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Fairer Wettbewerb für alle

Bewusstsein schärfen

Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel über die Schwerpunkte der nächsten fünf Jahre.

Trotz schlechter Rahmenbedingungen bleiben heimische Dämmhersteller optimistisch.

bauzeitung P.b.b. Zul.-Nr. GZ 02Z030718 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstr. 15, 1120 Wien, Retouren an PF 555, 1008 Wien, Postnummer 13

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bauzeitung editorial

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Störende Nebengeräusche

Simon Jappel

Auch wenn das Burgenland und die Steiermark die Wahlen schon hinter sich haben – die Nachwehen dauern an, und auch der Wahl­ kampf in Wien und Oberösterreich sorgt dafür, dass heimische Politiker sich anscheinend gerade lieber mit anderen Themen beschäftigen, als sich um die wirklich wichtigen Probleme und Baustellen zu kümmern. Denn die großangekündigte Wohnbau­ offensive lässt aktuell noch auf sich warten, die Arbeitslosenzahlen steigen weiter und Brüssel liebäugelt mit der Einführung der Ein-Personen-GmbHs (ab Seite 12), die zu dem Vorhaben, das Lohn- und Sozialdumping einzudämmen, keinen positiven Beitrag leisten werden. Handlungsbedarf gibt es demnach genug – Zeit, sich wieder den wesentlichen Themen zu widmen. Sonja Meßner, Chefredakteurin

Handlungsbedarf auf nationaler und auch europäischer Ebene sieht auch Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel. Er berichtet im Interview mit der Bauzeitung (ab Seit 9), welche Schwerpunkte in den kommenden fünf Jahren auf seiner Agenda stehen. Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns außerdem in unseren erweiterten Sommer-Erscheinungsrythmus und wünschen Ihnen einen schönen Juli. Viel Spaß beim Lesen, Ihre Sonja Meßner

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4 Inhalt B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

„Um die Konjunktur weiter anzukurbeln, sollte die Regierung verstärkt auf Hebelmodelle setzen.“ HANS-WERNER FRÖMMEL, BUNDESINNUNGSMEISTER BAU

Inhalt Aus der Branche Faire Wettbewerbsbedingungen | H.-W. Frömmel im Interview | 06 Stadtbekannt seit 70 Jahren | Sedlak Bau feiert Jubiläum | 09 Nachwuchshoffnungen | Kräftemessen des Baunachwuchses | 10 Ich-AG steht in den Startlöchern | Kritik von allen Seiten | 12

Der neue und alte Bau-Bundes­ innungsmeister Hans-Werner ­Frömmel über die Herausforde­ rungen, die seine Mitgliedsbetriebe beschäftigen.

Innung

06

Jappel

Neuer BIAS konstituiert | Die Innung informiert | 17

Planung & Ausführung Schöner, neuer, lebenswerter | Wiener Stadterneuerungspreis | 18 Erfolgsfaktor Zukunft | Fitness im Business | 20

Fokus Dämmen Bewusstsein schärfen | Mit Mut ins zweite Halbjahr | 24

Baumaschinen Autofahrerfreundlich | Eine perfekte Asphaltdecke | 30 Rekord-Show | Das Finale der Liebherr-Roadshow | 33 Das Recht auf gute Betreuung | M. Winkelbauer im Interview | 34

Service

Der Mensch spielt bei der Herstellung einer perfekten Asphaltdecke noch immer die ­wichtigste Rolle.

Schutz vor Hitze und Kälte | Aktualisierte ÖNorm EN 13659 | 37

30

Standards Kalender | 40 Marktführer | 43

Feierabend | 42

Impressum | 42

Volvo

Funktionale Leistungsbeschreibung | Ausschreibungen | 38 Leistungsverweigerungsrecht des AG | Neue Judikatur | 39


Aus der Branche 5 B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

BEI GLEICHER LEISTUNG BEVORZUGEN WIR REGIONALE PARTNER/PRODUKTE. 51 %

AM ENDE KOMMT ES IMMER AUF DEN PREIS AN. 6%

Nachgefragt WIE WICHTIG SIND REGIONALE PARTNER UND PRODUKTE? Im Lebensmittelbereich ist der Fokus auf Regionalität schon lange nicht mehr wegzudenken. Gilt dasselbe mittlerweile auch für die Baubranche? ZENTRAL IST QUALITÄT UND PREIS, REGIONALITÄT IST KEIN MUST-HAVE. 17 %

Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt!

WIR VERSUCHEN BEI JEDEM PROJEKT REGIONAL ZU PLANEN. 26 %

Eine Frage, zwei Antworten IST REGIONALITÄT IN ZEITEN DER EU EINE FRAGE VON LANDESGRENZEN? Erfolgsfaktor: Für die Porr sind regionale Partner bei der Umsetzung ihrer Projekte ein zentraler Erfolgsfaktor. Gerade im Bereich Großprojekte Hochbau, in dem ich tätig bin, kommen wir in allen Heim- und Projektmärkten der Porr zum Einsatz. Aktuell realisieren beispielsweise Projekte in Österreich, im Norden Deutschlands, in der Schweiz und bereiten auch ein Projekt in Katar vor. Da heißt es, mit den verschiedensten technischen, kulturellen, gesetzlichen und menschlichen Gepflogenheiten professionell umzugehen. Da wir durchwegs kapitalintensive Projekte betreuen, ist es schon aus Risikoüberlegungen unabdingbar, sich genaue Kenntnisse über die lokalen Gegebenheiten zu verschaffen und den Markt richtig einzuschätzen. Für uns ist es wichtig, gut vorbereitet und erst nach intensiver Marktbeobachtung in neue Märkte einzusteigen, was eigentlich nur mit regionalen Partner gelingen kann. Eine Besonderheit unseres Geschäftes ist, dass jedes Projekt ein Prototyp ist, das direkt vor Ort entsteht. Wir sind daher abhängig von lokalen Ressourcen, personell wie technisch. Unsere Erfahrung zeigt: Ein starker, verlässlicher lokaler Partner bringt hier auf jeden Fall Mehrwert.

SEBASTIAN SPAUN,

ALFRED ZEHETGRUBER,

GF VEREINIGUNG DER ÖSTERREICHISCHEN

PORR BAU GMBH

ZEMENTINDUSTRIE

PORR

VÖZ

Verankert: Regionalität und Nachhaltigkeit stehen in einem sehr engen Kontext dem wir alle verpflichtet sind. Auch wenn gerne dafür emotionale Argumente ins Spiel gebracht werden, so müssen diese doch nachvollziehbar sein. Die Ressourcen die zur Erzeugung von Zement und Beton gebraucht werden sind regionaler Herkunft. Die österreichischen Werke in denen produziert wird, sind tief in den Regionen ihrer Standorte verwurzelt. So sind in einem Kreislauf regionale Unternehmen die für die Produktion des Baustoffes zuliefern aber auch unterschiedlichste Gewerbebetriebe wie Bäcker, Elektriker, Installateure u.v.a.m. eingebunden. Ein einziger Mitarbeiter in der Zementindustrie induziert vier weitere Arbeitsplätze im Umfeld. Allein daran ist auf einen Blick die Bedeutung einer regional verankerten Industrie zu sehen. Dazu führen heimische Rohstoffe und kurze Transportwege auch zu einer guten Ökobilanz. Um die Herkunft von Rohstoffen für alle transparent zu gestalten hat die Schweiz eine Deklarationspflicht eingeführt, diese könnte durchaus ein Vorbild für Österreich sein.

ST V. DIREKTOR GROSSPROJEKTE HOCHBAU


6 Aus der Branche B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Faire Wettbewerbsbedingungen für alle Hans-Werner Frömmel tritt eine weitere Amtsperiode als Bau-Bundesinnungsmeister an. Im Interview spricht er über die Herausforderungen, die seine Mitgliedsbetriebe beschäftigen.

Jappel

INTERVIEW: SONJA MESSNER

I

mmer an mehreren Fronten gleichzeitig kämpft Bundes­ innungsmeister Hans-Werner Frömmel für das österreichische Baugewerbe. Egal ob Lohn- und Sozialdumping, Wohnbau­ offensiven, Lehrlingsausbildung oder das Image des Baumeister­ berufs – in den vergangenen sieben Jahren konnte viel bewegt wer­ den. Nun steigt er in seiner Funktion als Bundesinnungsmeister­ der BI Bau für weitere fünf Jahre in den Lobbying-Ring. Wie ist aktuell die Stimmung bei Ihren Mitgliedsbetrieben? HANS-WERNER FRÖMMEL: Die Berichte der Landesinnungs­ meister sind in Summe leider sehr unerfreulich, auch wenn es teilweise ein West-Ost-Gefälle oder Unterschiede zwischen dem Zentralraum Wien und den anderen Bundesländern gibt. Das Bau­ gewerbe hat in den vergangenen Jahren sehr stark mit der rück­ läufigen Konjunktur und dem damit verbundenen Rückgang der Auftragsvolumina zu kämpfen. Die Stimmung wird immer pes­ simistischer.

Durch zahlreiche Initiativen versuchen Sie als Interessenvertreter Konjunkturmaßnahmen wie den Sanierungsscheck, den Handwerkerbonus oder auch den Seniorenscheck zu in­stallieren. Wie zufrieden sind Sie mit der Umsetzung? Ich würde sagen, es sind Teilerfolge. Mit den Größenordnungen der Umsetzung bin ich sicherlich nicht zufrieden. Die thermische Sanierung ist leider ein Budgetopfer und wurde in diesem Jahr von 100 auf 80 Millionen Euro reduziert statt erhöht. Dabei wäre sie ein Selbstläufer, da genau genommen keine zusätzlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen und sie mehr ein­ bringt als kostet. Dasselbe gilt für die altersgerechte Sanierung. Das Konzept wurde immerhin schon ins Regierungsprogramm aufge­ nommen, ein paar Länder haben das Thema auch bereits aufgegrif­ fen – auf eine bundesweite Umsetzung warten wir aber noch. Um die im März von der Regierung großangekündigte Wohnbauoffensive ist es in letzter Zeit recht still geworden. Ist


Aus der Branche 7 B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

„Um die Konjunktur weiter anzukurbeln, sollte die Regierung verstärkt auf Hebelmodelle setzen.“ HANS-WERNER FRÖMMEL BUNDESINNUNGSMEISTER BAU

zu befürchten, dass diese Konjunkturmaßnahme im Sand ­verläuft? Ich bin sehr optimistisch, dass die Wohnbauoffensive kommt. Finanzminister Schelling hat mir vor kurzem nochmal bestätigt, dass die Wohnbauoffensive in den Startlöchern steht. Es müssen nur noch die Abwicklungsformalitäten – über bestehende Wohn­ baubanken oder über eine eigens zu gründende – entschieden werden. Uns ist nur wichtig, dass die Länder auch ihre eigenen Wohnbauprogramme weiterhin vorantreiben und die Mittel einen zusätzlichen Impuls schaffen. Die angekündigten 30.000 Woh­ nungen aus der Wohnbauoffensive müssen zusätzlich zu den Woh­ nungen aus der Wohnbauförderung der Länder errichtet werden. Sonst wäre die Offensive nur eine Umschichtung und kein Impuls. Aber die Signale sind positiv. Das große Thema waren in den vergangenen Wochen die Wahlen in der Steiermark und im Burgenland. Erwarten Sie sich von den neu geformten Landesregierungen neue Impulse für die Bauwirtschaft? Aus dem Burgenland haben wir bei Themen wie Konjunkturmaß­ nahmen, Lohn- und Sozialdumping und faire Vergaben immer große Unterstützung erhalten. Ich persönlich und auch unser Sozialpartner Josef Muchitsch hatten und haben immer einen offenen und ehrlichen Zugang zu Landeshauptmann Hans Niessl gefunden. Daher erhoffe ich mir eine wie bisher gute oder viel­ leicht sogar noch bessere Zusammenarbeit. Was die Steiermark betrifft, bin ich nicht nur überrascht, sondern auch guter Dinge. Die Steiermark war in Sachen Budgetsanierung ein Vorreiter, und die Wohnbauthemen sind bei Landesrat Johann Seitinger auch

weiterhin gut aufgehoben. Wir leiden jedoch nicht nur an einer Wohnbaubedarfskrise, sondern auch unter einem sehr schlech­ ten Zustand des niederrangingen Straßennetzes. Im vergangenen Jahr wurden 20 Millionen Euro in die Sanierung investiert, und ich könnte mir vorstellen und würde begrüßen, dass dieses Pro­ gramm fortgesetzt wird. In Wirklichkeit gibt es in diesem Punkt in allen Bundesländern Handlungsbedarf. Gibt es diesbezüglich von Ihrer Seite aus konkrete Verbesserungsvorschläge? Wir führen immer wieder Gespräche mit dem ÖAMTC, der Asfi­ nag und auch mit Verkehrsminister Stöger und Finanzminister Schelling. Die Finanzierung betreffend gäbe es etliche Möglichkei­ ten: zum Beispiel die Zweckbindung der Mineral­ölsteuer oder eine Finanzierung aus den Dividenden und der KÖSt der Asfinag. Unsere Forderung ist eindeutig, dass ein Finanzierungsmodell für die Sanierung des niederrangigen Straßennetzes höchst notwendig ist. Sieben Jahre als Bundesinnungsmeister bedeuten gleichzeitig auch sieben Jahre Lobbyingarbeit für die Interessen Ihrer Mitgliedsunternehmen. Was haben Sie daraus gelernt? In den vergangenen fünf Jahren konnten wir dank unserer eige­ nen Presse- und PR-Abteilung sehr viele direkte Kontakte zu den Medien aufbauen. Heute gibt es kein baurelevantes Thema, auf das nicht innerhalb kürzester Zeit reagiert wird. Durch diese viel aktivere und reagierende Kommunikation konnten wir uns deut­ liche Vorteile verschaffen. Auch unsere Baumeister-Image-Kampa­ gne und alle unter ihrem Dach laufenden Initiativen wie die Lehr­ lingskampagne, Baufair, Bau!Massiv! und Bau T V haben Wirkung

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8 Aus der Branche B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

  BUNDESINNUNG BAU

Meilensteine 2010–2015

erzielt. Eine alle drei Jahre durchgeführte OGM-Umfrage hat heuer gezeigt, dass sich das Image der Baumeister im Vergleich zu 2009 und 2012 verbessert hat. Aktuell wird gerade an einer neuen Kam­ pagne gearbeitet, um diese Linie fortzuführen. Die Arbeitslosenstatistik stimmt zurzeit nicht unbedingt optimistisch. Haben Sie dafür einen Lösungsansatz? Wir haben mehr Beschäftigte und mehr Arbeitslose – immer mehr Österreicher werden arbeitslos, da extrem viele Arbeitnehmer aus dem Ausland hereinströmen. Diese müssen in den ersten sechs Monaten die Lohnabgaben nur im eigenen Land zahlen, was über­ all wesentlich günstiger ist als bei uns. Nach diesen sechs Mona­ ten werden die entsendeten Arbeiter häufig ausgetauscht. Die Löhne in den Entsendungsländern sind zudem oft nur ein Bruch­ teil von unseren Kollektivvertragslöhnen. Auf dem Lohnzettel steht zwar der korrekte Lohn, aber wer weiß schon, ob der Arbeit­ nehmer diesen überhaupt erhält. Von Scheinfirmen gar nicht erst zu reden. Aber wie bekommen wir die Problematik in den Griff? Wir können beim Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz noch an ein paar Schrauben drehen, um die redlichen Unterneh­ men vor Betrüger­firmen zu schützen, aber in Wahrheit ist das ein EU-Thema.

Jappel

Was passiert auf EU-Ebene? Wir sind in der europäischen Organisation, der FIEC, durch den steirischen Landesinnungsmeister Alexander Pongratz sehr gut vertreten. Die Problematik wird auch in anderen europäischen Ländern immer dringlicher, und es werden Lösungen disku­ tiert, wie man dieser Entwicklung auf europäischer Ebene Einhalt gebieten kann.

Die Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping steht für Hans-Werner Frömmel, Bundesinnungsmeister, auch weiterhin an erster Stelle.

