Bauzeitung 23/19

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Baustelle LSD-BG Drei Urteile verursachen Handlungs­ bedarf beim LSD-BG.

Schulungssache Im Winter heißt es für viele Verarbeiter zurück auf die Schulbank.

bauzeitung Österreichische Post AG, WZ 02Z030718 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstr. 15, 1120 Wien, Retouren an Postfach 100, 1350 Wien

ÖSTERREICHISCHE

Nr. 23 |  29. 11. 19

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Editorial 3 BAUZEITUNG 23 2019

23 Editorial

Simon Jappel

Auslegungssache

Sonja Meßner, Chefredakteurin

Über Lohn- und Sozialdumping zu schreiben ist manchmal nicht ganz einfach. Das Thema ist heikel, zu schnell hat man den schwarzen Peter. Dabei sind sich eigentlich alle einig, dass es erstens am Bau leider immer wieder Realität ist, zweitens bestraft werden muss und es drittens immer die anderen sind. Um Klarheit und Rechtssicherheit für Unternehmen zu schaffen, trat Anfang 2017 das neue LSD-BG in Kraft – in den letzten Monaten sorgten allerdings ein EuGH- und darauffolgende VwGH-Urteile wieder für Unruhe. Ab Seite 6 hat sich Christoph Hauzenberger mit den Fakten und Urteilen auseinandergesetzt und auch nachgefragt, welche Auswirkungen die Rechtsprechung für Unternehmen haben könnte. Doch wie das häufig so ist, fragt man zehn Experten, bekommt man schnell einmal 20 Meinungen. In einem Punkt sind sich jedoch diesmal alle einig: Es gibt Handlungsbedarf, um wieder Rechtssicherheit für Unternehmen herzustellen. Deshalb sollte die Überarbeitung des LSD-BG wohl eine der ersten Maßnahmen der zukünftigen Bundesregierung sein. Viel Spaß mit dieser Ausgabe, Ihre Sonja Meßner

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4 Inhalt

BMF/Citronenrot

BAUZEITUNG 23 2019

Doka

Reinhard Seiß / Urban+

06 06 Das Ende des ­Kumulationsprinzips? Abschreibungsposten Lohnunterlagen? Drei Urteile verursachen Handlungsbedarf beim LSD-BG.

24 24 In der Wintersaison heißt es für Verarbeiter zurück auf die Schulbank. Warum Schalungsproduzenten und Bauunternehmen gleichermaßen profitieren.

16

16 Was wurde aus Mon­te Laa? Der Stadtteil war eine von vielen „Erfolgsgeschichten“ des Wiener Wohn- und Städte­baus. Doch hält sie einer nüchternen Betrachtung kaum stand.

Inhalt Aus der Branche

Fokus Schalung

Baustelle LSD-BG

06

Schulungssache

24

100 Jahre auf und zu

09

Kurz gemeldet

28

Über den Tellerrand

10

Baumaschinen

Bauakademie Tirol erstrahlt in neuem Glanz

11

Innung Gutachten vom Baumeister

14

Planung & Ausführung Anspruch und Wirklichkeit

16

Original oder nicht Original

32

Kurz gemeldet

36

Service Aus 5 mach 1: Neue ÖNorm

38

Zusammenschluss während Vergabeverfahren

39

„Gefahrenquelle“ Bauwerk

40

Architektur, die Emotionen weckt 18 CO2-neutrale Zukunft 19 (Über)spannende Arbeiten 20

Standards #meineFragezuBIM  38 Kalender  41 Feierabend  42 Marktplatz  43 Impressum  43


Nachgefragt 5 BAUZEITUNG 23 2019

Nachgefragt FINDEN SIE DIE STRAFHÖHE IM ZUSAMMENHANG BEI VERGEHEN GEGEN DAS LOHN- UND SOZIAL­D UMPING-BEKÄMPFUNGSGESETZ ANGEMESSEN?

Quelle: Leserumfrage der Österreichischen Bauzeitung; Grafiken: Cecile M. Lederer | butjabutja.com

Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt.

39

%

39

%

39 % Ja, das Strafmaß ist angemessen und sollte auch in Zukunft bestehen bleiben.

22

%

39 % Nein, vor allem aufgrund des im österreichischen Verwaltungsstrafrecht derzeit geltenden Kumulationsprinzips fallen die Strafen völlig unverhältnismäßig aus. 22 % Wie zahlreiche Fälle beweisen, ist auch das verschärfte Strafmaß noch nicht hoch genug, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.

Zahlen des Monats LOHN- UND SOZIALDUMPING Nicht alle lassen sich von den Anti-Lohndumping-Maßnahmen stoppen, wie eine parlamentarische Anfragebeantwortung ergab. In der Baubranche sehen die Zahlen folgendermaßen aus.

2.460

BETRIEBE WURDEN 2018 IN DER BAUBRANCHE KONTROLLIERT

201 8 % FÄLLE DAVON LIESSEN VERDACHT SCHÖPFEN

DER ÜBERPRÜFTEN PERSONEN SIND DAMIT VERDÄCHTIG


6 Aus der Branche BAUZEITUNG 23 2019

Baustelle LSD-BG Das Ende des Kumulationsprinzips? Abschreibungsposten Lohnunterlagen? Drei Urteile verursachen Handlungsbedarf beim LSD-BG.

beigestellt

Zuwiderhandlungen beim Lohnund Sozialdumpingbekämpfungsgesetz könnten daher für ausländische Unternehmer zu kalkulierbaren, vergleichsweise geringen Aufwendungen in der Gesamtkalkulation werden, die man einfach in Kauf nimmt. WILFRIED LEHNER, LEITER FINANZPOLIZEI

W

enn sich Strafen in Millionenhöhe addieren und die Ersatzfreiheitsstrafen über neun Jahre betragen, ist das für die Betroffenen ein hartes Los. Doch gerade diese hohen Strafen, die sich durch das Kumulationsprinzip im Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSD-BG) ergeben, wurden geschaffen, um abschreckende Wirkung zu haben und heimische Unternehmen vor unlauterem Wettbewerb zu schützen. Dieser Schutz ist jedoch zu stark ausgefallen, wie drei aktuelle Gerichtsurteile belegen. Nun besteht akuter Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers, der den Spagat zwischen Abschreckung und Verhältnismäßigkeit schaffen muss.

Erste Zweifel Den Anfang machte die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Fall Čepelnik (EuGH 13. 11. 2018, C-33/17). Dieser sah die Ausgestaltung der Sicherheitsleistung – also faktisch das Pfänden von Zahlungen des Kunden durch die Behörde – als überschießend, wiewohl grundsätzlich zulässig an. Somit wäre mit wenigen Änderungen eine Herstellung der Konformität mit dem Unionsrecht möglich, dennoch wurde seitens der verantwortlichen Politiker nicht gehandelt. Und auch das zweite Urteil des EuGH aus dem September dieses Jahres erfordert Handlungsbedarf.

BMF/Citronenrot

TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

Langwieriger Prozess Der sogenannte „Fall Andritz“ beschäftigt seit 2015 die heimischen Gerichte. Bei einer Kontrolle der Finanzpolizei auf einer Montagestelle der Firma Andritz fehlten die Lohnunterlagen für 217 Mitarbeiter der kroatischen Firma Brodmont, die für die Fertigstellungen von Arbeiten herangezogen wurden. Erschwerend kam hinzu, dass die beteiligten Unternehmen davon ausgegangen waren, einen Subunternehmervertrag abgeschlossen zu haben, während die zuständige Behörde, die Bezirkshauptmannschaft Murtal, dies als versteckte Arbeitskräfteüberlassung qualifizierte. Daraus ergaben sich fünf Urteile mit Strafen in Millionenhöhe. Brodmont-Geschäftsführer Zoran Maksimovic wurde wegen des Verstoßes gegen die Verpflichtung, die Lohnunterlagen der 217 Arbeiter bereitzustellen, zu einer Strafe in der Höhe von 3,255 Millionen Euro verurteilt. Gegen jedes der damals vier Vorstandsmitglieder von Andritz – Humbert Jörg Köfler, Wolfgang Leitner, Joachim Schönebeck und Wolfgang Semper – wurden Strafen von 2,604 und 2,4 Millionen Euro wegen Nichteinhaltung von Pflichten hinsichtlich der Bereithaltung von Lohnunterlagen sowie der Einholung von Beschäftigungsbewilligungen für 200 Arbeitskräfte verhängt. Diese Strafen ent-


Aus der Branche 7 BAUZEITUNG 23 2019

sprächen im Fall von Uneinbringlichkeit Ersatzfreiheitsstrafen von 1.736 und 1.600 Tagen. Hinzu kommt noch je ein Verfahrensbeitrag in der Höhe von 20 Prozent der verhängten Strafe.

Zu hoch, zu viel Die Betroffenen erhoben gegen die Urteile Berufung, und auch das zuständige Gericht hegte Zweifel. Vor ­allem die Höhe der Strafen gegen die einzelnen Personen sowie die entsprechenden Ersatzfreiheitsstrafen, die sich aus der Anzahl der Fälle und der vorgegebenen Mindeststrafen ergaben, veranlasste das Landesverwaltungsgericht Steiermark zur Aussetzung des Prozesses sowie zu einer Anfrage an den EuGH. Das Gericht begründet die Anfrage, wie weit das österreichische Urteil dem aktuellen EU-Recht entspreche, damit, dass „ihm die Strafen für die Nichtbereithaltung von Lohnunterlagen einfach zu hoch“ erschienen. Dies sah auch der EuGH ähnlich (EuGH 12. 9. 2019, C 64/18, C 140/18, C 146/18 und C 148/18) und kritisierte die Höhe der Strafen, der Ersatzfreiheits­strafen sowie der Verfahrensbeiträge und das Fehlen einer Obergrenze bei kumulativen Strafen im LSD-BG. So erachtet der EuGH in diesem Fall die österreichischen Regelungen als grundsätzlich zulässig, im Ergebnis aber überschießend und kippte damit die Urteile. Diese Entscheidung griff auch der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) kurze Zeit später auf, um sein Urteil in einem ähnlich gelagerten Fall zu begründen.

Aufgegriffen Auch in dem Wiener Fall konnte die Baufirma die erforderlichen Lohnunterlagen von 25 Arbeitern eines Subunternehmers bei einer Kontrolle der Finanzpolizei nicht vorweisen. Die fünfundzwanzig Geldstrafen ergaben insgesamt 150.000 Euro – oder eine Ersatzfreiheitsstrafe von über neun Monaten – zuzüglich 15.000 Euro Kostenbeitrag zum behördlichen Strafverfahren sowie 21.600 Euro zum Beschwerdeverfahren. Der VwGH kippt dieses Urteil (Ra 2019/11/0033) und argumentierte dies entlang des EuGH-Urteils, vor allem was das Ausmaß der Strafe betraf. Ebenfalls stellte man fest, dass die Höhe der Strafen durch eine Höchstgrenze gedeckelt werden sollte und diese nicht zwangsläufig mit einer Ersatzfreiheitsstrafe zu verknüpfen sind.

Kumulationsprinzip am Ende? Die Judikatur des EuGH sowie der daraus resul­ tierenden Erkenntnis des VwGH ist ein direkter Auftrag an den Nationalrat, das LSD-BG zu überarbeiten. Daraus resultierend sieht die Rechtslage bezüglich Strafen für die Nichtbereithaltung von Lohnunterlagen laut Rechtsexperten eine maximale Strafe von

10.000 Euro bei erstmaligem Vergehen bis hin zu 50.000 Euro im Wiederholungsfall vor. Die Strafen können jedoch nur noch, auch bei mehreren betroffenen Arbeitnehmern, bis zu dieser Maximalhöhe addiert werden. Ob sich daraus nun das endgültige Ende des Kumulationsprinzips ergeben könnte, ist unklar. Prinzipiell spricht sich der EuGH nicht dagegen aus, es wird nur das überschießende Strafmaß sowohl monetärer Natur als auch in Bezug auf die Ersatzfreiheitsstrafen als unionsrechtswidrig angesehen. Es bedarf aber aufgrund der Rechtsprechung auf alle Fälle einer Neuregelung des Kumulationsprinzips. Spannend ist auch die Frage, ob die vom EuGH aufgestellten Grundsätze ebenso für das Verbot der Unterentlohnung gelten.

Deutliche Worte, aber ... Sehr zufrieden ist man mit dem Urteil des EuGH seitens des Landesverwaltungsgerichts Steiermark. Man sieht sich in den eigenen Annahmen bestätigt und

DER ANLASSFALL „ANDRITZ“

Die Ereignisse im Zeitraffer Zellstoff Pöls beauftragte 2014 die Andritz AG mit einer Sanierung, woraufhin diese die in Kroatien ansässige Bilfinger Duro Dakovic Montaza als Subunter­ nehmer beauftragte. Da diese den Fertigstellungstermin nicht einhalten konnte, wurde zwischen ihr und Andritz vereinbart, die vergebenen Arbeiten ersatz­ weise von der in Kroatien ansässigen Brodmont fertigstellen zu lassen. September/Oktober 2015: Die Finanzpolizei führte Kontrollen auf der Bau­ stelle durch, bei denen ihr nicht die vollständigen Lohnunterlagen aller 217 Arbeiter von Brodmont vorgelegt werden konnten. April 2017: Die Bezirkshauptmannschaft Murtal verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 3,255 Millionen Euro gegen den Brodmont-GF Zoran Maksimovic (Verstoß gegen die Verpflichtung, die Lohnunterlagen der 217 Arbeiter bereitzu­ stellen). Zusätzlich wurden Strafen von 2,604 und 2,4 Millionen Euro zzgl. 20 Prozent gegen jedes der vier Vorstandsmitglieder von Andritz (Köfler, Leitner, Schönbeck, Semper) wegen Nichteinhaltung bestimmter Pflichten hinsichtlich der Bereithaltung von Lohnunterlagen sowie der Einholung von Beschäftigungs­ bewilligungen für 200 Arbeitskräfte verhängt. Diese Strafen entsprächen im Fall von Uneinbringlichkeit Ersatzfreiheitsstrafen von 1.736 und 1.600 Tagen. 2018: Gegen diesen Bescheid erhoben die betroffenen Personen Beschwerden beim Landesverwaltungsgericht Steiermark, das Zweifel hegte, ob die sehr hohe Gesamtstrafe mit dem unionsrechtlichen Grundsatz der Verhältnismäßig­ keit von Sanktionen vertretbar sei. Ebenso wurde die Höhe der Ersatzfreiheits­ strafe sowie die des Verfahrenskostenbeitrag in der Höhe von 20 Prozent der verhängten Geldstrafe im Falle einer Abweisung hinterfragt. Man entschied sich dazu, die Verfahren auszusetzen und beim EuGH Fragen bezüglich des Straf­ maßes zur Vorabentscheidung vorzulegen. September 2019: Der EuGH urteilt, dass Art. 56 AEUV in den befragten Punk­ ten der nationalen Regelung entgegensteht, und kippte somit die Urteile.


8 Aus der Branche BAUZEITUNG 23 2019

WILHELM BERGTHALER, PARTNER HASLINGER / NAGELE RECHTSANWÄLTE

Aufatmen nach Andritz oder zu früh gefreut? Für die Führungskräfte im Fall Andritz muss die Zustellung des EuGH-Urteils ein befreiendes Gefühl ausgelöst haben. Das Damoklesschwert von Millionenstrafen schwebt nicht mehr über ihnen. Jetzt ist wieder das Verwaltungsgericht am Zug, dem es zu verdanken ist, dass der EuGH den Strafexzess österreichischer Prägung gekippt hat. Aber hat er auch endgültig Klarheit geschaffen? Genau besehen hat der EuGH zwar deutlich gemacht, dass der Cocktail unseres Verwaltungsstrafrechts allzu zu giftig gemischt ist – mit den toxischen Zutaten aus Kumulationsprinzip, Strafmultiplikation, saftiger Verfahrenskostenpauschale und Ersatzfreiheitsstrafe. Wie dieses Gemisch allerdings verträglich zu gestalten ist, hat er unserem Gesetzgeber und den Gerichten überlassen. Der VwGH hat rasch reagiert und in einem Fall die Wurzel der EU-Rechtswidrigkeit – die Multiplikation einer Strafe „für jede/n Arbeitnehmer/in“ – einfach ausgerissen (juristisch formuliert für „vom Unionsrecht verdrängt“ erachtet), dadurch den Kostenbeitrag gesenkt und die Ersatzfreiheitsstrafe beseitigt. Das ist (noch) ein Einzelfall, dem viele folgen werden. An welcher Schraube des Verwaltungsrechts Gerichte und Behörden drehen werden, ist aber nicht ausgemacht. Nicht immer wird es genügen, einfach nur eine Zutat wegzulassen; manchmal muss die ganze Mechanik ausgehebelt werden. Was für das Arbeitsrecht gilt, wird man auch in anderen Gebieten nicht verweigern können. Das gebietet der Gleichheitssatz. Damit ist die juristische Kreativität gefragt, bis der Gesetzgeber Klarheit schafft. Die Strafmilderung à la Andritz ist kein Selbstläufer; sie muss Fall für Fall erkämpft werden. Fazit: Das Damoklesschwert des Strafexzesses wurde vom EuGH eingezogen; stattdessen hat er den Führungskräften ein starkes Schwert für die Verteidigung in die Hand gegeben – und dem Gesetzgeber einen Arbeitsauftrag erteilt: die Auswüchse bei Verwaltungsstrafen auf ein gerechtes Maß zurückzustutzen.

Parlamentsdirektion / Photo Simonis

Haslinger/Nagele

EXPERTEN KOMMENTAR

Das Andritz-Urteil erschwert den Zweck des LSD-BG, nämlich gerade gegen entsendende Unternehmen bei Verstößen ­vorzugehen. Das ist ­natürlich ein Rückschlag, aber noch kein Beinbruch. JOSEF MUCHITSCH VORSITZENDER GBH

lobt die Klarheit des Urteils ebenso wie die indirekte Feststellung, dass das Kumulationsprinzip rechtskonform ist. Vor allem den zweiten Punkt betont man auch ­seitens der Sozialpartner sowie der kontrollierenden Behörden. „Der EuGH hat gerade das Kumulationsprinzip nicht als problematisch eingestuft“, so Wilfried Lehner, Leiter der Finanzpolizei. „Gerade Strafdroh­ungen, die sich an der Anzahl der Dienstnehmer ­orientieren, sind für die Rechtsdurchsetzung zum Schutz der redlichen Unternehmer entscheidend.“ Ähnlich verortet man die aktuelle Rechts­situation auch bei den Sozialpartnern. „Das Andritz-Urteil erschwert den Zweck des Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetzes, nämlich gerade gegen entsendende Unternehmen bei Verstößen vorzugehen“, stellt der Gewerkschaft-Bau-Holz-Vorsitzende Josef Muchitsch fest. „Das ist natürlich ein Rückschlag, aber noch kein Beinbruch.“ Wichtig sei, und das ist auch Tenor der Interessenvertretungen seitens der WKO, Rechtssicherheit sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Deswegen bietet beispielsweise die WKO-Oberösterreich schon Veranstaltungen an, in denen die Auswirkungen für Betriebe sowie Geschäftsführer erläutert werden.

