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Mogelpackung Partizipation? Bürgerbeteiligungen beim Bauen? Nicht selten bleibt es bei Lippenbekenntnissen.

Ein Katz-und-Maus-Spiel Lohn- und Sozialdumping: ein Katz-und-MausSpiel zwischen Behörden und Betrügern.

bauzeitung Österreichische Post AG, WZ 02Z030718 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstr. 15, 1120 Wien

ÖSTERREICHISCHE

Nr. 07 | 12. 04. 19

Andreas Jäger Klimaexperte

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bauzeitung editorial

ÖSTERREICHISCHE

Mitreden erwünscht?

Simon Jappel

Wer fragt, muss auch mit der Antwort leben können. Das gilt fürs private Umfeld genauso wie für Mitarbeiterbefragungen oder auch im größeren, politischen Kontext für Bürgerbefragungen. Das Problem an der Sache sind aber oft weniger die Antworten als das, was danach folgt. Häufig nämlich nichts oder nicht das, was sich viele Befragten erhofft hätten. Um Menschen die Möglichkeit zu tatsächlicher Mitgestaltung zu bieten, bedarf es verschiedener Grundvoraussetzungen. Dazu gehört etwa Transparenz von Entscheidungen, Kommunikation auf Augenhöhe oder die Bereitschaft seitens der Politiker, Anregungen von Bürgern auch tatsächlich umzusetzen Im vergangenen Jahr veröffentlichte das Austrian Institute of Technology (AIT) zu diesem Thema eine Studie, die zeigt, dass viele Bürgerbeteiligungen diese Anforderungen und damit die in sie gesetzten Erwartungen nur zum Teil erfüllen. Auch Buchautor und Raumplaner Reinhard Seiss widmet sich in dieser Ausgabe ausführlich und kontrovers dem Thema Partizipation und hinterfragt kritisch aktuelle Bauvorhaben und den Umgang der Politik mit mitgestaltungswilligen Bürgern. Dass nicht alle Entscheidungen auf allen Ebenen demokratisch ablaufen können, ist nachvollziehbar, und auch, dass man es grundsätzlich nie allen recht machen kann, ist klar – das gilt für größere Bauvorhaben ganz besonders. Aber dennoch ist auch hier wie schon oben festzuhalten: Wer fragt, sollte mit der Antwort leben können.

Sonja Meßner, Chefredakteurin

Viel Spaß beim Lesen, Ihre Sonja Meßner

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4 Inhalt

Heidrun Schlögl

BAUZEITUNG 07 2019

Planung und Bauen erzeugen Betrof­fenheit. Bürger­beteiligung ist d ­ aher schon lang in aller Munde. Doch bleibt es allzu oft nur bei Lippen­bekennt­ nissen.

Inhalt

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Ursa

Aus der Branche Mogelpackung Partizipation? | Auf dem Prüfstand | 06 Ein Katz-und-Maus-Spiel | Lohn- und Sozialdumping | 10 Der Tiroler Bautag 2019 | Wege aus der Baukostenexplosion | 12 Forcieren des Baustoff-Recyclings | BRV-Tagung | 13

Den heimischen Dämmstof­f­ herstellern geht es gut, aber dennoch ­trüben Rohstoff­ preise, die heraus­ fordernde Logistik und die Sanierungs­ quote die Stimmung.

Markt & Menschen | News, Meinung, Personalia | 14

Innung Forschung für die Baupraxis | Innung informiert | 17

Planung & Ausführung

24

Remise 2.0 | Wiener Linien erneuern BIM-Betriebsbahnhöfe | 18

Dynapac

Perfektion bis ins kleinste Detail | State-of-the-Art-Tiefgarage | 19 Ab durch die Wand | Neue Akkusysteme von Bosch Powertools | 20 Ein Blockhaus zum Jubiläum | Holz durch und durch | 21 Produkte & Projekte | Neuheiten | 22

Fokus Dämmen Es läuft gut, aber ... | Stimmungsbarometer in der Branche | 24

Straßenbau. Viele kleine Details bei Fertigern und ­Walzen sollen dem Bedienungsmann die Arbeit vereinfachen.

Zusammen besser dämmen | Neue WDVS-Verarbeitungsrichtlinie | 28 Kurz gemeldet | Neues und Projekte rund ums Dämmen | 30

32

Baumaschinen Erleichterte Bedienung | Neuerungen für den Straßenbau | 32 Wachstum ist unsere DNA | Rubble Master wächst und wächst | 35 Baumaschinen-News | Was tut sich bei den Branchengrößen | 36

Service Open versus closed BIM? | #meineFragezuBIM | 38

Standards Service | 38

Compliance-Management für KMUs | Weiterbildung | 38 Kalender | 41

Marktplatz | 43

Impressum | 43

Feierabend | 42

Bewertungsfehler | Möglichkeiten der Bieter | 39 Festpreise | Wie lange sind Auftragnehmer daran gebunden | 40


Aus der Branche 5 BAUZEITUNG 07 2019

EFFIZIENTE WORKSHOPS ZUR WEITERBILDUNG UNSERER MITARBEITER: 3% ES WÄRE SCHÖN BERATER ZU HABEN, DIE INDIVIDUELLE BERATUNG UND LÖSUNGSKONZEPTE ZUR DIGITALISIERUNG DES UNTERNEHMENS ANBIETEN: 27%

