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03 | 2014 DAS ÖSTERREICHISCHE FACHMAGAZIN FÜR BODEN, WAND UND DECKE WWW.COLORZEITUNG.AT

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E DI TO R I A L / I M P R ESSUM

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MUT ZUR VERÄNDERUNG

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Diana Danbauer d.danbauer@wirtschaftsverlag.at

ieses Heft steht ganz im Zeichen der Neuerungen. Schon am Cover können Sie sehen, dass wir uns verändert haben. Nach einem intensiven Relaunchprozess in den letzten Monaten dürfen wir Ihnen mit dieser Ausgabe die optische und inhaltliche Weiterentwicklung präsentieren. Das Layout wurde vom Grafiker Simon Jappel nach der konzeptuellen Beratung durch den internationalen Medien Designer Dirk Merbach komplett überarbeitet. Die gute Lesbarkeit dank neuer Schrift, mehr Weißräumen und mehr Bildern, sind nur einige der Verbesserungen, die Sie ab sofort sehen können. Die inhaltliche Überarbeitung hin zu einem modernen, leserorientieren Heft, das voll anwendbarem Wissen steckt und zusätzlich neue Formate mit einem Serviceschwerpunkt bietet, wurde in einem ganzheitlichen Ansatz zwischen Optik und Inhalt aufeinander abgestimmt. Ebenfalls am Cover angekündigt, wird dem Thema „Nachhaltigkeit“ dieses Mal in großem Stil Raum gegeben. In einem erstmals verlagsübergreifenden Konzept soll dem Schwerpunkt „Corporate Social Responsibility“ Rechnung getragen werden. Dabei geht es vorwiegend um die Themen Ökologie, Soziales, um Mitarbeiterthemen und um Nachhaltigkeit im Kerngeschäft. Dass die chemische

Industrie in Österreich hier schon seit längerem Verantwortung übernimmt, lesen Sie ab Seite 32. Passend dazu fügt sich auch die aktuelle Coverstory „Facelifting für Altbauten“ von Tom Cervinka ins Gesamtkonzept ein. Sanierung und Restaurierung von Altbauten ist in vielerlei Hinsicht ein heikles Thema, bei dem häufig auch das Bundesdenkmalamt ein Wörtchen mitzureden hat. Lesen Sie mehr ab Seite 8. Um auch in Zukunft professionell und verantwortungsbewusst handeln zu können, bedarf es einer entsprechenden (Aus-)Bildung der nächsten Generation. Einen wichtigen Beitrag für die Branche leistet dabei die Malerschule Leesdorf. Dominique Platz hat die Ausbildungsstätte besucht und stellt sie in einer interessanten Reportage ab Seite 28 vor. Eine spannende wünscht

und

anregende

Lektüre

Diana Danbauer

QR- CODE - G U I DE In der vorliegenden wie auch in den kommenden ­color-Ausgaben werden Ihnen immer wieder sogenannte QR-Codes begegnen, die Sie mit einer ­entsprechenden App auf Ihrem Smartphone scannen können und mittels derer Sie zu mehr Informationen zum jeweiligen Artikel auf unserer Website gelangen. Alternativ können Sie natürlich auch direkt auf ­www.colorzeitung.at ­vorbeischauen.

Coverfoto: Pinsel ist nicht gleich Pinsel. ­ Mithilfe einer Checklist zum richtigen ­Werkzeug. Foto: Thinkstock

Impressum color – Das österreichische Fachmagazin für Boden, Wand und Decke Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, T 01/546 64-0, www.wirtschaftsverlag.at, www.colorzeitung.at Chefredaktion Gesamtverlag: Stefan Böck, DW 380, s.boeck@wirtschaftsverlag.at Leitende Redakteurin: Mag. Diana Danbauer, DW 346, d.danbauer@wirtschaftsverlag.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: DI Tom Cervinka, Mag. Christoph Hautzenberger, Mag. Gabriele ­Straßegger, Dorian Kreicic, Rafael Raaber,

Dr. Christine Müller, Mag. Dominique Platz, Sandra Knopp, Mag. Ulrike Pfeffer, Mag. Rudolf Siart Grafik: butjabutja - multicrossmedia, Inh. Cecile M. Lederer, 1140 Wien Grafisches Konzept: Simon Jappel DW 163, s.jappel@wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher Ressortleitung Verlagsbereich Bau: Kersten Viehmann, DW 320, k.viehmann@wirtschaftsverlag.at Gesamtverkaufsleitung: Franz-Michael Seidl, DW 240, f.seidl@wirtschaftsverlag.at Anzeigen- und Medienberatung: Gabriela ­Korpitsch, DW 244, g.korpitsch@wirtschaftsverlag.at, ­

Benedikt Wagesreiter, DW 253, b.wagesreiter@­wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: Renate Weber, DW 482, r.weber@wirtschaftsverlag.at Anzeigenrepräsentanz für OÖ: Gerhard Weberberger, Kleinwört 8, 4030 Linz, T 0732/31 50 29-42, g.weberberger@wirtschaftsverlag.at Hersteller: Friedrich VDV, Vereinigte Druckereien- und Verlags-GmbH & CO KG, 4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichvdv.com Marketing: Paul Kampusch, DW 130 Beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der ­Medizin ­Medien Austria GmbH (der Österreichischer Wirtschafts­verlag GmbH) ist die Süddeutscher Verlag

Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth ­Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %. Anzeigenpreisliste: Nummer 6, Jänner 2014 ­Erscheinungsweise: zweimonatlich Aboservice: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien, T 01/361 70 70-570, F 01/361 70 70-9570, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahres­bezugspreis: 50 Euro (Inland); Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres ­storniert werden, laufen weiter.


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INH ALT

08 FLORIAN MAYER, WKO, BOSCH, DIANA DANBAUER, MALERSCHULE LEESDORF

RU B R I K E N 08 Coverstory 12 Wirtschaft 16 Schwerpunkt 22 Unternehmen 24 Design 28 Bildung 30 Dämmen 32 Nachhaltigkeit 42 Reportage 44 Service 46 Markt

08 FACELIFTING FÜR ALTBAUTEN

Sanierung und Farbgestaltung von denkmalgeschützten ­Fassaden stellen auch für erfahrene Profis eine ­besondere Herausforderung dar. In der Regel geht mit der Neugestaltung von Fassaden heute auch eine wärmetechnische ­Bestandssanierung einher.

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I N H ALT

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FACHTAGUNG

28 ZEITREISE NACH LEESDORF

Heuer feiert die Malerschule Baden-Leesdorf ihr 90jähriges Bestehen. Grund ­genug, der traditionsreichen Bildungsstätte einen Besuch abzustatten. Ein ­Lokalaugenschein mit interessanten Einblicken hinter die Kulissen verdeutlicht, dass es sich trotz des Alters, um eine moderne und zeitgemäße Einrichtung handelt.

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18. und 19. November 2014

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Die Referentin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreich koordi­ niert die Belange rund um das Gütesiegel „Responsible Care“. Warum es sich lohnt, die zahlreichen Auflagen zu erfüllen und sich die Mühe zu machen, ­erläutert die Expertin im Exklusivgespräch.

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AK TU E LLES

GA S T KOM M E N TA R

SAUBER UNTERWEGS

Ich erwarte mir von der Förderung der Handwerkerleistungen nicht nur mehr Aufträge, sondern auch wichtige Impulse und ein klares Bekenntnis gegen die Schattenwirtschaft. Ab 1. Juli 2014 tritt das „Bundesgesetz BSO KR Ing. Renate über die Förderung von HandScheichelbauer-Schuster, werkerleistungen“ in Kraft. Dann Bundessparte Gewerbe können Förderungen für Arbeitsund Handwerk leistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen von im Inland gelegenem und für eigene Wohnzwecke genutztem Wohnraum sowie dessen Außenhaut beantragt werden. In Summe können insgesamt 50.000 Anträge gefördert werden. Eine Maßnahme, die die Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich bereits seit Jahren fordert. Künftig können Arbeitsleistungen, wie z. B. die Erneuerung von Dächern, Spenglerarbeiten, Erneuerung von Fassaden, Austausch von Fenstern oder von Bodenbelägen, die Erneuerung von Wandtapeten, Malerarbeiten, Installationen sowie Arbeiten an Einbaumöbeln, die auf die speziellen Maße eines Raumes angepasst werden und mit dem Gebäude fest verbunden sind, gefördert werden, wenn sie von einem befugten Betrieb erbracht werden. Im Einzelfall sind von maximal 3000 Euro Kosten 20 Prozent förderbar. Somit können pro Förderwerber, Adresse und Kalenderjahr bis zu 600 Euro an Förderung ausbezahlt werden. Die Regelung soll als „Pilotprojekt“ bis 31.12.2015 gelten und danach einer Evaluierung unterzoDER HANDWERgen werden. Verläuft KERBONUS – alles bestens, könnte EIN VORTEIL FÜR der Handwerkerbonus KUNDEN UND dauerhaft etabliert und ausgebaut werden. HANDWERKER Ich sehe positive UND GARANT Beschäftigungseffekte FÜR VIELE NEUE im Handwerkerbonus, ­ ARBEITSPLÄTZE. aufgrund des hohen volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffektes. Privater Konsum ist nach wie vor der wichtigste konjunkturelle Stabilisator, wobei die Wertschöpfung zu einem großen Teil im Inland bleibt. Hier wird ein Impuls geschaffen, der besonders der Bauwirtschaft und dem Bauhilfs- und Baunebengewerbe zugute kommen wird. Ich appelliere an alle Beteiligten, mitzuhelfen, dass der Handwerkerbonus in der Abwicklung möglichst einfach gehandhabt wird. Davon wird sein Erfolg wesentlich abhängen.

ADLER

HANDWERKERBONUS

Auf dem neuesten Stand der Technik – und der Umweltfreundlichkeit – sind die beiden Neuzugänge des Adler-Fuhrparks: Die Adler-Werk Lackfabrik hat zwei Lkw angeschafft, die der Abgasnorm Euro 6 entsprechen. Verpflichtend wird diese Norm erst im Jahr 2015, doch das Schwazer UnternehAdler fährt schon jetzt mit neuen men hat schon jetzt über 200.000 umweltfreundlichen Euro-6-Lkw. Euro investiert, um seine Kunden so umweltfreundlich wie möglich zu beliefern. Insgesamt zählt die knallgelbe Adler-Flotte 16 Lkw, die bislang unfallfrei unterwegs waren. Insgesamt bringen sie im Jahr rund eine Million Kilometer auf die Straße. Die beiden neuen „Saubermänner“ mit Euro-6-Motoren sind ein Mercedes-Benz Actros und ein Mercedes-Benz Atego. Mercedes war mit Scania der erste Hersteller, der Euro-6-Modelle auf den Markt brachte. „Es ist einfach die aktuellste und schadstoffärmste Motorengeneration, das Umweltfreundlichste, was derzeit auf dem Markt ist. Deshalb haben wir uns für die Anschaffung der beiden neuen Lkw entschieden“, erklärt Geschäftsführerin Andrea Berghofer die Beweggründe für diese freiwillige Investition. Die beiden Lkw fahren von Schwaz aus ins Tiroler Unterland und nach Salzburg bzw. nach Innsbruck und Vorarlberg. Sie sparen dank der schadstoffarmen Motoren bei jedem Kilometer Emissionen ein. „Unser Motto lautet schon seit vielen Jahren ‚Saubere Arbeit, saubere Umwelt‘ – dem sind wir in allen Geschäftsbereichen treu, von der Produktion bis zur Auslieferung“, sagt die Unternehmerin, die den Tiroler Familienbetrieb in dritter Generation leitet.

15 JAHRE ZUSAMMENARBEIT Im Jahre 1999 hat die Geschäftsführung der Firma Sefra den deutschen Spezialisten für Holz- und Bodenbeschichtung Remmers zu einer Zusammenarbeit eingeladen. Zu dem diesjährigen Jubiläum luden die beiden Unternehmen Kunden aus ganz Österreich ins Schloss Cobenzl bei Wien ein, um gemeinsam die erfolgreiche Zusammenarbeit zu feiern und gleichzeitig die Gelegenheit zu nutzen, um Perspektiven für die nächsten Jahre aufzuzeigen. Nach den Grußwurten von Christian Seidler, Geschäftsführer Sefra, und Ingo Stargast Joey Kelly: Sefra und Remmers Fuchs, Geschäftsführer Remmers, folgte feiern zusammen mit Kunden 15 gemeinein Vortrag vom Extremsportler Joey Kelly, same Jahre. der vor allem durch seine eiserne Disziplin und konsequente Zielstrebigkeit beeindruckt. Eigenschaften, die auch in jedem Unternehmen die Voraussetzung für nachhaltige Erfolge sind.

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A K T UE LLES

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MALER DES JAHRES GESUCHT

FACILITY KONGRESS

Die Mappe sucht auch heuer wieder den Maler des Jahres. Prämiert werden außerordentliche fachliche Leistungen, mit denen Malerund Lackiererbetriebe ihr Können bewiesen haben. Der Branchenpreis wird ausgeschrieben für herausragende Innovationen, Optimierungen und Entwicklungen in unternehmerischer und gestalterischer Hinsicht, die Impulse für neue Lösungsansätze für die Branche setzen. Prämiert wird der Maler des Jahres 2014 in den Kategorien Marketing, Gestaltungskonzept gewerblich/öffentlich, Gestaltungskonzept privat, Innovative Oberfläche und Spezial-Arbeitsgebiet. Neben einer Trophäe erhält der Gewinner eine Urkunde und das Siegel Maler des Jahres 2014, das werbewirksam auf allen möglichen Werbemitteln eingesetzt werden kann, vom Briefbogen über das Firmenfahrzeug, von der Gerüstplane bis zur Internetseite. Alles über die Teilnahmebedingungen ist in den Auslobungsunterlagen zu finden. Es ist eine unverbindliche Registrierung als Teilnehmer notwendig. Anschließend werden per E-Mail Teilnahmekennziffer sowie die Einreichungsunterlagen zugeschickt. Die Teilnahmegebühr wird erst nach Einreichung der Arbeit(en) fällig. Sie beträgt für die erste Einreichung 100 Euro, für jede weitere 60 Euro. Einsendeschluss ist der 17. September 2014. Es gilt der Poststempel. Alle Informationen dazu unter: www.maler-des-jahres.de

WÜRTH

GIRLS DAY BEI WÜRTH Würth-Mitarbeiterinnen erzählten am 13. Girls Day in Niederösterreich über ihren Ausbildungsweg und beruflichen Werdegang, um Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren eine Entscheidungshilfe für die Berufsorientierung zu geben. Auf Initiative des Frauenreferates des Amtes der NÖ Landesregierung informierten sich die Schülerinnen der vierten Klasse der NNÖMS Dr. Theodor Körner in St. Pölten über das Arbeitsleben von heute. Mentorinnen gaben Auskünfte über ihre Tätigkeit und Tipps aus dem beruflichen Erfahrungsschatz weiter. „Um sich für die richtige Ausbildung zu entscheiden, kann es auch interessant sein, in Unternehmen zu schnuppern, die auf den ersten Blick für Mädchen nicht typisch sind. Obwohl wir mit unseren Produkten männlich dominierte Schülerinnen zwischen 13 und 18 Jahren Handwerksbranchen bedienen, haben wir informierten sich am 13. Girls Day über das Arerfreulicherweise auch sieben Frauen in un- beitsleben in einer männerdominierten Branche. serer Außendienstmannschaft, die sehr erfolgreich sind. In unseren Kundenzentren liegt der Frauenanteil bei 30 Prozent“, so Josef Holzweber, Leiter Personalentwicklung Würth Österreich.

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Am 25. und 26. Juni 2014 findet heuer der 22. ATGA Facility Kongress – powered by FMA statt. Von einer kleinen Veranstaltung für eine Handvoll Interessierter hat man sich zu einem der führenden FMKongresse in Österreich entwickelt. Heute liegt der Fokus auf langfristigen und nachhaltigen Strategien. Neben der Hauptgruppe der Facility Manager sind hauptsächlich Anbieter von FMDienstleistungen und TGA-Komponenten, Berater, Architekten, Studenten und Immobilienentwickler unter den rund 220 Teilnehmern zu finden. „Wir haben mit dem Kongress eine Plattform für Erfahrungsaustausch und eine Drehscheibe für Wissenstransfer im Immobilien- und FMBereich geschaffen“, ist Markus Aschauer, ATGA, überzeugt. Unter dem Motto „Unterstützung Kerngeschäft: Bessere Gebäude. Besseres Management.“ werden neueste Trends und Entwicklungen vorgestellt. Darüber hinaus gibt der Kongress in diesem Jahr wichtige Impulse zum Thema Arbeitswelt im Wandel. Experten und Best-Practice-Projekte zeigen, wie Facility Manager das Kerngeschäft verstehen und ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg leisten. Neben Altbewährtem findet sich am 22. ATGA Facility Kongress auch Innovatives und Neues. So werden 2014 erstmals die „Austrian FM Awards“ als fixer Programmpunkt involviert. Zeigen die Nominierten und PreisträgerInnen doch immer den jeweiligen Letztstand der Entwicklungen rund um das Gebäude und Facility Management und führen zu wertvollen Ideen für künftige Strategien.

NATURHAUS NATURFARBEN

GROSSES INTERESSE AM PRAXISTAG

Auf Testflächen konnten alle Naturhausprodukte vor Ort ausprobiert werden.