Kalkulierbarer Posten? Zusätzlich besteht die Sorge, dass eine Deckelung der Strafe im Ausmaß der bisherigen Einzel­strafen für das Nichtbereithalten von Lohnunter­lagen bei großen Entsendefällen – also genau jenen ­Fällen, die zu massiven Wettbewerbsverzerrungen ­führen – für die Lohndumper zu Bagatelldelikten werden. „Das Lohndumping selbst kann nicht mehr überprüft werden, da keine Lohnunterlagen vorgelegt werden, und die Nichtvorlage ist mit der Höhe der bisherigen Einzelstrafdrohung limitiert“, meint Lehner. „Zuwiderhandlungen beim Lohn- und Sozial­dumpingbekämpfungsgesetz könnten daher für ausländische Unternehmer zu kalku­lierbaren, vergleichsweise geringen Aufwen­ dungen in der ­Gesamtkalkulation werden, die man einfach in Kauf nimmt.“ Folglich sieht man vor allem die Politik gefordert, nicht nur das LSD-BG im Nationalrat dem euro­ päischen Recht entsprechend abzuändern, ­sondern auch darauf zu achten, dass die wirkungsvollen gesetz­lichen Maßnahmen gegen Lohn- und Sozial­dumping nicht wirkungslos werden. „Es muss Schluss sein damit, dass sozialbetrügerische ­Firmen die ehrlich arbeitenden Unternehmen und deren Beschäftigten bei jeder Ausschreibung unter­bieten und dass sie und ihre Auftraggeber die S ­ trafen, wenn sie erwischt werden, dann aus der Portokasse ­­zahlen – oder gar nicht, weil sie immer noch nicht grenz­ überschreitend vollstreckbar sind“, so Muchitsch.  ◼


Aus der Branche 9 BAUZEITUNG 23 2019

100 Jahre auf und zu Evva

Evva zeigt seit 100 Jahren, dass Schließsysteme erhebliche Innovation in sich tragen können. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

A

ls sich 1919 drei Ingenieure zusammenschlossen, um das „Erste Versuchslaboratorium für Erfindungen“ – das ein Jahr später in Erfindungs-Versuchs-Verwertungs-Anstalt, kurz Evva, umbenannt wurde – zu gründen, dachte wohl keiner daran, dass man 100 Jahre später noch immer Schließlösungen am Puls der Zeit entwickeln und produzieren wird. „Unsere Unternehmensgeschichte war sehr wechselhaft“, stellt der CEO der Evva-Gruppe, Stefan Ehrlich-Adám, fest. „Trotzdem haben wir immer versucht, innovativ zu bleiben, schließlich ist unser Erfinder- und Pioniergeist die Triebfeder unseres Erfolgs.“

HIGHEND Bei Evva werden in der hauseigenen Maschinenbauabteilung neue Produktionsanlagen nach Möglichkeit selbst entworfen und gebaut.

den unzähligen Möglichkeiten der einzelnen Schließsysteme, vor allem die Lebenszykluskosten eine großer Herausforderung dar. Geht es um Zukunftsvisionen, sind laut Notbauer zwei Trends tonangebend: So werden einerseits künstliche Intelligenz und andererseits Connectivity in den nächsten Jahren der Branche sowie den Entwicklungen ihren Stempel aufdrücken. ◼

Innovativ in die Zukunft Seit dem ersten Patent 1937 für ein Hängeschloss hat sich vieles geändert. Mittlerweile hat man 382 Patente in 50 Patentfamilien, zudem sind Schließsysteme längst ein Zusammenspiel aus Mechanik und Elektronik. Dies spiegelt sich auch in den elektronischen Schließsystemen wie dem Xesar 3.0 oder dem Air Key wider. „Geht es um die Implementierung und Planbarkeit unserer Systeme in Bauprojekten, wird auch für uns BIM ein wesentlicher Baustein sein“, erklärt Johann Notbauer, Konzernbereichsleiter Marktinnovation und Technologie. „Wir arbeiten gerade an der Digitalisierung aller unserer Systeme und hoffen, spätestens in zwei Jahren alle Daten für die Planung in BIM bereitstellen zu können.“ Dabei stellen, neben

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10 Aus der Branche BAUZEITUNG 23 2019

Über den Tellerrand sehen In Villach traf sich Österreichs Bauwirtschaft im Rahmen des Innovationskongresses und widmete sich dem Thema, welche Ausbildung die Zukunft denn bräuchte.

Erfolgsfaktor Mensch Einer der Höhepunkte des diesjährigen Bau-Forums war das Chefgespräch, bei dem die Spitzen der österreichischen Bauwirtschaft das Thema „Welche Ausbildung braucht die Zukunft?“ diskutierten. Einig war man sich darin, dass bei aller Digitalisierung der Faktor Mensch und die Kommunikation zwischen allen an einem Projekt Beteiligten von

Knauder-Fotografie (2)

A

m letzten Tag des Innovationskongresses in Villach gab sich die Spitze der österreichischen Bauwirtschaft ein Stelldichein. Im Rahmen des dritten Bau-Forums wurden aktuelle Trends, Technologien der Zukunft und die Anforderungen an modernes Management in der Branche diskutiert. Die beiden Initiatoren und Leiter des Bau-Forums, FH-Prof. Walter Schneider und Volker Bidmon, Leiter Kompetenzzentrum Straßen und Brücken der Kärntner Landesregierung, verdeutlichten in ihren Eingangsstatements die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Baubranche. Bidmon hob hervor, dass die Baubranche über den Tellerrand blicken und sich mit anderen Disziplinen auseinandersetzen müsse, um von diesen zu lernen und am Puls nicht nur der technologischen, sondern auch der gesellschaftlichen Veränderungen zu bleiben. Schneider betonte den Faktor des Humankapitals und wie elementar bestens ausgebildete Fachleute in allen Bereichen des Bauwesens und der Architektur seien. In diesem Zusammenhang passte es hervorragend, dass die Baufirmen Porr, Strabag und Swietelsky 200 HTL-Schüler aus ganz Österreich zum Bau-Forum eingeladen hatten und diesen High Potentials die Gelegenheit gaben, von den hochkarätigen Vortragenden aus ganz Europa zu lernen, darunter Hirnforscher Manfred Spitzer oder Gotthard-Tunnel-Projektleiter Heinz Ehrbar.

zentraler Bedeutung bleiben werden. Karl Pein, Geschäftsführer der Porr Bau GmbH, hob hervor, dass permanente Aus- und Weiterbildung immer bedeutsamer würden. Aus diesem Grund habe sein Unternehmen in Wien einen eigenen Campus errichtet. Er sieht seine Branche aber auch in anderen Dingen gefordert: „Wir müssen uns künftig stärker über Arbeitszeiten, Auszeiten und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie Gedanken machen.“ Ein neues Führungsverständnis erachtet StrabagSE-Vorstand Peter Krammer künftig angesichts der immer schneller werdenden Veränderungen für unumgänglich, er spricht hier von „Digital Leadership“, bei dem man stärker vorausschauen und permanent Impulse für die Organisation und die Mitarbeiter setzen müsse. Zudem hält er „die Zeit für mehr weibliche Mitarbeiter in der Baubranche für überreif“. Karl Weidlinger, Geschäftsführer der Swietelsky BaugmbH, betonte, dass es in Zukunft noch wichtiger würde, „den Blickwinkel über die Basics, die man in der Schule, an der FH oder Uni lernt, hinaus zu erweitern und offen zu bleiben“. Bezüglich der immer schwierigeren Suche nach guten Mitarbeitern ergänzte er: „Ohne soziale Medien geht bei der Personalakquise nichts mehr.“ Dass sich aber nicht nur die Bauindustrie in Sachen Ausbildung und Fachkräftemangel rüsten muss, betonte auch der Tiroler Landesinnungsmeister Anton Rieder, Chef des gleichnamigen Bauunternehmens: „Die KMUs müssen hier die Entwicklung mit den Großen mitmachen und attraktivere Arbeitgeber werden, sonst bleiben sie auf der Strecke. Das ist machbar, denn viele KMUs sind diesbezüglich auf Augenhöhe mit der Industrie.“ ◼

CHEFGESPRÄCH Bauexperten am Innovationskongress (v. l.): Karl Weidlinger (GF Swietelsky BaugmbH), Josef Pein (GF Porr Bau GmbH), Peter Krammer (Vorstand Strabag SE), Barbara Frediani-Gasser (Vizepräsidentin der Kammer der ZiviltechnikerInnen Steiermark und Kärnten) und Anton Rieder (Innungsmeister der Bauinnung in der WK Tirol) über Fachkräftemangel, Ausbildung und ein neues Führungsverständnis.


Aus der Branche 11 BAUZEITUNG 23 2019

Bauakademie Tirol erstrahlt in neuem Glanz Um Interessierten und Lernwilligen künftig noch mehr Service zu bieten, wurde das Gebäude der Bauakademie Tirol erweitert und modernisiert. uf dem Wifi-Campus in Innsbruck agiert die Bauakademie samt Lehrbauhof in der Rolle der größten Ausbildungsstätte für das Tiroler Baugewerbe. In den letzten Monaten hat die Landesinnung das Gebäude großzügig erweitert und damit eine kundenfreund­lichere und modernisierte Lernplattform für die Branche geschaffen. Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören der Zubau von Büros, die Erweiterung des Foyers inklusive des neuen, äußerst ansprechenden Empfangs sowie ein Erholungs­ bereich samt Terrasse im ersten Stock. Zudem wurden alle Seminarräume auf den neusten Stand der Technik gebracht. Herzstück der neuen Bauakademie ist ohne Zweifel die helle und großzügige Werkhalle, die künftig als Multifunktionshalle zum Einsatz kommen wird. „Unsere modernen Räumlich­keiten dienen nicht nur als Zentrum des Lernens, s­ ondern können von externen Interessierten als viel­seitige

OFP Kommunikation

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Eventlocation gebucht werden. Ob für Messen, Groß­ events, Firmenfeiern oder sogar Hochzeiten – unsere Kundinnen und Kunden profitieren ab sofort in allen Belangen und von einer zentralen Ansprechperson, die immer vor Ort ist“, so Mario Erhard, Leiter der Bauakademie Tirol.  ◼

ERWEITERUNG Herzstück des neuen ­Gebäudes an der Bauakademie Tirol ist eine Multifunktionshalle, die auch als Eventlocation gebucht werden kann.

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12 Aus der Branche BAUZEITUNG 23 2019

Blickfang BERLINER MAUER. BERLIN, DEUTSCHLAND

Polizeihistorische Sammlung des Polizeipräsidenten in Berlin

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errich­ ten“, erklärte der DDR-Staatsrats­ vorsitzende Walter Ulbricht im Juni 1961. Im August desselben Jahres wurde mit dem Bau begonnen. Am 9. 11. 1989 fiel die Berliner Mauer, nachdem sie mehr als 28 Jahre lang eine Stadt in zwei Welten geteilt hatte.

Deutliches Plus

Perspektivenwechsel

BILANZ  Der

Salzburger Bauwirtschaft geht es gut: Die Auftragsbücher sind voll, im Tiefsowie im Hochbau gab es dieses Jahr eine deutliche Steigerung bei den Bau­volumina. Das Plus liegt bei 3,1 respektive 3,3 Prozent. Für den Tiefbau ist das das zweite gute Jahr nach einer mehrjährigen Flaute.

IG Lebenszyklus Bau erweitert Perspektive auf das Umfeld nachhaltiger Bau- und Immoprojekte.

Ö

kologische, soziokulturelle und ökonomische Veränderungsprozesse sowie die Digitalisierung und Automatisierung vieler Arbeitsabläufe machen die integrale Betrachtung von Gebäude- und Quartiersentwicklung heute zu einer Notwendigkeit, so der Tenor beim neunten Jahreskongress der IG Lebenszyklus Bau, die Anfang 2019 eine intensive Auseinandersetzung mit den Umweltfaktoren Mobilität, Vernetzung und Verknappung und deren Wechselwirkung auf das Gebäude eingeläutet hat. Mit den ersten Ergebnissen in Form von vier Publikationen und einem Videoprojekt präsentierte der Verband in der Wirtschaftskammer Wien neue Impulse und Leitlinien für die effektive Bewältigung anstehender Herausforderungen bei der lebenszyklusorientierten Planung, Errichtung, Finanzierung und Bewirtschaftung von Gebäuden und deren Umfeld.

Strahlender Sieger IMMOINDUSTRIE  Das

Wiener Proptech iDWell unter Alexander Roth sicherte sich mit seinem Digitalisierungskonzept für Immobilienverwaltung den Sieg der Innovation Challenge der TU Wien und des ÖVI. Dabei erhielt das junge Unternehmen sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis.

Vonovia wächst deutsche Immobilien­­­kon­ zern Vonovia hat die Ergebnisse deutlich gesteigert. Von Jänner bis September stieg das operative Ergebnis nach Zinsen und Steuern um knapp elf Prozent auf 933 Millionen Euro. Rückenwind kam vor allem durch die Übernahme der österreichischen Buwog.

IG Lebenszyklus / Leo Hagen

ERGEBNIS  Der

Diskussionsteil­ nehmer (v. l.): Karl Friedl, Jens ­Dangschat, ­Wojciech Czaja, Stefan ­Rufera, Jasmin Soravia, Klaus Reisinger, Claudia Nutz und Christoph Achammer.


Aus der Branche 13 BAUZEITUNG 23 2019

Investition

Die Strabag investiert neun Millionen Euro in eine neue Konzernlehrwerkstatt in Ybbs.

Umdasch Group Ventures steigt in die Immobranche ein.

D

U

ie Strabag plant in Ybbs an der Donau eine neue Konzernlehrwerkstatt, die den Schulungs­ bedarf von rund 250 Lehrlingen pro Jahr decken wird. Das Unternehmen investiert neun Millionen Euro in die moderne Lehrlingsausbildung. Auf 31.000 Quadratmetern entstehen eine Ausbildungshalle mit Schulungs­ räumen, Freiflächen für Baugeräteausbildung sowie ein Quartier für 40 Lehrlinge mit Aufenthaltsräumen. Ybbs an der Donau wurde als Standort gewählt, da eine sehr gute Anbindung zur Westbahnstrecke gegeben ist und aufgrund von Ausbildungsstätten anderer Unternehmen bereits eine umfangreiche Infrastruktur für Lehrlinge vorhanden ist. Bisher wurden für den Maurer-, Pflasterer-, Schalungsbauer- und Tiefbauer-Lehrberuf Winterausbildungen aus Kapazitätsgründen an zwei unterschiedlichen Standorten - Linz und Guntramsdorf - angeboten. „In der Konzernlehrwerkstatt wollen wir alle vereinen und somit auch die Synergien besser nutzen“, erklärt Lehrlingsbeauftragter Günther Metzler. In Grundschulungen werden die jungen Leute auf den Einsatz auf der Baustelle vorbereitet. In den folgenden Lehrjahren ­werden diese ­Themen dann in Theorie und Praxis vertieft. Die praktische Ausbildung erfolgt im Stationsbetrieb unter der Anleitung bauerfahrener Strabag-Trainer.

STRABAG

Neue Lehrwerkstatt

Strabag investiert in die Zukunft des Unternehmens mit einer neuen Lehrwerkstatt.

mdasch Group Ventures beteiligt sich zu 51 Prozent am Münchner Proptech-Unternehmen Neo Twin. Der Konzern erweitert damit seine Geschäftstätigkeit auf den gesamten Gebäudelebenszyklus und stärkt seine Kompetenz und Zukunftsfähigkeit. Zudem erwartet man sich mit dem strategischen Investment viele Synergien mit den bestehenden digitalen Services von Contakt und Doka. NeoTwin selbst ist eine Real-Estate-Plattform, mit der der gesamte Gebäudelebenszyklus von der Planung bis zum Abriss durchgängig und voll BIM-fähig digitalisiert wird. Das ermöglicht eine Produktivitätssteigerung im gesamten Projekt- und Asset-Portfolio durch ein Realtime-Monitoring und Management auf Basis von Kennzahlen und Analysen. Aufgebaut ist die Plattform auf etablierte Tools wie Autodesk BIM 360 und Microsoft und ermöglicht die Integration von am Markt bewährten Softwareprodukten. Diese Programme und deren Daten werden auf der Plattform orchestriert und mit eigenen zu einer Building-Life­cyclePlattform zusammengeführt.

Stefan Bogner ist neuer Geschäftsführer der Wacker Neuson Linz. Seit 1. Novem­ ber verantwortet er die Berei­ che Vertrieb, Marketing, Kundendienst, Finanzen und Controlling. Zuletzt war er Geschäftsführer der CNH Industrial Deutschland, wo er den Vertrieb von Case und Steyr verantwortete.

Nach zwölf Jahren im Vor­ stand der Wienerberger AG wird sich Willy Van Riet Ende 2019 zurückziehen. Auf ihn folgt Carlo Crosetto, zuletzt CFO bei Dürr. Ab 1. März 2020 setzt sich der Vorstand damit aus Heimo Scheuch (CEO), Carlo Crosetto (CFO) und Solveig Menard-Galli (CPO) zusammen.

Grohe

Hünnebeck

Wacker Neuson

Wienerberger AG

Personalia

Gerrit Hundshagen ist neuer Finance Director bei Hünnebeck. Er folgt auf Carsten Stratmann, der als CFO des globalen Scha­ lungsbereichs von Brand Safway in die Zentrale in Houston, Texas, USA, gewechselt ist. Hundshagen möchte das Wachstum der Organisation weiter fördern.

Nach mehr als 19 Jahren Tätigkeit für Grohe, davon elf Jahre als Geschäftsführer für Österreich, übergab Robert Friedl die operative Führung des Unternehmens an die langjährige kaufmännische Leiterin Barbara Kasses. Robert Friedl wechselt in die Grohe-Unternehmens­ zentrale.