Nachgefragt DIGITALISIERUNGSAGENTUR Welche Maßnahmen würden Sie sich von der Digitalisierungsagentur der Regierung wünschen? Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt. NICHT NUR MASSNAHMEN ZUR DIGITALISIERUNG DER KMU, SONDERN AUCH ZUR DIGITALISIERUNG DER ÖFFENTLICHEN HAND: 28 %

FÖRDERUNGEN FÜR KMU, UM EINFACHE ABLÄUFE (WIE BUCHHALTUNG, ARBEITSZEITENMANAGEMENT USW.) ZU DIGITALISIEREN: 42 %

Eine Frage, zwei Antworten WELCHE MASSNAHMEN WÜRDEN SIE SICH VON DER DIGITALISIERUNGSAGENTUR DER REGIERUNG WÜNSCHEN? Koordination als Schlüssel: Aktuell wird das Thema Digitalisierung am Bau oft mit BIM gleichgesetzt, was aber viel zu kurz greift. Dabei bleiben wichtige Ansätze wie Robotik, 3D-Druck, Prozessoptimierung oder z. B. der digitale Bauhof auf der Stecke. Digitale Tools werden derzeit schon von der Bauwirtschaft in unterschiedlichen Tiefen eingesetzt. Dort muss man die Praxis abholen und ermuntern, sich weiterzuentwickeln – denn diese Tools müssen wirtschaftliche Vorteile bringen, sonst werden wir noch lange auf einen breiten Einsatz in der Praxis warten. Hilfreich wäre in diesem Zusammenhang ein geförderter „Digitalisierungs­ assistent“ für Branchen und Verbände, der sich gemeinsam mit Vertretern der Unternehmen den Themen und Herausforderungen annimmt. Das kann von der Überarbeitung bestehender und der Koordination neuer Ausbildungen in Hinblick auf die Digitali­ sierung gehen bis hin zur Koordination der Entwicklungen unter den unterschiedlichen Gewerken. Denn wie wir wissen, sind 20 oder mehr Gewerke auf eine Baustelle nichts Ungewöhnliches, und alle mit eigenen Digitalisierungsansätzen und Herausforderungen.

BIANCA GFREI, LEITUNG KOMMUNIKATION DIGITALISIERUNGSAGENTUR

Archiv

beigestellt

Zielgerichtetes Coaching: Die Digitalisierung bietet für die Baubranche ein enormes Potenzial. Als Digitalisierungsagentur ­unterstützen wir österreichische Klein- und Mittelbetriebe durch Beratungsleistungen, konkrete Projekte und Informationsveranstaltungen dabei, genau dieses Potenzial zu nützen. Speziell für die ­Baubranche ist ein eigenes Accelerator-Programm geplant. In dem mehrmonatigen Programm erhalten ausgewählte Unternehmen ­ziel­gerichtetes Coaching durch Branchen- und Fachexperten und ­werden Schritt für Schritt bei der Umsetzung der Digitalisierungsmaßnahmen begleitet. Die Baubranche in den Fokus setzt auch der erste im Juni stattfindende „Dialog“, eine Veranstaltung, bei der gezielt digitale Vorreiter mit etablierten KMUs vernetzt werden sollen. Darüber hinaus gibt es branchenübergreifende Maßnahmen, die dabei helfen, Geschäfts- und Arbeitsmodelle digital zu gestalten.

GUNTHER GRAUPNER, GESCHÄFTSFÜHRER KOMPETENZZENTRUM BAUFORSCHUNG


6 Aus der Branche

Heidrun Schlögl

BAUZEITUNG 07 2019

Dem Unmut Luft machen: Immer mehr Menschen protestieren für mehr Partizipation bei urbanen Fragen.

Mogelpackung Partizipation? Planung und Bauen erzeugen Betroffenheit. Bürgerbeteiligung ist daher schon lang in aller Munde. Doch bleibt es allzu oft bei Lippenbekenntnissen. TEXT: REINHARD SEISS

A

ls „erstarrte Halbdemokratie“ bezeichnete der 2007 verstorbene Herbert Fux, Urgestein der Salzburger Bürgerliste wie auch der österreichischen Grünen, gern die politische Verfasstheit seiner Heimat. Seine wohl prägendsten Erfahrungen machte der stets unbequeme Schauspieler, der im Salzburger Gemeinderat wie auch im Nationalrat saß, als Aktivist gegen P ­ lanungs- und Bauskandale, zunächst in Salzburg und später dann in Wien. Selbst wenn sich seit den 1970er-Jahren vieles verändert und – eher in Salzburg als in Wien – manches verbessert haben mag, so ist gerade das Planungs- und Baurecht bis heute ein „Recht des Stärkeren“ geblieben. Landauf, landab geben zahl­reiche aktuelle Fälle – sei es das Polittheater um den geplanten Ausbau der Mönchsberggarage im Zentrum Salzburgs, sei es die Farce um einen Luxusapartmentturm in der Unesco-geschützten Innenstadt Wiens – mehr als genug Anlass zu der Vermutung, dass Fux sein Urteil nach wie vor nicht revidieren würde. In den planungskulturell stärker entwickelten Regionen Österreichs sorgen Bürger und Medien immerhin für öffentlich wahrnehmbare Kritik an fragwürdigen Projekten – und beharren­