•  Angleichung des Bauarbeiter-Urlaubsrechts an das allgemeine Urlaubsrecht •  2- und 3-Jahres-Abschluss des Bauarbeiter-KV •  Bundesweites Normenpaket •  Rahmenvertrag einer Planerversicherung •  Überbrückungsgeld für Bauarbeiter •  Zehn Jahre Baufair! gegen Schattenwirtschaft •  Baumeisterkampagne •  Bau TV •  Bundesweites Lehrlingscasting •  Schaffung eines eigenen Kompetenzzentrums für Bauforschung •  Förderscheck thermische Sanierung •  Anreize zur Mobilisierung von Privatkapital

Genau in die entgegengesetzte Richtung geht allerdings das Thema „Single Member Company“, das ebenfalls gerade in Brüssel diskutiert wird. Wir sind natürlich massiv gegen die Einführung dieser Ich-AGs. Hier hätte nicht einmal das Arbeitsinspektorat Handhabe. Die Scheinselbstständigkeit würde dadurch forciert werden. Es ist ja jetzt schon unfassbar, was in Sachen Scheinselbstständigkeit und Schwarzarbeit österreichweit abläuft. Es gibt eine Arbeitsgruppe der Stadt Wien, die massiv an Gegenmaßnahmen arbeitet. Aber es ist auch notwendig, dass die Bevölkerung wach ist und diese Dinge anzeigt. Denn ansonsten gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ein heißes Diskussionthema der vergangenen beiden Jahre war die Einführung des Überbrückungsgeldes. Anfang 2015 ist es angelaufen, wie sind die Rückmeldungen? Das Überbrückungsgeld ist von der Finanzierungsseite her voll angelaufen, die Mittel stehen ausreichend zur Verfügung. Bislang wurde es allerdings noch nicht so in Anspruch genommen wie prognostiziert. Aktuell beziehen rund 300 Arbeiter das Überbrü­ ckungsgeld, kalkuliert wurde mit zirka 1.800 Beziehern. In der letz­ ten BI-Ausschusssitzung wurde beschlossen, den Bezugszeitrah­ men auf 18 Monate (Anmerk: derzeit zwölf Monate) zu verlängern. Die finanziellen Mittel sind ausreichend vorhanden, und wir achten auch streng darauf, dass die Gelder ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden. Welchen Themenschwerpunkt möchten Sie in den kommenden fünf Jahren setzen? Das Wichtigste ist aktuell wahrscheinlich, faire Wettbewerbsbedin­ gungen im Vergleich zu ausländischen, in Österreich tätigen Unter­ nehmen zu schaffen. Außerdem müssen wir den Baumeister in seinem gewerblichen Umfeld bei der anstehenden Gewerberechts­ novelle absichern. Da müssen wir ein wachsames Auge haben, denn die Liberalisierung von früher fällt uns jetzt auf den Kopf. Die For­ cierung von Konjunkturmaßnahmen und die Nachwuchsförderung sind und bleiben auch in den kommenden Jahren Dauerbrenner, ebenso wie die sozialpartnerschaftlichen Themen. 


Aus der Branche 9 B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Stadtbekannt seit 70 Jahren

Sedlak

70 Jahre schon prägt das Unternehmen Sedlak das architektonische Erscheinungsbild der Stadt Wien. Ein Jubiläum, das gebührend gefeiert werden musste.

Rund 600 Freunde, Geschäftspartner und Mitarbeiter kamen Anfang Juni in den Kursalon Hübner, um mit Wilhelm Sedlak das 70-jährige ­Bestehen der Sedlak Bauunternehmen GmbH zu feiern. Auch Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, WKW-Präsident Walter Ruck und Sozialminister Rudolf Hundstorfer gratulierten persönlich.

I

n England werden wichtige Persönlichkeiten mit „Sir“ ange­ sprochen. In der Baubranche gibt es leider viel zu wenige davon, aber du ist eindeutig ein „Sir“. Mit diesem persönlichen Worten gratulierte der Wiener Landesinnungsmeister Rainer Pawlick sei­ nem Funktionärskollegen Wilhelm Sedlak zum 70. Geburtstag und gleichzeitig zum 70-jährigen Bestehen seines Bauunternehmens. Neben dem Wiener Innungsmeister fanden sich rund 600 Freunde, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Politikprominenz Ende Mai im Kursalon Hübner ein, um die beiden Jubiläen gebührend zu fei­ ern. 1945 von Wilhelm Sedlak senior gegründet, leistete das Bau­ unternehmen in den Nachkriegsjahren einen großen Beitrag zum Wiederaufbau Wiens. Auch heute noch gestaltet das Bauunterneh­ men Wiens Erscheinungsbild aktiv mit – konnte die Sedlak Bau­ unternehmen GmbH mit dem Projekt „Lockerwiese“ erst vor kur­ zem den dritten Platz des Wiener Stadterneuerungspreises belegen. Dieser ist aber nur eine von zahlreichen Auszeichnungen, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren erlangte. Dazu gehören

u. a. 2003 der erste Platz bei der Sicherheitsolympiade, 2010 eben­ falls Platz eins bei Austrias Leading Companies oder 2012 den obers­ ten Podestplatz beim KSV-Ranking.

Goldene Ehrennadel Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde Sedlak für seine zahlreichen Verdienste für das Baugewerbe von Bundesinnungsmeister HansWerner Frömmel die Goldene Ehrennadel der Bundesinnung Bau verliehen. Gerührt, aber auch ein bisschen wehmütig nahm ­Sedlak die Ehrung entgegen: „Wenn man in das Alter kommt, in dem man geehrt wird, bedeutet es auch den Beginn des Endes einer gewis­ sen Ära.“ Doch so bald wird dieses Ende nicht kommen, denn selbst wenn die Nachfolge mit der Ernennung von Elmar Hagmann, ­Andreas Traunfellner und Manfred Gradl zu den Geschäftsführern bereits vor einigen Jahren geklärt wurde, so betonte Hagmann, der die Firmenübergabe mit einem Staffellauf verglich: „Wir werden noch einige Zeit den Staffelstab gemeinsam halten.“ 


10 Aus der Branche

Paul Plutsch

Lunghammer

B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Michael Digruber, Sieger Daniel Reisner, Friedrich Trimmel und LIM Robert Jägersberger bei der Siegerehrung in Niederösterreich (v. l.).

Erfolgreiche Steirer: Josef Schneeflock, GF Susanne Grilz, Marc Berndorfer, LIM Alexander Pongratz und Stefan Lazarus (v. l.).

Nachwuchshoffnungen In Niederösterreich, der Steiermark und Wien waren die Bauakademien der Austragungsort des Kräftemessens des Baunachwuchses. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

J

ährlich werden die Bauakademien der Länder zum Treffpunkt für den Baunachwuchs für ein Kräftemessen. In Niederöster­ reich, der Steiermark und Wien war es wieder so weit. Es galt, unter hohem Druck präzis und plangetreu zu arbeiten und die Exper­ tenjurys vom eigenen Können zu überzeugen.

Ereignisreiche Hauptstadt An der Bauakademie Wien fanden wie schon die Jahre zuvor die Jugendmeisterschaften Bau statt. Ermittelt wurden der Wiener Lan­ desmeister der Jungmaurer sowie die Sieger aus den Wettbewerben der österreichischen Jungmaurer (Fachverband Bauindustrie), Jung­ schalungsbauer und Jungtiefbauer. Insgesamt ließen 47 Teilnehmer ihr praktisches Können und theoretisches Wissen an zwei Tagen von einer Fachjury bewerten. Dabei war nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Genauigkeit und Präzision gefragt. Den Titel als bester Wiener Jungmaurer konnte Marko Petrovic (Zingl Bau GbmbH) für sich ent­ scheiden, den Titel des Fachverbands der Bauindustrie sicherte sich David Wagner (Strabag Wien). Im Duell der Schalungsbauer setz­ ten sich Sebastian Frantes und Markus Haslinger (Leyrer + Graf Bau GmbH) durch, bei den Tiefbauern Christoph Bogensperger (Teerag Asdag AG Scheifling) und Daniel Zeisel (Allgemeine Straßenbau GmbH Wien). Beim abschließenden Festakt zeigten sich der Wiener Landesinnungsmeister Rainer Pawlick, Josef Pein vom Fachverband der Bauindustrie, der Spartenvertreter Gewerbe und Handwerk der WKW Alexander Eppler und die Landtagsabgeordnete Isabella Leeb begeistert vom Nachwuchs.

Das grüne Herz Auch in der Bauakademie Steiermark in Übelbach bewiesen die steirischen Jungmaurer ihr Talent. In kürzester Zeit stellten die 15 Teilnehmer ein aufwendiges Prüfungsstück her. Sie mussten auch ihre Kenntnisse im theoretischen Bereich unter Beweis stel­ len. Die Ergebnisse konnten sich durchwegs sehen lassen, das Niveau war laut dem Juryurteil ausgezeichnet. Als Sieger ging Marc ­Berndorfer (Karl Puchleitner Baugesellschaft m.b.H.), gefolgt von Josef S ­ chneeflock (Bretterklieber Hoch- und Tiefbau GmbH) hervor. Die beiden Erstplatzierten werden die Steiermark heuer beim Bun­ desjungmaurerwettbewerb im Oktober in Innsbruck vertreten.

Niederösterreichischer Nachwuchs Die 20 besten von rund 200 Maurer-Lehrlingen im dritten Lehr­ jahr aus ganz Niederösterreich schafften es in die Endrunde des nie­ derösterreichischen Lehrlingswettbewerbes. Nach zwei Tagen har­ ten Arbeitens erfolgte in der Bauakademie des Landes, in Schloss Haindorf bei Langenlois, die feierliche Siegerehrung. Daniel R ­ eisner (Mayer GmbH) erreichte den höchsten Punktewert und somit den ersten Platz. Mit knappem Rückstand belegte Michael Digruber (Hölblinger & Zefferer GmbH) den zweiten Rang, über den dritten Platz freute sich Friedrich Trimmel (Anzenberger GmbH). Landes­ innungsmeister Robert Jägersberger dankte den Mitgliedsbetrieben für ihren hohen Einsatz sowie deren Zeit- und Ressourcenaufwand bei der Lehrlingsausbildung: „Die jungen Lehrlinge und Facharbeiter sind das Rückgrat der heimischen Bauwirtschaft“. 


Aus der Branche 11

Bauakadmie Wien / Bernhard Wolf (4)

B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

LIM Rainer Pawlick, der Sieger der Wiener Jungmaurer Marko Petrovic und Reinhard Fasching (v. l.).

Josef Pein, der erfolgreiche Jungmaurer des Fachverbands der ­Bauindustrie David Wagner und Michael Weitzhofer (v. l.).

  D I E S I EG E R 2 0 1 5

Jungmaurer – Niederösterreich 1. Daniel Reisner, Mayer GmbH 2. Michael Digruber, Hölblinger & Zefferer GmbH 3. Friedrich Trimmel, Anzenberger GmbH Jungmaurer – Steiermark 1. Marc Berndorfer, Karl Puchleitner Baugesellschaft 2. Josef Schneeflock, Bretterklieber Hoch- und Tiefbau GmbH 3. Stefan Lazarus, B. Pichler Bau GmbH Das Siegerfoto der Jungschalungsbauer: Thomas Huber, Sebastian Frantes, Markus Haslinger, LIM Rainer Pawlick und Josef Pein (v. l.).

Jungmaurer – Wien 1. Marko Petrovic, Zingl Bau GbmbH 2. Daniel Fiedler, E. Satler GesmbH 3. Stojan Petrovic, Böhm Stadtbaumeister & Gebäudetechnik Jungmaurer – Fachverband der Bauindustrie 1. David Wagner, Strabag Wien 2. Michael Dangl, Leyrer + Graf, Zwettl 3. Alexander Schlüter, Leyrer + Graf, Horn Jungschalungsbauer 1. Sebastian Frantes und Markus Haslinger, Leyrer + Graf Bau GmbH 2. Alexander Krutzler und Raphael Neumann, Porr Bau GmbH 3. Hüseyin Karaköse und Paul Weber, Swietelsky Bau GmbH

Friedrich Mohr, Christoph Bogensperger, Daniel Zeisel, Josef Pein und LIM Rainer Pawlick bei der Siegesfeier der Tiefbauer (v. l.).

Jungtiefbauer 1. Christoph Bogensperger & Daniel Zeisel, Teerag Asdag AG Scheifling und Allg. Straßenbau GmbH 2. Marian Hütter & Florian Schneider, Teerag Asdag AG Kematen 3. Michael Fraisl & Stefan Fenzl, Leyrer + Graf Bau GmbH Gmünd und Linz


12 Aus der Branche B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

GHB/Dorn

EU-Abgeordnete Paul Rübig, Josef Weiden­holzer, Eugen Freund und Monika Vana diskutierten mit dem GBH-Vorstands­ vorsitzenden Josef ­Muchitsch (2. v. r.) über das Thema Ich-AG.

Ich-AG steht in den Startlöchern Der Plan, die Ein-Personen-GmbH einzuführen, ruft international Missbilligung hervor. Wenn es nach dem europäischen Rat geht, kommt sie dennoch bald. TEXT: SONJA MESSNER

F

ür das Prinzip „Gleiche Löhne für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ und damit für die Bekämpfung von Lohn- und Sozial­ dumping setzte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei seiner Antrittsrede vor einem knappen Jahr ein. Bei der Vorgehensweise scheiden sich aktuell aber die Geister, denn hin­ sichtlich der schon lange diskutierten EU-Richtlinie zur Ein-Perso­ nen-GmbH („Societas Unius Personae“, SUP) konnte Ende Mai vom

europäischen Wettbewerbsfähigkeits-Rat eine Einigung erzielt wer­ den – sehr zum Unmut des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und des Verbands der Europäischen Bauwirtschaft (FIEC). Auch wenn die neue Richtlinie zwar einige Verbesserungen bein­ halte, gehen diese jedoch nicht weit genug. „Mit der Einführung von SUPs werden Briefkastenfirmen Tür und Tor geöffnet“, betont Oliver Röpke, Leiter des ÖGB-Büros in Brüssel.

Problem der Sitzspaltung bleibt   AKTUELLE EINIGUNG

Single Member Companys im Überblick Ende Mai einigte sich der europäische Rat auf eine Richtlinie zur Einführung eines neuen Status für Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit einem einzigen Gesellschafter. Die wichtigsten Elemente zusammengefasst: Onlineregistrierung: Eine wesentliche Neuerung ist, dass eine SUP online registriert werden kann. Dies soll die Wirtschaftstätigkeit anregen und damit Wachstum und Beschäftigung fördern Ein Euro Mindestkapital: Derzeit ist das erforderliche Mindestkapital von Mitgliedsstaat zu Mitgliedsstaat verschieden. In der allgemeinen Ausrichtung ist ein symbolisches Mindeststammkapital von einem Euro vorgesehen. Verlegung des Sitzes in einen anderen Mitgliedsstaat: Die im ursprünglichen Kommissionsvorschlag enthaltenen Bestimmungen über die Trennung des Unternehmenssitzes wurden mit Rücksicht auf die Zuständigkeiten und Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten gestrichen. Auch Aspekte, die das Arbeitsrecht betreffen, werden weiterhin durch das bestehende nationale Recht geregelt.

Besonders die Trennung von Satzungs- und Verwaltungssitz liegt ihm schwer im Magen. In der Praxis könnten sich zukünftige Ich-AGs in jedem Land Europas eintragen lassen, aber müssten dort nicht tätig sein. Der Wettbewerb um die niedrigsten Sozial- und Lohnstandards wäre somit eröffnet. Außerdem ist keine Größe­nbeschränkung vorge­ sehen. Es dürfe zwar nur ein Gesellschafter sein, aber „der kann sehr viele Arbeitnehmer haben“, erklärt Röpke. So könnte eine Ich-AG mit 800 Mitarbeitern beispielsweise in Österreich tätig sein, aber der Sitz in Warschau oder Bukarest eingetragen sein. „Damit gilt polnisches oder rumänisches Mitbestimmungsrecht. Wir hätten de facto keiner­ lei Mitbestimmungsrecht in der Gesellschaft.“ In Deutschland wür­ den bereits 200.000 Arbeitnehmer keine solchen Mitbestimmungs­ rechte mehr genießen, obwohl diese ihnen nach deutschem Recht zustehen würden, weil auf ausländ­ische, schlechtere Rechtsformen zurückgegriffen werde. Auf Österreich umgesetzt, könnte das mit dem Faktor zehn zu eins umgelegt werden, so Röpke. Fast schon ironisch ist es, dass erst im vergangenen Jahr der EUMinisterrat die neue Durchsetzungsrichtlinie angenommen hat, die vorübergehend ins Ausland entsandte Arbeitskräfte besser schüt­ zen und für mehr Rechtssicherheit sorgen soll . „Die Ein-PersonenGmbH widerspricht dieser Durchsetzungsrichtlinie. Die aktuelle Ausformulierung der Richtlinie ist ein Possenwitz“, echauffiert sich auch Dietmar Schäfers von der IG Bau.


Aus der Branche 13 B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Alle dagegen, nur die EU ist dafür

Rechtssicherheit sieht anders aus Da die Ein-Personen-Gesellschaften auch bequem auf elektronischem Weg „vom Sofa aus“ gegründet werden können, ist eine Identitätsprü­ fung nicht notwendig bzw. möglich. Zwar sollen die Mitgliedsstaaten im Falle eines konkreten Verdachts einer betrügerischen Identität die Möglichkeit haben, u. a. die Anwesenheit des Gründers zu verlangen sowie in Übereinstimmung mit dem nationalen Recht die angemes­

GBH/Trabi

Nicht nur die Gewerkschaften, auch Vertreter des Verbands der europäischen Bauwirtschaft ziehen diesmal an einem Strang und sprechen sich explizit gegen Ein-Personen-GmbHs aus. Sie würden den Markt schädigen und den Druck auf regionale Arbeitskräfte erhöhen. „Wir sind natürlich massiv gegen die Einführung dieser Ich-AGs“, bekräftigt auch Bau-Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel. GBH-Vorstandsitzender Josef Muchitsch, der im Rahmen einer Brüsselreise versuchte, auch österreichische EU-Abgeord­ nete für diese Problematik zu sensibilisieren, betonte dass lediglich Industrievertreter, „für die das Instrument gar nicht gedacht ist“, dafür seien.

