Bauzeitung 20/20

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Der frühe Vogel ... Wie niederschwellig und hilfreich KI im Bauwesen für ­Anwender sein kann, ­wollen Wolf ­Plettenbacher und Martin Stopfer beweisen.

Fundieren mit Hightech Baumaschineneinsatz im Spezialtiefbau – Heraus­forderungen gehören hier zum Arbeitsalltag.

bauzeitung Österreichische Post AG, WZ 02Z030718 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstr. 15, 1120 Wien

ÖSTERREICHISCHE

Nr. 20  |  16. 10. 20


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Editorial 3 BAUZEITUNG 20 2020

20 Editorial

75 JAHRE

Simon Jappel

Die Angst vor dem Unbekannten

Sonja Meßner, Chefredakteurin

Künstliche Intelligenz – für viele faszinierend und leicht furchteinflößend zugleich. Kein Wunder, sind wir doch mit Filmen wie „Blade Runner“ und einer ganzen „Terminator“Reihe groß geworden. Langsam, aber sicher verliert KI allerdings ihren Schrecken, das zeigt eine aktuelle Studie des deutschen Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Laut dieser sehen inzwischen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) KI vor allem als Chance. Vor drei Jahren war es mit 48 Prozent noch weniger als die Hälfte. Künstliche Intelligenz hat über Smartphone und Co ganz unauffällig einen Weg in unseren Alltag gefunden. Sprachsteuerung, Gesichtserkennung und mittlerweile auch Antwortvorschläge in diversen Messenger-Diensten – alles anfangs ein wenig unheimlich, aber mittlerweile ganz normal und darüber hinaus auch sehr bequem. Weniger normal ist hingegen noch der Einsatz von KI in der Arbeitswelt. Laut Bitkom-Umfrage fürchten rund zwei Drittel den Verlust des Arbeitsplatzes, allerdings glaubt doch auch die Hälfte der Befragten, dass künstliche Intelligenz helfen kann, im Job Fehler zu vermeiden und langweilige Routinetätigkeiten zu reduzieren. Und genau hier liegt die Chance für die Zukunft. In jedem Job gibt es wahrscheinlich zig Aufgaben, die man nur liebend gern abgeben würde, da sie zeitaufwendig und oder unproduktiv sind. Und wäre es nicht großartig, wenn man sich dank KI auf spannendere, wichtigere Themen fokussierten könnte? (Ein erstes KI-basiertes Assistenzsystem für die Abwicklung von Bauprojekten wurde von Wolf Plettenbacher und Martin Stopfer entwickelt – mehr dazu ab Seite 6.) Natürlich gibt es bei der ganzen Geschichte auch ein „Aber“, denn künstliche Intelligenz muss trainiert werden – und zwar von Menschen. Und das ist erfahrungsgemäß immer noch die größte potenzielle Fehlerquelle von allen. Viel Spaß mit dieser Ausgabe, Ihre Sonja Meßner

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4 Inhalt BAUZEITUNG 20 2020

Simon Jappel

22

06 Künstliche Intel­ ligenz als Helferlein für die Baubranche? Martin Stopfer und Wolf Plettenbacher wollen mit einem KI-basierten Risikomanagement­ system die Abwicklung von Bauvorhaben ­deutlich vereinfachen. 06 14

22 Roboterhunde könnten ein Tool wer­ den, das man auf h ­ eimischen ­Baustellen in Zukunft öfter antreffen wird. Zwei österrei­ chische Baufirmen machen bereits den Praxistest.

Kopper

Rhomberg

14 Auf 50 erfolgreiche Jahre in Österreich kann die Bauer Spezialtiefbau Ges.m.b.H. zurück­ blicken: die Geschäftsführer Peter ­Außer­lechner und ­Alexander Rausch im Interview zum Jubiläum.

Inhalt Aus der Branche

Fokus Tiefbau

KI: Der frühe Vogel fängt den Wurm

06

Großprojekt im Untergrund

32

Sehen und gesehen werden

09

Stromlieferant der Zukunft

34

Noch mehr „made in Austria“

10

Anker zur Sicherheit

36

Ein halbes Jahrhundert auf Erfolgskurs

14

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

37

Wohnbauförderung – Weiter auf Sinkflug

16

News aus der Tiefbaubranche

38

Kriterien überarbeitet

17

Markt & Menschen

18

Innung Herbstkampagne: Bau meistert Corona

21

Baumaschinen Fundieren mit Hightech

40

Ein weltweiter Standard

43

Kurz gemeldet

44

Service

Planung & Ausführung

Sicher unterwegs dank Computersimulationen

45

Alt und neu 24

Begrenzung von Pönalen

46

Gesundheit fördern 25

Verurteilungen und Verdachtsfälle

47

Auf den Hund gekommen

22

BIM-Punktlandung 26 Schicht für Schicht 28 Projekte und Produkte 29

Standards App der Ausgabe  45 Kalender  48 Feierabend  50 Bazar  51 Impressum  51


Nachgefragt 5 BAUZEITUNG 20 2020

Nachgefragt KÖNNEN SIE SICH DEN EINSATZ VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ IM PLANUNGS- UND BAUPROZESS VORSTELLEN? Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt.

Quelle: Leserumfrage Ö. Bauzeitung; Grafiken: Cecile M. Lederer | butjabutja.com

31

%

31

%

24

31 % Grundsätzlich ja, aber wir warten lieber noch einige Erfahrungsberichte ab.

%

31 % Ja, natürlich. Wir beschäftigen uns auch schon aktiv mit diesem Thema.

14

%

24 % Nein, denn ich glaube, dass der Einsatz von KI mehr Probleme als Profit bringen würde.

Leyrer + Graf

14 % Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht.

STEFAN GRAF CEO LEYRER + GRAF BAUGESELLSCHAFT M.B.H.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Wir stehen der Thematik der künstlichen Intelligenz sehr offen gegenüber und beschäftigen uns damit in diversen Ausprägungen innerhalb unserer Prozesse und unseres Leistungsportfolios. Künstliche Intelligenz bietet innerhalb des breiten Spektrums der Digitalisierung ein großes Potenzial, beginnend bei der Optimierung von Abläufen bis zur Gestaltung der Produktpalette. Die künstliche Intelligenz ist teilweise auch schon Teil unserer Gesellschaft – Stichwort Alexa und Co –, und somit wird sich diese auch in Zukunft in der Bauwirtschaft noch stärker ausprägen. Für die Unternehmensgruppe Leyrer + Graf hat die Digitalisierung eine hohe Bedeutung – wir setzen uns mit deren Ausprägung wie BIM, digitaler Vermessung, Gerätemanagement, Datenlieferung und -auswertung seit Jahren sehr intensiv auseinander. Natürlich gibt es auch Schattenseiten. Es herrscht oftmals die Meinung vor, dass die zunehmende Digitalisierung Arbeitsplätze kosten würde. Diese Ansicht kann ich nicht teilen. Durch die erhöhte automatisierte Produktivität wird es allerdings zu einer Umschichtung der Tätigkeiten kommen, und es werden neue Berufsbilder dadurch entstehen. Dennoch darf man nicht vergessen: Alles, was digital ist, ist ein Werkzeug. Wie dieses eingesetzt wird, entscheidet immer noch der Mensch.

20

MILLIARDEN EURO UM DEN ANSCHLUSS AN CHINA UND AN DIE USA ZU SCHAFFEN, WILL DIE EU IHRE INVESTITIONEN IN KÜNSTLICHE INTELLIGENZ DEUTLICH ERHÖHEN.

Die Investitionen sollen nach EU-Plänen in diesem Jahrzehnt auf 20 Milliarden Euro pro Jahr steigen, nachdem sie 2016 rund 3,2 Milliarden Euro erreicht hatten.


6 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Der frühe Vogel ... Künstliche Intelligenz (KI) spielt im Bauwesen noch eine eher u ­ ntergeordnete­ Rolle. Wie niederschwellig und hilfreich KI aber für ­Anwender sein kann,­ wollen Wolf ­Plettenbacher und Martin Stopfer mit Tools wie Early Bird und Smart Moodz beweisen.

A

lexa, Siri und Co – in unserem Privatleben hat künstliche Intelligenz (KI) längst Einzug gehalten. Im Arbeitsalltag am Bau ist davon noch nicht viel zu spüren. 2018 maß das Beratungs­ unternehmen McKinsey dem Thema KI am Bau in einer Studie noch eine eher untergeordnete Rolle bei. Mittlerweile entstehen aber auch im deutsch­ sprachigen Raum immer mehr Forschungsprojekte, die sich der künstlichen Intelligenz und maschinellem Lernen in der Baubranche widmen. Martin Stopfer und Wolf Plettenbacher sind hier schon einen Schritt weiter. Bereits 2019 gründeten sie mit ­ Conbrain ­Solutions ein Start-up, das sich mit KI am Bau beschäftigt. Mit ihrem ersten Tool wollen sie nun die Abwicklung von Bauprojekten deutlich vereinfachen.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Thema künstliche Intelligenz? WOLF PLETTENBACHER: Seit 2017 arbeite ich an der TU Graz an meiner Dissertation zum Thema ­„Krisenund Turnaround-Management bei Großbauvor­ haben“. Um eine Krise zu bewältigen, braucht man im Vorfeld Methoden, um überhaupt zu erkennen, dass man sich in einer Krise befindet. In diesem ­Bereich gibt es am Bau nur sehr untaugliche Methoden. M ­ eistens bemerkt man erst viel zu spät, dass ein Bau­projekt in einer Krise steckt. Der Flughafen Berlin oder die Elbphilharmonie sind die besten Beispiele.

CONBRAIN ­SOLUTIONS GMBH  V. l.: Wolf Plettenbacher und ­Martin Stopfer ­wollen mithilfe künstlicher ­Intelligenz die Projekt­ steuerung von Bau­ vorhaben erleichtern.

Ist es wirklich oft ein Problem des Nicht-­ Erkennens oder eher ein Problem des Nicht-­ Wahrhaben-Wollens? PLETTENBACHER: Beides. In Krisensituationen ist es eine natürliche Reaktion zu hoffen, dass sich das Problem von selbst löst. In der Fachsprache nennt man das „Durchtauchen“. Gelingt das nicht, ist der nächste Schritt meist Aktionismus. Bis bei einem Projekt das Ampelsystem auf Rot gestellt wird, kann es ­Monate dauern. Deswegen bedarf es dafür Hilfsmittel. Im Zuge meiner Recherche bin ich schließlich auf künstliche Intelligenz gestoßen. Die Systeme kommen bereits in vielen anderen Bereichen zum Einsatz, um just in time Bilder oder Daten zu analysieren – warum sollte man das nicht auch für Bauprojekte nutzen? MARTIN STOPFER: Wenn man sich bewusstmacht, wo überall in unserem Alltag KI bereits eingesetzt wird, ist es der nächste logische Schritt. Aber als wir vor zwei Jahren begonnen haben, uns mit KI aus­ einanderzusetzen, war das Thema noch nirgends auf der Agenda. Für uns beide war es ein Sprung ins kalte Wasser. Wir kooperieren jetzt mit IBM und haben der KI sehr viel selbst angelernt. So haben wir „step by step“ begonnen. Wo und wie soll Ihre KI zum Einsatz kommen? PLETTENBACHER: Unser erstes Produkt ist der Early Bird – ein Assistenzsystem für Bauprojekte, das just

Simoan Jappel (2)

INTERVIEW: SONJA MESSER


Aus der Branche 7 BAUZEITUNG 20 2020

in time mittels künstlicher Intelligenz R ­ isiken aufzeigt. Dafür wird das gesamte digitale Rauschen eines Bauprojekts – alle E-Mails, Protokolle, Pläne und Schriftverkehr – mit unserer maschinell angelernten KI auf Risiken analysiert. Wird ein Risiko erkannt, leuchtet der Bereich rot auf. Bei Bedarf wird ein Workflow in Gang gesetzt, um das Problem zu ­lösen. Man kann Aufgaben direkt zuweisen und Fristen setzen. Es ist ein Assistenz­system für das Projektmanagement. Die Entscheidung, ob wirklich ein Risiko besteht, trifft am Ende immer der Projektleiter. Worauf reagiert die KI genau? Beim Wort ­„Verzug“ läuten wahrscheinlich auch ohne KI die Alarmglocken. STOPFER: Oft sind die ersten Anzeichen für eine Krise aber viel subtiler. Deshalb haben wir für unser Tool rund 10.000 bauspezifische Begrifflichkeiten im Kontext annotiert. Dafür haben wir sie mit Daten von abgeschlossenen Bauvorhaben, Fachliteratur und Richtlinien gefüttert. Natürlich ist dabei auch unsere Erfahrung von rund 25 Jahren in der Baubranche eingeflossen. Die KI lernt durch Wiederholungen, man muss sie richtiggehend trainieren. PLETTENBACHER: Bei Großprojekten erhalten Sie außerdem über die Projektplattform locker über 100 Mails pro Tag, und das über einen langen Zeitraum hinweg. Dabei handelt es sich um eine wahre Datenflut – man kann nicht immer alles lesen. Im Normalfall tritt auch nicht nur ein Problem auf, sondern oft mehrere gleichzeitig. Um hier einen Überblick zu schaffen, haben wir das Dashboard in verschiedene Bereiche unterteilt: Emotionen, Kosten, Planung, ­Organisation, Arbeitssicherheit, Umfeld, Termin und Qualität. Sobald ein Risiko erkannt wird, verfärbt sich der Bereich orange oder rot– in Millisekunden, also just in time. Datenmanagement ist immer ein heikles Thema – damit rennt man anfangs wahrscheinlich nicht nur offene Türen ein? PLETTENBACHER: Am Bau rennen Sie mit etwas Neuem immer offene Türen ein. Aber aus Sicht des Datenschutzes ist das kein Problem. Die Projektdaten sind sowieso vorhanden, und im Normalfall steht in den Verträgen, dass die Daten bearbeitet werden dürfen. Wir müssen auch nicht auf Firmenserver o. Ä. zugreifen und sammeln auch keine Daten. Die Projektdaten der Kunden bleiben natürlich streng getrennt und werden nicht zum maschinellen Lernen der KI verwendet. Für die Anwender funktioniert unser Tool ganz einfach, in dem wir zum Beispiel eine Projekt-­ E-Mail-Adresse einrichten, diese spiegeln und die Daten von unserem Tool analysieren lassen.

STOPFER: Generell hatten wir neben der Funk­ tionalität der KI ganz klar den Anspruch „Keep it ­simple“. Das Tool muss intuitiv zu bedienen sein – die ­Usability stand eindeutig im Fokus. Künstliche Intelligenz hat generell das Potenzial, vielen Digitalisierungsthemen die Komplexität zu nehmen. Ein Beispiel dafür ist BIM. Hier ist die Akzeptanz noch lange nicht da, die Leute auf der Baustelle sind damit überfordert. Ich bin aber überzeugt, dass KI den Umgang mit BIM-Modellen künftig erleichtern kann. PLETTENBACHER: Oft wird stundenlang an einzelnen Details wie zum Beispiel Fenstern gearbeitet. Die KI könnte im BIM einfach passende Vorschläge ­machen, und man sucht sich eines aus. Das ist zwar nicht unser Schwerpunkt, aber es wird kommen.

Um überhaupt zu erkennen, dass Bauprojekte in einer Krise stecken, benötigt man die richtigen Methoden. Hier gibt es für den Bau so gut wie nichts. Das wollen wir mithilfe von künstlicher Intelligenz ändern. WOLF PLETTENBACHER, CONBRAIN SOLUTIONS

Das heißt, der Zugang zu künstlicher Intelligenz ist bei Ihrem Tool für Anwender sehr niederschwellig. Bedarf es noch zusätzlicher ­Schulungen? STOPFER: Wir stellen nicht nur die Software zur Verfügung, sondern kümmern uns auch um die Implementierung, suchen Lösungen und begleiten auf Wunsch den ganzen Prozess. PLETTENBACHER: Wir sind mit unseren beiden anderen Unternehmen Conspeed und Lean.Wien auch als Berater für Bauherren tätig. Das bedeutet, wir haben auch bei potenziellen Risiken und Störungen die Kompetenzen, konfliktlösend oder mit Lean Management zu unterstützen. Dadurch können wir unseren Auftraggebern einen zusätzlichen Mehrwert bieten. Weil Sie gerade Lean Management ansprechen – dabei geht es unter anderem auch um die Früh­ erkennung von Konflikten und Störungen. Kann die KI Lean Management überflüssig machen? PLETTENBACHER: Ich würde sagen, umgekehrt. Wir haben mittlerweile viele Baustellen mit Lean Manage-


8 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ALS RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Das Ziel von Eary Bird ist es, Projektkrisen bereits bei ihrer Entstehung zu erkennen. Dies gibt dem Projektmanagement die Gelegenheit, rechtzeitig einzugreifen, Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten und Verantwortlichkeiten festzulegen. Dafür analysiert die maschinell angelernte künstliche Intelligenz alle Dokumente, die in einem Projekt mittels einer Projektplattform oder eines Servers ausgetauscht ­werden. Auf einem klar strukturierten Dashboard werden die Inhalte in Themengebiete geclustert und anhand eines Ampelsystems je nach Risikostufe eingefärbt. So soll ein schnellen Überblick geschaffen werden. Zur genaueren Beurteilung stehen die relevanten Dokumente und Datensätze den Projektverantwort­ lichen mit einem Klick zur Verfügung.

Conbrain Solutions

ment abgewickelt, und es gab einige, bei denen wir fast keinen Schriftverkehr mehr hatten, da wir alle Konflikte mithilfe der Post-it-Methode lösen konnten. Da tritt die Problemlösung mittels KI in den ­Hintergrund. STOPFER: Bei Lean geht es auch darum, wertschöpfende Tätigkeiten zu optimieren und unproduktive Tätigkeiten zu reduzieren. Protokolle und Mails durchzuarbeiten ist zwar notwendig, aber nicht wertschöpfend. Insofern passt es gut. Unser Tool ist „lean“, und das ist auch unser Anspruch. Die Digitalisierung darf natürlich nicht zum Selbstzweck werden, sonst ist es eine Themenverfehlung.

Simoan Jappel

Wann starten Sie mit dem Early Bird? PLETTENBACHER: Die Tests sind erfolgreich ab­ geschlossen, und im November wird Early Bird offiziell gelauncht. Nun suchen wir sogenannte Friendly Customers, mit denen wir die Software in den näch-

Early Bird

sten drei bis sechs Monaten testen – entweder als Revi­sionstool oder anhand von laufenden Projekten.

Künstliche I­ ntelligenz hat das Potenzial, vielen Digitalisierungsthemen die Komplexität zu nehmen. Dadurch können wir Planungsund Bau­prozesse deutlich vereinfachen und effizienter gestalten. MARTIN STOPFER, CONBRAIN SOLUTIONS

Auf Ihrer Website teasern Sie bereits zwei ­weitere Produkte an. Was kommt als Nächstes? PLETTENBACHER: Ein weiteres Produkt, das wir bald launchen werden, ist Smart Moodz. Damit können wir aus dem digitalen Rauschen Emotionen ­herausfiltern. Mithilfe eines psychologischen Gutachtens haben wir 1.200 Wörter definiert und mit Emotionen hinterlegt. Nach diesem Muster sucht die KI den Schriftverkehr ab. Emotionen sind wesentlich für den Projekterfolg oder in der Kundenbeziehung – wenn die Leute frustriert sind, geht nichts weiter. STOPFER: Hier geht es wirklich um die Früherkennung. Der Projektbeteiligte schreibt zum Beispiel noch nicht von einer Mehrkostenforderung, aber es gibt schon ein Problem. Ein Beispiel wäre die Formulierung „nochmals urgieren“. Das zeigt klar, der Verfasser ist bereits leicht sauer. Hier könnte man schon eingreifen, bevor es eskaliert. Das dritte Produkt ist die Blue Box. Dazu wollen wir noch nicht zu viel verraten. Vielleicht nur so viel: Es handelt sich dabei um ein KI-unterstütztes Assistenzsystem, um die Kollaboration bei Bauvorhaben zu revolutionieren. Mehr dazu können wir voraussichtlich im nächsten Frühjahr berichten. PLETTENBACHER: Das Potenzial der KI ist aber enorm. Aktuell sammeln wir irrsinnig viele Projektdaten – unser nächstes Ziel ist, mithilfe der künstlichen ­Intelligenz Muster zu finden, warum und ab wann Bauvorhaben schieflaufen. Dabei geht es um Themen, die nicht so offensichtlich sind. Ich bin überzeugt, diese Muster gibt es und diese zu finden, wird in Zukunft einen großen Mehrwert darstellen.  ◼


Aus der Branche 9 BAUZEITUNG 20 2020

Sehen und gesehen werden Drees & Sommer will mit dem „Real Estate Service Monitor“, einer digitalen Plattform für FM-Services, für mehr Orientierung in der Branche sorgen. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

M

form die Leistungen aller registrierten Unternehmen nach einer einheitlichen Struktur abbildet, wodurch die Suche nach Leistungen, Unternehmenspara­ metern und Marktabdeckung vergleichbar und erheblich erleichtert wird“, stellt G ­ ernot Bleier, ­Projektverantwortlicher von Drees & Sommer Österreich, fest. Was aktuell noch ein rein österreichisches Projekt ist, soll Anfang 2021 auf die D-A-CH-Region ausgeweitet und in einem weiteren Schritt Unternehmen aus dem restlichen Europa zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig will man die Plattform weiter in Richtung BIM ausbauen, um es so suchenden Firmen zu ermöglichen, ihren potenziellen Geschäftspartnern die notwendigen Informationen digital zur Verfügung zu stellen.  ◼

it rund 18 Milliarden Euro Jahresumsatz ist Facility-Management (FM) ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Österreich. Mit dem Real Estate Service Monitor (RES-­Monitor), einer digitalen Plattform für FM-Services, will nun Drees & Sommer mehr Orientierung in der Branche schaffen. Dies soll Immobilieneigentümern eine einfache Sondierung des Marktes ermöglichen, um den idealen FM-Partner zu finden. Gleichzeitig will man FM-Unternehmen leichter auffindbar machen.

„Für Immobilieneigentümer beziehungsweise - unternehmen wird es aufgrund spezifischer ­ ­Anforderungen und Immobilienstandorte immer schwieriger und ressourcenintensiver, den geeigneten FM-Dienstleister zu selektieren“, erklärt Georg Stadlhofer, Geschäftsführer von Drees & Sommer Österreich. Mit dem RES-Monitor bietet man diesen Service – in erster Instanz für Österreich – in digitaler Form an. Die FM-Unternehmen können sich gratis auf der Plattform registrieren und ein Profil anlegen, das mit wesentlichen Informationen – wie den angebotenen Dienstleistungen oder den Regionen, in denen man tätig ist – hinterlegt werden kann. Im Gegenzug können Immobilieneigentümer, die ein spezielles Service suchen, sich nach Regionen gefiltert die passenden, möglichen Anbieter anzeigen ­lassen. „Ein großer Vorteil davon ist, dass die Platt-

PARTNERSUCHE  Der Real Estate Service ­Monitor soll FM-Unter­ nehmen und Immobilien­ eigentümer einfach ­zusammenbringen.

