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03 2013

Das österreichische Fachmagazin für Boden, Wand und Decke

Hoch hinaus

P.b.b. Verlagspostamt: 2340 Mödling, Zul.-Nr. GZ 07Z037211M, Postnummer: 03

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editorial & Impressum

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n r de ü f r ch e si n unte t. i S a ng.a lden ter Me wslet rzeitu Ne .colo w ww

E 

s war das, was viele als Jahrhundertflut bezeichnen. Im Mai und Juni waren Herr und Frau Mitteleuropäer vielerorts den Wassermassen unterlegen. Sowohl in Sachen Pegelstand als auch in puncto Niederschlagsintensität wurden vor allem im Alpen- und Donauraum Rekordwerte erreicht. Vielerorts wurden gar die Messpunkte des Donauhochwassers von 1954 übertroffen, jener Katastrophe, die als schwerstes Hochwasser des 20. Jahrunderts in die mitteleuropäischen Geschichtsbücher ein­ ging. Hunderttausende sind nun alleine hierzulande betroffen, doch vielen steht das Schlimmste noch bevor. Denn sind die Wassermassen verschwunden, macht sich erst das wahre Ausmaß der Katastrophe bemerkbar. Neben Hab und Gut kommen vor allem Schlamm und damit einhergehend mitunter stark giftige Substanzen zum Vorschein, mit denen Opfer, Helfer und in weiterer Folge natürlich Handwerker zu kämpfen haben. Denn: So hart es auch klingt, eine Katastrophe dieses Ausmaßes ist immer auch eine Chance für jene, die sich auf den Wiederaufbau verstehen. Eine Chance für das Maler- und Bodenlegerhandwerk. Eine Chance sogar, die durch den langen Winter verlorenen Aufträge zumindest einigermaßen wieder reinzuholen. Unintendiert, dennoch passend kommt diesbe-

züglich unsere Coverstory daher. Mit Steiggeräten, darunter Leitern, Tritte, Gerüste und Arbeitsbühnen, und was es in puncto Sicherheit zu beachten gilt, hat sich Jürgen Fragner beschäftigt. Ebenfalls aus Fragners Feder stammt unser Klebstoffe-Schwerpunkt. Denn bei Holzböden beispielsweise stellt das Kleben eine veritable Alternative zum schwimmenden Verlegen dar. Ein weiteres, die Branche seit Monaten bestimmendes Thema ist die Einführung der neuen EUBauproduktenverordnung, die mit 1. Juli in Kraft tritt. Wie Verarbeiter und Handel von dieser komplexen Thematik betroffen sind, hat SefraGeschäftsleiter Peter Knobloch für Sie erarbeitet. Außerdem wartet diese color-Ausgabe mit dem Sonderthema „Software fürs Handwerk“ auf, das Ihnen in erster Linie einen Überblick über die mannigfaltigen Anbieter verschafft. Eine spannende und anregende Lektüre wünscht

Dominique Platz

impressum color – Das österreichische Fachmagazin für Boden, Wand und Decke Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, T 01/546 64-0, www.wirtschaftsverlag.at, www.colorzeitung.at Chefredaktion: Dominique Platz, Bakk., DW 346, d.platz@wirtschaftsverlag.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Jürgen Fragner, Gregor Josel, Peter Knobloch, DI Barbara Jahn Artdirektion, Grafik: butjabutja - multicrossmedia, Inh. Cecile M. Lederer, 1140 Wien

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Foto: Simon Jappel

Nach der Flut ist vor dem Wiederaufbau

Dominique Platz d.platz@wirtschaftsverlag.at

QR-Code-Guide

In der vorliegenden wie auch in den kommenden color-Ausgaben werden Ihnen immer wieder sogenannte QR-Codes begegnen, die Sie mit einer entsprechenden App auf Ihrem Smartphone scannen können und mittels derer Sie zu mehr Informationen zum jeweiligen Artikel auf unserer Website gelangen. Alternativ können Sie natürlich auch direkt auf www.colorzeitung.at vorbeischauen.

Coverfoto: Diverse Steiggeräte, darunter Leitern und Tritte, sind Thema unserer Coverstory. Foto: Krause Geschäftsführung: Thomas Zembacher Ressortleitung Verlagsbereich Bau: Kersten Viehmann, DW 320, k.viehmann@wirtschaftsverlag.at Gesamtverkaufsleitung: Franz-Michael Seidl, DW 240, f.seidl@wirtschaftsverlag.at Anzeigen- und Medienberatung: Stefan Stich, DW 244, s.stich@wirtschaftsverlag.at, Birgit Wilheim DW 251, b.wilheim@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: Renate Weber, DW 482, r.weber@wirtschaftsverlag.at Anzeigenrepräsentanz für OÖ: Gerhard Weberberger, Kleinwört 8, 4030 Linz, T 0732/31 50 29-42,

g.weberberger@wirtschaftsverlag.at

Hüthig mit 0,28 %.

Hersteller: Friedrich VDV, Vereinigte Druckereien- und Verlags-GmbH & CO KG, 4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichvdv.com

Anzeigenpreisliste: Nummer 5, Jänner 2013

Marketing: Paul Kampusch, DW 130

Aboservice: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien, T 01/361 70 70-570, F 01/361 70 70-9570, aboservice@wirtschaftsverlag.at

Beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH (der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH) ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian

­Erscheinungsweise: zweimonatlich

Jahres­bezugspreis: 50 Euro (Inland); Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres storniert werden, laufen weiter.

aus der Redaktion «


Inhalt

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36 Rubriken

06 Aktuelles 12 Fuhrpark 14 Boden & Belag 18 Interview: Norbert Arnold 20 Anwenderbericht: Klebstoffe 22 Malerei & Anstrich 25 Reportage: Synthesa 28 Interview: Martin Rhomberg 34 Tapete & Textil 38 Newsticker 39 Herstellerverzeichnis

» im überblick

08 gute wahl

24 neue situation

Steiggeräte wie Leitern, Gerüste und Arbeitsbühnen zählen zu den alltäglichen Arbeitsmitteln auf der Baustelle. Dabei steht oftmals neben einer vorteilhaften Geräteauswahl die Sicherheitsfrage im Mittelpunkt. «

Mit 1. Juli tritt die neue Bauproduktenverordnung der Europäischen Union in Kraft. Peter Knobloch, Geschäftsleiter von Vollsortimenter Sefra, blickt für color hinter die Kulissen und erklärt, was die Neuerung für Verarbeiter und Händler bedeutet. «

16 veritable alternative

26 moderne helfer

Die Verlegung von Holzfußböden, wie beispielsweise Parkett, erfolgt je nach Produktausführung meist schwimmend. Eine Reihe von Vorteilen bietet allerdings auch das Kleben. color zeigt, wie es geht. «

Von Raumaufmaß über digitale Farbberatung und mobile Zeiterfassung bis hin zur vierdimensionalen Virtual Reality, Software für Raumgestalter ist heute weit mehr als profanes Kaufmannswerkzeug. Ein Branchenüberblick. «

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Fotos: thinkstock, Krause, Uzin, Jaeger Lacke, Hochschober, Sefra

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inhalt

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Knauf macht Bahnhöfe?

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Unser System macht‘s möglich! Bahnhof St. Pölten

32 aktuelle entwicklung Hoch beanspruchbare Markierungen können jetzt auch bei kurzen Ruhezeiten durchgeführt werden. Unser Anwenderbericht in Kooperation mit Jaeger Lacke zeigt, wie man eine Halteverbotsmarkierung anfertigt. «

36 wiedererstarkter trend Teil II unserer Stilserie: Der Landhaus-Stil wächst über sich hinaus. Immer schon klischeehaft als „vorgestrig“ abgetan, bedient er heute exakt die Wünsche jener, die sich von Gediegenheit und Detailreichtum als Gegenpol zur digitalen Welt angezogen fühlen. «

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im überblick «

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aktuelles Gastkommentar

Die inneren Werte

» Schnell und einfach spachteln

Die Kombination von Spritzspachteln und moderner Maschinentechnik ermöglicht ein besonders rationelles Spachteln. Noch schneller und wirtschaftlicher gelangt man durch Spachtelvlieseinbettung zu perfekten Untergründen. Davon konnten sich die Teilnehmer der Brillux-Kompaktkurse „Spachtelmassen – wenn’s glatt gehen soll“, die unlängst in den Brillux-Niederlassungen in Innsbruck und Salzburg stattfanden, überzeugen. Lesen Sie mehr, ­indem Sie den QR-Code scannen.

» Lehrreich

» Umzug

Die TTS Tooltechnic Systems GmbH, unter anderem Markenvertrieb für Festool und Protool, ist kürzlich von Wien nach Grödig übersiedelt. Die offizielle Standorteröffnung findet im September statt, die neue Adresse finden Sie auf Seite 39 dieser color-Ausgabe.

Über 35 Jahre lang war er für den Wirtschaftsverlag tätig, viele davon für color. Mit 61 Jahren hat Michael Stich im Mai nun seinen Ruhestand angetreten. color ohne Stich? Nein, das geht nicht, finden wir und haben aus unserem Stefan Haberleitner kurzerhand einen Stefan Stich gemacht. Die Redaktion gratuliert dem Schwiegersohn zur Hochzeit und wünscht dem Schwiegervater alles Gute im wohlverdienten Ruhestand.

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» Aus der Branche

» Aus der Redaktion

Fotos: Brillux, Markus Wagner, Synthesa

An der Berufsschule für Holzbearbeitung und Musikinstrumentenerzeugung in 1150 Wien werden ab September aus schulorganisatorischen Gründen auch die Lehrberufe Maler und Beschichtungstechniker sowie Lackierer unterrichtet. In diesem Zusammenhang wird auch der Name der Schule geändert – und zwar auf Holz, Klang, Farbe & Lack (HKFL). Mit der Leitung wurden Christoph Hrabe und Karin Mayr betraut.

Foto: Privat

Ein großer Teil des österreichischen Gebäudebestands stammt aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Heute entsprechen diese Gebäude in keiner Weise den aktuellen Standards – weder in der Raumaufteilung, noch in ihrer technischen Ausstattung und schon gar nicht im Hinblick auf Wärmedämmung, KomRobert Schild, Habitat fort und Nachhaltigkeit. Manager Generaldelegation Eigenheimbesitzer können Mitteleuropa Saint-Gobain alleine über Zeitpunkt und Qualitätsniveau der energetischen Sanierung bestimmen. Viel schwieriger dagegen ist die Entscheidungsfindung im mehrgeschoßigen Wohnbau – vor allem in einem Gebäude, dessen Wohnungen unterschiedlichen Eigentümern mit unterschiedlichen Interessen gehören. Um das ganze Gebäude sinnvoll energetisch zu sanieren, ist laut Wohnungseigentumsgesetz ein einstimmiger Beschluss nötig. Wer das jemals versucht hat, weiß, dass dies sehr schwierig und nicht immer möglich ist. Eine zielführende Alternative ist die individuelle Lösung, die Dämmung der Wohnung von der Innenseite her. Dass diese Innendämmung allen Zweiflern zum Trotz möglich ist, haben meine Frau und ich mithilfe hochmotivierter Professionisten in unserer Wohnung in einem Wiener Mehrfamilienhaus erfolgreich bewiesen. Das 1962 in Ziegelmassivbauweise errichtete Gebäude ist völlig ungedämmt. Die Beheizung der Wohnung erfolgte über drei Außenwand-Gaskonvektoren, die Warmwasserbereitung über einen Gasdurchlauferhitzer. Um Passivhausstandard zu erreichen, wurden die Außenwände innenseitig 25 bis 35 Zentimeter dick mit Mineralwolle gedämmt, die Fenster ertüchtigt, die Wohnungstür durch eine Passivhaustür ersetzt. Die wenige Raumwärme, die wir noch brauchen, wird über kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung bereitgestellt. Unser Gewinn ist beträchtlich: So paradox es klingt, haben wir trotz der hohen Dämmdicke Platz gewonnen. Der Raum in unmittelbarer Fenster­nähe war vor der Sanierung viel zu kalt und praktisch nicht nutzbar. Die Innendämmung selbst beansprucht weniger Raum als zuvor die Heizkörper unter den Fenstern. Der Mehraufwand der substanziellen Erneuerung betrug im Vergleich zu einer konventionellen „kosmetischen“ Sanierung 60 Prozent und wird sich über die Jahre selbst ­hereinspielen. Was wir aber schon heute genießen, sind der höhere Komfort und die Gelassenheit, wenn von steigenden Energiepreisen die Rede ist. Alles in allem ist eine Gesamtsanierung auf Passivhausstandard als Innendämmung lohnend.

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11.04.13 17:00

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aktuelles Gastkommentar

Der Linzer Hersteller Christ Lacke macht mehr für den Schutz von Mitarbeitern und Umwelt, als er von Gesetzes wegen müsste, und erhielt dafür das internationale Responsible-Care-Zertifikat. Damit reiht sich Christ Lacke unter die weltweiten Vorzeigeunternehmen der heimischen Chemieindustrie. Der Einsatz für Nachhaltigkeit lohnt sich: In Responsible-Care-Betrieben wurden Arbeitsunfälle in zehn Jahren halbiert, der Wasserverbrauch ging um 56, die flüchtigen organischen Verbindungen gingen um 43 Prozent zurück.

» Schimmel- und Schadensbekämpfung

Die Flutkatastrophe ruft viele Spender auf den Plan, so auch Vollsortimenter Sefra. Via Ö3 und Rotes Kreuz hat das Unternehmen insgesamt 15 Tonnen der Silikatinnenwandfarbe Biomin gespendet und damit gleichzeitig auf die Notwendigkeit der bereits trockenen Untergründe und die fachgemäße Verarbeitung hingewiesen. Für Maler, die Häuser in betroffenen Gebieten sanieren werden, gibt es außerdem eine Menge Aktionen für Spezialprodukte zur Schimmelbekämpfung und Wasserschadensanierung, die auf die jeweiligen regionalen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Darunter etwa Produkte wie Sefra Bio-Fun mit Antischimmelzusatz oder Classidur H Fix und H Salt.