Großes Interesse zeigten Handwerker, Schreiner und Bodenleger am Praxistag, der bereits zum dritten Mal bei Naturhaus Naturfarben in Riedering stattfand. Über 30 Teilnehmer, darunter viele langjährige Kunden und Geschäftspartner, ließen sich zeigen, wie in drei Schritten die perfekte Bodenbeschichtung entsteht. Parallel wurden die neuen Produkte präsentiert. Das „Rapid System“ vereint eine schnelle Anwendung mit hohen ökologischen Ansprüchen des Naturhauses: Die zu 100 Prozent lösemittelfreien Produkte aus reinen Naturrohstoffen senken die Trocknungszeit so herab, dass ein Drei-Schicht-Oberflächenaufbau in nur einem Tag appliziert werden kann. Das wirkt sich positiv auf die Handwerkskosten aus – ein Pluspunkt, mit dem Fachanwender bei ihren Kunden punkten können. Der Handwerker muss nicht mehrfach zum Objekt anfahren – eine Effizienz, die der Kunde schätzt und von der auch die innerbetrieblichen Abläufe profitieren. Der nächste Praxistag ist findet am 10. Oktober 2014 statt.


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E FACELIFTING FÜR ALTBAUTEN Die Fassade ist ein wahres Multitalent: Sie schützt das Mauerwerk vor Wind und Wetter, gleicht den Feuchtigkeitshaushalt aus und dient der optischen Gestaltung. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Farbgebung – vor allem wenn es um die Sanierung oder Restaurierung von Altbestand oder denkmalgeschützten Gebäuden geht. T E X T TOM ČE RV I N K A | FOTO S F LORIAN MAY ER , P U BA ST EPAN EK| R EN D ER IN G WIEN SÜD

Restaurierung der Außenfassade „Haus der Zukunft“

isige Kälte, Schlagregen, Wind, UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Fußball spielende Kinder: Die Fassade muss einiges aushalten. Das geht auf Dauer auf die Substanz. Rund ein halbes Jahrhundert beträgt beispielsweise die Lebenserwartung von Putzfassaden, die mit einem Anteil von rund 70 Prozent die überwiegende Mehrheit der heimischen Gebäude bedecken. Eine wesentlich geringere Lebenserwartung verzeichnen die jeweiligen Farbanstriche an der Fassade und müssen deshalb in entsprechend kürzeren Intervallen regelmäßig erneuert werden. Neben der rein ästhetischen Wirkung erfüllen sie auch eine wichtige Schutzfunktion für die Putzschichten darunter. Im Idealfall dient die jeweilige Farbbeschichtung als zusätzlicher Schutz vor UVStrahlung und Verschmutzung, hält Wasser von der Fassade fern und verhindert so Frostschäden und Rissbildung im Winter. SENSIBLE SANIERUNG In der Regel geht mit der Neugestaltung von Fassaden heute auch eine wärmetechnische Bestandssanierung einher.  Eine aus energetischer Sicht durchwegs sinnvolle Maßnahme, die allerdings bei Altbauten und insbesondere bei historisch erhaltenswerten oder sogar unter Denkmalschutz gestellten Objekten sehr schnell an ihre Grenzen stößt. Hier ist eine thermische Verbesserung der Hülle über die Fassade mit Vollwärme­schutz kaum bis gar nicht


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C OV E RSTORY

Vorher/Nachher: Die Restaurierung der Außenfassade belegte beim Stadterneuerungspreis 2012 Platz 4.

auf erneuerbare Energieträger erreicht werden. Für die aufwendig gestalteten Fassaden vergangener Epochen ist die Verkleidung mit einem Vollwärmeschutz keine adäquate Lösung. Fast ein Viertel aller Gebäude der Bundeshauptstadt wurde beispielsweise vor dem Jahr 1918 errichtet, viele davon während der Gründerzeit. Rund ein Prozent aller Gebäude in Österreich steht zudem unter Denkmalschutz. „Eine 08/15-Dämmung ist für solche Gebäude tabu. Hier gilt es, die Nutzung ganzheitlich anzusehen und nicht nur stur auf den Heizenergiebedarf zu schielen“, sagt Christian H ­ anus,

TAG DES DENKMALS

möglich. Auf diesen Umstand reagiert auch der Gesetzgeber, wie zum Beispiel im Rahmen der Wiener Sanierungsverordnung, die selbst dann Sanierungszuschüsse vorsieht, wenn die Zielwerte nicht erreicht werden. Als Berechnungsgrundlage für eine Förderung zählt in diesem Fall das Maß der wärmetechnischen Ertüchtigung – sprich die Verringerung des Heizwärmebedarfs. Diese kann beispielsweise über die Dämmung der obersten Geschoßdecke, die Sanierung oder den Austausch der Fenster, die Dämmung von Hoffassaden oder die Umstellung der Heizung

Der 28. September 2014 steht heuer unter dem Motto „Illusion“. In Wien werden rund 40 Programmpunkte angeboten, die von exklusiven Führungen in sonst öffentlich nicht zugänglichen Gebäuden über Sonderführungen in Museen bis zu Besichtigungen außerordentlich interessanter Baudenkmäler aus den verschiedensten Epochen reichen. www.tagdesdenkmals.at

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C OVE RSTO RY

Dekan und Professor für Bauen und Umwelt an der Donau Universität Krems. SCHUTZ HISTORISCHER FASSADEN Aus denkmalpflegerischer Sicht ist bei Fassadensanierungen oder Neuanstrichen der Erhalt der Originalstruktur sowie der Färbung wünschenswert. „Nach Möglichkeit ist eine Annäherung an die originale Farbfassung wieder herzustellen, die sich in der Regel unter den Farbschichten vergangener Renovierungen auf der originalen Putzschicht befindet“, erklärt Sylvia Schönolt vom Landeskonservatorat für Wien des Bundesdenkmalamtes. Dabei ist ein eventueller Grundierungsanstrich zu berücksichtigen, den man nicht mit der Originalfärbung verwechseln darf. Das Freilegen der ursprünglichen

GE S TA LT U N G

Vorher: Der Altbestand bedarf einer besonderen Behandlung bei der Restaurierung.

• Historische Fassaden verlangen Farben, die vorrangig bodenständige, teils recht unterschiedliche Bausteine der Kulturlandschaft imitieren und überdies auf Kalkbasis herstellbar sind. Ausnahmen können „Nullflächen“ bilden, die nicht tragend wirkend gestaltet, sondern bekleidet sind (z. B. mit Fliesen). • Die Oberflächenfarbe darf nicht als Beschichtung wirken, sie stellt die Farbe des Bausteins dar. • Die Farbe dient der Unterstützung der Gestaltung . • Die Farbe dient dazu, architektonische Einheiten zusammenzufassen und die horizontale und vertikale Gliederung der Fassade zu betonen. • Der oftmals monotonen Wirkung der Chemiefarben kann auch bei einfärbigen Fassaden durch entsprechende – die Architekturgliederung berücksichtigende – Farbschattierungen entgegengewirkt werden. Indem z. B. die Fassadenfläche zwischen zwei Risaliten etwas dunkler schattiert wird, von unten nach oben kaum merkbar heller werdend. • Elemente der Architektur sind nicht nur die geputzte Fassade, sondern auch alle anderen Elemente wie Fenster, Türen, Balkongeländer, Vorbauten, Regenrinnen und -rohre, Dachdekorationen, u. v. a., die daher in deren Farben zu gestalten sind. Notwendige Installationen wie Regenabfallrohre dürfen weder durch ihre Form, noch durch ihre Funktion beeinträchtigen. • Intensität, Grauwert und Helligkeit der Fassadenfarben einer Häuserzeile müssen einander entsprechen, wenn ihre Bedeutung gleichwertig ist.

QUELLE: STUDIE „FARBGESTALTUNG HISTORISCHER FASSADEN IN WIEN“, AUFTRAGGEBER: MAGISTRAT DER STADT WIEN MA 19, VERFASSER: ARCHITEKT UNIV.-PROF. DI DR. FRIEDMUND HUEBER, DOWNLOADMÖGLICHKEIT UNTER WWW.WIEN.GV.AT

Farbbeschichtung sollte auf allen Fassadenflächen erfolgen, also sowohl auf den sogenannte Nullflächen als auch auf den ornamental gestalteten oder architektonisch gegliederten Fassadenabschnitten. Vor der Wiederherstellung oder Neugestaltung steht die Bestands- und Zustandsanalyse. Durch eine Kratzprobe oder Abreißprüfung, beispielsweise mit einem festen Klebeband, lässt sich feststellen, ob der Untergrund tragfähig ist. Durch eine einfache Klopfprüfung mit den Fingerknöcheln kann in einem ersten Schritt beispielsweise überprüft werden, ob bzw. an welchen Stellen sich der Putz vom Mauerwerk löst. Sind Schäden vorhanden, müssen diese vor einer neuerlichen Farbgebung


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C OVE RSTORY

behoben werden. Dabei gilt: materialtechnisch im System bleiben! „Wenn es sich beispielsweise um eine Kalkputzfassade handelt, sollten auch alle Ergänzungen mit Kalkputz erfolgen. Schädigende Farbschichten oder Putzüberriebe müssen abgenommen werden, da diese oft dicht und hart an der Oberfläche liegen und die Wasserdampfdurchlässigkeit behindern. Putzergänzungen sollten nie härter sein als der Bestandsputz“, so die Expertin vom Denkmalamt. Für die Instandsetzung heißt das, es dürfen keine „dichten“ Überriebe und Farben aufgebracht werden. Bei der Farbeschichtung hat sich der Einsatz von klassischen Kalkfarben vielfach bewährt. Diese sollten am besten „al fresco“, also feucht in feucht, aufgebracht werden. Ist das nicht möglich, muss der Untergrund vorher

Nachher: Beim Stadterneuerungspreis 2012 belegte die gelungene Erneuerung Platz 1.

angeätzt werden. „Wenn aufgrund früherer Renovierungen unterschiedliche Putz- und Farbuntergründe vorhanden sind, die ein unterschiedliches Saugverhalten bedingen, ist eine Kalkfassung manchmal nicht möglich. Bei der Beschichtung kann man dann zum Beispiel dampfdiffusionsoffene Mineral- oder Silikonharzfarben verwenden“, so Schönolt. Zur Verwendung von Kalkfarben rät auch Architekt und Denkmalschutzsachverständiger Friedmund Hueber. In seiner Studie „Farbgestaltung historischer Fassaden in Wien“ für die MA 18, Stadtentwicklung Wien, schreibt er: „Der Putz des 19. Jahrhunderts war mit Kalkfarben gefärbelt. Dieser Kalk gibt eine Reflexion des Lichtes, die der

BESSEMEr:

Wirkung als Stein entgegenkommt und in krassem Widerspruch zur homogenen, eintönig exakten Farbwirkung moderner Ersatzmaterialien steht. Eine in Kalk gefärbte Fassade ist nie homogen einfarbig.“ Vorrangiges Ziel der Putz- und Farbgestaltung bei Altbauten war ursprünglich die Imitation von Steinoberflächen. Im Zuge der farblichen Neugestaltung sollte deshalb auch sparsam mit Farbe umgegangen werden, denn „wie aktuelle Untersuchungen ergaben, waren die meisten Gründerzeithäuser einfarbig gefasst. Bevor ein neuer Farbanstrich aufgebracht wird, empfiehlt es sich daher, anhand eines Fassadenplans oder guter Fotos vorher zu überlegen, wie eine eventuelle Zwei- oder Mehrfärbigkeit aussehen könnte“, so Schönolt. Unterstützung bei der Sanierung und Farbgestaltung von denkmalgeschützten Fassaden finden Ausführende bei den Mitarbeitern des Bundesdenkmalamtes bzw. fallweise im „Informationsund Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege – Kartause Mauerbach“ in Niederösterreich. Hilfe bei der Restaurierung von historischen Fassaden bietet aber auch die MA 19, Architektur und Stadtgestaltung. Für eine fundierte Fassadenuntersuchung samt Maßnahmenkatalog zur Sanierung und Instandsetzung kann man sich an den Österreichischen Restauratorenverband wenden. 

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WIRTSCHAF T

IHR GEBOT, BITTE! Die Einführung des Bestbieterverfahrens ist eine stetig wiederkehrende Forderung in der Baubranche. Nun ergreift man die Initiative. TEXT CHRISTOPH HAUZENBERGER | FOTOS THINKSTOCK, GBH

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ie Diskussionen über Vergabeverfahren beschäftigen zurzeit in Österreich nicht nur die Baubranche. Es herrscht Resignation nicht nur bei Klein- und Mittelunternehmen, die dem Preisdruck nicht standhalten können, Stammpersonal muss abgebaut werden, und Lohnsowie Sozialdumping findet auch auf öffentlichen Baustellen statt. Verschärft wird diese Situation noch zusätzlich durch die Tatsache, dass öffentliche Bauten noch immer nach dem Billigstbieterprinzip ausgeschrieben werden, obwohl die rechtliche Grundlage für ein Bestbieterverfahren gegeben wäre. Eine Diskussion, die vor dem Hintergrund der Betrachtung von Bauten über ihren gesamten Lebenszyklus noch zusätzlich an Brisanz gewinnt.

SCHULTERSCHLUSS „Wir können dieser Tendenz nicht weiter zuschauen“, stellt der Nationalratsabgeordnete und Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Josef Muchitsch fest: „Es muss ein Aufwachen passieren, Grund dafür gibt es genug!“ Eine Meinung, mit der Muchitsch nicht allein dasteht und die zu einem Schulterschluss von drei Fachgewerkschaften, zwölf Bundesinnungen und weiteren Partnern aus der Wirtschaft führte. Unter dem Namen „Faire Vergaben sichern Arbeitsplätze“ gründete man eine Initiative, um Wege zu fairen Vergaben und zur Absicherung regionaler Arbeitsplätze aufzuzeigen. In einem sechs Punkte umfassenden Katalog fordert man die Adaptierung des Vergaberechts – Best- vor Billigstbieterprinzip –, Maßnahmen gegen die Gründung und Geschäftstätigkeit von Scheinfirmen, die Novellierung des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes, die Aufrechterhaltung des Befähigungsnachweises als Ausübungs- und Qualifikationskriterium, die Änderung sonstiger Rahmenbedingungen sowie die rasche Umsetzung der EU-Vergaberichtlinie in nationales Recht. Vor allem der Unterpunkt der Vergabekriterien ist sehr detailliert und ausführlich ausgearbeitet. Im Herzen steht die zentrale Forderung, dass ohne Ausnahme der Bestbieter den Auftrag erhalten

UNTER DEM NAMEN „FAIRE VERGABEN SICHERN ARBEITSPLÄTZE“ GRÜNDETE MAN EINE INITIATIVE, UM WEGE ZU FAIREN VERGABEN UND ZUR ABSICHERUNG REGIONALER ARBEITSPLÄTZE AUFZUZEIGEN.

soll, nicht der Billigstbieter. Einfließen sollen dabei Qualitätskriterien wie Organisation, Qualifikation und Erfahrung von Schlüsselpersonal, ökologische Bauführung, Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz oder Mitarbeiterschulungen und die Einbeziehung von Regionalität sowie die Berücksichtigung der Beschäftigung von Eigenpersonal (Eigenleistung), Lehrlingen und älteren Arbeitnehmern. Auch die Subvergaben sollen eingeschränkt werden und die Benennungspflicht bei der Auftragsvergabe sowie laufende Kontrollen verpflichtend werden. Geht es nach der Initiative, werden auch Verstöße gegen arbeits- und sozialrechtliche Mindeststandards künftig härter bestraft. Bei erstmaligem qualifiziertem Verstoß soll genauso ein zwingendes Ausscheiden erfolgen wie bei einem sonstigen Verstoß im Wiederholungsfall. „Mit dieser Initiative soll nicht nur eine gerechte Verteilung von Kapital, sondern auch eine gerechte Verteilung von Aufträgen ermöglicht werden“, fordert Erwin Wieland, Bundesinnungsmeister der Maler und Tapezierer: „Eine Bewusstseinsbildung für die Auftraggeber privater und öffentlicher Hand, die Aufträge regional zu vergeben und damit das Kapital in Österreich zu bündeln.“ Einer weiteren Entwicklung will die Initiative ebenfalls den Riegel vorschieben. Durch die unsichere Auftragslage und den Abbau von Stamm-


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Alles andere ist gestrichen!

personal wird es immer schwieriger, Lehrlinge in Betrieben auszubilden. Die Zahlen sind mit minus 11,2 Prozent im Baugewerbe stark rückgängig. „Wir unterstützen die Initiative, damit die Facharbeiter in unseren Betrieben ihr handwerkliches Können und ihr fachliches Wissen wie gewohnt an die Jugend weitergeben können“, erklärt Irene Wedl-Kogler, Bundesinnungsmeisterin der Bundesinnung Bauhilfsgewerbe. „Ebenso soll die Vielfältigkeit in Größe und Leistung unserer Betriebe und somit die Wahlmöglichkeit für unsere Bevölkerung auch weiterhin zur Verfügung stehen.“ RECHTLICH GEFESTIGT Grundsätzlich bedeutet die Ausschreibung nach dem Bestbieterprinzip nichts anderes, als dass der Preis nicht mehr das einzige Vergabekriterium bei Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber ist. So können qualitative, umweltbezogene und soziale Aspekte genauso in der Vergabe als ausschlaggebende Kriterien herangezogen werden, sie müssen nur im Vorfeld genau definiert und veröffentlicht werden. „Die rechtliche Grundlage für das Bestbieterprinzip liefern die EU-Vergaberichtlinien“, erklärt Thomas Kurz, Rechtsanwalt bei Heid Schiefer Rechtsanwälte OG. Diese müssen innerhalb von zwei Jahren von den Mitgliedsstaaten in das Bundesvergabegesetz eingearbeitet werden. So soll

