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CSR im Praxischeck Sich zur Nachhaltigkeit zu bekennen, ist eine Sache. Sie umzusetzen, eine ganz andere. Drei Beispiele, wie verantwortungsvolles Unternehmertum in der gelebten Praxis aussehen kann. Text: Stephan Strzyzowski

Im Austausch mit den Stakeholdern liegt ein großes Innovationspotenzial.

Die RZB-Gruppe ist nicht nur für österreichische Verhältnisse ein gro­ ßer Konzern. Zu ihr zählen die Raiffeisen Zentralbank Österreich, die Raiffeisen Bank International mit 15 Netzwerkbanken und verschiedene Beteiligungen mit rund 60.000 Mitarbeitern. Erfreulicherweise haben sich die Giebelkreuzer dazu entschieden, ihren Wurzeln treu zu blei­ ben, und die Vision entwickelt, führend in Bezug auf Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung zu werden. So weit, so gut, doch wie schafft man das als riesige Bankengruppe? Die Antwort: mit konti­ nuierlicher Arbeit und vielen, vielen Gesprächen. Denn die Geschäfts­ tätigkeit der RZB-Gruppe berührt die Interessen diverser Anspruchs­ gruppen und Menschen in unterschiedlichen Ländern – und die müs­ sen berücksichtigt und gehört werden. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen sogenannter Stakeholder-Councils. Zu diesen werden jene Personengruppen eingeladen, die im Zusammenhang mit der direkten oder indirekten Geschäftstätigkeit berechtigte Anliegen gegenüber dem Unternehmen haben. Dazu zählen etwa Mitarbeiter, Kunden, Geschäfts­ partner, Rating­agenturen, Investoren sowie die Zivilgesellschaft. Für die nachhaltige Unternehmensführung ist der offene und konstruktive Austausch mit diesen Anspruchsgruppen und das gemeinsame Finden von Lösungen besonders wichtig. Die Einbindung der Stakeholder ist deshalb auch einer der Handlungsschwerpunkte der Nachhaltigkeits­ strategie und ein Kernprozess des Nachhaltigkeitsmanagements. Kon­ kret sollen im regelmäßigen Dialog mit den Stakeholdern relevante und sensible Themen identifiziert werden. Neben regelmäßigen Dialogen mit den unterschiedlichsten Anspruchsgruppen werden alle zwei bis drei Jahre unterschiedliche Themen hinsichtlich ihrer Relevanz analy­

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die wirtschaft Nr. 12 | Dezember '14

siert und bewertet. Ergebnisse und kontroversielle Themen aus den Sta­ keholderdialogen werden dann in den verschiedenen Nachhaltigkeits­ gremien weiterbearbeitet. Außerdem werden konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanage­ ments abgeleitet. Um Anspruchsgruppen verschiedene Möglichkeiten zu bieten, das Nachhaltigkeitsengagement kennenzulernen und sich aktiv einzubrin­ gen, wird eine breite Palette an Dialogformaten eingesetzt: Homepage, Blog, Intranet, Newsletter, Printmedien, Workshops und Dialogveran­ staltungen, Befragungen und die Beteiligung an lokalen, nationalen und internationalen Nachhaltigkeitsdialogen und -initiativen. Zentrales Dialogformat ist der jährliche Stakeholder-Council mit internen und externen Vertretern der Anspruchsgruppen. Ziele der jährlichen Veranstaltung sind der Austausch, das Identifizieren von relevanten Themen sowie die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten. Die RZB-Gruppe hat dadurch die Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeitsstra­ tegie und -leistung mit den Anspruchsgruppen direkt zu reflektieren und kontinuierlich weiter voranzubringen. Die Stakeholder-Councils werden nicht nur als Teil eines professionellen Nachhaltigkeitsmanage­ ments abgehalten. Vielmehr sieht die RZB-Gruppe diese Dialoge auch als nützliches Instrument, um den Umgang mit Chancen und Risiken zu optimieren. Nicht zuletzt bietet dieses Format ein enormes Innova­ tionspotenzial. Ziel: Durch den regelmäßigen Dialog mit Stakeholdergruppen sollen alle Anspruchsgruppen zu Wort kommen.

Fotos: beigestellt

IM DIALOG MIT ALLEN ANSPRUCHSGRUPPEN

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Die Wirtschaft 12/14  

die Wirtschaft, Wirtschaftsverlag, Stefan Strzyzowski, Daniel Nutz, Unternehmensführung, Harald Koisser, Nachhaltigkeit

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