Page 1

BIM up your Baubestand Vermessung ist dreidimensional und „kann BIM“, wie Dominik Mesner und Martin Oberzaucher erzählen.

Schlauer Hitzeschild Die durch den ­Klimawandel steigenden ­Temperaturen rufen auch Baustoffhersteller auf den Plan.

bauzeitung Österreichische Post AG, WZ 02Z030718 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstr. 15, 1120 Wien

ÖSTERREICHISCHE

Den Fortschritt erleben.

Nr. 18  |  20. 09. 19


Den Fortschritt erleben.

Die Mobilbagger von Liebherr Höchste Wirtschaftlichkeit durch zukunftsorientierte Technologien Durchdachtes Maschinenkonzept für maximale Produktivität Qualitätskomponenten aus eigener Fertigung Ergonomischer und übersichtlicher Arbeitsplatz für konstant hohe Leistungsfähigkeit Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH Dr.-Hans-Liebherr-Straße 4 5500 Bischofshofen Tel.: +43 50809 1 0 E-Mail: info.lbh@liebherr.com www.facebook.com/LiebherrConstruction www.liebherr.com


Editorial 3 BAUZEITUNG 18 2019

18 Editorial

Auf der Suche nach Beschleunigung Simon Jappel

„Die digitale Transformation ist das Um und Auf für den Wirtschaftsstandort Österreich“, lautet die nicht unbedingt neue, dadurch aber nicht weniger richtige Conclusio des FFG-Forums vom 12. September.

Sonja Meßner, Chefredakteurin

Zwar gibt es in der heimischen Baubranche schon einige Leuchtturm-Unternehmen, welche die Digitalisierung und alles, was dazugehört, verinnerlicht haben – und es werden erfreulicherweise immer mehr. Dennoch herrscht bei einem Großteil der KMUs noch Nachholbedarf, und oft stehen Unternehmer vor vielen Fragen: „Wo fange ich überhaupt an? Was macht für mich und meinen Betrieb Sinn? Und wer kann mich dabei unterstützen?“ Um in diesen Punkten Hilfestellung zu bieten, gibt es mittlerweile diverse Maßnahmen - so zum Beispiel das Förderprogramm KMU Digital. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort verkündete erst vor ein paar Tagen gemeinsam mit der WKO die Fortführung des Programms. Mithilfe von Webinaren und Veranstaltungen können sich KMUs in Themenbereichen wie E-Vergabe, E-Rechnung und Datenschutz weiterbilden. Alles nicht uninteressant für Bauunternehmen, aber unter branchenspezifisch versteht man etwas anderes. Umso bedauerlicher ist, dass erst vor kurzem geschaffene Institutionen wie die Digitalisierungsagentur aktuell in ihrer Arbeit ausgebremst werden. Der speziell für das österreichische Baugewerbe konzipierte KMU-Accelerator liegt – fertig geplant – für unbestimmte Zeit auf Eis. Schade. Viel Spaß mit dieser Ausgabe, Ihre Sonja Meßner

PLANEN | VERMESSEN | SICHERHEIT

ase Baul

r mie

te n

R ab EU

8,60

WWW.AM-LASER.AT WWW.AM-LASER.AT TEL: T E L:02 02249 249 24 28495 495

Mit ABK8 zur erfolgreichen Bauabrechnung!

www.cadoffice.at ABK und BIM - Das 3D-Modell für AVA | www.abk.at


4 Inhalt

Hauzenberger

Synthesa

BAUZEITUNG 18 2019

06 Caterpillar

06 Vermessung ist dreidimensional und „kann BIM“, wie Dominik Mesner und Martin Oberzaucher erzählen.

34 34 Die durch den K ­ limawandel steigenden ­ Temperaturen rufen auch Baustoffhersteller auf den Plan.

48

48 Die Automatisierung des Arbeitens mit den Baggern ist ein Trend, an dem alle Hersteller derzeit arbeiten.

Inhalt Aus der Branche BIM up your Baubestand

06

Sommer der Rekorde

10

Kooperation im Check

12

Kapital statt Altlasten

14

In der Produktivitätsfalle

16

Greifbarer digitaler Wandel

18

Innung Die ersten Tablets sind im Einsatz

Planung & Ausführung Helferlein auf der Baustelle

23 24

Sanierung von Tiefgaragen26

Den Turbo gezündet

42

Von EPS zu EPS

44

Baumaschinen Automatisierung und Effizienz

48

Schneller als der Pizzabote

52

Auf Schiene

54

Service Dämmung auf dem aktuellen Stand der Technik

58

Lean und Early-Contractor-Involvement

59

„Erfüllung – ohne Erfüllungspflicht“?

60

Feuer auf der Baustelle – Was tun?

61

Besser und schneller entscheiden

62

Sichere Lufthoheit28 Die Zeitung in der Wand30

Fokus Dämmen Schlauer Hitzeschild

34

„Dämmen ist eine Notwendigkeit“

40

Standards #meineFragezuBIM  58 Kalender  64 Feierabend  66 Marktplatz  67 Impressum  67


Nachgefragt 5 BAUZEITUNG 18 2019

ARBEITEN SIE SCHON MIT DIGITALISIERTEN ODER ­AUTOMATISCHEN EINKAUFSPROZESSEN? Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt.

AKTUELL UNTERSUCHEN WIR DAS POTENZIAL EINER SOLCHEN UMSTELLUNG

WIR ARBEITEN GERADE MIT HOCHDRUCK DARAN, DIE PROZESSE ZU ETABLIEREN

4%

14 %

NEIN, WIR ARBEITEN IM EINKAUF NOCH ANALOG

44 %

Ebster Bau

Umfrage PETER EBSTER, GF EBSTER BAU

AM ANFANG Wir sind als Mittelbetrieb am Anfang dieses Prozesses. Wir sehen aber nicht den dringenden Handlungsbedarf beim Einkauf, sondern loten die Potenziale in Bereichen wie Baustellenlogisitik, Fuhrpark, Arbeitszeiterfassung oder im Bereich der Objektvisualisierung aus. Automatische Materialbeschaffung oder Einkäufe sind naturgemäß mit digitalen Umgebungen zu hinterlegen. Das heißt aber, BIM sollte samt allen Baubeteiligten integriert sein, da sind wir noch weit entfernt. Wir sind schon froh, dass wir Preise der Hersteller und Lieferanten digital erheben können, um die Kalkulationsprogramme zu füttern. Letztendlich darf auch nicht vergessen werden, dass ein Einkaufsprozess in den meisten Fällen mit Preisverhandlungen einhergeht. Ob das von künstlicher Intelligenz schon übernommen werden kann, darf bezweifelt werden.

38 %

Quelle: Horváth & Partners: „What really matters to the CFO“

Hubmannbau

JA, TEILPROZESSE WURDEN BEI UNS SCHON DIGITALISIERT

93%

DER CFOs GEBEN AN, DASS DIE DIGITALISIERUNG DES EINKAUFS DER WICHTIGSTE HEBEL IST, UM DIE EFFIZIENZSTEIGERUNG IN DEN EINKAUFSPROZESSEN VORANZUTREIBEN.

MARIANNE DOBLER-HUBMANN, GF HUBMANN-BAU

FAKTOR MENSCH Die in den Baubetrieben eingesetzten Kalkulationsprogramme bieten grundsätzlich die Möglichkeit, die baustellenbezogenen Bedarfsprodukte digital den Einkaufsprozessen zu übermitteln. Dadurch erhält der Einkäufer eine Dispositionsübersicht, die entweder noch über dem Einkaufsprozess preislich nach zu verhandeln ist oder im Standardfall über ein automatisches Orderprogramm an die im Unternehmen definierten Bezugsstellen mit der entsprechenden Auslieferungsadresse übermittelt wird. Die an die Baustelle gelieferte Ware wird durch den Baustellenverantwortlichen eingescannt oder digital an die Buchhaltung übermittelt. Trotz aller Digitalisierung und automatischer Abfolge wird aber das menschliche vier-Augen-Prinzip mehr denn je erforderlich sein.


6 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

BIM up your Baubestand Vermessung ist längst dreidimensional und „kann BIM“. Das eröffnet über den Lebenszyklus und im Bestand neue Möglichkeiten.

Hauzenberger

Wir sind 2012 in die Thematik eingestiegen, da haben die wenigsten in der Baubranche noch über BIM nachgedacht – in der Vermessungsbranche schon gar nicht. MARTIN OBERZAUCHER, GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER VERMESSUNG SCHUBERT

D

as Geschäft mit der Vermessung hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich geändert. Egal ob Baugrund, Baustelle, Bestandsgebäude oder Rückbau: Alles wird digitalisiert. BIM-Modelle zählen mittlerweile zum Standard. Die Vermessung Schubert ZT GmbH erkannte 2012 das Potenzial, seither wächst sie stetig. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Dominik Mesner und Martin Oberzaucher erzählen im Interview von Sprachschwierigkeiten und von den richtigen Partnern und erläutern, warum Vermessung eigentlich reine Interpretationssache ist. Mit 120 Jahren ist Vermessung Schubert ein sehr altes Unternehmen. Die Baubranche ist traditionell nicht die einfachste, wenn es darum geht, neue Ideen zu implementieren. Wie kam es zu diesem digitalen Wandel? MARTIN OBERZAUCHER: Prinzipiell geht so etwas nicht leicht, aber wir hatten das Glück, dass Hanns H. Schubert schon immer seiner Zeit weit voraus war. Dadurch gab es bei zukunftsträchtigen Investments nie lange Diskussionen. Wir sind 2012 in die Thematik eingestiegen, da haben die wenigsten in der Baubranche noch über BIM nachgedacht – in der Vermessungsbranche schon gar nicht. Diesen Weg sind wir einfach kontinuierlich weitergegangen. DOMINIK MESNER: Oftmals ist es weniger ein Thema des Unternehmers, mehr eine Sache der Mitarbeiter. Diese müssen überzeugt werden, Prozesse, die sie schon immer so gemacht haben, zu ändern.

Hauzenberger

INTERVIEW: CHRISTOPH HAUZENBERGER

Wurde BIM von den Kunden gleich angenommen? MESNER: Dabei hat es zwei Phasen gegeben. In der ersten haben wir versucht, mit technologisch noch nicht ganz ausgereiften Mitteln dem Kunden zu erklären, warum er das braucht. 2014 kam dann der Break-even. Ab da haben Kunden bei uns angefragt, ob wir das leisten können. Die Übergangsphase war sehr spannend zu beobachten: Viele Firmen haben bei uns wegen BIM-Modellen angefragt, dann aber doch klassische Gebäudebestandspläne bestellt. Will man nun den Ist-Zustand eines Gebäudes digitalisieren lassen, was bekommt man dann von Ihnen? OBERZAUCHER: Vereinfacht gesagt: ein Gebäudemodell in der Software, in der es bestellt wurde. Am heimischen Markt sind das hauptsächlich Archicadund Revit-Modelle für private Unternehmen. Für Firmen, die plattformneutral ausschreiben müssen, liefern wir natürlich auch Open-BIM-Modelle bzw. die Daten im IFC-Format. Dazu können wir natürlich auch die gesammelten Daten der Punktewolke zur Verfügung stellen. Zusätzlich bekommen unsere Kunden auch immer ein begehbares Gebäudemodell, das aus Fotos zusammengesetzt wird, die wir während der Vermessung machen. Man kann es sich wie Google-Street-View für das Gebäude vorstellen. Der Vorteil daran ist, dass es keine eigene Software braucht, um das Gebäude begehen zu können. Was ist aktuell die größte Herausforderung,


Aus der Branche 7 BAUZEITUNG 18 2019

Hauzenberger

wenn Kunden mit dem Wunsch eines BIMModells zu Ihnen kommen? MESNER: Ein wiederkehrendes Thema sind die Begrifflichkeiten, da gehört einmal Klarheit geschaffen. Was ist ein 3D-Gebäudemodell, was ist ein BIMModell, was ist ein 3D-Gebäudebestandsplan? Oftmals verwenden Menschen viele unterschiedliche Begriffe, meinen aber dasselbe. Ein 3D-Modell ist ja auch nicht gleich ein 3D-Modell. Auch für uns war es ein Lernprozess, dass Aufträge und Verträge ganz genau ausformuliert werden, damit am Ende des Tages jeder das bekommt, was er braucht. OBERZAUCHER: Aus diesem Grund sind wir 2013 eine Kooperation mit dem Ingenieurbüro DieBau ZT eingegangen. Edmund Bauer hatte ein kompetentes Team von Bautechnikern, und wir kamen dadurch zu bauspezifischem Know-how, das wir als Vermesser einfach nicht hatten. Wir können zwar auf unter einen Millimeter genau messen, nur welche Informationen zusätzlich zu den 3D-Daten von wem benötigt werden, haben wir nicht gewusst. Wenn wir als Vermesser mit einem Architekten oder Bauingenieur reden, stellen wir einfach nicht die richtigen Fragen, sprechen wir nicht dieselbe Sprache. Deswegen haben wir auch, als Edmund Bauer in Pension ging, alle Mitarbeiter übernommen und in unser Team eingegliedert.

Wir müssen durch die neuen Technologien mit Unternehmen konkurrieren, die eigentlich aus einer anderen Branche kommen. DOMINIK MESNER, GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER VERMESSUNG SCHUBERT

Vermessung Schubert

Sicherlich auch kein einfacher Prozess. MESNER: Die beiden Welten zu verbinden war ein Lernprozess. Wir lernten, Pläne bautechnisch richtig zu zeichnen, Bauteile zu verknüpfen. Gleichzeitig vermittelten wir, wie man Gebäude geometrisch richtig aufnimmt. So können wir nun das Beste aus beiden Welten anbieten, wovon unsere Kunden profitieren.

ALL IN Die Möglichkeiten moderner Vermessung sind vielfältig und bieten auch im Bestand neue Ansätze.

Sie haben mit Navvis ja auch einen starken Partner, wenn es um neue Technologien geht. OBERZAUCHER: Navvis ist gewissermaßen unser Technologielieferant und unsere Forschungsabteilung in einem. Sie haben zum Beispiel den Trolley für den Indoor-Scanner und die entsprechende Software dazuentwickelt. MESNER: Der Trolley wurde eigentlich gebaut, um Daten für ein Indoor-Navigationssystem generieren zu können. In der Zusammenarbeit mit uns kamen sie dann aber immer mehr drauf, dass man das System für Vermessung „missbrauchen“ kann. Durch einige Individualprogrammierungen haben wir den Trolley nun schon geraume Zeit in Verwendung. Worauf ich in dem Zusammenhang immer hinweise: Wir sind nur ein Vermessungsbüro, das keine eigene Forschungsabteilung hat. Wenn wir von unseren 60 Mitarbeitern 20 Prozent für die Forschung an Instrumenten abstellen würden, wäre das unwirtschaftlich. Deswegen sind wir froh, hier Partner an unserer Seite zu haben, die das leisten können. Das Schöne daran ist auch, dass diese Zusammenarbeit nicht einseitig ist. Oft kommen Navvis-Mitarbeiter auf uns zu und fragen, ob dieses System, das ganz woanders im Einsatz


8 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

Hauzenberger

nichts, alles „niederzumessen“. Der Aufwand ist nur ungleich höher. OBERZAUCHER: Neukunden sind oftmals über unsere Fragen überrascht, wir haben aber über die Jahre gelernt, wie wichtig eine solide Planung für beide Seiten ist. Es geht darum, dass am Ende ein Auftrag entsteht, bei dem der Kunde weiß, was er bekommt, und dass es das ist, was er braucht. Daraus können wir dann ableiten, welche Technologien für den Auftrag zum Einsatz kommen.

VERBINDEND  Martin­­ Oberzaucher (l.) und Dominik­Mesner leben digitale Vermessung.

ist, nicht auch etwas für uns wäre. Dadurch gibt es einen stetigen Austausch, immer wieder neue Ansätze, und alle Seiten profitieren von mehr Informationen und Erfahrungswerten. So verbessern sich Arbeits­ prozesse und Ergebnise kontinuierlich. Das heißt, Sie versuchen neue Technologien und Generationen von Messgeräten in Ihre Arbeit zu integrieren und untereinander zu kombinieren? MESNER: Ja, wenn wir Sinn darin sehen. Moderne Vermessung ist von Haus aus eine Verknüpfung von verschiedenen Technologien. Es gibt nur noch ganz wenige Aufträge, die mit nur einem Instrument durchgeführt werden. Die Kunst dabei ist, die gewonnenen Informationen richtig zusammenzu­führen, das heißt, die Punktewolken der verschiedenen Geräte geometrisch richtig zusammenzusetzen. Das ist auch eines unserer aktuellen Probleme: Wenn wir Kunden fragen, in welcher geometrischen Genauigkeit die Daten gebraucht werden, haben die meisten keine genaue Antwort darauf. OBERZAUCHER: Ich hatte letzte Woche einen ­Termin,­wo ich gefragt habe, wie genau die Daten sein sollen. Die Antwort war: Wenn wir alle 20 Meter e­ inen Punkt haben, dann passt es. Da ist einfach das Verständnis für die neuen Technologien noch nicht da. MESNER: Wir können schon im Submillimeterbereich genau messen, aber oftmals bringt es eben

ZUM UNTERNEHMEN

Vermessung Schubert ZT GmbH Die Vermessung Schubert ZT GmbH wurde 1896 gegründet und ist mittlerweile eines der größten Vermessungbüros Österreichs. An sechs Standorten arbeiten 60 Mitarbeiter. 2012 wagte man den Einstieg in BIM und bietet seither 3D-Gebäudemodelle und digitale Gebäudezwillinge an.

Das heißt aber auch, dass der Beruf immer technischer wird und Mitarbeiter höhere Qualifikationen brauchen. Ist der aktuelle Facharbeitermangel in der Baubranche auch bei Ihnen ein Thema? MESNER: Das ist bei uns schon seit Jahren ein großes Thema. Vermessungstechniker am freien Markt gibt es de facto nicht; dafür sind wir eine zu kleine Sparte. Deswegen haben wir auch kontinuierlich sechs bis neun Lehrlinge bei uns im Betrieb, mit dem Ziel, diese auch nach der Ausbildung bei uns zu halten. Jeden Mitarbeiter, den wir nicht selber ausbilden, haben wir nicht. Und: Wir suchen auch immer Bautechniker. Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen: Wie sehr wird sich Ihr Beruf noch verändern? OBERZAUCHER: Im Bereich der Aufnahme wird immer mehr automatisiert, bis wir niemanden mehr vor Ort brauchen werden. Zeitgleich kommt es zu einer immer größeren Datenlawine, die auf die Vermesser einprasselt. Das wird dazu führen, dass ein Vermesser eher ein Datenmanager werden wird: Die Interpretation der Daten und die richtige Zusammenführung wird unser Job. Dabei haben wir den großen Umbruch schon vor 30 Jahren erlebt. Mitte der 80er-Jahre bestand die typische Außendienstvermessungstruppe aus drei oder mehr Leuten. Wir sind mittlerweile bei maximal einem angelangt. MESNER: Hinzu kommt, dass wir durch die neuen Technologien mit Unternehmen konkurrieren müssen, die eigentlich aus einer anderen Branche kommen. Ihnen wird durch die neuen Technologien versprochen, einfach Vermessungen durchführen zu können. Vermessung ist aber nicht umsonst ein Vollzeitstudium an der TU. Ergeben sich durch die Masse an neuen Daten eigent­lich auch neue Geschäftsfelder für Sie?­ MESNER: Da gibt es einige Möglichkeiten. Doch trotz der ganzen Daten ist es auch wichtig sagen zu dürfen: Das können wir nicht. Etwas nicht zu können und ein Feld nicht abzudecken, ist nicht peinlich sondern ehrlich. Wir sind nun mal keine eierlegende Wollmilchsau.  ◼


© creativityhappens.at | Foto: © Lukas Lorenz

DU HAST ES IN DER HAND. WIR SIND ECHTE ALLESKÖNNER. WIR SIND FLEXIBEL, NACHHALTIG, KLIMASCHONEND UND ENERGIEEFFIZIENT. WIR SICHERN WERTE FÜR GENERATIONEN. WIR SIND DIE BAUSTOFFE DER ZUKUNFT. WIR SIND BETON. ZIEGEL. PORENBETON.

BAU SICHER. BAU!MASSIV!

BAU!MASSIV! Die Informationsplattform des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie

www.baumassiv.at


10 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

Juni und Juli 2019

18 Hitzetage

4.682

107.138

925.057 €

berechnete Schlechtwetterstunden aufgrund von Hitze

Entschädigung insgesamt

34.682 betroffene Arbeitnehmer

Sommer der Rekorde Während Angestellte den Sommer in klimatisierten Büros verbringen, schuften Bauarbeiter in der prallen Sonne. Eine neue Regelung soll für Abkühlung sorgen. TEXT: THERESA KOPPER

beigestellt

IG Bau; Illustration: Cecile M. Lederer | butjabutja.com

betroffene Betriebe

Kaum ein Arbeiter verzichtet in der Realität freiwillig auf 40 Prozent seines Lohnes.“ MARTIN FUCHS, BAUMEISTER

N

och ist der Sommer hierzulande nicht ganz zu Ende, doch schon jetzt steht fest: Etliche Hitzerekorde sind gefallen, wie die Auswertung der 270 Wetterstationen der ZAMG belegt. Was die Betreiber von Freibädern, Eissalons und Kühlgeräten freut, wird für arbeitende Menschen, die nicht in Räumen mit Klimaanlage arbeiten, zur Belastung. Für Arbeiter am Bau gilt deshalb seit 1. Mai eine neue Sonderregelung: Wird es heißer als 32,5 Grad, gilt das wegen der besonderen Belastung durch die hohen Temperaturen als Schlechtwetter.

„Die Hitze kostet Geld“ Die Schlechtwetterentschädigung liegt bei 60 Prozent des Ist-Lohnes. „Die neue Hitzeobergrenze von 32,5 Grad anstatt der bisher gültigen 35 Grad sehe ich grundsätzlich positiv. Für die Beurteilung, ob die Arbeitsbedingungen noch zumutbar sind, ist aber nach wie vor der Chef verantwortlich“, gibt Baumeister Martin Fuchs zu bedenken. „Wir versuchen deshalb im Gespräch mit unseren Arbeitern einzuschätzen, wann die Baustelle eingestellt werden soll. Denn in der Realität verzichtet kaum ein Arbeiter freiwillig auf 40 Prozent seines Lohnes.“ Eine Obergrenze gibt es nicht nur für die Temperatur, sondern auch für die

Anzahl der Schlechtwetterstunden: Für die Sommerperiode von 1. Mai bis 31. Oktober dürfen es maximal 120 Stunden sein, wie die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) mitteilt. Bei der BUAK muss auch um die Rückerstattung der Schlechtwetterentschädigung vom Betrieb angesucht werden. „Es ist schon gut, dass die BUAK 60 Prozent des Lohnes übernimmt. Man darf aber nicht vergessen, dass mit dem Beitrag nur ein Teil der Kosten abgedeckt ist – die Fixkosten sind immer zu bezahlen, ob nun an der Baustelle gearbeitet wird oder nicht. Kurz und knapp: Hitze kostet den Betrieb Geld“, so Fuchs.

2019 deutlich mehr Hitzetage Bisher kam die Schlechtwetterregelung ab 35 Grad unterschiedlich zur Anwendung. Im Jahr 2013 waren es nach Aufzeichnungen der BUAK 15 Tage, 2014 nur zwei Tage, 2015 dann 14 Tage, 2016 nur drei Tage und 2017 schließlich zehn Tage. Ob „hitzefrei“ ab 35 Grad oder bereits ab 32,5 Grad gilt, macht einen deutlichen Unterschied, wie die Zahlen der BUAK zeigen. Waren es in der Sommerperiode 2018 insgesamt sieben Hitzetage, zählt der heurige Sommer bis einschließlich 31. Juli bereits 18 Tage, die aufgrund von Hitze als Schlechtwettertage eingestuft wurden (die Zahlen für den August waren zu Redaktionsschluss noch nicht ausgewertet). Betroffen hat dies in den Monaten Juni und Juli insgesamt 34.682 Arbeitnehmer und 4.689 Betriebe. Die berechnete Schlechwetterentschädigung für die BUAK belief sich auf 925.075 Euro. Im Vergleich dazu hatte die BUAK für die gesamte Sommerperiode 2018 Kosten in der Höhe von 89.352 Euro. Damals machten 502 Betriebe und 3.832 Arbeitnehmer davon Gebrauch. ◼


Aus der Branche 11 BAUZEITUNG 18 2019

Big Player in der Personaldokumentation Neue Software-Updates machen die Personaldokumentation von ISHAP noch effizienter beim Einsatz am Bau in der D-A-CH-Region. Die österreichische Softwareentwicklung zur Personaldokumentation auf Baustellen wird bis zum 31. 10. 2019 in drei grozum echten Big Player auf Baustellen in der gesamten EU werden! Wo bisher am Bau

Ishap (2)

ßen Updates noch effizienter und will damit

Dank Mega-Updates wird die ISHAP-Software bis Ende Oktober noch detaillierter und umfangreicher und bietet 100 Prozent Rechtssicherheit am Bau. BMSTR. ING. THOMAS KOROL, ISHAP-GESCHÄFTSFÜHRER

pure B ­ eamtenbürokratie regierte, kommt fachheit, Usability und Überschaubarkeit in

Schluss mit Formular- und Bewilligungschaos

ISHAP-Updates bis zum 15. 09. 2019 bzw. 31. 10. 2019

die Dokumentation von Personal, Handwer-

Die Papierflut am Bau wird durch die

◼ Inventarsystem: Es kommt eine kom-

kern und Drittfirmen.

ISHAP-Software zur Personaldokumenta-

plette Überarbeitung mit neuem Design und

Statt der bis zu 14 (!) unterschiedlichen

tion deutlich minimiert und vereinfacht. Wo

neuen Funktionen, wie z. B. der Druck von

Formulare und Bewilligungen, die man

bisher unzählige Aktenordner im Personal-

Kategorien mittels Key-Tag, um einen effizi-

mit der ISHAP-Software jetzt Klarheit, Ein-

für einen einzigen Arbeitnehmer aus dem

büro gestapelt werden mussten, kann man

enteren Ablauf zu gewährleisten.

EU-Ausland bisher benötigte, vereinfacht die

mit der ISHAP-Software überall und ganz

◼ Usability Erweiterungen: die Verwal-

ISHAP-Software das Personalprozedere nicht

einfach am PC, Tablet oder sogar am Handy

tung von Baustellen, das Anfordern von

nur, sondern bringt vor allem auch 100 Pro-

die notwendigen Daten und Formulare für

Druckstationen oder die Erweiterung von

zent Rechtssicherheit in die Personalabtei-

einzelne Mitarbeiter bearbeiten, archivie-

Abrechnungsoptionen. ISHAP schraubt an

lung. „Diese aktuellen Mega-­Updates betref-

ren und versenden. Auf Knopfdruck wird die

Usability-Erweiterungen.

fen vor allem die Erweiterung des Dokumen-

Vernetzung von Baustellen, Gewerken und

◼ ISHAPCARD Light: Erweiterungen bei

tenmanagements für den EU-Raum, ein

Behörden möglich. Damit bietet die ISHAP

den Verknüpfungen von Firmen.

umfangreiches und übersichtliches Statis-

Software Solutions GmbH ein perfektes

◼ Statistik-Tool: Ab sofort ist es möglich,

tik-Tool sowie das Inventar-System. Unsere

Tool für die Arbeit mit vielen Mitarbeitern auf

umfangreiche Statistiken von allen Bauvor-

ISHAP-Software kann damit überall auf Bau-

Baustellen im ganzen D-A-CH-Gebiet und in

haben, Ordnern, Firmen, Personen usw. ganz

stellen im gesamten D-A-CH-Gebiet genutzt

Kürze in der gesamten EU.

einfach zu verwalten und zu bearbeiten.

werden. Endausbaustufe ist das gesamte

„Bei allen Bestandskunden von ISHAP

◼ Zielland-abhängige Personendoku-

EU-Ausland“, so ISHAP-Geschäftsführer

erfolgen in den nächsten Wochen laufend

mente: Ab sofort wird die optimale Aufbe-

Bmstr. Ing. Thomas Korol.

neue Updates, die mehr Sicherheit bei

reitung und Bearbeitung von Personalda-

Schwarzarbeit und Sozialbetrug am Bau

tensätzen auch ganz einfach nach den ent-

bringen und die Verwaltung auf ein Mini-

sprechenden Zielländern möglich – je nach-

mum reduzieren und damit natürlich auch

dem, wohin der Auftragnehmer sein Personal

massive Einsparungen mit sich bringen.

entsendet. Das bedeutet 100 Prozent per-

Denn Bürokratie kostet Geld, und der Ein-

fekt aufbereitete Personaldatensätze für den

satz der ISHAP-Personaldokumentation

Generalunternehmer.

spart Geld. In mehreren Schritten bis zum 31. 10. 2019 werden daher wichtige Updates erfolgen“, betont ISHAP-Geschäftsführer

Mit der ISHAP-Software können Personaldaten überall und ganz einfach bearbeitet werden.

