliche und landschaftliche Entwicklung von Tälern am Bosporus, die Lilian Terme in ihrer Masterthesis entwickelte. Ein weiterer Preis ging an Stefan Wallerius, für seine MIT BIOTOP- UND FREIRAUMSCHUTZ BEFASST SICH DAS PRÄMIERTE PROJEKT "WETLANDS" VON NATALIA VERGARA FORERO FOTO: BDLA

Masterarbeit „scenic branding“, einer landschafts-architektonischen Strategie zur Etablierung eines positiven Stadtimages am Beispiel Völklingen. Für ihre Beschäftigung mit Umweltbildung als Bindeglied zwischen konkurrierenden Ansprüchen von Arten und Biotopschutz sowie urbaner Freiraumnutzung in Bogota würdigte die Jury Natalia Vergara Forero, Absolventin der International Master of Landscape Architecture (IMLA). Prämiert wurden weiters die Konzeption regionaler Wildstaudenmischungen für mehr Qualität und Kostenreduzierung im urbanen Grün Bayerns von Dominic Wachs und die Entwicklung eines „Pamphylischen Pfades“ zur Stärkung des Individualtourismus im Hinterland Antalyas von Roman Knorr. 

WWW.BDLA.DE


WETTBEWERBE

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JUGENDHERBERGE ­M ÜNCHEN CITY. VISUALISIERUNG: GRAFT

„GEMEINSCHAFT ­ERLEBEN“ IN ZEITGEMÄSSEN DESIGN Das Architekturbüro GRAFT aus Berlin belegt den 1. Platz des Architekturwettbewerbs zur ­Modernisierung der Jugendherberge München-City. Fünf internationale Architekturbüros waren vom Landesverband Bayern des Deutschen Jugendherbergswerks e. V. aufgefordert worden für die älteste Stadtjugendherberge in Deutschland einen Neubau in zukunftsweisender Architektur und eine Modernisierung des denkmalgeschützten Bestands zu konzipieren. Dabei konnte sich die Gesellschaft von Architekten mbH mit Sitz in Berlin, Los Angeles und Beijing GRAFT neben Snøhetta (Oslo), Stephen Williams Associates (Hamburg), haascookzemmrich (Stuttgart) und YES architecture (München) behaupten. Ihr Entwurf schließt die derzeit offene Blockrandbebauung und verlegt den Haupteingang zum Winthirplatz. Die Architekten machen das Motto des Jugendherbergswerks „Gemeinschaft erleben“ zum Kern des Gestaltungskonzeptes. Ihr Entwurf sieht Räume mit Aufenthaltsqualität vor, die Reisenden aus der ganzen Welt einladen sollen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Winthirplatz mit seiner kleinen Parkanlage wird suggestiv zum „Vorgarten“ der Jugendherberge. Die sich dort befindende Natur wird von GRAFT in eine organische Architektursprache übersetzt, die als gestaltendes Hauptmotiv das Gebäude bis zum Innenhof durchdringt. Eine großflächige Verglasung in der ansonsten geschlossenen Lochfassade folgt den geschwungenen Formen und macht das eingeschnittene zweigeschoßige Foyer in parametrischer Struktur sichtbar, welches die formale Visitenkarte der Architektur darstellt.

UNIQUE YOUNGSTAR GEHT IN NEUE RUNDE

Im Zuge der internationalen Gartenmesse spoga+gafa, die jeden Herbst in Köln über die Bühne geht und Fachbesuchern aus aller Welt neues für den Außenraum präsentiert, geht 2014 auch der Jung-Designer Wettbewerb ‚unique youngstar‘ in eine neue Runde. Bewerbungen sind ab jetzt möglich. Junge Kreative erhalten damit die Chance sich auf der diesjährigen spoga+gafa in exklusivem Ambiente zu präsentieren. Neben dem gehobenen Möbelfachhandel können sich Architekten, Inneneinrichter sowie Bauherren aus dem Objektbereich somit auch über Innovationen und kreative Ideen der Designer informieren. Ziel des Contests ist es, den persönliche Austausch und die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Zielgruppen zu fördern. WWW.SPOGAGAFA.DE

"AR VAG" VON THIBAULT PENVEN (SCHWEIZ) FOTOS: KOELNMESSE


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VORTRAG

JUNGE ARCHITEKTUR AUS SÜDTIROL Der Südtiroler Architekt Peter Plattner wurde 2013 bereits zum zweiten Mal mit dem Vorarlberger Holzbaupreis ausgezeichnet. Am 25. Februar war er im Rahmen der Vortragsreihe architektur in progress als Repräsentant aus der südlichen autonomen Nachbarprovinz in Wien und berichtete zahlreichen interessierten Gästen was sich im Süd(westen) tut.

TEXT: GERTRUD PURDELLER


VORTRAG

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ereits nach seinem Studium zog es Plattner für eine postgraduale Ausbildung nach Vorarlberg, wo er sich vom technischem Know How der ansässigen Holzbaubetriebe überzeugen konnte. Seit 2006 befindet er sich mit dem Vorarlberger Baumeister Jürgen Haller in einer Arbeitsgemeinschaft und unterhält einen zweiten Firmenstandort in Mellau. Die Projektpalette des Südtirolers reicht von städtebaulichen Studien über Ein- und Mehrfamilienhäuser, Betriebs- und Bürogebäude bis hin zu Shop-Gestaltungen und Möbeldesign. Kennzeichen seiner Bauten sind dabei eine besonders hohe Detaillierung sowie Ehrlichkeit und Konsequenz in der Materialwahl.

DER LUXUS DES PUREN Beispielhaft dafür ist etwa ein Rolex-Shop, den er 2012 in einem Bozner Altbaugebäude als Shop im Shop umgesetzt hat. Mit nur 70 Quadratmetern, aufgeteilt auf zwei Geschoße, stellten die Räumlichkeiten den Architekten vor die Herausforderung, Großzügigkeit zu schaffen. Man bewegte sich außerdem innerhalb sehr strenger Vorgaben durch die Corporate Identity der Marke Rolex, die vorgab welche Elemente zum Einsatz kommen durften. In Anlehnung an das Ziffernblatt einer Uhr entwickelte Plattner gemeinsam mit dem Künstler Philipp Messner dennoch eine einzigartige Hülle aus dreidimensional gefrästen MDF-Elementen, auf die brüniertes Messing aufgestülpt wurde.

BÜROGEBÄUDE MIT LÄNDLICHEM CHARAKTER

DAS SEMITRANSPARENTE KLEID DES 2013 PREISGEKRÖNTEN WÄLDER VERSICHERUNGSGEBÄUDES VEREINT EINE UNBEHANDELTE HOLZFASSADE MIT GROSSZÜGIGEN ÖFFNUNGEN UND DIE VORHERRSCHENDE LÄNDLICHE BAUTRADITION. FOTO: ALBRECHT IMANUEL SCHNABEL

Mit derselben Detailliebe widmete sich Plattner auch der Planung des Gebäudes für die Wälder Versicherung in Andelsbuch. 2011 gingen Peter Plattner und Jürgen Haller als Sieger aus dem geladenen Wettbewerb hervor. Laut Vorgaben, war das Volumen auf einem sehr kleinem Grundstück zu organisieren, vorzugsweise mit Satteldach. Dieses machte sich die junge Arge zum Konzept und entwickelte ein Gebäude mit typischem Satteldach, das einerseits der Tradition des Bregenzerwaldes entsprechend als Holzbau aber in zeitgenössischer Formensprache umgesetzt wurde. Prägend für den Entwurf war es, den Charakter eines Bürogebäudes mit der ländlichen Umgebung zu verbinden. Während es bei einem Bürogebäude großer Fensterflächen zur Belichtung der Räume bedarf, finden sich im Umfeld eher Lochfassaden mit viel Masse und eher kleinen Öffnungen. Resultat dieser Auseinandersetzung war eine funktionale Fassade mit einem semitransparenten Außenkleid. So wurde es möglich, Öffnungen dort zusetzen, wo sie nötig waren und dennoch den Charakter einer Lochfassade aufrechtzuerhalten.


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VORTRAG

EINE WAND AUS DREIDIMENSIONAL GEFRÄSTEN MDFELEMENTEN MIT ÜBERGESTÜLPTEM BRÜNIERTEM MESSING ÜBERZIEHT DIE INNENFLÄCHE DES SHOPS IM ERDGESCHOSS. GROSSZÜGIGKEIT VERMITTELN REFLEKTIERENDE VITRINEN AUS LACKIERTEM GLAS. FOTOS: HEINRICH WEGMANN

NACHGEFRAGT

Ihr Motto lautet „der Weg ist das Ziel“. Wie meinen sie das? Die Entwicklung eines Projektes ist immer unterschiedlich, das heißt der Weg vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung sind jedes Mal anders und hängen von den verschiedenen Einflüssen und Überlegungen ab. Man kann Architektur nicht über einen Kamm scheren. Das einzige, was man sagen kann ist, dass es sich immer um einen Weg handelt, der aus einem Dialog mit dem Kunden, mit Kontext, mit den Menschen, mit dem Licht und mit der Landschaft besteht. Ihre Projektpalette reicht von städtebaulichen Studien bis hin zum Möbeldesign. Welche Art von Projekten spricht Sie am meisten an? Gibt es eine bestimmte Vorliebe? Nein, überhaupt nicht. Das einzige was ich nicht mag, ist tun und lassen dürfen, was ich will. Ich suche sehr stark den Dialog mit der Bauherrschaft und mich interessieren komplexe Landschaften oder Altbestände. Die grüne Wiese finde ich ziemlich unspannend. In ihrem Wiener Vortrag haben Sie davon gesprochen, dass Ihnen eine Ehrlichkeit in der Anwendung von Material wichtig ist. Was darf man darunter verstehen? Was ich überhaupt nicht mag, sind Oberflächen, die etwas vermitteln wollen. Viel lieber verwenden wir Materialien, die ehrlich ihre Zusammensetzung zeigen, auch altern können und nicht etwas sein wollen, was in ihnen in Wirklichkeit nur eine bestimmte Oberflächenbehandlung ermöglicht. Vor kurzem haben Sie bereits zum zweiten Mal für eines ihrer Projekte den Vorarlberger Holzbaupreis gewonnen. Wie ist Ihr Verhältnis zu Holz? Und was verbindet Sie mit Vorarlberg?


VORTRAG

MÄRZ 2014//FORUM//17

DER MITEINBEZUG DER LANDSCHAFT GEHÖRT FÜR PLATTNER BEI DER ORGANISATION DER GRUNDRISSE ZUM PRINZIP.

