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Berufsschulen-special | TFBS innsbruckApril 2012

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Fa c h m a g a z i n f 端 r fa h r z e u g h a n d e l , - r e pa r at u r & - i n d u s t r i e

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Editorial

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Motivation durch Kunst Verehrte Leserin, geschätzter Leser,

Peter Seipel, Redakteur

in dieser Ausgabe des Berufsschul-Specials porträtiert die KFZ Wirtschaft die Ausbildung zum Karosseriebautechniker an der Tiroler Fachberufsschule für Innstallation und Blechtechnik in Innsbruck. Jährlich werden hier rund 30 neue Lehrlinge für den Beruf des Karosseriebautechnikers ausgebildet, die Gesamtschülerzahl in allen vier Jahrgän-

gen beträgt rund 130. Die schönsten Beispiele dafür, wie sich junge Karosseriebautechnik-Lehrlinge zu Höchstleistungen motivieren lassen, sind in der provisorischen Werkstatt-Galerie zu bewundern. Aus einem Lkw-Motiv wurden mit Luftpinsel und fröhlichen Farben wahre Kunstwerke geschaffen. Die Begeisterung und überschäumende Kreativität der jungen Leute an der Schwelle zu ihrem Beruf lässt sich wohl kaum anschaulicher darstellen.

Ein festes Standbein für unseren Nachwuchs A Elmar Schmarl, Vorsitzender der Fachvertreter Karosseriebautechnik Tirol.

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ls Fachgruppenobmann finde ich die Zusammenarbeit zwischen der Innung und der Berufsschule besonders wichtig. Es sollen gemeinsame, fachspezifische Themen besprochen und ausgearbeitet werden. Die Berufsschullehrer setzen die Themen um, und bereiten gemeinsam mit den Lehrlingen die unterschiedlichen Aufgaben vor, wie zum Beispiel die Vorbereitung zur Lehrabschlussprüfung. Es werden zusammen Prüfungsstücke gefertigt, Pläne für die Anfertigung des Stücks gezeichnet und im praktischen Unterricht erstellt. Weiteres werden im theoretischem Unterricht Aufgaben wie Klimaanlageninstandsetzung, Rahmenrichtbänke etcetera behandelt. Somit ist das duale Ausbildungssystem für unsere Lehrlinge die perfekte Basis, um nach der Lehrabschlussprüfung als Top ausgebildeter Fachmann in den Betrieben zu arbeiten. Der Beruf des Karosseriebautechnikers ist sehr vielfältig und anspruchsvoll, da er sowohl die Unfall-

instandsetzung und den Fahrzeugbau als auch die Restauration von Oldtimern und Design-Lackierungen umfasst. Wir Karosseriebautechniker sind heute gefordert, uns mit sämtlichen neuen Reparaturmetoden zu beschäftigen und diese sofort in spezifischen Kursen an die Karosseriebauer und auch an die Lehrlinge an den Berufsschulen weiterzugeben. Dazu gehören beispielsweise Hochtemperatur-Löten, Aluminiuminstandsetzung, Kleben und Nieten, die moderne Fahrzeugvermessung etcetera. Derzeit werden in Tirol an die 130 Lehrlinge ausgebildet und wir sind stolz, unserem eigenen Nachwuchs in unserem Beruf ein gefestigtes Standbein bieten zu können. Mit freundlichen Grüßen Elmar Schmarl, Vorsitzender der Fachvertreter der Tiroler Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und Wagner


BerufSschul Special

TFBS innsbruck Facts & Figures

Nicht nur Kfz-Mechaniker, auch Karosseriebautechniker werden in der Ausbildung mit der Fahrzeugelektronik vertraut gemacht.

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„Es wird nie langweilig“ Seit über drei Jahrzehnten ist die Firma Glonner im Tiroler Ebbs Spezialist für Karosserie-, Lack- und Glasreparaturen an Fahrzeugen aller Marken. Geschäftsführer Josef Glonner betont die Bedeutung einer fundierten Lehrlingsausbildung. Kfz Wirtschaft: Aus welchen Motiven entscheiden sich heute junge Menschen für den Beruf des Lackierers? Josef Glonner: Die meisten unserer Lehrlinge suchen die handwerkliche Herausforderung und auch den Bezug zum Auto. Nebenbei können sie als Lackierer bis zu einem gewissen Teil ihre künstlerische Fähigkeit unter Beweis stellen und somit auch Unikate schaffen.