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WIRTSCHAF T

die neue Vergaberichtlinie vor allem wesentliche Änderungen in der Bestbieterermittlung bringen. „Eine zentrale Änderung ist, dass die Möglichkeiten des Auftraggebers, nach qualitativen Kriterien zu vergeben, wesentlich erweitert wurden“, so Kurz. Dabei seien vor allem die Bewertung der Qualität des Schlüsselpersonals und der Qualitätskriterien auf den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Herstellung eines einzelnen Ziegels bis hin zum Recycling des abgerissenen Hauses – besonders hervorzuheben. Dabei muss man aber aufpassen, dass diese Kriterien nicht diskriminierend sind. So wären zum Beispiel Lokalpräferenzen, die nicht sachlich gerechtfertigt sind, unzulässig. ÜBERALL WILLKOMMEN Die Forderung nach der Umsetzung des Bestbieterprinzips in Österreich ist bei Weitem keine neue. So steht in „Erfolgreich.Österreich.“, dem Arbeitsprogramm der aktuellen Bundesregierung, im Unterpunkt „Maßnahmen für in Österreich tätige Betriebe gegen das Unterlaufen der Preise und Arbeitsbedingungen durch Lohn- und Sozialdumping“ die Arbeitsanweisung, das Vergaberecht bezüglich Best- vor Billigstbieterprinzip abzuändern. Im Burgenland wird dies schon seit 2012 gelebt. Mit der Initiative „Bau auf Burgenland“ vom SPÖ-Landtagsklub und von der Gewerkschaft Bau-Holz sollten vor allem öffentliche Auftraggeber wie Gemeinden und Institutionen dazu motiviert werden, bei der Vergabe von Bauaufträgen bewusst den Schwerpunkt auf burgenländische Anbieter zu legen. „Öffentliche Auftragsvergaben nach dem Best- statt nach dem Billigstbieterprinzip sind das wirkungsvollste Instrument gegen Lohn- und Sozialdumping“, stellt der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl fest. Der Initiative folgte im Herbst 2013 die Veröffentlichung eines juristisch abgesicherten Leitfadens zur regionalen Vergabe kommunaler Bau- und Dienst-

I N I T I AT I V E Die Mitwirkenden der Initiative „Faire Vergaben sichern Arbeitsplätze“ Fachgewerkschaften: GW Bau-Holz, GW ProGe, GW der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier Bundesinnungen: BI Bau, BI Bauhilfsgewerbe, BI der Dachdecker, Glaser und Spengler, BI der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker, BI der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker, BI Holzbau, BI der Maler und Tapezierer, BI der Metalltechniker, BI der Kunststoffverarbeiter, BI SHK, BI der Steinmetze, BI der Tischler Weitere Partner: Arbeitsgruppe Grenzlandkonflikte, e-Marke Austria, Güteschutzverband für Bewehrungsstahl, Heid Schiefer Rechtsanwälte

leistungsaufträge. Dieser soll als Baukasten für die Gemeinden dienen, aus dem sie sich nach regionalen Bedürfnissen die geeigneten Instrumente für Vergaben aussuchen können. „Es sind vor allem die regionalen und kleinen Unternehmer in der Baubranche, die bei den neuen Spielregeln bei öffentlichen Aufträgen verstärkt unterstützt werden“, sagt die Kärntner Finanzreferentin Gaby Schaunig. Seit Anfang April gelten neue Richtlinien für die Vergabe von Bauaufträgen durch die Landesimmobiliengesellschaft. Einerseits wurde der Schwellenwert für Direktvergaben angehoben, andererseits sollen in Zukunft neben Preis und Qualität auch soziale und ökologische Kriterien beachtet werden. Diese Idee wurde mittlerweile schon von mehreren Bundesländern aufgegriffen, so arbeitet man in Niederösterreich und in der Steiermark zurzeit ebenfalls an einer rechtlichen Umsetzung. Auch vonseiten der Wirtschaft begrüßt man immer wieder das Streben nach dem Bestbieterprinzip. „Das Bestbieterprinzip kommt der Bevölkerung und Volkswirtschaft in Gesamtbetrachtung günstiger“, so Strabag-AG-Vorstandsmitglied Manfred Weiss.„Zum einen sichert es lokale Arbeitsplätze, zum anderen müssen auch die Kosten eines Bauwerks nach der Bauphase betrachtet werden. Die besten Angebote beziehen diese in die Kalkulation mit ein, sodass die Kosten des Bauwerks über seinen gesamten Lebenszyklus minimiert werden.“ DIE FLECKERLTEPPICH-PROBLEMATIK So positiv die Idee ist, so hausgemacht wirken auch die Probleme, die mit dem Bestbieterprinzip auf die Baubranche zukommen. Vor allem Klein- und Mittelunternehmen müssen sich umstellen, da der Aufwand zur Erstellung und die Teilnahme an einer Ausschreibung größer werden. Hierbei können juristische Leitfäden im Baukastensystem Abhilfe schaffen, diese sind jedoch nur bis zur Landesgrenze anwendbar. Die EU-Vergaberichtlinien werden zwar in das Bundesvergabegesetz eingearbeitet, doch auch die Länder haben Vergaberichtlinien, und so scheint es naheliegend, dass sich jede Region die für sich am besten passenden Kriterien heraussucht. Dadurch würde ein System, ähnlich der Bauordnungen, von neun verschiedenen Vergaberichtlinien für das Bestbieterprinzip wachsen und somit den Bemühungen, den Papierwald zu lichten, entgegenwirken. „Natürlich wollen wir ein einheitliches System schaffen“, stellt Robert Jägersberger klar. Weiterführend hält er fest: „Dennoch ist es logisch, dass alle Länder das Beste für sich selbst rausholen wollen, allein schon aufgrund der regionalen Unterschiede. Wir sind schon froh, wenn das System österreichweit zum Greifen kommt, wenn wir dabei noch zusätzlich die eierlegende Wollmilchsau finden, soll es mir recht sein.“


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W I RTSC H AF T

ÖFFENTLICHE MITTEL

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FOCUS ON THE NEXT GENERATION

Welche Mittel die öffentliche Hand für die Arbeitsmarktpolitik in Österreich und Deutschland einsetzt und wofür diese Mittel jeweils verwendet werden, ist Gegenstand einer ausführlichen neuen Wifo-Studie. T E X T G ABR I E L E ST R ASS EG G ER | FOTO W KO

UNTERSCHIEDE IN DEN SCHWERPUNKTEN Deutschland und Österreich haben unterschiedliche Schwerpunkte: Seit Mitte der 2000er-Jahre ist die deutsche Arbeitsmarktpolitik mehr auf Effektivität und Effizienz ausgerichtet. Infolgedessen verlor die berufliche Weiterbildung erheblich an Bedeutung zugunsten von Gründungsinitiativen und Beschäftigungsanreizen. Österreich wendet 22,9 Prozent des Arbeitsmarktbudgets für Aus- und Weiterbildung auf, Deutschland nur 15,9 Prozent. Ein großer Unterschied besteht auch bei Vorruhestandsleistungen. Während nur 2,8 Prozent des deutschen Arbeitsmarktbudgets mit derartigen Ausgaben belastet werden, sind es in Österreich 7,6 Prozent. Deutschland finanziert hier aus dem Arbeitsmarktbudget nur die Ausgaben für die 2013 auslaufende Altersteilzeit. In Österreich zahlt das AMS die viel üppiger geregelte Altersteilzeit, weiters Sonderunterstützungsleistungen, Pensionsvorschuss und Übergangsgeld. Im Ergebnis wird hier – so das Wifo – der vorzeitige Austritt aus dem Erwerbsleben gefördert. RESÜMEE Auch wenn internationale Vergleiche mit Vorsicht zu genießen sind, wird klar, warum Deutschland den Arbeitslosenversicherungsbeitrag von 6,5 auf drei Prozent senken konnte. Begünstigt wurde diese Entwicklung dadurch, dass der Bund seit 2007 nicht mehr für das Defizit der Bundesagentur für Arbeit haftet. Diese muss Defizite mit Krediten abdecken. In Österreich deckt der Bund automatisch das Defizit im Arbeitsmarktbudget ab.

Mag. Gabriele Straßegger, Referentin Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit, Wirtschaftskammer Österreich

ÖSTERREICH WENDET 22,9 % DES ARBEITSMARKTBUDGETS FÜR AUS- UND WEITERBILDUNG AUF, IN DEUTSCHLAND SIND ES NUR 15,9 %.

PALFINGER AG · 5020 Salzburg, Austria · E-Mail info@palfinger.com

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rotz geringerer Arbeitslosigkeit ist der Beitrag in Österreich doppelt so hoch wie beim Nachbarn Deutschland. Hauptgrund ist, dass der Beitrag in Österreich nicht nur das Arbeitslosengeld, sondern auch – zeitlich unbefristet – die Notstandshilfe finanziert. In Deutschland wird hingegen das Arbeitslosengeld II, vergleichbar mit der heimischen Notstandshilfe, aus allgemeinen Steuermitteln finanziert. Dasselbe gilt für die aktiven Maßnahmen für die Arbeitslosengeld-IIBezieher. Auch wenn die alleinige Verantwortung des AMS für eine kontinuierliche Betreuung seiner Kunden ein Vorteil ist, ist die Finanzierung eines unbefristeten Sozialtransfers wie der Notstandshilfe aus Beiträgen in der EU unüblich.

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SC H WE RP UN KT WERKZ EU G E

RÖNTGENBLICK FÜR MALER Beim Kunden eine Wasser- oder Elektroleitung anzubohren ist peinlich und ärgerlich. Ortungsgeräte können Ärger vermeiden, doch nicht alle erkennen Leitungen und andere Objekte gleich gut. T E X T D O R I A N K R E I CI C | FOTO S HERST ELLER

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er findet, was Ihr Bohrer nicht finden soll!“ So oder ähnlich lauten Werbesprüche einschlägiger Hersteller von Geräten zur Ortung von Elektroleitungen, Metall- oder Kunststoffrohren, Armierungseisen oder Holzprofilen – sogenannte Detektoren, Ortungsgeräte oder „Wandscanner“. Insbesondere Billiggeräte vom Discounter halten jedoch selten, was sie versprechen, und haben keinen sonderlich guten Ruf. Dabei ist der Bedarf durchaus vorhanden, denn nicht nur aus versicherungsrechtlichen Gründen ist ein gewissenhaftes vorheriges Abklären der installationstechnischen Verhältnisse insbesondere im Altbaubereich sinnvoll und wichtig. Vor der Einführung von Installationszonen gemäß ÖVE/ ÖNorm E 8015-3 bzw. DIN 18015 wurden Elektroleitungen nicht innerhalb normierter Zonen streng vertikal und horizontal, sondern nach Belieben, um Material zu sparen teilweise auch im Wandbereich diagonal geführt. Das Bohren im Altbaubereich ist damit ein Lotteriespiel. Findet der Bohrer doch einmal, was er nicht finden soll, muss bestenfalls „nur“

ZU DEN WICHTIGESTEN EIGENSCHAFTEN EINES WANDSCANNERS GEHÖRT DAS MESSVERFAHREN. JE MEHR SENSOREN EINGEBAUT SIND, DESTO PRÄZISER UND FLEXIBLER KANN DAS GERÄT EINGESETZT WERDEN.

die Wand aufgestemmt werden. Schlimmstenfalls drohen zusätzlich Wasserschäden oder durch beschädigte Gas- oder Elektroleitungen verursachte Brände. Damit Detektoren durch Wände „hindurchsehen“ können, werden spezielle, teilweise auch mehrere Ortungsverfahren, respektive Sensoren kombiniert in einem Gerät eingesetzt: Bei reinen Metallsuchgeräten wird nach dem Induktionsprinzip ein elektromagnetisches Feld erzeugt, das sich ändert, sobald sich Metallgegenstände nähern. Multi-Detektoren, die mehrere Materialien erkennen können, arbeiten nach dem kapazitiven Verfahren. Im Gegensatz zu induktiven Sensoren lassen sich mit kapazitiven Sensoren auch nicht metallische Objekte orten. Zusätzliche Sensoren erhöhen die Flexibilität und Präzision. Einige wenige Ortungsgeräte verfügen über eine RadarSensorik. So lassen sich etwa Objektkanten exakter orten oder sogar Kunststoffrohre einer Fußbodenoder Wandheizung anzeigen. Neben Wasser-, Heizungs-, Abwasser- oder Gasleitungen, respektive Unterkonstruktionen aus Metall oder NE-Metall, Kunststoff oder Holz, können auch stromfreie oder stromführende Elektroleitungen lokalisiert werden. Einige Geräte sind auf die Anzeige eines bestimmten Materials spezialisiert. Sie verhindern das Anbohren von Bewehrungseisen, Kupfer- und Aluminiumrohren und verlängern so die Lebensdauer von Bohrern. Teilweise kann auch relativ präzise die Betonüberdeckung von Bewehrungseisen sowie deren Durchmesser angezeigt werden. ORTUNGSGERÄTE IN DER PRAXIS Wand-Detektoren sind besser als ihr Ruf, der vor allem aus den schlechten Ergebnissen von Billigprodukten für unter 20 Euro resultiert. Diese vorwiegend in Discountern und Baumärkten erhältlichen Geräte finden, wenn überhaupt, lediglich Stromleitungen oder Metall und schneiden im praktischen Einsatz meist schlecht ab. Detektoren aus dem mittleren Preisbereich bis 100 Euro finden mehrere Materialien und eignen sich durchaus für den gelegentlichen Einsatz. Wer ein professionelles Gerät sucht, muss gleich mehrere Hundert Euro ausgeben, erhält dafür aber auch mehr Präzision und Zuverlässigkeit. Stichwort Zuverlässigkeit: Multi-Detektoren können zwar den Blutdruck beim Bohren an kniffeligen Stellen senken – absolute Sicherheit bietet aber kein Gerät! Zu den wichtigsten Eigenschaften eines Wandscanners gehört das Messverfahren. Je mehr Sensoren eingebaut sind, desto präziser und flexibler einsetzbar ist das Gerät, desto anspruchsvoller kann aber auch die Bedienung sein. Wichtig ist natürlich auch, welche Objekte erkannt werden. Üblich sind Wasser- und Stromleitungen, Holzprofile sowie in Beton verlegte Armierungseisen. Je genauer Objektkanten, -zentren und teilweise auch -tiefen angezeigt werden, desto präziser kann


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SC H W E R P U N K T W E R K ZEU GE

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BOSCH WALLSCANNER D-TECT 150 PROFESSIONAL

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Black & Decker, www.blackanddecker.at

Bosch, www.wallscanner.de

Hugo Brennenstuhl, www.brennenstuhl.at

Hilti Austria, www.hilti.at

Pearl, www.pearl.at

Messverfahren: Induktiv | Kapazitiv | Radar | Sonstiges

|□|□

 | □ |  | 50 Hz-Sensor

||□

|□|

|□|□

Erkennt Objekte: Wasser- | Abwasser- | Stromleitung | Holz | Bewehrung | Sonstiges

□|□|||| Kupferrohre

||||| Kunststoffleitungen, Hohlräume

||||□| Metall

||||| Kupfer- und Alurohre

|||

Zeigt an: Objektkante | -mitte | -tiefe

||

||

□||□

||

□||□

Max. Messtiefe | Genauigkeit: in mm

Metall: □ bis 45, Spannungsführende Leitungen: bis 100, Holz: bis 19, Kupfer: bis 36 | k.A.

60–150* | ± 5 (* abh. von ScanModus bzw. Material)

Holz: bis 40, Wechselspannung: 30–50, Metall: 50-80 | k.A.

bis 150 | ± 5 (je nach Tiefe)

bis 20 | k. A.

Anzeige: LED | LCD | Akustisch | Sonstiges

□||□

||

□||

||

□||

Abmessungen | Gewicht: B x H x T in mm | Gewicht in g

44 x 235 x 203 mm* | 340 g (* Verpackungsmaß)

97 x 220 x 120 mm | 700 g

65 x 145 x 25 mm | 174g

90 x 195 x 75 mm | 700 g

65 x 155 x 32 mm | 185 g

Gehäuse: Gummiarmierung | Schutzklasse

□|□

 | IP 54

□ | IP 20

 | IP 54

□|□

1 x 9 V | 6LR61 (Block)

4 x 1,5 V LR6 (AA-Batterie) oder 4 x 1,2 V KR6 (AA-Akku)

1x 9 V | Block

4 x 1,5 V | AA

1 x 9 V | Block

||□|□

 |  |  |  (Kurzanleitung)

|□|□

 |  |  | Schlaufe, Markierstifte, Koffer

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▶ 3 in 1 Detektor ▶ LCD Display ▶ Ergonomischer Griff

▶ Fünf Ortungsmodi ▶ Sprachgestütztes Menü ▶ Zeigt Materialart an

▶ Anzeige, Signalton, Batterieanzeige ▶ Autom. Empfindlichkeitsregelung

▶ Display zeigt geortete Objekte, Objektart und Tiefe an ▶ einfache Menünavigation

▶ 3in1-Detektor ▶ LCD-Anzeige ▶ kompakte Maße

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ca. 700,- (ab 9/14 erhältlich)

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PRODUKT Hersteller | Anbieter (Name, Webadresse)

Stromversorgung: Anzahl Batterien x Volt | Typ Lieferumfang: Manual | Batterien | Tasche | Sonstiges

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Unverbindliche Preisemp-

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SKIL DETECTOR 0550 AA

STANLEY INTELLILASER PRO

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YATO YT-73130

Hersteller | Anbieter (Name, Webadresse)

Skil, www.skileurope.com/at

Stanley, Black & Decker, www.stanleyworks.de

Würth, www.wuerth.at

Yato/Toya, www.yato.com

Messverfahren: Induktiv | Kapazitiv | Radar | Sonstiges

 | □ | □ | AC-Sensor

|□|□

 |  | □ | 50 Hz-Sensor

||□

Erkennt Objekte: Wasser- | Abwasser- | Stromleitung | Holz | Bewehrung | Sonst.

□ | □ |  | /  | Fe-, NEMetalle

□ |□ |||

 | / □ | □ | □ | Kupfer und Eisen

□||||

Zeigt an: Objektkante | -mitte | -tiefe

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||

□ | □ | □ | Exakte Lokalisierung durch Zoomfunktion

||□

Max. Messtiefe | Genauigkeit: in mm

80 | k. A.