Ich habe mich schon von Anfang an sehr intensiv mit Holz auseinandergesetzt. Nach einer postgradualen Ausbildung in Vorarlberg, habe ich versucht, mein Wissen in Südtirol anzuwenden, was ziemlich schwierig war, da das Interesse dafür in Südtirol noch sehr gering war und es kaum Holzbaufirmen gab, die einen anspruchsvollen, technisch schlüssigen Holzbau umsetzen konnten. Außerdem waren die Kosten sehr hoch. Die wenigen Projekte, die ich dennoch in Holz realisiert habe, entstanden daher in Zusammenarbeit mit österreichischen Firmen. Da ich den Kontakt zu Vorarlberg immer sehr gepflegt habe, hat es sich ergeben, dass ich anfing, auch in Vorarlberg zu planen, anfangs mehrere Einfamilienhäuser. Vor drei Jahren haben mein Partner Jürgen Haller und ich uns im Bewusstsein der starken Konkurrenz, entschlossen, auch an einem Wettbewerb für ein größeres Projekt teilzunehmen, jenem zum Neubau der Wälder Versicherung, das dann mit dem Vorarlberger Holzbaupreis prämiert wurde. Dessen Umsetzung war nur durch das hohe Know How und den leidenschaftlichen Einsatz Vorarlberger Holzbauer möglich, die einmal sogar um zwei Uhr nachts auf der Baustelle erschienen sind, um den Rohbau abzudecken und vor Regen zu schützen. Wann ist für Sie der Griff zu Holz der richtige? Für mich ist Holz dann der richtige Baustoff, wenn man bereit ist, ausschließlich damit zu arbeiten und es nicht mit anderen Materialien mischt. Man muss zum Baustoff stehen und darf ihn nicht nur konstruktiv verwenden und das Gebäude anschließend mit Gipskarton innen und Vollwärmeschutz außen zu einem gewöhnlichen Standardgebäude machen. In diesem Fall ist Holz eben nur ein Baustoff und man nutzt nicht sein eigentliches Potenzial. In letzter Konsequenz bedeutet zum Baustoff stehen für mich auch, die Oberflächen unbehandelt zu belassen, damit diese altern können. Dazu ist es wichtig, mit den Eigenheiten des Materials zu arbeiten. Man muss aber dazu sagen, dass es neben Holz noch viele andere spannende Baustoffe gibt. Allerdings ist es klar, dass in einem Umfeld wie dem Bregenzer Wald der Baustoff Holz doch nahe liegt.

DER BAUSTOFF HOLZ – IN FORM VON SÄGERAUER WEISSTANNE – WIRD AUCH IM INNEREN DES WÄLDER VERSICHERUNGSGEBÄUDES KONSEQUENT AN HORIZONTALEN WIE VERTIKALEN FLÄCHEN EINGESETZT. FOTOS: ALBRECHT IMANUEL SCHNABEL


18//FORUM//MÄRZ 2014

BILDUNG

90 MINUTEN ARCHITEKTUR

ARCHITEKTUR IN PROGRESS IM RAHMEN DER AIP – ARCHITEKTUR IN PROGRESS VERANSTALTUNGSREIHE “JUNGE ARCHITEKTUR IN WIEN” SPRECHEN AM 11. MÄRZ

Ein Mal im Monat geht es an der Jade Hochschule Oldenburg 90 Minuten lang um Architektur, Kunst und Kultur, dann nämlich sprechen geladene Referenten am Fachbereich Architektur über ihre Arbeit, ihre persönliche architektonische Haltung, über aktuelle baukulturelle Themen oder eigene realisierte Projekte. Im Anschluss lädt der Fachbereich zum Gespräch zwischen Studierenden und Architekten, Fachleuten und der architekturbegeisterten Öffentlichkeit. Den

DIETMAR EBERLE FOTO: KEES

Start in das Wintersemester macht am 11. März um 18:00 Uhr Dietmar Eberle von „be baumschlager eberle“ aus Lustenau. Der Titel seines Vortrags: „Die Zukunft der Vergangenheit“. Was für die Architektur – als das lebensbestimmende Medium der Zivilgesellschaften – bedeutet, einen Selektionsprozess einzugehen, wie Eberle betont. Die geschichtliche Betrachtung ist eine der gedanklichen Grundlagen für Entscheidungen, welche für die kommenden Generationen getroffen werden.

HAUS WALT, KLOSTERNEUBURG FOTO: JÜRGEN EHEIM

LOSTINARCHITECTURE Conny Herzog (*1968), die seit 2001 als selbständige Architektin tätig ist, grün-

11. März, 18:00 Uhr, Hauptgebäude Jade Hochschule Oldenburg, Ofener Straße 16, Raum E22 WWW.JADE-HS.DE/90MIN

dete 2009 das Wiener Architekturbüro „Lostinarchitecture”, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Architektur, Technik und Kunst zu vernetzen. In der Bearbeitung

ARCHITEKTURREISE ­

MUCEM MARSEILLE, ARCHITEKTUR: RUDY RICCIOTTI FOTO: MICHAEL KOLLER

von Entwürfen verlässt „Lostinarchitecture” damit gewohnte Pfade. Der Prozess des sich Verlierens schärft Herzogs Aufmerk-

Nicht nur im Kulturhaupt-

samkeit und macht verborgene Potenziale

stadtjahr 2013 hatten Mar-

bewusst, welche ihre Architektur definie-

seille und die Provence viel

ren. Die Herausforderung besteht in der

zu bieten. Das Ziviltechniker-

Schaffung von Unverwechselbarem. Muti-

Forum veranstaltet deshalb

ge Statements werden integriert, Gewohn-

von 17. bis 21. September

tes wird überwunden. „Lostinarchitecture”

dieses Jahres eine fünftägi-

widmet sich neben dem Bau von Einfa-

ge Fachexkursion unter der

milienhäusern, und Gewerbebauten der

Reiseleitung von Architekt

Gestaltung von Innenräumen ebenso wie

Michael Koller. Die Reise für Architekten, Ingenieure, Künstler und Liebhaber der

der Schaffung von Installationen im Raum.

Provence aus ganz Österreich, führt von Marseille über Aix-en-Provence nach

Für den Umbau und die energieeffiziente

Avignon und endet in Nizza. Das Programm umfasst die Schwerpunkte Städtebau,

Sanierung des Hauses W in Klosterneu-

Architektur und Kunst mit unter anderem einer Führung durch das MuCEM von

burg wurde „Lostinarchitecture” 2013 mit

Rudy Ricciotti, das FRAC von Kengo Kuma, das Stadtentwicklungsgebiet Marseille-

dem ETHouse Award ausgezeichnet.

Euroméditerranée, sowie den Papspalast in Avignon und mehrerer baukultureller Highlights in Nizza. Anmeldeschluss: Freitag, der 14. März

www.lostinarchitecture.at 11. März 2014, 19.00Uhr

ZT-Forum, Mag. Pia Frühwirt, T: (0 316) 81 18 02-28, E: pia.fruehwirt@arching.at,

Bene Wien, Neutorgasse 4-8,

Einladung und Anmeldeformular: I: www.zt-forum.at

1010 Wien


BILDUNG

MÄRZ 2014//FORUM//19

TURNON 2013 TALKRUNDE. FOTO: ULRICCH DERTSCHEIN.

EIN FEST DER ARCHITEKTUR Zum 12. Mal startet am 7. März das Architekturfestival „Turn

gen. Zu hören sind u. a.: Roman Delugan (Wien), Gerhard Wittfeld

On“ – veranstaltet von der Architekturstiftung Österreich

(Aachen), Christoph Pichler (Wien), Herwig Spiegl (Wien), Regina

und kuratiert von Festivalleiterin Margit Ulama – im gro-

Freimüller-Söllinger (Wien), oder Ralf Petersen (Berlin).

ßen Sendesaal des ORF Radiokulturhauses in der Wiener Argentinierstraße.

DIE BAUTEN Mit „Turn On – Die Bauten“ geht das Festival Samstag in die zweite Runde und Architekten stellen ihre Bauten in Österreich, in Po-

Nach dem Eröffnungsvortrag von Boris Podrecca startet Turn On

len oder den wirtschaftlich dynamischen Vereinigten Arabischen

in zwei äußerst dichte Vortragstage: Der erste Tag positioniert sich

Emiraten vor. Übergeordnete Themenschwerpunkte sind diesmal:

an der Schnittstelle von Wirtschaft und Architektur, der zweite

Wohnbau, Kultur- und Bildungsbauten, Bauen im Bestand,

präsentiert so wie bisher anspruchsvolle Bauten in und aus Ös-

Stadterweiterung und Stadtverdichtung, die soziale Dimension der

terreich, und damit nationale sowie internationale Architektur von

Architektur sowie Infrastruktur oder Tageslicht im Innenraum. In

besonderem Stellenwert.

insgesamt fünfzehn Vorträgen werden, vom Einfamilienhaus am See zum Wohnpark, von der Siedlung über die Gewerbeanlage

INNOVATION UND NACHHALTIGKEIT

bis zum Hotel unterschiedlichste Bauvorhaben vorgestellt. Zum

„Turn On Partner“ – Die Plattform für Innovation und Nachhal-

Thema „Kultur, Bildung, Infrastruktur, etc.“ werden dann noch

tigkeit steht am Beginn des Festivals. An der Schnittstelle von

aktuelle Schul- und Bildungsbauten, ein Schubhaftzentrum, ein

Wirtschaft und Architektur befasst man sich hier mit relevanten

Wasserkraftwerk und Museumsbauten zu sehen sein. Um den

Themen im Rahmen des Entstehungsprozesses von Architektur.

immer wieder diskutierten Stellenwert der Architekten geht es

Im Mittelpunkt stehen Voraussetzungen und Hintergründe des

zwischen den beiden Vortragsblöcken im Turn On Talk: Teilnehmer

Bauens. Renommierte nationale wie internationale Unterneh-

dieser Gesprächsrunde sind Dietmar Eberle, Wolfgang Gleissner

men kommen zu Wort und stellen anspruchsvolle Themen und

Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft Wien und

innovative Entwicklungen vor. Ergänzend dazu präsentieren

Herbert Zitter Geschäftsführer von M.O.O.CON Wien.

Architekten ihre Sicht der jeweiligen Fragestellung anhand von Referenzbeispielen. Dialoge zwischen führenden Unternehmens-

7. und 8. März, Großer Sendesaal im ORF RadioKulturhaus,

vertretern und ausgewählten Architekten werden die kreativen

­Argentinierstr. 30a, 1040 Wien

Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Architektur, offenle-

WWW.TURN-ON.AT


20//FORUM//MÄRZ 2014

MAILÄNDER MÖBELMESSE

HIER WOHNEN MASSIMILIANO UND ­D ORIANA FUKSAS FOTO: AKI FURUDATE

WO ARCHITEKTEN WOHNEN Noch etwa ein Monat, dann ist es so weit, dann wird Mailand wieder zum pulsierenden Mittelpunkt internationalen Möbeldesigns. Dann werden auf dem 53. Salone Internazionale del Mobile auf dem Areal der Messe Rho von 8. bis 13. April wieder mehr als 2.400 Aussteller etwa 300.000 Besuchern aus 160 Ländern ihre neuen Design-Highlights vorstellen. Dem zweijährlichen Rhythmus folgend stehen heuer außerdem zum 20. Mal die Küchenschau EuroCucina und der Salone Internazionale del Bagno, mit dem Neuesten in Sachen Badmöbel und Sanitäreinrichtung auf dem Programm. Aber neben den 24 Messehallen taucht auch die Stadt selbst mit einem überbordenden Eventkalender des Fuori Salone an zahlreichen Locations in ein wahres Designfieber.