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10 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Noch mehr „made in Austria“ Trotz Corona hat Mapei die vergangenen Monate gut genutzt: Dank einer zusätzlichen ­Produktionslinie setzt der Bauchemiehersteller nun verstärkt auf made in Austria. Geschäftsführer Andreas Wolf über das 40-Jahr-Jubiläum und die Zukunftsstrategie. INTERVIEW: SONJA MESSNER

ANDREAS WOLF,­ MAPEI AUSTRIA

D

as 40. Jubiläumsjahr von Mapei Austria hatte sich Geschäftsführer Andreas Wolf wahrscheinlich auch anders vorgestellt. Warum der Bauchemiehersteller gut durch die Krise gekommen ist, was ihm Sorgen bereitet und welchen Weg er mit Mapei in Zukunft ein­schlagen wird.

Wie haben Sie die letzten Wochen und Monate verbracht? ANDREAS WOLF: Es war anstrengend, aber wir dürfen nicht jammern. Ich bin auch ein bisschen stolz, dass wir keinen einzigen Tag in Kurzarbeit waren und auch nie Lieferschwierigkeiten hatten. Wir hatten das Glück, dass wir bereits vor C ­ orona unsere Eigen­ produktion um gut 25 Prozent erhöht haben. Wir ­arbeiten schon seit vergangenem Jahr daran, eine neue große Werkslinie zu implementieren, die nun mit 1. Oktober fertiggestellt wurde. ­Alles, was mit Pulver zu tun hat, produzieren wir nun hier in Österreich. Die letzten M ­ onate ­haben mir nun gezeigt, dass unser Weg in Richtung mehr Autar­kie der richtige ist. Warum wollen Sie unabhängiger vom ­Mutterkonzern sein? WOLF: Durch die immer weiter steigenden Transportkosten macht die regionale Produktion natürlich auch wirtschaftlich Sinn. Wir legen hohen Wert darauf, Bauqualität made in Austria zu KEIN JAMMERER Andreas Wolf, Geschäftsführer von Mapei Austria, über ein außergewöhnliches Jubiläumsjahr.

bieten, und immer mehr Bauunternehmen ­wissen das zu schätzen. Dadurch verringert sich nicht nur der CO2-Abdruck unserer Produkte, sondern wir schaffen auch Arbeitsplätze und beleben die regionale ­Wirtschaft. Regionale Arbeitsplätze sind in Zeiten wie diesen wahrscheinlich sehr begehrt. WOLF: Das ist ein seltsames Phänomen. Ich bin mittlerweile schon seit 24 Jahren in der Branche, und in dieser Zeit gab es regelmäßig Blindbewerbungen für alle möglichen Jobs. Aktuell haben wir dank ­Corona einen historischen Höchststand bei den Arbeits­losenzahlen – und was ist? Nichts. Keine einzige B ­ ewerbung. Und ich spreche hier nicht von speziellem Fachpersonal für Betontechnologie oder Ä ­ hnlichem. Viele Ausführende im Baunebengewerbe haben ­aktuell das gleiche Problem. Wie wir alle wissen, gibt es in ­Österreich am Bau generell einen massiven Fachkräfte­mangel. Hinzu kommt jetzt auch noch, dass viele Subunternehmer aus dem Ausland nicht mehr zur Verfügung stehen. Zum einen, da auch in diesen Ländern die Konjunktur angekurbelt wird und sie im Heimatland Beschäftigung finden. Aber ich denke, viele h ­ aben sich auch daran gewöhnt, zu Hause bei der Familie zu sein – die Prioritäten haben sich verschoben. Ich kenne nicht wenig Unternehmen, die locker zehn bis 15 Leute aufnehmen würden. Wenn man es positiv sehen will, bedeutet das aber auch, dass die Unternehmen aktuell noch gut ­ausgelastet sind. Wie zufrieden sind Sie mit dem laufenden Geschäftsjahr? WOLF: Es gibt diese Zwangsjammerer – so einer bin ich nicht. Im Vergleich zu dem, was man sonst so liest, sind wir gut ausgelastet. Das leichte Defizit im Tiefbau wird durch ein Plus im Hochbau ausgeglichen. Mit September konnten wir das Vorjahresniveau w ­ ieder erreichen. Machen Sie sich Sorgen vor einem Auftrags­ einbruch im kommenden Jahr? WOLF: Ich mache mir schon Sorgen – vor allem wie die Planung aussehen soll. Sollen wir ein expansives oder ein restriktives Budget planen oder besser gar

Mepei

Wir haben schon vor Corona unsere Eigenproduktion an den Standorten ­Nußdorf und ­Langenwang um rund 25 Prozent erhöht. Das kam uns in den vergangenen ­Monaten zugute.


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nichts? Das ist wirklich eine Herausforderung, und die Meinungen dazu gehen total auseinander. Aktuell sind die Auftragsbücher noch voll, auch für 2021. Ich denke, die fehlenden Investitionen werden wir erst Ende nächsten Jahres spüren. Was mir aber viel mehr Sorgen macht, ist ein potenzieller Covid-19-Fall im Unternehmen. Jede Woche gibt es Verdachtsfälle, und es ist ein ständiges Abwägen, wie man reagieren soll. Ich habe keine Angst vor Corona, sondern davor, die Firma zwei Wochen zusperren zu müssen. Deshalb wird bei uns auch den Auflagen genauestens Genüge getan. Aktuell überlegen wir auch wieder, die Produktionsschichten zu trennen und mehr Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Wir haben für den Fall der Fälle auch schon mit einem Labor Kontakt, das uns in zwei Stunden Testergebnisse liefert. Einen bestätigten Fall gab es aber bis jetzt noch nicht. Während des Lockdowns und in der Zeit danach haben Sie sehr stark auf Online-Kommunikation gesetzt und schnell auf Webinare umgestellt. Wie wird das Angebot angenommen? WOLF: In Krisenzeiten ist interne und externe Kommunikation extrem wichtig. Und der Erfolg gibt uns recht – gerade in den vergangenen Monaten konnten wir uns sehr gut als Servicepartner profilieren. Über Social Media wie Facebook, Instagram und LinkedIn erreichen wir direkt unsere Kunden. Diesen Kurs werden wir sicher weiterverfolgen. Zusätzlich haben wir eine Mediathek mit Anwendervideo aufgebaut. Neu ist auch unsere Online-Händlersuche direkt auf der Mapei-­Website. Bei den Webinaren war unser Produktchef anfangs etwas skeptisch – jetzt macht er einmal im Monat eine Online-Schulung. Wir haben jedes Mal circa 40 bis 50 Teilnehmer, und sie werden mehr. Online lässt sich gerade jetzt durchaus eine neue ­Zielgruppe erschließen, da bei den Live-­Seminaren nur zehn Teilnehmer sein dürfen. Aber fehlt nicht gerade in Ihrem Bereich der praktische Zugang, das Selbst-Hand-Anlegen? WOLF: Doch ja, sicher fehlt das. Aber es war jetzt die einzige Möglichkeit, und es ist eine gute Ergänzung. Wäre nach einer verstärkten Online-Kommunikation und virtuellen Trainings ein eigener ­Online-Shop nicht der nächste logische Schritt? WOLF: Die Frage kommt oft. Wir selbst werden k ­ einen Onlineshop aufsetzen, aber wir haben uns mit Bauwolf einen Partner gesucht, über den wir unsere Produkte ab sofort exklusiv im B2C-Bereich vertreiben. Dafür haben wir die Produktlinie „Easybuild“ kreiert, die vor allem unsere Allround-Produkte ­beinhaltet.

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12 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Sie haben zu Beginn bereits über den CO2-Ausstoß gesprochen. Ist die Reduzierung der Emissionen bei Ihnen auch in der Produktion ein Thema? WOLF: Natürlich. Wir setzen in unseren Standorten bereits die unterschiedlichsten Maßnahmen um. Die gesamte Beleuchtung wurde beispielsweise auf LED umgestellt, wodurch der Stromverbrauch deutlich gesenkt wurde. Außerdem planen wir im nächsten Jahr eine Photovoltaikanlage zu installieren, um unseren eigenen Öko-Strom zu produzieren. Bei unserer neuen Werkslinie gibt es zudem Überlegungen, die bei der Produktion entstehende Abwärme zum Heizen zu nutzen. Wir setzen also viele kleinere Maßnahmen, die aber in Summe auch etwas ausmachen. Inwieweit lassen sich auch die Produkte in ­diesem Punkt auch noch verbessern? WOLF: Wir optimieren natürlich auch unsere Produkte hinsichtlich des CO2-Ausstoßes. Allerdings ist unsere F&E-Abteilung in Italien, deshalb haben wir hier in Österreich nur begrenzt Einfluss darauf. Für das Familienunternehmen Mapei ist Umweltschutz aber ein zentrales Thema. Als Global Player der ­Baubranche müssen wir mit positivem Beispiel vorangehen und Verantwortung übernehmen. Jedes Jahr werden bereit 50.000 Tonnen CO2 aktiv von ­Mapei kompensiert. Zementhersteller setzen aktuell viele Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß des Zements zu senken, zum Beispiel indem der Klinkeranteil deutlich reduziert wird. Inwieweit wird das Auswirkungen auf die Zementzusatzmittel haben? WOLF: Dieses Engagement begrüßen wir, da dadurch auch der CO2-Ausstoß unserer zement­ basierten ­Produkte sinkt. Was noch hinzukommt: Je mehr die ­Eigenschaften des Zements verändert werden, desto stärker gewinnen Zusatzmittel wieder an Bedeutung – was unserem Geschäft entgegenkommt. Allerdings kann diese Entwicklung auch zum Bumerang werden, da sich bereits einige Zementhersteller selbst mit ­Zusatzmitteln beschäftigen oder eigene Werke kaufen.

Wie können Sie sich in diesem Trend positio­ nieren? WOLF: Wir versuchen diesem Trend Folge zu leisten und als erster Hersteller passende Produkte zu entwickeln. Darüber hinaus kooperieren wir mit ­Zementpartnern.

Mapei

Ist ein Online-Vertriebskanal auch für Fachkunden ein Thema? WOLF: Nicht direkt. Allerdings haben wir eine Service-­ App entwickelt, in welcher sich unsere Anwender Aufbauten und alles, was dazugehört, anschauen können. Das mittelfristige Ziel ist, auch die Bestellung d ­ arüber abzuwickeln, aber das dauert noch ein bisschen, da wir gerade konzernintern auf ein neues Betriebs­system wechseln. Bis dieses in allen Standorten implementiert ist, müssen wir uns noch gedulden.

Während Krisenzeiten ist interne und externe Kommunikation extrem wichtig. Die Chance haben wir genutzt und konnten uns gerade in den vergangenen Monaten sehr gut als verlässlicher ­Servicepartner positionieren. ANDREAS WOLF, MAPEI AUSTRIA

Mapei Österreich feiert in diesem Jahr 40. Geburtstag. Die großen Feierlichkeiten müssen ­Corona-bedingt ausfallen, aber lassen Sie uns trotzdem einen Blick zurückwerfen. Was waren für Sie die größten Herausforderungen? WOLF: In meiner Zeit bei Mapei war es sicherlich die Fusionierung der beiden Unternehmen Betontechnik und Mapei Austria mit all den personellen Veränderungen und unterschiedlichen Unternehmens­ kulturen. Für Mapei selbst war sicherlich die Veränderung von einem Exportstandort zum rein ­österreichischen Standort eine der größten Herausforderungen. Als Mapei Österreich 1980 gegründet wurde, fungierte der Standort als Tor zum Osten. Von Nußdorf aus wurden Ungarn, Polen, Russland usw. ­beliefert. Nach und nach wurden in den Ländern aber eigenen Produktions­stätten aufgebaut, und mittlerweile produzieren wir – bis auf Betonzusatzmittel – nur noch für den Heimmarkt. Eine letzte Frage: Wo sehen Sie sich mit Mapei in den nächsten fünf bis zehn Jahren? WOLF: Als ich 2013 bei Mapei begonnen habe, habe ich dem damaligen, leider mittlerweile verstorbenen Eigentümer Giorgio Squinzi versprochen, die Nummer eins in der österreichischen Bauchemie zu werden. Den Weg verfolge ich weiter. Im Bereich Fliese ­haben wir es mittlerweile geschafft, im Bereich Parkett und Kleber sind wir gut unterwegs, aber es gibt noch Ausbaupotenzial. Neu aufgestellt haben wir uns jetzt im Segment Tiefbau. Während wir bis jetzt eher nur Tunnel im Fokus hatten, werden wir uns noch auf den gesamten Tiefbau – das heißt, auch B ­ rücken und Straßen – konzentrieren. Sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau sehe ich sehr großes Potenzial in der ­Sanierung. Es kann nicht sein, dass wir die hundertste Halle auf die grüne Wiese bauen, und die Hälfte davon steht leer. Wir sollten aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen viel in die Revitalisierung und Sanierung von Bauwerken investieren. In diesem Punkt fehlen mir leider aktuell zielgerichtete Maß­nahmen der Regierung, denn ohne Vorgaben oder Strafen funk­tioniert es offensichtlich nicht. Bis jetzt wird viel mehr geredet als getan. Jeder muss ­seinen Beitrag l­eisten, und das haben wir als Mapei auch vor, zum Beispiel mit entsprechenden Produktlösungen wie ­ReCon-Zero.  ◼


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14 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Ein halbes Jahrhundert auf Erfolgskurs Auf 50 erfolgreiche Jahre in Österreich kann die Bauer Spezialtiefbau Ges.m.b.H. zurückblicken: die Geschäftsführer Peter Außerlechner und Alexander Rausch im Interview zum Jubiläum. INTERVIEW: THERESA KOPPER

Herzliche Gratulation zum 50-jährigen Bestehen von Bauer Spezialtiefbau in Österreich. Was bedeutet das Jubiläum für Sie als langjähriger Geschäftsführer, Herr Außerlechner? PETER AUSSERLECHNER: Da ich einen großen Teil dieser Zeit miterlebt habe und auch für die letzten 22 Jahre verantwortlich zeichne, ist es natürlich auch ein kleiner Geburtstag für mich persönlich. Ich bin nicht nur stolz darauf, dass wir in Österreich Innovationsführer zahlreicher Prozesse im gesamten Konzern sind und waren, sondern auch darauf, dass wir eine großartige Mannschaft geformt haben, die maßgeblich für unseren Erfolg mitverantwortlich ist. Corona-bedingt mussten Sie Ihre groß geplante Jubiläumsfeier absagen beziehungsweise verschieben. Hatten Sie trotzdem die Möglichkeit, im kleineren Kreis zu zelebrieren? AUSSERLECHNER: Wenn wir feiern, dann ordentlich, und das funktioniert virtuell nun einmal nicht. Wir haben mit Ausbruch der Pandemie sofort d ­ amit begonnen, sämtliche Schutzmaßnahmen für ­unsere Mitarbeiter einzuführen, und dann konsequenterweise auch beschlossen, die Feier für dieses Jahr abzusagen. Gleichzeitig sind wir aber optimistisch, diese im Herbst nächsten Jahres nachholen zu können. Wie schwer hat die Corona-Krise das Unternehmen denn grundsätzlich getroffen?

Kopper (3)

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or 50 Jahren wurde Bauer Spezialtiefbau in Österreich – damals noch als Karl Bauer Ges.m.b.H. – gegründet. Viel hat sich in den letzten Jahrzehnten getan – von der Einführung ­zahlreicher innovativer Spezialtiefbauverfahren über die Abwicklung hunderter Groß- und kleinerer Baustellen bis zur Verfolgung neuer Unternehmensstrategien. Erst vor kurzem erfolgte ein weiterer großer Schritt: Mit dem langjährigen Vertriebsleiter ­Alexander Rausch hat man neben Peter Außerlechner einen zweiten Geschäftsführer berufen. Im Interview mit der Bauzeitung sprechen die beiden über das Erfolgsrezept der österreichischen Bauer-Tochter, künftige Pläne und Ziele sowie die großen Trends in der Branche.

NEU ORGANISIERT  Alexander Rausch (l.) wird künftig die ­Geschäfte von ­Bauer Speziatiefbau in ­Österreich leiten, während sich ­Peter ­Außerlechner ­vermehrt um die gesamte ­Region Südost­europa kümmern wird.

AUSSERLECHNER: Die Krise hat uns wirtschaftlich

gesehen natürlich getroffen. Im März und April fehlt uns insgesamt ein Monat Betriebsleistung. Bis jetzt ist es aber Jammern auf hohem Niveau, auch aufgrund der guten Auftragsbestände, die wir schon vor der Krise hatten. Schön langsam macht sich allerdings ein Nachfragerückgang bemerkbar, und auch die Preise sinken. Kurzfristig ist das legitim und nachvollziehbar, langfristig wäre dies ein großes Problem. Für die Zukunft herrscht also Unsicherheit. AUSSERLECHNER: Wir hoffen zum einen auf staatliche Maßnahmen zur Förderung der Infrastruktur und des Wohnbaus. Gleichzeitig sind wir uns dessen bewusst, dass wir flexibel genug sein müssen, um die Unsicherheit auszugleichen. Sie selbst, Herr Außerlechner, sind schon lange in der Spezialtiefbaubranche tätig. Wie hat sich der Markt denn in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entwickelt? AUSSERLECHNER: Strukturell hat sich in den letzten drei Jahrzehnten am Markt einiges getan. In den 90er-Jahren wurde der Markt durch Fusionen und Insolvenzen stark bereinigt. Die Folge: Die österreichische Baubranche insgesamt besteht nun aus vier großen Playern, einem Dutzend mittelständischen Firmen und zahlreichen kleinen Bauunternehmen. Spezialtiefbauer wie uns gibt es nur eine Handvoll.


Aus der Branche 15 BAUZEITUNG 20 2020

Ein Phänomen in Österreich ist, dass einige dieser wenigen Spezialtiefbauer sogar zu den großen Baukonzernen gehören. Eine Situation, die für uns nicht sehr angenehm ist, weil Teile dieses geschützten Marktes dadurch nur noch schwer zugänglich sind. Sind die Gegebenheiten schwieriger g ­ eworden? AUSSERLECHNER: Na ja, es sind eben andere. Es gibt jetzt mehr große Player, aber je größer diese sind, desto größer sind auch Lücken für die Nischen. Die letzten Jahre waren für uns sehr erfolgreich, die Konjunktur hat sich sehr gut entwickelt. Insofern sind wir optimistisch, dass das auch so weitergeht. Veränderung hat es in den letzten Monaten auch im Unternehmen gegeben – mit A ­ lexander Rausch wurde ein weiterer Geschäftsführer für Bauer Spezialtief bau bestellt. Wie wird Ihre ­Zusammenarbeit künftig aussehen? AUSSERLECHNER: Jeder von uns hat einen klaren Verantwortungsbereich. Während Alexander Rausch unser Geschäft in Österreich selbstständig leiten wird, werde ich mich als Regionalleiter Südost­euro­pa um diese Region, zu der in unserer Organisation auch Österreich gehört, kümmern. Mit Alexander haben wir einen absoluten Profi in die Geschäfts­führung ­geholt, mit dem ich schon lang gut zusammen­ arbeite. Er beherrscht unsere Produktpalette, kennt unsere Mitarbeiter und Kunden sowie unsere Systeme ­sowohl international als auch im Haus. Herr Rausch, wie sehen denn Ihre Ziele als Geschäftsführer für Österreich aus? ALEXANDER RAUSCH: Unabhängig davon, dass wir die Weiterentwicklung aufgrund von Covid-19 nicht genau vorhersehen können, gehen wir unseren mittelfristig geplanten Weg weiter. Wir wollen unsere Stärken weiterentwickeln und vor allem die Kombination aus Engineering und Ausführung für Gesamtlösungen im Bereich der Baugruben verstärken. Zudem möchte ich auch unsere Synergien in Richtung unseres Mutterkonzerns hinsichtlich ­Ressourcen und Know-how weiter ausbauen. Und was planen Sie für die Region Südost­europa, Herr Außerlechner? AUSSERLECHNER: Vor Covid-19 war das Ziel ganz klar, nämlich in der Region weiterzuwachsen. Nun wird man sehen, wie viel Geld nach der Krise dort übrig bleibt, um in große Infrastrukturprojekte etc. zu investieren. Projekte dort finden mit massiven Förderungen der EU statt. Die Krise wird mit Sicherheit Auswirkungen darauf haben. Diese zu evaluieren wird die Aufgabe der näheren Zukunft.