„Tritt die SUP-Richtlinie tatsächlich in Kraft, erwarten wir eine Flut an ­sogenannten Ich-AGs.“ JOSEF MUCHITSCH, GBH-VORSTANDSVORSITZENDER

sene Überprüfung der Identität innerhalb der bestehenden Online­ registrierung sicherzustellen – ob sich diese Regelung auch in Praxis rechtssicher umsetzen lässt, ist mehr als fraglich. Als problematisch bewertet wird zudem, dass eine SUP dauerhaft ohne Mindestkapital agieren kann, ohne dies durch eine entspre­ chend erweiterte persönliche Haftung des Alleingesellschafters zu kompensieren. Dies schaffe enorme Risiken für Dritte im Geschäfts­ verkehr. Nachdem die Richtlinie im europäischen WettbewerbsfähigkeitsRat durchgewunken wurde, ist nun das Parlament am Zug. Am 15. September wird voraussichtlich der zuständige Rechtsausschus tagen und eine Entscheidung treffen. Sollte diese positiv ausfallen, müss­ ten die Mitgliedsstaaten diese „Ich-AGs“ binnen 36 Monaten in nati­ onales Recht umsetzen. 

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14 Aus der Branche B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Blickfang

CAMBAMBE HYDROELECTRIC POWER STATION, ANGOLA

Linden Comansa

Ende Dezember wird der Abschluss der Bauarbeiten am Damm des Wasserkraftwerks am Kwanza River, rund 180 Kilometer südlich der angolanischen Hauptstadt Luanda, erwartet. Dann wird auch der letzte der drei Linde-Turmkrane verschwunden sein und das Wasser Strom für eine ganze Region liefern.

Sieg in Sofia

A N S I C H T S S AC H E

Kann Arbeitszeitverkürzung Arbeitsplätze schaffen?

Die Knauf Junior Trophy ging mit einem rot-weiß-roten Triumph zu Ende.

ULRICH SCHUH, FORSCHUNGSVORSTAND ECO AUSTRIA

B

ereits zum zehnten Mal ging die Knauf Junior Trophy, der inter­ nationale Trockenbaulehrlingswettbewerb, über die Bühne. Dieses Jahr wurde der Wettbewerb in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ausgetragen. Das österreichische Team mit zwei Trockenbau­ lehrlingen von der Landesberufsschule Wals erkämpfte sich gemein­ sam mit den Schülern aus Litauen den ersten Platz. Dahinter qualifi­ zierte sich das Gastgeberland. Amer Halilovic und Mujo Mahmutovic erhielten für die geforderte anspruchsvolle Trockenbaukonstruk­ tion gemeinsam mit den litauischen Vertretern die meisten Punkte der internationalen Fachjury und konnten so den Titel nach Öster­ reich holen. „Man hat heuer gemerkt, dass die Qualität der gezeigten Arbeiten insgesamt sehr hoch war“, erläutert Andreas Bauer, PR-Ver­ antwortlicher der Knauf GmbH, das Ergebnis. „Umso erfreulicher ist es, dass wir den ersten Platz erringen konnten.“

Knauf GmbH

Eco Austria / Wilke

Vor dem Hintergrund einer ungünstigen ­Konjunktur und einer stark steigenden Arbeitslosigkeit erheben die Arbeitnehmervertreter die Forderung nach einer Verkürzung der wöchent­ lichen Normalarbeitszeit. Die Arbeitszeitverkürzung soll dabei zu einer Umverteilung des Arbeitsvolumens führen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und zu einer Verringerung der Arbeitslosigkeit beitragen. Zudem soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert und der Stress auf dem Arbeitsplatz verringert werden. Internationale Erfahrungen mit Arbeitszeitverkürzung, wie etwa in Frankreich, belegen allerdings, dass diese Maßnahme die Erwartungen nicht erfüllen kann. In keinem Fall konnte eine Erhöhung der Anzahl der Arbeitsplätze erzielt werden, vielmehr wurde tendenziell die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt und das Wachstum gedämpft. Schwer wiegt auch der Befund, dass die Arbeitszeitverkürzung in Frankreich zu keiner Verbesserung der Zufriedenheit der Arbeitnehmer beigetragen hat. Angesichts der aktuellen Wachstumsschwäche der österreichischen Wirtschaft ist daher von einer Arbeitszeitverkürzung dringend abzuraten.

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Heide Nunner, Knauf-Eventmanagerin, Lehrling Amer Halilovic, Bernd Landsmann, Knauf-Architektenberater, Andreas Bauer, Knauf-PRVerantwortlicher, Lehrling Mujo Mahmutovic und Berufsschullehrer Ulrich Konrad (v. l.).


OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES 

Innung 15

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Die Porr erweitert ihr Geschäft in Polen und Norwegen.

Die fünfte Dimension Ascendum

ShoppingQueen

Peter Greisberger ist seit Mai der neue HR-Direktor der Ascendum Central Europe GmbH und damit auch für Ascendum Baumaschinen Österreich GmbH zuständig.

m kolportierte 21,5 Millionen Euro wechselt die polnische Bilfinger In­ frastructure S.A. den Besitzer. Die Porr und Bilfinger SE einigten sich Mitte Juni, die Zustimmung der Wettbewerbsbehör­ den vorausgesetzt, über den Verkauf. Die ­Bilfinger Infrastructure ist in den Geschäfts­ feldern Straßen- und Brückenbau, Inge­ nieurbau und Kraftwerksbau tätig und erzielte mit knapp 800 Mitarbeitern im Jahr 2014 eine Betriebsleistung in der Höhe von 166 Millionen Euro. Insgesamt werden künftig rund 700 Mitarbeiter für die Porr in Polen im Einsatz sein. Mit dem Erwerb der ­Bilfinger Infrastructure übernimmt das Unternehmen auch die Bilfinger-Niederlas­ sung in Norwegen und steigt damit in den skandinavischen Markt ein. Derzeit reali­ siert B ­ ilfinger Infrastructure in Norwegen mit rund 100 Mitarbeitern drei Brückenbau­ projekte auf höchstem technischen Niveau und mit gesicherter Finanzierung.

Pipelife / Thomas Preiss

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MUSEUMSBAU Die Strabag wird mittels BIM in Sulejówek, Polen, ein Museum in 5-D planen und errichten, das dem ehemali­ gen Staatschef Józef Piłsudski gewidmet ist. Die Kosten sind mit 32 Millionen Euro ange­ setzt, die Bauzeit soll 26 Monate betragen.

An die Bagger SPATENSTICH Auf 1.100 Quadratmetern entsteht 23. Bezirk in Wien ein neuer Inter­ norm-Flagshipstore, der neben einem groß­ zügigen Schauraum auch ein Schulungsund Veranstaltungszentrum und Büros umfasst. Die Eröffnung des Neubaus ist für Anfang 2016 geplant.

Augenscheinlich Der bisherige Geschäftsführer von Pipelife Austria, Karl Aigner, wurde mit Anfang Mai zum Regional Manager Central Europe / Balkans ernannt. Er folgt Norbert Speiser nach.

KAMPAGNE Das Service Center Geschäfts­ lokale macht mit einer Plakatkampagne auf Wiener Geschäftslokale aufmerksam, die einen neuen Mieter oder Eigentümer suchen. Ziel der Aktion ist es, den Leer­ stand einzelner Geschäftslokale auffällig aufzuzeigen.

Knapp auf Vorjahresniveau Ein relativ stabiles Geschäftsjahr 2014 konnte Liebherr verzeichnen.

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as Geschäftsjahr 2014 endete für Liebherr knapp unter Vor­ jahresniveau. Mit einem Umsatz von 8.823 Millionen Euro lag man nur um 1,6 Prozent unter jenem von 2013. Einen deutli­ chen Rückgang musste man jedoch im Bereich Baumaschinen und Mining hinnehmen. Zwar erwirtschaftete man einen Umsatz von 5.294 Millionen Euro, die Erlöse lagen aber damit 336 Millionen Euro oder sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Positiv entwi­ ckelte sich dagegen der Bereich, der die Sparten maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Werkzeugmaschinen und Automa­ tionssysteme, Hausgeräte sowie Komponenten und Hotels umfasst. Dort stieg der Umsatz um 195 Millionen Euro oder 5,8 Prozent auf 3.529 Millionen Euro an. Auch im Jahresergebnis musste man einen

Rückgang von 48 Millionen Euro hinnehmen. Es lag mit 316 Millio­ nen Euro rund 13 Prozent hinter jenem des Vorjahrs. Einen Anstieg konnte man hingegen bei Mitarbeiterzahlen verbuchen. Zum Jah­ resende beschäftigte Liebherr weltweit 40.839 Mitarbeiter.

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16 Aus der Branche

Baumit verstärkt seine Präsenz in der Ukraine.

Seit Anfang Juni hat die Immofinanz die gesamten Kommunikations­ agenden des Konzerns im Bereich Corporate Communications and Investor Relations zusammengefasst. Bettina Schragl leitet die neue Abteilung.

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8.205 Quadratmeter, um Kunden rascher ­beliefern zu können.

Versandlager eröffnet Die Tyrolit-Gruppe eröffnete ein neues Versandlager in Benátky.

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Univ. f. angewandte Kunst

aumit behält seinen Fokus auf Ost­ europa und investiert weiterhin in der Ukraine: Das 2012 eröffnete BaumitTrockenmörtelwerk wird um eine Nass­ produktion erweitert. „Auch wenn in den vergangenen Monaten eine Reihe von Unternehmen den Rückzug angetreten haben, wir bleiben Osteuropa treu und investieren weiter“, so Robert Schmid, Geschäftsführer der Baumit Beteiligungen GmbH. „Als Familienunternehmen denken wir in Generationen, nicht in kurzfristig zu erzielenden Shareholder Value. Die zur Schmid Industrieholding gehö­ rende Baumit Ukraina OOO investiert rund drei Millionen Euro in die Errichtung eines Werks für pastöse Putze, das über eine Jah­ reskapazität von 9.000 Tonnen verfügt. Ab August wird an dem Standort eine breite Palette an Putzen bis hin zum selbstreini­ genden Nanopor-Top sowie zu den Model­ lierputzen Baumit CreativTop in allen Baumit-Life-Farben produziert werden.

Tyrolit-Gruppe

Glaube an den Osten

Immofinanz Group

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Die Stararchitektin und Pritzker-Preisträgerin Kazuyo Sejima übernimmt eine Gastprofessur an der Universität für angewandte Kunst in Wien und wird ab Oktober unterrichten.

ie Tiroler Tyrolit-Gruppe eröffnete ein neues modernes Versandlager in Benátky, Tschechien. Durch das Werk soll die Versandleistung in Europa künf­ tig vervierfacht werden können. Rund acht Millionen Euro investierte Tyrolit in das 8.205 Quadratmeter große Lager, das inner­ halb eines Jahres fertiggestellt wurde. Das europäische Logistikkonzept ist ein Teil der internationalen Wachstumsstrategie des Unternehmens, mit dem neuen Lager habe man die Möglichkeit, über Jahre hinweg zu wachsen.

Umsatzrekord und Ausbau des Standorts – ein gutes Jahr für Alpen-Maykestag.

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ach einem Umsatzrekordergebnis von 42,5 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr (plus acht Prozent) wird der Bohrerhersteller Alpen-Maykestag die Produktionsstätte in St. Gallen im Bezirk Liezen erweitern. Mit einem Investitionsvo­ lumen von 5,2 Millionen Euro wird eine neue, 2.500 Quadratme­ ter große Fertigungshalle errichtet und damit die Produktionsflä­ che verdoppelt. Der Baustart für die neue Produktionshalle soll noch diesen Herbst erfolgen. Bereits im vergangenen Jahr wur­ den mit der Anschaffung einer umweltfreundlichen Ölreinigungs­ anlage und neuen Werkzeugschleifmaschinen rund 2,5 Millionen Euro in das Werk in der Obersteiermark investiert. „Die Fertigstel­ lung ist für Herbst 2016 geplant“, so Alpen-Maykestag-Geschäfts­

Betriebsleiter Franz Schauermann, Eigentümervertreter Maximilian Reischl und GF Wolfgang Stangassinger (v. l.) freuen sich über den Ausbau des Standorts von Alpen-Maykestag.

führer Wolfgang Stangassinger. „Die neue Halle ist ein klares Bekenntnis zum Produktionsstandort in St. Gallen. Unsere Bohrund Fräswerkzeuge sind anhaltend international sehr gefragt und punkten vor allem durch Innovation und Qualität. Nun gilt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen und unsere Kapazitäten zu erweitern, denn wir erzielen im Präzisionsbohrersegment zwei­ stellige Zuwachsraten.“

Martin Huber

Lohnende Investitionen


OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES 

Innung 17

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Neuer BIAS konstituiert Ein Mammutprogramm erwartete den Bundesinnungsausschuss in seiner Sitzung am 2. und 3. Juni: neu zu konstituierender BIAS, neu zu besetzende Fachausschüsse, ein Agentur-Hearing und die Agenda 2015–2020. TEXT: PAUL GROHMANN

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KO M M E N TA R

Maßnahmen gegen Sozialbetrug müssen Betrügerfirmen treffen!

Grohmann

Vor wenigen Tagen wurde im Ministerrat das Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz (SBBG) beschlossen. Dieses sieht u. a. vor, dass mit der Feststellung eines Scheinunternehmens, dessen Arbeitnehmer bei der Gebietskrankenkasse abgemeldet werden, und jenes Unternehmens, welches das Scheinunternehmen direkt beauftragt hat, als sozialversicherungsrechtliche Dienstgeber zugerechnet werden sollen. Nach Ansicht der BI Bau würde diese Maßnahme den Sozialbetrug nur eingeschränkt bekämpfen und jedenfalls zu einem unverhältnismäßigen Anwachsen der Bürokratie führen. In manchen Fällen wird es einfach sein, ein Scheinunternehmen sofort bzw. bereits bei Auftragserteilung als ein solches zu erkennen, es wird aber viele Fälle geben, bei denen das nicht sofort klar sein wird. Hier wird den Unternehmern wieder eine Entscheidung übertragen, die sie unter Umständen nach Jahren rechtfertigen müssen, um einer unbegründeten Haftung zu entkommen. Die BI Bau bekennt sich seit vielen Jahren zum Kampf und Sozialbetrug. Unter der seit mehr als zehn Jahren bestehenden Baufair!-Initiative wurden zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft umgesetzt. Deswegen sind wir es mittlerweile leid, ständig als Quelle allen Sozial­betrugs und als Feindbild Nummer eins herhalten zu müssen. Noch ein Detail zum SBBG: Bisher zog eine Verurteilung wegen Unterentlohnung für das betroffene Unternehmen eine Auftragssperre von fünf Jahren nach sich. Das SBBG sieht nunmehr eine Reduzierung auf zwei Jahre vor. Die Dauer der Sperre ist für Betrügerfirmen, die systematisch Unterentlohnung betreiben, generell irrelevant. Für ehrliche Firmen, die sich einmal irrtümlich der Unterentlohnung schuldig gemacht und diese sofort getilgt haben, ist die Reduzierung der Auftragssperre auf zwei Jahre jedoch eine wesentliche Erleichterung.

Der neue Vorstand der Bundesinnung Bau: Ing. Johann Jastrinsky (LIM Salzburg), ­Senator h. c. KR Ing. Hans-Werner Frömmel (BIM) und Ing. Robert Jägersberger (LIM Nieder­österreich).

und bei meinem Team der Geschäftsstelle Bau für die Unterstützung“, so Frömmel.

Personalia Franz Drexel (ehem. LIM Vbg.), für des­ sen jahrelange Loyalität Frömmel herz­ lich dankte, schied aus dem Vorstand aus. Ihm folgte Johann Jastrinsky (LIM Slzbg.) als weiterer Bundesinnungsmeis­ terstellvertreter neben Robert Jägersber­ ger (LIM NÖ). Weiters wurden im Zuge der BIAS-Sitzung die neun Fachausschüsse und ihre Vorsitzenden eingerichtet. Für seine Verdienste erhielt Baumeister Josef Tatzl (Salzburg) die Silberne Ehrennadel der Bundes­innung Bau. 

SENATOR H. C. KR ING. HANS-WERNER FRÖMMEL, Schrotter

und 23 Tagesordnungspunkte umfasste das Programm des neuen Bundesinnungsausschusses. Die Themen reichten von Ausbildung bis Ver­ gaberechtsnovelle. Am Tag davor tag­ ten die Mitglieder des Exekutivkomitees, um im Zuge eines sechsstündigen Agen­ tur-Hearings und anhand von fünf einge­ reichten Konzepten über die Neuausrich­ tung der Baumeisterkampagne zu beraten. Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel ließ die Maßnahmen und Erfolge der zurückliegenden Periode Revue pas­ sieren: u. a. Angleichung des Bauarbeiter­ urlaubsrechts an das allgemeine Urlaubs­ recht, ein bundesweites Normen­ p aket, Rahmenvertrag einer Planerver­sicherung, Überbrückungsgeld für Bauarbeiter, zweibzw. dreijähriger KV-Abschluss, Schaf­ fung eines eigenen Kompetenzzentrums für Bauforschung u. v. m. (ein Fünfjah­ resbericht kann auf www.bau.or.at > ­Publikationen heruntergeladen werden). Als wichtigste Eckpunkte seiner Agenda 2015–2020 nannte Frömmel u. a. die Harmonisierung der verfahrens­ rechtlichen Bauvorschriften, Anreize zur Mobilisierung von Privatkapital für Bau­ projekte, leistbares Wohnen und Zweck­ bindung der Wohnbauförderung, die Stärkung der internationalen Wettbe­ werbsfähigkeit durch die Ermöglichung f lexiblerer Arbeitszeiten, die Weiter­ führung der Baumeisterkampagne, eine Steigerung der F&E-Quote in der Bau­ wirtschaft, die Sicherung der Konkur­ renzfähigkeit durch permanente Ausund Weiterbildung von Fachkräften, Führungskräften und Baumeistern. „Wenn wir nur einige dieser Punkte umsetzen, dann können wir in fünf Jah­ ren sagen, wir waren erfolgreich. Ich bedanke mich bei den Landesinnungen

BUNDES­I NNUNGS­ MEISTER


18 Planung & Ausführung

Trebersprung & Partner Architekten ZT GmbH

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Platz eins belegte die Revitalisierung des knapp 90 Jahre alten Wohnbaus in der Breitenfurter Straße 242 im 23. Bezirk.

