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2016

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„Künstliche Intelligenz? Du meine Güte!“

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Wie schlaue Maschinen schon bald unseren Alltag verändern.

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Wenn der Textinator kommt

K

ünstliche Intelligenz: Eine Utopie, die gleichzeitig verheißungsvoll und unheilschwanger ist. Die positiven Aspekte scheinen auf der Hand zu liegen. Wenn unsere Computer und Roboter immer schlauer werden und selbstständig Probleme lösen können, erleichtert das doch bestimmt unser Leben. Vielleicht verlängert es dieses sogar, wenn unsere Körper schon bald von NanoRobotern nach Krankheiten abgesucht werden. Wenn erst alle Autos ohne unser Zutun fahren, gibt es keine Geschwindigkeitsübertretungen mehr. Wenn Roboter unsere Drecksarbeit machen, können wir ausruhen. Wenn wir Computer haben, die alles selbstständig nach allem absuchen können, müssten sich auch die letzten großen Fragen lösen lassen. Klingt schön, irgendwie. Aber wird unser Leben dadurch wirklich besser? Muss man alles wollen, was man kann? Und: Setzt sich vielleicht auch hier das Wachstumsparadigma durch, mit dem wir unseren Planeten gerade fröhlich in Richtung Abgrund fahren? Vielleicht ist jetzt ausnahmsweise wirklich weniger mehr. Mein Fernseher empfängt zum Beispiel 400 Sender, ich habe aber nie weiter als bis Platz 20 gezappt. Es ist toll, dass Computer besser Schach spielen können als die Großmeister, aber mich schlägt vermutlich schon meine kleine Cousine ohne Probleme. Und ich fahre gerne selber mit dem Auto. Wozu also das Ganze? Bevor hier ein Missverständnis entsteht: Ich bin absolut kein Modernisierungsgegner oder Technikverweigerer. Niemand liebt sein Smartphone mehr als ich. Aber ab und an muss man doch auch über den Sinn des Machbaren nachdenken. Der Unsinn lauert nämlich nur einen ganz kleinen Schritt hinter der Faszination. Dort, wo Menschen ihre Arbeitsplätze an Maschinen verlieren. Dort, wo wir Geräte entwickeln, die das Leben schneller machen, als uns gut tut. Dort, wo sie Dinge übernehmen, die wir gerne und auch gut selber machen können. Vielleicht schreiben sie ja sogar schon bald bessere Editorials als Menschen, oder zumindest bessere als ich. Dann bleibt nur noch die Flucht nach Amerika zu den Amishen. Ich höre sie beinahe schon, wie sie es mir von ihren Pferdekutschen aus so richtig reinsagen: „Wir haben es schon immer gewusst.“ Weit haben wir’s gebracht.

„Die Intelligenz verdirbt den Sinn für das Wesentliche.“ antoine de Saint-exuPÉrY

Stephan Strzyzowski, Chefredakteur s.strzyzowski@wirtschaftsverlag.at

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euroluftbild.de / Euroluftbild / picturedesk.com

15 Sonderthema Logistik

Zanella

Eine Sonderstrecke mit allem, was Sie zum Thema Logistik wissen müssen

48 Portrait

Fairtrade

Ein Linzer Designer will seine Möbel auf den Mars bringen

44 Fairer Handel Zu Besuch bei Kaffeebauern in Honduras

Weitere Themen

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Wie künstliche Intelligenz Privat- und Geschäftsleben verändert

Kolumnist Harald Koisser plädiert für ein Projekt künstlicher Dummheit

Was zu tun ist, um Zahlungsausfälle abzufedern

Prof. Rudolf Karazman fordert eine menschengerechte Führung

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Wien Energie Vertrieb, ein Unternehmen der EnergieAllianz Austria.

Stromkennzeichnung: Gemäß § 78 Abs. 1 ElWOG 2010 und Stromkennzeichnungsverordnung 2011 hat die Wien Energie Vertrieb GmbH & Co KG im Zeitraum 1.10.2013 – 30.9.2014 auf Basis der in der untenstehenden Tabelle angeführten Primärenergieträger Strom an Endverbraucher verkauft. Die Herkunftsnachweise stammen aus Österreich (71,48 %), Norwegen (19,41 %), Niederlande (3,97 %), Schweden (3,36 %) und Finnland (1,78 %). Das Erdgas wird mit höchster Effizienz in modernen KWK-Kraftwerken zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Fernwärme eingesetzt. Gemäß § 78 Abs. 2 ElWOG 2010 und Stromkennzeichnungsverordnung 2011 entstanden bei der Stromerzeugung in diesem Zeitraum nebenstehende Umweltauswirkungen. Unsere Lieferungen sind frei von Atomstrom. Bei der Erzeugung entstehen keine radioaktiven Abfälle.

09.02.16 22:22


Everett Collection / picturedesk.com

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elbst fahrende Autos. Durch Gedanken gesteuerte Prothesen. gesteuert. Ärzte und Krankenhäuser bedienen sich elektronischer Nanopartikel, die Krankheiten in frühen Stadien erkennen. Assistenzsysteme. Und Algorithmen beeinflussen unser Verhalten Algorithmen, die uns analysieren und manipulieren. Roboter, die im Netz – der Computer analysiert jeden unserer Klicks und entunsere Hausarbeit erledigen, uns im Alter pflegen, die Drecksarscheidet, welche Inhalte uns präsentiert werden. In einem Unterbeiten in Fabriken und Atomkraftwerken übernehmen und in Erdnehmen in Hongkong sitzt KI sogar schon im Aufsichtsrat. bebengebieten nach Überlebenden Anpassungsfähig werden suchen. Unsere Zukunft wird von Künstliche Intelligenz ist faszinieMaschinen bestimmt sein, die über „Wenn das passiert, müssen wir rend, und das Thema hat Hochkonkünstliche Intelligenz verfügen. sichergehen, dass die Ziele der junktur – nicht zuletzt, weil jetzt Aber nicht nur die Zukunft: KünstComputer mit unseren übereinwichtige technologische Voraussetliche Systeme, die lernfähig sind stimmen.“ ¶ Stephen Hawking zungen erfüllt sind, damit Compuund fast wie Menschen agieren, sind tersysteme selbstständig Entscheilängst schon Realität. dungen treffen und danach handeln Im Alltag haben wir es noch selkönnen. Rechner sind heute fähig, Unmengen von Daten zu speiten mit Robotern, selbst fahrenden Autos und Ähnlichem zu tun. chern und in kürzester Zeit zu verarbeiten. Und die Systeme werKünstliche Intelligenz (KI) befindet sich eher noch im Verborgeden jetzt selbst lernend – das geht so weit, dass sie ihre Aufgaben nen – aber sie ist da. So arbeiten in immer mehr Fabriken Roboselbst finden. So schaffte es etwa kürzlich das künstlich neuronale ter. Produktionsabläufe und Lieferketten werden durch komplexe Netz Deep-Q-Network, Atari-Computerspiele wie Pacman, Space vernetzte Systeme unter dem Stichwort Industrie 4.0 automatisch

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Die Roboter kommen Künstliche Intelligenz ist keine Science-Fiction mehr. Roboter und intelligente Maschinen sind schon jetzt im Einsatz. Was noch kommen wird, ist fantastisch, macht aber selbst ausgewiesenen Experten Angst. Tex t: Alexandra Rotter

Invaders oder Road Runner bis zum Ende durchzuspielen – und das, obwohl das System keinerlei Anweisungen erhielt. Durch Trial and Error fand Deep-Q, das ins Google-Imperium gehört, heraus, was zu tun ist. Das Bemerkenswerte an der Leistung dieses neuronalen Netzes sei „weniger die konkrete Leistung als vielmehr die hohe Anpassungs- und Lernfähigkeit“, schreibt dazu der Journalist Kai Schlieter in seinem 2015 erschienenen Buch „Die Herrschaftsformel – Wie Künstliche Intelligenz uns berechnet, steuert und unser Leben verändert“. Diese Lernfähigkeit kann Angst machen. Kapazunder wie ­Stephen Hawking, Bill Gates und Tesla-Gründer Elon Musk und Tausende andere Menschen haben darum einen offenen Brief unterzeichnet, der KI als größte Gefahr der Menschheit bezeichnet und die Forschung auffordert, die Systeme robust und nutzbringend zu gestalten. Innerhalb der nächsten hundert Jahre, sagte Hawking, werden Menschen von Computern mit künstlicher Intelligenz überholt. „Wenn das passiert, müssen wir sichergehen, dass die Ziele der Computer mit unseren übereinstimmen.“ Angst vor Systemen und Robotern mit eigenem Bewusstsein und eigenem

Willen, denen die Interessen der Menschheit herzlich egal sind, haben nicht nur Spinner, die nichts von der Materie verstehen, sondern auch ausgewiesene Experten.

Trainieren statt programmieren Gleichzeitig werden die Chancen durch Künstliche Intelligenz als extrem hoch eingeschätzt. So ist im offenen Brief von Hawking & Co. auch zu lesen, „die möglichen Vorteile“ seien „riesig, da letztlich alles, was die Zivilisation anzubieten hat, ein Produkt menschlicher Intelligenz ist; wir können nicht abschätzen, was wir noch erreichen könnten, sobald diese Intelligenz durch die Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz vergrößert wird“. Derzeit dient KI meist noch als Entscheidungshilfe. IBM entwickelte um mehr als eine Milliarde Dollar das kognitive System Watson. 2011 schlug es die besten menschlichen Kandidaten in der US-Quizshow Jeopardy. Das Prinzip dahinter: Kognitive Systeme werden nicht programmiert, sondern trainiert. Mit jeder Information, die sie erhalten, werden sie besser. Watson versteht natürliche Sprache und damit auch unstrukturierte Dokumente.

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© 2011 David Korchin

Besser als jeder menschliche Kandidat! Der IBMSupercomputer ließ seine humanen Gegenspieler in der Quizshow Jeopardy! alt aussehen.

Was ist Künstliche Intelligenz? Viele Disziplinen forschen an Künstlicher Intelligenz – vor allem die Informatik, aber auch die Sprachwissenschaft, die Psychologie, die Medizin bis hin zur Philosophie. Die menschliche Intelligenz dient als Vorbild und soll in Computern nachgeahmt werden, sodass die so geschaffene Maschine auf intelligente Weise Aufgaben lösen kann. Mit dem nach Alan Turing benannten Turing-Test kann herausgefunden werden, wann eine Maschine eine dem Menschen gleichwertige Intelligenz simuliert. Eine Testperson stellt dabei am Computer beliebige Fragen und muss erraten, ob die Antworten, die sie erhält, von einer Maschine oder einem Menschen stammen. Turing zufolge gilt die Maschine dann als intelligent, wenn ihre Antworten nicht von denen eines Menschen zu unterscheiden sind. Die KI-Forscher haben allerdings noch ein gutes Stück Arbeit vor sich, denn bisher konnte keine Maschine den Turing-Test zweifelsfrei bestehen.

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IBMs Künstliche Intelligenz ist schon in vielen Bereichen im Einsatz. Zum Beispiel gestaltete die österreichische IT-Beratungsfirma BIConepts mit der Technologie-Plattform Watson Explorer das Programm ICInvestigation (ICI) für Juristen. Rechtsabteilungen, Gutachter und Rechtsanwälte können mit ICI große Mengen verschiedener Unterlagen – E-Mails, Kontoinformationen, pdf-Dateien – durchforsten und alle relevanten Informationen zu einem Thema suchen. Werden etwa Informationen über Preise gesucht, werden sowohl die Stellen in Dokumenten gefunden, in denen das Wort „Preis“ vorkommt, als auch Zahlen, Währungskürzel oder Ausdrücke wie „Bestpreisgarantie“. Juristen müssen sich nur mehr die vorgefilterten Dateien ansehen. Der Eigenwerbung zufolge besitzen sie mit ICI „ein wirksames Werkzeug, um Big Data im rechtlichen Umfeld erfolgreich zu bewältigen“.

KI als Assistent Eines der größten Einsatzgebiete Künstlicher Intelligenz ist die Medizin. „Die Möglichkeiten, die uns kognitive Systeme wie ­Watson in Zukunft bieten werden, können wir heute wahrscheinlich noch gar nicht abschätzen“, sagt Eva Deutsch, Leiterin des europäischen Watson Healthcare-Bereichs in der Beratungssparte von IBM. In der Medizin können schon jetzt vier typische Anwendungsfälle definiert werden: 1. Der Arzt, dem ein Assistenzsystem wie Watson hilft, schnell die relevanten Informationen zum Patienten in seinen Akten zu finden. 2. Die Auswertung vorhandener Gesundheitsdaten in Gesundheitsorganisationen für Qualitätsma-


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Von PayLife zu SIX Payment Services Die PayLife Bank – die Marktführerin im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Österreich – heißt seit September 2015 SIX Payment Services (Austria).

nagement und Forschung. 3. Die Beschleunigung und Effizienzsteigerung von Routinetätigkeiten und administrativen Prozessen. 4. Patienten, die Informationen zum Thema Gesundheit einholen. Teilweise gibt Watson schon Behandlungsvorschläge, etwa in der Krebsbehandlung. Immer werden dabei die Quelldokumente angezeigt, auf die sich das System beruft – zum Beispiel Krankenakten, Behandlungs-Guidelines und wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus Publikationen. Eine endgültige Entscheidung, betont man bei IBM, trifft aber immer der Arzt. In Österreich ist Watson projektweise bereits unter anderem in Krankenanstaltverbänden im Einsatz. Viel utopischer klingt das, woran Google arbeitet. Längst sieht sich der Konzern nicht mehr als reiner Suchmaschinenanbieter. Kevin Kelly, einer der Gründer des Technologiemagazins Wired, prognostiziert, dass das wichtigste Produkt von Google bis 2024 nicht die Suche, sondern Künstliche Intelligenz sein wird. Googles Kontaktlinse, die den Blutzuckerspiegel misst, wird klinisch getestet und kommt wohl in den nächsten zwei Jahren auf den Markt. Noch aufregender ist Googles Nanopartikel-Forschung. Thomas Schulz, Spiegel-Korrespondent im Silicon Valley, erhielt tiefe Einblicke in die Konzerngeschäfte. Schulz berichtet davon in seinem

„Die Möglichkeiten, die uns kognitive Systeme wie Watson in Zukunft bieten werden, können wir heute wahrscheinlich noch gar nicht abschätzen.“ ¶ Eva Deutsch

im Oktober erschienenen Buch „Was Google wirklich will – Wie der einflussreichste Konzern der Welt unsere Zukunft verändert“. Das Projekt, bei dem Nanopartikel, also Minicomputer, die kleiner sind als Viren, mittels Tablette in die Blutbahn gelangen, hat Schulz besonders beeindruckt. Die Partikel sollen im Körper Gesundheitsdaten sammeln und geringste Abweichungen von der Norm melden. Denn diese könnten auf eine entstehende Erkrankung hinweisen. Krebserkrankungen etwa könnten dann in sehr frühen Stadien behandelt werden. Dahinter steckt viel mehr als Technologie: „Zunächst muss man herausfinden, was ein gesunder Mensch ist. Dazu wird eine Studie durchgeführt, die viele Jahre läuft“, sagt Schulz. Nicht nur Google, auch andere Labors weltweit setzen auf Nanopartikel – das geht teilweise so weit, dass sie kranke Zellen im Körper zerstören sollen.

sIx Payment services gehört als Marktführerin in der schweiz, in Österreich und in luxemburg zu den größten europäischen Verarbeitern von Kartentransaktionen und steht für Finanztechnologie auf höchstem niveau. Mit dem erwerb von Paylife und deren Integration unterstreicht sIx das ziel, das internationale Wachstum voranzutreiben und zu den führenden europäischen Anbietern im kartenbasierten zahlungsverkehr zu gehören. „Wir freuen uns, dass mit unserem neuen namen und unserer neuen Marke – sIx Payment services – das Know-how der weltweit tätigen Finanzdienstleisterin sIx mit der langjährigen erfahrung und Kundennähe von Paylife zusammengeführt wird. Auch mit neuem namen bleiben wir für händler und Kunden verlässlicher und innovativer Partner, wenn es um sicheren bargeldlosen zahlungsverkehr geht“, so roger niederer, Vorsitzender der Geschäftsführung sIx Payment services. das modulare Angebot von sIx erleichtert außerdem die Akzeptanz von Karten vor ort sowie im e- und M-Commerce. Marke Paylife bleibt erhalten sIx Payment services führt Paylife als Produkt- und servicemarke für ihr breites Kreditkarten- und PrepaidPortfolio weiter. Für Inhaber von Paylife Kredit- und Prepaidkarten bleibt die Marke Paylife im täglichen leben also unverändert erhalten. www.six-payment-services.com www.paylife.at

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Ein bedeutender Zweig von KI ist die Robotik. Hier wird geforscht, was das Zeug hält, auch in Österreich. Schließlich sollen uns mühsame Alltagsarbeiten abgenommen und bisher Unmögliches möglich werden. So wurden zum Beispiel Roboter ins radioaktiv verseuchte Kraftwerk Fukushima geschickt, um dort Daten zu sammeln. In Zukunft werden Roboter auch Aufräum- und Abbauarbeiten übernehmen und in Erdbebengebieten nach lebenden Personen suchen, sodass die Hilfskräfte gezielter vorgehen können. Ein Roboter der jungen österreichischen Firma Taurob unterstützt etwa auch die Wiener Feuerwehr. Er fährt wie ein Panzer auf Ketten und kann so Bilder und Messdaten aus einsturzgefährdeten Bauten an die Einsatzkräfte senden. Auch Stufen steigen ist für ihn

Ian Ehm / Verlagsgruppe News / picturedesk.com

Roboter im Katastropheneinsatz

Chance oder Gefahr? GfK hat die Leser von „die wirtschaft“ zum Thema Künstliche Intelligenz befragt.