Thomas Korol. Damit soll dem Formular-

ISHAP Software Solutions GmbH

und Bewilligungschaos ein Ende gesetzt

Giefinggasse 6/2/3.3, A-1210 Wien

und 100-prozentige Rechtssicherheit am

T +43(0)1/236 4132-0

Bau gewährleistet werden.

www.ishap.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

statt der Betonmischmaschine noch die


12 Aus der Branche Getty Images | elenabs

BAUZEITUNG 18 2019

Kooperation im Check Die Kooperation bei Bauprojekten wurde messbar gemacht. Aber wie funktioniert das, was bringt das der Baustelle, was bringt das den beteiligten Unternehmen und Personen? TEXT: THOMAS KURZ, RECHTSANWALT

D

er Stellenwert der Kooperation für den Projekterfolg ist unbestreitbar. Der ÖBV-Arbeitskreis „Kooperative Projektabwicklung“ hat zum zentralen Ziel, diese Kooperation zu verbessern. In einem beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld, in dem (fast) ausschließlich monetär messbare Fakten als relevant gelten, ist der Faktor „Kooperation“ allerdings nicht leicht in die Kontrolle und Steuerung von Projekten einzubeziehen. Seit 2017 wurde daher der „Kooperations-Quickcheck“ (KOOPQC) zur Messung von Kooperation entwickelt, denn eine Verbesserung eines Zustands setzt voraus, dass man diesen Zustand kennt. Allerdings ist dieser KOOPQC einerseits noch wenig bekannt, und andererseits haben sich dem Vernehmen nach zum Teil falsche Erwartungshaltungen entwickelt, die von einer Verwendung abschrecken. Dieser Artikel soll – inklusive der hier abgedruckten Wortspenden von Personen, die damit bereits praktische Erfahrungen gemacht haben – dabei unterstützen, dies zu ändern und zu einer informierten Entscheidung der Beteiligten beizutragen, ob sie den KOOPQC für ihr Bauprojekt verwenden wollen.

KOOPQC

Wie kommt man zum KOOPQC oder zu näheren Informationen darüber? Nähere Informationen sowie das Bestellformular sind bei Christian Hartl, Institut für statistische Analysen Jaksch & Partner GmbH (Tel. 0732 / 60 42 60 12, E-Mail christian.hartl@jaksch-partner.at), verfügbar. Für grundsätzliche Fragen zum KOOPQC steht auch der Leiter des ÖBV-Arbeitskreises „Kooperative Projektabwicklung“, Dipl.-Ing. Günther Leißer (guenther.leisser@oebb.at), zur Verfügung.

Was ist der KOOPQC? Der KOOPQC ist eine Methode, die das periodische Messen der Kooperation auf der Baustelle möglich macht, genauer gesagt ist er ein Analyse- und Steuerungstool, das durch einen externen Experten begleitet wird. Er zeigt den Beteiligten rasch und übersichtlich auf, wo Stärken und Schwächen in der Kooperation liegen, und ermöglicht daher entsprechende Steuerungsmaßnahmen. Durch die periodische und mehrmalige Befragung während des Projekts sind auch Reaktionen und Maßnahmen zur Verbesserung des laufenden Projekts möglich, nicht nur für künftige Projekte. Die Qualität der Ergebnisse ist von der Freiwilligkeit der Beteiligten und von der Ernsthaftigkeit der Antworten abhängig. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nur wenige Minuten.

Wie läuft der KOOPQC ab? Der KOOPQC läuft, grob dargestellt, wie folgt ab: ◼ Zunächst findet eine rund einstündige Besprechung mit der externen Begleitung statt, in der die konkreten Eckpunkte (z. B. Teilnehmer der Befragung, Befragungszeitpunkte, projektspezifische Fragen) festgelegt werden. ◼ Sodann werden vier Befragungswellen durchgeführt. Die Ergebnisse jeder Befragungswelle werden analysiert und der Baustelle zur Verfügung gestellt. Ergänzend ist zumindest nach der zweiten Befragungswelle – bei Bedarf auch öfter – ein Gespräch mit der externen Begleitung vorgesehen. Mindestens fünf Personen (aus dem Beteiligtenkreis AG, AN, Planer, ÖBA etc.) sollten an jeder Befragung teilnehmen. Der Fragebogen besteht aus zwölf fixen und bis zu fünf projektspezifischen Fragen.


Aus der Branche 13 BAUZEITUNG 18 2019

Die zwölf fixen Fragen betreffen folgende Themenkreise: ◼ Wertschätzender Umgang ◼ Übergreifendes Wir-Gefühl ◼ Interne Zusammenarbeit ◼ Informationsfluss ◼ Vertrauensgrad ◼ Umgang mit Fehlern ◼ Konfliktbewusstsein ◼ Bauzeitplan ◼ Planungsqualität ◼ Entscheidungen ◼ Flexibilität ◼ Konfliktlösung

lung“ erhält ein jährliches Gesamtergebnis bezüglich aller Baustellen, aber ohne baustellenspezifische ­Daten und Aussagen (also nur ein kumuliertes Er­ gebnis).

Was ist der KOOPQC nicht? ◼ Der KOOPQC ist kein esoterisches Tool, sondern dient dazu, die Erkenntnisse aus sogenannten Soft Facts in ergebniswirksame Hard Facts zu überführen. ◼ Der KOOPQC ist kein „Ratgeber“ für kooperationsverbessernde Maßnahmen. Er zeigt den Befund bezüglich der aktuellen Situation auf. Entsprechende Maß­nahmen und Schlussfolgerungen daraus liegen bei den Beteiligten. ◼ Der KOOPQC ist aufgrund der Anonymität der ­Befragungen kein Tool zur „Überwachung“ von Mitarbeitern. ◼ Der KOOPQC ist nicht für kurzfristige Baustellen gedacht, die keine mehrfachen Befragungen mit den daraus folgenden Analysen der Entwicklungen ­ermöglichen.  ◼

Die Befragungen erfolgen anonym. Die Ergebnisse werden folgenden Ebenen zur Verfügung gestellt: ◼ Die Baustelle erhält alle Ergebnisse. ◼ Die beteiligten Unternehmen unterhalten ein jährliches Gesamtergebnis aller eigenen Baustellen. ◼ Der ÖBV-Arbeitskreis „Kooperative Projektabwick-

Die Bewertung der Zusammenarbeit im ­Rahmen des Quickcheck erfolgt anonym und liefert dadurch unbeeinflusste und wertvolle Hinweise zu positiven wie auch kritischen Themen. Über die Zeit können Entwicklungen einzelner Handlungsfelder verfolgt und justiert werden. ARNOLD RITTER, GF BAU-ARGE SWIETELSKY BAUGESELLSCHAFT MBH

Kooperative Projekt­ abwicklung ist wesentlich für den Projekterfolg. Der Quickcheck ein ­hilfreiches und einfaches Tool, um Handlungsbedarf schnell zu erkennen, und ermöglicht es, wenn nötig, steuernd einzugreifen. JOSEF REISCHL, ­PROJEKTLEITER ASFINAG BAUMANAGEMENT GMBH

Der KOOP-Quickcheck ist – richtig gelebt – ein sehr gutes Instrument, um den angestrebten Gesamt­ erfolg auch erzielen zu können. „Richtig gelebt“ be­ deutet, die verschiedenen Interessen offen und ehrlich darzulegen, ge­meinsam zu analysieren und letztendlich auch zu einer gemeinsamen und möglichst konfliktfreien (ganz konfliktfrei geht aus Erfahrung nicht) Umsetzung des Projekts beizutragen. KARL ARTNER, LEITER ÖBA METZ & PARTNER BAUMANAGEMENT ZT GESMBH

beigestellt

beigestellt

beigestellt

beigestellt

beigestellt

Nachgefragt DAS SAGEN ANWENDER ZUM KOOP-QUICKCHECK:

Der Quickcheck bietet eine kompakte und übersichtliche Darstellung des Status quo der Zusammenarbeit auf der Baustelle. Viel Nutzen aus der übersichtlichen Darstellung steht wenig Aufwand beim Ausfüllen des Fragebogens gegenüber. GERALD STEINER, LEITER ÖBA TECTON BAUMANAGEMENT

Der KOOP-Quickcheck bietet die Möglichkeit, die vielfältigen Themengebiete und Problemfelder am Bau zu untersuchen und ­Defizite zu identifizieren. Im Anschluss ist es möglich, Qualitätsmängel, Kommunikationsprobleme, Konflikte oder z. B. fehlende Team­bildung gemeinsam zu besprechen. Die gewonnenen Erkenntnisse können wesentlich dazu beitragen, steuernd einzugreifen und den Projekt­erfolg nach­ haltig sicherzustellen. HEINZ SPRINGER, ­PROJEKTLEITER ASFINAG BAUMANAGEMENT GMBH


14 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

Kapital statt Altlasten Vordenken, mitdenken, umdenken: Aufgrund der komplexen Problemstellungen des Klimawandels reichen im Gebäudesektor Einzelmaßnahmen längst nicht mehr aus.

VÖZ

K Gebäude der Zukunft werden nicht nur höchsten energetischen Standards entsprechen, sondern übernehmen eine aktive Rolle bei der Bereitstellung und Speicherung von Energie. SEBASTIAN SPAUN, VÖZ-GESCHÄFTSFÜHRER

lima, Bauforschung, Wirtschaft: Nur wenn die Bauforschung für den Neubau und die Modernisierung von Gebäuden weiterhin zukunftsweisende Strategien entwickelt und zügig umsetzt, kann ein nachhaltiger Beitrag zum Erreichen des EU-Klimafahrplans bis 2050 geleistet werden. Darüber zeigten sich die beiden Universitätsprofessoren Helga Kromp-Kolb und Thomas Lützkendorf einig. Gemeinsam mit Alexander Passer von der TU Graz sprachen sie im Vorfeld der Sustainable Built Environment Conference 2019 mit Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), und Anton Comelli, Gesellschafter der Comelli Ziegel GmbH, über die Anforderungen des Klimaschutzes an zukünftige Bauwerke.

Lebenszyklus stärker in den Fokus Wie wichtig rasches Handeln in allen Bereichen des Klimaschutzes angesichts des jüngsten UNO-Klimareports sein sollte, unterstrich die österreichische Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. Dies betreffe auch den heimischen Neubau. „Schon jetzt müss-

ten Gebäude so gebaut werden, dass sie den zukünftigen klimatischen Anforderungen und Reduktionszielen gerecht werden“, stellte Kromp-Kolb fest und verwies auf die 17 Sustainable Development Goals der UNO. Aufgrund der komplexen Problemstellung des Klimawandels reichten auch im Gebäudesektor keine Einzelmaßnahmen, sondern es müsse an allen Schrauben gleichzeitig gedreht werden. Diese Ansicht unterstützte auch Alexander Passer, der ein Umdenken einforderte. „Unser Ziel muss es sein, der Nachwelt Bauwerke nicht als Altlast, sondern als Kapital zu hinterlassen“, brachte der an der TU Graz forschende Professor den Wandel auf den Punkt. „Die Langfristigkeit der Investitionen erfordert ein Umdenken, das viel stärker Lebenszyklusaspekte berücksichtigt. Hier sind sowohl betriebsbedingte Emissionen als auch die grauen Emissionen der Bauwerke zu berücksichtigen.“ Darüber hinaus seien die zu erwartenden geänderten Rahmenbedingungen aufgrund des Klimawandels mitzudenken. Dadurch wäre das Erreichen von echten Netto-Null-Emissionen möglich. „Diese erfordern jedoch ein Nachschärfen aktueller Rahmenbedingungen“, stellt Passer fest.

Helmut Lunghammer (2)

Klare Rahmenbedingungen

GUTES KLIMA Reinhold Lindner, Sebastian Spaun, Helga Kromp-Kolb, Thomas Lützkendorf, Alexander Passer und Anton Comelli (v. l.) demonstrierten im Vorfeld der SBE 2019 Einigkeit beim Thema Klimaschutz.

„Die Umsetzung von Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung und insbesondere das Erreichen von Klimaschutzzielen erfordert klare Rahmenbedingungen, eindeutige Zuständigkeiten sowie die Handlungsbereitschaft aller Akteure der Baustoff-, Bau- und Immobilienwirtschaft“, forderte Thomas Lützkendorf vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Obmann im Deutschen Institut für Normung (DIN). Die globalen Anforderungen müssten möglichst schnell in konkrete sowie praxistaugliche Ziele für Produktentwicklung und Gebäudeplanung übergeführt werden. „Die Wissenschaft muss hierbei die Politik beraten und die Industrie unterstützen sowie auch die Grundlagen, Hilfsmittel und Lösungsansätze zur Verfügung stellen“, so Lützkendorf weiter. Dadurch liege das Erreichen der Ziele innerhalb vorgegebener Rahmen-


Aus der Branche 15 BAUZEITUNG 18 2019

bedingungen in der Verantwortung der involvierten Akteure.

Gebäude als Micro-Energy-Hubs Einen wesentlichen Anteil einer klimaschützenden Strategie werden auch die Energiesysteme der ­Zukunft spielen. „Im Energie­system der Zukunft verschwimmt durch die Digitalisierung die ­historische Trennung zwischen Bereitstellung und Verwendung von Energie immer mehr“, stellt Sebastian Spaun fest. „Gebäude der Zukunft werden nicht nur ­höchsten­ energetischen Standards entsprechen, sondern übernehmen eine aktive Rolle bei der Bereitstellung und Speicherung von Energie.“ Dabei spielt die thermische Bauteilaktivierung in den Augen des VÖZ-Geschäftsführers eine wesent­ liche Rolle, da ebendiese die Gebäude zu MicroEnergy-­Hubs macht. Nicht ohne Stolz sieht man sich dabei in einer Vorreiterrolle bei der Entwicklung einer zukunftsträchtigen Idee.

IM FOKUS  Mit großem Interesse wurde die Diskussion verfolgt: Das Thema Klima polarisiert.

Anton Comelli, Gesellschafter von Comelli-Ziegel, unterstrich im Zuge der Diskussion, dass neben einer entsprechenden Forschung an neuen Gebäudekomponenten auch die regionale Produktion nachhaltiger Baustoffe von wesentlicher Bedeutung sei. Kurze Transportwege und Baustoffe, die ohne Emissionen vollständig rezyklierbar sind, leisten einen wesent­ lichen Beitrag zum Klimaschutz, so Comelli.  ◼

RÖFIX StoneEtics® Das sichere System für dekorative Beläge auf Dämmfassaden

n n n

n

Statischer Nachweis: bis zu 103 kg Systemmasse/m2 Gestaltungsfreiheit auf hochgedämmten Gebäudehüllen mit WDV-Systemen Mit vielen Belägen kombinierbar: Mosaik, Klinkerriemchen, Keramik, Kunststein und Naturstein bombiert und Natursteinplatten Integration von Architektur unter Berücksichtigung lokaler Werte

Referenzobjekt: Mein Seedomizil, Lochau


16 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

In der Produktivitätsfalle Während viele Branchen automatisieren, hat die österreichische Baubranche in den letzten zwanzig Jahren sogar Produktivität verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Beraternetzwerks Kreutzer Fischer & Partner.

N

Gettyimages

ominal wuchs die Bauwirtschaft seit 1995 um rund drei Prozent pro Jahr. Der Anstieg war aber ausschließlich preisgetrieben, analysiert das Kreutzer Fischer & Partner in einer vom einem Bauunternehmen beauftragten Studie. Die erbrachte Bauleistung entwickelte sich – trotz des Baubooms der letzten Jahre zwischen 1995 und 2018 sogar negativ. Damit ist die Bauwirtschaft nicht nur der einzige der großen Wirtschaftsbereiche, der Wachstum ausschließlich über Preiserhöhungen realisierte, sondern auch jener, der in den letzten rund 25 Jahren keine Produktivitätsgewinne erzielen konnte. Ganz im Gegenteil, seit Mitte der 90er-Jahre verlor die Branche Jahr für Jahr an Effizienz. Im Durchschnitt sank die Arbeitsproduktivität – bezogen auf die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden – um 0,6 Prozent pro Jahr. Seit 1995 ergibt das am Bau eine Reduzierung der Arbeitsproduktivität um 9,3 Prozent, während ähnlich personalintensive Branchen wie der Tourismussektor die Produktivität um steigern konnten. Für die zweifelsohne unzufrieden stellende Entwicklung der Arbeitsproduktivität in der Bauwirtschaft gäbe es eine Reihe von Gründen, so Studienautor Andreas Kreutzer. Allen voran nennt er die mangelnde Industrialisierung und eine im ausführenden Sektor insgesamt innovationsfeindliche Grundhaltung.

das hierzulande beliebte „baubegleitende Planen“ ein Anheben der Produktivitätspotentiale.

Innovationsfeindliche Grundstimmung

Mangelnde Industrialisierung Während in der Autombilindustrie abertausende Fahrzeuge eines Modells vom Band laufen, ist – wenn es ums Bauen und Wohnen geht – Individualität nachwievor Trumpf. Dabei könnten schon mit klug geplanten Kleinserien im Umfang von rund 100 identischen Wohngebäuden die Baukosten um etwa ein Sechstel gesenkt werden, wenn gleichzeitig auch der behördliche Genehmigungsprozess harmonisiert und vereinfacht wird, so Andreas Kreutzer. Zudem schafft es die Baubranche nicht, die Produktionsprozesse auf den Baustellen entscheidend zu optimieren. Nach übereinstimmenden Ergebnissen unterschiedlicher und unabhängig voneinander durchgeführten Studien, könnte auf Baustellen um gut ein Drittel effizienter gearbeitet werden. Allerdings erschwert auch eine vergleichsweise geringe Planungstiefe und

ZUR STUDIE

Die Studie wurde von Kreutzer Fischer & Partner im Juli 2019 im Auftrag eines international tätigen Baukonzerns erstellt.

Dass die Baubranche selbst zu Innovationen wenig beiträgt ist hinlänglich bekannt. Im Jahr 2015 (letzte verfügbare Zahlen) lag der Anteil der Ausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklungen (F&E) bei gerade einmal 0,35 Prozent der Bruttowertschöpfung. Der Wert für alle Wirtschaftsbereiche lag bei 2,3 Prozent, also nahezu dem siebenfachen. Hinzu käme noch, dass auch Innovationen aus der vorgelagerten Baustoffindustrie nur zögerlich aufgenommen werden, so Studienautor Kreutzer. Ein anschauliches Beispiel ist etwa der Einsatz von Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung. Obgleich es seit einigen Jahren taugliche Modelle gibt, die direkt mit den Fenstern montiert werden, werde nach wie vor auf klassische Systeme gesetzt, die eine Montage von Lüftungskanälen erfordern. Auch Smart Home mache sich zwar in der Presse gut, tatsächlich werden Elektroinstallationen im Wohnbau aber nur äußerst selten als Bus-System ausgeführt – eine Voraussetzung für vorgefertigte Wandsysteme mit integriertem Kabel. „Die Liste mit mehr oder weniger gescheiterten Produktinnovationen könnte noch lange fortgesetzt werden“, so Andreas Kreutzer. Es habe den Anschein, dass – sieht man von der regen Diskussion über BIM ab – Veränderung in der Bauwirtschaft besonders große Ängste auslöse, so der Studienautor abschließend. ◼


Aus der Branche 17 BAUZEITUNG 18 2019

Fahrt aufgenommen

N

ach dem Ende der BEZ-Baustoff-Einkaufs-Zentrale Gmbh und deren neuer Positionierung unter dem Namen Eurobaustoff Österreich GmbH nimmt die Kooperation hierzulande Fahrt auf. „Die Konsolidierungsphase ist beendet. Seit Anfang des Jahres greifen die Gesellschafter der Eurobaustoff Österreich mit neuer Dynamik in das Marktgeschehen ein und gewinnen zusätzliches Marktpotenzial“, sagt Hartmut Möller, Geschäftsführer der Eurobaustoff Österreich und in Personal­ union auch Geschäftsführer der Eurobaustoff in Bad ­Nauheim­/ Karlsruhe. Die schwierigsten Hürden habe man bereits in den letzten 18 Monaten g ­ enommen.­ „Das waren an erster Stelle die Lieferanten­gespräche, die wir mit den in Österreich relevanten Industriepartnern geführt haben“, so M ­ öller. Aber auch die Umstellung des Abrechnungsmodus zum Jahreswechsel von der Zentralregu­lierung zur Zentral­ fakturierung zählt dazu. „Eigentlich nur eine kleine Änderung in der EDV, doch da steckt der Teufel bekanntlich im Detail.“

Kooperationswechsel Die 18 Gesellschaftshäuser mit insgesamt 59 Standorten arbeiten bereits zusammen mit der Eurobau-

Eurobaustoff

Die ehemalige BEZ-Baustoff-Einkaufs-Zentrale Gmbh gewinnt unter neuem Namen zusätzliches Marktpotenzial in Österreich.

Wir freuen uns, dass wir nun mit zusätzlichem Schwung unser ­komplettes Leistungs­portfolio ­anbieten können. HARTMUT MÖLLER, GF EUROBAUSTOFF

stoff an ihren zukünftigen Auftritten in der Region. Das war auch der Grund, warum sie sich 2017 für den Kooperationswechsel entschlossen hatten. „Wir wollten unser Dienstleistungsportfolio stärker ausweiten, so wie es auch unsere Kunden und der österreichische Markt mehr und mehr von uns ­fordern.“ In einem eigenen Dienstleistungscampus hat man diese nun zusammengefasst: Neben den Bereichen Beschaffung und Einkauf sowie Standort und ­Logistik, die bereits seit längerem in Österreich im ­Fokus stehen, konzentriert man sich aktuell hierzulande auf die Etablierung der Bereiche Marketing und Vertrieb sowie Personal und Bildung. „Das Inter­esse, das wir an den diversen Kick-off-Veranstaltungen wahrnehmen, ist groß“, berichtet Möller. So schickten beispielsweise 15 der 18 Gesellschafterhäuser ihre Spezialisten zum ersten österreichischen Marketing-Tag nach Wien. Neuen Schwung bekommt auch der Nachwuchs – und zwar mit dem Jungunternehmerforum. Mehr als 80 Mitglieder hat dieses Forum, alle unter 40 ­Jahren, zum Teil schon in der unternehmerischen Verantwortung, zum Teil noch am Studienanfang. Der Reiz bleibt aber für alle derselbe: offener Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten.  ◼

Die Schalungstechniker.

Die perfekte Investition in die Zukunft. Schalungssysteme von Doka: schnell, wirtschaftlich & sicher.

www.doka.at


18 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

ofp kommunikation (2)

EINTAUCHEN Das Cave-Lab ermöglicht eine Begehung des 3D-Modells mittels 3D-Kinobrillen und soll so der „motion sickness“ vorbeugen.

Greifbarer digitaler Wandel Riederbau macht mit dem neugeschaffenen Kompetenzzentrum den digitalen Bau für die Kunden erlebbar. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

An der Technologie wachsen Das neugeschaffene Kompetenzzentrum umfasst 600 Quadratmeter und ist eine Art Live-Lab für die Baustelle, konkreter für CAFM sowie BIM. „Wir möchten das digitale Handwerk erlebbar machen und so den Kunden – egal ob Endkunden oder Businesskunden – die Möglichkeit bieten, live zu erfahren, welche Vorteile die neuen Technologien bieten“, erklärt Geschäftsführer Anton Rieder die Grundidee. Dabei dient schon das Gebäude selbst als Best-Practice-Beispiel, da es unter der Berücksichtigung von CAFM gebaut wurde und so Grundlage für eigene Analysen sowie Auswertungen ist. „Die Prozesse wachsen und erweitern sich, die Ansprüche unserer Zielgruppen werden komplexer, die Erwartungen an eine vorausschauende, nachhaltige Städte- und Umgebungsentwicklung steigen“, so Rieder. „Um für die Heraus-

forderungen der Zukunft gewappnet zu sein, war es an der Zeit, auch unsere eigenen Gebäude- und Bürostrukturen hinsichtlich der Arbeitsprozesse mitwachsen zu lassen.“

Riederbau

G

eht es um die digitale Weiterentwicklung der Baubranche, ist das Tiroler Bauunternehmen Rieder Bau einer der Vorreiter. Nun will Anton Rieder noch einen Schritt weiter gehen, um das Bauen in der Region smarter zu gestalten. Deswegen wurde am Firmenstandort in Schwoich ein neuer Gebäudekomplex errichtet, in dem die digitale Welt greifbar wird. Mit der Erweiterung sollen Vorteile – wie etwa Lösungen mittels Computer-Aided Facility Management (CAFM), 3D-Projektor und Gebäudebesichtigungen mit Virtual-Reality-Brillen – erlebbar und greifbarer werden.

Neues erleben, neue Wege gehen

Wir möchten das digitale Handwerk erlebbar machen und so den Kunden – egal ob Endkunden oder Businesskunden – die Möglichkeit bieten, live zu erfahren, welche Vorteile die neuen Technologien bieten. ANTON RIEDER, GF RIEDERBAU

Herzstück des Kompetenzzentrums sind das Cave-Lab mit einzigartigen 3D-Darstellungsmöglichkeiten sowie neue Verkaufs- und Präsentationsräumlichkeiten mit Wohlfühl-Ambiente. Im Cave-Lab können auf eine 15 Quadratmeter große Leinwand die 3D-Modelle projiziert werden, wodurch diese mittels einer 3DKinobrille „besichtigt“ werden können. Der Vorteil dabei ist, dass die sogenannte „motion sickness“, die bei 3D-Brillen entstehen kann, vermieden wird. Ebenso geht man mit dem Angebot von CAFM den logischen digitalen Schritt entlang des Lebenszyklus von Gebäuden. „CAFM ist eine intelligente und sichere Webanwendung, die über eine App auch mobil zur Verfügung steht“, erklärt Rieder. „Die Daten für die technische Objektbetreuung und das Facility-Management liegen zentral in einem Rechenzentrum.“ Dabei wird ein bestehendes oder zu planendes Gebäude inklusive TGA, Elektroplanung und Produktionsmaschinen nachmodelliert und in ein CAFM-System überführt. Mit der computerunterstützten Liegenschaftsverwaltung von Riederbau kann man sich über ein mobiles Device jederzeit ins System einloggen, wo alle notwendigen Informationen über die betrieblichen Anlagen angezeigt werden. ◼


Aus der Branche 19 BAUZEITUNG 18 2019

Bedarfsgerecht versorgt mit C-Teilen Schachermayer unterstützt Bauunternehmen mit professionellem C-Teile-Management (kurz CTM) und der mobilen Lösung per Smartphone-App in der effizienten Beschaffung von C-Teilen und Verbrauchsgütern. C-Teile-Management Mit C-Teile-Management werden Lager­ artikel wie auch kundenspezifische Sonder­ teile je nach Anforderung bis an die jeweilige Bedarfsstelle geliefert. Auch eine ­Containerbestückung direkt auf der Baustelle ist möglich. Ist CTM einmal in die betriebliche Ablauforganisation integriert, startet ein immer wiederkehrender Kreislauf, der den Eigenaufwand auf ein Minimum reduziert. Die Kosten für die Beschaffung von C-Teilen können durch individuelle

Bedarfserkennung, Anlieferung und die Verbringung der Ware übernimmt mit CTM ein ­SchachermayerMitarbeiter.

CTM-Konzepte um bis zu 75 Prozent gesenkt werden!

◼  rasches Verbringen der Ware durch

Betriebliche Integration

◼  automatisierte Zusendung von Mengen-

führt eine Ist-Analyse der Lager- und Ablaufsituation durch. Danach werden Artikel­ sortiment, Artikelmengen, Lagerorte sowie Bestückungszyklus definiert. Die Beschaffung der benötigten C-Teile läuft folgend über Schachermayer: Bedarfserkennung, Anlieferung und die Verbringung der Ware.

Vorteile ◼  definierte Mengen nach Kundenwunsch ◼  lageroptimierte Anlieferung aufgrund interner Vorsortierung

Mit der App funktioniert das Bestellen per Scan mit dem Smartphone oder in Verbindung mit einem Bluetooth-­ Scanner.

bzw. Nulldreheranalysen pro Lagerplatz

◼  Prozess-, Personal- und Lagerkosten sinken

orten ist der Pusch-Modus die perfekte Lösung. Für das Freischalten von Pusch wenden sich Interessierte an ihren Verkäufer im Außendienst.