» Gute Geister

Gleich mit zwei Meldungen hat die Synthesa Gruppe in diesen Tagen auf sich aufmerksam gemacht. Einerseits ist Peter Eichmayer seit Mai zum neuen Werbeleiter in Perg aufgestiegen und folgt somit Friedrich Heindl nach, der Ende April in den Ruhestand getreten ist. Andererseits hat das Unternehmen auf die Flutkatastrophe reagiert und dem Roten Kreuz als Soforthilfe zwölf Tonnen Innenkalkfarbe zur Verfügung gestellt. Ferner werden Mitarbeiter der Synthesa Gruppe, die im Rahmen derartiger Hilfsdienste im Einsatz stehen, in dieser Zeit bei bezahlter Freizeit freigestellt.

Peter Eichmayer

» Eine bezaubernde Ionisphäre

Sieben Kunstschaffende begaben sich kürzlich auf die Spuren des Meisters Pablo Picasso, der – wie unlängst durch eine Studie des Art Institutes of Chicago bekannt wurde – einige seiner bedeutendsten Werke mit Wandfarbe anfertigte. Dieser Herausforderung stellten sich auch die Malerinnen und Maler, deren Werke kürzlich auf Einladung der Ionit Healthcare in Wien der Öffentlichkeit präsentiert wurden. color war natürlich vor Ort. Lesen Sie mehr, indem Sie den QR-Code scannen. Ionit-GF Erich Nepita und die Gewinnerin des Publikumspreises Anna Schmoll

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Komfort für alle Wir alle kennen das: die zu schmale Tür, die enge Toilette, das fehlende Geländer, die Stufen, die zu kleine Schrift – Gestaltungsdetails, die in der Summe den Alltag ein klein wenig mühsamer machen. Für die einen ärgerlich, für erstaunlich viele von uns unüberwindliche Hürden, aber auf jeden Fall alles andere als zeitgemäß! Der Verein De- Roland Wegmann, sign for All hat es sich zum Experte für Design & Ziel gesetzt, Umgebungen Interaktion zugänglich und benutzbar für alle zu machen. Design for All denkt ganzheitlich, weit über rein bauliche Anforderungen hinaus. Architektur, Design, Technologie, Kommunikation, Nutzungsqualität: Das bereichsübergreifende Denken ermöglicht einen Blick über den Tellerrand auf ganz neue Lösungsansätze. Es ist weithin bekannt, dass wir uns mitten im demografischen Wandel befinden und die Anzahl älterer Menschen in der Gesellschaft stark ansteigt. 2030 werden bereits 32,1 Prozent der österreichischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Damit gehen die ganz normalen altersbedingten Einschränkungen einher, was schnell deutlich macht, dass die Thematik der Barrierefreiheit weit über den Begriff der „Behinderung“ hinaus uns alle etwas angeht. Dazu kommen zahlreiche Menschen, die etwa durch einen Unfall vorübergehend körperlich beeinträchtigt sind, aber auch Eltern mit Kleinkindern, die ebenfalls bei der Bewältigung ihres Alltags immer wieder vor fast unüberwindlichen Hindernissen stehen. Daraus lässt sich die einfache Formel ableiten: Design for All ist für 10 Prozent der Bevölkerung unerlässlich, für 30 bis 40 Prozent notwendig, für 100 Prozent komfortabel. Gleichzeitig mit der demografischen Entwicklung entstehen auch neue Muster der Familienzusammenstellung, geringere Dauerhaftigkeit von Beziehungen und steigende Migration. Eurostat betitelt diese Entwicklung mit „vermehrt ältere und vielfältigere Europäer“. Diese gesellschaftlichen Veränderungen müssen sich auf Konsum- und Wohnbedürfnisse auswirken. So wird ein Wohnumfeld, das sich den wechselnden Anforderungen der Lebensumstände anpasst, bald als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Betriebe, die mit ihren Angeboten diesen Anforderungen entgegenkommen, können neue Kundengruppen erschließen und erzielen mit ihrer Zukunftskompetenz einen enormen Wettbewerbsvorteil. Das Design-for-All-Konzept setzt den Fokus auf die Nutzungsanforderungen der Menschen an ihre Umgebung und nicht auf körperliche, sensorische oder kognitive Einschränkungen von einzelnen Benutzergruppen.

Aus der Branche «

Foto: Comfort4all

» Nachhaltiger Wirtschaften

INNOVATION 2013

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steiggeräte

Hoch hinauf und tief hinunter Steiggeräte wie Leitern, Gerüste und Arbeitsbühnen zählen zu den alltäglichen Arbeitsmitteln auf der Baustelle. Dabei steht oftmals neben einer vorteilhaften Geräteauswahl die Sicherheitsfrage im Jürgen Fragner Mittelpunkt. auf eine fehlerhafte Montage und auf den Einsatz von schadhaften Teilen zurückzuführen ist. Ebenso führen fehlende Absicherungen und unvorschriftsmäßige Aufbauten oft zu schweren Unfällen, die bleibende Schäden oder zumindest lange Ausfallzeiten verursachen. Leitern und Tritte Leitern gelten als die Klassiker unter den Steiggeräten. Darunter werden ortsveränderliche Aufstiege mit Sprossen oder Stufen, die mit Wangen beziehungsweise mit Holmen verbunden sind, verstanden. Sie sind rasch einsatzbereit und zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht in Verbindung mit kompakten Abmessungen aus. Hinsichtlich der Bauart und dem Einsatzbereich wird beispielsweise zwischen Anlege-, Schiebe-, Roll-, Steck- und Podestleitern unterschieden, produziert werden sie aus den Stoffen Holz, Stahl, Aluminium, Kunststoff (GFK) und entsprechenden Materialkombinationen. Ähnlich den Leitern sind Tritte. Diese zeichnen sich allerdings durch ihre begrenzte Höhe von einem Meter aus. Die dabei tragenden Schenkel sind im Gebrauchszustand zug- sowie druckfest verbunden, die oberste Trittfläche ist – wie der Name schon sagt – betretbar ausgeführt. Stürze von Leitern kommen leider häufig vor. Daher wird eine Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung empfohlen. Die Frage, die man sich stellen muss, ist, ob nicht ein anderes Arbeitsmittel sicherer wäre. Wiederkehrende FehlerFahrgerüst Modell ClimTec von Krause Tritt Teleboard von Krause

» coverstory

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assende Steighilfen sind eine wesentliche Erleichterung für einen effizienten Arbeitsfortschritt. Maler und Stuckateure sind zwar oft schwindelfrei, doch gerade deshalb gehören Unachtsamkeiten und Hektik leider in vielen Fällen zum Arbeitsalltag. Eine von der AUVA diesbezüglich veröffentliche Statistik zeigt, dass es alleine 2011 zu rund 2500 Vorfällen mit Leitern und Gerüsten gekommen ist. Hauptursachen von Unfällen im Zusammenhang mit Leitern sind der unsachgemäße Umgang einerseits, andererseits werden aber auch häufig ungeeignete Aufstiege gewählt. Darunter fallen ruckartige Bewegungen, genauso wie übermäßiges seitliches Hinauslehnen auf Stehleitern oder auch überhastetes Steigen sowie eine missbräuchliche Verwendung. Anders verhält es sich mit den Gerüsten, wo der Großteil der Unfälle

Fotos: Krause, Dorn Lift, Hinowa

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steiggeräte

Für die Auswahl ­einer Arbeitsbühne sind das Aufstellen sowie die Zufahrtsmöglichkeit und die Untergrundverhältnisse abzuklären.

quellen sind ein schlechter Zustand der Leiter sowie die missbräuchliche Verwendung. Weitere Fehlerquellen sind ein falscher Anlegewinkel, das Nachgeben des Untergrunds sowie ungeeignetes Schuhwerk. Leitern sollten nur für kurz andauernde Arbeiten eingesetzt werden, wobei die Arbeitsmittelverordnung (AM-VO) und die ÖNorm EN 131 die Kriterien der Beschaffenheit vorgeben. Vor dem Einsatz ist auf jeden Fall vom Benutzer eine Überprüfung auf offensichtliche Beschädigungen durchzuführen. Beispielsweise dürfen Holzleitern nicht mit deckenden Anstrichen versehen sein, da dadurch Risse in den Holmen nicht erkennbar sind. Reparaturen sind nur von fachkundigen Personen durchzuführen, neue Nagelungen sind grundsätzlich verboten. Leitern unterliegen gemäß der ÖNorm Z 1510 überdies einer mindestens einmal jährlichen Prüfungsverordnung. Gerüste Im Allgemeinen wird zwischen Stand- und Fahrgerüsten unterschieden. Unter Letzteren werden frei stehende, standsichere Gerüstkonstruktionen verstanden, die händisch auf fester, ebener Fläche verschiebbar sind. Sie besitzen mindestens vier unverlierbare brems- und feststellbare Räder, bezüglich der verwendeten Bauteile ist eine weitere Abgrenzung hinsichtlich System- und systemfreien Gerüsten möglich. Bei der ersten Variante kommen lediglich Originalbauteile nach Herstellerangaben zur Anwendung. Die zweite Art besteht hauptsächlich aus Stahl- bzw. Alurohren, die nach der EN 74 gekennzeichnet sind, sowie einem fünf Zentimeter starken Pfostenbelag. Der Aufbau hat gemäß einer Anleitung nach der EN 1298 oder einer statischen Berechnung zu erfolgen, wobei wiederum die Bauteile auf offensichtliche Mängel zu prüfen sind. Der Lieferant von Systemgerüsten ist verpflichtet, dem Käufer eine Aufbauanleitung mitzuliefern. Darin sind einerseits die Aufbaureihenfolge sowie die zulässige Aufbauhöhe im Freien und in geschlossenen Räumen angegeben. Weiters sind die gestattete Belastung, die erforderlichen Standsicherheitsmaßnahmen (wie beispielsweise Ballastgewichte und deren Anbringung) sowie Maßnahmen bei Wetterumschwüngen und allgemeine Benutzerhinweise angeführt. Die Installation hat stand- und kippsicher zu erfolgen, wobei während der Verwendung eine unverschiebbare Aufstellung notwendig ist.

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coverstory «

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steiggeräte

Beim Auf- und Abbau dürfen gemäß den gesetzlichen Vorschriften keine Jugendlichen eingesetzt werden, vielmehr sind die Arbeiten sogar unter Aufsicht einer fachlich geeigneten Person durchzuführen. Ihr obliegt dabei die Überprüfung der senkrechten, normgemäßen und vollständigen Errichtung sowie das Garantieren, dass alle Kupplungsverbindungen fest geschlossen sind. Die Standsicherheit ist bei einer Absturzhöhe von über zwei Metern gegebenenfalls gesondert nachzuweisen, wobei die verwendeten Rollen den auftretenden Belastungen entsprechend der Gerüstgruppe standzuhalten haben.

» Arbeitsbühnen kommen vorwiegend bei Arbeiten an Objekten mit nur zwei bis drei Arbeitsgängen zum Einsatz. «

Kurt Pfanner, Prokurist Dorn Lift

Arbeitsbühnen Es gibt sie in verschiedensten Varianten, wobei das Spektrum von Teleskop- und Scherenbühnen bis hin zu Anhänger-, Raupen- und Spezialausführungen reicht. Für die Auswahl sind die Platzverhältnisse für das Aufstellen sowie die Zufahrtsmöglichkeit und die Untergrundverhältnisse abzuklären. Arbeitsbühnen behaupten sich gegenüber den Gerüsten mit knappen Standzeiten und fin-

5 Fragen an ... color: Es stellt sich immer die Frage nach der magischen Rentabilitätsgrenze hinsichtlich der Arbeitsgeräte. Welche Richtwerte erscheinen Ihnen dabei plausibel? Pfanner: Das ist einfach zu beantworten: Gerüste und Arbeitsbühnen stehen nie in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich gegenseitig. Die wirtschaftliche Anwendung ist jedoch auftragsabhängig. Arbeitsbühnen sind als Werkzeug im Malerbetrieb zu betrachten und kommen vorwiegend bei Arbeiten an Objekten mit nur zwei bis drei Arbeitsgängen zum Einsatz. Besonderen Vorteil bieten sie bei Malerarbeiten an Holzuntersichten, wie beispielsweise Balkone, Fenster oder Dachrinnen. Wald: Hinsichtlich der Einsatzhäufigkeit sowie der Problemlösung entscheiden Kunden, welchen Investitionsbetrag sie für ein solches Erzeugnis ansetzen. Ganz klar ist zu erkennen, dass immer mehr semiprofessionelle und gewerbsmäßige Produkte auch von vielen privaten Eigenheimbesitzern erworben werden. Sehr viel Potenzial und Wachstum sehen wir in den nächsten Jahren noch bei den Fahrgerüsten.

» coverstory

den beispielsweise dann Verwendung, wenn ein Objekt nur punktuell angesteuert wird oder nur wenige Arbeitsschritte, wie beispielsweise bei einer Wartung, notwendig sind. Hinsichtlich der Rentabilität gilt die Faustregel, dass sich der Einsatz rechnet, sofern die Dauer kürzer ist als die Auf- und Abbauzeit des Gerüsts. In puncto Standsicherheit ist zu beachten, dass auf einem tragfähigen Untergrund mit Abstützung gearbeitet wird und der Bediener zuverlässig und besonders unterwiesen ist. Denn die aktuellen Unfallzahlen beweisen, dass Sicherheit – gleich mit welchem Steiggerät man hoch hinaus will – das A und O auf der Baustelle ist. Links: Dorn-Lift-Prokurist Kurt Pfanner. Unten: Raupen­ arbeitsbühne Lightlift-20-10-IIIS von Hinowa – Dorn Lift

Clemens Wald, Exportbereichsleiter Krause, und Kurt Pfanner, Prokurist Dorn Lift Gibt es einen praxisrelevanten Ansatz für Entscheidungskriterien, die bei der Auswahl zu berücksichtigen sind?

Unterweisungen benötigen. Wie wird dies am besten den Benutzern permanent zur Verfügung gestellt, um die Sicherheit zu gewährleisten?