Das Jubiläum ist wie ein kleiner Geburtstag für mich persönlich. Ich bin stolz darauf, wie sich das Unternehmen in den letzten Jahren und Jahrzehnten ­entwickelt hat. PETER AUSSERLECHNER, BAUER SPEZIALTIEFBAU

Wir wollen künftig unsere Stärken in Österreich weiterentwickeln und vor allem die Kombination aus Engineering und ­Ausführung für Gesamtlösungen im Baugrubenbereich verstärken. ALEXANDER RAUSCH, BAUER SPEZIALTIEFBAU

Das Thema Corona ist aktuell natürlich ein sehr großes. Andere Themen wie beispielsweise die Digitalisierung begleiten die Branche schon seit einigen Jahren. Wie ist Bauer Spezialtiefbau denn hier aufgestellt? RAUSCH: Die Digitalisierung ist bei uns voll und ganz angekommen. Wir haben mit „b-project“ eine Datenmanagementplattform, die auch zum Bauinnovationspreis der Bauma 2019 nominiert war, entwickelt. Intern arbeiten wir zudem mit digitalisierten Workflows, mit Geräte-Apps, die Tankvorgänge, Serviceintervalle etc. erfassen. Wir sind ständig dabei, die Prioritäten diesbezüglich im Unternehmen zu erkennen und mit diesen auch wirtschaftlich umzugehen. Und wie sieht es mit dem anderen großen Thema Nachhaltigkeit aus? RAUSCH: Das Thema ist ein gesamtgesellschaftliches, dem wir uns nicht entziehen können. Mit der ­Weiterund Neuentwicklung unserer Produkte nehmen wir uns dem aber maßgeblich an. Eine unserer neuesten Innovation ist das sogenannte EEP, das Energie-­ Effizienz-Paket, mit dem wir eine bis zu 30-prozentige Reduktion des Treibstoffverbrauchs erreichen. Unser seit Jahren eingesetztes Mixed-in-Place-­Verfahren ist in Sachen Nachhaltigkeit ebenfalls fast unschlagbar, immerhin braucht es damit 30 Prozent weniger Zement, 70 Prozent weniger Deponieressourcen und 80 Prozent weniger Transportaufkommen als andere Baugrubensicherungsverfahren. Das sind beides Beispiele, die veranschaulichen, dass sich der gesamte Konzern mit dem Thema intensiv beschäftigt. Wenn man Geburtstag hat, darf man sich ­bekanntlich auch immer etwas wünschen. Wie ­sehen denn Ihre Wünsche für die Zukunft von Bauer Spezialtiefbau aus? RAUSCH: Unsere Visitenkarte ist die Ausführung auf der Baustelle. Da kommt es auf unsere Baustellen-Crews an. Es ist mir ein großes Anliegen, dass sie auch weiterhin ihre Leistung von unseren Kunden in großem Ausmaß bestätigt bekommen. Der Rücklauf unserer Fragebögen bezüglich der Kundenzufriedenheit ist dabei wesentlich. Deshalb wünsche ich mir, dass wir auch weiterhin viel Feedback von unseren Kunden bekommen, denn das bedeutet, dass wir genügend Aufträge haben, aber auch, dass wir in einem kommunikativen Austausch mit unseren Kunden ­stehen. AUSSERLECHNER: Ich würde mir wünschen, dass ­unsere Mitarbeiter und ihre Familien auch weiterhin gesund bleiben und wir keine Unfälle auf den Baustellen haben. Aber auch, dass sich die Konjunktur nach oder auch mit Corona entsprechend stabilisiert.  ◼


16 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Weiterhin auf Sinkflug Während sich die Wohnungsbewilligungen hierzulande seit Jahren auf hohem Niveau halten, sanken die Wohnbau- und Sanierungsförderungen im letzten Jahr weiter.

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ie Ergebnisse der aktuellen Wohnbauförderungsstatistik, die vom Fachverband der Stein- und keramischen Industrie jährlich mit dem Institut für Immobilien, Bauen und ­Wohnen (IIBW) durchgeführt wird, zeigen, dass sich die Wohnungsbewilligungen seit mehreren ­Jahren auf hohem Niveau halten – und das bei stetig ­sinkenden Förderungszahlen.

Mit 79.000 baubewilligten Wohneinheiten im Jahr 2019 wurde der historische Höchstwert von 2017 (82.000 Wohneinheiten) nur knapp verfehlt – wobei festgehalten werden muss, dass nicht jede Baubewilligung auch zu einem Neubau führt. Zwanzig Jahre lang, von Mitte der 1990er- bis Mitte der 2010er-Jahre, war die Wohnbauförderung mit weitgehend kon­stant 2,4 bis drei Milliarden Euro dotiert. Seither sind die Förderungsausgaben stark rückläufig und unterschritten 2019 – erstmals seit fast 30 Jahren – die Zwei-Milliarden-Marke. Damit liegen sie um 19 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt. „Ein wichtiges wohnungspolitisches Lenkungsinstrument verliert damit zunehmend an Bedeutung“, sagt Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik. „In den 1990er-Jahren wurden noch etwa 1,3 Prozent des BIPs für wohnungspolitische Maßnahmen ausgegeben, 2019 waren es nur noch 0,4 Prozent.“ Damit liege Österreich bei den wohnungspolitischen Ausgaben im europäischen Vergleich um unteren Drittel.

Getty Images/H_Barth

Stark rückläufige Ausgaben

STUDIE  Die Förderaus­ gaben für den Wohnbau sind im Jahr 2019 – erst­ mals seit fast 30 Jahren – unter die Zwei-Milli­ arden-Euro-Marke ge­ fallen.

Ergebnisse im Detail Konkret zeigt die Studie, dass es 2019 österreichweit ein im internationalen Vergleich hohes N ­ iveau

FAKTEN

Wohnbauförderung Die Wohnbauförderung kann grundsätzlich von jedem volljährigen österreichischen Staatsbürger, der Eigentümer oder Miteigentümer einer Liegenschaft ist, beantragt werden. Gefördert wird nur der Hauptwohnsitz, für ein Wochenendhaus etc. gibt es keine Unterstützung. Zudem ist die Wohnbauförderung Landes­sache. Je nach Bundesland gelten somit auch andere Bestimmungen – und das nicht nur in der Höhe der Förderung, sondern auch bei den ­Einkommensgrenzen sowie bei der Art der Förderung.

von 7,1 Wohnungsbewilligungen pro 1.000 Einwohner pro Jahr gibt. Im Vergleich: Deutschland liegt bei nur 4,3. Unter den Bundesländern hatten 2019 Wien (10,0), die Steiermark (8,9) sowie Tirol und ­Vorarlberg (jeweils 7,5) überdurchschnittliche Neubauvolumina. Was die Förderungszusicherung ­betrifft, gab es österreichweit im letzten Jahr 23.400. Der Förderungsdurchsatz, das heißt, das Verhältnis von Förderungszusicherungen zu Baubewilligungen, der bis in die 2000er-Jahre noch bei 80 bis 90 Prozent lag, ist bei Geschoßwohnungen auf unter 50 Prozent und bei Eigenheimen auf nur noch 20 Prozent gesunken. Die Wohnbauförderung zeigt sich dabei, wie bereits erwähnt, stark rückläufig. Mit 1,99 Milliarden Euro lagen die Förderungsausgaben 2019 auf dem Niveau der 1980er-Jahre. Auch eine Belebung der Sanierung ist laut der Studie nicht in Sicht: Die Sanierungsförderung sank 2019 weiter und lag mit etwa 470 Millionen Euro um ein Viertel unter dem zehnjährigen Durchschnitt, gegenüber dem Höchstwert von 2010 waren es sogar minus 43 Prozent. Geförderte, ungeförderte, umfassende und äquivalente Einzelmaßnahmen erreichen derzeit eine Rate von 1,4 Prozent. „Zur Erreichung der Dekarbonisierung des Wohnungsbestands bis 2040 ist eine S ­ anierungsrate von knapp drei Prozent pro Jahr nötig. Mit der derzeitigen Rate von 1,4 Prozent sind wir davon noch weit entfernt“, sagt Fachverbands­ obmann R ­ obert Schmid, der angesichts dieser ­Zahlen dringenden Handlungsbedarf sieht.  ◼


Kriterien überarbeitet Das BMK veröffentlichte den neuen, überarbeiteten Klimaaktiv-Kriterienkatalog 2020.

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it der Neuauflage des Klima­ aktiv-Kriterienkatalogs legt das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) aktualisierte Anforderungen für nachhaltiges Bauen und Sanieren fest, die wesentlich dazu beitragen sollen, dass der Gebäudesektor bis 2040 treibhausgasneutral wird. Allein im letzten Jahr wurden insgesamt 444 Einfamilienhäuser beziehungsweise Zweifamilienhäuser sowie 1.106 Wohnungen im mehrgeschoßigen Wohnbau nach dem ­Klimaaktiv-Standard saniert. Die nun vorgestellte Überarbeitung verschärft die Anforderungen an Energieeffizienz, schließt Öl und Gas endgültig aus und stellt neue Qualitätskriterien für ­Speichertechnologien, Kreislaufwirtschaft und Klimawandelanpassung vor. Mit der Überarbeitung des Klima­aktivKriterienkatalogs reagiert das Bundesministerium auf Änderungen der OIB-Richtlinie 6 (2019) Energieeinsparung und Wärmeschutz. Die Neuauflage wurde dabei gleich für weitreichende Änderungen genutzt: Das Bewertungssystem wurde um neue Themen und Kriterien erweitert, umstrukturiert und entsprechend neu bepunktet. Der neue Kriterienkatalog schließt den Einsatz fossiler Energieträger bei Klimaaktiv-Gebäuden nun grundsätzlich aus und schärft die Qualitätsanforderungen im Bereich der Energieeffizienz. Außerdem stellt er höhere Anforderungen an Infrastruktur und umweltverträgliche Mobilität sowie auch an die Umweltverträglichkeit von den eingesetzten Baustoffen und Produkten.

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ZUSAMMENSPIEL  Nachhaltigkeit und ­Architektur harmonieren auch nach dem neuen Klimaaktiv-Kriterienkatalog.

Mit gutem Beispiel voran „Der Gebäudesektor ist für rund 16 Prozent der österreichischen Treibhausgas­ emissionen verantwortlich“, so die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie ­Leonore Gewessler. „Deshalb spielen nachhaltige Gebäude auf dem Weg in ein klimaneutrales Österreichs eine zentrale Rolle.“ Mit dem aktualisierten Kriterienkatalog wolle man die Weichen für einen zukunftsfähigen und klimafreundlichen Bausektor stellen und den Energieverbrauch über die nächsten Jahrzehnte hinaus nachhaltig beeinflussen. Gleichzeitig will man als Bundesregierung bei „Sanierungen und Neubauten der öffentlichen Hand nun mit gutem Beispiel“ vorangehen.  ◼

Der Gebäudesektor ist für rund 16 Prozent der öster­ reichischen Treibhausgasemissionen verantwortlich, deshalb spielen nachhaltige Gebäude auf dem Weg in ein klima­ neutrales ­Österreichs eine zentrale Rolle. LEONORE GEWESSLER, BUNDESMINISTERIN

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18 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Blickfang DEPOT BOIJMANS VAN BEUNINGEN. ROTTERDAM, NIEDERLANDE

Ossip van Duivenbode

Ende September wurde das Depot Boijmans Van Beuningen im Zentrum Rotterdams präsentiert. Das vom Architekturbüro MVRDV geplante Kunst­ museum, auch liebevoll verspiegelte Schatzkammer genannt, ist für jeden zugänglich und soll die Öffentlichkeit einladen, die Kunstsammlung von Boijmans Van Beuningen zu bestaunen.

Ans schwere Gerät

Ausgezeichnet #1 TOP  Wiens

Wohnbaupolitik ist weltweites Vorbild. Das wurde nun auch von der Unesco und Netexplo, ein Unternehmen im Feld der Zukunfts- und Innovationsforschung, anerkannt. Sie prämierten Wien für seine „innovative, intelligente, vernetzte und ausdrücklich nachhaltige“ Wohnbaupolitik.

In Innsbruck entsteht ein neues Sicherheits­zen­ trum, doch zuvor muss noch abgerissen werden.

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evor die Bagger in der Kaiserjägerstraße in Innsbruck ans Werk gingen, wurde der Baustart gefeiert. Um Platz für das neue Sicherheitszentrum zu schaffen, werden neben dem bereits abgebrochenen ehemaligen Pflegeheim weitere fünf der ins­ gesamt sieben Bestandsgebäude der Landespolizeidirektion auf der ­Liegenschaft abgetragen. Die Austrian Real Estate (ARE) als Liegenschaftseigentümerin investiert im Auftrag des Innenministeriums rund 100 Millionen Euro in das Projekt. „Mit dem neuen Sicherheitszentrum Tirol errichtet die ARE ein Dienstleistungszentrum, das hochmoderne Arbeitsbedingungen für rund 1.000 Bedienstete bieten wird“, so Hans-Peter Weiss, CEO der ARE. „Wir setzen bei diesem Projekt zudem auf Nachhaltigkeit: Die Dächer der Neubauten werden begrünt, und wir können dank Fernwärme und Grund­ wassernutzung aus dem fossilen Heizsystem mit Gas aussteigen.“

Ausgezeichnet #2 GOLD  Das neue Kunden- und Verwaltungszentrum der Buwog in der Rathausstraße im ersten Wiener Gemeindebezirk wurde für sein nachhaltiges Konzept ausgezeichnet: Die Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft überreichte das Zertifikat in Gold.

Ausgezeichnet #3, #4 Strucinspect, eine digitale ­Lösung zur Inspektion von Brücken und Gebäudestrukturen aus dem Hause Corporate Incubator P21st, wurde mit dem Staatspreis Digitalisierung und dem Digital Impulse Award 2020 für digitale Inspektion von Bauwerken ausgezeichnet.

Christian Viehweider

DOPPELT

Baustart (v. l.): Edelbert Kohler (Landespolizei­ direktor), Hans-­ Peter Weiss (CEO ARE), Günther Platter (Landes­ hauptmann), ­Helmut Tomac (Generalsekretär), Georg Willi (Bürger­ meister Innsbruck).


Aus der Branche 19 BAUZEITUNG 20 2020

Die Bau München – ein Opfer von Corona

Euro Skills: verschoben

Hybridkonzept statt Präsenzmesse – auch in München muss man für 2021 umplanen.

Covid-19-Situation in ganz Europa und die damit verbundenen Restriktionen ­haben sich in den letzten drei Wochen verschärft. Deshalb haben sich die Veranstalter der Euro Skills 2020 entschieden, die für Jänner 2021 in Graz geplanten ­Berufs-Europameisterschaften erneut zu verschieben. Ursprünglich hätten die Euro Skills bereits im Herbst 2020 stattfinden sollen. Die Absage einiger Nationen in den letzten Tagen hatte die Anzahl der Wettbewerbsteilnehmer mittlerweile um insgesamt rund ein Drittel verringert. In einigen Wettbewerben kann dadurch auch die Mindestteilnehmerzahl nicht mehr erreicht werden. „Die aktuelle Situation ließ uns leider keine andere Wahl, als die Euro Skills neuerlich zu verschieben. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wir wollen die Berufs-EM in Graz auf jeden Fall nachholen. Derzeit sind wir mit den internationalen Verantwortungsträgern in i ntensivem Austausch“, erläutert Josef ­ Herk, Aufsichtsratsvorsitzender der Euro Skills 2020 GmbH. Man arbeite nun mit Hochdruck daran, möglichst bald einen neuen Termin bekanntgeben zu können.

BERUFS-EUROPAMEISTERSCHAFTEN  Die

ünchen ist normalerweise alle zwei Jahre im Jänner das Reiseziel für die Baubranche – doch 2021 wird alles anders. Die Bau München wird kommendes Jahr nicht als klassische Präsenzmesse stattfinden, wie die Geschäftsführung der Messe München bekanntgegeben hat. „Die Ausweisung von immer mehr Risikogebieten in ganz Europa mit den damit verbundenen Reisebeschränkungen hat jetzt diese Entscheidung gefordert“, so Reinhard Pfeiffer. „Nach unserer Ausstellerumfrage hält der überwiegende Teil unserer Aussteller eine Teilnahme an der Präsenzmesse für unrealistisch.“ Eine Verschiebung der Bau München kam für die Betreiber auch nicht infrage, stattdessen will man mit einem hybriden Konzept punkten. Laut internen Quellen werden – zum aktuellen Zeitpunkt angedacht – das ICM sowie zwei Hallen für eine beschränkte Anzahl an Ausstellern und Besucher geöffnet. Gleichzeitig sollen Stände ins Internet verlegt werden, Firmen sich und ihre Produkte so dem weltweiten Publikum präsentieren können. Wie dies genau aus­sehen wird, will man in den nächsten Wochen vorstellen.

Messe München

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Die Bau München wird 2021 wegen Corona nicht wie gewohnt ­ stattfinden.

Abgeschlossen Mit Ende September hat BASF den Verkauf ihres Bauchemiegeschäfts an eine Tochtergesellschaft von Lone Star, ein globales Private-Equity-Unternehmen, ­abgeschlossen. Der Kaufpreis ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Finanzschulden betrug 3,17 Milliarden Euro. Das Bauchemiegeschäft firmiert nun als neugegründete MBCC Group mit Hauptsitz in Mannheim. „Wir schätzen die großen ­ Anstrengungen, die unternommen wurden, um die Ausgliederung umzusetzen und die Transaktion so schnell und ­entschlossen abzuschließen“, so Saori ­Dubourg, Mitglied des Vorstands der BASF SE. „Wir wünschen dem Bauchemie-Team viel Erfolg für die Zukunft.“ VERKAUF

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20 Aus der Branche BAUZEITUNG 20 2020

Martin Huber wird ab dem 1. November 2020 die Verantwortung für den Servicebereich (Ersatzteile und Kundendienst) in allen ­Segmenten bei Zeppelin Österreich übernehmen. Der 46-Jährige ist bereits seit 2002 bei Zeppelin Österreich tätig, seit 2009 als Power-­ Systems-Bereichsleiter.

Andreas Traunfellner geht in sein mittlerweile sechstes Jahr seiner Obmannschaft bei der Güteschutz­ gemeinschaft WDVS-­ Fachbetrieb. Er wurde bei der heurigen General­ versammlung der Interessen­ vertretung Mitte September für ein weiteres Jahr ­bestätigt.

Bernhard Breser, Geschäftsführer des Bau­ unternehmens Breser Baumanagement aus Hornstein, ist seit Anfang September neuer burgenländischer Landesinnungsmeister Bau im Burgenland. Er löst damit Gerhard Köppel ab, der diese Funktion zwischen 2015 und 2020 innehatte.

6B47 Corporate Finance strukturiert sich um. Nachdem Sebastian Nitsch zum CEO bestellt wurde, ist auch der Finanzbereich des Immobilienentwicklers umgestellt worden. Den neu geschaffenen Geschäftsbereich Corporate Finance & Investment wird künftig von Elke ­Plazeriano geleitet.

On Tour

Im Amt bestätigt

Baumit ist als neuer Mugli-Projektpartner für WDVS auf Österreich-Tour.

M Mathias Hanke, Leiter Baumit Pro­ duktmanagement, Susanne Formanek, Geschäftsführerin Grünstattgrau, und Georg Bursik, ­Geschäftsführer Baumit, statteten Mugli in Wien einen Besuch ab.

Baumit

WIEDERGEWÄHLT  Die Österreichische ­ eteiligungs AG (ÖBAG) hat als Eigen­ B tümervertreterin der Republik die beiden Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in ihrem Amt für eine w ­ eitere Funktionsperiode bestätigt. E rneut wurden Hans-Peter Weiss zum ­ CEO und Wolfgang Gleissner zum COO bestellt. Die Funktionsperioden der beiden G ­ eschäftsführer der BIG beginnen im zweiten Quartal des kommenden Jahres. „Mit den Geschäftsführern Hans-­Peter Weiss und Wolfgang Gleissner haben wir zwei erfahrene und allseits respektierte Führungspersönlichkeiten an der Spitze des BIG-Konzerns bestätigen können“, begründet Thomas Schmid, Vorstand der ÖBAG, die Entscheidung. „Die BIG ist eine zentrale Beteiligung im Portfolio der ÖBAG, die die Immobilien der Republik hochprofessionell verwaltet, ein Treiber der heimischen Wirtschaft ist und eine zentrale Rolle bei der Sicherung von Arbeitsplätzen einnimmt.“ Man erwarte von der Entscheidung, mit dem Führungsteam den Erfolgskurs der BIG fortführen und den eingeleiteten Strategiefokus in Richtung Nachhaltigkeit auch in Zukunft konsequent fortsetzen zu können.

6B47

WK Burgenland

Zeppelin Österreich

GSG WDVS-Fachbetrieb

Personalia

ugli, der erste mobile Experimentierraum für Bauwerks­ begrünung, wird ab sofort Roadshows mit einem neuen Partner bestreiten: Baumit konnte als neuer Projektpartner für WDVS-­ Wärmedämmverbundsysteme gewonnen werden und geht in den kommenden Monaten auf Tour durch Österreich. „Mit Mugli wollen wir neue Impulse für mehr Grün in dichtverbauten Städten setzen und gezielt Informationen und Wissen rund um Bauwerksbegrünung der breiten Öffentlichkeit vermitteln“, sagt Susanne Formanek, Geschäftsführerin von Grünstattgrau. „Nach Wien wird der nächste Stopp ab 14. Oktober Klagenfurt sein.“ Und Georg Bursik, Geschäftsführer der Baumit, ergänzt: „So wichtig eine optimierte Fassadendämmung für Energieeffizienz und Raumklima ist, so entscheidend ist die Fassadenbegrünung für das Mikroklima einer Stadt und letztlich auch für Temperatur und Klima im Innenraum. Wir freuen uns, dass wir mit dem Mugli unsere Kompetenz im WDVS für begrünte Fassaden einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen können.“ Mobil.Urban.Grün.Lebendig.Innovativ – kurz Mugli – zeigt Technologien zum Angreifen und vermittelt Wissen rund um das Thema „Grün in der Stadt“. Die Besucher erfahren, welche unterschiedlichen Begrünungssysteme möglich sind, wie verschiedene Technologien funktionieren und welche Technik dahintersteckt.


OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES

Innung 21

BAUZEITUNG 20 2020

Baumeister-Herbstkampagne: Bau meistert Corona Eine aktuelle Kampagne der Bundesinnung Bau unterstreicht die Bedeutung der Bauwirtschaft als Konjunkturmotor und appelliert an öffentliche Auftraggeber, die Baunachfrage stabil zu ­halten. Eine wesentliche Rolle spielen dabei Österreichs Gemeinden, die im Fokus der Kampagne stehen. TEXT: PAUL GROHMANN, GESCHÄFTSSTELLE BAU

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ie COVID-19-Pandemie ist aufgrund sinkender Einnahmen auch für Österreichs G ­ emeinden besonders herausfordernd. Laut einer im ­September veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Gemeindebunds sorgen sich zwei Drittel der Bürgermeister weiterhin um die wirtschaftlichen Folgen der Krise für ihre Gemeinden1. 84 Prozent der Bürger­ meister fordern einen Krisenfonds, der durch die Krise verursachte Mehr­kosten der ­Gemeinden abdeckt. Die Bundesregierung greift ­deswegen den Kommunen mit einem im S ­ ommer beschlossenen Milliardenpaket ­finanziell unter die Arme: Laut BMF haben bis dato 464 Gemeinden um fi ­ nanzielle Unterstützung angesucht und 1.104 Anträge gestellt. In Summe wurden bis Ende S ­ eptember knapp 42 ­Millionen Euro an Z ­ weckzuschüssen an 216 Kommunen aus­ bezahlt. Damit wird ein Gesamtinvestitions­volumen in der Höhe von 252 Millionen Euro bewegt. Die meisten ausbezahlten Anträge entfallen auf die Kategorie „­ Errichtung, Erweiterung, Instandhaltung und Sanierung von K ­ indertageseinrichtungen und Schulen“, gefolgt von „Sanierung von Gemeindestraßen“. An dritter Stelle rangieren „Wasserversorgungs- und Abwasser­ ent­ sorgungseinrichtungen“. Auch die Länder waren gefordert, ihrerseits die Gemeinden zu unterstützen. Bisher haben die Bundesländer zusätzlich 352 Millionen Euro bereitgestellt.