Vorteile

◼  geringstmögliche Kapitalbindung ◼  C-Teile sind permanent verfügbar ◼  freie Mitarbeiterkapazitäten

◼  zeit- und ortsunabhängiges Bestellen von Produkten

Kompakte CTM-Lösung per App

◼  individuelle Produktsortimente können definiert werden

Scan“ können Anwender mit integriertem

◼  perfekter Überblick aller definierter Listen ◼  komfortables Bestellen per Scan mit

Barcodescanner Produkte schnell erfassen.

dem Smartphone oder in Verbindung mit

Mit der Smartphone-App „Schachermayer

So ist es ein Leichtes, benötigte Artikel aus den zuvor erstellten Artikellisten direkt in

einem Bluetooth-Scanner

◼  anwenderfreundliche kompakte C-Teile-

den Warenkorb des Partnerportals

Management-Lösung

zu übertragen. Die mobile Anwen-

◼  im Pusch-Modus: Produkte sind gekenn-

dung eignet sich daher beson-

zeichnet und vorsortiert nach Lagerzone

ders für die zeit- und ortsunab-

der jeweiligen Bedarfsstellen

hängige Beschaffung individueller Produktsortimente.

Mehr Infos über CTM und die App finden Sie

Der BASIS-Modus steht jedem Schachermayer-Kunden

auf www.schachermayer.at/dienstleistungen.

mit

Partner­portalzugang zur Verfügung. In der kostenpflichtigen Erweiterung

Schachermayer-Großhandels­

„Pusch-Modus“ können zusätzlich zuvor

gesellschaft m.b.H.

hinterlegte Lagerplätze an Schachermayer

Schachermayerstraße 2-10, A-4020 Linz

übermittelt werden. Für die Beschaffung

www.schachermayer.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Der CTM-Fachberater von Schachermayer

­Artikelkennzeichnung mit Lagerplätzen

gleicher Artikel an unterschiedlichen Lager­


20 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

Blickfang RATHAUS. EYSTURKOMMUNA, FÄRÖER-INSELN

Nic Lehoux

Symbolkraft und regionale Bau­tra­ dition verknüpfen Henning Larsen Architects mit ihrem Rathaus auf den Färöer-Inseln. Als Brücke über einen Fluss ver­ bindet es zwei Gemeinden miteinander. Die dunklen Holzfassaden und das Gründach sind der historischen färörischen Bauernhausarchitektur entlehnt.

Hälfte geschafft

Gemeinsame Planung

CA IMMO Die

Immobiliengesellschaft schließt mit sehr erfreulichen operativen Ergebnissen das erste Halbjahr 2019 ab. CA Immo verbuchte dabei einen Zuwachs der Mieterlöse um 18,9 Prozent auf 111,4 Millionen Euro. Das Ebit lag mit 195,8 Millionen Euro um 30,7 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

Delta errichtet im Auftrag der BMW Group eine Erprobungsstrecke.

E

nde 2018 startete das Projekt „BMW Group Future Mobility Development Center“ mit Delta als Generalplaner für die Hochbauzone. In der Karlsbader Region werden Erprobungsstrecken errichtet. Die Hochbauzone beträgt knapp 70.000 Quadratmeter Geschoßfläche. Ein zentraler Aspekt des Projekts ist das Management der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten: Delta wendet gemeinsam mit den Projektbeteiligten die Lean-Management-­Methode an. „Die hochkomplexe Planung gemeinsam mit dem zweiten Generalplaner für die Strecke erfordert eine positive P ­ rojektkultur und eine gute Basis auf der Beziehungsebene“, sagt Wolfgang K ­ radischnig, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher bei Delta. Die Bau­ arbeiten­beginnen voraussichtlich im Frühjahr 2020.

Gewinne gesteigert Der Baukonzern hat im ersten Halbjahr seine Leistung um neun Prozent auf 7,51 Milliarden Euro gesteigert. Der Umsatz legte um 11 Prozent auf 6,98 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr werden weiterhin mehr als 16 Milliarden Euro Leistung erwartet – etwas unter dem Stand von 2018. STRABAG 

Ausblick verbessert Immobilienentwickler hat nach einem Gewinnplus zum Halbjahr seinen Ausblick für das Gesamtjahr verbessert. Es werde nun ein Nettogewinn von 47 bis 50 Millionen Euro erwartet. Im erstem Halbjahr stieg der Gewinn um 2,5 Prozent auf 21,3 Millionen Euro.

Erich Sinzinger

UBM  Der

Das DeltaBIM-Team v. l.: Architekt und Geschäftsführer Adam Cifra, Geschäftsführer Erik Stefanovic und Architektin Sabrina Schubert.


Aus der Branche 21 BAUZEITUNG 18 2019

Ausbildungsoffensive

ANSICHTSSACHE

Weinwurm

Insgesamt elf neue Lehrlinge starten dieses Jahr bei Tomaselli Gabriel Bau ihre Karriere.

N

Stadtplanung in Echtzeit Im City Intelligence Lab des AIT kann man ­Klimawandel­und Digitalisierung live erleben.

S

tadtplanung, deren Auswirkungen sich in Echtzeit in Virtual-­ Reality-Modellen ablesen lässt, bietet das erste „City Intelligence Lab“ Österreichs. Am Austrian Institute of Technology (AIT) sollen mittels künstlicher Intelligenz einzelne Gebäude bis zu ganzen Stadtteilen hinsichtlich Hitze-, Verkehrs- oder Windentwicklung in sehr frühen Planungsstadien abgeklopft werden können. So soll etwa berechnet werden, welche Maßnahmen für bestimmte Stadtteile eine Abkühlung bedeuten würden. Um die Bevölkerung in die Stadtplanung einzubinden, wurde parallel dazu das Projekt „LiLa4Green“ gestartet. Das vom Klima- und Energiefonds geförderte Forschungsprojekt hat zum Ziel, dass Forscher und Bewohner gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die „Hundstage“ in der Stadt erträglicher zu machen. 2020 sollen für Maßnahmen rund 25.000 Euro zur Verfügung stehen.

RAINER PAWLICK, LIM BAU WIEN

Prämie für Ausbildungsbetriebe Tomaselli Gabriel Bau / Karl Huber

eben acht Maurern, davon einer in Kombination mit Tiefbau, starten auch eine Bürokauffrau und zwei bautechnische Assistenten ihre Karriere bei Tomaselli G ­ abriel Bau. Insgesamt bildet das Walgauer Bauunternehmen 21 Lehrlinge in vier Berufen aus: 15 Maurer, einen Tief bauer, zwei bautechnische Assistenten, eine Bürokauffrau, und zwei Lehrlinge absolvieren die Doppellehre Maurer/Tiefbauer. Mit Leonie Burtscher hat erneut eine bautechnische Assistentin die Lehre begonnen, ein Kollege folgt noch im Oktober. „Den Lehr­beruf gibt es seit vergangenem Jahr“, erklärt Geschäftsführerin Barbara Gabriel-Tomaselli. „Die Nachfrage ist groß, und hier werden sicher noch weitere Lehrlinge folgen.“ Während der Ausbildung erhalten die Jugendlichen Einblicke in alle Bereiche des Unternehmens, das fast sämtliche Bauleistungen anbietet. Darüber hinaus nehmen die Nachwuchsfachkräfte auch an den Kursen von „Lehre im Walgau“ teil und erweitern dort ihre sozialen Fähigkeiten.

Elf Lehrlinge haben ihre Karriere bei ­Tomaselli Gabriel Bau begonnen.

Eine Lehre am Bau ist der Beginn für einen Berufsalltag mit Zukunft und spannenden Herausforderungen. Um die Lehre am Bau weiterhin am Puls der Zeit anbieten zu können, war die Überarbeitung und Digitalisierung der Lehrinhalte notwendig und die Bereitstellung von Tablets ein wichtiger Schritt für eine zeitgemäße Ausbildung im Digitalisierungszeitalter. Ich bin überzeugt, dass die Neuausrichtung der Baulehre viele junge Menschen anspricht und das Interesse für das Erlernen eines Bau­berufs geweckt wird. Um der Baulehre 2020 mehr Geltung zu geben, werden wir Wiener Ausbildungsbetriebe im Schuljahr 2019/ 2020 wie schon im letzten Jahr mit einer Prämie in der Höhe von 3.000 Euro unterstützen. Voraussetzung ist ein aufrechtes Lehrverhältnis zum Stichtag 31. Mai 2020 in den Lehr­ berufen Maurer, Schalungsbauer und ­Tiefbauer. Gegenstand der Förderung ist die teilweise Abgeltung der im Zusammenhang mit der Ausbildung von Lehrlingen angefallenen Kosten für Ausbildungsbetriebe.

tankanlagen gmbh

mobile u. stationäre tankanlagen

tel. 0 72 43/51 683, fax 0 72 43/51 683-20

www.emtec-tankanlagen.at


22 Aus der Branche BAUZEITUNG 18 2019

Duncan Salt ist neuer CEO von Wolffkran. Der bisherige Head of Sales and Service verfügt über langjährige Erfahrung in der Bau- und Kranbranche und ist mit Wolffkran bestens vertraut. Salt folgt auf Peter Schiefer, der sich künftig auf die strategische Weiterentwicklung von Wolffkran konzentriert.

Lucia Malfent ist ab November neue Konzernsprecherin der BIG. Die promovierte Kommunika­ tionswissenschaftlerin leitete zuletzt das Open Innovation in Science Center der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft. Malfent folgt auf Ernst Eichinger, der das Unternehmen Ende Oktober verlässt.

W

0 72 62/62954, Fax DW 25 office@woehrer.cc www.woehrer.cc

Wien 3420 Aspern Development AG / Hörmandinger

Sonderanfertigungen von Brandschutzportalen in EI30 und Brandschutzfenstern in EI30/EI60/EI90 in Holz und Holz/Alu ÜA-zertifiziert sowie Hauseingangstüren für Wiederverkäufer Zertifizierte Haustüren, Panik- und Fluchttüren

Peter Reikersdorfer ist neu in der Geschäftsführung von Remax Austria. Seit 1. September leitet er mit seinem Bruder Bernhard Reikersdorfer die Geschäfte des Immobilienmaklernetzwerks. Künftig wird er sich dort mit seinen Mitarbeitern den Themen Digitalisierung und Marketing widmen.

Heid & Partner hat mit Daniel S. Azem einen neuen Anwalt. Der Immobilien- und Liegenschaftsrechtsexperte war zuletzt Anwalt in der Wirtschaftskanzlei Vavrovsky Heine Marth Rechtsanwälte. Bei Heid & Partner wird er sich u. a. um Bewilligungen, Vergabe und Grundstücksbeschaffung kümmern.

Neues Business-­ Quartier in Aspern

Preisauftrieb ährend die Anzahl der Verkäufe am österreichischen Wohnungsmarkt zurückgeht, ziehen die Preise wieder stärker an, wie eine RE/MAX-Immobilien-Analyse ergibt. War im ersten Halbjahr 2018 ein Preisauftrieb von +1,0 Prozent zu verzeichnen, so liegt dieser Wert im Jahresvergleich zum ersten Halbjahr 2019 bei +7,6 Prozent. Wohnungskäufe wurden zudem 24.865 verbüchert und damit um 1.301 Stück weniger als im Vergleichszeitraum 2018.

beigestellt

beigestellt

Wolffkran

LBG/ Andreas SCheiblecker

Personalia

Die Infrastruktur für das Leben und Arbeiten in der wachsenden Wiener Seestadt wird vielfältiger.

F V. l.: Marcus Wild (CEO SES) und ­Alexander Kopecek (Vorstand Wien 3420 AG) präsentieren das Seeparkquartier.

ast fünf Jahre nach Einzug der ersten Seestädter und vier Jahre nach dem Start der ersten gemanagten Einkaufsstraße in der Maria-Tusch-Straße wächst die Seestadt sichtlich. Mit dem Seeparkquartier entsteht nun ein neuer Business-Hotspot mit zusätzlichen 3.500 Quadratmetern Handelsfläche und über 30.000 Quadratmeter Bürofläche. Während man noch zwischen den Bauzäunen einer Baustelle vorbeigeht, herrscht Hochbetrieb, denn einige der 14 Projekte im neuen Quartier sind inzwischen schon teilweise besiedelt. Mit der kürzlich eröffneten Durchgangsmöglichkeit durch die spätere Fußgängerzone und dem sukzessiven Rückzug von Kranen, Lkws und Co werden nun auch die ersten Geschäftsund Gastroflächen in dem unmittelbar an der U2-Station gelegenen Q ­ uartier­ sichtbar. Vielfältige Büro- und Gewerbeflächen, freifinanzierte Wohnungen und Freizeitangebote gehören zum Mix im neuen Business-Hub nördlich der Donau. Ermöglicht hat diesen eine Kooperation der Wien 3420 Aspern Development AG und des SES Spar European Shopping Centers.


OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES 

Innung 23

Fischer

BAUZEITUNG 18 2019

OFP Kommunikation

Baulehrlinge im zweiten Lehrjahr erhalten im Zuge der turnus­ mäßigen Einberufung an BAUAkademien ein Tablet zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Neue digitale Lernmethoden halten damit Einzug in die Baulehre. Die Lehrlinge zeigen sich begeistert.

Die ersten Tablets sind im Einsatz Als sichtbares Zeichen der Digitalisierung und Attraktivierung der Baulehre wurden vor kurzem den ersten Baulehrlingen im zweiten Lehrjahr ihre Tablets zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung überreicht. TEXT: IRENE GLANINIGER / PAUL GROHMANN, GESCHÄFTSSTELLE BAU

W

ie bereits in der Bauzeitung Nr. 15/16 angekündigt, beginnt derzeit die Ausgabe der ­Tablets an die Baulehrlinge im zweiten Lehrjahr. An den BAUAkademien ­Vorarlberg, Tirol, Niederösterreich, Steier­mark und Salzburg wurden die ersten Geräte bereits an ihre neuen Besitzer übergeben. Die BAUAkademien Wien, Ober­österreich und Kärnten folgen demnächst. Die Vorfreude und Spannung der Lehrlinge war unüberhörbar: „Ich freue mich sehr über das Tablet, weil es mir nicht nur das Arbeiten auf der Baustelle erleichtert, sondern auch bei der Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfung hilft. Wir hatten gerade eine erste Einschulung, und da konnte ich schon sehen, dass es eine tolle Lernhilfe ist“, zeigt sich Adrian Zangerle, Baulehrling aus Tirol, begeistert.

„Ich werde das Tablet auf jeden Fall für meinen Bautagesbericht einsetzen: Schreiben, eventuell Foto von der erledigten Arbeit machen, der Firma schicken – passt!“, freut sich Patrick Winter, Baulehrling aus der Steiermark, auf künftig kürzere Wege. „Lernvideos, Baumappe, Wissensplattform, BauMaster-App – all diese Hilfs­ mittel stehen den Lehrlingen mit den neuen Tablets direkt und unmittelbar zur Verfügung. Das hilft ungemein“, erklärt Baumeister Lukas Hundegger anlässlich der Tablet-Übergabe an der BAUAkademie Tirol. „Mit dem Tablet kann der Lehrling den Lehrstoff durchgehen und gleich anschließend Fragen zur Lehrabschlussprüfung testweise beantworten. So weiß der Lehrling immer, wie er mit seinem Wissen gerade abschneiden würde“, so Ausbilder Manfred Paier von der BAUAkademie Steiermark.

Im Zuge der Tablet-Übergabe erfolgte auch eine kurze Einschulung durch die Ausbilder der BAUAkademien für die am Tablet verfügbaren Apps und Lern-Tools. Die Tablets verbleiben bis zum Ende der 36-monatigen Tariflaufzeit im Eigentum der Bundesinnung Bau und des Fach­ verbands der Bauindustrie und werden den Lehrlingen unentgeltlich zum Gebrauch überlassen. Danach gehen die Tablets in das Eigentum der Nutzer über, sofern der Abschluss einer Baulehre nachgewiesen wird. Diese Maßnahme gilt als wichtiger Baustein des Projekts „Baulehre 2020“ und geht mit weiteren Vorhaben zur Attraktivierung und Digitalisierung der Baulehre – neue Ausbildungsordnungen, Kaderlehre, neue Berufsbezeichnungen ab 1. 1. 2020 – einher.  ◼


24 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 18 2019

Helferlein auf der Baustelle Smartphone und Tablet sind allgegenwärtig – zunehmend auch auf der Baustelle. Architekten, Planer, Ausführer und Handwerker können in den App-Stores eine Vielzahl kleiner Helfer finden. Eine Zusammenfassung. Any.Do Clean und minimalistisch präsentiert sich die App Any.Do. Hinter dem sauberen Design verstecken sich aber alle Funktionen, die eine gute To-do-ListenApp benötigt. Mit Any.Do Moments haben die Entwickler außerdem ein Feature für einen Tagesplaner hinzugefügt. Tasks und Notizen können bei Bedarf um Fotos ergänzt und natürlich mit anderen geteilt werden. Ergänzend zur To-do-App gibt es auch einen Kalender. Erhältlich im App Store und Google Play Store

DriversLog Mit DriversLog – dem Fahrtenbuch fürs Smartphone – wird die Buchführung über berufliche und private Fahrten einfacher. Seit dem neuesten Update gibt es eine automatische Fahrtaufzeichnung, bei der über die App eine Bluetooth-Verbindung fürs Auslösen der Aufzeichnung sorgt. Alle Berichte sind finanzamtskonform und lassen sich als PDF- oder CSV-Datei ausgeben. Die Software berechnet auch aktuelle Steuervorteile, den durchschnittlichen Kraftstoff verbrauch und übernimmt Autotyp, Mitfahrer wie Geschäftspartner und Zielorte aus früheren Fahrten. Alle Aufzeichnungen lassen sich in der iCloud sichern oder als Mail-Backup speichern. Und wer zu schnell fährt, kann über die App gleich dank Bußgeldrechner erfahren, welche Strafe ihn erwartet. Erhältlich im App Store und Google Play Store

TimeTac Beim Behalten des Überblicks, ob die Baustelle noch im Zeitplan liegt, kann die TimeTac-App eine hilfreiche Lösung sein. Neben Arbeitszeiterfassung und Urlaubsverwaltung ermöglicht sie auch die Projektzweitverwaltung der jeweiligen Baustelle. Eine Baumstruktur bietet eine übersichtliche Darstellung der Projekte und Unterprojekte sowie aller Tätigkeiten im Projektablauf. Zudem unterstützt die Software bei der Planung von Ressourcen. Ebenfalls ist die Kunden- und mitarbeiterbasierte Auswertung für Fehlzeiten, Stundenabrechnungen und Zuschläge möglich. Mitarbeiter können sich über ein NFC-Smartphone (Handy-Funkstandard für drahtlose Datenübertragung) oder über ein mobiles Terminal einloggen, womit die aufgenommene Arbeitszeit mit dem Smartphone des Arbeitgebers abgeglichen wird. Erhältlich im App Store und Google Play Store

Capmo Bauprojekte werden häufig teurer als geplant und noch dazu häufig zu spät oder mit erheblichen Mängeln fertig. Schuld daran können die unklare Aufgabenverteilung sowie die mangelhafte Baudokumentation sein. Die App Capmo löst dieses Problem und vereinfacht das Projektmanagement auf der Baustelle und im Büro durch eine intuitiv bedienbare Software. Konkret ermöglicht sie, den Bauplan als PDF am PC hochzuladen und automatisch auf allen angemeldeten Geräten zur Verfügung zu stellen, auch im Offline-Modus. Auf der Baustelle werden Fotos direkt in der App aufgenommen und an der zugehörigen Stelle im Bauplan verortet. Mit der Aufnahme-Funktion können Bemerkungen direkt vor Ort in das Smartphone oder Tablet diktiert werden und sind anschließend automatisch als Text abgespeichert. Mit nur einem Klick exportiert Capmo den gesamten Baubericht inklusive Foto und Beschreibung. Erhältlich im App Store und Google Play Store


Tr o c k e n b a u e r i m

Diamantrausch

K e i n Wu n d e r b e i e i n e r Platte, die alles kann! Angle Meter Pro Besonders praktisch für Architekten ist die App Angle Meter Pro, die das Messen eines Winkels im Raum in Echtzeit ermöglicht. Die Messung erfolgt über den Lagensensor und ist damit auch erstaunlich genau. Zudem ist ein Kameramodus integriert, mit dessen Hilfe beliebige Bilder importiert und dann ausgemessen werden können. Erhältlich im App Store und Google Play Store

Eyeled MobiPlan Mit der Baustellen-App MobiPlan haben Bauleiter, Gutachter und Architekten ihre Baupläne immer zur Hand. Die Pläne lassen sich interaktiv bearbeiten, um Korrekturen vorzunehmen, Aufgaben zu planen und Anmerkungen, Fotos und Dokumente hinzuzufügen. Neben der mobilen Baustellen-App für Windows-Tablets liefert MobiPlan eine Web-Oberfläche, in der sich die erfassten Daten umfangreich verwalten lassen. Zu den Einsatzbereichen zählen Plankorrektur, Baudokumentation, Planung und Durchführung von Baubegehungen sowie Mängelerfassung und das Anlegen von Schadstoffkatastern. Die Software ist nicht auf das Baugewerbe beschränkt: Für FacilityManager, Anlagenbauer und Handwerker stehen Funktionen wie Bestandserfassung, Montageanleitungen, Planung oder Kontrolle von Wartungsarbeiten bereit. Erhältlich auf www.eyeled.de

Knauf Diamant:

DAS MULTITALENT IM HOCHWERTIGEN INNENAUSBAU HÖHERE STABILITÄT

MEHR WIDERSTAND GEGEN FEUCHTIGKEIT

BESSERER LÄRMSCHUTZ

LÄNGERER BRANDSCHUTZ

www.knauf.at


26 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 18 2019

Sanierung von Tiefgaragen Wie mit Schäden bei Bestandsobjekten umzugehen ist und welche Maßnahmen bereits bei der Planung neuer Garagen bzw. Parkdecks berücksichtigt werden müssen. TEXT: KLAUS POHLPLATZ

D

Schäden durch Feuchtigkeit und Salz Bei Schadensmechanismen durch Umwelteinflüsse unterscheidet man zwei Kategorien. Es gibt Schäden am Beton, bei dem dieser durch unterschiedliche Elemente angegriffen wird, und Schäden am Stahlbeton, insbesondere an der Bewehrung. Typische Schadensbilder der zweiten Kategorie sind die Karbonatisierung oder Chloridkontamination. Besonders hoch ist das Schadenspotenzial an Stahlbetonkonstruktionen, die durch Chloride belastet sind. Dies liegt am steigenden Einsatz von Auftaumitteln (z. B. Natriumchlorid), die vor dem Hintergrund der Effizienzsteigerung wiederum aggressiver für den Stahlbeton geworden sind. Allein auf Öster-

Klaus Pohlplatz (2)

ie Anzahl der zu sanierenden Garagen und Parkdecks ist steigend, wobei die Sanierungsobjekte immer „jünger“ werden. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig und in nahezu allen Bereichen zu finden – bei der Planung, der Beton- und Ausführungsqualität oder dem Nutzerverhalten. Die nachhaltige Instandsetzung von Garagen und Parkdecks setzt eine geregelte Vorgangsweise voraus. Im ersten Schritt erfolgen die Feststellung und Dokumentation des Ist-Zustandes. Zur Abschätzung eines allenfalls notwendigen Sanierungsumfanges und der damit einhergehenden Sanierungskosten sind Untersuchungen an der Stahlbetonkonstruktion unumgänglich. Erst bei Vorliegen eines ausreichenden Kenntnisstandes kann die Planung der Sanierungsmaßnahmen auf Basis anerkannter Instandsetzungsprinzipien durch einen „sachkundigen Planer“ durchgeführt werden. ANGEGRIFFEN Ein durch Chloride und Feuchtigkeit geschädigter Stützenfuß.

VERANSTALTUNGSTIPP

Garage der Zukunft – Zukunft der Garage? Das Symposium für Investoren, Betreiber und Planer von Garagen: Sika Österreich lädt in Kooperation mit dem OFI dazu ein, Neues über Trends und Innovationen am Garagenmarkt zu erfahren. Hochkarätige Vortragende und Brancheninsider zeigen den Weg Richtung Mobilität der Zukunft. Datum: 21. November 2019 Ort: Sofitel Wien, Kosten: 145,00 Euro Informationen: www.sika.at/garage

reichs Autobahnen werden circa 90.000 Tonnen Salz pro Winter gestreut. Neben Brückentragwerken und Tunnelinnenschalen ist auch bei Garagen und Parkdecks dem Feuchtigkeitsschutz und damit einhergehend dem Schutz vor Chlorideintrag in die Konstruktionsteile besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da Taumittel in Form von Schleppwasser, Schnee und Eis mittels Kraftfahrzeugen in dieselben eingebracht werden.

Feuchteschutz stärker in den Fokus Historisch betrachtet war die Dichtheit der Tiefgaragen gegenüber eindringendem Bodenwasser das primäre Planungs- und Ausführungsziel. Dabei wurde oftmals der Schutz der Konstruktion vor Schleppwasser (inkl. korrosionsfördernder Schadsalze, z. B. Chloride) übersehen. Wasserführende Risse in Geschoßdecken wurden vielfach zum Schutz der unterhalb parkenden Kfz nur „kosmetisch behandelt“, um Regressforderungen (z. B. bei Lackschäden an abgestellten Fahrzeugen) vorzubeugen. Dass unter anderem die Deckenkonstruktion selbst Schaden nimmt und damit auch die Gebrauchstauglichkeit drastisch eingeschränkt werden kann, bleibt bis heute in vielen Fällen unberücksichtigt. Der fehlende Feuchtigkeitsschutz von Tiefgaragen in Bestandsobjekten wird zunehmend in den Fokus gerückt, beispielsweise im Zuge einer „Technischen


Due Diligence“, die im Rahmen von Immobilientransfers durchgeführt wird. Die Sanierungs­kosten von Tiefgaragen (ohne Feuchtigkeitsschutz der Konstruktion) sind erheblich und drücken den Verkaufspreis empfindlich. Wird eine Sanierung von Tiefgaragen oder Parkdecks bei laufendem Betrieb durchgeführt, was eher die Regel als die Ausnahme ist, so führt dies zu Ausfällen an Mieterträgen und erfordert im Regelfall die Bereitstellung von Ersatzstellplätzen. So entstehen nicht nur Umsatzein­bußen, sondern auch Folgekosten, die ein Vielfaches der eigentlichen Sanierungskosten ausmachen können.

OFFENGELEGT  Eine geschädigte und zur Instandsetzung frei­ gelegte Decken­bewehrung.

Anderer Dämmstoff

Untersuchungen des Ist-Zustandes Tauchen Schadensbilder auf, empfiehlt es sich, eine unabhängige Stelle wie das OFI mit der Erhebung des Ist-Zustandes zu beauftragen. Nur mittels detail­ lierter Untersuchungen lässt sich ein komplettes Bild der Schäden eruieren, das schließlich als Grundlage für die Erstellung eines individuellen Sanierungs­ konzeptes unverzichtbar ist. Nach einer gemeinsamen Begehung des Unter­ suchungsobjekts wird ein Prüfstellenplan ausgearbeitet, in dem sämtliche Prüfstellen verortet sind. Dieser ist nicht nur für die Probennahme relevant, sondern auch für die Nachvollziehbarkeit sämtlicher ­ Prüfungen. Je nach Schadensbildern und Unter­suchungsobjekt können die Prüfungen, die durch­ geführt werden, variieren. Die Bandbreite betontechno­logischer Untersuchungen, wie sie das OFI anbietet, reicht von der Beurteilung und ­Prüfung der Betondruckfestigkeit über die Erkundung der Bewehrung und Feststellung der Karbonatisierungstiefe sowie der Analyse des Feuchtigkeits- und Chlorid­gehalts bis zur Potentialfeldmessung. Erst bei einer gesamtheitlichen Zusammenschau der Prüfergebnisse, des Umfanges der geschädigten Bereiche und des Schadensgrades an den einzelnen Bauteilen kann die Sanierung vor dem ­Hintergrund der anzuwendenden Instandsetzungsprinzipien sachkundig ­geplant werden. Die Sanierungsmaßnahmen sind von Instandsetzungsfachbetrieben mit geschultem Per­sonal und zugelassen Instand­ setzungsprodukten bzw. -systemen durchzuführen.

Styropor ist ver wertbar Styropor ist recycelbar Aus Alt-Styropor kann wert volle Energie gewonnen werden ZUM AUTOR

BMSTR. DI DR. KLAUS POHLPLATZ ist gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger und Konsulent am unabhängigen Prüf- und Forschungsinstitut OFI.