Schöner, neuer, lebenswerter Zum 30. Mal schon wurden am 16. Juni 2015 beim Wiener Stadterneuerungspreis Planer und Bauunternehmen vor den Vorhang geholt und für ihr Können ausgezeichnet. TEXT: SONJA MESSNER

Nachhaltigkeit und auf soziale Bedürfnisse. Das hohe Niveau der Einreichungen zeigte sich unter anderem auch in der Tatsache, dass in diesem Jahr gleich vier Projekte auf dem Stockerl landeten.

Spitzenwerte erreicht Auf den ersten Platz wurde in diesem Jahr das Objekt Breitenfurter Straße 242 in 1230 Wien gewählt. Das aus dem Jahre 1928 stammende Wohnhaus der Gemeinde Wien entsprach schon lange nicht mehr den heutigen Wohnungsstandards. Daher entschied sich 2008 die Gemeinde Wien, dieses Haus grundlegend und gleichzeitig auf Nied­

Harald C. Sahling

W

ien Stück für Stück zu sanieren, zu modernisieren und schöner zu gestalten steht seit 40 Jahren im Fokus der „sanften Stadterneuerung“, mit der neben der Schaf­ fung von leistbarem Wohnraum vor allem die Steigerung städtischer Wohn- und Lebensqualität erreicht w erden soll. Seit drei Jahrzehnten wird den gelungensten Projekte und den beteiligten Unternehmen von der Landesinnung Bau Wien jährlich der Stadterneuerungspreis verliehen. Für Rainer Pawlick, Landesinnungsmeister Wien, ist dieser Preis eine Herzensangelegenheit: „Diese zum Stadterneuerungspreis eingereichten Objekte sind nur ein kleiner Teil von all den Bauwer­ ken, die jährlich in Wien saniert und mit viel Liebe zum Detail, mit modernen Konzepten und Ideen wieder instand gesetzt werden. Der Stadterneuerungspreis steht für all diese Leistungen, die unsere Bau­ meister und alle anderen Gewerbetreibenden, die bei diesen Renovie­ rungen und Sanierungen mitgearbeitet haben, erbracht haben. Er soll der Öffentlichkeit die hervorragenden Arbeiten, die unsere Hand­ werker vollbringen, vor Augen führen und bewusstmachen, wie viel Arbeit und Kreativität dahintersteckt, die alte, aber doch erhaltens­ werte Bausubstanz auf das Niveau des 21. Jahrhunderts zu bringen und den Charme der guten alten Zeit dabei zu erhalten.“ Aus 25 Projekten musste die hochkarätige Expertenjury die Top drei wählen. Besonderes Augenmerk bei der Beurteilung wurde auf das Gesamtkonzept gelegt, das in harmonischer Weise Alt und Neu miteinander verbindet und die Wohn- und Arbeitsplatzquali­ tät erheblich verbessert. Berücksichtigt werden insbesondere auch Faktoren wie Reduzierung des Energieverbrauchs, Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in verdichteter Bauweise, Achtung auf

Vordere Reihe: WKW-Präsident Walter Ruck, Andreas Trenn, Franz Schrödl und Manfred Maier, G.& M. Maier Bauunternehmung, Josef Neumayer, Stadt Wien – Wiener Wohnen, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, die Architekten Martin Treberspurg und Christian Wolfert, LIM Rainer Pawlick, Rainer Hartlieb, GF LI Bau Wien (v. l.). Hintere Reihe: Christian Rück, Elzbieta Wojtkowiak, Philipp Wachter, Stadt Wien – Wiener Wohnen (v. l.).


Planung & Ausführung 19

Dritter Platz: Lockerwiese, 1130 Wien.

Bernhard Schramm, Büro Galli

rigstenergiestandard zu sanieren. Trotz Denkmalschutzes konnte der Heizwärmebedarf auf 22 kWh/m2 gesenkt werden, was aus ökologi­ scher Sicht sogar im Neubau einen Spitzenwert darstellt. Auch die Baustellenlogistik war keine einfache, da diese Adresse an einer sehr stark befahrenen Kreuzung ohne Parkmöglichkeiten liegt. Das Resul­ tat kann sich sehen lassen. Die ehemaligen Loggien wurden verglast und in die Wohnräume integriert. Die Wohnungsgrundrisse wurden verbessert und vergrößert, ein Aufzug und eine Be- und Entlüftungs­ anlage wurde eingebaut und vom Keller bis zum Dach alles erneuert.

Dritter Platz: Neubaugasse 16, 1070 Wien.

Markus Wache

Zweiter Platz: Dopplergasse 5, 1110 Wien.

Nikolaus Waltl

B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Silber für barrierefreies Gründerzeithaus Auf Platz zwei landete die Dopplergasse 5 in Wien-Simmering. Trotz vieler moderner Elemente, Balkonzubauten und eines barrierefreien Zugangs konnte der Charakter des Gründerzeithauses bewahrt wer­ den, so das Juryurteil. Sonnenkollektoren, eine Fotovoltaikanlage und die Verwendung von Regenwasser für die WC-Spülung beweisen den ökologischen Ansatz, der von Planern und Ausführenden erfolg­ reich umgesetzt wurde. Erwähnenswert: Das Objekt wurde bei auf­ rechten Mietverhältnissen umgebaut, wobei mehr als die Hälfte der Wohnungen saniert und ein Dachgeschoßausbau realisiert wurde.

Zwei dritte Plätze Platz drei belegten ex aequo zwei Objekte, wie sie unterschiedli­ cher nicht sein könnten. Während das Projekt „Siedlung Locken­   S TA D T E R N E U E R U N G S P R E I S

Preisträger 2015 Erster Platz: Breitenfurter Straße 242, 1230 Wien Ausführung: G. & M. Maier Bauunternehmung G.m.b.H. Planung: Treberspurg & Partner Architekten, ZT-GmbH Bauherr: Stadt Wien – Wiener Wohnen Zweiter Platz: Dopplergasse 5, 1110 Wien Ausführung: A.M.S.M. Bau GmbH. Planung: Architekt DI Huber ZT-GmbH Bauherr: Helga Gauglica Dritter Platz: Lockerwiese, 1130 Wien Ausführung: Arge Dipl.-Ing. Wilhelm Sedlak Gesellschaft m.b.H. / Voitl & Co. Baugesellschaft m.b.H Planung: Arge Martina und Günter Galli GmbH, Architekt DI Josef Knötzl Bauherr: Stadt Wien – Wiener Wohnen Dritter Platz: Neubaugasse 16,1070 Wien Ausführung: Ing. Prath Gesellschaft m.b.H. Nfg. KG. Planung: Riedl Architekten Bauherr: Dr. Stefan Asenbaum, Dr. Paul Asenbaum

wiese“ aus zirka 600 Reihenhäusern und 160 Geschoßwohnungen besteht, ist das Objekt Neubaugasse 16 ein Gründerzeithaus mit­ ten in der Wiener Innenstadt mit 1.337 Quadratmeter Altbestand. Das denkmalgeschützte Objekt aus dem 17. Jahrhundert wurde mit viel Einfühlungsvermögen und Liebe zum Detail saniert und erweitert. Moderne Aufzüge aus Glas verleihen dem eher beeng­ ten Innenhof eine luftige Transparenz. Beeindruckt war die Jury auch von den statischen Verbesserungsmaßnahmen und der Bau­ stellenlogistik, die Planer und Ausführende vor eine große Her­ ausforderungen stellte. In der Siedlung Lockenwiese galt es vor allem, die Interessen und Bedürfnisse der Bewohner zu berücksichtigen. Von der Jury wurde besonders positiv der Ansatz hervorgehoben, die Wind­ fänge in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt und mit dem Bewohnerbeirat zu vereinheitlichen. Dies trage maßgeblich zur Harmonisierung der Fassadengestaltung bei. Durch die Sanierung konnte zudem bei 174 Wohneinheiten eine Kategorieanhebung vorgenommen werden.

Preis mit Zukunft „Der Wiener Stadterneuerungspreis beschreibt eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die nicht nur die Lebensqualität der Grätzel steigert, sondern auch rund 7.000 Jobs im Baugewerbe sichert“, freute sich Wohnbaustadtrat Michael Ludwig bei der Preisverlei­ hung im Kursalon Hübner. Eine Erfolgsgeschichte, von der die Bewohner der Stadt Wien auch über die nächsten 30 Jahre hinaus profitieren ­werden. 


20 Planung & Ausführung B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Erfolgsfaktor Zukunft

iStock

Fitness im Business ist unerlässlich in der Baubranche, um der Preisspirale auf dem Markt und der Konkurrenz aus dem Ausland Konter zu geben. Weiterbildung lohnt sich. TEXT: HARALD KOPECECK, LEITER BAUAKADEMIE OÖ

E

s ist aktuell unbestreitbar, dass die Lage der Bauwirtschaft mehr als angespannt ist. Wir leben in einer Zeit der wirtschaft­ lichen Unsicherheit und des Umbruchs: Der geschrumpfte Auftragsmarkt zieht die Preisspirale nach unten, dazu streben aus EU-Nachbarländern ausländische Firmen in den österreichischen Markt, und es werden immer mehr Baustellen durch reine Subver­ gaben – mit wenig österreichischem Personal – abgewickelt. Füh­ rungskräfte der Bauwirtschaft sind somit mehr als gefordert, um auch in Zukunft wirtschaftlichen Erfolg zu haben.

Management bedeutet auch Changement Bau-Führungskräfte verfügen aufgrund ihrer meist technischen Ausbildung über das nötige Spezialwissen, um neue Technolo­ gien und Entwicklungen der Bautechnik zu verstehen, zu bewer­ ten sowie schnell und erfolgreich im Betrieb zu implementieren. Dadurch können sie die Bau-Produktivität nachhaltig steigern. Ändern sich aber die Kunden, Märkte, Technologien oder das Personal, so ändern sich auch die Anforderungen an das Manage­ ment des Unternehmens beziehungsweise dessen Abteilun­ gen. Die verantwortlichen Führungskräfte müssen Veränderun­ gen erkennen, lernen, damit umzugehen, und Strategien für eine erfolgreiche Zukunft entwickeln. Dazu sind qualitative Analysen der Ist-Situation notwendig, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.   I N FO

MBA Bauwirtschaft Am 17. 9. 2015 startet der mittlerweile siebente Lehrgang. Wochenendmodule (Fr./Sa.) mit insgesamt 52 Unterrichtstagen in vier Semestern / zwei Jahren. Vermittelt wird technisches, kaufmänn­ isches und rechtliches Wissen für Führungskräfte in der Bauwirtschaft. Information: Bauakademie OÖ T +43(0)732/245928-23 www.mba-bauw.at

Aus diesem Grund wird es in Zukunft immer wichtiger, dass Führungskräfte zum technischen Fach- und Spezialwissen auch über Kenntnisse der Betriebswirtschaft, des strategischen Managements, Rechts, Personalwesens / der Personalentwicklung und Mitarbeiterführung verfügen. Somit sind sie für die Aufgaben im Bau-Management bestens gerüstet. Diese zusätzlichen Quali­ fikationen öffnen den Blickwinkel für das Verstehen der Dynamik der Bauwirtschaft.

Kaderschmiede der Bauwirtschaft Die Bauakademie OÖ hat auf diese Entwicklung reagiert und konzipierte bereits im Jahr 2009 das berufsbegleitende Stu­ dium MBA Bauwirtschaft. Dieses postgraduale Weiterbildungs­ programm ist optimal auf die Anforderungen von Technikern in Managementpositionen und speziell auf die Bauwirtschaft abge­ stimmt: Die Lehrinhalte und Fallstudien, präsentiert von Top-Prakti­ kern und ausgewiesenen Experten, fokussieren die facheinschlä­ gigen Berufsfelder der Bauwirtschaft und neuen Herausforderun­ gen. So wird Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht, operative bzw. strategische Unternehmensführung sowie Unternehmenscon­ trolling auf dem letzten Stand und vor allem baupraxis­orientiert gelehrt und in Form von Übungen vertieft. Diese Kombination aus einer bautechnischen Vorqualifikation, einer hohen baupraktischen Erfahrung und der Managementkom­ petenz aus dem Studium MBA Bauwirtschaft qualifiziert Techniker optimal für das erfolgsverantwortliche Führen von zukunftsträch­ tigen Abteilungen und Betrieben der Bauwirtschaft. 

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Österreichischen Bauzeitung über die Restaurierung von Steinmauerwerk. IN KOOPERATION MIT DER BAUAKADEMIE, DEM AUSBILDUNGSSPEZIALISTEN FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT.

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22 Planung & Ausführung B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Beständig gegen Korrosion Schöck präsentiert mit dem Thermoanker eine energieeffiziente Lösung für kerngedämmte Sandwich- und Elementwände.

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Grillen auf Ziegel

Passivhaus goes Kanada

Schöck Bauteile

Optimiert die Energiebilanz von Fertigteilwänden: der Schöck-Thermoanker Fertigteilwände.

ei den im Fertigteilbau zunehmend eingesetzten „Innenge­ dämmten Hohlwänden“ mit integrierter Wärmedämmschicht innerhalb der Wand werden üblicherweise rostfreie Baustahl-Gitter­ träger eingesetzt. Als Alternative zu diesen rostfreien Gitterträgern bietet Schöck den neuen Schöck-Thermoanker aus glasfaserver­ stärktem Kunststoff. Der neue Thermoanker besteht aus der Glas­ faserbewehrung ComBAR und bietet eine Reihe von Vorteilen in wärmegedämmten Fertigteilwänden. Beton kann als Gestaltungsele­ ment in Fassadenflächen intensiv genutzt werden. Außerdem bietet er guten Wärmeschutz und damit hohe Innenoberflächentemperatu­ ren, sodass die Einhaltung der Energieeinsparverordnung gesichert ist. Im Vergleich hat Stahl bei der Wärmeleitfähigkeit einen Lambda­ wert von 60 W/mK, rostfreier Baustahl von 15 W/mK, während der Thermoanker weniger als 0,7 W/mK aufweist. Zudem ist die Zugfä­ higkeit bei ComBAR doppelt so hoch als bei Stahl. Mit diesem Anker werden U-Werte von 0,160 bis 0,390 W/m²K bei einer durchschnitt­ lichen Hohlwand von 30,0 cm bis 36,5 cm realisiert.

Wienerberger

Der Terca-Klinker-Griller von Wienerberger könnte auch bald in Ihrem Garten stehen.

Beim Greenest-Cities-Gipfeltreffen in Vancouver konnten Passivhaus-Standards punkten. Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Günter Lang (Passivhaus Austria) diskutierten mit kanadischen Politikern über Passivhaus-­ Standards.

Passivhaus Austria

GEWINNSPIEL Für alle Grillfans hat Wie­ nerberger eine Überraschung bereit. Nach­ dem sich der Wienerberger-Terca-Klin­ ker nicht nur auf der Baustelle bewährt hat, sondern auch optimal für Grillstati­ onen geeignet zeigt, bietet Wienerberger beim „Klinker-Klick“-Gewinnspiel aktuell die Chance, einen Gartengriller aus TercaKlinker inklusive eines Jahresvorrats an Grillsaucen und Gewürzen im Gesamtwert von 1.000 Euro zu gewinnen. Was Sie tun müssen, um zu gewinnen, erfahren Sie auf www.wienerberger.at/fotowettbewerb.

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ancouver und Wien rangieren regelmäßig auf den Topplätzen der lebenswertesten und grünsten Städte weltweit. Im Rah­ men des „City of Vancouver – Greenest City 2020 Action Plan“ soll der Energieverbrauch im Gebäudesektor aber bis 2020 um 20 Pro­ zent gesenkt werden. Im Zuge der Canadian Green Building Con­ ference kam es auch zum Austausch zwischen Wiens Vizebürger­ meistern Maria Vassilakou und Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria, mit dem Stadtchef von Vancouver Gregor Robertson. Dis­ kutiert wurden Energieeinsparungspotenzial bei der Stadtplanung und Wohnbaupolitik. Die in Österreich und Deutschland bereits weitverbreiteten Passivhaus-Standards wurden sehr positiv auf­ genommen. Vancouver hat die Absicht, diesen künftig sowohl im sozialen Wohnbau sowie auch bei öffentlichen Bauten umzusetzen.