TEXT: CHRISTINE MÜLLER


MAILÄNDER MÖBELMESSE

MÄRZ 2014//FORUM//21

HIER WOHNT DAVID CHIPPERFIELD FOTOS: UTE ZSCHARNT/ DAVIDE PIZZIGONI

D

as kommerzielle Angebot des weltweit bedeutendsten Branchentreffs auf dem Messegelände selbst, in dem die wichtigsten Hersteller die aktuellen Wohntrends anhand der von Designern und Architekten erdachten Neuheiten vorstellen, soll diesmal auf ganz besondere Weise bereichert werden: Die Ausstellung „Wo Architekten wohnen“, wird einen Blick in die privaten Wohnräume einiger weltbekannter Architekten erlauben. Acht der wichtigsten Vertreter ihrer Zunft werden diesmal also auch ein wenig von sich selbst offenbaren. Erstmals geht es nicht um jene Bauten, die sie für andere errichten oder ausstatten, sondern um deren eigene vier Wände und damit um ihr ganz privates Umfeld. Shigeru Ban, Mario Bellini, David Chipperfield, Massimiliano und Doriana Fuksas, Zaha Hadid, Marcio Kogan, Daniel Libeskind und Bijoy Jain/Studio Mumbai nehmen uns dabei gleich auf eine kleine Weltreise mit, leben doch alle an ganz unterschiedlichen Orten. Die Schau startet den Versuch, die Vision und Poetik der Architektur des Wohnens einzufangen, die – davon ist die Ausstellungskuratorin Francesca Molteni überzeugt – die einschneidensten und umfassendsten Entwicklungen, ja selbst die experimentellsten Neuerungen aufzuweisen hat. Molteni hat acht der weltweit bekanntesten Architekten in ihrem privaten Heim besucht und dort nicht nur den Innen- und Außenraum gefilmt, sondern deren Bewohner in einem Interview zu Poesie, Inspiration und Entscheidungen, die jeden von ihnen auf seinem planerischen und beruflichen Weg geleitet haben, befragt. Gemeinsam mit dem Architekten und Bühnenbildner Davide Pizzigoni entstand ein Projekt, das von den privaten Wohnräumen der acht Architekten in Bild und Ton erzählt. Das Resultat ist eine interaktive Erzählung über die Kultur des Wohnens, die die Entscheidungen und Obsessionen der Architekten offenbart, sie zu deren Visionen der Stadt, der Landschaft und neuen Lebensweisen befragt. „Ziel der Ausstellung“, so Cosmit Präsident Claudio Luti, „ist es, jene aus der Nähe kennen zu lernen, die das Gesicht unserer Städte, die Beschaffenheit der globalen Landschaft und der kollektiven Fantasie verändern, unsere Wohnräume in allen Breitegraden planen.“ Eine Ausstellung als Ausgangspunkt, um über Modalitäten, Erfahrungen und Tendenzen des zeitgenössischen Wohnens zu reflektieren und über das Planen von Häusern zu erzählen. „Dove vivono gli architetti“, Messe Mailand Rho, Halle 9 8. bis 13. April, Publikumstage: Samstag und Sonntag www.cosmit.it http://blog.isaloni.it/


22//FORUM//MÄRZ 2014

MAILÄNDER MÖBELMESSE

KOLLEKTION-58-KARL-SCHWANZER, HERSTELLER: BRAUN-LOCKENHAUSR FOTO: BRAUN LOCKENHAUS

HEIMISCHES DESIGN GEHT AUF REISEN Bereits zum fünften Mal wird sich Österreich auf dem internationalen Designparkett im Rahmen des Salone Internazionale del Mobile mit 61 heimischen Herstellern und Designern seinen großen Auftritt haben. Auch heuer fand man mit der Rotonda della Besana einen faszinierenden Ausstellungsort: eine spätbarocke Friedhofsanlage mit der Kirche, die heute längst nicht mehr klerikalen sondern weltlichen Zwecken vorbehalten ist und für Ausstellungs- und Veranstaltungszwecke Verwendung findet. Entsprechend sakral lautet auch der Titel der diesjährigen Österreichpräsenz „Confession of Design”, der sich am Ausstellungsort inspiriert, an dem die heimischen Designprodukte in einer eigens konzipierten Ausstellungsarchitektur präsentiert werden.

O

TEXT: REDAKTION

rganisiert von der Außenwirtschaft Austria und von go-international – einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend und der Wirtschaftskammer Österreich – sowie untersützt von der Östereichischen Möbelindustrie, soll diese Gemeinschaftsschau zeigen, dass sich heimisches Design durchaus auch im internationalen Wettbewerb zu behaupten vermag. Der Salone Internazionale del Mobile in Mailand gilt als bedeutendste Möbelmesse der Welt. Design als Schlüssel zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Export also, wie es Thomas Bene Stv. Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie zusammenfasst. In der Sonderausstellung präsentieren sich diesmal die Mitgliedsunternehmen Ada, Bene, Braun Lockenhaus, Conform, Haapo, Joka, Team 7, Viteo, Wiesner-Hager und Wittmann.


MAILÄNDER MÖBELMESSE

MÄRZ 2014//FORUM//23

BESTÄNDIG Das Wiener Studio Vasku & Klug zeichnet für das Präsentationskonzept verantwortlich und stellt den respektvollen Umgang mit dem sakralen Raum in den Mittelpunkt seiner Ausstellungsarchitektur. Produkte zeitgenössischer Designer und junger wie traditionsreicher Unternehmen werden mit subtilem aber deutlich wahrzunehmendem Verweis auf Österreichs historische Tradition in der Produktgestaltung und ihr verwandter Disziplinen zu sehen sein. Von dieser Tradition ausgehend erfolgt die Inspiration zu Neuem. Eben diesem Neuen wollen Vasku & Klug mit ihrer Inszenierung eine Bühne geben – begleitet von der Idee des Beständigen und Nachhaltigen.

ZUKUNFTSWEISEND Bene, bekannt für zukunftsweisende Bürokonzepte, zeigt einen neuartigen Tisch für Teamwork. Die Neue Wiener Werkstätte präsentiert Lounge Chair und Sidetable von Thomas Feichtner. Team7 zeigt Design aus Naturholz kombiniert mit innovativer Technik. Auf Herstellerseite u.a. mit auf Mailand-Tournée sind Papertown mit dem Werkstoff Wellpappe, Instantdaylite mit Leuchten, die natürliches Tageslicht zu 96 Prozent nachbilden und Molto Luce mit Leuchten von Rainer Mutsch. Maik Perfahl und Wolfgang List zeigen aktuelle Entwürfe ihres Labels mostlikely, das Tiroler Unternehmen Organoid Technologies präsentiert Dekorbeschichtungen aus natürlichen Materialien. Nach Tirol und Oberösterreich steht diesmal das Burgenland im Fokus, das auf dem Gebiet der Architektur, des Designs und der Kulinarik viel zu bieten hat und multimedial sowie interaktiv präsentiert wird. Sechs oberösterreichische Designer werden ihre Produkte vorstellen: Markus Gamsjäger, Christine Hechinger, Stefan Bartel und Michael Holzer, Veronika Meierhofer. Madeleine Plass, Hannes Schreckensberger und Célia Picard. Mit vier Wiener Produktionsunternehmen und vier Projekten der erfolgreichen Passionswege ist die Vienna Design Week in Mailand vertreten: Mit dabei Unternehmen wie „Zur Schwäbischen Jungfrau" mit dem deutschen Jungstar Sebastian Herkner, „Wäscheflott" mit dem polnischen in Wien ansässigen Designer chmara.rosinke, „Riess" mit Oscar Wanless aus London und „Lobmeyr" mit dem jungen französisch-schweizerischen Designerduo Bertille & Matthieu. 8. bis 13. April, Confession of Design Rotonda della Besana www.confession-of-design.com

www.fqp.at

Lebensräume mit Tiefgang Qualitätssicherung für Pflasterflächen » Gemeinsam für Ihr Projekt Nutzen Sie unsere Kompetenz in einem starken Netzwerk. Das FQP steht allen offen, die bei Pflasterungen mitwirken.

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FORUM QUALITÄTSPFLASTER – Qualitätsgemeinschaft für Flächengestaltung mit Pflastersteinen und Pflasterplatten – 1150 Wien, Zinckgasse 20–22 Tel.: +43-1-890 19 16 DW 17 Fax: DW 66 Mail: info@fqp.at Web: www.fqp.at


24//FORUM//MÄRZ 2014

FORUM EMPFIEHLT

ALBRECHT SCHNABEL

FORUM //EMPFIEHLT //WARNT //LIEST

...VILLEN WEITERBAUEN Villensanierungen hat man als Architekt nicht jeden Tag auf

und Repräsentation ist das bei historisierenden Bauten eine

der Agenda. Kommt ein solches Objekt daher - mächtig an

Herausforderung. Zwischen Kitsch und Kahlschlag liegt oft nur

Geschichte und Bedeutung - gilt es mit gebührlichem Respekt

ein schmaler Weg.

das Sezierwerkzeug auszupacken. Sich auf die Spurensuche zu machen. Dabei gilt es nicht nur die historischen Schichten zu

Weiterbauen bedeutet, dem Wesen des Gebäudes nachzuspüren.

identifizieren, sondern auch Bauteile und Dekor in ihrem architek-

Kontinuitäten zu wahren. Neues, Funktionelles in Leerstellen

tonischen und funktionellen Wert zu kategorisieren. Sie mit den

einzufügen. Mit Blick auf die Zukunft sorgsam Altes und Neues zu

aktuellen Nutzungsanforderungen abzuwägen. Permanent. Auch

einem Ganzen zu fügen. Die architektonische Erzählung weiter-

während des Baus. Im Dickicht von exzellentem Handwerk, Mode

schreiben. Gerne wieder.

HEIKE SCHLAUCH FÜR DIE ZV ZENTRALVEREINIGUNG DER ARCHITEKTiNNEN ÖSTERREICHS

in Kooperation mit der Architekturstiftung Österreich Netzwerk für Baukultur


BÜCHER//IMPRESSUM

MÄRZ 2014//FORUM//25

VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG Der Protest gegen den schleichenden Verfall oder gar die ge-

Jörg Haspel / Hubert Sta-

plante Zerstörung historischer Altstadtquartiere und gegen den

roste, Landesdenkmalamt

Niedergang eines hochkarätigen baukulturellen Erbes in Stadt und Land war eine wichtige Triebfeder der friedlichen Revolution 1989/90 in der DDR. Dabei existierte in der DDR eine auf ho-

Berlin (Hg.): Denkmalpflege in der DDR, Rückblicke. Nicolai Verlag, Berlin 2014,

hem fachlichem Niveau arbeitende und international anerkannte

576 Seiten, 21,0 x 29,7 cm,

Denkmalpflege. Die ambivalente Geschichte der Denkmalpflege

400 zumeist farbige Abbildun-

in der DDR ist noch immer weitgehend unbekannt. Das Landes-

gen, gebunden, ca. 50 Euro.

denkmalamt Berlin hat deshalb namhafte Konservatoren des in

ISBN 978-3-89479-838-3

Ost-Berlin ansässigen ehemaligen Instituts für Denkmalpflege der DDR gewinnen können, Ihre Erinnerungen niederzuschreiben.

BEGEGNUNGSRAUM Gärten sind Orte der Begegnung zwischen Mensch und Natur.

Karin Standler (Hrsg.), Der

Über Jahrhunderte hinweg waren und sind sie nach wie vor Expe-

Garten als Wissensraum.

rimentierfelder für den Umgang des Menschen mit seiner natürli-

Eine Reise zu Gärten der

chen Umgebung und damit auch Quellen der Inspiration für Wis-

botanischen Sammlungen

senschaft und Kunst. Auf 104 Seiten werden 33 bemerkenswerte

in Europa.