Botschaften der Kampagne Die Baumeister-Herbstkampagne unterstreicht die essenzielle Bedeutung des Bausektors für die heimische Volkswirtschaft. Gleichzeitig kommuniziert sie

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Rechts: Ein Sujet der ­a­ktuellen BaumeisterHerbstkampagne, die sich an öffent­ liche Auftrag­geber richtet und die ­Notwendigkeit einer stabilen Baunachfrage ­unterstreicht.

BAU MEISTERT CORONA

Der Bau ist ein leistungsstarker Konjunkturmotor… Bauwerke sind in aller Regel beschäftigungsintensive Einzelanfertigungen. Die Baubranche gilt daher als Schlüsselbranche für den heimischen Arbeitsmarkt. Zudem verfügt der Bau über vielfältige Verflechtungen mit anderen Branchen und entsprechende Multiplikator-Wirkungen. Es war daher kein Zufall, dass sich die österreichische Bundesregierung im Frühjahr trotz Corona-Shutdown dafür eingesetzt hat, dass die Bautätigkeit nicht zum Erliegen kommt und die Baustellen - unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorkehrungen - weiterlaufen. Damit der Bau seiner Rolle als Konjunkturmotor bestmöglich nachkommen kann, muss die Baunachfrage weiterhin stabil gehalten werden. Dafür müssen Genehmigungsverfahren rasch wieder aufgenommen und beschleunigt durchgeführt werden. Zudem sind ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten für Länder und Gemeinden sowie wirksame Investitionsanreize für private Bauherren das Gebot der Stunde.

…und braucht eine stabile Nachfrage. www.deinbaumeister.at

mehrere politische Forderungen: Gerade als b ­ eschäftigungsintensive B ­ ranche gilt der Bau als Schlüsselbranche für den ­heimischen ­Arbeitsmarkt. Damit der Bau seiner Rolle als Konjunkturmotor allerdings auch weiterhin nachkommen kann, muss die Baunachfrage stabil gehalten werden. ­Dafür müssen ­Genehmigungsverfahren rasch wieder aufgenommen und beschleunigt durchgeführt werden. Zu­ dem fordert die Bundesinnung Bau aus­ reichende ­Finanzierungsmöglichkeiten für ­Länder und ­Gemeinden sowie wirksame Investitions­anreize für private Bauherren. Auch das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz auf Österreichs Baustellen wird adressiert: Die einschlägigen Regelungen und Auflagen wurden Corona-­ bedingt heuer noch einmal deutlich verschärft. Diese Auflagen und Erschwernisse haben naturgemäß erhebliche ­Mehrkosten zur Folge, welche die ausführenden Bau­ unternehmen nicht alleine stemmen können. Es bedarf daher einer fairen Partner­ schaft zwischen Auftraggebern und Bauunternehmen mit dem Ziel einer aus-

BAUEN MIT VERANTWOR TUNG

gewogenen Lastenverteilung sowie einer angemessenen Anpassung der Leistungsfristen. Im Bereich der öffentlichen Vergaben fordert die Bundesinnung Bau eine Ausweitung des Anwendungsbereichs für vereinfachte Bau-Vergabeverfahren durch eine temporäre Anhebung der Schwellenwerte. So können während der Corona-­ Krise öffentliche Bauaufträge schnell und unbüro­kratisch an heimische Betriebe vergeben werden. Immerhin zeichnet sich der Bausektor aufgrund seiner regionalen Struktur durch eine überdurchschnittlich hohe Inlandswirksamkeit aus. Das bedeutet, dass jeder in den Bau investierte Euro zum allergrößten Teil in Österreich bleibt. Es liegt daher in der Verantwortung aller privaten und öffentlichen Auftraggeber, die hohe Inlandswirksamkeit der Baunachfrage durch Vergaben an heimische Bau­ unternehmungen zu sichern und weiter zu ­steigern.  ◼ Weitere Informationen:

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22 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 20 2020

Auf den Hund gekommen Roboterhunde könnten ein Tool werden, das man auf ­heimischen ­Baustellen in Zukunft öfter antreffen wird.

Rhomberg

TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

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er beste Freund des Menschen, der Hund, ist für viele aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken. Nun erobert er die Baustellen zurück, auch wenn sich der Partner mit der kalten Schnauze etwas verändert hat. Er hört auf den Namen Spot, ist ein animaloider Roboter und stammt aus dem Hause des US-Herstellers Boston Dynamics.

Ein Hund für viele Fälle Spot ist ein flinker Roboter, der sich auf jedem Terrain selbstständig – dank 360-Grad-Blickfeld ­ und Kollisionsabfrage – oder ferngesteuert bewegen kann. D ­ abei wurde er so kompakt gestaltet, dass er sowohl im ­Außen- als auch im Innenbereich Einsatzmöglichkeiten aufweist. Der wesentliche Punkt für Unternehmen ist aber, dass Spot weitgehend individualisiert gestaltet werden kann, was seine zusätz­ lichen Aufbauten sowie seine Einsatzbereiche betrifft. Egal ob für Bestandsaufnahmen, Scans oder als Security – dem Arbeitsumfeld sind wenig Grenzen gesetzt. Das haben auch internationale sowie heimische Baufirmen erkannt und nutzen aktuell die Möglichkeit, die Roboter im täglichen Einsatz zu testen.

Spots auf deren Alltagstauglichkeit und erarbeitet sich mögliche Einsatzgebiete für den Roboterhund. Auch bei der Strabag ist man auf den Hund gekommen und arbeitet in der Niederlassung in Stuttgart an einer möglichen Implementierung in den Konzern. „Aufgrund von immer leistungs­fähigeren Mikroprozessor- und Sensortechnologien können Roboter zunehmend besser mit ihrer Umgebung interagieren und kommen damit gerade für Baustellen infrage, wo sie – im Gegensatz zur stationären Produktion – mit ständig wechselnden Standorten sowie häufigen Einschränkungen und Veränderungen der Zugänglichkeiten durch den Baufortschritt und Gewerkabfolge konfrontiert sind“, erklärt Felix Rückl, Construction Manager Digitalisation bei Ed. Züblin und zuständiger Projektleiter. Das Ziel sei, dass Spot dem Bau­ stellenteam zuarbeitet: In einem ersten Schritt soll er die Fotodokumentation übernehmen, womit eine zeitintensive Aufgabe am Ende des Arbeitstags für das Personal wegfallen würde und gleichzeitig für die Kundenseite eine lückenlose Baustellendokumentation geschaffen wird.

Hundeschule für die Baustelle

Gefahrensituationen vermeiden

„Wir wollen verstehen, wie solche Technologien funktionieren, und schauen, ob wir sie in unserem Arbeitsalltag nutzen können“, stellt M ­ atthias Moosbrugger, Mitglied der Geschäftsleitung bei ­ Rhomberg Bau und unter anderem für die Bereiche Digitalisierung und Innovation verantwortlich, fest. Aktuell testet das Vorarlberger Bauunternehmen zwei

Ähnlich sieht man die Einsatzgebiete bei Rhomberg, wo die Hunde aktuell für die Fotodokumentation, Vermessungen und Massen­e rmittlungen so-

Boston Dynamics

SICHERHEIT  Ein mög­ liches Einsatzszenario der Spots ist bei Tiefbau­ arbeiten bzw. bei Arbei­ ten im Steinbruch, um menschliche Mitarbeiter nicht in Gefahrensituati­ onen bringen zu müssen.

VIELFÄLTIG  Die Spots von Boston Dynamics haben mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten, mit rund 60.000 Euro aber auch einen stolzen Preis.


Planung & Ausführung 23 BAUZEITUNG 20 2020

Rhomberg Bau

Wir wollen verstehen, wie solche Technologien funktionieren, und schauen, ob wir sie in unserem Arbeitsalltag nutzen können MATTHIAS ­MOOSBRUGGER, GL RHOMBERG

VERSPIELT  Auch wenn die Roboterhunde prä­ zise Arbeitstiere sind, merkt man doch, wie personifiziert diese werden. So suchte die Strabag über soziale Netzwerke nach Namen für ihre beiden Hunde.

DEK2000

Lernphase“. Das Ziel ist es, „eine Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit in die Nutzung der Software und damit des Roboters“ zu bekommen.

Es braucht noch Zeit Wie genau es nach der Testphase weitergehen wird, ist bei beiden Firmen noch schwer abzuschätzen. „Die beiden Spots sind bei uns jetzt für sechs Monate auf ausgesuchten Baustellen unterwegs, danach wird sich entscheiden, ob wir weiter in diese Richtung gehen wollen und gegebenenfalls das Aufgabengebiet noch ausbauen“, so Rückl. „Denkbar wäre etwa die Erweiterung um einen Laserscan, um Daten für das BIM-5D-Modell zu generieren.“ Auch bei Rhomberg wird das kommende halbe Jahr zeigen, ob man in Spots investieren will. „Es gibt sicher Einsatzfälle, für die er sehr gut geeignet ist, bei anderen gibt es bessere technische Lösungen“, meint Moosbrugger. Es brauche noch Zeit, die Fähigkeiten des Hundes auszuloten. Schön sei es aber zu sehen, dass die Mitarbeiter dem Projekt offen gegenüberstehen, auch wenn einige „sehr überrascht waren, als plötzlich ein Roboterhund durchs Büro spazierte“.  ◼

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wohl im Hoch- als auch im Tiefbau eingesetzt werden. „Hinzu kommt jede Aufgabe, bei der sich einer unserer Mitarbeiter einer ­Gefahrensituation aussetzt“, so Moosbrugger weiter. „So kann beispielsweise im Steinbruch oder T ­ unnel ein Spot eingesetzt werden, um vor einer Sprengung die Bestandsaufnahme zu machen und nach der Sprengung zu kontrollieren, ob auch alle Ladungen gezündet haben.“ Dabei will man sich aber nicht bei möglichen Einsatz­szenarien einschränken, man versuche jeden Tag etwas Neues. Der benötigte zeitliche Mehraufwand, um die Spots individuell zu konfigurieren und auch mög­ liche KI-Szenarien zu programmieren, sei aktuell noch groß. Man befindet sich „eindeutig noch in der


24 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 20 2020

Alt und Neu

Synthesa/Waldmann (3)

Ein Altbau mit Holzfassade, ein angeschlossener ­Neubau und Hanfdämmung an beiden Gebäuden.

E

in zweiteiliges Bauprojekt in Freistadt erregt viel Aufmerksamkeit: vorn ein elegantes Gebäude mit schiefergrauer Holzfassade, dahinter ein weißer fünfeckiger Wohnbau mit zurückgesetzter Glasfront. Das Besondere ist nicht nur die Architektur, sondern auch die Materialien, die zum Einsatz kamen. Gedämmt wurde mit Hanf, für die ­silbrige Holzpatina sorgt ein getöntes Holzöl.

EINDRUCKSVOLL Auch von außen ist das gelun­ gene Zusammenspiel von Alt- und Neubau zu erkennen.

Aufwertung des Bestands Angefangen hatte alles mit dem Erwerb eines klassischen Wohnhauses aus den späten 50er-Jahren. Das Satteldach mit hohem Giebel wurde in ein Flachdach umgewandelt, einen ca. 75 Quadratmeter großen Wintergartenanbau mit Gründach konzipierte der studierte Architekt und Besitzer Anton Watzl als G ­ eschäftsraum. „Das begrünte Dach sehen wir als fünfte Fassade, die Platz für Tiere und Pflanzen ­bereithält“, erklärt Watzl. Der Altbau blieb im ­Inneren bis auf diverse Mauer- und Elektrosanierungen un-

angetastet. Über den erhaltenen Baukörper kam eine Hanfdämmung und abschließend eine Holzverschalung aus sägerauer Fichte als Fassade. Dazu kam ein getöntes Danske-Holzöl zum Einsatz, das für eine gleichmäßige Vorvergrauung sorgt und durch seine wasserabweisende Eigenschaft die Feuchtehinterwanderung verhindert. Als Kontrast und Vervollständigung des Ensembles baute man in der Folge das zeitgenössische Wohnhaus für die vierköpfige Familie im leicht ansteigenden, hinteren Teil des langgestreckten, trapezförmigen Grundstücks. Zwischen Firmen- und Wohngebäude finden ein großzügiger Garten und eine über eine leichte Böschung zu erreichende Terrasse Platz.

Einklang der Baustoffe

VERBINDEND  Natur, Architektur und Energie­ effizienz in Einklang zu bringen – das war ein Hauptmotiv der Bauherrenfamilie.

Natur, Architektur und Energieeffizienz in Einklang zu bringen – das war ein Hauptmotiv der Bauherrenfamilie. Darum entschied man sich neben einer Pelletsheizung auch für eine ökologische Fassadendämmung aus Hanffaserplatten vom Perger Erzeuger Capatect. Der Vollwärmeschutz aus Hanfplatten in unterschiedlichen Dicken findet sowohl beim ­­Alt- als auch beim Neubau Anwendung. Über die ­Hanfplatten kam beim Neubau als Unterputz ein mineralischer Spezial-Trockenmörtel (Capatect Minera Eco Light) und als Abschluss ein widerstandsfähiger und stark wasserabweisender Putz in Reinweiß (Capatect Carbo Por Reibputz) zum Einsatz. Die ­Verschalung im ­Innenhof und auf der Terrasse mit sibirischer Lärche wurde mit einer wässrigen UV-Schutzlasur eingelassen (Twin Proof, Synthesa).  ◼


Planung & Ausführung 25 BAUZEITUNG 20 2020

Eisenbahnverbindung der Welt. Um die Baustellen­ infrastruktur am Abschnitt H51 Pfons–Brenner zu installieren, beauftragte das Porr-Konsortium das auf Modulbau spezialisierte Ebbser Unternehmen Recon, das mit seinem Schwesterunternehmen Relog – spezialisiert auf die logistischen Prozesse im modularen Bauen – mehrere Gebäudekomplexe errichtete.

Tijmen Schuil

Fit am BBT

Gesundheit fördern Modulbauspezialist Recon installierte die Baustellen­Infrastruktur am Abschnitt H51 Pfons–Brenner.

D

er Brenner-Basistunnel (BBT) ist wohl eine der bekanntesten grenzüberschreitenden als auch länderverbindenden Baustellen zwischen Tirol und Südtirol. Der neue Eisenbahntunnel verläuft zwischen Innsbruck und Franzensfeste und erstreckt sich auf einer Länge von 55 Kilometern. Gemeinsam mit einem Teilstück des bestehenden Inntaltunnels wird die Gesamtlänge letztendlich 64 Kilometer betragen. Nach ­seiner Fertigstellung ist er die längste unterirdische

MODULBAU  Die ­Baustelleninfrastruktur am Abschnitt H51 Pfons–Brenner des ­Bauvorhabens BrennerBasis­tunnel spielt alle Stücke.

In diesen sind sowohl die Baubüros als auch Werkstätten sowie entsprechende Umkleiden und die Wohnunterkünfte der gewerblichen Mitarbeiter ­beheimatet. Und auch die Fitness der ­Mitarbeiter sollte nicht zu kurz kommen. Immerhin zielt die betriebliche Gesundheitsförderung der Porr ­darauf ab, die Gesundheit aller Mitarbeiter zu stärken, ihr Wohlbefinden zu verbessern und Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen. Um ein nachhaltig ­gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld am Brenner-­Basistunnel zu schaffen, beauftragte die Porr deshalb den Bau eines eigenen Trainings­ containers, den Recon ebenfalls fristgerecht lieferte und installierte. Die Arge setzt damit ein deutliches Zeichen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung speziell auf der Baustelle. Der knapp 60 Quadratmeter große Trainingsraum ist rund um die Uhr zugänglich und liegt in unmittelbarer Nähe zu den Unterkünften. Moderne Kraft- und Ausdauergeräte ermöglichen abwechslungsreiche Trainingseinheiten mit Blick auf die imposante Bergkulisse des Alpenhauptkamms.  ◼

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26 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 20 2020

BIM-Punktlandung

Georg Fröch / Universität Innsbruck

Wie BIM in der Praxis eingesetzt werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben, zeigt eine aktuelle Forschungsstudie am Beispiel der Kindergartenerrichtung in Schwoich.

D

en aufmerksamen Lesern der Bauzeitung und oder BIM-Interessierten ist der ­Kindergarten Schwoich in Tirol längst ein Begriff. Seit gut zwei Jahren läuft anhand dieses Praxisbeispiels ein von der Bundesinnung Bau in Auftrag gegebenes Forschungsprojekt. Der Arbeitsbereich für Bau­betrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement der ­Universität Innsbruck untersucht der Einsatz von BIM bei der Errichtung eines Kindergartens. Die Ergebnisse sollen einen möglichen Weg für die Einbindung von BIM in traditionelle Prozesse aufzeigen und insbesondere KMUs einen praxisnahen Zugang zu der T ­ hematik ermöglichen. Mit Sommer 2020 wurde die Studie abgeschlossen, die Ergebnisse wurden nun präsentiert.

PRAXISBEISPIEL ­ nhand des Bauvor­ A habens ­Kindergarten Schwoich wurde in ­einer Studie der Einsatz von BIM unter die Lupe ­genommen und auf s ­ eine Praxistauglichkeit für KMUs hin überprüft.

WK Tirol

Durchgängig angewandtes BIM

Die Studie hat gezeigt, dass sich die optimierte Kommunikation nicht nur positiv auf den gemeinsamen Projekterfolg auswirkt, sondern auch auf die Ziele aller mitwirkenden Unternehmen. ANTON RIEDER, LIM BAU TIROL

Die Studie belegt, dass BIM auch schon jetzt über den ganzen Projektverlauf hinweg – von der Bestellung durch den Bauherrn, der Planung und Ausschreibung bis hin zur Bauausführung – funktionieren kann. Das Ergebnis ist ein bautechnisch o ­ ptimiertes Gebäude, das unter Einhaltung aller Kosten- und ­Terminvorgaben umgesetzt werden konnte. Einer der vorrangigen Ansprüche seitens der Gemeinde als Bauherr war die frühe Einbindung der Nutzer in den Entwurfsprozess. Die virtuelle Begehung des Gebäudemodells mittels VR-Brillen konnte hierfür gezielt eingesetzt werden. Die Vorstellungskraft wurde im Vergleich zu Diskussionen von Entwürfen und Varianten auf dem Plan in 2D somit deutlich verbessert. Als größten Unterschied zur

traditionellen Vorgehensweise sehen die Projekt­ beteiligten die verstärkte und offene Kommunikation untereinander, die aus deren Sicht maßgeblich zu der konfliktfreien Planung beigetragen hat.

Termin- und Kostensicherheit In der Ausführungsphase wurde das BIM-­Modell neben der digitalen Bautagesberichterstattung für die Vorfertigung von Bauteilen, für Material­ bestellungen und als Ergänzung zu Ausführungsplänen heran­gezogen. Durch die damit einhergehende ­Optimierung des Ablaufes kam es zu keinen Überraschungen auf der Baustelle. Auf Wunsch des Bauherrn war es ­sogar möglich, das Gebäude trotz des Corona-bedingten Lockdowns einen Monat vor dem geplanten Termin fertigzustellen. Auch die Abrechnung nach Nettomengen konnte ein überzeugendes Feedback sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftrag­nehmerseite erreichen. Besonders durch die ­Entbindung der gegenseitigen Prüfpflicht konnten die Abrechnungsmodalitäten zeiteffizient abge­ wickelt werden. Die sehr guten Erfahrungen, welche die Gemeinde als öffentlicher Auftraggeber mit BIM gemacht hat, sollen nun mit weiteren B ­ auherren ­geteilt werden. „Die Studie hat gezeigt, dass sich die optimierte Kommunikation nicht nur positiv auf den gemeinsamen Projekterfolg auswirkt, sondern auch auf die Ziele ­aller mitwirkenden Unternehmen“, betont der Tiroler Landesinnungsmeister A ­ ­ nton ­Rieder, der seit Jahren Überzeugungsarbeit für die ­Digitalisierung der Baubranche leistet.  ◼


Planung & Ausführung 27 BAUZEITUNG 20 2020

Fugenbänder: Schutz­schilder gegen Feuchtigkeit Keller werden immer häufiger als Wohnraum

Fugenbleche in den unterschiedlichsten

genutzt, Sumpfland wird zu Bauland, und

­Varianten zum Einsatz gekommen.

Universell einsetzbar: das Fugenblech CEMflex150 von Avenarius-Agro.

Anforderungen dar. Als unterstützende Maß-

Das Universalgenie – Agro-Fugenblech CEMflex 150

Fugenblech wird mit einer Mindesteinbautiefe

nahme zu einer korrekt ausgeführten Abdich-

Dieses Fugenblech besitzt eine einzigartige

von drei Zentimetern verbaut, dadurch kann

tung der Außenhülle empfehlen die Experten

innovative beidseitige Oberflächenbeschich-

eine aufwendige Bewährungsführung einge­

von ­Avenarius-Agro den Einsatz von Fugen-

tung mit Selbstheilungskraft durch Versin-

spart werden. Durch Biegen im Eckbereich

bändern. Das Produktsortiment des Bau-

terung, die nicht nur der Forderung nach

und einfaches Überlappen im Stoßbereich

tenschutzspezialisten umfasst Fugenbän-

Dichtheit gerecht wird, sondern auch alle

wird zusätzliche Verarbeitungszeit eingespart.

der für alle Einsatzmöglichkeiten des Hoch-

zusätzlichen Forderungen des Markts erfül-

Die beidseitige Oberflächenbeschichtung

baus. Dazu zählen Fugenbänder in den unter-

len kann. Egal ob es um den geprüften Ein-

ermöglicht neben dem witterungsunabhän-

schiedlichsten Qualitäten und Kategorien wie

satz im Trinkwasser-, landwirtschaftlichen

gigen Einbau auch ein langfristiges Lagern, da

etwa Dehnfugenbänder, Quellbänder, Abkle-

und chemischen Bereich oder um den Einsatz

die Bleche nicht miteinander verkleben.

besysteme, Injektionsschläuche und Fugen-

gemäß der Richtlinie Weiße Wanne geht – das

bänder zum Abdichten von Arbeitsfugen.

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Auch der Einbau gestaltet sich einfach – das

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28 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 20 2020

Schicht für Schicht Peri druckt das erste Wohnhaus Deutschlands. Das zweigeschoßige Einfamilienhaus mit 80 Quadratmeter Wohnfläche pro Geschoß entsteht in Beckum.

I

n den letzten Wochen und Monaten wurden alle behördlichen Genehmigungsprozesse ­durchlaufen, jetzt wird gedruckt: ein Familienhaus aus Beton mit rund 80 Quadratmeter Fläche pro Stockwerk auf zwei Geschoßen.