Das ist der Hammer! Mehr Leistung verspricht Bosch bei der neuen 36-Volt-Bohrhammer-Generation.

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erbessert hat Bosch die Bohrhämmer der 36-Volt-Klasse. Die bisherigen Modelle wurden durch eine neue Akku-Bohrham­ mer-Generation, den GBH 36 V-LI Plus Professional und den GBH 36 VF-LI Plus Professional, ersetzt. Gewählt werden kann zwischen dem Modell mit Festfutter (V) und dem Modell mit Wechselfutter (VF). Beide Bohrhämmer zeichnen sich gegenüber ihren Vorgän­ gern durch mehr Leistung, eine längere Lebensdauer, neue Kom­ fort-Funktionen, Vibrationsdämpfung sowie längere Akku-Lauf­ zeiten aus. Beide Akku-Bohrhämmer erzielen beim Bohrfortschritt nicht nur deutlich bessere Ergebnisse, sondern sind sogar schneller als vergleichbare Netzgeräte der Drei-Kilo-Klasse.

Bosch

Beide ­Bohrhämmer zeichnen sich gegenüber ihren ­Vorgängern durch mehr Leistung aus.

Mehr Anbieter, neue Inhalte Anfang Juni erschien die überarbeitete Ausgabe des Österreichischen Industriestandards.

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ehr als 160 Hersteller nahmen an der aktuellen Ausgabe teil und ließen zirka 300.000 Produktbeschreibungen in Form von Ausschreibungstexten als Ergänzungsleistungsbeschreibung gemäß ÖNorm A2063 und nach Richtlinien der ÖNorm-Regel 12010 durch die ib-data GmbH veröffentlichen. Die kostenlos erhältliche CD ­beinhaltet neben aktualisierten Ausschreibungstexten namhaf­ ter Produktanbieter auch ökologisch bewertete Standardpositionen der brandneuen StLB-HB-020. Die Beurteilung erfolgte durch das Österreichische Institut für Baubiologie und -ökologie nach den öko­ logische Kriterien von „ÖkoKauf Wien“ und vom „Servicepaket nach­ haltig Bauen für Kommunen“. Zusätzlich gibt es ein Suchregister für Firmentexte, die diesen ökologischen Kriterien entsprechen. Durch die Nutzung des Österreichischen Industriestandards lässt sich die Datenpflege von Ausschreibungstexten outsourcen. Der Zugang ist unkompliziert – einmal registriert (www.baudaten.info), erhalten Interessenten die CD jährlich per Post zugesendet.

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24 Fokus Dämmen B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Bewusstsein schärfen Preisdumping, hinkende Fördermaßnahmen, zu wenig Strukturstärkung: Heimische Leitbetriebe im Dämmbereich starten trotz schlechter Rahmenbedingungen mit Energie ins zweite Halbjahr.

Austrotherm/ Alexander Schindler

TEXT: CHRISTINA MOTHWURF

Austrotherm-Platten kamen beim Wohnbauprojekt „so.vie.so mitbestimmt – Sonnwendviertel solidarisch“ zum Einsatz.

müsste das System komplett neu aufgesetzt werden. Und das kei­ neswegs zulasten der Fördergeber, denn durch die Umsetzung der Betriebe werden schließlich auch Steuergelder generiert.“ Nicht zuletzt geht es im Bereich der thermischen Sanierung auch um die Erreichung umweltpolitischer Ziele, eine Sanierungsrate von mindestens drei Prozent ist dabei wesentlich und bedarf zusätz­ licher Anreize und Maßnahmen. Zentrales Thema dabei sei laut Rockwool-Vertriebsleiter Thomas Fröschl vor allem die Zweckbin­ dung der Wohnbauförderung: „Innovative und effiziente Wärme­ dämmmaßnahmen gewährleisten nicht nur niedrigste Energieko­ sten und höchsten Wohnkomfort in der Gebäudenutzung, sondern sind die Basis für leistbares Wohnen.“

„Der Einsatz von nichtzertifizierten ­Billigprodukten muss schärfer kontrolliert werden.“ PETER SCHMID, GF AUSTROTHERM

Austrotherm

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chon eine tolle Sache, der Sanierungsscheck. Die Förder­ gelder der beliebten Initiative stehen für den Bereich der thermischen Sanierung zum Gutteil im privaten Wohnbau zur Verfügung – wesentlich, da vor allem hier für die Branche sehr viel Potenzial steckt. Das von der Kommunalkredit in Zusammen­ arbeit mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft vergebene Fördervolumen hat allerdings im Jahr 2015 durch den Sparzwang ordentlich an Substanz verloren – gekürzt wurde von 100 Millionen Euro um 20 Prozent auf 80 Mil­ lionen Euro (siehe Kasten). „In einer stagnierenden Wirtschafts­ phase die Förderungen zu kürzen ist schon fast fahrlässig“, ärgert sich Wolfgang Folie, Fachverkaufsleiter bei Capatect. „Die Auswir­ kungen sieht man unter anderem leider bei den aktuellen Arbeits­ losenzahlen.“ Dabei würde das System ein riesiges Problem der Branche direkt mindern, denn durch die Einlösung der Förderung wird Schwarzarbeit quasi ausgeschlossen. Neben der Kürzung sind allerdings auch im Prozess Stolpersteine zu finden: „Leider ist die Abholung der Fördergelder durch den Antragsteller viel zu kompliziert“, skizziert auch Austrotherm-GF Peter Schmid. „Hier


Synthesa

HIER HAGELT‘S SICHERHEIT! „Fehlende Impulse vonseiten der Politik und der öffentlichen Hand sorgen aktuell für eine noch etwas getrübte Stimmung.“

Die unschlagbare Fassadendämmung mit Carbonschutz.

WOLFGANG FOLIE, CAPATECT-FACHVERKAUFSLEITER

Ursa

„Wir müssen Strategien fördern, um der negativen Entwicklung in der Baubranche zu trotzen.“ WERNER SCHOTTER, GF URSA

Energieeffizienz wesentlich Bei langfristig steigenden Energiekosten ist nach wie vor eine ener­ gieeffiziente Bauweise im Fokus – auch vonseiten der EU wird hier immer mehr gefordert: „Niedrige Lambdawerte, perfekte Dämmung unter Berücksichtigung individueller Platzparameter – all diese Vor­ gaben werden immer wesentlicher“, so Schmid weiter. Unter Druck stehe die Branche von der Industrie über den Handel bis zu den Verarbeitern vor allem durch extrem starke Preisschwankungen im Rohstoffbereich. Mit weitreichenden Auswirkungen, denn so kommt es mitunter auch vor, dass Unternehmen nichtzertifizierte Billigprodukte aus dem Ausland importieren, ohne Garantie, dass diese auch den technischen Qualitätskriterien entsprechen. „Hier braucht es einfach mehr Kontrollen, um dem entgegenzuwirken.“ Auch medial wünscht sich Schmid mehr Unterstützung: „Wenn ich auf den Dämmstoffmarkt der letzten Monate zurückblicke, gibt es gerade durch stark irreführende mediale Fehlinformationen eine Verunsicherung der Konsumenten. So werden sinnvolle thermi­ sche Sanierungsmaßnahmen nicht oder nur eingeschränkt durch­ geführt.“

Jetzt auch mit der Hanffaser als Dämmstoff!

Besserung in Sicht Capatect-Fachverkaufsleiter Wolfgang Folie sieht für die zweite Jah­ reshälfte eine sich sogar bessernde Auslastung – vor allem im Ver­ gleichszeitraum 2014, wobei die ersten Monate deutlich hinter jenen vom Vorjahr gelegen sind. „Konjunkturell dürfte das Bauvolumen tendenziell leicht geschrumpft sein – für die zweite Jahreshälfte sehe ich allerdings eine etwas bessere Auslastung der verarbeiten­ den Betriebe.“ Dabei wäre es preislich generell in den vergangenen Jahren durch den verstärkten Mitbewerb und gekürzte Fördermaß­ nahmen kaum möglich gewesen, ein Signal nach oben zu setzen. „Fehlende Impulse vonseiten der Politik und der öffentlichen Hand sorgen aktuell für eine noch etwas getrübte Stimmung.“ Der Einsatz

www.capatect.at


26 Fokus Dämmen B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

von nicht zugelassenen Systemen käme vor allem im Süden Öster­ reichs vermehrt vor, zusätzlich werden die Produkte oft von Fremd­ arbeitern ohne zertifizierte Ausbildung verarbeitet. Ein Problem, dem die Qualitätsgruppe WDVS (www.waermedaemmsysteme.at; Anm. d. Red.) ganz klar einen Riegel vorschieben und Verarbeitungsfehlern vorbeugen will.

Ursa

Neubau als Zugpferd Speziell im Wiener Zentralraum erholt sich der in den vergangenen Jahren eher schwächelnde Sanierungsbereich. „Da im Raum WienUmgebung jährlich angeblich mehr als 20.000 Neuwohnungen benötigt werden, wäre der Neubau das eigentliche Zugpferd“, erläu­ tert Folie. „Aber auch hier fehlen die dringend benötigten Förder­ gelder.“ Grundsätzlich sei es immer wesentlicher, die bestehenden Produkte im Preis-Leistungs-Verhältnis zu optimieren, um leistba­ res Bauen und Wohnen zu ermöglichen. „Und das nicht zuletzt in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit den Genossenschaf­ ten und der Politik“, schließt Folie.

Verbesserter Heizwärmebedarf dank Ursa-Dämmplatten beim Hotel Palais Hansen Kempinski.

werden. Der Bedarf wäre schon da, vor allem im energetischen Bereich“, konstatiert auch Isover-Marketingleiterin Monika Döll. Eine Unzahl an Wohn- und Verwaltungsgebäuden mit dem energe­ tischen Standard der 1960er- und 1970er-Jahre bedürfte dringender Sanierungsmaßnahmen. Projekte, die zum einen durch die öffent­ liche Hand zu wenig gefördert werden, aber auch durch persönliche Familiensituationen, sinkende Beschäftigung und damit schrump­ fende Investitionsmöglichkeiten auf die lange Bank geschoben werden. Auch Döll sieht Potenzial im Neubau: „Betrachten wir die neuesten Marktanalysen, gibt es eigentlich nur einen Bereich, der sich gut entwickelt: Das ist der Wohnungsneubau in wachsenden Städten wie Wien, Graz und im Raum Linz-Wels.“ Die großen Her­ ausforderungen der Branche liegen laut Döll in der Investition in Energieeffizienz – und das auf EU-Ebene. Auch aufgrund politi­ scher Entwicklungen und der Abhängigkeit vom verknappten Roh­ stoff Öl gibt es dringenden Handlungsbedarf. „Gleichzeitig sehen wir Tendenzen, die hohen österreichischen Dämmstandards im Zuge der Diskussion um leistbares Wohnen zu senken. Das wäre ein Signal in die falsche Richtung. Schließlich geht es nicht um geringfügige Mehrkosten bei der Errichtung, es geht um Leistbar­ keit während der nächsten Jahrzehnte der Gebäudenutzung.“

Anspruchsvoller Markt Ursa-GF Werner Schotter bemerkt vor allem die aufgrund der schwachen Konjunktur zurückgegangenen Umsätze bei den Ver­ käufen von Glaswolle, auch durch europaweit entstandene Überka­ pazitäten. „Glücklicherweise verzeichnen wir im Bereich XPS einen Trend zu größeren Stärken, wodurch das Volumen annähernd sta­ bil gehalten werden konnte.“ Laut Schotter leiden sowohl Neubau als auch Sanierung unter den aktuellen Bedingungen. „Es ist gene­ rell ein Rückgang der Investitionen zu verzeichnen. Die gewünschte Sanierungsrate von drei Prozent wird heuer wieder bei weitem nicht erreicht werden und auch hinter den Zahlen der vergangenen Jahre zurückliegen“, lautet seine Prognose. Die größte Herausforde­ rung sei es, in naher Zukunft Strategien zu fördern, um der nega­ tiven Entwicklung in der Baubranche zu trotzen. Dies sei vor allem durch das Besetzen von Nischen und durch die Spezialisierung der Betriebe möglich. „Aufgrund der durchschnittlich immer kürzer werdenden Baudauer muss die Dämmstoffbranche schneller und flexibler werden. Der Holzbau erlebt eine Renaissance, wodurch es zu einer Verschiebung der Dämmstoffmarktanteile kommt.“

Schwieriger Start

Große Erwartungen

„Die Dämmstandards im Zuge der Diskussion um leistbares Wohnen zu senken ist ein Signal in die falsche Richtung.“ MONIKA DÖLL, MARKETING ISOVER

Saint-Gobain

„Die Bauwirtschaft hat sehr große Erwartungen in den Sanierungs­ markt gesetzt. Nun müssen wir erkennen, dass diese nicht erfüllt

„Wir brauchen niedrigere Lohnkosten, weniger Bürokratie und schnellere ­ enehmigungsverfahren für Bauprojekte.“ G ROLAND HEBBEL, GF STEINBACHER

Steinbacher

„Erwartungsgemäß haben sich auch die ersten Monate des heuri­ gen Jahres als sehr schwierig erwiesen. Speziell im Industriebau und in der Sanierung fehlen die Projekte“, skizziert auch ­RockwoolVertriebsleiter Thomas Fröschl die Lage. Die Stimmung sei eher pessimistisch, und durch die konjunkturell sehr angespannte Situation und die Nervosität vieler Anbieter seien auch die Preise stark unter Druck. Ausländische Anbieter, die aufgrund von Aus­


lastungsproblemen auch im umliegenden Ausland auf dem öster­ reichischen Markt eine kurzfristige Absatzmöglichkeit mit nied­ rigen Preisen sehen, verschärfen diese Situation noch zusätzlich. Und auch im Gespräch mit Fröschl stellt sich klar heraus: „Es müss­ ten dringend effiziente Korrekturmaßnahmen für die thermische Verbesserung des Gebäudebestands umgesetzt werden. Gerade bei schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen stärken nach­ haltige Energieeffizienzmaßnahmen gleichzeitig die Beschäfti­ gungssituation und reduzieren die Abhängigkeit von Energieim­ porten.“ Aktuell liege die große Herausforderung für die Betriebe darin, sich auf die Marktsituation so gut wie nur möglich einzu­ stellen und bestehende Vertriebspartnerschaften weiter auszu­ bauen und neue Marktsegmente zu erschließen. Denn die Inno­ vationskraft der Branche ist ihr stärkster Motor: „Grundsätzlich konnte mit den entwickelten Dämmsystemen der Energiever­ brauch erheblich gesenkt und der Wohnkomfort deutlich erhöht werden. Für die Zukunft erwarten wir neben einer weiteren Ver­ besserung der Dämmwirkung einen höheren Fokus auf die Brand­ schutzeigenschaften der Dämmstoffe.“

Schwache Sanierungsraten Steinbacher-GF Roland Hebbel sieht im laufenden Geschäftsjahr keine großen Veränderungen: „Wie erwartet ging das neue Jahr so weiter, wie das alte aufgehört hat: schwache Neubau- und Sanie­ rungsraten, ein zurückhaltendes Investitionsverhalten der Kom­ munen und Touristiker sowie allgemein schwierige Rahmenbedin­ gungen.“ Bezüglich des Preisniveaus innerhalb der Branche sieht der Profi das niedrige Auftragsvolumen als größten Einflussfaktor: „Wenn dann auch noch die Rohstoffpreise explodieren, entsteht natürlich eine sehr bedrohliche Situation. Ob ausländische Herstel­ ler eine wirkliche Bedrohung sind, kann und will ich nicht beurtei­ len – ich möchte nur so viel dazu sagen, dass man immer Äpfel mit Äpfel vergleichen sollte und es am Ende auf die Gesamtbetrachtung ankommt. Es werden hier Produkte in Österreich von österreichi­ schen Firmen hergestellt, die in Österreich Steuern abliefern und mit österreichischen Mitarbeitern österreichische Qualität produ­ zieren.“ Unabdingbar für den Erhalt und Ausbau heimischer Quali­ tät sind dabei auch laut Hebbel effizientere Maßnahmen vonseiten der österreichischen Politik. Dazu zählen die Entbürokratisierung und Vereinfachung der Verwaltung, die dauerhafte Reduktion von Lohnnebenkosten und Steuern sowie eine leichtere Kreditvergabe an Bauwillige. „Und generell weniger Gesetze, die Veränderungspro­ zesse erschweren und verkomplizieren.“ Große Investitionen kön­ nen so durch Sparvorgaben der öffentlichen Hand gerade im Wes­ ten der Republik schwer umgesetzt werden. „Ich kann es nur noch einmal wiederholen: Wir brauchen niedrigere Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren für Bauprojekte. Das hätte enorm positive Effekte auf die Baubranche, die ja ein wichtiger Konjunkturmotor ist.“ 

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„Gerade bei schwierigen ­konjunkturellen Rahmenbedingungen stärken nachhaltige Energieeffizienz­ maßnahmen gleichzeitig die Beschäftigungs­ situation und ­reduzieren die Abhängigkeit von Energieimporten.“ THOMAS FRÖSCHL, VERTRIEBSLEITER ROCKWOOL

Immer einen Schritt voraus Jede Baustelle ist ein komplexes System, wo viele Experten aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammenarbeiten. Je besser diese Zusammenarbeit gelingt, umso größer ist der Erfolg. Aus diesem Grund verstehen wir es als unsere Verpflichtung, Sie bei der Verarbeitung von ISOVER Produkten aktiv zu unterstützen: ■ ISOVER Ansprechpartner in ganz Österreich ■ Rasche und pünktliche Lieferungen ■ Wissensvorsprung durch kompetente Beratung

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28 Fokus Dämmen B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Schlanke Variante Innendämmung ist längst keine Notlösung mehr. Besonders platzsparend geht sie mit der Holzfaserdämmung von Unger vonstatten.

