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05 2012

P.b.b. Verlagspostamt: 2340 Mödling, Zul.-Nr. GZ 07Z037211M, Postnummer: 05

www.wirtschaftsverlag.at

Das österreichische Fachmagazin für Boden, Wand und Decke

Das große Sanieren-Spezial korrosions-, holz-, schimmelschutz und co

im gespräch mit wolfgang stein « im werk von adler lacke « im atelier bei beate von harten «


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Viel Neues bringt der Herbst

E 

ins vorweg: Mit der vorliegenden colorAusgabe präsentiert sich Ihnen unser Magazin von einer etwas anderen Seite. Zum einen haben wir ein wenig an unserem Layout gefeilt. Zum anderen wird Ihnen auffallen, dass wir unseren Sanieren-Schwerpunkt auf eine etwas unkonventionelle Art und Weise angegangen sind. So haben wir uns schlichtweg ins Auto gesetzt und sind für Sie durch die Republik gefahren, haben dabei selbstverständlich viele interessante Menschen getroffen und entsprechend spannende Gespräche geführt. Aus Salzburg beispielsweise haben wir gleich drei aufschlussreiche Interviews mitgebracht: Während Wolfgang Stein, Geschäftsführer von Keimfarben Österreich, uns in die Welt der Silikatfarben mitgenommen hat, sprachen etwa Andreas Listl, Brand Manager Herbol, und Florian Lederhofer, Brand Manager Sikkens, über ihre neuesten Produkterrungenschaften. Weiter ging es für uns nach Tirol, wo wir gemeinsam mit Filialleiter Ricardo List die neue Brillux-Niederlassung in Augenschein genommen haben, die zugegebenermaßen zwar ein Neubau ist, in Sachen Renovieren und Sanieren natürlich dennoch jede Menge Produkte im Sortiment bereithält. Ortswechsel. Ein paar Kilometer weiter, in Schwaz, steht das Werk von Adler Lacke. Und das haben wir uns auf Einladung von Andrea und Claudia Berghofer, den beiden Enke-

linnen von Firmengründer Johann Berghofer, ebenfalls genau angesehen. Erleben durften wir einen tollen Unternehmensrundgang, der die Adler-Kernkompetenzen Heimatverbundenheit und Holzschutz besonders hervorzuheben ­wusste. Ums Schützen geht es indes auch in unserer Coverstory – aus der Feder von Jürgen Fragner. Wie Sie metallische Oberflächen richtig vor Korrosion bewahren, hat er für sie erarbeitet. Außerdem: CD-Color-Anwendungstechniker Benedikt Müller-Wortmann gibt nützliche Tipps für die korrekte Metallbauteile-Sanierung – von der Schadensanalyse bis zur Endbeschichtung. Ums Sanieren im weiteren Sinne – etwa von alten Teppichen – kümmert sich auch Beate von Harten. Ingrid Divis hat die Textilkünstlerin in ihrem Wiener Atelier zum Gespräch getroffen. Ich hoffe, Sie haben beim Lesen eine ebensolche Freude, wie wir sie mit unseren Recherchen hatten. Eine spannende und anregende Lektüre wünscht

Dominique Platz

color – Das österreichische Fachmagazin für Boden, Wand und Decke

Ressortleitung Verlagsbereich Bau: Kersten Viehmann, DW 320, k.viehmann@wirtschaftsverlag.at

Verlags-GmbH & CO KG, 4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichvdv.com

Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, T 01/546 64-0, www.wirtschaftsverlag.at, www.colorzeitung.at

Gesamtverkaufsleitung: Franz-Michael Seidl, DW 240, f.seidl@wirtschaftsverlag.at

Marketing: Paul Kampusch, DW 130

Artdirektion, Grafik: butjabutja - multicrossmedia, Inh. Cecile M. Lederer, 1140 Wien

Anzeigen- und Medienberatung: Stefan Haberleitner, DW 244, s.haberleitner@wirtschaftsverlag.at, Birgit Wilheim DW 251, b.wilheim@wirtschaftsverlag.at, Anzeigenservice: Monika Hentsch, DW 443, m.hentsch@ wirtschaftsverlag.at Anzeigenrepräsentanz für OÖ: Gerhard Weberberger, Kleinwört 8, 4030 Linz, T 0732/31 50 29-42, g.weberberger@wirtschaftsverlag.at

Geschäftsführung: Thomas Zembacher

Hersteller: Friedrich VDV, Vereinigte Druckereien- und

Chefredaktion: Dominique Platz, Bakk., DW 346, d.platz@wirtschaftsverlag.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Jürgen Fragner, Stefan Böck, Dipl.-Ing. Hanna Geisswinkler, Ingrid Divis

color - 05 2012

Dominique Platz d.platz@wirtschaftsverlag.at

QR-Code-Guide

In der vorliegenden wie auch in den kommenden color-Ausgaben werden Ihnen immer wieder sogenannte QR-Codes begegnen, die Sie mit einer entsprechenden App auf Ihrem Smartphone scannen können und mittels derer Sie zu mehr Informationen zum jeweiligen Artikel auf unserer Website gelangen. Alternativ können Sie natürlich auch direkt auf www.colorzeitung.at vorbeischauen.

impressum

Coverfoto: Grundanstrich eines Metallbauteils mit einem 2K-System auf Wasserbasis. Foto: CD-Color

Beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH (der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH) ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %. Anzeigenpreisliste: Nummer 4, Jänner 2012, Erscheinungsweise: zweimonatlich

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Foto: Simon Jappel

editorial & Impressum

en ür d r f h e ic ie s an unt at. S n ng. ter lde Me wslet rzeitu Ne .colo w ww

Aboservice: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien, T 01/361 70 70-570, F 01/361 70 70-9570, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahres­bezugspreis: 50 Euro (Inland); Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres storniert werden, laufen weiter. Bankverbindung: Inserate: Bank Austria, Kto. 04240571200, BLZ 11000, IBAN AT511100004240571200, BIC BKAUATWW Druckauflage: 7.600 Stück, DVR: 0368491

aus der Redaktion «


inhalt

Baiersbronn / Deutschland Eugendorf

Elixhausen Schwaz

Innsbruck

Rubriken

10 kampf gegen korrosion

14 kampf gegen fachkräftemangel

04 Inhalt

Metallische Werkstoffe zählen zu den wichtigsten und vielseitigsten Materialien unseres täglichen Lebens. Die Korrosion gilt dabei als schlimmster Feind und erfordert eine richtige Behandlung für einen entsprechenden Schutz. «

Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, ortet im Gespräch mit color eine positive Grundstimmung bei den Hauptstadt-Betrieben. Sie nimmt Stellung zu den Themen Schule, Fachkräftemangel und Lehrlingsausbildung. «

22 Malerei & Anstrich

13 kampf gegen rost

44 kampf gegen finanznot

40 Tapete & Textil

Für die Beschichtung von Eisen und Stahl gibt es inzwischen auch hoch leistungsfähige 2K-Systeme auf Wasserbasis. Wichtig bei der Sanierung der Untergründe ist auch hier eine sorgfältige Vorgehensweise – von der Schadensanalyse bis zur Endbeschichtung. «

Eine Posse, kein Märchen aus 1001 Nacht war das Hin und Her zwischen Textilhersteller Backhausen und dem saudisch-österreichischen Unternehmer Mohamed Bin Issa Al Jaber. Chronik einer gescheiterten Partnerschaft. «

06 Aktuelles 16 Boden & Belag 20 Anwenderbericht

45 Newsticker 46 Herstellerverzeichnis

» im überblick

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Fotos: thinkstock, Artwork: Cecile M. Lederer/butjabutja - multicrossmedia

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Inhalt 06 neue niederlassung Gemeinsam mit Geschäftsführer Ricardo List hat sich die color-Redaktion die geräumigen Verkaufshallen des Farbenherstellers Brillux bereits im Vorfeld angesehen. «

18 neue geschäftsführerin Seit diesem Sommer verstärkt Kathrin Wesonig das junge Führungsteam des steirischen ­Familienbetriebs Weitzer Parkett. Im Wir haben sie zum Interview gebeten. «

24 neues holzschutzprodukt Wolfgang Stein ist Geschäftsführer von Keimfarben Österreich. Im Interview mit color spricht er über Algenbewuchs, silikatischen Holzschutz – und Goethe. «

26 neue unternehmensideen

Wien

Bei einem exklusiven Unternehmensrundgang bei Adler Lacke mit Andrea und Claudia Berghofer haben wir Spannendes und Grundlegendes aus der Lackküche erfahren. «

30 neue malerprodukte Im Gespräch mit Andreas Listl, Brand Manager Österreich Herbol, und Florian Lederhofer, Brand Manager Österreich Sikkens, sind wir zwei neuen Produktlinien auf den Grund gegangen. «

32 neuer schallschutz Wie im bereits 2011 eröffneten Spielhaus Murgel im Schwarzwald nun auf „spielerische Art und Weise“ raumakustisch nachgebessert werden konnte, color zeigt’s. «

Weiz

42 neue textilideen Seit 1984 arbeitet die Textildesignerin und -restauratorin Beate von Harten in Wien, wo noch der gesamte Fertigungsprozess in Handarbeit geschieht. Wir haben sie in ihrem Atelier besucht. «

Die Tour

Von Wien nach Eugendorf und Elixhausen über Schwaz und Innsbruck führte uns die color-Sanieren-Tour zumindest am Telefon noch über die Grenze nach Baiersbronn und später nach Weiz. «

Holz ist Leben. Schütze es.

Der Holzschutzspezialist aus Südtirol.

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IM Überblick «

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aktuelles Gastkommentar wirtschaft:

Stütze für regionale KMU 2009 ist in Österreich die Schwellenwerte-Verordnung in Kraft getreten. 2010 und 2011 wurde diese verlängert und im Allgemeinen als wichtiger Wirtschaftsimpuls empfunden. Insbesondere für die Handwerks- und Gewerbebetriebe war die Verlängerung ein unschätzbarer Gewinn – ohne den Wettbewerb zu gefährden. Das dabei die Verwaltungskosten gesenkt werden, ist ein erster Mag. Helmut Heindl positiver Effekt, kostendeckende Preise ein zweiter. Wir dürfen nicht vergessen, welche Leistung der österreichische Mittelstand erbringt. Er beschäftigt Mitarbeiter und Lehrlinge aus dem nahen Umland. Wird er mit regionaler Beschaffung unterstützt, so kann auch regionale Beschäftigung gesichert werden. Ebenso kann Lehrausbildung der Jugendlichen nur dann nachhaltig garantiert werden, wenn ein Betrieb auch nachhaltig wirtschaften kann. Um das zu erreichen, bedarf es Stabilität, die ermöglicht, dass Betriebe bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen vernünftig planen können. Kontinuität fördert darüber hinaus die Rechtssicherheit und die richtige Anwendung des Vergaberechts. Deshalb tritt die Bundessparte Gewerbe und Handwerk für eine Beibehaltung der Schwellenwerteverordnung ein und fordert eine zeitlich unbegrenzte Lösung über den 31.12.2012 hinaus. Drei Jahre Probezeit wurden mit Auszeichnung bestanden. Es wird Zeit, für die Übernahme ins Dauerrecht. Wir wollen in allen Bereichen Vorbildwirkung innerhalb der Europäischen Union erlangen. Wir verschweigen nicht, dass es bei der Anhebung der Schwellenwerte auch Kritik gegeben hat. Vorbildwirkung erreicht man aber nicht, wenn man sich an anderen Ländern orientiert. Wir wollen negative Einstellungen entkräften und die positiven Auswirkungen vorleben. Bund, Länder und Gemeinden sollen demnach Aufträge im Bau-, Liefer- und Dienstleistungsbereich bis zu einem Wert von 100.000 Euro (statt 40.000 Euro) direkt an Unternehmen vergeben. Der Schwellenwert für das sogenannte nicht offene Verfahren ohne Bekanntmachung ist von 120.000 Euro auf eine Million erhöht. Um einen freien und lauteren Wettbewerb sicherzustellen, müssen bei nicht offenen Verfahren wie schon bisher mehrere Angebote von befugten, leistungsfähigen und zuverlässigen Unternehmen eingeholt werden.

» Aus der Branche

» Rundgang

Ende Oktober wurde die neue Brillux-Niederlassung in Innsbruck im Rahmen eines Oktoberfests mit traditioneller Tracht und Musik eröffnet. Gemeinsam mit Niederlassungsleiter Ricardo List hat sich die color-Redaktion die geräumigen Verkaufshallen des Farbenherstellers bereits im Vorfeld angesehen. Unter www.colorzeitung.at/rundgang-122860.html haben wir für Sie eine Diashow unseres Rundgangs durch die 2000 Quadratmeter große Verkaufsfläche zusammengestellt.

» Ausgezeichnetes Engagement

Die Rembrandtin Lack GmbH wurde vom Europäischen Verband der Chemischen Industrie für ihr Engagement im Bereich Corporate Responsibility mit dem European Responsible Care Award ausgezeichnet. Rembrandtin ist das erste heimische Unternehmen, das mit dem Preis geehrt wird. Geschäftsführer Hubert Culik und Ralph Martens, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ring Int. Holding AG, nahmen den Preis in der Kategorie „KMU“ vom Vorsitzenden der Responsible Care Group des Weltchemieverbandes ICCA, Peter Cart­ wright, in Anwesenheit von EU-Kommissar Janez Potocnik ­Ende September in London entgegen. Verleihung (v. l.): Peter Cartwright, Hubert Culik, Ralph Martens und Kurt Bock (Präsident CEFIC, Europ. Verband der Chem. Industrie)

» Von oben betrachtet

Bereits im September hatte die neue Filiale des Baustoffhändlers Quester in Wien-Auhof ihren Betrieb aufgenommen. Jetzt fand auch die offizielle Eröffnung statt. An zwei „Tagen der offenen Tür“ konnten Ende Oktober Gewerbekunden und private Häuslbauer den neuen Standort besichtigen. Und das nicht nur zu ebener Erde, sondern auch aus der Luft: Von einem eigenen Quester-Heißluftballon aus konnten sich Besucher einen Überblick verschaffen. Mehrere Top-Manager aus dem europäischen CRH-Headquarter, der Quester-Mutter, kamen außerdem zur Einweihung. (V. l.) Rupert Schiefer (VK-Leiter ­Region Ost), Ulrich Paulmann (GF), Ursula Ottawa (Leitung Marketing), Marc St. Nicolaas (Product Group Director CRH) und Erwin JaneschVoit (Filialleiter Wien-Auhof)

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Foto: AkzoNobel, Rembrandtin Lack, fotodienst/Kölbl, color/ Platz, WKO

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aktuelles

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» Neue Geschäftsführerin

In ihrer Funktion als neue Geschäftsführerin von AkzoNobel Österreich tritt Tania Roach die Nachfolge von Martin ­Renggli an. In erster Linie verantwortet sie die strategische Ausrichtung der Marken sowie die vertrieblichen Aktivitäten des Konzerns. Die 45-­jährige gebürtige Engländerin bringt eine langjährige Erfahrung aus der Farben- und Lackbranche mit und kann auf weitläufige Erfahrungen im Marketing und Management zurückblicken.

» Titelverteidigung geglückt

Malerin Anita Mayer ist Europameisterin. Bei den im Oktober im belgischen Spa-Francorchamps ausgetragenen Berufseuropameisterschaften EuroSkills 2012 gelang ihr die Titelverteidigung. Insgesamt erzielte das Team Austria 22 Medaillen und gewann 14 Mal Gold, sechs Mal Silber und zwei Mal Bronze, womit sich die Alpenrepublik auch Teamsieger ­nennen darf. Thomas Jais, erster Vertreter der heimischen Bodenleger bei den EuroSkills, gelang auf Anhieb die Vize­ europameisterschaft. Wir gratulieren!

SCHUTZ

» Ausgezeichnete Ergebnisse

„Bei 10 Prozent unseres Geschäfts geht’s ums Waschen, der Rest sind Technik und Logistik“, sagt Mewa-Geschäftsführer Bernd Feketeföldi, den die color-Redaktion gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer Stefan Janzen in Wien getroffen hat. Grund zum Feiern hat das Schwechater Unternehmen nämlich aktuell, denn Anfang Oktober wurde Mewa im Rahmen der Auszeichnung der Austrias Leading Companies mit dem 3. Platz in der Kategorie „goldener Mittelbau“ ausgezeichnet. Besonders die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen für Mewa im Vordergrund. „Wir haben alleine in 2011 25 Millionen Euro weltweit in den Umweltschutz investiert“, so Janzen. (V. l.) Die Mewa-GF ­Stefan Janzen und Bernd Feketeföldi

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ENErgIE

EFFIZIENZ

ÄSTHETIK

Siliconharzfarben. Schützen mit System. Wände brauchen Schutz. Und Wände müssen atmen. Deshalb überzieht Siliconharz die Wand beim Anstrich nicht mit einem geschlossenen Film, sondern bildet ein dreidimensionales Netzwerk. Dieses weist Nässe und Schmutz ab. Wasserdampf dagegen wird nach außen geleitet. So entstehen ideale Bedingungen, welche die Energiebilanz des gebäudes verbessern und die Fassade jahrzehntelang schützen! Alle Informationen finden Sie auf www.srep.com


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aktuelles Gastkommentar trend:

Textile Treasure

» Aus der Branche

Freisprechfeier (v. l.): Friedrich Achleitner (LIM-Stv.), Herbert Mack (LIM), Nicco Krabath (LW), Silvia Sebela-Stundner, Erwin Wieland (BIM), Johann Bachleitner (WKS-Dir.), Gudrun Mosler-Törnstrom (2. LTG-Präs.). (V. r.): Hans-Michael Heser, Ernst Wimmer (Fachlehrer), ­Simon Illmer (LT-Präs.), Julius Schmalz (WKS-Präs.), Jakob Leonhardmair (GF Innung) mit allen Junggesellen

» Feierlich Freigesprochen

Im Beisein lokaler Politprominenz sowie des Bundesinnungsmeisters der Maler und Anstrichmitteltechniker Erwin Wieland erhielten Ende September im Rahmen des Rupertikirtags 23 frisch gebackene Salzburger Junggesellen und Junggesellinnen bei Kaiserwetter und vor Domkulisse ihre Lehrbriefe überreicht. Der neue Landesinnungsmeister Herbert Mack betonte: „Die wichtigsten Ehrengäste sind heute die Lehrlinge! Denn sie sind als gut ausgebildete Fachkräfte die ­Zukunft unseres Berufs.“ Die Freisprechfeier der Salzburger Landesinnung ist bisher ein österreichweit einzigartiges Forum, die Gesellenbriefe öffentlich und feierlich zu überreichen. Maria Fekter und Christoph Leitl

» Die Online-Behörde

Bundesministerin Maria Fekter hatte sich persönlich Zeit genommen, um die neue E-Government-Errungenschaft Unternehmensserviceportal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu der von ihr anberaumten Pressekonferenz Ende September in Wien hatte sie neben Staatssekretär Andreas Schieder auch Wirtschaftskammerboss Christoph Leitl mitgebracht, der gleich zu Beginn der Veranstaltung augenzwinkernd betonte, wie selten sich die Wirtschaft über Neuerungen aus dem Finanzministerium freuen kann. Diesmal jedoch, so Leitl, sei er aber „gerne hierher gekommen und voll des Lobes für das USP“, denn es bringe tatsächlich enorme Erleichterungen für Unternehmer. Unternehmen benötigen fortan nur noch ein Portal für alle Behördenwege zum Bund und zum Auffinden von Informationen.

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Foto: ÖWV, WKS, privat

Architektur kommt ohne Textilien nicht aus. Tut sie das, fehlt die Verbindung zum Menschen. Die Berührung mit dem Raum erfolgt durch textile Materialien. Textile Oberflächen können aber noch mehr. Als Träger des Dekors haben sie unmittelbaren Einfluss auf die Erfahrung des Raums. Architekten meinen, sie können alles. Der Mensch Gilbert Bretterbauer, Insti- jedoch ist fremd in den tut für Kunst und Gestal- Bauten. Jene, die es wagen, tung der Kunstuni Linz Textilien als wesentlichen Faktor gestalterischer Prinzipien in ihr Denken aufzunehmen, bereichern ihre Bauten und bereichern deren Benützer. Textile Ebenen heben die Architektur in eine neue Dimension, sie erweitern die körperlich-sinnliche Erfahrung und die Wahrnehmung der Umwelt. Nicht nur Wärme, Akustik und Dekor werden erfüllt, auch Sinne werden befriedigt. Und nicht nur das: Als Membran zwischen Haut und Wand bewegt sich etwas! Ist etwas nicht vorgegeben, ist es variabel, hat veränderbare Formen, Materialsprachen, Haptik und Struktur! Lassen wir Wände nicht unverhüllt, lassen wir Möbel nicht unbedeckt, lassen wir Räume nicht einsam in ihrer Nacktheit, geben wir Gebäuden eine Haut, versehen wir Fassaden mit Geweben, belegen wir Böden mit Teppichen, verhängen wir Decken mit Stoffen, retten wir die Architektur mithilfe von Gespinsten! Erweitert nicht das Textile die Erfahrung der Umwelt? Hat nicht das Textile den Charakter einer Zugänglichkeit? Fördert nicht das Textile die Lust auf Berührung? Doch! Und weiter: Erst durch Textilien werden Kanten weniger hart, Oberflächen weniger glatt, Inhalte weniger leer, die Welt weniger laut und überhaupt alles weniger abweisend. Das textile Element ist eine ursprüngliche, zeitlose Kraft, aus der immer von neuem Bewegung in die festgefahrenen Vorstellungen kommt. So gesehen ist es verwunderlich, dass Orte ohne Textilien überhaupt existieren. Architekten und Künstler können mittels Textilien eine Utopie verwirklichen, sie sollen diese Wirklichkeit bauen. Wurde nicht das weiblich besetzte Textile von der männlich besetzten Architektur missbraucht? Haben nicht Männer das Textile Frauen überlassen und haben nicht Frauen die Architektur bedient? Aber auf welche untergeordnete Weise! Und jetzt heißt es, eine textile Revolution auszurufen, deren Anliegen es ist, die gegenseitigen Absichten zu verbinden. Und wieder ist das Textile das Zentrum, von dem aus gestalterische Visionen erst realisiert werden können, und somit kommen wir einander näher. Das jedenfalls kann Architektur: dem Textilen die Entfaltung ermöglichen!


NEU: ADLER Legno – Die natürliche Holzveredelung Holz lebt, atmet und wärmt die Seele. Es ist ideal für ein gesundes Wohnraumklima, das Ruhe und Entspannung bietet. Die Schönheit und Natürlichkeit von Holz zu schützen und zu pflegen liegt ADLER seit jeher am Herzen. Deshalb haben wir mit ADLER Legno eine völlig neue Produktschiene von hochwertigen Ölen und Wachsen auf Basis natürlicher Rohstoffe entwickelt. Diese anwenderfreundlichen Holzveredelungen dringen tief ins Holz ein und bieten besten Schutz. Und wer Farbakzente setzen will, muss auf Öl auch nicht länger verzichten. Das neuartige ADLER Legno-Color ist die ideale Alternative!

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korrosionsschutz

Kampf gegen Korrosion Metallische Werkstoffe zählen zu den wichtigsten und vielseitigsten Materialien unseres täglichen Lebens. Die Korrosion gilt dabei als schlimmster Feind und erfordert eine richtige Behandlung für Jürgen Fragner einen entsprechenden Schutz.

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chätzungen zufolge belaufen sich Korrosionsschutzmaßnahmen und daraus entstehende Verluste hierzulande auf mehr als zehn Milliarden Euro jährlich. Ein Großteil dieser Kosten könnte mit der richtigen Anwendung sowie mit einer besseren Nutzung von vorhandenem Wissen eingespart werden. color zeigt wie. Definitionen Das Wort Korrosion stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Zernagen. Damit wird eine chemische, elektrochemische oder metallphysikalische Reaktion eines Materials mit seiner Umgebung beschrieben. Die messbare Veränderung führt zu einer Beeinträchtigung der Funktion, die für metallische Werkstoffe in der ÖNorm EN ISO 8044 mit 37 verschiedenen Korrosionsarten definiert ist. Eine Verhütung erfolgt durch Schutzbehandlungen für die Verlängerung der Lebensdauer der bewitterten Elemente. Davon betroffen sind alle Eisenwerkstoffe, die keine schützende Passivierungsdeckschicht ausbilden, wobei zwischen aktivem und passivem Schutzverhalten unterschieden wird. Die erste Variante bezeichnet die Vermeidung bzw. Verringerung in puncto Werkstoffauswahl, Konstruktionsgestaltung und via Umgebungsparameter. Das Ziel von Variante zwei ist das Fernhalten von korrosiv wirkenden Medien von der Oberfläche. Optimale Ergebnisse werden durch Kombination der beiden Ansätze erreicht, dabei finden in der Regel Beschichtungen, metallische Überzüge und ein daraus resultierendes Zusammenspiel ihren Einsatz.

Rostschutzbehandlung – Zinga/DKS Technik GmbH

Abb 1.: Korrosivitätskategorie C1: unbedeutend

Dickenverlust im 1. Jahr [µm] C-Stahl

Zink

Beispiele typischer Umgebungen Freiluft

Innenraum

≤ 1,3

≤ 0,1

C2: gering

> 1,3 – 25

> 0,1 – 0,7

Gering verunreinigte Atmosphäre, trockenes Klima

Ungeheizte Gebäude mit zeitweiser Kondensation

C3: mittel

> 25 – 50

> 0,7 – 2,1

Stadt-/Industrieatmosphäre mit mäßiger SO2-Belastung

Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, Produktionsräume

C4: hoch

> 50 – 80

> 2,1 – 4,2

Industrieatmosphäre und Küste mit mäßiger Salzbelastung

Produktionshallen in der chemischen Industrie, Schwimmbäder

C5-I: sehr hoch, Industrie

> 80 – 200

> 4,2 – 8,4

Industrieatmosphäre mit hoher relativer Luftfeuchte und aggressiver Atmosphäre

C5-M: sehr hoch, Meer

> 80 – 200

> 4,2 – 8,4

Küsten- & Offshorebereich mit hoher Salzbelastung

Einteilung der Umgebungsbedingungen gemäß EN ISO 12944-2

» Coverstory

≤ 60 % relative Luftfeuchte, geheizte Gebäude

Gebäude mit nahezu ständiger Kondensation und starker Verunreinigung

Schutzmöglichkeiten Zur Verfügung steht eine breite Palette von Materialien, wobei in erster Linie organische Beschichtungsstoffe, Metalle und Oxide (Email) eingesetzt werden. So erfüllen die Produkte zusätzlich zur Hauptfunktion Korrosionsschutz auch dekorative Anforderungen. Außerdem lassen sich weitere Funktionen, wie etwa die Erhöhung von Reibbeiwerten, realisieren. Die Art und das Ausmaß der Korrosionsbelastung ist von der Luftverunreinigung und der Befeuchtungsdauer der Oberflächen abhängig. Dabei ist die Zeit der primäre Parameter für die Zersetzungsgeschwindigkeit von Stahl und Zink – bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent und einer Lufttemperatur größer als null Grad Celsius. Die Norm EN ISO 12944 charakterisiert diesbezüglich Beispiele typischer Umgebungsbedingungen für die Festlegung eines Korrosionsschutzsy-

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Fotos: Hersteller

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korrosionsschutz

stems. Es wird darin auch die Schutzdauer für Beschichtungen definiert, womit sie eine technische Kenngröße für den Auftraggeber darstellt. Sie präsentiert keinen Gewährleistungszeitraum, sondern legt die erwartete Standzeit bis zur ersten Instandsetzung fest. (Abb. 1) Oberflächenvorbereitung Unter der Oberflächenvorbereitung wird die Befreiung der metallischen Außenseite von allen Verunreinigungen sowie das Herstellen einer auf das Korrosionsschutzsystem abgestimmten Rauheit verstanden. Genormt ist sie durch die EN ISO 12944, die vor allem die Wirksamkeit und die Schutzdauer beeinflusst. Unterschieden werden darin mit Überzügen versehene Fertigbeschichtungen einerseits und zu einem früheren Zeit-

» Korrosionsschutzmaßnahmen und daraus entstehende Verluste schätzen Experten hierzulande auf rund zehn ­Milliarden Euro jährlich. « punkt beschichtete Oberflächen andererseits. Die Vorbereitung kann neben einer nassen Reinigung, wie mithilfe von Beizen, auch mit mechanischen Verfahren (Schruppen oder Strahlen) sowie durch Flammstrahlen erfolgen. Als eine besondere Form gilt das sogenannte Sweepen. Hierbei kommt etwa Kupferhüttenschlacke als Strahlmittel zum Einsatz. Zum Säubern und Aufrauen werden die Oberseite überstrahlt und die schlecht haftenden Schichten abgetragen. Die Bewertung der zu vorbereitenden Flächen erfolgt anhand der Klassifikation der Vorbereitungsgrade gemäß der EN ISO 8501-1. Hier wird zwischen primären (ganzflächigen) und sekundären (partiellen) Behandlungen unterschieden. Die Rauigkeit gilt dabei als jener Parameter, der die Hafteigenschaft der Beschichtung beeinflusst. Sie ist in der EN ISO 8503-1 geregelt und sollte circa 40 bis 80 Mikrometer im Mittel betragen. (Abb. 2)

Rostschutzendbehandlung im Industriebau – Brillux Abb. 2 Verfahren

Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 1

Lose Walzhaut, loser Zunder & Rost, lose Beschichtungen und lose artfremde Verunreinigungen sind entfernt.

Sa 2

Nahezu alle Walzhaut & Zunder sowie Rost und Beschichtungen, artfremde Verunreinigungen sind entfernt. Verbleibende Rückstände haften fest.

Strahlen Sa 2 ½

Händische/ maschinelle Vorbereitung

Walzhaut, Zunder, Rost, Beschichtungen und artfremde Verunreinigungen sind entfernt. Verbleibende Spuren sind allenfalls noch als leichte, fleckige oder streifige Schattierung erkennbar.

Sa 3

Walzhaut, Zunder, Rost, Beschichtungen und artfremde Verunreinigungen sind entfernt. ­Oberfläche besitzt einheitliches metallisches Aussehen.

St 2

Lose Walzhaut, loser Zunder & Rost, lose Beschichtungen und lose artfremde Verunreinigungen sind entfernt.

St 3

Wie St 2, jedoch noch wesentlich gründlicher, sodass ein metallischer Glanz erscheint.

Flammstrahlen

Fl

Lose Walzhaut, loser Zunder & Rost, lose Beschichtungen und lose artfremde Verunreinigungen sind entfernt. Verbleibende Rückstände dürfen sich nur als Verfärbung (Schattierung) abzeichnen.

Beizen

Be

Lose Walzhaut, loser Zunder & Rost, lose Beschichtungen und lose artfremde Verunreinigungen sind vollständig entfernt. Beschichtungen haben vor dem Beizen mit geeigneten Mitteln entfernt zu werden.

Bewertung der zu vorbereitenden Oberflächen nach EN ISO 8501-1

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Sefra gibt dem Leben Farbe! Eine Abtönanlage für 6 große Malermarken!

www.sefra.at

Beschreibung

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Chlorkautschuk

Acrylatharz

Bitumen

Alkydharz

Polyurethan

Epoxidharz

TeerEpoxidharz/-PU

Zinksilikat

korrosionsschutz

Vinylchlorid

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C2: gering

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C3: mittel

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C4: hoch

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C5-I: sehr hoch, Industrie

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C5-M: sehr hoch, Meer

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Im 1-3: Wasser, Erdboden

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Glanzbeständigkeit

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Farbbeständigkeit

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Regen/Kondenswasser

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Lösemittel

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Säure

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Laugen

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Abb. 3 Korrosivitätskategorien

Dekorative Forderung

Chem. Beständigkeit

Temperaturbeständigkeit 60–70 °C 70–120 °C

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120–150 °C

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> 150 °C

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Physik. Eigenschaften Abriebfestigkeit

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Schlagfestigkeit

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Elastizität

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Härte

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Applikation Streichen Rollen

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Spritzen

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Verhalten von Beschichtungen verschiedener Bindemitteltypen gemäß EN ISO 12944-5

+ sehr gut, (+) gut, - schlecht, x nicht relevant

Stadion in Linz nach Sanierung – Sefra

Beschichtungsstoffe Beschichtungsstoffe setzen sich aus Bindemitteln, Pigmenten, Füll- sowie Hilfsstoffen und Lösemitteln zusammen. In der EN 12944-5 werden sie nach der Filmbildung in folgende drei Hauptgruppen eingeteilt: Zur ersten Kategorie zählen die oxidativ härtenden Stoffe wie Alkydharz und Epoxidharz­ ester. Bei ihnen ist die Reaktion mit dem Sauerstoff temperaturabhängig und verläuft bei niedrigen Werten sehr langsam. Die zweite Gruppe stellt die physikalisch trocknenden Substanzen dar, hier ist die Trocknungsdauer zusätzlich noch von der Luftbewegung abhängig. Als Vertreter dieser Substanzen gelten PVC und Acrylharze. Zur letzten Gruppe gehören die Reaktionsbeschichtungsstoffe, die als Ein- oder Zweikomponenten ausgeführt sein können. Dabei wird die Härtungszeit maßgeblich durch das Feuchtigkeitsangebot der Luft bestimmt und bedarf einer besonderen Beachtung der Herstellerangaben. Beschichtungssysteme Beschichtungssysteme bestehen aus einer Grund-, Zwischen- und Deckbeschichtung. Erstere ist für die Haftvermittlung verantwortlich. Entscheidend zur Schutzfunktion tragen hier die enthaltenen Pigmente wie Zinkstaub und Zinkphosphat bei. Der nachfolgende Zwischenanstrich ist für die Barrierewirkung notwendig. Dabei können entsprechende Pigmentierungen, wie beispielsweise Eisenglimmer, den Wirkmechanismus noch wesentlich verbessern. Dazu zählt auch die Kantenschutzbeschichtung, die jene Unterschichtdicken, die durch Kantenflucht entstanden sind, ausgleicht. Die letztfolgende Deckbeschichtung hat sowohl eine korrosionsschutztechnische wie auch dekorative Funktion und ist verantwortlich für den Widerstand gegenüber einwirkenden Belastungen (Wetterbeständigkeit). Alle Beschichtungen müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass sie in Verbindung mit der Schichtdicke einen optimalen Schutz ergeben. Die Schichtdicke ist nämlich ein wichtiger Qualitätsfaktor, der über die erreichbare Schutzdauer entscheidet. Bei zu geringer Dicke wird die zu erwartende Zeitspanne herabgesetzt. Weiters führen Überschreitungen der Höchstschichtdicke zu Schwierigkeiten bei der Haftung und Durchtrocknung. (Abb. 3) Allgemeine Einschätzungsregeln Generell gilt: Die Schutzwirkung steigt mit der Schichtdicke. Systeme auf PUR- und Epoxidharzbasis sind Alkydharz und PVC diesbezüglich überlegen. Zinkstaubgrundierungen erzielen in der Regel eine höhere Schutzdauer als Grundaufbauten mit Zinkphosphaten. Genauso verlängern aber Sperrelemente in Deckschichten wie Eisenglimmer oder Aluminium die Zeit im Vergleich zu Farbpigmenten. Den wesentlichsten Einfluss stellt jedoch der Reinheitsfaktor dar, der bei der Oberflächenvorbereitung erzielt wird. Auf der nächsten Seite finden Sie einen Anwenderbericht – zusammengestellt in Kooperation mit Hersteller CD-Color.

» Coverstory

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anwenderbericht

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Dem Rost den Kampf ansagen Für die Beschichtung von Eisen und Stahl gibt es inzwischen auch hoch leistungsfähige 2KSysteme auf Wasserbasis. Wichtig bei der Sanierung der Untergründe ist auch hier eine sorgfältige Benedikt Müller-Wortmann Vorgehensweise – von der Schadensanalyse bis zur Endbeschichtung.

M 

it steigendem Umweltbewusstsein verzeichnet der Anteil wasserverdünnbarer Beschichtungssysteme kontinuierliche Zuwächse. Nun scheinen wasserverdünnbare Materialien für korrosionsschützende Anstriche auf Metallen denkbar ungeeignet zu sein. Doch gerade für die Beschichtung von Eisen und Stahl gibt es hoch leistungsfähige Alternativen auf Wasserbasis, mit denen man hochwertige und extrem belastbare Oberflächen herstellen und dabei dem Bauteil zugleich einen sicheren Korrosionsschutz verleihen kann. Dabei geht man am besten folgendermaßen vor:

Fotos: CD-Color GmbH & Co. KG, D-Herdecke

Abb. 1: Begutachtung des Untergrunds Die genaue Analyse des Schadensbildes ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung. Ist die Oberfläche bereits durch Rost beschädigt? Gibt es Lackabplatzungen? Die Bewertung kann mithilfe der DIN EN 12944 kategorisiert werden. Darin gibt es auch Abbildungen, mit deren Hilfe man den Rostgrad bestimmen kann. In der täglichen Praxis reicht es aber oft aus, wenn man sich mit einem scharfkantigen Gegenstand – zum Beispiel einem Messer – von der Oberflächenfestigkeit überzeugt. Abb. 2: Untergrundvorbereitung Das Ergebnis der Schadensanalyse bestimmt die nächsten Arbeitsschritte. Bei diesem Rautenblech sollte in jedem Fall eine Reinigung nach ST3 (Hand- oder maschinelle Entrostung) stattfinden. Dabei werden lose Lackpartikel und Rost so weit entfernt, dass der Untergrund nach der Reinigung einen schwachen metallischen Glanz aufweist. Dafür setzt man eine rotierende Topf- oder Kegelbürste ein. Abb. 3: Grundbeschichtung Für den Grundanstrich werden die beiden Komponenten der wasserverdünnbaren 2K-Spezialgrundierung im Mischungsverhältnis 3:2 homogen ver-

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mengt. Nach einer kurzen Reifezeit von zwei Minuten wird das Material noch einmal verrührt und dann mittels Chinex-Pinsel, einem Pinsel mit modifizierter Kunststoffborste, oder mit einer Kunststoffwalze bzw. Kurzflorwalze aufgebracht. Da das Material eine Topfzeit von circa drei Stunden hat, können auch größere Mengen für viele Quadratmeter angemischt werden. Abb. 4: Anschleifen der Oberfläche Nachdem die Grundierung über Nacht getrocknet ist, wird sie mit einem geeigneten Schleifmittel mit 320er-Körnung bearbeitet. Anschließend wird der Schleifstaub sorgfältig mit einem Staubbesen oder Staubbindetuch entfernt. Abb. 5: Vorbereiten des Decklacks Jetzt kann die 2K-PUR-Schlussbeschichtung auf Wasserbasis im Mischungsverhältnis 9:1 vorbereitet werden. Wichtig ist auch hier die sorgfältige Vermischung des Stammlacks mit dem Härter. Das Material wird wahlweise als Weißware oder als Mixqualität angeboten. Abb. 6: Schlussbeschichtung Das Aufbringen der Deckbeschichtung erfolgt mit dem gleichen Werkzeug wie bei der Grundbeschichtung. Dabei ist es entscheidend, dass ausreichend Material aufgebracht wird. Nur so erzielt man eine homogene Oberfläche und es kann sich zudem eine ausreichend harte Verschleißschicht bilden. Befindet sich das Bauteil im Außenbereich, sollte nach einer Trockenzeit von mindestens vier Stunden noch ein weiterer Beschichtungsgang durchgeführt werden. Abb. 7: Ergebnis Das Ergebnis: ein Metallbauteil, das sich wieder sehen lassen kann und das auch hohen mechanischen und chemischen Belastungen sicher standhält.

» Die genaue Analyse des Schadensbildes ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung. « Benedikt Müller-Wortmann, Anwendungstechniker CD-Color

Materialien

» Grundierung: CWS 2K DuraGrund » Zwischen- und Schlussbeschichtung: CWS 2K DuraTop Satin » Schleifmittel: Mirka Goldflex-Soft P 320 » Werkzeug: Kurzflorrolle

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interview

„Durchaus okay“ Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, ortet im Gespräch mit color eine positive Grundstimmung bei den Hauptstadt-Betrieben. Sie nimmt Stellung zu den Themen Schule, FachStefan Böck im Gespräch mit Brigitte Jank kräftemangel und Lehrlingsausbildung. Dinge beim Unternehmer selbst hängen. Wir sind auf einem guten Weg.

Was möchten Sie heuer noch erreichen?

Rücknahmen und Verbesserungen in der Gebührenfrage. Hier muss es Nachjustierungen geben, denn die derzeitige Gebührenlawine ist ohne jede Diskussion mit der Wirtschaft im Gemeinderat durchgesetzt worden. Jene Gebühren, die noch nicht beschlossen wurden, aber noch ins Haus stehen, müssen fair, verträglich, leistbar und verständlich gestaltet werden. Nachjustierungen dürfen sich im Wesentlichen nur an der Indexanpassung orientieren. Eine Gebühr darf keine getarnte Steuererhöhung sein.

Sie haben vor Kurzem in einer Aussendung geschrieben: „Das Schulsystem krankt an allen Ecken und Enden: Jetzt hilft nur noch eine Radikalkur.“ Wie soll die denn aussehen?

Beginnend im Kindergarten und in der Volksschule muss es unser Ziel sein, die jungen Menschen so vorzubereiten, dass sie nach der Pflichtschule die im Lehrplan festgelegten Ziele auch tatsächlich beherrschen. Auf dem Weg dorthin darf uns niemand verloren gehen. Das ist derzeit nicht gegeben.

Woran liegt das?

Jeder, der es nur irgendwie schafft, bleibt im schulischen System. Immer weniger gehen in eine berufliche Ausbildung, dabei leistet diese enorm viel. Im Gegensatz zur Pisa-Studie erzielen wir bei Berufsweltmeisterschaften regelmäßig Spitzenplätze. Die Berufsausbildung funktioniert bei denen, die die Voraussetzungen mitbringen, ausgezeichnet. Sie verlangt den jungen Menschen viel mehr ab als eine AHS-Matura und ist entsprechend anspruchsvoll.

» Immer weniger gehen in eine berufliche Ausbildung, dabei leistet diese enorm viel. «

Brigitte Jank, Präsidentin WKW

» aus der wirtschaft

Frau Präsidentin, wie geht es der Wiener Wirtschaft? Brigitte Jank: Bis zur Jahresmitte waren die Aus-

sichten durchaus okay. Leider haben die Wirtschaftsforscher die Erwartungen für das restliche Jahr zurückgenommen.

Wie geht es den Klein- und Mittelständischen Unternehmen?

Die Anpassungsfähigkeit dieser Unternehmen ist enorm hoch. Ich orte dort keine negative Grundstimmung. Wir arbeiten derzeit mit der Stadtregierung an weiteren bürokratischen Vereinfachungen, denn gerade bei kleineren Betrieben bleiben diese

Schön und gut, aber die wenigsten Eltern streben für ihre Kinder einen Lehrberuf an. Alle wollen ins Gymnasium.

Genau hier liegt das Problem. Wir tappen in die Akademikerfalle. Es heißt immer, Österreich hätte zu wenige Akademiker, es kommt aber darauf an, wie man das zählt. Wenn sie heute in Frankreich eine Baumeisterprüfung haben, können sie über wenige Zusatzkurse einen akademischen Grad erwerben. In Deutschland ist das ähnlich. Warum bewegt sich Österreich nicht in diese Richtung? Dann würden Eltern die Berufsausbildung ganz anders sehen, denn gemessen am vermittelten Wissen und Können sowie an den sich bietenden Chancen ist das Duale System spitze.

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Fotos: Richard Tanzer

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interview

Ist jungen Menschen der Karrierepfad von der Lehre über den Meister zum selbstständigen Unternehmer klar genug?

Ich fürchte, es ist ihnen deshalb zu wenig klar, weil es innerhalb der Familien zu wenig Bereitschaft gibt, sich damit auseinanderzusetzen. Wir haben deshalb in den Schulen gemeinsam mit dem Stadtschulrat seit heuer ein neues Werkzeug angeboten, das es jungen Menschen ermöglicht, die eigenen Stärken und Schwächen besser kennenzulernen. Oftmals wissen die Schüler gar nicht, welche Berufe es überhaupt gibt. Fast immer orientieren sie sich an den aus der Familie bekannten Rollenbildern. Bei den Mädchen ist das besonders schlimm. Da bremsen die Väter durch ein falsches, veraltetes Frauenbild die Entwicklung. Wir hoffen, dass unsere Bemühungen in einigen Jahren zu sichtbaren Veränderungen führen.

Manche Vorzeigebetriebe können sich vor Lehrstellenbewerbern kaum retten, andere tun sich schwer, gute junge Leute zu bekommen. Was tun Sie, um diesen Betrieben zu helfen?

Große Betriebe sind oftmals aus den Medien bekannt. Für KMU ist es viel schwieriger, sich an interessierte Jugendliche zu wenden. Wir haben begonnen, Unternehmen und Schulen in Form von Schnupper-

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tagen stärker zusammenzuführen. Es ist auch für die Lehrenden enorm wichtig, zu sehen, wie ein Unternehmen eigentlich funktioniert. Wer das nie erlebt hat, kann es auch nicht vermitteln. Wir arbeiten mit den Pädagogischen Hochschulen zusammen, um insgesamt mehr Wirtschaftsinformation in die Lehrpläne zu bekommen.

Sind die Berufsbilder noch zeitgemäß und werden sie schnell genug an moderne Bedürfnisse angepasst? Im Bereich der Berufsschulen könnte man da nachjustieren. Da braucht es viel mehr Dynamik, um mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten.

Abschlussfrage: Ist die derzeitige Zuwanderungspolitik ausreichend, um dem Fachkräftemangel zu begegnen? Mit der Rot-Weiß-Rot-Card wurden mit Sicherheit die richtigen Weichen gestellt, um qualifizierte Menschen nach Österreich holen zu können. Es ist aber schade, dass wir pro Jahr 40.000 Zuwanderer bei gleichzeitig 30.000 Abwanderern haben. Während vorwiegend Bestausgebildete abwandern, haben wir noch nicht die hochqualifizierte Zuwanderung, die wir brauchen. Darauf müssen wir unser Augenmerk legen.

Meine Ansicht: Sto-Fassadendämmsysteme bieten eine Vielfalt an traumhaften Oberflächen. www.sto.at/fassade

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aus der wirtschaft «


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Boden & Belag

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Dark Design

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17 01 der authentische Die Designböden der Brillux-Kollektion HyHome & Business sind mit authentischer Optik, dekorspezifischer Oberflächenprägung und realistischem Begehgeräusch eine feine Reproduktion des Originals. www.brillux.at «

02 der innovative Weitzer Parkett bietet innovative Stiegenlösungen, die farblich völlig auf das Parkettsortiment abgestimmt sind. Hier im Bild: Strip Nussbaum gedämpft. www.weitzer-parkett.com «

03 der nachhaltige Kebony setzt auf ein nachhaltiges Holzbehandlungsverfahren, das heimische Weichhölzer aushärtet. Die Produkte zeichnen sich durch Witterungsresistenz, Belastbarkeit und geringen Pflegeaufwand aus. www.kebony.com «

04 der widerstandsfähige Kork von Granorte wird ausschließlich aus der Rinde von Korkeichen in Portugal gewonnen. „Unter Einfluss salzhaltiger Ozeanwinde wächst dort der weltweit widerstandsfähigste Kork“, so BRD-GF Johann Fritz. www.granorte.pt «

Boden & Belag

05 der erste Fotos: Hersteller

Bolefloors Dielenfußboden ist laut Hersteller der erste industriell hergestellte Holzfußboden der Welt, dessen geschwungene Dielen dem natürlichen Wuchs des Baums folgen. www.bolefloor.com «

Ob Parkett oder Vinyl, ob Eiche oder Kork, ob drinnen oder draußen, dunkle Böden in edler Optik liegen voll im Trend.

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4 GLOBELYST M – EINE GENERATION VORAUS »Mobilität ist für mich entscheidend. Dank der Kombination Globelyst M und den L-BOXXen kommen meine Farbeimer, Kartuschen und Spraydosen sicher und einfach zum Kunden.«

Sortimo GesmbH Wiener Straße 131 · 4020 Linz Tel. 0810 081045 · Fax 0810 081046 office@sortimo.at · www.sortimo.at

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Highlights «


interview

Volle Verantwortung Seit diesem Sommer verstärkt Kathrin Wesonig das junge Führungsteam des steirischen ­Familienbetriebs Weitzer Parkett. Im Interview spricht sie über neue Herausforderungen, etablierte Dominique Platz im Gespräch mit Kathrin Wesonig Kooperationen und „intelligente“ Parkettlösungen.  Frau Wesonig, seit 2011 leiten Sie die Marketing­ agenden von Weitzer Parkett. Nun sind Sie gemeinsam mit Nicola Weitzer und Michael Wesonig Teil eines jungen Führungsteams. Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag seither verändert? Kathrin Wesonig: Ja, seit Sommer 2012 übernehme

auch ich jetzt volle Verantwortung für Weitzer Parkett – gemeinsam mit meiner Cousine und meinem Bruder. Mein Arbeitsalltag ist seither auf jeden Fall intensiver und die Herausforderungen sind größer geworden. Es ist jedoch eine große Freude, das Unternehmen in der siebten Generation weiterführen zu dürfen.

Weitzer wirbt mit diversen Claims, die unter der sogenannten „Parkett Intelligence“ firmieren. Was steckt dahinter?

» Wir waren beim Ausstieg aus dem Tropenholzsektor Vorreiter in der Parkettbranche. « Kathrin Wesonig, GF Weitzer Parkett

infobox

1831 als Familienunternehmen gegründet, blickt Weitzer Parkett heute auf mehr als 175 Jahre Erfahrung in der Verarbeitung von Holz sowie in der Produktion von Parkettböden und Stiegen. 2009 schlug das Unternhmen den Weg der ökologischen Produktion ein und verarbeitete seither keine Tropenhölzer mehr. Im selben Jahr wurden überdies die Parkett Welten eröffnet. In der siebten Familiengeneration führen heute Nicola Weitzer, Kathrin und Michael Wesonig das Unternehmen, das aktuell rund 570 Mitarbeiter beschäftigt.

» Boden & Belag

Unter unserer Parkett Intelligence verstehen wir unsere funktionalen Parkett- und Stiegenlösungen. Diese reichen von Pflegefrei-Parkett, dem ersten und einzigen pflegefreien Parkettboden, über Gesund-Parkett, das eine hygienische, gesunde Wohlfühlatmosphäre schafft, bis hin zu unserem Flüster-Parkett, das maximale Schalldämmung für ein ruhiges Wohnen bietet. Eine weitere „Intelligence“ ist die Möglichkeit, sein persönliches Traumparkett aus über 2000 verschiedenen Möglichkeiten zu kreieren. Zusätzlich bieten wir auch innovative Stiegenlösungen, die farblich völlig auf unser Parkettsortiment abgestimmt sind.

Als einer der ersten Hersteller entschied man 2009 bei Weitzer, nicht mehr auf Tropenhölzer zu setzen. Wie stark macht sich der alleinige Einsatz europäischer Hölzer finanziell bemerkbar?

Wir waren beim Ausstieg aus dem Tropenholzsektor Vorreiter in der gesamten Parkettbranche und sind uns heute ganz sicher, dass dies der richtige Weg war. Natürlich haben wir damals einiges an Umsatz verloren, aber wir standen konsequent zu unserer Entscheidung. Wir haben uns auf die Verarbeitung von europäischen Hölzern aus nachhaltiger Forstwirtschaft konzentriert und in vielen verschiedenen Farbentönen und Veredelungen ein innovatives Sortiment geschaffen, das keine Wünsche offen lässt. Jeder Kunde leistet somit beim Kauf eines Weitzer Parketts einen positiven Beitrag zum Klimawandel, nicht zuletzt aufgrund unserer Kooperation mit Greenpeace zum Schutz der letzten Urwälder Europas.

Weitzer Parkett ist unter anderem Mitglied bei den Leitbetrieben Austria und im Senat der Wirtschaft. Welche

Wie tritt Weitzer mit dem Bodenleger in Kontakt? Welche Art von Schulungen (Stichwort: Parkett Welten), Kooperationen bieten Sie an?

Wir konzentrieren uns auf unsere leistungsstarken Partner, die wir unterstützen und mit denen wir gemeinsam den Verkauf qualitativ hochwertiger Produkte vorantreiben. Mit unserem Showroom- und Modul-Partner-Konzept gelingt uns das sehr gut. Das Konzept beinhaltet neben der umfassenden Planung und Montage auch die intensive Schulung und Weiterbildung der Partner sowie ein umfangreiches Marketingpaket. Mittels Ausstellungen wird der Endkunde Schritt für Schritt zur perfekten Lösung geführt, ohne im großen Angebot den Überblick zu verlieren. So werden die Verkaufserfolge maßgeblich gesteigert. Zusätzlich unterstützen wir unsere Partner beim Aufbau eines starken Netzwerks mit Architekten und sonstigen Entscheidungsträgern sowie mit ganz speziellen Sondereditionen, die den Partnern exklusiv zur Verfügung stehen.

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Fotos: Weitzer Parkett

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interview

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Strategie verfolgt man mit diesen Mitgliedschaften?

Wir sind Mitglied im Senat der Wirtschaft, da er Unternehmen zusammenführt, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft besonders bewusst sind. Gemeinsam trägt man dazu bei, die ökologischen und sozialen Ziele im Dialog umzusetzen. Als österreichischer Marktführer im Parkett- und Stiegenbereich und mit einem Exportanteil von über 50 Prozent ist es für uns auch selbstverständlich, Mitglied der Leitbetriebe Austria zu sein.

Abschlussfrage: Was steht auf der persönlichen Agenda von Kathrin Wesonig für das kommende Jahr?

Auf der Agenda für 2013 steht für mich in erster Linie die Sicherstellung eines qualitativen und nachhaltigen Wachstums durch starke Partnerschaften, engagierte Mitarbeiter und innovative Parkett- und Stiegenlösungen. Das alles aber stets unter Berücksichtigung unserer ökologischen und sozialen Verantwortung, die mir persönlich am Herzen liegt. Schauraum und mehr: die Weitzer Parkett Welten

Die ganze Welt der Teppiche und Bodenbeläge an einem Ort Teppiche und Bodenbeläge gestalten Lebensräume – sie setzen Akzente und sind zentraler Bestandteil im Interior Design. Erleben Sie auf der DOMOTEX die Faszination internationaler Trends und Innovationen aus der ganzen Welt.

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Deutsche Handelskammer in Österreich e. V. · Tel. +43 1 545 1417 54 info@hf-austria.com

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domotex.de


Anwenderbericht

Böden veredeln wie geschmiert Mit der neuen Legno-Öl-Palette von Adler lässt sich jeder Parkett- und Holzboden schön, natürlich und auf Wunsch auch farbig veredeln. Die Legno-Öle lassen das Holz leben und atmen und sorgen so für ein gesundes Raumklima – trendige Farbakzente inklusive.

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ie tief eindringenden Holzöle der Legno-Palette schützen Holzoberflächen im Innenbereich vor Belastungen, Schmutz, Flecken, Kratzern; weiters

1. Schleifen: Der Parkettboden sollte gleichmäßig abgeschliffen, staubfrei und sauber sein. Bei Schleiffehlern droht ein unschönes und ungleichmäßiges Farb­ergebnis. Am besten eignet sich eine Einscheibenschleifmaschine, Körnung 150. 3. Überschuss entfernen: Den Überschuss sorgfältig mit einem Baumwolltuch, Wischer oder Ähnlichem entfernen. So lassen sich unschöne, glänzende Flecken vermeiden. Den Boden anschließend über Nacht bei guter Belüftung trocknen lassen. Zwischenschritt bei Bedarf: zweiter Auftrag Legno-Color und, um eine intensivere Farbe zu erreichen, den Auftrag mit Adler Legno-Color wiederholen.

lassen sie sich unkompliziert verarbeiten. Malermeister Mathias Jammer von Adler zeigt Schritt für Schritt, wie sich ein Holzboden mit Adler Legno-Color „umstylen“ lässt.

Fotos: Adler Lacke

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2. Farbgebung mit Legno-Color: Adler Legno-Color vor dem ersten Auftrag gut aufrühren. ­Anschließend mit einer Fußbodenstreichbürste oder einem Roller dünn und gleichmäßig verarbeiten. Bearbeitungstipp: Große Flächen in kleinere zu be­arbeitende Abschnitte einteilen, damit das Öl nicht vorzeitig austrocknet. 4. Legno-Öl: Zum Schluss Legno-Öl oder Legno-Hartwachsöl mit einem Roller gleichmäßig auftragen. Das intensiviert die Farbe und bietet den nötigen Schutz. Nach einer Trockenzeit von 16 Stunden können die Oberflächen leicht beansprucht werden, nach circa einer Woche sind sie voll belastbar.

5. Das Ergebnis: Nach einer Trockenzeit von 16 Stunden können die Oberflächen leicht beansprucht werden, nach circa einer Woche sind sie voll belastbar.

» Boden & Belag

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Promotion

Intelligente Lösungen für alle Einsatzbereiche

Foto: Weitzer Parkett

Mit dem Pflegefrei-, Gesund- und Flüster-Parkett bietet Weitzer Parkett funktionale Lösungen für alle nur denkbaren Anforderungen und Bedürfnisse an. Neben diesen funktionalen Aspekten bietet Weitzer Parkett zu jedem Parkettboden eine flexible und unkomplizierte Stiegenlösung an, die absolute Farbgleichheit und sehr einfache Montage garantiert. Ein Hauptaugenmerk liegt bei Weitzer Parkett außerdem auf dem Thema Ökologie. Das für die Produktion verwendete Holz stammt ausschließlich aus nachhaltiger, europäischer Forstwirtschaft – bestätigt wird das durch die entsprechende PEFC-Zertifizierung. Das Parkett selbst wird ausschließlich in Österreich produziert, jedes Produkt trägt das Umweltsiegel „Blauer Engel“. Einen weiteren Beitrag in Sachen Klimaschutz leistet Weitzer Parkett durch die Erzeugung erneuerbarer, umweltfreundlicher Energie im hauseigenen Biomasse-Heizkraftwerk einerseits sowie einer Fotovoltaikanlage andererseits. www.weitzer-parkett.com

Pflegefrei-Diele Eiche select gefast gebürstet

Verwaltung von der schnellsten Seite – das USP Das Unternehmensserviceportal (USP) ist die zentrale Servicewebsite der österreichischen Verwaltung für die Wirtschaft.

Entgeltliche Einschaltung des Bundesministeriums für Finanzen

Maßgeschneiderte, unternehmensrelevante Informationen und die gebündelten E-Government-Anwendungen des Bundes mit Single-Sign-on-Funktion ermöglichen Behördenwege per Internet. Unternehmerinnen und Unternehmer können so Zeit und Kosten sparen. Unterschiedliche Melde- und Informationsverpflichtungen gegenüber der Verwaltung bedeuten für Unternehmen ein hohes Maß an zeitlichen und finanziellen Belastungen. 230 Millionen Mal pro Jahr erfüllen Betriebe in Österreich Informationsverpflichtungen gegenüber Behörden oder Dritten. Mit dem USP wird sich das nun ändern. Das jährliche Einsparungspotenzial des USP für Unternehmen liegt bei bis zu 300 Millionen Euro. Betriebe benötigen ab sofort nur noch ein Portal für alle unternehmensrelevanten Informationen und Behördenwege zum Bund. Einfache Anmeldung Damit Unternehmerinnen und Unternehmer das USP nutzen können, bedarf es einer erstmaligen Anmeldung:

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» mit den Zugangsdaten von FinanzOnline, » mittels Handy-Signatur (Das Handy kann über FinanzOnline bzw am Finanzamt freigeschaltet werden.), » mit der Bürgerkarte oder » am Finanzamt. Ausblick In der nächsten Ausbaustufe liegt der Fokus auf der Optimierung von Meldeprozessen und der Vermeidung von Mehrfachmeldungen. Davon profitieren Unternehmen und Verwaltung – etwa durch direkte Übermittlung von Daten aus der Unternehmenssoftware sowie weniger Manipulations- und Rückfrageaufwand auf Behördenseite. Das USP ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird im Auftrag der Bundesministerin für Finanzen durch die Bundesrechenzentrum GmbH eingerichtet und betrieben. www.usp.gv.at

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404 Einreichungen, 21 Preisträger in sieben Kategorien sowie ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Das sind die Fakten zum 21. Deutschen Fassadenpreis, der von Hersteller Brillux kürzlich vergeben wurde. color zeigt die erstplatzierten Objekte sowie die Sonderprämierung Österreich.

01 sonderprämierung österreich

04 Hist. Gebäude und Stilfassaden

Eine Wiener Wurstfabrik zeigt auf ihrer Fassade Makroaufnahmen der Produkte – stark vergrößert, abstrahiert und in der Hausfarbe Türkis umgesetzt. Gestaltet von der Reko Beschichtungstechnik. www.reko.at «

In Oschersleben hat der ortsansässige Malerbetrieb Hasselmann ein gründerzeitliches Bürgerhaus mit einer Komposition aus Weiß und Grau zum Leitfarbton Veroneser Grün aufgefrischt. www.maler-hasselmann.de «

02 Energieeffiziente Fassadendämmung 05 Öffentliche Gebäude

Fotos: Brillux

In Hamburg erhielt ein 14-geschoßiges Hochhaus aus den 1970ern neben einem durchdachten Wärmeschutz ein Fassadenrelief aus Putz und Aluminiumverbundplatten – von ALAS Hochbau. www.alas-hochbau.de «

Wo früher Waschbetongrau die Sichtfläche prägte, bestimmt jetzt eine aus Farbbauklötzen komponierte Silhouette die Anmutung des Berliner Plattenbaus – von Jahns & Jahns Malereibetriebe. www.jahns-malerei.de «

03 Industrie- und Gewerbebauten

06 Wohn- und Geschäftshäuser

Die Fassadenfarbgestaltung des neuen Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke Lemgo unterstreicht die dynamische Aussage des passivhauszertifizierten Baus – ausgeführt vom Malerbetrieb Quast. www.malerquast.de «

Durch ein kluges Farbkonzept aus hellem Grau für öffentliche Blickfelder und warmem Orange für private Orte glückte die Gestaltung dieses Neubaus in Neu-Ulm – ausgeführt vom Stuckateurbetrieb Heiter. www.heitergmbh.de «

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interview

Regional reagieren Wolfgang Stein ist Geschäftsführer von Keimfarben Österreich. Im Interview mit color spricht er über Dominique Platz im Gespräch mit Wolfgang Stein Algenbewuchs, silikatischen Holzschutz – und Goethe.

Sind mineralische Baustoffe nicht ein Nischenprodukt? Wolfgang Stein zeigt Lignosil, den ersten silikatischen Holzschutz.

Ja, das sind sie. Wir nehmen aber wahr, dass diese Nische immer größer wird. Bereits seit den 1960erJahren haben wir es im Bereich Putze etwa vermehrt mit Feuchteschäden zu tun. Aktuelle Bauweisen sind da keine Ausnahme. Da spielt natürlich einerseits die Architektur eine Rolle, vor allem aber die verwendeten Baustoffe. Im Innenbereich geht es da beispielsweise um Schimmel, im Fassadenbereich unter anderem um die Algenthematik.

Welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle?

Wichtig bei wärmegedämmten Fassaden ist die handwerklich korrekte Ausführung, insbesondere auch bei Detaillösungen. Aufbau, Produkte und Materialzusammensetzung sind natürlich die zentralen Faktoren. In Sachen Algen spielen aber auch regionale Einflussfaktoren eine Rolle. Klar ist aber: Wenn ich das falsche Material verwende, geht der Algenbewuchs wesentlich schneller vonstatten.

Geben Sie ein Beispiel für solche regionalen Gegebenheiten.

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Adolf Wilhelm Keim begründete mit der Erfindung der Silikattechnik im Jahre 1878 das Unternehmen Keimfarben, das heute laut eigenen Aussagen führender Spezialist im mineralischen Bautenschutz weltweit ist. Keimfarben Österreich ist hundertprozentige Tochter des 1878 in Diedorf bei Augsburg gegründeten Mutterunternehmens.

» Malerei & Anstrich

eimfarben Österreich ist hundertprozentige Tochter des 1878 in Diedorf bei Augsburg gegründeten Mutterunternehmens. Das Bindemittel der Keim’schen Mineralfarben, das flüssige Kaliumsilikat, war sogar schon im Mittelalter bekannt. Es fehlten jedoch geeignete Produktions- und Anwendungsmöglichkeiten. „Große Hoffnungen setzte bereits 1768 Johann Wolfgang von Goethe auf Versuche mit Wasserglas, seine Überlegungen kamen jedoch nicht zur Praxisreife. Erst Adolf Wilhelm Keims 1878 patentierte Silikatfarben beruhten auf der richtigen Mischung von flüssigem Kaliumsilikat (Wasserglas) und anorganischen Farbpigmenten“, erklärt Wolfgang Stein im Interview.

Herr Stein, wenn es ums Thema Sanieren geht, dürfen mineralische Baustoffe nicht fehlen. Keimfarben wirbt mit dem Slogan „Konsequent mineralisch“. Was steckt dahinter? Wolfgang Stein: Sie haben das natürlich schon rich-

tig wahrgenommen. Wir sind grundsätzlich sehr stark im Sektor Sanieren vertreten. Seit jeher beschäftigen wir uns mit mineralischen Baustoffen. Bei uns finden Sie weder Dispersion noch Silikonharzfarbe.

An nordseitigen, kühlen Oberflächen zum Beispiel ist ein starker Algenbewuchs wahrscheinlicher, da hier ein größeres Feuchteangebot vorliegt. Bewuchs bis an die Fassade begünstigt Algenbildung. Entscheidend ist die Frage: Wie geht mein Produkt – Putz und Farbe – mit Feuchtigkeit um, wie schnell ist die Fassadenoberfläche wieder trocken?

Warum gibt es jahrzehntealte Fassaden, die niemals bewachsen?

Selbst unter ähnlichen bis gleichen äußerlichen Bedingungen haben wir festgestellt, dass mit mineralischen Produkten ausgeführte Fassaden weniger bis gar nicht befallen werden. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut haben wir zum Beispiel festgestellt, dass Regen gar nicht so ein großes Thema ist, wie man früher angenommen hat. Während Regentropfen bei manchen Fassadenanstrichen – Stichwort Nanotechnologie – zwar sofort abperlen, trifft dies für Tautropfen oft nicht zu. Letztere etwa begünstigen Algenbewuchs sehr stark, wenn sie lange an der Oberfläche verfügbar sind. In puncto Wärmedämmung geht Keim einfach andere Wege.

Die da wären?

Im Gegensatz zu standardisiertem 3-MillimeterPutz mit Algiziden und Fungiziden setzen wir beispielsweise auf dickschichtige Systemlösungen. Dieses dickschichtige, giftfreie System bietet einerseits einen besseren mechanischen Schutz und andererseits sorgt das hygroaktive

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Fotos: color – Stefan Haberleitner

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interview

(hygro = feucht, Anm. d. Red.) System in Kombination mit einem hydrophilen Anstrich für eine trockene Fassadenoberfläche. D. h. die Feuchtigkeit wird von der Fassade zunächst aufgenommen und bei entsprechenden Witterungsbedingungen wieder abgegeben.

Wie läuft eigentlich die Untergrundbewertung einer Fassade ab?

Im Neubaubereich ist das in der Regel ganz einfach. Da schaut man sich die Fassade an und kann sofort entscheiden, welcher Putz am besten passt. Im Renovierungssegment muss man sich erst einmal ein paar Fragen stellen. Etwa: Um welchen Untergrund handelt es sich? Um welchen Anstrich? In welchem Zustand ist der Putz? Oder: Wie stark ist die Oberfläche salz- bzw. wasserbelastet? Es existiert hier selbstverständlich ein ganzer Katalog an Kriterien, die beachtet werden müssen. Das muss aber alles vor Ort begutachtet und sollte im Idealfall mit allen Baubeteiligten entschieden werden. Wir haben dafür österreichweit Mitarbeiter vor Ort. Ohne die geht es nicht.

Was ist eigentlich das Geheimnis der Silikatfarbe?

Altanstrichs weg, andererseits blättert auch nichts ab. Das Produkt ist außerdem absolut UV- und witterungsbeständig.

Ein Spruch von Keim ist: „Bewiesen statt versprochen“. Geben Sie ein Beispiel.

Da fällt mir auf Anhieb unsere photokatalytische Silikatfarbe ein, die Schadstoffe aus der Luft abbaut. Konkret wandelt sie z. B. Stickoxide oder organische Schadstoffe in unkritische Substanzen um. Stickoxide lagern sich zunächst an der Fassade ab, durch UV-Licht werden sie dann umgewandelt und bei Regen wieder abgewaschen. Mithilfe eines eigens installierten Streetcanyons haben wir die Wirksamkeit nachgewiesen. Übers Jahr gesehen konnten wir so zwischen 5 und 25 Prozent Stick­ oxidreduktion nachweisen.

Abschlussfrage: Wie schaut es in Österreich eigentlich mit Logistik aus?

Es gibt zwar hier und dort ein paar Ausnahmen – bei werksseitig getönten Farben etwa –, aber in der Regel liefern wir von Eugendorf aus bis zum nächsten Arbeitstag.

» An nordseitigen, kühlen Oberflächen ist ein starker Algenbewuchs wahrscheinlicher, da hier ein größeres Feuchteangebot vorliegt. « Wolfgang Stein, GF Keimfarben Österreich

Ein Geheimnis gibt es da – bis auf Rezeptierungsdetails – nicht. Im Gegensatz zu organischen Bindemitteln wie Kunstharzdispersionen reagieren mineralische Bindemittel chemisch mit dem Untergrund. Das Prinzip der Silikattechnik beruht dabei auf der Verkieselung des Bindemittels mit dem Untergrund. Das wiederum ist ein chemischer Prozess, bei dem das Bindemittel Kaliwasserglas mit dem mineralischen Untergrund reagiert. So entsteht eine feste, unlösbare Verbindung der Farbe mit dem Anstrichträger. Diese Verbindung ist – neben dem mineralischen Bindemittel und den absolut lichtbeständigen Pigmenten – mit ausschlaggebend für die Langlebigkeit von Silikatfarben aus dem Hause Keim. Wobei betont werden muss, dass moderne Sol-Silikatfarben auch auf organischen Untergründen aufgebracht werden können.

Silikatfarben von Keim gibt es bereits seit 1878. Wohin führt aktuell der Weg?

Erst kürzlich haben wir beispielsweise die weltweit erste silikatische Holzbeschichtung auf den Markt gebracht. Der große Vorteil für den Bauherrn sind dabei die deutlich verlängerten Renovierungszyklen, während sich der Verarbeiter über die einfache Handhabung freuen kann. Bei einer Renovierung kann das Produkt direkt überstrichen werden. Für den Verarbeiter heißt das: Einerseits fällt das Abbeizen bzw. das mechanische Entfernen des

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firmenreportage

Heimat, Holzschutz, Hufeisen In der Adler-Werk Lackfabrik wird die Verbindung zwischen Tradition und Innovation groß geschrieben. Wie dieser Brückenschlag gelingt, das haben wir bei einem exklusiven Unternehmensrundgang Dominique Platz mit Andrea und Claudia Berghofer erfahren. dort stammt nämlich Firmengründer Johann Berghofer, der 1934 nach Schwaz in Tirol kam, um ein kleines Farbengeschäft zu übernehmen. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Geschäft fand er ein Hufeisen, das ihm und dem Unternehmen Glück bringen sollte. In bescheidenen Magazinräumen wurden in der Schwazer Altstadt zunächst Ölfarben, Mattierungen, Polituren und Bodenpflegemittel erzeugt, die auch gleich den Adler im Namen trugen. Doch woher kommt der eigentlich? „Das ist leicht erklärt“, sagt Andrea Berghofer. „Unser Großvater stammt zwar nicht aus Tirol, dennoch wollte er seine Produkte mit dem Land verbunden wissen. Daher wählte er das Wappentier, den Tiroler Adler. Außerdem ist Adler natürlich auch ein ausdrucksstarker Begriff, der dem Kunden leicht im Gedächtnis bleibt.“ Ob es am Adler lag oder doch am Hufeisen, das vermag heute keiner mehr zu sagen, doch Johann Berghofer konnte bereits 1947 mit

» Unser Großvater wollte seine Produkte mit dem Land verbunden wissen. Daher wählte er den Tiroler Adler. « Andrea Berghofer, GL Adler Lacke Oben: Abfrage des Kuchenrezepts in einer Abfüllhalle. Rechts: Andrea (l.) und Claudia Berghofer gemeinsam mit einem Andenken an Gründer Johann Berghofer

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in herzlicher Empfang, ein starker Händedruck. „Ah, die color-Redaktion. Mit welchem Farbton dürfen wir Sie denn heute begeistern?“, schmunzeln Andrea und Claudia Berghofer zur Begrüßung unisono. Die beiden Enkelinnen des Adler-Lacke-Gründers Johann Berghofer sind – das sagen sie selbst – von der flotten Sorte. „Einen Rundgang durch das Betriebsgelände mit der Geschäftsführung“, bestellen wir. Den bekommen wir auch, und was für einen. Trotz Termindruck nehmen sich die beiden Tirolerinnen Zeit, zeigen uns nahezu jedes Gebäude, wir sehen alle relevanten Anlagen und Maschinen, lernen quasi nebenbei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen, erfahren alles über die Firmengeschichte – und die ist lang, spannend und voller netter Anekdoten. Doch der Reihe nach.

Von Wels in die Welt Die Geschichte des Tiroler Lackherstellers beginnt eigentlich in Wels in Oberösterreich. Von

» Malerei & Anstrich

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Fotos: color – Stefan Haberleitner, Adler Lacke

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firmenreportage

der Eröffnung eines neuen Fabrikationsgebäudes am Ortsrand die erste Expansion vermelden. Durch seinen unerwartet frühen Tod mit 54 Jahren übernahm dann bereits 1964 Sohn Günther im Alter von 26 die Agenden seines Vaters und führte gemeinsam mit Mutter Hermine das Unternehmen weiter. 1981 wurde mit der Fertigstellung einer neuen Lackfabrik dann auch gleichzeitig der Grundstein für das Schwazer Industrie- und Gewerbegebiet gelegt, während bis 1997 etliche weitere Verkaufsstellen in Wien, Linz, Graz, St. Pölten und Klagenfurt – sogenannte Servicestützpunkte – eröffnet wurden. 2001 folgte dann die Übergabe des Unternehmens von Günther Berghofer an die beiden Töchter. „Unser Vater hat angesichts des frühen Todes seines Vaters schon früh die Weichen für eine Übergabe an uns gestellt“, erklärt Claudia Berghofer, die froh über die Verteilung im Unternehmen ist: „Ich habe schon immer gerne im Kreativbereich gearbeitet, während meine Schwester Andrea ihre Stärken im kaufmännischen Sektor hat.“ Claudia Berghofer steht nun der Kommunikation und Werbung vor und Andrea Berghofer stellt seit 2001 die Geschäftsleitung. Zwischen 2005 und 2009 wurden dann die Märkte Schweiz, Deutschland, Polen, Slowakei, Tschechien und Italien erklommen. Heimat Schwaz Insgesamt 470 Angestellte zählt Adler Lacke aktuell im In- und Ausland, in Schwaz sind rund 300 beschäftigt. Claudia und Andrea Berghofer kennen nahezu alle Mitarbeiter beim Namen. Unter ihnen: auch einige Bäcker. „Bäcker?“, fragen wir verwundert. „Überlegen Sie mal. Was brauchen Sie zum Kuchenbacken?“, folgt die prompte Rückfrage. Also zählen wir auf: „Eier, Mehl, Margarine, Milch, Wasser, Zucker, eine Prise Salz und vielleicht ein bisschen Schokolade.“ „Sehr gut“, werden wir ermuntert und bekommen als Belohnung für die Fleißaufgabe die Antwort auf die Bäckerfrage: „Lackproduktion ist im Grunde wie Kuchenbacken. Man muss hygienisch und akribisch arbeiten und penibel auf die Rezeptur achten. Außerdem eint uns die Tatsache, dass die Grundrezeptur dieselbe ist. Ähnlich einem Kuchen sind auch bei Lacken rund 80 Prozent bei allen Anbietern am Markt gleich. Nur das letzte Fünftel ist das Betriebsgeheimnis, das uns zum führenden heimischen Lackproduzenten macht und den Bäcker von nebenan vom Supermarkt unterscheidet“, verrät Andrea

Berghofer Grundlegendes aus der Lackküche. Überhaupt sei man die sauberste Lackfabrik, wie Berghofer versichert. Einstweilen ist sogar eine Pilotanlage in Betrieb, die komplett staubfrei, sprich: nur mit flüssigen Zutaten, Lacke erzeugt. „Man könnte sagen, unser langfristiges Ziel ist es, dass die Kolleginnen und Kollegen im Anzug zur Arbeit kommen können“, scherzt Claudia Berghofer. Tatsächlich aber wird bei unserem Lokalaugenschein im Adler-Werk spürbar: Hier wird sauber gearbeitet und das Betriebsklima macht ebenfalls einen sehr angenehmen Ein-

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Malerei & Anstrich «

Das Hufeisen, das Firmengründer Johann Berghofer mit nach Schwaz brachte.

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firmenreportage

– und das betonen die Damen Berghofer – liegt insgesamt aber ganz klar auf dem Thema Holzschutz. Kompetenzführer bei Holzschutz, -lacken und -fensterbeschichtungen nennt man das bei Adler. Und dieser Themenführerschaft will man nicht nur auf Produktebene gerecht werden – so hat man beispielsweise ein über 100 Seiten umfassendes, „Holzschutzbuch“ genanntes Wissenskompendium für Kunden zusammen gestellt. Die Themen: von A wie Abbeizen bis Z wie Zwischenschliffe. Allumfassend nennt man das wohl. Überhaupt brennt uns nach dem ausgiebigen Rundgang letztlich nur noch eine Frage unter den Nägeln: „Wie wirkt sich die weibliche ‚Natur‘ in der Geschäftsleitung eigentlich auf die Unternehmenskultur aus?“ „Was glauben Sie?“, folgt neuerlich die prompte Rückfrage. „Flache Hierarchien, ein sanfter Umgang“, nehmen wir angesichts des bereits Gesehenen an. „Davon können Sie ausgehen!“, grinst Claudia Berghofer zufrieden zum Abschluss. Jene, die an Glücksbringer glauben, würden sagen, das Hufeisen habe bis dato seine Funktion erfüllt. Dieses gibt es übrigens nach wie vor, heute ziert es den Fenstersims im Büro von Claudia Berghofer. Für uns wurde eigens nochmals die Abfüllanlage angeworfen. Eigentlich wäre schon Mittagessen angesagt gewesen.

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Als unabhängiges österreichisches Familienunternehmen ist Adler Lacke auf den europäischen Märkten und im internationalen Vertrieb präsent. Umweltschutzziele verfolge man mit der gleichen Konsequenz wie die finanzwirtschaftlichen, technischen und sozialen Ziele, heißt es vonseiten des Unternehmens. Insgesamt beschäftigt Adler 470 Mitarbeiter im In- und Ausland.

» Malerei & Anstrich

druck. „Die Ziele, die wir in unserem Unternehmensleitbild festgehalten haben, leben wir auch. Das sind keine leeren Floskeln. Das umfasst neben ökonomischen und ökologischen Zielen vor allem auch das Wohl unserer Mitarbeiter. Und dass wir hauptsächlich langfristige Angestellte haben, zeigt, dass wir mit unserem Konzept reüssieren“, meint Andrea Berghofer beim Rundgang durch die Anlage, für deren Begrünung sogar zwei betriebseigene Gärtner angestellt sind. „Bei uns ist so gut wie nichts outgesourct. Alle wichtigen Entscheidungen werden hier in Schwaz gefällt“, so Berghofer weiter. Und beim Augenschein wird deutlich: Hier fehlt nichts, von einem Umweltschutz- und Recyclingzentrum mit Abwassereinigungsanlage über eine Reinigungsanlage für Mehrweggebinde, von einem erstklassigem Forschungs- und Entwicklungszentrum bis hin zu einem zehn Gassen umfassenden vollautomatischen Hochregallager mit rund 1700 Tonnen Lagerware.

» Man könnte sagen, unser langfristiges Ziel ist es, dass die Mitarbeiter im Anzug zur Arbeit kommen können. « Claudia Berghofer, Kommunikation & Werbung

Fokus Holzschutz Gelagert und zur Auslieferung an den Kunden fertig gemacht werden dort allerlei Beschichtungen sowie Fassaden- und Wandfarben, Lasuren, Wachse und Öle, der Unternehmensfokus

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Nicht einfach nur ausbessern

Fotos: Murexin

Es muss nicht gleich um die qualitätsvolle Sanierung der Bausubtanz gehen. Aber auch bei simplen Renovierungsarbeiten sollten nicht einfach nur mit der erstbesten Farbe optische Korrekturen ­vorgenommen werden. Der Profi greift lieber zu Produkten, die den täglichen Belastungen, wie z. B. Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen in Nassräumen, standhalten – und auch die Verarbeitung erleichtern. Murexin bietet mit dem Maximo-Sortiment Produkte zur schnellen und leichten Verarbeitung im Renovierungsfall. Die dafür entwickelten Produkte sind besonders staubreduziert und erleichtern nicht nur das Arbeiten auf der Baustelle, sondern sind auf die speziellen Anforderungen im Renovierungs- und Sanierungsbereich ausgerichtet. Gerade im Bereich der Fliesenverlegung garantiert der Flex Klebemörtel Maximo M 41 höchste Standfestigkeit bei gro­ ßen und schweren Fliesen. D. h. die Fliesen rutschen nicht auf einer bereits bestehenden Fliesenverlegung. Das

Easy-open-System des 13 Kilogramm schweren Sacks hält nicht nur die Baustelle einfach sauber, sondern bietet auch die Wiederverwendung als Müllsack mit doppelten Haltegriffen. Im Bereich der Farb- und Anstrichtechnik schätzt der Profi den einmaligen Deckauftrag bei Renovierungen durch Abnutzung. Produkte, wie z. B. die Murexin Innensilikatfarbe Bioweiß SK 500, ermöglichen einen atmungsaktiven Feuchtigkeitsaustausch mit dem Untergrund und beugen dadurch Schimmel und Algen vor. Das österreichische Umweltzeichen und auch die Bescheinigung der dermatologischen Unbedenklichkeit der Farbe für Allergiker zeichnen dieses Produkt besonders aus. www.murexin.at

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speichert so viel Wärme wie kein anderer, was zu einer wärmeren Oberfläche führt – und somit zu einem gesteigerten Wohlbehagen. Er ist natürlich für jede Leichtund Passivhausbauweise und für Fußbodenheizungen perfekt geeignet.

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interview

Power für die Wand Andreas Listl ist Brand Manager Österreich der Marke Herbol aus dem Hause AkzoNobel. Wir haben ihn in Elixhausen besucht und zum Launch der neuen ELF-Innenwandfarbe Zenit Dominique Platz im Gespräch mit Andreas Listl Power befragt. Herr Listl, seit Kurzem ist Herbol-Zenit Power, eine superdeckende ELF-Innenwandfarbe für hochwertige, hoch strapazierfähige Neu- und Renovierungsanstriche im Wohn- und Arbeitsbereich, erhältlich. Wo orten Sie die Vorteile gegenüber dem Vorgängerprodukt Herbol-Zenit LG? Andreas Listl: Seit über 40 Jahren steht der Name

Zenit nun für beste Qualität und höchste Leistungsfähigkeit. Zenit Power zeichnet sich nun durch eine nochmals verbesserte Deckkraft, den brillanten Weißton, beeindruckende Verarbeitungseigenschaften und vor allem ein stumpfmattes Erscheinungsbild in intensiven, leuch­ tenden Farbtönen aus, ganz gleich auf welchem Untergrund gearbeitet wird. Dadurch wirkt die Oberfläche sehr edel und modern.

» Im Idealfall kann sich der Anwender einen ganzen Arbeitsgang sparen. « Andreas Listl, Brand Manager Herbol Österreich

Zenit Power wird als ideale Renovierfarbe angeboten. Ein Anstrich soll in der Regel genügen. Wie hoch schätzen Sie das Einsparungspotenzial aufseiten der Anwender dadurch ein?

Im Idealfall ist es mit diesem Produkt dank der höchsten Dichte im Wettbewerb, einem TiO2-Anteil von über 25 Prozent und einer Reichweite von 8 qm/l möglich, dass sich der Anwender einen ganzen Arbeitsgang sparen kann und dadurch eine hohe Effizienz erzielt. Somit kommt er mit dem gleichen Material weiter als mit vergleichbaren Wettbewerbsprodukten. Eine gute Verdünnungsreserve der Zenit Power, die getrost mit einem halben Liter Wasser verdünnt werden kann, ohne an Deckkraft einzubüßen, verstärkt diese positiven Eigenschaften.

Wie lange dauert eigentlich die Entwicklung einer neuen Wandfarbe – von der Idee bis zum fertigen Produkt?

Das hängt vor allem von den Anforderungen an die Abteilungen Forschung und Entwicklung ab. Die sind bei uns allerdings sehr leistungsstark, weshalb die Entwicklungszeit – je nach Aufgabenstellung und Wettbewerbsumfeld – zwischen neun Monaten und eineinhalb Jahren beträgt – valide Markttests inklusive.

kontakt

Für zusätzliche Infos oder bei Fragen zu Herbol-Zenit Power kontaktieren Sie Andreas Listl unter der E-Mail-Adresse: andreas.listl@akzonobel.com

» Malerei & Anstrich

Sie planen seit der Österreich-Premiere der Zenit Power Mitte September weitere Produktvorführungen im Rahmen der sogenannten „Power Tour“. Geben Sie uns einen Vorgeschmack. Was erwartet die Anwender und wo schlagen Sie noch auf? Nach dem offiziellen Start auf der Alltek-Hausmesse in Wien waren wir bei unseren Großhandelspartnern wie Farben Morscher, Malag, Vo-

grin oder Hübner in ganz Österreich unterwegs. Da ging es zunächst einmal darum, die Leistungsmerkmale des Produkts dem Außendienst unserer Großhandelspartner vorzustellen. Es werden aber noch weitere Termine in Salzburg, Oberösterreich, der Steiermark und auch in Wien stattfinden.

Abschlussfrage: Was steht eigentlich auf der Agenda von Andreas Listl für 2013?

Wir werden auch im kommenden Jahr neue Produkte auf den Markt bringen und zusammen mit unseren Großhandelspartnern Services anbieten, die unsere Kunden getreu dem HerbolClaim „Schnell. Sicher. Produktiv“ unterstützen. So können diese wiederum ihre Arbeit so effizient wie möglich anbieten.

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Fotos: color – Stefan Haberleitner, AkzoNobel

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interview

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Strategisch kreativ Mit der Konzeptbroschüre „Hotels & more“ bietet Sikkens Farbstrategien für den Hotellerieund Gastronomiebereich an. Im Interview spricht Brand Manager Florian Lederhofer über Vorteile und Funktionen dieser ganzheitlichen Lösung. Hanna Geisswinkler im Gespräch mit Florian Lederhofer Was sind die Grundelemente von Hotels & more?

Kern des Konzepts sind die vier Farbtonkonzepte Hip Design, Classical Chic, Modern Simplicity und Easy Living. Alle sind mit profundem technischem und ästhetischem Know-how entwickelt und jeweils perfekt auf die unterschiedlichsten Stilrichtungen von Klassisch bis Modern abgestimmt. Jede der vier Stilrichtungen umfasst eine Palette von 14 Farbtönen. Damit stehen für jede Art von Raum und Einsatzbereich zahlreiche farbliche Umsetzungsoptionen zur Verfügung. Natürlich obliegt es nun den Architekten und Malerbetrieben, die jeweils passende Gestaltung für das jeweilige Objekt zu finden, um die Wirkung und das Raumerlebnis für den Gast entsprechend umzusetzen.

Zur Anwendung der vier Konzepte: Funktionieren sie jedes für sich oder sind Kombinationen untereinander möglich?

Hotels & more eröffnet eine Vielfalt an Ideen für ein perfektes Zusammenspiel aus Architektur, Design, aktuellen Anforderungen, individuellen Lösungen und höchster Qualität. Die Broschüre dient der Inspiration und zeigt, wie mit Farben Gefühle erzeugt, Akzente gesetzt und Stilwelten kreiert werden können. Dabei lässt die ganzheitliche Herangehensweise an Design und Farbe Innenräume entstehen, die aus ihrem Kontext leben und sowohl innovativ wie auch nachhaltig und zeitlos sind.

» Hotels & more zeigt, wie mit Farben Gefühle erzeugt, Akzente gesetzt und Stilwelten kreiert werden können. « Florian Lederhofer, Brand Manager Sikkens Österreich

Bleibt durch die Vorgabe der ganzheitlichen Lösungen genug Raum für individuelle Gestaltung? Andreas Listl und Florian Lederhofer im Gespräch mit der color-Redaktion

Herr Lederhofer, Hotels & more ist für den Einsatz in Hotellerie und Gastronomie gedacht. Warum ist das Produkt prädestiniert für diesen Bereich? Florian Lederhofer: Sikkens hat den Wachstums-

sektor des Gastgewerbes früh identifiziert und ein speziell an den Anforderungen der Hotellerie & Gastronomie orientiertes Konzept zur gezielten Akquise und kompetenten Beratung in diesem lukrativen und anspruchsvollen Segment entwickelt. Damit Maler dieses Potenzial ausschöpfen und sich gegenüber der Zielgruppe aus Hotellerie und Gastronomie als kompetente Partner präsentieren können, hat Sikkens das Zielgruppen-Konzept Hotels & more entwickelt.

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Der Kreativität und dem Farbenspiel sind keine Grenzen gesetzt. Und ganz gleich, welche Atmosphäre geschaffen und welche Wirkung erzielt werden will – mit den „Hotels & more“-Farbtonkonzepten von Sikkens gelingt dies stilgerecht. Das ist so etwas wie ein zusätzlicher Stern für jedes Hotel und jedes Restaurant.

Mit Hip Design, Classical Chic, Modern Simplicity und Easy Living ist eine weite Bandbreite an Farbkonzepten abgedeckt. Sind weitere geplant? Die Sikkens-Farbdesigner orientieren sich immer an den sich ständig verändernden Farb­ trends. Gerade erst wurden die Farbtrends für 2013 vorgestellt und jedes Jahr gibt es wieder neue Entwicklungen. So können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es in absehbarer Zeit auch neue Farbkonzepte für den Hotel- und Gastronomiebereich geben wird.

kontakt

Für zusätzliche Infos oder bei Fragen rund um das „Hotels & more“-Konzept kontaktieren Sie Florian Lederhofer unter: florian.lederhofer@akzonobel.com

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objektreportage

Murgel und der Drache Nachrüsten leicht gemacht. Wie im bereits 2011 eröffneten Spielhaus Murgel im Schwarzwald nun auf „spielerische Art und Weise“ raumakustisch nachgebessert werden konnte und warum das Dominique Platz ­richtig spannend ausschaut, color zeigt’s. schildert Architekt Günter vom Planungsbüro mit Sitzen im Schwarzwald und in Berlin. Umgesetzt wurden damals etwa eine Wasserwelt mit Forellenhotel, eine Wurzelhöhle mit Diamantenstaub oder der sogenannte Feuerberg. Die Problemstellung Murgels Spielhaus wurde auch gleich nach der Fertigstellung Anfang des vergangenen Jahres gut angenommen. Ein Manko jedoch war der Lärmpegel, der im etwa 90 Quadratmeter großen Raum beim Toben und Spielen der Kinder entstand. Dass sich dieser nicht auf „natürliche“ Art und Weise verflüchtigte, lag vor allem daran, dass es in dem großen Raum überwiegend schallharte Oberflächen gab. Auch die Holzeinbauten konnten wegen der lackierten Oberflächen nur bedingt Schall aufnehmen. Versuche, den Nachhall mit weißen Filzstoffbahnen zu dämpfen, scheiterten. Vor allem für die Betreuerinnen war der Lärm letztlich einfach zu hoch, weshalb man gemeinsam mit den Architekten nach einer Lösung für das Problem suchte.

» Die Verarbeitung war kein Problem, denn die Montage ist unkompliziert und hat Freude gemacht. «

Markus Mohrlok, Malermeister

Infobox

In der Form eines Drachens, der durch den Raum fliegt, sind die bunten Akustikplatten in Murgels Spielhaus angebracht. Die extra angefertigten Sechsecke stellen die Schuppen am Drachenkörper dar.

» Malerei & Anstrich

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er Baiersbronn im Schwarzwald besucht, wird dann und wann auf Murgel treffen. Den Einheimischen ohnehin von klein auf bekannt, läuft das freundliche Stadtmaskottchen Baiersbronn-Urlaubern aber spätestens dann erstmals über den Weg, wenn sie ihre Kinder in Murgels Haus zum Spielen vorbeibringen. Dieses steht Ferienkindern und einheimischen Kindern nämlich gleichermaßen offen. „Wenn du zwischen drei und zwölf Jahren alt bist, bist du hier genau richtig! Denn hier ist immer was los“, lautet die Devise in Murgels Spielhaus, das von den beiden Kinderbetreuerinnen Andrea und Brigitte geführt wird, die ihres Zeichens jede Menge Ideen auf Lager haben, damit Murgels kleinen Gästen nicht fad wird. Die Idee Ideenfindung war aber auch beim 2010 begonnenen Umbau der Kindertagesstätte Credo. Ideenfindung auf kindgerechte Art, Ideenfindung mithilfe der Kleinen und Kleinsten, der eigentlichen Bauherren. In Workshops entstanden damals wunderbare Vorschläge, die Projektbetreuer Klaus Günter von partnerundpartner-architekten beeindruckt haben. „Die Kinder waren während des Umbaus die eigentlichen Bauherren und es gab am Ende auch eine richtige ‚Bauabnahme‘“,

Klaus Günter setzte dabei auf ein Akustiksystem an Wand und Decke. Die Gestaltung sah vor, die Raumecken von der Decke übergehend in die Wände mit sechseckigen Absorberplatten zu belegen – also dort, wo die Schallwellen besonders effektiv absorbiert werden können. Die Akustikplatten sollten nicht nur wabenartig sein, sondern auch in Lachsrosa, Pinkfarben, Rot, Lila und Blau erstrahlen. „Die Gestaltung symbolisiert einen Drachen, der durch den Raum fliegt.

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Fotos: Synthesa

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objektreportage

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Knauf macht Bahnhöfe?

Die sechseckigen Akustikplatten stellen die Schuppen auf dem Drachenkörper dar“, so Klaus Günter, der mit der Planung abermals sein Gespür für Murgels kleine Gäste zeigte. Dabei heraus kam ein Drache, der zwar kein Feuer speit, dafür aber Schall schluckt, und für dessen Einbau nicht einmal eine aufwendige Baustelleneinrichtung erforderlich war. „Ich hatte das erste Mal mit dem Produkt zu tun. Die Verarbeitung war kein Problem, denn die Montage ist unkompliziert und hat Freude gemacht“, bestätigt der ausführende Malermeister Markus Mohrlok. Die Technologie Die Schallabsorberplatten namens CapaCoustic Melapor stammen aus dem Hause Synthesa und bestehen aus einem schwer entflammbaren, sehr leichten und offenporigen Weichschaumstoff auf Melaminharzbasis. Die Panels können dank der filigranen offenzelligen Struktur bis zu 90 Prozent der auftreffenden Schallenergie aufnehmen und dämpfen. Die Schallausbreitung erfolgt dabei über die Gasteilchen der Luft, die in Schwingung versetzt werden. Treffen diese auf die offenporigen Panels, so reiben sich die Teilchen an

Unser System macht‘s möglich! Bahnhof St. Pölten

Was Sie nicht sehen in diesem Bild: • Unsere Dünnputze und Spachtelmassen. Knauf Systeme für Maler, Spachtler und Putzer kommen überall dort zum Einsatz, wo Pünktlichkeit oberstes Gebot ist – also natürlich auch auf Bahnhöfen.

den Porenwandungen, wodurch 90 Prozent der Schallenergie in Wärme umgewandelt werden. Die Nachhallzeit in Murgels Spielhaus ist laut Erzieherin Andrea Braun nun spürbar verbessert, und das, obwohl der Schallabsorberdrache die vom Hersteller empfohlenen 40 Prozent der Bodenfläche an ausgewählten Stellen im Raum (noch) nicht einnimmt. Aber wen wundert das schon, denn im Baiersbronner Spielhaus ist neben den 30 bis 35 herumtollenden Kindern schließlich Murgel der Star.

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Malerei & Anstrich «

• Unsere Objektberater, die Verarbeitern gezielt helfen, Zeit zu sparen. Durch den Einsatz von Knauf Systemen wird termingerechtes Fertigstellen deutlich einfacher. Fragen Sie uns doch einfach, wie Knauf zum Innovationsführer mit Systemkompetenz wurde: www.knauf.at | service@knauf.at oder Knauf Kundenservice: 050 567 567


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Mineralfarben mit System Mineralfarben auf Silikatbasis werden wieder häufiger als Renovierbeschichtung in der Altbausanierung gewünscht – etwa Diescolith von Diessner. tung eine deutlich höhere Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse, als dies bisher von Silikatfarben bekannt war. So werden Kreidungsprozesse deutlich reduziert und Farbtöne bleiben länger stabil. Ideal eignet sich die Diescolith SOL Silikat-Fassadenfarbe auf Mischuntergründen und auf typisch mineralischen Putzflächen. Das DiescolithSystem bietet dazu die passenden Fixative, Rissfüller und – wo notwendig – auch mineralische Mörtel an. Um die hohe Qualität der Silikatprodukte zu dokumentieren, hat Diessner viele seiner DiescolithProdukte zertifizieren lassen. w w w.diessnerfarben.de

Fotos: Diessner

Insbesondere die hohe Diffusionsfähigkeit und die über Jahrzehnte bewährte Witterungsbeständigkeit werden als Hauptmotivation für den Einsatz von Silikatfarben erwähnt. Diescolith von Diessner, das sind Mineralfarben auf Kalk- und Silikatbasis, die mit entsprechenden Grundiermaterialien zwischen Beschichtungen und Deckbeschichtungen aufeinander abgestimmte Systeme darstellen. Hervorzuheben ist dabei die Diescolith SOL Silikat-Fassadenfarbe, die mithilfe eines Kieselsol-Funktionsstoffs eine sehr gute Anhaftung auch auf organischen, matten Altbeschichtungen erreicht. Das Einsatzgebiet der SOL Silikatfarbe wurde stark erweitert und ähnelt nun jenem der Silikonharzfarben. Die Diescolith SOL Silikat-Fassadenfarbe trotzt zudem schwierigen Witterungsbedingungen, denn die Kieselsolteilchen verankern sich auch unter­ einander und verleihen der Silikatbeschich-

Weiß mit Titankraft Herbol-Zenit Power ist eine superdeckende ELF-Innenwandfarbe für hochwertige, hoch ­strapazierfähige Neu- und Renovierungsanstriche im Wohn- und Arbeitsbereich. Herbol-Zenit Power ist die neue, kraftvolle Innenwandfarbe von Herbol. In der Regel erzielt sie in nur einem Arbeitsgang ein perfektes Ergebnis und überzeugt dank besonders hohem TiO2-Anteil mit erstklassiger Weiß- und Deckkraft (Klasse 1) sowie sehr guter Nassabriebbeständigkeit (Klasse 1). Herbol-Zenit Power überzeugt durch ein exzellentes, elegantes Oberflächenfinish in strahlend frischem und brillantem Weiß. Dem Maler gibt Herbol-Zenit Power dank einzigartiger Eigenschaften die Kraft, schnell, sicher und produktiv und somit äußerst wirtschaftlich zu arbeiten. „Schon das bisherige Herbol-Zenit LG brachte überzeugende Ergebnisse aufgrund des hohen Deckvermögens. Das neue Zenit Power ist hoch deckend, strahlt darüber hinaus in einem brillanten Weißton und bleibt im Ergebnis immer stumpfmatt – auch in intensiven, leuchtenden Farbtönen. Da-

» Markt

durch wirkt die Oberfläche sehr edel und modern“, so Andreas Listl, Brand Manager Herbol Österreich. Eigenschaften: • stumpfmatt auch in intensiven Farbtönen • höchste Deckkraftklasse • brillantes, strahlendes Weiß • max. Ergiebigkeit durch hohen TiO2-Anteil • schnelle und exzellente Verarbeitung www.herbol.at

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Fotos: Herbol

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Oberflächen mit Funktion Der Silikat-Klimafeinputz ELF 1808 von Brillux ist eine feinkörnige, strukturierbare Calcium­ silikat-Beschichtung für den Innenbereich.

Foto: Brillux

Längst soll eine Gestaltung im Innenraum nicht mehr „nur“ schön aussehen, vielmehr sollen die Produkte vor allem funktional sein. Der Silikat-Klimafeinputz ELF 1808 ist einerseits in der Lage, Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufzunehmen und später wieder an die Umwelt abzugeben. Zum anderen ist er alkalisch, was äußerst wirksam gegen Schimmelpilze ist. Verarbeitung Für eine gleichmäßig ebene Oberfläche wird er mit der rostfreien Venezianischen Glättekelle Supergrip 1764 in Korngröße aufgetragen. Sofort nach dem Auftrag werden die Flächen, je nach gewünschtem Strukturbild, mit der Flächen-Streichbürste 1210 oder der Streichbürste oval 1175 ungleichmäßig kreuz und quer strukturiert. Auftrag und Strukturierung erfolgen jeweils bahnenweise, nass in nass. Zur Erzielung einer feuchteregulierenden Beschichtung mit feuchtepuffernder

Eigenschaft ist ein zweimaliger Auftrag erforderlich. Hierzu werden die Flächen nach dem ersten Auftrag mit der Flächen-Streichbürste nur leicht glättend nachbehandelt. Mit Streichbürsten strukturiert bietet der SilikatKlimafeinputz ELF 1808 optisch eine raue Oberfläche. Wer eine glattere Oberfläche bevorzugt, kann die Beschichtung auch mit der Metallico-Effektkelle 1124 strukturieren. Voraussetzung hierfür ist ein möglichst glatter Untergrund und ein zweimaliger Auftrag, da Unebenheiten sonst auch nach der Glättung sichtbar bleiben. Außerdem ist der SilikatKlimafeinputz ELF 1808 nicht ausschließlich für Feuchträume geeignet, sondern kann überall da zum Einsatz kommen, wo mineralische Produkte gefordert sind. Das Produkt ist entweder über das Brillux-Farbsystem in einer Vielzahl von Farbtönen oder allergikergeeignet mit dem Farbkonzentrat ELF 9018 abtönbar. www.brillux.at

Die Strukturierung erfolgt direkt nach Auftrag mit der rostfreien Venezianischen Glättekelle Supergrip 1764 – entweder mit der FlächenStreichbürste 1210 oder der Streichbürste oval 1175.

Ohne Schimmel, ohne Chemie

Foto: Sto

Der Kampf gegen Schimmel in der Wohnung lässt sich auch ohne Chemie gewinnen: Silikatfarben reduzieren mit ihrem natürlichen Säurewert das Schimmelwachstum; häufig wird ein Befall dadurch ganz vermieden. Schimmel in den eigenen vier Wänden – ein Albtraum für viele Menschen. Er gefährdet die Gesundheit, und es kostet viel Zeit und Mühe, ihn wieder zu entfernen. Ein effektiver und gesundheitlich völlig unbedenklicher Weg zum schimmelfreien Zuhause ist der Einsatz von Silikatfarben. Ihr dauerhaft hoher ph-Wert von 11 (0 = sauer, 14 = basisch) entspricht dem einer Seifenlauge. Schimmel fühlt sich dabei nicht wohl und gedeiht schlecht. Zudem bleiben Silikatfarben auch bei hoher Luftfeuchte trocken, indem sie Wasserdampf speichern und ihn erst bei trockener Raumluft wieder abgeben. Damit fehlt dem Schimmel auch die für sein Wachstum notwendige Oberflächenfeuchtigkeit. Das funktioniert sogar – außer bei direkter Benetzung – in Bad und Küche, also in den Räumen mit der höchsten Luftfeuchte. Ideal ist ein Wandaufbau, bei dem unter der Farbe eine Spachtelmasse

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liegt, die rasch große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dies steigert den Effekt, weil so die Fassadeninnenseiten im Winter kaum auskühlen. Die Wände bleiben dauerhaft trocken. Für Allergiker Besonders gesundheitsverträglich sind Farben wie StoSil aus dem Hause Sto: Sie sind frei von allen Lösemitteln und Weichmachern und daher besonders für empfindliche Menschen und Allergiker geeignet. Das natureplus-Zertifikat beweist die Umweltverträglichkeit dieser Produktreihe. www.sto.at

Diffusionsoffene Wandbeläge und Anstriche können ausgleichend auf die Raumluftfeuchte wirken und senken so die relative Luftfeuchte der Innenluft.

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Für die grenzenlose Gestaltung von Holz

Das Unternehmen aus Südtirol bietet neben einer breiten Produktpalette für den klassischen Holzschutz auch die Möglichkeit der individuellen farbigen Gestaltung – mit den über das Colormix-System mischbaren Produkten Amolis und Lignex Prodeck. Durch die breite Farbtonpalette können Holzhäuser im ganz persönlichen Stil dekorativ gestaltet werden. Amolis ist eine Wetterschutzfarbe auf Basis eines hochwertigen Acrylats, das für die dekorative Gestaltung einerseits und den Schutz von Holz im Innen- und Außenbereich andererseits i n f r a g e kommt. Das

Produkt zeichnet sich durch hohe Lichtbeständigkeit, Feuchtigkeitsregulierung und gute Blockfestigkeit aus. Lignex Prodeck hingegen ist eine thixotrope, lösemittelhaltige Wetterschutzfarbe auf Basis spezieller Langölalkydharze und eignet sich für Holz im Innen- und im Außenbereich, insbesondere aber zur dekorativen Gestaltung von bewitterten Holzoberflächen. Mit Lignex Renova Plus, einer mittelschichtigen Flächenlasur, kann unterschiedlich abgewittertes Holz mittels eines Voranstrichs mit einem der deckenden Farbtöne aufgehellt und egalisiert werden. Eine Endbeschichtung in einem Lasurfarbton verleiht dem Holz ein natürliches Erscheinungsbild und bietet sich somit sehr gut als Renovierungssystem an. Dank ihrer speziellen Zusammensetzung bietet die Lasur einen sehr guten Feuchtigkeits- und UV-Schutz. www.amonncolor.com

Fotos: Amonn

Mit den Holzschutzsystemen von Amonn Color können aus Holz gefertigte Bauteile langfristig geschützt werden. Die natürliche Ästhetik des Holzes und seine Ausstrahlung können so erhalten werden.

Die Farbtrends 2013 Das Global Aesthetic Center von AkzoNobel hat die Farbtrends des kommenden Jahres ­gesucht und in einem neuen Booklet dargestellt. Die Farbe des Jahres ist ein tiefes Blau – das „Big Blue“. Basis für die Suche nach den Farbtrends des kommenden Jahres war die Erkenntnis neuer sozialer und ökonomischer Strömungen. Um diese zu definieren, hat sich das Team mit einer internationalen Gruppe aus Designern, Architekten und Modeschöpfern getroffen. Als dominanteste Strömung sehen die Experten „Beziehungen“, um die sich im Leben alles dreht: menschlich oder sachorientiert, onoder offline. Menschen verknüpfen Dinge untereinander, bilden Netzwerke, Dialoge und Innovationen. Aus diesen „Beziehungstechniken“ haben die Farbdesigner die Farbe des Jahres und fünf Schlüsseltrends abgeleitet. Farbe des Jahres Die Designer haben als Farbe 2013 ein königliches und tiefes Blau erkoren, das tröstend, entspannend und zugleich inspirierend wirkt – kurz, eine Farbe, die in allen Lebenslagen beständig bleibt. Dieses hintergründige Blau fasziniert, da es in der Natur nur sehr selten vorkommt. In Kombination mit hellen Zitrustönen oder auch warmen und neutralen Farben zeigt sich seine starke Wandlungs­ fähigkeit – so entstehen rasch spannende und individuelle Kompositionen. www.colourfutures.com

» Markt

Foto: AkzoNobel

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Profis erkennt man an der ‌ Eine Initiative der gewerblichen Immobilienwirtschaft


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Fassaden- und Steinreinigung

Eine Fassade setzt im Laufe der Jahre Grünbeläge an, verschmutzt durch Abgase, Baumharze oder Blütenfarbstoffe. Außerdem kann es zu Kalkablagerungen und Salzausblühungen kommen. Solche Verunreinigungen können zu nachhaltigen Schäden führen, witterungsbedingt können Fugen oder auch Steinteile abplatzen. Eine Fassadenreinigung beugt solchen Schäden vor bzw. können diese rechtzeitig erkannt und behoben werden. Je nach

Verschmutzung und Oberfläche ist ein saurer oder alkalischer Reiniger erforderlich. Hierzu hat Pufas mit den Steinreinigern A und S aus dem Glutoclean-Sortiment für jede Verunreinigung und jeden Untergrund ein Produkt auf den Markt gebracht. Die anorganische Säurekombination löst Kalk- und Zementrückstände und beseitigt Ausblühungen. Säurefeste Fassaden und Steinflächen reinigt Glutoclean Stein Reiniger S kraftvoll und gründlich. Vor der Anwendung muss der Untergrund auf Säurebeständigkeit geprüft werden, geeignete Untergründe sind etwa Klinker, Backstein oder Beton. Der alkalische Steinreiniger A löst alle Arten von anorganischen und organischen Ablagerungen. Säureempfindliche Untergründe, wie etwa Sandstein, Muschelkalk, Marmor oder auch Kunststoff- und Holzoberflächen, erhalten eine schonende und intensive Reinigung. www.glutoclean.de

Fotos: Pufas

Pufas hat sein umfangreiches Reinigungssortiment Glutoclean um einen alkalischen und sauren Steinreiniger ergänzt. Diese Produkte verhelfen Fassaden und Terrassen zu neuem Glanz.

Intelligente Schimmelsanierung Die intelligente Schimmelsanierung mit iQ-Therm 30 aus dem Hause Remmers schließt die Risiken einer zu hohen Wandoberflächenfeuchte und zu geringer Oberflächentemperatur aus, sodass Schimmel gar nicht erst entstehen kann. Zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung muss bis in die hinterste Ecke des Raums der sogenannte hygienische Mindestwärmeschutz gewährleistet sein. Dieser wird gemäß DIN 4108 mit 12,6 Grad Celsius definiert, wobei die relative Luftfeuchte an der Wandoberfläche nicht über 70 Prozent liegen sollte. Durch den zunehmenden Temperaturunterschied zwischen Raumluft und Wandoberfläche steigt das Schimmelrisiko. Besonders betroffen sind daher Wandoberflächen im Bereich von Wärmebrücken, da hier die niedrigsten Temperaturen vorliegen. Schimmel gar nicht erst entstehen lässt iQ-Therm 30, ein Schimmelsaniersystem, das nebenbei hoch wärmedämmend wirkt und zu einer deutlich gesteigerten Wohnqualität führt. Die für Schimmelpilzwachstum verantwortliche Feuchtigkeit wird über die Kapillarität des Systems aufgenommen, zwischenge-

» Markt

speichert und in Zeiten niedriger Luftfeuchte schnell und effektiv wieder abgegeben. Punktuell anfallende Feuchtigkeit im Bereich von Wärmebrücken kann nach einer Sanierung mit iQ-Therm 30 praktisch ausgeschlossen werden und damit auch das Schimmelpilzwachstum. Das Resultat einer 30 Millimeter schlanken iQ-Therm-Platte und dem kapillarleitfähigen Spezialspachtel iQ-Top SLS ist bei minimalem Wandaufbau ein sicherer, hygienischer Mindestwärmeschutz und eine fühlbar gesteigerte Wohnqualität durch Regulierung und Verbesserung des Innenraumklimas. www.remmers.de

Fotos: Remmers

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Promotion

Fotos: Synthesa

Mehr als „nur“ Putz Das neues Oberflächenprogramm Visions in Color von Synthesa bringt exklusive Wand­ beschichtungen für innen und außen.

Kunstvolle Accento-Fassade für das Klimt-Zentrum in Schörfling am Attersee

Das Programm enthält wertvolle Anregungen für all jene Architekten und Maler, die ihren Kunden etwas mehr bieten wollen, als den üblichen Putz. Accento ist so ein Beispiel, die neue, changierende Edel-Spachteltechnik von Synthesa. Durch die Variation von Farbe, Struktur und Effekt lassen sich mit dieser Technik besonders spannende Resultate erzielen. Klingende Namen tragen auch alle weiteren in diesem Programm enthaltenen Oberflächentechniken wie CapaGold,

eine Effektbeschichtung in Gold, die fotorealistische Wandgestaltung PhotoVision, der Glimmereffekt von StellaNova oder die Metallic-Beschichtung Metallocryl. Alle diese Oberflächentechniken von Visions in Color können sowohl im Innenbereich als auch an der Fassade eingesetzt werden. Das bedeutet vor allem für die Fassadengestaltung von WDVS ganz neue Perspektiven. Synthesa hat zu diesem Programm eine eigene Broschüre aufgelegt. www.synthesa.at

Allergikerfreundlich

Fotos: Dinova

Bio-Mineralweiß ELF aus dem Hause Dinova ist eine allergikerfreundliche Umweltraumfarbe, die auf Weichmacher, Topfkonservierungs- und Lösemittel verzichtet. Rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung ist laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) von allergischen Erkrankungen betroffen – das entspricht etwa einem Mitglied in jeder Familie. Allergien beeinträchtigen die Gesundheit, schränken die Lebensqualität ein und können sogar akuten, lebensbedrohenden Verlauf haben. Dinova hat auf diese Zunahme reagiert und mit Bio-Mineralweiß ELF eine allergikerfreundliche Umweltraumfarbe auf den Markt gebracht. Bei der raumlufthygienischen Innenfarbe wurde komplett auf den Einsatz von Weichmachern, Topfkonservierungs- und Lösemitteln verzichtet. Mit Vergabe des ECARF-Qualitätssiegels bestätigt auch die Stiftung für Allergieforschung ihre allergikerfreundliche Rezeptur. Bei einem Anstrich mit der

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hoch sorptionsfähigen Innenfarbe auf Silikatbasis bleibt die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit von kapillaraktiven Untergründen erhalten. Zudem wirkt der hohe pH-Wert von Dinova Bio-Mineralweiß ELF auf natürliche Weise vorbeugend gegen Schimmelbildung. Somit ist die wohngesunde Farbe sowohl für Räumlichkeiten mit höherer Feuchtebelastung wie Küchen und Bäder als auch für Räume, in denen Lebensmittel gelagert werden, prima geeignet. Obendrein ist die nach DIN EN 13300 klassifizierte Innenfarbe scheuerbeständig, hoch deckend und auf mineralischen Untergründen sowie Glasgewebe nicht brennbar (A2 nach DIN 4102). Die perfekten Voraussetzungen für

Dinova Bio-Mineralweiß ELF ist in vielen Farben über das DinoMix-System abtönbar. Anstriche im gesamten Wohnbereich, Schulen, Kindergärten, Kirchen oder öffentlichen Gebäuden. www.dinova.de

Markt «

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tapete & textil

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Ob grob oder fein, ob großformatig oder via Muster strukturiert, Tapeten sind heute optisches Highlight und wichtiger Teil von Systemlösungen gleichermaßen. 01 vielseitig Erfurt hat KlimaTec zu einem vielseitigen Innenwand­ sortiment entwickelt, mit dem Malerbetriebe den Energieaufwand ihrer Kunden effektiv senken, die Luftfeuchtigkeit auf wohngesundem Niveau halten und Schimmelschäden sanieren können. www.erfurt.com «

02 ganzheitlich Alle internationalen Top-Player aus der Tapetenindustrie sind zu Jahresbeginn in Frankfurt am Main auf der Heimtextil präsent und stellen ihre neuen Kollektionen auf der internatio­nalen Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien vor. www.heimtextil.messefrankfurt.com «

03 variantenreich

3 » Highlights

Relief steht bei Brillux schon seit vielen Jahren für über­ streichbare Wandbeläge auf Vliesträger-Basis. Mit der neuen Musterkollektion wurde das Sortiment aktualisiert und um die neue Variante „Relief XL“ erweitert. www.brillux.at «

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Fotos: Hersteller, Heimtextil

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..Lackierqualität neu entdecken? www.lackrevolution.at

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interview

Die Raumbeantworterin Seit 1984 arbeitet die Textildesignerin und -restauratorin Beate von Harten in Wien, wo noch der ­gesamte Fertigungsprozess in Handarbeit geschieht. color hat die Textilkünstlerin in ihrem kleinen, Ingrid Divis im Gespräch mit Beate von Harten aber feinen Atelier in der Wiener Stiftgasse besucht.

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ie Textildesignerin und -restauratorin Beate von Harten fertigt in ihrem Atelier nahezu alles, außer Serienprodukte. Diese Unikate sind für sie spezielle Aussagen, die versuchen eine Beziehung zum Menschen zu schaffen. Trotz des Preisgefälles durch außer­ europäische Billigproduktionen weiß die gebürtige Deutsche sich am Markt zu behaupten. „Das ist gut im Hinblick auf die Weiterführung dieser ausdrucksstarken Kunst“, wie sie sagt.

Frau von Harten, wer setzt eigentlich Ihre Design­ entwürfe um – wie sieht die Zusammenarbeit ­zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern aus? Beate von Harten: Meine Designentwürfe sind

» Meine Designentwürfe sind Visionen von schönen Texti­lien, inspiriert von der Natur und ­antiken Objekten. «

Beate von Harten, Textildesignerin

Visionen von schönen Textilien, inspiriert von der Natur und antiken Objekten. Meine Mitarbeiter lade ich ein, in dieses Konzept einzutauchen, sodass sie aktiv und nicht mechanisch meine Visionen verstehen. Dieser Weg ermög­ licht Spielräume für alle Beteiligten und macht die Lebendigkeit aus. Das unterscheidet meine Arbeiten von solchen, die auf dem Reißbrett ge­ plant werden.

Inwiefern beeinflussen neue Technologien wie ­Cradle-to-Cradle (C-2-C) oder schwer brennbare Materialien Ihre Designs?

Da mir die Natur und neue Materialien sehr wichtig sind, ist jede Anregung à la Cradle-toCradle wunderbar. Weil ich im Vergleich zur Industrie allerdings mit sehr kleinen Mengen produziere, ist C-2-C für meine Arbeit natürlich nicht von großer Bedeutung. Meine Rohstoffe bestehen aus pflanzlichen und tierischen Fasern, mit Naturfarbstoffen gefärbt. Schwer brennbar sind die Naturmaterialien, wie etwa Wolle, sowieso, und, wenn erforderlich, kann man sie in diese Richtung mit der flammenhemmende Ausrüstung B1 Q1 bearbeiten. Ich interessiere mich aber auch für neue Materialien, wie etwa Papiergarne. Die sind zwar störrisch, aber sehr schön aufgrund ihrer authentischen Wirkung und für den organischen Kreislauf wunderbar einsetzbar. Da ich langfristig denke, sind meine Produkte dauerhafter als ein T-Shirt. Sie können nach musealen Gesichtspunkten 500 Jahre überdauern. Wir brauchen nicht Tonnen von industriell – aber doch als handgeknüpft – angebotenen Teppichen, die in den Lagern warten, um mit viel PR auf den Markt gepeitscht zu werden.

» tapete & textil

Welche Räume bzw. Wand- oder Bodenoberflächen inspirieren Sie eigentlich am meisten?

Große spirituelle Räume wie repräsentative öffentliche Eingangsbereiche, Hallen, Kirchen und natürlich private. Bodenmosaike, breite alte Holzbalken mit ihren Strukturen, weiß geöltes Holz, Stein, Beton, Glas und Stahl, Materialien, die komplementär zur haptischen Wärme von Textilien wirken. Es ist sehr interessant, auf ein bestimmtes Raummaterial mit einem textilen Material zu antworten, sodass sich beide Oberflächen stärken, wie etwa Seide zu Beton oder reines Leinen zu Stahl.

Technische und gestalterische Details in Ihrer Arbeit – inwiefern ergänzen sie sich?

Die technische Konstruktion von Weberei ergibt sich aus der Verkreuzung von Kett- und Schussfäden, ein Koordinatensystem wie in der Raumfahrt, in dessen Fadenkreuz der Bindungspunkt (technischer Ausdruck) liegt. Senkrechte und waagrechte Ordnungen im Design eignen sich gut für Stoff-, Teppich oder Tapisserieentwürfe – die Diagonale ist eine Spannung dazu. Das Weben mit der Hand erzeugt Unregelmäßigkeiten im Rhythmus und ist dadurch lebendig.

Welche Webtechniken verwenden Sie am häufigsten?

Tapisserietechnik oder Bildweberei ist eine Malerei mit dem Faden und sehr zeitaufwendig. Mit der Knüpftechnik kann eine andere Botschaft vermittelt werden, das liegt auch in der Technik, jeden einzelnen Knoten in Farbe und Material zu differenzieren, und diese Technik hat auch einen praktischen Wert: den Teppich zu verwenden. Die Schaftweberei ermöglicht, Stoffe und transparente Gewebe zu erzeugen, die nicht auf dem Markt vorhanden sind, weil mit kleinen Metragen gearbeitet werden kann und wir den Druck der Industrie nicht aufnehmen, um aus ökonomischen Gründen Tausende von Metern erzeugen zu müssen.

Sie restaurieren auch alte Teppiche bzw. Tapisserien, welche Herausforderungen gibt es da meistens zu bewältigen? Erst einmal ist der Umgang mit kostbaren, alten und antiken Textilien eine gute Schulung, sich an der Bauweise zu orientieren, welche Kombinationen von Material, Stärke, Drehung, Bindung, Festigkeit, Farbe sowie Musterung und

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Fotos: Atelier Beate von Harten, Ingrid Divis

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interview

vieles mehr das Ganze ergeben. Die Restaurierung im Allgemeinen ist ein Kräftespiel zwischen dem Wert des Objekts und seinem Zustand. Die Verbesserung seiner Funktion, Optik und seines Werts gilt es, gemeinsam mit dem Besitzer auszuloten. Es ist wichtig, die Vorstellungen des Kunden genauestens umzusetzen, sodass sinnvoll vorgegangen werden kann. Von sehr brüchigen bis gut erhaltenen textilen Objekten gibt es alle Facetten, die in meiner Werkstatt bearbeitet werden. Jedes davon gehört individuell begutachtet, es gibt dabei keine Routine in der Erstellung für den Kostenvoranschlag und der Ausführung des Auftrags.

Freie Arbeiten und Auftragsarbeiten – wie sind hier jeweils die Vorgangsweisen der Designumsetzung?

Bei Auftragsarbeiten ist mein großes Anliegen, herauszufinden, welche Vorstellungen mein Auftraggeber hat, um mit dem neuen Werk zu seinem Thema, seinem Raum das beizutragen, was ihn an Freude, Ästhetik und Authentizität mit seiner Umgebung erheben kann. Die bewusste Gestaltung von Textilien kann Räume erweitern, gliedern, Atmosphäre schaffen und den Menschen darin einbetten. Die Tapisserie respektive der Teppich wurden in der Geschichte als Überlieferung in die Zukunft und zu Repräsentationszwecken kreiert und können heute als Corporate Identity eines Unternehmens langfristig dessen PR und Zukunftsvisionen in dieser künstlerischen Form darstellen.

Freie Arbeiten entstehen durch einen starken visionären Drang, durch den jene Energien freigesetzt werden, die sich im Werk widerspiegeln.

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glosse

Scheitern am Scheich Eine Posse, kein Märchen aus 1001 Nacht war das Hin und Her zwischen Textilhersteller Back­ hausen und dem saudisch-österreichischen Unternehmer Mohamed Bin Issa Al Jaber. Chronik Dominique Platz einer gescheiterten Partnerschaft.

Gute Miene zum bösen Spiel? Zum Zeitpunkt dieses Bilds scheint die Welt noch in Ordnung gewesen zu sein.

infobox

Es begann 1810: Der Webergeselle Franz Backhausen übersiedelte von Köln nach Wien, wo er die Meisterprüfung ablegte. Seine Söhne Karl und Johann gründeten 1849 die Firma „Karl Backhausen & Co“. Die Fabrik im Waldviertel wurde 1870 errichtet und ist nach wie vor die Produktionsstätte der Backhausen-Textilien. 1888 wurde dem Familienunternehmen dann der Titel K. & K. Hoflieferant verliehen. Backhausen war Hauptlieferant an die Wiener Werkstätte und besitzt mit mehr als 3500 Originalentwürfen von über 300 Künstlern aus dieser Zeit das weltweit umfassendste Archiv historischer Textilentwürfe. Heute zieren die Stoffe Repräsentationsbauten im In- und Ausland: Hotels, Schlösser, Theater- und Konzerthäuser. Die Verkaufszentrale des in der sechsten und siebten Generation geführten Familienunternehmens befindet sich seit September 2003 in der Schwarzenbergstraße im 1. Wiener Gemeindebezirk. Die neueste Innovation ist die Produktlinie Returnity: die weltweit ersten umweltfreundlich produzierten und zu 100 Prozent recycelbaren Flammhemmendstoffe aus Trevira CS, basierend auf dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (von der Wiege zur Wiege).

» tapete & Textil

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as Wiener Grand Hotel, die AUA, Skihersteller Kneissl und jetzt Backhausen. Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber rückt ins Rampenlicht, wenn österreichische Tradi­ tionsunternehmen mit dem Rücken zur Wand stehen. Gleich in vielerlei Hinsicht hat der Unternehmer hierzulande in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen gesorgt – nun also im Zusammenhang mit Backhausen. Doch der Reihe nach. Einleitung Mitte September flatterte die Einladung zu einer Pressekonferenz in die Redaktion, die amtlich machte, was die Spatzen schon von den Dächern gepfiffen hatten. In der Tagespresse wurde bereits im Vorfeld von einer Übernahme des Textilherstellers Backhausen durch Al Jaber berichtet, als Co-Geschäftsführerin sollte Tochter Mashael Mohamed Al Jaber verantwortlich zeichnen. Kurios: Besagte Pressekonferenz wurde letztlich zweimal verschoben. „Der Grund dafür liegt laut seinen Aussagen darin, dass er […] an einer wichtigen, kurzfristig angesetzten politischen Konferenz in Saudi-Arabien teilnehmen muss“, so der Wortlaut. Nicht unbedingt ein Vertrauensbeweis. Es kam jedenfalls, wie es kommen musste. Hauptteil „Wir müssen die Reißleine ziehen“, ließ Reinhard Backhausen am 9. Oktober via Medienaussand wissen, rund zwei Wochen nachdem die Pressekonferenz im dritten Anlauf letztlich statt gefunden hatte. Der Druck der Banken sei jedenfalls zu groß geworden, so Backhausen, der den-

noch gebetsmühlenartig auf die Zusage von Geldern in Höhe von 2,85 Millionen Euro verwies. Die Banken jedenfalls – allen voran die Hypo NÖ – hätten einstweilen keine Geduld mehr gehabt. Eine strukturierte Sanierungsphase werde nun eingeleitet, ein Insolvenzverfahren. Zwei Tage später dann die neuerliche Wende. Al Jaber habe nun doch noch eine Woche Zeit, um die Vereinbarungen einzuhalten. „Wenn er zahlt, ist er dabei. Wenn nicht, sehen wir uns nach einem anderen Investor um“, gab Backhausen zu Protokoll. Immerhin: Trotz des Schuldenbergs in Höhe von 6,6 Millionen Euro verfüge das Unternehmen über volle Auftragsbücher, Kündigungen werde es auch keine geben. Im Ö1-Morgenjournal jedenfalls machte Backhausen seinem Unmut auf persönlicher Ebene Luft: „Ich bin enttäuscht, dass das jetzt in einem Verfahren geendet ist.“ An eine Zahlung glaube er aber nach wie vor. Zweckoptimismus? Schluss Die Woche verstrich, der Scheich zahlte nicht. Die Karten wurden also wiederum neu gemischt: „Al Jaber ist jetzt einer von vielen Interessenten. Es besteht keine exklusive Bindung mehr, selbst wenn er noch zahlt“, so Backhausen am 19. Oktober. Nun werde nach einer neuen Lösung gesucht, bevorzugt sei ein strategischer Partner, es würden aber auch Gespräche mit Finanzinvestoren geführt. Diese gebe es sowohl in Öster­ reich als auch in Deutschland. Zum Zeitpunkt des color-Redaktionsschlusses war das jedenfalls der Stand der Dinge. Ausgang offen.

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Foto: Backhausen

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newsticker Für alle, die nur zwei Hände haben

Die Werkzeugkiste SYS-ToolBox von Protool verfügt über zwei geräumige, offene Fächer, die genügend Stauraum für Werkzeuge, Verbrauchsmaterial und Zubehör bieten. Durch die offene Bauweise ist zum einen ein schneller Zugriff möglich, zum anderen lässt sich alles einfach und zeitsparend verstauen. Weltweit einzigartig ist laut Hersteller das 3-in1-Koppelsystem: Damit können Handwerker bei gleichen Wegen mehr tragen. Die Boxen lassen sich mit wenigen Klicks einfach miteinander verbinden. Diese Kopplung ermöglicht ein sicheres Tragen, ohne Herausrutschen von Verbrauchsmaterialien oder Werkzeugen. www.protool.de

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Neue Messmethode

Bislang verlassen sich Estrich-, Boden- und Fliesenleger auf traditionelle Prüfmethoden oder auf Rotations- und Linienlaser, um die Ebenheit des Bodens zu prüfen. Doch selbst diese Messgeräte können nicht die komplette Fußboden­ oberfläche eines Raums abbilden. „Dies ermöglicht erstmals der Oberflächenlaser GSL 2 Professional von Bosch mithilfe seines um 360 Grad schwenkbaren Laserkopfs“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Das Gerät projiziert zwei Laserlinien auf die Fußbodenoberfläche. Ist diese eben, treffen sich die Linien am Boden und werden beide als eine Linie wahrgenommen. Bei kleinsten Unebenheiten weichen die Linien dagegen voneinander ab. www.bosch.at

newsticker » newsticker » newsticker » newsticker » newsticker » newsticker » newstick ohne Kompromisse

Mit der XVLP-Technologie (EXtra Volume Low Pressure) von Wagner lassen sich von dünnflüssigen Lasuren bis hin zu hochviskosen Lacken und Dispersionen unterschiedlichste Materialien mit einem einzigen Sprühsystem verarbeiten. FinishControl 5000 und FinishControl 6500 TS heißen die beiden Niederdruck-Sprühsysteme, die Wagner für Renovierungsprojekte bis zu 50 Quadratmetern anbietet. www.wagnerxvlp.com

Schimmel vorbeugen und sanieren

Das Jaeger Schimmel-Sanier-System für den Profi bietet von der gründlichen Beseitigung bis zur Prophylaxe alles, was nach neuesten Richtlinien bei einer Schimmelsanierung getan werden kann. Die vier aufeinander abgestimmten Produkte sorgen für lang anhaltenden Schutz vor erneutem Schimmelbefall. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Fachseminare zur Schimmelsanierung in Innenräumen mit TÜV-zertifizierten Referenten an. Gezeigt wird, wie der Handwerker Schimmelschäden richtig einschätzen kann und je nach Schadensausmaß geeignete Maßnahmen festlegt. www.jaegerlacke.de Vorher Nachher

Zuverlässig und rückstandsfrei

Fotos: Hersteller

Innovativ und individuell

Mit dem neuen Raumdesigner von Sonnhaus können sich Kunden von Raumausstattern schon im Vorhinein ein Bild machen und Böden, Vorhänge, Tapeten und Möbelstoffe virtuell aufeinander abstimmen. Per Drag and Drop können Raumausstatter und Kunden dann die diversen Elemente wie Sitzmöbel, Kissen, Vorhänge, Böden, Sockelleisten, Wände und die Zimmerdecke mit verschiedenen Materialien belegen. www.sonnhaus.eu/ raumdesigner

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Mit dem Maler-Gewebeband von Würth sind universelle Abdeck­ arbeiten im Innen- und Außenbereich möglich. „Der entscheidende Anwendungsvorteil liegt darin, dass das Band bis zu einer Einsatzzeit von drei Wochen von den allermeisten Untergründen rückstandsfrei wieder entfernt werden kann“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Auf diese Weise entfällt die bei konventionellen Produkten übliche Nacharbeit komplett, was für den Maler in der täglichen Arbeitspraxis eine deutliche Zeitersparnis bringt. www.wuerth.at

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Marktführer

inserat-55x26-adresse-1050_24u 02.02.2012 23:26

Farben & Lacke ADLER-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co KG Bergwerkstraße 22, 6130 Schwaz Tel: 0 52 42/69 22, Fax: 0 52 42/69 22-999 E-Mail: info@adler-lacke.com, www.adler-lacke.com

Schönbrunner Straße 47 1050 Wien Tel. 01/58841-0 15 x in Österreich

www.sefra.at Holzschutz

PUFAS Werk KG Im Schedetal 1, D-34346 Hannoversch-Münden Tel: +49 (0) 55 41/70 03 01, Fax: +49 (0) 55 41/70 03 50 E-Mail: info@pufas.de, www.pufas.com Stauf Klebstoffwerk GmbH Oberhausener Straße 1, D-57234 Wilnsdorf Tel: +49 (0) 27 39/301-0, Fax: +49 (0) 27 39/301-200 E-Mail: info@stauf.de, www.stauf.de

Putze Akzo Nobel Coatings GmbH Aubergstraße 7, 5161 Elixhausen Tel: 0662/489 89 0, Fax: 0662/489 89 66 E-Mail: herbol.at@akzonobel.com, www.herbol.at

8295 St. Johann / Haide 111 Tel. +43 (0)3332 / 644 93, Fax -94 E - m a i l : o ffi c e @ m a i d l e r. a t

w w w. m a i d l e r. at

Malerbedarf

STO Ges. m. b. H. Richtstraße 47, 9500 Villach Tel: 0 42 42/331 33-0, Fax: 0 42 42/343 47 E-Mail: info@sto.at, www.sto.at

Parkett/Laminat Hain Industrieprodukte Vertriebs GmbH Am Eckfeld 4, D-83543 Rott am Inn Tel: +49 (0) 80 39/404-0, Fax: +49 (0) 80 39/404-199 E-Mail: info@hain.de, www.hain.de Kaindl Flooring GmbH Kaindlstraße 2, 5071 Wals, Tel: 0662/85 88-0, Fax: 0662/85 13-31, E-Mail: office@kaindl.com, www.kaindl.com

MAlerwerkzeuge

MAUTNER-Alles-Farbe.at A-8020 Graz • Ägydigasse 18 • TEL: +43 (0) 316 / 71 89 35 A-2355 Wr. Neudorf • Strasse 2d • TEL: +43 (0) 2236 / 63 5 44

Sefra Farben- und Tapetenvertrieb GmbH Schönbrunner Straße 47, 1050 Wien Tel: 01/588 41-0, Fax: 01/588 41-23 E-Mail: sekretariat@sefra.at, www.sefra.at

Akzo Nobel Coatings GmbH Aubergstraße 7, 5161 Elixhausen Tel: 0662/489 89-0, Fax: 0662/489 89-11 E-Mail: sikkens.at@akzonobel.com, www.sikkens.at

Synthesa Chemie Gesellschaft m. b. H. Dirnbergerstraße 29–31, 4320 Perg Tel: 0 72 62/560-0, Fax: 0 72 62/560-15 00 www.synthesa.at, office@synthesa.at

Farben & Tapeten Erfurt & Sohn KG Hugo-Erfurt-Straße 1, D-42399 Wuppertal Tel: +49 (0) 202/61 10-0, Fax: +49 (0) 202/61 10-894 51 E-Mail: info@erfurt.com, www.erfurt.com

» Service

draco Handels GmbH Therese-Riggle-Str. 17, 4982 Obernberg am Inn Tel: 07758/2252-0, Fax: 07758/224914 office@draco.at, www.draco.at

Arbeitsbühnen

LOCHER GmbH, Malerwerkzeuge Ossiachersee-Süduferstraße 2, 9523 Landskron-Villach Tel: 04242/41696, Fax: 04242/41985 E-Mail: locher.gmbh@utanet.at

Spachtelmasse/Kleber Ardex Baustoff GmbH Hürmer Straße 40, Postfach 60, 3382 Loosdorf Tel: 0 27 54/70 21-0, Fax: 0 27 54/24 90 E-Mail: office@ardex.at, www.ardex.at

Murexin AG Franz von Furtenbachstraße 1, 2700 Wiener Neustadt Tel: 0 26 22/274 01-0, Fax: 0 26 22/274 01-173 www.murexin.at, info@murexin.com

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