Das Erste seiner Art

Peri GmbH (2)

Das 3D-Betondruck-Projekt in Beckum, Nordrhein-Westfalen, ist in Deutschland einzigartig, dementsprechend zufrieden zeigt man sich bei Peri, die für das Projekt verantwortlich ist. „Der Druck des Wohnhauses in Beckum ist ein Meilenstein für die 3D-Betondrucktechnologie“, so Thomas I­m­bacher, Geschäftsführer Innovation & Marketing der Peri GmbH. „Wir sind davon überzeugt, dass das Drucken mit Beton in den nächsten Jahren in bestimmten Marktsegmenten an Bedeutung gewinnen wird und erhebliches Potenzial hat.“

Eine nach der anderen Die Konstruktion des Hauses besteht aus dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse verfüllt werden. Während des Druckvorgangs berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser, Strom und Ä ­ hnliches. Der Drucker ist so zertifiziert, dass während des Druckvorgangs im Druckraum auch gearbeitet werden kann. So können manuelle Arbeiten wie zum ­Beispiel das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen auf diese Weise in den Druckprozess integriert werden. Zum Druck des Hauses setzt Peri 3D-Drucker vom Typ BOD2 aus dem Hause Cobod, einem dänischen Hersteller, an dem das Unternehmen seit 2018 beteiligt ist, ein. „Der in Beckum verwendete Drucker

MULTITASKING  Wäh­ rend des 3D-Beton­ druck-Vorgangs kön­ nen manuelle Arbeiten durchgeführt werden.

vom Typ BOD2 ist ein Portaldrucker, das heißt, der Druckkopf bewegt sich über drei Achsen auf einem fest in­­ stallierten Metallrahmen“, erklärt Fabian Meyer-Brötz, Leiter 3D Construction Printing bei Peri. „Der Vorteil: Der Drucker kann sich in seinem ­Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen und muss nur einmal kalibriert werden.“ Bedient wird der Drucker von lediglich zwei Personen. Der Druckkopf und die Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Der BOD2 arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s, für einen Quadratmeter doppelschalige Wand benötigt er rund fünf Minuten.

Kompetente Partner

START  Peri druckt in Beckum das erste ­Wohnhaus Deutschlands mit dem Portaldrucker BOD2.

Das zum Druck eingesetzte Material i.tech 3D wurde von Heidelberg Cement speziell für den 3D-Druck entwickelt. Seine Eigenschaften sind auf die besonderen Anforderungen des 3D-Drucks mit Beton angepasst, und es harmoniert laut den Herstellern sehr gut mit dem BOD2. So soll ein reibungsloser Baufortschritt gewährleistet werden. „Heidelberg Cement hat als innovativer Partner dazu beigetragen, dass alle offenen Fragen zur Bauweise und zum Druckbaustoff schnell und problemlos geklärt werden konnten“, so Meyer-Brötz. Geplant wurde das Gebäude von Mense-­Korte Ingenieure + Architekten, Bauherr ist die Hous3Druck GmbH.  ◼


Planung & Ausführung 29 BAUZEITUNG 20 2020

Ein Update in die Zukunft Planradar startet mit einem großen Update und neuen ­Funktionen in die BIM-Zukunft.

M

it einem umfassenden Update der Software eröffnet Planradrar neue Einsatzmöglich­keiten für BIM-Modelle von Gebäuden in der Planung, Bauphase und nach der Fertigstellung. Die Erweiterung der plattform- und geräteunabhängigen Web-Applikation um BIM-Funktionen verbindet mehrdimen­ sionale Darstellungen mit umfassenden Daten aus dem Baugeschehen und dem Property-Management. Das soll die Kommunikation zwischen Planern, ­Behörden, Bauherren, Bauunternehmen, Gewerken, Hausverwaltung etc. vereinfachen. Durch das Update lassen sich die Informationen zu einem Bauprojekt – wie zum Beispiel erfasste Baumängel, offene Arbeiten oder andere Vorkommnisse – in BIM-Modellen von Objekten visualisieren. Der BIM-Viewer ist so ausgelegt, dass sich jeder schnell zurechtfinden kann. Das soll abseits von Architekten und Ingenieuren auch

a Pl

anderen Beteiligten wie Bauherren, Hausverwaltungen oder Handwerkern den Umgang mit mehrdimensionalen Daten erleichtern. „Bei Mängel­behebungen oder Reparaturen geht es oft nur um Kleinigkeiten und die korrekte Weitergabe von Informationen: Wo genau was zu tun ist, erfordert fast mehr Zeit als die eigent­liche handwerkliche Arbeit“, erklärt Planradar-Gründer D ­ omagoj Dolinsek. „Eine Verbesserung in diesem Bereich wirkt sich daher spürbar auf die Gesamtkosten einer Leistung aus.“ Grundsätzlich importiert man sein IFC-Modell in die Applikation, wodurch es allen beteiligten Gewerken, auch offline, zur Verfügung steht. Nach erfolgter Begehung werden alle Anmerkungen mit den Betroffenen geteilt. Ebenso können die erstellten Punkte auto­matisch bei bestehender Internetverbindung wieder in das BIM-Programm exportiert werden.

Leyrer + Graf

Erste Walz­ betonstraße im öffentlichen Straßennetz: die Ecoroads Test­ strecke Landes­ straße L71.

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ad

ar

Durch das neue Update können in Planradar nun BIM-­Daten importiert und dreidimensional ­bearbeitet werden.

Kompetenz im Mischen MADE IN GERMANY

In der Praxis WALZBETON  Im

Rahmen des Forschungsprojekts Ecoroads, das sich mit dem Einsatz von Beton im niederrangigen Straßennetz beschäftigt, realisierte Leyrer + Graf im Auftrag des Landes NÖ eine weitere Teststrecke – und zwar nun erstmals im ­öffentlichen Straßennetz. Auf der L71 in Niederösterreich zwischen Zwettl und Weitra wurde auf einer Länge von ca. 500 Metern und ­einer Breite von sechs Metern eine 20 Zenti­meter starke Walzbetondecke eingebaut. Auf einer Länge von ca. 50 Metern dieser Teststrecke wurde ein halbseitiger Einbau der Beton­ decke durchgeführt, um Erhaltungsarbeiten unter Aufrechterhaltung des Verkehrs darzustellen. Die betontechnologische Begleitung erfolgte durch Smart ­Minerals und die TU Wien.

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30 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 20 2020

Abfalllos Dämmen

BAUAKADEMIE-EXPERTENKOMMENTAR

MARKUS KILLER INGENIEURKONSULENT FÜR BAUINGENIEURWESEN GF SCHNAUBELT & PARTNER ZT-GESMBH

Diskontinuitäten bei Bestandsumbauten Um- und Zubauten bestehender Gebäude stellen eine Herausforderung an die jeweiligen Statikerinnen und Statiker dar. Unter dicken Verputzschichten und Vormauerungen verstecken sich gerne tückische Schwachstellen, zu deren Lokalisierung man sich einen „Röntgenblick“ wünscht. Welches sind die Schwachstellen, und wie geht man damit um? Das Wichtigste ist: das Objekt in seiner Gesamtheit verstehen. Was haben sich die Errichter damals gedacht, warum wurde manches so gebaut? Wie werden die auftretenden Lasten vom Dach bis in die Fundamente abgeleitet? Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht trivial. Meine Empfehlung lautet, beginnend beim Dachtragwerk, alle ­auftretenden Lasten dem Lastfluss folgend bis zu den ­Fundamenten zu verfolgen und so eventuell vorhandene Diskontinuitäten im Tragwerk aufzufinden. Immer wieder kommt es vor, dass Vertikallasten im Zuge früherer Umbauten bereits mittels Holz-, Stahl- oder Stahlbetonträgern abgefangen und unter abgehängten Decken gut „versteckt“ wurden. Solche Abfangungen wurden selten statisch berechnet und halten mitunter nur aus „Gewohnheit“. Gerade solche Stellen gilt es aufzuspüren, da bei einer planmäßigen Lasterhöhung, zum Beispiel zufolge eines Dach­geschoßausbaus, diese kritischen Bereiche genau hinsichtlich deren Lastreserven untersucht werden müssen. Rissbildungen jeder Art gilt es ebenso zu lesen, da diese einen „Hilferuf“ des Tragwerks darstellen und als eines der wenigen sichtbaren Anzeichen überlastete Bereiche direkt anzeigen (z. B. Überlastung zufolge Schubbeanspruchung, Setzungen, vermorschte Bauteile …). Gleiches gilt für die häufig erkennbaren Durchbiegungen vorhandener tragender Bauteile, wie z. B. Mittelpfetten im Dachstuhl, Tram-, und Dippelbaumdecken. Eben diese sind vor allem in Bereichen früherer Nassräume sowie unter Dachflächenfenstern, neben Regenfallrohren usw. sorg­ fältig zu überprüfen, da hier Schäden schlummern, die im Laufe der Zeit durch wiederholten Wassereintritt verursacht wurden und im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Totalversagen von Teilen der Decke führen können. Nun, in Summe sollten Bestandsgebäude im Rahmen von geplanten Um- und Zubauten einer sehr kritischen Unter­ suchung im Hinblick auf die Tragfähigkeit unterzogen werden. Besser ein paar Probeöffnungen zu viel als statische Schwachstellen übersehen.

www.bauakademie.at

Weber.Therm ­Circle: Hat das Wärme­ dämm-Verbund­ system seine Lebens­dauer ­erreicht, entstehen aus den Bestand­ teilen wieder neue hochwertige Produkte.

Saint-Gobain Weber Terranova

Michaela Kienast

Weber.Therm Circle, ein sortenrein rückbaubares und recyclebares Wärmedämm-Verbundsystem.

I

mmobilien sind langfristige Investitionen, die immer wieder verändert werden. Dadurch landen hunderte Tonnen an Baustoffen auf den Deponien. Saint-Gobain Weber Terranova hat deshalb das „Zero Waste“-Wärmedämm-Verbundsystem Weber.Therm Circle ent­ wickelt. Damit können alle Komponenten wie z. B. Dämmstoffe, Dübel, Gewebe und mineralische Putzmörtel sortenrein getrennt und der Wiederverwertung zugeführt werden. Weber.Therm Circle lässt sich zudem eins zu eins an die Fassade zurückbauen. Erreicht wird die Rückbaubarkeit durch verschiedene Maßnahmen: Weber verzichtet auf den üblichen Klebemörtel, stattdessen werden die Dämmplatten mechanisch mit Schraubdübeln am Mauerwerk befestigt. Dank spezieller Mineralwollequalität passen sich die Dämmplatten besonders gut an den Untergrund an. „Mit Weber.Therm Circle vermeiden Bauherren die Einmalnutzung wertvoller Ressourcen und tragen zum Rohstoffkreislauf bei – ein zukunftsweisendes Premiumsystem für mehr Zero Waste beim Bauen“, sagt David Lasselsberger, Marketingund Vertriebsleiter bei Saint-Gobain Weber Terranova Österreich.

Familie komplett PCI Novoment Flow komplettiert die bekannte PCI-Novoment-Produktfamilie.

M

it PCI Novoment Flow stellt PCI Augsburg einen neuen Fließ­estrich-Fertigmörtel für selbstverlaufende Zementstriche vor. Dieser ermöglicht laut Hersteller einen zügigen Baufortschritt und eignet sich besonders gut für Böden, bei denen schnelle Beleg­reife gefordert ist. Des selbstverdichtende Verlauf des Fließ­ estrichs sorgt außerdem für eine homogene geschlossene Ober­ fläche, und das schwund- und verwölbungsarme Aushärten verhindert Folgeschäden wie Hohllagen, Aufschüsseln oder Risse in Fugen und F ­ liesen, und der Boden kann nach rund einem Tag mit ­Fliesen belegt werden. Außerdem ist PCI Novoment Flow unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Frosttausalz und damit sowohl für die Anwendung im Innen- als auch im Außenbereich mit Schichtdicken von 20 bis 80 Millimetern einsetzbar.


Planung & Ausführung 31 BAUZEITUNG 20 2020

Der Entwässerung Druck gemacht Das neue DSS-fähige Sita-Pipe-Edelstahl-Rohrsystem wurde für spezielle ­Anforderungen entwickelt.

D

as neue DSS-fähige Sita-Pipe-Edelstahl-Rohrsystem bietet eine gute Ergänzung im Sita-Portfolio und soll überall dort zum Einsatz kommen, wo spezielle Anforderungen zu erfüllen sind. Anders als UV-sensible PE-Elemente sind die wetter- und alterungsbeständigen Edelstahlrohre auch für den Außenbereich geeignet, sind widerstandsfähig gegen chemische Belastung sowie nichtbrennbar und erfüllen hohe Sicherheitsanforderungen. Neue Formteile und Abzweige ermöglichen es, die Anlagen optimal auszugleichen. Neue Sita-Pipe-Befestigungswinkel sollen systemtypische Bewegungen sicher abfangen. Das praktische Stecksystem ist einfach sicher zu verbauen und daher geeignet für kleine Anlagen. Auch der Verarbeiter genießt seine Vorteile: Auf die Baustelle kann er mit „leichtem Gepäck“ und ohne Elektroschweißgerät anreisen. Ebenso muss er nicht die Anschluss­stellen abschaben und diese im Anschluss verschweißen. Die Edelstahlrohre werden einfach ineinandergesteckt und in sensiblen Bereichen mit einer Sita-Pipe-Rohrschelle zusätzlich gesichert.

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Das neue Sita-­ Pipe-Rohrsystem für Druckentwäs­ serungsanlagen aus Edelstahl über­ zeugt auch optisch.

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Die neue Metabo Akku-Tauchkreis­ säge KT 18 LTX 66 BL verspricht starke Leistung und gro­ ßer Schnitttiefe.

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32 Fokus Tiefbau BAUZEITUNG 20 2020

Großprojekt im Untergrund

TEXT: THERESA KOPPER

VORARBEIT  Der Schacht Triester Straße wird später als Zugangs­ schacht für die Station und als Startschacht für die TVM-Vortriebe ­dienen.

E

s ist derzeit eines der Schlüsselprojekte der Verkehrsinfrastruktur in Wien: In den kommenden Jahren soll mit der U5 eine neue U-Bahn-Linie entstehen und die U2 gen Süden verlängert werden. Derzeit aber macht das Projekt vor allem wegen Verzögerungen beim Baufortschritt auf sich aufmerksam. Eigentlich sahen die ursprüng­ lichen Pläne vor, dass die neue U5 in der bisher fixierten Ausbaustufe bereits im Jahr 2024 zwischen Karls­ platz und der neuen Station Frankhplatz verkehrt. Ein Jahr später, im November 2018, gaben die Wiener Linien aber bekannt, dass sie einen großen Teil der Tiefbauarbeiten neu ausschreiben mussten. Ergebnisse gibt es bis dato noch nicht, der schwere Tiefbau konnte deshalb auch noch nicht gestartet werden. Die Vorarbeiten aber laufen längst – eine Zusammenfassung, was bisher geschah.

Was bisher geschah Als erster Schritt zur Verlängerung der U2 vom Schottentor zum Matzleinsdorfer Platz begannen 2018 die Bautätigkeiten in Form von Baufeldfreimachungen. Die von der Porr durchgeführten Arbeiten u ­ mfassten neben dem Abbruch von Geschäftsflächen an der Triester Straße auch diverse Einbautenumlegungen wie Strom, Gas, Wasser und Kanal. Zudem errichtete man direkt auf dem Matzleinsdorfer Platz ein sogenanntes Kollektorbauwerk, um die Umlegung bzw. Freimachung der drei Hauptwasserleitungen durch

die MA31 (Wiener Wasser) sicherzustellen. Die Innenabmessungen des L-förmigen Bauwerksgrundrisses weiten sich an seinem südlichen Ende auf eine Breite von etwa vier Meter auf, um Platz für den Pressrahmen für zwei anschließende Rohrpressungen zu schaffen. Zur Unterquerung der flach gegründeten nörd­ lichen Gürtelunterführungswand war es außerdem notwendig, zwei Stahlrohre im sogenannten „Horizontal-Pressbohrverfahren“ auf eine Länge von rund 10,5 Metern unterirdisch vorzutreiben. Als Zielschacht für die beiden Pressungen diente ein in der nördlichen Gürtelfahrbahn gelegener, runder Spritzbetonschacht.

Vorarbeiten Schacht Triester Straße Ebenfalls im Jahr 2018 wurde mit der Herstellung der Außenschale und der obersten Aussteifungs­decke des Schachtes Triester Straße begonnen, welcher s­ päter als Zugangsschacht für die Station sowie im Zuge der weiterführenden Bautätigkeiten als Startschacht für die T VM-Vortriebe dienen wird. Die Rohbaukonstruktion besteht aus einer umlaufenden, mehrfach ausgesteiften 1,2 Meter breiten Schlitzwand, die circa 55 Meter tief in den Untergrund einbindet. Aufgrund der großen Schacht­abmessungen sind im Schacht­ inneren Schlitzwandelemente zur Auflagerung der Aussteifungshorizonte notwendig. Die Herstellung erfolgte mittels einer klassischen Deckelbauweise, wobei im Zuge der Bauarbeiten vom September 2018 bis Oktober 2019 ausschließlich der Aushub und eine

Wiener Linien / Zinner

Die aktuelle Corona-Krise verzögert das Ausschreibungs-Chaos der neuen Wiener U-Bahn-Linie U5 weiter. Erste Tiefbau­ maßnahmen aber sind bereits abgeschlossen.


Fokus Tiefbau 33

randverstärkte Trägerrostdecke errichtet wurde. Die Trägerrostdecke liegt dabei jeweils im Mittelträger­ element auf provisorischen Schlitzwandelementen auf. Im Oktober 2019 erfolgte letztlich der Startschuss für die Arbeiten für das Abteufen des Schachtes. Die derzeit laufenden Arbeiten umfassen die Aushub­ arbeiten der Deckelbauweise, die Herstellung der Aussteifungshorizonte und den Einbau der Bodenplatte.Neben den Aushub- und Stahlbetonarbeiten sind auch begleitende Wasserhaltungsmaßnahmen erforderlich, die bis zur Fertigstellung der wasserdichten Innenschale betrieben werden müssen. Insgesamt sind bis zum Erreichen der Endaushubsohle zwei weitere definitive und ein provisorischer Aussteifungshorizont notwendig. Letzterer wird nach Einbringung der Bodenplatte wieder entfernt.

Vorarbeiten Schacht Margaretengürtel Ebenfalls im letzten Jahr wurden jene Spezialtiefbauarbeiten im Bereich des Schachtes Margaretengürtel der Station Matzleinsdorfer Platz durchgeführt, die im Zuge von bereits voravisierten GürtelfahrbahnEineng­ ungen in den verkehrsärmeren Sommer­ monaten abgeschlossen werden mussten. Die Arbeiten umfassten neben dem Düsenstrahlverfahren für die Unterfangung der nördlichen Stützmauer bzw. der Widerlagermauer der Gürtelunterführung auch die Errichtung einer Schlitzwandseite, die gleichzeitig als Fundierung für ein Rampenbauwerk fungieren soll. Der Schacht wird dabei mit einer Außenschale in Form einer 1,2 Meter breiten Schlitzwand gesichert. Lediglich die Südseite der Schlitzwand, die genau im Mittelstreifen der Gürtelunterführung ­situiert ist, wurde im Rahmen dieser Bauetappe hergestellt. Die geöffnete Stützkonstruktion im Mittelteil sitzt ­direkt auf der zuvor hergestellten Schlitzwand auf und schließt mit einer Fahrbahnübergangskonstruktion an die bestehende Unterführungsplatte an. In Richtung Westen wird die Umleitungsstrecke als trogförmiges Rampenbauwerk fortgesetzt, das nach einem entsprechenden Bodenaustausch flach ­gegründet wurde. Um in einer späteren Bauphase die in den Fahrtreppentunnel Nord ragenden Bohrpfähle zwischen der Unterflur-Straßenbahntrasse und der Stützmauer der südlichen Gürtelfahrbahn teilweise abbrechen zu können, mussten zur Lastübertragung vorab zwei Bohrpfähle hergestellt werden.

Ausblick Wann nach den Vorarbeiten mit dem schweren Tiefbau begonnen werden kann, ist derzeit noch unklar. Aktuell laufen die Verhandlungsverfahren. Nach Abschluss dieser ist als nächster Schritt im südli-

Wiener Linien

BAUZEITUNG 20 2020

APP  Mit der eigens entwickelten U2xU5-App können Interessierte mittels Augmented Reality einen Blick auf die künftigen Stationen werfen. Im Bild rechts ist die künftige Station Matzleinsdorfer Platz abgebildet.

chen Schacht Triester Straße der Aufbau der T VM ­(Tunnelvortriebsmaschine) geplant. Mit dieser werden die Streckentunnel beider Gleise der neuen U2 bis zur Station Neubaugasse aufgefahren. Dabei wird die T VM jeweils durch die schon errichteten Stationstunnelbereiche durchgezogen. Nach einer eingehenden Analyse sei das die wirtschaftlichste und sicherste Vorgehensweise, mit der sichergestellt werden kann, dass der Ausbruch sämtlicher Streckentunnel direkt am Matzleinsdorfer Platz abtransportiert werden können.  ◼

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34 Fokus Tiefbau

WASSERKRAFT  Das GKI erstreckt sich vom Stauraum Martina in der schweizerischen Gemeinde Valsot über die Wehranlage Ovella im ­österreichisch-schweizerischen Grenzgebiet bis zum Krafthaus nach Prutz.

Stromlieferant der Zukunft 2014 fiel der Startschuss für die Bauarbeiten des Gemeinschaftskraftwerks Inn (GKI), das nach einer achtjährigen Bauphase rund 400 GWh Strom aus Wasserkraft bereitstellen soll.

B

ereits in den Jahren 2016 bis 2018 war Keller Grundbau als Teil der Arge ST GKI Ovella an den Spezialtiefbaumaßnahmen zur Errichtung der Wehrbaugrube beteiligt. Mittels Großbohrpfählen und DSV-Zwickelausfachung bis in 50 Meter Tiefe wurde die rückverankerte Baugrubensicherung für die 16 Meter tiefe Wehrbaugrube hergestellt. Nach Fertigstellung der Betonbauarbeiten an der Wehr­ anlage wurde der Inn umgelegt, um die nötigen Voraussetzungen für den Bau des Einlaufbauwerks und des Dotierkraftwerks bzw. der vorgehenden Spezialtiefbaumaßnahmen zu schaffen. Die Spezialtiefbaumaßnahmen für den zweiten Bauabschnitt bestehen im Wesentlichen aus einer Baugrubensicherung sowie der Tiefgründung des Bauwerks. Die Baugrubensicherung für die Baugrube wird mittels Großbohrpfählen mit einem Durch­ messer von 120 Zentimetern hergestellt, wobei diese im oberen Bereich, der dem Inn direkt ausgesetzt ist, als überschnittene Bohrpfahlwand ausgeführt wird. Ab einer Tiefe von zehn Metern werden die Primärpfähle bis in eine Tiefe von 37 Metern bzw. bis zum anstehenden Felsen durch DSV-Zwickelsäulen mit 160 Zentimeter Durchmesser ersetzt. Für die Gründung des Bauwerks wurden ebenso Bohrpfähle des-

selben Durchmessers geplant. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einbindung der Pfähle in den kompakten Felsen. Zur Abtragung der Erdbebenkräfte zwischen Bauwerk und benachbartem Fels kam ein DSV-Block mit Säulendurchmessern von 160 bzw. 220 Zentimetern zur Ausführung.