Beispiele botanischer Gärten Europas in ihrer zeitgenössischen

Institut für Städtebau, Land-

und historischen Bedeutung und mit ihren spezifischen Samm-

schaftsarchitektur und Entwer-

lungsbeständen vorgestellt. Darunter sind historische Anlagen

fen, Fachbereich Landschafts-

wie Padua, traditionsreiche Klassiker wie Kew und St. Petersburg,

planung und Gartenkunst,

zeitgenössische wie Barcelona oder unbekanntere wie Gießen,

TU Wien, 104 Seiten, Hard-

Breslau und Krakau. Beiträge von Gastautoren wie Marianne Kle-

cover, 25 Euro inkl. Versand,

mun und Iris Meder aus der Kunstgeschichte, Architekturtheorie

ISBN 978-3-9502424-4-7.

und Geschichte ergänzen die Darstellung aus landschafts- und gartenkünstlerischer Sicht.

IMPRESSUM Erstellt gemäß § 25 Abs 2 MedienG in der Fassung ab 1. 7. 2012 Medieninhaber, Herausgeber und V ­ erleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH Grünbergstraße 15, 1120 Wien, T: (01) 546 64-0, F: (01) 546 64-528, Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Z ­ eitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. Geschäftsführer: Thomas Zembacher Erscheinungsweise: monatlich Internet: ­­ www.wirtschaftsverlag.at ­Chefredaktion: Dr. Christine Müller, DW 347, ­E-Mail: c.mueller@wirtschaftsverlag.at ­Redaktion: Dominique Platz, Bakk. phil., DW 346, E-Mail: d.platz@wirtschaftsverlag.at; Dipl.Ing. Hanna Geisswinkler, DW 349, E-Mail: h.geisswinkler@wirtschaftsverlag.at; Gertrud Purdeller; Redaktion02@ wirtschaftsverlag.at; Grafik: Simon Jappel, DW 163, E-Mail: s.jappel@wirtschaftsverlag.at ­Gesamtverkaufsleitung: Franz-Michael Seidl, E-Mail: m.seidl@wirtschaftsverlag.at Anzeigen- und Medienbera­tung: Thomas Biegel, DW 242, E-Mail: t.biegel@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: Barbara Schreiber, DW 462 ­E-Mail: architektur@wirtschaftsverlag.at Anzeigenrepräsentanz OÖ: ­Gerhard Weberberger, Kleinwört 8, 4030 Linz, Tel: (07 32) 31 50 29-0, Fax: (07 32) 31 50 29-46, Handy: (06 76) 518 55 75, E-Mail: linz@ wirtschaftsverlag.at Anzeigentarif: Nr. 28, gültig ab 1. Jänner 2012 Abo-Service: Tel: (01) 740 40-78 12, Fax: (01) 740 40-78 13, E-Mail: aboservice@wirtschaftsverlag.at Bankverbindungen: Inserate: Bank Austria Kto. 04240571200, BLZ: 11000, IBAN: AT511100004240571200, BIC: BKAUATWW Abos: Bank Austria Kto. 09523298900, BLZ: 11000, IBAN: AT171200009523298900, BIC: BKAUATWW, Nachdruck nur mit Genehmigung des Verlages. Für namentlich gezeichnete Beiträge ist der Autor verantwortlich. DVR: 0368491 Beteiligung Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH (der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH) ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Holger Hüthig mit 7,02 %, Ruth Hüthig mit 0,45 %, Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Sebastian Hüthig mit 0,28 %.


26//FORUM//MÄRZ 2014

DESIGN

(HOME-) WORKING PLACE

BELHARRA. DESIGN: JEAN-LOUIS IRATZOKI, HERSTELLER: TREKU. ERHÄLTLICH IN EICHE ODER NUSS IST DIE ARBEITSFLÄCHE AUS LAMINAT IN NATUR- ODER ZWEI PASTELLTÖNEN VERFÜGBAR. WWW.TREKU.ES

Zur jüngsten Ausgabe der Kölner Möbelmesse im heurigen Jänner – dem ersten großen Designevent des Jahres – versammelten sich Industrie und Handwerk und präsentierten einem internationalen Publikum die Bandbreite ihres Schaffens. Vermittelt wurde erstmal ein guter erster Einblick in die aktuellen Entwicklungen und Trends am Möbeldesignmarkt. Neben dem schon fast traditionell auch heuer wieder omnipräsenten Werkstoff Holz und dementsprechend vielen Naturtönen waren auch einzelne farbige Akzente zu sehen. Ein Möbeltypus schien sich dabei bei vielen Labels wieder vermehrter Beliebtheit zu erfreuen: der Sekretär.

TEXT: CHRISTINE MÜLLER

I

n Zeiten des non territorialen Büros und Desksharings, scheint der Trend zum ansprechend gestalteten Homeoffice nun nicht nur die Büromöbelindustrie zu beflügeln. Eine kompakte(re) Schreibtischversion, mit schlauen Extras, Ordnungssystemen und praktischem Stauraum für das Arbeiten zuhause, haben gleich mehrere Hersteller dazu veranlasst, diesen Möbelklassiker in ihre Kollektionen aufzunehmen. Eine klar auf das Wesentliche reduzierte und formal sachliche Variante des klassischen Sekretärmöbels schuf der deutsche Hersteller Janua mit seinem handwerklich ausgearbeiteten Modell SC 06. In Eiche, Nuss, Kirsche oder Esche natur geölt oder lackiert ruht die Tischplatte mit einer schmalen Ablageebene und Schubladeneinheit auf zwei einzelnen V2A-Edelstahlrahmen. Ligne Roset hat mit „Mateodesk“ des französischen Designers und Architekten Marc Berthier einen Schreibtisch geschaffen, der durch sein zartes Gestell aus Aluminiumguss über eine besondere formale Leichtigkeit verfügt. Mr. Marius brachte mit seiner „Origami“-Kollektion gleich drei Varianten („Secretary", „Desk“, und „Reading Desk“) von Arbeitstischen aus Paris nach Köln. Desk etwa ist ein kleiner Tisch aus massiver Eiche mit farbigen Ablageflächen und Ladenelement sowie einer Prise Retrocharme. Eine schicke Schwarz-Weiß-Interpretation dieses Möbeltypus, in massiver Nuss oder Birke und abgerundeten Ecken, verdeckter Kabelführung und einer Schreibtischfläche aus edlem Leder hat der italienische Hersteller Porada mit seinem „Saffo Cuoio“ zu bieten. Thonet hingegen greift auch bei seinem Sekretär S 1200 auf das von der hauseigenen Kollektion klassischer Bauhausmöbel inspirierte Stahlrohrgestell zurück. Fast scheint es, als hätte der Designer Jean-Louis Iratzoki bei dem Holzschreibtisch des spanischen Herstellers Treku an skandinavischen Möbel gedacht; Der Produktname „Belharra“ jedoch leitet sich aber dann doch von der an der baskischen Küste auftretenden Riesenwelle ab und verweist darauf mit der wie eine kleine Welle geformten zusätzlichen Ablagefläche. Erhältlich in Eiche oder Nuss ist die Arbeitsfläche aus Laminat in Natur- oder zwei Pastelltönen verfügbar.


Unglaublich inspirierend.

Österreichs größte Wohnmesse

8.-16. März 2014 Messe Wien wohnen-interieur.at Ticket gilt am 15. und 16. März auch für:


28//FORUM//MÄRZ 2014

RAUMPLANUNG

LAND IN SICHT Mit der Inbetriebnahme der neu geführten Westbahntrasse im Winter 2012 und der Anbindung über den Bahnhof Tullnerfeld rückt die Region – zirka 40 Kilometer von Wien entfernt – nahe an die Hauptstadt heran und damit in den Radius einer wachsenden europäischen Großstadt. Studierende der Architektur und Raumplanung der TU Wien setzten sich in einem interdisziplinären Semesterprojekt mit Fragestellungen der Entwicklungsperspektive dieses Gebiets auseinander. Die entstandenen Arbeiten sind bis 2. April in einer Ausstellung vor Ort – im Erdgeschoß des Bahnhofs Tullnerfeld – zu sehen.

F

ür die meisten steht die Region noch immer sinnbildlich für einen kurzen Ausblick zwischen zwei Tunnelabschnitten auf der Strecke zwischen Wien und St. Pölten. Doch ist wegen der Lärmschutzverbauung vom Zug aus wenig von der umgebenden Landschaft zu sehen. Steigt man allerdings im Bahnhof Tullnerfeld aus und fährt nicht mit bis zu 230 km/h durch die neu geschaffene Haltestelle, kommt man über einen Abgang in eine röhrenförmige Bahnhofshalle aus Sichtbeton. Im Süden schließt ein groß dimensionierter Parkplatz mit mehreren hundert Stellplätzen an, im Norden reichen die Felder bis an die Station heran. Bisher war das niederösterreichische Tullner Becken hauptsächlich für seine landwirtschaftlichen Anbaugebiete bekannt. Das fruchtbare Schwemmland des Tullnerfelds erstreckt sich beidseits der Donau, im südlichen Teil – also rund um den Bahnhof – wird seit Jahrhunderten Gemüse angebaut. Diese landwirtschaftliche Ausrichtung prägt die Region und Siedlungsstruktur bis heute.

FORMERLY KNOWN ALS LÄNDLICHER RAUM TEXT: STEFAN GROH

Die Zeit, in der der ländliche Raum als Gegenmodell zum städtischen klar positioniert werden konnte, gehört allerdings längst der Vergangenheit an. Durch regionale Verflechtungen, gegenwärtige Mobilitätsformen, Medientechnologie und heterogene Lebensstile sind Orte und Bewohner derart verwoben, dass eine eindeutige Polarität nicht mehr argumentierbar ist. Eine klare Trennung zwischen Urbanität, Ruralität oder Suburbanität ist obsolet. Der Ausbau dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke beschleunigt diese Entwicklung und verändert Lebensmodelle, Gewohnheiten und Raumstrukturen. Die Errichtung des Bahnhofs an der Schnittstelle der Gemeinden Judenau-Baumgarten, Michelhausen und Langenrohr mit jeweils zwischen 2.000 und 2.500 Einwohnern wird diese Region tiefgreifend verändern. Galt bisher die Topografie des Wienerwaldes als natürliche Hürde zwischen dem Tullnerfeld und Wien, löst die Bahn diese Barriere auf und rückt gleichzeitig die Wachstumsdynamik der Metropole in die Region. Nur 17 Minuten Fahrzeit trennen heute das Tullnerfeld vom Westbahnhof. Damit liegt dieses Gebiet deutlich näher am Stadtzentrum als einige Wiener Bezirke selbst – die Begegnungszone auf der Mariahilferstraße bekommt damit eine ganz neue Bedeutung.


RAUMPLANUNG

MÄRZ 2014//FORUM//29

EIN BLICK AUF DEN WOHNPARK TULLNERFELD (RECHTS) ZEIGT, DAS TULLNERFELD VERÄNDERT SICH. SIND DAS DIE ORTS­ KERNE DER ZUKUNFT?

BAHNHOF TULLNERFELD? Aufgrund der Nähe zum Ballungsraum und der kurzen Fahrzeit ist der Standort am Bahnhof bei entsprechender Taktung durchaus mit einem SBahnhof zu vergleichen. Bisher ist der Bahnhof Tullnerfeld allerdings noch vielmehr eine bessere Park&Ride-Anlage, was auch bei der Vermietung der Geschäftslokale spürbar ist. Zwei Pendlerbewegungen morgens und abends reichten nicht einmal für den Testbetrieb eines Wiener Bäckers, der – trotz an die Stoßzeiten angepasster Öffnungszeiten (05:30–08:30 und 15:30–19:00) – den Standort wieder aufgab. Neben Zigaretten– und Süßigkeitenautomaten gibt es derzeit nur noch Erdäpfel und Säfte am Automaten eines lokalen Landwirts. Im Gegensatz zu den leeren vermietbaren Flächen im Bahnhof beweist die hohe Auslastung der Parkplätze den regionalen Bedarf an diesem Mobilitätsknoten, macht aber gleichzeitig die Schwierigkeiten sichtbar die ein Bahnhof auf der grünen Wiese mit sich bringt.