14 Innung

OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES

BAUZEITUNG 23 2019

Gutachten vom Baumeister Die Erstellung von Gutachten zählt zur Kernkompetenz des Baumeisters. Daran ändert auch eine VwGH-Entscheidung zum Sachkundenachweis bei Gerichtssachverständigen nichts. TEXT: THOMAS MANDL UND ROBERT ROSENBERGER, GESCHÄFTSSTELLE BAU

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iele Baumeister erstellen im R ahmen ihrer selbstständigen ­ Tätigkeit Gutachten in verschiedenen Fachgebieten im Hoch- und Tiefbau. Dabei unterscheidet man Privatgutachten, Gutachten im Verwaltungsverfahren und Gerichtsgutachten, also Gutachten, die im Auftrag eines Gerichts durch Gerichts­ sachverständige erstellt werden.

Bei der Erstellung von Privatgutachten ist eine Gewerbeberechtigung dann erforderlich, sobald die Merkmale der Gewerbs­ m äßigkeit – namentlich die Selbstständigkeit, Regelmäßigkeit und Gewinn­erzielungsabsicht – zutreffen. Vereinfachend­gesagt bedeuten diese drei Merkmale, dass das Gutachten „auf eigene Rechnung“ gegen Entgelt erbracht wird und die Gutachtenserbringung kein Einzelfall ist. Das Recht, Privatgutachten zu erstellen, kommt jedem Gewerbetreibenden auf seinem Fachgebiet zu. So ist es dem Baumeister allein ob seiner Gewerbe­ berechtigung erlaubt, Privatgutachten auf den Gebieten Hoch- und Tiefbau zu erbringen. Dieses Recht ist dem Planungsbereich des Baumeisters zuzuordnen, weshalb er Gutachten über Gebäude erstellen und dabei auch auf andere Gewerke ein­ gehen darf. Dadurch wird deutlich, dass jeder, der Privatgutachten auf den Gebieten Hoch- und Tiefbau gewerbsmäßig verfassen möchte, eine Gewerbeberechtigung als „Baumeister“ benötigt oder aber ein Ziviltechniker sein muss.

Gutachten im Gerichtsverfahren Für die Tätigkeit als Sachverständiger im Gerichtsverfahren sind die Bestimmungen der ZPO (im Zivilprozess) bzw. der StPO (im Strafprozess) einschlägig. Nach diesen Bestimmungen kann der Richter grund-

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Erstellung von Privatgutachten

Ein Baumeister darf Privatgutachten erstellen. Darüber hinaus kann er auch Gerichtsgutachten im Auftrag eines Gerichts erstellen, sofern er gewisse Voraussetzungen erfüllt.

sätzlich jede geeignete Person zum Sachverständigen (SV) bestellen. Allerdings ist vorgesehen, dass primär auf die allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen zurückzugreifen ist. Für diese gilt das SDG (Sachverständigen- und Dolmetschergesetz), in dem geregelt ist, welche Voraussetzungen eine Person erfüllen muss, um auf der Liste der all­gemein beeideten Sachverständigen ­geführt zu werden.

Gutachten im Verwaltungsverfahren Für die Tätigkeit als Sachverständiger im Verwaltungsverfahren sind wiederum die Bestimmungen des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz (AVG) einschlägig, die weitaus weniger umfassend sind als jene der ZPO. Das AVG sieht vor, dass die Verwaltungsbehörde primär Amts­sachverständige (das sind Beamte mit entsprechender Fachausbildung) einsetzen soll. Nur wenn dies

nicht möglich ist, können auch andere Sachverständige heran­gezogen werden – das SDG gilt in diesem Fall nicht. Aus gewerberechtlicher Sicht ist festzuhalten, dass sowohl im Gerichts- als auch im Verwaltungsverfahren keine Gewerbeberechtigung erforderlich ist, sofern der Sachverständige seine Gutachten nicht hauptberuflich erstellt.

Tätigkeit als Gerichtssachverständiger Allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige sind Personen, die nach einem eigenen Zertifizierungsverfahren in die Gerichtssachverständigenliste eingetragen werden­ (https://sdgliste.justiz.gv.at). Diese Personenzertifizierung nach dem SDG beinhaltet eine Qualitätsprüfung und stellt ­sicher, dass nur höchstqualifizierte, absolut integre und zuverlässige Experten bei Gericht als Sachverständige eingesetzt


OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES

Innung 15

BAUZEITUNG 23 2019

werden. Bei der in einem Zertifizierungsverfahren abzulegenden Prüfung sind sowohl hohe Kenntnisse im jeweiligen Fachbereich („Sachkunde“) als auch rechtliches Wissen im Bereich des Sachverständigenwesens nachzuweisen. Für die Eintragung in die Gerichtssachverständigen- und ­Gerichtsdolmetscherliste ist neben den ­erwähnten fachlichen Voraussetzungen unter anderem auch eine – je nach Ausbildung – bis zu zehnjährige Berufserfahrung in verantwortlicher Stellung nachzuweisen. Weiters muss für die Eintragung eine entsprechende Haftpflichtversicherung ­abgeschlossen werden.

SV-Nomenklatur Die sogenannte „Nomenklatur“ ist die Einteilung aller bei Gericht infrage kommenden Bereiche in Fachgruppen und Fach­ gebiete von Sachverständigen. Ein Großteil des Baubereichs wird mit den Fachgruppen 72 „Bauwesen“ und 73 „Baugewerbe und Innenarchitektur“ abgedeckt, der Immobilienbereich mit der Fachgruppe 94 „Immobilien (Bewertung, Verwaltung, Nutzung)“.

Neue VwGH-Entscheidung In der höchstgerichtlichen Entscheidung Ra 2018/03/0122 entschied der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) über einen Baumeister, der gemäß SDG in die Liste der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen eingetragen war und diese – mit Ende 2016 befristete – Eintragung rezertifizieren lassen wollte. Nachdem er für diese Rezertifizierung ­jedoch weder (für das Handelsgericht ausreichende) Gutachten zum Nachweis seiner Sachkunde vorlegen konnte noch zu einer neuerlichen Prüfung gem § 4a SDG antreten wollte, wurde ihm diese verweigert. Sein Argument, dass für ihn als Baumeister eine neuerliche Prüfung gem. § 4a Abs. 2 letzter Satz SDG entfallen

könne, weil er „einen Beruf ausübe, dessen Zugangs- und Ausübungsvoraussetzungen in einer österreichischen Berufsordnung umfassend gesetzlich festgelegt sind und zu dem auch die Erstattung von Gutachten gehört“, ließen die Höchstrichter nicht gelten. Dies wurde damit begründet, dass die für den Baumeister relevante Gewerbe­ ordnung (anders als bei den Ingenieur­ büros nach § 134 GewO) nicht explizit statuiert, dass der Baumeister gesetzlich zur Erstattung von Gutachten legitimiert ist. Das heißt jedoch nicht, dass der Baumeister keine Gutachten erstellen darf. Wie bereits ausgeführt, darf er Privatgutachten kraft seiner Gewerbeberechtigung sowieso erstellen. Auch in die Liste der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen kann er sich jederzeit eintragen lassen, sofern er die Voraussetzungen des SDG nachweist, was dem besagten Baumeister gemäß der vorliegenden VwGH-Entscheidung nicht gelang.

Kritische Würdigung der VwGH-Entscheidung Der VwGH legte seiner Entscheidung die Rechtsmeinung zugrunde, dass die Erstattung von Gutachten nicht zum gesetz­ lichen Berufsbild des Baumeisters gehöre, und erwähnte explizit die Ingenieurbüros als Gegenbeispiel. Richtig ist, dass die Erstellung von Gutachten nur bei den Ingenieurbüros ausdrücklich im Gesetz als Teil des Gewerbeumfangs angeführt ist. Der Gewerbe­rechtsexperte Dr. Josef Wagner1 schreibt dazu zutreffend in einem unlängst erschienenen Fachbeitrag, dass dies durch historische Gründe bedingt ist und keineswegs aus der Tatsache, dass nur Ingenieurbüros dazu befugt wären. Für diese wurde durch die Gewerberechtsnovelle 1988 eine Regelung geschaffen, dass auch sie „befugt sind, im Rahmen ihrer Fach­gebiete ent-

sprechende Gutachten zu erstellen.“ 2 Gewerbetreibenden, die zur „Erzeugung“ berechtigt sind (worunter auch Baumeister zu verstehen sind), war dies durch § 33 Abs. 2 GewO 1973 ohnehin gestattet und bedurfte durch die zusätzliche Legitimation der Ingenieurbüros bisher keiner klarstellenden Regelung. Vor dem Hintergrund der vorliegenden VwGH-Entscheidung wird eine derartige Klarstellung jedoch notwendig sein.

Zusammenfassung Baumeister mit aufrechter Gewerbe­ berechtigung dürfen jedenfalls Privatgutachten erstellen. Darüber hinaus können Baumeister, die auch allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige sind, Gerichtsgutachten im Auftrag eines Gerichts erstellen. Wenn sich ein Baumeister in die Liste der Gerichtssachverständigen eintragen lassen möchte, muss er seine Sachkunde gemäß SDG nachweisen. Die Ausnahmebestimmung gemäß § 4a Abs. 2 SDG über den Entfall des Nachweises der Sachkunde kann laut der VwGH-Entscheidung nicht beansprucht werden, weil die Erstellung von Gutachten nicht explizit im Berufsbild des Baumeisters laut GewO enthalten ist, obwohl er laut GewO sehr wohl zur Erstellung von Privatgutachten befugt ist. Die geltende Rechtslage hat sich in den letzten Jahren nicht als Problem dargestellt. Allerdings tauchten im Zusammenhang mit der VwGH-Entscheidung in letzter Zeit vermehrt Fragen von Baumeistern zu dieser Thematik auf, welche die Bundesinnung Bau zum Anlass nimmt, eine entsprechende Klarstellung in der nächsten Novelle der GewO zu fordern.  ◼ Wagner, Erstattung von (außergerichtlichen) Gutachten gehört nicht zum gesetzlichen Berufsbild des Baumeisters?, ecolex 2019, 550. 2 RV 341 BlgNR 17. GP 35. 1


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Anspruch und Wirklichkeit Was wurde aus Monte Laa? Der Stadtteil war eine von vielen „Erfolgsgeschichten“ des Wiener Wohn- und Städtebaus. Doch hält auch sie einer nüchternen Betrachtung kaum stand.

Reinhard Seiß / Urban+

TEXT: REINHARD SEISS

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onte Laa wird über die komplette Infrastruktur einer organischen Stadt – Schule, Nahversorgung, Gastronomie, Hotel, Freizeit- und Wellnesseinrichtungen – verfügen. Damit setzt Monte Laa die Philosophie der gemischten Nutzung erstmals im Wien von heute konsequent um: arbeiten, wo man wohnt – erholen, wo man arbeitet“, schrieb Otto Raschauer, damals Projektleiter beim Baukonzern Porr, zu Beginn des Großprojekts in der Zeitschrift „Zement+Beton“. Kennt man den nach 20 Jahren noch immer nicht fertiggestellten Stadtteil am Nordhang des Laaer Bergs aus eigener Anschauung, fragt man sich, ob hier der Wunsch der Vater des Gedankens war, ob man trotz bester Absichten fulminant gescheitert ist oder ob lediglich Unklarheit herrschte über das wahre Wesen einer „organischen Stadt“.

Banalität statt neues Wahrzeichen Immerhin gelang mit dem ehrgeizig klingenden Unterfangen eine massive Wertsteigerung der konzerneigenen Liegenschaft, die ursprünglich so gut wie wertlos war. Denn die Porr-Gründe auf dem Laaer Berg wurden von der sechsspurigen Stadtautobahn A23, der Wiener Südosttangente, durchschnitten, was kaum eine andere Nutzung denn als Kranlagerplatz in Betracht kommen ließ – bis das Rathaus, ent-

JEDES FÜR SICH Die einzelnen Wohnbauten stehen über die jeweiligen Grundstücksgrenzen hinweg in keinem Kontext.

SERIE

WAS WURDE AUS ...? fragt der Stadtplaner Reinhard Seiß in einer vierteiligen Serie und erkundet Wiener Stadtentwicklungsgebiete, die vor zwei Jahrzehnten in aller Munde waren, um die es längst aber wieder still geworden ist.

gegen seinem Stadtentwicklungsplan wie auch dem gültigen Verkehrskonzept, für das 90.000 Quadratmeter große Areal inmitten von Autohändlern, Gewerbetrieben, Kleingartenhäusern und Sportanlagen die entsprechende Umwidmung für ein neues Stadtteilzentrum vornahm. Für die Realisierung eines solchen brauchte es lediglich die Überplattung der meistbefahrenen Straße Österreichs, um die beiden Grundstückshälften miteinander zu verbinden. Allerdings geschah dies nur auf einer Länge von 220 Metern: Eine großzügigere Tunnelführung der Autobahn hätte zwar einen besseren Schutz des Neubauviertels vor den Lärmund Abgasemissionen von täglich bis zu 200.000 durchfahrenden Autos bedeutet, doch wären damit umfangreichere und somit teurere Verkehrssicherheitsmaßnahmen verbunden gewesen. So begrenzt heute eine bis zu 20 Meter hohe Schallschutzwand über jeder der beiden Tunnelportale die Siedlung. Neben dem politischen Rückenwind konnte sich der Baukonzern auch auf die Unterstützung namhafter Architekten verlassen. Hans Hollein und Albert Wimmer wurden engagiert, den Masterplan für den neuen Stadtteil zu entwerfen – wobei ein aufsehenerregender 110 Meter hoher Doppelturm aus der Feder von Hans Hollein das Zentrum bilden, „als weithin sichtbares Wahrzeichen für Monte Laa fungieren und neue Akzente in der Wiener Skyline set-


Planung & Ausführung 17 BAUZEITUNG 23 2019

zen“ sollte (Otto Raschauer). Statt ihren übergeordneten Stadt­entwicklungskonzepten zu folgen und den Masterplan für diesen entlegenen und völlig unzureichend erschlossenen Standort kategorisch zurückzuweisen, übernahm die Wiener Stadtplanung – beeindruckt von so viel Spektakel – das städtebauliche Konzept des Grundeigentümers als Vorlage für einen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan. Gebaut wurde das „neue Wahrzeichen“ dennoch nicht: Statt Holleins multifunktionalem Wolkenkratzer entstanden mit 15-jähriger Verspätung zwei ausgesprochen „­sachliche“, monofunktionale Türme – und noch ein weiterer soll folgen.

Fehlender Städtebau

Reinhard Seiß / Urban+

Bei einem Spaziergang durch die Wohnquartiere am Monte Laa ist unübersehbar, wie schwer sich Wiens Wohnbauträger damit tun, Gebäude über die jeweiligen Grundstücksgrenzen hinweg in einen Kontext zu stellen. Im gesamten, rund 6.000 Einwohner zählenden Stadtteil herrscht ein banales Nebeneinander, bar jeglicher städtebaulichen Ambition. Die mit­unter unbrauchbar kleinen Privatgärten vor den Erdgeschoßwohnungen sind ausnahmslos mit Draht­gitter oder Maschendraht voneinander getrennt – und selbst manch halböffentlicher Weg wird durch einen Zaun in seiner Mitte in zwei separate Fußgängerbereiche geteilt. So bleibt den ohnehin knappen Abstandsflächen zwischen den Häuserfronten – eine Ausnahme bildet nur die etwas lockerere und merklich ambitioniertere Bebauung am südöstlichen Ende, unmittelbar am Laaer Wald – eine Nutzung als gemeinschaftlicher Freiraum mehrheitlich versagt. Dementsprechend präsentieren sich auch die Straßenräume in Monte Laa: Sie sind reine Zufahrtswege zu den ­omnipräsenten Tiefgaragen in diesem auto­ gerechten „Zukunftsstadtteil“. Obwohl alle Wohnanlagen die architektonischen und sozialen Qualitätsprüfungen des geför-

AUF STELZEN  Der Freiraum zwischen den „tanzenden Säulen“ eines aufgeständerten Gebäudes dient als Pkw-Stellplatz.

derten Wohnbaus durchlaufen haben, ist bei manchen schwer nachvollziehbar, dass die hier lebenden ­Menschen und ihre Bedürfnisse im Vordergrund der Planungen gestanden haben sollen. Bei einem kamm­ artigen Wohnbau in der Moselgasse etwa wurden die vier parallelen Gebäudeflügel hofseitig durch einen durchgehenden zweigeschoßigen Glasgang auf Höhe der dritten und vierten Etage verbunden – als wäre es den Bewohnern nicht zumutbar, über den Hof zu ihren Nachbarn zu gelangen. Der Effekt für die Wohnungen in den unteren zwei Geschoßen ist, dass ihre hofseitigen Fenster durch den darüber verlaufenden Steg ganztags verdunkelt werden. Die Bewohner in den beiden Stockwerken darüber hingegen schauen anstatt in den begrünten Innenhof auf besagten Verbindungsgang vor ihren Fenstern. Bei einem Komplex mit Laubengangwohn­ungen in der Collmanngasse wiederum verdeckten die ­Architekten ganze Gebäudefronten mit einem beinah blickdichten Metallgitter, das den dahinterliegenden Fenstern jegliche Aussicht nimmt – und aus den Laubengängen sterile Fluchtwege anstatt eine Art zweiten Balkon macht. Dies ist umso bitterer, als viele Bewohner hier ohnehin nur winzige, dreieckige Loggien zugebilligt bekommen haben, die sie kaum anders denn als Abstellräume nutzen können. Getoppt wird dies noch durch den Freiraum zwischen den Baukörpern: Was auf den ersten Blick wie ein radikales LandArt-Projekt aussieht, das die Nutzung des Innenhofs verhindern und damit Ruhe garantieren soll, stellt sich bei genauerem Hinsehen als irrwitzige Massierung von im Schnitt einen Meter hohen Tiefgaragen­ entlüftungen heraus, die – immerhin begrünt – beinahe den gesamten Freiraum okkupieren. Sichtlich schwer tun sich die meisten Wohnbau­ träger und ihre Architekten auch im Umgang mit dem – für die Vitalität eines Viertels essenziellen – Erdgeschoß, sobald einmal kein Platz für ein vorgelagertes Fleckchen Rasen ist. Einige verschließen ihre Sockelzone nach außen hin durch abweisende Mauern und bringen dahinter Müllräume, Radabstellräume oder die Haustechnik unter. Andere wiederum verzichten ganz auf das Erdgeschoß und stellen ihre H ­ äuser auf Stelzen, um darunter – im besten Fall – einen Schlechtwetterspielplatz von der Atmosphäre eines Kellerraums auszuweisen. Ein Bauträger führte ­diesen Ansatz zu einem Ende konsequenten und sparte sich teure Tiefgaragenplätze, indem er zwischen den „tanzenden Säulen“ seines aufgeständerten ­Gebäudes Pkw-Stellflächen vorsah. Monte Laa als urbanistisches Vorzeigebeispiel zu bezeichnen fiele in der Tat schwer. Wer dennoch ein mildes Urteil über den Stadtteil fällen möchte, kann ja sagen, dass die selbstgestellten Ansprüche einfach zu hoch waren.  ◼


18 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 23 2019

Architektur, die Emotionen weckt Aktuelle Herausforderungen beim Entwerfen, Bauen und Betreiben diskutierten hochrangige Experten aus der Branche im Rahmen des diesjährigen Bautech-Talk.