Nachhaltig planen

www.ofi.at

OFI / Michael Pyerin

Als akkreditierte Prüf- und Inspektionsstelle ist das OFI mit gängigen Normen und Richtlinien bestens vertraut. Für die Instandsetzung sind u. a. die aktuel­ len Richtlinien „Erhaltung und Instandsetzung von Bauten aus Beton und Stahlbeton“, Ausgabe ­August­ 2019, und „Garagen und Parkdecks“, Ausgabe August 2017, der ÖBV heranzuziehen, die den derzeitigen Stand der Technik abbilden.  ◼


28 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 18 2019

Peri (3)

HOCH HINAUS Bei Peri spielt der Gerüstbau eine wichtige Rolle.

Sichere Lufthoheit Es geht um sichere Produkte und eine zeitgemäße heimische Normung im Gerüstbau, erklären Christian Sorko und Afif El Baba im Interview. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

P Verringert man einfach nur die Rohrdicke und verwendet weiterhin den bisherigen Stahl, ist das sicherheitstechnisch bedenklich. AFIF EL BABA, SENIOR SPECIALIST QHSE ENGINEERING PERI

eri zeigte auf der Bauma, dass der Gerüstbau weit mehr als nur ein Nebengeschäft für den Schalungshersteller ist. Dabei geht es dem Unternehmen jedoch nicht nur um die eigenen Produkte, sondern auch um eine „zeitgemäße heimische Normung“. Gerade die aktuellen Erfahrungen aus Deutschland sollten den nationalen Gerüstherstellern sowie -bauern ein Weckruf sein, meinen PeriGeschäftsführer Christian Sorko und Senior Specialist QHSE Engineering Afif El Baba.

AFIF EL BABA: Ein gutes Beispiel dafür ist die

Die Themen Arbeitssicherheit und Normung bei der Entwicklung von Gerüsten spielen bei Peri eine wichtige Rolle. Herrscht in dieser Hinsicht so großer Handlungsbedarf? CHRISTIAN SORKO: Wir sehen aktuell großen nationalen Handlungsbedarf, was die Normen und Richtlinien in Österreich betrifft. Hier gilt festzuhalten, dass die Sicherheit des Arbeitnehmers immer oberste Priorität haben sollte, nur spiegelt sich das meiner Meinung nach nicht in den Vorgaben wider.

Würden Sie sich eine Zulassung dieser Art auch für Österreich wünschen? SORKO: Prinzipiell ja, da nur so wirklich Sicherheit gewährleistet werden kann. In Deutschland müssen alle Gerüste im Rahmen einer bauaufsichtlichen Zulassung von akkreditierten Instituten kontrolliert und zertifiziert werden, nur so kann sichergestellt werden, dass sie den Zulassungsrichtlinien entsprechen. EL BABA: Hinzu kommt, dass wir in Deutschland seit Anfang dieses Jahres im Rahmen einer tech-

Mindestdicke der Holzbelege, die in Österreich geringer vorgegeben ist. Zwar sind Absprünge der Arbeiter auf die Bretter verboten, nur die Frage bleibt, was passiert, wenn doch mal einer springt. Deswegen wurde diese in Deutschland schon vor Jahrzehnten höher festgelegt. Zusätzlich gibt es in Deutschland eine bauaufsichtliche Zulassung, die im Baurecht geregelt ist. Hat ein Gerüst keine Zulassung, darf dieses nicht an die Fassade.


Planung & Ausführung 29 BAUZEITUNG 18 2019

nischen Regel für Betriebssicherheit ein verpflichtendes fortlaufendes Geländer bzw. eine verpflichtende Sicherung des Arbeiters auf der obersten Lage haben. Eine Maßnahme, die im Namen der Arbeitssicherheit entschieden wurde, ohne dabei mit Gerüstherstellern zu sprechen und ohne Übergangsfristen. Hier kamen einige Hersteller unter großen Handlungsdruck, weil sie diese Vorgaben nicht so schnell erfüllen konnten. Deswegen sehen wir hier auch aktuell die Möglichkeit, dass sich die nationalen Gerüstbauer zusammenschließen und sich selbst regeln, bevor sie geregelt werden. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass Gerüsthersteller in Österreich nicht unbedingt dazu animiert werden, ihre Produkte weiterzuentwickeln. EL BABA: Ja, und wenn die Weiterentwicklung nicht kontrolliert wird, hat dies unserer Meinung nach auch zusätzliche negative Effekte. Ein gutes Beispiel dafür ist die Reaktion anderer Hersteller auf unser neues Easy-Gerüst. Auch wir haben aus Gründen der Effizienz sowie der Vorbeugung von Muskel-

Wir haben in Österreich einige Gerüstbauer, die sind top. Der Rest sind Gerüstaufsteller. CHRISTIAN SORKO, GESCHÄFTSFÜHRER PERI

skelett-Erkrankungen der Arbeiter die Wanddicke der Gerüstrohre verringert, indem wir höherwertigen Stahl verwenden. Das macht das Gerüst schmaler, leichter, schneller zum Verarbeiten, aber eben auch ein wenig teurer. Verringert man einfach nur die Rohrdicke und verwendet weiterhin den bisherigen Stahl, ist das sicherheitstechnisch bedenklich. Solange aber keiner die Güte des Stahls kontrolliert, kann dieser trotzdem am Markt verkauft werden. SORKO: Dadurch entsteht auch kein Druck auf die Gerüstbauer, hochwertiges Material zum Einsatz zu bringen, und man kauft lieber „alte“ Teile nach, bevor man in ein neues System investiert, obwohl sich dieses schon kurzfristig rechnen würde. Ist dies nur auf zu kurz ausgerichtete Planung zurückzuführen? SORKO: Wir haben in Österreich einige Gerüstbauer, die sind top. Der Rest sind Gerüstaufsteller. Der Gerüstbau ist ein freies Gewerbe, und warum sollten solche Firmen groß planen? Es wäre hier sicherlich auch an der Zeit, zu handeln und eine entsprechende Ausbildung zum Gerüstbaumeister zu forcieren. ◼

Höher. Schneller. Natürlicher.

Seestadt Aspern

So baut Österreich!

Jetzt neu:

Bringen Sie das Beste aus der Natur in die Stadt. Mit natürlichen Baustoffen wie dem Porotherm W.i Objektziegel mit integrierter MineralwollDämmung. Speziell entwickelt für den mehrgeschoßigen Wohn- und Objektbau, kombiniert er maximale Wanddruckfestigkeit kkfestigkeit festigkeit mit optimaler Wärme- und Schalldämmung. So bauen Sie rasch, ökonomisch und ökologisch, mit perfektem Wohnklima.. Das ist für uns Bauen mit Wohlfühl-Garantie. www.wienerberger.at

die Wienerberger Produktfinder-App


30 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 18 2019

Die Zeitung in der Wand Dämmung und Brandschutz – und das Ganze aus Altpapier? Das Geheimnis liegt im Bindemittel, wie Forschungsergebnisse der Empa zeigen.

U

nscheinbar ist der graue Würfel aus Faserflocken. Laut Franziska Grüneberger, Forscherin in der Eidgenössischen Materialprüfungsund Forschungsanstalt (Empa), steckt darin jedoch sehr wenig Chemie, dafür aber umso mehr technisches Know-how. Der gemeinsam mit dem Industriepartner Isofloc AG entwickelte Würfel soll beweisen, dass sich riesige Berge von Altpapier in ein wertvolles und feuerfestes Dämmmaterial verwandeln lassen. Eine entscheidende Eigenschaft macht den AltpapierDämmstoff feuerfest: Er zerbröselt nicht, sodass er tragende Elemente von Holzhäusern lange vor Feuer schützen kann. In der industriellen Herstellung von Dämmstoffschichten ist genau diese Festigkeit schwer zu erreichen. Aus Kostengründen wird die Altpapiermasse leicht und schnell eingeblasen. Die Altpapierfasern müssen im Moment des Einblasens gut fließen, aber im Hohlraum formstabil bleiben. Die maschinell eingeblasene Dämmung soll später so fest und formatfüllend im Holzbauteil sitzen wie eine eingepasste Dämmplatte.

FORSCHUNG Eine Einblasdämmung wird zum soliden Feuerschutz.

Im Mittelpunkt des Projekts stand daher die Suche nach einem geeigneten Bindemittel, das zum einen ungiftig, günstig und in ausreichenden Mengen vorhanden sein sollte, zum anderen aber auch mit einem spezifischen Stimulus aktivierbar sein musste, sei es durch Infrarotstrahlung, heißen Dampf oder magnetische Induktion. 40 Zusatzstoffe wurden dafür getestet. Fündig wurde man in der Lebensmittelindustrie. „Das Bindemittel ist eine für Mensch, Tier und Umwelt unbedenkliche Substanz“, betont Grüneberger. Laborversuche an der Empa und bei der Isofloc AG zeigten auch im Brandfall eine zuverlässige Verbindung des Zelluloseflockengefüges.

Praxistest im Brandlabor Auch im Brandlabor habe der Dämmstoff laut Grüneberger bereits überzeugt: Die Flocken wurden in mehrere Test-Holzrahmen eingeblasen, daneben ein identischer Hohlraum mit Flocken ohne den neuartigen Zuschlagstoff und im herkömmlichen Verfahren eingebracht. Dort wurde der Holzrahmen eine Stunde lang einer 800 bis 1.000 Grad heißen Flamme ausgesetzt. Der Holzrahmen durfte an keiner Stelle durchbrennen, und es durften auch keine glühenden

Empa (2)

Die Suche nach dem Bindemittel

Riesige Berge von Altpapier lassen sich mit dem richtigen Bindemittel und dem richtigen Know-how in ein wertvolles und feuerfestes Dämmmaterial verwandeln. FRANZISKA GRÜNEBERGER, EMPA

Flocken herausfallen. Die neue Isolierung hielt dem Test stand und schützte die Konstruktion zuverlässig, während die Flocken ohne Zuschlagstoff durch die fehlende Verklebung aus dem Holzrahmen herausfielen. Die Vorteile erläutert Jon-Anton Schmidt, Leiter der Anwendungstechnik bei Isofloc: „Das Dämmmaterial in loser Form einzubringen ist schon eine enorme Zeitersparnis. Mit dem zusätzlichen Vorteil der Formstabilität und der damit verbundenen Brandschutzwirksamkeit erreichen wir Schutzwirkungen, die mit geklemmten Steinwollmatten vergleichbar sind. Das macht die ohnehin schon ökologische und effiziente Dämmung für die Bauindustrie noch interessanter.“

The Final Step Der finale Entwicklungsschritt steht noch aus: Aus dem bestehenden Prototyp muss eine neue Generation von Einblasmaschinen entwickelt werden, die die Anforderung an Reproduzierbarkeit und Qualitätskontrolle erfüllt. Die Dosierung des Bindemittels ist dabei wichtig. Sie muss in allen Produktionsschritten in engen Toleranzen eingehalten und überwacht werden können. 2020, so schätzt man bei Isofloc, kann die neue Dämmung zusammen mit den passenden Einblasmaschinen auf den Markt kommen. ◼


| BA12-10G |

BAUAkademie OÖ

BAUAKADEMIE-EXPERTENKOMMENTAR

Der Grundstein für die Architektur der Zukunft Building Automation von Beckhoff

HARALD KOPECECK, LEITER DER BAUAKADEMIE OBERÖSTERREICH

Bau-Lehre: Digitales Lernportal ab Herbst 2019 Mit der Baulehre 2020 wurde ein großer Schritt in Richtung Modernisierung der Berufsbilder am Bau und der Lehrinhalte in der trialen Lehre unternommen. Dazu gehört auch, dass digitale Lernmethoden in die Baulehre einfließen. Im Auftrag der Bundesinnung Bau entwickelt die BAUAkademie OÖ – in Kooperation mit der Berufsschule Freistadt – ein einzigartiges und sehr umfassendes Online-Trainingsportal zur Unterstützung der Lehrlinge, Lehrbetriebe und Schulen: E-Baulehre.at - ein Meilenstein in der Ausbildung für die traditionell eher Hardware-orientierte Baulehre. Dieses digitale Bau-Lernportal holt die Jugendlichen dort ab, wo sie sich den Großteil ihrer Freizeit aufhalten: online im Netz und auf Youtube-Kanälen. Durch Multimedialität und einen hohen Praxisbezug erhöht sich die Motivation der Lernenden und somit auch der Lernerfolg. Mittels zusätzlicher Medien wie Bilder, Filme und Grafiken werden die Lerninhalte schneller umgesetzt und bleiben länger im Gedächtnis. E-Baulehre stellt den Lehrlingen ein umfassendes Trainingsprogramm mit drei Kernbereichen zur Verfügung: ◼ Online-Trainings: Über 60 Onlinekurse zur Vermittlung von Fachkenntnissen (Fachkunde Rohbau und Ausbau, Fachrechnen, Fachzeichnen, Arbeitssicherheit) ◼ Lehr-Videos: Über 80 Videos zur Veranschaulichung und Vertiefung der Fertigkeiten aus dem Lehrberuf ◼ Wissenscheck: Rund 1.500 Wissensfragen zur OnlineWissensüberprüfung inkl. Der Nutzen liegt vor allem in der Ergänzung der bewährten trialen Baulehre in Lehrbetrieb, Berufsschule und BAUAkademie: ◼ Optimierung des Lernfortschritts und Steigerung der Fachkenntnisse ◼ Vorbereitung auf die nächsten Ausbildungsschritte und Prüfungen Der Roll-out von E-Baulehre ist für Herbst 2019 geplant. Aktuell ist ein Großteil der Fachthemen für die Lehrberufe Hochbau und Betonbau bereits umgesetzt. Bis Ende 2020 werden die Fachthemen für den Tiefbau fertiggestellt. Die Bundesinnung stellt E-Baulehre allen Bau-Lehrlingen rund um die Uhr kostenlos zur Verfügung und wird auch in den Präsenzunterricht der BAUAkademien bzw. Berufsschulen erweitert.

www.bauakademie.at

Skalierbare Steuerungstechnik Das modulare Steuerungssystem von Beckhoff bietet Lösungen vom leistungsstarken IndustriePC oder Embedded-PC als Gebäudeleitrechner bis zum dezentralen Ethernet-Controller.

Der Automatisierungsbaukasten Das Beckhoff-Busklemmensystem für die Anbindung der Datenpunkte unterstützt mit 400 verschiedenen I/O-Klemmen alle gängigen Sensoren und Aktoren.

www.beckhoff.at/building Mit PC- und Ethernet-basierter Steuerungstechnik von Beckhoff lassen sich alle Gebäudefunktionen softwarebasiert realisieren. Das durchgängige Automatisierungskonzept mit Hard- und Softwarebausteinen für alle Gewerke bietet maximale Flexibilität bei geringen Engineeringkosten. Die Automatisierungssoftware TwinCAT beinhaltet alle wesentlichen Gebäudefunktionen sowie eine standardisierte Systemintegration über Ethernet, BACnet/IP, OPC UA oder Modbus TCP. Der Beckhoff Baukasten erfüllt eine Gebäudeautomation nach Energieeffizienzklasse A.


32 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 18 2019

Gute Partner

Leyrer + Graf

Leyrer + Graf baut am Flughafen WienSchwechat den Terminal 2 um.

SANIERUNG Die neue Dachkonstruktion besteht aus zwölf Fachwerken mit einer Spannweite.

N

ach verschiedensten Um-, Zu-, und Ausbauten ist Leyrer + Graf erneut an einem Bauprojekt des Flughafens Wien-Schwechat beteiligt. Das niederösterreichische Bauunternehmen wird einen Teil der Sanierung am Terminal 2 bis Ende Dezember 2019 vornehmen. Bereits seit 2018 wird dieser Teil einer Modernisierung unterzogen, bei der zunächst die Gebäudeinfrastruktur erneuert wird. Dabei werden Wände, die Fußböden, die Beleuchtung sowie die Dachkonstruktion saniert. Das neue Dach wird aus gedämmten Holzdachelementen bestehen. In den

B U FORUM

14. November 2019 | Villach

Untergeschoßen wurden dazu bereits die Stützen und Unterzüge verstärkt. In das bestehende Dach wurden Öffnungen bis in die Erdgeschoßebene hergestellt. Durch diese Öffnungen wurden Stahlverbundstützen eingefädelt, die in Verbindung mit Stahlrahmen die neue Holzfachwerkskonstruktion tragen. Erst nach der Fertigstellung der Dachkonstruktion und der Fassade werden die darunterliegenden Decken abgebrochen, um einen permanenten Witterungsschutz zu gewährleisten. Für die Aufstockung des 2.400 Quadratmeter großen Daches des Terminal 2 zeichnet die Graf-Holztechnik verantwortlich. Die Dachkonstruktion besteht aus zwölf Fachwerken mit einer Spannweite von 30 Meter, die in je 15 Meter langen Teilen auf die Baustelle geliefert, vor Ort zusammengebaut und mittels Baustellenkran versetzt werden. Insgesamt werden 250 Kubikmeter Brettschichtholz verbaut. ◼

>> JETZT TICKETS SICHERN! www.innovationskongress.com

FASZINATION BAUEN

STRATEGY

INNOVATION

SOLUTION

UNSERE SPEAKER...

...UND VIELE WEITERE MEHR!

scientific partner MANFRED SPITZER Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm

KÅRE POULSGAARD Head of Innovation bei 3XN Architects

HEINZ EHRBAR Leiter Großprojekte Deutsche Bahne Netz AG


Planung & Ausführung 33 BAUZEITUNG 18 2019

Eine Richtlinie, die Lücken schließt Der VÖB hat in Kooperation mit der AUVA eine Richtlinie erstellt, die erstmals die Verlegung von Hohldielen österreichweit vereinheitlicht. ohldielen aus Beton haben im Bau schon lange ihren Platz gefunden. Mit Spannweiten von bis zu 22 Metern können sie unterstützungsfrei auch größere Flächen abdecken, was wiederum Zeit spart. Bisher haben die österreichischen Unternehmen eigene Anleitungen erstellt, die für die Montage maßgeblich waren. Ein einheitlicher Branchenstandard hat aber gefehlt. „Diese Lücke konnte nun endlich geschlossen werden“, sagt Paul Kubeczko, Technischer Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB). „Die neue von uns verfasste Richtlinie stellt auf gerade einmal acht Seiten alle erforderlichen Arbeitsschritte verständlich und übersichtlich dar.“ Doch die Richtlinie schaffe nicht nur einen österreichweit einheitlichen Standard von Hohldielen, so Kubeczko weiter: „Die Zusammenarbeit mit der AUVA war ein wichtiger Punkt. Denn damit wird ein wesentlicher Beitrag

zur zukünftigen Vermeidung von Fehlern sowie zur Erhöhung der Sicherheit auf der Baustelle geleistet.

Übersichtliche Anleitung zum Download Die Verlegeanleitung für Hohldielen kann ab sofort auf der VÖB-Website abgerufen werden. Sie beinhaltet eine bebilderte und übersichtliche Darstellung von der Grundausstattung über bauseitige Vorleistungen bis hin zu unterschiedlichen Montageleistungen. „Der VÖB wird auch in Zukunft danach streben, österreichweit einheitliche Richtlinien für die Branche zu schaffen, um so den Service für seine Mitgliedsbetriebe und deren Kunden weiter auszubauen“, so Kubeczko. Die vollständige VÖB-Richtlinie „Verlegeanleitung für Hohldielen“ steht auf der Website www.voeb.com zum Download bereit. ◼

VÖB

H

ANLEITUNG Die Verlegeanleitung definiert einen österreichweit einheitlichen Standard für die Verlegung von Hohldielen.

KlimaschutzFassade

Baumit open air ®

yL

ivi

ng

E

ASSE

T

S MASSE I

ST

INNER

KL

WERTE

it

He

al

th

Baum

Wer dämmt diffusionsoffen zum besten Preis?

KlimaschutzFassade

I DÄMMEN F

Baumit open air KlimaschutzFassade ist die kostengünstigste Möglichkeit, atmungsaktiv zu dämmen und für ein gesundes Raumklima zu sorgen. So bleiben Räume bei Hitze kühl und bei Kälte angenehm warm. Optimal temperierte Wände erzeugen mehr Behaglichkeit im Sommer und im Winter. ®

■ atmungsaktiv & kostengünstig ■ warm im Winter, kühl im Sommer ■ gesundes Raumklima

Ideen mit Zukunft.

R


34 Fokus Dämmen BAUZEITUNG 18 2019

NATUR PUR Hanfdämmprodukte von Synthesa kamen bei diesem Wohnhaus zum Einsatz.

Schlauer Hitzeschild Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel rufen auch Baustoffhersteller auf den Plan. Denn mit intelligent geplanter Dämmung lässt es sich im Sommer ganz cool bleiben.

Austrotherm

Synthesa

TEXT: CHRISTINA MOTHWURF

Gründächer sollten als sogenannte Umkehrdächer ausgeführt werden, also als Dächer, bei denen die Feuchtigkeitsabdichtung nicht über, sondern unter der Wärmedämmung liegt. GERALD PRINZHORN, AUSTROTHERM

R

ekordhitzetage, Klimawandel, steigender Energieverbrauch durch massiv erhöhten Einsatz von Klimaanlagen: Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke wirken sich immer mehr auf unsere Lebenswelten aus. Wie eine perfekt geplante Gebäudedämmung zu einem deutlichen Plus an Wohnwohlgefühl beitragen kann, zeigen moderne Dämmstoffprodukte und Projekte der heimischen Hersteller. „Für einen guten sommerlichen Wärmeschutz muss das Gebäude als Gesamtes von der Ausrichtung der Fenster über die Beschattung bis zum Dämmstandard betrachtet werden. Ein hoher Dämmstandard der umfassenden Bauteile – Dach, Wand, Fußboden – ist wichtig, damit keine entscheidenden Wärmelasten ins Innere gelangen“, erläutert Ing. Daniel Hofmann, Produktmanager bei Steinbacher Dämmstoffe. „Denn je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto geringer ist auch die sommerliche Hitzebelastung.“ Zusätzlich gilt: Je niedriger der U-Wert, sprich der Wärmedurchgangskoeffizient, ist, desto weniger Wärme dringt ein. Das gilt für beide Seiten: Im Sommer bleibt die Hitze draußen, im Winter bleibt die Wärme im Haus.

Natürliche Klimaanlage Fest steht also: Durch den fortschreitenden Klimawandel werden heiße Sommer in Österreich an der

Tagesordnung bleiben. Zusätzlich sorgt gerade in Städten die Flächenverbauung für einen regelrechten Hitzeboost. „Egal ob thermische Sanierung oder Neubau: Wichtig ist das Gesamtkonzept mit einem möglichst niedrigen Gesamtenergiebedarf bzw. Heizwärmebedarf“, konstatiert auch AustrothermGeschäftsführer Gerald Prinzhorn. „Den größten Effekt erzielt man bei einer guten Dämmung aller Bauteile, also mit mindestens 20 cm Dämmdicke, oder mit Produkten mit besseren Lambdawerten.“ Im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels sind vor allem in Städten begrünte Dächer eine effektive Maßnahme. Die Grüngürtel auf den Dächern entschärfen Temperaturspitzen, binden Schadstoffe, speichern Niederschlagswasser und verlängern die Lebensdauer der darunterliegenden Konstruktion. „Gründächer sollten als sogenannte Umkehrdächer ausgeführt werden, also als Dächer, bei denen die Feuchtigkeitsabdichtung nicht über, sondern unter der Wärmedämmung liegt“, so Prinzhorn weiter. Wasserresistente und druckfeste Dämmstoffe schützen dann die Abdichtung und bilden die perfekte Grundlage für den Aufbau, hervorragende Wärmedämmwerte bieten feuchtigkeitsresistente Produkte wie zum Beispiel Austrotherm XPS Premium und Austrotherm XPS Plus. „Eine weitere Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Umkehrdach ist


Fokus Dämmen 35

Bei der Wahl der Dämmung zwischen den Sparren ist es zielführend, eine gut dämmende und ökologisch wertvolle Dämmlösung zu wählen, die auch ausreichenden Brandschutz bietet. UDO KLAMMINGER, KNAUF INSULATION

der dampfdurchlässige Gründachaufbau. So muss zwingend über der Wärmedämmung eine Drainageschicht liegen, die ausreichend belüftet ist und eine Wasserdampfdiffusion an die Umgebung zulässt.“

Klasse mit Masse „Eine gute Wärmedämmung der obersten Geschoßdecke und natürlich der Fassade ist die Basis und somit der erste Schritt zu gesundem Wohnen, Schutz und Behaglichkeit. Das trifft sowohl für die Sanierung als auch für den Neubau zu“, erläutert ­darüber hinaus Baumit-Geschäftsführer ­Georg ­Bursik.­ Massive Wände können also, von außen durch gute Wärmedämmung geschützt, im Sommer die Kühle im Haus halten. „Je mehr Masse, desto besser wirkt dieser S ­ peicher und desto stabiler, angenehmer und ­gesünder ist das Innenraumklima.“ Zusätzlich kann ein gutes mineralisches Putz­system in den ersten Zentimetern auftretende Feuchtigkeitsspitzen abpuffern, indem es überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt und später wieder abgibt. Dabei sollte man keines­wegs die Auswirkung

des r­ ichtigen Farbtons bei der Fassadengestaltung unterschätzen – denn der Helligkeitsgrad der ä­ ußersten Schicht beeinflusst durchaus auch die Wärmebilanz. Dunkle Farbtöne werden durch die Sonne schneller erhitzt, die Oberflächentemperatur steigt auf 70 bis 80 °C, während es eine helle Fassade auf „nur“ 40 °C bringt. Um einer Überhitzung entgegenzuwirken, hat die Baumit-Forschung s­ peziell für dunkle Farbtöne Farben und Putze mit „Cool Pigments“ entwickelt. Zusätzlich wird mit der „open air“-Klimaschutzfassade die wärmetransportierende Infrarot-Strahlung durch schlau integrierte Reflektoren abgeschirmt. Sie ist nicht nur formstabil und multifunktional, sondern besteht zu 99 Prozent aus Luft – dem natürlichsten Dämmstoff überhaupt. „Wenn die Hitze von außen auf die gedämmte Fassade trifft, verringert die eingeschlossene Luft aufgrund der geringen Dichte den Wärme­ transport nach ­innen“, erklärt ­Bursik.

Holen Sie sich kostenlos: Das Handbuch für die Baupraxis Planung, Verarbeitung und Wartung von WDVS auf 180 Seiten. Inklusive Tabellen, Detailzeichnungen und Checklisten.

Cool-down-Effekt Welchen Beitrag eine möglichst massive Bauweise und effiziente Wärmedämmung

Download unter var.waermedaemmsysteme.at

Grati Down s load

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

Baumit

Knauf Insulation

BAUZEITUNG 18 2019

LUFTIG  Die „open air“-Klimaschutzfassade von Baumit besteht zu 99 Prozent aus Luft.

Die VAR wird von der ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme herausgebracht.


36 Fokus Dämmen

zur Reduktion der Innenraumtemperatur leisten können, zeigen auch die Untersuchungen im Viva-­ Forschungspark von Baumit. Dort werden seit gut drei Jahren in zwölf unterschiedlichen Häusern Außen- und Innentemperaturen gemessen und aufgezeichnet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Dämmung schützt vor sommer­licher Überwärmung in Innenräumen. Auch bei Hitze­wellen mit Außentemperaturen von bis zu 36° C im Schatten lagen die Innenraumtemperaturen in gedämmten Massivhäusern um 24° bzw. 27° C – im ungedämmten Massivhaus war es mit über 30° C hingegen tropisch warm. Wo die Auswirkungen der Dämmung am effektivsten sind, hängt aber auch vom Bestand ab. „So kann in der Sanierung die Fassadendämmung ebenso effektiv sein wie die Dämmung der obersten Geschoß­decke“, erklärt Walter Stadlmayr, Leiter des Produktmanagements WDVS bei ­Synthesa. „Hier ist eine Gebäudeexpertise durch einen Fachmann gefragt. Darauf aufbauend können ähnliche Dämmwerte bei Außenbauteilen angestrebt werden.“ Außendämmmaßnahmen sind laut ­Stadlmayr aber in vielerlei Hinsicht besser als Innendämmmaßnahmen – also Wärme und Kälte erst gar nicht in die Bausubstanz vordrin-

Egger / Christian Vorhofer

BAUZEITUNG 18 2019

STEINWOLLE  Mit Wasser gekühlt, mit Rockwool-Steinwolle gedämmt: das Egger-Stammhaus in Tirol.

gen zu lassen. „Das verstärkt den Effekt der Speichermasse und reduziert Wärmebrücken.“ Und auch hier zeigt sich: Ober­flächen, die möglichst unempfindlich gegen hohe Außentemperaturen sind, eignen sich besonders gut. Dabei kann man übrigens auch auf natürliche Materialien wie zum Beispiel Hanf zurückgreifen.