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Holzfaser

Effektive Reflexion

unger-diffutherm.de

Die UdiIn-Dämmplatten aus Holzfaser sind besonders einfach zu montieren.

aumverlust und Schimmelgefahr sind zwei der großen Vorur­ teile in Bezug auf Innendämmung. Norman Unger, Geschäfts­ führer von Unger-Diffutherm, will mit seinem Produkt UdiIn 2cm gleich beide entkräften. Bei dem neuen Dämmsystem hat sich Nor­ man Unger den „Doppelfenster-Effekt“ zunutze gemacht, bei dem die Dämmung durch die ruhenden Luftschichten zwischen den Scheiben entsteht. Bei der Holzfaserdämmung funktioniert das durch „Klimakammern“ – unzählige Luftschicht-Säulchen, kom­ biniert mit einer aufkaschierten Holzfaserdämmplatte. Anfallende Feuchtigkeit wird aufgenommen und abtransportiert, somit Stau­ nässe und Schimmelbildung wirkungsvoll verhindert, das Raum­ klima positiv beeinflusst. Aufgrund der hohen Wärmespeicherka­ pazität bleibe die Temperatur der Oberfläche des Dämmsystems wesentlich höher als beispielsweise bei einem Ziegelstein, verspricht Unger. Besonders vorteilhaft ist auch, dass das Dämmsystem extrem platzsparend ist. Bei einer Aufbaudicke von nur zwei Zentimetern gibt es fast keinen Raumverlust und das bei voller Dämmleistung.

Homatherm

Die leichte Unterdeckplatte UD-Q11 ­standard kommt als Windsicherung und Zusatzdämmung zum Einsatz.

Ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus wurde mit Lu..po. Therm B2 +8 gedämmt.

Innenwand­ isolation, mit tiefer Fenster­ leibung und bestehende Heizkörper­ nischen.

LPS

NEUHEIT Mit UD-Q11 standard bietet Homatherm seit Anfang Juni 2015 eine leichte Unterdeckplatte, die mit einer Roh­ dichte von 140 kg/m3 zur Windsicherung dient sowie als Zusatzdämmung verwen­ det werden kann. Die neue Dämmplatte aus Holzfasern kommt sowohl im Dach als auch hinter der Fassade zum Einsatz. Neben der Sortimentserweiterung im Bereich der druckfesten Dämmplatten strafft und opti­ miert der Hersteller das Angebot an flexib­ len Holzfaserdämmmatten: Mit einer Roh­ dichte von ca. 50 kg/m3 und optimierten Produkteigenschaften ersetzt holzFlex die bisher verfügbaren Produkte holzFlex stan­ dard und holzFlex protect.

A

uf Dämmung der anderen Art wurde bei einem Mehrfami­ lienhaus in Jöhstadt gesetzt. Beim denkmalgeschützten Gebäude kam Lu..po. Therm B2+8, entwickelt von LPS GmbH, zum Einsatz. Lu..po.Therm B2+8 ist ein 13-lagiger Wärme-Refle­ xions-Stoff mit 3 cm Dicke, in dem viele radiativ und konvektiv wechselnde Übergangswiderstände hintereinanderliegend den vollständigen Wärmestrom minimieren. 4 x 2 dünne Luftpolster­ folien wirken thermodynamisch und bilden ruhende Luftschich­ ten zwischen den 5 Funktionsschichten, die kaskadenartig mehr als 99 Prozent der Wärme-Strahlung nach beiden Seiten reflek­ tieren. Mit dieser Form der Innendämmung konnten 74 Prozent Energieeinsparung erzielt werden.


Kein Feuer gefangen Die Vakuumdämmung von Variotec gibt es nun auch in der Kategorie B1. ussten Planer bisher für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) auf Standarddämmung wie Mineralwolle zurückgrei­ fen, bietet Variotec mit dem Vakuumdämmelement „VT-A-B1“ eine schlanke Systemlösung an. Der Zusatz B1 im Produktnamen doku­ mentiert die Schwerentflammbarkeit. Martin Forstner, Projektarchi­ tekt bei Variotec, erläutert: „Unsere Standard-Vakuumdämmung wird als normalentflammbar, also B2, einge­ stuft. Der Einsatz im Bereich der vor­ gehängten hinterlüfteten Fassade war deshalb aus brandschutztechnischen Gründen ausgeschlossen. Mit der Ent­ wicklung der B1-Variante bahnt sich dieses VIP-System jetzt auch den Weg in die VHF.“ Das System konnte bereits bei Gebäuden mit vier bzw. sieben Gescho­ ßen in München eingesetzt werden.

Qasa-Element Vt-A-B1Vakuum­ dämmung für vorgehängte hinterlüftete Fassadenkonstruktionen.

Variotec

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Neue Hülle Nach der Fassadensanierung eines 50 Jahre alten ­Hauses können sich die U-Werte wieder sehen lassen.

Steico

M

it einem U-Wert von 1,74 war das 1964 erbaute Haus im deutschen Iffeldorf kein energetisches Vorzeige­ projekt mehr. Das sollte eine umfas­ sende Fassadensanierung ändern. Bau­ herren und Ausführende entschieden sich für die Bausysteme von Steico. Zuerst wurden Stegträger mit gängi­ gen Stahlwinkeln auf dem Mauerwerk befestigt – damit wird die Fassadenlast vorwiegend schubsteif über Steicowall abgetragen. Gleichzeitig konnten dabei die Unebenhei­ ten des Mauerwerks ausgeglichen werden. Das entstandene Ständer­ werk wurde mit 40 mm Steicoprotect-Putzträgerplatten beplankt. Die besonders robusten Putzträgerplatten sind hochstabil. Untersu­ chungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik haben darüber hin­ aus gezeigt, dass Wärmedämm-Verbundsysteme mit Naturdämm­ stoffen deutlich weniger dazu neigen, Moose und Algen anzusetzen. Anschließend wurden die nunmehr mit Steicoprotect geschlosse­ nen Gefache mit Steicozell-Holzfaser-Einblasdämmung gedämmt. Besonderer Vorteil der Einblasdämmung: Leitungsführungen wer­ den vollständig von der Dämmung ummantelt, Wärmebrücken wer­ den minimiert, und eine dauerhaft sichere Konstruktion wird erzielt. Nach der Sanierung konnte ein U-Wert von 0,15 gemessen werden.

Mit Steico-­ Bausystemen wurde der U-Wert ­maßgeblich verbessert.


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Autofahrerfreundlich Der Mensch spielt bei der Herstellung einer perfekten Asphaltdecke noch immer die wichtigste Rolle. TEXT: WOLFGANG POZSOGAR

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eit rund 25 Jahren arbeitet Karl Wurz im Asphaltstraßenbau. Heute ist er Bauleiter Tiefbau bei Leyrer & Graf. In diesem Vierteljahrhundert hat sich im Straßenbau vieles verändert. Vor allem die Maschinentechnik machte gewaltige Fortschritte. Aber nach wie vor bringt jedes Baulos neue Herausforderungen. Einer der wichtigsten Baustellen im aktuellen Jahr ist für Karl Wurz die Gene­ ralsanierung der A4 zwischen Neusiedl und dem Ast Gols. Auf einer Strecke von sechs Kilometern baut Leyrer & Graf in einer Arbeitsge­ meinschaft die gesamte Asphaltkonstruktion neu auf. Die alte Trag­ schicht wird abgefräst, 160.000 Tonnen Asphalt werden neu aufge­ bracht. Die besondere Herausforderung bei diesem Auftrag sind die Wünsche der Autofahrer, sie wollen die Autobahn möglichst schnell wieder staufrei benützen: „Wir haben deshalb einen enormen Ter­ mindruck“, erzählt Wurz. Dazu kommt, dass die Autobahn während der Bauarbeiten, die im März begonnen haben und bis in den Okto­ ber hinein reichen, immer auf vier Spuren befahrbar sein muss. Der Rest ist eigentlich Routine. Aber nur fast – viel Erfahrung braucht es auch für solche Aufgaben. Beliefert wird die Baustelle von zwei Asphaltwerken, dem Werk VAM der Arge-Partner in Parndorf und dem Werk von Leyrer & Graf in Lassee. Die Planung der Asphaltproduktion erfolgt mit einer län­ geren Vorlaufphase, erläutert Wurz: „Ein bis eineinhalb Wochen im Vorhinein werden gemeinsam mit den Arge-Partnern die Asphalt­ einsätze durchgesprochen. Eine genaue Nachjustierung erfolgt dann am Vortag.“ Die Kommunikation für die Nachjustierungen und Feinabstimmung erfolgt über das Mobiltelefon: „Das bringt uns die notwendige Flexibilität, die wir brauchen. Es kann sein, dass es etwa durch einen Unfall auf der Autobahn zu Verzögerung kommt und die Mengen für den nächsten Tag anders aussehen, übers Telefon kann man hier schnell reagieren“, meint Wurz.

Die perfekte Asphaltdecke: Alle Kompo­ nenten vom ­Asphaltwerk über den Einbau durch den ­Fertiger bis zur Verdichtung mit der Walze ­müssen optimal zusammen­ spielen.

Vibration und Oszillation bevorzugt Leyrer & Graf setzt auf der Baustelle einen Vögele-Fertiger ein, die Arge-Partner eine Maschine von Dynapac. Die Unterschiede zwi­ schen den Marken sind gering, sagt Wurz: „Alle befinden sich auf dem letzten Stand der Technik, es gibt nichts, das einer wirklich bes­ ser oder schlechter macht.“ Im Bereich der Verdichtung hat Wurz allerdings eine Präferenz – weniger bei der Marke als vielmehr bei der Verdichtungstechnik. Er bevorzugt Walzen mit Vibrations- und Oszil­ lationstechnik: „Diese Kombination bringt Vorteile punkto Ebenflä­ chigkeit und punkto Verdichtung“, gibt sich Karl Wurz überzeugt. Lange Zeit war das Thema Oszillation oder Vibration im Stra­ ßenbau fast so etwas wie eine Glaubensfrage. Hamm hat die Oszil­ lation erfunden und viele Jahre als Einziger angeboten. Heute bieten Hamm und andere Anbieter die Oszillations- und Vibrationstech­


Baumaschinen 31

Volvo

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nik, und das sogar kombiniert auf einer Walze. Bomag stellte bei­ spielsweise auf der Intermat im diesjährigen Frühjahr knick­ gelenkte Tandemwalzen mit einem Betriebsgewicht von zwölf bis 16 Tonnen vor, die drei Erregersysteme bieten: Doppelvibration, Asphalt-Manager und TanGO-Bomag-Oszillation. Die Oszillation wird bei Bomag über nur eine Amplitude gesteuert. Das bringt den Vorteil, so der Hersteller, dass das System für jeden Fahrer einfach erlern- und bedienbar ist und die Bandage bei TanGO nicht sprin­ gen kann. Verbessert hat Bomag bei den neuen Walzen auch die Fah­ rerkabinen: Man biete jetzt die größte bei knickgelenkten Tandem­ walzen, wird behauptet. Auch die Maschinen der jüngsten Walzengeneration von Hamm – DV+ 70i und DV+ 90i – sind wie etliche andere Modelle dieses Her­ stellers mit Vibrations- und Oszillationsbandage erhältlich. Hamm

lobt bei diesen Maschinen ebenfalls die große Kabine mit viel Stau­ raum und ausgezeichneter Sicht auf die Bandagenkanten und das Kantenandrückgerät. Homogene Gewichtsverteilung durch Motor im Mittelteil der Walze und einen zweiteiligen Wassertank soll in Kombination mit den geteilten Bandagen und der Schemellenkung selbst in engen Kurven erstklassige Verdichtung bringen, verspricht Hamm.

Im Duo unterwegs Nur auf Vibration setzt Volvo bei seiner neuen Generation von Tandem­walzen. Die erste Maschine dieser Serie hat der skandina­ vische Konzern im April vorgestellt. Die DD105 weist ein Einsatz­ gewicht von 10,5 Tonnen auf und ist mit einem D3.8-Motor aus der Volvo-Produktion ausgestattet. Er wird den Forderungen der Stufe


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  I N FO

Asphaltspezialisten Die Gesellschaft zur Pflege der Straßenbautechnik mit Asphalt (Gestrata) ist ein Verein, dem nahezu alle wichtigen Straßenbaufirmen, aber auch Universitäten, Behörden, Rohstoffproduzenten und Baumaschinenlieferanten angehören. Ziel der Gestrata ist es, den Straßenbau mit Asphalt zu fördern. Ein Schwergewicht dabei bilden Informationsveranstaltungen. So führt die Gestrata regelmäßig im Jänner in allen neun Bundesländern ein Bauseminar durch. Rund 2.500 Besucher kamen heuer zu der größten Fachveranstaltung der Branche und ließen sich dort über die neuesten Erkenntnisse im Straßenbau mit Asphalt und aktuelle Maschinen informieren. Dazu gibt es eine Reihe von Weiterbildungskursen. Nächster großer Event ist die diesjährige Studienreise, die vom 14. bis 16. September stattfindet und nach Linz führt.

Vögele (2)

Hightech bei Straßenfertigern und Walzen: Das Können des Bedienungs­ personals spielt nach wie vor die wichtigste Rolle für ein perfektes Arbeitsergebnis.

Die neueste Walzengenera­ tion von Bomag mit drei Erregersystemen: ­Doppelvibration, Asphalt-­ Manager und TanGO-BomagOszillation.

Wendig und vielseitig Marktführer bei Fertigern ist das wie Hamm zur Wirtgen-Group gehörende Unternehmen Vögele. Der deutsche Hersteller präsen­ tierte im Vorjahr einen neuen „Strich 3“-Straßenfertiger. Das Modell 1600-3i mit Einbaubreiten bis 6,50 Meter soll wendiger und viel­ seitiger einsetzbar als der Vorgänger sein. Auch Vögele streicht den Motor hervor: Er stammt von Cummins und bietet eine für viele Anwendungen ausreichende Eco-Stufe, die Kosten reduziert und besonders leisen Betrieb ermöglicht. Ein schaltbares Pum­ penverteilergetriebe, drehzahlgeregelte Lüfter und ein geregelter Hy­drauliköl-Temperaturkreis sind weitere technische Features der Maschine, um Verbrauch, Emissionen und Kosten zu senken. Aber die Technik allein bringt es dann auf der Baustelle doch nicht, meint Praktiker Karl Wurz: „Jedes Gerät ist nur so gut wie die Mannschaft, die dahinter steht“, sagt er. Der Bedeutung des Fak­ tors Mensch stimmt auch Maximilian Weixlbaum, Geschäftsfüh­ rer der Gesellschaft zur Pflege der Straßenbautechnik mit Asphalt (Gestrata), zu: „Der technische Fortschritt bei Fertigern ist groß, aber er bringt nur Unterstützung für den Menschen, das Team und sein Können spielt nach wie vor eine wichtige Rolle.“ Ähn­ lich äußern sich die beiden Straßenbauprofis zur Entwicklung bei den Walzen: „Verdichtungssysteme sind ein wichtiges Tool, aber Gefühl und Erfahrung des Walzenfahrers können sie nicht erset­ zen“, sagt etwa Weixlbaum. 

Bomag

IV/Tier 4 Final gerecht und soll den Kraftstoffverbrauch sowie die Geräusch- und Emissionsentwicklungen minimieren. Ein Schwer­ punkt bei der Entwicklung der neuen Walze bildete auch hier die Fahrerkabine. Volvo lobt den Komfort und die Kontrollmöglichkei­ ten des Fahrers dank großer geschwungener Glasflächen, die keine tragenden Säulen benötigen. Den Motor aus eigener Produktion streicht man nicht nur bei den Walzen heraus: „Volvo ist der einzige Hersteller von Straßen­ fertigern, der einen In-House-Motor verbaut hat“, erzählt zufrie­ den Ronald Ganzenhuber, Product- und Sales-Support-Manager beim österreichischen Volvo-Repräsentanten Ascendum. Im Vor­ jahr stellte Volvo einen mittelgroßen Kettenfertiger vor, der vom neuesten Motor aus eigener Fertigung angetrieben wird, dem D6H COM 3B mit 140 kW. Diese Maschine soll laut Hersteller ­deutlich mehr leisten, weniger verbrauchen und leiser sein. Als weiteres Plus seiner Fertiger nennt Volvo die Variomatic-Bohle, die bei sich häufig ändernden Einbaubreiten höhere Flexibilität bringt. Diese Bohlen mit Elektroheizung besitzen serienmäßig drei separate Regelkreise, um Temperaturunterschiede über die Bohlen­ breite – etwa durch konstanten Seitenwind – ausgleichen zu können. Ganzenhuber sieht die „intelligente Temperaturregelung“ als ein gro­ ßes Plus dieser Maschinen. Für das mit dem Fertiger arbeitende Per­ sonal hat Volvo eine Anlage zum Absaugen der bituminösen Dämpfe entwickelt. Mit solchen Innovationen möchte Volvo im Straßenbau weiter zulegen, wie Ganzenhuber berichtet. In den Standort Hameln, wo im ehemaligen ABG- und späteren ­Ingersoll-Rand-Werk, Fertiger und Walzen des Konzerns produziert werden, investiert Volvo jeden­ falls einen zweistelligen Millionenbetrag.