Was kann ein Lackexperte wie PPG/ Nexa Autocolor zusätzlich zum Thema vermitteln? Sehr viel – das fundierte Fachwissen der spezialisierten Techniker ist sehr wichtig, um immer auf dem neuesten Stand des Fortschritts zu sein. Natürlich sind auch die speziellen Schulungen im Technikzentrum wichtig für die Weiterbildung.

Anforderungen: Neben dem entsprechenden Interesse für den jeweiligen Beruf erfordern die an der TFBS Innsbruck unterrichteten Lehrberufe technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Teamfähigkeit sowie Sinn für Form und Design mit einem Schuss Kreativität. Lehrberufe: Installations- und GebäudetechnikerIn KarosseriebautechnikerIn SpenglerIn, KupferschmiedIn, BlechtechnikerIn

Welche Vorteile bietet der Beruf des Karosseriebautechnikers für junge Leute? Der Lehrling hat die Garantie, dass es sicher nie langweilig und eintönig wird, denn die Automobilbranche stellt uns nahezu täglich vor neue Herausforderungen, die nur gut ausgebildete Fachleute bewältigen können. Wie sieht aus Ihrer Sicht die Zukunft der Berufsausbildung durch eine Lehre aus? Das System der Lehre passt im Großen und Ganzen ganz gut. Ich würde mir nur noch mehr Praxis und praxisorientierte Ausbildung wünschen.

Leitbild: Die zentralen Anliegen der Tiroler Fachberufsschule für Installation und Blechtechnik in Innsbruck sind eine fundierte berufliche Ausbildung, die Förderung der Persönlichkeit sowie die Weiterentwicklung der sozialen Kompetenzen der Tiroler Lehrlinge. Schulleitung und Lehrerteam sehen die Dualität der Ausbildung sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrbetrieben und Schule als Garant für eine Ausbildung auf dem neuesten Stand der Technik.

Kontakt: Tiroler Fachberufsschule für Installations- und Blechtechnik Mandelsbergerstr. 12 6020 Innsbruck Tel.: 0512 / 58 44 84 Fax: 0512 / 58 44 84-8 www.tfbs-installation.tsn.at Karosseriebetrieb Glonner in Ebbs in Tirol.

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Interview

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Direktor-Stellvertreter Winfried Judmaier

„Der Unterricht wird kompetenzorientiert“ Winfried Judmaier ist seit fünf Jahren Direktor-Stellvertreter an der TFBS Innsbruck. Die größte Herausforderung der nächsten Zukunft sieht er darin, die Lehrlingsausbildung in puncto Image einer AHSAusbildung gleichzustellen, damit der Wirtschaft nicht die Facharbeiter ausgehen. Zur Person Winfried Judmaier Geboren 1967, war Winfried Judmaier nach der Matura bei der Hypo Tirol Bank AG tätig. 1996 ging er als Lehrer an die Tiroler Fachberufsschule für Installations- und Blechtechnik in Innbruck. 2008 wurde er zum BerufsschuldirektorStellvertreter berufen und ist seither für administrative Arbeiten in allen Bereichen der Schule verantwortlich. Winfried Judmaier ist verheiratet und hat drei Kinder. Zu seinen Hobbies zählen Gesang und Sport, insbesondere Schifahren.