Beamte zumindest so lange auf sachlichen Grundsätzen, bis sich die Politik schlussendlich doch darüber hinwegsetzt. In den dahingehend weniger entwickelten Landesteilen tun sich ­Bürger ungleich schwerer, ihrer Kritik Gehör zu verschaffen, da die Regierenden nicht einmal ernsthaft mit ihnen reden und die meisten Medien, ob aus reinem Opportunismus, ob mit Blick auf das Inseratenaufkommen, ihre Verantwortung als vierte Staatsgewalt preisgeben – und karriere­bewusste Beamte die politische Willkür fachlich sogar noch rechtfertigen. Beides hat mit einer demokratischen Planungspolitik – also mit Transparenz, öffentlicher Kontrolle und breiter Mit­bestimmung, die durch Urnengänge im Fünfjahrestakt nicht zu ersetzen sind – nur wenig zu tun, und wer daran zweifelt, möge einen Blick in die Schweiz werfen.

Vorbild jenseits der Grenze? In unserem westlichen Nachbarland wird die Bevölkerung alljährlich zu rund zwanzig Abstimmungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene gebeten – zuletzt etwa über die von den ­Jungen Grünen eingebrachte und von zahlreichen Umwelt-


Aus der Branche 7 BAUZEITUNG 07 2019

schutz-, ­Verkehrs- oder auch Landwirtschaftsorganisation unterstützte „Zersiedelungsinitiatve“, die auf eine nachhaltige Siedlungs­entwicklung der Schweiz abzielt. Grundsatzfragen wie diese werden – nach ausführlichen öffentlichen Debatten über das Für und Wider – ebenso dem Bürgervotum unterworfen wie ­einzelne P ­ rojekte von allgemeiner Relevanz. Die Eidgenossen können auch Gesetzesbeschlüsse des Parlaments verhindern: Wenn es gelingt, 50.000 Unterschriften gegen eine Gesetzesvorlage zu sammeln, wird diese zur Volksabstimmung gebracht. Und mit 100.000 Unterschriften kann eine Volksinitiative sogar Änderungen der ­Bundesverfassung verlangen. Mit der sogenannten Kulturland­ initiative etwa setzten die Bürger 2012 eine tiefgreifende Revision des Schweizer Planungs- und Baugesetzes im Sinne einer bodensparenden, landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung durch.

Rot-weiß-rote Lage Solches ist in Österreich gesetzlich überhaupt nicht vorgesehen. Parlamentarische Bürgerinitiativen, Volksbegehren und Volks­ befragungen bleiben in ihrer Wirkung hierzulande stets vom ­Placet der politischen Repräsentanten abhängig. Verbindlich ist das Votum der Bürger einzig bei einer Volksabstimmung, die freilich nur vom Nationalrat veranlasst werden kann und bezeichnenderweise erst zwei Mal stattgefunden hat – zum KKW Z ­ wentendorf und zum EU-Beitritt Österreichs. Wie unliebsam vielen heimischen Entscheidungsträgern die Einbindung der Bevölkerung ­gerade in Planungs- und Baufragen ist, zeigen aktuell etwa die ­Linzer Stadtväter. Neben zahlreichen umstrittenen Vorhaben wie neuen Hochhäusern in unmittelbarer Altstadtnähe, der immobilienwirtschaftlich motivierten „Nachverdichtung“ des Areals der denkmalgeschützten Tabakfabrik, dem Abriss städtischer Sozialwohnungen aus der Zwischenkriegszeit oder der Errichtung ­einer Stadtautobahn entgegen allen klima- und verkehrspolitischen

Zielsetzungen steht der oberösterreichischen Landeshauptstadt als nächstes fragwürdiges Projekt ein neues, privates Fußball­ stadion ohne öffentlichen Verkehrsanschluss ins Haus.

Fußball in der Grünzone Der von der Politik unterstützte Wunschstandort des aktuellen Bundesliga-Zweiten LASK liegt am südlichen Stadtrand, wo – auch mit öffentlichen Mitteln – eine bis zu 20.000 Zuschauer fassende Arena in unmittelbarer Nähe zum Pichlinger See entstehen soll. Zwölf Hektar Grünland würden für das Stadion, Nebengebäude, VIP-Stellplätze und Trainingsfelder – sowie weitere acht Hektar für bis zu 3.500 ebenerdige Parkplätze aufgehen: und zwar inmitten ­jener vom Land Oberösterreich verordneten Grünzone, die der ­Linzer Bürgermeister Klaus Luger noch vor kurzem vorgab, durch eine Nachverdichtung der Innenstadt mittels Hochhäuser vor einer Bebauung schützen zu wollen. Hinter dem Projekt stehen einflussreiche „Freunde des LASK“ aus der oberösterreichischen Bau- und Immobilienszene – und vor das Projekt stellt sich LASK-Präsident Siegmund Gruber, der als ökologischen Mehrwert des Vorhabens die Möglichkeit nennt, den Parkplatz unter der Woche als größte Park-and-Ride-Anlage Oberösterreichs zu nutzen. Es scheint keine Rolle zu spielen, dass die „Sportstadt Linz“ bereits über ein Stadion für 21.000 Personen verfügt, das erst vor sieben Jahren um 32 Millionen Euro saniert wurde und nur 20 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt ist – worin auch künftig der Zweitligist Blau Weiß Linz alle zwei Wochen vor rund 1.000 Zuschauern spielen wird.