Verwenden Sie Roboter/Künstliche Intelligenz in Ihrem Unternehmen, oder planen Sie solche einzusetzen?

3 % WEISS NICHT

10 % JA

Glauben Sie, dass Künstliche Intelligenz Ihre beruf liche Tätigkeit positiv oder negativ verändert?

29 % WEISS NICHT

7 % Positiv 33 % EHER

87 % NEIN

Denken Sie, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz in den kommenden Jahren gravierend viele Jobs kosten wird?

13 % WEISS NICHT

11 % NEGATIV

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20 % EHER negativ

Glauben Sie, dass Künstliche Intelligenz zu einer Gefahr für die Menschheit werden kann?

16 % WEISS NICHT 51 % JA

35 % NEIN

POSITIV

41 % JA 43 % NEIN

n = 204


Jungunternehmer Matthias Biegl stellt mit seiner Firma Taurob Aufklärungsroboter her. Sie kommen unter anderem bei der Feuerwehr zum Einsatz.

kein Problem, allerdings wird er noch ferngesteuert. Im Einsatz war er etwa 2014 nach dem Einsturz eines Wiener Wohnhauses. Die meisten Roboter müssen noch lernen, auf unerwartete Situationen zu reagieren. Michael Hof baur, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik an der Forschungsgesellschaft Joanneum Research in Klagenfurt, sagt: „Es ist schwierig, dem Roboter beizubringen, wie er auf alle möglichen Szenarien, auf die er treffen kann, reagieren soll.“ Das Ziel der Forschung ist es, Robotern nur zu sagen, was sie machen sollen, aber nicht wie – die Lösung müssen sie selbst finden. Schaffen es Roboter, zuverlässig Hindernissen auszuweichen, steht auch selbst fahrenden Autos nichts im Wege. Einen Beitrag dazu leistet das Austrian Institute of Technology in Wien. Dort arbeiten Christian Zinner und sein Team an Bildverarbeitungs-

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Mut – Auf zu neuen Ufern „du gehst nicht nur auf eingetretenen Pfaden. du tust nicht nur, was du schon immer getan hast. du erwartest nicht von vorneherein eine erfolgsgarantie. du bist bereit zum risiko und liebst die herausforderung – wenn etwas nicht gelingt, hast du es wenigstens versucht“, so lautet das Credo von brunhilde schram, Präsidentin des Csr-dialogforums und Geschäftsführerin von eCCostandards & More.

Biogena zeigt mut! das österreichische unternehmen biogena ist Marktführer bei Mikronährstoffen. sein erfolg liegt in nachhaltigkeit und dem Mut, unkonventionelle Innovationen zu unterstützen: biogena entwickelte die erste ÖKo-dose aus 100%ig nachwachsenden rohstoffen und kompensiert damit jährlich hundert tonnen Co2. zufriedene MitarbeiterInnen sind der Garant für erfolgreiche Produkte. „die Anteilnahme von KundInnen und MitarbeiterInnen am erfolg ist nur ein beispiel dafür, dass wir die Probleme anders lösen“, so der Geschäftsführer dr. Albert schmidbauer.

fordert sind, die ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig wirken. um diese bedingungen einfacher umzusetzen, gibt es das internationale Qualitätssiegel eccos22. In Kooperation mit der Quality Austria können sie mit diesem Gütezeichen durch soziale Innovation Kostendämpfung und Wettbewerbsvorteile erzielen. Mit eccos22 ein Alleinstellungsmerkmal anzusteuern und excellence in sustainability und Corporate responsibility zu erreichen, zeugt von zukunftsorientierung und Mut! veranstaltung: 7. 4. 2016, bei C-Quadrat, Wien www.eccos22.com Brunhilde Schram, Präsidentin des CSR-Dialogforums und Geschäftsführerin von ECCOStandards & More

zukunftsfähigkeit des unternehmens mit eccos22 Am beispiel der Firma biogena ist erkennbar, dass für die zukunftsfähigkeit eines unternehmens Mut und Ideen gedie wirtschaft nr. 1 | 16

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„KI-Systeme sind permanent um uns herum“ Kai Schlieter, Autor von „Die Herrschaftsformel - Wie Künstliche Intelligenz uns berechnet, steuert und unser Leben verändert“ über den Reiz und die Gefahren Künstlicher Intelligenz. Stephen Hawking sagt, Künstliche Intelligenz sei die größte Gefahr für die Menschheit. Stimmen Sie zu? Hawking hat auf die Gefahr der Entstehung einer Superintelligenz hingewiesen. Ich teile die Auffassung, dass es eine höchst gefährliche Technologie ist, die genauso beobachtet werden muss wie die Kernforschung. Künstlich intelligente Systeme sind schon permanent um uns herum, und schon jetzt kann man damit viel anstellen.

Technologien für solche autonomen Systeme. Zum Einsatz kommen sie in Kürze in Straßenbahnen von Bombardier. Diese werden zwar noch von Fahrern gesteuert, die das System vor Gefahren warnt. Doch bald werden Straßenbahnen – wie heute bereits U-Bahnen – selbstständig fahren. All diese Entwicklungen sind aufregend. Viele Unternehmen können davon profitieren, etwa um gezielt und in Sekundenschnelle ihre Daten zu durchsuchen und mehr über ihre Kunden herauszufinden. Routine-Tätigkeiten können von KI durchgeführt und ermüdende Prozesse automatisiert werden. Robert Trappl,

Was ist eine Superintelligenz? Hinter der Überlegung steht das Moore’sche Gesetz: Die Halbleiter auf einem Prozessor verdoppeln sich demnach alle 18 Monate und bleiben im Preis stabil. 2014 wurden 240 Milliarden Schaltkreise gebaut, das sind 25-mal die Sterne in der Milchstraße. Die Schaltkreise sitzen auf den Prozessoren. Man kann sich ausrechnen, wie lang es dauert, bis die Rechenleistung so hoch ist, dass sich die Systeme selbst optimieren. Dazu kommt Big Data: Eine Datenverarbeitung ist ohne KI gar nicht mehr möglich.

„Die Jugendlichen, die heute bei der Pisa-Studie schlecht abschneiden, die Grundrechenarten und Deutsch nicht beherrschen, werden schwer vermittelbar sein.“ ¶ Robert Trappl

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Was sind die größten Gefahren? Die selbst lernenden Algorithmen, welche der KI zugrunde liegen, stellen etwas mit den Daten an, was vorher nicht möglich war. Die Technologie ist bei Militär und IT-Konzernen im Einsatz, wo oligarchische Strukturen herrschen. Das sind Monopolisten, die ein Kapital anhäufen, und dieses Kapital sind wir. Die Systeme werden von Regierungen eingesetzt, um ihre Gesellschaften besser zu steuern. Durch Künstliche Intelligenz besteht die Möglichkeit hoch automatisierter Propaganda. Vielleicht wird die Politik einmal automatisiert, sodass wir ein sich selbst verwaltendes System haben. Sehen Sie in künstlicher Intelligenz auch Chancen? Natürlich. Schon jetzt erkennen diese Systeme Gesichter besser als Menschen, und sie interpretieren unsere Gefühle. Es könnte bald bahnbrechende Erfolge in der Medizin geben. Roboter können sprechen, hören und sehen, Assistenzsysteme wie Siri koordinieren Termine für uns. Aber man muss ein bisschen aufpassen, dass man nicht allzu fasziniert ist von dem, was hier möglich ist – denn es ist fantastisch. Aber es gibt eben auch eine starke Kehrseite. Privat

Gründer und Leiter des österreichischen Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz (OFAI), sieht durch die alternde Gesellschaft großen Bedarf an Robotern in der Pflege und in der Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Die Kombination von Robotern und synthetischen Persönlichkeiten hält Trappl für besonders spannend. Aber: Je mehr Roboter und künstlich intelligente Systeme können, und je mehr sie uns ähneln, umso größer ist die Gefahr, dass Menschen unnötig werden. Was, wenn es keine Buschauffeure, Pfleger, Kinderbetreuer und Müllmänner mehr braucht? Wenn Künstliche Intelligenzen unsere Steuererklärungen machen, Gesetzestexte und Zeitungsartikel schreiben und Forschung betreiben? „Schon heute haben es die weniger Qualifizierten schwer“, sagt Trappl und nennt ein Beispiel: Während früher 20 Menschen in einem Lager gearbeitet haben, braucht es jetzt nur noch einen Logistik-Spezialisten, der mit dem Computer umgehen kann. „Die gering qualifizierten Berufe sind also wirklich am Aussterben. Die Jugendlichen, die heute bei der Pisa-Studie schlecht abschneiden, die Grundrechenarten und Deutsch nicht beherrschen, werden schwer vermittelbar sein“, vermutet Trappl. Optimisten vertreten die Ansicht, dass wir bald so viel Freizeit haben werden wie nie zuvor und all das tun können, worauf wir Lust haben. Vielleicht aber, so scherzt Robert Trappl, „werden uns die Roboter in 30 oder 40 Jahren in Schönbrunn besuchen“. Eine Spende an den Zoo der Wahl zur rechten Zeit kann also nicht schaden.

Kai Schlieter arbeitet als Journalist und Autor in Berlin.


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Barbara Köhler

HARALD KOISSER MACHT MUT

FOLGE 46

Künstliche Dummheit Menschliche Intelligenz hat die eigenartige Gabe, sich selbst gefangen zu setzen. Nichts, was man unbedingt maschinell nachbauen sollte.

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er Anthropologe Gregory Bateson wurde einmal gefragt, woran man denn erkennen könne, ob eine Maschine wie ein Mensch denkt. Er meinte, das wäre ganz einfach. Man stelle ihr eine Aufgabe und wenn sie antworte: „Weil Sie das fragen: Da muss ich Ihnen eine Geschichte erzählen!“ – dann denke sie menschlich. Der Mensch ist nämlich keine Maschine, seine Logik ist nicht binär und rational, sondern mythisch. Der Mensch lebt von Geschichten und erzählt Geschichten. Da muss ich Ihnen kurz eine Episode von Iwan Denissowitsch, dem Helden des gleichnamigen Romans von Solschenyzin, erzählen. Er ist ein Gefangener im Gulag. Er arbeitet wie verrückt und spornt seine Mitgefangenen an, die Arbeitsbrigaden fordern sich gegenseitig heraus. Es herrscht Wettbewerb auf Hochtouren. Das Gebäude, an dem die Gefangenen arbeiten, wird in Rekordzeit fertig. Denissowitsch bricht in Freudentaumel aus. Und darf auch sofort gemeinsam mit den anderen in das von ihm soeben errichtete neue Gefängnis einziehen, früher als von den Aufsehern erwartet. Die menschliche Intelligenz hat die sonderbare Fähigkeit, sich selbst gefangen zu setzen und Iwan Denissowitsch lauert überall in uns. Etwa, wenn wir unsere Kinder mit dem Spruch erziehen, „der Klügere gibt nach“. Wenn wir das befolgen, haben wir die Herrschaft der Dummen. Bekanntlich weiß ja der Kluge seit Sokrates, dass er nichts weiß. Dummheit hingegen weiß alles und zweifelt nicht. Erinnern Sie sich an Stanley Kubricks 2001, wo der Bordcomputer eines Raumschiffes menschliches Bewusstsein

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besitzt, über das Leben zu zweifeln beginnt und schließlich Besatzungsmitglieder tötet, weil sie beschließen, den Computer abzuschalten. „Ich habe Angst“, sagt der Computer. Er singt schließlich das Kinderlied „Hänschen klein“ und verlöscht langsam. So ist das mit der menschlichen Intelligenz. Sie ist kein unbestechlicher Algorithmus, sondern von Hoffnungen, Träumen und Gefühlen durchwoben. Aristoteles rühmte den Brauch der Athener, die für die Geschicke der Stadt verantwortlichen Personen mit dem Los zu bestimmen. So würden sie sich wenigstens nichts darauf einbilden können, in eine Machtposition gehoben worden zu sein. Es war bloß das Los und keine Art persönlicher Verdienst. „Demokratie und Philosophie beginnen gleichermaßen mit der Erkenntnis, dass die Dummheit die am gerechtesten verteilte Sache der Welt ist“, wie der Philosoph André Glucksmann launig anmerkt. So kommt es, dass man, wenn man über Intelligenz nachdenkt, fast zwingend bei ihrer Kehrseite landet, auch weil Intelligenz, mangels der Möglichkeit, sie überhaupt zu definieren, von Dummheit oft nicht zu unterscheiden ist. Ich bin somit unschlüssig, ob menschliche Intelligenz etwas ist, was man nachbilden sollte, und möchte stattdessen anregen, ein Projekt für künstliche Dummheit ins Leben zu rufen. Daraus könnten wir unendlich viel lernen. Bis dahin schätze ich es sehr, dass Maschinen Algorithmen und nicht mythischen Narrativen oder Glaubenskonstrukten folgen. Es soll doch jeder machen, was er am besten kann. Die Maschinen sollen rechnen, und die Menschen sollen sich Geschichten erzählen und Kolumnen über Intelligenz schreiben.

DER AUTOR: Harald Koisser schreibt philosophische Bücher und ist Herausgeber des Mutmacher-Magazins „wirks“. www.wirks.at, www.koisser.at


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Logistik zwischen Herausforderungen und Chancen


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18 Wie Digitalisierung und Industrie 4.0 die Logistik-Branche verändern

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isruptive Entwicklungen verändern aktuell Wirtschaft und Gesellschaft. Der Treiber dieses Megatrends ist die Digitalisierung. Besonders herausfordernd ist dieser rasche technologische Fortschritt für kleine und mittlere Unternehmen. Die Gründe dafür liegen zum Beispiel im hohen Investitionsbedarf in IKT oder in der Notwendigkeit neuer Produktionstechniken zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Oftmals fehlen Ressourcen, um die betriebliche Strategie anzupassen und damit die Möglichkeiten, die sich durch die Automatisierung ergeben, effektiv zu nutzen. Doch gleichzeitig bietet die Digitalisierung auch vielfältige Chancen. Zukünftige Kunden finden sich heute rund um den Globus, Daten können sinnvoll verknüpft, Kunden besser serviciert, Sharing genützt, Abläufe optimiert, und nicht zuletzt kann auch noch jede Menge CO2 reduziert werden. Ein wesentlicher Sektor, damit die Potenziale gehoben und die Stolpersteine umgangen werden können, ist die Logistik. Deren Herausforderungen und innovative Lösungen in den wichtigen Feldern Nachhaltigkeit, Omni Channel und Industrie 4.0 hat der Österreichische Wirtschaftsverlag in dieser Sonderpublikation dargestellt. Als Kooperationspartner haben wir dafür unser Branchen-Know-how zur Verfügung gestellt und gemeinsam hinter die Kulissen vieler Player geblickt. Die gute Nachricht vorab: Der Wandel ist bereits voll im Gange und zahlreiche positive Beispiele belegen die Chancen durch kreative Antworten.

22 Nachhaltigkeit in der Logistik – ein schwieriges Unterfangen? Maximilian Schachinger meint, es geht

24 Geeignete Fachkräfte zu finden ist schwierig. Wie KMU es am besten schaffen

26 Österreichs Logistik: Zahlen, Daten, Fakten

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Eine spannende Lektüre wünscht

Baustellen der österreichischen Infrastruktur

Roman Stiftner r.stiftner@bvl.at

PS: Allen, die noch tiefer in diese Themen eintauchen möchten, bietet die BVL Österreich in Kooperation mit dem Österreichischen Wirtschaftsverlag Spezialkonditionen für den 32. Logistik Dialog. Der Event findet am 14. und 15. April 2016 in Wien-Vösendorf statt und eröffnet die Gelegenheit, die digitale, automatisierte Welt „live“ zu erleben. Jetzt anmelden: bvl@bvl.at, Kennwort „LWM1“, um nur 720,– € anstatt 1090,– € pro Person netto, Aktionskontingent.