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KFZ Wirtschaft: Herr Judmaier, Sie sind derzeit als Direktor-Stellvertreter für administrative Belange in allen Schulbereichen verantwortlich. Was sehen Sie als Ihre Hauptaufgabe? Winfried Judmaier: Ich sorge gemeinsam mit dem Lehrerteam dafür, dass die Ausstattung unserer Schule immer auf dem neuesten Stand ist. Seit dem Neubau unseres Werkstättentraktes im Jahr 2003 haben wir großzügig Platz zur Verfügung. Es gibt eine Werkstatt für die Blechbearbeitung, eine Schweißerei mit Mig- Mag- und Schutzgasgeräten, eine Lackiererei mit Farbmischanlage und Lackierbox sowie Laboratorien für Fahrzeugvermessung, Elektrotechnik, Hydraulik und Pneumatik. Werden Sie bei der Ausstattung der Schule von der Industrie unterstützt? Die Industrie ist ein sehr wichtiger Partner unserer Schule, da sie uns großzügig mit Arbeitsmaterialien

und Leihgeräten unterstützt. Dafür bin ich auch sehr dankbar. In der Lehrlingsausbildung geht der Trend zum sogenannten Kompetenz-orientierten Unterricht. Was kann man sich darunter vorstellen? Es geht dabei darum, herkömmliche Fächergrenzen aufzulösen und den Unterricht so praxisnah wie nur möglich zu gestalten. Ein Beispiel ist das im Werkstattalltag wichtige Thema der Schadenskalkulation. Unterstützt von Eurotax und Audatex entwickeln wir derzeit eine Unterrichtsmethode, die eine Schadenskalkulation im Echtbetrieb simuliert. Das reicht von der Beratung des Kunden über die Gestaltung von Schriftstücken bis zur Kalkulation und zur Korrespondenz mit der Versicherung. Wann wird dieser Kompetenz-orientierte Unterricht eingeführt werden?


Interview

Wir haben 2008 mit der schrittweisen Umstellung des Unterrichts begonnen und wollen diesen Prozess in etwa drei Jahren abgeschlossen haben. Damit wird die Vernetzung von Theorie und Praxis mit Ausrichtung am effektiven Berufsalltag zum Standard. Wie entwickeln sich die Lehrlingszahlen im Bereich Karosseriebautechnik in Tirol? Unsere Lehrlinge kommen aus ganz Tirol, und wir verzeichnen heuer wieder ein leichtes Plus bei den Neuanmeldungen. Dennoch sehe ich in Zukunft verstärkten Handlungsbedarf, das Image der Lehre noch weiter zu verbessern. Wir müssen schauen, dass die Lehre zumindest als gleichwertige Ausbildung im Vergleich mit der Matura angesehen wird, sonst steuert die Wirtschaft auf einen drohenden Mangel an dringend benötigten Facharbeitern zu.

das nur einen Katzensprung von unserer Schule entfernt ist. Das Angebot ist derzeit gut gebucht. Im Nachbarhaus werden die Kfz-Techniker unterrichtet. Sind gemeinsame Projekte mit den Karosseriebautechnikern geplant? Es finden zwar derzeit keine gemeinsamen Projekte zwischen den beiden Schulen statt, dennoch streben wir nach Kooperation, wo sich das als sinnvoll erweist. Etwa denken wir an eine Zusammenarbeit im Bereich der Fahrzeugvermessung.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie zur Aufwertung des Lehrberufes beitragen? Wir wollen die Kontakte zur Wirtschaftskammer Tirol und zu den Innungen intensivieren. Außerdem weisen wir verstärkt auf die Möglichkeit hin, die Lehre mit der Matura zu kombinieren. Wir bieten diese Ausbildung gemeinsam mit dem WIFI an,

DAS GANZE IST MEHR ALS DIE SUMME SEINER TEILE Es gibt viele gute Gründe mit Nexa Autocolor zusammen zu arbeiten: Starke und bewährte Produktsysteme Farbtonkompetenz und Prozesssicherheit Individuelle Services und zukunftsorientierte Konzepte Innovationsstärke und Investitionsbereitschaft Mitarbeiterkompetenz und Werkstattnähe Wir arbeiten für Sie und eine erfolgreiche Zukunft – gerne und motiviert!

Für mehr Informationen: Tel.: 0662 / 420 425 oder www.nexaautocolor.com Nexa Autocolor, Aquabase and Aquabase®Plus are trademarks of PPG Industries. © 2011 PPG Industries, all rights reserved.

Das Lehrerteam für Karosseriebautechnik an der TFBS Innsbruck: Berufsschullehrer Emil Hatzl, Peter Höpperger, Robert Gamper (v.l.).