Mehr Begeisterung gefragt Mit ihren Ausführungen erreichte Delugan Meissl nicht nur den zahlreich erschienenen technisch interessierten Nachwuchs im Wiener Tech Gate, sondern lieferte gleichzeitig auch den Auftakt für eine spannende Podiumsdiskussion zu den aktuellen Herausforderungen beim Entwerfen, Bauen und Betreiben. Gefordert wurden dabei vor allem ein früherer Austausch und eine bessere Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten. So rief Peter Krammer, Vorstand der Strabag SE und öbv-Vorstandsvorsitzender, gleich zu Beginn wieder zu mehr Begeisterung aller für das zu errichtende Bauwerk auf. „Vor allem die Bauverträge müssen so gestaltet werden, dass das bestmögliche Endprodukt im Fokus steht und nicht allein rechtliche Fragen und die Absicherung.“ Dem pflichtete auch Delugan-Meissl bei: „Wir müssen den Einfluss der Juristerei aus unserem Gewerbe zurückdrängen. Geraden in den letzten Jahren haben sich dadurch erhebliche Erschwernisse ergeben.“

Zusammenwirken aller Beteiligten Um eine bessere Basis für die Zusammenarbeit und die Definition von Zielvorgaben im Vertrags- und Vergabeprozess zu haben, könne BIM eine wichtige Rolle spielen, ergänzte Michael Lohmann, Head of Design Technology bei DMAA. Aber die Bauherrenschaft müsse damit umgehen lernen und schon im Vergabeprozess korrekte Daten liefern,

öbv

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m die Frage, wie man Wege und architektonische Raumbeziehungen inszeniert und choreografiert, auf dass sie so zum „Geschenk für ihre Nutzer“ werden und Emotionen wecken, drehte sich der diesjährige Bautech-Talk der Österreichischen Bautechnikvereinigung (öbv). Eine Antwort darauf lieferte Architektin Elke Delugan-Meissl, demonstriert anhand zahlreicher architektonischer Großprojekte aus ihrer Feder. Eines davon ist etwa der gerade entstehende „Cultural Park“ auf dem ehemaligen Expo-Gelände in der chinesischen Millionenstadt Schanghai. Geplant von Delugan Meissl Associated Architects (DMAA), soll dort eine denkmalgeschützte Halle als verbindendes Element zwischen sich in Wellen nach außen schwingenden Glashäusern fungieren.

PODIUM Robert Schedler, FCP, Wolfgang Gleissner, BIG, Peter Krammer, Strabag, Elke Delugan-Meissl und Michael Lohmann, DMAA, diskutierten.

um realistische Modelle sowie belastbare Zeit- und Kostenschätzungen möglich zu machen. Als Vertreter der größten österreichischen Bauherren im Bildungsbau sah Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG, beim Bundesvergabegesetz auch Optimierungspotenzial. „Ein früheres und intensiveres Zusammenwirken aller Projektbeteiligten sollte auf jeden Fall das Ziel sein“, sagte er und gab zu, dass die Kosten-Nutzen-Relation noch zu wenig bei den vergebenden Institutionen angekommen sei: „Es sollte öfter der langfristige und nachhaltige Mehrwert eines Gebäudes betrachtet werden und nicht nur die aktuellen Kosten für seine Errichtung.“

Chance Nachwuchs Diesen Punkt griff Robert Schedler, geschäftsführender Gesellschafter bei FCP, auf und forderte von Bauherren, Planern, Architekten und Baufirmen, im Vergabeprozess gemeinsame Ziele zu formulieren. „Ohne BIM geht es dabei nicht mehr. Nur die Arbeit am digitalen Modell ermöglicht es uns, bei Bauprozessen nicht mehr linear und in klar definierten Abschnitten zu denken. Wir müssen Lernschleifen zulassen und nicht mehr nur eine Horde von Menschen bezahlen, die sich damit beschäftigen, warum wir gerade in einer Schleife sind und wer dafür verantwortlich ist.“ Eine große Chance sieht er daher in der unvoreingenommenen Herangehensweise der jungen Bauingenieure, Planer und Architekten. ◼

BAUTECH-TALKS Die Bautech-Talks sind eine 2018 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe der öbv, bei der renommierte Architekten, Planer, Bauherren oder Ausführende über internationale Hochbauprojekte und die Wichtigkeit innovativer technischer Lösungen sprechen.

www.bautechtalks.at


Planung & Ausführung 19 BAUZEITUNG 23 2019

CO -neutrale Zukunft

Westküste 100

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Im Rahmen des VÖZ-Kolloquiums in Wien stellte Joseph Kitzweger zwei Projekte auf dem Weg zur CO2-neutralen Zementproduktion aus dem Hause Lafarge Holcim vor. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

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enn es um die Nachhaltigkeit der Beton- und Zementindustrie geht, wird sehr gern auf den eigenen Einsatz im Kampf für eine CO2-sparende Produktion verwiesen. Dennoch ist hier auch von Unternehmensseite das Ziel eine CO2-neutrale Zukunft, die nur erreichbar sein kann, wenn die Forschung große Schritte macht.

The Big Bang „Die Zementindustrie ist für rund sechs Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes weltweit, das entspricht rund 2,5 Gigatonnen, verantwortlich“, erklärt Joseph

Kitzweger, Nachhaltigkeitsexperte bei Lafarge Holcim. „Hier müssen wir vor allem neue Lösungen finden, wenn wir es zur CO2-Neutralität schaffen wollen.“ Dabei wird für Österreich die Grenze von 530 Kilogramm CO2 pro Tonne Zementklinker eine wesentliche Rolle spielen. Laut Kitzweger ist diese mit den heutigen Technologien in Österreich bis 2050 zu erreichen – aktuell bewegen wir uns bei 674 Kilogramm CO2 pro Tonne –, um jedoch darunter zu kommen, braucht es Break-through-Technologien in der Herstellung. Im Moment wird dies vor allem durch das Prozess-CO2 der Kalkstein-Entsäuerungsreaktion verhindert.

Kostspielige Möglichkeiten

Z+B/Felix Büchele

DAS VÖZ-KOLLOQUIUM

QUALITÄT Joseph Kitzweger, Harald Reisinger, Günter Waldl und Sebastian Spaun (v. l.) präsentierten Umweltschutzmaßnahmen der Industrie.

Gegenwart und Zukunft Auch bei der 39. Auflage des VÖZ­Kolloquiums wurde wieder das ganze Spektrum der Branche beleuchtet. Im Fokus der F&E­Entwicklungen stand dieses Jahr vor allem UHPC­Beton sowie textile Bewehrungen, und auch die nächste For­ schungsphase des Straßenbaus in Beton wurde näher beleuchtet. Viel Beachtung fand auch der Ansatz von Beton als Großwärespeicher mit all seinen Herausforderungen und Lösungen.

Seit mehr als zehn Jahren forscht man bei Lafarge Holcim nun schon an solchen Lösungen, und auch die ersten Pilotprojekte auf dem Weg zu einer vollständigen CO2-Neutralität der Zementherstellung dienen nun im industriellen Maßstab dem Test der tatsächlichen Anwendbarkeit dieser Break-through-Technologien. Einer der Ansätze ist die Oxy-Fuel-Verbrennung (CCU – Carbon Capture & Usage), die im Zementwerk Lägerdorf in Deutschland unter dem Projektnamen „Westküste 100“ im Einsatz ist. Dabei wird die Aufkonzentration des CO2 im Abgas durch den Einsatz von reinem Sauerstoff als Verbrennungsluft herbeigeführt. Dadurch könnte, im Zusammenspiel mit Windenergie, „grüner Wasserstoff “ hergestellt werden. Einen anderen Weg geht man in Kanada. Im Zementwerk in Richmond, Kanada, arbeitet man mit Trockenabsorbtion (CCS – Carbon Capture & Storage): In einem Reaktor werden u. a. die sauren Bestandteile des entstandenen Rauchgases gebunden und entfernt. „Der Einsatz dieser Technologien ist allerdings mit massiven Kosten und großen technischen Herausforderungen verbunden und erfordert unterstützende Rahmenbedingungen seitens der Politik“, so Kitzweger. ◼

Z+B / Felix Büchele

ZUKUNFT Beim Projekt „Westküste 100“ soll CO2 zu grünem Wasserstoff werden.

Der Einsatz dieser Technologien ist allerdings mit massiven Kosten und großen technischen Herausforderungen verbunden und erfordert unterstützende Rahmenbedingungen seitens der Politik. JOSEPH KITZWEGER, NACHHALTIGKEITSEXPERTE LAFARGE HOLCIM


20 Planung & Ausführung

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Holl/Schwarz/Mihalik

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Bleban/Hernandez/Galusic/Dollinger

Eggenreich/Deutscher/Ortmann/Petermann

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Loncsek/Knoll/Miskic/Valiulis

Rogala/Tobisch/Jäger

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(Über)spannende Arbeiten Auch im 14. Anlauf überzeugten Bauingenieurwesen- und Architekturstudenten bei der Concrete Student Trophy mit ihren kooperativen Projekten. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

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ei der 14. Concrete Student Trophy der VÖZ stand diesmal der „Steg an der Ostbahn – Barrierefreie Fuß- und Radwegbrücke über den Donaukanal in den Prater“ im Mittelpunkt der studentischen Projekte. Teams der TU Wien und der TU Graz, bestehend aus Bauingenieuren und Architekten, zeigten auch dieses Jahr, was dank kooperativen Arbeitens alles möglich ist.

Rogala, Lisa Tobisch und Miriam Jäger konnten mit ihrem Projekt „Donaustern“ die Jury überzeugen. Diese lobte vor allem den „klaren minimalistischen Entwurf, der auf einer präzisen Analyse des Kontextes aufbaut und perfekt auf den Bestand reagiert“, sowie den optimierten Einsatz des Baustoffs Beton. ◼

Unter realen Bedingungen

DIE SIEGER DER CST 2019

„Die Projekte zeigen eindrucksvoll, was in Kooperation von Architekten und Bauingenieuren sowie mit dem Baustoff Beton alles möglich ist“, zeigte sich Claudia Dankl, Geschäftsführerin Zement + Beton, stolz über die Qualität der Einreichungen. Das Siegerprojekt kommt dieses Jahr aus Graz. Andreas

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1. Platz: Donaustern

Andreas Rogala, Lisa Tobisch, Miriam Jäger; TU Graz 02

2. Platz: Oststeg – Zwischen Stadt & Natur

Stephan Loncsek, Maximilian Knoll, Nikola Miskic Povilas Valiulis; TU Wien 03

3. Platz: Spannender Bogen

GUT GELAUNT Die stolzen Gewinner der diesjährigen Concrete Student Trophy.

Z+B / Alexandra Kromus

Nicole Eggenreich, Maximilian Deutscher, Michael Ortmann, Andreas Petermann; TU Graz Anerkennungspreise: Concrete Bonding (Diana Bleban, Juan Falcon Hernandez, Andreas Galusic, Christian Dollinger; TU Graz) und 05 Pont Brut (Jonathan Holl, Philipp Schwarz, Marcell Mihalik; TU Wien) 04


| BA12-16G |

Facility Manager Eine Steuerung für alle Gewerke: Gebäudeautomation von Beckhoff

Schneider/Secundo

BAUAKADEMIE-EXPERTENKOMMENTAR

GÜNTER SCHNEIDER, ENERGIEEXPERTE SECUNDO

Photovoltaik, das zentrale Thema für mehr Nachhaltigkeit Energie stellt die Grundlage für den hohen Lebensstandard, unsere Mobilität und unseren wirtschaftlichen Erfolg in Öster­ reich dar. Die Weiterentwicklung der Energiesysteme zu einer modernen, ressourcenschonenden und klimaverträglichen Energieversorgung nimmt einen zentralen Stellenwert ein. Photovoltaik und somit die Nutzung der Sonnenenergie wird mittlerweile von vielen Experten als der „Königsweg“ in der erneuerbaren Stromproduktion angesehen. Gründe dafür sind u. a. das nahezu unerschöpfliche und kostenlose Ange­ bot der Solarstrahlung, dessen auf die Erde gerichteter Anteil ein Mehrtausendfaches des Weltenergiebedarfes darstellt. Anforderungen einer nachhaltigen Photovoltaikanlage: ◼ Ausrichtung der PV­Anlage nach örtlichen Gegeben­ heiten und Lastprofil des Verbrauchers ◼ Anlagengröße angepasst an das Lastprofil des Ver­ brauchers ◼ Regeltechnik für Optimierung des Eigenverbrauchs ◼ Darstellung des Eigenverbrauchs, Anlagenertrags und Netzstrombezugs ◼ 4­BusBas­Technologie für mehr Ertrag bei geringerer Einstrahlung für jedes PV­Modul ◼ Leistungsüberwachung für jedes PV­Modul ◼ Leistungsoptimierung für jedes PV­Modul Eine beispielhafte Umsetzung findet man in der Bauakade­ mie Salzburg, bei deren Planung sowohl die Öffnungszeiten als auch die örtlichen Gegebenheiten am Fuße des Untersbergs einbezogen wurden. Die PV­Anlage wurde so konzeptioniert, dass man den erzeugten Strom über den Tagesbedarf der Bauakademie fast zu 100 Prozent ver­ braucht. Weiters wurde die PV­Anlage zu einem Drittel nach Westen, einem Drittel nach Süden und einem Drittel nach Osten positioniert, um den maximalen Eigenverbrauch der Anlage zu gewährleisten. Mit einer installierten Heizstabrege­ lung konnte der Nutzen der PV­Anlage noch zusätzlich gesteigert und der Warmwasserbedarf der Bauakademie fast zur Gänze abgedeckt werden. Meine Empfehlung: Wenn der Bau eines eigenen PV­Kraft­ werks ins Haus steht, vorher alle Eventualitäten von einem Spezialisten abklären und berechnen lassen.

www.bauakademie.at

www.beckhoff.at/building Das ganze Gebäude zukunftssicher im Griff: Mit der integralen Gebäudeautomation von Beckhoff implementieren Sie eine PC-basierte Steuerungslösung, mit der Sie heute schon an den nachhaltigen Betrieb von morgen denken. Alle Gewerke der TGA werden von einer einheitlichen Hard- und Softwareplattform gesteuert: Ganz gleich, ob es um die nutzungsgerechte Beleuchtung, die komfortable Raumautomation oder die hocheffiziente HLK-Regelung geht. Die Steuerungslösung besteht aus leistungsstarken Industrie-PCs, Busklemmen zur Anbindung aller Datenpunkte und Subsysteme sowie der Automatisierungssoftware TwinCAT. Für alle Gewerke stehen vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung, die das Engineering enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen oder -änderungen sind jederzeit möglich. Die Systemintegration erfolgt über die gängigen Kommunikationsstandards Ethernet, BACnet/IP, OPC UA oder Modbus TCP.

Skalierbare Steuerungstechnik – von der ARM-CPU bis zur x86-CPU mit 2,3 GHz auf 4 Cores

Embedded-PCs (ARM)

Embedded-PCs (x86)

Industrie-PCs (x86)


22 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 23 2019

Zukunft des urbanen Wohnens

Z

um dritten Mal fand Anfang November der Wohnbauevent „Leichter – höher – schneller“ von Knauf und Knauf Insulation statt. Diskutiert wurden Themen wie Nachverdichtung oder modulares Bauen. „Immer mehr Menschen wollen in der Stadt wohnen. Ziel ist es, mit Nachverdichtung etwa 150.000 Wohneinheiten auf Bestandswohnungen in Österreich zu realisieren“, sagt Knauf-Insulation-Geschäftsführer Udo Klamminger. „Unsere Kulturlandschaft droht unter der fortschreitenden Bebauung und dem wachsenden Verkehrsstrom zu

Knauf / Christian Forcher

Nachverdichtung, modulares Bauen und moderne Raum­ planung standen im Fokus beim diesjährigen Wohnbauevent von Knauf und Knauf Insulation.

verschwinden“, beschreibt Architekt Dietmar Eberle die Herausforderungen der rasant voranschreitenden Verstädterung. Wie mit der Holzmodulbauweise nicht nur rasch Wohnraum geschaffen, sondern auch die aktuell hohen Errichtungskosten im Wohnbau reduziert werden können, demonstrierte Hendrik Reichelt von Kaufmann Bausysteme am Beispiel des Sonderwohnbau­ projekts „Wohnen500“. „Sozialer Wohnbau, der leistbar ist, wurde hier neu gedacht und zügig gebaut, ohne dass auf Qualität verzichtet wurde.“

Bau-Start

Neuer „Rucksack“

INFRASTRUKTUR  Die

Ein neues Akku-Innenrüttlersystem von Wacker Neuson ist ab sofort verfügbar.

Mit dem akkubetriebenen Innenrüttler IEe trägt der Bediener die Energiequelle beim Arbeiten direkt bei sich.

Wacker Neuson

Strabag hat in Kroatien begonnen, den nördlichen Teil der Zufahrtsstraßen zur künftigen Pelješac-Brücke zu bauen. Es handelt sich um den zwölf Kilometer langen Abschnitt Duboka–­ Sparagovići mit einem Investitionswert von 487,3 Millionen Kuna (65,5 Millionen Euro). Der Bau des Abschnitts, auf dem es unter anderem zwei Tunnels, zwei Brücken und ein Viadukt geben wird, soll 33 ­Monate ­dauern. Die Strabag hat den Vertrag mit dem staatlichen Auftraggeber Hrvatske ceste Anfang Oktober unterzeichnet. Der südliche Teil der Zufahrtsstraßen wird vom griechischen Konzern Avax gebaut. Die ­beiden Abschnitte Sparagovići–Prapratno und Prapratno–Doli in einer Gesamtlänge von 18 Kilometern werden 511,5 Millionen Kuna (68,7 Mio. Euro) kosten. Der Baubeginn an dieser Strecke wird Ende November oder Anfang Dezember erwartet. Die Angebote wurden bereits im Sommer 2018 eröffnet, die Unterzeichnung der Verträge verzögerte sich jedoch bis heuer im Oktober.