„Strich 3“Straßenfertiger 1600-3i­ von ­Vögele: Das Modell verfügt über viele ­Features zur Senkung von Verbrauch, ­Emissionen und ­Kosten.


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Meßner

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„Baumaschinen faszinieren nach wie vor jede Altersgruppe, und davon lebt die Roadshow.“ Liebherr (3)

OTTO SINGER, GF LIEBHERR-WERK BISCHOFSHOFEN

An fünf Stationen zeigten Liebherr und seine Partner Mercedes und Trimble, was sie drauf haben.

Rekord-Show Bei strahlendem Sonnenschein und mit einem neuen Besucherrekord wurde in Markgrafneusiedl das Ende der diesjährigen Liebherr-Roadshow gefeiert.

A

lle Geräte verkauft, viele neue Geschäftsanbahnungen und 8.700 Besucher, davon zahlreiche Neukunden – mit dem Fazit der diesjährigen Roadshow kann Otto ­Singer, Geschäftsführer des Liebherr-Werks Bischofshofen, mehr als zufrie­ den sein. „Wir hatten auch diesmal eine hohe Erwartungshaltung an die Roadshow und waren angespannt, ob das Konzept noch stimmt. Aber schon beim Startschuss in Roppen und den mehr als 2.000 Besuchern kam die Erleichterung“, berichtet der LiebherrGeschäftsführer. Unter dem Motto „Vielfalt erleben“ präsentierte der Baumaschinenproduzent gemeinsam mit den Partnern Mercedes und Trimble einen Querschnitt des umfangreichen Produktsorti­ ments. Mit im Gepäck waren unter anderem auch Galabau-Maschi­ nen wie der Radlader L 509 Speeder, eine der vielen Österreichpre­ mieren auf der Roadshow. Aber nicht nur diese zogen das Interesse der Fachbesucher auf sich. „Es ließ sich kein Topseller ausmachen, sowohl die Neuheiten als auch die bereits bekannten Maschinen kamen gut an“, betont Singer. Alle 22 Liebherr-Maschinen hatten bereits vor Ende der Roadshow ein neues Zuhause gefunden. Auch Doreen Laubsch, Vertriebschefin der Mercedes-Lkw-Sparte, war von ihrer ersten Roadshow begeistert: „Insgesamt 2.000 Testfahrten und sechs verkaufte Gebraucht-Lkws können sich sehen lassen.“ Darü­ ber hinaus konnten die Besucher auch GPS- und Laser-Steuerun­ gen sowie Loadrite-Baggerwaagen aus dem Hause Trimble testen.

Mit Service punkten Neben den Maschinen standen aber in diesem Jahr auch die Ser­ viceleistungen und -angebote von Liebherr im Fokus. An Infostän­ den konnten sich die Besucher ausführlich über Krankomplett­

montagen, Mischanlageninspektionen, Full-Service-Angebote für Erdbewegungsmaschinen sowie Ersatzteillogistik und das RemanProgramm für Komponenten informieren. „In diesem Jahr hat sich das Roadshow-Konzept mit Produktvor­ stellungen und Praxistests wieder bewährt“, freut sich Otto Singer. „Viele Kunden testen neue Produkte auf der Roadshow, dadurch sind weniger individuelle Vorführungen notwendig. Das spart zusätzlich Geld“, fährt er fort. Ob Liebherr in drei Jahren wieder auf Tour gehen wird, darauf will er sich aber noch nicht festlegen. Falls nicht, lie­ gen aber neue Ideen und Konzepte auch schon in der Schublade.  Nach dem erfolg­ reichen Tourende in Markgrafneusiedl kann das Road­ Show-Team wieder durchschnaufen.

Eine der Österreichpremieren: die Materialumschlagmaschine LH 35 M.


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Das Recht auf gute Betreuung Mit individuellen Kundenlösungen und fachkompetenter Beratung will Michael Winkelbauer dem ruinösen Preiskampf in der Baubranche entgegentreten. INTERVIEW: SONJA MESSNER

B

is ins 19. Jahrhundert reichen die Wurzeln des steirischen Unternehmens Winkelbauer Maschinenbau zurück. Die ehemalige Huf- und Wagenschmiede hat sich mittler­ weile in einen innovativen Maschinenbaubetrieb mit rund 90 Mit­ arbeitern verwandelt. Mit der Entwicklung und Produktion von Anbaugeräten und Schnellwechslern hat sich Geschäftsführer und Eigentümer Michael Winkelbauer in der Baumaschinenbranche österreichweit einen Namen gemacht. Im Interview mit der Bauzei­ tung spricht er über Herausforderungen in der Kundenbetreuung und darüber, wohin der Trend bei Schnellwechselsystemen geht. „Geiz ist geil“ heißt leider das Motto vieler Auftraggeber. Wie ist die Stimmung in der Branche? MICHAEL WINKELBAUER: Ich bin immer wieder in der Schweiz und bedauere, dass wir in Österreich von den sehr erfolgreichen Schweizern nichts lernen oder lernen wollen. Bei vielen Ausschrei­ bungen werden dort der teuerste und der billigste Anbieter ausge­ schlossen und ein Mischpreisprinzip angewandt. Das verhindert, dass nur der Billigstbieter zum Zug kommt und die Preisspirale sich nach unten dreht. In Österreich gilt hingegen in erster Linie „hauptsache billig“, ohne die oft hohen Folgekosten zu bedenken. Da ist sicher die öffentliche Hand der schwierigste Auftraggeber, da im Vorfeld meines Erachtens nach langfristige Visionen fehlen, schlecht geplant und ausgeschrieben wird, zudem noch ausschließ­ lich billigst vergeben wird. Im Nachhinein wird Geld für Nachtrags­ streitigkeiten, Juristen und Nacharbeiten ausgegeben. Da gibt es

  S I C H E R H E I T S F E AT U R E

Multiconnect mit Front Pin Lock Das seit fast 20 Jahren bestens bewährte Schnellwechsler-System multiConnect ist optional auch mit Front Pin Lock verfügbar. Dabei wird bereits beim Aufnehmen des Anbaugeräts der erste Bolzen automatisch mechanisch verriegelt und verhindert somit Unfälle durch Fehlbedienung. Dieses System ist komplett kompatibel mit allen bisher gelieferten Winkelbauer-Geräten und erfordert somit keine Umrüstung von Anbaugeräten und bringt keinen elektronischen Aufwand mit sich.

sicher viel Verbesserungspotenzial, wenn man in bessere Planung und letztendlich in Qualität investieren würde. Inwieweit spüren Sie diese Entwicklung? Natürlich spüren auch wir den Preisdruck extrem. Im Bereich Anbaugeräte für Bagger und Radlader gibt es neben vielen quali­ tativ guten Mitbewerbern auch eine Vielzahl an Mitbewerbern, deren Produkte nicht an die österreichische Geologie angepasst sind. Wenn dann wie so oft Äpfel mit Birnen verglichen werden, wird der Preis dadurch ruiniert. Letztendlich hat der Anwender aber höhere Folgekosten durch Stillstände und Reparaturen, wenn das billige Gerät versagt. Gerade bei großen Betrieben ist oft der Ent­ scheider weit weg vom Anwender und sieht nur den Anschaffungs­ preis, nicht aber die höheren Gesamtkosten bei vielen Billigproduk­ ten. Viele kompetente Baumaschinenhändler binden uns aber sehr oft in die Kundenberatung mit ein, so hat der Endkunde das rich­ tige Gerät und die Baumaschinenhändler und wir einen zufriede­ nen Kunden. Vertreiben Sie Ihre Geräte ausschließlich über Händler oder verkaufen Sie auch direkt an den Endkunden? Mit Händlern haben wir langjährige Partnerschaften und treten wie erwähnt auch sehr oft gemeinsam beim Endkunden auf. Natür­ lich haben wir auch Marktsegmente und Kunden, die wir direkt betreuen, bei beiden Schienen ist uns jedoch Nachhaltigkeit extrem wichtig. Auch gerade in herausfordernden Marktsituationen darf man nicht gierig sein und muss mit Bedacht auf die gute Händler­ beziehung korrekt agieren. Wie beratungsintensiv sind eigentlich Ihre Geräte? Man muss ehrlich sein, Baggerlöffel sind keine Raketentechnolo­ gie. Aber für den Maschinisten ist das Anbaugerät das Erste, das mit der Arbeit in Berührung kommt, womit Geld verdient wird. Die beste Maschine funktioniert nicht richtig, wenn das Werkzeug nicht passt oder versagt. Mir ist es wichtig, in der Beratung genau auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten des Kunden einzugehen. Was macht der Kunde genau? Welches Material wird umgeschlagen? Welcher Werkstoff und welches Zahnsystem sind optimal für die­ sen Einsatz? Welche Möglichkeiten hat der Kunde bei Verschleiß­ sanierungen? Es sind viele Fragen, die wir stellen müssen, um die


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Meßner

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Egal ob Minibagger oder 40-Tonnen-Maschine: Michael Winkelbauer kann sie alle ausrüsten.

beste Lösung für den Kunden zu bieten. Da wir von der Entwicklung bis zur Produktion alles bei uns in Anger haben, können wir sehr schnell auf individuelle Anfragen und Kundenwünsche reagieren. Da tun sich viele Mitbewerber vielleicht schwerer. Sonderlösungen sind ja auch mitunter eine Ihrer Kernkompetenzen ... Das ist richtig. Vieles aus unserem Produktprogramm ist eigentlich aus Sonderlösungen und Kundenwünschen entstanden. Im Ver­ gleich zum Mitbewerb haben wir wahrscheinlich mittlerweile das umfangreichste Programm. Wir können vom Minibagger bis hin zur Großhydraulikmaschine alles ausrüsten. Geben Sie im Unternehmen eine Innovationsquote vor? Wir streben pro Jahr ein bis zwei Patentanmeldungen an. Das ist sehr oft marktgetrieben, natürlich haben wir aber auch zusätzliche Projekte. Im Bereich Schnellwechsler-Sicherheit wird zum Beispiel gerade eine bereits bestehende Bestimmung neu ausgelegt, deshalb entwickeln wir unsere Produkte auch früh genug weiter. In welchen Bereichen sehen Sie für Neuentwicklungen das größte Marktpotenzial? Wie wir auf der Mawev-Show beobachten konnten, ist das Thema „vollhydraulisches Kupplungssystem“ stark im Kommen. Das bestätigt uns auch in unserer Entwicklungstätigkeit. Ebenfalls ein wichtiger Bereich ist die Schnellwechsler-Sicherheit. Einige Her­ steller setzen hier auf elektronische Unterstützung – wir möch­ ten die Lösung jedoch einfach, praktikabel und kostengünstig hal­ ten. Ansonsten wird seit einiger Zeit auch verstärkt auf Verschleiß

geachtet, um bei hochabrasiven Einsätzen die Reparaturkosten im Zaum zu halten. Das klingt vielleicht nicht hochinnovativ, ist aber ein sehr komplexes Thema. Oft sind es nicht die großen Innovatio­ nen, sondern die alltäglichen Weiterentwicklungen, die dem Kun­ den enorm weiterhelfen. Müssen Kunden, die auf eine neue vollhydraulische Kupplung umrüsten wollen, nun alle Schnellwechsler austauschen? Das kommt natürlich auf das System an. Wir haben extra darauf geachtet, dass die neuen coupfix-Systeme bis zum Jahr 1996 abwärts kompatibel sind und die bestehenden Löffel, Hydraulikhämmer und andere Anbaugeräte weiterverwendet werden können. Dadurch hält sich der finanzielle Aufwand der Nachrüstung für den Endkun­ den im Rahmen. Gelebte Verantwortung gegenüber dem Kunden ist für uns ein Muss. Nur so können unsere Kunden sicher sein, dass eine Investition in unsere Geräte und Systeme auch nachhaltig ist. In Österreich sind Sie über alle großen Baumaschinenhändler flächendeckend vertreten. Gibt es Expansionspläne über die Grenzen hinaus? Aktuell liegt unsere Exportquote bei rund 15 Prozent, für uns durch­ wegs ausbaufähig. Generell müssen neue Märkte und entspre­ chende Expansion sauber geplant sein, um auch wirklich nachhal­ tigen Erfolg zu haben. Durch die Investitionen in unseren Standort in Anger in den letzten Jahren haben wir durchwegs entsprechende Produktionskapazitäten. Wichtig ist uns aber besonders, dass die Produktqualität und die Beratungskompetenz auf unserem hohen Niveau gehalten werden und auch die Reaktionsgeschwindigkeit für den Kunden optimal passt. 


36 Baumaschinen B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Das Netzwerk wächst Nach dem Österreich-Start im vergangenen Jahr eröffnet der mobile Hydraulikservice Pirtek sein zweites Center für Wien.

B

Flottenerweiterung

Leichtgewichte

Pirtek

Das Team von Pirtek Wien-Nord: die Inhaber Michael Dienstl (l.) und Martin Petronczki (r.) mit ihren Servicemitarbeitern.

ereits seit Anfang des Jahres sind die Inhaber Michael Dienstl und Martin Petronczki mit ihrem Pirtek-Standort in WienGerasdorf aktiv und helfen dank einer stationären und drei mobilen Hydraulikwerkstätten innerhalb kürzester Zeit bei Hydraulikproble­ men jeglicher Art. Nach sorgfältiger und intensiver Unternehmens­ planung sowie dem Umbau einer Halle im GHI Park Gerasdorf zum Pirtek-Center starten die beiden Franchisenehmer seit Anfang Juni nun voll durch. Mehr als 3.000 verschiedene Produkte zur Schlauch­ konfektionierung und für sonstige Hydraulikkomponenten wer­ den im Center ständig bevorratet. Der traditionelle Thekenkunde bekommt hier jede Schlauchleitung, die er benötigt. Darüber hinaus sind drei mobile Werkstätten im Gebiet Wien-Nord unterwegs und rund um die Uhr für Kunden verfügbar. Unter der landesweit einheit­ lichen und kostenfreien Servicehotline 0800/9988800 können diese geordert werden. Durch die günstige Lage des Centers können die Fahrzeuge schnell und flexibel am Einsatzort sein. Im Umkreis von 50 Kilometer garantiert Pirtek eine Reaktionszeit von einer Stunde.

ÜBERGABE Das Bauunternehmen Wolff & Müller aus Stuttgart erweitert seinen Maschinenpark um acht Liebherr-Radlader. Diese Erweiterung der bestehenden Rad­ laderflotte wurde mit dem in Ulm ansässi­ gen langjährigen Liebherr-Vertriebspartner, der Nagel Baumaschinen Ulm GmbH, umge­ setzt. Um die neuen Maschinen in Emp­ fang zu nehmen, besuchte eine Delegation das Liebherr-Werk Bischofshofen. Als erstes deutsches Bauunternehmen arbeitet Wolff & Müller zu 100 Prozent CO2-neutral und setzt dabei auf Radlader aus dem Hause Liebherr.

Dank geringen Eigengewichts lassen sich mit dem Renault Trucks C XLoad Betontransporte optimieren.

Renault

Der Renault Trucks C XLoad mit einem Leergewicht von nur 9.200 Kilogramm ermöglicht den Transport von bis zu acht Kubikmeter Beton.

Liebherr

N

Martin Gschwend, Liebherr, übergibt acht neue Radlader an Matthias Jacob, Wolff & Müller (r.).

ur 9.200 Kilogramm Leergewicht bringt der Renault Trucks C XLoad auf die Waage. Ausgelegt für den Transport von rund acht Kubikmeter Beton, bietet dieses robuste und extrem leichte Modell Transportunternehmen die Möglichkeit, ihre Touren zu optimieren und dementsprechend ihre Rentabilität zu steigern. Der sowohl straßen- als auch geländetaugliche Renault Trucks C XLoad vereint eine hohe Nutzlast mit dem Traktionsvermögen, der Robustheit und dem Komfort der Baureihe C. Der vorwiegend für den Betontransport bestimmte Lkw ist für die Montage eines Beton­ mischaufbaus vorgerüstet, was sich für den Unternehmer positiv in einer schnelleren Aufbauzeit auswirkt.


Service 37 B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Österreich in Zahlen

HANDWERKERBONUS – ANTRAGSSTAND 15.6.2015

Quelle: WKO, Infografik: Daniel Matzenbacher

20 Millionen Euro Budgetmittel stehen 2015 für den Handwerkerbonus bereit. Bis zum 15. Juni wurden bereits 27.733 Einreichungen mit einem Förderbarwert von elf Millionen Euro verzeichnet.

Schutz vor Hitze, Kälte und neugierigen Blicken Anfang Juli erscheint die aktualisierte Ausgabe der ÖNorm EN 13659. Darin sind alle ­Anforderungen an „Abschlüsse außen“ geregelt.