HERAUS­FOR­ DERUNG  Für Mensch und Maschine waren die Pfahlarbeiten für das GKI mit einigen Schwierigkeiten verbun­ den, die man allerdings allesamt lösen konnte.

Keller Grundbau (2)

BAUZEITUNG 20 2020


Bauphase mit Unterbrechung Die Pfahlarbeiten wurden 2019 begonnen und im Februar heurigen Jahres der Firma Keller Grundbau GesmbH anvertraut, sodass im März mit der Durchführung der Arbeiten gestartet werden konnte. Der Komplexität und den Anforderungen der anstehenden Arbeiten ­bewusst, hat Keller die Baustelle in kürzester Zeit organisiert. Jedoch mussten die Arbeiten bereits in der Anfangsphase Covid-19bedingt für die Dauer eines Monats unterbrochen werden und konnten unter Berücksichtigung der behördlichen Auflagen erst nach Ostern wieder aufgenommen werden. Trotz aller Erfahrungen aus den auf dieser Baustelle geleisteten Arbeiten in den Vorjahren hat sich auch dieser Bauabschnitt bereits zu Beginn als Herausforderung für die Geräte des Unternehmens und alle beteiligten Personen herausgestellt. Für die Pfahlherstellung wurden zwei Großbohrgeräte vom Typ BG36 eingesetzt. Um Geräteschäden mit anschließenden Stillständen zu vermeiden, wurde besonderes Augenmerk auf den Zustand der Geräte und Werkzeuge bei Baustellenbeginn gelegt. Aufgrund dessen wurde ein Großteil der Gerätschaften neu angeschafft bzw. angemietet, um den straffen Bauzeitplan einhalten zu können.

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Logistische Herausforderung Wie anfänglich erwartet, waren die Bodenverhältnisse ähnlich den bereits beim ersten Bauabschnitt vorgefundenen. Durch eine kontinuierliche Aufbereitung der Bohrwerkzeuge vor Ort konnte dem übermäßigen Verschleiß, speziell beim Durch­örtern der Blöcke und Findlinge sowie bei der Felsein­ bindung, entgegengewirkt werden. Aufgrund des unregelmäßigen Felsverlaufs wurde ein Großteil der Bewehrungskörbe vor Ort adaptiert. Zum Teil gemuffte Bewehrungskörbe führten zu einem enormen Zeitaufwand. Nachdem im Juni die DSV-Arbeiten in Tag- und Nachtbetrieb begonnen wurden und somit die Platzverhältnisse noch weiter reduziert wurden, hat sich das Bauvorhaben mehr und mehr auch als logistische Herausforderung ­herausgestellt. Allen Herausforderungen zum Trotz konnten die Pfahl- und DSV-Arbeiten jedoch termingerecht im August fertiggestellt werden. Im Anschluss wurden noch die Brunnen zur Absenkung des G ­ rundwassers in der Baugrube hergestellt, sodass aktuell die ­In­­stallation der Wasserhaltung durchgeführt werden kann, damit diese in den kommenden Wochen in Betrieb genommen werden kann.  ◼

1860

40+

gegründet

Länder

6

190

Kontinente

Niederlassungen

11.000

7.000

Mitarbeiter

Projekte/Jahr

Keller Grundbau Ges.mbH

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36 Fokus Tiefbau BAUZEITUNG 20 2020

Anker zur Sicherheit Entlang der A10-Tauernautobahn bringt die Porr zwei alte Ankerwände auf den aktuellen Stand der Technik.

B

ei den Ankerungsarbeiten in bis zu 20 Metern Höhe werden Anker mit einer Gesamtlänge von mehr als 10.000 Metern verbaut. Die besondere Herausforderung stellen dabei die unterschiedlichen Untergrundverhältnisse in den Hängen der Ankerwände Hochmais und Frauenegg dar.

Hintergrund LUFTIGE HÖHEN  Für die Bohrungen in bis zu 20 Meter Höhe kam ein 60-Tonnen-Bagger mit Anbaulafette zum Einsatz.

Porr Spezialtiefbau (2)

Im Zuge der Bauwerkserkundungen im Jahr 2016 hat man an den 40 Jahre alten Wänden entlang der Autobahn A10 bautechnische Mängel festgestellt. Die zwischen den Autobahnanschlussstellen Knoten Pongau und Hüttau gelegenen Ankerwände Hochmais und Frauenegg entsprachen nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen. Im Frühjahr 2019 ­beauftragte die Asfinag deshalb die Porr mit der Sanierung der alten Ankerwände. Für die Sanierungsarbeiten wurden neue Verpress­ anker in Form von vorgespannten Litzen- und Stabdauerankern geplant – dafür mussten vertikale Stahlbeton-Lisenen der Ankerwand vorgesetzt werden, die für zusätzliche Verstärkung sorgen und die Vorspannkräfte der Anker über die Wand in den Untergrund übertragen. Um die wichtige NordSüd-Transit­verbindung während des laufenden Baustellenbetriebs aufrechterhalten zu können, wurde der Verkehr beider Richtungsfahrbahnen auf einer Fahrbahn zusammengeführt und durch verkehrssichernde Maß­nahmen getrennt.

Die in den 70er- und 80er-Jahren errichteten Ankerwände weisen teilweise Höhen von 25 Metern auf. Da die neu zu errichtenden Zusatzanker über die gesamte Wand verteilt zwischen den bestehenden Ankern situiert sind, war der Einsatz von entsprechendem Spezialgerät erforderlich.

Ankerwand Hochmais

HERAUSFORDERND Nach den Ankerbohrun­ gen wurden an der Anker­wand die verti­ kalen Lisenen betoniert.

Bei der 25 Meter hohen Ankerwand Hochmais hat die Porr die neuen Anker in drei Ebenen versetzt. Die unterste Ebene wurde mit einem Raupenbohrgerät hergestellt, für die darüberliegenden Anker war ein 60-Tonnen-Bagger im Einsatz, an dessen Arm eine Anbaulafette montiert war. So konnten auch die zu versetzenden Anker in bis zu 20 Meter Höhe gebohrt werden. Insgesamt wurden bei der Ankerwand Hochmais 167 Litzendaueranker mit einer Gesamtankerlänge von 4.615 Metern versetzt. Die einzelnen Anker sind bis zu 36 Meter lang und weisen eine Bruchlast von bis zu 2.790 Kilonewton auf.

Ankerwand Frauenegg In der elf Meter hohen Ankerwand Frauenegg wurden von der Porr neue Anker in zwei Ebenen versetzt. Die Bohrungen der unteren Ebene wurden ebenfalls mit einem Raupenbohrgerät hergestellt und in der darüberliegenden Ebene in bis zu neun Meter Höhe kamen zwei 20-Tonnen-Bagger mit Anbaulafette zum Einsatz. Insgesamt wurden bei der ­Ankerwand ­Frauenegg 234 Litzen- und Stabdaueranker mit einer Gesamtankerlänge von 5.023 Metern versetzt. Die einzelnen Anker sind bis zu 26 Meter lang und weisen eine Bruchlast von bis zu 2.232 Kilonewton auf.  ◼


Fokus Tiefbau 37 BAUZEITUNG 20 2020

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben Zwar wird die Vöbu Fair/ÖGT auf 2022 verschoben, dennoch gibt es auch im kommenden Jahr für die Geotechnikbranche zahlreiche Möglichkeiten zum Wissensaustausch und Netzwerken.

Vöbu

D

ie schlechte Nachricht für die Spezialtiefbaubranche zuerst: Auch die für Jänner 2021 angesetzte Doppelveranstaltung der Vöbu Fair und der Österreichischen Geotechniktagung ist nun Covid-19 zum Opfer gefallen. „Schweren Herzens haben wir uns entschieden, die Vöbu Fair/ÖGT 2021 um ein Jahr zu verschieben“, erklärt Thomas ­Pirkner, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Bohr-, Brunnenbau- und Spezialtief bauunternehmungen (Vöbu). „Ich freue mich aber sehr, dass wir mit dem 27. und 28. Jänner 2022 bereits einen neuen Termin finden konnten. Alle Aussteller haben bereits für 2022 ihre Stände reserviert, das Programm der ÖGT wird ebenfalls beibehalten.“ Aber auch ohne Vöbu Fair wird es im kommenden Jahr für die Bohr-, Brunnen- und Spezialtiefbauunternehmen genügend Möglichkeiten zum ­Wissensaustausch und Netzwerken geben. „Wir planen 2021 mehrere kleinere Seminare und Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern – dazu werden wir auch verstärkt in die Bundesländer gehen“, berichtet der Vöbu-Geschäftsführer. Die Inhalte sind breit­gefächert: Neben dem Stand der Technik von Bohrpfählen oder Schlitzwänden stehen auch Zukunftsthemen wie „Digitalisierung – auch ohne BIM“ oder rechtliche Schwerpunkte auf dem Programm.

Schweren Herzens müssen wir die Vöbu Fair/ÖGT um ein Jahr verschieben. Aber wir freuen uns schon jetzt, alle Besucher und Aussteller am 27. und 28. Jännner 2022 wiederzusehen. THOMAS PIRKNER, VÖBU

tragenden zusammengesetzt und jeden Themenblock evaluiert. Ein paar Inhalte wurden gestrichen und dafür andere wie zum Beispiel Digitalisierung, Personalführung, Rechnungswesen sowie ein Praxistag neu aufgenommen“, erklärt Pirkner. Zusätzlich wurde die Teilnehmer­anzahl auf 25 Personen reduziert, um die Lerngruppengröße zu optimieren. Eine Vorauswahl wird mithilfe eines Online-­Multiple-ChoiceTest getroffen. Neben den Vortragsblöcken haben die Teilnehmer des Bohrmeisterkurses außerdem die Möglichkeit, in einer eigens von der Vöbu konzipierten E-Learning-­ Plattform ihr Wissen im den einzelnen Themen­ bereichen zu festigen. „Auch die Abschlussprüfung wird neben dem Fachgespräch als Online-Multiple-­ Choice-Test stattfinden“, so Pirkner. „Damit haben wir nicht nur inhaltlich, sondern auch praktisch den Sprung ins Digitalisierungszeitalter geschafft.“  ◼

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Neunte OÖGTT: Livestream-Premiere

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Bevor aber ins nächste Jahr gestartet wird, wartet noch ein Fixpunkt auf die Österreichische Geotechnikbranche, denn am 22. Oktober findet der Oberösterreichische Geotechniktag, den die Vöbu jedes Jahr gemeinsam mit der Bauakademie OÖ und der IBBG veranstaltet, wie geplant statt. Aufgrund der beschränkten Teilnehmeranzahl ist die Veranstaltung in Steyregg bereits ausgebucht. „Wer keinen Platz mehr erhalten hat, kann aber die gesamte Veranstaltung mit dem heurigen Themenschwerpunkt ‚Erdbau‘ erstmals auch online in einem Live­ stream mitverfolgen“, so Thomas Pirkner. Dazu anmelden können sich Interessierte direkt auf www.voebu.at/de/seminare-kurse.

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Alles neu beim Bohrmeisterkurs Auf neue Beine gestellt wurde nach 25 Jahren auch der Bohrmeisterkurs. „Wir haben uns mit allen Vor-

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38 Fokus Tiefbau BAUZEITUNG 20 2020

Als Arbeitgeber top Tiroler Rohre wurde erneut von den eigenen Mitarbeitern als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet.

Tiroler Rohre Gm

bH

Tiroler Rohre er­ hielt erneut ein Qualitätssiegel in ­Sachen Mitarbeiter­ zufriedenheit.

eim „Top Company Award Tirol 2020“ konnte die Tiroler Rohre GmbH erneut überzeugen: Das Haller Traditionsunternehmen wurde auch in diesem Jahr mit dem Qualitätssiegel Certified Top Company ausgezeichnet. Dafür wurden alle 220 Mitarbeiter des Unternehmens mittels eines anonymisierten Befragungstools in sechs verschiedenen Kategorien befragt. In allen Bereichen ­liegen die Ergebnisse der TRM dabei weit über dem Durchschnitt und den geforderten Mindestwerten. Beeindruckend ist besonders, dass die Beteiligung an dieser freiwilligen Umfrage bei fast 94 Prozent lag. 77 Prozent davon stuften die Tiroler Rohre als ausgezeichneten Arbeitgeber ein. Zudem ergab die Umfrage, dass 83 Prozent der Beschäftigten eine Tätigkeit beim Unternehmen einem guten Bekannten empfehlen würden. Ebenfalls ging aus der Umfrage hervor, welche der zahlreichen gebotenen Benefits in der Belegschaft am besten ankommen. Dies sind etwa die flexiblen Arbeitszeiten, das selbstständige Arbeiten sowie das gute Arbeitsklima in den einzelnen Abteilungen.

Mall eröffnet neu

Im Einsatz bewährt

Auf die steigende Nachfrage nach ihren Lösungen reagiert Mall mit einem zusätzlichen Standort.

D V. l.: Henrik Zupanc, Karl Gasser, Heinz Schnabl und Robert Glabutschnig wer­ den künftig vom neuen Mall-Stand­ ort aus arbeiten.

Mall GmbH Austria

NEUBAU  Mit dem Bau einer neuen Osttrasse legt die Stadt Essen aktuell die ­Basis für ihr zukünftiges Fernwärmekonzept. ­Eines der drei Baulose wird durch die ­Düsseldorfer EBG Endler Bauunternehmung errichtet, die für die Stabilisierung der Rohrgräben auf Verbausysteme von TWF vertraut. In den drei Meter breiten und bis zu 2,5 Meter tiefen Gräben werden die jeweils zwölf Meter langen Fernwärmerohre stückweise aneinandergereiht und im sogenannten Fallnahtschweißverfahren miteinander verbunden. In ihrem Inneren befindet sich ein Stahlrohr mit 60 Zentimeter Durchmesser, das mit einer zehn Zentimeter starken Polyurethan-Dämmung ummantelt ist. „Wir haben seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit den Systemlösungen von TWF ­gemacht“, sagt Christian Endler, Geschäftsführer von EBG Endler. Das beginne mit den eigentlichen Verbauboxen und gehe weiter über die Sicherheitssysteme bis hin zu den Zaunelementen. „Wir haben hier im Baulos 3 konkret 50 TWF Verbauboxen mit jeweils drei Meter Länge im Einsatz, die wir mit einem Mobilbagger versetzen.“

B

ie Mall GmbH Austria hat in Rosegg, im Bezirk Villach-Land, ein neues Vertriebsbüro eröffnet, um von dort aus ihre Kunden in den südlichen Bundesländern schneller und besser betreuen zu können. Am neuen Standort arbeiten nun die Vertriebsleiter Heinz Schnabl und Karl Gasser für den Vertrieb in Salzburg und Ober­österreich, Robert Glabutschnig für das Angebotswesen in den ­Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Kärnten sowie ­Henrik Zupanc für technische Zeichnungen und den Bereich Pumpenund Anlagentechnik. Seit 2016 produziert die Mall GmbH Austria in ihrem Werk in Asten bei Linz Anlagen für die Regenwasserbewirtschaftung, Benzin- und Fettabscheider, Kläranlagen sowie Pumpen- und Anlagentechnik. Die seitdem stetig steigende Nachfrage nach den Gewässerschutzlösungen des Umweltspezialisten hat nun dazu geführt, dass ein zusätzlicher Standort in Kärnten eingerichtet wurde, um den Weg der Expansion in Österreich mit einer vergrößerten Vertriebsmannschaft fortsetzen zu können.


Fokus Tiefbau 39 BAUZEITUNG 20 2020

Durchbruch

Eine Kunststoffbaustraße vom Thyssenkrupp kam am Universitätsklinikum Tübingen zum Einsatz.

KRAFTWERKSBAU  Bei der Errichtung des Kleinwasserkraftwerks Utschbach in Bruck an der Mur stellte die Herstellung der Druckrohrleitung die Verantwortlichen vor eine große Herausforderung. Abhilfe schuf das horizontale Hammerbohrverfahren von ­Geo­nex. Anders als bei der Pressbohr­ methode, bei der Rohre ins Erdreich gedrückt werden, kommt beim Verfahren von Geonex ein Bohrkopf wie bei einer Tunnelbohr­ maschine zum Einsatz. Felsen und Erdreich werden dabei von einem pneumatisch betriebenen Hammer mit Bohrkopf und Ringkrone abgetragen. Über eine Förderschnecke in einem Stahlschutzrohr ist gleichzeitig die fertige Druckrohrleitung, die mittels Verbindung zum Bohrkopf mitgezogen wird, ­wodurch das Einbrechen von Hohlräumen verhindert wird. Das Zusammenfügen der konstant eingeführten Rohre erfolgt dabei mittels präziser Schweißverbindung.

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Sensibles Baufeld Aufgrund ihrer Werkstoffeigen­ schaften passen sich die Paneele auch bei schwieri­ gen Untergründen flexibel an.

A

b 2023 soll die Frauenklinik des Universitätsklinikum Tübingen einen neuen Anbau für Pränatal- und Kinderwunschambulanz erhalten. Um die Bettenkapazitäten im Vorfeld aufzustocken, wurden bereits im Juni 2020 zehn Module der Cadolto Modulbau GmbH für rund 20 Betten aufgestellt. Für den Schutz des in weiten Teilen unter Denkmalschutz stehenden Klinikgeländes setzte das Unternehmen auf die Kunststoffbaustraße von Thyssenkrupp Infrastructure. Sowohl bei der Anlieferung als auch bei der Positionierung des benötigten Mobilkrans konnten die Elemente ihre Vorteile ausspielen. Hierzu zählen neben einem niedrigen Gewicht bei gleichzeitig hoher Traglast auch die niedrigen Transport- und Verarbeitungskosten.

© Michael Nowy

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Bauen mit Herz und Verstand. Jedes Projekt ist anders und muss individuell geplant und ausgeführt werden. Das Können und der Einsatz jedes Einzelnen entscheiden hier über den Erfolg. Seit 150 Jahren steht die PORR für höchste Kompetenz in allen Bereichen des Bauwesens – denn Fachwissen, Engagement und Teamgeist machen sich immer bezahlt. porr-group.com


40 Baumaschinen BAUZEITUNG 20 2020

Fundieren mit Hightech Spezialtiefbau – Herausforderungen gehören hier zum Alltag. TEXT: WOLFGANG POZSOGAR

Liebherr

Fundierungsarbeiten für den Neubau der Neckertalbrücke bei Heilbronn: Das Drehbohrgerät Liebherr LB 45 musste per Ponton auf eine Insel gebracht werden.

FUNDEX 3500 VON IHC i+R ist eine der wenigen Firmen in Europa, die über ein solches Schwer­ gewicht mit rund 120 Tonnen Einsatz­gewicht verfügen.

dort zu prognostizierten Senkungen. Die horizontalen Bohrlöcher ermöglichen bei Bedarf Kompensationsinjektionen, um die Widerlager in diesem Bereich anzuheben“, erklärt Krottenhammer. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass das System funktioniert. Die Wiener Reichsbrücke wurde in diesem Bereich bereits ohne Probleme um acht Millimeter angehoben. Eine weitere Herausforderung brachte die Fundierung des Turms. Im Kernbereich wurden 450 Pfähle mit einem Durchmesser von 630 Millimeter 30 Meter tief abgetäuft. Dabei setzte man auf das Schneckenortbeton-Verfahren, da es im Vergleich zur der Rammund Bohrpfahltechnik wesentlich Lärm- und Erschüt-

I+R Spezialteifbau

A

m linken Ufer der Donau unmittelbar neben der Reichsbrücke entsteht derzeit ein neues Wiener Wahrzeichen: Danube Flats wird mit fast 180 Metern der höchste Wohnturm ­Österreichs werden. Bevor der Turm in die Höhe wachsen kann, wird derzeit unterirdisch Besonderes ­ geschaffen: das Fundament. Die Fundierung des Hochhauses neben Reichsbrücke, Kaisermühlentunnel und bestehendem Wohnhochhaus im geologisch s­ chwierigen Ufer­bereich der Donau ist eine Herausforderung: „In diesem Projekt steckt alles drinnen, was der ­Spezialtiefbau hergibt – Gurtungen mit max. Litzen­ ankerlasten, wasserdichte Injektionskammer für horizontale Hebungsinjektionen des Reichsbrückenwiderlagers, DSV-Schwergewichtsmauern, HDBV-­ Zwickelabdichtungen zwischen den Bohrpfählen, DSV-Lamellen, Nagelwände, VDW,- SOB - und Kellybohrpfähle und etliches mehr“, so i+R-Bau­leiter Adrian ­Krottenhammer von der Vorarlberger i+R-Gruppe, die mit den Spezialtiefbauarbeiten beauftragt ist. Eine Spezialität waren beispielsweise bis zu 45 Meter lange Bohrungen unter das Widerlager der Reichsbrücke: „Aufgrund der Dimensionen der Baugrube kann es dort zu Senkungen kommen. Die horizontalen Bohrlöcher ermöglichen bei Bedarf Kompensationsinjektionen, um die Widerlager in diesem Bereich anzuheben“, erklärt Krottenhammer. Aufgrund der Dimensionen der Baugrube kommt es


Baumaschinen 41

terungärmer ausgeführt werden kann. Als Bohrgerät wurde eine Fundex 3500 von IHC eingesetzt, eine der großen Maschinen des ­niederländischen Herstellers mit einem Einsatz­gewicht von rund 120 Tonnen. i+R ist eine der wenigen Firmen in Europa, die über eine solche Maschine verfügen. Die Turmfundierung waren im September abgeschlossen. Derzeit werden im Wohn- und Plaza­bereich des Projekts rund 300 Pfähle mit einer Tiefe von 18 Metern und einem Durchmesser von 90 Zentimetern abgeteuft. Daneben gab es noch eine Reihe weiterer interessanter Spezialtiefbauarbeiten wie Injektionskammer inkl. Grundwasserhaltung zur Absenkung des Wasserstandes. Für diese Arbeiten wurden Kellybohrpfähle und Brunnen mit einem Großdrehbohrgerät BG 28 H von Bauer eingesetzt. Bis Weihnachten sollen sämtliche Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein. Für Bauleiter Krottenhammer bleibt dann die Erinnerung an ein außergewöhnliches Projekt: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich je nochmals so eine große Aufgabe wie hier haben werde“, resümiert er.