REFERENTEN  Udo Klamminger (l.), Dietmar Eberle, ­Johannes Tratter, Otto Ordelt, Hannes Reichelt und Wolfgang Andexlinger.

W

acker Neuson hat einen Innenrüttler mit wechselbarem Akku als Rucksacksystem auf den Markt gebracht. Damit ist ein Arbeiten ohne Zuleitungskabel möglich, was für den Anwender neue Bewegungsfreiheit und hohen Bedienkomfort bei der Betonverdichtung bedeutet. „Wir sind der einzige Anbieter am Markt, der einen Akkurucksack mit Wechselakku bietet. Dadurch k ­ önnen unsere Kunden denselben Akku auch für andere Baugeräte aus unserem Produktportfolio einsetzen oder mit einem zweiten Akku weiterarbeiten, während der erste aufgeladen wird“, erklärt Stefan Pfetsch, Geschäftsführer der Wacker Neuson Produktion Gmbh.


Planung & Ausführung 23 BAUZEITUNG 23 2019

Rekord-Installation

Leicht von der Hand Die neuen Compact Cutter von Metabo verspricht leichteres Schneiden, Schleifen und Schruppen.

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er Power Maxx CC 12 BL ergänzt das Metabo-12-Volt-System um ein weiteres Gerät, der CC 18 LTX BL das Metabo 18-Volt-­ System. Die „Compact Cutter“ punkten einerseits durch ihr geringes Gewicht von 0,8 bzw. ein Kilogramm, müssen sich in Sachen ­Leistung aber nicht verstecken. Dank bürstenloser Motoren liefern die neuen Akku-Winkelschleifer eine sehr starke Schnittleistung, und mit 19 Millimeter Schnitttiefe können auch dickere Rohre zuverlässig und vollständig durchtrennt werden. Mit der breiten Zubehörpalette kann man unterschiedlichste Materialien bearbeiten.

AUFSTIEGSHILFE  Mit 90 Megawatt ist das Verbund-Kraftwerk „Annabrücke“ das leistungsstärkste Draukraftwerk in Kärnten. Entsprechend hohe Ansprüche stellen sich auch an die Fischaufstiegshilfe. Bis Frühjahr 2020 wird diese nun nachgerüstet: Die Kirchdorfer-Gruppe liefert mit dem „Enature Fishpass-System“ dafür den höchsten Fischaufstieg in ganz Europa. ­Damit werden die Fische demnächst 172 Pools durchwandern und auf der 750 ­Meter langen künstlichen Strecke eine Höhen­ differenz von 26 Metern absolvieren.

Kirchdorfer

Met

abo

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24 Fokus Schalung BAUZEITUNG 23 2019

J

Sicher ist sicher „Besonders gut werden die Gerüstseminare angenommen, bei denen externe Profis als Vortragende tätig sind. Dort steht vor allem die Arbeitssicherheit bzw. der Arbeitnehmerschutz im Fokus“, berichtet Markus Ringer, Gesellschafter und Vertriebsleiter beim gleichnamigen Schalungshersteller. Auch bei Peri steht Sicherheit an oberster Stelle „Sicher-

� Schalungsache In der Wintersaison heißt es für viele Verarbeiter zurück auf die Schulbank. Warum Schalungsproduzenten und Bauunternehmen gleichermaßen davon profitieren. TEXT: SONJA MESSNER

Doka

FLEISSIG 60 Schulungen und Infoveranstaltungen hält Doka pro Jahr in Amstetten ab. Dazu kommen noch rund 20 Trainings bei Kunden vor Ort.

Simon Jappel

e weniger Facharbeiter zur Verfügung stehen, umso fitter sollten diejenigen sein, die man hat. Dass der Unternehmenserfolg maßgeblich vom Ausbildungsniveau der Mitarbeiter abhängt, haben Baufirmen längst erkannt. Kein Wunder also, dass sich Bauproduktehersteller schon lange nicht mehr allein auf Produktentwicklung und Vertrieb fokussieren können. Schulungen und Anwendungstrainings gehören gerade in den Wintermonaten zum Fixpunkt der Unternehmen. So auch bei den heimischen Schalungsherstellern. Kaum ein Unternehmen, das nicht auf ein hauseigenes Schulungszentrum, eine Akademie und Ähnliches setzt. Gerald Schönthaler, Geschäftsführer von Hünnebeck Austria: „Für uns sind Kundenschulungen ein wesentlicher Teil der Kundenbetreuung. Nur wenn der Kunde sicher mit dem Material umgehen kann, ist die Baustelle auch sicher und effizient.“ Harald Zulehner, Geschäftsführer von Doka Österreich, bringt es auf den Punkt: „Unsere Kunden betrachten die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu Recht als Investition in die Zukunft.“ Aber nicht nur für die Verarbeiter bringen Trainings potenziell Wettbewerbsvorteile, auch die Hersteller profitieren. „Man hat dabei einfach die besten Chancen, den Kunden und potenziellen Kunden persönlich und anschaulich die Vorteile des eigenen Materials näherzubringen“, betont Erwin Platzer, Geschäftsführer von Meva Österreich. Dass Produktschulungen eine maßgebliche Rolle bei Investitionsentscheidungen spielen können, bestätigt auch Harald Zulehner von Doka: „Ein wesentlicher Grund für die Anmeldung zur Doka-Schulung ist, dass die Teilnehmer neue Systeme kennenlernen und testen möchten. Da ist ein Training natürlich vor der Investitionsentscheidung als auch kurz danach sehr empfehlenswert, um die Anwendung der neu gekauften Schalung zu perfektionieren.“ Auch bei Ringer stehen Trainings sehr weit oben auf der Prioritätenliste. Deshalb hat der oberösterreichische Schalungshersteller 2014 auf 1.400 Quadratmetern ein eigenes Ausstellungs- und Schulungszentrum errichtet. Dort werden Kunden, aber auch Mitarbeiter in Sachen Schalungen und Gerüstbau auf den neuesten Stand gebracht.

Der Wissenstransfer funktioniert nicht nur in eine Richtung. Auch wir können von den Schulungsteilnehmern viel lernen. HARALD ZULEHNER, GESCHÄFTSFÜHRER DOKA ÖSTERREICH

heit muss führen. Unabhängig von der Bauphase zeigt sich die Sicherheit von Schalungs- und Gerüstsystemen immer erst in ihrem Gebrauch. Die Baupraxis zeigt, dass Sicherheit am ehesten funktioniert, wenn Technik und die richtige Anwendung gut geplant, vorbereitet und begleitet werden“, so Christian Sorko, Geschäftsführer von Peri Österreich. Deshalb nehmen sicherheitstechnische Anforderungen und normative Regelungen bei den durchschnittlich 45 Schulungen, die Peri Österreich pro Jahr abhält, einen zentralen Stellenwert ein. Dass Sicherheit von den Bauunternehmen nicht mehr nur als lästige Pflicht gesehen, sondern das Thema proaktiv angegangen wird, zeigt die durch die Bank steigende Nachfrage an Sicherheitsschulungen. Dennoch ortet Meva-Geschäftsführer Erwin Platzer in diesem Bereich nach wie vor großen Aufholbedarf, „vor allem wenn wir uns mit anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Großbritannien vergleichen“. Auch Gerald Schönthaler sieht in diesem Punkt noch Verbesserungspotenzial – zumal die Unternehmen selbst davon profitieren würden: „Hier muss ein Paradgimenwechsel stattfinden. Arbeitssicherheit macht eine Baustelle effizient und ist damit wertschöpfend.“

Weltmeister, aber zu wenige Davon abgesehen kann sich über das Know-how der heimischen Schalungsbaufachkräfte wohl kaum einer beklagen. Zahlreiche Medaillen bei Berufswelt- und -europameisterschaften beweisen das hohe Ausbil-


Fokus Schalung 25 BAUZEITUNG 23 2019

dungsniveau. Dass dies nicht nur Einzelleistungen sind, bestätigen auch die Hersteller. „Unsere Mit­ arbeiter beobachten bei Auslandseinsätzen immer wieder, dass internationale Baufirmen Österreich um die Qualität der Ausbildung beneiden“, erzählt ­Markus Ringer vom gleichnamigen Schalungsproduzenten. Allerdings gäbe es flächendeckend zu wenig heimische Fachkräfte, so die Hersteller. Nur Erwin Platzer von Meva steht der Aus­ bildungssituation etwas kritischer gegenüber. ­„Ehrlich gesagt ist die Ausbildung im Betonbau in Österreich in den letzten Jahren eher vernachlässigt worden, das massive Lobbying der Holzindustrie hat auch an den Universitäten und Schulungen seine Spuren hinterlassen. Ich sehe aber hier durch gezielte Maßnahmen der betroffenen Industrien in letzter Zeit wieder eine Verbesserung.“

Archiv

KURZ GEFRAGT

In der Baubranche herrscht Fachkräftemangel an allen Ecken und Enden. Wie sieht es beim heim­ ischen Betonbau-Nachwuchs aus? Thomas Prigl: Das Bauhauptgewerbe hat früh erkannt, dass etwas getan werden muss, und hat mit den Bauakademien, den Lehrlingsexperten, den ­Prämien und den Lehrlingskampagnen zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Das zeigt sich auch in den Zahlen. Dank eines starken Trends hin zur Doppellehre konnten wir bei den Betonbauern in den vergangenen zehn Jahren einen Zuwachs von 32,11 Prozent – von 570 auf 753 Lehrlinge – verzeichnen.

Hünnebeck

Einfach intuitiv

Je praxis­ bezogener die Inhalte der ­Schulungen sind, desto positiver das Feedback. GERALD SCHÖNTHALER, GESCHÄFTSFÜHRER HÜNNEBECK ÖSTERREICH

Hünnebeck

Doch auch wenn die vorhandenen Fachkräfte gut ausgebildet sind, zu wenig sind es alle mal. Dieser Fakt wird von den Schalungsherstellern auch bei der Produkt­entwicklung berücksichtigt. „Jedes Produkt sollte so einfach und intuitiv bedienbar wie möglich sein“, erklärt Harald Zulehner und ergänzt, „ganz unabhängig vom Wissensstand der Anwender.“ Schon länger setzen die Hersteller deshalb auf einseitig ankerbare Schalungssysteme mit möglichst wenigen Teilen. Auch bei den Gerüsten wird einfache Handhabung groß geschrieben. „Es ist bei der Entwicklung notwendig die Arbeitssicherheit im Arbeitsablauf und der Montage zu berücksichtigen. Dies kann zum Beispiel durch einfache und selbsterklärende Hand­ habung, mit wenig Bauteilen und geringem Gewicht der Systeme erreicht werden“, beschreibt Christian Sorko das Peri Up Easy-­System.

THOMAS PRIGL, STV. DIREKTOR BS BAU WIEN

INDIVIDUELL Hünnebeck bietet kundenspezifische Trainings im Schulungs­ zentrum oder bei den Unternehmen sowie „Toolbox Talks“ auf der Baustelle.

Ist der Bedarf der Unternehmen damit gedeckt? Nein, leider nicht. Es herrscht noch immer eine Unter­ deckung von rund 50 Prozent. Deshalb sollte es das Ziel sein, die Lehrlingsquote auf sechs Prozent zu s­tei­ gern. Aktuell liegen wir zwischen drei und 4,5 Prozent. Die heimischen Betonbauer errangen in den letzten drei Jahren Goldmedaillen bei internationalen Berufswettbewerben. Spiegeln diese ­Leistungen auch das generelle Fach-Know-how auf den heimischen Baustellen wider? Den ersten Platz werden wir nicht auf Dauer halten können – so realistisch muss man sein. Allerdings würde ich schon sagen, dass wir international zu den top fünf im Betonbau gehören. Unsere triale Ausbildung mit extrem vielen Praxiseinheiten trägt sicherlich maßgeb­ lich dazu bei. Im Vergleich zu anderen Ländern lassen wir in Österreich die Jugendlichen viel früher mit den Gerätschaften arbeiten – dadurch werden die Bewe­ gungsabläufe und Handgriffe viel besser verinnerlicht. Mit dem Projekt „Baulehre 2020“ wurde die ­Ausbildung neu ausgerichtet. Welche Veränderungen sind für den Betonbau zu erwarten? Inhaltlich wurde z. B. dem Spannbeton ein größerer Stellenwert eingeräumt. Auch der Einsatz von digitalen Hilfsmitteln ist ganz klar im Ausbildungsplan verankert – das gilt nicht nur für Berufsschulen und Bauaka­ demien, sondern auch für die Ausbildungsbetriebe. Das hat zwar für ein kleines Aha gesorgt, aber das Feedback ist überwiegend positiv. Die Ausbildungsverordnung darf nicht nur den aktuellen Stand abdecken, sondern sollte mindestens einige Jahre voraus sein. Mit der „Baulehre 2020“ ist dieses Unterfangen erfolgreich umgesetzt worden.


26 Fokus Schalung BAUZEITUNG 23 2019

Peri

Dass einfachere Produkte aber nicht den Fachkräfte­mangel ausgleichen können, liegt auf der Hand. „Bei der Produktentwicklung ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Anwendung der Produkte schnell erlernt werden kann. Dabei helfen wenige Teile, die flexibel eingesetzt werden können. Man darf auf meiner Sicht aber nicht davon ausgehen, dass intuitiv zu nutzende Produkte den Fachkräfte­ mangel beheben. Bauen ist und bleibt ein komplexer Prozess. Wichtig ist hier ein guter Service durch den Schalungs­dienstleister, der den Kunden bei diesem Prozess begleitet“, betont Hünnebeck-Geschäftsführer Gerald Schönthaler.

Vor Ort nach Maß

Meva

WEITERBILDUNG Pro Jahr werden durchschnittlich 45 Schulungen im Peri-­ Schulungszentrum in Nußdorf ob der Traisen bzw. bei Kunden vor Ort abgehalten.

Peri

In Zeiten von Hochkonjunktur und warmen Winter­ monaten bleibt jedoch häufig nur wenig Zeit für ­Trainings – und damit bleibt die Weiterbildung trotz vieler guter Vorsätze auf der Strecke. „Der hohe Zeitdruck, der auf der Baubranche lastet, und die starke Auslastung der Baufirmen macht es immer schwieriger, unsere Kunden nach Regau zu bekommen“, so Markus Ringer. „Daher machen unser Verkaufstechniker Produktschulungen und Trainings auch direkt auf den Baustellen oder in den Betrieben der Kunden“, fährt er fort. Ähnlich handhaben es auch die heimischen Mitbewerber. Doka-Geschäftsführer H ­ arald Zulehner erklärt: „Aktuell geht der Trend merklich in Richtung Spezialseminare. Darunter verstehen wir jene Seminare, die für ein einzelnes Unternehmen maßgeschneidert und auf die konkreten Schulungsbedürfnisse angepasst werden. Sowohl Programm, Zeitpunkt und Dauer als auch Trainingslocation sind in Abstimmung frei gestaltbar.“ Den Trend zu dezentralen Angeboten spürt man auch bei Hünnebeck. „Außerdem verlagert sich durch die milderen Winter die Nachfrage nach Trainings in das Jahr hinein“, so Geschäftsführer Gerald Schönthaler. Die konkreten kundenspezifischen ­ Anfragen über das gesamte Jahr nähmen zu, während die Nachfrage nach den Winterschulungen ­relativ konstant bleibe.

Bei Schulungen steht die sichere, ­effiziente und ­wirtschaftliche Anwendung von Schalungen und Gerüsten an ­oberster Stelle. CHRISTIAN SORKO, GESCHÄFTSFÜHRER PERI ÖSTERREICH

SCHULUNGSBEDARF Produktneuheiten, Normen, Arbeitssicherheit und auch BIM stehen in der Meva Academy auf dem Schulungs­programm.

Auch bei Peri lassen sich Schulungs­programme und Trainings, ausgerichtet auf bestimmte ­Schalungs- und Gerüstsysteme oder auf spezielle Aufgabenstellungen bevorstehender Projekte, individuell gestalten. „Zudem unterstützen unsere R ­ ichtmeister bei Bedarf das Baustellenteam vor Ort dabei, Peri-­ Systemgeräte von Beginn an sicher und effizient einzusetzen. Die Richtmeister erläutern auch Pläne und Stücklisten und geben Informationen über Anwendung, Instandhaltung, Reinigung und Lagerung“, erklärt Christian Sorko, Geschäftsführer Peri Österreich. „Des Weiteren arbeiten wir weltweit daran, unser Schulungsprogramm extern und auch intern weiter auszubauen, damit die Peri-Mitarbeiter unsere Kunden bestmöglich unterstützen können.“

Digital total? Während bei Arbeitssicherheit, Normen und Anwendungstechnik zwar auch regelmäßig Schulungs­ bedarf besteht, betreten viele Anwender bei digitalen Tools und Services komplettes Neuland. „Das Schlagwort Digitalisierung ist in aller Munde, doch oftmals herrscht noch keine konkrete Vorstellung darüber, was die neuen Technologien für den Baustellenalltag tatsächlich leisten können“, so Harald ­Zulehner von Doka. Deshalb bietet der Amstettener Schalungsexperte in der Trainingssaison 2020 erstmals die ­kostenlosen Infoveranstaltungen namens „Digital@Doka“ an. In deren Rahmen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, selbst zu testen, was BIM, ­Augmented und Virtual Reality, 3D-Druck oder das Beton-­Monitoring-System Concremote zu mehr Produktivität auf der Baustelle beitragen können. Doka selbst nutzt VR- und AR-Tools zusätzlich bereits für Schulungs­zwecke. „Unser Seminarzentrum in Amstetten verfügt über modernste Infrastruktur. Die Nutzung von VR/AR als Schulungstool erweitert hier


Fokus Schalung 27

die Möglichkeiten natürlich immens. So können wir komfortabel im Seminarraum Baustellen virtuell erkunden“, betont Geschäftsführer Harald Zulehner. Auch bei Peri halten digitale Lösungen und ­Services Einzug. „Einerseits ­entwickeln wir maßgeschneiderte digitale Module für den K ­ unden und stellen diese zum Selbststudium zur Verfügung“, erklärt Christian Sorko. Bei den ­Schulungen selbst kommen außerdem immer mehr Augmented Reality und Holo ­Lenses zum Einsatz. Hier kann zum Beispiel ein Gerüst ­simuliert und virtuell erweitert ­werden. „Dabei kann der Kunde die Anwendung und den ­Nutzen der verschiedenen Systeme in der virtuellen Welt ­trainieren“, so der Peri-Geschäftsführer. Bei Meva ist das Thema Digitalisierung bei ­Schulungen ebenfalls nicht mehr wegzudenken. „Wir haben gemeinsam mit dem österreichischen Start-up Build Informed ein eigenes Joint Venture namens BIM² gegründet, welches sich auf diesen wichtigen Themenbereich spezialisiert“, berichtet Erwin Platzer von Meva. Etwas zurückhaltender gehen Hünnebeck und ­Ringer an das Thema heran. Das Interesse an Digitali­ sierungsthemen wachse und nehmen deshalb immer

Ringer/Karin Lohberger

BAUZEITUNG 23 2019

breiteren Raum bei den Schulungen ein. Allerdings sei Bauen nach wie vor „Hands-on“, betont Gerald Schönthaler von Hünnebeck und ergänzt: „Uns ist die praktische Vermittlung von Inhalten noch ­wichtiger und unsere Kunden bestätigen uns darin.“ Das bekräftigt auch Markus Ringer: „Den Umgang mit dem Material trainiert man unserer Meinung nach noch immer am besten am Material“, so der RingerGesellschafter.  ◼

INVESTITION Ringer investierte 2014 in ein 1.400 Quadrat­meter großes neues Ausstellungs- und Schulungszentrum.