S

ie halten Kälte und Hitze gleichermaßen fern, reduzieren grel­ les Sonnenlicht, schützen vor neugierigen Blicken und machen ungebetenen Gästen den Zutritt schwer. Außerdem können sie, spe­ ziell bei großflächig verglasten Neubauten, durchaus ein gestalte­ risches Element sein. Die Rede ist von Außenjalousien und – wie sie in der Fachsprache heißen – „Abschlüssen außen“. Damit diese ihre vielfältigen Aufgaben zuverlässig erfüllen, sind die notwendi­ gen Leistungsanforderungen genau geregelt: in ÖNorm EN 13659, die mit 1. Juli 2015 in einer aktualisierten Ausgabe erscheint. Die Norm gilt für alle Abschlüsse außen und Außenjalousien, unabhängig von ihrem Gebrauch und der Art der verwendeten Werk­ stoffe. Das heißt für Außenjalousie, Rollladen, Drehladen, Faltladen (geführt und ungeführt) oder Schiebeladen (mit oder ohne Ausstell­ vorrichtung). Die Abschlüsse können manuell, mit oder ohne Aus­ gleichsfedern oder mithilfe von Elektromotoren bedient werden. Zugleich behandelt die Norm wesentliche Gefährdungen, Gefahren­

situationen und -ereignisse, die bei bestimmungsgemäßer Verwen­ dung oder auch bei vorhersehbarem unsachgemäßem Gebrauch auftreten können. Wesentliche Änderungen gegenüber der vorheri­ gen Ausgabe betreffen u. a. den Widerstand gegenüber Windlasten, die Neuaufnahme eines Widerstands von nichteinfahrbaren Ele­ menten gegenüber Drucklasten, um Anforderungen an Abschlüsse und Außenjalousien in eingefahrener Stellung zu berücksichti­ gen. Weiters wurde die Widerstandsfähigkeit von Mechanismen, die Abschlüsse in ausgefahrener Stellung halten, inhaltlich präzi­ siert und geändert, damit sie für alle Bauarten gilt. Ebenso wurden ein zusätzlicher Wärmedurchlasswiderstand, Zugriffsschutz und Gesamtenergiedurchlassgrad hinzugefügt. Die Berechnung des Winddrucks auf einen Abschluss wurde so geändert, dass sie jetzt die Werte des Eurocode 1 (EN 1991) berücksichtigt.  Bibliografie: ÖNorm EN 13659 Abschlüsse außen und Außenjalousien – Leistungs- und Sicherheits­ anforderungen (erscheint mit 1. Juli 2015)


38 Service B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

RECHT

Funktionale Leistungsbeschreibung in Ausschreibung und Vertrag Öffentliche Auftraggeber setzen zunehmend die funktionale Leistungsbeschreibung ein, die sich grundsätzlich von der konstruktiven Leistungsbeschreibung unterscheidet. TEXT: THOMAS KURZ

Vergaberechtliche Unterschiede • Bei funktionaler Leistungsbeschreibung dürfen auch „umfang­ reiche Vorarbeiten von den Bietern“ verlangt werden (§ 78 Abs 3 BVergG). • Im Gegenzug muss die Angebotsfrist ausreichend sein (§ 57 Abs 1 BVergG). Weiters müssen gemäß § 111 Abs 3 BVergG dem Bietern die Kosten für ausschreibungsgemäße Angebote ersetzt werden, wenn „besondere Ausarbeitungen“ verlangt werden. • Bei funktionaler Leistungsbeschreibung in einem Verhandlungs­ verfahren dürfen zu Beginn noch Lücken und Unschärfen enthal­ ten sein, die erst im Zuge des Verhandlungsverfahrens beseitigt werden; auch für die Angebote gibt es in § 109 Abs 5 BVergG eine entsprechende Einschränkung. • § 97 BVergG legt detailliert fest, was in einem konstruktiven Leis­ tungsverzeichnis beschrieben werden muss. Für die funktionale Leistungsbeschreibung sind in § 96 Abs 3 bis 6 BVergG nur Grund­ sätze festgelegt. • Gemäß § 109 BVergG muss bei funktionaler Leistungsbeschrei­ bung der Bieter ein Leistungsverzeichnis mit Mengen und Preisen sowie sonstige Erläuterungen erstellen, damit sein Angebot auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden kann.

Vertragsrechtliche Unterschiede Der (künftige) Auftragnehmer trägt bei funktionaler Leistungsbe­ schreibung das Risiko für die Richtigkeit der von ihm selbst ermit­ telten Mengen (§ 109 Abs 3 BVergG). Aus den „Eigenheiten“ der funktionalen Leistungsbeschreibung, die einen Teil der Planungsleistung dem (künftigen) Auftragneh­

mer überlässt, folgt auch, dass die ÖNorm B 2110 entsprechend zu verändern bzw. zu ergänzen ist, da sie nur für Bauleistungen konzi­ piert ist, nicht aber für Planungsleistungen. Weiters trägt der (künftige) Auftragnehmer regelmäßig das Voll­ ständigkeits- und Funktionsrisiko für die Erreichung der funktio­ nal beschriebenen Ziele (dass dies nicht nur zulässig, sondern auch eine logische Folge aus der funktionalen Leistungsbeschreibung ist, hat die Judikatur zuletzt ausdrücklich bestätigt: BVwG 26. 3. 2015, W187 2017416-2/26E). Im zuvor erwähnten Beispiel kann er sich daher, wenn die Mauer nicht die festgelegte Funktion erfüllt, nicht darauf ausreden, dass das selbst gewählte Baumaterial nicht geeig­ net oder die selbst gewählte Methode der Errichtung falsch war; und er kann nicht Mehrkosten für den Mörtel zwischen den Ziegeln verlangen, wenn er vergessen hat, diesen zu kalkulieren (anders als bei der konstruktiven Leistungsbeschreibung, wenn der Auftragge­ ber vergessen hat, den Mörtel auszuschreiben).

Praxistipps Bei der Teilnahme an Ausschreibungen mit funktionaler Leistungs­ beschreibung sollte einem Bieter bewusst sein, dass er das entspre­ chende (Planungs-)Know-How benötigt, um den freigestellten „Weg zum Ziel“ bestmöglich zu erreichen. Wenn dies im eigenen Unternehmen nicht abgedeckt werden kann, ist es vergaberechtlich zulässig, sich entsprechend durch Bietergemeinschaftspartner oder Subunternehmer zu verstärken. Ziviltechniker dürfen allerdings nur als Subunternehmer auftreten, da ihnen das Eingehen einer Bieter- bzw. Arbeitsgemeinschaft mit ausführenden Firmen gemäß § 21 Abs 3 Ziviltechnikergesetz untersagt ist. 

  ZUM AUTOR

RA Mag. Thomas Kurz ist Rechtsanwalt bei Heid Schiefer Rechtsanwälte OG Landstraßer Hauptstraße 88/2–4, A-1030 Wien. www.heid-schiefer.at

Heid Schiefer

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aragraf 95 Abs 3 Bundesvergabegesetz (BVergG) definiert die funktionale Leistungsbeschreibung als „Festlegung von Leistungs- und Funktionsanforderungen“ anstatt der Auf­ gliederung der zu erbringenden Teilleistungen. Ein einfaches Beispiel: In einer konstruktiven Leistungsbe­ schreibung werden im Leistungsverzeichnis nicht nur die Höhe der Mauer, sondern auch Baumaterialien und Baumethode festgelegt. Bei der funktionalen Leistungsbeschreibung werden nur Höhe und Zweck (Funktion) der Mauer beschrieben. Materialien und Baume­ thode bleiben dem Bieter überlassen. Schwierig ist die Abgrenzung allerdings fallweise durch die Tat­ sache, dass Mischformen eingesetzt werden, die überwiegend kon­ struktiv oder überwiegend funktional sind.


Service 39 RECHT

B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Leistungs­verweigerungsrecht des AG: neue Judikatur Dürfen Auftraggeber bei Mängeln einen Teil des Werklohns einbehalten? Und wenn ja, wie viel? Ein OGH-Urteil beschäftigte sich jüngst mit dieser Frage. TEXT: BERNHARD KALL

S

ofern der konkrete Bauwerkvertrag keine andere Regelung enthält, ist der Werklohn erst nach Vollendung des Werks zu entrichten. In der Praxis erbringt der Werkunternehmer („AN“) seine Leistung und legt nach Fertigstellung seine Schluss­ rechnung. Oftmals wird vom Werkbesteller („AG“) daraufhin der Einwand der mangelnden Fälligkeit – gestützt auf die Behauptung, dass noch Mängel bestehen – erhoben. Der OGH hat sich in einer aktuellen Entscheidung mit der Frage, wann ein die Fälligkeit des Werklohnanspruchs hinderndes Leistungsverweigerungsrecht des AG besteht, auseinandergesetzt.

auszuüben und ihn zur Verbesserung des Werks zu bewegen, nicht erreicht werden. Wo eine Verbesserung nicht in Betracht kommt, ein durch das Gewährleistungsrecht aufrechter Erfüllungsanspruch gegenüber dem AN somit nicht besteht, ist nach dem OGH auch kein Recht zur Verweigerung der Gegenleistung anzuerkennen. Der OGH spricht damit aus, dass jeder AN nur für die bei seiner Werk­ leistung auftretenden Mängeln haftet und nur diese ein Leistungs­ verweigerungsrecht rechtfertigen können. Die Zurückbehaltung des Werklohns war daher unrechtmäßig, der Klage wurde stattge­ geben.

Fälligkeit des Werklohns / Leistungsverweigerungsrecht

Fazit

Die gesetzliche Fälligkeitsbestimmung des § 1170 ABGB bestimmt, dass – mangels einer anderslautenden Vereinbarung – der Werklohn erst mit Vollendung des Werks zu entrichten ist. Ist das Werk man­ gelhaft, kann der Besteller das Entgelt mit der Einrede des nicht (gehörig) erfüllten Vertrags zurückbehalten (Leistungsverweige­ rungsrecht des AG). Macht der AG berechtigt von seinem Leistungs­ verweigerungsrecht Gebrauch, ist der Werklohn nicht fällig. Der AG kann den gesamten aushaftenden Werklohn bis zur Erfüllung der Verbesserungspflicht – Schikane ausgenommen – zurückbehalten (OGH 21. 6. 2011, 1Ob93/11z). Die ÖNorm B 2110 ist in diesem Punkt „auftragnehmerfreund­ licher“: Punkt 10.4 bestimmt, dass der AG – sofern er verpflichtet ist, die Leistung zu übernehmen (vgl. Punkt 10.5.1 ÖNorm B 2110) – berechtigt ist, neben dem Haftrücklass nur ein Entgelt bis zur Höhe des Dreifachen der voraussichtlichen Kosten einer Ersatzvornahme der Mängelbehebung zurückzuhalten.

Der OGH hat in der vorliegenden Entscheidung unter Berufung auf die Grundsätze des Leistungsverweigerungsrechts des AG klar­ gestellt, dass ein Leistungsverweigerungsrecht nur dann besteht, wenn ein verbesserbarer Mangel vorliegt, der den konkreten ver­ traglichen Leistungsinhalt des AN betrifft. Daher ist festzuhalten, dass unbehebbare Mängel – genauso wie eine Verweigerung der Verbesserung durch den AN oder eine Ablehnung der Verbesserung durch den AG – dazu führen, dass kein Leistungsverweigerungs­ recht besteht. Aus prozessualer Sicht hielt der OGH weiters fest, dass der AG für das Vorliegen jener Mängel, auf die er sein Leistungsverweige­ rungsrecht stützt, beweispflichtig ist. Mit gegenständlicher Ent­ scheidung hat der OGH somit – für AN erfreuliche – Klarstellungen zum Umfang und den konkreten Voraussetzungen des Leistungs­ verweigerungsrechts getroffen. 

Sachverhalt Entscheidung OGH 10 Ob 71/14k

  ZUM AUTOR

Dr. Bernhard Kall ist Partner bei Müller Partner Rechtsanwälte Rockhgasse 6, A-1010 Wien. www.mplaw.at

MP Law

In der Entscheidung OGH 10 Ob 71/14k machte der AN aushaftende Werklohnansprüche geltend, die vom AG unter Berufung auf das Leistungsverweigerungsrecht nicht ausbezahlt wurden. Die Män­ gel, die der AG zur Begründung seines Leistungsverweigerungs­ rechts heranzog, konnten aber nach den Feststellungen des Gerichts nicht vom AN allein behoben werden, da auch andere Auftragneh­ mer für den Mangel mitverantwortlich waren. Bei unbehebbaren Mängeln bzw. der Unmöglichkeit der Verbesserung – wie hier, wo auch andere Gewerke für den Mangel mitverantwortlich sind, die somit „mitverbessert“ werden müssten – kann durch die Ausübung des Leistungsverweigerungsrechts dessen Zweck, auf den AN Druck


40 Service B A U Z E I T U N G 12 2 0 1 5

Veranstaltungstipp Nachhaltige Wohnungsmodernisierung mit Qualitätssicherung Hausverstand.com sucht Baumeister als Kooperationspartner für nachhaltige und innovative Wohnungsmodernisierungen in Wien! In einer dreiteiligen Workshopreihe sollen gemeinsam brauchbare Kalkulationsgrundlagen erarbeitet werden. Gemeinsam sollen neue Kalkulationsansätze für ökologische und innovative Materialien, Komponenten und Technologien gefunden werden, um damit neue ­Märkte zu erschließen Workshoptermine 14. Juli, 1. September und 15. September 2015 Ort: Hausverstand.com Siebensterngasse 42, A-1070 Wien Anmeldefrist 7. Juli 2015 Infos und Anmeldung www.hausverstand.com

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Kroatien im Fokus Die Reihe Architektur im Ringturm des Wiener Städtischen Versicherungsvereins zeigt erstmals eine Ausstellung – entstanden in Zusammenarbeit mit der Universität Rijeka – über die Architektur der einzigartigen Inselwelt Kroatiens. Im Mittelpunkt stehen die rund 1.200 Inseln – wovon lediglich ca. 70 bewohnt sind – und ihr reiches architektonisches Erbe. Termin: 19. 6. 2015 bis 23. 10. 2015 Ort: Ausstellungszentrum im Ringturm, Schottenring 30, A-1010 Wien Tickets: Eintritt frei

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Bei strahlendem Sonnenschein lud die Landesinnung Bau auch heuer wieder zum Sommercocktail in die Skybar auf dem Grazer Schloßberg. Rund 110 Bauunternehmer folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich in gemütlicher Atmosphäre unter Berufskollegen auszutauSCHALUNGSTECHNIK schen. Im Bild (v. l.): Landesrat Christian Buchmann, Susanne Grilz (GF Landesinnung Bau), Landesinnungsmeister Alexander Pongratz, WKDirektor Karl-Heinz Dernoscheg, Landesbaudirektor Andreas Tropper, Der Ausbildungsspezialist Martin Gruber (ZT Kammer) und Michael Sebanz (Büro LR Seitinger). für die Bauwirtschaft

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IMPRESSUM – Die Österreichische Bauzeitung ist das offizielle Organ der Interessenvertretungen der Bauwirtschaft. Medieninhaber, Verleger, Herausgeber, Redaktion: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, Grünbergstraße 15/Stiege 1, Tel.: +43 (0) 1 546 64-0, Fax: +43 (0) 1 546 64711, www.wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Zembacher Internet: www.diebauzeitung.at Plattformleitung: Kersten Viehmann, DW 320, k.viehmann@wirtschaftsverlag. at Chefredaktion: Mag. Sonja Meßner, DW 359, s.messner@wirtschaftsverlag.at Redaktion: Mag. Christoph Hauzenberger, DW 345, c.hauzenberger@wirtschaftsverlag.at Agenturpartner: APA – Austria Presse Agentur Innung informiert: Die Bundesinnung Bau zeichnet für die Inhalte verantwortlich, die als „Innungs-Nachrichten“ gekennzeichnet sind. Artdirektion: atelier bürger Redaktionssekretariat: bauzeitung@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: Andrea Fischer, DW 441, Fax DW 520, bauzeitung@wirtschaftsverlag.at Verkauf: Benedikt Wagesreiter, DW 253, b.wagesreiter@wirtschaftsverlag.at Repräsentant für Oberösterreich: Verlagsbüro Gerhard Weberberger, 4030 Linz, Kleinwört 8, T +43(0)732/31 50 29-42, F +43(0)732/31 50 29-46, M +43(0)676/5185575, linz@wirtschaftsverlag.at Erscheinungsweise: 14-täglich. Es gilt der Anzeigentarif Nr. 44 vom 1. Jänner 2015. Hersteller: Friedrich VDV, Vereinigte Druckereien- und Verlags-GmbH & CO KG, 4020 Linz, Zamenhofstraße, 43–45, www.friedrichvdv.com Marketing: Paul Kampusch, DW 130, p.kampusch@wirtschaftsverlag.at Abonnement und Vertrieb: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien Aboservice: T +43(0)1/361 70 70-570, F +43(0)1/361 70 70-9570, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahresbezugspreis: Inland: Euro 130,–; Ausland.: Euro 205,–. Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres ÖAK storniert werden, laufen weiter. Bankverbindung: Bank Austria, IBAN AT17 1100 0095 2329 8900, BIC BKAUATWW. DVR: 0368491. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter http://www.wirtschaftsverlag.at/offenlegung ständig abrufbar. Auflagenkontrolle


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Bauzeitung 12/15  

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