Kritik und die Quote Auf die wachsende Kritik an diesem umwelt-, verkehrsund f­inanzpolitisch umstrittenen Vorhaben reagierte SPÖBürgermeister­Luger zunächst mit der Ankündigung einer Volksbefragung. Als sich die Koalitionspartnerin FPÖ, ungeachtet ihres

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8 Aus der Branche

Heidrun Schlögl

BAUZEITUNG 07 2019

Propagierens der direkten Demokratie, aber gegen ein Plebiszit aussprach, ruderte Luger wieder zurück. Er sei „kein glühender Fan von Volksbefragungen“, und ob man für oder gegen ein LASKStadion sei, wäre „keine politische Frage“. Das Stadtoberhaupt igno­riert damit salopp, dass sich die meisten Proteste nicht gegen ein Stadion an sich, sondern gegen die leichtfertige Verbauung eines geschützten Naherholungsgebiets richten. Dass bereits 6.100 Unterschriften ausreichen würden, eine solche Bürgerbefragung zu erzwingen, hält der Sozialdemokrat im Übrigen für „eine viel zu niedrige Quote, die Linz vom Land aufgezwungen wurde“. Daher ließ Luger offen, ob sich die Linzer SPÖ dem Ergebnis einer von den Bürgern initiierten Befragung überhaupt anschließen werde.

Transparenz, Diskurs, Beteiligung Freilich dürfen heimische Politiker bei solch unliebsamen Befragungen stets auf eine geringe Beteiligung hoffen, um hernach deren Relevanz – wie schon so oft – in Zweifel ziehen zu können. Aufrichtiger wäre freilich die Schlussfolgerung, dass ein beträchtlicher Teil der Stimmbürger sein Vertrauen verloren hat, dass die Regierenden sich nach dem Willen der Bevölkerung richten. Diese Sichtweise vertritt auch der Berliner Historiker Jörg Baberowski, der zum Thema Demokratiemüdigkeit meint, „dass der Verachtung der Bürger für die Politiker die Verachtung der Politiker für die Bürger vorangegangen ist“. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich der engagierte Teil der Bevölkerung einerseits viel seltener als von der

Politik angeboten in Partizipations­prozesse einbringt, andererseits aber immer öfter in Opposition zu politisch motivierten Vorhaben, insbesondere Bauvorhaben, geht. Von den über 100 Wiener Bürgerinitiativen, die sich auf der Plattform ­„Aktion 21“ versammeln, sind mehr als 90 Prozent dem Bereich Planen und Bauen zuzuordnen. Die Politik reagiert darauf mit immer neuen Instrumenten, die eine bessere Einbindung der Bevölkerung versprechen – etwa mit der „Wiener Architektur­deklaration“ von 2005 oder den „Baukulturellen Leitsätzen der Stadt Wien“ von 2014. Beide Papiere strotzen nur so vor Verheißungen von „Transparenz“, „Diskurs“ und „Beteiligung“ in der Stadtentwicklung.

Alles hat Grenzen Wenn es aber darauf ankommt, sprich wenn es nicht nur um das Aufstellen von Sitzbänken und das Pflanzen von Bäumen geht, sondern um millionenschwere Hochhausprojekte oder neue Schnellstraßen, ist vom Bemühen, auf Kritiker oder Betroffene zu hören, nichts mehr zu bemerken. Dann ist die Rede von „hochkomplexen Entscheidungen“, die nicht den Bürgern überlassen werden könnten, sondern von – politisch genehmen – Fachleuten getroffen werden müssten. Und sollten die Experten den Partei­ interessen einmal die fachliche Rechtfertigung verwehren, heißt es, man könne Stadtentwicklung nicht nur nach wissenschaft­ lichen Kriterien betreiben, sondern müsse als Politiker eben auch andere – meist wirtschaftliche – Aspekte mit einbeziehen.


Aus der Branche 9 BAUZEITUNG 07 2019

Vom Volk gewählt Das Totschlagargument aller Regierenden zwischen Neusiedler See und Bodensee lautet aber, sie seien von der Bevölkerung gewählt worden, um für sie zu entscheiden, weshalb ihre Planungspolitik per se demokratisch und im Sinne der Menschen sei. Es braucht keinen Verweis auf die unzähligen fragwürdigen Flächenwidmungen und Baubewilligungen, die – auf Kosten des Gemeinwohls – im Interesse von Günstlingen und Gesinnungsfreunden erfolgt sind, um die Dreistigkeit dieser Selbstermächtigung zu erkennen. Kein Raumordnungslandesrat, kein Planungsstadtrat, kein Mitglied eines Bauausschusses ist je als solches vom Volk gewählt worden – es waren stets ihre Parteien, in deren Wahlprogrammen von baukulturellen Zielen jedoch herzlich wenig steht. Aus einer oft erst post votum zugefallenen Ressortzuständigkeit eine demokratische Generallegitimierung abzuleiten ist gelinde gesagt eine sehr großzügige Auslegung des Wählerwillens.