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28 Fokus Schalung BAUZEITUNG 23 2019

Auf der digitalen Überholspur Neue digitale Lösungen und Services des Schalungsherstellers Doka sollen ­Bauunternehmen das Arbeiten erleichtern, zum Beispiel auch die Betonbestellung.

Doka

A

Smart Pouring: Mithilfe des digitalen Abgleichsystems entscheidet der Polier, welcher Beton in welches Bauteil gegossen wird.

Alles im Blick

Sauberes Finish

Heigl und Suessco bilden den Betoniervorgang einfach und in Echtzeit ab.

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Einer von vielen „bewehrten“ Einsätze von Suessco Sensors.

Suessco

SCHALUNGSREINIGER  Für f leckenfreie ­ etonoberflächen soll der hochleistungs­ B fähige Schalungsreiniger MasterFinish CLN 689 von BASF sorgen. Das Produkt sei geruchsneutral, mit Pinsel, Bürste oder Sprühgerät einfach anwendbar und in seiner Zusammensetzung besonders umweltverträglich, so der Bauchemie-Spezialist. Der Vorteil für den Kunden: Durch den Gebrauch von MasterFinish CLN 689 lassen sich dauerhaft saubere und rückstandfreie Schalungen erzielen. Mit dem passenden Trennmittel aus der Master Builders ­Solutions Produkt­ reihe kombiniert, entsteht ein fleckenfreier Sichtbeton. „Master­Finish CLN 689 hinterlässt auf der Oberfläche eine verbleibende Mikroschicht. Diese bewirkt einen hohen Rostschutz auf Stahlschalungen und ist gleichzeitig eine hervorragende Basis für das nachfolgende Trennmittel“, erklärt ­Cengizhan Zor, Anwendungstechniker für Betonfertigteile bei BASF. Die Beton-Trennmittel von ­Master Builders Solutions werden unter dem Marken­namen MasterFinish RL vertrieben

b 2020 kann z. B. der komplette Bestell- und Lieferprozess von Ortbeton per mobiler Anwendung abgewickelt und durch­ gängig dokumentiert werden. Die Idee dafür entstand aus Gesprächen mit Bauunternehmen, aus denen sich zwei Kernprobleme herauskristallisierten: Zum einen käme es bei der Bestellung per Telefon immer wieder zu Missverständnissen, zum anderen wurde durch Verwechslungen teilweise der falsche Beton in das falsche Bauteil gegossen. Deshalb entwickelte Doka Smart Pouring, eine lieferantenunabhängige App, über die Poliere die Eckdaten für den benötigten Beton eingeben und auch gleich bestellen. Der Lieferant erhält die Bestellung, prüft diese und sendet eine Auftragsbestätigung. Sobald die Lieferung fällig wird, erhält der Fahrer alle Informationen inklusive der vorgesehenen Entladestelle. Erreicht der Fahrer mit dem bestellten Beton den angegebenen Lieferort, erhält die Mannschaft eine Nachricht und kann die Bestellung entgegennehmen. Mittels digitalen Abgleichsystems kann der Kunde prüfen, ob er den richtigen Beton in die zugehörige Schalung gießt.

okumentation und Qualitätssicherung werden im Bauwesen immer wichtiger. Um des Problems der hohen Kosten dieser Dokumentationen sowie des komplizierten und „kabellastigen“ Handlings Herr zu werden, ist der Sonderschalungsprofi Heigl Bau mit dem niederösterreichischen Hightech-Sensorentwickler S ­ uessco ­Sensors eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen. Das Ziel: zerstörungsfrei und leicht verständlich an verschiedenen Stellen des betonierten Baukörpers zeitlich unbegrenzt genaue Temperaturverläufe automatisiert auszulesen, zu dokumentieren und weiterzuverarbeiten? Die Lösung soll das Suess­co-Betonsensorensystem mit der Möglichkeit vollkommener Strom-Passivität bieten: Der Sendeteil des S ­ ensors wird direkt auf der ersten Bewehrungslage montiert und miteinbetoniert. Zusätzlich ­werden mehrere Temperaturfühler mittels Kabeln ­mehrere Meter im Baukörper verteilt. Das Auslesen erfolgt dann entweder über ein Handheld-Lesegerät von außen, welches die Daten vor Ort anzeigt bzw. auf der Onlineplattform ablegt. Alternativ dazu kann man über eine fixe Empfangs-/Sendeeinheit den Temperaturverlauf bequem vom Büro aus mitverfolgen.


Fokus Schalung 29 BAUZEITUNG 23 2019

NOE-Schaltechnik

Die Rondobox ­enthält alle not­ wendigen Teile für die Durch­ führung von Schalungs­ reparaturen.

Punktuelle Reparatur Mit den Reparaturplättchen Rondoplex wird die Schalplatte wieder fast wie neu.

Unterschiedliche Deckenhöhen sind für die NOE-Schalsysteme kein Problem.

B

www.ringer.at

Topgeschalt VIELFÄLTIG  Schalungshersteller NOE über-

Kaum sichtbar: Wird die Beschädigung der Schalhaut mit Rondoplex repariert, hat das Betonbild ein ebenmäßiges Ergebnis.

Rondoplex (2)

eschädigungen der Schalhäute sind im Baustellenalltag keine Seltenheit. Damit nicht gleich die gesamte Platte ausgetauscht werden muss, hat Schalungszubehörproduzent Herud mit ­Rondoplex das Oberflächenreparaturset für Schalungen und Schalungs­zubehör entwickelt. Die kreisrunden Reparaturplättchen im Durchmesser von 40,2 und 60,2 mm werden für nahezu alle Schalungstypen und -systeme hergestellt. Und so funktioniert es: Nach der Reinigung der Schalplatte wird die Schadstelle zunächst mit einer Handoberfräse, die mit speziell gefertigten Rondo-HMWendeplatten-Zylinder­kopfbohrern bestückt ist, ausgefräst. Je nach Platten­typ werden Leim, PU-Kleber oder bei Vollkunststoffplatten der Spezialkleber „­ Rondobrit“ eingegeben. Dann legt der ­Anwender das Rondoplex-Reparatur­plättchen ein und arbeitet es planflächig ein. Wichtig ist der stramme und passgenaue Sitz. Dieser wird durch leichtes Übermaß im Durchmesser der Reparaturplättchen gegenüber der ­Bohrung erreicht. Nach den Reparaturen kann das Schalungs­element wieder wie gewohnt eingesetzt werden.

zeugt beim Bau eines Wohn- und Geschäftshauses nahe Stuttgart mit einem umfassenden Portfolio. Vor allem die ­variable Schalhöhe der NOEtop punktete bei der Ausführenden Firma Züblin. Dabei sticht vor allem das XXL-System heraus. Mit ­seinen Abmessungen von 5,30 x 2,65 m handelt es sich um eines der größten Schaltafelsysteme auf dem Markt. Außerdem kam die Stützenschalung NOEtop FS sowie das „Leichtgewicht“ im Portfolio, die NOE aluL, zum Einsatz. Letztere wurde vor allem beim Bau der Fundamente verwendet. Die Rohbauarbeiten für das Gebäude begannen im November 2018 und wurden im Oktober 2019 fertiggestellt. Hierfür hat die Firma Züblin 7.500 Kubikmeter Beton verbaut.

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30 Fokus Schalung BAUZEITUNG 23 2019

Verwinkelte Sache Paschal

Ein neuer Mistplatz in Wien macht die AluStar von Meva zum Schalungsstar. Paschal liefert mit Maturix intelligentes Betonmonitoring in Echtzeit.

MONITORING Bei dem Betonierprozess sehen sich die Beteiligten mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Fehlende Echtzeiteinsicht in den Betonreifestatus, zeitaufwendige Datenerfassung und -verarbeitung sowie fehleranfällige Proben verhindern einen schnellen und reibungslosen Betonierprozess. Paschal will mit dem Maturix hier Abhilfe schaffen. Mittels intelligenter, kabelloser Funksender wird eine Analyse der Betonfestigkeit durchgeführt – dies erlaubt sowohl eine verbesserte Planbarkeit als auch ein orts- und zeitunabhängiges Monitoring in Echtzeit. Aufgrund der Echtzeitanalyse der Betonfestigkeit wird der optimale Zeitpunkt des Ausschales ermittelt. Dadurch reduziert sich zum einen die Fehlerzahl aufgrund zu frühen Ausschalens, und zum anderen entstehen keine überflüssigen Wartezeiten während der Betonreifephase. Ganz bequem erhält der Anwender eine Benachrichtigung, sobald der Zielwert erreicht wurde oder eine zu hohe Differenz der Innentemperatur besteht. Um eine bestmögliche Betonqualität zu garantieren, kann die Betontemperatur mittels Steuerung von Beheizungs- und Kühlanlagen ortsunabhängig kontrolliert und angepasst werden. Durch die Übermittlung der benötigten Aushärtungszeit des überwachten Betons soll besser geplant und die Kapazität optimal genutzt werden können.

Meva

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Die einseitige Ankerung mit Mammut XT von Meva bot beim Bau eines neuen Mistplatzes in Wien zeitlichen Vorteil.

I

n Wien-Favoriten errichtet Leyrer + Graf einen neuen Mistplatz mit einem äußerst verwinkelten Fundament. Dabei vertraut das Bauunternehmen auf die Handschalung AluStar von Meva, deren größtes Element bei einer Höhe von 270 cm maximal 65 kg wiegt. Bei großformatigen Schalungsarbeiten kommen die Wandschalung Mammut 350 und die Mammut XT zum Einsatz. Diese Wandschalung mit integrierter Kombi-Ankerstelle ermöglicht es, flexibel zwischen ein- und zweiseitiger Ankerung zu wählen. Leyrer + Graf nutzte vor allem die einseitige Ankerung der Mammut XT mit XT-Konusankerstab. Der Vorteil: Die Wandstärke wird einfach definiert, indem man lediglich die Abstandsringe des Ankers entsprechend arretiert. Bei gleichbleibender Wandstärke erspart man sich im weiteren Verlauf das wiederholete Ausmessen.

Alle Duo-Systembauteile wiegen weniger als 25 kg und sind damit ohne Kran zu bewegen.

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Starkes Leichtgewicht Kein Kran und universelle Einsatzmöglichkeiten – die Peri Duo erobert neue Einsatzgebiete.

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it der leichten Kunststoffschalung Duo erobert Peri seit der Einführung 2017 immer wieder neue Einsatzgebiete. Vor kurzem wurde damit bei Wörth an der Donau ein hochmoderner Kuhstall inklusive Melkroboters gebaut. Ein Zwei-Mann-Team errichtet in nur drei Monaten den kompletten Unterbau inklusive des Güllekellers sowie alle notwendigen Fundamente, Stahlbetonstützen und Brüstungen. Zum Schalen der Streifenfundamente, der Brüstungen, der 2,00 m hohen Betonstützen und der bis zu 3,00 m hohen Stahlbetonwände wurde die Duo-Verbundschalung verwendet. Der Stall wird insgesamt 57 m lang und mit Anbau knapp 30 m breit. Da das schwerste DuoElement nur 25 kg wiegt, wurden bei insgesamt 400 Quadratmeter Schalungsvorhaltung alle Betonbauteile ohne Kran realisiert.


Fokus Schalung 31 BAUZEITUNG 23 2019

Mehr digitales Service

Automatisierte Reinung

Das Kundenportal myHuennebeck punktet mit neuen Zusatzfeatures.

SCHALUNGSREINIGUNG

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Das Kundenportal myHuennebeck wurde u. a. um einen interaktiven Rücklieferschein erweitert.

Hünn ebe c k

chalungshersteller Hünnebeck hat sein Kundenportal myHuennebeck ausgebaut und verbessert. Die erste größere Optimierung betrifft die Mieteinsatzkarte. Schon bisher konnten Nutzer sich in der Mieteinsatzkarte den Gesamtwert des Mietmaterials auf der Baustelle über den gesamten Baustellenverlauf hinweg anzeigen lassen. Ebenso war es möglich, Werte nur für eine einzelne Artikelgruppe anzuzeigen. Mit dem neuen Release können Nutzer nun zusätzlich mehrere Artikelgruppen zusammenfassen und so beispielsweise die gesamte Wand- oder Deckenschalung bündeln. Auch ein Zeitfilter ist möglich. Der Export der Mieteinsatzkarte nach Excel zeigt die Veränderung bei jeder Lieferung ebenso wie den Gesamtbestand zu dem angegebenen Zeitpunkt. Erleichtert wurde den Nutzern des Portals auch, Rücklieferungen anzumelden: Mit dem interaktiven Rücklieferschein können sie schnell und einfach definieren, welches Material sie an Hünnebeck zurückschicken möchten. Das Gewicht der Rücklieferung wird automatisch ermittelt. Bei Bedarf können die Nutzer eine Notiz hinzuzufügen, beispielsweise den Ansprechpartner benennen oder Erreichbarkeiten definieren. Nach Eingabe der E-Mail-Adresse werden diese Informationen als PDF-Datei an Hünnebeck zur Weiterverarbeitung versendet. Verfügbar ist das myHuennebeck-Portal neuerdings auch als Android-App für Smartphones mit der Android-Version 7 oder höher. Die iPhone-App folgt in Kürze.

Seit 33 Jahren entwickelt und vertreibt das deutsche Unternehmen Falch Wasserstrahlgeräte und Hochdruckreiniger für die Baubranche. Dank des Höchstdruckwasserstrahlens werden auch Schalungen schon seit Jahren effektiv und ohne Beschädigungen gereinigt. Bislang mussten diese Arbeiten jedoch meistens mit einer Handlanze ausgeführt werden. Das soll sich jedoch schon bald ändern, denn künftig wird das automatisierte Wasserstrahlen den Vorzug erhalten, ist man bei Falch überzeugt, denn mit dem Surface Worker 250 können diese Reinigungsarbeiten nun schneller und einfacher durchgeführt werden. Für den Mitarbeiter bedeutet dies deutlich sichereres und bequemeres Arbeiten, da er mit Abstand zur Strahleinheit lediglich den Surface Worker 250 steuern muss und selbst nicht mehr mit Rückstoßkräften konfrontiert ist. Zudem können die Reinigungsarbeiten um ein Mehrfaches schneller ausgeführt werden. Durch die geschlossene Strahleinheit, die sogenannte „jet cap“, wird nicht nur die Wasserdampfbildung minimiert, auch der Strahllärm fällt deutlich geringer aus – und das bei einem konstanten, besseren Arbeitsergebnis.

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32 Baumaschinen

Bulldozer

BAUZEITUNG 23 2019

Original oder nicht Original

BEI DER HAND Große Ersatzteillager, hier bei Bulldozer, sorgen dafür, dass Bestellungen rasch erfüllt werden können.

Ersatzteilhandel. Qualität und zusätzliche S ­ erviceleistungen als Alternative zu rücksichts­losem Preiskampf. TEXT: WOLFGANG POZSOGAR

Kleinheider

E Das Ersatzteil­ geschäft hat sich sowohl in Österreich als auch international in allen Bereichen sehr gut entwickelt. HARALD KLEINHEIDER, KLEINHEIDER BAUMASCHINENHANDEL

rsatzteile um 20 bis 30 Prozent teurer zu verkaufen, nur weil eine edle Premiummarke auf der Verpackung prangt? Seit vielen J­ ahren ist das eine häufig zu hörende Aussage. Der Hintergrund: Kein Hersteller produziert alle Teile für die Maschinen selbst. Es gibt in jedem Bereich eine meist kleine Gruppe von hochspezialisierten Zulieferern, welche diese Komponenten nicht nur für die Serienproduktion der Maschinenhersteller, sondern auch für deren Ersatzteilgeschäft fertigen – verpackt in einer Box mit dem Markenzeichen. Aber genau diese Erstausrüster oder Original Equipment ­Manufacturer (OEM) bieten die Ersatzteile auch auf dem freien Markt an – ohne Markenzeichen, aber in angeblicher gleicher Qualität.

Unterschiede in den Details Ganz so einfach ist das nicht, behauptet Andreas Leidl, Leiter des Ersatzteildienstes bei der Komatsu-­ Vertretung Kuhn. Es stimme, dass es in vielen Berei-

chen nur zwei oder drei Erstausrüster gebe, die für die ganze Welt produzieren. Aber die Unterschiede lägen im Detail, meint Leidl: „Bei einem Laufwerk kann das der Härtungsgrad des Stahls sein, und das wirkt sich wesentlich auf die Lebensdauer aus.“ ­Solche großen und kleinen Unterschiede fänden sich bei zahlreichen ­Ersatzteilen, erklärt Leidl: „Bei ­Batterien beispielsweise kommt es nicht nur auf die Anzahl der Zellen an, hochwertige Produkte sind ­innen ausgeschäumt und damit wesentlich rüttel­ fester.“ Das ­mache den Stromspeicher teurer, zähle aber beim Einsatz auf der Baustelle.