Erfolge

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schulprojekte

Die Kunst der Blechgestaltung An der Tiroler Fachberufsschule für Installation und Blechtechnik stehen den Karosseriebautechnikern großzügig angelegte Werkstätten zur Verfügung. Hier fertigen die Schüler nicht nur die Werkstücke für ihre Abschlussprüfung sondern auch nützliche Ausstattungsgegenstände für die ganze Schule.

Die Lehrlinge zeigen großes Engagement bei der Bearbeitung ihrer Prüfungs-Werkstücke (l.o.) sowie bei Schulprojekten zur Mülltrennung (r.o.). Ihre Kreativität leben Sie mit dem Luftpinsel aus (u.).

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K

arosseriebautechniker müssen sich heute einer Vielzahl neuer Herausforderungen stellen. Eine davon ist es, bei den neuen Fügeverfahren auf dem Laufenden zu bleiben. Emil Hatzl, Berufsschullehrer an der TFBS Innsbruck, erklärt: "Früher wurden Bleche einfach geschweißt, heute wird immer öfter auch genietet, geklebt und gelötet." Mit immer neuen Legierungen versuchen die Autohersteller, noch mehr Festigkeit bei gleichzeitiger Gewichtsund Kostenersparnis zu erzielen, was die Reparatur der Karosserieteile naturgemäß verkompliziert. Kein Wunder daher, dass heute meist ausgetauscht

wird, wo früher noch ausgeklopft wurde. "Moderne Bleche sind oft so dünnwandig, dass eine Reparatur kaum noch möglich ist", erklärt Hatzl. Aber auch die Lackindustrie schläft nicht und präsentiert laufend neue Produkte und Verfahren, auf die sich die Lehrlinge einstellen müssen. Die Folge ist, dass es zwischen den Berufen Karosseriebautechniker und Kfz-Techniker aufgrund der hohen Spezialisierungsgrade immer weniger Überschneidungen gibt. Dennoch finden sich immer wieder auch Lehrlinge, die alles können wollen und den Aufwand nicht scheuen, beide Berufe hintereinander zu erlernen.


Schüler-Statements

Schülerkommentare

Karosseriebautechniker der Zukunft Dominic Rowain, 20, 2. klasse, firma teissl (lienz) Schon als Kind habe ich von einem Beruf geträumt, der mit Autos zu tun hat. Als Jugendlicher war es nicht leicht, als Mechaniker eine Lehrstelle zu bekommen, daher bin ich bei der Karosseriebautechnik gelandet. Die zweite Wahl ist aus heutiger Sicht aber für mich die bessere, da ich in diesem Beruf meine Kreativität besser ausleben kann.

manuel pletzenauer, 17, 2. klasse, porsche (st. johann) Mein Vater ist Kfz-Mechaniker und Spengler, und daher ist mir die Arbeit an Autos in der hauseigenen Garage von der Kindheit an vertraut. Nach meiner Ausbildung zum Karosseriebautechniker will ich noch die Lehre als Kfz-Mechaniker absolvieren, um für alle Anforderungen in einer Kfz-Werkstatt gerüstet zu sein.

roland pichler, 16, 2. klasse, kfz holzknecht (längenfeld) Ich habe im Zuge meiner Berufsentscheidung sowohl in den Beruf des Kfz-Technikers als auch in die Karosseriebautechnik hineingeschnuppert. Das Arbeiten mit Blechen und Lacken hat mir mehr getaugt, da für mich das Erfolgserlebnis größer ist, wenn ich ein Auto optisch und nicht nur mechanisch oder elektronisch wieder herstellen kann.

Vitus pfurtscheller, 19, 2. klasse, auto hofer (neustift im stubaital) Ich habe drei ältere Brüder und bin daher mit Autos aufgewachsen, an denen wir immer herumgeschraubt haben. Nach der Schule habe ich die Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter absolviert, da wir zu Hause einen Bauernhof haben. Jetzt lasse ich mich noch zum Karosseriebautechniker ausbilden, um meine Perspektiven zu erweitern.

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