32 Wie E-Commerce den Handel verändert

34 Roman Stiftner,

Elf große Transporter im Check

Präsident der BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich

Der St. Gallener Prof. Wolfgang Stölzle über die Zukunft der Branche

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Beigestellt

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Van, Kurt, Teodor, Annemarie, Xian-Jie, Raimund, Radan, Milan Hermann, Leo, Ramic, Todovic, Reinhold, Akash, Claudio, Jakob, Zsolt, Imre, Seung-Ju, Tamas, Janas, Konrad, Muhamad, Edis, Gökhan, Ionel, Geza, Slavko Johannes, Slavoljub, Tjerk, Alfred, Philipp, Oliver, Rudolf, Bratislav, Andreas, Pedram, Silvio, Ok-Hwan, Dominik, Khaled, Mukremin, Rene, George, Tomasz Damir, Gerald, Norbert, Gabriel, Muhammed, Anh Ngoc, Alen, Ahmet, Cemil, Georg, Dragan, Peter, Miha, Samuel, Vigh, Kyung-Ho, Laszlo, Marceta, Karl Heinz, Turgay, Eileen, Ismet, Nasri, Djurica, Yalcin, Helmut, Otilio, Ok-Ja, Christine, Elisabeth, Jernej, Raphaela, Christa, Dagmar, Sylvia, Lucija, Paul Claudia, Monika, Andreas, Josef, Dieter, Gernot, Biljana, Milivoje, Hannes, Ehrentrude, Dusica, Alois, Tanja, Doris, Zdenko, Lucia, Diana, Vinko, Rupert Irmingard, Klaus, Patricia, Gottfried, David, Andreja, Wolfgang, Silvia, Uwe, Yeong-Cheol, Julia, Rainer, Francesco, Rupprecht, Clemens, Tuan Thanh Susanne, Elvir, Nadine, Ernst, 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Luigi, Momčilo, Graziano, Agostino Angelo, Giovanni, Zinajid, Niklas, Dušanka, Bledar, Raffaele, Youssef, Mohamadou, Chuong Van, Michael, Davide, Lorenzo, Harwinder, Humberto, Cheick Vladko, Marauan, Tung Thang, Milomir, Dung Ngoc, Emiliano, Zdravko, Olgert, Alessio, Alan, Tiziano, Cristiano, Boro, Hang Thi, Willibald, Simon, Franz Albert, Stephan-Dennis, Hai Hoang, Othmar, Ferdinand, Franz, Samo, Inge, Martin, Arif, Lujzim, Gertrud, Vjekoslav, Barbara, Felix, Nghia Ngoc, Christopher Irmgard, Rafael, Klarissa, Engin, Maximilian, Max, Sabrina, Muharem, Franjo, Khanh Duy, Valter, Ljubo, Vesna, Vekoslav, Long Ba Tuong, Dubravko, Majda Nikolaus, Heribert, Regina, Due Van, Johann, Tuan Duc, Walter, Nadja, Manja, Mathias, Johann, Richard, Leonardo, Qiufang, Kerstin, Corinna, Phat Van Bojan, Eva, Antje, Vinzenz, Katja, Sandro, Ha Van, Sylwester, Yan Baochang, Marvin, Phuong Duy, Ornella, Javad, Demir, Taner, Hans, Jürgen, Dusko, Dino Margit, Trung Kien, Ralph, Siegmund, Anton, Bettina, Maria, 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Ein riesiger Strauß von Möglichkeiten Industrie 4.0 stellt auch Logistiker vor große Herausforderungen. Die Frage „Wozu das Ganze?“ ist für viele noch immer unbeantwortet. Doch um eine Antwort sollten sie sich nicht drücken. Tex t: Alexandra Rotter

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Illustrationen: Thinkstock

ch habe etwas über Industrie 4.0 im Fernsehen gesehen, aber ich habe keine Ahnung, was das für mich bedeutet.“ Sätze wie diesen hört Wilfried Sihn, Leiter des Instituts für Managementwissenschaften, Betriebstechnik und Systemplanung an der TU Wien, jede Woche. Zwar sei das Thema Industrie 4.0 inzwischen in Österreich angekommen, aber flächendeckende Lösungen gebe es noch keine. Und im Bereich Logistik als Teil von Industrie 4.0 dürften die Unsicherheiten besonders groß sein. Wenn sich die Produktion immer stärker automatisiert und vernetzt, muss schließlich auch die Logistik mitziehen. Die Logistik ist sogar laut Sihn „in der Industrie 4.0 eines der herausragenden Themen. In der Industrie werden im Schnitt zwei Drittel der Wertschöpfung zugekauft. Das heißt, es liegt viel mehr Verbesserungspotenzial in der Supply Chain“. Die meisten großen Logistiker und Industrieunternehmen diskutieren derzeit über das Thema und setzen auch konkrete Schritte, indem sie zum Beispiel ihre Lkw vernetzen und mit Daten in Echtzeit arbeiten. Der Großteil der mittelständischen Unternehmen allerdings tut laut Sihn noch nichts. Das mag nicht klug sein, es ist aber auch nicht ganz unverständlich. Denn Industrie 4.0 ist nichts, was man sich – wie ein Fax-Gerät – schnell einmal zulegt, sondern „ein riesengroßer Blumenstrauß von Möglichkeiten“. Das reiche von „Sensorik, Robotik über das Internet der Dinge, Cloud Computing, Big Data und, und, und“.

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am schnellsten zum ziel Aber wo beginnen? Sihn arbeitet an der TU Wien an einem Modell für Unternehmen, um das festzustellen. Dieses besteht aus vier Workshops: Zunächst werden alle Beteiligten auf den gleichen Wissensstand über Industrie 4.0 gebracht; anschließend wird ein konkretes Ziel definiert, zum Beispiel die Halbierung der Lieferzeit; dann werden Ideen gesammelt, mit welchen Schritten das Ziel erreicht werden kann – etwa mit dem Einsatz von Robotern oder automatisierten Transportsystemen; und schließlich werden die zwei oder drei Ideen ausgesucht, die am schnellsten zum Ziel führen. „Der nächste Schritt“ ist laut Sihn „das Maturity Model, das Reifegradmodell. Dabei fragt man sich: Wie weit sind wir von der Infrastruktur in der Lage, solche Lösungen umzusetzen?“ Das Wichtigste dabei ist, konkrete Ziele zu definieren – und nicht einfach ins Blaue hinein Industrie 4.0 „einzuführen“, weil das jetzt jeder macht. Möglicherweise verlief der Entscheidungsprozess beim Büromöbelhersteller Hali ähnlich. Jedenfalls wurde 2013 eine Smart Factory, eine automatisierte Produktionshalle, im oberösterreichischen Eferding fertig gestellt, mit der Möbel auf Knopfdruck produziert werden. Das Ziel dahinter: Man wollte sämtliche Aufträge innerhalb von 15 Werktagen fertigstellen, um am 16. Tag zu liefern. Früher war eine Lieferzeit von sechs bis acht Wochen die Regel – und so ist es auch heute bei manchen Anbietern noch. Hali hat sein Ziel erreicht, und laut eigenen Angaben können Kunden aus mehr als 48 Millionen Produktvarianten wählen. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Logistik. Laut Marketingleiter Wolfgang Detzer wurden alle Variationen schon vorab geplant und sind im System: „Wenn der Kunde sagt: Das gefällt mir, das will ich haben, wird nur mehr ein Knopf gedrückt: Der Einkauf kümmert sich darum, dass Material bestellt wird und zeitgerecht in die Maschine kommt, die Logistik gibt den Auftrag an den Frächter weiter, der 15 Tage Zeit hat, seine Tour zu planen und die Fracht für die Rückfahrt zu verkaufen.“ Mit dem externen Frächter gebe es über das System ab dem Zeitpunkt des Auftrags bis zur Auslieferung eine Permanent-Kommunikation, „sodass er eine begleitende Tourenplanung initiieren kann“. Niemals würden Frächter leer zurückfahren – Hali hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltigster Büromöbelhersteller Österreichs zu werden.

nur noch zwischenlager Durch die komplett automatisierte Produktion kann Hali jetzt auf ein Endlager verzichten, da „just in time“ und übrigens auch ohne Etiketten produziert wird: Nur ein einziges Mal wird ein Barcode

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Der nächste Schritt Welche Möglichkeiten das Physical Internet bietet „Manche Experten betrachten das Physical Internet als unausweichliche Entwicklung, also die logische Ergänzung zum Internet of Things (IoT) und zu Logistik 4.0. Andere wiederum bezeichnen das Konzept vorläufig noch als Gedankenexperiment mit vielen Hindernissen, vor allem was die Themenstellungen der Standardisierung und Kooperation betrifft. Klar ist: Der nächste Schritt Richtung Zukunft ist bereits in Vorbereitung: Eine europaweite Initiative entwickelt aktuell das Konzept des Physical Internet. Bis 2050 soll ein Logistiknetzwerk entstehen, über das physische Güter ähnlich abgewickelt werden wie heute die Datenpakete im Internet. Einheitliche ID-Standards, modulare Transportbehälter, automatisierte Umschlagsysteme und offene kooperative Transport- und Lagernetzwerke sollen ein effizienteres und nachhaltigeres Routing von Warenströmen ermöglichen. Die Güter finden dabei eigenständig ihren optimalen Weg über die Hubs und Güterverteilzentren und nutzen ressourceneffizient die am besten geeigneten Verkehrsträger – von der Produktion bis zum Endverbraucher. Was konkret umgesetzt werden wird, hängt von vielen Faktoren ab – die Vision des Physical Internet stellt eine gemeinsame Zielsetzung für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit im Transportsystem dar. Die europäische Technologieplattform ALICE entwickelt hierfür die Roadmap zur Umsetzung (www.etp-logistics.eu).“

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Jürgen Schrampf, ECONSULT Betriebsberatungsgesellschaft

gelesen, nämlich, wenn das Material in die Maschine kommt. Aufgrund des Prinzips der chaotischen Lagerung wird der jeweilige Aufenthaltsort jedes Teils einfach gespeichert und so auch wieder gefunden. Es gibt ein Zwischenkomponentenlager, wo Teile hinkommen, die noch nicht weiterverarbeitet werden können. Der Vorteil ist eine „riesige Zeitersparnis“, das Ende der Zettelwirtschaft und dass Kunden jetzt meist nur noch einmal angefahren werden – Teillieferungen sind nur bei Sonderwünschen notwendig, wenn etwa bestimmte Bürostühle gewünscht werden, die von einem Produzenten zugekauft werden müssen, der nicht in 15 Werktagen liefern kann. Aber es gibt nicht nur Vorteile: „Der Nachteil von Industrie 4.0 ist, dass man durch die industrielle Fertigung sehr eingeschränkt ist.“ Etwa können in der Maschine keine Vollholz- und Furniermaterialien verarbeitet werden. „Das hat uns ein bisschen gestört, weil wir dadurch von Partner-Tischlereien abhängig waren“, sagt Detzer. Daher kaufte man 2015 eine Großtischlerei, um auch Individualmöbel anbieten zu können.

automatisiert und manuell zugleich Jürgen Schrampf, Econsult Betriebsberatungsges.m.b.H., kennt die Herausforderungen von Unternehmen, die auf den Zug Industrie 4.0 aufspringen möchten. Ihr Hauptproblem sei die Planbarkeit: „Wenn man in Automatisierung investiert, hat man im Schnitt eine Amortisationszeit von sieben bis zehn Jahren.“ Der Planungshorizont liege meist bei höchstens fünf Jahren – was danach kommt, sei schwer zu prognostizieren. Das halte viele davon ab, „große Schritte vorwärts zu machen – sie tasten sich langsam vor“. Konkret heißt das, dass etwa in ältere Anlagen unter dem Stichwort „retrofit“ Teile durch Automatisierung ersetzt werden und Lean Management betrieben wird. Teilweise wird weiterhin manuell abgewickelt, was auch Vorteile hat. Schrampf: „Manuelle Systeme sind in der Zukunft anpassbar. Deshalb bleiben viele Logistikdienstleister dabei.“ Industrie 4.0 sollte das Beste aus zwei Welten vereinen, die „klassischen manuellen Lagersysteme, die skalierbar und flexibel sind, und die automatischen Systeme, die Effizienz und Prozesssicherheit liefern“. Eine der Hauptschwierigkeiten sind fehlende Standards. Eher handelt es sich um ein Baukastensystem, das noch nicht ausreichend definiert ist. Schrampf: „Es braucht Komponenten von unterschiedlichen Herstellern und Lieferanten, sei es in der Infrastruktur, der Hardware oder Software. Damit sind die Unternehmen oft überfordert.“ Kaum ein Logistik-System gleiche dem anderen. Zwar gibt es auch Systeme von der Stange, aber diese passen nie zu 100 Prozent und müssen angepasst werden. Schrampf rät eher zum Maßschneidern. Schrampf: „Neue Märkte, neue Produkte, neue Vertriebskanäle – das braucht maßgeschneiderte Logistiklösungen!“


„Neue Märkte, neue Produkte, neue

Auch seiner Erfahrung nach die Investition alleine geht es Vertriebskanäle – das braucht maßgibt es eine große Bandbreite, nicht, sondern um den ganzen geschneiderte Logistiklösungen!“ ¶ was den Stand von Logistik 4.0 Lebenszyklus“, sagt Schrampf. betrifft – „von Unternehmen, Und darin liegt wiederum eine Jürgen Schrampf die jedes Detail auf Knopfdruck der Chancen: Es kann nicht verfügbar haben bis zu solchen, nur eine Effizienzverbesserung wo man von einer klassischen Zettelwirtschaft reden kann“. Und angestrebt, sondern auch die Nachhaltigkeit mitgedacht werden – das seien nicht nur ganze kleine Firmen. Eine Basisvoraussetzung vom Bau bis hin zu den Arbeitsplätzen. Letztendlich werfen einen für jeden Schritt in Richtung Vernetzung und Automatisierung ist, die Überlegungen rund um Industrie und Logistik 4.0 auf große die Stammdaten über die eigenen Artikel verfügbar zu haben wie strategische Fragen zurück. Sich darüber Gedanken zu machen, Gewicht, Kubatur und Volumen. Diese Hausaufgaben haben einige kann keineswegs schaden. Und wer immer noch zögert, dem sagt Firmen noch vor sich. Wilfried Sihn von der TU Wien: „Die Logistikbranche muss sich im Und was kostet es, seine Logistik auf 4.0 umzustellen? DarKlaren sein, dass sich keiner zurücklehnen und sagen kann: Ich auf gibt es natürlich keine allgemeingültige Antwort. Aber: „Um warte einmal ab. Denn dann ist er schnell am Abstellgleis.“

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LOGISTIK IM FLUSS

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„Die Antwort auf einen langen Leidensweg“ Schachinger setzt in Sachen Nachhaltigkeit mutige Schritte und investiert auch in Bereiche, die nur langfristige Effekte zeigen. Im Interview spricht Geschäftsführer Maximilian Schachinger über seine Vision einer grünen und fairen Logistik und die wunden Punkte der Branche. Interview: Tex t: Luisa Graber

Was machen Sie bei Schachinger in Sachen Nachhaltigkeit? Wirkungen sich kaum messen lassen können oder müssen, wie Wir haben die meisten Basishausaufgaben gemacht, schicken ein Therapie-, Fortbildungs- oder Sportprogramm, Bio-Essen oder unsere Lkw-Fahrer zu Effizienztrainings und lassen sie mit modergesellschaftliche Beiträge. ner Technik und Telematik fahren. Über 35 Prozent des Geldes, das wir für Treibstoffe ausgeben, bleiben durch Biodiesel in unserer Schachinger hat den Nachhaltigkeitspreis Logistik 2014 Region. Bei Pkw und kleinen Nutzfahrzeugen stellen wir immer gewonnen, unter anderem für den Bau einer ökologischen mehr auf elektrischen Antrieb um, sodass die meisten der neuen Logistikgroßhalle. Was ist das Besondere an der Halle? Mitarbeiter-Pkw 2016 schon elektrisch sind. Betrieben werden sie Diese Halle war die Antwort auf einen langen Leidensweg mit mit echtem Ökostrom, wie alle zwölf unseren industrieüblichen Gewerbeösterreichischen Standorte seit 2007. bauten. Sie sind meistens kurzsichtig Dank Contracting werden wir ab 2017 gedacht, in Eile geplant und gebaut, „60 Prozent der Dinge, die Betriebskosten der Lagerhallen es gibt 300 bis 800 Baumängel, sie die wir tun, zahlen sich um einige 100.000 Euro pro Jahr weistellen eine Belastung für Mensch ter senken können. Wir verbessern und Umwelt dar, sind ineffizient und wirtschaftlich wie ökologisch Entwicklungsmöglichkeiten sowie wenig flexibel. Und das Schlimmste und sozial kurzfristig aus.“  ¶  Lebens- und Arbeitsplatzqualität der ist: Man ist auf Jahrzehnte in hohen Maximilian Schachinger Mitarbeiter und bieten regionales BioBetriebskosten und trostloser AtmoEssen in der Kantine an. Jenseits von sphäre gefangen. Wir haben gesehen, finanziell messbarer Nachhaltigkeit dass sich die Architektur, die Statik, geben wir inzwischen 40.000 bis 60.000 Euro pro Jahr an neun die Materialien und die Energietechnik weiter entwickelt haben, NGOs, die vor allem Kinder und andere mancherorts benachteiligte während die Logistikbauweise auf niedrigem Niveau geblieben ist. Wesen unterstützen. Das wollten wir aufholen. Sind Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ein Widerspruch in sich beziehungsweise müssen Sie oft Abstriche auf einer der beiden Seiten machen? Einerseits befinden wir uns in einem System mit nicht nachhaltigen Rahmenbedingungen, da kann man mit Größe, Tücke, Macht oder Ausnutzen von löchrigen Regeln auf Kosten des Gemeinwohls oder anderer Vorteile erzielen. Unsere reaktive Gesetzgebung hinkt hier hinterher. Innerhalb der jetzigen Realität beobachte ich aber – und da kann ich auch gerne von meiner eigenen Firma sprechen –, dass man sich durch Halbherzigkeit, Ambivalenz und Aktionismus selber am meisten ausbremst. Wer es mit nur einer der Säulen ökonomisch/ökologisch/sozial wirklich ernst meint, schaut genau hin und nutzt die Chancen. Dann ergänzen oder gar bedingen sie sich erstaunlich oft. 60 Prozent der Dinge, die wir tun, zahlen sich wirtschaftlich wie ökologisch und sozial kurzfristig aus. Ca. 25 Prozent zahlen sich langfristig aus, und ca. 15 Prozent sind Dinge, deren