Mehr Zurechtweisung als Aufruf In diesem Sinne liest sich auch Wiens „Masterplan Partizipation“ von 2016 durchaus stimmig, in dem Sinn und Zweck von Beteiligung noch einmal präzisiert wurden: „Die Wiener Stadtplanung hat sich mit dem Masterplan für eine partizipative Stadtentwick-

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lung zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zwischen Bevölkerung, Magistrat, Politik und Projektwerbenden bei städtebaulichen ­Vorhaben zu verbessern sowie die Nachvollziehbarkeit von städtebaulichen Vorhaben für alle interessierten Wienerinnen und ­Wiener zu gewährleisten“, steht in dem fünfseitigen Papier, das eher wie eine Zurechtweisung übereifriger Bürger anmutet. Denn allem voran geht es darum zu klären, wann Beteiligung möglich ist – und wann nicht. Das Ziel von Partizipation nach ­Wiener Spielart sind bezeichnenderweise nicht bessere Planungsergebnisse, sondern „weniger Konflikte und mehr gegenseitiges Verständnis“ – Verständnis für die Entscheidungen der Politik. „Akzeptanzmanagement“ nennt das der deutsche Kultursoziologe Thomas Wagner, oder auch „Akzeptanzbeschaffung“. In seinen Büchern „Demokratie als Mogelpackung“ und „Die Mitmachfalle“ entlarvt er solcherart Umgang mit bürgerschaftlicher Teilhabe als politischen Missbrauch. Sind Beteiligungsprozesse nicht ergebnisoffen und die Bürger ohne Entscheidungsmacht, so sei Partizipation laut Wagner bestenfalls eine soziale Befriedungstechnik. Mitzubestimmen hingegen heißt, wenn schon nicht mitentscheiden, so zumindest mitplanen zu dürfen. In Österreich tun sich die meisten Volksvertreter indes nach wie vor schwer, die Bevölkerung überhaupt mitreden zu lassen.  ◼

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10 Aus der Branche

Lexis Nexis

BAUZEITUNG 07 2019

Christian H ­ ofstadler, Michael Aigner und Thomas Korol (v. l.) im Gespräch über Sozialbetrug am Bau.

Ein Katz-und-Maus-Spiel Lohn- und Sozialdumping haben vielfältigen Einfluss auf den Wettbewerb in der Bau­branche. Eine Diskussion über das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Behörden und Betrügern. TEXT: THERESA KOPPER

S

chlechtes Image oder gelebte Praxis? Immer wieder ist die Baubranche in den Sozialbetrugsstatistiken trauriger ­Spitzenreiter. Nicht immer ganz zu Recht, wie Alberto Sanz de Lama, CEO von Lexis Nexis Österreich, meint, vor allem wenn man die zahlreichen großen Akteure in der Branche bedenkt, die hinsichtlich Compliance strengste Auflagen erfüllen. Wer trotzdem betroffen ist, warum es so schwerer ist, Sozialbetrug einzudämmen, und welche Lösungsvorschläge es gibt, diskutieren Christian ­Hofstadler, Institutsleiter für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der TU Graz, Michael Aigner, Leiter der Finanzpolizei in Niederösterreich und im Burgenland, und Thomas Korol, der mit seiner Firma die Ishap Card entwickelte, die anhand der Nationalität eines Arbeiters erkennt, welche Dokumente er auf der Baustelle benötigt.

Von allen entsandten Arbeitskräften waren im vergangenen Jahr ein Viertel in der Baubranche tätig. Ein starker A ­ nstieg an Entsendungen ist bereits seit 2010 bemerkbar. Hat die ­Arbeitsmarktöffnung 2011 Lohn- und Sozialdumping massiv gefördert? CHRISTIAN HOFSTADLER: Das kann man so nicht sagen. Die Zahlen beweisen, dass die Verlockung, Lohn- und Sozialdumping hier-

zulande zu betreiben, groß ist – das hängt aber vor allem mit dem extremen Lohngefälle zwischen „alten“ und „neuen“ EU-Mitgliedstaaten zusammen. Ein Arbeiter, der aus Rumänien oder Bulgarien zu uns kommt, verdient trotz Lohndumpings in Österreich oft noch um das Dreifache mehr als in seinem Heimatland. Heißt das konkret, dass Lohn- und Sozialdumping vor allem Arbeitskräfte aus dem Ausland betreffen? HOFSTADLER: Nachbarländer wie Ungarn haben diesbezüglich eine große Bedeutung. Man merkt hier die Nähe zum Burgenland und zur Steiermark – gehäuft treten Fälle von Lohn- und Sozialdumping in diesen Bundesländern auf. Bei ausländischen Firmen haben wir zudem festgestellt, dass jeder vierte ein Verdachtsfall ist. MICHAEL AIGNER: Wir sehen, dass die Arbeiter vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen. Bei einer Kontrolle des Lohnund Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes landen wir sehr oft sehr schnell im Ausländerbeschäftigungsgesetz. Welche Möglichkeiten gibt es, um unfaire Angebote zu e ­ rkennen? HOFSTADLER: Es gibt objektiv feststellbare Indizien, die auf un-


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Das Gebäude der Zukunft kann auch so aussehen. lautere Angebote hinweisen, wie beispielsweise die Streuung der Angebotspreise in einem Wettbewerb: Je größer die Streuung ist, desto wahrscheinlicher beteiligen sich Firmen, die Lohn- und Sozialdumping betreiben.

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Warum ist es so schwer für Unternehmen, ihre Subfirmen zu kontrollieren? THOMAS KOROL: Als man 2011 das LSD-BG novellierte, hat der Gesetzgeber festgelegt, welche Dokumente zu erbringen sind, wenn man eine ausländische Firma beschäftigt. Statt den zwei bis vier, die man bis 2007 brauchte, sind das heute bis zu 14 Dokumente. Der Dokumentationsaufwand bei der Beschäftigung ausländischer Firmen ist also erheblich. Viele Firmen setzen deshalb rückwirkend wieder eher darauf, zwar Firmen aus Österreich zu beschäftigen, deren Personal wiederum aus Drittstaaten kommt, das wiederum mit gefälschten Identitätsnachweisen arbeitet. AIGNER: Zudem machen wir öfter die Erfahrung, dass Firmen, die für eine bestimmte Tätigkeit beauftragt wurden, oft selbst Subunternehmen einsetzen. Ein Beispiel: In einer Wiener Kaserne wurde eine Firma mit den Glasreinigungsarbeiten betraut. Im Endeffekt hat aber nicht die Firma die Arbeiten vollzogen, sondern eine Subfirma. Dies im Vorhinein festzustellen ist, wie man sich vorstellen kann, nicht immer ganz einfach. Mit welchen Folgen für Land und Bauwirtschaft ist durch das vermehrte Lohn- und Sozialdumping zu rechnen? HOFSTADLER: Ich vergleiche Lohn- und Sozialdumping immer sehr gerne mit dem Doping im Sport. Selbst wenn der beste Sportler, der mit fairen Mitteln kämpft, gegen einen Gedopten antritt, hat er einfach keine Chance. Und ganz gleich verhält es sich auch in der Baubranche. Die illegalen Preisvorteile entstehen dabei nicht nur bei den Entsende- und Subunternehmern, sondern werden teilweise an die Bauherren oder Auftraggeber weitergegeben, wodurch diese natürlich auch vom Lohn- oder Sozialdumping profitieren. Bei legal operierenden Unternehmen treten so natürlich volkswirtschaftlich betrachtet negative Effekte betreffend Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Umsätzen auf. Zum anderen kann man eine Verschlechterung der Bauqualität, Terminverzug und verminderte Arbeitssicherheit erwarten. Zudem müssen wir aufpassen, dass die guten Arbeitskräfte aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen am Bau nicht in andere Branchen wie etwa die Automobilindustrie abwandern. Dem Vernehmen nach wird aktuell gerade an einer Bau-Card gearbeitet. Wie könnte Ihre Ishap-Card am Nutzen dieser beitragen? KOROL: Dass Konzept der Bau-Card besteht darin, in der Sekunde abfragen zu können, ob der Arbeiter angemeldet ist oder nicht. Aus meiner Sicht wäre es großartig, wenn wir eine solche Identifikation in unser bestehendes System einpflegen können. Mit unserer IshapCard möchten wir hier als Bindeglied zu einer solchen öffentlichen Karte und anderen Lösungen, die es dafür in Zukunft noch brauchen wird – abgesehen von den arbeitsrechtlichen Dingen beispielsweise für Zeiterfassungs- und Zutrittssysteme – sein. ◼

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12 Aus der Branche BAUZEITUNG 07 2019

ofp kommunikation (2)

Branchenexperten am ­Tiroler Bautag 2019 (v. l.): Moderator Ronald Barazon, Landesinnungsmeister Anton Rieder, Lars Luderer (Geschäftsführer der ­Goldbeck GmbH), Architekt Hanno Vogl-Fernheim, Gottfried Mauerhofer­ ­(Professor für Baumanage­ ment an der Technischen Universität Graz) und ­Matthias Marth (Geschäfts­ führer Landesinnung Bau).

Tiroler Bautag 2019 Am 27. März 2019 ging bereits zum zwölften Mal der Tiroler Bautag über die Bühne. Im Congress ­Innsbruck diskutierten Experten der Branche über mögliche Wege aus der Baukostenexplosion.

D

ie Baukosten gehen in eine klare Richtung, nämlich nach oben. Trotz gesteigerter Umsätze konnten die Ergebnisse nicht signifikant verbessert werden. Statt die Ursachen zu erforschen, beleuchteten Experten nach der Begrüßungsrede von Landesinnungsmeister Anton Rieder mögliche Ansätze, um erschwinglichere Preise zu erzielen. Lars Luderer, Geschäfts­führer der Goldbeck GmbH Bielefeld, gab interessante Einblicke in die Welt des Systembaus. Das Unternehmen bietet eine industrielle Serienproduktion als Kernkompetenz und realisiert Büros, Parkhäuser, Wohnungen und viele andere Gebäude.

Kostenreduktion dank des Systembaus „Dank unserer systematisierten Prozesse können wir rund 1.000 Quadratmeter Bürofläche im Rohbau in nur einer Woche realisieren. Trotz der hohen Geschwindigkeit kommt Qualität bei ­Goldbeck immer vor Umsatz“, betont Luderer. Die einzelnen Elemente der Systeme sind dabei so flexibel aufeinander abgestimmt, dass sie ein hohes Maß an planerischer Freiheit gewähren. ­„Häufig werden Kunden mit dem jeweiligen Gebäude allein gelassen. Wir bieten unseren Klienten ein im Preis inbegriffenes Gebäude­management und begleiten sie ein Jahr nach der Fertig-

„Planung und Ausführung müssen wieder näher zusammenrücken.“ ANTON RIEDER, LANDESINNUNGSMEISTER TIROL

stellung. Zusätzlich bekommen sie von Anfang an einen wöchentlichen ­Bericht und werden über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten“, so Lars ­Luderer, Geschäftsführer von Goldbeck.