Filter braucht das Land Wolfgang Szigeti, Service-Bereichsleiter bei der Cat-Repräsentanz Zeppelin, sieht das ähnlich. Ein Beispiel, das er gern nennt, sind Filter, die ebenfalls nur von wenigen Herstellern gefertigt werden. Bei diesem Produkt werde oft aufgrund einer einzigen Kennzahl behauptet, der günstigere Teil sei in der


Baumaschinen 33

Bulldozer

Qualität gleich dem teuren Original, erzählt er. Steht auf beiden Produkten beispielsweise eine Maschenweite von 5 µ, wird angenommen, dass Schmutzteilchen ab dieser Größe herausgefiltert werden. „So einfach ist das aber nicht, denn die Maschenweite sagt nichts darüber aus, wie sich der Filter unter Druck verhält“, erklärt Szigeti. Da werden dann aus 5µ unter Umständen 10 µ, was eine völlig ungenügende Filterleistung zur Folge hätte. Bei Zeppelin stehen auf der Theke der Ersatzteillager Filter verschiedener Preisklassen. Sie sind aufgeschnitten, damit die Kunden den Unterschied sehen können. Wobei gerade Sparen bei diesem Produkt mitunter teure Folgen hat, warnt Szigeti: „Ein schlechter Filter kann einen Schaden am Motor oder an der Hydraulikpumpe zur Folge haben.“ Wobei die Mitarbeiter der beiden Premiumhersteller preisgünstige Ersatzteile nicht grundsätzlich ablehnen. „Wenn ein Unternehmer mit der Maschine

Pirtek

BAUZEITUNG 23 2019

Wir betreiben derzeit 15 mobile Werkstätten in Österreich, in denen sich jeweils mehr als 1.500 verschiedene Ersatzteile für die Hydraulik befinden. WERNER EICHINGER, PIRTEK-SALES-MANAGER FÜR ÖSTERREICH

nicht mehr viel vorhat, ist ein Billigteil absolut in Ordnung“, sagt beispielsweise Leidl. Die Premiumhersteller bieten für solche Fälle eigene Lösungen. Bei Zeppelin gibt es beispielsweise professionell aufbearbeitete und getestete gebrauchte Teile. Caterpillar hat eine eigene Linie, die unter dem Namen Yellowmark preisgünstige Verschleißteile und verschiedene andere Komponenten anbietet. „Speziell für ältere Maschinen, die nicht mehr so intensiv genutzt werden, ist das eine gute Lösung“, sagt Szigeti.

„Günstig ist nicht minderwertig“ Dass die zu günstigeren Preisen angebotenen Komponenten geringere Qualität aufwiesen, wollen die österreichischen Händler von Baumaschinen-Ersatzteilen aber so nicht akzeptieren: „Mit minderwertiger Ware könnten wir uns nicht lange am Markt halten, da würden die Kunden bald ausbleiben, schließlich gibt es Mundpropaganda in beiden Richtungen“, sagt Johannes Schneider. Er hat sich mit seiner Firma Minibagger Verschleißtechnik MBV auf Gummiketten, gummierte Bodenplatten und andere Laufwerksteile für kleine Baumaschinen spezialisiert. Schneider bietet Premiumketten und Standardketten von namhaften Herstellern. „Vor allem bei größeren Geräten in der Zehn- oder Zwölf-TonnenKlasse raten wir zu Premiumketten, sie sind deutlich laufruhiger.“ Er will seinen Kunden zwar günstige Produkte bieten, das Geschäft aber nicht allein über

QUALITÄTSKONTROLLE Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Bulldozer-Geschäftsführer Willibald Wippel begutachtet Ersatzteile.

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34 Baumaschinen BAUZEITUNG 23 2019

BLICK IN DIE ZUKUNFT

Das Geschäft brummt

Mit minderwertiger Ware könnten wir uns nicht lange am Markt halten.

Die Geschäfte mit den Ersatzteilen laufen jedenfalls gut, erzählt Gerhard Glock vom GSG Baumaschinenhandel: „Es ist deutlich mehr geworden, offensichtlich wird mehr repariert. Die ­Unternehmen fahren gerne länger mit den älteren M ­ aschinen, weil diese weniger anfällig sind.“ Glock bietet Gummi­ketten, Starter, Lichtmaschinen, Batterien, ­Hydraulikschläuche und Zylinderabdichtungen. Er ist ebenfalls überzeugt, dass seine Ersatzteile allen Qualitätsansprüchen gerecht werden: „Ich mache das bereits das sechste Jahr und habe noch keine Klagen etwa über die Lebensdauer gehört.“ Neben Ersatzteilen tragen Neumaschinenverkauf von Yanmar Baumaschinen, Vermietung und Dienstleistung zu jeweils einem Viertel zu seinem Gesamtumsatz bei. Auch er will nicht unbedingt nur der günstigste Anbieter sein. Flexibilität, sofortige Lieferung lagernder Teile, rasche Bestellung beim Lieferanten nennt Glock als die Stärken seines Unternehmens. Dass das Geschäft mit den Ersatzteilen erfreulich läuft, bestätigt auch Harald Kleinheider vom gleichnamigen Baumaschinenhandel in St. Pölten: „Es hat sich sowohl in Österreich als auch i­ nternational in allen Bereichen sehr gut entwickelt, was mit der generell guten Wirtschaftslage zusammenhängt.“ Kleinheider bietet seinen Kunden sowohl Original­ teile als auch Nachbauten. Er kauft weltweit ein und meint, dass es sehr wohl Qualitätsunterschiede ­zwischen den Teilen gebe. „Unsere Stärke ist, dass wir uns auskennen, die Mitarbeiter, die das machen, sind fachlich alle bestens qualifiziert, das ist langjähriges Stammpersonal“, betont er. Er will seinen Kunden

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JOHANNES SCHNEIDER, MINIBAGGER

Alleinstellungsmerkmale gesucht

Ein schlechter Filter kann unter Umständen einen Schaden am ­ Motor oder an der Hydraulik­pumpe zur Folge haben. WOLFGANG SZIGETI, BEREICHSLEITER SERVICE BEI ZEPPELIN

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Egal ob Kunststoff oder Metall – die 3D-Druckver­ fahren werden immer präziser, ausgeklügelter und schneller. Deswegen nutzen auch immer mehr Baumaschinenhersteller die Technologien. So setzt zum Beispiel Volvo CE Additive Fertigungs­ technologien ein, um Ersatzteile für seine Kunden schneller und effizienter herstellen und liefern zu können. Auch bei Wacker Neuson in Linz arbeitet man daran, vor allem kleine Verschleißteile druck­ bar zu machen, wie das Unternehmen im Rahmen der Bauma erzählte. Dadurch erhofft man sich einerseits möglichst kurze Ausfallzeiten von Maschinen zu schaffen und andererseits die Lebensdauer von Maschinen zu erhöhen, da Ersatzteile auch nach dem traditionellen Produk­ tionsstopp noch verfügbar sind.

die für den Einzelfall optimale Lösung bieten, Originalteile werden ebenso von Premium-Vertretungen bezogen.

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Mieten leicht gemacht.

Kommen Ersatzteile zukünftig aus dem Drucker?

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den Preis machen: „Natürlich muss man mit dem Preis mithalten, aber wir versuchen unsere Kunden hauptsächlich mit Service zu überzeugen“, erzählt er. Dazu zählen beispielsweise ein großes Lager, schnelle Angebotslegung und Lieferung.

Mit 35 Mitarbeitern einer der größeren im B ­ ereich Ersatzteilhandel tätigen Unternehmen ist die Bulldozer GmbH. Hauptgeschäft ist der Verkauf von Laufwerksteilen sowie Stahl- und ­Gummiketten. Bulldozer vertritt einen der führenden ­Hersteller – Berco – und verspricht, so Geschäftsführer ­Willibald Wippel, Laufwerke und Laufwerksteile in Erstausrüsterqualität für sämtliche Baumaschinen. N ­ eben dem Handel betreibt die Firma in Enzersdorf an der Fischa eine Werkstätte, in der vorwiegend ­Reparaturen für Anbaugeräte vorgenommen werden. Sie wurde im März des aktuellen Jahres in Betrieb genommen. Geschäftsführer Wippel: „Wir wollen uns damit vom normalen Handel abheben, wo der Preisdruck nach wie vor groß ist, und mit dem einzigartigen Serviceangebot der Werkstätte die Kundenbindung stärken.“ Die Leistungen in diesem Bereich können sich sehen lassen. Professionelle Geräte für MIG/MAG-Schweißen, aber auch für Impulsverfahren, einen Plasma- und Autogenschneide-­ Geräte, eine große CNC-Fräse mit 30 programmierbaren Werkzeugen und einige andere Maschinen mehr ermöglichen Reparaturen von Anbauteilen in hoher Qualität, erzählt der technische Leiter Werner Janisch. Außerdem gäbe es noch eine Kettenpresse, um Laufwerksketten zu kürzen, zu verlängern oder zu beplatten.


Baumeister Bauleiter Polier Techniker

Polier

Techniker

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Pirtek

Lehrling

Bauleiter

Vorarbeiter

Vorarbeiter Facharbeiter

Baumeister

HYDRAULIKSERVICE 24/7 Tagsüber ist Pirtek mit einem kompletten Werkzeugwagen mit allen Ersatzteilen in spätestens einer Stunde auf der Baustelle.

Sofort vor Ort Ersatzteile wie Hydraulikschlauchleitungen gehören natürlich auch hauptsächlich zum Pirtek-­Geschäft, jedoch kombiniert der Dienstleister diese mit s­ einem schnellen 24/7 Service. „Wir betreiben derzeit 15 ­mobile Werkstätten in Österreich, in denen sich jeweils mehr als 1.500 verschiedene Ersatzteile für die Hydraulik befinden“, erzählt Werner Eichinger, ­Sales Manager für Österreich und verantwortlich für Verein­barungen mit Großkunden und Unterstützung der Partner. P ­ irtek ist ein Franchiseunternehmen mit selbstständigen Partnern und vier Niederlassungen in Österreich. Eichinger verspricht, dass ein Werkstätten­ wagen tagsüber in spätestens einer Stunde, nachts in ­spätestens zwei Stunden am Einsatzort ist. Der Austausch der beschädigten Schlauchleitung und das Nachfüllen des Öls erfolgt vor Ort, die Maschine ist dann sofort wieder einsatzbereit. Das Ersatzteillager am Servicefahrzeug ist groß: Bei 98 Prozent der Einsätze ist der notwendige Teil sofort bei der Hand. „Ist es eine ganz dicke Leitung, dann wird sie im Stützpunkt gepresst und nachgeliefert, das ist aber die Ausnahme“, sagt Eichinger. Der rasche Service ist am Bau, in der Transportwirtschaft und ­Industrie gefragt. „Wenn die Maschine oder das Fahrzeug schnell wieder einsatzbereit ist, spart das dem ­Kunden Zeit, Ärger und Kosten“, resümiert E ­ ichinger. Die Preise der Ersatzteile sind bei einem solchen Gesamtpaket dann kein Thema mehr.  ◼

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36 Baumaschinen BAUZEITUNG 23 2019

Boels Rental plant Übernahme von Cramo

Das fusionierte Unternehmen wird in Bezug auf Kunden, Geschäft und Regionen gut diversifiziert sein.“ PIERRE BOELS, VORSTANDSVORSITZENDER VON BOELS RENTAL

N

achdem es Anfang November bereits Gerüchte in der Branche gab, wurden diese am 11. November bestätigt. Der niederländische Vermietkonzern Boels Rental plant, den finnischen Mitbewerber Cramo zu übernehmen. Ein dementsprechendes Angebot wurde am 25. 11. an die Aktionäre der Cramo-Gruppe gelegt. Ziel sei es, 90 Prozent der Cramo-Aktien zu erwerben, so das niederländische Unternehmen in einer Aussendung. Das Angebot ist bis Mitte Jänner gültig – einige Großaktionäre, darunter EQT Public Value Investments, Rakennusmestarien Säätiö und Varma Mutual Pension Insurance sowie Cramo-Chef Leif Gustafsson, die fast 19 Prozent des Aktienkapitals von Cramo vertreten, hatten das Angebot laut Medienberichten bereits angenommen. Boels-Vorstandschef Pierre Boels über den bevorstehenden Merger: „Unsere Vision ist es, einen europäischen Marktführer im Bereich der Gerätevermietung aufzubauen. Boels und Cramo kennen einander gut und passen strategisch und kulturell

Sicherheit inklusive

Virtuelle Welten APP Zukunftsweisende Technologien wie Augmented Reality (AR) sind in der Industrie 4.0 auf dem Vormarsch. Mit der neuen AR-Experience-App von Liebherr werden mit Hilfe von AR digitale 3DDaten in die reale Umgebung projiziert. Drei unterschiedliche, virtuelle Baustellen lassen sich auf allen horizontalen Flächen im Raum verankern und aus jedem nur vorstellbaren Blickwinkel betrachten. Pro Baustelle sind unterschiedliche Szenen abspielbar, die dann wie ein dreidimensionaler Film ablaufen. Dabei wird der Betrachter selbst zum Kameramann: Das Entdecken der kompletten Produktpalette aus dem Liebherr-Werk in Nenzing mit den Themen Materialumschlag, Heben und Spezialtiefbau wird zum Erlebnis und lässt sich immer wieder aus anderen Perspektiven wiederholen. Im Fokus stehen neben den Geräten einige Assistenzsysteme und digitale Lösungen von Liebherr.

gut zusammen. Das fusionierte Unternehmen wird mit einem Unternehmen in 17 Ländern ein führender Akteur in Europa sein und in zwölf davon die ersten drei Plätze belegen. Es wird in Bezug auf Kunden, Geschäft und Regionen gut diversifiziert sein. Wir kombinieren Leihausrüstung, Daten, Sicherheit und Fachwissen, um die Effizienz unserer Kunden zu verbessern.“Boels Rental ist mittlerweile an 450 Standorten in elf Ländern mit 4.200 Mitarbeitern vertreten. Cramo ist an 300 Standorten in ebenfalls elf Ländern tätig. Aus dem Zusammenschluss beider Vermieter entstünde ein Unternehmen mit einem Umsatz von rund 1,25 Milliarden Euro und bis zu 750 Standorten. Laut Aussendung von Boes Rental ist die Zusammenführung der Aktivitäten beider Unternehmen in Mitteleuropa zu einem marktführenden Unternehmen geplant. Andere Märkte sollen die geografische Abdeckung beider Firmen ergänzen oder erweitern. In Österreich sind sieben Cramo- und 19 Boels-Standorte von dem möglichen Merger betroffen.

Sandvik präsentiert das neue Ankerbohrgerät DS512i.

Hohe Leistung, ergonomisches Arbeitsumfeld: das neue Ankerbohrgerät DS512i von Sandvik.

Sandvik

Boels Rental

Der niederländische Geräteverleiher Boels Rental will den finnischen Mitbewerber für 592 Millionen Euro übernehmen.

M

it dem neuen Ankerbohrgerät DS512i für Streckenvortriebe von fünf mal fünf Metern hat Sandvik eine Kombination aus einem sicherem ergonomischen Arbeitsumfeld und optimaler Leistung präsentiert. Die Maschine ist mit einem völlig neuen Trägerfahrzeug, einem Hochfrequenz-Gesteinsbohrhammer, einem Steuerungssystem und ergonomischen Führerhaus ausgestattet und eignet sich damit für Gebirgssicherungsarbeiten jeder Art. Der Hersteller verspricht mit seinem neuen Ankerbohrgerät ein hohes Maß an Sicherheit und Effizienz.


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38 Service BAUZEITUNG 23 2019

#meineFragezuBIM Ergeben sich durch BIM neue Geschäftsmodelle?

E Siegfried Diesenberger, GF Diesenberger. Rihl ZT GmbH

Schicken Sie uns Ihre Fragen zum Thema BIM an die E-Mail-Adresse bim@ wirtschaftsverlag.at

in Geschäftsmodell […] ist eine modellhafte Repräsentation der logischen Zusammenhänge, wie eine Organisation bzw. Unternehmen Mehrwert für Kunden erzeugt und einen Ertrag für die Organisation sichern kann. […] Multi-sided platform business model (mehrseitiges Plattformgeschäftsmodell): Eine Plattform ermöglicht die Interaktion von zwei oder mehreren unabhängigen Gruppen. Der Wert für eine einzelne Gruppe entsteht durch die Präsenz einer anderen Gruppe. […] Open business model (offenes Geschäftsmodell): ein auf Kooperationen basiertes Geschäftsmodell, welche externe Experten nutzt, um Wert zu schaffen und zu sichern.“1 Diese allgemeinen Definitionen beschreiben aus meiner Sicht BIM an sich als Geschäftsmodell und alle dazu notwendigen Prozesse, die nicht mehr aufzuhalten sind. Die Geschäftsfelder BIM-Koordination und BIM-Management werden zum Standard in der

Bauwirtschaft und müssen in die Lehrpläne der HTLs, Fachhochschulen und Universitäten Eingang finden. Eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit von Experten aller Fachplanungsrichtungen in offenen, systemunabhängigen Prozessen ist die Entwicklung geeigneter Software sowie Schnittstellen und Foren für den Informationsaustausch zur unmissverständlichen Kommunikation. Das größte Potential zur Wertschöpfung liegt somit in der Software- und Prozessentwicklung. Unsere gebaute Umwelt darf keinesfalls, von beschränkten Möglichkeiten in Planungs- und Managementtools beeinflusst, zu unbefriedigenden architektonischen, dem Menschen nicht dienlichen Lösungen führen! ◼ Gabler Wirtschaftslexikon; Autor: Prof. Dr. Stefan Grösser, Professor for Strategic Management and Organization, Berner Fachhochschule

1

Aus 5 mach 1: Neue ÖNorm ÖNorm B 2204 „Ausführung von Bauteilen – Werkvertragsnorm“ ist erschienen. Die Initiative Dialogforum Bau trägt Früchte: Ein neuer Standard ersetzt fünf ÖNormen und erleichtert die Anwendung in der Praxis.