Herausfordernde Fundierungen Ein herausforderndes Projekt hatte auch die dänische Tochtergesellschaft der Bauer Spezialtiefbau im aktuellen Jahr in Kopenhagen auszuführen. Für die Tief­ garage „Operaparken“, die auf einer Insel im ­Hafen der dänischen Hauptstadt neben der königlichen Oper ­gebaut wird, schafft Bauer eine zweilagig rückver­ ankerte Schlitzwand als permanente Außenwand. Insge­samt werden 6.600 Quadratmeter Schlitzwand mithilfe eines Bauer MC 96, ausgestattet mit einer BC 48 Fräse, und eines Bauer MC 76, ausgestattet mit einem Seilgreifer, hergestellt. Die Herausforderung dabei sind harte Flint-Schichten sowie eine Vielzahl an Hindernissen im ­Boden. Die Baustelle liegt zudem in direkter Nachbarschaft zu Kopenhagens teuerster Wohnlage, weshalb auch die Geräusch- und Staubent­ wicklung strengen Vorgaben unterliegt.

Bauer Spezialtiefbau

BAUZEITUNG 20 2020

OPERAPARKEN Die dänische Tochtergesell­ schaft der Bauer Spezial­ tiefbau errichtet auf einer Insel im Hafen von Kopenhagen 6.600 Qua­ dratmeter Schlitzwand.

Schwimmender Transport Interessant aufgrund der Bedeutung des Infrastrukturbauwerks waren auch Fundierungsarbeiten für den Neubau der Neckertalbrücke bei Heilbronn. Die Brücke, die 2022 dem Verkehr übergeben werden soll, ist Teil der stark befahrenen Autobahn A6, die Paris und Prag verbindet. Auch hier gab es Herausforderungen: So musste das Bohrgerät – eine neue LB 45 von Liebherr – per Ponton auf die rund 100 Meter vom Ufer entfernte Neckarinsel transportiert werden. In den sechsmonatigen Bohrpfahlarbeiten erstellt Hochtief 106 Gründungspfähle im Kellybohrverfahren mit Bohrschnecke und Felseimer. Dabei verbaut das Unternehmen 170 Tonnen Stahlbewehrung und 2.000 Kubikmeter Beton. Die Pfähle sind durchschnittlich 11,5 Meter tief und haben einen Durchmesser von 1,5 Meter. In Abhängigkeit von Felshärte und Bohrtiefe benötigte Hochtief rund zwei Stunden für einen Pfahl. Inklusive Betoniervorgangs konnten so 2,5 Pfähle pro Tag erstellt werden. Zu diesem schnellen Baufortschritt hat die LB 45 von Liebherr wesentlich beigetragen. Das Gerät wurde im Vorjahr auf der Bauma als erstes einer neuen Bohrgerätegeneration vorgestellt. Die Maschine ist Nach-

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42 Baumaschinen BAUZEITUNG 20 2020

Liebherr

Zero Emission beim Bohren

folger des LB 36. Mittlerweile sind drei weitere Drehbohrgeräte mit den Features der neuen Generation erhältlich, und zwar die Modelle LB 35, LB 30 und LB 25. Sie ersetzen die LB 28, LB 24 und LB 20. Die Zahlen der neuen Modellbezeichnungen geben die tatsächlichen Leistungen der Geräte wider, erläutert ­Liebherr-Marketingchef Wolfgang Pfister: „Die LB 25 beispielsweise hat ein Drehmoment von 25 Metertonnen oder 250 Kilonewtonmeter.“

DIGITALE LÖSUNG Die in die Liebherr-Steue­ rung des Seilbaggers inte­grierte Vertikalitäts­ messung sorgt für höchste Prozesssicher­ heit beim Ausbau der Münchner Schnellbahn.

Mehrwert durch Digitalisierung

Praxistauglichkeit im Fokus

Liebherr

Ein wichtiges Thema bei Liebherr sind digitale ­Lösungen für das Arbeiten mit Geräten im Spezialtiefbau. „Es gibt beim Bau kaum einen Bereich, wo ­Digitalisierung eine so große Rolle spielt und einen so großen Mehrwert bietet wie hier“, meint ­Pfister. Das Baugeschehen spiele sich hier unterhalb der Erd­ oberfläche ab, der Dokumentationsbedarf sei deshalb extrem hoch. Liebherr hat bereits eine Reihe von ­Systemen und Tools für Datenerfassung, Datenübertragung und Datenmanagement entwickelt. Die jüngste Lösung nennt sich Lipos, „ein Posi­ tionierungssystem, das ein sehr gutes Beispiel für die Digitalisierung und Automatisierung auf der Baustelle ist“, erklärt Pfister. Lipos ermöglicht nahezu vollständig autonome Bohr- und Rammarbeiten und sorgt damit für Effizienz und hohe Präzision. Auf Basis digitalisierter Bohrpfahldiagramme und der Signale der US-amerikanischen GPS- und der russischen ­Glonass-Satelliten steuert die Maschine das Bohrloch mit einer Toleranz im Millimeterbereich an. Neben Lipos gibt es weitere digitalen Lösungen, um viele andere Details zu dokumentieren oder Arbeiten präzise zu steuern. Derzeit arbeitet Liebherr an myJobsite: „In diese Lösung werden wir alle Assistenzsysteme integrieren, myJobsite soll künftig komplette Baustellenplanung und -abwicklung digitalisieren und erleichtern“, verspricht Wolfgang Pfister.

Einen Schritt in die Zukunft auf anderer Ebene setzt Liebherr mit dem Drehbohrgerät LB 16 unplugged. Diese erste Maschine, die ihre Energie aus einem Akku bezieht, stellte das Unternehmen im Vorjahr auf der Bauma vor. Mittlerweile wurden weitere zwei Geräte produziert. Eines haben die Bauunternehmen NCC und Hercules Fundamentering für das Stadtbahn­ projekt Mindemyren in Bergen im Einsatz. Für Liebherr ist die Entwicklung dieser Technologie ein Projekt mit Zukunft, in das auch andere Baureihen einbezogen werden, erzählt Pfister: „Das Thema Zero Emission wird für Arbeiten im innerstädtischen Bereich immer wichtiger.“ Schon heute finden sich in Ausschreibung Forderungen in diese Richtung. „Der Trend ist da, es ist nur eine Frage von wenigen Jahren, bis Zero Emission vorgeschrieben sein wird“, so Pfister. Roger Skoglie, als Projektleiter des Entwicklers Bybanen Utbygging für das Stadtbahnprojekt ­Mindemyren in Bergen verantwortlich, bestätigt in einem Gespräch mit „Business-Portal Norwegen“ die Aussage des Liebherr-Managers: „Es gibt viel Wett­bewerb beim Bau von Bybanen, wir arbeiten sowohl in der Beschaffungsphase als auch im Bauprozess aktiv daran, Auftragnehmer zu finden, die sich um die Verbesserung der Umwelt bemühen.“ Der Markt nehme positiv wahr, dass der Entwickler hohe Anforderungen an die eingesetzten Maschinen stelle, meint Skoglie.

Es gibt auf der Baustelle kaum einen Bereich, wo Digitalisierung eine so große Rolle spielt und einen so großen Mehrwert bietet wie hier im Spezialtiefbau. WOLFGANG PFISTER, LIEBHERR

Liebherr hat bei elektrischen Lösungen für Spezialtiefbaumaschinen derzeit die Nase vorn. Aber auch die anderen Hersteller haben diese Technik im Fokus. Bei Bauer ist man ebenfalls der Überzeugung, dass der Elektrifizierung von Baumaschinen künftig eine noch stärkere Bedeutung zukommen wird: „Sie ist und bleibt deshalb ein zentraler Baustein unserer Entwicklungsroadmap“, heißt es dazu aus der Konzernkommunikation des Unternehmens. Als ­Hersteller und Betreiber möchte man Zukunftstrends aktiv mitgestalten und in alternative Antriebslösungen investieren, „aber nur dann, wenn sie funktionieren und für die Anwendung in der Praxis geeignet sind“, wird betont. Erfahrungen mit elektrischen Antrieben hat Bauer schon gesammelt. So gibt es eine Fräseinheit auf Basis des Seilbaggers MC 96 mit ­einem 550-kW-Elektroantrieb, die allerdings per Kabel mit Strom versorgt wird. Sennebogen hat bereits Seilbagger als kabelgebundene Elektromaschinen ausgeführt. Aber die Verkaufszahlen sind noch sehr gering. Ganz anders sieht es bei den Umschlagmaschinen von Sennebogen aus, die seit Jahrzehnten in wachsenden Stückzahlen als Elektrovarianten erfolgreich im Markt etabliert sind.  ◼


Baumaschinen 43 BAUZEITUNG 20 2020

Ein weltweiter Standard

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ototilt und Steelwrist stehen global betrachtet für rund 50 Prozent Marktanteil bei automatischen Schnellwechslern. Nun sind die beiden schwedischen Unternehmen eine Kooperation eingegangen und präsentierten mit Open-S einen offenen Standard für vollautomatische Schnellwechsler. „Offene Standards erleichtern unseren Alltag, ganz gleich ob bei Netzsteckern, PC-Ports oder Bagger­ schnellwechslern“, so Stefan Stockhaus, CEO bei ­Steelwrist AB. „Open-S basiert zudem auf dem bereits etablierten und unabhängigen Standard für Schnellwechsler, dem S-Standard.“ Ziel der Initiative ist es, einen Standard zu schaffen, der von möglichst vielen Herstellern genutzt wird und somit dem Endkunden die größtmögliche Freiheit bei der Wahl seiner Ausrüstung lässt. „Da wir uns darauf verständigt haben, wie die Produkte gekuppelt werden sollen, haben die

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Kunden die freie Wahl aus dem Sortiment der beteiligten Hersteller“, erklärt Rototilts CEO Anders Jonsson. Der Standard ist abwärtskompatibel, auch altes Gerät kann weiterhin problemlos genutzt ­werden. Um den Open-S-Standard unabhängig zu positionieren, wurde mit der Open-S-Alliance eine unabhängige Organisation geschaffen, die den Standard definiert sowie verwaltet und von einem Gremium aus Technikern der Mitgliedsunternehmen geführt wird. Derzeit sind das die Hersteller Steelwrist und Rototilt, das soll aber nicht lange so bleiben. Die Allianz steht neuen Mitgliedern offen. „Es sind alle ernstzunehmenden Branchenakteure willkommen, die an den Nutzen eines gemeinsamen Standards glauben“, stellt Stockhaus fest. „Wir sind bereits im Gespräch mit weiteren Herstellern, die den Standard anwenden möchten.“  ◼

Open-S

Open-S soll Bedienern die Sicherheit geben, dass alle Bagger-­Schnellwechsler, Schwenkrotatoren und Anbaugeräte ­herstellerübergreifend kompatibel sind.

FREIE WAHL  Der OpenS-Standard basiert auf drei Säulen: auf der Frei­ heit für den Endkun­ den bei der Wahl sei­ ner Ausrüstung, auf den passenden Sicher­ heitslösungen und auf einem kontinuier­ lichen technologischen ­Fortschritt.


44 Baumaschinen BAUZEITUNG 20 2020

Abbruch in Etappen Ein neuartiges, wirtschaftliches Verfahren hat Fischer Weilheim für den Teilabbruch eines Stadtbahntunnels entwickelt.

F

Teilabbruch eines Stadtbahntunnels in Stutt­ gart: Ganze Arbeit leisten die Experten von Fischer Weilheim mit Kemroc-Geräten.

Unter Tage

Premiere in Mini

AUTOMATISCH  Sandvik

stellte sein neues AutoMine-Konzept zur Bergbauautomatisierung vor. Das voll funktionsfähige und autonome AutoMine-Konzept-Fahrzeug b ­ asiert auf den neuesten Technologien und ist mit neuen Sensorfähigkeiten sowie künstlicher Intelligenz zur Verbesserung des Bergbaubetriebs ausgestattet. Es nimmt seine Umgebung und Umwelt in 3D wahr und reagiert in Echtzeit flexibel auf alle ­Herausforderungen.

Kuhn stattet erstmals Komatsu-Minibagger mit Topcon-3D-Steuerung aus.

D Einsatz im ­Burgenland: der PC80MR-5 von Komatsu inklusive der modernen 3D-Steuerung X-53i von Topcon im Einsatz für den Bau des neuen Kranken­ hauses in Oberwart.

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ie Schermann Erdbau- und Recycling GmbH setzt beim Neubau des Krankenhauses in Oberwart aktuell den K ­ o­matsu-Bagger PC80MR-5 ein, den sie bei Kuhn erworben hat. Das Besondere daran: Das wendige Acht-Tonnen-Gerät wurde mit der Topcon-3D-Steuerung X-53i ausgestattet. „Ein bestimmter Bauabschnitt beim Kranken­haus ist nur mit einem Kompaktbagger bis zu acht Tonnen zu bewältigen – deshalb war die 3D-Steuerung eine Voraussetzung für uns“, erzählt Peter Schermann, Geschäftsführer der Schermann Erdbau- und Recycling GmbH. „Sie funktioniert einmalig, und wir sind sehr zufrieden damit.“ Das von der Firma Schermann eingesetzte 3D-Baggersystem macht den Aushub an komplexen Neigungen und das Baggern ohne Sicht leicht. Die Löffelbewegungen werden auf dem Screen in Echtzeit dargestellt, sodass der Fahrer alle Daten sehen kann, um exakt auf Soll zu kommen. „Die clevere Software ermöglicht unabhängiges Arbeiten, indem der Bedienende sieht, wo es zur nächsten Achse geht und wie tief er baggern muss“, erklärt Jürgen Mandl, Experte für Baumaschinensteuerungen bei Kuhn.

Kemroc (3)

stärke, um sie im Anschluss mit dem Kemroc Schneidrad DMW 220_1000 in der entstandenen Vertiefung von oben nach unten durchzuschneiden. Das wurde wiederholt, bis ein einzelnes Betonsegment freigelegt wurde. Dieses Segment wurde oberhalb der Bodenplatte mit Bagger und Hydraulik­ hammer geschwächt und zu Boden geklappt. Daraufhin wurde anhaftendes Erdreich, die Abdichtungsschicht und das Ziegelmauerwerk einzeln separiert. Schließlich konnte das freigelegte Betonstück so weit zerkleinert werden, dass das Material aus der Baugrube beförderte werden konnte.

ür das Stuttgart 21 wurde auch der Stadtbahntunnel Schillerstraße umgebaut. Um zu vermeiden, dass es beim Abbruch zu einer Vermischung der Materialien kommt, entwickelte Fischer zusammen mit Otmar Riester, Handelsvertreter für Kemroc, ein innovatives, segmentweises Arbeitsverfahren: Der Abbruch erfolgte mit einem angemieteten Tunnelbagger Liebherr R950 als Schlüsselmaschine, Hammer und Schere sowie zwei Kemroc-Anbaufräsen. Damit wurden die Tunnelwände etappenweise in einzelne Segmente geschnitten, umgeklappt und weiterverarbeitet. Zunächst verjüngte der Baggerfahrer mit der Querschneidkopffräse Kemroc KR 165 die Betonwand auf einem senkrechten, 150 cm breiten Streifen auf rund 100 cm Wand-


Service 45 BAUZEITUNG 20 2020

APP DER AUSGABE

Digitaler Baustellencheck

Illustration: butjabutja.com / Getty Images

P

apierformulare in dicken Akten – für viele ein Graus bei der umständlichen, teilweise zeitintensiven Suche nach älteren Dokumenten. Abhilfe kann die Firstaudit-App schaffen. Sie integriert Ihre Checklisten, Datenerfassungen und Dokumentationen in digitaler Form in Ihren betrieblichen Alltag und sorgt bei Inspektionen, Wartungen, Maintenance und Befragungen für einen effizienten und anwenderfreundlichen Workflow. Völlig ohne Programmierkenntnisse erstellen Sie so mithilfe des einfach aufgebauten Firstaudit-Portals Ihre Checklisten und Formulare. Diese können Sie schließlich über die Auftragsverwaltung den verschiedenen Tablets oder Mobiltelefonen zuweisen. Ganz gleich, ob iOS, Android oder Windows: Auch gemischte Plattformen und Geräte sind nutzbar. Download unter: www.firstaudit.de

Sicher unterwegs dank Computersimulationen Die überarbeitete ÖNorm EN 16303 „Rückhaltesysteme an Straßen – Validierungs- und Nachweisverfahren für die Nutzung von Computersimulationen bei Anprallprüfungen an Fahrzeug-Rückhaltesystemen“.

I

n Europa ist beinahe die Hälfte aller tödlichen Verkehrsunfälle auf ein Abkommen von der Fahrbahn zurückzuführen, sei dies durch den Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug oder den Absturz von Brücken bzw. über Böschungen. Fahrzeug-Rückhalte­systeme – das können abweisende (Stahlschutzplanken, Schutzwände) oder auffangende Schutzeinrichtungen (Anpralldämpfer) sein – reduzieren das Risiko für solche Vorfälle und tragen somit einiges zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei. Ihre Qualität muss regelmäßig durch sogenannte Anprallprüfungen kontrolliert werden. Diese sind oft zeit- und kostenintensiv, weswegen immer mehr auf alternative Untersuchungsmethoden wie numerische Simulation gesetzt wird. Die ÖNorm EN 16303 bietet eine Grundlage für den Einsatz von Computersimulationsprüfungen, um den Fahrzeuganprall gegen Fahrzeug-Rückhaltesysteme nachzustellen.

Glaubwürdigkeit einer Simulation Eine wichtige Frage bei Simulationen ist, wie verlässlich durch sie gewonnene Erkenntnisse tatsäch-

lich sind. ÖNorm EN 16303 legt nicht nur Verfahren zur Entwicklung numerischer Modelle fest, sondern sichert auch die Glaubwürdigkeit der erzielten Ergebnisse. Denn sie bietet Möglichkeiten zu deren Verifizierung. Ebenso gibt sie Anforderungen an ihre Genauigkeit. Die Bestimmungen sind umfassend: Sie reichen von der Modellierung des Fahrzeuges und des Rückhaltesystems über die konkrete Prüfmethodik und den Prüfungsumfang bis hin zum Bericht. Zu guter Letzt gibt sie Anhaltspunkte, die helfen, die Kompetenzen einer zuständigen Organisation oder eines Experten sicherzustellen.

Ergänzende Normen Die Norm bezieht sich auf EN 1317 und EN 12767, die Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrzeug-Rückhaltesysteme festlegen. Diese beiden Normen sind ergänzend anzuwenden. Allgemeine Anforderungen an Rückhaltesysteme sind jedoch nicht Gegenstand der Norm, es geht ausschließlich um Prüfungen via Computersimulation.  ◼

BIBLIOGRAFIE ÖNorm EN 16303 Aus­gabe 2020 10 01 Rückhaltesysteme an Straßen – Validierungsund Nachweisverfahren für die Nutzung von Com­putersimulationen bei Anprallprüfungen an Fahrzeug-Rück­halte­ systemen ÖNorm EN 1317:2010 Rückhaltesysteme an Straßen ÖNorm EN 12767:2019 Passive Sicherheit von Tragkonstruktionen für die Straßenausstattung — Anforderungen und Prüfverfahren


46 Service BAUZEITUNG 20 2020

Begrenzung von Pönalen Gemäß § 1336 Abs 3 S 1 ABGB kann zusätzlich zu einer Vertragsstrafe ein die Vertragsstrafe übersteigender Schaden geltend gemacht werden. Dabei handelt es sich jedoch um dispositives Recht. TEXT: CHRISTOPH GAAR

MPLAW

D ZUM AUTOR

MAG. CHRISTOPH GAAR ist Juniorpartner bei Müller Partner Rechtsanwälte Rockhgasse 6, A-1010 Wien

www.mplaw.at

ie Pönale – auch Vertragsstrafe oder Konventionalstrafe – ist die Vereinbarung eines pauschalierten Schadenersatzes für den Fall der Nichterfüllung oder der Schlechterfüllung, insbesondere des Verzugs. Die Pönale ist in § 1336 ABGB Abs 1 ABGB geregelt, auch die ÖNorm B 2110 enthält in Pkt 6.3.5 eine Regelung zur Pönale. Die Pönale gleicht Nachteile aus, die dem AG aus der Vertragsverletzung des AN entstehen können. Weiters dient die Vereinbarung einer Pönale der Verstärkung der vom AN übernommenen Verpflichtung, da mit ihr auf den AN zusätzlicher Erfüllungsdruck ausgeübt wird. Der Vorteil für den AG bei Vereinbarung einer Pönale liegt darin, dass sie aufwendige Beweis­ führungen hinfällig macht, da aufgrund der Pauschalierung des Schaden­ersatzes nicht festgestellt werden muss, ob und in welcher Höhe ein Schaden eingetreten ist. Der Inhalt einer Pönalregelung ist durch Vertragsauslegung zu klären, richtet sich also nach dem Wortlaut und der Parteienabsicht, subsidiär der Übung des Verkehrs.

Höhere Schadenersatzforderung Der Gläubiger kann gemäß § 1336 Abs 3 ABGB ­neben der Pönale den Ersatz eines diese übersteigenden Schadens geltend machen. Diese R ­ egelung stellt aber dispositives Recht dar. Die Vertrags­parteien k ­ önnen die Möglichkeit, einen die Konven­tionalstrafe übersteigenden Schaden geltend zu machen, auch beschränken bzw ausschließen. Die Beurteilung, ob und unter welchen ­Voraussetzungen ein übersteigender Schaden nach § 1336 Abs 3 ABGB zu ersetzen ist, hängt dann von der Auslegung der zugrundeliegenden Vertragsbestimmung im Einzelfall ab.