Digitalisierung ist eine Chance Das zweite Impulsreferat präsentierte Gottfried Mauerhofer, der sich als Professor für Baumanagement an der TU Graz seit Jahren mit der Entwicklung mittelständischer Bauunternehmen beschäftigt. Neben BIM sieht Mauerhofer Vorteile im Lean-Management. „Erkenntnisse aus der Praxis zeigen, dass ein partnerschaftlicher Umgang der Schlüssel zum Erfolg ist. Wöchentliche Abstimmungen zur Produktion sind zwingend notwendig, um am Puls des Projekts zu bleiben. Transparenz schafft Vertrauen und Sicherheit im Projekt. Ziel ist es, ein sich selbst kontinuierlich verbesserndes Team zu schaffen“, betont der Professor. Im Anschluss an die Vorträge fand eine Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten, Anton Rieder und Architekt Hanno Vogl-Fernheim, statt. Letzterer agiert als Präsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Tirol und Vorarlberg und sieht im Systembau vor allem Vorteile für die Umsetzung von leist­barem Wohnraum: „Trotzdem ist es wichtig, dass die Individualität nicht verlorengeht.“ Anton Rieder betont zudem die Notwendigkeit, sich mit alternativen Geschäftsmodellen auseinanderzu­setzen: ­„Planung und Ausführung müssen wieder näher zusammen­ rücken.“ Der Landesinnungsmeister erhält hierfür auch Zuspruch von M ­ auerhofer: „Es wäre empfehlenswert, diese beiden Bereiche auch in der Ausbildung zusammenzuführen.“  ◼


Aus der Branche 13 BAUZEITUNG 07 2019

Forcierung des Baustoff-Recyclings Herausforderungen und Antworten auf neu aufgekommene Fragestellungen standen im Mittelpunkt der diesjährigen BRV-Tagung.

I

Tristan Tallafuss (BRV), Wolfgang Stanek (GSV), ­Martin Car, Thomas Kasper (beide BRV) und Roland Ferth (BMNT) bei der BRVTagung (v. l.).

BRV/Rasteger

m Rahmen der Tagung des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbands (BRV) wurde seitens des BMNT angekündigt, dass noch im April ein Ministerratsbeschluss zur Forcierung des Baustoff-Recyclings bei öffentlichen Bauten erfolgen soll. In seinem Eingangsstatement verkündete Ministerialrat Roland Ferth vor 150 Personen, dass im Rahmen der nachhaltigen Beschaffung der Kriterienkatalog überarbeitet wird: Baustoff-Recycling soll dabei im Rahmen von sogenannten Zuschlagskriterien eine Bevorzugung für jene Anbieter bringen, die Recycling-Baustoffe einsetzen. So kann auch aus Aushubmaterial, das derzeit zu 80 Prozent deponiert wird, wieder neuer Recycling-Baustoff ökologisch vorteilhaft produziert werden. „Im Rahmen des Ministerrats wird eine Selbstverpflichtung aller österreichischer Ministerien zu diesem Kriterienkatalog der nachhaltigen Beschaffung beschlossen werden“, sagt Ferth. „Wenngleich diese für Landesdienststellen und Kommunen nicht verpflichtend ist, wer-

den sich viele öffentliche Auftraggeber dieser bundeseinheitlichen Vorgangsweise anschließen. Daneben stellte BRV-Präsident Thomas Kasper auch die europäischen Grundlagen im Rahmen der Bauprodukteverordnung vor, die zwingend die Verwendung von RecyclingBaustoffen bei jedem Bauvorhaben fordern. „Über das neue Bundesvergabegesetz 2018 wird die Möglichkeit eingeräumt, ökologisch vorteilhafte Kriterien in der Vergabe zu berücksichtigen.  ◼

TERRASSE

Dämmstoff neu definiert

DACHBODEN

Die positiven Eigenschaften von Airium

 hohe Dämmeigenschaft  mineralisch und frei von Material auf Erdölbasis

 nicht brennbar, keine Rauchgasentwicklung  kein Angriff durch Schimmel und Schädlinge

 füllt alle Unebenheiten aus  in unterschiedlichen Dichten und Festigkeiten lieferbar

MAUERSTEIN

SANDWICH-WÄNDE BODEN

Airium wird im Airium-Lkw direkt vor Ort auf der Baustelle produziert und eignet sich hervorragend für die Dämmung von Dachböden, Terrassen und Böden. Airium wird auch als mineralische Dämmung für Mauersteine aus Leichtbeton oder für FertigteilElemente für Außenwände eingesetzt.

www.airium.at


14 Aus der Branche BAUZEITUNG 07 2019

Blickfang

STERNWARTE. CAMPUS ZWEIBRÜCKEN, DEUTSCHLAND

TU Kaiserslautern

Der Campus Zweibrücken an der TU Kaiserslautern ist auch Standort der hauseigenen Sternwarte. Dozent Hubert Zi hat gemeinsam mit Studierenden nun seine Liebe zu „Star Wars“ an der Sternwarte verewigt und diese im DroidenDesign von R2-D2 bemalt.