Mehrfachschutz

beigestellt

KOMMENTAR

ANDREAS TRAUNFELLNER, OBMANN GÜTESCHUTZGEMEINSCHAFT WDVS

Heiße Zeiten Durch unsere Erfahrungswerte kann man davon ausgehen, dass im Fall von schrittweise vorgenommenen Einzelmaßnahmen die Dämmung der obersten Geschoßdecke bzw. des Daches sowie eine etwaige Außenbeschattung der Fenster den größten thermischen Effekt hat. Noch viel größer wird der Dämmeffekt dann beim Tausch der Fenster mit wesentlich verbessertem u-Wert sowie einer darauf abgestimmten Fassadendämmung. Ideal ist dabei aus bauphysikalischen Gründen immer eine Außendämmung – Innendämmungen sind nur Notlösungen und können dort angedacht werden, wo wie z. B. bei Gründerzeithäusern eine Außendämmung nicht möglich ist. Eine technische und bauphysikalische Überprüfung der Ausführungs­ möglichkeit wird dabei dringend angeraten. In Zeiten immer heißer werdender Sommer wird eine entsprechende Gebäudehülle sicher bedeutender als Argument für den Immobilienkauf. Oft ist aber die Umsetzung einer entsprechenden Wärmedämmung vor allem im Einfamilienhausbereich bzw. bei Eigentumshäusern eine Frage der Leistbarkeit. Die Auswahl des Dämmstoffes ist daher häufig auch eine Preisfrage. Im Neubau führt an einer entsprechenden thermoenergetischen Gebäudeausstattung sowieso kein Weg mehr vorbei. Je nach Käuferzielgruppe können sich hier die einzelnen Projekte durch die Materialauswahl unterschiedlich positionieren.

Eine Empfehlung lautet auch, sich bei Neubauprojekten schon in der Planungsphase durch einen Bauphysiker unterstützen zu lassen – so kann sich der voraussichtliche Temperaturverlauf in den Räumen bestimmen lassen. Davon ausgehend kann durch eine Anpassung wichtiger Einflussfaktoren wie Fensterausrichtung, Nutzungsverhalten, Einrichtung oder Bodenbeläge eine umsichtige Konfiguration für ein angenehmes Raumklima geschaffen werden. „Der Dämmstoff muss auf die jeweilige Anwendung wie z. B. Wärmedämmverbundsysteme, hinterlüftete Fassade, Zwischensparrendämmung, usw. abgestimmt und ausreichend dimensioniert sein“, erläutert in diesem Zusammenhang Werner Kopp, Leitung Marketing und Anwendungstechnik bei Saint-Gobain Isover. „Er sollte aber auch ­relativ wenig Energie speichern, um nicht während der Abkühlungsphase zusätzliche Wärme an das Bauteil oder die Umgebung abzugeben. Da der Dämmstoff fast immer neben wärmedämmenden Eigenschaften auch einen Beitrag zum Schallschutz und Brandschutz leisten muss und möglichst nachhaltig sein sollte, bieten sich Produkte aus Mineralwolle hier besonders an, wie z. B. die Isover-Ultimate-Kerndämmplatte 035.“ Plus: Um die Wärme möglichst lange bis zur nächsten – meist nächtlichen - Abkühlungsphase am Eindringen in das Gebäude zu hin-


Neben den hochwirksamen Eigenschaften des richtigen Dämmmaterials gilt es aber auch, in Sachen Lifestyle die Komfort­zone zu verlassen, denn die Raum­ temperatur wird neben dem solaren Wärmeeintrag in das Gebäude und dem schon ­genannten Lüftungsverhalten auch durch die ­Wärmelasten im Haushalt oder Büro wie etwa ­ Personen, elektrische Geräte, Wäsche­trockner, Herd, Computer, Bildschirm usw. beeinflusst. „Wärmelasten im Gebäudeinneren lassen sich auch reduzieren, indem man mit dem Einsatz von elektrischen ­Geräten bewusster umgeht und statt dem Wäschetrockner wieder einmal die Wäscheleine benutzt“, rät Ernst Gregrorites, L ­ eiter des technischen Services bei Rockwool. „Das Temperaturwohlbefinden für den Menschen ist nicht nur von der Lufttemperatur, sondern auch von Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit abhängig – schließlich leisten auch Ventilatoren an heißen Tagen gute Dienste zur Abkühlung.“ Richtig cool geht’s beispielsweise auch beim Egger-Stammhaus in Tirol zu: Gedämmt wird dort nämlich mit nachhaltigen Dämmstoffen aus Steinwolle von Rockwool, und mit Grundwasser wird gekühlt. Die beim Bau eingesetzten Produkte sind zu 100 Prozent recycelbar und bestehen zum Teil bereits aus recycelten Materialien. Der Einsatz von Steinwolle als Dämmmaterial trifft durch die Langlebigkeit und die nachhaltigen Eigenschaften genau den Gedanken der umweltfreund­ lichen Produktion des ­Tiroler Holzprofis.

Schlaue Schicht Nicht nur bei der Wahl des Dämmstoffes ist besonderes Augenmerk gefragt, auch bei der Verarbeitung – wie zum Beispiel in Sachen exakt verlegter und funktionierender Luftdichtungsebene. „Dies trifft auf das Dach und die Fassade genauso zu wie auf alle auskragenden Bauteile. Beim ­Neubau wird der optimale Aufbau mit entsprechender Dämmstärke bereits bei der ­Planung festgelegt. Bei der Sanierung sind meist die Außenwanddämmung und die

Dämmstoffe sollten relativ wenig Energie speichern, um nicht während der Abkühlungsphase zusätzliche Wärme an das Bauteil oder die Umgebung abzugeben.

HIER HAGELT‘S SICHERHEIT! Die unschlagbare Fassadendämmung mit Carbonschutz.

WERNER KOPP, ISOVER SAINT-GOBAIN

Jetzt auch mit der Hanffaser als Dämmstoff!

Synthesa

Think Green

Isover

dern, ist es am sinnvollsten, die gesamte Außenhülle mindestens auf Passivhausstandard zu dämmen.

In der Sanierung kann die ­Fassaden­dämmung ebenso effektiv sein wie die ­Dämmung der obersten Geschoßdecke. WALTER STADLMAYR, SYNTHESA

www.capatect.at


38 Fokus Dämmen

Eine massive Wandkonstruktion mit effizienter Fassadendämmung sorgt für niedrigere Raumtemperaturen, und das ohne zusätzlichen Energieaufwand.

MINERALISCH  Natürliche Dämmung von Röfix kam beim Seedomizil in Lochau zum Einsatz.

eine Mineralschaum-Dämmplatte zum Einsatz, die auf zertifizierten, nachhaltigen und mineralischen ­Systemkomponenten basiert.“

Ökologischer Fußabdruck

Knauf Insulation

CLEMENS DEMACSEK, GF GPH

Aufsparrendämmung in Kombination mit einem neuen Dach bzw. die Zwischensparren­dämmung von innen die wichtigsten und zielführendsten Dämmmaßnahmen“, skizziert Udo Klamminger, GF bei Knauf Insulation seine Vorgehensweise. „Bei der Wahl der Dämmung zwischen den Sparren ist es zielführend, eine gut dämmende und ökologisch wertvolle Dämmlösung zu wählen, die auch ausreichenden Brandschutz bietet.“ Auch Knauf bietet mit Glaswolledämmstoffe ohne Färbemittel und dem formaldehydfreien Bindemittel Ecose ein Material, das nicht nur leicht zu verarbeiten ist, sondern auch für die hervorragenden Eigenschaften in S ­ achen Raumluft ausgezeichnet wurde. Aber auch Putz­ trägerplatten aus Steinwolle wie die Fkd Max sorgen durch die hohe Verarbeitungsqualität und den hohen Lambdawert für optimale Dämmergebnisse. Eine der größten Herausforderungen in Sachen Dämmen ist für Röfix-Produktmanager Markus Egger die Energieeffizienz. „Im Bereich der thermischen Sanierung betrifft dies weite Gebäudebereiche: vom Keller über die Fassade bis hin zum Dach.“ Im Winter entstehen die meisten Wärmeverluste mit bis zu 40 Prozent über die Außenwände, gefolgt von der obersten ­Geschoßdecke sowie ausgebauten Dach­böden. „Die Vorteile eines Wärmedämmsystems machen sich neben dem Hitzeschutz vor allem bei den Energiekosten bemerkbar – die dadurch deutlich geringer ausfallen.“ Und was im Winter hilft, wirkt sich auch positiv auf die Sommermonate aus. „Die Natur liefert uns für sommerlichen Wärmeund Hitzeschutz Rohstoffe mit besten E ­ igenschaften – im System Röfix Minopor kommt beispielsweise

Röfix AG

GPH/Schuster

BAUZEITUNG 18 2019

FASSADE  Nachhaltige Fassadendämmung von Knauf Insulation im Wiener Sonnwendviertel.

Um die Kühle im Gebäude zu halten, ist neben e­ iner professionellen Planung und Materialwahl in ­Sachen Bau und Dämmen auch das Mitdenken der Bewohner gefordert. Gang- und Wohnungsfenster bleiben nur zu oft den ganzen Tag lang offen oder werden erst geschlossen, wenn die warme Luft bereits drinnen ist. Dieses Verhalten führt die beste D ­ ämmung ad absurdum. Sinnvoll ist es, die Fenster ­während des Tages geschlossen zu halten, bei kühleren Temper­aturen in der Nacht für Durchzug im Raum zu sorgen und die Fenster am besten bei Sonnen­ aufgang wieder zu schließen und zu verschatten. Einmal schlau gedämmt, kann die Hülle des Hauses aber noch viel mehr, als die Bewohner vor Hitze zu schützen. „Mit einer intelligenten Dämmung ­werden bis zu 6 °C niedrigere Raumtemperaturen ­erreicht­als bei einem Haus ohne Wärmedämmung“, erläutert GPH-Geschäftsführer Clemens Demacsek. „Angesichts immer heißer werdender Sommer und der Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, muss dieses Thema endlich in der Bevöl­ kerung ankommen.“ Das Thema Überhitzung rückt aber auch bei ­Planern und Bau­trägern zunehmend in den Fokus. Hochwertige Dämmstoffe mit niedriger Wärmeleitfähigkeit helfen dabei, zusätzliche Kühlmaßnahmen im Sommer dauerhaft zu reduzieren. Dabei zeigt sich: „Die Entscheidungsträger setzen vermehrt auf langlebige und sichere Produkte, um mit einer einmaligen Investition ein Gebäudeleben lang höchsten Wohnkomfort bei geringen Energiekosten zu erreichen“, schließt ­Isover-Marketingleiter Kopp.  ◼


DIE SPEZIALISTEN FÜR BODENVERBESSERUNGEN MIT KUNSTHARZINJEKTIONEN

ng Aufstocku ng tabilisieru s s g n u z t Se Anhebung

DAS PROJEKT IST IHRES, UM DEN UNTERGRUND KÜMMERT SICH URETEK Die Alternative zu klassischen Unterfangungen GEEIGNET FÜR ALLE ARTEN VON GEBÄUDEN Schnell und wirtschaftlich

Sofortige Stabilisierung des Gebäudes

Keine Ausgrabung, kein Schmutz

10-jährige Garantie

Keine Unterbrechung der Gebäudenutzung

10-jährige Versicherung bei QBE

Umweltfreundlich

www.uretek.at +43 (0)1 919 56 76

Kontaktieren Sie die Experten von URETEK. Besichtigungstermine kostenfrei und unverbindlich in ganz Österreich.

10-jährige Versicherung

GEOTECHNIK MIT PRÄZISION


40 Fokus Dämmen BAUZEITUNG 18 2019

I

n Zeiten von Klimawandel und extremer werdenden Witterungsbedinungen werden Baustoffe immer stärker in die Pflicht genommen. Ohne passende Architektur und Raumplanung kann es jedoch langfristig nicht funktionieren, ist Daniel Fügenschuh, Vizepräsident der Ziviltechnikerkammer, überzeugt. Warum der Verzicht des Einzelnen ebenso wichtig ist wie ein Umdenken der Politik. In Zeiten des Klimawandels scheint klimaangepasstes Bauen zur Herkulesaufgabe zu werden. Was braucht es, um in Zukunft nachhaltige und langlebige Projekte zu realisieren? DANIEL FÜGENSCHUH: Ein erster wesentlicher Schritt ist die zentrale Frage: In welcher Wohnform wollen wir in Zukunft leben? Es macht einen deutlichen Unterschied, ob ich auf dem Land wohne und jeden Tag den Arbeitsweg mit dem Auto zurücklegen muss, meine Kinder in die Stadt zum Kindergarten bringen muss – und ob ich dafür vielleicht sogar ein zweites Auto brauche. Oder: Kann ich mir vorstellen, in einem verdichteten Flachbau zu wohnen und Arbeits- und Lebenswelt besser verbinden und einander näherbringen zu können? Wir verbrauchen mit Abstand am meisten CO2 durch den Individualverkehr. Das hat deutlich größere Auswirkungen auf den Klimawandel als der Bausektor. Häuser, die unter Berücksichtigung moderner Standards gebaut werden, verbrauchen kaum Energie.

„Dämmen ist eine Notwendigkeit“ Wie geht klimaangepasstes Bauen in Zeiten von steigender Flächenverbauung und Zersiedelung? Daniel Fügenschuh, Vizepräsident der Ziviltechnikerkammer, im Gespräch mit der Bauzeitung.

Sandra Schartler

INTERVIEW: CHRISTINA MOTHWURF

Soll das heißen: Es braucht ein Umdenken auf Konsumentenseite? FÜGENSCHUH: Auch. Aber hier beißt sich oft die Katze in den Schwanz: Die Idee, im Passivhaus zu wohnen und dann mit zwei Autos in die Stadt zu fahren, führt sich in ökologischer Hinsicht ad absurdum. Neben dem Verzicht auf den Maximalkomfort jedes Einzelnen ist auch die Politik gefordert. Nicht ohne Grund wird in der Architektur derzeit mehr denn je über Raumplanung gesprochen. Warum? Grünflächen werden auf kommunaler Ebene viel zu oft umgewidmet, damit Bauland entstehen kann – in weiterer Folge braucht es aber dann auch wieder ein größeres Straßennetz auf dem Land. Wir sind in Öster-


Qualität gibt Sicherheit. Die Idee, im Passivhaus zu wohnen und dann mit zwei Autos in die Stadt zu fahren, führt sich in ökologischer Hinsicht ad absurdum.

... bei Ihren Wärmedämmfassaden

DANIEL FÜGENSCHUH, VIZEPRÄSIDENT DER ZIVILTECHNIKERKAMMER

reich Weltmeister, was den Flächenverbrauch betrifft – vom zusätzlichen Straßenbau bis hin zu zersiedelten Landschaften. Und das, ohne die öffentlichen Verkehrsmittel von den Siedlungen am Stadtrand an die Ballungszentren anzuschließen. Da ist viel Schlechtes passiert in den letzten Jahrzehnten. Tickt die junge, nachkommende Generation da anders? FÜGENSCHUH: Durchaus – für die junge Bevölkerung ist der Führerschein nicht mehr das Nonplusultra, wenn es um Mobilität geht. Und die Siedlungsformen in den Städten funktionieren auch sehr gut. Die Mentalität ändert sich – das braucht aber auch Zeit und eine gewisse Dynamik. Das Problem sind eher die Umlandgemeinden. Die Verwaltungsstrukturen erschweren eine intelligente Planung des öffentlichen Verkehrs, zusätzlich bräuchte es eigentlich in Großstädten wie Wien schon längst eine City-Maut. Welchen Stellenwert hat eine solide Dämmung, wenn es um klimagerechtes Bauen geht? FÜGENSCHUH: Dämmen ist eine Notwendigkeit, aber hier ist der Zenit irgendwann erreicht. Und in Sachen Baukultur ist exzessives Dämmen auch schädlich, weil alte Putzfassaden verlorengehen. Wir sehen hier eine formale Verarmung, die beispielhaft ist in der Kulturgeschichte. Das Thema Dämmen muss hier bewusster eingesetzt werden, Gründerzeithäuser in ihrer Gesamtheit betrachtet und wenn möglich von innen gedämmt werden. Zudem wird der Dämmstoff an sich noch viel zu wenig im Lifecircle betrachtet: Polystrolschaumdämmungen im Verbund mit schädlichen Materialien werden zum Sondermüll. Auch hier müssen wir wacher werden – vom Konsument bis zum Bauträger: Das Bewusstsein für nachhaltige Dämmstoffe muss steigen und das trotz höherer Kosten für die Materialien. Die Überlegung, wie lange ein Dämmstoff hält und wie er in 20 bis 30 Jahren entsorgt werden kann, darf nicht zugunsten des Preises vernachlässigt werden. Glücklicherweise tut sich viel im Forschungsbereich: Die Dämmstoffhersteller arbeiten ja intensiv an der technischen Weiterentwicklung ihrer Produkte. Und auch in gestalterischer Hinsicht wird die Bandbreite an Möglichkeiten wieder umfangreicher. ◼

Warum Sie mit der Güteschutzgemeinschaft immer auf Nummer Sicher gehen? Hochwertige Wärmedämmverbundsysteme sind fester Bestandteil moderner Gebäudekonzepte. Die Güteschutzgemeinschaft WDVS-Fachbetrieb besteht aus führenden Fachverarbeitungsbetrieben. Ihre Richtlinien bringen: Optimale Verarbeitung, minimierte Instandhaltungskosten und maximale Energieeinsparung. Unseren Mitgliedern bieten wir: praxisgerechte Infos und Schulungen zur neuesten Technologie ► standardisierte Qualitätssicherungswerkzeuge ► Auszeichnung als Qualitätsbetrieb durch Gütesiegel u.v.m. ►

Auftraggebern und Bauherrn bieten wir: praxisbezogene Hilfe bei der Ausschreibungserstellung Ausführungssicherheit bei Auftragserteilung ► Fassadenausführung in höchster Qualität und Dauerhaftigkeit u.v.m. ► ►

Mehr Infos über die Mitglieder, Mitgliedskriterien und die aktuellsten Ausführungsdetails unter

www.wdvsfachbetrieb.at


42 Fokus Dämmen BAUZEITUNG 18 2019

Den Turbo gezündet Mineralische Dämmlösungen für alle Bereiche und ohne Kompromisse sind das Ziel von Geolyth. Warum das oberösterreichische Unternehmen auf dem besten Weg dorthin ist. Dass diese Strategie aufgeht, zeigt auch die Nachfrage. Allein seit April konnten im Auftragsbuch 26 qualifizierte Projektanfragen für Großaufträge verzeichnet werden. Dabei beschränkt sich das Team rund um Stolzlechner allerdings nicht auf Österreich – auch in Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Irland besteht ein großer Bedarf an Geolyth-Lösungen. „Mittel- bis langfristig wollen wir mit unseren Produkten natürlich in alle internationalen Märkte, in denen Dämmstoffe gefragt sind“, so Stolzlechner.

Geolyth (2)

Vom Bauproduktehersteller zum Lösungsanbieter

L

ange Zeit war Geolyth ein stark forschungsorientiertes Unternehmen, das an der Entwicklung der perfekten Mineralschaumdämmung tüftelte. Mittlerweile ist das Rezept optimiert, und nun wird der Turbo gezündet. Ein neuer Standort in Dietach, OÖ, zwei Produktionshallen, zusätzliche Mitarbeiter und ein ganzes Schatzkästchen voller mineralischer Qualitätsprodukte sollen das oberösterreichische Unternehmen zukünftig zum internationalen Player am Mineralschaum-Markt machen.

LÖSUNGSORIENTIERT Geolyth liefert nicht nur mineralische Dämmstoffe, sondern auch die passenden Verarbeitungsmaschinen.

Neue Strategie, mehr Geschäft „Unser Potenzial ist riesig – mineralische Dämmlösungen werden immer stärker nachgefragt“, erklärt Hannes Stolzlechner, der im April diesen Jahres die Geschäftsführung des Dämmstoffherstellers übernommen hat. Mit dem neuen Geschäftsführer kommt auch eine neue strategische Ausrichtung – das zur Trierenberg-Gruppe gehörende Unternehmen will sich bei Kunden künftig noch stärker als Lösungsanbieter präsentieren. „Das bedeutet für uns, verstärkt in die Maschinentechnik zu investieren und diese zum Teil auch selbst zu entwickeln. Der Kunde hat nichts davon, wenn wir ihm ein tolles Produkt verkaufen, ihn aber bei der Anwendung allein lassen“, betont Stolzlechner. „Wir wollen vor allem für unsere Kunden einen Mehrwert generieren“, fährt er fort.

Wir bieten unseren Kunden nicht nur ein mineralisches Produkt, sondern eine Gesamtlösung. HANNES STOLZLECHNER, GF GEOLYTH

Bei der Lösungsfindung stehen die individuellen Anforderungen der Kunden im Vordergrund. Um bei einer Altbausanierung eine Unterestrichdämmung mit möglichst wenig Material- und Qualitätsverlust einzubringen, entwickelt das Geolyth-Team zum Beispiel eigens kleine Maschinen, die im Inneren des Gebäudes aufgestellt werden können. „Mineralschaum ist ein Naturprodukt, und dementsprechend sind die Anforderungen anders als bei erdölbasierten Einblasdämmungen“, erklärt Stolzlechner. Der aktuell übliche Weg – den mineralischen Dämmstoff außerhalb des Gebäudes zu produzieren und über Leitungen ins Innere zu pumpen – sei nicht optimal, da die Qualität und damit der Dämmwert leide. „Der Kunde war von unserem Ansatz so begeistert, dass wir dadurch einen dreimal so großen Folgeauftrag lukrieren konnten“, berichtet der Geolyth-Geschäftsführer weiter. Eine andere Lösung entwickelte der oberösterreichische Mineralprofi für das Betonwerk Zuber aus Deutschland. Um die Sandwichelemente aus Beton mit Mineralschaum zu verfüllen, wurde eine sogenannte Schaum-Unit konzipiert. In einem Open-TopContainer wurde eine vollausgestattete Produktionsanlage für Mineralschaum – inklusive Nivelliergeräts und Co – zum Kunden transportiert und aufgestellt. Die Integration der Schaum-Unit, vom Geolyth-Team „Foami 1“ getauft, in den Produktionsprozess funktioniert ohne großen Mehraufwand für den Kunden. Der Mineralschaum selbst kann nass auf nass eingebracht werden und härtet in kürzester Zeit aus. „Im Vergleich zu herkömmlichen Produkten oder Verfahren spart sich der Kunde mit unserer Lösung zwei bis drei Mitarbeiter und beschleunigt den Prozess deutlich“, bringt Stolzlechner die Vorteile auf den Punkt.


Fokus Dämmen 43 BAUZEITUNG 18 2019

Die Verarbeitungsmaschinen bietet Geolyth zum Kauf und seit kurzem auch zur Miete an.

Besonders stolz ist man bei Geolyth aber auf den ­Mineralschaum selbst, denn ohne Top-Produkte hilft auch die beste Anwendungstechnik nichts. „­Unser Mineralschaum punktet mit Dämmwerten unter ­unter einem Lambda von 0,035 W/mK bei unter 6­ 0 kg/m3 – und das Ganze diffusionsoffen und brand­ sicher“, so ­Stolzlechner.­Deshalb liege der Fokus aktuell­auch auf diesem Produktbereich. „Dort haben wir den größten USP, denn Mineralschaum in dieser Qualität, mit dem geringen Gewicht und der Stabilität gelingt weltweit nur uns“, so Stolzlechner zielsicher. Im Hintergrund wird jedoch intensiv an Weiterentwicklungen und zusätz­lichen Produkten gearbeitet. „Lang-

Meßner

Weiterwachsen – aber mit Bedacht

fristig wollen wir ein Produktportfolio entwickeln, mit dem wir das Thema Mineralische Dämmung vollumfänglich abdecken – ohne Kompromisse bei Kleber, Putzen und Co. Dahin geht auch ganz klar der Trend und die Anforderungen der Kunden“, so Hannes Stolzlechner. Konkret arbeite man u. a. an der Weiterentwicklung einer mineralischen Dämmplatte sowie an der Verfüllung von Ziegeln mit Mineralschaum. „Die ersten Ergebnisse unserer Entwicklungsarbeit können wir hoffentlich bereits im kommenden Jahr vorstellen“, so der Dämmstoffhersteller.  ◼

TEAMWORK wird bei Geolyth großgeschrieben. In den nächsten Jahren soll das Team deutlich aufgestockt werden.

Als Innovationsführer für mineralische Dämmstoffe liefert GEOLYTH seinen Kunden von hochwertigen Dämmmaterialien, der maßgeschneiderten Maschinentechnik bis hin zum kundenorientierten Service ein umfangreiches Gesamtpaket. Als kompetenter Partner erarbeiten wir im Team Lösungen, die begeistern.

Mineralschaum

GEOLYTH Mineralschaum eigent sich perfekt für die Dämmung in Sandwichelementen und Hohlwänden. Durch die mineralische Zusammensetzung, dem hohen Dämmwert von λ10,tr = 0,035 W/mK und der einfachen Verarbeitung mittels dem Abziehgerät von GEOLYTH, bietet unser rein mineralischer Dämmstoff nachhaltige Werte für den Fertigteilhersteller bis zum Bauherrn.

T E C H N I S C H E DAT E N • λ10,tr = 0,035 W/mK • nicht brennbar, A1 • Dichte = 60 kg/m3 Besuchen Sie uns ab 01.01.2020 in unserer neuen Betriebstätte in Dietach (Nähe Steyr) und überzeugen Sie sich selbst von unseren nachhaltigen Produkten und unserer innovativen Technik.

GEOLYTH Mineral Technologie GmbH Weba-Strasse 15, 4407 Dietach, Austria Telefon: +43 (5) 0772 E-Mail: office@geolyth.at

Headquarters Johann-Roithner-Straße 131, 4050 Traun, Austria Telefon: +43 7229 72200

WWW.GEOLYTH.AT


44 Fokus Dämmen BAUZEITUNG 18 2019

Von EPS zu EPS Einen kompletten Baustoffkreislauf für EPS soll das Gemeinschaftsprojekte PolyStyreneLoop gewährleisten. Wie weit man damit ist, berichtet Sunpor-Geschäftsführer Roman Eberstaller. INTERVIEW: SONJA MESSNER

Es braucht einen Schulterschluss der gesamten EPS-Wertschöpfungskette, um ein funktionierendes Sammel- und Logistiksystem für EPS-Abfälle zu installieren. ROMAN EBERSTALLER, GESCHÄFTSFÜHRER SUNPOR

Sunpor produziert EPS-Granulate – unter anderem für Dämmstoffhersteller. Wie wichtig ist für Sie das Thema Recycling? ROMAN EBERSTALLER: Wir beschäftigen uns bei Sunpor bereits sehr lange mit dem Thema Recycling von EPS-Produkten. Schon im Jahr 1995 haben wir in St. Pölten die erste Recyclinganlage dafür in Betrieb genommen. Allerdings war die Zeit damals noch nicht reif, und wir mussten die Idee nach drei Jahren wieder verwerfen. Mittlerweile ist der Trend zu ökologischen Produkten und Baustoffen deutlich

ZUM FORSCHUNGSPROJEKT

PolyStyreneLoop Nach längerer Vorbereitungszeit und Verzögerungen soll das europäische Gemeinschaftsprojekt PolyStyreneLoop nun endlich Fahrt aufnehmen. Ziel ist es, die wirtschaftliche und technische Sinnhaftigkeit eines Recyclings von Polystyrol-Schaumabfällen zu demonstrieren. Ende 2019 soll mit dem Bau der Demoanlage in den Niederlanden begonnen werden, die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Ende 2020 geplant. An dem Projekt sind 68 Unternehmen aus 14 Nationen beteiligt, die die gesamte EPS-Wertschöpfungskette abbilden.

https://polystyreneloop.org/

Sunpor

D

ie sortenreine Trennung, Aufbereitung und Wiederverwertung von Baustoffen gewinnt aufgrund politischer Vorgaben immer mehr an Gewicht. Aber auch Endkonsumenten setzen mittlerweile lieber auf ökologisch vorzeigbare Baustoffe. Recycling ist deshalb angesagt. In Sachen Rezyklierbarkeit waren EPS-Abfälle jedoch lange keine Vorzeigebeispiele. Aufgrund des bis 2015 eingesetzten Flammschutzmittels HBCD mussten alte Dämmstoffe aus expandierten Polystyrol thermisch verwertet – sprich verbrannt – werden. Die europäische Gemeinschaftsinitiative PolyStyreneLoop soll das nun ändern und mithilfe des CreaSolv-Verfahrens aus altem EPS neues PolystyrolGranulat zaubern. Schon lange angekündigt, steht die Demoanlage in den Niederlanden nun endlich in den Startlöchern. Roman Eberstaller, Geschäftsführer des EPS-Granulat-Herstellers Sunpor, ist an dem Projekt beteiligt und gibt der Bauzeitung ein Update.

gewachsen. Hier gibt es zwei Wege – entweder man setzt auf erneuerbare Rohstoffe oder auf rezyklierte Materialien. Das Projekt PolyStyreneLoop wurde als bahnbrechend für das Recycling von EPS angekündigt. Was steckt dahinter? EBERSTALLER: Das angewandte CreaSolv-Verfahren wurde bereits vor rund 15 Jahren vom FraunhoferInstitut entwickelt. In einem chemischen Prozess wird das Styropor zunächst mithilfe eines Lösemittels verflüssigt, anschließend lassen sich Dämmstoff und Flammschutzmittel voneinander trennen. Das HBCD wird in diesem Prozess zerstört und das Brom wird zu einem neuen Flammschutzmittel recycelt. Das Endergebnis ist ein Polystyrol-Granulat ohne jeglichen Qualitätsverlust, welches zum Beispiel von Dämmstoffherstellern ohne irgendeinen Zusatzaufwand weiterverarbeitet werden kann. Beim Recycling von Baustoffen ist oft die Verunreinigung durch Kleber, Putze etc. ein heikles Thema. Wie wurde diese Herausforderung bei PS-Loop gelöst? EBERSTALLER: Im Rahmen des chemischen Verfahrens werden auch die Verunreinigungen vom EPS gelöst – diese lassen sich dann problemlos abfiltrieren.