Wald: Leitern müssen beim Einsatz denkbar vielseitig in allen Bereichen eingesetzt werden können. Die Handhabung sollte leicht und komfortabel sein. Für Fahrgerüste ist es notwendig, dass diese schnell und werkzeuglos aufbaubar und möglichst im aufgebauten Zustand fahrbar sind. Der Lager- beziehungsweise Platzbedarf ist dabei ebenfalls zu berücksichtigten.

Pfanner: Egal ob die Arbeitsbühne gemietet beziehungsweise temporär oder ständig von den Firmen im Einsatz ist, es bedarf immer einer Unterweisung.

Das Beispiel Spanien zeigt, dass Miete/Leasing von Baumaschinen und erforderlichen Werkzeugen ansehnliche Summen erklimmen kann. Gilt dies als Trend für Mitteleuropa (Österreich)? Pfanner: Nein, das ist in unserem Bereich nicht erkennbar. Wald: Das ist derzeit noch kein großes Thema – eher der Zusammenschluss mehrerer Verarbeiter, die die Artikel dann je nach Bedarf nutzen. Arbeitsbühnen und Fahrgerüste gelten als erklärungsbedürftige Produkte, die entsprechende

Wald: Jedem Gerüst liegen umfangreiche Aufbau- und Verwendungsanleitungen bei. Bei Leitern sorgen entsprechende Aufkleber für eine dauerhafte Information. Unterstützt wird dies durch sachgemäße Hinweise und Infos auf der Website des Herstellers. Welche Produkte finden im Malerhandwerk besonderen Anklang? Pfanner: Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Raupenarbeitsbühne im Innen- und Außenbereich werden diese vorwiegend in Anspruch genommen. Wald: Die Maler nutzen vor allem DoppelsprossenHolzleitern, Doppelstufen-Leitern, Arbeitsbühnen, kleinere Gerüste und Arbeitsdielen wie das KrauseTeleBoard-System.

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aus der praxis

Kreuzschonender Kübelhalter Beim Anbringen von Vollwärmeschutz müssen sich Verarbeiter tagtäglich zwischen 600 und 700 Mal bücken. In Osttirol haben sich der Malerbetrieb Wibmer, das Ingenieurbüro Micado und die Firma Melcher darüber Gedanken gemacht.

D 

ie Anbringung von Vollwärmeschutz wird in der Regel nur mit wenigen technischen Hilfsmitteln bewerkstelligt. Nicht nur müssen sich Verarbeiter dabei täglich mehrere Hundert Mal bücken, ferner muss jede Dämmplatte vier Mal umständlich, oft auch am Gerüst, gedreht werden. Eine Erfahrung, die auch Martin Wibmer aus Matrei in Osttirol mehrfach gemacht hat, weshalb er gemeinsam mit seinem Bruder Stefan einen Eimerhalter mit Auflagearm und optionalem Drehteller erfand. color zeigt, wie man ihn installiert.

2. sicherung: Um ein Vorkippen des Halters zu verhindern, wird dieser gleichzeitig auch an der unteren Gerüststange an zwei verstellbaren Haken mit eingehängt. Dabei sind die verschiedenen Gerüstabstände zu beachten.

Fotos: Wibmer

1. Mechanismus: Der Halter wird am Gerüst eingehängt, indem man den Auflagearm nach oben zieht und dadurch den Mechanismus zum Einhängen am Gerüst öffnet.

4. Auflagearm: Die Dämmplatten können jetzt auf dem Auflagearm und der Gerüststange in körperschonender Haltung und effizienter Arbeitsweise weiterverarbeitet werden.

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3. Eimer anbringen: Nun kann der Griff des Eimers am Haken des Halters eingehängt werden. Zusätzlich liegt der Eimer am Auflagebügel unten auf.

5. drehteller: Der Halter kann auch mit einem Drehteller umgerüstet werden. Generell beträgt die maximale Belastung des Eimerhalters 30 Kilogramm, der Auslegearm ist nur für Dämmplatten inklusive Kleber geeignet.

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Transporter

Ford 

Kleintransporter sind beliebte Klassiker im KMU-Fuhrpark. Doch aufgrund der Variantenvielfalt Gregor Josel verliert man schnell die Übersicht. Basismodelle des kleinen Segments im Überblick.

Citroën

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gründerservice

Zahlen müssen keine Angst machen Zu unternehmerischem Erfolg kann nur eine Mischung aus gutem Geschäftskonzept und ökoAlexander Stockinger nomischer Denkweise führen.

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inge, die man gerne macht, macht man gut. Dinge, die man ungern macht, macht man gar nicht. Es ist eine Vermeidungstaktik, mit der man letzten Endes nur sich selbst schadet – und seinem eigenen Unternehmen.

Foto:Junge Wirtschaft

Betriebswirtschaft schreckt viele Firmengründer ab. Fachausdrücke wie Controlling oder Businessplan machen Angst. Man schummelt sich dann durch, anstatt sich intensiv damit zu beschäftigen. Häufig wird ein Familienurlaub besser geplant als die Betriebsgründung. Die Folgen einer vernachlässigten Planung werden kurze Zeit später ersichtlich: Das Unternehmen hebt nicht richtig ab, geht vielleicht ganz unter. Dann retten die besten Geschäftsideen nichts mehr. Sowohl als auch Zu unternehmerischem Erfolg kann nur eine Mischung aus gutem Geschäftskonzept und ökonomischer Denkweise führen. Dabei reicht es auch nicht, sich auf den Buchhalter oder Steuerberater zu verlassen. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind für den Experten mit dem Skelett eines Menschen zu vergleichen: Es ist die Basis. Ohne solides Gerüst klappt eine Gründung nicht. Darauf aufbauend lassen kreative Ideen, Leidenschaft, Fantasie ein vitales Unternehmen entstehen. Glücklich schätzen sich jene angehenden Unternehmer, die betriebswirtschaftliche Kenntnisse im Laufe ihrer Ausbildung mitgenommen haben. Aber auch für alle jene, die keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse haben, gibt es Mög-

lichkeiten, sich diese anzueignen. Die Ausrede „Das hab’ ich nicht gelernt, darum kann ich’s nicht“, gilt nicht. Kurse und Ausbildungen, etwa bei der Unternehmerakademie im Wifi, ermöglichen, sich Schritt für Schritt Wissen anzueignen. Zu erwarten, dass man einen Kurs absitzt und als Unternehmer des Jahres herauskommt, ist aber ein Irrtum. Unternehmertum ist ein lebendiger, langfristiger Prozess. Es setzt Erfahrungen und Vergleichswerte voraus. Mit einem Werkzeugkasten an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen fällt das Gründen leichter – gerade die Erstellung eines Businessplans. Mit einem guten Businessplan hat der Firmengründer einen Fahrplan, der ihm sagt, in welche Richtung es geht. Und: ob es in die richtige Richtung geht. Der Businessplan, auch Geschäftsplan genannt, ist ein schriftliches Unternehmenskonzept. Es enthält alle Schritte, die der Jungunternehmer zur Umsetzung seiner Geschäftsidee plant, und wird von nahezu allen Kapitalgebern bei der Finanzierung verlangt. Die Businessplan-Initiative i2b hilft angehenden Unternehmern mit Unterlagen und kostenlosen Experten-Feedbacks beim Erstellen. Helfen kann es auch, sich in Netzwerken wie der Jungen Wirtschaft auszutauschen. Nicht, weil man dort das Einmaleins der Betriebswirtschaftslehre lernt, sondern weil man Kontakte knüpft, sich mit anderen vergleichen und Erfahrungswerte austauschen kann. Teilweise gibt es auch Förderungen für Unterstützungsmaßnahmen durch externe Berater, um als Gründer und Unternehmer eine kompetente Begleitung an der Seite zu haben. www.gruenderservice.at

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» Unternehmertum ist ein lebendiger, langfristiger Prozess. Es setzt Erfahrungen und Vergleichswerte voraus. « Mag. Alexander Stockinger

Zum Autor

Der Autor, Mag. Alexander Stockinger, ist Gründungsberater des Gründerservice Oberösterreich.

Die innovative Marke NEUHEITEN 2013 • Ö KO - E n t g r a u e r • Streichmaschinen • NANO - Produkte

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boden & belag

Fotos: Hersteller, Michael Zalewski

02 dauerhaft Viel Beton benötigt viel Schutz. Darum entschieden sich die Planer der ratiopharm arena in Neu-Ulm für einen PUR-Boden der Remmers Baustofftechnik. Dieser hält auch der Dauerbelastung durch die 9000 Besucher, die bei jeder Veranstaltung über die Flure gehen, stand. www.remmers.de «

01 vielseitig Die vielseitig einsetzbare Bodenspachtelmasse ServoArtCeFlo Store von Kiesel Bauchemie eignet sich für den Einsatz in unterschiedlichstem Umfeld – vom öffentlichen, viel begangenen Raum bis zum privaten Wohnraum. www.kiesel.com «

Vorsprung...

04 dicht Kautschuk-Bodenbeläge von nora systems sind laut Hersteller aufgrund ihrer dichten Oberfläche nicht nur extrem widerstandfähig und leicht zu reinigen, sondern auch die Einzigen unter den elastischen Bodenbelägen, die nicht beschichtet werden müssen. www.nora.com «

» Highlights


Boden & Belag

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Zwei Produkte, die perfekt zusammen halten ...

03 trendstark

Fotos: Hersteller

Mit „Heavy Metal“ gibt es jetzt auch für den Boden einen trendstarken Metallic Look. „Die Brillux-Farbentwickler haben eine Bodenbeschichtung konzipiert, mit der sich faszinierende metallische Oberflächenoptiken herstellen lassen“, heißt es vonseiten des Unternehmens. www.brillux.at «

… durch Technik, so könnte es heißen, das Motto für Bodenbeschichtungen aus Mörtel, Kunstharz, Kautschuk oder PU-Acrylat.

... und dabei noch schneller, noch einfacher und ergonomisch arbeiten! Mit dem neuen Puppenauftragsgerät X-Bond 200 wird der Parkettklebstoff X-Bond MS-K511 exakt und gleichmäßig aufgetragen. Die innovative Düsentechnik erlaubt einen sehr sauberen Klebstoffauftrag nebst einem angenehmen, ergonomischen Arbeiten im Stehen, da das Gewicht beim Arbeiten auf dem Boden bleibt. Der abgestimmte, einkomponentige, hochwertige, elastische Murexin Parkettklebstoff X-Bond MS-K511 bietet ein breites Anwendungsspektrum bei jetzt noch schnellerem und einfacherem Arbeiten. Produktfolder jetzt auf www.murexin.com downloaden.

05 widerstandsfähig Mit Concrex Flex stellt die Watco GmbH, Viersen, ein neues Produkt aus der Palette der widerstandsfähigen Epoxydharzmörtel der Reihe Concrex vor. Die Neuheit wurde speziell für Reparaturen in Bereichen entwickelt, die Vibrationen und Bewegung ausgesetzt sind. www.watco.de «

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MUREXIN. Das hält.

Highlights «


klebstoffe

Warum nicht kleben?

Die Verlegung von Holzfußböden, wie beispielsweise Parkett, erfolgt je nach Produktausführung Jürgen Fragner meist schwimmend. Eine Reihe von Vorteilen bietet allerdings auch das Kleben. wie Gebrauch des Raums zusammen. Weiters spielen für ein behagliches Klima ebenfalls die Faktoren aktive Luftzufuhr und auch Wassereintrag eine Rolle, wobei von einem Mittelwert von 20+/-1 Grad Celsius und einer mittleren relativen Luftfeuchte in Höhe von 50+/-20 Prozent ausgegangen wird. Für konventionelle Werte liegt die durchschnittliche Holzfeuchte im Bereich von 9 für Massivparkett beziehungsweise 8 für Mehrschichtparkett, mit einem einzuhaltenden Toleranzbereich für die Einzelelemente von +/-2 Prozent. Bei einem zu feuchten Einbau ergibt sich eine deutlich vergrößerte Fugenbreite, die – je nach Klebstoff – zu Spannungsspitzen an den Kanten und damit zur Ablösung führen kann. Bei einer zu trockenen Verlegung ergeben sich Schubspannungsspitzen, die ein Zerreißen des Estrichs zur Folge haben können. Für die Installation in Räumen, die anhaltend von üblichen Wohnklimaverhältnissen abweichen – wie beispielsweise Kirchen –, sind feuchteangepasste Produkte empfehlenswert.

Bestimmte Parkettsorten erfordern zur Stabilisierung eine Verklebung auf einem festen Untergrund.