D VERANSTALTUNG Die zweite Jahrestagung Baurecht und Baustandards bei Austrian Standards findet am 5. Dezember 2019 statt, um die brennendsten Fragen aus der Praxis zu diskutieren und eine Verbesserung des Status quo zu bewirken. Anmeldung: www.austrianstandards.at/jahrestagungbau

as Komitee 169 für Bauleistungen hat seine Werkvertragsnormen auf Doppelgleisigkeiten durchforstet. Seit 15. November 2019 ersetzt die ÖNorm B 2204 „Ausführung von Bauteilen – Werkvertragsnorm“ nun gleich fünf einzelne Standards: Die ÖNorm B 2206 „Mauer- und Versetzarbeiten“, ÖNorm B 2210 „Putzarbeiten“, ÖNorm B 2211 „Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonarbeiten“, ÖNorm B 2212 „Trockenbauarbeiten“ und ÖNorm B 2259 „Herstellung von Außenwand-Wärmedämmverbundsystemen“ (WDVS) wurden zu einem gemeinsamen Standard zusammengefasst. Der einheitliche Aufbau aller Werkvertragsnormen hat die inhaltliche Zusammenlegung erleichtert. Für die Anwendung befinden sich die Inhalte am

gewohnten Platz. Die Ermittlung der Mengen von Positionen wurde zu den Hinweisen für die Ausschreibung und für die Erstellung von Angeboten vorgezogen, da „richtige“ Ausschreibungsmengen (fast) ohne Zuschlags- und Durchrechnungsregelungen eine Basis risikoarmer Kalkulation, vergleichbarer Angebote und fairer Verträge darstellen. Auf Regelungen in Neuausgaben von technischen Normen, z. B. ÖNorm B 3415 „Planung und Ausführung von Trockenbauarbeiten“ oder ÖNorm B 6400-1 „Außenwand-WärmedämmVerbundsysteme (WDVS) – Teil 1: Planung und Verarbeitung“, wird ebenfalls verwiesen. Mit der Zusammenlegung der fünf Standards wurde eine Empfehlung des Dialogforum Bau erfolgreich umgesetzt. ◼


Service 39 BAUZEITUNG 23 2019

Zusammenschluss von Unternehmern während des Vergabeverfahrens Ein aktuelles EuGH-Urteil widmet sich der Frage, wann der Wettbewerb von einem an einem Vergabeverfahren teilnehmenden Unternehmen (nicht) beeinträchtigt wird.

D

ie beteiligten Unternehmer eines Vergabeverfahrens dürfen den Wettbewerb nicht beeinträchtigen. Das ist allgemein bekannt. Aber die Lösung der Frage, wann der Wettbewerb (nicht) beeinträchtigt ist, ist schwierig. Eine aktuelle Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH 11.7.2019, C-697/17) macht dies nicht wesentlich leichter.

Der Ausgangsfall In einem nichtoffenen Verfahren mit vorheriger Bekanntmachung waren nach der ersten unter anderen die Unternehmer A und B präqualifiziert, durften also ein Angebot legen. Die beiden Unternehmer vereinbarten während der Teilnahmephase, sich zusammenschließen, und zwar so, dass der Unternehmer A vom Unternehmer B aufgenommen wurde (Verschmelzung). Der Zusammenschluss wurde erst nach Ende der Angebotsfrist rechtswirksam, der aufgenommene Unternehmer A legte allerdings – anders als der aufnehmende Unternehmer B – kein Angebot mehr. Fraglich war nun, ob das Angebot des aufnehmenden Unternehmers B auszuscheiden war.

Die Entscheidung Der EuGH entschied gegen das Ausscheiden, die Vorgangsweise war also vergaberechtlich zulässig. Im Einzelnen hat der EuGH zunächst geprüft, ob sich die rechtliche Identität des Unternehmers geändert hatte. Das war bis zur Angebotslegung zweifellos nicht der Fall, der Zusammenschluss wurde ja erst nach Ende der Angebotsfrist rechtswirksam. Auch wenn der Zusammenschluss schon vor Ende der Angebotsfrist rechtswirksam geworden wäre, wäre das wohl kein Problem gewesen, weil ja der aufnehmende Unternehmer B, der nach wie vor existierte (und nicht der aufgenommene Unternehmer A), ein Angebot gelegt hatte. Der EuGH verwies auch auf seine Entscheidung vom 24.5.2016, C-396/14, wo er sogar eine Änderung der Bietergemeinschaft (Wegfall eines Partners, sodass nur noch der verbleibende Partner ein Angebot legte; es hatte sich also die Identität des Bieters wäh-

rend des Vergabeverfahrens geändert) während eines Verhandlungsverfahrens als zulässig feststellte, da im damaligen Fall die Wettbewerbssituation nicht zulasten der anderen Bieter beeinträchtigt wurde. Sodann prüfte der EuGH, ob die Wettbewerbssituation im neuen Fall beeinträchtigt wurde. Das verneinte er mit dem Argument, dass durch die (geplante) Aufnahme des Unternehmers A die Leistungsfähigkeit beim Unternehmer B sogar gestärkt wurde. Auch hätte es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Unternehmer B durch den (geplanten) Zusammenschluss „sensible Informationen über das Vergabeverfahren“ (was immer das hätte sein sollen) erworben hätte, die einen Wettbewerbsvorteil dargestellt hätten. So weit leuchtet das auch noch halbwegs ein. Etwas verwirrend ist allerdings, dass die offensichtliche Frage, wann eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss zweier Unternehmer, wonach in der Folge nur noch einer der beiden Unternehmer ein Angebot legt, eine Wettbewerbsbeschränkung darstellen kann. Schließlich führte der Zusammenschluss ja – wenn man davon ausgeht, dass ohne Zusammenschluss auch der aufgenommene Unternehmer A ein Angebot gelegt hätte – dazu, dass ein Angebot weniger gelegt wurde. Nun bedeutet die Abgabe von nur vier statt fünf oder von nur drei statt vier Angeboten noch nicht automatisch, dass damit auch der Wettbewerb eingeschränkt war; es kann auch sein, dass ein Angebot mehr keinen spürbaren Unterschied gemacht hätte. Aber überraschend ist, dass der EuGH diese Fragestellung völlig ignoriert hat.

Der Praxistipp Wenn auch die Judikatur keine präzisen Vorhersagen ermöglicht, so kann man doch das Ausscheidensrisiko in Vergabeverfahren reduzieren, wenn man als Unternehmer vor einem Zusammenschluss oder einer sonst wesentlichen Betriebsveränderung steht. Da die Umstände des Einzelfalles sehr unterschiedlich sind, gibt es kein „Patentrezept“. Wichtig ist, dass man sich rechtzeitig Gedanken darüber macht und sich in diesen Fällen nicht unvorbereitet an Vergabeverfahren beteiligt. ◼

Heid und Partner

TEXT: THOMAS KURZ

ZUM AUTOR

RA MAG. THOMAS KURZ ist Rechtsanwalt bei Heid und Partner Rechtsanwälte GmbH, Landstraßer Hauptstraße 88/2–4, A-1030 Wien www.heid-partner.at


40 Service BAUZEITUNG 23 2019

„Gefahrenquelle“ Bauwerk? Im Rahmen der „Bauwerkehaftung“ hat der Gebäudebesitzer für Schäden unter bestimmten Voraussetzungen in sehr weitem Umfang einzustehen. Doch wie sieht die Realität aus? TEXT: HEINRICH LACKNER

MPLAW

D ZUM AUTOR

MAG. HEINRICH LACKNER ist Juniorpartner bei Müller Partner Rechtsanwälte Rockhgasse 6, A-1010 Wien www.mplaw.at

as Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) sieht in § 1319 eine besondere Haftung für den Besitzer eines Gebäudes vor. Verursachen Teile des Gebäudes durch Einsturz oder Ablösen einen Schaden oder wird jemand dadurch verletzt, so tritt eine verschuldensunabhängige Haftung des Gebäudebesitzers ein. Der Besitzer kann der Haftung nur dann entgehen, wenn er beweist, dass er alle zur Abwendung der Gefahr erforderliche Sorgfalt angewendet hat. Der Hintergrund dieser verschärften Haftung beruht auf dem Gedanken, dass Gebäude eine besondere Gefahrenquelle darstellen.

Wer ist aus dem Titel der Bauwerkehaftung verantwortlich? Nach dem Gesetzeswortlaut ist der „Besitzer“ des Bauwerks (Gebäudes) in der Verantwortung. Es stellt sich somit die Frage, wer im Lichte dieser Regelung als Besitzer gilt. Nach der Rechtsprechung (Rsp) des Obersten Gerichtshofs (OGH) ist derjenige als Besitzer des Gebäudes anzusehen, der in der Lage ist, durch erforderliche Vorkehrungen eine Gefahr des Gebäudes rechtzeitig abzuwenden. Darunter sind also jene Personen zu verstehen, die verpflichtet sind, für die Instandhaltung des Gebäudes auf eigene Rechnung zu sorgen. In erster Linie ist dies natürlich der Eigentümer. Aber Vorsicht: Während der Bauführung, bis zur Übergabe, ist auch der Auftragnehmer (AN) Besitzer und damit nach § 1319 ABGB haftbar. Ebenso wurde bereits entschieden, dass ein aufgestelltes Gerüst als Bauwerk gilt und eine Haftung nach § 1319 ABGB zur Folge haben kann (RIS-Justiz RS0029970).

Unter welchen Voraussetzungen kommt es zur Haftung? Zur Haftung kommt es, wenn durch Einsturz oder Ablösen von Teilen eines Gebäudes eine Person verletzt wird oder sonst ein Schaden eintritt. Der „Besitzer“ ist dann zum Ersatz verpflichtet, wenn dafür die mangelhafte Beschaffenheit des Bauwerks ursächlich war. Ob eine mangelhafte Beschaffenheit vorliegt, ist nach objektiven Kriterien zu beurteilen. Hinzu kommt, dass § 1319 ABGB eine Beweislastumkehr anordnet, wonach der Besitzer seine Schuld-

losigkeit nachweisen muss. Somit greift in Fällen, in denen der Besitzer wegen eines Unfalls oder wegen Krankheit die erforderlichen Vorkehrungen nicht treffen konnte, dennoch die Haftung. Zusammenfassend ergibt sich daraus eine verschuldensunabhängige Haftung des Gebäudebesitzers.

Ist eine Haftungsbefreiung möglich? Geht man nach dem Wortlaut des Gesetzes, würde schon der bloße Schadenseintritt bedeuten, dass die entsprechende Sorgfalt nicht eingehalten wurde. Ein Freibeweis schiene nahezu unmöglich. Eine so weitreichende Haftung ist aber keineswegs die Intention des Gesetzes. Vielmehr sind vom „Besitzer“ Vorkehrungen zu treffen, die nach der Auffassung des Verkehrs vernünftigerweise erwartet werden können, um eine Haftung auszuschließen. Nach der Rsp maßgeblich sind Schutzvorkehrungen und Kontrollen, die ein sorgfältiger Besitzer getroffen hätte. In einer jüngsten Entscheidung des OGH (Entscheidung vom 24. September 2019, 5 Ob 118/19t) gelang der Beklagten der Freibeweis. Im Anlassfall löste sich ein Zierstück des Gesimses, stürzte herab und verletzte eine Person, welche gerade unten auf der Straße am Gebäude vorbeiging. Nach Ansicht des OGH setzt die Verletzung der objektiv gebotenen Sorgfaltspflicht die Erkennbarkeit oder die Voraussehbarkeit der Gefahr voraus. Auch eine jährliche Sichtkontrolle hätte, so der OGH, keine Beschädigung oder mangelnde Festigkeit des Zierelements erkennen lassen, sodass kein Anlass für die Beklagte bestand, weitere Maßnahmen zur Verhinderung des Schadens zu setzen. Eine Haftung wurde vom OGH verneint.

Fazit § 1319 ABGB sieht eine verschärfte Haftung für „Besitzer“ eines Bauwerks vor. Um eine Haftung zu vermeiden, müssen im Vorfeld alle erforderlichen Maßnahmen gesetzt werden, um einer Gefahr entgegenzuwirken. Wie eine jüngste Entscheidung zeigt, ist die gebotene Sorgfalt, die vom „Besitzer“ verlangt wird, nur dann verletzt, wenn die Gefahr erkennbar oder voraussehbar war. ◼


Service 41 BAUZEITUNG 23 2019

Kalender DEZEMBER

04.12.2019 Kurs Guntramsdorf Der Stand der Technik www.wien.bauakademie.at

05.12.2019

11.12.2019 Kurs Guntramsdorf Schimmel, Schall und Wärme Betrachtung aus technischer und baurechtlicher Sicht www.wien.bauakademie.at

Kurs Guntramsdorf Rechtswirksame Anweisungen, Aufträge und Anordnungen auf Baustellen www.wien.bauakademie.at

12.12.2019

05.12.2019

Seminar Wien Instandsetzung mit Injektionstechnik für Fachkräfte www.betonakademie.at

Kurs Langenlois Theorie und Praxis der Bauphysik Modul 1 Grundlagen der Bauphysik www.noe.bauakademie.at

05.12.2019 - 06.12.2019

Kurs Langenlois Die ÖNorm B 2110 www.noe.bauakademie.at

12.12.2019

12.12.2019

Kurs Langenlois Theorie und Praxis der Bauphysik - Gesamtkurs www.noe.bauakademie.at

Seminar Wien Instandsetzung mit Injektionstechnik für Führungskräfte www.betonakademie.at

05.12.2019 - 06.12.2019

13.12.2019

Seminar Wien Instandsetzung von Stahlbetonbauten für Führungskräfte www.betonakademie.at

06.12.2019 Kurs Langenlois Theorie und Praxis der Bauphysik Modul 2 Bauphysik in der Bauausführung www.noe.bauakademie.at

09.12.2019 Kurs Langenlois Objektsicherheitsprüfung laut ÖNORM 1300 &1301 für Wohngebäude & Nicht- Wohngebäude www.noe.bauakademie.at

09.12.2019 - 11.12.2019 Kurs Langenlois Seminarreihe Baustellenkoordination: 3 Tage-Paket Ausbildung zum Baukoordinator www.noe.bauakademie.at

Seminar Wien Instandsetzung mit nachträglicher Verstärkung für Fachkräfte www.betonakademie.at

13.12.2019 Seminar Wien Instandsetzung mit nachträglicher Verstärkung für Führungskräfte www.betonakademie.at JÄNNER

07.01.2020 - 21.2.2020 Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum Gleisbautechniker am 2.Bildungsweg Basismodul www.wien.bauakademie.at

0.01.2020 - 21.02.2020 Kurs Guntramsdorf Beton-Workshop www.wien.bauakademie.at

10.01.2020 - 30.05.2020

Kurs Guntramsdorf Weiterbildung zum/zur geprüften Bauleiter/-in - Modul 1-10 www.wien.bauakademie.at

13.01.2020 - 16.01.2020

Kurs Guntramsdorf Kalkulation, Nachtragsmanagement und Kalkulationsformblätter www.wien.bauakademie.at

13.01.2020 - 14.01.2020

Kurs Guntramsdorf Grundlagen der Baukalkulation www.wien.bauakademie.at

13.01.2020 - 14.02.2020

Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum Facharbeiter (Maurer/-in, Schalungsbauer/-in, Tiefbauer/-in) am 2. Bildungsweg - Basismodul www.wien.bauakademie.at

15.01.2020

Kurs Langenlois Absicherung von Arbeiten und Baustellen an Straßen www.noe.bauakademie.at

15.01.2020

Kurs Guntramsdorf Claim Management in der Baupraxis www.wien.bauakademie.at

16.01.2020 - 17.01.2020

Kurs Langenlois Grundbau Statik - Euro Code 7 www.noe.bauakademie.at

16.01.2020

Kurs Guntramsdorf Kalkulationsformblätter (K-Blätter K3, K4, K6 und K7) erstellen www.wien.bauakademie.at

Veranstaltungstipp WOHNBAU-KONGRESS 2020 Unter dem Titel „Wohnträume erfüllen: Projektentwicklung + Wohnen der Zukunft“ veranstaltet InterConnection Consulting im kommenden Jahr erstmals am 30. Jänner 2020 den Wohnbau-Kongress in Wien.

Dabei werden aktuellste Daten zur Marktentwicklung, zu Wohntrends und Lösungen aus erster Hand präsentiert, sowie Lösungswege bei der Projektentwicklung, um Input zur idealen Positionierung am österreichischen Wohnbaumarkt zu geben.

Termin: 30. Jänner 2020 Ort: Hotel Imperial Kärntner Ring 16, 1010 Wien Mehr Infos: www.wohnbaukongress.eu


42 Feierabend

APG / Matt Observe

BAUZEITUNG 23 2019

UTB

SPATENSTICH  Das Weinviertel erhält eine neue Hochspannungsleitung. Errichtet wird sie um 200 Millionen Euro von der Austrian Power Grid (APG). Den Spatenstich dafür vollzogen (v. l.) Franz Mittermayer (EVN), Thomas Karall (APG), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Gerhard Christiner (APG).

GLEICHENFEIER  Mit dem Carée Atzgersdorf in Wien-Liesing entsteht auf ehemaligen Industrieflächen ein neuer Stadtteil. Ein Wohnprojekt des ÖSW mit 255 Wohnungen befindet sich seit 2018 in der Realisierungsphase. Die Dachgleiche feierten nun u. a. ÖSW-Vorstand Michael Pech (hinten links) und Swietelsky-­ Geschäftsführer Karl Weidlinger (hinten rechts).

PwC Österreich

IMMOWIRTSCHAFT  Das Who’s who der österreichischen Immobilienbranche versammelte sich erneut zum jährlichen Immo-Talk. Unter den geladenen Gästen befanden sich unter anderen (v. l.): Peter Fischer (PwC Österreich), Andreas Köttl (Value One), Jasmin Soravia, (ULI Austria), Ulf ­Pleschiutschnig (Morgan Stanley), Christine Catasta (PwC Österreich), Martin Löcker (UBM Development AG), Andreas Quint (CA Immobilien) und Hans-Peter Weiss (BIG).

Seeste / Foto Schuster

FERTIGSTELLUNG ­ Seeste Bau feierte die Fertig­ stellung ihres Bau­projekts „Wohnen am Baumgartner-Casino-Park“ in Wien-Penzig. Herzlich begrüßt wurden die Gäste (v. l.) von ­Nikolaus Hofstätter, Johanna Seeber (beide Geschäfts­führung Seeste Bau), ­Michaela Schüchner (Bezirksvorsteherin Wien Penzing) und Karl Brodl (B&M Architektur), die den persönlichen Feiertag sichtlich genossen und die geladenen Gäste mit ihrer guten Laune ansteckten.

ÖSW AG

AUSZEICHNUNG  UTB Laser- und Vermessungstechnik feiert heuer 25-jähriges Bestehen. UTB zählt zu den besten nationalen Unternehmen im Burgenland. Bei den Anfang November verliehenen Austrian Leading Companies Awards erreicht das Unternehmen zudem den dritten Platz in der Kategorie „National tätige Unternehmen Kleinbetriebe“. Im Bild (v. l.): WK-Burgenland-Vizepräsident Paul Kraill, die UTB-Chefs Hannes Wagner, Martin Mößner und Ingmar Ulreich sowie Donau-­ Versicherung-Landesdirektor Gerhard Schneebacher.


Service 43 Marktplatz BAUZEITUNG 23 2019

Bazar

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