Fokus Dämmen 45 BAUZEITUNG 18 2019

Natürlich das Original Mineralwolle mit ECOSE: Bärenstark und vielfach bewährt Wie groß ist das Potenzial für rezykliertes EPS in Österreich? Von welchem Volumen reden wir? EBERSTALLER: Genau das ist die Frage, die aktuell alle beschäftigt. Es gibt leider keine Aufzeichnungen oder verlässliche Daten. Momentan sind die Mengen jedoch noch äußerst bescheiden – Ö ­ sterreich ist sogar eine Netto-Importeur von EPS-Abfällen. Allerdings wird sich das in absehbarer Zeit ändern, und dafür müssen wir gerüstet sein. Was bedeutet das? EBERSTALLER: Es ist nicht nur die Frage, wie das Material recycelt wird. Wir müssen ein funktionierendes Logistik- und Sammelnetzwerk aufbauen. Dafür bedarf es eines Schulterschlusses von Baufirmen, Abfallentsorgern, Dämmstoffproduzenten und Rohstoffherstellern. Was wäre ein realistischer Zeitrahmen, um die EPS-Recyclingquote deutlich anzuheben? EBERSTALLER: Der Verband der europäischen EPS-Hersteller hat sich im Rahmen eines freiwilligen Pledges gegenüber der EU verpflichtet, dass bis zum Jahr 2025 jährlich 46 Prozent der anfallenden EPS-Abfälle recycelt werden sollen. Das sind immerhin rund 260.000 Tonnen – wobei die Dämmstoffe nur ein Teil davon sind. Um nochmal auf das Projekt PolyStyreneLoop zurückzukommen. EPS besteht bekanntlich zu 98,5 Prozent aus Luft. Wie ökologisch sinnvoll ist es, tonnenweise „Luft“ über tausende Kilometer hinweg zu transportieren? EBERSTALLER: Das ist klarerweise nicht sinnvoll. Die Anlage in Terneuzen (NL) ist aber auch nur eine Demonstrationsanlage, die 3.000 Tonnen Schaumabfall pro Jahr recycelt, um zu zeigen, dass das Verfahren funktioniert. In einer zweiten Stufe sollen mehrere, größere Anlagen in Europa gebaut werden, damit in einem Umkreis von 700 bis 800 Kilometern Sammel-Hubs installiert werden können. Außerdem muss man sich natürlich im Vorfeld Gedanken ­machen, wie die Dämmplatten aufbereitet werden können – zum Beispiel durch Brikettierung –, um den Transport ökologisch sinnvoller zu gestalten.  ◼

Von Natur aus braun Mut zum Original zu haben bedeutet, sich vom Gewöhnlichen zu entfernen. Seit 2009 verwenden wir zur Herstellung unserer Mineralwolle weder Färbemittel noch Formaldehyd. Möglich macht dies das natürliche Bindemittel ECOSE® Technology, das Mineralwolle für immer veränderte. Profis aus ganz Österreich sind von der angenehmen Handhabung begeistert. Unsere neuen ECOSE-Dämmplatten MINERAL PLUS überzeugen zusätzlich, weil sie flexibel und gleichzeitig kompakt in der Verarbeitung sind. 10 Jahre ECOSE – darauf sind wir stolz!


46 Fokus Dämmen BAUZEITUNG 18 2019

ETHouse Award 2020

KOMMENTAR

ANDREAS HAUSER, GF BAUAKADEMIE WIEN

Z

um zehnten Mal vergibt die Arge Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS) den ETHouse ! ICHEN EINRE T Z T E Award. Der Preis würdigt Gebäudesanierungen, die J LINE DEADMBER 2019 ein gestalterisches, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes VE 14. NO HR U Herangehen an Energieeffizienz unter Beweis stellen. 0 .0 2 1 Bewertungskriterien sind die Ausführungsqualität, der Umgang mit dem Altbestand, die architektonische Umsetzung sowie der Umfang der Energieeinsparung. Einreichungen sind in den drei Kategorien öffentliche und gewerbliche Bauten sowie Wohnbau möglich. Neben dem Planer werden auch die verarbeitenden Betriebe ausgezeichnet. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis wird im März 2020 in Wien verliehen. Einreichen können alle privaten und öffentlichen Bauträger, Architekten und Planer, städtische oder einfache Verwaltungsinstitutionen (auch Gemeinden) sowie Wohnbaugesellschaften mit Sitz in Österreich. Eingereicht werden können Objekte, die mit 14. November 2016 oder später in Österreich fertiggestellt worden sind. Die Einreichfrist endet am 14. November 2019, 12 Uhr.

Das richtig Know-how ist wichtig Abgesehen davon, dass auf Baustellen ein enormer Zeitdruck herrscht, sind unter anderem die Nichteinhaltung der Verarbeitungsrichtlinien und Normen der Grund für diverse Ausführungsfehler. Diese Erkenntnisse wurden auch im vierten Österreichischen Bauschadensbericht bei der Analyse von Bauschäden an Wärmedämmverbundsystemen bestätigt. Aus diesem Grund bietet die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme in Zusammenarbeit mit den österreichischen Bauakademien und der Zertifizierungsstelle des Bundeslandes Wien, die „Ausbildung zum WDVS-Fachverarbeiter“ an. Die im Jahr 2019 besonders gute Kursauslastung zeigt, dass Generalunternehmer und Verarbeiter durchaus gewillt sind, ihre Mitarbeiter zu schulen, weiterzubilden und vorhandenes Wissen auffrischen zu lassen. In der Veranstaltung finden die neuen Verarbeitungsrichtlinien für Wärmedämmverbundsysteme (VAR 2019) als umfangreiches Skriptum und Nachschlagewerk Verwendung. Schulungsinhalte sind unter anderem: bauphysikalische Vorgänge, der Aufbau eines WDVS, die Funktionen der Systemkomponenten, Untergrundprüfungen und -vorbereitungen, normgerechte Ausführungen, eine baupraktische Anwendung in Kombination mit der Demonstration von zahlreichen Ausführungsdetails etc. Nach Absolvierung der Veranstaltung und nach positiv abgeschlossener Prüfung, erhalten die Teilnehmer das österreichweit gültige Zertifikat „Zertifizierter Fachverarbeiter für Wärmedämmverbundsysteme“ der MA-39-Zertifizierungsstelle. Sie erfüllen damit die Anforderungen bestimmter Ausschreibungen und sind in der Lage, bei der Herstellung von WDVS-Fassaden mögliche Fehler bestmöglich zu vermeiden. Demnach ist auch der Forderung von ETAG 004 (Leitlinie für die europäische technische Zulassung) und der Leistungsbeschreibung Hochbau, wonach Arbeiten von geschulten Facharbeitern auszuführen sind, Rechnung getragen.

Schlank und schlanker Hochleistung in Sachen Dämmung verspricht BASF mit den Produkten Slentite und Slentex. Slentex: Die Dämmmatte eignet sich auch als Kern von geformten Carbonbetonelementen.

BASF

Archiv

Einreichen und gewinnen: Die QG WDVS würdigt besonders gelungene Gebäudesanierungen.

M

it Slentite und Slentex will BASF eine neue Generation energieeffizienter Wärmedämmstoffe auf Aerogelbasis gelungen sein. Ein Pilotprojekt in Leipzig soll den Beweis dafür erbringen. Das Tragwerk eines Wohnhauses wurde in Hybridbauweise aus Carbonbeton und Stahlbeton gefertigt. Für einen besonders schlanken Wandaufbau wurden die beiden Hochleistungsmaterialien Slentite und Slentex als Dämmschicht zwischen den Betonschichten verwendet. Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmmaterialien lasse sich laut BASF dadurch die Wandstärke bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Dämmleistung liegt bei λ= 18 mW/mK (Slentite) bzw. λ = 19 mW/mK (Slentex). Die signifikante Verschlankung der Außenwand ermöglicht nicht nur ästhetisch neue Konzepte, sondern führt zu einem Raumgewinn, der für innerstädtisches Bauen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zudem lassen sich beide Hochleistungsdämmstoffe ohne weitere Systemanpassungen in die automatisierte Herstellung der Elemente im Betonwerk integrieren.


Fokus Dämmen 47 BAUZEITUNG 18 2019

G(l)anzleistung Vom Keller bis zum Dach wurde beim Neubau der Volksschule Kirchdorf auf Dämmstoffe des Tiroler Herstellers Steinbacher gesetzt. b Flachdach- oder Perimeterdämmung – bei der Volksschule Kirchdorf wurde voll und ganz auf die hydrophobierten Steinodur-Automatendämmplatten von Steinbacher gesetzt. Die Platten punkten unter anderem mit hoher Formstabilität, sodass sie selbst hohen Druckbelastungen, extremen Temperaturschwankungen und Frost-Tau-Zyklen standhalten. Die gesamte Steinodur-Produktpalette trägt das Österreichische Umweltzeichen. Im Fußbodenaufbau der Volksschule Kirchdorf gewährleistet die Trittschallplatte Steinopor EPS-T sehr gute Schalldämmung, und mit dem druckfesten Polyurethan-Dämmstoff Steinothan 107 können besonders schlanke Aufbauten realisiert werden. Auch im Heizungskeller wurde auf Lösungen des Erpfendorfer Dämmstoffherstellers gesetzt: „Gerade für freiliegende Leitungen im Heizraum sind unsere Steinonorm-PU-Isolierschalen die ideale Lösung – sie

Steinbacher

O

sorgen aufgrund ihrer ansprechenden Optik für ein sauberes Erscheinungsbild und dämmen hervorragend“, so Steinbacher-Geschäftsführer Roland Hebbel. Aufgrund der selbstklebenden Überlappung, der einfachen Verlegung und der hohen Alterungsbeständigkeit sind die PU-Isolierschalen zudem eine ökonomische Lösung.

UMFASSEND Bei der Volksschule Kirchdorf lieferte Steinbacher die komplette DämmstoffLösung.

EIN FLAMMENDER APPELL FÜR STEINWOLLE

Vertrauen Sie bereits bei der Planung auf den vorbeugenden Brandschutz von ROCKWOOL Steinwolle. Bauen Sie auf die Sicherheit, die Ihnen unsere nichtbrennbaren Dämmstoffe bieten: Euroklasse A1, Schmelzpunkt > 1000 °C. Entscheiden Sie sich für das gute Gefühl, im Ernstfall alles zum Schutz von Menschen und Werten getan zu haben. Übernehmen Sie beim Brandschutz die 1000 °C-Verantwortung! www.rockwool.at

> 1000 °C


48 Baumaschinen

Liebherr

BAUZEITUNG 18 2019

NEUE GENERATION 8 Gleich sieben Modelle von 22 bis 45 Tonnen mit deutlich besserem Leistungsniveau bietet Liebherr an.

Automatisierung und Effizienz Die neue Generation der Bagger verspricht mehr Effizienz und auch das Thema Automatisierung wird bei den Herstellern hoch gehandelt. TEXT: WOLFGANG POZSOGAR

Liebherr

D Digitale Lösungen bieten uns auch die Möglichkeit, vor- und nachgelagerte Prozesse der Baustelle zu optimieren.“ OTTO SINGER, GF LIEBHERR-WERK BISCHOFSHOFEN

ig it!“ – so nennt sich ein Uralt-Computerspiel für Baggerfans. Es ist bei Amazon um wenige Euro erhältlich und verwandelt den privaten Laptop in ein Steuergerät für virtuelle Bagger. Bei seiner Entwicklung Anfang des Jahrzehnts hat wahrscheinlich kaum jemand gedacht, dass es die Zukunft der realen Baggerarbeit widerspiegelt. Denn in wenigen Jahren werden Baggerfahrer öfter so ähnlich arbeiten, wie die Kids einst mit dem Computerspiel, nämlich im Baustellencontainer oder im Büro des Unternehmens sitzend über Bildschirm und Joystick den allerdings ganz realen Bagger steuern.

Es wird noch dauern Dass dies bereits über Kontinente hinweg funktioniert, hat Doosan auf der letzten Bauma bewiesen. Die Messebesucher in München konnten einen 40-Tonnen-Doosan-DX380LC-5-Kettenbagger steuern, der im südkoreanischen Incheon stand. Möglich wurde diese Vorführung durch das 5G-Netz, das es in Südkorea als erstem Land der Welt bereits flächendeckend

gibt. Mit einer zehnmal schnelleren Bandbreite und zehnmal geringeren Verzögerung als das 4G-Netz ist es Voraussetzung für solche Anwendungen. Der Bagger selbst benötigt eine elektronische Vorsteuerung der Maschine. Das ist allerdings bei den meisten großen Herstellern bereits Standard. Doosan war daher nur punkto 5G-Netz Primus. Komatsu zeigte bereits vor einem Jahr in Japan auf der Messe CEATEC einen ferngesteuerten Hydraulikbagger. Caterpillar bot auf einem fast versteckten Bereich seines Standes in München Besuchern die Möglichkeit, eine in den USA befindliche Baumaschine zu steuern. Jedoch wurde hier statt mit 5G mit WLAN gearbeitet. „Am Markt wird viel von der ferngesteuerten Maschine geredet“, erzählt Dominik Dam, Produktmanager bei Caterpillar, „aber es dauert noch, bis die Technologie wirklich marktreif ist.“ Cat will vorerst eine Fernsteuerung ins Programm aufnehmen, mit der ein Bagger mit Sichtkontakt auf den Arbeitsbereich von außerhalb der Kabine gesteuert werden kann. Das macht etwa bei gefährlichen Einsätzen Sinn.


Assistenzsysteme nutzen Bei der Steuerung aus der Ferne gibt es nämlich ein wesentliches Problem: das reale Umfeld auf der Baustelle. Herumwieselnde Menschen, andere Fahrzeuge, die Wetterbedingungen, das Material des Untergrunds und einige andere Einflüsse mehr lassen sich nur ungenügend auf den Bildschirmen der Fernsteuerung darstellen. „Hier liegt ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit“, sagt Dam. Angedacht sind etwa Kombinationen mit einer Kamera­ drohne über der Maschine und einem exakten 3D-Modell der Baustelle, aus dem ein Rechner alle wesentlichen Parameter erfassen und darstellen könnte. Solche Lösungen erfordern allerdings sehr hohe Rechenleistungen. Es lasse sich noch schwer abschätzen, wann die Entwicklungen marktreif sind, meint Dam. Punkto Automatisierung setzt Cat bei seinen neuen Baggern neben der 2D- oder 3D-Steuerung heute vor allem auf Assistenzsysteme. „Sie sollen den weniger geübten Fahrer unterstützen, damit auch er volle Leistung bringen kann“, erzählt Dam. So gibt es etwa Schwenkbegrenzungen, die verhindern, dass die Maschine irgendwo anstößt, eine Kontrollwage, um Lkws optimal beladen zu können, eine Abziehhilfe oder einen Löffelassistenten, der den Löffel gerade hält und verhindert, dass Material herausfällt.

Vorreiterrolle Bagger Die Automatisierung des Arbeitens mit den Baumaschinen ist ein Trend, an dem

Caterpillar

REDUZIERT Cat-Raupenbagger 336: mit GC hinter der Typenzahl kostengünstiger, weil mit reduzierter Ausstattung.

alle Hersteller arbeiten. Der Bagger hat dabei quasi eine Vorreiterrolle, weil sich bei vielen Arbeiten die Bewegungen wiederholen. Die Entwicklung geht aber wesentlich weiter, als mit 2D- oder 3D-Steuerungen den Bau einer Böschung zu automatisieren, erläutert Otto Singer, Geschäftsführer des Liebherr-Werkes Bischofshofen, zudem verantwortlich für den Vertrieb Baumaschinen in Österreich: „Wir arbeiten an der Baustelle der Zukunft. Diese ist nicht nur, aber eben auch eine digitale Baustelle.“ Liebherr will die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen den Maschinen auf der Baustelle weiterentwickeln. Die Vernetzung auf der Baustelle soll aber nicht nur die Abläufe dort optimieren. „Digitale Lösungen bieten uns auch die Möglichkeit, vor- und nach­ gelagerte Prozesse der Baustelle zu optimieren. Über digitale Planungs- und Simula­ tionstools können wir zum Beispiel Zeit und Kosten bei der Baustellenplanung einsparen“, erzählt Singer weiter. Das komplette Projekt lasse sich so direkt auf dem Planungstisch auf seine Durchführbarkeit hin prüfen.

Stetige Weiterentwicklung Vorreiter bei der Digitalisierung des Bauens ist Komatsu. Der Hersteller brachte den ersten Bagger auf den Markt, der mit 3D-­ Steuerung eine Reihe von Arbeiten mehr oder weniger selbstständig durchführen konnte. Jetzt setzt das Unternehmen auf Smart Construction, die Unterstützung des


50 Baumaschinen

SCHWERGEWICHT  Neue 80-Tonnen-Maschine von Doosan – 358-kW-Dieselmotor mit Steuerelektronik und intelligenter Hydraulik.

Komatsu

Kunden auf den Weg in die Digitalisierung der Baustelle und im kompletten Bauprozess, wie es der Hersteller formuliert. „In Japan funktioniert das bereits erfolgreich auf unzähligen Baustellen“, erzählt ­Stefan Kuhn, Geschäftsführer von Kuhn B ­ aumaschinen. In Europa und in Österreich läuft es langsamer an. „Auf einigen europäischen Testbaustellen werden vorerst Erfahrungen gesammelt“, sagt Kuhn. In eineinhalb bis zwei Jahren soll es, wenn die Kunden m ­ itspielen und den Baumaschinen-Lieferanten als Solution-­ Provider quasi auch ins Baugeschehen eingreifen ­lassen, auch hier voll losgehen. Mit aufsehenerregenden Baggerinnovationen dürfte Komatsu in drei Jahren auf den Markt ­kommen. „Das Unternehmen feiert 2022 sein hundert­jähriges Jubiläum und wird in diesem Jahr eine neue Baggergeneration auf den Markt präsentieren“, kündigt ­Stefan Kuhn an, „und Komatsu hat sich einen großen Wurf vorgenommen.“ Über Details herrscht derzeit noch Stillschweigen, aber es darf angenommen werden, dass die Jubiläumsbagger punkto Effizienz und Bedienungskomfort Besonderes bieten werden. Heuer präsentierte Komatsu eine Reihe durchaus interessanter Novitäten. So zum Beispiel den Minibagger PC55MR-5 mit elektrohydraulischer Steuer­ einheit, der hohen Komfort und niedrigen Kraftstoffverbrauch bietet. Oder den Kompaktbagger PC80MR, der mit einem Betriebsgewicht von acht Tonnen, einem kurzen Heckschwenkradius und nahe an der Maschine schwenkendem Ausleger für Arbeiten auf knappem Raum konzipiert wurde. Oder den PC228USLC-11 mit einem Betriebsgewicht von 24 Tonnen und elektronischer Motorsteuerung, dessen Hubkraft gegenüber dem Vorgängermodell um 21 Prozent gesteigert werden konnte. Oder die Mobilbagger PW148-11 und PW180-11 mit Betriebsgewich-

Doosan

BAUZEITUNG 18 2019

DA GEHT MEHR  Beim neuen 24-Tonnen-Bagger von Komatsu konnte die Hubkraft gegenüber dem Vorgängermodell um 21 Prozent gesteigert werden.

ten von 14 bis 17 Tonnen, bei denen Design und Technik verbessert wurden und die im Vergleich zu den Vorgängermodellen größere Vielseitigkeit, Effizienz und gesteigerten Fahrerkomfort bieten. Standard bei diesen Baggern sind Telematiksysteme für Flottenmanagement und Wartung.

Neuigkeiten am laufenden Band Caterpillar brachte vier neue Kettenbagger auf den Markt, in der 30-Tonnen-Klasse die Typen 330 und 330 GC, in der 36-Tonnen-Klasse die Modelle 336 und 336 GC. Die gleiche Typennummer ist kein Zufall. Mit zwei in vielen Belangen baugleichen Maschinen pro Gewichtsklasse möchte Cat unterschiedlichen Ansprüchen des Marktes gerecht werden, erzählt Dam: „Wir haben erkannt, dass viele Kunden nicht unbedingt das Premiumgerät benötigen. Sie profitieren nicht von den geringsten Kosten pro umgeschlagener Tonne Material, sondern wollen die geringsten Kosten pro Maschinenstunde haben.“ Die Maschinen mit dem Zusatz GC werden deshalb mit reduzierter Ausstattung – bei der etwa die Assistenzsysteme fehlen oder die Motorleistung kleiner ist – dem Wunsch nach geringen Stundenkosten gerecht, da sie deutlich günstiger in der Anschaffung sind. Liebherr stellte bei Raupenbaggern seine neue „Generation 8“ vor. Bereits im Vorjahr wurden die Modelle R 922 und R 924 präsentiert, heuer folgten weitere Maschinen. Die Generation 8 umfasst jetzt sieben Modelle von 22 bis 45 Tonnen. Ein Highlight ist der R 930, ein völlig neuer Liebherr-Raupenbagger für Erdbewegungsarbeiten. Er basiert wie der R 926 auf einer spezifischen, von Liebherr entwickelten Plattform. Beide Bagger sind bereits mit Motoren der Abgasstufe V ausgestattet. Im Vergleich zur vorhergehenden Generation wurden die Grabkräfte sowie die Zugkräfte des Unterwagens und das Schwenk­ moment des Oberwagens stark erhöht, was ein deutlich besseres Leistungsniveau bringen soll.


Baumaschinen 51 BAUZEITUNG 18 2019

Caterpillar

HELFEND Bagger-Fernsteuerung mit Sichtkontakt – Cat will die Technologie in Kürze auf den Markt bringen.

BIG BUSINESS Der SK850LC-10E, der Große von Kobelko, hat ein Einsatzgewicht von 80 bis 86 Tonnen.

Kobelco

DIE KOMPAKTEN

Spezialist für die Kleinen Nahezu jeder Baggeranbieter ergänzt sein Programm mit Kompaktmaschinen. Wacker Neuson hat hier begonnen und konzentriert sich noch immer auf den Bereich mit bis zu 15 Tonnen Nutzlast. Neben konventionellen Kettenbaggern gibt es von Wacker Neuson auch Mobilbagger und ZeroTail-Modelle ohne Hecküberstand. Seit 2013 wird außerdem elektrisch gebaggert. Jüngstes Modell hier ist der EZ17e mit einem im Motorraum verbauten Lithium-Ionen-Akku. Die Bagger und Dumper von Wacker Neuson sind made in Austria, sie ENTWICKLUNG Kleine Maschine, ­werden im Werk in Hörsching bei Linz ­großer­ Nutzen: Wacker Neuson Bagger entwickelt und gefertigt. Die Kunden mit stufenloser Oberwagenneigung. spielen dabei mit: Im Rahmen von „Voice of Customer“-Veranstaltungen werden Kunden in die Forschungs- und Entwicklungsstandorte eingeladen, um dort direktes Feedback zu geben. Auf diese Weise fließen Wissen und Praxiserfahrung der Kunden mit in den Entwicklungsprozess ein. Den Kundennutzen sieht das oberösterreichische Unternehmen denn auch als Stärke seiner Maschinen. Genannt werden als Beispiele die stufenlose Oberwagenneigung oder die Vorbereitung für Anbauwerkzeuge mit bis zu fünf Zusatzsteuerkreisen.

Mit unseren reversierbaren Platten nachhaltig verdichten.

www.wackerneuson.com/construction-equipment

Wacker Neuson

Doosan brachte heuer in der obersten Gewichtsklasse einen Kettenbagger auf den Markt. Das Modell DX800LC-5B ist eine 80-Tonnen-Maschine mit 358-kW-Dieselmotor mit Steuerelektronik und intelligenter Hydraulik (ecoPower), die permanent alle Prozesse und Komponenten überwacht und damit ein hohes Niveau in Sachen Dieselkraftstoff-Energieeffizienz erreicht. Ebenfalls in der Schwergewichtsklasse hat Kobelko eine Neuheit vorgestellt. Der SK850LC-10E mit einem Einsatzgewicht von 80 bis 86 Tonnen ist mit einem Hino-Motor ausgestattet, der bei einem Drehmoment von 2.120 Nm eine Leistung von 380 kW bietet und den Emissionsvorschriften der Stufe V gerecht wird. Mit Standardausleger und vier Stielvarianten eignet sich die Maschine für alle schweren Baustellen- und Aushubarbeiten. Eine Version mit Abbruch-Longfront (DLC) wird voraussichtlich 2020 auf den Markt kommen. Auch zwei neue Midi-Maschinen mit deutlich verbesserter Gesamtperformance brachte Kobelco auf den Markt.  ◼


52 Baumaschinen

Digando.com

BAUZEITUNG 18 2019

Schneller als der Pizzabote Essen, Bücher, Kleidung, Möbel, Flüge und Fahrdienste: Längst werden all diese Dinge schnell und bequem online bestellt – von nun an auch Baumaschinen! Digando.com macht’s möglich. Live die Verfügbarkeit prüfen, in nur zwei Minuten bestellen – so einfach funktioniert Baumaschinenmiete mit Digando.com. ALEXANDER HÖSS, PRODUKTMANAGER DIGANDO.COM

W

er Baumaschinen und -geräte mieten möchte, kann das jetzt in Sekundenschnelle tun. Mit Digando.com steht nicht weniger als die digitale Revolution der Baustellenorganisation an. Auf Digando.com wird die Verfügbarkeit von Mietmaschinen live angezeigt, und Buchungen werden innerhalb von zwei Minuten ermöglicht.

Von Profis, für Profis Digando.com ist ausschließlich auf Bauprofis – also das Geschäft mit Business-Kunden – ausgerichtet. Daher wurde die Plattform mit starkem PraxisFokus entwickelt und geht gezielt auf die Bedürfnisse von Bauunternehmen und Bauprojekten ein. So bietet Digando.com nicht nur transparente Buchungsübersichten, Mietversicherungen und die Möglichkeit, verschiedene Liefer- und Verrechnungsadressen inklusive Kommissionsabrechnung auszuwählen, sondern bald auch einen eigenen Baustellenplaner.

Ganz nach Plan Anfang Herbst wird Digando.com zusätzlich mit dem DigandoPlanner ausgestattet – einer kostenlosen Planungssoftware für professionelle Baustellendisposition. Das Besondere: Mieter können damit nicht nur den Einsatz gemieteter Maschinen planen, sondern auch den eigenen Fuhrpark in das Planungstool integrieren und auf die jeweiligen Bauprojekte verteilen. Das schafft Transparenz und Überblick bei der Baustellenplanung. Wird ein Engpass erkannt, kann mit wenigen Klicks zusätzliches Gerät gemietet werden. So lässt sich sowohl

die Auslastung des eigenen Mietparks als auch die der gemieteten Maschinen optimieren, das spart Kosten! „Wir sahen den Bedarf einer professionellen Lösung wie Digando.com seit langer Zeit. Da keine vergleichbaren Ansätze am Markt zu erkennen waren bzw. auch bis heute nicht sind, haben wir uns entschlossen, eine echte Profilösung zu entwickeln. Dass eine solche Software auch mit einem praktischen und einfach zu bedienenden Planungswerkzeug ausgestattet wird, ist eine logische Konsequenz“, erklärt Alexander Höss, Produktmanager bei Digando.com. Höss ergänzt: „Bei der Plattform ging es zunächst um eine schnelle und einfache Bedarfsdeckung von Baumaschinen und Equipment. Mit dem DigandoPlanner gehen wir einen Schritt weiter. Er ermöglicht saubere Projekt- und Maschinenplanung, schafft Überblick und bietet dennoch jene Flexibilität, die es bei Bauprojekten braucht, um kurzfristigen Bedarf innerhalb kürzester Zeit zu decken.“

Live-Anbindung Möglich wird diese Flexibilität durch die einzigartige Live-Anbindung von Digando.com: Die Plattform greift in Echtzeit auf Geräte und Maschinen von Mietparks in ganz Österreich zu. Neben der direkten Verfügbarkeit werden die Nutzer auch sofort über die technische Ausstattung, optionales Zubehör und die Preissituation informiert. Lästiges Warten auf eine Antwort des Anbieters entfällt. Nach wenigen Klicks haben Mieter sofortige Gewissheit und eine bestätigte Buchung, und auf


Baumaschinen 53 BAUZEITUNG 18 2019

Wunsch kann die Gerätschaft auch direkt an den Einsatzort geliefert werden.