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olzböden werden in verschiedensten Preislagen angeboten. Bei einer verklebten Verlegung macht sich natürlich zusätzlich der Kleberverbrauch in puncto Kosten bemerkbar. Dennoch entstehen mit dieser Verlegeart Vorteile, die sich durch höhere Maßstabilität auszeichnen und damit zu einer Erhöhung der Dauerhaftigkeit und Renovierungsfähigkeit führen. Ferner wird die Fugenausbildung aufgrund der schubfesten Verbindung minimiert, was zu einem deutlich ruhigeren, ebeneren Verhalten führt. Obendrein sinkt der auftretende Raumschall bei Begehen des Bodens und es steigt der Wärmeübergang bei der Verwendung eines Heizestrichs. Einsatz und Holzfeuchte Bestimmte Parkettsorten erfordern zur Stabilisierung eine Verklebung auf einem festen Untergrund. Dabei stehen die für die Verlegung wichtigen Vorgänge des Quellens und Schwindens des Holzes im Vordergrund. Diese treten mit der Aufnahme beziehungsweise Abgabe von Wasser, die auch durch organische Lösungsmittel verur­ sacht werden können, auf. Für die Festlegung der geeigneten Einbaufeuchte ist die Betrachtung des Raumklimas während der Nutzung maßgeblich und setzt sich aus den Parametern Außenklima, passive Lüftung, Temperierung so-

» boden & belag

Kleberarten In der EN 14296 wird zwischen harten und weichen Klebstoffen sowie nach dem chemischen Aufbau und mechanischen Eigenschaften unterschieden. Als prüftechnisches Kriterium in Sachen Härte gilt die auftretende Gleitung, wobei die harten Vertreter einen berechneten Wert von unter zwei aufweisen. Analog dazu tritt bei der zweiten Variante eine höhere Zahl auf und zeigt im ausgehärteten Zustand ein weitgehend elasti-

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Fotos: Uzin, Bona

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klebstoffe

sches Verhalten. Hinsichtlich des Aufbaus kommen Dispersions- und Reaktionsharz-Klebstoffe zum Einsatz. Die erste Variante kann pulverförmig oder in Komponenten aufgebaut sein. Sie enthalten in der gebrauchsfertigen Konsistenz Wasser, was die Holzelemente zum Quellen bringt. Das Ausmaß ist dabei von der Holzart, Holzfeuchte, Saugfähigkeit des Unterbaus, der Charakteristik sowie dem Wassergehalt des Klebers und den klimatischen Bedingungen vor und nach der Verlegung abhängig. Dies setzt einen besonderen ebenen Untergrund voraus und weist eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Störungen (Keile) in der Abbindephase auf. Zur zweiten Variante der Reaktionsklebstoffe zählen die Polyurethane (PU), Silane und Epoxide. PU-Systeme können aus ein oder zwei Komponenten bestehen. Erstere binden durch eine chemische Reaktion mit der Umgebungsfeuchte ab, ein Vorgang, der unmittelbar nach der Gebindeöffnung beginnt.

Heute können Bodenleger Klebstoffe auch im Stehen auftragen. Das Abbindeverhalten hängt damit maßgeblich vom auftretenden Feuchtegehalt des Untergrunds und des Holzes sowie den klimatischen Bedingungen ab. Zweikomponentige Systeme erfordern eine genaue Einhaltung der Mischungsverhältnisse und ein sorgfältiges Anmischen. Es erfolgt unverzüglich nach der Vermischung eine kontinuierliche Verfestigung, wobei durch die begrenzte Tropfzeit eine gute Ar-

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beitsvorbereitung notwendig ist. PU-Klebstoffe wirken sich in der Regel als nicht quellend gegenüber Holzböden aus. Die nachfolgenden Silanklebstoffe bilden eine härtere Fuge als dauerelastische PU-Kleber. Sie bleiben jedoch so weit flexibel, dass sie sich zur schubfestelastischen Verklebung fast aller Parkettarten eignen. Als letzte Variante sind zweikomponentige Epoxidharz-Klebstoffe zu erwähnen. Sie enthalten keine aufquellenden Bestandteile, allerdings meist Gefahrenstoffe, die entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen erfordern und daher häufig durch PU-Klebstoffe ersetzt werden. Einbau Eine Lagerung von Parkett auf der Baustelle wird nicht empfohlen. Ein Angleich der Holzfeuchte (HF) auf die Baustellenbedingungen verhält sich gegensätzlich zur Regelung, dass Holzböden mit der während der Nutzung auftretenden Feuchte zu verlegen sind. Die HF ist dabei stichprobenartig zu überprüfen, wobei der in Folie eingehüllte Boden erst unmittelbar vor dem Einbau ausgepackt werden sollte. Neben der Erfüllung der Herstellervorgabe hinsichtlich der klimatischen Voraussetzungen für die Verklebung sind auch die verwendeten Materialien an die Raumlufttemperatur anzugleichen. Genauso erfordern Vor­anstriche und Spachtelmassen einen ausreichenden Trocknungsgrad, wenngleich die diesbezügliche Angabe des Herstellers zu beachten ist. Die Verarbeitung des Klebstoffs geschieht häufig mit einer Zahnspachtel oder einem Auftragsgerät. Die dabei benötigte Spachtelzahnung erfolgt gemäß der Herstellerangabe, wobei die aufgetragene Fläche innerhalb der offenen Zeit des Klebers belegbar ist. Hierbei sind die notwendigen Wandabstandsfugen einzubeziehen und eine fixe Anschlagrichtreihe vorzusehen. Ein Beschweren mit Sandsäcken kann beispielsweise bei Randbereichen notwendig sein. Auch sind eingesetzte Keile unmittelbar nach der Verlegung zu entfernen, da ansonsten mit Aufwölbungen zu rechnen ist. Vor einer Weiterbehandlung des verlegten Bodens sind eine hinreichende Klebstoffabbindung sowie eine Wiederangleichung der Holzfeuchte sicherzustellen. Diese Wartezeiten sind je nach verwendetem Klebstoff und Holzart, Untergrund und Raumklima unterschiedlich, wobei hierzu die Herstellerangaben zurate gezogen werden. Bei Fertigparkett mit behandelter Oberfläche beispielsweise sollte die erste Nutzung nicht früher als 24 bis 48 Stunden nach der Klebung erfolgen.

» Ein Angleich der Holzfeuchte auf die Baustellenbedingungen verhält sich gegensätzlich zur Regelung, dass Holzböden mit der während der Nutzung auftretenden Feuchte zu verlegen sind. «

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klebstoffe

System statt Überraschung Norbert Arnold ist Leiter des technischen Produktservices bei Uzin. Was Ausdünstungen für die Umwelt bedeuten, wie die Faustregel hinsichtlich der Einbaubodenfeuchtigkeit lautet und wie es um Jürgen Fragner im Gespräch mit Dr. Norbert Arnold Systemlösungen steht – wir haben nachgefragt. tracht der Ausdünstungen von Inhaltsstoffen. Mit welcher Größenordnung an Emissionsbelastungen bezüglich der eingesetzten Systeme ist eigentlich zu rechnen?

Anlass dieser Diskussion waren die lösemittelbasierten Kunstharzklebstoffe. Deren Gehalt an Lösemitteln liegt bei circa 15 bis 20 Prozent. Heutige Reaktionsharzklebstoffe enthalten in der Regel keine Lösemittel. Die meisten erfüllen darüber hinaus die Anforderungen des Emicode EC 1 (sehr emissionsarm) oder EC 1 Plus (sehr emissionsarm Plus).

Gibt es hinsichtlich der Einbaubodenfeuchtigkeit ­eine Faustregel für die Praxis?

» Die Holzfeuchte beim Einbau sollte dem Wert entsprechen, der sich beim durchschnittlichen Raumklima ein­ stellen würde. «

Die Holzfeuchte (HF) beim Einbau sollte dem Wert entsprechen, der sich beim durchschnittlichen Raumklima einstellen würde. Dies entspricht im Schnitt 23 Grad Celsius sowie 50 Prozent relative Luftfeuchte und somit circa 8 bis 9 Prozent HF als grobem Richtwert. Die Frage der Einbaufeuchte ist vor allem bei Fußbodenheizungen wichtig, weil dort deutlich größere Klimaschwankungen auftreten können.

Dr. Norbert Arnold color: Herr Arnold, welche Arten von Klebstoffen finden für vollflächig verklebte Holzböden häufig ihren Einsatz? Norbert Arnold: Heute wird überwiegend (zu 80

bis 90 Prozent) mit Reaktionsharzprodukten geklebt, wobei das „Quellvermögen“ des Parkettklebstoffs praktisch keine Rolle mehr spielt. Die größte Gruppe stellen dabei die Silan-Klebstoffe (auch STP-, MS- oder SPU genannt). Die zweitgrößten Vertreter sind die zweikomponentigen 2K-PU-Klebemittel, danach folgt die 1K-PU-Variante. Deren Einsatzmenge verhält sich grob ausgedrückt wie 10:3:1. Epoxiprodukte gibt es zwar in ganz wenigen Fällen, jedoch spielen sie mengenmäßig keine Rolle. Bis circa 2005 waren die Lösemittel-Kunstharzklebstoffe die am häufigsten eingesetzte Klebstoffgruppe. Damals war das durch den Klebstoff verursachte Quellvermögen sehr wichtig. Heute hat sich das Anwendungsverhalten total geändert. Dispersionsklebstoffe, die ebenfalls zum Quellen des Bodens führen könnten, werden nur in geringem Maße (rund 5 bis 10 Prozent des Marktvolumens) verwendet.

Viel diskutiert ist die Umweltproblematik in Anbe-

» boden & belag

Oft bildet die Preisgestaltung des Klebers einen kritischen Ansatz, vor allem wenn dieser im System vom Bodenhersteller bezogen wird. Dabei erfolgt meist die Argumentation mit geprüften und abgestimmten Systemen, wobei rechtliche Haftungsfragen im Streitfall leichter zu beantworten sind. Ist ­dies trotz aller Normiertheit der eingesetzten Produkte noch unbedingt notwendig?

Parkettklebstoffe sind über die EN 14293 genormt. Aus den wenigen Standards, die dort ersichtlich sind, lässt sich allerdings keinerlei Kompatibilität von diversen Erzeugnissen ableiten. Darüber hinaus gibt es keine Pflicht, diese Vorgaben auch zu erfüllen. Bei der Kombination verschiedener Systemkomponenten eines Fabrikanten, wie beispielsweise von Grundierung und Klebstoff, ist sichergestellt, dass ebenso das Gesamtsystem funktioniert. Beim Freigabeprozess für die Einzelprodukte wurden vom Hersteller (zumindest bei Uzin) alle empfohlenen Zusammenstellungen auf die Funktionsfähigkeit geprüft. Bei der Zusammenfügung von Komponenten unterschiedlicher Produzenten kann dies zwar in vielen Fällen gelingen, mit (bösen) Überraschungen muss dabei allerdings gerechnet werden. Ebendies wird durch das firmeneigene Marktmonitoring immer wieder bestätigt.

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Foto: Uzin

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Promotion

Die Verpackung, die der Parkett-Klebstoff gesucht hat

Entgeltliche Einschaltung. Foto: Bona

Bona Klebstoffe im Schlauchbeutel wurden ursprünglich für das Auftragsgerät Bona OptiSpread entwickelt und werden für eine blitzschnelle Verklebung weiterhin so verwendet.

Sie haben aber auch ohne Auftragsgerät viele Vorteile. Mit den Schlauchbeuteln kann der Parkettklebstoff schneller und sauberer aufgetragen werden. Die Firma Sievers Fußbodentechnik aus Bochum hat umgehend auf den Parkettklebstoff aus den Bona Schlauchbeuteln umgestellt. 100 Prozent des Klebstoffs können jetzt verwendet werden – ohne Materialverlust und ohne Mehraufwand. „Selbst bei sehr sorgfältigem Arbeiten an einem Stück haben wir früher 300 bis 500 Gramm pro 15-Kilo-Eimer entsorgen müssen, wenn es Unterbrechungen gab auch schon mal bis zu 1,5 Kilo. Das entfällt komplett“, so Christian Kotz von

Sievers Fußbodentechnik. Die Schlauchbeutel haben ihn und seine Mannschaft sofort überzeugt. „Das ist die Verpackung, die der Klebstoff gesucht hat. Da sollte es auch keine andere mehr geben. Unsere Verleger sind auch ohne Maschine sehr zufrieden mit der Anwendung“, unter­ streicht Kotz. Ein Eintrocknen, wie in Eimern üblich, gehört damit der Vergangenheit an. Das schont die Umwelt und senkt die Kosten. Die verschiedenen Klebstoffe gibt es in diversen Füllmengen von 600, 1800, 2810 oder 5400 ml und in Durchmessern von 68 und 100 mm in den Bona Schlauchbeuteln. www.bona.com

Produktvorteile:

» schneller zu verarbeiten » keine Klebstoffreste – gegenüber der Verwendung von Klebstoff-Eimern

» keine Hautbildung » kaum Abfall » wesentlich verlängerte Lagerfähigkeit von zwei Jahren im Vergleich zu Plastik eimern

» direkt zu verarbeiten, auch ohne Auftragsgerät

Uzin MK 250 – Für alle das Beste Der Uzin MK 250 ist das Maß der Dinge am Markt, wenn es um Festigkeit und Riefenhärte eines 1-K-STP-Parkettklebstoffs geht.

Entgeltliche Einschaltung. Fotos: Uzin

Der lösemittel- und wasserfreie, harte Klebstoff für Parkett Uzin MK 250 ist sehr verarbeitungsfreundlich: Er ist gut verstreichbar, besitzt einen hervorragenden Riefenstand und ein hohes Füllvermögen. Zudem überzeugt er durch eine hohe Saughaftung und ist sehr kompakt. Seine Schubfestigkeit sorgt für eine ruhige, hochwertige Holzoptik. Uzin MK 250 ist das Allround-Talent der Parkettverlegung, da sein Anwendungsspektrum alle üblichen Parkettarten umfasst.

gekennzeichnet und bietet so die größtmögliche Sicherheit vor Emissionen und trägt zu Herstellung eines wohngesunden Raumklimas bei. www.uzin.de Der harte Premium-Parkettklebstoff Uzin MK 250 eignet sich für die Verklebung aller gängigen Parkettarten und -formate.

Wechselwirkungen ausgeschlossen Die Rezeptur des Uzin MK 250 verzichtet vollkommen auf weich machende Inhaltsstoffe. So werden zuverlässig Wechselwirkungen mit allen auf dem Markt befindlichen Parkettlacken, -ölen und -wachsen, die das AgBB-Schema erfüllen und die entsprechende Zulassung besitzen, vermieden. Als Mitglied der Uzin Ökoline ist er mit dem Blauen Engel und Emicode EC 1 Plus

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Anwenderbericht

Effizient und ergonomisch Das Puppenauftragsgerät X-Bond 200 von Murexin verspricht den Einsatz von MS-Klebstoffen noch effizienter und ergonomischer zu gestalten. Aber was heißt das in der Praxis bei der Verarbeitung? Ein Anwenderbericht.