OGH 24.01.2020, 8 Ob 119/19m Der OGH setzte sich in der Entscheidung 8 Ob 119/19m mit der Frage auseinander, ob eine Beschränkung der Pönale einen darüber hinausgehenden Schadenersatz ausschließt. In der k ­ onkreten Entscheidung wurde ein Unternehmen als GU mit der Errichtung einer Wohnhausanlage betraut. Der GU beauftragte ein weiteres Unternehmen als Subunternehmen (SUB) mit der Anfertigung und Montage der Türen beim BVH. Als pönalisierter Fertigstellungs­

termin war zwischen GU und SUB der 16.02.2015 vereinbart. Die Auftragssumme des Werkvertrags zwischen GU und SUB belief sich auf rund EUR 120.000,00. Es war ein voraussichtlicher Leistungszeitraum von September 2014 bis November 2014 vereinbart, sowie eine Pönale für „Zwischen­termine und Endtermin“ von 0,5 Prozent der Vertragssumme je Kalender­tag, maximal jedoch fünf Prozent der Auftragssumme. Der SUB hat die Leistung erst am 25.03.2015 abgeschlossen und deswegen konnte der GU das Bauvorhaben erst am 23.04.2015 übergeben. Der Bauherr zog dem GU folglich die vereinbarte Pönale von EUR 180.000,00 von seiner Schlussrechnungssumme ab. Der GU zog seinerseits dem SUB die vereinbarte Pönale ab und forderte weitere EUR 180.000,00 als Schadenersatz für den Pönalabzug, den der GU von Seiten des Bauherrn hinzunehmen hatte. Der OGH entschied, dass im konkreten Fall die Streitteile einerseits einen Pauschalbetrag pro Tag des Leistungsverzugs des SUB, andererseits einen Höchstbetrag der Pönale im Ausmaß von fünf Prozent der Auftragssumme vereinbart haben. Eine solche Begrenzung dient offenkundig dazu, für den Leistungspflichtigen Rechtssicherheit in Bezug auf die Höhe der allenfalls drohenden Vertragsstrafe zu schaffen. Die über die vereinbarte Pönale geforderte Schadenersatzfor­ derung wurde im konkreten Fall sohin abgewiesen, da als Grenze des allfälligen Schadenersatzes fünf Prozent der Auftragssumme vereinbart war.

Fazit Sofern die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart haben, kann der Gläubiger einen die Pönale übersteigenden Schaden geltend machen. Ob und unter ­welchen Voraussetzungen ein übersteigender ­Schaden zu ersetzen ist, hängt dann von der Auslegung der zugrunde liegenden Vertragsbestimmung im Einzelfall ab. Im konkreten Fall wurde der zu ersetzende Schaden mit fünf Prozent der Auftragssumme begrenzt. Es ist sohin ratsam allfällige Pönalabsprachen stets genau zu besprechen um allfällige Streitigkeiten vorab aus dem Weg zu räumen. Zusätzlich ist wichtig, Pönaleregelungen der unterschied­ lichen Verträge aufeinander abzustimmen.  ◼


Service 47 BAUZEITUNG 20 2020

Verurteilungen und Verdachtsfälle Der Umgang mit Unternehmern, die im Verdacht verbotener Absprachen stehen, ist von Auftraggeber zu Auftraggeber unterschiedlich. TEXT: THOMAS KURZ

Kontrolle durch eine Überwachungsbehörde Die aktuellen EU-Vergaberichtlinien, die von allen Mitgliedstaaten umzusetzen sind, enthalten den Satz: „Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Anwendung der Vorschriften für die öffentliche Auftragsvergabe überwacht wird.“ (Art. 83 Abs. 2 RL 2014/24/EU, Art. 99 Abs. 2 RL 2014/25/EU). Dieser Satz wurde unterschiedlich interpretiert. Manche meinten, dass es eine „Sonderbehörde“ geben müsse, die die Vergabe von Aufträgen auch von Amts wegen – und nicht nur auf Antrag eines interessierten Unternehmers – kontrolliert. Es gab daher Diskussionen, ob man nicht eine Art von „Vergabe-Staats­ anwalt“ einrichten müsse. Im BVergG wurde das aber nicht umgesetzt. Der EuGH hat in der genannten Entscheidung nun – anhand eines Falles in Ungarn, wo eine erweiterte Zuständigkeit zur Überwachung besteht – ausgesprochen, dass die EU-Vergaberichtlinien die Einrichtung einer solchen Behörde zwar erlauben, aber nicht vorschreiben. Es bleibt also im Belieben jedes Mitgliedsstaates, ob er eine solche Behörde einrichten will. Aktuell gibt es in Österreich nur noch in Kärnten (Ombudsstelle) und in Niederösterreich (Schlichtungsstelle) zusätzliche Einrichtungen, an den sich Unternehmer oder auch andere ohne großen Aufwand mit einer Beschwerde wenden konnten. Diese Einrichtungen haben aber keine Möglichkeit, eine Entscheidung zu ändern oder aufzuheben, sondern können nur die Sache prüfen und eine für den Auftraggeber unverbindliche Empfehlung aussprechen.

Antragsrechte zur Kontrolle der Auftragsvergaben In Österreich beschränkt sich eine effiziente Überwachung daher auf etwaige Anträge beteiligter Unternehmer. Antragsberechtigt sind nur Unternehmer, die bescheinigen, dass sie durch eine rechtswidrige Entscheidung selbst einen Schaden erlitten haben oder erleiden könnten, und die den Auftrag im eigenen Namen erhalten wollen. Daher sind etwa Subunternehmer oder Lieferanten ebenso wie Interessenverbände oder Kammern nicht antragslegitimiert (Überwachungs- oder Antragsrechte von Interessenvertretungen wurden im Laufe der letzten 20 Jahre immer wieder erfolglos gefordert). Die Hürden für diese Anträge sind recht hoch. Die (nicht wenig komplizierten) Anträge müssen formal und inhaltlich vollständig bei der zuständigen Behörde eingebracht werden, und zwar innerhalb sehr kurzer Fristen (in den meisten Fällen zehn Tage nach der jeweiligen Entscheidung des Auftraggebers, die angefochten wird). Überdies ist das Vergabever­ fahren in mehrere Abschnitte („gesondert anfechtbare Entscheidungen“) unterteilt: Wenn eine Entscheidung nicht rechtzeitig angefochten wird, wird sie grundsätzlich (außer in sehr krassen Ausnahmefällen) „bestandsfest“ und kann trotz Rechtswidrigkeit nicht mehr in Zweifel gezogen werden. Zusätzlich sind vor Antragstellung hohe Pauschalgebühren an das Gericht zu überweisen. Die Höhe ist je nach Verfahren sehr unterschiedlich, beträgt aber durchschnittlich einige Tausend Euro. Zumindest diese Pauschalgebühren (im Unterschied zu den Anwaltskosten) erhält der anfechtende Unternehmer aber vom Auftraggeber ersetzt, wenn sein Antrag (zumindest teilweise) erfolgreich ist.

Sonstige Kontrollen Daneben gibt es noch einige nachprüfende Kon­ trollstellen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten. Diese Kontrollen ändern aber typischerweise (außer in Ausnahmefällen) nichts an einem bereits vergebenen Auftrag. Zu diesen Kontrollen gehören etwa Vertragsverletzungsverfahren vor dem EuGH oder auch Überprüfungen durch den Rechnungshof.  ◼

Heid und Partner

W

er kontrolliert, ob Auftragsvergaben nach dem Bundesvergabegesetz 2018 (BVergG) gesetzmäßig erfolgen? Diese Kontrolle liegt weitgehend in den Händen der Unternehmer, die solche Aufträge erhalten wollen. Wenn sich kein Unternehmer beim zuständigen Verwaltungsgericht beschwert, dann kann die Vergabe grundsätzlich nichts aufhalten. Theoretisch könnte das auch anders sein, aber der österreichische Gesetzgeber hat sich für dieses „schlanke“ Kontrollmodell entschieden. Der EuGH (26.3.2020, C-496/18 und C-497/18) hat klar­ gestellt, dass dies nicht gegen EU-Recht verstößt.

ZUM AUTOR

RA MAG. THOMAS KURZ ist Rechtsanwalt bei Heid und Partner ­Rechts­­­anwälte GmbH, Kundmanngasse 21, A-1030 Wien www.heid-partner.at


48 Service BAUZEITUNG 20 2020

Kalender Kulturtipp

OKTOBER

19. 10. 2020 – 24 .03. 2021

Johann Jaritz

Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum/zur FacharbeiterIn am 2. Bildungsweg – Abendschule www.wien.bauakademie.at

Die Oberfläche der Erde ist endlich. Ein sorgloser Umgang mit dieser Ressource hat in den vergangenen Jahrzehnten Gestalt und Funktion unserer Städte und Dörfer massiv verändert. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe und steigender Wohnungspreise stellt sich das Az W in seiner Ausstellung „Boden für Alle“ die Frage, ob der bisherige Weg noch tragbar ist.

Boden für Alle Az W, Museumsplatz 1 im MQ, 1070 Wien 19. 11. 2020 – 03. 05. 2021

Buchtipp

19. 10. 2020

Kurs Guntramsdorf Gerüstbau – Gemeinsam sicher nach oben www.wien.bauakademie.at

20. 10. 2020

Kurs Guntramsdorf Schäden und Baumängel in Mietund Wohnungseigentumsobjekten www.wien.bauakademie.at

20. 10. 2020

Seminar Wien Bentonitgeschützte Betonbauwerke – Braune Wannen (BW) www.betonakademie.at

19. 10. 2020 – 23. 10. 2020

21. 10. 2020

Lehrgang Wien Klebpraktiker – European Adhesive Bonder www.ofi.at

Tagung Steyregg Expertenforum Sichtprüfer www.ooe.bauakademie.at

19. 10. 2020

Seminar/Webinar Hydraulik in der Gebäudetechnik www.atga.com

Kurs Salzburg Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle www.brv.at Seminar Langenlois Energeiausweis-Profi – Prüfungsvorbereitung und Auffrischung zur Zertifizierungsprüfung www.noe.bauakademie.at

Digitaler Stress, Autor: Rene Riedl Lindeverlag, 1. Auflage, kartoniert 24,90 Euro (inkl. MwSt.)

Seminar Korneuburg Fensterbankeinbau & Bodenanschluss 2020 www.holzforschung.at

Seminar Langenlois Nicht amtliche SV – Modul 4 www.noe.bauakademie.at

19. 10. 2020

19. 10. 2020

Zu viele Informationen in kurzer Zeit, ständige Unterbrechungen durch das Smartphone, aber auch der mögliche Jobverlust durch die fortschreitende Digitalisierung haben negative Effekte auf Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität. In seinem Buch stellt Technostress-Experte Rene Riedl Stu­ dienergebnisse und Praxiserkenntnisse vor und zeigt, welche Bewältigungsstrategien geeignet sind, die negativen Auswirkungen von digitalem Stress zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen.

20. 10. 2020

19. 10. 2020

Seminar Langenlois Feuer- & Heißarbeiten www.noe.bauakademie.at

20. 10. 2020

Kurs Salzburg Eingangsleiter Baustoff-Recycling: Annahme – Produktion – Vertrieb www.brv.at

20. 10. 2020

Kurs Guntramsdorf Fit für den Beruf – wie können Lehrlinge und Handwerker/-innen in der Firma punkten? www.wien.bauakademie.at

21. 10. 2020

22. 10. 2020

Tagung Steyregg 9. OÖ Geotechniktagung www.ooe.bauakademie.at

22. 10. 2020

Kurs Guntramsdorf Rechnungslegung und Umsatzsteuer im Baubetrieb www.wien.bauakademie.at

22. 10. 2020 – 23. 10. 2020

Kurs Guntramsdorf Lohnverrechnung im Baugewerbe www.wien.bauakademie.at

22. 10. 2020

Seminar Wien Nutzungssicherheit von Gebäuden www.ofi.at

22. 10. 2020

Seminar Wien BIM in Theorie & Praxis für Führungskräfte www.digitalakademie.at

22. 10. 2020

Seminar Eisenerz Beton im Tunnelbau (BIT) www.betonakademie.at

23. 10. 2020

Seminar/Webinar Gebäudeautomation und MSR-Technik 1 www.atga.com

28. 10. 2020

Webinar Rechtliche Sicht zur Begrünung www.ooe.bauakademie.at

29. 10. 2020 – 30. 10. 2020 Spezialseminar Steyregg Demolierungs- und Bauwerkssprengen www.ooe.bauakademie.at

29. 10. 2020

Seminar Langenlois Flachdach & Bauwerksabdichtung www.noe.bauakademie.at

29. 10. 2020 – 30. 10. 2020 Seminar/Webinar Gebäudeautomation und MSR-Technik 2 www.atga.com

29. 10. 2020

Seminar St. Pölten Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz sowie Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit nach den OIB-Richtlinien 3 und 4 www.fst.at NOVEMBER

02. 11. 2020 – 04. 11. 2020 Kurs Guntramsdorf Das BauKG – der/die BaustellenkoordinatorIn www.wien.bauakademie.at

02. 11. 2020

Seminar St. Pölten Die aktuelle NÖ Bauordnung www.fst.at

03. 11. 2020 – 04. 11. 2020 Kurs Innsbruck Betontechnologie I www.tirol.bauakademie.at


Service 49 BAUZEITUNG 20 2020

03.11.2020

Kurs Leoben Was tun mit Aushub? www.brv.at

03. 11. 2020

Kurs Leoben Baurelevante Neuerungen beim Abfallverzeichnis www.brv.at

03. 11. 2020

Seminar Langenlois Bestandsumbauten – Beispiele aus der Praxis www.noe.bauakademie.at

04. 11. 2020

Webinar Recht für Baukoordinatoren www.ooe.bauakademie.at

04. 11. 2020 – 05. 11. 2020 Seminar/Webinar Grundlagen der Kältetechnik www.atga.com

04. 11. 2020

Seminar Langenlois Neue Qualitäten für Gebäude – ein Beitrag zum Klimaschutz www.noe.bauakademie.at

04. 11. 2020

Seminar Leoben Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle www.brv.at

06. 11. 2020 – 28. 11. 2020

Kurs Guntramsdorf Individuelle Befähigung – Baugewerbe eingeschränkt – Vorbereitungslehrgang zum Fachgespräch www.wien.bauakademie.at

06. 11. 2020

Seminar Langenlois Staplerkurs (WIFI) www.noe.bauakademie.at

09. 11. 2020 – 03. 12. 2020 Kurs Guntramsdorf Teilgewerbe Erdbau www.wien.bauakademie.at

09. 11. 2020 – 12. 11. 2020

Kurs Guntramsdorf Kalkulation, Claim-Management und K-Blätter (Neufassung ÖN B 2061) www.wien.bauakademie.at

09. 11. 2020

Seminar Steyregg Normgemäße Toleranzen im Hochbau – Die Önorm DIN 18202 www.ooe.bauakademie.at

09. 11. 2020 – 10. 11. 2020

Kurs Guntramsdorf Baukalkulation, Preisermittlung von Bauleistungen, Baukalkulation, Preisermittlung von Bauleistungen www.wien.bauakademie.at

09. 11. 2020 – 20. 11. 2020

Lehrgang Wien DIN-Geprüfter Beschichtungs­ inspektor – Vorbereitungslehrgang zur Zertifizierung www.ofi.at

09. 11. 2020

Seminar Langenlois Baulohnverrechnung & Kostenwahrheit oder: Wer kann schöner lügen www.noe.bauakademie.at

09. 11. 2020

Seminar Langenlois Das neue NÖ Baurecht www.noe.bauakademie.at

10. 11. 2020

Seminar Steyregg Moderne Bauvermessungsgeräte in der Praxis www.ooe.bauakademie.at

10. 11. 2020 – 11. 11. 2020 Kurs Innsbruck Betontechnologie II www.tirol.bauakademie.at

10. 11. 2020

Seminar Langenlois Moderne Kamintechnik in Theorie & Praxis www.noe.bauakademie.at

11. 11. 2020 Webinar VÖZ Kolloquium 2020 www.zement.at

11. 11. 2020 Webinar Die fehlerfreie Baustelle www.ooe.bauakademie.at

11. 11. 2020 Seminar Langenlois Smart Press © Workshop – Lean erleben www.noe.bauakademie.at

11. 11. 2020 Seminar Langenlois Vermessungswesen – Praxistipps für den Bau www.noe.bauakademie.at

11. 11. 2020 Kurs Guntramsdorf Claim-Management in der Baupraxis www.wien.bauakademie.at

12. 11. 2020 Kurs Guntramsdorf Kalkulationsformblätter (K-Blätter K2, K3, K4, K6 und K7) erstellen www.wien.bauakademie.at

12. 11. 2020 – 13. 11. 2020 Seminar Wien IFA – Instandsetzung von ­Stahlbetonbauten für Fachkräfte www.betonakademie.at

12. 11. 2020 Webinar Liquiditätsmanagement im ­Baubetrieb und Bankfinanzierung post Corona www.ooe.bauakademie.at

Veranstaltungstipp PARTNERSCHAFT MIT BAUPRAXIS Partnerschaftliche Vertrags­ modelle rücken am 19. und 20. November im Vienna Tech Gate ins Zentrum. In spannenden Vorträgen und Workshops lie­ fern Projektbeteiligte Insights zu allen partnerschaftlichen Pilotprojekten des deutsch­ sprachigen Raums. Auf Einladung der Österreichischen Bautechnik-Vereinigung und Heid & Partner berichten Auftraggeber, Auftragnehmer, Planer und Vertragsverfasser die bisherigen Erfahrungen mit den aktuell umgesetzten partnerschaftlichen Vertragsmodellen und präsentieren alle Pilotprojekte im deutschsprachigen Raum. In Kleingruppen-Workshops wird am zweiten Tag konkret auf die Umsetzung von Allianzverträgen in der Praxis eingegangen.

Termin: 19. und 20. November 2020 Ort: TECH GATE Vienna, Donau-City-Straße 1, 1220 Wien Anmeldung und weitere Informationen:

www.allianzvertrag.at


50 Feierabend

Daniel Hinterramskogler

BAUZEITUNG 20 2020

Fotografie Manfred Burger

ÜBERGABE  V.l.: BOKU Rektor Hubert Hasenauer, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, Wissenschaftsminister Heinz Faßmann und BIG-CEO Hans-Peter Weiss eröffneten Mitte Oktober ein neues BOKU-Seminargebäude im 19. Wiener Gemeindebezirk. Das Niedrigstenergiegebäude wird nach Ilse Wallentin, die als erste Frau an der BOKU promovierte, benannt.

DACHGLEICHE I  Zur Dachgleiche im Parkquartier Q5 des Stadtentwicklungsgebietes Graz Reininghaus trafen sich Mitte September die Vertreter der Bauherren und der Baufirmen. Michael Pech, Vorstandsvorsitzender der ÖSW AG (Vierter von links), übergab auch im Namen der Bank Austria Real Invest und im ­Beisein des Niederlassungsleiter der Strabag Helfired Gurgl (Erster von links) sowie den beiden Polieren der Granit Bau Alois Prassl und Wolfgang Straßegger das wohlverdiente ­Gleichengeld.

Emilie Brandl

DACHGLEICHE II  Mit dem Med Campus Graz errichten die BIG und die Medizinische Universität Graz eines der modernsten Zentren für medizinische Forschung und Lehre in Europa. Modul 1 ist seit dem Wintersemester 2017 in Betrieb. Modul 2 ist derzeit in Bau. Vor kurzem erfolgte die Dachgleiche, bei der Hans-Peter Weiss (CEO BIG, l.) und Med-Uni-Graz-Rektor Hellmut Samonigg (r.) das Gleichengeld an den Polier und einen Lehrling der Firma Granit Bau übergaben.

BRV/APA-Fotoservice/Rasetgar

JUBILÄUM  Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des „Österreichischen Baustoff-Recycling Verbands“ (BRV) fand ein – trotz Covid19 – sehr gut besuchter Jubiläumskongress unter Beteiligung hochrangiger Behörden-, Ministeriumsund Wirtschaftsvertreter in Wien statt. Mit dabei waren auch (v. l. ) Thomas Kasper (BRV-Präsident) und Günter Gretzmacher (ehemaliger BRV-Präsident).

ÖSW

SPATENSTICH  V. l.: Alfred Vandrovec (Porr), Gerald Beck (UBM), Bezirksvorsteherin Wien-­ Leopoldstadt Ursula Lichtenegger und Thomas Auböck (KIBB) gaben mit dem feierlichen Spatenstich den Startschuss für das neueste Wohnprojekt im Wiener Nordbahnviertel. Bis Mitte 2022 entstehen dort sechs Baukörper mit insgesamt 349 freifinanzierten Mietwohnungen.


Service 51 BAUZEITUNG 20 2020

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Erscheinungstermin 13. 11. 2020

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IMPRESSUM – Die Österreichische Bauzeitung ist das offizielle Organ der Interessenvertretungen der Bauwirtschaft. Medieninhaber, Verleger, Herausgeber, Redaktion: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, Grünbergstraße 15/Stiege 1, Tel.: +43 1 54664 0, www.wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Letz Internet: www.diebauzeitung.at Chefredaktion: Mag. Sonja Meßner, DW 359, ­s.­messner@wirtschaftsverlag.at Stv. Chefredaktion: Mag. Christoph Hauzenberger, DW 345, c.hauzenberger@wirtschaftsverlag.at Redaktion: Theresa Kopper, Bakk. phil., DW 355, t.kopper@wirtschaftsverlag.at Redaktionsleitung: Stefan Böck Agenturpartner: APA – Austria Presse Agentur Innung informiert: Die Bundesinnung Bau zeichnet für die Inhalte verantwortlich, die als „Innungs-Nachrichten“ gekennzeichnet sind. Artdirektion: butjabutja – multicrossmedia, Cecile M. Lederer, 1140 Wien Redaktions­sekretariat: bauzeitung@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: DW 444, anzeigenservice@wirtschaftsverlag.at Verkaufsleitung: Dr. Rainer W ­ immer, DW 240, r.wimmer@wirtschaftsverlag.at Anzeigenberatung: Benedikt Wagesreiter, DW 253, b.wagesreiter@wirtschaftsverlag.at Repräsentant für Ober­österreich: Verlagsbüro Gerhard Weberberger, 4030 Linz, Kleinwört 8, M +43 676 5185575, g.weberberger@verlagsbüro.at Erscheinungsweise: 14-täglich. Es gilt der Anzeigen­tarif Nr. 49 vom 1. Jänner 2020. Hersteller: Friedrich Druck & Medien GmbH, A-4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichdruck.com Abonnement und Vertrieb: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, T +43 1 54664 135, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahresbezugspreis: Inland: Euro 135,–; Ausland: Euro 210,–. Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugs­jahres storniert werden, laufen weiter. Bank­ver­bindung: Bank Austria, IBAN: AT17 1100 0095 2329 8900, BIC: BKAUATWW DVR: 0368491. Druckauflage: 10.540 (1. HJ 2020). Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter http://www.wirtschaftsverlag.at/offenlegung ständig abrufbar. Wir tragen Verantwortung: Wir verpacken unsere Zeitschrift nur dann in (umweltverträgliche) Folie, wenn der Postversand es auf Grund von Beilagen erfordert. Der Verlag und alle unsere Druckbetriebe sind CO2-neutral. Mehr erfahren: www.wirtschaftsverlag.at/ueber-uns/csr und auf Twitter @CSR_Verlag

Österreichische

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