Holz: 38, Metall: 38, Leitungen, stromführend: 50 | k. A.

bis 38, 50, 80, 120* | k. A. (*Holz, elt. Leitung, Kupfer, Stahl)

bis 100 | k. A.

Anzeige: LED | LCD | Akustisch | Sonstiges

 |  |  | rotes bzw. grünes Lichtsignal

□ ||□

||

||

Abmessungen | Gewicht: B x H x T in mm | Gewicht in g

80 x 203 x 28 mm | 300 g

70 x 190 x 30 mm | 170 g (270 g mit Lasereinheit)

85 x 200 x 32 mm | 240 g

80 x 200 x 22 mm | 236 g

Gehäuse: Gummiarmierung | Schutzklasse

□|□

□|□

| □

 |□

1 x 9 V | 6LR61 (Block)

1 x 9 V , 2 x 1,5 V | Block, AA (Detektor, Lasereinheit)

1 x 9 V | 6LR61 (Block)

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 | □ | □ | Abnehmbare Lasereinheit, Klebestreifen

 |  |  | 2 Markierstifte

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Besonderheiten: (3 Alleinstellungsmerkmale)

▶ großes LCD-Display ▶ erkennt Fe-, NE-Metalle, Kupfer (stromführend), Holz ▶ automatische Kalibrierung, sofort einsatzbereit

▶ Detektor mit abnehmbarem Linienlaser ▶ einfache Befestigung der Lasereinheit an Wand ▶ verschiedene Messtiefen

▶ Zoomfunktion für Ortung ▶ Automatische Kalibrierung ▶ Hochauflösendes Display

k. A

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PRODUKT

Stromversorgung: Anzahl Batterien x Volt | Typ Lieferumfang: Manual | Batterien | Tasche | Sonstiges

 vorhanden, □ nicht vorhanden, k. A.: keine Angabe. Alle Angaben beruhen auf Herstellerinformationen, Stand: Mai 2014. gebohrt werden. Die maximale Messtiefe, die vom Ortungsverfahren und dem Material abhängt, sagt etwas über die Leistungsfähigkeit des Gerätes aus. Werden Objekttiefen, respektive Bohrtiefen angezeigt, gibt die Genauigkeit mögliche Abweichungen vom angezeigten Wert an. Beim Gehäuse sollte auf „Baustellentauglichkeit“, möglichst mit Gummiarmierung und der Schutzklasse IP 54 (= staub- und spritzwassergeschützt) geachtet werden. Die Stromversorgung sollte durch Batterien, besser noch durch Lithium-Ionen-Akkus erfolgen. Wer Wandscanner häufig einsetzt, sollte auch auf den Stromverbrauch achten. AND THE WINNERS ARE … Aus dem Angebot ragen der Wallscanner D-tect 150 von Bosch sowie der Multidetektor PS 38 bzw. dessen ab September 2014 erhältlicher Nachfolger PS 50 von Hilti deutlich heraus. Mit der Kombination mehrer Ortungs-

verfahren und einer intelligenten Softwaresteuerung wurden damit Multi-Detektoren geschaffen, die im Hinblick auf Präzision und Zuverlässigkeit konkurrenzlos sind – leider auch im Preis. Doch die Investition kann sich schnell bezahlt machen, schließlich kann eine eventuell fällige Eigenbeteiligung bei notwendig werdenden Reparaturen schnell die Anschaffungskosten für einen Detektor überschreiten. Versicherer erheben im Fall der Fälle eine nicht unerhebliche Eigenbeteiligung und brummen „Wiederholungstätern“ Prämienanpassungen auf. Abgesehen davon ist die Behebung eines Schadens meist sehr zeitintensiv und für den Mieter mit viel Ärger verbunden. Dass eine angebohrte Leitung außerdem alles andere als eine gute Werbung ist, versteht sich von selbst. Dagegen vermittelt der vorbeugende Einsatz eines Detektors beim Kunden den Eindruck von Professionalität und Sorgfalt. 


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pa! a P m e n i e von m f e h C r e b e Li ss du a d , l l o t l s tota e e d n i f h Ic neue e n i e o s pa meinem Pa gegeben it e rb A ie d ür f e Giraff iegt, w ig n e 0 w o so ie d hast. Weil ch o n h c i l m nds nä e b a t z t nger ä e ist er je l l e i v kann d n u k r a t gaaanz s . n e l e i p s r t mi i m d r e f P m Papa e n i e m u d nn Ach ja, we kannst, n e f u a k fe eine Giraf cht ein i n n n a d r i kannst du m ? n e k n e h c s Pony Deine Nina

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SC H WE RP UN KT WERKZ EU G E

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ufgabe der Pinsel ist es, den Beschichtungsstoff aufzunehmen, zu halten und auf den Untergrund zu verteilen. Diese Aufgaben erfüllt der Pinsel, seitdem die erste Höhlenmalerei gemalt wurde. Unsere Vorfahren haben im späteren 1. Jahrhundert nach Christi Geburt in der einzigen Römerstadt der heutigen Steiermark, in der Flavia Solva, ornamentale Wandmalereien auf Putz ausgeführt. Von den freigelegten Wandmalereien sind Felderteilungen, stilisierte Rosetten, Marmorierungen und Rankenwerk zu erkennen, so die Angaben des Bundesdenkmalamtes in Wien. In diesem Bericht zeigen wir auf, gemeinsam mit b ­ eotol Werkzeuge GmbH, Sefra, Brillux, Biofa Österreich, Sto Österreich, Storch Malerwerkzeuge und dem Malerbetrieb Strobl als Informationsquellen, was bei der Auswahl der Pinsel zu beachten ist, damit die Pinsel lange erhalten bleiben und die besten Streichergebnisse erzielt werden.

AUFNEHMEN UND VERTEILEN Der Pinsel wurde von den Malern für den Auftrag und die Verteilung von Farbe, aber auch zum Schreiben benutzt. Er ist über die Jahrhunderte aus dem Maleralltag nicht mehr wegzudenken und hat sich zu einem der wichtigsten Werkzeuge für den Maler etabliert. T E X T R AFA E L R A A BE R | FOTO S T HIN KSTO CK , BRILLU X

PINSELARTEN Schaut man sich die Kataloge über Streichwerkzeuge an, ist man überwältigt von der Vielzahl der Pinselarten, die angeboten werden. Sanja Tanic von beotol Werkzeuge GmbH: „Grundsätzlich gibt es eine große Vielfalt an Pinselarten, zum Beispiel Malerpinsel, Ringpinsel, Lackpinsel, Lasurpinsel, Heizkörperpinsel und so weiter. Dabei werden die verschiedenen Materialien der Borsten, Zwingen und auch der Stiele berücksichtigt.“ Für Pinselborsten können Naturborsten, künstliche Borsten oder Mischungen verwendet werden. Entscheidend dabei ist, dass sich die tierischen Borsten für bestimmte Maler- oder Lackierarbeiten besser eignen und bessere Ergebnisse erzielen als Pinsel mit synthetischen Borsten. Die Pinselborsten werden durch Metallzwingen zusammengehalten. Optimal sind rostfreie Metallzwingen und solche, die keine Verfärbung aufweisen. Weitere Zwingen aus Weißblech, vermessingtem Weißblech, Edelkunststoffzwingen oder Bandvorbund können eingesetzt werden. Für den Pinselaufbau ist auch der Stiel, in den die Borsten mit den Zwingen geheftet werden, ein wichtiger Bauteil. Das Holz für den Pinselstiel sollte nicht aus einer stark quellenden Holzart bestehen. Buchenholz kommt etwa infrage für die Herstellung von Pinselstielen. Auch Weichhölzer, Kunststoff und 2K-Stiele können benutzt werden. ACHTUNG BEI NEUEN PINSELN Neue Pinsel sollten nicht sofort in Kontakt mit Farbe kommen, so die Empfehlung von Sto Österreich: „Um eine optimale Farbaufnahme erzielen zu können, den Pinsel vor der Anwendung mit Farbe in sauberes Wasser tauchen, um den Pinsel auf die spätere Farbaufnahme vorzubereiten. Danach das Wasser wieder kräftig ausstreichen oder ausschlagen.“ Nach der Beendigung der Maler- oder Lackierarbeiten müssen die Streichwerkzeuge gründlich gereinigt und entsprechend aufbewahrt werden. So


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SC H W E R P U N K T W E R K ZEU GE

ist gesichert, dass diese Werkzeuge lange benutzt werden können und keine Störungen im Beschichtungsbild entstehen. REINIGUNG DER PINSEL Pinsel müssen nach Beendigung der Arbeiten gründlich gereinigt werden. Sanja Tanic rät: „Malerpinsel reinigt man mit entsprechenden Verdünnungmitteln des verwendeten Anstrichmediums. Dabei füllen Sie das entsprechende Lösemittel in einen Behälter und bewegen den Pinsel so lange hin und her, bis keine Farbe mehr aus den Borsten kommt, danach spülen Sie den gereinigten Pinsel unter fließendem Wasser aus, um Rückstände des Lösemittels aus den Borsten zu entfernen. Insofern Sie mit einem wasserlöslichen Material gearbeitet haben, reinigen Sie den Pinsel unter fließendem Wasser so lange, bis keine Farbe mehr aus den Borsten kommt. Beim Reinigen auch an die Farbreste am Zwingenrand denken.“ Hermann Klug von Sefra bestätigt das und schlägt vor: „Pinsel sollten nach dem Arbeiten immer sofort mit der entsprechenden Verdünnung gereinigt werden. Um verklebte Teile der Borste freizubekommen, kann eine Drahtbürste zu Hilfe genommen werden.“ Sind die Pinsel gereinigt worden, sollen sie entsprechend aufbewahrt werden.

UM EINE OPTIMALE FARBAUFNAHME ERZIELEN ZU KÖNNEN, DEN PINSEL VOR DER ANWENDUNG MIT FARBE IN SAUBERES WASSER TAUCHEN, UM DEN PINSEL AUF DIE SPÄTERE FARBAUFNAHME VORZUBEREITEN.

FRAGEN ZUM PINSELKAUF

... UND ANTWORTEN*

1) Für welche Art von Arbeit soll der Pinsel verwendet werden?

Je nach Auftrag wird der Pinsel zum Auftragen von Wandfarbe, Fassadenfarbe, Lack, Lasur, zum Ausführen von dekorativen Techniken usw. verwendet.

2) Für welchen Bereich benötige ich den Pinsel/die Bürste?

Pinsel können für die Fassade und den Innenraum eingesetzt werden.

Es wird zwischen künstlichen und natürlichen Borsten unter3) Welche Borstenart/Borstenqualischieden. Für bestimmte Pinsel werden verschiedene Tierhaare tät sollte der neue Pinsel aufweisen? verwendet.

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„Vor dem Trocknen sollte der durchgespülte Pinsel noch ausgestrichen und wieder in Form gebracht werden. Dann den Pinsel frei nach unten hängend zum Trocknen stellen. Während einer kurzen Arbeitspause können Sie den gebrauchten Pinsel luftdicht aufbewahren, so kann der Pinsel ohne Zwischenreinigung direkt weiterverwendet werden“, so Sanja Tanic. Bei Lackierarbeiten, wenn die Pinsel auch am nächsten Tag benötigt werden, ist der Vorschlag von Hermann Klug: „Bei der Aufbewahrung von Pinseln, die mit Lösemittel zum Einsatz kamen, ist es sinnvoll, diese in einer Pinselbox aufzubewahren. Diese ist so eingerichtet, dass die Pinsel in eine Vorrichtung gehängt werden und nicht am Boden anstehen. Die Box wird mit Verdünnung oder Pinselreiniger so weit angefüllt, dass die Borsten vollständig bedeckt sind.“ FAZIT Pinsel sind und bleiben seit Jahrtausenden die einfachsten und am meisten eingesetzten Werkzeuge des Malers. Die Auswahl an den urigen Streichwerkzeugen ist sehr umfangreich und vielfältig. Vor der Auswahl der Pinsel und vor dem Kauf sollten die Materialien, aus denen der Pinsel besteht, die Qualität, Eigenschaften und der Preis beachtet werden.

STREICHWERKZEUGE

BORSTEN/ HAARE

ANWENDUNG

Ringpinsel

schwarze oder helle Chinaborsten

Lackieren

Flachpinsel

helle Chinaborsten/ synthetische Borsten

Lackieren, Lasieren

Flächenstreicher & Heizkörperpinsel

Chinaborsten

Wände oder Decke streichen

Deckenbürste

helle/schwarze Chinaborsten oder synthetische Borsten

Decke streichen

Schrägstrichzieher

schwarze Chinaborsten

zum Linieren

Schablonierpinsel

helle Chinaborsten

für Schablonier­ arbeiten

4) Welche Pinselarten sind für meine Arbeit die richtigen?

Ist abhängig von den Aufträgen/Einsatzbereichen/Materialien.

5) Welche Eigenschaften sollte der Pinsel aufweisen?

Der Pinsel soll möglichst gut Farbe halten und einen möglichst gleichmäßigen Beschichtungsaufbau ermöglichen.

6) Welche Größe soll der Pinsel haben?

Bei einigen Pinseln ist eine Größe angegeben. Je nach Bedarf muss entschieden werden, welche Größe für welche Art von Arbeit sich eignet.

Schlepper

Rotmarderhaar

zum Malen von Linien, Ornamenten

7) Wo kaufe ich die Pinsel?

Entweder im Fachgeschäft, oder im Internet.

Modler

aus hellen Chinaborsten

zum Marmorieren, Holzimitation, Steinimitation

8) Wie teuer darf der Pinsel sein?

Diese Frage muss sich jeder Malermeister selber stellen und beantworten.

Dachsvertreiber

Dachshaar

für Holzimitation

Schläger

lange, schwarze Chinaborsten

für die Holzimitation

4) Wie viele Pinsel benötige ich?

Ist abhängig von den anstehenden und zukünftigen Aufträgen.

*(Einige Antworten können mithilfe eines Fachverkäufers in einem Fachgeschäft, in dem die verschiedenen Pinsel angeschaut und angefasst werden können, eines Vertreters, der verschiedene Pinsel vorstellt, geklärt werden oder man schaut sich im Internet die angebotenen Pinselarten an.)

ovaler Flächenstreicher helle Chinaborsten

für Wischtechniken

Deko-Wischer

für Lasurtechniken

helle Naturborsten


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U NTE R N EHM EN

Besondere Akzente bei der Fassadengestaltung

Referenzprojekt Karree Breitensee

GLÄNZENDE IDEE Das neue Produkt von Saint-Gobain Weber lässt Fassaden und Flächen glitzern. Im Exklusivgespräch verrät Martin Horvath, ­Export- und Produktmanager, wie es funktioniert und warum Handwerker davon profitieren können. T E X T D I A N A DA N BAU E R | FOTO S SAIN T- GOBAIN W EBER ÖST ERREIC H

I N F OK A S T E N Saint-Gobain Weber in Österreich, Eigentümer: Compagnie de Saint-Gobain Geschäftsführer: Alfred Hörner Produktionsstandorte: ­Zentrale: 1230 Wien Niederlassungen: 4050 Traun, 8054 Graz, 8954 St. Martin

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aint-Gobain Weber Österreich hat den Wunsch der Branche und der Kunden aufgegriffen und ein neues Produkt zur Veredelung von Fassaden entwickelt. weber.pas effecto nennt sich die Innovation und ist ein natürlicher Glimmer, der mit allen Dünnschichtputzen mit einer Körnung ab 0,5 Millimeter kombiniert werden kann. Damit können auch alle verfügbaren Farben mit dem Glimmer verwendet werden. Für die Veredelung wird einfach der pastöse Putz aufgetragen und unmittelbar danach der natürliche Glimmer eingespritzt. Martin Horvath, Export- und Produktmanager von Saint-Gobain Weber Österreich, hat im Exklusivgespräch ausführlich erklärt, wie es funktioniert: „Der Glimmer verbindet sich mit dem noch feuchten Putz und verleiht der Fassade ein einzigartiges Aussehen. Dennoch gilt auch hier wie bei anderen Produkten: Je professioneller und kompetenter der Verarbeiter agiert, desto höherwertiger ist das Endergebnis.“ Die Aufwertung der Fläche, die Struktur- und Farbvielfalt, die sich aus der Kombination von Dünnschichtputz und Glimmer ergibt, kann beliebig angewendet werden. So können ganze Fassaden oder Innenwände ebenso zum Glitzern gebracht werden wie kleine Flächen, um Akzente zu setzen oder besondere Bereiche hervorzuheben. CHANCEN FÜR DAS HANDWERK Die Idee für das spezielle Produkt entstand hauptsächlich aus der ständig steigenden Nachfrage seitens der Ar-


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chitekten und dem Wunsch nach mehr Individualität und Gestaltungsspielraum. „Im Prinzip kann damit jede technisch richtige Fassade an ihrer Oberfläche veredelt werden. Das war ja auch der Entwicklungsausgang. Es war an der Zeit, der funktionsoptimierten Fassade einen zusätzlichen Vorteil zu verleihen: Energieeffizienz, Wärmetechnik und Kostenoptimierung werden nun um gesteigerte Attraktivität erweitert“, erklärt Horvath. Einerseits wurde mit der Einführung des neuen Produkts somit versucht, den steigenden Kundenwünschen Rechnung zu tragen. Ein weiterer Aspekt, den Martin Horvath betont, ist die Anwendung und die besondere Chance für das Handwerk, hier durch besondere Professionalität und Know-how punkten zu können. Mit weber.pas effecto gibt Saint-Gobain Weber all jenen Profis ein weiteres Tool in die Hand, die sich von der Masse abheben wollen: „Innovative Architekten und fachkundige Verarbeiter können damit ihren Kunden das gewisse Etwas an der Fassade bieten. Die Verarbeitung ist für einen Profi, der sein Handwerk versteht, einfach umzusetzen – die Professionalität vorausgesetzt. Handwerkliches Geschick und die üblichen FertigINNOVATIVE ARkeiten genügen. Darum auch der CHITEKTEN UND große Aha-Effekt“, so Horvath. So FACHKUNDIkann mit geringem Aufwand eine GE VERARBEITER Vielzahl an Veredelungsmöglichkeiten erzielt werden. Der Kreativität KÖNNEN KUNDEN sind hier kaum Grenzen gesetzt. Je DAMIT DAS GEWISnach Intensität, Farbe und FlächenSE ETWAS BIETEN. einsatz verändert sich das Endergebnis. DAS PRAXISBEISPIEL Wie eine Umsetzungsvariante aussehen kann, ist am Beispiel Karree Breitensee zu sehen. Das Gebäudeensemble in der Wiener Hütteldorferstraße besteht aus einem breiten Nutzungsmix aus Gewerbe- und Wohnflächen. Um individuelle Wohnbedürfnisse berücksichtigen zu können, legten die zuständigen Architekturbüros Neumann+Partner und g.o.y.a bereits bei der Planung größten Wert auf flexible Gestaltungsmöglichkeiten. Ebenso zentral war es, den Energiebedarf des Gebäudes so niedrig wie möglich zu halten. Mithilfe eines 18 Zentimeter dicken weber.therm Wärmedämmverbundsystems konnte der Heizwärmebedarf auf zirka 20 kWh/m2a reduziert werden. Bei der Fassadengestaltung wurden einerseits unterschiedliche Farbtöne gewählt, andererseits werden durch die Veredelung mittels weber.pas effecto besondere Akzente gesetzt. Der zugesetzte Glimmer sorgt auf der Fassadenfläche für einen Glitzereffekt und verleiht so eine besondere Note und ein unverwechselbares Erscheinungsbild. 

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ALLE FACETTEN DES DESIGN Countdown für die Expo 2015 in Mailand – nur noch wenige Monate bis zum größten Messeevent, das je in ­Italien stattgefunden hat. Bereits im Rahmen dieses heurigen Salone del Mobile waren quer durch alle Bereiche des Möbeldesigns positive Vorzeichen zu verspüren.  TE X T C HRISTINE M ÜLLER | FOTOS C HRISTINE M ÜLLER , H E RST E LLE R

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as Ziel war auch heuer wieder hoch gesteckt: „Den besten Salone del Mobile der Welt zu machen, und das Resultat hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die Bedeutung des Made in Italy hat sich wieder bestätigt“, wie es Claudio Luti, Präsident des Salone zusammenfasst. Für die 53. Ausgabe der Mailänder Möbelmesse mit insgesamt 357.212 Besuchern bedeutet das ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zu 2013. In der Branche ist der Salone zweifellos als „das“ internationale Event in Sachen Design in den Köpfen der Kreativen verankert und Mailand selbst als „die“ Welthauptstadt des Design. Was bedeutet das nun konkret für unsere vier Wände? Zuerst einmal sehr viel Holz. Das Thema Nachhaltigkeit ist aber nicht nur bei der Wahl des Materials von Bedeutung, sondern zeigt sich auch darin, dass es eine ganze Reihe Re-Designs zu sehen gab. Manche suchen mit handwerklicher Meisterschaft und aufwendigen Bearbeitungen zu überzeugen, andere mit einfallsreicher Formenvielfalt – allerdings scheint eine saubere und klare, an zeitlosen Klassikern inspirierte Kontur mit Ausnahme einiger Ausreißer in fantasievollere gestalterische Gefilde doch zu dominieren. Dabei gibt es viel Holz also, Leder, Naturstoffe, Stein und eher roh belassenes Metall wie Aluminium in kühlen Grau- und Schwarztönen, selbst Gold oder Kupfer in warmen Nuancen. Aber auch Farbe bekannte der Salone in diesem Jahr: Besonders kraftvoll geht es in die neue Saison, in teilweise sogar dominantem Gelb, Rot, Blau und Grün. Besonders auffallend war aber allerorts frühlingszart Pastelliges auszumachen neben neutral Altbekanntem mit einer Palette aus Beige und Braun. Hier die ersten Eindrücke.

FÜR DEN VERANSTALTER COSMIT WAR DIESER SALONE MIT EINER PRÄSENZ VON 160 NATIONEN BISLANG ÜBERHAUPT DER INTERNATIONALSTE. Manche Designer suchen mit handwerklicher Meisterschaft und aufwendigen Bearbeitungen zu überzeugen...

... andere mit einfallsreicher Formenvielfalt.

Design: Patricia Urquiola,­ Hersteller: B&B. www.bebitalia.comf


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LANG LEBE EDELSTOFF Das ist das Motto des Designmarktes Edelstoff, der heuer bereits zum fünften Mal in Wien nationale und internationale Jungdesigner in die ehemalige Anker Expedithalle lockte. T E X T D I A N A DA N BAU E R | FOTO S DIAN A DAN BAU ER , GR EGOR S CHW E I N E ST E R

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nde April tummelten sich 120 NachwuchsDesigner aus Österreich, Slowenien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Tschechien und Deutschland in der ehemaligen Expedithalle in Wien, um ihre Kollektionen und Produkte beim Edelstoff_05 zu präsentieren. Der Andrang der Besucher war nicht weniger – über 5000 in nur zwei Tagen ließen sich von Möbeln, Kunst, Schmuck, Mode und Accessoires beeindrucken, genossen die inspirierende Atmosphäre und konnten die innovativen Designerstücke auch gleich erwerben und mit nach Hause nehmen. SYNERGIEN NUTZEN Nach fünf Märkten hat sich der Designmarkt Edelstoff als wichtige Verkaufsund Vernetzungsplattform des jungen Designs etabliert. Viele Designstücke aus den unterschiedlichen Kategorien gab es exklusiv und nur am Designmarkt Edelstoff. Für zahlreiche Austeller war der Designmarkt die erste Gelegenheit, ihre Kreationen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. So auch für das Designerduo von ROEE: „Für das erste Mal war es wirklich cool, wir sind gut ausgestiegen, haben einiges verkauft und kommen gern wieder!“ Für Polona Pacnik aus Ljubljana war es der erste Auftritt ihres slowenischen Labels Polonapolona in Wien. Die Gastdesignerin aus dem Nachbarland freute sich über den gelungenen Markt: „There were a lot of open minded and super-nice people and apart from great feedback on my work I also sold surprisingly many of my individually designed mugs & cups.“ Neben der Möglichkeit, Kollektionen zu präsentieren und zu verkaufen, bot der Markt auch eine Plattform zur Vernetzung in der Designszene. „Man unterstützt sich gegenseitig schon beim Aufbau, tauscht Ideen und Kontakte zu Lieferanten aus und bastelt an Kooperationen. Bei keiner anderen Veranstaltung hat man so eine

EDELSTOFF ZIEHT NACH GRAZ UND KLAGENFURT UND EROBERT SCHRITTWEISE DIE BUNDESLÄNDER.

Die Edelstoff-Organisatorinnen Simone Aichholzer und Sabine Hofstätter

interessante Gelegenheit, sich ein Startnetzwerk als junger Designer aufzubauen“, ist Thomas Poganitsch, Packaging Designer und Aussteller am Designmarkt Edelstoff überzeugt. GELUNGENES GESAMTKONZEPT Neben dem schönen Ambiente luden auch Workshops und ein vielseitiges Gastronomieangebot die Besucher zum Verweilen ein. Bei Siebdruck- und Möbelbauworkshops konnten eigene Designideen in die Tat umgesetzt werden. Auf den Sitzgelegenheiten vom Wiener Label Palettenmœbel.at durften sich Aussteller und Besucher entspannen. Die Veranstalterinnen sind zufrieden und denken schon einen Schritt weiter. „Der fünfte Markt und das Interesse ist ungebrochen – das freut uns wirklich sehr“, so Simone Aichholzer und Sabine Hofstätter, Initiatorinnen von Edelstoff. „Jetzt geht es weiter. Der Designmarkt zieht nach Graz und Klagenfurt und erobert schrittweise die Bundesländer. Nach dem erfolgreichen Markt in Wien haben wir nun umso mehr Motivation, die Märkte auch dort jedes Mal zu einem ganz besonderen Erlebnis zu machen“, so die Veranstalterinnen.


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MEHR BEWEGUNG Strukturierte Oberflächen mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und individueller Farbgebung sind stark im Kommen. Sie ­verleihen Räumen Charakter und wecken Emotionen. StoDesign präsentiert neue ­internationale Interiortrends für 2014/2015. T E X T D I A N A DA N B AU ER | FOTO S STO GES .M.B.H.

Der „Industrial Style“ holt sich mit puristischem Beton und angedeuteten Rostflecken den rauen ­Industriehallen-Charme in die Wohnzimmer der Endkunden.

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ahler Beton, dreidimensionale Holzstrukturen, textiles Gewebe bis zu Rosteffekten: Das sind einige der auffälligsten Designtrends im Bereich Interior. Ob Büro, Schule, Showroom oder Wohnraum, bei modernem Interior Design geht Gestaltung immer Hand in Hand mit Ökologie und Funktionalität. „Viele unserer Rohstoffe stammen aus Recyclingprozessen“, sagt Antonio Romano, Designexperte im StoDesign Studio Florenz, „bei der nachhaltigen Gestaltung von gebauten Lebensräumen müssen Mensch und Gesundheit im Mittelpunkt stehen.“ DIE ROLLE DER REALISIERBARKEIT Der De­ sign­prozess endet nicht bei einer Idee. Gutes Interior Design besticht durch das enge Zusammenspiel von Architektur und Handwerk. Holger Hamburger, Anwendungstechniker des technischen Service Centers von Sto, kennt die handwerkliche Seite der Raumgestaltung. „Unsere 20 Produkte der Design Collection Interior 14 | 15 wurden an Testobjekten auf ihre Umsetzbarkeit überprüft“, sagt Hamburger. „Stuckateure und Maler können damit auch knifflige Stellen wie Winkel und Anschlüsse problemlos bewältigen.“ Durch dieses intelligente Produktdesign lassen sich viele architektonische Visionen handwerklich perfekt umsetzen: Kräftige, dunkle Farbtöne sind genauso machbar wie ausgefallene Metallic- und Glanzeffekte, Veredelungen und Strukturen.


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THAT 70’S SHOW Anfang April fand der 17. Münchner Stoff Frühling statt. Wieder einmal etablierte sich München als textiles Zentrum. 22 internationale Textil-Editeure aus dem Premiumsegment präsentierten den Fachbesuchern in ihren Showrooms die neuen Kollektionen von insgesamt rund 100 Textilmarken. T E X T D I A N A DA N BAU E R | FOTO S MÜ N CHN ER STOF F F RÜ HLIN G

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n den vier Messetagen verzeichnete die Textilmesse Münchner Stoff Frühling heuer gleichbleibend gute Besucherzahlen wie 2013. Unter dem Motto „Flower Power“ trafen sich zum Abendevent Hersteller, Fachpublikum und Medienvertreter zum Get-Together. Zahlreiche Branchengäste folgten der Einladung und feierten gemeinsam im inszenierten 70er-Jahre-Ambiente. Zentrale Erfolgsfaktoren waren von Beginn an die gemeinschaftliche Organisation der ausstellenden Textilverlage, die Atmosphäre in den individuell gestalteten Showrooms. „Unser Bestreben ist, weitere internationale Textil-Editeure zu bewegen, Showrooms in München zu eröffnen“, erkärt Klaus

ZIEL IST ES, BEI ENDVERBRAUCHERN KAUFIMPULSE FÜR HOCHWERTIGE TEXTILE INNENRAUMGESTALTUNG ZU SETZEN UND BEWUSSTSEIN FÜR QUALITÄT ZU STÄRKEN.

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Scharf, Vorstandsmitglied. Zukünftig soll die Nachwuchsförderung stärker eingebunden werden. So sind Kooperationen mit Raumausstatter-Schulen, Fachschulen des Möbelhandels, Modeschulen und Fachhochschulen aus den Bereichen Inneneinrichtung und Innenarchitektur in Planung. „Wenn wir in der Zukunft mehr noch als bisher gemeinsam – Stoffindustrie, Handel und die mediale Öffentlichkeit – zusammenarbeiten und tragfähige Konzepte entwickeln, dann sehen wir gute Zukunftsperspektiven für die textile Inneneinrichtung“, ist Scharf überzeugt.

Das diesjährige Motto beim legendären Abendevent: 70er-Jahre

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B IL D U NG

Für die Schüler der HTL Leesdorf gibt es in und an den historischen Gemäuern immer etwas zu werken.

ZEITREISE NACH LEESDORF Im Herbst dieses Jahres geht die Malerschule Baden-Leesdorf in das 90. Jahr ihres Bestehens. Ein stattliches Alter – und ein Jubiläum, das wir zum Anlass nahmen, einmal selbst hinter die Kulissen der traditionsreichen HTL zu blicken. Ein Lokalaugenschein. TE X T D O M I N I Q U E P L AT Z | FOTO S D OMIN IQ U E P L AT Z , MALERSC HULE LEESD O RF

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in sonniger Tag im späten Frühling in der Thermenstadt Baden, eine halbe Autostunde südöstlich von Wien. Fast scheint es, als mache man eine kleine Reise ins Zeitalter der Fürsten und Festungen. Allein fünf Schlösser und Burgen beherbergt der 26.000 Einwohner fassende Kurort. Und eine davon ist heute belebter denn je, das prachtvoll revitalisierte Schloss Leesdorf. Denn wo einst die Leuisdorfs, Kastners, Wallseers und Zelkings residierten, lernen und lehren heute rund 270 Schüler und 30 Lehrer das Handwerk der Malerei und Beschichtungstechnik. Auf Einladung des Direktors Michael Wagner, dem Präsidenten des Fördervereins zur Erhaltung, Josef Wieltschnig und dessen erstem Stellvertreter sowie Landesinnungsmeister Niederösterreichs Helmut Schulz wollten wir uns selbst ein Bild von der geschichtsträchtigen Schule machen.

Der ehemalige Rittersaal, der zwischen 1716 und 1721 nach dem Vorbild des Melker Marmorsaales zu einem barocken Festsaal umgebaut wurde, dient heute für Feierlichkeiten aller Art.

VON DER WASSERBURG ZUR MALER­S CHULE Im romanischen Stil als Wasserburg erbaut und 1114 erstmals erwähnt, beauftragte Anfang des 18. Jahrhunderts der damalige Eigentümer Abt Berthold Diethmayer den Umbau des Schlosses in ein Barockgebäude. „In diesem Zusammenhang wird immer wieder der Name Jakob Prandtauer genannt. Ob Prandtauer (öst. Barockbaumeister, Architekt des Stifts Melk, Anm. d. Red.) allerdings tatsächlich für die Planung des Umbaus verantwortlich zeichnete, ist nach wie vor ungeklärt“, meint Malerschule-Direktor Michael Wagner. Sicher ist: Die letzten Um- und Zubauten sind datiert von 1905. Diese bestanden aus einem Turmaufsatz, Rundtürmen und Terrassen. Heute ist die Malerschule ein Vierflügelbau um einen rechteckigen Innenhof. Mittig ragt ein sechsstöckiger Bergfried majestätisch empor, an der Vorderseite befindet sich der barockisierte Torturm. Die Malerschule selbst wurde bereits 1925 in Wien gegründet. 1934 erwarben dann die Schwestern des 3. Ordens des Heiligen Franziskus das Schloss in Leesdorf. 14 Jahre später folgt dann die Verpachtung an die Malerinnung. Ein Arrangement, das nach wie vor Bestand hat und ein Gewinn für beide Parteien ist. „Auf der einen Seite ist das Schloss für unsere Schüler gleichzeitig theoretische und praktische Ausbildungsstätte, denn in so einem alten Gemäuer ist immer etwas zu tun. Auf der anderen Seite sind die Schwestern froh darüber, dass jemand das Gebäude pachtet, der sich auch der Instandhaltung verpflichtet hat“, erläutert Fördervereinspräsident Josef Wieltschnig den beiderseitigen Nutzen. ALLE WEGE FÜHREN NACH BADEN Stichwort Ausbildung. Insgesamt bietet die HTL Malerschule Baden drei – aufeinander aufbauende – Lehrzweige an, die Fachschule, die Meisterschule und das Kolleg. Die Fachschule etwa bildet geprüfte Fachtechniker- und technikerinnen im Bereich der Malerei und Beschichtungstechnik mit besonderer Kompetenz in den Bereichen Farbe und Gestaltung aus. „Die Schüler erwerben sich damit berufsfeldbezogene und allgemeinbildende Kernkompetenzen für den Einstieg in das Berufsleben sowie natürlich den Besuch einer weiterführenden Bildungseinrichtung“, erklärt Direktor Michael Wagner die Eckpfeiler der Lehre. Wer nach der Fachtechniker­ ausbildung gleich da bleiben möchte, hat hernach die Möglichkeit, die Meisterschule zu besuchen. Erweiterte Berufsbildung im Gewerbe des Malers und Beschichtungstechnikers sowie der verbundenen Handwerke stehen dann auf dem Stundenplan. „Das primäre Ziel der Meisterklasse ist die Erlangung von hohen Kompetenzen in den Bereichen Fachtheorie und -praxis, Planung und Realisierung von fachspezifischen Projekten sowie Unternehmens- und Mitarbeiterführung“, sagt Wagner. Die Meisterschulabschlussprüfung und Ablegung der gewerblichen Meisterprüfung am Schulstandort


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berechtigt dann beispielsweise zum Besuch des Kollegs. Dessen Ausbildungsziel wiederum ist der Erwerb von höheren theoretischen und praktischen Kompetenzen im Bereich der Bautechnik und einer fundierten Allgemeinbildung. Der standortbezogene Ausbildungsschwerpunkt hat sich indes der Vermittlung von Kreativität in der Gestaltung und einem kompetenten Umgang mit Farbe und Licht verschrieben. Eigens hierfür eingerichtet hat man etwa das sogenannte Farb- und Lichtstudio. „In diesem ‚bunten‘ Klassenzimmer ist es möglich, verschiedenste Farbkombinationen bei Tages- und Kunstlicht zu simulieren und zu vergleichen“, zeigt sich Förderpräsident Wieltschnig stolz. VIELFÄLTIGE AUSBILDUNGSSTÄTTE Doch nicht nur das Farb- und Lichtstudio zeugt vom modernen Konzept der Malerschule Baden-Leesdorf. So findet der Unterricht keineswegs nur in Klassenräumen statt – vielmehr stehen zusätzlich moderne EDV-Räumlichkeiten, ein Farb-Chemielabor sowie die Werkstättenateliers in Haidhof zur Verfügung. Außerdem betreibt die Schule mit angeschlossenem Internat im großzügigen Hof eine Bewitterungsanlage für Farben und Lacke. Die Abschlussprüfungen werden im Übrigen hoch oben im sechsten Stock des Burgfrieds abgehalten. Und

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„IM FARB- UND LICHTSTUDIO IST ES MÖGLICH, VERSCHIEDENSTE FARBKOMBINATIONEN BEI TAGES- UND KUNSTLICHT ZU SIMULIEREN UND ZU VERGLEICHEN.“ JOSEF WIELTSCHNIG, FÖRDERVEREINSPRÄSIDENT

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wer dort reüssiert, darf sich auf eine festliche Abschlussfeier freuen, die ihren Namen verdient hat. Denn der ehemalige Rittersaal, der zwischen 1716 und 1721 nach dem Vorbild des Melker Marmorsaals zu einem barocken Festsaal umgebaut wurde, dient heute für Feierlichkeiten aller Art. Doch nicht nur für die Absolventen, auch für die colorRedaktion beschließt der Besuch des Festsaals einen spannenden Rundgang. Und das Ambiente stimmt. Das beeindruckende Deckenfresko des Festsaals beispielsweise porträtiert den Zeitgott Chronos. Und wo sonst könnte eine (Zeit)Reise wohl ein gelungeneres Ende finden?

LIM NÖ Helmut Schulz, Malerschule-Direktor Michael Wagner und Fördervereinspräsident Josef Wieltschnig

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DÄMMEN

VON MYTHEN UND TUGENDEN Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme hat ihre aktuelle Jahreskampagne gestartet: „7 Dämm-Tugenden und 7 Dämm-Mythen“ soll mit Unsicherheiten und Fehlinformationen aufräumen. T E X T D I A N A DA N BAU E R | FOTO S Q UALITÄTSGRU P P E WÄRMEDÄMMSYSTEM E

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ie Jahreskampagne der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme greift die wesentlichen Aspekte der Berichterstattung und Wahrnehmung von WDVS auf. „Einfach drauf und passt schon“ – das gilt bei Wärmedämmverbundsystemen nicht, betont die Qualitätsgruppe. Alles steht und fällt mit Systemkomponenten, qualitätsvoller Planung und Verarbeitung. Nur diese Kombination schützt vor Bauschäden und hohen Kosten. Eine ganzheitliche Betrachtung ist notwendig, um langfristig energieeffiziente Gebäude garantieren zu können. Das ist die aktuelle Kernbotschaft. HIGHTECH Eine energieeffiziente Zukunft ist mit hohen Anforderungen an das Planen und Bauen sowie an die Architektur verbunden. „Deshalb ist Fachpersonal notwendig“, so Mathias Hanke, stellvertretender Vorstand der QG. „Die Praxis zeigt gerade hier die Problematik: Verarbeitung von WDVS wird als einfach wahrgenommen, ist aber hochkomplex. Daher ist Wissen wichtig.“ Kommunikation ist der Weg. Missachtet werde immer wieder der direkte Kontakt zwischen Planer und Systemhalter. Selbst wenn es sich bei Wärmedämmung um ein Massenprodukt handle, seien individuelle Lösungen möglich, so Clemens Hecht, Sprecher der QG. Dabei gehe es nicht nur um die Optik von Gebäuden, sondern auch um bautechnische Lösungen, beispielsweise im Anschlussbereich von WDVS. WEG MIT PFUSCH Das Hinzuziehen von Experten, wie etwa eines zertifizierten Fachverarbeiters für WDVS, spart Kosten, Zeit und Nerven. Die meisten Bauschäden entstehen aufgrund unsachgemäßer Verarbeitung. Die QG WDS bietet in Kooperation mit Österreichs BauAkademien seit 2008 Schulungen zum zertifizierten Fachverarbeiter an. Auch wenn die Zahl der Kursteilnehmer steigt, äußerte Mathias Hanke den Wunsch: „Wir benötigen dringend mehr Nachfrage vonseiten der Auftraggeber, privat und öffentlich.“ Das Bewusstsein für Qualität muss auf breiter Ebene steigen. In Kürze wird eine Online­datenbank verfügbar sein, die die österreichischen Betriebe mit geschulten Handwerkern umfasst. Die vermeintliche Übervorteilung von Nutzern durch die Industrie komme vielfach daher, so Hecht, weil oft pauschale Aussagen getroffen würden, dies müsse kritisch betrachtet werden. Äußern sich Bewohner sanierter und gedämmter Gebäude zu feh-

T U GE N DE N ▶ Qualitative Verarbeitung von WDVS ▶ Dämmen mit System ▶ Beratung und Planung ▶ Pflege und Wartung ▶ Sanierung hat volkswirtschaftlich positive Effekte. ▶ Energieeinsparung und -effizienz ▶ Werterhalt durch Schutz des Mauerwerks

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lender Kostenersparnis, können Gründe dafür falsch gesetzte Maßnahmen und falsche Versprechungen sein. Hier hilft eine kompetente Planung im Vorfeld. „Berichte über Gebäude mit einer Bestätigung des geplanten positiven Effekts sind eben nicht reißerisch“, interpretiert Hecht und verweist dafür auf die gekürten Objekte des Ethouse Awards. DIE MAGISCHE ZAHL 7 Hintergrund der Jahreskampagne bildet der Ethouse Award, der von der QG WDS jährlich ausgeschrieben und 2014 AUCH WENN WÄRME- zum siebten Mal DÄMMUNG EIN MAS- vergeben wird. Der Architekturpreis präSENPRODUKT IST, miert SanierungsSIND INDIVIDUELLE projekte, die den LÖSUNGEN TROTZEnergieverbrauch optimiert haben und DEM MÖGLICH. sich durch eine gute Gestaltung auszeichnen. Damit dem Architekturwettbewerb mehr Aufmerksamkeit zukommt, wurde die mystische Zahl sieben herangezogen. Um Wärmedämmung ranken sich viele Mythen, die in der Öffentlichkeit für Verunsicherung sorgen. Was immer im Auge behalten werden muss, ist neben der Kosten-NutzenRechnung das Wohlbefinden von Bewohnern und Gebäudenutzern. Dabei geht es um ein gesundes Raumklima und eine gesunde Umwelt.

▶ Jeder kann WDVS ­auf­bringen. ▶ WDVS sind nicht attraktiv. ▶ Wärmedämmsysteme begünstigen die Brandausbreitung. ▶ Wärmedämmung ist bei dicken Wänden unnötig. ▶ Wärmedämmung verursacht schlechte Raumluft. ▶ WDVS sind nicht nachhaltig und schaden Umwelt sowie Gesundheit. ▶ WDVS halten nicht lange und sind teuer.

QG-Sprecher Clemens Hecht und stellvertretender Vorstand ­Mathias Hanke


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NAC H H ALTIGKEIT

CSR STATT PR Innovation, Kundenbindung und motivierte Mitarbeiter – Corporate Social Responsibility, kurz CSR, verspricht jede Menge Vorteile. Doch nur jene Unternehmen, die sich Problemen stellen und ethisch korrekt entscheiden, sind damit wirklich erfolgreich. Experten erklären, wie man das Managementtool richtig einsetzt und Green­ washing vermeidet. T E X T SA N D R A K N O PP | FOTO T HIN KSTO CKP HOTOS.DE

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enkt Ihre Firma CO2-Ausstoß und Energieverbrauch und spart dadurch Geld? Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter gezielt bei der Aus- und Weiterbildung? Pflegen Sie einen fairen Umgang mit Lieferanten und Geschäftspartnern? Wenn ja, dann sind Sie am besten Weg zum verantwortungsvollen Unternehmertum, kurz zu einer gelungenen CSR-Strategie. Hinter diesen drei Lettern verbirgt sich das Managementinstrument Corporate Social Responsibility. Die EU-Kommission hat 2011 folgende Definition aufgestellt: „CSR ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.“ Darunter fallen ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange. Die konkrete Umsetzung findet etwa in einer umweltschonenden Produktion, bei der Unterstützung lokaler Beschaffungsmärkte oder durch die Miteinbeziehung von Mitarbeitern in Unternehmensentscheidungen statt. Doch mit einer einzelnen Aktion ist es nicht getan. CSR bedeutet, sich nicht nur auf einen Themenbereich zu fokussieren, denn nachhaltiges Wirtschaften muss sich im gesamten Unternehmen widerspiegeln. „CSR ins Kerngeschäft zu integrieren bedeutet, zu hinterfragen: Was, wo, wie und für wen produziere ich?“, bringt es André Martinuzzi, Leiter des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement an der WU Wien, auf den Punkt. MIT DEN STAKEHOLDERN IN DIALOG TRETEN Jeder CSR-Prozess braucht den kritischen Blick von außen – den Dialog mit jenen Anspruchsgruppen, die direkt oder indirekt mit dem Betrieb verbunden sind, den „Stakeholdern“. Darunter fallen etwa Kunden, Anrainer und Lieferanten. „Es geht darum ihre Erwartungen zu kennen, deren legitime Interessen und Rechte zu berücksichtigen und sich mit etwaigen Problemen an der Schnittstelle zur Gesellschaft auseinanderzusetzen“, sagt Barbara Coudenhove-Kalergi, Co-Gründerin des Center for Responsible Management. Das kann etwa durch Kundenbefragungen und Beschwerdemanagement erreicht werden. CSR, einst vorwiegend mit Großunternehmen assoziiert, hat längst auch bei den Klein- und Mittelständlern Einzug gehalten. Ob eine gezielte Lehrlingsförderung oder die Verwendung von Rohstoffen aus der Region – nachhaltiges Wirtschaften

THEMEN- UNKT S CH W E R P EIT ­N AC H H A LT I GK Erstmals in der Verlagsgeschichte erscheint ein Themenschwerpunkt in allen Medien des Wirtschaftsverlages. Wir wollen damit ein Zeichen für eine nachhaltige mittelständische Wirtschaft setzen. Weil wir uns aber nicht damit begnügen wollen, über Nachhaltigkeit bloß zu schreiben, arbeiten wir seit mehr als einem Jahr selbst an der Umsetzung einer CSR-Strategie. Der Verlag hat unter Einbeziehung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 16 Einzelprojekte gestartet. Anzeigenerlöse aus diesem Themenschwerpunkt investieren wir in Kunstförderung. Wir ermöglichen damit die Ausstellung „Zom_Be“ der Künstlergruppe Rem:Brand, www.rembrand.at

wird bereits vielerorts gelebt. KMU haben einen strukturellen Vorteil, wie Thomas Walker, Leiter des Instituts für Nachhaltige Lösungen, walk-on, betont: „Sie haben zwar professionelle Managementstrukturen, aber keine so starren Vorgaben wie Großkonzerne. Damit können sie flexibler, menschlicher und schneller auf Änderungen reagieren.“ Damit das klappt, muss CSR Chefsache sein. „Ich kenne zahlreiche engagierte Menschen, die versuchen etwas zu verändern. Spielt das Top-Management nicht mit, läuft man gegen Gummiwände“, sagt Christine Maria Jasch, Leiterin des Wiener Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung. Dabei ist es die Aufgabe der Geschäftsführung, Experten im Unternehmen an einen Tisch zu bringen. So unterschiedlich die CSR-Zugänge, so auch die Umsetzung. Während einige Unternehmen eine eigene Abteilung einrichten, etablieren andere die Maßnahmen abteilungsübergreifend. Thomas Walker rät zu Letzterem. Es gelte, den Aufwand gering zu halten und an bestehendes Wissen anzuknüpfen. Qualitätsmanagement und Umweltabteilung fungieren ohnehin oft als Schnittstellen in viele Abteilungen. Es mache oftmals Sinn, CSR-Agenden dort anzusiedeln. WISSEN, WO MAN STEHT Am Anfang des CSR-Prozesses steht für Gabriele Faber-Wiener, Co-Gründerin des Center for Responsible Management eine eingehende Unternehmensanalyse. Es


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NACHHA LT I G KEI T

gilt unter anderem, die eigene Marktposition zu bestimmen, Auswirkungen, Chancen und Hemmnisse zu definieren und zu festzustellen, welche Werte für das Unternehmen essenziell sind. Die Analyse von Fluktuation und Krankenstandtagen, Rohstoffverbrauch und Kundenzufriedenheit sind nur einige Kennzahlen, die Auskunft über die CSRPerformance geben. Bei ethischem Wirtschaften müssen sich Unternehmen immer wieder auch mit heiklen Themen auseinandersetzen. „Man verwendet CSR entweder als Ausweichstrategie oder zur Weiterentwicklung. Lange Zeit war es eine Ausweichstrategie“, so Faber-Wiener. Definiert etwa ein Betrieb Gerechtigkeit als Kernwert, sollte dieser also zum Beispiel an einem transparenten Gehaltsschema, das für alle Mitarbeiter einsehbar ist, festgemacht werden. WIE CSR SICH AUSWIRKT Nachhaltigkeit ist mehr als Wohlfühlprojekte und Spendenkampagnen. „CSR muss gleichzeitig einen wirtschaftlichen Nutzen für ein Unternehmen und einen gesellschaftlichen Nutzen für alle erbringen“, sagt CSR-Experte Martinuzzi. Umweltschonende Produktionstechniken können Innovationen fördern, im Idealfall kann gar eine Marktnische erobert werden. Wie eine Untersuchung der KMU-Forschung Austria zeigte, erwarten sich rund zwei Drittel der befragten Familienbetriebe durch CSR Kosten zu senken. Etwa durch den effizienteren Einsatz von Rohstoffen und Energie. Positives Image, Markenbekanntheit und enge Kundenbindung sind weitere Vorteile, die mit nachhaltigem Wirtschaften verbunden werden. Diese Managementstrategie gilt oft auch als Geheimwaffe im „Kampf um die besten Talente“. Das ist in Zeiten des Fachkräftemangels vor allem in strukturschwachen Regionen ein Argument. Wenig verwunderlich also, dass rund drei Viertel der heimischen Unternehmen die Mitarbeiter in den CSR-Fokus stellen. Darunter fallen Maßnahmen wie die stärkere Partizipation, Gesundheitsvorsorge oder Sport- und Freizeitaktivitäten. NEVER ENDING CSR Dass man sich auf eine lange Reise begibt, sollte von Beginn an klar sein. „Verantwortungsvolles Wirtschaften ist als Innovationstreiber ein zentrales Thema, aber nicht immer einfach. Es gilt, Kunden wie Mitarbeiter zu überzeugen, auf Rückschläge zu reagieren und in Forschung und Entwicklung zu investieren“, so respACT-Geschäftsführerin Daniela Knieling. Die Anforderungen variieren branchenspezifisch. Die Nachhaltigkeitsplattform, auf der sich aktuell 260 Unternehmen mit ihren CSR-Aktivitäten präsentieren, hat elf Branchenleitfäden und eine Anleitung für den Weg zum eigenen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Angebote, die immer mehr Firmen annehmen. Verantwortungsvoll wirtschaftende Unternehmen handeln umweltbewusst, sozial korrekt und vor allem ökonomisch erfolgreich.

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NAC H H ALTIGKEIT

Technologien, wir produzieren beispielsweise völlig CO2-neutral und letztendlich ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen bei Synthesa tief in der Unternehmenspolitik verwurzelt.“ Die Philosophie des Unternehmens, deckt sich zudem mit den aktuellen Kundenwünschen, davon ist auch Enzenberger überzeugt: „Vor allem die Letztverbraucher werden immer sensibler. Insofern rechnen sich diese Bemühungen natürlich auch wirtschaftlich. Nichtsdestotrotz tun wir in dieser Richtung mehr, als wir müssten, und sind daher auch in der Lage, dass wir keine Zertifikate zukaufen müssen.“ DEM ZEITGEIST FOLGEND In fast allen Bauteilen wurden die Innenfarbe „Synthesa Innendispersion Extra“ sowie die Produkte der Premium-Reihe von Synthesa von der Malerei Hirsch großflächig eingesetzt. Diese Produkte zählen österreichweit zu den meistverwendeten Innenbeschichtungen im

DIE LUFT IST REIN Der WU Campus der neuen Wiener Wirtschaftsuniversität wurde als Green Building konzipiert. Außen wie innen wird dieses Konzept bis ins Detail erfolgreich umgesetzt. T E X T D I A N A DA N BAU E R | FOTO S SY N T HESA

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ie Bundesimmobiliengesellschaft hat sich beim Bau des WU Campus das Konzept eines Green Buildings auf die Fahnen geheftet. Erarbeitet wurde der Entwurf auf Basis internationaler Zertifizierungssysteme und des österreichischen Projekts „klima:aktiv“ sowie der neuesten OIB-Richtlinie. Das ambitionierte Konzept wird bis ins Detail umgesetzt. So wurden etwa Beschichtungsmaterialien von Baufarbenund WDVS-Hersteller Synthesa sowie Innenfarben verwendet, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen gekennzeichnet sind. Bei einem derart anspruchsvollen Anforderungsprofil ist es für die ausführenden Betriebe wichtig, dass sie sich auf die verwendeten Produkte verlassen können und sich nicht erst um Zulassungen kümmern müssen. Standardisierte Labels, wie etwa das Österreichische Umweltzeichen, bieten die Sicherheit, dass die verwendeten Produkte den derzeitigen Ansprüchen genügen und ohne Bedenken eingesetzt werden können. Gerhard Enzenberger von der Geschäftsleitung der Synthesa Gruppe erklärt, dass dieser Ansatz für das Unternehmen Programm hat: „Wir gehen das Thema grundsätzlich sehr offensiv an und machen diesbezüglich sehr viel. Wir investieren in grüne

Library & Learning Center: Als Farbbeschichtung kam die Innenfarbe „Synthesa Innendispersion Extra“ zum Einsatz.