RAUM IN TRANSFORMATION Im Widerspruch zur millionenschweren Investition und möglichen Tragweite der Entscheidung mangelt es bisher an einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit diesem Raum in Transformation. Droht die gewaltige Mobilitätsinfrastruktur die kleinteiligen umliegenden Gemeinden zu überfordern und, wie wird sich der nun erschlossene Standort in Konkurrenz zu vielen anderen in der wachsenden Metropolregion Wien positionieren? Wie viele Menschen werden in Zukunft aus der Region auspendeln und wer wird dorthin ziehen? Was sind also mögliche Zukunftsszenarien für die Region? Die Bandbreite der im Rahmen des Semesterprojekts erarbeiteten Positionen und Konzepte reichen von neuen regionalen Energiemodellen über Stadtgründungen direkt am Bahnhof bis zur Neuinterpretation des Dorfs als zentraler Entwicklungsbaustein der Region. Der Spagat zwischen Siedlungsentwicklung und dem Erhalt der freien Landschaft als hoch produktive Fläche steht dabei bei vielen Arbeiten im Vordergrund. Gerade aus der Perspektive der wachsenden Metropolregion Wien erfordert das Tullnerfeld höchste Aufmerksamkeit und ein koordiniertes, interkommunales Vorgehen. Die Region muss eine starke Haltung und Zukunftsvision entwickeln, um lokale Qualitäten und Eigenständigkeit forcieren zu können.

BAHNHOF IM NIEMANDSLAND: DAS TULLNERFELD BRAUCHT EINE ENTWICKLUNGSSTRATEGIE. WÜRDE ES HEUTE NOCH KEINEN BAHNHOF GEBEN, MÜSSTE MAN IHN BAUEN – DAS MUSS DAS ZIEL ALLER WEITEREN PLANUNGSSCHRITTE SEIN. FOTOS: STEFAN GROH


30//FORUM//MÄRZ 2014

BILDUNG

WORKSHOP 1 VOM 14. JÄNNER ZUM THEMA ­„DIVERSITÄT UND INTERKULTURALITÄT“. FOTOS: INITIATIVE FÜR GEMEINSCHAFTLICHES BAUEN UND WOHNEN

WORKSHOP 2 VOM 11. FEBRUAR ZUM THEMA „BAUGRUPPEN UND STADTENTWICKLUNG“.


BILDUNG

MÄRZ 2014//FORUM//31

GEMEINSAM BAUEN UND WOHNEN Seit November 2009 gibt es die Initiative für Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen. Von engagierten Fachleuten u. a. von Annika Schönfeld, Robert Temel und Gernot Tscherteu gegründet, hat man sich zum Ziel gesetzt, Wissen und Erfahrungen zusammenzutragen und Interessenten zu vernetzen, um die Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnformen und selbstorganisierten Baugemeinschaften sichtbar zu machen und an der Schaffung von Rahmenbedingungen mitzuarbeiten.

TEXT: REDAKTION

D

ie Initiative ist als Verein organisiert, parteipolitisch unabhängig und handelt ohne wirtschaftliches Eigeninteresse. Beitreten können alle Personen, Institutionen und Firmen, die die Ziele des Vereins und seine Arbeit unterstützen. Man möchte all diejenigen zusammenführen, die das Thema des gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens weiter voran bringen wollen und richtet sich dabei an Architekten, Bauträger und Politiker ebenso wie an Private. Entstehungsbedingungen für gemeinschaftliche Wohnformen sollen somit verbessert, die Umsetzung konkreter Projekte unterstützt werden.

Die nächsten Termine: 11. März: Finanzierungsformen für gemeinschaftliche Bauprojekte Welche Finanzierungsformen setzen aktuelle Projekte ein? Was sind die spezifischen Vor- und Nachteile verschiedener Modelle, wo gibt es Hindernisse und Stolpersteine? Was bieten alternative Finanzierungspartner außerhalb Österreichs (wie z.B. GLS, trias, Stattbau, Edith Maryon, …) und ist Vergleichbares auch in Österreich möglich? Stellen CrowdfundingModelle eine attraktive Finanzierungsform für Bauprojekte dar, und welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind dabei zu beachten?

GEMEINSCHAFTLICH WOHNEN, EINE AUSNAHME

8. April: Ablauf und Zeitökonomie in Baugruppen Mitbestimmung beim gemeinschaftlichen Bauen braucht Zeit. Eine entsprechende Vorstellung über die notwendigen Schritte, aber auch möglicherweise erforderliche Umwege oder Rückschritte, hilft den zeitlichen Rahmen (realistisch) einzuschätzen und somit zu halten. Gemeinsam soll ein tieferes Verständnis über den Ablauf zur Entstehung einer Baugemeinschaft erarbeiten werden.

WORKSHOP-REIHE

Termin: jeweils Dienstags, von 19:00-21:00 Ort: Wohnprojekt Wien, Krakauer Straße 19, 1020 Wien Anfahrt: U1 Vorgartenstraße gemeinsam-bauen-wohnen.org

Seit den Sechzigerjahren entstanden auch in Österreich von Gruppen realisierte Wohnbauvorhaben, die auf der Suche nach ihren individuellen Bedürfnissen entsprechenden Wohnraum und einem Leben in einer Gemeinschaft aktiv wurden: Es entstanden Projekte wie „Wohnen mit Kindern“, B.R.O.T. und die Sargfabrik, die bis heute aktuell sind, jedoch vereinzelte Ausnahmen blieben. Trotz vorhandener Nachfrage wurden sie nicht zum Vorbild weiterer Projekte dieser Art. Selbst alle gegenwärtigen Vorhaben sind gezwungen, stets von Neuem als Pilotprojekte zu starten, anstatt auf den Erfahrungen der Vergangenheit aufzubauen. Die Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen setzt sich für die Schaffung rechtlicher, organisatorischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein, die es den Menschen ermöglichen, selbstbestimmt und gemeinschaftlich Wohnprojekte zu initiieren und umzusetzen.

In den letzten Jahren ist das öffentliche Interesse am gemeinsamen Bauen und Wohnen gewachsen, zahlreiche Wohnprojekte und Baugruppen entstanden seither österreichweit. Viele Menschen wünschen sich eine Alternative zum anonymen und isolierten Wohnen in der Großstadt. Sie stehen am Anfang eines Prozesses, der oft viele Fragen aufwirft. Auf der anderen Seite gibt es bereits Personen und Gruppen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigen, und über Wissen und Erfahrung verfügen. Eine Workshopreihe möchte diese Menschen bei Impulsvorträgen und Diskussionsrunden zusammenzubringen. Einsteiger auf dem Gebiet sind übrigens ebenso willkommen wie Experten.

BEREITS STATTGEFUNDEN HABEN: am 14. Jänner der Workshop „Diversität und Interkulturalität“, zum Verhältnis zwischen gemeinschaftsorientierten Bau- und Wohnformen, am 11. Februar mit „Baugruppen und Stadtentwicklung“, um den Bezug zwischen Baugemeinschaften und dem Thema der Stadterweiterung.


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STREIFZÜGE

MEHR RAUM Mit Beginn des Sommersemesters wird an der „HTL1“ in Klagenfurt Lastenstraße um rund 1.000 Quadratmeter mehr Fläche zur Verfügung stehen. Der im Zentrum des Areals situierte Werkstättentrakt wurde aufgestockt. Die Schule gewinnt dadurch Raum für sieben Stammklassen, fünf Versuchslabore und ein Konferenzzimmer. „Die BIG hat rund 2,4 Millionen Euro in die Vergrößerung der HTL1 investiert“, sagt BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner. Im Juli des Vorjahres waren die Bauarbeiten gestartet, Ende Jänner wurde das, nach Plänen des Klagenfurter Architekturbüros Reinhold Wetschko neu entstandene Stockwerk an die HTL übergeben. Der Einbau zweier mobiler Trennwände erlaubt die Zusammenlegung von drei Klassenräumen. Damit entsteht die Möglichkeit, hier in Zukunft die Zentralmatura abzuhalten. Die fünf neuen Versuchslabore sind speziell für den Unterricht der

NACH DER AUFSTOCKUNG DES ZENTRALEN WERKSTÄTTENTRAKTES STEHEN NUN IN DER HTL1 KLAGENFURT 1.000 QUADRATMETER MEHR FLÄCHE ZU VERFÜGUNG. ARCHITEKT: REINHOLD WETSCHKO. FOTOS: OSKAR HÖHER

Fächer Computertechnik, Netzwerktechnik, Prozessdatentechnik, Steuerungstechnik und Ökoenergetik ausgelegt. Im Osten dockt die Aufstockung über eine Verbindungsbrücke an den benachbarten Labortrakt an. Auch das Hauptgebäude ist über einen Zwischentrakt nunmehr direkt erreichbar, ein Lift erschleitß den Bau barrierefrei.

MEHR GRÜN Was der Kurfürstendamm für Berlin ist die Königsallee für Düsseldorf: die Einkaufs- und Flaniermeile schlechthin. In prominentester Lage, an der Nahtstelle des Prachtboulevards mit der innerstädtischen Park- und Wasserlandschaft namens „Hofgarten“, steht der Ende 2013 eröffnete KöBogen – ein repräsentatives Geschäftshaus mit Einzelhandelsgeschäften und Büros, nach Plänen des New Yorker Architekten Daniel Libeskind. Die prägnante Fassade aus Glas und weißem NaturARCHITEKTONISCHES SCHMUCKSTÜCK IN DÜSSELSDORF, DER KÖ-BOGEN VON DANIEL LIBESKIND. IM FRÜHJAHR WERDEN DIE EINSCHNITTE IN DER FASSADE BEGRÜNT. FOTO: OMNIUM TECHNIC

stein öffnet sich zur Wasserseite hin mit diagonalen, kontrastierenden Einschnitten. Ab Frühjahr 2014 werden die metertiefen Einkerbungen im

Mauerwerk als hängende Gärten bepflanzt und die Flora in den Cuts automatisch bewässert, gedüngt und beheizt. Begrünte Fassaden und Dächer sollen dann laut Bauherrn einen organischen Übergang zwischen Stadt und Natur bilden. Eine vielschichtige TGA inklusive automatische Bewässerung der Fassadenbegrünung und geothermischem Pendelspeicher realisierte das Kölner Unternehmen für Technische Gebäudeausrüstung Wefers GmbH, die dem Verbund Omnium Technic angehört; Eine Vereinigung von Anlagenbauern mit besonderer Kompetenz in der Gebäude- und Energietechnik, die durch intensiven Erfahrungs- und Gedankenaustausch untereinander Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Eine der technischen Besonderheiten im Kö-Bogen: Die Räume werden u.a. durch Kühldecken im Winter mit Wärme und zu Beginn der Kühlsaison mit Kühle versorgt. 

WWW.OMNIUM-TECHNIC.COM


GESELLSCHAFT

MÄRZ 2014//FORUM//33

DESIGNREGION TIROL Seit drei Jahren wird ein institutionalisierter Know-how-Transfer zwischen Handwerk und Design in Nord-, Ost- und Südtirol forciert. Die Ergebnisse ­dieses Prozesses wurden nun im aut in Innsbruck präsentiert. Mittels vielfältiger Initiativen und dem Aufbau einer Netzwerkplattform bemühte sich der Verein „Design in Tirol“ gemeinsam mit proHolz Tirol, der Standortagentur Tirol und der Techno Innovation Südtirol KAG in den vergangenen drei Jahren kreativ arbeitende Personen zu fördern, Gestalter, Handwerker und Unternehmer miteinander zu vernetzen und den Wert formgestaltender Arbeit transparent zu machen. Im Rahmen einer mobilen Designshow im aut wurde nun Revue passiert. Tenor der Veranstaltung: „Wer beim Begriff Tiroler Design an kernige Vollholzmöbel mit ausgesägtem Herzchenmuster oder Schnapsgläser mit bunter Bauernmalerei denkt, ist voreilig oder von vorgestern“.

FOTO: ZV STEIERMARK

(V.L.N.R.:) FH PROF. MAG. DR. GÜNTHER GRALL, HORST PHILIPP, DI RÜDIGER LEX, DI WOLFRAM ALLINGER. FOTOS: PROHOLZ

MARTIN BRISCHNIK, PRÄSIDENT DER ZV DER ARCHITEKTEN STEIERMARK MIT FOTOGRAF FARAIDOON MOHIDEN (RECHTS)

ETWA 150 GÄSTE WAREN ANLÄSSLICH DER VERNISSAGE ZU RUBNER NACH KIENS GEKOMMEN. FOTOS: RUBNER

VIELSCHICHTIGKEIT UND TIEFE

HOLZ HAUTNAH ­ERLEBEN

Der Fotograf, Videofilmer und Architekt Faraidoon Mohiden

Rubner Haus in Kiens (Südtirol) eröffnete Anfang Februar

Mitte Februar in den Living Rooms Graz zwei Wochen lang

die mit den Architekten Alberto Alessi und Reinhard Gass-

eine besondere Art dieses Spiels mit Räumlichkeit.

ner konzipierte Ausstellung "Holzperspektiven".

Die Kunst des Fotografierens liegt darin mit Stimmungen, Kompo-

„Wir alle kennen Holz. Doch dieser uns so vertraute Werkstoff

sitionen sowie dem Spiel mit Licht und Schatten Tiefe und einen

hält noch so viele neue spannende Aspekte bereit. Was mit Holz

besonderen Bildraum zu erzeugen. In seiner Fotoausstellung

alles möglich ist, was dieses wunderbare Material kann, wie es

„Dooning Effects Moving Impressions" beschäftigt sich der Iraker

sich anfühlt, riecht oder klingt, das wollten wir mit der Ausstellung

Faraidoon Mohiden mit den Tiefen und Untiefen des Raumes und

zeigen", so Stefan Rubner, Präsident von Rubner. anlässlich der

stellt das perspektivische Bildmotiv durch einfachste Methodik

Eröffnung. Geschäftsführer von Rubner Haus, Dr. Werner Volgger,

räumlicher dar, als es in Wirklichkeit ist. Die Arbeiten verlangen

lud die Gäste ein, sich vorzustellen, im Wald zu sein. Das Ziel der

höchste Konzentration von den Betrachtern und ermöglichen es –

Ausstellung „Holzperspektiven" brachte er mit einem Zitat von

bei intensiver Auseinandersetzung – die dargestellten Objekte in

Richard Walser auf den Punkt: „Wir wollen die Natur in das Leben

ihrer Gesamtheit zu begreifen.

der Menschen bringen.“


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WOHNEN & INTERIEUR


WOHNEN & INTERIEUR

MÄRZ 2014//FORUM//35

COOLE CLUSTER WOHNEN & ­INTERIEUR

Vom 8. bis 16. März geht in Wien neuerlich die größte Wohnschau Österreichs über die Bühne. Wir haben uns im Vorfeld der Wohnen & Interieur 2014 mit Messeleiterin Christine Kosar unterhalten. Eine Vorschau.

J

TEXT: DOMINIQUE PLATZ

a, es stimmt. Die Wohnen & Interieur ist eine klassische Publikums-, eine Endverbrauchermesse. Seit jeher. Und: Sie ist auch eine Trend- und Informationsplattform. „Auch für Architekten und Planer“, erklärt Christine Kosar, Messeleiterin der Wohnen & Interieur. „Im letzten Jahr registrierten wir rund 82.000 Besucher auf der Wohnen & Interieur“, sagt Kosar, „8 Prozent davon waren Fachbesucher und ein gutes Viertel hiervon Planer und Architekten, 13 Prozent Designer und 6 Prozent Raumausstatter.“ Die Wohnen & Interieur ist also nicht nur zahlen- und flächenmäßig die größte heimische Messe im Bereich Wohn(t)räume, Garten und Accessoires, sie ist auch eine Plattform für Entscheider aus dem planenden Gewerbe. Und das kommt nicht von ungefähr.

TRENDS ERKENNEN

IMPRESSIONEN DER ­WOHNEN & INTERIEUR 2013: FOTO: REED EXHIBITIONS ­MESSE WIEN / WWW.CHRISTIAN-HUSAR.COM

„Bereits im vergangenen Jahr haben wir begonnen, die Wohntrends für 2014 zu sichten. Hierfür waren wir unter anderem auf den Leitmessen wie dem Salone Internazionale del Mobile, der Maison & Objet und der Design Week oder heuer auf der IMM unterwegs. Die dort gewonnenen Eindrücke haben wir anschließend in intensiver Zusammenarbeit mit zahlreichen österreichischen und internationalen Herstellern für unser Messekonzept abgestimmt“, sagt Kosar. Dabei herausgekommen sind sechs Einrichtungsstile, die unter dem Motto „Areas“ firmieren und sich wie folgt gliedern: „Classic“, „Fresh“ „Nature“, „Nordic“, „Retro“ und „Romance“. Die Begriffe sollen den Besuchern einen repräsentativen Überblick über die aktuellen Stile für die Bereiche Wohnen, Essen und Schlafen bieten.

KONZEPTE VERFOLGEN Das Geheimnis eines Möbels aus der Classic-Linie beispielsweise liege in der zeitlosen Form und der optimalen Anpassung an seine Funktion, heißt es vonseiten der Reed Messe. Exklusivität, die nicht verschwenderisch wirkt: Das mache den klassischen Stil so besonders. Bis ins kleinste Detail sei hier das gesamte Interieur aufeinander abgestimmt und wirke modisch und klassisch zugleich. Wer hingegen mehrere bunte Möbel, Textilien und auch Wohnaccessoires mixen möchte, der braucht dafür ein gutes Händchen. Die Area mit dem hippen Namen Fresh zeigt, was möglich ist: nicht nur knallig und bunt, sondern auch multifunktional und nützlich sind die hier gezeigten Produkte. Dass jeder Stil stets auch eine Frage der Haltung ist und immer mehr Möbelhersteller unter Berücksichtigung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten produzieren, zeigt der Bereich Nature. Enge Naturverbundenheit beweist aber auch die Nordic-Area. Die Geschichte des namhaften nordischen


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WOHNEN & INTERIEUR

Designs der 1950er-Jahre schreiben aktuelle Design-Strömungen fort und werden auf der Wohnen & Interieur mit der Sonderschau Living.Trends. International besonders in Szene gesetzt. „Wir haben die Sonderschau im vergangenen Jahr etabliert und heuer vergrößert. Das Besondere an diesem Format ist eine 1.100 Quadratmeter große, aufgelegte Matrix, an deren Knotenpunkte die aufeinander abgestimmten Möbel stehen“, erläutert Kosar das Schaukonzept. Ebenfalls als eine Art Zeitreise darf man den Retro-Bereich verstehen. Dieser feiert die ungewöhnliche Form, die ausdrucksstarke Farbe und den gewagten Entwurf. „Im Mittelpunkt steht das Möbel als Eyecatcher, Accessoire oder mit Knalleffekt stets in lässiger Kombination mit den anderen Einrichtungsgegenständen“, kommentieren die Veranstalter. Die Area Romance inszeniert hingegen das Zuhause als Ort des Rückzugs. Die romantisch eingerichtete Wohnung verzichtet laut auf harte Formen und Kanten, ist mit verspielten Elementen und einer gewissen Eleganz persönlich und liebevoll gestaltet.

PERSÖNLICHES FOKUSSIEREN Überhaupt scheinen die Veranstalter das Thema Persönlichkeit heuer verstärkt in den Messe-Fokus zu rücken. Wie Christine Kosar verrät, will man bei der Wohnen & Interieur 2014 unter anderem auf den Bereich Single Wohnen eingehen: „Wenn man sich vergegenwärtigt, dass laut Statistik Austria die Anzahl an Einpersonenhaushalten in Österreich allein im Zeitraum 1995 bis 2012 um 74 Prozent zugenommen hat, diese heute etwas mehr als ein Drittel der Privathaushalte ausmachen, wird deutlich, dass dieser Bereich als eigenes Marktsegment gesehen werden muss.“ Ein eigenes Segment ist auch der Gartenbereich. Dieser wird unter dem Stichwort ‚Urban Gardening 2014‘ auf der Messe ebenfalls eine Auswei-


WOHNEN & INTERIEUR

MÄRZ 2014//FORUM//37

tung erfahren. „Gärtnern auf Balkon und Terrasse sowie im Innenraum liegt mehr denn je im Trend. Im Gartenbereich der Messe geben Gärtner und Landschaftsplaner gemeinsam mit Herstellern Hilfestellungen bei der Planung. Das reicht von begrünten Innenwänden über den Tomatenanbau auf dem Balkon bis hin zur großformatigen Terrassenplanung“, so Kosar.

VIELFÄLTIGES CLUSTERN Die Wohnen & Interieur will aber nicht nur Neuheiten-, Leistungs- und Trendschau sein. Seit 2012 rückt der Veranstalter verstärkt auch den kreativen Aspekt in den Vordergrund: Neben der bereits angesprochenen Living.Trends.International stehen noch zwei weitere Sonderschauen auf dem Plan. „Während im Rahmen der kuratierten Ausstellung Design_Raum_Kunst junge, kreative Möbelbauer ihre Produkte in Szene setzen werden, präsentiert die UnikateWelt das Einzelstück als gebautes Statement des jeweiligen Künstlers“, sagt Kosar. Weiters offeriert die Messe ihren Besuchern den so genannten Genuss Markt mit österreichischen Lebensmittelspezialitäten, die zweite Ausgabe der Wiener Immobilien-Messe WIM und die so genannte Tischler Welt, eine Präsentationsplattform heimischer Tischler, die in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer auf die Beine gestellt wurde. Insgesamt umfasst die heurige Wohnen & Interieur 500 Aussteller auf 55.000 Quadratmetern Fläche, verteilt auf alle vier Messehallen. WWW.WOHNEN-INTERIEUR.AT

WOHNEN & INTERIEUR-­ MESSELEITERIN CHRISTINE KOSAR. FOTO: REED EXHIBITIONS


38//FORUM//MÄRZ 2014

AUSSENBEREICH

P R O M OTI O N

DESIGNFAKTOR LED Der LED-Fahnen-Lichtmast „BRIGHTLIGHT A“ von Sonnleithner bringt 50 Prozent Stromersparnis und wesentlich längere Lebensdauer der Leuchtmittel.

Wehende Fahnen auf Firmengeländen signalisieren Kunden weithin sichtbar: Dynamik, Selbstbewusstsein und Erfolg! Damit Werbefahnen nachts wirkungsvoller zur Geltung kommen, erweitert der oberösterreichische Profi-Fahnenmast-Hersteller Sensenwerk Sonnleithner seine LED-Modellserie. Die Modellserie „BRIGHTLIGHT“ basiert auf einem zylindrischen (ø 100 Millimeter) AluminiumMast mit Doppelkammerprofil, innenliegender und versperrbarer Hissvorrichtung und einem hissbaren Teleskop-Drehausleger. Bisher wurden bei diesem Masttyp Neon-Röhren eingesetzt. Ab sofort erfolgt die effektvolle „Erleuchtung“ über im Mastprofil (senkrecht) integrierte LED-Lampen für bis zu 4 Meter lange Fahnen. Und das bei gleichbleibendem Preis! Die großen Vorteile liegen in der Stromersparnis von 50 Prozent und der wesentlich längeren Haltbarkeit gegenüber den Neonröhren. Die Stromversorgung erfolgt über einen Kabeldurchlass in der serienmäßig mitgelieferten Kipphalterung (KIK 100). Mit den MANNUS BRIGHTLINE Designfahnenmasten

Sensenwerk Sonnleithner entwickelt und

setzen Unternehmen ihr Gebäude und ihre

produziert Fahnenmasten, Transparentanlagen,

Werbebotschaft effektvoll in Szene und sorgen

Parkplatzabsperrungen, automatische Poller

für strahlende Wirkung!

sowie Schranken und Wegesperren für den kommunalen und gewerblichen Markt.

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AUFZÜGE//STAHLBAU

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ENERGIEEFFIZIENT ­MODERNISIERT Über einen modernisierten Aufzug dürfen sich die Bewohner der Steigenteschgasse 13 im 22. Bezirk in Wien gleich in vielfacher Hinsicht freuen. Denn als erstem Hersteller ist es Otis gelungen, einen Wohnhausaufzug so zu modernisieren, dass er nunmehr die Energieeffizienzklasse A erzielt. Mit GeN2 Mod wurden nicht nur Fahrkomfort, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit verbessert, sondern auch der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert. Der Aufzug braucht nun um bis zu 80 Prozent weniger Strom als zuvor. Dafür sorgen die bewährte Otis GeN2Gurttechnologie, der energierückgewinnende Antrieb ReGen und die LED-Fahrkorbbeleuchtung mit der automatischen Lichtabschaltung im Stillstand. Die umfangreiche Modernisierung der

KNAPP VOR FERTIGSTELLUNG STEHT DAS WEITHIN SICHTBARE RAUTENDACH AM WIENER HAUPTBAHNHOF. FOTO: RENEE DEL MISSIER

Anlage konnte in kürzester Zeit abgewickelt innerhalb von nur 18 Tagen abgeschlossen werden. Prüfungsgrundlage für TÜV Austria ist die internationale Norm des Vereins Deutscher Ingenieure VDI 4707, Ausgabe 3/2009, anhand der die Energiebedarfsklasse eines Aufzugs beim Fahren und im Stillstand gemessen wird. Auf Basis der Gebäudeart sowie dessen Nutzung wird die Nut-

UNGER STEEL GROUP STEINAMANGERERSTRASSE 163, 7400 OBERWART T: (0 33 52) 335 24-0, E: OFFICE.AT@UNGERSTEEL.COM I: WWW.UNGERSTEEL.COM

zungskategorie festgelegt. Diese bestimmt die durchschnittliche gemessenen Energiebedarf und den täglichen durchschnittlichen

IN DER ZIELGERADEN

Fahr- und Stillstandszeiten die Energieeffizienzklasse ermittelt.

Das weithin sichtbare Rautendach des neuen Wiener Hauptbahn-

Fahr- und Stillstandszeit pro Tag. Daraus wird rechnerisch mit dem

Die durchschnittliche Fahrzeit bei dieser Anlage beträgt drei Stunden pro Tag (Nutzungskategorie 4). GeN2 Mod trägt somit nicht nur zur Werterhaltung und Wertsteigerung einer Immobilie bei sondern auch zu deren verbesserter Energieeffizienz.

hofes steht knapp vor seiner Fertigstellung. Bereits jetzt bieten die fünf Einzelbahnsteigdächer, die Piazzaüberdachung sowie die 14 Rauten mit Glaselementen über den Gleisen den Reisenden Schutz bei jedem Wetter. Anfang April werden die Bauarbeiten abgeschlossen und übergeben sein. Die 31.000 Quadratmeter große Dachkonstruktion wurde aufgrund ihrer komplexen Anforderungen an den Stahlbau, deren innovativer technischer Realisierung, Funktionalität und außergewöhnlicher Optik bereits mehrfach ausgezeichnet. Jede der 14 Rauten ist eine individuelle Meisterleistung aus Stäben und Knoten. Rund 2.400 Profile, 13.500 Bleche und nahezu 15.000 Schrauben wurden in einer einzigen Raute verbaut. In den kommenden Wochen wird das technische Wunderwerk hinter einer attraktiven Aluminiumverkleidung verschwinden. Mit 200 Metern Länge und 120 Metern Breite ist das Rautendach mit seiner unverwechselbaren Formgebung weithin sichtbar. Nach der Freigabe des Bahnhofs für den Fernverkehr im Dezember 2014 werden mehr als 145.000 Reisende

ANDREAS STROHMAYER, AUFZUGSPRÜFER BEI TÜV AUSTRIA, KONTROLLIERT DIE VERBRAUCHSWERTE. FOTOS: OTIS

aus ganz Europa das beeindruckende Bild des Rautendaches mit seiner signifikanten Optik als ersten und letzten prägenden Eindruck der Bundeshauptstadt mitnehmen. Ab Dezember 2015 geht der Wiener Hauptbahnhof als einer der größten und wichtigsten Knotenpunkte im transeuropäischen Schienennetz in Vollbetrieb.

OTIS GESELLSCHAFT MBH BUSINESSPARK MARXIMUM, MODECENTERSTR. 17/OBJEKT 1, 1110 WIEN T: (01) 610 05-0, E:AUSTRIA@OTIS.COM I: WWW.OTIS.COM

Das Familienunternehmen dritter Generation freut, einen Beitrag zu diesem bedeutenden österreichischen Großprojekt leisten zu können und bezeichnet gute und langfristige Partnerschaften, wie jene mit den ÖBB, als Basis ihres Erfolges.


40//FORUM//MÄRZ 2014

GLASFASERBETON//PHOTOVOLTAIKKONGRESS

WIE IM SCHNECKENHAUS Mit einer Produktinnovation auf der Swissbau in Basel konnte auch dieses Jahr Fassadenspezialist Rieder überraschen: Unter dem Motto „Mehrwert an der Fassade“ präsentierte das österreichische Unternehmen dreidimensional geformte Betonelemente als individuell gestaltbaren Sonnen- und Sichtschutz. Carlos Martinez Architekten hatten den interessanten Pavillon mit seiner Hülle aus 156 wellenartig geformten Faserbetonelementen entworfen, die am Messestand des Schweizer Vertriebspartners Gasser Fassadentechnik für viel Aufmerksamkeit sorgten. Das Innere des Standes war als Schnecke konzipiert, in deren geschwungenen Gängen man sich in den Inspirationen für die kreative Fassadengestaltung verlieren konnte. Mit den neu entwickelten fibreC 3D Elementen – erstmals mit dem Produktnamen „fibreC fins“ präsentiert – öffnet Rieder ein weiteres Kapitel in Sachen Funktionalität an der Fassade. Neben großformatigen dreidimensionalen Fassadenelementen, die als vorgehängte Lochfassade Schutz vor Sonne und unerwünschten Blicken bieten, ergänzen individuelle Betonlamellen das Produktportfolio für Architekten und Planer. Die eigens entwickelte Produktionstechnik ermöglicht eine

5. ÖSTERREICHISCHER PHOTOVOLTAIKKONGRESS 27. BIS 28. MÄRZ 2014 CONGRESS CENTER MESSE WIEN TEILNAHMEGEBÜHR: PAUSCHALE: 269 EURO (EXKL UST) WWW.PHOTOVOLTAIKKONGRESS.AT

DER SONNE ENTGEGEN

ganzseitig monolithische Erscheinung der fibreC fins mit Sicht-

Wissenswertes zur Energieversorgung mit Photovoltaik für

beton-Qualität. Die Glasfaserbetonelemente sind mit natürlichen

Österreichs Planer bietet der 5. Österreichische Photovoltaikkon-

Farbpigmenten vollständig durchgefärbt und schaffen durch ver-

gress, den der Österreichische Wirtschaftsverlag am 27. und 28.

schiedenen Farben und Oberflächen kreative Design-Akzente an

März in Wien veranstaltet. An zwei Tagen informieren 26 Refe-

der Gebäudehülle. Ein intelligentes Befestigungssystem integriert

renten – Experten aus Wirtschaft, Forschung und Politik – über

die Verankerungen bereits während des Produktionsprozesses.

Planung, Finanzierung und Installation von Photovoltaikanlagen. Der Kongress bietet allen einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Photovoltaik in Österreich. Unter anderem werden die Fehler und Mängel im Zuge der Errichtung von Photovoaltaikanlagen analysiert und die Qualitätskriterien, die bei der Auswahl von Modulen beachtet werden müssen, dargestellt. Auch dieses Jahr wird es einen aktuellen Projektbericht über die Smart Grids diesmal am Beispiel der Modellgemeinde Köstendorf geben. Ein mittlerweile regelmäßiger Programmpunkt, der es seit nunmehr drei Jahren im Rahmen des Photovoaltaikongresses ermöglicht, einen aktuellen Zwischenbericht über die Gemeinde aus Österreichs erster Modellregion zu geben. Hochaktuell sind auch die Beiträge zu den Themen: „Heizen mit Photovoltaik-Strom“ und „Energieautonome Einfamilienhäuser“.

MEHRWERT FÜR DIE FASSADE: DREIDIMENSIONAL GEFORMTE ELMENTE AUS GLASFASERBETON ALS INDIVIDUELL GESTALTBARER SONNEN- UND SICHTSCHUTZ. FOTOS: RIEDER/ SABRINA SCHEJA

Ob die Photovoltaik auch in der Landwirtschaft eine Rolle spielt, wird auf dem Kongress ebenfalls hinterfragt, ebenso wie der spannende Themenbereich „Eigenstromnutzung für Betriebe“. Der Klima- und Energiefonds, der als Mitveranstalter des Kongresses fungiert, stellt sein neues Unterstützungsprogramm „Greenstart“ vor und gibt einen Überblick über bestehende För-

RIEDER SMART ELEMENTS GMBH MÜHLENWEG 22, A-5751 MAISHOFEN T: (0 65 42) 69 08 44 E: OFFICE@RIEDER.CC I: WWW.RIEDER.CC

dermöglichkeiten. Außerdem wird eine begleitende Fachausstellung den Besuchern zusätzlich die Möglichkeit geben, sich über Produktneuheiten zu informieren.


ABDICHTUNG

MÄRZ 2014//FORUM//41

P R O M OTI O N

FÜR ALLE SITUATIONEN Perfekten Schutz für nach oben offene Mauerteile, egal bei welchem Wetter, bietet Topclip, der universelle Stoßverbinder mit Dichtlippen zur regensicheren und formschönen Abdichtung.

Sehr viele Bauwerke im gewerblichen und privaten Bereich haben

bei extremen Temperaturschwankungen. Mit dem universellen

nach oben offene Mauerteile, die geschützt werden müssen.

Stoßverbinder Topclip können die verschiedensten Materialien

Topclip ist der universelle Stoßverbinder mit Dichtlippen zur re-

und Farbkombinationen für architektonisch ansprechende und

gensicheren und formschönen Abdichtung der Attika, Mauerbrüs-

formschöne Systemlösungen verwendet werden. Topclip garan-

tungen, Gartenmauern und ähnlichen Bauteilen. Die Abdeckung

tiert dabei eine absolut wasserdichte Abdeckung des Mauer-

mit Topclip ist nicht nur architektonisch ansprechend gestaltet, die

werks.

wahren Vorteile kommen erst bei Schlechtwetter zum Tragen. Die zwei vulkanisierten Dichtlippen auf beiden Seiten der Stoßfuge schmiegen sich beim Einhängen der Abdeckung an das Blech an und bilden eine sichere Barriere gegen Eindringen von Regen-

VIDEO 

wasser. Bei heftigen Gewittern mit Starkregen und Sturm kann es vorkommen, dass wenige Tropfen über den ersten Steg des U-Profils gepresst werden, aber der zweite Steg hält absolut dicht. Nachdem bei diesem System mit Topclip das Löten und Falzen der einzelnen Elemente nicht nötig ist, ermöglichen die offenen Stoßfugen absolute Bewegungsfreiheit des Blechmaterials selbst

HOFSTADLER GMBH WACHTELSTRASSE 19A A-4053 ANSFELDEN T: (0 72 29) 880 01 E: OFFICE@HOFSTADLER.AT I: WWW.HOFSTADLER.AT


42//FORUM//MÄRZ 2014

SANITÄR

AUSGEZEICHNET! Über einen der iF product design awards 2014 darf sich Villeroy & Boch für seine Neuheit ViClean-U freuen, die sich durch ein umfassendes, intelligentes Funktionsspektrum auszeichnet. Dazu gehören viele verschiedene, auf individuelle Wünsche abstimmbare Waschfunktionen, die dank der innovativen Balloon Jet-Technologie von Toto ein besonders sanftes Reinigen des Intimbereichs gewährleisten. Temperatur und Strahlstärke des Wassers sind regulierbar, die Duschstab-Position kann justiert werden. Für eine angenehme Trocknung sorgt ein Warmluftföhn mit einstellbarer Temperatur. Der Sitz ist stufenlos beheizbar, gleichmäßige Wärmeverteilung ist garantiert. Ein leistungsstarker Geruchsfilter sowie bequemes, automatisches Öffnen und Schließen des Deckels und Sitzes mittels ausgereifter Sensortechnik überzeugen. Eine integrierte LED-Beleuchtung rundet die Komfortfunktionen von

DIE KOMPLETTBADSERIE HAPPY D VON DURAVIT PUNKTET MIT DURCHGÄNGIGER GEOMETRIE UND UNVERWECHSELBARER FORMENSPRACHE. FOTOS: DURAVIT

ViClean-U ab. Aber damit nicht genug, sorgen doch das antibakterielle Material, der abnehmbare Deckel und Sitz, Düsenreinigung und eine selbstständige Reinigungsfunktion der Duschdüse außerdem noch für optimale Hygiene und effiziente Reinigung. Trotz der für höchste Gründlichkeit nötigen aufwändigen Technik verbraucht ViClean-U bei den Waschfunktionen lediglich 430 ml Wasser pro Minute – dank der eingesetzten hochwertigen und effizienten Balloon Jet-Technologie. Ein intelligentes Energiemanagementsystem sorgt für sparsamen Umgang mit Strom und Wasser. Durch die Erfüllung strenger, gesetzlicher Sicherheitsvorgaben nach DIN EN 1717 wird das Trinkwasser aktiv geschützt.

DURAVIT AUSTRIA GMBH INDUSTRIEZENTRUM NÖ SÜD STRASSE 2A M38, 2351 WIENER NEUDORF T: 2236 677033-0, E: INFO@DURAVIT.COM, I: WWW.DURAVIT.AT

EINFACH ÜBERZEUGEND! Über eine erneute Bestätigung ihrer Designkompetenz darf sich die Duravit AG freuen: Unter 4.615 Einreichungen aus 55 Ländern wurden gleich vier Produkte des Herstellers und Ausstatters von Designbädern mit dem iF product design award bedacht. Die Komplettbadserie Happy D.2, die Kompaktsauna Inipi B sowie das integrierte Dusch-WC SensoWash i und die Rechteckwanne von Philippe Starck erhielten den renommierten Designpreis, der weltweit als anerkanntes Markenzeichen für ausgezeichnete Gestaltung gilt. Die Komplettbadserie Happy D.2 etwa punktet mit ihrer durchgängigen Geometrie und unverwechselbaren, archetypischen Formensprache. In der Grundform symmetrisch bieten Waschtische und Wannen ein großzügiges Innenvolumen, eingefasst von einem besonders feinen, umlaufenden Rand. Auf gerade einmal 120 x 120 Zentimeter integriert die Kompaktsauna Inipi B das klassische Schwitzbad in die moderne Bad- und Wohnarchitektur. Ihre kompakten Maße lassen auch in kleinen

NICHT NUR FORMSCHÖNHEIT SONDERN AUCH EIN UMFASSENDES INTELLIGENTES FUNKTIONSSPEKTRUM UND KOLLEKTIONSÜBERGREIFEND VERFÜGBARES ZUBEHÖR ZEICHNEN DAS WC VICLEAN-U VON VILLEROY & BOCH AUS. FOTOS: VILLEROY & BOCH

Stadtwohnungen genügend Raum für erholsames Wellnessambiente. Sein erstes integriertes Dusch-WC schuf Philippe Starck mit SensoWash i. Seine Passion für reduzierte Formgebung verfolgt er darin ebenso konsequent wie er globale Design-Maßstäbe setzt: Keramik und gebürsteter Edelstahl verschmelzen zur formalen Einheit. Die Rechteckwanne von Starck zählt bereits zu den

VILLEROY & BOCH AUSTRIA GMBH MAYRWIESSTRASSE 19, 5300 HALLWANG T: (0 662) 66 02 00 E: AUSTRIA@VILLEROY-BOCH.COM I: WWW.VILLEROY-BOCH.COM

Klassikern im Bad, charakterisiert durch die integrierte Nackenstütze als spannendes Detail, das die geometrische Linienführung perfekt ergänzt. Die Nackenstütze erinnert ganz bewusst an den originären Waschzuber, in den ein Brett eingelegt wurde, um für mehr Bequemlichkeit zu sorgen.


SANITÄR

MÄRZ 2014//FORUM//43

PERFEKTES ­DUSCHVERGNÜGEN Puristisch und elegant präsentieren sich die beiden neuen Duschsysteme von Baduscho: Als bodenebene barrierefreie Lösung oder mit zartem Schwallprofil für besseren Spritzwasserschutz, mit neuem stabileren Wandprofil und Breitenausgleich sowie komfortablem Hebe-Senkmechanismus. Spirit S1 und Joy sind die Namen der beiden Neuankömmlinge. Die Spirit S1 entstand auf Basis der erfolgreichen Serie Spiritline: Eine optisch elegante und zurückhaltende Dusche im mittleren Preissegment mit völlig neuen Wandprofilen, die mit hoher Stabilität – auch ohne Eckkonsolen und Traversen und mit Profilen, die ungleiche Wände bis zu 15 Millimeter stufenlos ausgleichen, punkten. Mühelos zu öffnen und zu schließen sind die Türen durch den speziellen Hebe-

SCHWERELOS SCHEINT DIE RAHMENLOSE BETÄTIGUNGSPLATTE DANK VERSTECKTER BEFESTIGUNG VOR DER WAND ZU SCHWEBEN. FOTOS: GEBERIT

Senkmechanismus. Einen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard erfüllt die Glasstärke der Türen mit 6 Millimetern, bei den Fixelementen mit 8 Millimetern. Elegant und leicht ist auch die Optik der Spirit S1: schlanke Griffe, Profile und Scharniere – auch im zeitgemäßem, organischen Design – sind weitere Charakteristika. Leicht gemacht ist auch die Reinigung, denn Scharniere und Glas sind flächenbündig montiert. Mit einer Standardhöhe von 2

GEBERIT VERTRIEBS GMBH & CO KG GEBERITSTRASSE 1, 3140 POTTENBRUNN T: (0 27 42) 401 0 E: SALES.AT@GEBERIT.COM, I: WWW.GEBERIT.AT

jeder Raumsituation an. Und falls dennoch nötig, sind beim Du-

NEUE LEICHTIGKEIT IM BAD

schen- und Badeinrichtungsspezialisten Baduscho Sondermaße

Elegant und zart, als würde sie vor der Wand schweben prä-

natürlich möglich.

sentiert sich die Betätigungsplatte Sigma70 von Geberit. Dank

Metern und 6 Typen in jeweils 3 bis 8 Ausführungsvarianten – von der Eck- bis zur Walk-In Dusche – passt sich die Spirit S1 nahezu

neuartiger Auslösetechnik als flaches Paneel konzipiert, kommt sie ohne Spültasten aus. Lediglich durch sanften Druck direkt auf die Platte wird die Spülung ausgelöst. Bereits im Vorjahr erhielt die Sigma70 für die gelungene Symbiose aus Design und Technik den Design Plus Award. Eine plane Oberfläche, geringe Tiefe und gerundete Kanten unterstreichen das markante und dennoch unaufdringliche Design aus der Feder Christoph Behlings, seit Jahren erfolgreicher Partner des Sanitärtechnikspezialisten. Durch einen zarten Strich wird die Platte in zwei unterschiedlich große, der jeweiligen Spülmenge zugeordnete Flächen, geteilt. Die der Betätigung zugrunde liegende Hubtechnik ist leichtgängig und kommt ohne Strom aus. Die haptische Qualität der Oberflächen unterstützt ein komfortables Handling. Geberit Sigma70 ist wahlweise aus Glas (Weiß, Umbra oder Schwarz) oder edlem chrom-gebürsteten Metall erhältlich. Ihre Reinigungsfreundlichkeit PURISTISCH, ELEGANT UND LEICHT ZEIGEN SICH DIE BEIDEN NEUEN BARRIEREFREIEN DUSCHSYSTEME VON BADUSCHO . FOTOS: BADUSCHO

prädestiniert die neue Betätigung als hygienische Lösung für den privaten Bereich ebenso wie für das hochwertige Hotelbad. Auf einem schmalen Montagerahmen befestigt scheint Geberit Sigma70 schwerelos vor der Wand zu schweben. Unterstützt wird dieser Effekt durch ihre geringe Tiefe (0,4 mm) – insgesamt

BADUSCHO DUSCH- UND BADEEINRICHTUNGEN PRODUKTIONS- UND VERTRIEBSGESELLSCHAFT MBH 2433 MARGARETHEN AM MOOS T: (0 22 30) 28 05-0 E: INFO@BADUSCHO.AT, I: WWW.BADUSCHO.AT

erreicht die Platte eine Stärke von nur einem Zentimeter. Gemeinsam mit dem hydraulischen Servoheber kann die Betätigungsplatte auch nachträglich eingebaut werden; Sie passt auf alle Geberit Sigma Unterputz-Spülkästen ab dem Baujahr 2002.


KONGRESS

27. und 28. März 2014 ORT Congress Center Messe Wien

TERMIN

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