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Was ist konkret das Neue an der Halle? Die Menschen wandeln jetzt nicht mehr wie Zombies durch eine betongraue Düsterkeit. Die Halle erstrahlt im Licht von ZumtobelLED, fein abgestimmten Farben nach Feng-Shui-Prinzipien zieren die Wände. Unsere Mitarbeiter sind von Sauberkeit und Kunst am Bau umgeben. Das klingt vielleicht ein bisschen poetisch, aber es geht darum, dass Menschen für uns nicht nur Funktionsträger sind. Sie sollen aus dem Hamsterrad herauskommen, in dem die Perspektiven auf wachsenden Wohlstand, Pension, Lebensfreude etc. immer dünner werden. Die eigene Arbeit, die Kollegen, auch die Ware erstrahlt jetzt in einem besseren Licht. Das Holz riecht gut und die Akustik entspannt. Architektur schafft, ja manifestiert auf Jahrzehnte unsere unmittelbare Lebenserfahrung. Hier schafft sie die wahrscheinlich höchste Arbeitsplatzqualität der Logistik Österreich. Auch bezüglich Energieeffizienz, Statik und Baumaterialien ist der Bau weit vorn: Er besteht aus Hightech-Holz und CO2-


Portrait: Leo Hagen, Halle: Beigestellt

Schachinger hat für die nachhaltige Logistikhalle LT1 diverse Preise abgeräumt.

armem Beton. Wir sind trotz strenger Temperaturführung bis auf Rekordhitzetage sogar energieautark. Dieses Hochregallager mit dreistöckigen Büros für 80 Mitarbeiter ist vom Teil des Problems zum Teil einer Lösung geworden. Mussten Sie für den Bau wesentlich tiefer in die Tasche greifen als für bisherige Logistikhallen? Die Halle hat uns überrascht, denn wir hatten gehört, man sollte mit 10 bis 15 Prozent Mehrkosten rechnen. Wir sind aber im Vergleich zum billigsten Standardangebot bei unter sechs Prozent Mehrkosten gelandet – inklusive Planung und Kunst. Es gab auch keine groben Bau- und Planungsfehler. Bei konventionellen Hallen hatten wir nach der Fertigstellung 300 bis 800 Baumängel. Bei dieser Halle gab es nach nur 18 Wochen Bauzeit lediglich 70 Baumängel – vier Wochen später nur noch zwei. Die geplanten Baukosten wurden sogar leicht unterschritten. Bei der letzten Halle wurden die Baukosten um eine gute Million Euro überschritten – das muss­ ten natürlich wir bezahlen, nicht die Baufirma. Wir sind mit dem Bau eines Prototyps ein Risiko eingegangen, und wir hatten Glück. Und vielleicht sind ja Firmen, die auf ihre Arbeit so stolz sind wie die Zimmerleute, auch partnerschaftlicher als solche, die von der Kurzsichtigkeit der Kunden leben. Was gehört neben einer ökologischen und lebenswerten Architektur noch zu nachhaltiger Logistik? Ich traue mir keine Definition von nachhaltiger Logistik zu, das ist Sache von Gremien und Normungsinstituten. Prinzipiell ist Nachhaltigkeit gut messbar, wo endliche Ressourcen verbraucht werden. So spielt zum Beispiel das Messen von CO2-Werten in der ­Supply Chain eine wichtige Rolle. Das bringt dann die letzten Firmen, die ihre Fahrer noch immer nicht in Eco-Driving geschult haben, auf den immer dünneren Pfad des Überlebens. Komplexer und schwer messbar wird es, wenn es um Gesundheit und gar um die Entwicklung von Menschen geht. Wir stehen vor Automatisierung, Industrie 4.0, Auseinanderdriften von Gesellschaften, demographischen Verschiebungen. Wir leben wahrscheinlich in der dynamischsten, spannendsten und gefährlichsten Zeit der Menschheit. Ich möchte wach durch den Wandel gehen und fähig sein, die richtigen Akzente zu setzen.

Welches Zeugnis stellen Sie der Logistikbranche in Bezug auf Nachhaltigkeit aktuell aus? Die Branche ist aus der Geschichte heraus noch geprägt vom reaktiven Modus, wo man auf Kundenbedürfnisse schnell und flexibel reagiert. Das aktive Mitgestalten fällt da oft schwer, weil wir so fragmentiert sind und von großen Verladern leicht ausgenutzt werden können. Ökologische und soziale Faktoren sind erst langfristig wirksam, aber aufgrund von Hektik, Stress und Anpassung fehlt es noch an strategischem und langfristigem Handeln. Manchen Leuten ist alles, was über das eigene kurzfristige Durchkommen hinausgeht, egal, aber es gehört zu unseren Aufgaben, langfristig proaktiv zu denken. Gibt es auch Zeichen der Hoffnung? Ja, langsam gehen wir weg vom Reparaturmodus hin zum kollektiven und strategischen Handeln. Man betrachtet in Österreich und der EU immer mehr die gesamte Supply Chain, auch Ressourcen oder die Entwicklung des Klimas, und gestaltet entsprechende Gesetze. Das Verursacherprinzip wird zunehmend auch auf den Verkehr ausgedehnt. Der Ausblick ist gut. Mich beeindrucken vor allem inhabergeführte Unternehmen wie Wenzel, Stocker, Müller, unit-cargo, cargo-partner bis hin zu Gebrüder Weiss sehr. Und ausnahmsweise auch ein börsenotiertes Unternehmen, die Österreichische Post: Sie implementiert wesentliche Faktoren von nachhaltigem Wirtschaften im Kerngeschäft und geht über ein Greenwashing weit hinaus. 2016 stellt sie etwa in Wien komplett auf E-Fahrzeuge um, produziert CO2-neutral und kooperiert mit Car-Sharing. Auch der Austausch innerhalb der Branche funktioniert immer besser. Wir haben mehrere sehr wache, aktive Interessensverbände und viele Veranstaltungen, die unser Niveau heben. Beim Zentralverband Spedition und Logistik gibt es das Ressort Green Logistics jetzt das 10. Jahr. Seit einem Jahr gibt es auch das Council Nachhaltige Logistik, das ich mitinitiiert habe, wo alle großen Handelsunternehmen mit den großen engagierten Logistikern jetzt auch an zwei Praxisprojekten arbeiten: Umstellung von Nutzfahrzeugen auf Elektrofahrzeuge und nachhaltige Stadtlogistik. Die gesamte Branche tauscht sich also immer offener und ehrgeiziger über Best-Practice-Beispiele aus. Und es gibt jetzt einen Logistikbeauftragten der Regierung, der die Qualität des Dialogs sehr hebt.

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Experten gesucht Schwere Arbeit und Extraschichten? Ein überholtes Image, mit dem moderne Logistikexperten nur mehr wenig gemein haben. Wie KMU geeignete Fachkräfte finden – ein Überblick. Tex t: Gertraud Eibl

E

gal in welchem Bereich das Kerngeschäft eines Unternehmens liegt – ohne professionelle Logistik geht heute gar nichts mehr. Doch wo finden Mittelständler geeignetes Personal? Was müssen diese Fachkräfte können, und wie qualifiziert man vorhandene Mitarbeiter? Wir haben bei Ausbildern und Unternehmern nachgefragt und als erstes in Leoben Halt gemacht. Die Stadt beherbergt eine HTL mit Logistik-Schwerpunkt, das Logistik-Center Leoben sowie die international renommierte Montanuni Leoben. Wer nach Experten sucht, sollte dort fündig werden. Entsprechend weit ist auch das Betätigungsfeld der Wissenschafter gespannt. „Wir beschäftigen uns mit Lösungen für industrielle Materialflüsse in produzierenden Unternehmen, mit der Planung von logistischen Anlagen für Kunden aus Handel und Industrie und mit IT-Lösungen“, sagt Professor Helmut Zsifkovits über das Angebot seines Lehrstuhls „Industrielogistik“ an der Montanuni. Doch inwieweit sind die hochqualifizierten Absolventen für den Mittelstand rentabel?

Top Mitarbeiter für mehr Effizienz Zsifkovits zeigt sich überzeugt: Das Zusammenwirken von Projektund Prozessmanagement und die wachsende IT-Unterstützung in der Logistik bieten noch jede Menge Potenzial für den Mittelstand. Jeder Geschäftsführer ist darauf bedacht, seine Lagerstandsführung effizient zu managen und kostensparend zu arbeiten, sowohl in der Intralogistik – sie reicht vom Lager über die internen Kommissioniersysteme bis hin zur Produktion – als auch in der Transportlogistik. „Gerade diese Funktionen rechnen sich, denn die wesentlichen Erfolge in der Logistik drehen sich um Kostenreduktion und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“, so Zsifkovits. Wie sich das in der Praxis niederschlägt, sieht man bei dem Kärnter Fertigteilhaus-Spezialist Griffner. Das Unternehmen inves­ tiert laufend in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. „Alle Logistikmitarbeiter durchlaufen verschiedene Abteilungen und bekommen neben Fachinhalten Problemlösungskompetenz und Teamfähigkeit vermittelt“, sagt Peter Kolman von Griffner. Bei Weiterbildungen im Logistiksektor legt die Firma den Fokus auf Planung, Steuerung und die Optimierung von Informationsflüssen. Die Schulungsinhalte umfassen unter anderem Projektmanagement-Skills, Produktionsabläufe, Lagermanagement und IT. „Durch den Einsatz von Informationstechnologien optimieren wir unsere Logistikprozesse laufend, vor allem die Materialdisposition und das Supply Chain Management“, so Kolmann.

Auf Nummer sicher

Griffner, Thinkstock

Wie weit das Feld der Herausforderungen reicht, die unternehmens­ interne Logistiker zu meistern haben, zeigt sich auch am Beispiel der Firma Seifried. Dort steht vor allem die kurze Zeitspanne zwischen Produktion und Transport im Fokus. Die lückenlose Einhaltung der Kühlkette muss bei der Molkerei im oberösterreichischen Innviertel zu 100 Prozent gewährleistet werden. Die Privatmolkerei Seifried hat 40 Mitarbeiter und beschäftigt ausschließlich Personal mit Erfahrung im Lebensmittelsektor; ein Prinzip, das sich vom Geschäftsführer bis zum Lagermitarbeiter zieht. „Die strengen Hygienerichtlinien sind Inhalt unserer zweijährigen Aus- und Weiterbildungsprogramme in der Lebensmittelhygiene und -sicherheit, an denen auch unsere Logistikmitarbeiter teilnehmen. Außerdem halten wir jährlich vier interne Schulungen ab und holen uns externe Referenten ins Unternehmen“, sagt Christoph Dörflinger, der vor einem Jahr die Geschäftsführung des Familienbetriebes

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XXXL im Onlinegeschäft Salomon Automation realisiert für XXXLutz das erste E-Commerce-Lager in Österreich

übernommen hat. Die Logistik eines Frischeprodukts von der Herstellung bis zur Lieferung an den Kunden verlangt besondere Sorgfalt und vom Logistiker zusätzliche Kompetenzen, damit die Produkte in gewohnter Frische und Qualität den Endverbraucher erreichen. In der Molkerei Seifried koordiniert der Logistikleiter die gesamte Lager- und Transportlogistik. Ersteres stellt sicher, dass die Lieferkette exakt eingehalten wird: Beschaffung, Disposition, Rohstoffübernahme, Rohstoffeinlagerung, Bereitstellung für die Produktion, Vorbereitung für den Transport durch die Spedition. Zweiteres lagert die Molkerei an Speditionen aus. Dass gute Aus- und Weiterbildung auch das Credo für den Erfolg einer Spedition ist, bestätigt Romana Steko-Papousek. Das inhabergeführte Transportunternehmen Steko-Trans hat sich auf Nischenmärkte spezialisiert: Gefahrgut, Kran- und Gastransporte sowie den Verteilerverkehr. Fahrsicherheitstrainings, Ladesicherungsschulungen, der Gefahrgutführerschein und Spritspartrainings gehören zum Weiterbildungsprogramm der Firma, die übrigens für ihre „Steko-Trans Fahrerakademie“ im Jahr 2014 den Hermes Logistikpreis gewonnen hat. Umso mehr ärgert es die Unternehmerin, dass der Beruf des Logistikers und Berufskraftfahrers gesellschaftlich kaum Wertschätzung erfährt. Jeder wolle seine Lebensmittel, seine Arzneimittel und sonstigen Bedarf in unmittelbarer Reichweite, sei sich der Arbeit dahinter aber nicht bewusst.

Vom Junior zum Master Level Umso passender, dass das Verkehrsministerium in einem Arbeitsausschuss die „Attraktivierung der Berufsfelder in der Logistik“ ankurbeln will. Konkret geht es um die öffentlichkeitswirksame Darstellung der Berufsfelder in der Logistik und um die übergreifende Zusammenarbeit zwischen den Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen mit Fokus auf die Transport- und Verkehrslogistik. In der Steiermark hat sich sogar eine Initiative aus Unternehmern und Universitäten etabliert, die auf die Popularisierung der Berufsbilder in der Intralogistik abzielt, also den innerbetrieblichen Bereich der Logistik. Eine ausbaufähige Sparte, wenn man bedenkt, dass Österreich Weltmarktführer im Bereich der Pharmalogistik ist und europaweit in fast allen Systemen des Handels und der Indus­ trie vertreten ist. Die Initiative der öffentlichen Hand im Logistiksektor soll auch klein- und mittelständischen Unternehmen zugutekommen: Berufsbilder in der Logistik werden transparenter und die Qualität der Ausbildung international vergleichbar. Um Transparenz und Vergleichbarbeit geht es auch der European Logistics Association (ELA) mit Sitz in Brüssel: „Von der ELA gibt es einen mehrstufigen Kompetenzstandard, der noch reinen Empfehlungscharakter hat“, sagt Hemut Zsifkovits. Der Dreiklang in der Logistik erstreckt sich von Ausbildungsangeboten, die vom European Junior Logistican über den Senior bis hin zum Master führen. An Experten sollte es also eigentlich nicht mangeln – bleibt nur noch die Qual der Wahl.

XXXLutz weiß, was Kunden wollen. Um den Kunden ein noch breiteres Angebot bieten zu können, wurde das erste E-Commerce-Lager in Österreich von XXXLutz in Betrieb genommen. Ab sofort können Kunden von XXXLutz das Sortiment Kleinmöbel, Deko, Baby, aber auch das gesamte Großmöbelsortiment im Onlineshop durchstöbern. All das wird durch die Logistik­software WAMAS ermöglicht.

Die Software, die mitdenkt Insgesamt verwaltet die Logistiksoftware WAMAS derzeit über 3700 Artikel, verteilt auf über 6000 Fachbodenplätze und ebenso viele Palettenplätze. Damit die Fachbodenplätze optimal ausgenutzt werden, ermöglicht WAMAS eine Lagerplatzteilung. Durch die Teilung ergeben sich über 12.000 Fachbodenplätze. Hierfür werden kleine und größere Boxen verwendet. Die dynamische Berechnung in WAMAS ermöglicht verschiedene Lagerungen der Boxen, z. B. auch zwei kleine Boxen übereinander. Damit wird jeder Lagerplatz perfekt genutzt und die Lagerfläche so optimal ausgenutzt.

Kundenvorteile Onlinekunden können bequem von zu Hause aus bestellen. Und dabei steht den Kunden eine große Auswahl des Sortiments von der Kleineinrichtung über Dekogegenstände bis zur Babykleidung, Lampen, Wohnlandschaften und Kästen zur Verfügung.

Herausforderungen Der extrem knappe Terminplan forderte von beiden Projektteams eine vorausschauende Planung und enge Zusammenarbeit. XXXLutz nutzte dabei das Know-how von Salomon Automation für eine effiziente Projektplanung und -abwicklung im Bereich ­E-Commerce. die wirtschaft Nr. 1 | 16

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Logistik in Zahlen

273.184 Personen sind in Österreich im Bereich Logistik beschäftigt.

418.594 Lkw sind im Transportbereich im Einsatz.

52.908 Fahrzeuge sind schwere Lkw über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.

16.321 sind Sattelzugfahrzeuge.

Distanzen: Im Straßengüterverkehr wird der Großteil der Güterbeförderung nur bis zu 80 km transportiert. Im Schienenverkehr werden 43 Aufkommens über 300 km

Verkehrswege Güterverkehr 2014 in 1000 Tonnen:

% des

transportiert.

Straße: 349.488 Schiene: 90.993 Luftfahrt: 239 Donauschifffahrt: 10.122

Transportgüter:Transportaufkommen auf der Straße in 1000 Tonnen 2014: Steine, Erden und Baustoffe: 185.101 Fahrzeuge, Maschinen,

Prozentuelle Anteile des Transportauf kommens:

67,3 % Straße 17,5 % Schiene 13,2 % Rohrleitung 1,9 % Schifffahrt 0,05 % Luftfahrt

Halb- und Fertigwaren: 70.962 Land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse und lebende Tiere: 39.208

Nahrungs- und Futtermittel: 26.685 Erdölerzeugnisse: 10.376 Metallerzeugnisse: 7.693 Chemische Erzeugnisse: 5.696 Erze und Metallabfälle: 3.000 Düngemittel: 693 Feste Brennstoffe: 73

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2012 wurden in der EU-28 rund 72

% der

Gütertransporte auf der Straße erbracht. Verglichen mit dem Jahr 1995 findet in den vergangenen Jahren eine Verschiebung von der Schiene auf die Straße statt.

