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Beigestellt

Ein paar klare Worte, bitte!

Helmut Fallm ann …

… tritt für eine europäische ...

... Datenschutzlösung ein .

Diesmal zum Thema: Datensicherheit Mehr als ein Jahr nach den Enthüllungen von Edward Snowden über die illegalen Zugriffe durch US Security-Dienste hat sich an den Überwachungspraktiken nichts geändert. Das kann nicht so bleiben, fordert Helmut Fallmann, Mitglied des Vorstands von Fabasoft, und erklärt, wie es gehen kann. Interview: Stephan Strzyzowski

Die NSA überwacht und filtert Informationen auf Basis von im Land verfügbarer Technologie. Sie schwächt dabei ganz strategisch Internet­ technologien wie Produkte, Protokolle und Standards, indem sie Druck auf die nationale IT-Industrie ausübt. Der Wahnsinn dabei: Die NSA kann sich dabei hinter vier verschiedenen Ermächtigungsgesetzen ver­ schanzen. Die USA beharren auf ihrem globalen Hegemonieanspruch über alle erreichbaren Daten auch außerhalb ihres Hoheitsgebiets, und dies auch ohne auf Rechtshilfeabkommen mit anderen Staaten ange­ wiesen zu sein. IT-Sicherheit ist in einer vernetzten Welt leider weder durch ein Schen­ gen-Routing noch durch Highend-Kryptografie allein zu bewerkstel­ ligen. Denn moderne IT-Systeme beruhen auf diversen Komponenten und Wechselbeziehungen, sodass keine Technologie für hundertprozen­ tige Sicherheit sorgen kann. Wir müssen Sicherheit deshalb in der IT als Prozess denken, wie Sicherheit im wirklichen Leben auch. Um das fundamentale Gerüst unserer Netz- und Wissensgesellschaft wirksam zu schützen, müssen wir verfügbare Technologien zur Erken­ nung von Bedrohungen und Reaktionsmechanismen im Bereich ITSecurity wirksam mit juristischen Systemen für einen verbesserten

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die wirtschaft Nr. 12 | Dezember '14

Datenschutz verknüpfen. Wir müssen gesetzliche Rahmenbedingungen etablieren, mit denen eine Balance zwischen staatlichen Sicherheits­ interessen und dem Recht auf Privatheit gefunden werden kann. Die gesetzliche Inkraftsetzung der neuen Datenschutzgrundverord­ nung ist ein Schritt in diese Richtung. Die größten Veränderungen in Richtung eines zeitgemäßen Datenschutzes betreffen: das Recht auf „Vergessenwerden“ und das Recht auf Datenportabilität, das heißt den Transfer persönlicher Daten zu einem anderen Anbieter. Weitere Punk­ te sind die explizite Zustimmung der Dateninhaber zu Datenverarbei­ tungsprozessen, das Marktortprinzip, wodurch auch Unternehmen, die nicht in Europa ansässig sind, die europäischen Datenschutzstandards einhalten müssen. Und: die Etablierung des einheitlichen, technologie­ neutralen Regelsets zum Datenschutz in ganz Europa. IT-Sicherheit betrifft uns alle und kennt keine Grenzen. Mit neuen Netz­ technologien verändern sich auch die Sicherheitsanforderungen. Wer in der Netzinnovation vorn liegt, ist auch bei IT-Security am „leading edge“. Wichtig sind offene, neutrale Netze und IT-Infrastrukturen sowie fortschrittliche europäische Regeln für ihre Benutzung. Damit werden auch unsere Fähigkeiten wachsen, unsere Daten effektiv zu schützen!

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Die Wirtschaft 12/14  

die Wirtschaft, Wirtschaftsverlag, Stefan Strzyzowski, Daniel Nutz, Unternehmensführung, Harald Koisser, Nachhaltigkeit

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