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uf den ersten Blick ist von Effizienz und Ergonomie wenig zu sehen: Ein großer Koffer, in dem sich ein unhandlich anmutendes Gerät befindet. Setzt man das Gerät, das zum Auftragen von MS-Klebstoffen wie dem Parkettklebstoff X-Bond MS-K 511 da ist, allerdings auf den Boden auf, merkt man rasch, dass es sich in aufrecht stehender Haltung gut führen lässt. Außerdem: Es sind keine weiteren Komponenten wie Druckluft oder Ähnliches nötig. Als Energiequelle dient ein NiMH-Akku, der bei üblicher Netzspannung in 60 Minuten geladen werden kann und eine Reichweite von rund 160 Quadratmeter Kleberauftrag bietet. 1. aufbau: Das Gerät wirkt zunächst nicht besonders praktisch, aber Herumtragen will man es ja nicht.

2. schlauchbeutel abschneiden: Nachdem der Schlauchbeutel eingesetzt wurde, ­schneidet man ihn am überstehenden Ende ab und setzt die Düse auf.

Tipp

Am raschesten kommt man auch hier im Team voran: Während eine Person das Puppenauftragsgerät bedient, verlegt die zweite Person die Dielen. Dazu: Den Reserve­ akku parallel aufladen, damit „der Saft“ nicht ausgeht und man so auch bei großen Flächen keine unnötigen Stehzeiten hat.

3. auspressen: Nun einfach den Düsenkopf aufsetzen und mit dem Auspressen beginnen. Die Düse lässt sich nach Gebrauch einfach reinigen. Sollte man auf das Reinigen vergessen, ist das Wechseln der ­Düse mit zwei Schrauben machbar.

Fotos: Murexin

5. wenig übung macht den meister: Anfangs braucht es etwas Übung, um den richtigen Rhythmus bei der Auftragsgeschwindigkeit zu finden. Man kann die Geschwindigkeit der Presse mit neun Regelstufen einstellen und so die Auftragsmenge des Geräts mit der eigenen Führungsgeschwindigkeit abstimmen. Dadurch entsteht ein gleichmäßiges Kleberbild.

4. gebindeentleerung: Die vom Hersteller versprochene Gebindeentleerung des verwendeten Schlauchbeutels (1800 ml Puppe Parkettklebstoff X-Bond MS-K 511) funktioniert einwandfrei, das Wechseln des Schlauchbeutels lässt sich einfach und in rund einer halben Minute bewerkstelligen.

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Promotion

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Alles glatt Der Problemlöser für viele Untergründe ohne Grundierung: die neue ARDEX R1 Renovierungsspachtelmasse.

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it ARDEX R1 präsentiert sich eine neuartige Wandspachtelmasse für anspruchsvolle Herausforderungen für den Innenbereich. Denn auch wenn der eingesetzte Glätter beziehungsweise Füller nach getaner Arbeit dem Auge des Betrachters verborgen bleibt: Er ist von außerordentlicher Bedeutung für die Qualität des Endergebnisses. Die nach neuesten Erkenntnissen der ARDEX-Forschungsabteilung entwickelte ARDEX R1 mit ARDURAPIDEffekt garantiert dabei wunderbar glatte Flächen und gleichzeitig einfachste Verarbeitung.

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NEU! Der Problemlöser für viele Untergründe ohne Grundierung. NEU! Der Problemlöser für viele Die ARDEX R1 Renovierungsspachtelmasse Untergründe ohne Grundierung. • zum GlättenR1und Die ARDEX Renovierungsspachtelmasse Spachteln von Wand• zum Glätten und und Deckenflächen Spachteln von Wandim Renovierungs- und und Deckenflächen Neubaubereich im Renovierungs- und • Neubaubereich für viele Untergründe kombiniert die Vorteile •• für viele Untergründe einer Dispersionsspachtel • kombiniert die Vorteile mit der raschen Trocknung einer Dispersionsspachtel einer Schnellspachtelmasse mit der raschen Trocknung • einer auf zementärer Basis Schnellspachtelmasse leicht zu verarbeiten •• auf zementärer Basisund sehr ergiebig • leicht zu verarbeiten und • sehr der perfekte ergiebig Untergrund für PANDOMO Wall

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Malerei & Anstrich

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Fotos: Hersteller

Malerei & Anstrich

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01 rein

04 effektvoll

Naturreiner Kalkedelputz von Solocalce ist diffusionssoffen und feuchtigkeitsregulierend und „wirkt sich wie kaum eine andere Wandbeschichtung positiv auf das Raumklima aus“, heißt es vonseiten des Unternehmens. www.solocalce.de «

Um den Charakter von Eisen- und Stahlteilen wie Balkon- und Treppengeländer, Tore oder Zäune zu unterstreichen, eignen sich vor allem Metalleffektlacke. Hersteller Jansen bietet hierfür ein umfangreiches Sortiment. www.jansen.de «

02 perfekt

05 ungetrübt

Die perfekte Bühne für Synthesa ist laut Hersteller das neue Linzer Musiktheater. Denn fast alle Materialien, die der mit den Malerarbeiten beauftragte Linzer Malerbetrieb Urmann verarbeitete, stammen aus Perg – so etwa die Innendispersion Extra. www.synthesa.at «

Die neue Adler Silberweiß lässt sich in der Qualität mit Adlers Formel 2000 vergleichen. Die stumpfmatte Formulierung garantiert ein gleichmäßiges Ergebnis und ungetrübte Verarbeitungsfreude. www.adler-lacke.com «

03 passend Ölbasierte Anstriche wie die Öl-Farbe und die Öl-Lasur aus dem Holzwerker-Sortiment von Osmo eignen sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften sehr gut für die Behandlung von Holzoberflächen im Außenbereich. www.osmo.de «

06 glänzend Der wasserbasierte, glänzende Spritzlack 2186 von ­Brillux „sorgt mit perfektem Verlauf und ausgezeichnetem Standvermögen von bis zu 250 µm Nassschicht­ dicke für makellose Oberflächen“, heißt es vonseiten des Unternehmens. www.brillux.at «

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Die bunte Fassadenvielfalt Die richtige Farbe für jeden Bereich – von weiß bis bunt – von modern bis denkmalgeschützt. www.sefra.at

Ob Holzschutz, Effektlack, Glanzlack oder Kalkputz, mit verschiedensten Techniken setzen versierte Verarbeiter die Vorstellungen ihrer Kunden genauestens um.

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Highlights «

www.sefra.at


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recht

Die neue EU-Bauproduktenverordnung Mit 1. Juli tritt die neue Bauproduktenverordnung der Europäischen Union in Kraft. Peter Knobloch, Geschäftsleiter von Vollsortimenter Sefra, blickt für color hinter die Kulissen und erklärt, was die Peter Knobloch Neuerung für Verarbeiter und Händler bedeutet. 

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» Händlern werden zusätzliche Administrations- und ­Dokumentationslasten aufgebürdet, die kaum weiterverrechnet ­werden können. «

Peter Knobloch, Geschäftsleiter Sefra

ahezu unbemerkt wurde am 24. April 2011 die EU BauPVo 305/2011 im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht und damit in Kraft gesetzt. Jetzt, wo es ernst wird – die Übergangsfristen enden am 30. Juni 2013 –, entsteht erstmals breiteres Interesse an diesem neuen Gesetz, bei dem es sich nicht etwa um etwas grundsätzlich Neues handelt, sondern welches eine Präzisierung der bisherigen „Bauproduktenrichtlinie 89/106/EWG“ darstellt. Kernstück dieser seinerzeitigen Bauproduktenrichtlinie war die Einführung der CE-Kennzeichnung für alle Produkte, die zum dauerhaften Einbau in Bauwerke aller Art (Hoch- und Tiefbau) bestimmt waren. Damit sollte gewährleistet sein, dass nur geprüfte Produkte am Bau zum Einsatz kommen und im Zusammenspiel mit allen weiteren Vorschriften zu Planung und Ausführung möglichst langlebige, sichere und umweltverträgliche Bauten entstehen. Neben dem Aufdruck des CE-Zeichens auf den jeweiligen Verpackungen gab es sogenannte „Konformitätserklärungen“, um dem Käufer die Konformität der Produkte mit den harmonisierten EU-Normen und mit der Herstellung und Prüfung nach den vorgesehenen Verfahren zu beweisen. So gut

die Absichten der Gesetzgeber auch gewesen sein mögen, eine große praktische Bedeutung hat die CE-Kennzeichnung im Innenausbau (Spachtelmasse) und bei den WDV-Systemen (Wärmedämmstoffe und Putze), also dort, wo Maler und Trockenbauer mit ihr in Berührung kommen, indes nie erreicht. Eine wesentliche Schwäche des alten Systems, die letztlich die EU-Kommission wieder auf den Plan gerufen hat, war, dass über die Leistungseigenschaften des Produkts keine systematischen Angaben vorhanden und auch die Dokumentationspflichten der Hersteller und Händler nicht geregelt waren. An dieser Stelle greift nun die neue Bauproduktenverordnung ein. die kernaussagen 1) Jeder Hersteller eines Produkts, welches von einer harmonisierten EN oder Europäischen Technischen Zulassung erfasst und damit CEkennzeichnungspflichtig ist, muss ab 1. Juli 2013 eine „Leistungserklärung“ über das Produkt abgeben. 2) Jeder Händler muss sich vergewissern, ob ein Produkt unter die CE-Kennzeichnungspflicht fällt. Ist dies der Fall, muss er vom Hersteller die Leistungserklärung anfordern und sie in der Folge seinen Kunden auf Verlangen (in der Sprache des Landes, in der der Kunde seinen Sitz hat) zugänglich machen.

Einerseits ist das für Verarbeiter und Bauherren ein beachtlicher Schritt hin zu einer noch besseren Rechts- und Qualitätssicherheit. Andererseits werden Herstellern und Händlern zusätzliche Administrations- und Dokumentationslasten aufgebürdet, die in den Kalkulationen bisher nicht enthalten waren und die auch kaum weiterverrechnet werden können. Ob gesamt gesehen der Nutzen des neuen Gesetzes den beschriebenen Aufwand rechtfertigt, wird sich also – zumindest mittelfristig – noch erweisen müssen.

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Foto: Sefra

3) Der Händler muss für einen Zeitraum von zehn Jahren Auskunft geben können, welches Produkt er einem Kunden geliefert hat. Ebenso muss entweder Händler oder Hersteller die ­Leistungserklärungen, Verarbeitungsrichtlinien und Sicherheitsdatenblätter zu jedem Produkt, welches in Verkehr gebracht wurde, zehn Jahre lang aufbewahren.


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Frisch „gebacken“ Innerhalb von zehn Monaten vom Spatenstich zum Vollbetrieb: Das Ende April im oberöster­ reichischen Perg eröffnete Dalmatherm-Dämmtechnikwerk der Synthesa Gruppe gilt als eines Dominique Platz der modernsten Dämmstoffwerke Europas. 

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Fotos: color – Stich, Synthesa

ahrer-, keinesfalls kopflos summen die Stapler durch das Synthesa-Werk, bahnen sich ihren Weg durch die neuen Industriehallen. Mit ihren breiten Armen holen sie die „frisch“ gebackenen sechs Meter hohen Dämmstoffblocks aus dem Ofen und verfrachten sie ins Lager. Dass die Stapler aus Sicherheitsgründen stehen bleiben, wenn sich Menschen nähern, macht sich vor allem am 26. April positiv bemerkbar. Denn an diesem Tag hatte die Synthesa Gruppe eine ganze Reihe von Gästen, Mitarbeiter und Pressevertreter zur Eröffnungsfeier in das neue Dämmstoffwerk geladen, darunter auch die color-Redaktion. Technische Raffinessen Als fachkundiger „Werksführer“ durch die in sechsmonatiger Bauzeit errichteten Hallen erwies sich Synthesa-Geschäftsleiter Paul Lassacher, der seine Gäste – darunter etliche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft – mit der neuen Produktionsstätte und ihren technischen Raffinessen vertraut machte. Ebenfalls zugegen war Ralf Murjahn, Mitglied der deutschen Eigentümerfamilie und Geschäftsleitungsvorsitzender der Caparol Gruppe, der sich in seiner Eröffnungsrede für die Einladung bedankte und scherzhaft hinzufügte: „Ich wäre jedoch ohnehin gekommen, um zu sehen, wo das viele Geld geblieben ist.“ Satte 10,4 Millionen Euro verschlang der Bau des Dalmatherm-Werks, das als eines der modernsten und saubersten Dämmstoffwerke Europas gilt und von dem aus der heimische Zentralraum frachtkostengünstig beliefert werden kann. Außerdem sorgt die Betriebsansied-

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lung in Perg auch für eine Belebung des ober­ österreichischen Wirtschaftsraums. 18 Personen fanden hier nämlich einen neuen Arbeitsplatz. Wertschöpfungskette vervollständigt Zu deren Aufgabenbereich gehört natürlich in allererster Linie die Überwachung der Produk­ tion von sogenannten Dalmatiner-Dämmstoffplatten, einer Weiterentwicklung der PolystyrolDämmplatte. Die Platte vereint laut Hersteller die positiven Eigenschaften grauer und weißer Granulate und ist dabei so leistungsstark wie ein einheitlich grauer Dämmstoff. Synthesa-Geschäftsführer Gerhard Enzenberger erklärt: „Die Dalmatinerplatte hat Vorteile in der Formstabilität und eine unverwechselbare Optik. Der Dalmatiner-Effekt beruht auf dem kleinpartiellen Abbau temperaturbedingter Spannungen durch das weiße Granulat, das sich bei Aufheizung durch die Sonneneinstrahlung auf der Baustelle als wesentlich toleranter erweist. Mit dem neuen Werk können wir unseren Kunden hinsichtlich Innovationskraft, Flexibilität und Präzision wesentlich mehr bieten als vorher.“ Aufgrund der eigenen Dämmstoffproduktion habe die Syn­ thesa Gruppe nun außerdem wesentlich mehr Möglichkeiten, auf Entwicklungen und Trends zu reagieren. Josef Hackl, Geschäftsleitung der Synthesa Gruppe, beschloss mit den Worten: „Auf den Dämmstoff entfallen 40 Prozent und mehr der Materialkosten des gesamten WDVSystems – abhängig von der Dämmstoffdicke!“ Mit dem neuen Dämmtechnikwerk hat Synthesa die Wertschöpfungskette bei Dämmsystemen nun merklich vervollständigt.