Vielfältiger Fuhrpark Bereits zum Start der Plattform waren bei D ­ igando.com über 5.000 Maschinen mietbar. Seitdem wird das Sortiment stetig erweitert. Neben Hydraulik­baggern steht die komplette Produkt­palette der Verdichtung (vom kleinen Stampfer bis zur Elf-TonnenWalze) zur Verfügung; außerdem Vier-Rad-­Dumper, Rad- und Kompaktlader, Raupentransporter und vieles mehr. Gleichzeitig erhalten die Nutzer auf ­einen Blick sämtliche technischen ­Details der ausgewählten Baumaschinen und ­ -geräte; zudem Konfigurationsmöglich­keiten und passendes Zubehör zur Komplettierung. Wählt man zum Beispiel ­einen Bagger, informiert einem das System über die Verfügbarkeit von Maschinen mit Schwenk­ vorrichtungen oder Rotatoren, mit h ­ ydraulischen oder mechanischen Schnellwechselplatten, über aufgebaute ­Hub-Schwenk-Systeme oder Zentral­ schmier­an­lagen. Dazu können mit wenigen Klicks Löffel in allen Varianten gewählt werden, und wer möchte, bucht auch Zubehör wie ­Greifer und ­Hydraulikhammer passend für die ­Maschine mit.

Innovativer Vertriebskanal Doch nicht nur für Baumaschinenmieter könnte ­Digando.com interessant sein. Auch alle Unternehmen, die Equipment oder Dienstleistungen für die Baubranche vermieten, sollten einen Blick auf die unabhängige Plattform werfen, bietet sie doch einen neuen und vielversprechenden Vertriebs­ ­ kanal, der dank Smartphone-Unterstützung direkt

Vermietpartner (Mietpark)

Anbieter

A

Anbieter

B

Anbieter

C

PLA

DIG

in die ­Hosentaschen potenzieller Kunden führt. „Wir integrieren unsere Vermietpartner in einen Echtzeit-Marktplatz mit unglaublicher Schlagkraft und Effizienz. Dabei liefern wir auch das technische und digitale Know-how, um die Produkte unserer Vermietpartner live verfüg- und buchbar zu machen“, fasst Alexander Höss die Vermietervorteile von ­Digando.com zusammen.  ◼

T T F ORM

WIN-WIN  Mieter und Vermieter können von der ­neuen Online-­ Plattform profitieren.

Mietkunde (Baustelle)

Buchung in Echtzeit

Bauequipment direkt geliefert

ANDO

.CO M READY TO RENT

ECHTZEIT ­ Digando.com greift in Echtzeit auf ­Geräte und Maschinen von Mietparks in ganz Österreich zu.


54 Baumaschinen BAUZEITUNG 18 2019

Liebherr

A 922 RAIL Bei der Entscheidung für den Liebherr-Zweiwegebagger durften die Maschinenführer mitreden.

Auf Schiene

beigestellt

Bahnbau im Ausbau – Liebherr übergibt den 100. Zweiwegebagger an die Firma Swietelsky.

Die Zweiwegebagger von Liebherr sind ein Handwerkszeug, das wir auf unseren Baustellen nicht missen möchten.“ PETER GAL, GF SWIETELSKY

D

er Bahnbauspezialist Swietelsky verstärkt seinen modernen Maschinenpark von über 200 Maschinen. Der A 922 Rail ist der insgesamt 100. Zweiwegebagger von Liebherr in der Swietelsky-Flotte. Swietelsky erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018/19 mit mehr als 10.300 Mitarbeitern eine Bauleistung von rund 2,8 Milliarden Euro. Rund 20 Prozent davon entfielen auf die Sparte Bahnbau. Als die am stärksten international ausgerichtete Konzerndivision ist der Swietelsky Bahnbau in zahlreichen Ländern Europas und auch in Australien tätig. „Unser Schwerpunkt und unsere Stärke ist der Gleisbau mit Großmaschinen. In diesem Segment ist nichts klein und leicht, alles, was wir bewegen müssen, ist groß und schwer. Die Zweiwegebagger von Liebherr sind dabei das Handwerkszeug, das wir auf unseren Baustellen nicht missen möchten“, schildert SwietelskyGeschäftsführer Peter Gal.

Meinung gefragt „Die Basis einer erfolgreichen Projektabwicklung ist das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Nur wenn der Bediener mit der Maschine zufrieden ist und gut mit ihr arbeiten kann, sind Bauvorhaben erfolgreich zu realisieren“, führt er weiter aus. Aus diesem Grund werden die Fahrer bei Swietelsky auch in die Entscheidungsprozesse miteingebunden.

Da die Zufriedenheit des Maschinenführers eine entscheidende Rolle für seine Produktivität spielt, bietet die besonders übersichtlich und komfortabel gestaltete Fahrerkabine des A 922 Rail ausreichend Platz für Fahrer und Beifahrer. Die Frontscheibe ist komplett nach oben einschiebbar, und die Anzeigeeinheit mit Touchscreen-Funktion ist intuitiv zu bedienen. Zudem verfügt der Bagger über eine beidseitige Proportionalsteuerung auf den Joysticks zur Bedienung aller Zusatzhydraulikkreise. Zur serienmäßigen Ausstattung gehört auch ein Fahrersitz mit Luftfederung, Sitzheizung, Sitzkissen-Tiefen- und -Neigungseinstellung, Lendenwirbelstütze, Kopfstütze, Beckengurt sowie mitschwingenden, ergonomisch angeordneten Bedienkonsolen. Die Serienausstattung umfasst ebenfalls eine Klimaautomatik sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage.

Technische Details Der neue A 922 Rail der Firma Swietelsky ist mit einer Schienenführung für Normal- und Breitspurbahnen ausgerüstet. Angetrieben wird er von einem 110 kW / 150 PS starken Liebherr-Dieselmotor D 834 der Abgasstufe IIIB. Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch einen Diesel-Oxidationskatalysator sowie ein Partikelfilter-Modul. Der Dieselmotor treibt eine Hydraulikdoppelpumpe mit einer Förderleistung von 2 x 215 Liter/Minute an. Beide Pumpen können unabhängig voneinander gesteuert werden und ermöglichen so den reibungslosen Betrieb auch von leistungsintensiven Anbauwerkzeugen wie Mulchern, Grabenfräsen oder Hydraulikrammen. Während die eine Pumpe das Anbauwerkzeug antreibt, sorgt die andere für unabhängige Fahr- und Arbeitsbewegungen des Zweiwegebaggers. ◼


Baumaschinen 55 BAUZEITUNG 18 2019

Der Abfall-Experte Speziell auf den Abfall- und Recyclingmarkt zugeschnitten ist die neue Teleskoplader-Reihe von Bobcat.

aste Expert heißt die neue Teleskoplader-Reihe, mit der Bobcat im Abfallund Recyclingmarkt reüssieren will. Ein auf dem TL43.80HF-Modell basierender Prototyp der WasteExpert-Maschine stieß auf der Bauma bereits auf sehr gute Resonanz. Daher hat Bobcat beschlossen, vier seiner aktuellen Hochleistungs- und Leistungshydraulikmodelle, TL35.70, TL34.65HF, TL38.70HF und TL43.80HF, als neue Waste-Expert-Maschinen anzubieten. Alle Maschinen werden von BobcatMotoren der Stufe IV mit 74,5 oder 97 kW (100 oder 130 PS) angetrieben. Die neuen Waste-ExpertTeleskoplader bieten Hubkapazitäten von 3,4 bis 4,3 Tonnen und Hubhöhen von 6,5 bis 8 Meter. „In der Abfall- und Recyclingbranche werden Maschinen benötigt, die eine Vielfalt von Aufgaben bewältigen,

Bobcat

W

auf engem Raum manövrieren und den ganzen Tag maximal effizient und vollkommen sicher arbeiten können. Unsere neuen Waste-Expert-Teleskoplader sind genau auf die Herausforderungen zugeschnitten: Robuste Konstruktion, beeindruckende Ausbrechkraft des Löffels, effiziente Kühlsysteme, niedriger Schwerpunkt und langer Radstand zur Verbesserung von Stabilität und Hubkraft sind einige Highlights“, kommentiert Olivier Traccucci von Bobcat, die neue Waste-Expert-Produktreihe. ◼

KLEINE HELFER, GROSSE WIRKUNG!

KOMPAKTMASCHINEN JETZT GÜNSTIG MIETEN! MIETEN !

I MASCHINEN- UND GERÄTEVERMIETUNG I TEMPORÄRE INFRASTRUKTUR I BAULOGISTIK

0800 -1805 8888 oder zeppelin-rental.at

WASTE EXPERT Die neuen Maschinen ergänzen das Teleskopladersegment, mit dem Bobcat bereits auf dem Landwirtschafts- und Bausektor aktiv ist.


56 Baumaschinen BAUZEITUNG 18 2019

Bedienung per Fingerkraft Komatsu Europe hat seinen neuen Motor-Grader GD675-7 mit deutlich verbessertem Fahrerkomfort vorgestellt.

Der Motor-Grader GD675-7 von Komatsu bietet seinen Fahrern deutlich mehr Komfort.

Smart verdichten Wer bisher mit dem Anbauverdichter Kanalgräben oder Rohrleitungsgräben verdichtet hat, musste sich ausschließlich auf seine Erfahrung verlassen. Denn Bagger boten bislang keine Möglichkeit, die tatsächlich erbrachte Verdichtungsleistung des Anbauverdichters anzuzeigen. Ammann bietet nun für seine schweren Anbauverdichter APA 75/74 und 100/88, die für Zehn- bis 40-Tonnen-Bagger geeignet sind, eine elektronische Verdichtungskontrolle an. Bestehend aus Beschleunigungssensor und Auswerteinheit, gibt das Tool dem Bediener damit die notwendige Sicherheit über die erreichte Verdichtungsleistung. Der Beschleunigungssensor ist in das Gehäuse des Anbauverdichters integriert. Er misst und meldet die Beschleunigung der Grundplatte während des Betriebs an die Anwerteinheit. Diese berechnet anhand eines Algorithmus, ob der Anpressdruck des Anbauverdichters ausreicht, zu hoch oder zu niedrig ist, und gibt ein Signal, sobald die Verdichtung an dieser Stelle ihren optimalen Wert erreicht hat. VERDICHTUNGSKONTROLLE

er neue Motor-Grader GD675-7 von Komatsu ist mit einem leistungsstarken Motor gemäß EU Stufe V ausgestattet sowie einem Heavy-Duty-Abgasnachbehandlungssystem mit Komatsu-Dieselpartikelfilter (KDPF) und SCR-Modul zur selektiven katalytischen Reduktion. „Neben dem neuen Motor haben wir in der Entwicklung den Fokus aber besonders auf den Fahrerkomfort gelegt“, so William Groven, Produktmanager bei Komatsu Europe. „Durch die Neugestaltung der Bedienelemente wird nicht nur ein ganz neuer Eindruck bei der Bedienung der Maschine gewonnen – die Elemente können einfach per Fingerkraft bedient werden.“ Die Armbewegungen des Fahrers würden dabei um 90 Prozent reduziert werden. „Dank der neuen Antriebssteuerung, der automatischen Zentrierung für die Lenkung und der wesentlich besseren Sicht wird der Fahrerkomfort erheblich gesteigert“, so Groven. Durch das duale Getriebe (8 Vorwärtsgänge, 4 Rückwärtsgänge) von Komatsu profitiert der Fahrer laut Hersteller zudem von hohen Fahrgeschwindigkeiten und niedrigem Kraftstoffverbrauch bei Direktantrieb und von gesteigerter Zugkraft im Wandlerbetrieb.

Leichtgewicht Mit der Einführung des HX10A ist Hyundai erstmals auf dem Mikrobaggermarkt vertreten.

Hyundai

Komatsu

D

Der neue HX 10A rundet die HX-Kettenbagger-Range von Hyundai, die von einer bis 90 Tonnen Einsatzgewicht reicht, ab.

D

ank seiner geringen Breite lässt sich der neue HX10A problemlos etwa auf Tandemanhängern transportieren. Zudem passt er durch schmale Türen, was den Betrieb im Gebäudeinneren vereinfacht. Der Monoblock-Ausleger ist schwenkbar, sodass der Minibagger Grabarbeiten an einer Wand entlang ausführen kann. Dies ist besonders auf engen Baustellen nützlich, wenn ein Positionswechsel schwierig werden kann. Mit seinem Betriebsgewicht von einer Tonne eignet sich der Bagger für den Einsatz im GaLa-Bau, bei Baustellen in Wohngebieten und in Innenbereichen.


Baumaschinen 57 BAUZEITUNG 18 2019

Aus Alt wird Neu HKL Maschinen im Einsatz für Abbruch und Wiederaufbau in Wartberg. in landwirtschaftliches Gebäude im oberösterreichischen Wartberg ob der Aist wurde abgerissen und wiederaufgebaut. Dabei sollte das anfallende Abbruchmaterial sortiert und wiederverwendet werden. Mit den entsprechenden Maschinenanforderungen wendete sich das beauftragte Bauunternehmen Gerhard Pühringer GmbH an das nahegelegene HKL Center Linz. Zusätzlich zu den eigenen eingesetzten Maschinen mietete Gerhard Pühringer für den Abbruch einen Komatsu PC 138. Ausgestattet mit zusätzlichem Kabinenschutz, einem Hydraulikhammer und Sortiergreifer wurde der kompakte leistungsstarke Raupenbagger für den gesamten Abbruchprozess eingesetzt – zum Aufnehmen der Bodenplatten, dem Abbau der massiven Steinwände und diverser Holzbauteile sowie zur Trennung der Baustoffreste. Materialien wie Holz, Stein und Lehmziegel sollten für den Neubau wiederverwendet

HKL

E

werden. Das steinige Abbruchmaterial wurde mittels eines Gesteinsbrechers aufbereitet. Mit dem aufbereiteten Abbruchmaterial wurden die Kanal-, Wasserund Stromanschlüsse sowie die Fundamente und der Bodenaufbau angelegt. Im Einsatz war hierbei ein Yanmar Vi080 – ebenfalls aus dem HKL-Mietpark.

FUHRPARK Im oberösterreichischen Wartberg ob der Aist wurden Maschinen aus dem HKL-Mietpark eingesetzt.

Ihre Vorteile: • Flexible Raumlösungen • Wärmedämmung mit modernsten Materialien • Attraktives Preis-Leistungsverhältnis • Beratung vor Ort • Top-Leasingkonditionen

Anwendungsbeispiele: • Baubüro • Mitarbeiterunterkunft • Aufenthalts- und Sozialräume

Kauf – Miete – Leasing

Kontaktieren Sie uns Telefon: +43 2236 601-0 • E-Mail: verkauf@containex.com www.containex.com


58 Service BAUZEITUNG 18 2019

#meineFragezuBIM

BIM heißt Daten und deren Verwaltung. Wo werden sie gespeichert, wer hat die Hoheit darüber?

Aga Bau

B Adriane Gasteiger ist Baumeisterin und Diplomingenieurin bei AGA Bau.

Schicken Sie uns Ihre Fragen zum Thema BIM an die E-Mail-Adresse bim@wirtschaftsverlag.at.

eginnen wir mit der ersten Frage: Wo werden die Daten des Building Information Models gespeichert? BIM stellt die IT vor die Herausforderung, dass hier eine gewöhnliche Dokumentenablage (z. B. Dropbox oder Plan-Verwaltungsprogramme) nicht ausreichend ist. Die Modelle sind lebende Daten, mit denen in Echtzeit gearbeitet wird. Sobald man die Daten irgendwo rauf- oder runterladen muss, verliert man kostbare Zeit und kann die Aktualität aller Daten nicht mehr gewährleisten. Welche Alternativen gibt es? Manche Softwarehersteller bieten Cloud-Lösungen an, in denen die entsprechenden Formate live bearbeitet werden können. Man bindet sich dadurch zwar an eine Software und die Daten liegen nicht im eigenen Haus, doch zumindest kann die Aktualität aller Daten gewährleistet werden. Alternativen bieten Terminalserver-Umgebungen. Hier wird ein Rech-

ner für das Projekt zur Verfügung gestellt, auf dem die notwendigen Programme installiert sind. Die Projektbeteiligten können über Internet ausschließlich auf diesem Server das Projekt bearbeiten. Die Daten liegen auf dem Terminalserver und können jederzeit in Echtzeit abgerufen werden. Aus meiner Sicht ist daher der Terminalserver die derzeit optimale Lösung für BIM. Und wem „gehören“ die Daten? Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil des Terminalservers: Über die Standard-Windows-Berechtigungen am Terminalserver können Schreib- oder nur Leserechte vergeben werden. Jedes Gewerk ist für sein Modell verantwortlich und hat die Hoheit über diese Daten und Bauteile. So kann der Haustechniker sein Modell bearbeiten, das Architekturmodell nur ansehen. Übergeordnet muss ein Projektmanager diese Strukturen aufbauen und pflegen. ◼

Dämmung auf dem aktuellen Stand der Technik Den äußeren Temperaturen trotzen: Die beiden nationalen Dämmstoff-Standards ÖNorm B 6000 und B 6001 enthalten fundiertes Wissen aus Österreich für einen effizienten Wärmeschutz im Hochbau.

F BIBLIOGRAFIE ÖNorm B 6000: Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau. ÖNorm B 6001: An der Verwendungsstelle hergestellte Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau.

ür die fachlich einwandfreie Dämmung von Gebäuden gibt es eine Reihe von nationalen, europäischen und internationalen Standards. Die meisten Dämmstoff-Produktnormen beschreiben vorrangig die verwendeten Dämmmaterialien, deren Herstellung und deren Eigenschaften. Ihnen zugrunde liegen aber vor allem die beiden ÖNormen B 6000 und B 6001. Sie geben Auskunft darüber, welche Art von Dämmung für welchen Einsatzbereich geeignet ist. Die beiden Dämmstandards vereinen fachspezifisches Wissen und dienen als Basiswerke für die Baubranche. Sowohl die ÖNorm B 6000 als auch ÖNorm B 6001 beschäftigen sich mit Dämmstoffen für den Wärmeschutz im Hochbau, weisen jedoch auch grund-

legende Unterschiede auf. Der gravierendste Unterschied liegt in der Herstellungsweise der behandelten Dämmstoffe. Hierbei wird differenziert zwischen den im Werk und den an der Verwendungsstelle hergestellten Dämmstoffen. Die ÖNorm B 6000 befasst sich mit werksmäßig hergestellten Dämmstoffen wie etwa gebundener Mineralwolle, Polystyrol-Hartschaum, Schaumglas oder Holzfasern. Hingegen beschreibt die ÖNorm B 6001 direkt an der Verwendungsstelle hergestellte Dämmungen wie Mineralwolle, Zellulosefüllstoff, Polyurethan oder expandierte Perlite. Dabei kann es sich zwar um den gleichen Grundstoff handeln, der aufgrund der Herstellungsweise aber trotzdem andere Verwendungsbestimmungen erfordert, wie das Beispiel der Mineralwolle zeigt. ◼


Service 59 BAUZEITUNG 18 2019

Lean Management und Early-Contractor-Involvement Die Eliminierung von Verschwendung und die frühzeitige Einbindung der Ausführenden sind inzwischen bekannte Schlagworte. Aber: Wie kommt man vom Schlagwort zur Umsetzung? TEXT: THOMAS KURZ

D

a im Interview mit Plettenbacher/Stopfer (Ausgabe 13/14 2019) auch auf die unvermeidbare rechtliche Ebene hingewiesen wurde, sollen hier – in sehr knapper Form – einige rechtliche Aspekte dieser (noch) neuen Methoden dargestellt werden.

Der Baukasten und die Projekteignung Zentral für das Verständnis der praktischen Einsatzmöglichkeiten von Lean Management und Early- Contractor-Involvement ist, worauf auch Plettenbacher/Stopfer hingewiesen haben, Folgendes: Es muss keineswegs alles „Gewohnte“ über den Haufen geworfen werden. Eine Vielzahl von einzelnen Bausteinen und Methoden steht zur Verfügung. Je nach den Anforderungen des Projekts können diese ausgewählt und kombiniert werden. Jeder Bauvertrag, sei es auch die einfachste gewerksweise Leistung, könnte einige dieser Bausteine vertragen. Grundsätzlich uninteressant sind all diese Methoden lediglich für Bauherren, die davon überzeugt sind, keinerlei Unterstützung durch das Wissen der ausführenden Firmen in Planung und Ausführung zu benötigen, weil sie selbst (allein oder mit ihrem Planer) ohnehin alles wissen. Die Vertreter dieser Spezies, die es nach wie vor gibt, müssen nicht weiterlesen.

Die Vergabephase Das Vergaberecht verbietet weder Lean-Ansätze noch Early-Contractor-Involvement. Beides ist grundsätzlich möglich und zulässig. Freilich erleichtert das Vergaberecht – abgesehen davon, dass öffentliche und Sektorenauftraggeber oft weniger risikobereit bzw. offen gegenüber Neuem und Unbekanntem sind – aufgrund einer nicht auf diese „neuen“ Methoden ausgerichteten Systematik nicht gerade die Umsetzung. Im Detail ist die „Eingriffstiefe“ des Vergaberechts unterschiedlich. Lean Management und andere kooperative Abwicklungsansätze, die sich nur auf die Bauausführung beziehen, sind durch das Vergaberecht kaum behindert. Early-Contractor-Involvement und allgemein Lösungen, die sich auf eine frühzeitige Einbindung der ausführenden Unterneh-

men in die Planungsphase beziehen, sind nicht mit allen Werkzeugen, die das Vergaberecht zur Verfügung stellt, umsetzbar und bedürfen einer spezialisierten und präzis auf die Erfordernisse des einzelnen Projekts angepassten Konzeption des Vergabeverfahrens. Als Beispiel sei hier nur genannt, dass ein bloßes Billigstbieterverfahren nicht zum gewünschten Ziel führen kann.

Die Ausführungsphase In der Ausführung, die durch den Bauvertrag mit allen seinen Bestandteilen geregelt wird, bestehen keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen öffentlichen, Sektoren- und privaten Auftraggebern. Verabschieden muss man sich von der Vorstellung, dass der Vertrag alle Probleme lösen kann. Natürlich kann ein Vertrag dazu beitragen, dass manche Probleme und Konflikte gar nicht entstehen. Der Vertrag soll aber vor allem geeignete Instrumente und Voraussetzungen zur frühzeitigen Erkennung und zum Umgang mit Problemen zur Verfügung stellen. Dazu ist er auf die personellen, organisatorischen und technischen Ressourcen des Bauherrn und des Projekts abzustimmen. Es macht etwa keinen Sinn, die kooperative Einbindung des Bauherrn in Ausführungsabläufe vorzusehen, wenn dieser das entsprechende Personal nicht zur Verfügung hat. Für die von Plettenbacher/Stopfer genannten Last-Planner-Besprechungen beispielsweise ist wichtig, dass dort auch verlässliche Zusagen gemacht werden können. Um dies zu erleichtern, wäre die Vertretungsbefugnis der Teilnehmer im erforderlichen Ausmaß im Vertrag festzulegen. Wesentlich ist auch der Gedanke der Gleichrichtung der Ziele der Vertragspartner. Das fängt bei sehr einfachen Anreizen an wie einem Bonusmodell zugunsten des Auftragnehmers für das (bessere) Erreichen von bestimmten (wirtschaftlichen und qualitativen) Zielen des Auftraggebers und endet bei einer „Vergesellschaftung“ der wesentlichen Projektrisiken (grob vergleichbar einem Arge-Vertrag). Die Möglichkeiten sind jedenfalls sehr vielfältig und auch weitgehend bereits praxiserprobt. ◼

ZUM AUTOR

RA MAG. THOMAS KURZ ist Rechtsanwalt bei Heid und Partner Rechtsanwälte GmbH, Landstraßer Hauptstraße 88/2–4, A-1030 Wien www.heid-partner.at


60 Service BAUZEITUNG 18 2019

„Erfüllung – ohne Erfüllungspflicht“? Die übernommenen Leistungspflichten und deren Erfüllung durch die Vertragspartner bilden das „Herzstück“ jedes Bauvertrags. TEXT: HEINRICH LACKNER

I

Abstraktheit als Risiko!

n der Praxis ist der Austausch von Garantien, um die Vertragspflichten zu besichern, mittlerweile durchaus üblich. Hierbei sollte man auf die Formulierung des Sicherungszwecks besonders achten! Die Leistungspflichten aus einem Bauvertrag sind (freilich stark verkürzt wiedergegeben!) schnell umschrieben: Der Auftragnehmer (AN) hat die Pflicht, die vereinbarte Bauleistung ordnungsgemäß auszuführen, also das Werk entsprechend den Vorgaben des Auftraggebers (AG), der sich hierfür regelmäßig eines Planers und diverser Sonderfachleute bedient, herzustellen. Den AG trifft die Pflicht, den vereinbarten Werklohn zu bezahlen. An sich wäre damit – rein rechtlich – alles klar. Die Leistungspflichten bzw. die näheren Modalitäten der Erfüllung sind schließlich mit verbindlicher Wirkung im Vertrag festgelegt. Im Fall einer Vertragsverletzung hat der jeweils andere Vertragspartner einen Anspruch auf Durchsetzung seiner Rechtsposition.

Was für den Begünstigten ein Vorteil ist, kann für den Auftraggeber durchaus eine Gefahr sein. In der Tat stellt die Abstraktheit der Garantie für ihn das größte Risiko dar. Immerhin wird bei einer Inanspruchnahme nicht geprüft, ob die besicherten Ansprüche zu Recht bestehen oder der Garantiefall tatsächlich eingetreten ist. In einem jüngst entschiedenen Fall stellte der Oberste Gerichtshof (OGH) klar, dass eine Erfüllungsgarantie, mit der die Einhaltung der vertraglichen Pflichten durch den AN sichergestellt werden soll, auch dann noch in Anspruch genommen werden kann, wenn das Vertragsverhältnis bereits beendet ist – eine Erfüllungspflicht des AN also gar nicht mehr besteht (Entscheidung vom 25.06.2019, 1 Ob 8/19m)!

Sicherungszweck vertraglich regeln

Liquidität und rasche Verwertung – Vorteile einer Garantie Faktisch müssen oftmals allerdings erhebliche Hürden und Unsicherheiten in Kauf genommen werden. Eine Prozessführung ist langwierig und teuer. Liquidität ist in der Bauwirtschaft bekanntlich ein knappes Gut. Kein Wunder also, dass Garantien (Bankgarantien, Versicherungsgarantien) im Bauwesen weitverbreitet sind und längst nicht nur bei Vorhaben mit großen Auftragsvolumina gelegt werden. Mit der Legung einer Garantie tritt zum Rechtsverhältnis zwischen AN und AG ein „Dritter“, nämlich die Bank oder Versicherung, welche die Garantie ausstellt (der „Garant“), hinzu. Der Begünstigte profitiert davon in doppelter Weise: Zum einen bietet die Liquidität des Garanten eine wirtschaftliche Sicherstellung dafür, dass die Ansprüche (im Umfang des Zahlungsversprechens) tatsächlich befriedigt werden. Zum anderen hat er die Möglichkeit, die Garantie relativ rasch und günstig zu verwerten, zumal der Garant „auf erste Aufforderung“ und „ohne Prüfung des zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses“ zu zahlen hat. In der Regel liegt somit eine abstrakte Verpflichtung zur Zahlung vor.

ZUM AUTOR

MAG. HEINRICH LACKNER ist Juniorpartner bei Müller Partner Rechtsanwälte Rockhgasse 6, A-1010 Wien

www.mplaw.at

Die Möglichkeiten, eine Auszahlung der Garantiesumme zu verhindern, sind in der Praxis sehr beschränkt. Umso wichtiger ist es, den Sicherungszweck und die Voraussetzungen, unter denen die Garantie in Anspruch genommen werden darf, schon bei der Formulierung der entsprechenden Regelungen im Vertrag möglichst genau zu umschreiben. Die festgelegten Bedingungen sollten in weiterer Folge Eingang in den Garantietext finden. Was die Legung einer Erfüllungsgarantie anbelangt, wäre es z. B. ohne weiteres möglich, die Inanspruchnahme davon abhängig zu machen, dass ein aufrechtes Vertragsverhältnis besteht. Eine „Erfüllung ohne Erfüllungspflicht“ ließe sich auf diese Weise verhindern.