Departements und Administra­ tion im Gebäude D3/AD: Die Umsetzung des Farbkonzepts mit Premium Innenfarben von Synthesa erfolgte durch die Leondinger Malerfirma Hirsch.

Objektbereich. Im Hörsaalzentrum setzte die Firma Göls die für sensible Arbeitsbereiche empfohlene Matt-Latexfarbe „Primador“ ein, die mit der Nass­ abriebsklasse 1 eine der strapazierfähigsten Innenfarben am Markt ist. Philipp Suchacky, Bauleiter bei der Firma Göls in Wien, ist überzeugt, dass man an grünen Produkten heutzutage nicht mehr vorbeikommt: „Das rechnet sich insofern, als man diesbezüglich mit der Zeit gehen muss. Abgesehen davon ist es bei den meisten Ausschreibungen ohnehin vorgesehen und vorgegeben“, so der Profi. DIE FORM FOLGT DER FUNKTION Auch architektonisch wird am neuen WU Campus der Zeitgeist eingefangen. Im Library & Learning Center, entworfen von Zaha Hadid Architects, werden Besucher in einem großzügigen Atrium empfangen. Über Rampen und Treppen gelangt man vom Eingangsniveau spiralförmig durch das OMV Bibliothekszentrum. In diesem Bereich wurde von der Malerei Hirsch die Innenfarbe „Synthesa Innerdispersion Extra“ eingesetzt. Ebenfalls durch die Leondinger Malerfirma wurde das Farbkonzept im Inneren der von Sir Peter Cook und seinem Londoner Crab-Studio entworfenen Gebäude D3/AD umgesetzt, in dem vor allem kräftige Buntfarben den Raum dominieren.


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NAC H H ALTIGKEIT

UNTERNEHMEN MIT SELBSTVERANTWORTUNG Die freiwillige Initiative Responsible Care der chemischen Indus­trie existiert in Österreich bereits seit 1992. Die Inhalte sind aktueller denn je. Die heimischen Unternehmen stellen sich dieser Heraus­ forderung erfolgreich. T E X T D I A N A DA N BAU E R | FOTO S T HIN KSTO CKP HOTOS.DE , SY N T HESA

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sterreichs Chemieunternehmen nehmen ihre Verantwortung ernst und sind bemüht, Umwelt, Mitarbeiter und Produkte im Sinne der Nachhaltigkeit zu schützen. Um diesen Mehraufwand auch bestätigt zu wissen, haben sich Zertifizierungen in den letzten Jahren in den verschiedensten Sparten etabliert. Die chemische Industrie in Österreich hat über die allgemeinen Überprüfungen hinaus eine Möglichkeit entwickelt, die die Anforderungen speziell auf die Besonderheiten der Branche abstimmt. Ursprünglich 1984 vom Kanadischen Chemieverband entwickelt, wurde die Initiative Responsible Care einige Jahre später vom Europäischen Chemieverband mit der Zielsetzung übernommen, das Programm in allen nationalen Chemieverbänden Europas zu implementieren. Seit 1992 wird das Zertifikat in Österreich vom Fachverband der Chemischen Industrie verliehen. 20 Jahre später, 2012, erlangte Responsible Care schließlich auch die rechtliche Anerkennung in Österreich. Dieser Schritt soll für die zertifizierten Unternehmen insofern eine Erleichterung bringen, als sie damit Verwaltungsvereinfachungen im Rahmen des Umweltmanagmentgesetzes in Anspruch nehmen können. Der Fragenkatalog umfasst stolze 300 Fragen aus verschiedenen Bereichen, wie etwa Arbeitneh-

Synthesa Chemie GmbH erhielt das ­Responsible-Care-Zertifikat vom Fachverband der Chemischen Industrie Öster­reichs: ­Sylvia ­Hofinger, Geschäftsführerin der Chemischen Industrie Österreichs, und Paul Lassacher, Geschäfts­ leitung Synthesa Gruppe.

merschutz, Anlagensicherheit, Umwelt, Energie, Strahlenschutz und Entsorgung. Damit soll bei dieser Zertifizierung mehr abgedeckt werden als nur die üblichen Umweltschutzmaßnahmen. Zudem gehen die freiwilligen Maßnahmen, die Betriebe im Rahmen des Responsible-Care-Programms erfüllen, weit über die gesetzlichen Vorschriften in Österreich hinaus. Die Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen wird naturgemäß vorausgesetzt. Nur etwa 20 Prozent der Auflagen entsprechen den geltenden Gesetzen, die restlichen 80 Prozent sind zusätzliche Anforderungen, denen sich die Betriebe freiwillig stellen. „Die chemische Industrie hat durch ihre freiwillige Initiative ihr Ziel, die Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltsituation in den Betrieben kontinuierlich und nachhaltig zu verbessern, in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzt“, so Peter Untersperger, Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreich. EUROPAWEITE VORREITERROLLE Österreich nimmt im internationalen Vergleich noch eine besondere Stellung ein: Als einziges Land in Europa wird in Österreich ausschließlich mit externen Audits, also externen Überprüfungen und Evaluationen, gearbeitet. Bisher haben sich 35 Standorte der heimischen Chemieindustrie zertifizieren lassen. Die Adler Werk Lackfabrik GmbH & Co wurde bereits 1994 erstmals Responsible Care zertifiziert. Albert Keiler, Technischer Leiter bei Adler: „Die RC-Kriterien sind sehr praxisbezogen und umfassen Bereiche, die sonst nur bei einem kombinierten Managementsystem, bestehend aus ISO 9001 für Qualität, ISO 14001 für Umwelt und ISO 18001 für Arbeitssicherheit abgedeckt werden. Die bei den Wiederholungsaudits durchgeführten praktischen Prüfungen haben bei unseren Mitarbeitern den Stellenwert des richtigen Handelns bei Ernstfällen und im Bereich der Vorsorge gestärkt“, so Keiler. Ein heimisches Traditionsunternehmen, das bereits seit 2010 zertifiziert ist, ist Österreichs größter Baufarbenhersteller Synthesa. Alle drei Jahre ist eine Erneuerung des Zertifikats notwendig. Heuer hat Synthesa aber nicht nur das ResponsibleCare-Zertifikat erneuert, sondern ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat als erstes Chemieunternehmen in Österreich das europäische Öko-Label EMAS erhalten. „Mit der ResponsibleCare-Zertifizierung verpflichten wir uns, weiterhin für den Umweltschutz einzustehen und auch die internen Richtlinien anzupassen. Auch unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen liegt der Umweltschutz am Herzen“, ist Paul Lassacher, Geschäftsleiter Forschung und Technik der Synthesa Gruppe, überzeugt. „Der Prozess der Zertifizierung hielt ein Team von neun Mitarbeitern eine Zeit lang auf Trab. Diese zeitliche und personelle Zusatzbelastung haben wir aber gerne in Kauf genommen“, erklärt Jürgen Hutflesz, Umweltbeauftragter von Synthesa. 


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ENTGELT LICHE E INSCH ALT UN G

STARKE IMPULSE FÜR NACHHALTIGE ­IMMOBILIENWIRTSCHAFT Die Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist der Motor der nachhaltigen­Bauund Immobilienwirtschaft und prägt in Österreich den Paradigmenwechsel hin zur Nachhaltigkeit.

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ie ÖGNI wurde 2009 von Unternehmen und Institutionen der Bau- und Immobilienwirtschaft mit dem Ziel gegründet, den ­Paradigmenwechsel der Branche hin zur Nachhaltigkeit zu ­ermöglichen. Beweggrund ist der Umstand, dass die Bau- und Immobilienbranche für 50 % der Ressourcen, 40 % der Energie und 30 % der Emissionen verantwortlich ist – darüber hinaus ist die Vermeidung des Sick Building Syndroms Motivation für die Aktivitäten. Die ÖGNI setzt auf den 3-P-Ansatz, bestehend aus Produkten, Prozessen und Personen, und fokussiert auf die Lebenszyklusbetrachtung im Zusammenhang mit dem Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Soziokulturellem. Die über 300 Mitglieder und 400 Experten der ÖGNI erarbeiten partnerschaftlich, ergebnisorientiert und i­ nternational vernetzt Empfehlungen, Kodices und Leitfäden, ­dabei i­ntegriert der Verein alle Stakeholder der Bau- und Immobilienbranche: vom Bauherrn, Nutzer, Planer, Projektentwickler, Investor, Bewerter, Baustoffhersteller, Asset- bis zum Facility Manager. Als Produkte bietet der Verein u. a. internationale Zertifizierungen für Blue Buildings (nachhaltige Gebäude), EPDs für Baustoffe und ethische Unternehmenszertifizierungen an. Hierfür wurden Grundlagen entwickelt, die es den Unternehmen ermöglichen, durch Corporate Governance, Compliance Management und Corporate Social Responsibility (CSR) umfassend nachhaltig zu agieren.

ENTGELT LICHE E INSCH ALT UN G

MAUTNER IM TREND Der Großhändler Mautner mit Sitz in Graz und Wiener Neudorf liegt mit seinen Schwerpunkten genau im Trend der Zeit.

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it einer großen Auswahl an Markenprodukten verschiedener bekannter Hersteller, einem umfangreichen Serviceangebot und einem einzigartigen Know-how-Paket unterstützt Mautner seine Kunden tatkräftig bei ihrer täglichen Arbeit.

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FORTSCHRITT, DER SICH RECHNET Dabei steht Mautner für Innovationen, die der Kunde an allen Ecken spürt. Beispielsweise bei neuen Produkten. Hier setzt Mautner gemeinsam mit seinen internationalen Lieferanten neue Standards – z. B. mit besonders gesundheitsverträglichen Innenwandfarben oder neuer Hydropower für Fassaden. Mautner lebt den Fortschrittsgedanken auch in vielen anderen Bereichen, beispielsweise mit neuen Produktkatalogen mit eingebauten Know-how-Tipps für den Profi. Auch im Bereich Umweltschutz ist Mautner aktiv – z. B. mit einem neuen Mischsystem, das 50 Prozent des Gebindeabfalls vermeidet.


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BETRIEBSBLINDHEIT IST UNSER ­VERKAUFSARGUMENT Dominique Schröder ist Referentin des Fachverbandes der Chemischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Seit 2002 ist sie zuständig für die Koordination und somit Schnittstelle und Ansprechpartnerin für Mitglieder, die sich für Responsible Care interessieren. Im Interview erklärt Dominique Schröder, wie sich diese Zertifizierung von anderen Labels abhebt und warum es sich trotz der mühevollen Auflagen für die Unternehmen auszahlt, sich für Responsible Care zu entscheiden. INT ERVIE W D I A N A DA N BAU ER | FOTO W KO

Was ist das besondere an Responsible Care? Der Unterschied zu anderen Zertifizierungssystemen wie EMAS oder ISO-Zertifizierungen ist vor allem, dass Responsible Care exakt auf die chemische Industrie ausgerichtet ist. Zudem handelt es sich bei diesem System um ein integriertes Management von Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz. Durch die Überprüfung von externen Auditoren ist ein großer Aufwand damit verbunden. Aber genau dieses Element zeichnet die heimischen Betriebe aus. In Deutschland etwa wird ein schriftliches Commitment unterzeichnet, und die Unternehmen verpflichten sich, die Anforderungen zu erfüllen. Wir in Österreich unterziehen uns zusätzlich der freiwilligen Überprüfung durch externe Dritte. Wir haben bewusst diesen Weg gewählt und fühlen uns durch die kürzlich stattgefundene rechtliche Anerkennung bestärkt. Wie groß ist das Interesse der Industrie? Es ist nicht so, dass die Unternehmen bei uns Schlange stehen. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt in dem hohen Aufwand. Responsible Care betrifft den gesamten Arbeits- und Betriebsalltag. Es ist kein Zertifikat, mit dem man ein Produkt bewerben kann. Der Fachverband der Chemischen Industrie zählt 275 Mitglieder, 35 davon sind zertifiziert. Die Zahl als solche erscheint nicht sehr groß, aber es ist wichtig, zu wissen, dass es sich dabei um die großen Player handelt, die insgesamt mehr als 40 Prozent des Produktionswerts der gesamten chemischen Industrie erzeugen. Umweltschutz ist schon länger ein Thema, Arbeitnehmerschutz und Sicherheit sind ungleich schwieriger zu transportieren. Wo liegt hier das Potenzial? Die Betriebe holen sich einen externen Dritten ins Haus, der aufgrund seiner Erfahrung Sachen sieht, die man im eigenen Unternehmen nicht mehr wahrnimmt. Dieser Blick von außen ermöglicht es, Potenziale zu sehen, wo nachgebessert oder optimiert werden kann. Damit kann ein neuer Fokus gesetzt werden. Diese systematische Kontrolle optimiert organisatorische Abläufe, die in weiterer Folge auch die Qualität der Produkte erhöhen. Dieser Blick von außen ist ein bewährtes Mittel ge-

DI Dr. Dominique Schröder, Referentin der Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband der Chemischen Industrie

gen die sogenannte Betriebsblindheit. Und diese ist unser erstes Verkaufsargument. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um Responsible Care zu bewerben? Direkte Werbemaßnahmen gibt es nicht. Allerdings ist die Erstberatung für Verbandsmitglieder kostenlos. Ein Auditor besucht den Betrieb und macht eine erste Bestandsaufnahme. Dabei wird auch der Fragenkatalog vorgestellt und daraus entwickelt sich häufig bereits ein erstes Audit. Was haben die Unternehmen davon? Es ist richtig, dass es schwierig ist, Responsible Care nach außen hin zu zeigen. Extern, also so, dass es bis zum Kunden gelangt, kann es kaum beworben werden. Der Mehrwert liegt im internen Bereich. Die Probleme, mit denen sich Unternehmen in der heutigen Zeit am häufigsten konfrontiert sehen, sind Schwächen und Mängel in der Organisation oder im Verhalten. Hier setzt Responsible Care an, indem es für systematischen Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutz steht. Dadurch können unter anderem Arbeitsunfälle und Krankheitskosten vermieden und Betriebsstörungen reduziert werden. Ist schon einmal ein Betrieb durchgefallen? Nein. Es gibt nach jedem Audit, also nach Besichtigung, einen Mängelkatalog und nach Ablauf der vereinbarten Frist, in der das Unternehmen Zeit hat, die Mängel zu beheben, wird nach positivem Abschluss das Zertifikat ausgestellt. Jene Unternehmen, die sich für Respronsible Care interessieren und sich zertifizieren lassen, erkennen den Nutzen und erklären sich damit auch bereit, Verbesserungen vorzunehmen. Häufig gehen derartige Initiativen von der Geschäftsleitung aus und sollen einen Mehrwert beim Kunden bringen. Was hat die Belegschaft von der Zertifizierung? Es ist sogar oft der Fall, dass das positive Feedback von den Technikern kommt und initiiert wird, die die Geschäftsführung überzeugen müssen, Geld und vor allem Zeit zu investieren. Zudem ist bei regelmäßigen Sitzungen ein Erfahrungsaustausch möglich. Innerhalb dieses Austauschs sind auch immer Anmerkungen möglich.


Tiroler schützen Holz am besten! Nirgendwo sonst wird Holz höheren Belastungen ausgesetzt als im rauen Klima der Alpen. Deshalb schwören Profis auf die ADLER-Markenqualität aus Tirol. Von diesem Premium-Image profitieren in Österreich ganz besonders Farbenhändler und Maler, die mit ADLER eine Partnerschaft pflegen. Darüber hinaus unterstützt sie ADLER mit umfangreichem Know-how, Service und innovativen Produkten. Jüngstes Beispiel: Das wasserbasierte deckende Lacksystem Aqua-PU PRO. Es bietet extreme Beständigkeit sowie Festigkeit und kann je nach Beanspruchung wahlweise 1K oder 2K verarbeitet werden.

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ENTGELT LICHE E INSCH ALT UN G

NEUES LEITSYSTEM UND VERPACKUNGSDESIGN Auf Basis einer repräsentativen Marktuntersuchung bei Profimalern hat Herbol das umfangreiche Sortiment der Fassadenfarben neu strukturiert. Das verbesserte Leitsystem ermöglicht dem Maler in Kombination mit dem neuen Packungsdesign eine schnelle und einfache Orientierung bei der Auswahl der Fassadenbeschichtungen.