Links: Neues Dalmatherm-Werk. Mitte: Stapler im Werk. Rechts: Das Pflanzen einer Eiche symbolisiert positives Wirtschaftswachstum (v. l.): Josef Hackl, Paul Lassacher (beide GL SynthesaGruppe), Viktor Sigl (OÖ Landtagspräs.), Ralf Murjahn, (Vorsitzender GL CaparolGruppe) und Anton Froschauer (Bgm. Perg)

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software

Die gesamte Bandbreite Von Raumaufmaß über digitale Farbberatung und mobile Zeiterfassung bis hin zur vierdimensionalen Virtual Reality, Software für Raumgestalter ist heute weit mehr als profanes KaufmannswerkDominique Platz zeug. Ein Branchenüberblick. 

Firma

Kontakt

A.S.E. Ebner & Partner GmbH, Obachgasse 10, A-1220 Wien, T: (01) 259 03 28, F: 585 09 03 50, E: office@ase.co.at, I: www.ase.co.at

C.A.T.S.-Soft GmbH, Eigenroder Straße 1, D-35075 Gladenbach, T: (00 49 64 62) 93 74-0, F: 93 74-30, E: info@cats-soft.de I: www.cats-soft.de

Bonk Computersysteme, Schwanheimer Str. 60, D-60528 Frankfurt, T: (00 49 69) 670 22-33, F: 670 22-56, E: info@farbeplus.de, I: www.farbeplus.at

MCDS Nils Seidel GmbH, Narzissenweg 14 D-76307 Karlsbad, T: (00 49 72 02) 93 03-0, F: 93 03-50, E: info@­handicraft.de, I: www.handicraft.de

Allsoft Handelsagentur Peter Felber, Moosstraße 60, A-5020 Salzburg, T: (06 64) 410 00 53, E: allsoft@a1.net

Frau Hensel, Frau Pauli

Vertrieb

Bernhard Bogenberger

Direktvertrieb

Produktvorstellung, Portfolio

Die von A.S.E. angebotene MalerSoftware ist eine komplexe Anwendungssoftware. Das ERP-System (Enterprise-Resource-Planning) unterstützt die Ressourcenplanung des gesamten Unternehmens für die Steuerung der Geschäftsprozesse. Die Software unterstützt von der Kalkulation und Aufmaßberechnung bis zur Kostenrechnung alle betrieblichen Schritte. Die Mitarbeiter und Objekte können mittels einer mobilen Zeiterfassung erfasst und organisiert werden.

C.A.T.S.-Waricum, die Organisationslösung speziell für Maler und Stuckateure, legt einen Schwerpunkt auf die Betriebswirtschaft. Die Software liefert einen Überblick über Kunden, Baustellen, Mitarbeiter und Finanzen. Die Projektbearbeitung hilft mit fix und fertig kalkulierten Leistungstexten, Angebote schnell, einfach und sicher zu erstellen. Die Aufmaßerstellung gelingt via Innenraumassistent. Mit der Verknüpfung zu Bildaufmaß, der Aufmaßmethode für Fassaden und/ oder Catsmobil 3D, der Methode zum Messen von Innenräumen, wird Zeit beim Aufmaß gespart. Ein Baustellensteuerungssystem sorgt für gute Leistung auf der Baustelle. Die integrierte Zeit- und Materialerfassung hilft bei Überwachung und Kostenkontrolle. Die Verknüpfung mit Catsbauzeit macht das Schreiben der Stundenzettel überflüssig. C.A.T.S.Soft bietet eine integrierte Lösung und alles aus einer Hand.

Farbberatungen gehören zum Alltag des Malers. Farbeplus, die Softwarelösung für Farbgestaltung, bietet sich hier als Beratungsinstrument an. Mit den integrierten Farbpaletten nahezu aller Farbenhersteller erstellt der Maler auf Grundlage eines digitalen Fotos einen fotorealistischen Farbentwurf im gewünschten Farbton. Ob Fassade oder Innenraum, den Gestaltungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Eine umfangreiche Bibliothek an Flächenmustern wie Putze, Tapeten, Bodenbeläge, Holzmuster oder auch Bauelemente wie Fenster und Türen ermöglichen die Erstellung vielfältiger Variationen. Abgerundet wird die Lösung durch das Modul Fotoaufmaß, mit dem es möglich ist, eine Fassade direkt am Bildschirm zu vermessen.

Das Handicraft Handwerkersystem umfasst Angebote, Rechnungen, Kalkulation, Zeitvorgabe, Materiallisten, Aufmaß, Massenlisten, Stammdatenverwaltung, Adressverwaltung, Textverarbeitung, Kundenhistorie, Baustellen­ überwachung, Nachkalkulation, ÖNorm, Datanorm, GAEB, Datev, Mareon und viele andere Schnittstellen zum Datenaustausch mit Großhandel, Architekten, Wohnbauunternehmen usw. Ferner regelt es die OP-Verwaltung, Zahlungsverkehr, Lagerverwaltung, Reparaturverwaltung, Projektplanung, Unternehmensplanung, Zeiterfassung, Finanz- und Lohnbuchhaltung sowie Client/Server-Technik und Reportwerkzeuge für eigene Auswertungen.

Betriebssysteme, unterstützte ­Endgeräte

PC, Smartphones (Android, iOS), Tablets etc.

C.A.T.S.-Waricum: Windows XP, Windows 7, Windows 8, CATSmobil 3D : Android ab Version 2.3

PC mit aktuellem WindowsBetriebssystem sowie WebColor als Internetlösung

PC und Tablets mit WindowsBetriebssystem

Kosten

€ 3000,–/ einmalig zzgl. Wartung monatlich

Auf Anfrage, je nach Umfang

€ 390,– bis € 895,–/ je nach Ausstattung/einmalig

ab € 1490,–/ einmalig

Support

Telefon, Teamviewer etc.

Hotline, Faxline, Fernwartung, Webinare

Telefon, Teamviewer etc.

Telefon, Teamviewer, SoftwarePflege

» Malerei & anstrich

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software

Koram Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H., Luna 67, A-6250 Kundl, T: (0 53 38) 212 80, E: info@koram.at, I: www.kplus-software.at

Lichtenegger Interior GmbH, Am Gewerbepark 12, A-9431 St. Stefan, T: (06 64) 80 02 33 00, E: office@lichtenegger-interior.com, I: www.lichtenegger-interior.com

mexXsoft GmbH & Co.KG, Am Pariser Weg 20, D-68519 Viernheim, T: (00 49 62 04) 92 90 86, F: 91 98 95, E: info@mexxsoft.com, I: www.mexxsoft.com

Moser GmbH & Co KG, Hauptstraße 50, D-52146 Würselen, T: (00 49 24 05) 47 11, F: 47 14 71, E: vertrieb@moser.de, I: www.moser.de, www.diabolo.de

Sander & Doll Ges.m.b.H., Parkring 10, A-1010 Wien, T: (01) 74 92 880, F: 74 92 885, E: info@sander-doll.com, I: www.sander-doll.com

Autorisierte Vertriebspartner in Österreich

Marco Hübler, T: (0664) 80 02 33 80, E: huebler@lichtenegger-interior.com

Marcel Uszkureit, Jürgen Kamolz

Maximilian Moser

Anja Moll

K plus Unternehmenssoftware speziell für Handwerksbetriebe. Branchenvariante für Maler und Raumausstatter. Beschleunigt und vereinfacht die täglichen Büro- und Verwaltungsaufgaben. Übersichtlich und einfach zu bedienen. Unterstützt alle wichtigen Geschäftsvorgänge: Auftragsverwaltung, Materialwirtschaft, Projektsteuerung, Kommunikation, Abrechnung, Auswertung (Controlling). Modular aufgebaut, individuell anpassbar.

Der Interior Cave von Lichten­ egger Interior ist die weltweit erste vierdimensionale, virtuelle Realität seiner Art in der Raumgestaltung. Maler können im Interior Cave mit Unterstützung einer Polarisationsbrille durch ihre geplanten, aber noch nicht umgesetzten Lebenswelten schlendern und bei Bedarf aktiv in den Planungsprozess eingreifen. Der 4D-Kubus projiziert auf insgesamt vier Wand- bzw. Fußbodenflächen Räume, Einrichtungsgegenstände, Wände, Pflanzen, Lichter und Accessoires in realen Bildgrößen und Originalfarben. Es wird gezeigt, was der eigene Kopf plant. Pläne oder Modelle setzen ein gutes Vorstellungsvermögen voraus, diese virtuelle Vorschau erspart damit Zeit und Kosten.

All-in-one-Branchensoftware für das Malerhandwerk. Integrierte Adressverwaltung, Erstellen von Angeboten, Rechnungen (Abschlagsanf., Teil- und Schlussr.), Zahlungsverkehr (mit Mahnwesen, Offene-Posten-Liste u. v. m.), Terminverwaltung mit Wiedervorlagefunktion und Arbeitszeitkonto, integr. Textverarbeitung, Dokumentenverwaltung. Leistungsverzeichnis für Malerarbeiten u. a. mit Datanorm-, GAEB-, Excel- und Datev-Schnittstellen, Katalogverwaltung. Vor- und Nachkalkulation mit tabell./grafischer Auswertung (Umsätze, Kunden, Artikel, Zeitvorgabeliste, Bedarfslisten, BaustellenLV u. v. m.), Stammdatenverwaltung von Mitarbeitern und Geräten. Mobile Lösungen für Arbeitszeiterfassung und Aufmaß.

Die modular aufgebaute Moser-Software umfasst alle kaufmännischen Vorgänge im Malerhandwerk. Von der Kalkulation über die Projektverwaltung bis hin zum Rechnungswesen mit Controlling sowie der Betriebsbuchhaltung können alle Aufgaben abgewickelt werden. Neben dem mobilen Aufmaß für Android, um die erfassten Aufmaßwerte beispielsweise über einen Laser-Entfernungsmesser in die mobile Anwendung und im Anschluss direkt an die Branchensoftware weiterzugeben, ist auch eine mobile Lösung für die Abwicklung der Serviceleistungen vor Ort beim Kunden verfügbar. Abgerundet werden die mobilen Lösungen um die mobile Zeiterfassung. Die Daten sind direkt im System für weitere Arbeitsschritte verfügbar, womit Geschäftsprozesse beschleunigt und Fehlerquellen reduziert werden und Doppelerfassung vermieden wird.

Mit der Sander & Doll Branchensoftware (Chroma Office für Maler, Caro Office für Bodenleger und Raumausstatter) erledigen Handwerksbetriebe ihre komplette Auftragsbearbeitung. Das Programm verwaltet alle Kunden-, Artikel- und Lieferantendaten inklusive Historie und zugehörigen Dokumenten. Anwender erstellen mit Chroma Angebote, Aufmaßprotokolle, Materiallisten, Arbeitsanweisungen, Abschlagsrechnungen und Schlussrechnungen. Darüber hinaus unterstützt Chroma bei der Nachkalkulation, verwaltet Forderungen und verfügt über ein integriertes Mahnwesen. Mit der neuen Mobilaufmaß-App für Android und iOS erstellen Handwerker ein Aufmaß mit Titeln, Losen und Positionen.

PC, Mac mit Parallels sowie Smartphones Android, iOS, Tablets für mobile Lösungen

PC Microsoft, Aufmaß unter Android auf Smartphone und Tablet, mobiler Service unter Windows 7 auf Tablet, mobile Zeiterfassung über Handscanner mit Anbindung an Branchensoftware

PC (Windows XP und höher), Tablets und Smartphones (Android, iOS)

Ab € 1000,–/je nach Projekt

Kauf ab € 1200,–/ einmalig, Miete, Leasing

MOS’aik ab € 1680,– netto, diabolo Grundausstattung kostenfrei, diabolo Optionen ab € 199,– netto, mobile Lösungen, verschiedene Preismodelle

Je nach gewünschtem Funktionsumfang ab € 1500,–

Telefon

Telefon, Teamviewer, vor Ort

Servicehotline, Vor-Ort-Service, Onlineschulung, Schulungen im eigenen Schulungscenter, Individualschulung

Telefon, Teamviewer

Die Nutzung des Interior Caves ist derzeit in Kärnten bei Lichtenegger Interior möglich. Termine via SupportHotline vereinbar.

Kaufpreis abhängig von Funktionsumfang und Anzahl der Lizenzen. Leasing ab € 89,– pro Monat Fachhändler vor Ort, ServiceHotline, Plattform Koram Web für Kunden

Windowsfähige Geräte (auch Mac mit Windows-Emulation) sowie RDP-fähige Endgeräte

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software

Von A wie Aufmaß bis Z wie Zeiterfassung Martin Rhomberg ist Geschäftsführer des Tiroler Software-Entwicklers Koram. Im Interview mit color spricht er über modulare Lösungen, die Risiken von Cloud Computing – und über eine SoftDominique Platz im Gespräch mit Martin Rhomberg ware mit Tradition. Angebot, Wareneinkauf, Baubesprechung, Normvorgaben, Mitarbeitereinsatz, Projektkoordination, Abrechnung, Zeiterfassung, um nur ein paar Stichwörter zu nennen. Eine intelligente Betriebssoftware hilft hier, den Überblick zu behalten. Außerdem kann sie dazu beitragen, den Verwaltungsaufwand auf ein Minimum zu beschränken und die Vorgänge insgesamt zu vereinfachen. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsvorteil, denn ich spare Zeit, die ich in mein eigentliches, handwerkliches Geschäft investieren kann. Das ist der Ansatz von K plus. Der Handwerker bekommt von uns ein leistungsfähiges Werkzeug, mit dem er in gewohnten Schritten und mit kleinstmöglichem Zeitaufwand alle Verwaltungsaufgaben bequem erledigen kann. Und zusätzlich liefert ihm die Software alle wichtigen Kennzahlen und Auswertungen per Knopfdruck. So bleibt er immer topinformiert und kann sich optimal auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Wie wichtig ist Software-Aufklärungsarbeit – gerade bei traditionellen, älteren Betrieben?