Fazit Garantien sind als Sicherstellungsmittel im Bauvertragswesen mittlerweile durchaus üblich. Während die Begünstigten sowohl von der Liquidität des Garanten als auch von der Möglichkeit, die Garantie rasch und kostengünstig zu verwerten, profitieren, stellt die Abstraktheit für den Auftraggeber der Garantie ein Risiko dar. Umso wichtiger ist es in der Praxis, den Sicherungszweck und die Voraussetzungen der Inanspruchnahme schon im Vertrag genau zu umschreiben. ◼


Service 61 BAUZEITUNG 18 2019

Feuer auf der Baustelle – Was tun? Feuer auf der Baustelle ist leider keine Seltenheit. Was vermieden werden kann, ist zu vermeiden. Doch was sollte man tun, wenn es zu einem Brandschaden kommt. TEXT: MARTIN ZAGLER

B

randschäden auf Baustellen sind keine Seltenheit. Das ist kaum verwunderlich, da Baustellen zahlreiche Risikofaktoren aufweisen, die Brände begünstigen. Dies beginnt bereits bei den verwendeten chemischen Reinigungsmitteln, die häufig leichtentflammbare Stoffe enthalten. In Kombination mit Funkenflug, der durch Schneid-, Schweiß- oder Lötarbeiten entsteht, ist bereits der erste Brandherd gefunden. Doch nicht nur chemische Reiniger sind leicht entzündlich, auch Bauabfälle wie Sägemehl, loses Papier oder Holzwolle fangen schnell Feuer. Bei Flämmarbeiten auf Dächern entstehen häufig Glutnester, die unbemerkt bleiben. Diese können über Nacht zu einem Großbrand führen. Aber auch Faktoren, die nicht im Zusammenhang mit Baumaterialien stehen – wie beispielsweise Zigarettenglut oder Blitzeinschläge –, stellen ein Risiko dar.

geführt oder beauftragt werden. Nur so ist sichergestellt, dass während der Aufräumarbeiten kein weiterer Schaden entsteht. Besonders zu beachten gilt es, nach dem Brand die Versicherung zu informieren. Auch diese steht bei Fragen bezüglich weiterer Schritte und Maßnahmen zur Verfügung. In der Regel sind Baustellenbrände eine Angelegenheit der Betriebshaftpflicht-Versicherung des Bauunternehmens. Hier spielt eine ausreichende Versicherungsdeckung eine zentrale Rolle. Ein einzelner Schadensfall kann schnell enorme Kosten verursachen, auch bei kleineren Betrieben sollte die Versicherungsdeckung deshalb bei mindestens zehn Millionen Euro liegen. Eine Deckungssumme von ein bis zwei Millionen Euro ist nicht ausreichend, wenn beispielsweise ein Feuer in einer Dachgeschoßwohnung ausbricht und drei weitere Stiegen durch den Brand beschädigt werden.

Wissen löscht Brand

Nur Fachkräfte einsetzen

Angesichts der unterschiedlichen Gefahrenquellen ist eine entsprechende Unterweisung der Bauarbeiter unabdingbar. Es ist beispielsweise sicherzustellen, dass die Mitarbeiter wissen, wie sie sich im Brandfall richtig zu verhalten haben. Des Weiteren sollten sie über die korrekte Handhabung der vorhandenen Löschmittel informiert sein. Laut Bauarbeiterschutzverordnung sind je nach Umfang und Lage der Baustelle ausreichend Feuerlöschmittel – beispielsweise Handfeuerlöscher oder Löschsand – zur Verfügung zu stellen. Auch die Anzahl der anwesenden Arbeiter muss bei der Einrichtung der Löschmittel in Betracht gezogen werden, damit sich genügend Feuerlöscher am Arbeitsplatz befinden. Durch diese Maßnahmen können viele Brände gelöscht werden, bevor sie außer Kontrolle geraten und somit größere Schäden verursachen. Lässt sich das Feuer nicht mithilfe der vorhandenen Löschmittel kontrollieren, ist umgehend die Feuerwehr zu informieren.

Die Baustelle sollte nach einem Brand gegen das Eintreten von Regenwasser abgesichert werden, da dieses zu Wasserschäden führen kann. Auch durch das Löschwasser können Wasserschäden entstehen, die Trocknungs- und Entfeuchtungsmaßnahmen nach sich ziehen. Nach der Löschung eines Brandes befinden sich häufig noch Schadstoffe in den Bauteilen, die auch längere Zeit nach einem Brand ein enormes Gesundheitsrisiko darstellen. Aus diesem Grund sind für anstehende Brand- und Wasserschadensanierungsarbeiten Fachkräfte gefragt. Nur so ist eine Minimierung der Gesundheitsrisiken und die Sicherheit am Arbeitsplatz während der Fortsetzung des Bauprojekts gewährleistet. Grundsätzlich gilt: Alles, was die eigene Expertise übersteigt, sollte an Fachkräfte übertragen werden. Folgeschäden durch gesundheitliche Beeinträchtigungen oder nicht fachgerecht sanierte Brand- und Wasserschäden sind nicht nur gefährlich, sondern können überdies auch noch sehr kostspielig werden. ◼

Maßnahmen nach der Löschung Bei unbekanntem Ursprung des Brandes helfen Brandermittler, die Ursache des Feuers herauszufinden. Anfallende Aufräumarbeiten dürfen niemals ohne Absprache mit der Brandermittlung durch-

ZUM AUTOR

BMSTR. ING. MARTIN ZAGLER Geschäftsführer der Soluto Vertriebs GmbH

www.soluto.cc


62 Service BAUZEITUNG 18 2019

Besser und schneller entscheiden Führungskräfte müssen zwar vieles wissen und kennen, aber nicht alles können. Entscheidungen „kraft Amtes“, die zudem sehr oft ewig dauern, kann sich kein Unternehmen leisten. TEXT: ANNE SCHÜLLER

U

nternehmer alter Prägung sehen sich noch immer gern als Alleinentscheider. Damit werden sie zum Flaschenhals ihrer Organisation. Denn agiles Handeln, individualisierte Dienstleistungen und hohes Tempo sind nur dort wirklich machbar, wo zwischen Entscheidung und Umsetzung möglichst wenig Zeit vergeht. Zudem liegen fachliche Kompetenzen heute vor allem bei den Spezialisten im Team. Wer die Tore schießt, sollte auch die dazu notwendigen Entscheidungen treffen. „Kompetenzen und Verantwortung zusammenführen“ nennt man dieses Prinzip. Doch in klassischen Organisationen werden größere Entscheidungen nach wie vor in die nächsthöheren Hierarchiestufen verlagert. Das ist, als ob der Trainer die Elfmeter schießen müsste. Und genau das steht einem Erfolg dann im Weg. Natürlich gehören die großen strategischen Entscheidungen in Managementhände. Wenn es jedoch um operative Belange geht, kann ein Team darauf besser und vor allem auch schneller reagieren als ein Manager, der weit weg vom Schuss ist. Um beste Ergebnisse zu erzielen, sollte das Team die notwendigen Entscheidungen also selbstbestimmt treffen. Dazu braucht es eine gute Methodik.

Konventionelle Mehrheitsentscheide Um Entscheidungen herbeizuführen, gibt es viele Mittel und Wege. Zwei konventionelle sind der Mehrheitsentscheid und der Konsensentscheid. Beim Mehrheitsentscheid wird eine Entscheidung nach einem vorgegebenen Mehrheitsschlüssel getroffen. Bis zu 49 Prozent aller Stimmen werden dabei verlieren. Viel Unzufriedenheit kann so entstehen und die Tragfähigkeit einer Entscheidung wird leicht unterminiert. Demgegenüber benötigt ein Konsensentscheid die ausdrückliche Zustimmung aller. Dem eilen oft lange Diskussionen voraus. Schließlich einigt man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Dies ist wohl der schlechteste aller Wege in neuen Zeiten. Mit den nun folgenden Methoden geht es besser.

Der konsultative Einzelentscheid Der konsultative Einzelentscheid ist eine exzellente Methode vor allem dann, wenn es um selbstorgani-

ZUR AUTORIN

ANNE M. SCHÜLLER Businesscoach, Managementdenkerin und Expertin für Touchpoint-Management und kundenfokussierte Unternehmensführung.

www.anneschüller.de

sierte Kontexte geht. Ziel ist es, die Expertise Dritter in seine Entscheidung miteinzubeziehen. So kann zum Beispiel bestimmt werden, dass, bevor eine Entscheidung getroffen wird, immer mindestens zwei sachkundige Personen befragt werden müssen – und nicht etwa bequeme Kollegen. Dabei kann es sich um Personen innerhalb oder außerhalb der Firma handeln. Die Verantwortung, wie am Ende entschieden wird, verbleibt allerdings bei der entscheidenden Person oder Gruppe. So umgeht man langwierige Abstimmungsrunden, verbessert die Entscheidungsgrundlage, erhöht die Handlungssicherheit und beschleunigt die Umsetzungsgeschwindigkeit.

So funktioniert der Konsent-Entscheid Mit einem Konsent-Entscheid können zähe Diskussionen oder wachsweiche Gruppenbeschlüsse vermieden werden. Nicht „Ja, ich stimme zu!“, sondern „Ich habe keinen schwerwiegenden, begründeten Einwand dagegen“, das ist ein Konsent-Entscheid. Es geht also nicht um ein Maximum an Zustimmung, sondern um eine Minimierung der Bedenken. Das heißt, man stützt sich auf Entscheidungen, die „gut genug“ sind, damit es zügig vorangeht. Dazu fragt man in etwa so: „Sieht jemand einen wichtigen Grund, weshalb dieser Vorschlag Schaden anrichten könnte?“ Zieht nun jemand die Veto-Karte ernster Bedenken, dann setzt man den Vorschlag nicht um. Am besten regen Sie an, damit gleich mal zu experimentieren – und zwar im Konsent-Format: „Lasst uns das doch mal einen Monat lang ausprobieren. Wenn es nicht funktioniert, schaffen wir es wieder ab. Hat jemand einen gravierenden Einwand dagegen?“

Die Elfer-Skala Die Elfer-Skala (in Anlehnung an Richard Graf) kann einen zügigen Entscheidungsprozess in einer Gruppe oder in Meetings sichern und für gemeinsam getragene Entscheidungen sorgen. Die einzelnen Schritte: Zunächst wird das Thema vorgestellt, zu dem eine Entscheidung ansteht. Danach ist Zeit für Verständnisfragen. ◼


Service 63

bauzeitung ÖSTERREICHISCHE

BAUZEITUNG 18 2019

ZT ANMELDE

JETZT GLEICHEN: D ANMELzeitung.at

iebau www.d

N ITU

UE

R LLE

T --- JE

HA

-- NEWSLETTER ER B AU ZE

N --B

IT ZE

- NEWSLETTER --- N G -OC UN

LL UE KT

AU

Schon angemeldet? Zusätzlich zu den 22 Printausgaben informiert der Newsletter der Bauzeitung zu aktuellen Themen. Der Newsletter-Bezug bietet Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, an aktuellen Branchenumfragen teilzunehmen.

G --

SLETTER --- N - NE W OC HA

KT


64 Service BAUZEITUNG 18 2019

Kalender TV-Tipp

SEPTEMBER

OKTOBER

25.09.2019

03.10.2019

Seminar Wien Preisermittlung von Bauleistungen mit dem K3-Blatt www.austrian-standards.at

26.09.2019

Die Bauindustrie verschlingt riesige Mengen an Rohstoffen. Gleichzeitig kommt die Hälfte aller Abfälle aus dem Bausektor. Das meiste davon landet im Straßenbau. Muss das so sein? „RE:“ geht in der Stadt auf Rohstoff-Schatzsuche – mit Querdenkern, die aus altem Bauschutt neue Häuser machen.

Re: Nachhaltig bauen: Wie man Schutt in Rohstoffe verwandelt 26. September 2019, 19.40 Uhr ARTE

Buchtipp

Lehrgang Wien Lehrgang zum zertifizierten Experten für Barrierefreies Bauen Modul 3 www.austrian-standards.at

27.09.2019

09.10.2019

Lehrgang Steyregg Master of Business Administration - Bauwirtschaft www.ooe.bauakademie.at

30.09.2019 Infoabend Wien Infoabend LG Zertifizierter Experte für Objektsicherheitsprüfungen von Gebäuden www.austrian-standards.at

Kurs Wien Abbrucharbeiten-Rückbaukundige Person www.brv.at

30.09.2019 - 04.10.2019

Der BIM-Manager: Praktische Anleitung für das BIM-Projektmanagement Mark Baldwin 330 Seiten, Beuth Verlag 65,00 €

08.10.2019 - 09.10.2019

Seminar Wien Vom Bauantrag zur Fertigstellung www.austrian-standards.at

30.09.2019 - 02.10.2019

Autor Mark Baldwin hat seine Erfahrungen aus der Planung, Durchführung und beratenden Begleitung von BIM-Projekten in der ganzen Welt in dieses Buch einfließen lassen. Er präsentiert eine durchdachte Methodik der Implementierung von BIM und des BIM-gestützten Projektmanagements. Dabei bezieht er anerkannte Normen und erprobte Verfahrensweisen in seine Ausführungen ein, unterstützt durch illustrative Projektbeispiele und Expertenkommentare.

Infoabend Steyregg Werkmeisterschule für Bauwesen mit Öffentlichkeitsrecht www.ooe.bauakademie.at

Lehrgang Wien Klebpraktiker - European Adhesive Bonder www.ofi.at

30.09.2019 - 17.10.2019 Kurs Guntramsdorf Ausbildung zur verantwortlichen Person gem. § 26 Abs. 6 AWG 2002 idgF. inkl. Aufbaumodul zur rückbaukundigen Person www.wien.bauakademie.at

30.09.2019 - 02.10.2019 Kurs Guntramsdorf Qualifizierter und zertifizierter Gutachter für Gebäudesicherheit www.wien.bauakademie.at

Seminar Wien Datenschutz auf der Baustelle www.austrian-standards.at

09.10.2019

Seminar Graz BIM in Theorie und Praxis für Führungskräfte www.digitalakademie.at

10.10.2019

Seminar Wien Bautechnik für Nicht-Techniker www.austrian-standards.at

14.10.2019

Seminar Salzburg BIM in Theorie und Praxis für Führungskräfte www.digitalakademie.at

14.10.2019 - 06.12.2019

Lehrgang Wien Klebfachkraft - European Adhesive Specialist www.ofi.at

15.10.2019 - 16.10.2019

Kurs Guntramsdorf OIB-Richtlinien - Die praktische Umsetzung www.wien.bauakademie.at

16.10.2019

Kurs Guntramsdorf Gebäudezertifizierung für Neubauten und Sanierung www.wien.bauakademie.at

17.10.2019 Seminar Wien Statisch konstruktive Beurteilung von Bestandsobjekten – Aktuelle Normenlage www.ofi.at

17.10.2019 Tagung Steyregg 8. Oberösterreichische Geotechniktag www.ooe.bauakademie.at www.ibbg.at, www.vöbu.at

17.10.2019 - 18.10.2019 Kurs Guntramsdorf Lohnverrechnung im Baugewerbe www.wien.bauakademie.at

21.10.2019 Seminar Wien BIM in Theorie und Praxis für Führungskräfte www.digitalakademie.at

21.10.2019 - 14.11.2019 Kurs Guntramsdorf Teilgewerbe Erdbau www.wien.bauakademie.at

21.10.2019 Kurs Langenlois Flachdach & Bauwerksabdichtung www.noe.bauakademie.at

21.10.2019 Kurs Guntramsdorf Gerüstbau: Gemeinsam sicher nach oben www.wien.bauakademie.at

22.10.2019 Kurs Langenlois Praxistipps zur fachgerechten Ausführung www.noe.bauakademie.at

24.10.2019 Seminar Hohenems Bautechnik für Nicht-Techniker bauakademie.wkv.at


Service 65 BAUZEITUNG 18 2019

24.10.2019

Kurs Guntramsdorf Rechnungslegung und Umsatzsteuer im Baubetrieb www.wien.bauakademie.at

28.10.2019

Kurs Langenlois Lehmbaustoffe - Grundlagen und Praxisanwendung www.noe.bauakademie.at

30.10.2019 - 29.11.2019

Kurs Langenlois Energieausweis-Profi inkl. Prüfung www.noe.bauakademie.at

31.10.2019

Kurs Guntramsdorf Schäden und Baumängel in Mietund Wohnungseigentumsobjekten www.wien.bauakademie.at NOVEMBER

05.11.2019 - 29.11.2019

Kurs Langenlois Energieausweis-Profi – Wissens-Check inkl. Prüfung www.noe.bauakademie.at

06.11.2019

11.11.2019 Kurs Langenlois Baulohnverrechnung & Kostenwahrheit oder: wer kann schöner lügen www.noe.bauakademie.at

11.11.2019 - 14.11.2019 Kurs Guntramsdorf Kalkulation, Nachtragsmanagement und Kalkulationsformblätter www.wien.bauakademie.at

11.11.2019 - 13.11.2019 Kurs Guntramsdorf Das BauKG - der Baustellenkoordinator. www.wien.bauakademie.at

11.11.2019 - 15.11.2019 Kurs Guntramsdorf

Infoabend Steyregg Vorbereitungskurs zur Baumeister-Befähigungsprüfung www.ooe.bauakademie.at

14.11.2019

Seminar Wien Mauerwerkstrockenlegung in der Praxis www.ofi.at

14.11.2019

Kongress Wien 13. Internationale Klebefachtagung www.ofi.at

14.11.2019

Kurs Guntramsdorf Thermische Bauteilaktivierung (TBA) www.wien.bauakademie.at

18.11.2019

www.wien.bauakademie.at

Kurs Langenlois Kommunikation & Führung am Bau www.noe.bauakademie.at

12.11.2019

18.11.2019 - 0.11.2019

Weiterbildung für Lehrlingsausbilder am Bau

Kurs Langenlois

Lehrgang Wien Theoretischer Lehrgang für Druckprüfungen von wasserführenden Rohrleitungen www.austrian-standards.at

Moderne Kamintechnik in Theorie &

07.11.2019

Wien

Praxis www.noe.bauakademie.at

13.11.2019 - 15.11.2019 Lehrgang

Infoabend Wien Msc BIM - Building in Motion Kooperative Bauprojektabwicklung www.ooe.bauakademie.at

LG Zertifizierter Experte für Objektsi-

07.11.2019

13.11.2019

cherheitsprüfungen von Wohn und Nicht-Wohngebäuden Teil 1 www.austrian-standards.at

Seminar Hohenems Bauvertrag - Spannungsfeld zwischen Bauherr, Planer und Bauleiter bauakademie.wkv.at

Kurs

07.11.2019 - 23.11.2019

14.11.2019

Kurs Guntramsdorf Individuelle Befähigung - Baugewerbe eingeschränkt - Vorbereitungslehrgang zum Fachgespräch www.wien.bauakademie.at

14.11.2019

Guntramsdorf Claim Management in der Baupraxis www.wien.bauakademie.at

15.1.1900 Kurs Langenlois Holzbau-Statik - Euro Code 5 www.noe.bauakademie.at

Kurs Guntramsdorf Immobilienbewertung www.wien.bauakademie.at

18.11.2019

Kurs Guntramsdorf Der/Die Geschäftsführer/-in, der/die Prokurist/-in - Haftung Rechte und Pflichten www.wien.bauakademie.at

Veranstaltungstipp LEHRGANG OBJEKTSICHERHEITSPRÜFUNGEN VON GEBÄUDEN Der Lehrgang „Objektsicherheitsprüfungen von Wohn- und Nichtwohngebäuden“ bereitet auf die Tätigkeiten in der Objektsicherheit vor. Die Basis sind die neue ÖNorm B 1300 und ÖNorm B 1301. Der Lehrgang vermittelt dabei das fachliche Know-how, um Objektsicherheitsprüfungen selbst vorzunehmen und Maßnahmen zur Erfüllung von Sicherheitsanforderungen rasch durchzuführen. Die Ausbildung kann mit einem Zertifikat abgeschlossen werden.

Termine: Modul 1–2: 13.–15. November 2019 Modul 3–6: 27.–29. November 2019 Ort: Austrian Standards Heinestraße 38, 1020 Wien Anmeldung und weitere Infos unter www.austrian-standards.at/seminare


66 Feierabend

Immo-Contract

Messe Tulln GmbH / Hörmandiger

BAUZEITUNG 18 2019

ÜBERGABE  Das Wohnprojekt „Stammersplatzl“ in 1210 Wien ist nach nur 14 Monaten Bauzeit fertig. Georg Papai, Bezirksvorsteher von Floridsdorf (l.), und Horst Lukaseder, Geschäftsführer der VI-Engineers Bauträger GmbH & Co KG, übergaben den neuen Mieterinnen nun die Schlüssel.

Anna Rauchenberger

ERÖFFNUNG  Nach dem Abschluss der durch die ARE als Bauherr durchgeführten Sanierung des Bezirks­ gerichts Neun­kirchen fand nun die feierliche Schlüssel­ übergabe statt. Im Bild v. l.: Gerhard Jelinek, ­Präsident des Oberlandesgerichts Wien, Clemens ­Jabloner, Vizekanzler, Hans-Peter Weiss, ARE-Geschäftsführer, Waltraud Berger, Vizepräsidentin des Oberlandesgerichts Wien, und Stefan Koppensteiner, Vorsteher des Bezirksgerichts Neunkirchen.

Strabag Real Estate

SPATENSTICH II  Im aufstrebenden Entwicklungsgebiet „In der Wiesen Ost“ im 23. Wiener Gemeindebezirk entsteht aktuell eine Wohnhausanlage der Strabag Real Estate Österreich. Im Bild: Gerald Urban, Wolfgang Ermischer, Yvonne Otrob, Johannes Mayr, Gerald Bischof, Erwin Größ, Melanie Steiner, Markus Engerth, Martin Kaftan und Alfred Willinger.

VI-Engineers/SChedl

CHARITY  Zum achten Mal fand Ende August die Immo-Contract Golf Charity Trophy statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren war der Austragungsort der Golf-Club Wien-Freudenau. Auch bei der Auswahl der spendenbegünstigten Organisation entschied man sich für Bewährtes. Wieder erging die gesamte erzielte Spendensumme an die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe. Im Bild v. l.: die Immo-Contract-Geschäftsführer Bernhard Nefischer und Karl Fichtinger, ÖKKH-Geschäftsfüh­ rerin Anita Kienesberger, Karl Kinsky von der Volksbank Wien und Notar Markus Benn-Ibler.

SPATENSTICH  Vor 50 Jahren wurde die Donauhalle auf der Messe Tulln erstmals in Betrieb genommen, nun wird sie komplett erneuert. Den Spatenstich dafür nahmen u. a. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Landesrätin Petra Bohuslav und Ecoplus-Geschäftsführer Peter Eisenschenk vor.


Marktplatz 67 BAUZEITUNG 18 2019

Bazar

Marktführer

Sie möchten etwas verkaufen?

BAUSTOFFE

Ihr direkter Kontakt: T +43 1 54664 253 (Benedikt Wagesreiter) T +43 732 315029 0 (Gerhard Weberberger) F +43 1 54664 520

IHR PARTNER IM BAUGEWERBE BILANZBUCHHALTUNG PERSONALVERRECHNUNG KOSTENSTELLENRECHNUNG

ZWIRN & ZWIRN GesbR Tel.: 01/877 22 38, Fax DW 27 E-Mail: zwirn@zwirn.at

Schiedel GmbH Friedrich-Schiedel-Straße 2–6 4542 Nußbach T 050 6161, F 050 6161-444 E bestellung@schiedel.com, www.schiedel.com

Mehr News auf www.diebauzeitung.at

IMPRESSUM – Die Österreichische Bauzeitung ist das offizielle Organ der Interessenvertretungen der Bauwirtschaft. Medieninhaber, Verleger, Herausgeber, Redaktion: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, Grünbergstraße 15/Stiege 1, Tel.: +43 1 54664 0, www.wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Letz Internet: www.diebauzeitung.at Chefredaktion: Mag. Sonja Meßner, DW 359, s.messner@wirtschaftsverlag.at Stv. Chefredaktion: Mag. Christoph Hauzenberger, DW 345, c.hauzenberger@wirtschaftsverlag.at Redaktion: Theresa Kopper, Bakk. phil., DW 355, t.kopper@wirtschaftsverlag.at Redaktionsleitung: Stefan Böck Agenturpartner: APA – Austria Presse Agentur Innung informiert: Die Bundesinnung Bau zeichnet für die Inhalte verantwortlich, die als „Innungs-Nachrichten“ gekennzeichnet sind. Artdirektion: butjabutja – multicrossmedia, Cecile M. Lederer, 1140 Wien Redaktionssekretariat: bauzeitung@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: DW 444, anzeigenservice@wirtschaftsverlag.at Verkaufsleitung: Dr. Rainer Wimmer, DW 240, r.wimmer@wirtschaftsverlag.at Anzeigenberatung: Benedikt Wagesreiter, DW 253, b.wagesreiter@wirtschaftsverlag.at Repräsentant für Oberösterreich: Verlagsbüro Gerhard Weberberger, 4030 Linz, Kleinwört 8, M +43 676 5185575, g.weberberger@verlagsbüro.at Erscheinungsweise: 14-täglich. Es gilt der Anzeigentarif Nr. 48 vom 1. Jänner 2019. Hersteller: Friedrich Druck & Medien GmbH, A-4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichdruck.com Abonnement und Vertrieb: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, T +43 1 54664 135, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahresbezugspreis: Inland: Euro 135,–; Ausland: Euro 210,–. Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres storniert werden, laufen weiter. Bankverbindung: Bank Austria, IBAN: AT17 1100 0095 2329 8900, BIC: BKAUATWW DVR: 0368491. Druckauflage: 10.579 (1. HJ 2019). Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter http://www.wirtschaftsverlag.at/offenlegung ständig abrufbar. Wir tragen Verantwortung: Wir verpacken unsere Zeitschrift nur dann in (umweltverträgliche) Folie, wenn der Postversand es auf Grund von Beilagen erfordert. Der Verlag und alle unsere Druckbetriebe sind CO2-neutral. Mehr erfahren: www.wirtschaftsverlag.at/ueber-uns/csr und auf Twitter @CSR_Verlag

Österreichische

DATENSCHUTZERKLÄRUNG – Wenn Sie diese Publikation als adressierte Zustellung erhalten, ohne diese bestellt zu haben, bedeutet dies, dass wir Sie aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit als zur fachlichen Zielgruppe zugehörig identifiziert haben. Wir verarbeiten ausschließlich berufsbezogene Daten zu Ihrer Person und erheben Ihr Privatleben betreffend keinerlei Daten. Erhobene Daten verarbeiten wir zur Vertragserfüllung, zur Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen sowie zur Bereitstellung berufsbezogener Informationen einschließlich (Fach-)Werbung. In unserer, unter [www.wirtschaftsverlag.at/datenschutz/] abrufbaren, vollständigen Datenschutzerklärung informieren wir Sie ausführlich darüber, welche Kategorien personenbezogener Daten wir verarbeiten, aus welchen Quellen wir diese Daten beziehen, zu welchen Zwecken sowie auf welcher Rechtsgrundlage wir dies tun. Ebenso erfahren Sie dort, wie lange wir personenbezogene Daten speichern, an wen wir personenbezogene Daten übermitteln, und welche Rechte Ihnen in Bezug auf die von uns verarbeiteten Daten betreffend Ihre Person zukommen. Gerne übermitteln wir Ihnen die vollständige Datenschutzerklärung auch per Post oder E-Mail – geben Sie uns einfach per Telefon, E-Mail oder Post Bescheid, wie und wohin wir Ihnen diese übermitteln dürfen. Sie erreichen uns hierzu wie folgt: Per Post: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Grünbergstraße 15/Siege 1, 1120 Wien, Österreich. Per Telefon: +43 1 54 664-135. Per E-Mail: datenschutz@wirtschaftsverlag.at

ÖAK

Auflagenkontrolle


CAT MOBILBAGGER M318F MEHR LEISTUNG UND FAHRERKOMFORT

Einfacher und komfortabler als jemals zuvor Mit dieser Maschine erhalten Sie durch die zahlreichen Cat-Arbeitsgeräte nicht nur die Vielseitigkeit, die Sie benötigen, sie ist darüber hinaus bei minimalem Kraftstoffverbrauch äußerst präzise und schnell – damit Sie Ihre optimale Arbeitsleistung erzielen.

zeppelin-cat.at

Profile for Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH

Bauzeitung 18/19  

Bauzeitung 18/19  

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded