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BARRIEREFREIHEIT IN DER PRAXIS

Thinkstock, JerryX, Thinkstock, Mark Strozier

Darauf sollten Sie in Hinblick auf Barrierefreiheit besonders achten: Mobilitätseinschränkungen Ist der Eingang stufenlos erreichbar?

ist, sowie dem Architekturbüro Grid Architektur ZT arbeitet sie an der Beseitigung von Barrieren. „Kostengünstige Lösungen wie mobile Rampen oder Klappen gibt es bereits ab 100 Euro“, so die Obfrau. Die größten Hürden seien aber in unseren Köpfen. Neben Begehungen und Hilfestellungen können die Wirtschaftstreibenden geförderte Rampen in Anspruch nehmen. Barrierefrei zugängliche Geschäfte sind in einem Prospekt gelistet und werden mit Aufklebern versehen, um Menschen mit Behinderungen das Einkaufen zu erleichtern. Einige Betriebe waren schon vor Beginn des Projekts barrierefrei. Etwa das Modegeschäft Dolce Vita, das mit einer baulichen Rampe und Umkleidekabinen, in die auch ein Rollstuhl passt, ausgestattet wurde. Optiker Johannes Führinger hat ebenfalls bereits vor Jahren auf Barrierefreiheit Rücksicht genommen. An der Eingangstüre ist ein Aufkleber mit Rollstuhlsymbol und Telefonnummer angebracht. So können Menschen mit Mobilitätseinschränkung anrufen und über einen Nebeneingang barrierefrei ins Geschäft gelangen. „Es betrifft ja nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch ältere Menschen oder jemanden mit Sportverletzungen. Dass man das mitdenkt, war für mich quasi selbstverständlich.“ Im Rahmen des Projekts plant Führinger noch die Anschaffung einer mobilen Rampe. Handläufe und rutschfeste Stufen wurden bereits im Zuge des Umbaus umgesetzt. „Wer selbst im Geschäft steht, merkt die Sorgen und Probleme der Menschen, auch wenn sie nicht direkt kommuniziert werden.“ Jung-Blaha: „Wir müssen übers Reden hinauskommen und anfangen, etwas zu tun. Wenn viele wenig tun, kommt eine ganze Menge dabei heraus!“

(Mobile) Rampen, ein stufenloser Hintereingang oder ein Aufzug sind Lösungsmöglichkeiten. Bei mehr als sechs Prozent Steigung tun sich Menschen mit Mobilitätseinschränkungen schwer. Niveausprünge oder Schwellen über 3 cm sollten vermieden werden. Sind die WC-Anlagen barrierefrei? Ein barrierefreies WC sollte stufenlos erreichbar und zumindest 215 x 165 cm groß sein. Mindesttürbreite: 8 cm. Ist genügend Freiraum vorhanden? Die Durchgangsbreite sollte zumindest 90 cm betragen, um barrierefrei zu sein. Bei Abzweigungen sind Wendekreise von 150 cm notwendig, um auch mit dem Rollstuhl befahrbar zu sein. Sehbeeinträchtigung/Blindheit: Ausreichende Beleuchtung Hoher Kontrast

Schriftgrößen ausreichend groß oder vergrößerbar Tastbare Beschriftungen Barrierefreie Website (W3C-Standard)

Hörbeeinträchtigung/Gehörlosigkeit: Gute Akustik im Raum Gute Lichtverhältnisse

Möglichkeit des Lippenlesens oder Gebärdensprache

QUELLEN: STATISTIK AUSTRIA MIKROZENSUS 2007 (ZAHLEN GERUNDET); NPO -STUDIE 2009; BARRIERE- CHECK . AT

CSR-Special Juni '15

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