» Viele Betriebe sind gezwungen, ihre Angebote und Abrechnungen über Normen zu legen. Dieser Tatsache muss auch die Software gerecht werden. « Martin Rhomberg

K 

oram ist ein österreichisches Softwarehaus mit Sitz in Kundl in Tirol. 1989 gegründet, konzentriert sich das Unternehmen seit jeher auf Kunden aus der mittelständischen Wirtschaft. Schnell werden Softwarelösungen speziell für Handwerk und Handel zur Kernkompetenz des Entwicklers. Heute beschäftigt Koram ein Team aus zwölf Mitarbeitern und Auszubildenden, 13 Vertriebspartner in Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und Liechtenstein beraten und betreuen zahlreiche Kunden in ganz Europa. Wir haben Geschäftsführer Martin Rhomberg zum Gespräch gebeten.

color: Herr Rhomberg, ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich eigentlich die Implementierung von speziellen Softwarelösungen für Handwerker? Martin Rhomberg: Die Unternehmensgröße ist gar

nicht so entscheidend. Entscheidend ist die Wahl der richtigen Software. Bei einem Produkt wie K plus, das modular aufgebaut ist und sich bedarfsgerecht anpassen lässt, kann sich der Einsatz bereits ab dem ersten Benutzer lohnen.

Was zeichnet Handwerker als Kunden von Software­ lösungen aus? Wie tritt man an dieses Klientel heran?

Man muss genau verstehen, was für Handwerksbetriebe sinnvoll ist. Handwerker sind heutzutage mit einer Vielzahl von Aufgaben konfrontiert, die alle miteinander zusammenhängen: Kalkulation,

» Malerei & Anstrich

Viele unserer Kunden sind traditionelle Handwerksbetriebe, oft in zweiter oder bereits dritter Generation, mit viel Know-how in ihren Bereichen. Da ist ein Qualitätsbewusstsein tief verankert. Um solche Betriebe von den Vorteilen eines Produkts zu überzeugen, genügt ein hoher Bekanntheitsgrad nicht. Da muss man schon handfeste Argumente bringen. Vielleicht ist in diesem Zusammenhang hilfreich, dass unser Unternehmen selbst auf eine 25-jährige Geschichte – und dementsprechend tiefe Branchenkenntnisse – zurückgreifen kann.

Welche Anwendungen sind in einem Softwarepaket für das raumausstattende Gewerbe unerlässlich? Raumausstatter arbeiten auf Maß. Eine vernünftige Vorkalkulation mit laufender Kontrolle bei der Umsetzung des Auftrags ist daher unabdingbar. Materialwirtschaftliche Funktionen sind ebenfalls sehr wichtig. Und wie in jedem anderen Betrieb ist es auch für Raumausstatter sinnvoll, immer die aktuellen Zahlen zu kennen.

Pi mal Daumen, wie hoch sind die Kostenersparnisse aufseiten des Handwerksbetriebs, wenn er auf Softwarelösungen umsteigt?

Dies ist in Zahlen kaum wiederzugeben. Ein Umstieg lohnt sich eigentlich immer. Jeder Handwerker, der sich in zig verschiedenen Einfachlösungen diverser Anbieter probiert hat, wird eine integrierte, übersichtliche und abgestimmte Gesamtlösung für seinen Betrieb als unschätzbar einstufen.

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Foto: Koram

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software

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Ersparte Arbeitszeit, die sofort anderweitig investiert werden kann, bedeutet ja immer einen Gewinn. Das geht bis hinein in den privaten Bereich, wo sich die gewonnene Zeit als ein Mehr an Lebensqualität bemerkbar machen kann.

Stichwort Freiheit. Welche Rolle können Cloud-Services und der Einsatz von Tablets etc. auf der Baustelle in Zukunft spielen bzw. spielen sie bereits?

Was mobile Endgeräte angeht, gibt es einen klaren Aufwärtstrend. Beim Thema Cloud Computing sind die Kunden allerdings skeptisch. Die Skepsis ist berechtigt, da das Plus an Bewegungsfreiheit mit einem Verlust an Kontrolle erkauft wird. Man fühlt sich einfach nicht wohl, wenn man die Daten nicht im Hause hat, sondern irgendwo im Internet. Hier stehen den Vorteilen begründete Sicherheitsbedenken entgegen. Auf diesem Gebiet sind daher gewiss noch Verbesserungen und vertrauensbildende Maßnahmen nötig.

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Welche Rolle spielen Normen beim Thema Software. Was gibt es hierbei, gerade providerseitig, zu beachten?

Normen gewinnen einen immer höheren Stellenwert im Handwerk. Viele Betriebe sind mittlerweile gezwungen, ihre Angebote und Abrechnungen über Normen zu legen. Dieser Tatsache muss auch die Software gerecht werden. Weder die Betriebe noch wir als Provider kommen daran vorbei, auch wenn es vielleicht nur ein Auftrag pro Jahr ist, den ein Kunde normengerecht anbieten muss.

Koram gibt es bereits seit 1989. Welche Anwendungen gehörten seinerzeit zum Standard und wie haben sich Branche und Anwendungen seither gewandelt?

Die Branche hat schon früh damit begonnen, sich an sogenannten Standards zu orientieren. Unser Bestreben ging aber von Anfang an dahin, den verschiedenen Kunden einen für sie relevanten Mehrwert anzubieten. Dieser Ansatz hat dazu geführt, dass wir verschiedene branchentypische Ausprägungen und Varianten unserer Software entwickelt haben, die wir permanent weiter pflegen und verbessern. Diesen Weg wollen wir auch weiterhin gehen. Der Kunde erhält die optimale Funktionalität und bleibt immer topaktuell mit seinem Softwarepaket. Unsere Kunden wissen das zu schätzen.

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Kontinuierliches Wachstum für eine starke Marke MAKITA Österreich wurde als zehnte Niederlassung weltweit im August 1981 gegründet und bietet mittlerweile eine breit gefächerte Produktpalette von über 500 Modellen im Sektor der Elektrowerkzeuge an. somit auf zwei Jahre Garantie erweitert werden.

Die Produkte decken sämtliche Haupt-Anwendungszwecke wie Bohren, Stemmen, Schrauben, Trennen, Schleifen, Hobeln, Sägen oder Fräsen ab. Egal ob elektrisch oder mit Akkubetrieb, MAKITA bietet für fast jeden Zweck das richtige Gerät. Ständiger Zuwachs von Zubehörartikeln und die Erweiterung des Sortiments um etliche sogenannte „Z-Modelle“ sind wichtige Eckpfeiler der Markenentwicklung. Durch die „Z-Modelle“ haben Kunden die Möglichkeit, eine gewisse Auswahl an Maschinen auch als „Leer-Geräte“, sprich ohne Akkus und/oder Ladegeräte, zu erwerben. Da man oft mehrere Geräte mit einem gleichen Akku-Typ betreiben kann, bietet dies einen gewissen Handlingskomfort. MAKITA denkt an die Zukunft Der technische Schwerpunkt liegt verstärkt in der Akku-Technologie. Kräftigere Akkus und kürzere Ladezeiten ermöglichen viele Vorteile. Emissionsfreies Arbeiten mit geringem Geräuschpegel und leichte Wartung bei starker Leistung sind markante Eckdaten. MAKITA bietet Akku-Geräte bis zu

» Markt

einer Leistung von 36 V an. Nicht nur handliche Akku-Schrauber oder leistungsstarke Bohrhämmer befinden sich im Produktportfolio von MAKITA, sondern auch die unterschiedlichsten Gartengeräte zum Arbeiten im Freien. MAKITA bietet bis zu drei Jahre Garantie auf Maschinen und zwei Jahre auf Akkus. Durch die Registrierung im Internet können Kunden für ihre Maschinen in den Genuss einer erweiterten Verlängerungsgarantie kommen. Wenn man seine bei einem autorisierten Fachhändler in Österreich gekauften Geräte innerhalb von vier Wochen ab Kaufdatum online anmeldet, verlängert sich die Garantie auf insgesamt 36 Monate. Seit Februar 2012 neu ist auch eine zusätzliche Akku-Garantie. Alle Li-Ionen-Akkus können unter den gleichen Bedingungen wie die Maschinen registriert und

MAKITA in Österreich Ein dichtes Netz von Fachhändlern sorgt für lückenlosen, erstklassigen Service in ganz Österreich. Die Partnerschaft zwischen MAKITA und diesen Fachhändlern basiert auf hohem, gegenseitigem Vertrauen und hat sich in jahrelanger Zusammenarbeit bewährt. Der enge Kundenkontakt steht bei MAKITA an erster Stelle. Für die Umsetzung dieses Anspruchs steht neben den Service-Kapazitäten in der eigenen Werkstatt in Wien auch die persönliche Betreuung der Kunden durch die Mitarbeiter von MAKITA Österreich im Vordergrund. So ist fachmännischer und zeitnaher Service jederzeit garantiert. Der Einsatz von speziell ausgebildeten Demofahrern ermöglicht es MAKITA zusätzlich, die Werkzeuge mit fachmännischer Beratung zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorzuführen. Termine für solche Präsentationen können individuell vereinbart werden. Für Detailinforma­ tionen zur Registrierung, Garantiebedingungen, Produktpalette oder zum Unternehmen MAKITA besuchen Sie bitte im Internet www.makita.at.

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Entgeltliche Einschaltung. Fotos: Makita

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software

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Wissen bringt Ertrag

Heute Bürotag?

farbeverkaufen.at ist das erste Online-Trainingsportal für Verkäufer im Farbenfachhandel. Die Teilnehmer erhalten Zertifikate und partizipieren an einem Incentive-Programm.

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tändige Weiterbildung ist heute nicht mehr aus dem Berufsleben wegzudenken. Lernen und Weiterbildung sollen aber auch Spaß machen. Unter dem Motto „Trainieren und Gewinnen“ vermittelt das Portal farbeverkaufen.at dem Verkäufer im Farbenfachhandel ein umfangreiches Wissen und eine besondere Kompetenz in Sachen Produkt- und Verkaufs-Know-how. Das Tool ist von der Marke Herbol aus dem hause AkzoNobel entwickelt worden.

denkbar einfach „Das Prinzip des Portals ist denkbar einfach“, sagte Herbol-Brand Manager Andreas Listl bei einem Treffen in Wien gegenüber color. Und so geht’s: Unter der URL www.farbeverkaufen.at sind Herbol-Produkttrainings hinterlegt, die ausnahmslos Verkaufspersonal des Farbenfachhandels ansprechen. Verkäufer registrieren sich kostenlos, um OnlineProdukttrainings zu absolvieren und dabei Preise zu gewinnen. Dabei können die Teilnehmer so viel, so lange und vor

allem, wo sie wollen, trainieren. „Als Anerkennung erhalten die Teilnehmer Zertifikate und partizipieren auch an einem Incentive-Programm, das sie mit attraktiven Preisen für das Lernen belohnt“, erklärt Listl das Belohnungsprinzip des Onlineportals. eng abgestimmt Die Trainingsmodule werden von Branchenspezialisten in enger Abstimmung mit den Produktverantwortlichen von Herbol produziert. Neben dem OnlineSchulungsportal bietet Herbol außerdem Praxisseminare im Rahmen der „Akademie der Farbe“ an. Hier findet sich ein umfangreiches Angebot an Produkt- und Verarbeitungsschulungen für alle relevanten Anwendungsgebiete. Individuell ausgerichtet auf die jeweiligen Bedürfnisse der Anwender vermitteln kompetente Referenten praxisnah, anschaulich und verständlich aktuelles Wissen zu verschiedenen Themenbereichen. www.farbeverkaufen.at

Mit K plus kein Grund zum Heulen. Erledigen Sie Ihre Büroarbeit schnell, einfach und zuverlässig. Natürlich mit K plus, der führenden Unternehmenssoftware für Maler und Anstreicher. Vom Angebot bis zur Abrechnung hat K plus Ihre Abläufe sicher im Griff, denn: K plus kennt Ihr Handwerk.

Screenshot: Herbol

Noch Fragen? +43 5338 21280

farbeverkaufen.at ist das erste Online-Trainingsportal für Verkäufer im Farbenfachhandel. Die Teilnehmer erhalten Zertifikate und partizipieren an einem Incentive-Programm.

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anwenderbericht

Die richtige Orientierung Hoch beanspruchbare Markierungen können jetzt auch bei kurzen Ruhezeiten durchgeführt ­werden. Unser Anwenderbericht in Kooperation mit Jaeger Lacke zeigt, wie man eine Halteverbotsmarkierung anfertigt. Materialien

Jaeger Lacke Kronalux Markierungsspray 753 Rot und Blau sowie eine Schablone

2. schablone auflegen: Erste Schablone auflegen und ggf. rundherum mit Kartons abdecken (zur Vermeidung der Verbreitung von ungewolltem Spritznebel).

1. säubern: Fläche gründlich abfegen, um Un­eben­ heiten wie kleine Steine zu entfernen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen empfiehlt es sich, die Fläche mit einem Reinigungsgerät gründlich abzudampfen und diese anschließend gut trocknen zu lassen.

Tipp

Zur Markierung im Freien einen nicht zu heißen Tag ohne Wind und Regen wählen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da das Material sonst zu schnell antrocknen kann.

3. blauer auftrag: Das Markierungsspray wird im 90-Grad-Winkel auf die zu markierende Fläche aufgetragen.

Fotos: Jaeger Lacke

5. trocknen lassen: Schablone abnehmen und eine Trocknungszeit von mindestens zehn Minuten einhalten, bis der nächste Schritt erfolgen kann.

4. roter auftrag: Nach der Trocknung die zweite Schablone auflegen und ggf. ebenfalls rundherum mit Kartons abdecken.

» Malerei & Anstrich

6. absolutes halteverbot: Für das absolute Halteverbot die zweite Schablone erneut auflegen und im 90-Grad-Winkel auf die Fläche sprühen. Nach der Fertigstellung sind mindestens weitere 60 Minuten Trocknungszeit einzuhalten. Anschließend kann die Fläche wieder befahren werden.

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Luftio… ähhh … was?