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amit wird der Hersteller erneut dem M ­ otto für seine Kunden gerecht: Sie können sich schnell orientieren, sicher auswählen und produktiv arbeiten. Die neue Produktstruktur unterscheidet ­Fassadenfarben und Fassadensysteme. Zur ersten Gruppe gehören Lösungen für effizientes Arbeiten. Die vier ­Kategorien basieren auf unterschiedlichen Bindemitteltechnologien und richten sich nach den verschiedenen Untergründen. Die Nano-Technologie bietet hydrophilen Nano-Schutz für länger saubere Fassaden. Die SiloxanTechnologie ermöglicht vielseitigen Fassadenschutz mit Klimamembran. Die Acrylat-Technologie ist der b­ ewährte Fassadenschutz mit Langzeitwirkung. Die Sil-Techno­logie gibt kritischen Untergründen einen spannungs­armen Fassadenschutz. Die Fassadensysteme umfassen spezielle Lösungen für besondere Anforderungen. Das Mineral-System bietet einen natürlichen Fassadenschutz. Das Flex-System hilft bei der nachhaltigen Risssanierung. Das Beton-­System unterstützt den Maler bei der Instandsetzung und Erhaltung von Betonoberflächen. Die Kategorien und die entsprechenden Produkte haben kurze prägnante Namen, die eine schnelle Orientierung und Zuordnung ermög­ lichen. „Herbidur“ steht zum Beispiel für die Acrylat-Technologie. Um die Struktur der Fassadenfarben auf den G ­ ebinden erkennbar zu machen, wurde ein neues Packungsdesign entwickelt. Es verdeutlicht die sieben ­Kategorien mit ­einem übersichtlichen Farbcode und stellt alle ­relevanten Produktinformationen dar. Der Dreiklang aus e­ infacher Produktstruktur, anwendergerechtem Design und ein­ deu­tigen Produktnamen erleichtern jedem Malerprofi den Griff zum passenden Produkt aus dem Herbol Fassadensortiment. Die Umstellung auf die neuen Etiketten erfolgt sukzessive im Laufe der kommenden Monate.  www.herbol.at

Das neue Packungsdesign erleichtert künftig die gezielte Produktauswahl.

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Herbol Fassadenfarben –

das Sortiment auf einen Blick. Schneller zurechtfinden – langfristig erfolgreich sein. Mit der neuen Sortimentsstruktur für Fassadenfarben findet jeder Maler das passende Herbol Produkt, ohne lange zu suchen. Eine verständliche Kategorisierung mit klaren Produktnamen und einem modernen Packungsdesign machen es jedem Profi einfach und bringen die gewünschte Effizienz von Anfang an. Schnell. Sicher. Produktiv. Mehr Informationen unter www.herbol.at


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RE P ORTAGE

Das Team Maler Reiter

M Das Büroteam kalkuliert und organisiert die Malerei mit MOS’aik.

WENN DIE SOFTWARE DEM BETRIEB DIENT … … und nicht der Betrieb der Software. Letzteres erfuhren Malermeister David Reiter und seine Frau Agnes. 2012 stellten sie ihre ­Organisation um, zogen mit der Malerei in ein neues Firmengebäude und hatten endlich die passende Software für den Betrieb mit zwei ­Einzelhandelsfilialen gefunden.

alermeister David Reiter hat den Maler­ betrieb mit einem Einzelhandelsgeschäft im Jahr 2000 von seinem Vater übernommen. Sein Vater hatte das Geschäft 1955 gegründet. 1976 kam ein kleiner Farbeneinzelhandel hinzu, um den sich vor allem die Mutter kümmerte. Heute betreibt David Reiter den Malerbetrieb und seine Frau Agnes in Raab und Schärding den Facheinzelhandel für Farben und Raumausstattung. Zusammen beschäftigen sie circa 24 Mitarbeiter. Während der Malerbetrieb sämtliche Dienstleistungen rund um das Maler- und Stukkateurhandwerk sowie den Gerüstbau anbietet, liegt der Schwerpunkt der Fachgeschäfte in Beratung und Verkauf sämtlicher Produkte für Decke, Wand und Boden sowie Fassaden. Ergänzt wird die Ladenpräsentation um attraktive Wohnaccessoires. „Mit der wachsenden Mitarbeiterzahl und dem Flächenbedarf für die Malerwerkstätte wollten wir auch unsere Ablauforganisation neu und vor allem effizient aufstellen“, berichtet David Reiter, „dazu hatten wir alle Vorgänge aufgezeichnet. Das Ergebnis war unser sogenannter Laufzettel. Der stellt alle Abläufe unseres Betriebes komprimiert auf einer Din-A4-Seite dar.“ GENAUER ABLAUF­P LAN Um den wachsenden Flächenbedarf aufzufangen, zog die Malerwerkstätte in ein neu saniertes Gebäude mit Büro. Hier war nun genügend Platz für ein der Betriebsgröße adäquates Lager und die räumlichen Voraussetzungen für die Realisation der Ablauforganisation. Dazu genügte auch nicht mehr eine Organisation mittels einer gängigen Bürosoftware für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. David Reiter machte mehrere Anläufe für eine geeignete Be-

MALER REITER, MOSER GMBH & CO. KG

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triebssoftware. Viele Erstgespräche scheiterten bereits an seinem betriebsindividuellen „Laufzettel“. Schließlich startete man mit einer Tischlersoftware. Doch auch hier waren dem Ganzen in der Umsetzung Grenzen gesetzt. Im Rahmen einer Messe lernte David Reiter das Softwarehaus Moser kennen. „Nach eingehender Beratung waren wir schnell überzeugt und machten den großen Schritt einer kompletten Softwareumstellung“, erzählt David Reiter, „und wir freuen uns in der täglichen Anwendung darüber. Die Berater von Moser haben ihre Software MOS’aik sehr pragmatisch an unseren betrieblichen Bedarf, sprich an unseren ,Laufzettel‘, angepasst. Nun haben wir die reibungslosen Abläufe, die wir uns vorgestellt haben. Diese sparen uns wertvolle Zeit und verschaffen uns einen schnellen Überblick über den Status quo.“ MIT RATIONELLER SCANNERANBINDUNG Nach der erfolgreichen Adaption wird heute der typische Betriebsablauf mit MOS’aik organisiert. Im Rahmen der Neuorganisation des Betriebes führte David Reiter auch die Scanneranbindung ein. Dadurch werden schnell und ohne Fehlbuchungen die Artikel und der Werkzeug- und Maschineneinsatz den Baustellen zugeordnet und die jeweilige Kostenstelle belastet. So müssen nur noch die produktiven Lohnstunden auf die jewei-

R E P ORTAGE

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ligen Projekte geschrieben werden. „Momentan erfassen wir diese wöchentlich, unser nächstes Ziel ist es, dies per mobiler Zeiterfassung zu erledigen“, erläutert David Reiter. Die Scanneranbindung hat in den Betrieben Reiter einen weiteren Vorteil: In Verbindung mit dem Modul Kasse werden in beiden Filialen die verkauften Materialien damit erfasst. „Das gefällt uns bei Moser gut“, erläutert Agnes Reiter, „wir können einzelne Module wie die Kasse erwerben und können uns die Software so ganz nach unserem Bedarf zusammenstellen.“

David Reiter an der Farbmisch­ anlage – alle Farbtöne werden in der Projektakte hinterlegt.

VERNETZT UND INDIVIDUELL Die Software ist auf die individuellen Betriebsabläufe angepasst worden und wird für alle betriebswirtschaftlichen Vorgänge eingesetzt – angefangen von der Kalkulation über den Auftrag und das Projektmanagement bis hin zur offenen Postenverwaltung und dem Mahnwesen. Zur Unterstützung eines rationellen und kostenstellenorientierten Arbeitens wurden sowohl in der Malerei als auch in den Einzelhandelsfachgeschäften jeweils Scanner eingebunden. „Die Software MOS’aik hat uns einen großen Schritt weitergebracht. Wir konnten die softwaregestützte Ablauforganisation für unseren Betrieb realisieren und unsere drei Standorte an den Server anbinden und damit synchronisieren“, resümiert David ­Reiter die Softwareumstellung.

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FREILUFT-LEBENSRAUM ZUM QUADRAT Auch Neubauten sind nicht sicher vor Feuchtigkeitsschäden geschützt, wenn Regen, Schnee und UV-Strahlen der Abdichtung zusetzen. an die Sanierungsmaßnahme. Mit der Abdichtung der insgesamt 18 Quadratmeter großen Balkonfläche beauftragte der Hauseigentümer die Firma Santech Bau-Abdichtungs Ges.m.b.H aus Linz-Pichling.

SCHRITT FÜR SCHRITT ZUR NEUEN FLÄCHE In einem ersten Arbeitsschritt haben die Fachverarbeiter den alten Fliesenbelag entfernt. Auf den freigelegten Estrich haben sie eine Grundierung mit TrifLangzeitsicher abgedichtet erstrahlt die lex Cryl Primer 276 aufgebracht. Für die Abdichtung Balkonoberfläche in moderner, zweifarbiger der umlaufenden Hochzüge, des BalkontüranschlusFliesenoptik. ses und der Entwässerungsrinne applizierten sie das System Triflex ProDetail. Nach der Flächenabdichtung mit Triflex ProTerra haben die Handwerker das Areal mit Triflex ProFloor beschichtet. Den AbTRIFLEX BTS-P KOMBINIERT FUNKTIONALITÄT UND ÄSTHETIK schluss der Sanierungsarbeiten bildete die Versiegelung der BalkonoberUm Funktionalität und Ästhetik im Zuge der Sanierungsmaßnahme miteiflächen mit Triflex Creative Design. nander zu verknüpfen, entschied sich der Bauherr für den Einsatz des BalInnerhalb von nur zwei Tagen ist es gelungen, die Balkonoberkon-Abdichtungssystems Triflex BTS-P mit Triflex Creative Design. Es hält fläche des Wohnhauses mit Triflex Flüssigkunststoff langzeitsicher starker mechanischer Punktbelastung dauerhaft stand. Nach der Aushärabzudichten und ansprechend zu gestalten. tung bildet es eine naht- und fugenlose Oberfläche und ist dadurch dicht bis  www.triflex.com/at ins Detail. Da es farbig ausführbar ist, erfüllt es optimal die Anforderungen

TRIFLEX

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ie Balkonoberfläche eines 2009 erbauten Mehrfamilienhauses in Amstetten war durch Witterungseinflüsse undicht geworden. Feuchtigkeit war in die darunterliegenden Wohnräume eingedrungen und hatte die Bausubstanz beschädigt. Mit dem Abdichtungssystem Triflex BTS-P auf Basis von schnell reaktivem Polymethylmethacrylatharz (PMMA) haben die Fachverarbeiter der Firma Santech Bau-Abdichtungs Ges.m.b.H die Oberfläche des Balkons saniert. Innerhalb von nur zwei Tagen schufen sie eine langzeitsicher dichte und optisch ansprechende Abdichtung.


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BAUPRODUKTE UND ­UMWELTBILANZEN Wie lassen sich die umweltrelevanten Eigenschaften von Bauprodukten und Baustoffen einheitlich und übersichtlich darstellen, sodass man sie auch vergleichen und daraus verlässliche Nachhaltigkeitskriterien für ein gesamtes Bauwerk ableiten kann? Hilfestellung für die damit verbundene Umweltdeklaration liefern Europäische Normen.

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ie verwendeten Baustoffe und Bauprodukte haben entscheidenden Einfluss auf die Umweltbilanz eines Gebäudes, sei es bei der Energieeffizienz, bei den Emissionswerten oder bei den Lebenszykluskosten. Um Bauwerke im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit zu bewerten, greift man unter anderem auf die Umweltproduktdeklarationen der verwendeten Baustoffe und Bauprodukte zurück. Grundregeln für diese, auch EPD, englisch für Environmental Product Declaration, genannten Parameter, legen die ÖNormen EN ISO 14025 und EN 15804 fest. Um ihre Umsetzung zu erleichtern, wird derzeit ein ergänzendes Anwendungsdokument entwickelt. „Die in der ÖNorm EN 15804 enthaltenen Grundregeln für die Umweltproduktdeklarationen von Bauprodukten sind relativ offen gehalten“, sagt Stefan Wagmeister, Komitee-Manager bei Austrian Standards. „Da es im Normenwerk keine Priorisierung der Indikatoren gibt und bislang auch eine Vorlage für eine österreichische Produktdeklaration fehlt, hat das Komitee 011 ,Hochbau Allgemeines‘ beschlossen, eine nationale Präzisierung vorzunehmen“, so Wagmeister. An diesem ergänzenden nationalen Anwendungsdokument, ÖNorm B 15804, beteiligen sich Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sowie Sachverständige. Eingebunden ist auch die von ÖGNI, Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft, und ÖGNB, Österreischische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, und die ins Leben gerufene Bau-EPD GmbH. Als übergreifende Plattform hat sie bereits im Vorfeld alle Interessierten eingebunden und – in Übereinstimmung mit EN 15804 und ISO 14025 – eine einheitliche Basis für die Erstellung von Um-

ÖNorm EN 15804: Nachhaltigkeit von Bauwerken – Umweltproduktdeklarationen – Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte Normprojekt ÖNorm B 15804: Nationales Anwendungsdokument zur ÖNorm EN 15804 ÖNorm EN ISO 14025: Umweltkennzeichnungen und -deklarationen – Typ III Umweltdeklarationen – Grundsätze und Verfahren

R I CH T LI N I E

Neuauflage Verarbeitungsrichtlinie Sockel Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Putz (ÖAP) hat in Kooperation mit der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG) die Verarbeitungsrichtlinie Sockel überarbeitet und neu aufgelegt. Durch schriftliche Erklärungen und zeichnerische Darstellungen bietet die Richtlinie Lösungsvorschläge für die Schnittstelle zwischen Sockel und mineralischen Außenputzen sowie Wärmedämmverbundsystemen. So finden sich unter anderem detaillierte Vorschläge für Ausführungen des Sockelputzes und von Wärmedämmverbundsystemen im Spritzwasser- und Perimeterbereich. Ganz besondere Aufmerksamkeit wurde dem Thema Feuchtigkeitsschutz und der korrekten Verarbeitung der Sockeldämmplatten gewidmet. Die Richtlinie ist im Onlineshop der ÖAP unter www.oeap.at erhältlich.

weltproduktdeklarationen und Produktkategorie-Regeln entwickelt. Das findet nun auch Eingang in die Normungsarbeit. Peter Maydl von der TU Graz und Vorsitzender der Arbeitsgruppe: „Ersteller von EPDs werden auch künftig auf Basis der Europäischen Norm arbeiten. Planern, Auditoren und Herstellern von Bauprodukten wollen wir mit dem nationalen Anwendungsdokument ein Werkzeug in die Hand geben, das es ermöglicht, die für Bauproduktauswahl sowie Gebäudezertifizierung wesentlichen Umweltinformationen rasch aufzufinden.“ Dies soll unter anderem durch Definition eines Sets an sogenannten ‚Kernindikatoren‘ erfolgen. Mittelfristig wünschenswert wäre dazu auch eine österreichische Bauproduktedatenbank, die neben Leistungskennwerten auch die benötigten Umweltinformationen bereitstellt und die frei zugänglich ist“, so Maydl.

THINKSTOCKPHOTOS.DE, ÖAP

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S E RV I C E

GRUNDERWERBSTEUER NEU – EILE GEBOTEN ODER KÖNNEN SIE SICH DAS SCHENKEN?

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Für immer wetterfest Balkone | Terrassen | Laubengänge

Jahrelang wurde es gehegt, gepflegt, rausgeputzt und thermisch ­saniert – das Eigenheim. Und nun soll es in die dankbaren Hände der nächsten Generation übergeben werden. Doch wie tritt aus steuer­ licher Sicht für die Nachkommenschaft die geringste Belastung ein? T E X T RUD O L F S I A RT | FOTO SIART

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rinzipiell ist die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer für den Erwerb von Immobilien die Gegenleistung, sprich der Kaufpreis. Ist ein solcher nicht vorhanden, werden also wie bei Schenkungen und Erbschaften Immobilien unentgeltlich übertragen, wurde bisher der dreifache Einheitswert der Besteuerung zugrunde gelegt. Die Bemessung anhand des dreifachen Einheitswertes wurde allerdings aufgrund seiner mangelnden Aktualität und dem groben Missverhältnis zum weitaus höheren Verkehrswert vom Verfassungsgerichtshof als nicht sachgerecht aufgehoben. Die immer schon bestehende Bevorzugung des Familienkreises mit einer Steuerbelastung von zwei statt 3,5 Prozent billigt der VfGH hingegen schon. Um nun der geforderten Neufestsetzung der Einheitswerte zu entgehen, setzt der Gesetzgeber ab 1. Juni 2014 nicht mehr auf die Unterscheidung zwischen entgeltlichem und unentgeltlichem Erwerb, sondern ausschließlich auf die beim Vermögensübergang involvierten Personen. Diese Neugestaltung führt somit für alle Eigentumsübertragungen im Familienkreis als Bemessungsgrundlage die Verdreifachung der bekrittelten Einheitswerte ein und knüpft damit an die bereits im Vorjahr „reparierte“ Regelung zur Bemessungsgrundlage der Grundbucheintragungsgebühr an. Praktisch ändert sich für den Erbschaftsfall bzw. die Schenkung im Familienkreis nichts. Es bleibt bei einer Grunderwerbsteuerbelastung von zwei Prozent des dreifachen Einheitswertes. Soll nun jedoch die Immobilie an ein Kind, bei gleichzeitiger Auszahlung

der Geschwister noch zu Lebzeiten übertragen werden, ist es dank der neuen Regelung durchaus möglich, diesem Kind das Elternhaus zu verkaufen und so die Geschwister streitfrei auszuzahlen. Die Steuerbelastung wird in diesem Fall dank der Neuregelung der Grunderwerbsteuer ebenfalls vom dreifachen Einheitswert und nicht vom höheren Verkaufspreis berechnet. Doch zu bedenken gilt, dass sofern ein nach dem 31. März 2002 angeschafftes Elternhaus nicht zwei Jahre seit Ankauf durchgehend, bzw. während fünf der letzten zehn Jahre als Hauptwohnsitz diente, die Immobilienertragsteuer fällig wird. Das sind immerhin 25 Prozent der Differenz aus Veräußerungserlös und Anschaffungskosten, die die Eltern abführen müssten! Tipp: Eile ist wegen der Neuregelung der Grunderwerbsteuer nicht geboten, da sich im innerfamiliären Erbschaftsfall bzw. bei der Schenkung nichts ändert. Hinzu kommt jedoch die Begünstigung im innerfamiliären Verkauf, der, sofern keine Immobilienertragsteuer anfällt, eine elegante Möglichkeit zur Vermeidung von Spannungen, die mit dem Übertrag der Familienlatifundien innerhalb des Geschwistergefüges auftreten können, bietet.

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