Umsätze der über E-Commerce abgewickelten Verkäufe von Unternehmen im Jahr 2014 in Mio. Euro: 524.050

In Spanien, Dänemark, Großbritannien und

Slowenien ist die Straße für mehr als 82 % der Transportleistung verantwortlich. In Österreich sind es nur 47

%.

Quellen: bundessPArte trAnsPort und VerKehr der WIrtsChAFtsKAMMer ÖsterreICh, loGIstIKrePort AustrIA , oeCd, stAtIstIK AustrIA . herAnGezoGen Wurden GrÖsstenteIls zAhlen, dIe sICh AuF dAs JAhr 2014 oder AKtueller bezIehen.

AT/07/035

IMPRESSUM Medieninhaber, Herausgeber, Verleger, Redaktion: Österreichischer Wirtschaftsverlag Gmbh, Grünbergstraße 15/1, a-1120 Wien, t (+43 1) 546 64-0, F (+43 1) 546 64-711, www.wirtschaftsverlag.at, Geschäftsführer: thomas Zembacher, DVR-NR.: 0368491, Chefredaktion Österreichischer Wirtschaftsverlag Gesamtleitung: stefan Böck, (sb), t (01) 546 64 – 380, E s.boeck@wirtschaftsverlag.at, Chefredakteur: stephan strzyzowski, (str), t (01) 546 64-381, E s.strzyzowski@wirtschaftsverlag.at, stv. Chefredakteur: Daniel Nutz, Redaktionelle Mitarbeit: harald Koisser, alexandra Rotter, luisa Graber, Gertraud Eibl, andreas Dick, susanne Wolf, Fotos: thinkstock, Anzeigenverkauf: Elisabeth Plenk, t (01) 546 64–282, Erhard Witty, t (01) 546 64–283, Anzeigenservice: Renate Weber, t (01) 546 64-482, E r.weber@wirtschaftsverlag.at, Grafik Design: antonia stanek, Illustration: antonia stanek, thinkstock, Hersteller: Druckerei Ferdinand Berger & söhne Gmbh, 3580 horn, Wiener straße 80, Aboservice: aboservice Österr. Wirtschaftsverlag, t +43/1/361 70 70-570, F +43/1/361 70 70-9570, E aboservice@wirtschaftsverlag.at � www.die-wirtschaft.at • http://www.facebook.com/diewirtschaft � aus Gründen der textökonomie verzichten wir auf geschlechtsspezifische Formulierungen. Die offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter http://www.wirtschaftsverlag.at/offenlegung ständig abrufbar.

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Transportwege im Check Schiene, Straße, Luft und Wasser – Wie gut ist Österreichs Infrastruktur? Wir haben mit dem Autor des Future Business Austria Infrastrukturreports nach Baustellen gesucht und auch bei Branchenplayern nachgefragt. Tex t: Stephan Strzyzowski

D

ie Rahmenbedingungen für Unternehmer könnten besser sein: Der Konjunkturmotor stottert, die Abgabenlast ist erdrückend, sogar „abgesandelt“ soll der Standort Österreich sein. Doch wie steht es wirklich um das Land der Berge? Eine umfangreiche Analyse liefert jedes Jahr der Infrastrukturreport der überparteilichen Initiative Future Business Austria. Sie befragt 240 heimische Topmanager, wertet Studien aus und interviewt Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft. Mit an Bord sind auch Größen wie der Ökonom Bernhard Felderer und Meinungsforscher Peter Hajek. Ihr Befund? Österreich ist weder abgesandelt noch im Spitzenfeld. Vielmehr zeichnet Studienautor David Ungar-Klein in der Zusammenschau ein differenziertes Bild der heimischen Infrastruktur. Jede Menge Kritik inklusive. Wir haben die wichtigsten Punkte samt Forderungen an die Politik zusammengefasst.

StraSSe Ausbau und Modernisierung des hochrangigen Straßennetzes sind für den Wirtschaftsstandort Österreich im Herzen Europas unverzichtbar. Im Teilbereich Straße hat Österreich im europäischen Vergleich trotz der bisher positiven Entwicklung jedenfalls nach Meinung der Manager an Terrain verloren. Die Zufriedenheit ist im Vergleich zu anderen Infrastrukturbereichen jedoch auffällig hoch. Die Modernisierung und der Ausbau der Straßen haben klare Priorität. Wichtigste To-dos für die Regierung: • Österreichs Straßeninfrastruktur ist im europäischen Kontext weiterzuentwickeln. Die Anbindung des nationalen Straßenverkehrs an transeuropäische Netze hat Vorrang. Insbesondere die Ostanbindung ist dringend zu verbessern. • Der Ausbau Richtung Norden und Osten ist für den Standort unverzichtbar, vor allem die Verbindungen zwischen Wien und Brünn sowie zwischen Linz und Prag sind umzusetzen. • Es soll eine Zweckbindung der Mineralölsteuer für den Verkehrsbereich geben. • Die Umweltverträglichkeitsprüfungen für Straßenprojekte sind zu beschleunigen und zu vereinfachen.

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• Es muss zu einer besseren Koordinierung von Fahrverboten zwischen den Gebietskörperschaften und zur sachlichen Evaluierung bestehender Fahrverbote kommen. • Die Förderung energieeffizienter Fahrzeuge und emissionsarmer Antriebe muss forciert werden.

Schiene Mit der Bahn in Österreich sind die Manager 2015 wieder deutlich zufriedener. Der Bahninfrastruktur wird eine positivere Entwicklung konstatiert – Stichworte Ausbau und Modernisierung des Schienennetzes, Investitionen in Bahnhöfe und Terminals. Die Fähigkeit der ÖBB, Güterverkehr von der Straße zu übernehmen, ist in der Wahrnehmung der Manager jedoch auszubauen. Die Modernisierung des Schienennetzes hat klare Priorität. Wichtigste To-dos für die Regierung: • Investitionen in Schienennetz und Wagenmaterial müssen trotz Einsparungsdrucks noch mehr forciert werden. • Funktionierende Schnittstellen zwischen Schiene und Straße sind weiter voranzutreiben. • Österreich soll einen Güterverkehrshub für Europa etablieren. • Anschlussbahnen sollten bei der Errichtung, Erhaltung und Erneuerung von Bahninfrastruktur verstärkt gefördert werden. • Die Schiene muss attraktiver gemacht werden, um die Transitstrecken durch Österreich vom Lkw-Verkehr zu entlasten. • Bahnhöfe sollen zu Infrastrukturknotenpunkten in der Region entwickelt werden. • Die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs durch Bund und Länder ist sicherzustellen. • Anbindung der Bahn an die Flughäfen soll verbessert werden.

Luftfahrt Die Luftfahrt ist standortpolitisch von großer Bedeutung, insbesondere für die österreichische Headquarter-Politik und die WestOst-Drehscheibenfunktion des Flughafens Wien. Westeuropäische Destinationen sind für die Geschäftstätigkeit besonders wichtig. Vorrangige Forderung der Manager an die Politik ist der Ausbau


Lesetipp Der Future Business Austria Infrastrukturreport Österreich durchleuchtet jährlich die Stärken und Schwächen der heimischen Infrastruktur und bildet Forderungen der Wirtschaft an die Politik ab.

der Regionalflughäfen. Im europäischen Vergleich hat sich die Unzufriedenheit mit der Luftfahrt in Österreich abgeschwächt. Wichtigste To-dos für die Regierung: • Der Hub Wien muss im Interesse des Standorts erhalten bleiben. • Der Flughafen Wien muss für Airlines und Kunden attraktiver und auch stärker in die Regionen vernetzt werden. • Die Kapazitäten der heimischen Flughäfen sind zu erhöhen. • Die Regionalflughäfen haben große Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Daher müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die dieser Wirtschaftskraft Rechnung tragen und den Fortbestand dieser Flughäfen sichern.

Schifffahrt Die Schifffahrt birgt für den kombinierten Verkehr erhebliche Potenziale. Für viele Unternehmen ist bei Transporten nicht so sehr die Dauer als vielmehr die Pünktlichkeit entscheidend. Derzeit wird der Wasserweg nur in Ansätzen genutzt. In die Donau-

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raumstrategie werden erhebliche Hoffnungen gesetzt. Die Unzufriedenheit mit der österreichischen Schifffahrtsinfrastruktur im Vergleich zum europäischen Niveau hat sich deutlich verbessert. Wichtigste To-dos für die Regierung: • Die Potenziale der Donau – eines ökonomisch und ökologisch sinnvollen Verkehrswegs – sind zu nutzen. Die bisher vernachlässigte Wasserstraße muss gezielt ausgebaut werden. • Vorrang müssen haben: das Beseitigen von Engpässen (Niedrigwasser), eine angemessene Wasserstraßenerhaltung und -verwaltung, ein effizientes Schleusenmanagement sowie die aktive Beteiligung an einer integrativen Verbesserung der Fahrwasserverhältnisse auf der gesamten Donau. • Massenschüttgut soll auf der Wasserstraße transportiert werden.

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Umfrage

So zufrieden sind Top-Branchenplayer mit der Infrastruktur

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Wie zufrieden Sind Sie aktuell mit der heimischen Infrastruktur in Ihrem Bereich? Prinzipiell können wir in Österreich auf eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur zurückgreifen. Österreich liegt im innereuropäischen Vergleich im Spitzenfeld. Im Straßenverkehr sind die beiden Hauptachsen mit der West- und Südautobahn voll ausgebaut. Regional gibt es Investitionsbedarf, beispielsweise bei der Verbindung Linz–Prag oder Wien–Prag. Für die Luftfracht stellt der Flughafen Wien mit seinen vielen Direktverbindungen einen attraktiven Hub für die Region Südosteuropa dar.

Wie zufrieden Sind Sie aktuell mit der heimischen Infrastruktur in Ihrem Bereich?

Welche Verbesserungen der Infrastruktur wünschen Sie sich? Unser Konzern investiert in die österreichische Infrastruktur, so wird beispielsweise das Container Terminal Enns seit letztem Jahr gemeinsam mit Kaindl Invest und der Deutschen Bahn betrieben. Neben der Erweiterung liegt der Fokus auf der Modernisierung der bestehenden Anlagen. Damit werden die Bahn- und UmschlagsInfrastruktur technisch und logistisch auf den neuesten Stand gebracht und die Wirtschaftlichkeit des Terminals erhöht. Es entsteht ein effizienter und leistungsstarker Betrieb im Dienste der Industrieunternehmen Österreichs. Wie zufrieden sind Sie mit den Schnittstellen? Schulnote 2 Wie gut positionieren Sie unsere Infrastruktur im europäischen Vergleich? Schulnote 2

Die heimische Infrastruktur im Bereich Wasser ist ausgezeichnet. Die Auswirkungen des flussbaulichen Gesamtprojekts für die Binnenschifffahrt sind mit Sicherheit noch abzuwarten. Besonders in unseren östlichen Nachbarländern gibt es aber immer noch Probleme mit einer durchgängigen Abladetiefe von 2,5 Metern. Das ist die Voraussetzung Nummer eins für eine ganzjährige verlässliche Schiffbarkeit. Gibt es Seicht- oder Engstellen in der Donau, steht der Betrieb. Welche Verbesserungen der Infrastruktur wünschen Sie sich? Österreich ist in Europa immer wieder Vorreiter in Sachen DonauInstandhaltung und Ausbau. Dieses Engagement wünsche ich mir auch in den östlichen Ländern. Wir brauchen ein effektives länderübergreifendes Wasser-Infrastrukturmanagement und die längst identifizierten Flaschenhälse der Donau sind dringendst zu beseitigen. Es scheitert oftmals an den schwerfälligen politischen Verwaltungssystemen. Seit Kurzem fördert die EU auch private Investoren zum Beispiel bei der Errichtung von Hafeninfrastruktur. Baggerarbeiten in der Donau sind aber nationale Aufgaben und daher auch Spielball internationaler Interessen.

Wie zufrieden sind Sie mit den Schnittstellen? Schulnote 1 Wie gut positionieren Sie unsere Infrastruktur im europäischen Vergleich? Schulnote 2

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Wie zufrieden Sind Sie aktuell mit der heimischen Infrastruktur in Ihrem Bereich? Die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Österreich steht und fällt mit der Qualität der heimischen Verkehrsinfrastruktur. Heute sind wir hier gut aufgestellt. Wichtig ist aber der Blick in die Zukunft, und hier sehen wir noch Ausbaupotenzial.

Wie zufrieden Sind Sie aktuell mit der heimischen Infrastruktur in Ihrem Bereich? Der größte Teil des Asfinag-Netzes, also der österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen, ist im Europavergleich im Spitzenfeld. Aufgrund ihres Alters gibt es naturgemäß regelmäßig Abschnitte, die wir tiefgreifend erneuern müssen. Das betrifft jetzt besonders die Tangente in Wien.

Welche Verbesserungen der Infrastruktur wünschen Sie sich? Große Investitionsvorhaben im Infrastrukturbereich sind heute nur schwer und in langen Zeiträumen durchzusetzen, zum Schaden des Wirtschaftsstandorts Österreich. So läuft das Verfahren zur dritten Piste am Flughafen Wien bereits seit zehn Jahren, und eine Entscheidung ist nicht absehbar. Erleichterungen rund um Genehmigungsverfahren sind also dringend notwendig. Wie zufrieden sind Sie mit den Schnittstellen? Schulnote 2

Welche Verbesserungen der Infrastruktur wünschen Sie sich? Das große Ziel ist eine möglichst langlebige Infrastruktur. Das bringt der Asfinag wirtschaftliche Vorteile und den Autofahrern weniger Behinderungen. Wenn ein Unternehmen bei einer Bauauftragsvergabe nachweist, dass es qualitativ hochwertig baut, dann lassen wir uns das auch etwas kosten. Wir setzen seit Herbst 2015 auf neue Vergaberegeln, die Bieter zu noch mehr Qualität anspornen. Wie zufrieden sind Sie mit den Schnittstellen? Schulnote 2

Wie gut positionieren Sie unsere Infrastruktur im europäischen Vergleich? Schulnote 1

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Handel im Wandel Zustellung am selben oder nächsten Tag, ein kurzes Zeitfenster bei der Zustellung und Retoursendungen – E-Commerce verlangt auch der Logistik viel ab. Händler und Produzenten müssen umplanen. tex t: luIsA GrAber

ändler haben es derzeit nicht leicht. Immer mehr Kunden informieren sich im Internet über ein Produkt, gehen dann in ein Geschäft, wo sie Verkäufern Löcher in den Bauch fragen, nur um dann online den besten Preis zu suchen und sich die Ware vom Billigstanbieter frei Haus liefern zu lassen. Und dann soll es schnell gehen – schließlich hat man schon viel Zeit vertan. E-Commerce befindet sich zwar im Vergleich zum stationären Handel noch immer auf einem relativ geringen Niveau – laut der Studie „Internet Einzelhandel 2014“ der KMU Forschung Austria, die für die Bundessparte Handel durchgeführt wurde, lag der Bruttojahresumsatz im heimischen Internet-Einzelhandel 2013 bei 2,9 Milliarden Euro. Das entspricht 4,5 Prozent des Einzelhandelsvolumens. Und die online generierten Umsätze wachsen in den nächsten Jahren vermutlich im guten zweistelligen Bereich. „Wir sind frühzeitig auf den E-Commerce-Zug aufgesprungen, da der Online-Handel ein sehr aufwendiges und für Nachahmer ungeeignetes Geschäftsfeld ist“, sagt Andreas Bayer, Head of Logistics bei Rewe International Lager und Transportgesmbh. Rewe bietet etwa in den Bipa-Filialen seit 2014 österreichweit Click & Collect an: Der Kunde geht in den Webshop, wählt eine Filiale aus und bestellt etwas. Dann überprüft das System, ob die Artikel verfügbar sind – wenn ja, wird die Kommissionierung in der Filiale vollzogen und ein E-Mail verschickt, dass die Ware abholbereit ist.

vom angebot verwöhnt Die Kunden müssen mittlerweile nicht mehr warten. Amazon Prime etwa liefert in bestimmten Regionen Deutschlands am selben Tag, sofern Waren für mindestens 20 Euro bestellt werden. Aus Sicht von Andreas Bayer, Rewe International AG, gibt es eine immer geringere Planbarkeit, „speziell in der jetzigen Phase, wo

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die Deckung gebiets- und volumstechnisch noch nicht überall gleich hoch ist. Dadurch ergeben sich höhere Anforderungen an die Logistik.“ Die Herausforderung sei, dem Kunden die größtmögliche Flexibilität und vor allem ein möglichst kurzes ZustellZeitfenster zu bieten. Besonders schwierig ist das Thema aus Sicht kleinerer Anbieter. Horst Gamperl, Geschäftsführer des LogistikBeraters Gaho Consult, sagt: „Wenn sich kleine Betriebe total ausliefern wollen, machen sie einen Vertrag mit Amazon.“ Wollen sie das nicht, können sie in einen eigenen Webshop investieren oder einen Spezialanbieter wählen. Gamperl verweist etwa auf den österreichischen Anbieter niceshops.com, der verschiedene Webshops mit Schwerpunkten anbietet – von Genuss Region über Lederhose bis Bikes – und der laut eigenen Angaben mehr als 520.000 Artikel auf Lager hat. Bestellungen, die bis 12 Uhr Mittags eingehen, werden am nächsten Morgen geliefert.

daten auf vordermann Wer seine Logistik für künftige Anforderungen fit machen will, hat viel zu tun, besonders, wenn es an Grundsätzlichem mangelt. Gamperl: „Wenn die Stammdaten fehlen, kann ich nicht planen. Sie sind das Wichtigste für einen Logistiker.“ Dazu gehören Informationen über Produkte wie Länge und Breite, Verfügbarkeit im Lager, aber auch dynamische Daten wie die Historie eines Produktes, also wie stark es bisher nachgefragt wurde. Wer diese Infos nicht hat, kann kaum entscheiden, welche Mengen in welchen Zeiträumen zur Verfügung stehen müssen. Click & Collect-Angebote stellen laut Gamperl eine gewaltige Anforderung an die IT: Sobald ein Kunde ein Produkt anklickt, muss dieses in der Filiale „ein Mascherl“ bekommen, damit die Laufkundschaft es nicht kauft. Ein Problem sind oft auch fehlende Schnittstellen zwischen

Illustrationen: thinkstock

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den IT-Systemen der Handelspartner, wobei hier der Fokus auf B2B liegt. Das Unternehmen Editel sorgt dafür, dass der elektronische Datenaustausch etwa bei Bestellungen, der Ausstellung von Lieferscheinen oder Rechnungen einwandfrei funktioniert, auch wenn die Partner mit unterschiedlichen IT-Systemen arbeiten. Im Lebensmittelbereich heißt der beispielsweise Standard Edifact. Zu den Kunden in diesem Segment gehören Rewe, Spar, dm, Metro und Leiner. Auch KMU nutzen das Angebot, wenn sie mehrere große Kunden beliefern wollen. Der einzige Nachteil: Ein Kleiner, der sich kein teures Warenwirtschaftssystem leistet, muss die Daten zunächst händisch eingeben. Klaus Schaffer, Business Development & Product Manager bei Editel, warnt davor, elektronischen Datenaustausch als Allheilmittel zu sehen: „Es ist kein Mittel, um die Prozesse in Ordnung zu bringen. Aber es kann ein guter Auslöser sein, aufzuräumen und die Prozesse zu analysieren.“ E-Commerce wirkt sich nicht nur auf die Auslieferung, sondern auch auf die Intralogistik aus. Entsprechende Lösungen bietet

etwa Knapp an. Dort verweist man darauf, dass die E-CommerceLösungen für Lieferungen direkt zum Kunden höchste Flexibilität zur Reaktion auf saisonale Schwankungen bieten, produktschonende Kommissionierlösungen sowie höchste Effizienz, Genauigkeit und geringstmögliche Durchlaufzeiten garantiert seien. Und auch die Post bietet immer mehr Services an, die dem Trend E-Commerce entgegenkommen. Sie will „dem Empfänger die Zustellung von Paketen möglichst bequem, schnell und angenehm machen“. Diese Innovationen und Bemühungen auf der „Last Mile“ stehen laut Post für höhere Vernetzung und kürzere Wege. Ebenso sei die Systemlogistik mit den Angeboten der Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand ein Beispiel für einen extrem hohen Vernetzungsgrad. Die angeführten Beispiele zeigen, welche Möglichkeiten und Herausforderungen schon heute im Thema E-Commerce stecken. Doch eines ist klar. Der Anspruch für die Zukunft lautet: Noch schneller, noch näher, noch unkomplizierter liefern.

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Elf Raumriesen Sie sind die größten Nutzfahrzeuge, die noch mit dem B-Führerschein gelenkt werden dürfen: Das ABC der Raumriesen unter 3,5 Tonnen im Überblick.

04 Hyundai H350 Der Transporter der koreanischen Marke wird in der Türkei produziert und feierte im Vorjahr seine Markteinführung. Ab 29.990,– Euro

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Mercedes Sprinter „Klassenbester – mit den meisten Varianten“: Mercedes zeigt sich auch bei seinem Kastenwagen sehr selbstbewusst. Ab 25.160,– Euro.

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Ford Transit Erfolgsmodell mit langjähriger Geschichte: Der vielseitige Transit beging 2015 seinen 50. Geburtstag. Die Preisliste beginnt bei 24.190,– Euro.

Nissan N V400 Wie alle Mitbewerber ist auch der Nissan in zahlreichen Karosserie- und Ausstattungsvarianten erhältlich. Basispreis ab 25.095,– Euro.

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Opel Movano Gut laden im Movano: Durch seine 1270 mm breiten Seitentüren können Europaletten längs oder quer eingeladen werden. Basispreis: 24.425,– Euro.

Renault Master Französisches Meisterstück für unterschiedlichste Transportaufgaben. In der günstigsten Basisversion bereits ab 22.550,– Euro verfügbar

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Peugeot Boxer Der Zwilling des Citroën Jumper ist der Löwe unter den Lademeistern. Die Preise für das französische Nutzfahrzeug starten bei 24.880,– Euro.

V W Crafter Das Erfolgsmodell von V W Nutzfahrzeuge kann auch mit Allrad aus Österreich (Fa. Achleitner) bestückt werden, die Preise beginnen bei 23.964,– Euro.

Fotos: Hersteller, GM Company

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Renault empfiehlt

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Zwischen Kostenund Innovationsdruck Wolfgang Stölzle beforscht und lehrt Logistik-Management an der Universität St. Gallen. Ein Gespräch über Chancen durch die Digitalisierung, Privatpersonen als Paketzusteller und warum die Logistik kaum grüner wird. intervieW: dAnIel nutz

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind große Themen, die überall Geschäftsmodelle verändern. Ihre Forschungen über die Logistik-Branche gehen deshalb auch in diese Richtung. Was können Sie für Schlüsse ziehen? Industrie 4.0 und Digitalisierung sind die großen Themen, mit denen wir uns verstärkt beschäftigen. Es gibt allerdings noch kaum empirische Grundlagen. Darum sind wir gerade dabei, eine Datenbasis zu erstellen. Beim Thema Digitalisierung ist aber auch ein Hype zu beobachten. Beratungsunternehmen ziehen gerne Schlüsse. Aber diese Studien haben oft wenig Substanz und sind eher dazu da, Aufträge zu generieren. Also mehr Kaffeesudlesen, als echte Prognosen? Ja, das ist ein Problem. Wir brauchen noch etwas, bis wir belastbares Zahlenmaterial haben. Das lockt Logistikunternehmen vermutlich nicht gerade, Investitionen in die Zukunft zu setzen? Das stimmt. Vor allem, weil der Margendruck in der Logistikbranche so groß ist, wie sonst kaum wo. In Zentraleuropa sind alle Dienstleister im Vergleich zu anderen Branchen enorm unter Druck. Die Frage ist: Kauf ich einen neuen Lkw oder investiere ich in Forschung? Die Branche hat aufgrund des angesprochenen Kostendrucks hier sicher ein Innovationsdefizit. Woher kommt dieser Margendruck? Die Outsourcingwelle machte die Kosten zum Haupttreiber bei der Vergabe von Logistik-Aufträgen. Der Preis ist der dominante Faktor bei den meisten Ausschreibungen. Dazu kommt, dass sich am Markt viele Anbieter tummeln. Wir reden von Bruttomargen in der Höhe von 1 – 1,5 Prozent des Umsatzes. Unternehmen in anderen Branchen würden da zusperren, in der Logistik ist es Grund genug, um weiterzumachen. Unternehmen, die Logistiker beauftragen, können sich dagegen freuen, weil es für sie günstig ist. Man kann das nicht so simpel sehen. Die Realgüterwirtschaft funktioniert nur, wenn sie eine adäquate Logistik hat. Wenn die Logistik hinterherhinkt, dann funktionieren ganze Geschäftsfelder nicht.

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Das haben die großen Unternehmen leider oft nicht auf dem Radar. Logistik gilt als einer der ersten Bereiche, die ausgelagert werden. Welche Herausforderungen kommen auf die Logistiker zu? Da geht es um Hardware- und Softwareinvestitionen und um Investitionen in das Know-how der Leute. Die Themen stehen in einem Spannungsfeld. Unter Digitalisierung und der Suche nach smarten Lösungen liegen aber viele Chancen versteckt, die bis heute noch kaum gehoben wurden. Das Risiko ist natürlich die Investitionsbereitschaft aufzubringen. Wie können die Kunden der Logistiker davon profitieren? Im Bereich Big-Data geht es um die intelligente Nutzung von Daten. Das vorhandene Material muss auch effizient genützt werden. Da geht es eben um Datenstämme von Auftraggebern, von Kunden oder von den Kunden der Kunden. Die Verknüpfung dieser Daten kann dann etwa das Erstellen von Absatzprognosen erleichtern oder erlaubt es, in Echtzeit Daten zu verarbeiten. Wie kann das in der Praxis genau aussehen? Nehmen wir Abverkaufsdaten als simples Beispiel her. Wir wissen, dass im Textilhandel das Einkaufsverhalten stark von der Witterung abhängt. Wenn es warm wird, steigt die Nachfrage nach Sommerkleidung. Wenn der Transporteur die Wetterdaten und die Prognosen hat, dann noch die momentanen Verkaufszahlen und die Bestände in den einzelnen Modegeschäften intelligent zusammenführen kann, entstehen großartige Steuerungsmöglichkeiten. Sie bekommen eine viel bessere Prognosegüte. Das heißt, weniger Improvisation, mehr Transparenz mehr Planungsgenauigkeit und insgesamt ein effizienteres Arbeiten: Vereinfacht ausgedrückt ist das Big-Data. Es geht um die smarte Nutzung. Welche Daten braucht man dazu, und wie sieht es mit Datenschutz aus? Es geht gar nicht so sehr um den Endkunden, sondern vielfach um Daten der direkten Geschäftspartner, also Händler, Subunternehmen. Da müssen Geschäftsmodelle gefunden werden, in denen beide einen Nutzen haben. Jedes Unternehmen braucht dann eine Vielzahl an Kooperationsvereinbarungen. Das ist teils


WoLFgang StÖLzLe ist Inhaber des lehrstuhls für logistikmanagement der universität st. Gallen. seine Forschungsschwerpunkte sind betriebswirtschaftliche logistik, supply Chain Management, Verkehrsmanagement, beschaffungsmanagement, nachhaltigkeitsmanagement. er tritt beim 32. logistik dialog von 14. bis 15. April in der Pyramide Vösendorf als Keynotespeaker auf.

mühsam und auch der Grund dafür, dass es noch kaum Best-Cases gibt.

Beigestellt

Die Frage ist, ob die Daten auch hergegeben werden. Was bekommen die Beteiligten dafür? Da geht es um eine Einstellungsfrage. Man teilt Daten, weil es selbstverständlich ist. Da wird nicht viel über einen direkten und kurzfristigen Profit nachgedacht. Und genau dieses Denken muss in die Köpfe der Entscheidungsträger. Die Frage, was habe ich davon, und wie sichere ich mich mit welchem Vertrag ab, steht dem Ziel im Wege. Daten herzugeben, ohne einen Nutzen zu haben, widerspricht klassischem betriebswirtschaftlichen Denkweisen. Das ist für viele schwierig.

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Das Phänomen der Share Economy verändert durch Uber Wie werden die Zusteller darauf reagieren? oder Airbnb die Geschäftspraxis des Taxi- und HotelgewerMan muss mit jedem Kunden einzeln kommunizieren können. Mit bes. Wann werden alternative Konzepte die Logistikbranche jedem muss ausgemacht werden, wann er wo ist und wie die Senmaßgeblich verändern? dung dort hinkommt. Mir fällt auf, dass auch die großen Anbieter Es gibt ja bereits Ansätze. Uber Cargo zum Beispiel. Viele dieser hier vor Investitionen zurückschrecken. Beispiele sind unkonventionelle Ansätze, die wir nicht kennen und nur schwer bewerten können. Insgesamt geht es um andere Mehr Warentransport ist prinzipiell schlecht für die Umwelt. Einstellungen: Share Economy heißt ja, dass man Ressourcen einer Hinsichtlich der Erreichung der Klimaziele ist das doch ein Gruppe anderen Nutzern zur Verfügung stellt, diese Ressourcen so Problem. Was wäre die Lösung? teilt, dass am Ende eine bessere AusDie Globalisierung und Arbeitsteilastung herauskommt. Das gibt es im lung führt zu größeren Distanzen Logistikgewerbe in Form der Frachzwischen Lieferanten und Endkonsu„Der ganze Bereich der Infortenbörsen auch schon länger. menten, und die ­Wertschöpfungskette mations- und Kommunikatibeinhaltet immer mehr Akteure. Das onstechnologien (ICT) wird Dabei geht es aber immer in erster begünstigt den Transport, er wächst spannend.“  ¶  Wolfgang Stölzle Linie nur um die effiziente Ausüberproportional zur Wirtschaft. Das lastung von bestehenden Konzephat ökologische Konsequenzen. Die ten. kann man aber nicht der TransportStimmt, man macht es transparenwirtschaft in die Schuhe schieben. ter, aber man teilt nicht. Man muss also weiter denken. Was wäre, wenn man drei Lkw im Hof stehen hat und die können dann von Eh nicht, aber die ökologischen Folgekosten müssen trotzDritten genutzt werden. Eine andere Form wäre die Anknüpfung dem gesenkt werden, um die Erderwärmung einzudämmen. an privaten Fahrten. In Ballungszentren fahren täglich Zigtausende Betriebswirtschaftlich gesehen handeln die Akteure der Logis­ Leute alleine mit ihrem leeren Auto und mit leerem Kofferraum in tik rational. Sie sind nicht schuld an der Umweltbelastung. Der die City. Man könnte diese Privatfahrzeuge doch für kleinere Senschwarze Peter liegt hier falsch. Der Staat, also die Politik, könnte dungen verwenden. jetzt hergehen und eine Steuer erheben auf diese Umweltbelastungen. Starke Effekte kommen nur mit einer staatlichen Lenkung In Österreich passiert das auf Plattformen wie checkrobin.at zustande. bereits. Wieso gibt es das eigentlich noch nicht f lächen­ deckend? Unter das Schlagwort Green Logistik fallen UmweltmaßnahDazu müssten die Privatpersonen ihren Frachtraum melden und men. Was wurde unter Rücksichtnahme des Kostendruckes bereit sein, irgendwelche Sendungen mitzunehmen. Da braucht umgesetzt, und was ist an Abgaseinsparungen noch möglich? es noch die eine oder andere leistungsfähige ICT-Plattform, die so Es wurde schon viel gemacht. Mit der Abgasnorm Euro 6 wuretwas managt. Das Grundproblem ist die Bereitschaft der Leute, den große Emissionsreduktionen in den aktuellen Motorengenedas zu machen. Die Leute müssen Fahrtprofile mitteilen. Da gibt es rationen erreicht. Die meisten Experten, mit denen ich spreche, noch Barrieren im menschlichen Bereich. Aber das angesprochene sagen, dass hier aber nur mehr marginale Effekte zu erwarten Uber Cargo ist bereits ein großes Thema in Deutschland und der sind. Schweiz. Auch die Tatsache, dass Amazon in Deutschland ein eigenes Logistikservice aufmacht. Der ganze Bereich der InformationsDer E-Motor bleibt bei großen Nutzfahrzeugen längerfristig und Kommunikationstechnologien (ICT) wird spannend. Man kein Thema? sieht es bei den App-Startups. Viele gehen ein, manche explodieDen können Sie in diesem Bereich noch eher vergessen. Das ist ren. Diese disruptiven Geschäftsmodelle werden auch die Logistik gerade mal ein Thema im Verteilerverkehr, da sind die Anschaferobern. Die etablierten Player sind jedenfalls unter Druck. fungskosten aber noch zu hoch. Interessante Projekte sind Versuche, über Oberleitungen einen elektrischen Lkw-Verkehr herzustelDer Warenf luss nimmt aufgrund des E-Commerce zu. Wird len. Eine Flächendeckung ist hier aber nicht realisierbar. die Entwicklung da so rasant weiter gehen? Es gab ja zwei Wellen. Bei der ersten von 2000 bis 2002 war der Gibt es noch Möglichkeiten, den Transport auf die Schiene zu Hype schnell dahin. Jetzt haben wir seit einigen Jahren wieder verlagern? enormes Wachstum im Online-Handel. Kurier, Express und Paket Was Verlagerung auf die Schiene betrifft, bin ich skeptisch. Das ist per Dienstleister profitieren davon natürlich. Es gibt aber neue nur mehr punktuell ein Thema. Wo es möglich ist, wurde schon auf Herausforderungen. Es wird eine immer größere Individualisiedie Schiene verlagert. Die Schiene ist auf den Hauptstrecken bereits rung des Zustellortes und der Zustellzeit verlangt. fast voll ausgelastet.

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32. Logistik Dialog 2016 Disruptive Entwicklungen Kreative Antworten

Topspeakers Auswahl René de Koster, Erasmus University Rotterdam Brigitte Ederer, ÖBB-Holding Frank Hensel, REWE International Walter Hitziger, Österreichische Post Karl Nowak, Robert Bosch Alois Stöger, Republik Österreich Wolfgang Stölzle, Universität St. Gallen Highlights Programm Datenwettbewerb Nachhaltigkeitspreis Logistik Networknight Bar Omni Channel Pharmawesen Stadtgüterverkehr Venus (Bond) Sündikat 14. + 1 5. Apr il 201 Event 6 h o t el Pyr Erwartet 700 Netzwerkteilnehmer amide 2334 WienDienstleistung Experten Führungskräfte Handel Industrie Vösen dorf Interessensvertretung Multiplikatoren Öffentlichkeit Praxis

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Mensch. Wandel. Disruptive Entwicklungen Horizonte.

Kreative Antworten Mit Logistik auf die Überholspur.

14. April 2016 Donnerstag Vormittag 08:30

Willkommen Registrierung · Fachausstellung »Alles Logistik« · Frühstück

09:00

Eröffnung Rundgang Fachausstellung »Alles Logistik« Alois Stöger, Republik Österreich, Bundesminister DI Roman Stiftner, BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich, Präsident

09:30

Einleitung Impuls »Parameter einer modernen Logistik im Lichte der absoluten Digitalisierung« DI Roman Stiftner, BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich, Präsident

09:45

Auftakt Begrüßung »Der gesellschaftliche Nutzen eines permanenten Wandels als Ziel in der Zukunft« Alois Stöger, Republik Österreich, Bundesminister

10:00

Keynote »Wie Einkauf und Logistik im weltweiten Industrieumfeld produktiv innovative Modelle gestalten« Prof. Dr. Karl Nowak, Robert Bosch, Zentralbereichsvorsitzender

10:30

Keynote English »Prospects for logistics and supply chains in international operations management« Prof. Dr. René de Koster, Erasmus University Rotterdam, Section Leader

11:00

Pause Gedankenaustausch · Fachausstellung »Alles Logistik« · Imbiss

11:30

Keynote »Disruptive Entwicklungen global als Momentum für die Renaissance der österreichischen sowie europäischen Wettbewerbsfähigkeit« Mag. Brigitte Ederer, ÖBB-Holding, Aufsichtsratsvorsitzende Frank Hensel, REWE International, Vorstandsvorsitzender Mag. Klaus Sickinger, SAP Österreich, Geschäftsführer Mag. Wolfgang Skrabitz, Knapp Industry Solutions, Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Stölzle, Universität St. Gallen, Lehrstuhlinhaber

12:30

Podiumsdiskussion Auditoriumsmitwirkung

13:00

Pause Gedankenaustausch · Fachausstellung »Alles Logistik« · Mittagessen

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Tagungsinformation Vorinformation

31. Logistik Dialog 2016 32. 2015

14. April 2016 Donnerstag Nachmittag Networknight 14:30

Sequenz Special Kurzstatement »Stadtgüterverkehr im Zeichen des Meilensteins der Elektromobilität«

14:30

DI Heimo Aichmaier, Austrian Mobile Power, Geschäftsführer Mag. Oswald Brandstetter, Greenway E-Mobility, Country Manager Ing. Markus Essbüchl MSc, Schrack Technik Energie, Projektkoordinator Marcel Huschebeck, PTV Planung Transport Verkehr, Abteilungsleiter Mag. Rainer Schwarz, DPD Direct Parcel Distribution Austria, Geschäftsführer Mag. Davor Sertic, Wirtschaftskammer Wien, Spartenobmann

Sequenz Referat »Die Industrie zeigt Best Practice bei Umbruchszenarien verbunden mit Transformationsprozessen« Mag. Phat Huynh, Telekom Austria Group M2M, Geschäftsführer Stefan Jakoby, CHEP Österreich, Country General Manager Hartwig Schwarzlmüller, FunderMax, Vice President

15:00

Forumsgespräch Publikumsbeteiligung

15:15

Talkrunde Auditoriumsmitwirkung

15:30

Sequenz Referat »Der Handel meistert durch Omni Channel neben Kundenanforderungen auch Kostendruck«

15:30

Sequenz Special Julo Voice These »3D Druck beendet die klassische Produktion siehe aktuelles Beispiel des 3D Autos«

Roland Fink, niceshops, Geschäftsführender Gesellschafter Hermann Költringer, Quehenberger Eastern Europe, Managing Director Marcel Moll, Heidelberger Payment, Vice President

Dr. Susanne Altendorfer-Kaiser, Montanuniversität Leoben, Assistenzprofessorin Melanie Gamauf, A1 Telekom Austria, Specialist Mag. (FH) Gregor Girstmayr, Salomon Automation, Project Manager

16:15

Talkrunde Auditoriumsmitwirkung

16:30

Pause Gedankenaustausch · Fachausstellung »Alles Logistik« · Imbiss

17:00

15:40

Generaldebatte Saalvoting

Verleihung »5. Nachhaltigkeitspreis Logistik 2016« Dr. Christian Plas, denkstatt, Geschäftsführender Gesellschafter, BVL Nachhaltigkeitspreis Logistik, Juryvorsitzender

17:30

Podiumsdiskussion »Die 3. Säule der Nachhaltigkeit ist relevante Basis für universellen Fortschritt« Dr. Michael Hauf, Audi, Bereichsleiter* NN, 5NPL2016, 1. Platz Klaus Schwertner, Caritas Erzdiözese Wien, Geschäftsführer

18:00

VENUS (BOND) SÜNDIKAT

Happy Hours Fachausstellung »Alles Logistik« · Live Music · Networknight Snack DI Walter Hitziger, Österreichische Post, Vorstandsmitglied, BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich, Beiratsvorsitzender DI Roman Stiftner, BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich, Präsident

19:30

Networknight Buffet

21:00

Networknight Showact »James Bond«

21:30

Networknight Bar · Live Music · Extra Performance

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Mensch. Wandel. Disruptive Entwicklungen Horizonte.

Mit Logistik die Überholspur. 32. auf Logistik Dialog 2016

15. April 2016 Freitag Vormittagirkung 08:30

Willkommen Registrierung · Fachausstellung »Alles Logistik« · Frühstück

09:30

Sequenz Referat »Die Dienstleistung im Fokus des komplexen Datenwettbewerbs in automatisierten Supply Chains«

09:30

DI Hansjörg Haller, InfPro IT Solutions, Geschäftsführender Gesellschafter DI (FH) Christine Keszner, Transgourmet Österreich, Bereichsleiterin Ing. Mag. (FH) Matthias Zacek, Google Austria, Manager*

Sequenz Referat »Kreativität vor Disruption durch kontinuierliche Perfektion im sicherheitsorientierten Pharmawesen« Christine Braun MSc, CARE Österreich, Expert Jens Graefe, AEP, Geschäftsführer Jürgen Scherr, Kühne + Nagel Eastern Europe, Director

10:15

Talkrunde Auditoriumsmitwirkung

10:15

Talkrunde Auditoriumsmitwirkung

10:30

Pause Gedankenaustausch · Fachausstellung »Alles Logistik« · Imbiss

11:00

Keynote »Kreative Antworten von Transport und Infrastruktur auf den langfristig immens herausfordernden Digitalisierungsschub« Mag. Friedrich Lehr, Wiener Hafen, Geschäftsführer Dr. Günther Ofner, Flughafen Wien, Vorstandsmitglied Dr. Klaus Schierhackl, ASFINAG, Vorstandsmitglied Ferdinand Schmidt, Rail Cargo Group, Vorstandsmitglied DI Peter Umundum, Österreichische Post, Vorstandsmitglied

12:00

Podiumsdiskussion Auditoriumsmitwirkung

12:30

Präsentation Special »Die Österreichische Fußballnationalmannschaft auf Erfolgskurs und die spannende Rolle der logistischen Hintergrundaspekte« Wolfgang Gramann, ÖFB Österreichischer Fußball-Bund, Direktor Martin Pechatschek, Austrian Sportstravel Management, Geschäftsführer

12:45

Interview Teilnehmerfragen

13:15

Zusammenfassung Schlusswort »Logistik ist Leben lautet die neue Maxime auf einer intensiven Agenda« DI Roman Stiftner, BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich, Präsident

13:30

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v. l. n. r.: Fredy Perez bei der Düngerherstellung (li.), Farmerin Sonia Alejandra Medina (m.), Mario Perez (r.) hat sich der Bio-Landwirtschaft verschrieben.

Im Einklang mit der Natur Fair gehandelter Kaffee ist ein weltweiter Verkaufsschlager geworden. Doch wie beeinflusst das die Bedingungen von Kaffeeproduzenten in den Ländern des Südens? „die wirtschaft“ besuchte lokale Fairtrade-Kooperationspartner in Honduras. Tex t: Susanne Wolf

W

ir müssen die Verbindung zur Natur wiederfinden“, erklärt Fredy Perez Besuchern der Finca Fortaleza. Der Kaffeefarmer trägt einen Cowboyhut. Er erzählt von einem Film über Umweltzerstörung, der sein Leben veränderte. Das Video war Teil einer Aufklärungskampagne der Kaffeegenossenschaft COMSA und machte dem Kaffeefarmer klar: „Wenn Pestizide alles in ihrer Nähe abtöten, töten sie letztendlich auch mich.“ Perez entschied sich darum, auf Bio-Anbau umzustellen und schloss sich der Genossenschaft an. Wir befinden uns im Hochland von Honduras. Es ist Regenzeit und die Landschaft betört mit schillernden Grüntönen. Die Luft ist schwül und feucht, kurze und heftige Regengüsse bringen keine Abkühlung. Marcala ist das traditionsreichste Kaffeegebiet des kleinen mittelamerikanischen Landes: Schon vor über 100 Jahren bauten deutsche Auswanderer hier Kaffee an und gaben ihr Wissen an die Nachkommen der Lenkas, der Ureinwohner von Honduras, weiter. Die Kaffeekooperative COMSA (Café Organico de Marcala Sociedad Anonima) wurde 2001 mitten in einer der schlimmsten Kaffeekrisen der letzten Jahrzehnte gegründet. Die Kaffeepreise erlangten einen historischen Tiefstand, die Weltmarktpreise deckten nicht einmal die Hälfte der Produktionskosten ab. In dieser Zeit gingen die vorhandenen Kaffeekooperativen in Marcala, Honduras, in den Konkurs oder lösten sich einfach auf. Auch COMSA kämpfte anfangs mit großen Problemen wie der Vorfinanzierung der Ernte

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für die Mitglieder und fehlende internationale Märkte. Erst als die Genossenschaft die Fairtrade-Zertifizierung erlangte, wendete sich das Blatt. Seither wächst die Organisation, die heute 830 Mitglieder zählt, von denen mittlerweile 600 Mitglieder Bio-zertifiziert sind.

Wirkung von Fairtrade „Von Fairtrade-Bauern wird erwartet, ihr Denken zu ändern und sich mit Ideen einzubringen“, sagt Mario Perez. Der Mittfünzigjährige trägt ein hellblaues Karohemd und eine dicke Hornbrille. Er ist Mitbegründer von COMSA. Fairtrade sorgt für stabile Mindestpreise und bessere Arbeitsbedingungen für Kaffeebauern, erklärt er. Der Fairtrade-Mindestpreis für gewaschenen Arabica-Kaffee liegt bei 1,40 US-Dollar pro Pfund; für biologisch angebauten Kaffee erhalten die Bauern zusätzlich einen Aufschlag von 30 US-Cents/ Pfund. Darüber hinaus unterstützt die Fairtrade-Prämie (20 USCents/Pfund) Kooperativen bei sozialen Projekten oder Projekten zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung. Über die Verwendung der Fairtrade-Prämien wird innerhalb von COMSA gemeinschaftlich entschieden. Großer Wert wird dabei auf Bildung gelegt: „Wir können Honduras verändern, wenn wir unseren Kindern Bildung ermöglichen“, sagt Rudolfo Peñalba, Geschäftsführer von COMSA. Viele arme Familien schicken ihre Kinder nicht in die Schule, weil sie ihre Hilfe auf der Farm benö-


Fairtrade, Susanne Wolf

tigen – und weil ihnen Bildung nicht wichtig erscheint. Pläne hat COMSA viele: den Ausbau der Bio-Landwirtschaft und Schulungen, kindliche Früherziehung oder die Unterstützung von Schulen. Ein besonderes Anliegen ist auch die Gleichstellung der Frau, wofür ein eigenes Gender-Committee gegründet wurde. „Frauen werden etwa in Form von Kleinkrediten unterstützt“, sagt Joselina Maunueles, Leiterin des Gender-Committees. Sogar eine eigene Radiosendung, in der es Unterricht für Kinder und Jugendliche gibt, hat die Kooperative ins Leben gerufen.

Vorbildwirkung Der Farmer Fredy Perez leitet die Finca Fortaleza, „Übungsfarm“der Kaffeegenossenschaft. Hier werden Kaffeebauern im Bio-Anbau geschult und lernen Alternativen zum Kaffeeanbau wie etwa Bienenzucht kennen. Selbst aus dem benachbarten Ausland reisen Interessierte an, um sich zu informieren. Biologischer Kaffee wird auf der Finca Fortaleza unter Pfirsichbäumen und Zedern angebaut, dazu Bio-Salate, Gemüse und Obst aller Art. Das Herzstück der Farm ist jedoch die Herstellung des eigenen Düngers: Aus Ernteabfällen und organischem Material entsteht das flüssige oder feste „Gold“, wie Perez seinen Dünger nennt, der mit Mineralien aus gemahlenen Steinen oder Muscheln angereichert ist. „Alles, was wir für die Bio-Landwirtschaft brauchen, ist bereits vorhanden“, sagt der Farmer. Der 20-jährige Mario Perez jr. führt uns durch die Finca Cascavelles, die er mit seinem Vater leitet, und erzählt, dass der Klimawandel auch hier spürbar sei: Früher dauerte die Regenzeit von Mai bis November, in den letzten Jahren ließen die Regenfälle nach. Mit steigenden Temperaturen reift der Kaffee schneller, was zu einem Abfall in der Qualität führt. Dazu kommt die allgegenwärtige Gefahr von „La Roya“, einem Pilz, der unter anderem von

stark wechselhafter Witterung verursacht wird: Eine KaffeerostEpidemie vor einigen Jahren brachte viele Farmer an den Rand ihrer Existenz. Heute hat man Möglichkeiten gefunden, La Roya vorzubeugen, mit natürlichen Mitteln: „Die Kaffeesträucher werden mit Mineralien bespritzt, um die Pflanzen zu stärken“, erzählt der schlaksige junge Mann.

Bio-Landwirtschaft So negativ sich der Kaffeerost auswirkte, so eröffnete er doch neue Perspektiven, da die Kaffeefarmer gezwungen waren, sich nach Alternativen umzusehen. Eine davon war der Bio-Anbau von Obst und Gemüse und in weiterer Folge der Bio-Markt von COMSA, der jeden Sonntag in Marcala stattfindet. Hier werden Tomaten, Zwiebel, Käse oder Hühner aus Bio-Landwirtschaft angeboten. Auch die Bienenzucht war eine direkte Folge von La Roya, um Alternativen zum Kaffeeanbau zu schaffen. Sonia Alejandra Medina, die dem indigenen Volk der Lenka angehört und als spirituelle Heilerin gilt, erbte neun Hektar Land von ihrem verstorbenen Mann. Acht Kinder hat sie mit ihm großgezogen. Doña Sonia, wie sie von allen genannt wird, zeigt stolz ihre Kaffeepflanzen, die sich von der Kaffeerost-Epidemie gut erholt haben. Mitten im Wald hat sie einen Altar aus Gras, Mais, Blumen und Kerzen aufgebaut, den sie mit Weihrauch umrundet. Dann werden allen vier Elementen Gebete ausgesprochen und die Erde und der Himmel gewürdigt. Doña Sonia beschließt das Ritual mit einer innigen Baum­ umarmung, bevor sie zum Geschäftlichen kommt. „Dank Fair­trade erhalten wir einen höheren Preis, die Fairtrade-Prämie erreicht die Menschen und schweißt uns zusammen.“ Die 68-Jährige strahlt eine ansteckende Fröhlichkeit und Zuversicht aus. Sie hat die Verbindung zur Natur jedenfalls gefunden.

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Verkaufen und liquide bleiben Immer mehr Unternehmer setzen auf Factoring. Warum das so ist, haben wir bei zwei Branchenplayern nachgefragt. Tex t: Stephan Strzyzowski

Sebastian Erich

Andreas Bene

Vorstandsvorsitzender der S Intermarket Factoring in Österreich und Südosteuropa

Vorstand der Raiffeisen Factor Bank

Früher war Factoring ein wenig als Methode für „angeschlagene“ Unternehmen verschrien. Wie hat sich das Bild gewandelt? Aufgrund der Bankendichte in Österreich ist der Markt extrem kompetitiv. In Zeiten vor der Finanzkrise haben daher viele Unternehmen ungehindert Fremdkapital von Banken erhalten – und nur jene, die nahe der Insolvenz waren, haben sich an Factoring Banken gewandt. Daraus entstand ein unvorteilhaftes Image als „Sanierungsprodukt“. Seit 2008 müssen Banken Kreditrisiken deutlich restriktiver managen. Auch diesem Umstand ist zu verdanken, dass Factoring mittlerweile einen deutlich höheren Stellenwert hat – und ein gleichwertiges komplementäres Produkt zu klassischen Bankfinanzierungen geworden ist.

Ist Factoring für alle Branchen geeignet? Factoring richtet sich grundsätzlich an Unternehmen, die gewerbliche Abnehmer haben. Einzige wesentliche Ausnahmen sind die Bauwirtschaft und das Projektgeschäft. Schließlich können nur Forderungen gekauft werden, deren Leistung vollständig erbracht wurde. Das Modell der Abrechnung erfolgt in der Baubranche aber anders, da dort in Teilen abgerechnet wird und die Leistung erst am Ende komplett erbracht ist.

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Warum ist Factoring für exportierende Unternehmen attraktiv? Weil die Zahlungsziele am Weltmarkt mitunter deutlich länger sind. Mit Factoring kann man sie auf wenige Stunden verkürzen. Wenn man auf Exportmärkte geht und Abnehmer beliefert, die man noch nicht so gut kennt, kann man sich darüber hinaus auf sein Produkt konzentrieren anstatt auf die Ausfallsrisiken.

Österreichs Unternehmen sind traditionell mit niedrigem Eigenkapital ausgestattet. Wie wirkt sich Factoring auf diesen Umstand aus? Österreichische Unternehmen sind zum Durchschnitt Europas schlechter kapitalisiert. Allerdings haben sich viele Unternehmen in den letzten Jahren erheblich verbessert. Regulatorische Vorgaben für Banken drängen Unternehmen vermehrt dazu, auf Bilanzkennzahlen zu achten. Der laufende Verkauf von Kundenforderungen hilft die Liquiditätssituation umsatzabhängig zu verbessern sowie Kapital frei zu machen, um langfris­ tig die Finanzierung von Investitionen/Ersatzinvestitionen oder Wachstum zu erleichtern. Weitere Vorteile von Factoring sind die Verkürzung der Bilanzsumme, die Erhöhung der Eigenkapitalquote und die Verbesserung der Bonität des Unternehmens. Somit wird der Zugang zu Fremdkapital erleichtert.


k / oeKB Versi

cherung

Konsequent bleiben

heinz s. tesare

Warum Nachsicht bei säumigen Zahlern schlecht wäre, und woran man Betrüger erkennt– Karolina Offterdinger, Vorstand der OeKB-Versicherung, im Gespräch. intervieW: stePhAn strzyzoWsKI

Wie erkenne ich als Unternehmer zeitgerecht, dass ein Zahlungsausfall droht? Sie bemerken es am Zahlungsverzug. Wenn Sie beispielsweise ein Zahlungsziel von 60 Tagen vereinbaren und das Geld am 61ten Tag noch nicht auf Ihrem Konto ist, dann sollten die Alarmglocken schrillen. Zahlt der Kunde trotz wiederholter Mahnung nicht, dann ist die Chance gering, dass der Lieferant jemals zu seinem Geld kommt. Ist das Zahlungsziel um sechs Monate überschritten, dann ist nach unserer Erfahrung die Forderung zu 90 Prozent verloren. Wie können Unternehmer verhindern, dass es soweit kommt? Durch ein straffes Debitorenmanagement! Eine strukturierte Vorgehensweise bei Spätzahlern und ein strenges Mahnwesen können das Schlimmste abwenden. Wichtig ist, dass sie konsequent sind. Daher rate ich Unternehmen, bei Zahlungszielüberschreitungen weitere Lieferungen einzustellen. Man würde ja auch keine neuen Waren in ein brennendes Lagerhaus stellen. Warum sind Forderungsausfälle gerade im Ausland so brisant? Mit der geografischen Entfernung steigt einfach die Schwierigkeit, das wirtschaftliche Umfeld einschätzen zu können. Und auch die Durchsetzung von Forderungen ist fraglich. In Griechenland können Gerichtsverfahren beispielsweise durchaus mehrere Jahre dauern. Gibt es Regionen, die besonders kritisch zu betrachten sind? Besonderes Augenmerk legen wir auf Schwellenländer wie Russland, Brasilien und Indien. Diese Länder bieten große Markt-

Wie entwickelt sich Factoring in Österreich? Der Gesamtmarkt für Factoring weist in den letzten drei Jahren eine Steigerung von 67 Prozent auf. Mit einem Factoringvolumen von derzeit fünf Prozent des BIP hat Österreich zwar kräftig aufgeholt, liegt aber immer noch deutlich unter dem EU-Schnitt. In drei bis vier Jahren wird sich der österreichische Markt verdoppeln. Denn immer häufiger gilt das Motto: Erfolgreiche Unternehmen verkaufen ihre Produkte und ihre Forderungen. Diese Denkweise kommt aus dem angloamerikanischen Raum, wo das effiziente Managen von Liquidität und Kapital eine deutlich wichtigere Rolle spielt. Wer diesen Ansatz lebt, kann sich besser auf Produkte, Qualität und Vermarktung konzentrieren.

chancen, sind aber auch mit Risiken behaftet. Denn die Situation in diesen Ländern kann sich sehr schnell ändern. In vielen Regionen kommen zu wirtschaftlichen Risiken wie Zahlungsverzug und Insolvenz noch politische Risiken – Probleme beim Devisentransfer oder Nichtzahlung wegen Unruhen oder Krieg. Immer wieder werden Unternehmen von Betrügern um große Forderungen geprellt. Wie gehen sie vor? Aktuell haben wir es mit einem Stoßbetrug zu tun. Das heißt, dass das Unternehmen bereits aus dem Vorsatz heraus gegründet wurde, Waren zu ergaunern. Die ersten Lieferungen zahlt der Abnehmer pünktlich. Auf diese Weise baut er Vertrauen beim Lieferanten auf. Anschließend tätigt er eine Großbestellung, und dafür braucht er auch ein längeres Zahlungsziel. Der österreichische Exporteur ist einverstanden und liefert vereinbarungsgemäß. Bevor das Zahlungsziel abgelaufen ist, wird die Ware weiterverkauft und der Erlös versickert. Der Lieferant bleibt auf der offenen Rechnung sitzen. Wenn Sie nicht kreditversichert sind, stehen die Chancen schlecht jemals Geld zu sehen. Solche Betrüger gehen äußerst geschickt vor. Bis die Betreibungsmaßnahmen greifen, ist vom Schuldner nur mehr eine Hülle übrig, von der ist nichts mehr zu holen. Woran erkennt man Betrüger? Aus meiner Erfahrung rate ich Ihnen, Bestellungen, Lieferadressen und Zahlungskonditionen immer wieder zu überprüfen. Änderungen können, müssen aber nicht ein Indiz sein, dass hier etwas nicht stimmt.

Kann Factoring Unternehmen auch dabei helfen, klassische Kredite zu bekommen? Factoring bietet den Vorteil, die Kreditlimite des Kunden nicht zu belasten. Factoring Banken buchen das Risiko der Summe aller Debitoren des Kunden und brauchen somit keine risikorelevanten Limite für den Kunden. Die freien Limite stehen somit den klassischen Banken zur Verfügung für Betriebsmittellinien oder Investitionsfinanzierungen.

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Mars, Attacke! Wenn alles glatt geht, ist Mario Kozuh-Schneeberger der erste Tischler und Designer, dessen Möbel die Mars-Oberfläche berühren werden. Ein Besuch beim gebürtigen Tiroler in seiner Linzer Wirkungsstätte. Tex t: DanieL Nutz

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ange Lieferwege sind für den ehemaligen Tischler Mario Kozuh-Schneeberger kein Problem. Wenn es nach seinen Vorstellungen läuft, wird eines seiner Spezialmöbel einen Lieferweg von rund 76 Millionen Kilometer zurücklegen. Dabei geht es um ein mobiles Büro, das den Sandstürmen und extremen Temperaturunterschieden auf der Mars-Oberfläche standhält. Als Spediteur wird dann eine internationale Kooperative unterschiedlicher Raumfahrtagenturen von NASA über ESA bis zur russischen Raumfahrtagentur Roskosmos fungieren. Losgehen soll es in 30 Jahren, vielleicht schon in 20. Dann soll die erste bemannte Mars-Mission stattfinden. Zukunftsmusik, die in Kozuh-Schneebergers Ohren wie eine Fanfare klingt. Heute sitzt der 41-jährige gebürtige Tiroler in seinem Linzer Büro und nippt an einer Tasse Kaffee. Sein Büro ist eigentlich nur ein Arbeitsplatz. „Meine Firma ist in meinem Kopf“, sagt KozuhSchneeberger. Und darin sprießen seit jeher viele Ideen. In Tirol absolvierte er eine ganz klassische Tischlerlehre. Später verschlug es ihn ans Linzer Bruckner Konservatorium, wo er Harmonielehre studierte. Er arbeitete als Tischler, als Musiker und machte Einlegearbeiten für Kunstwerke von Andi Warhol oder Roy Liechtenstein. Und irgendwann verschlug es ihn zum Industriedesign. „Mich interessiert seit jeher die Verbindung von Technologie und dem klassischen Möbelbau“, sagt er.

Mobiles Büro für den roten Planeten Was er damit meint, sieht man am ausklappbaren mobilen Büro, das Kozuh-Schneeberger für eine Marssimulation in der Wüste Marokkos 2013 entworfen hat. Unscheinbar sieht der etwa einen Meter lange, und 60 Zentimeter hohe und ebenso tiefe Quader auf den ersten Blick aus. Nicht Hightech-Materialien wie Carbon, spezielle Kunststoffe oder Gläser kommen bei der Verkleidung zum Einsatz, sondern der älteste Baustoff der Menschheit: Holz. „Holz hat eben die besten Dämmeigenschaften“, erklärt der ehemalige Tischler. Doch wie kommt man als Kleinunternehmer überhaupt zu einem Auftrag für die Raumfahrt? Als Drehscheibe zwischen Wissenschaft und Unternehmen fungiert das Österreichische Weltraumforum (ÖWF). Die Anforderungen für Möbel von Seiten des ÖWF sind entsprechend hoch. Das Maßmöbel sieht aus wie eine vierteilige Kiste, mit flexiblem Klappmechanismus. Es muss nicht nur in zwei Minuten

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aufgebaut und einsatzfähig sein, sondern soll auch Temperaturen von minus 50 bis plus 80 Grad trotzen, in seinem Innenleben, je nach Ausstattungsanforderung, veränderbar und völlig dicht sein. Käme ein Sandkorn durch die Geschwindigkeit eines Marswindes getrieben ins Innere, würden die Geräte leicht zerstört werden. Den Härtetest hat das mobile Büro bei der Marssimulation in der marokkanischen Wüste jedenfalls bestanden. „Sand, Wind und Hitze konnten dem Kubus nichts anhaben“, sagt Gernot Grömer vom ÖWF, das bei der internationalen Mission federführend war.

KMU fürs Weltall Das ÖWF zählt gemessen an der Einwohnerzahl des Landes zu den ambitioniertesten Raumfahrtagenturen weltweit. Erst Ende 2015 gab der damalige Infrastrukturminister Alois Stöger ein 100-Millionen-Euro-Budget für die Raumfahrt frei. Davon profitieren auch zahlreiche Unternehmen. Bundesweit beschäftigen sich bereits 114 heimische Forschungseinrichtungen und Firmen mit der Raumfahrt. Darunter große universitäre Einrichtungen wie das Grazer Institut für Weltraumforschung, Joanneum Research, Salzburg Research und die Universität Innsbruck sowie bekannte Unternehmen wie Siemens, TTTech, RUAG Space, einige Zulieferer aus der Flugzeugindustrie bis hin zu KMU und EPU wie Kozuh-Schneebergers Firma Intarsico Multimedia Möbeldesign. Als Informationsund Andockstelle für interessierte Betriebe eignet sich das ÖWF. Die größte Herausforderung sei die Genauigkeit, die Präzession, welche bei den Arbeiten für die Raumfahrt verlangt werde, sagt Kozuh-Schneeberger. Da er selbst nur in der Konzeption und Planung tätig ist, ist er auf die Kooperation mit Professionalisten aus der Tischlerbranche angewiesen. In der gemeinsamen Umsetzung der Projekte hilft ihm klarerweise seine eigene Tischlervergangenheit. „Ich kann mich in die Rolle meiner Partner hineinversetzen. Wir sehen die Herausforderungen und Probleme mit den gleichen Augen und haben keine Kommunikationsprobleme“, sagt er. Die Raumfahrt hat Kozuh-Schneeberger schon immer fasziniert. Die schwammigen Schwarz-Weiß-Bilder der Mondlandung sind fest in seinen Kopf gebrannt. Das erforschen fremder Welten sei eine der großen Aufgaben der Menschheit, ist er überzeugt. Und daran, will er auch ein bisschen mitwirken. So hat er seine guten Kontakte genützt und erst unlängst die Entwicklung eines neuartigen Astronauten-Helms gemeinsam mit der Voest mitverantwortet.


vom all ins Wohnzimmer Die Raumfahrt ist ein Versuchslabor für den Unternehmer, es geht ums Tüfteln, ums Ausprobieren. Nichts geht dabei einfach, aber das macht Kozuh-Schneeberger nichts. In seiner Jugend war er Skispringer, erzählt er. „Ich wurde damals von Toni Innauer und Alois Lipburger trainiert. Die haben mir beigebracht, geduldig zu sein.“ Wenn man für die Raumfahrt entwickelt, braucht man viel von dieser Geduld. Aber diese sei auch lohnend, meint KozuhSchneeberger. Wie das Beispiel des mobilen Büros aus Holz zeigt, müssen Produkte für die Raumfahrt nicht immer aus Hightech-Materialien sein. Innovative Ideen und Umsetzungen sind entscheidend. Vieles, was in nächtelangem Tüfteln entsteht, fließt in Folge auch in seine herkömmlichen Möbeldesigns für den Planeten Erde. „Es geht immer darum, dem Menschenen durch die Möbel optimale Bewegungsabläufe zu ermöglichen. Die hohen Anforderungen hinsichtlich Widerstandsfähigkeit und Präzession, die in der Raumfahrt verlangt werden, lassen sich auch auf Alltagsmöbel übertragen“, sagt Kozuh-Schneeberger. Aufträge aus der Raumfahrt und herkömmliche Möbeldesings ergeben somit eine Symbiose, die neue Wege freilegt. Irgendwann möchte der Designer Aufnahmen aus der Raumfahrt für die individuelle Wohnraumgestaltung verwenden. „Mittels Oled Folien wäre es möglich, Bilder aus dem Weltall direkt auf die Wohnzimmerwände zu projizieren. So könnte sich jeder, der es möchte, für eine gewisse Zeit, in einer 76 Millionen Kilometer entfernten Welt wähnen.“ Kozuhs Augen strahlen, wenn er von der Zukunft der Innenarchitektur spricht. Anders als die erste bemannte Mars-Mission ist es eine sehr nahe Zukunft.

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KL ARE WORTE

Neue Führung braucht die Firma ...

...meint Rudolf Kara

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DIESMAL ZUM THEMA:

Menschengerechte Führung Der Psychiater Prof. Rudolf Karazman forscht und lehrt zum Thema Unternehmensführung an der WU Wien. Auf falsche Führung angesprochen kommt er in den Redefluss. Wir lauschten.

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laubt irgendwer, menschenungerechte Führung würde zu mehr Produktivität führen? Wer glaubt, dass bei Menschen mehr Anforderung mehr Ergebnis bringt? Mit Verlängerung des Arbeitstages? Ist Anstrengung endlos, sodass sie fortdauernd und ohne Pause eingefordert werden kann?" Wer glaubt denn wirklich, dass Frauen weniger Potenzial haben? Wer glaubt denn, dass Mitarbeiter nicht Mitdenken wollen? Wer glaubt, dass Angst Leistung fördert?"

„Ist das noch Führung? Oder bloß ein Top-Down-Syndrom? Können Führungspersonen bestmöglich führen, wenn sie an den Wirtschaftsuniversitäten nichts über die Gesetzmäßigkeiten menschlicher Zusammenarbeit lernen? Wenn sie Mitarbeiter nur nach Kosten, aber nicht nach Kostbarkeit beurteilen lernen? Wenn sie dort nichts lernen über menschliches Sein, über Sinn, über das Abenteuer Ich und seine Erfüllung durch Arbeit? Lernen sie die Stärken und Führungserwartungen von jeder Generation? Von beiden Geschlechtern? Von alten und neuen Inländern?“ „Wieso braucht es für den Gabelstapler einen Führerschrein, aber für eine Führungsposition nicht? Wieso braucht es Umweltverträglichkeitsprüfungen von Betrieben, aber keine Menschenverträglichkeitsprüfungen? Warum bucht Buchhaltung das Auto als Vermögen und bilanziert die Mitarbeiter als

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Ausgabe? Obwohl sie einnehmen? Warum wird Fortbildung zum Verlust, obwohl es das Unternehmen profitabler machen kann? Schafft die Maschine Mehrwert, so ganz alleine, ohne von Menschen bedient zu werden? Und wenn die Menschen Mehrwert schaffen, warum sind sie dann nicht mehr wert? Und wieso wird eine Firma nicht mehr wert, die menschengerecht die Ziele verfolgt? Und wie kann Bilanz ohne Mensch?“ „Solange Bilanzierung die Mitarbeiter vertreibt, werden Frühpensionen blühen. Und vor der äußeren Pensionierung innere Pensionierung. Und vor Beschwerden und Krankheiten innere Kündigung. Der menschliche Verlust in der Gesamtarchitektur der wirtschaftlichen Methoden und Strukturen bedingt wirtschaftlichen Verlust. Wenn wir wollen, dass Menschen länger im Arbeitsleben bleiben, dann brauchen wir eine Humanisierung des Arbeitslebens. Haben wir menschengerechte (altersgerechte, gendergerechte) Arbeitswelten, werden Menschen länger bleiben können. Und großteils auch bleiben wollen. Dann brauchen wir eine Weiterentwicklung vom Human Ressource Management zum Human Source Management. Eine Humanisierung der Arbeitswelt, bei der das Arbeitsleben als potenzieller Entwicklungsraum, nach Viktor Frankl, durch Human Quality Management verwirklicht wird.“

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