Entgeltliche Einschaltung. Grafik: Ionit

Luftionen – vielen schon ein Begriff, anderen ein Fragezeichen! Und dennoch beeinflussen uns diese „Leistungsteilchen“ der Luft täglich. Da wir sie nicht sehen, sondern nur spüren und messen können, taucht vor allem bei Laien immer wieder die Frage auf: Ist das alles nur Einbildung? Nein, erklärt nun OA Assoz. Prof. Dr. Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien: „Luft­ ionen sind weder eingebildet noch haben sie etwas mit Esoterik zu tun. Sie wurden in einigen Aspekten zu ihrer Wirkung schon in den 70er-Jahren im sehr angesehen Fachjournal ‚Science‘ beschrieben. Wir haben in den letzten Jahren ihre Wirkung in Innenräumen beforscht und wissen heute: Luft­ ionen sind ein bedeutender Faktor für gesunde Raumluft.“ Luftionen – was ist das eigentlich? Das Wort „Ion“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Wanderer“. Luftionen sind positiv oder negativ geladene Teilchen,

die in der Luft umherwandern. Ein Mangel an Luftionen tritt in stark genutzten Räumen und in Räumen mit vielen Kunststoffoberflächen auf. In unmittelbarer Nähe eines Wasserfalls werden Werte bis weit über 10.000 Luftionen/cm³ gemessen, im Innenraum findet man hingegen durchschnittlich 500 Luftionen/cm³. Wirkung auf den Menschen Luftionen gelangen über die Atemwege in den menschlichen Organismus und entfalten dort ihre positive Wirkung. „Luftionen beeinflussen das vegetative Nerven- und

MPlus-Sortiment.

das Herz-Kreislauf-System positiv. Eine höhere Luftionen-Konzentration führt zu einem Ausgleich von An- und Entspannung, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und könnte sogar die Vitalität fördern“, so Prof. Hutter. Wie kommen Luftionen in den Innenraum? Zum Beispiel durch die weltweit einzigartige IONIT wandcreme. Die funktionale Wandbeschichtung erzeugt nachweislich eine erhöhte Luftionen-Konzentration und bewirkt so ein aktiv gesundheitsförderndes Raumklima. Infos unter www.ionit.at

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01 top An die Weltspitze – das möchte das Team Austria bei den WorldSkills 2013. Die 29 Top-Fachkräfte aus Österreich treten von 2. bis 7. Juli 2013 bei den Weltmeisterschaften der Berufe in Leipzig an. Der Gemeinschaftsgeist spielt eine enorme Rolle, monatelang wurde trainiert, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden intensiv gecoacht. Für den Teamcharakter sorgt zudem Sponsor-Partner Engelbert Strauss mit Berufsbekleidung und Teamwear. Für die Maler tritt Christina Peinthor (oben) die Mission Titelverteidigung an. www.skillsaustria.at, www.engelbert-strauss.at «

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02 lässig

03 cool

„Wenn nicht im Knien gearbeitet wird und keine Verletzungsgefahr besteht, ist gegen mehr Beinfreiheit nichts einzuwenden“, sagt Bernd Feketeföldi, kaufm. Geschäftsführer von Mewa, der entsprechende Kollektionen anbietet. www.mewa.at «

Sonnenschutz (UV/LSF) und luftige Schnitte sind beim Arbeiten im Freien ein großes Thema. Engelbert Strauss entwickelt stets neue Produkte von Kopf bis Fuß – funktionell, praktisch und in coolem Design. www.engelbert-strauss.at «

Ausflug in die Klamottenwelt. Dass funktionelle und fesche Arbeitsbekleidung längst keine Gegensätze mehr darstellen, beweisen die hier gezeigten Stücke. Gut und schick ausgestattet ist auch Malerin Christina Peinthor, die Österreich bei den WorldSkills im Juli in Leipzig vertritt.

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Stilserie Teil II

Mehr als nur Der Landhaus-Stil wächst über sich hinaus. Immer schon klischeehaft als „vorgestrig“ abgetan, bedient er heute exakt die Wünsche jener, die sich von ­Gediegenheit und Detailreichtum als Gegenpol zur digitalen Welt Barbara Jahn angezogen fühlen. niger und nicht so sprunghaft. Fundstücke vom Dachboden werden nur dann eingesetzt, wenn sie hundertprozentig dazu passen und den romantischen Touch, der diese Stilrichtung ausmacht, unterstreichen. Sabine Kreuzspiegl und Christian Satek von Mirror Interiors bringen es gleich auf den Punkt: „Nichts ist bei dieser Stilrichtung wichtiger als Authentizität. Dies bezieht sich sowohl auf den Ort – also auf keinen Fall eine Bauernstube in der Stadtwohnung – als auch auf das Handwerk und die Materialität, um nicht in abgenütztem Kitsch zu enden.“ Das Designerduo hat seine Gedanken dazu bereits 1:1 umgesetzt und im Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe realisiert. Zu den vorangegangenen Arbeiten Bibliothek, Lobby, Spielzimmer gesellen sich nun 33 weitere Zimmer in gediegenem, alpin angehauchtem, aber modernem Stil.

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m zweiten Teil unserer Stilserie widmen wir uns einer Stilrichtung, die zum ersten Teil „Shabby Chic“ eine gewisse Verwandtschaft aufweist: dem Landhaus-Stil. Die sympathische „Unordnung“ darf sein, in Form eines eilig hingeworfenen Plaids oder lose platzierter Kissen auf dem Sofa, einfach Dinge, die das Leben in den Räumen ebenso dokumentieren wie die sichtbaren Gebrauchsspuren, die den Gegenständen etwas Menschliches und Warmes verleihen. Der Landhaus-Stil ist aber im Gegensatz zum Shabby Chic bei der Einrichtung und Ausstattung geradli-

» Tapete & Textil

Wissen, wo und wie Dieser Meinung schließen sich Nada Nasrallah und Christian Horner, Soda Designers, grundsätzlich an. Sie betrachten den Stil ein wenig differenzierter und plädieren dafür, dass sich alles dort am besten entfaltet, wo es richtig passt: „Der Landhaus-Stil spricht von einer Sehnsucht, nämlich von der vom ‚Haus am Land‘. Stadtmenschen wie wir sehnen sich manchmal nach einem offenen Kamin und rustikaler Gemütlichkeit. Wir freuen uns auf ein Wochenende im Gasthof in ebensolchem Ambiente. Zurück in der Stadt finden wir es dann nicht mehr so passend.“ Aus diesem Grund schaffen sich viele einen weiteren Rückzugsort, um der urbanen Welt für ein paar Momente zu entfliehen, wie auch Profieinrichterin Astrid Zuwa von Designfunktion weiß. „Den Landhaus-Stil setzen wir meist in Zweitwohnsitzen und Wochenendhäusern ein. Erlaubt dabei ist, was zur Region passt. Voluminöse Stoffe und opulente Farben in den Tönen Bordeaux, Tieforange, satte Grüntöne und viel Massivholz, im speziellen Eiche natur oder gekalkt, aber auch Wengé stehen im Vordergrund. Felldecken und hochflorige Teppiche schaffen Gemütlichkeit. Auch skandinavisches Design

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Fotos: Chez Cliché, Englisch

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Stilserie Teil II

Spitzendeckchen passt perfekt zum Landhaus-Stil und verleiht einen besonderen Touch.“ Kunst des Kombinierens Die Sehnsucht nach unberührten Landstrichen und würziger Landluft verleitet so manchen, sich ein Stück davon nach Hause zu holen. An dieses Projekt darf man aber nicht naiv herangehen. So „einfach“ sich der Landhaus-Stil in den Köpfen verankert hat, so schwierig ist es, diesen richtig umzusetzen. Die Grundcharakteristik des Landhaus-Stils ist einfach zu erklären: Naturund Pastellfarben, Hussen und Ohrensessel, florale und gegenständlich-grafische Muster, dazu Dekoration mit Blüten, Gräsern oder Körben. Die Oberflächen dürfen etwas rauer sein, manchmal sogar auch unbehandelt. Die Farben dürfen sogar ein wenig ausgeblichen sein, wenn es gefällt. Claudia Diwisch von der Apartment-Agentur Chez Cliché beschreibt den Landhaus-Stil am liebsten mit „heimisch“: „Dazu gehören Böden mit Struktur, zum Beispiel unbehandelte Eiche geölt, aber auch ein Materialmix etwa aus Epoxy und Naturmaterialienmix. Neben schweren Vorhängen und warmen Farben lässt sich ein beleuchteter Onyx – sowohl als Wand- als auch als Raumelement oder Tisch – wunderschön kombinieren. Zum Zug kommen auch oft gerosteter Stahl sowie die Kombinationen Holz/Beton und Holz/Glas. Polster, Decken, Plaids sind ein Muss, perfekt wird es dann mit dem Einsatz von Leder und Fellen, zum Beispiel Waschbär oder Pony. Für die Exklusivvariante ergänzt man dann noch mit der Decke aus gerupftem Nerz.“

lich als Stilmittel eingesetzt. Das hängt damit zusammen, dass man Naturfasern haben will, die waschbar, nicht brennbar sind sowie nicht ausbleichen und nicht eingehen sollen. Leinen schafft das nicht, deshalb arbeiten wir mit einer speziellen Faser, die alle diese Anforderungen erfüllen kann und denselben optischen Effekt hat.“ Und er ist überzeugt: „Naturfasern sind hier das absolute Pflichtprogramm. Wir haben zum Beispiel Lana, eine Kollektion aus reiner Wolle, die durchaus auch in kräftigen Signalfarben eingesetzt werden kann. Als Vorhang oder mit Lederrand abgefüttert entspricht das dem LandhausStil, wie man ihn heute versteht. In der Innenarchitektur stark gesucht wird auch eine 100-prozentige Baumwolle, die jedoch auch schwer brennbar sein muss, was wir in unserer Kollektion Cottone mit einer sehr angenehmen Haptik umgesetzt haben. Der Farbtrend geht stark in Richtung Unis, aber nicht ganz glatte, sondern solche, die sich durch die Struktur hervorheben.“

Natur pur Das Herzstück des Landhaus-Stils ist sicherlich seine Wärme und Natürlichkeit. Helle Farben und weiche Formen, Materialien wie massives Holz, Leinen und Baumwolle werden akzentuiert mit kontrastierendem Metall, Zink oder Kupfer sowie mit Streifen, Karos und Punkten. Vor allem aber die Textilien machen einen wichtigen Faktor aus. Heinz Fleischmann von Englisch Dekor sieht hier klare Richtlinien: „Landhaus-Stil ist vor allem im Westen Österreichs ein großes Thema. Hier werden klassische Formen mit frischen, modernen Farben neu interpretiert. Ein Beispiel: Es kann das klassische Motiv Edelweiß sein, es darf aber ruhig pinkfarben oder hellgrün sein. Oder Rehbock und Gämse in Petrol. Diese Kombination schafft einen sehr guten Ausgleich zwischen Tradition und Moderne. Im LandhausStil taucht das Käseleinen auf – selbstverständlich in einer schwer entflammbaren Variante. Die Stoffe haben tendenziell eine Leinenbindung und sind ein wenig gröber in ihrer Struktur. Unregelmäßigkeiten wie Verdickungen im Schuss sind durchaus gewollt, das wird sogar absicht-

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Produkt trotzt Witterung

Nach jahrelanger Bewitterung eines Teststands in der Sierra Nevada hat die Mai-Tech High-Solid Holzlasur nun einen Erfolg zu verzeichnen. Die behandelten Produkte trotzten der rauen Umgebung der Wüste samt hoher UV-Belastung. „Es ist uns ein Anliegen, auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen und diese umzusetzen“, sagt Firmengründer Andreas Maidler. „Die Mai-Tech-Tests werden weiterlaufen, um unseren Kunden höchste Qualität zu liefern und um auch weiterhin die Holzschutzprofis auf dem Markt zu bleiben“, so Maidler weiter. www.maidler.com

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Mit den neuen Gewerbe-Luftentfeuchtern der TTK-S-Serie stellt Trotec ein neues Industriedesign „made in Germany“ vor. „Denn die Geräte zeichnen sich nicht nur durch eine verbesserte Arbeitsleistung und eine wartungsfreundlichere Konstruktion aus; auch das Industriedesign ist praxisoptimiert, nach deutschen Standards entwickelt worden und als Geschmacksmuster geschützt“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Die neue Serie der Gewerbeluftentfeuchter eigne sich deshalb auch für den Einsatz unter schwierigen Bedingungen. www.trotec.de

Wohngesunde Wände

redstone hat neue Funktionsfarben und -beschichtungen im Sortiment. Die Luno Wohngesundfarbe ist eine verarbeitungsfertige Kalkfarbe für gesunde, hygienische Innenräume und ein angenehmes Wohnklima. Für ein wohltuendes Raumklima sorgt auch der kapillaraktive Luno Feuchteregulierungsanstrich mit Mikroporen. Luftschadstoffe und Gerüche in Innenräumen baut der Luno Katalysationsanstrich auf Lehmbasis mithilfe fotokatalytischer Pigmente ab. Schutz für mineralische Oberflächen im Innen- und Außenbereich bietet der feuchte- und schmutzabweisende Luno Mineralschutzanstrich. Und der Luno Wärmereflektionsanstrich schafft behagliche Oberflächen und Wohnräume. www.redstone.de

Positive Bilanz

Auf der Mega-Messe in Hamburg zeigte Hymer-Leichtmetallbau seinen Zwei-Meter-Tapeziertisch und das Fahrgerüst Advanced Safe-T. Die Teilnahme an der Messe in Hamburg war für HymerLeichtmetallbau laut eigenen Angaben ein voller Erfolg. Der süddeutsche Steigtechnikhersteller generierte einen sehr guten Messeumsatz. „Die durchwegs positiven Rückmeldungen der Fachbesucher aus dem Maler-, Bodenleger-, Trockenbauer- und Stuckateurhandwerk lassen bereits heute eine positive Prognose für das laufende Jahr zu“, zog man vonseiten Hymers positive Bilanz. www.hymer.de

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