Guter Abschluss

ANSICHTSSACHE

„Abschwung am Bau erst ab 2020 spürbar“

Die Sozialpartner im Baunebengewerbe haben sich auf ein Lohnplus geeinigt.

Laut Wifo-Prognose wird das Wirtschaswachstum in den Jahren 2019 und 2020 auf 1,7 bzw. 1,8 Prozent absinken. Fast im Gleichklang mit der Gesamtwirtscha verliert 2019 auch die Baukonjunktur an Fahrt. Gab es in den Jahren 2017 und 2018 noch Zuwächse bei den realen Bauinvestitionen in der Höhe von 3,5 Prozent bzw. 2,8 Prozent, so ist für die Jahre 2019 und 2020 nur noch mit Wachstumsraten von 1,8 Prozent bzw. 1,2 Prozent (real) zu rechnen. Vor dem Hintergrund, dass das österreichische Bauwesen momentan den stärksten Aufschwung seit fast 30 Jahren erlebt, sind die Aussichten für die kommenden Jahre dennoch positiv zu bewerten. Dies zeigt sich auch an der Stimmung innerhalb der Branche: Während die Einschätzungen der Unternehmen im Wifo-Konjunkturtest für die Sachgüterindustrie bereits deutliche Rückgänge ausweisen, gab es in der Bauwirtscha zuletzt neue Höchstwerte. Erst ab 2020 düre es zu einer deutlicheren Verlangsamung kommen, was jedoch weiterhin über dem durchschnilichen Wachstum der letzten Jahrzehnte liegt.

Wifo

WIFO-EXPERTE FÜR BAUWIRTSCHAFT

n der ersten KV-Runde einigten sich die Gewerkscha Bau-Holz sowie das Baunebengewerbe. Ab 1. Mai steigen für 51.000 Arbeiter die KV-Löhne um 3,35 Prozent, für die Ist-Löhne gilt eine Parallelverschiebung. Karenzzeiten ab 1. Mai 2019 werden in einem Ausmaß von 24 Monaten auf dienstzeitenabhängige Ansprüche voll angerechnet. Um am 24. und 31. Dezember arbeitsfrei zu bekommen, muss nur noch ein Urlaubstag konsumiert werden. Zusätzlich werden die Taggelder erhöht und die Einführung eines Taggeldanspruchs für Arbeiten im Ausland eingeführt. Die Kündigungsfristen wurden für alle Branchen verbessert. Lehrlinge, die im laufenden Lehrverhältnis das 18. Lebensjahr vollenden, erhalten die Lehrlingsentschädigung des zweiten Lehrjahres. Ein historischer Abschluss konnte für das zweite Jahr erzielt werden. Ab dem 1. Mai 2020 haben sich die Sozialpartner auf eine Lohnerhöhung von VPI (Verbraucherpreisindex) plus 1,3 Prozentpunkte geeinigt.

Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen

MICHAEL KLIEN,

I

„Wir haben bewiesen, dass es auch unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen möglich ist, ohne großes Tamtam in nur einer Verhandlungsrunde einen fairen Abschluss zu erzielen“, sagt GBHVerhandlungsleiter Josef Muchitsch.


Aus der Branche 15 BAUZEITUNG 07 2019

VÖB entwickelt erstmalig eine eigene Wiki Tiefbau.

Starkes Jahr Haas Fertigbau

Gemeinsame Sprache

Haas Fertigbau hat zwei neue Geschäftsführer. Stefan Theissl, seit einigen Jahren bei Haas tätig, wird sich als einer der neuen Geschäftsführer weiterhin um den Konzerneinkauf und den Bereich Technik kümmern ...

er Verband Österreichischer Betonund Fertigteilwerke (VÖB) hat in den Produktgruppen „Rohre und Schächte“ sowie „Abscheider und Kläranlagen“ begonnen, erstmalig eine gemeinsame Sprachregelung für die Tief baubranche zu definieren – und zwar in Form einer eigenen Wiki. Bisher wurden insgesamt 54 Produktbegriffe definiert sowie deren Anwendungsbereich spezifiziert – von der Abdeckplatte über das Betonfertigteil, Eiprofilrohr und die Hebeanlage bis hin zu Senkgrube, Trinkwasserspeicher, Versickerung und Wasserfilter. „Wir haben in unseren Diskussionen gesehen, wie vielfältig ein und derselbe Gegenstand selbst im kleinen Österreich bezeichnet wird. Und wir können nur erahnen, wie viel Zeit diese Missverständnisse kosten und wie viel einfacher die Kommunikation durch allgemein akzeptierte Sprachregelungen sein würde“, erklärt VÖB-Geschäftsführer ­Gernot Brandweiner.

Haas Fertigbau

D

... und Robert Frischer wird als zweiter Geschäftsführer bei Haas Fertigbau künftig für den Vertrieb und die kaufmännischen Be­ lange des Standorts Großwilfersdorf zuständig sein. Beide folgen auf Josef Zügner.

BILANZ Die CA Immo blickt auf ein außer­ ordentlich erfolgreiches Wachstumsjahr zurück. Das nachhaltige Ergebnis mit 118,5 Millionen Euro liegt elf Prozent über dem Vorjahreswert. Die Mieterlöse konnten um sieben Prozent auf 192,4 Millionen Euro gesteigert werden.

Großer Kauf DACHZUBEHÖR Wienerberger kauft die britische Building Product Design Group, die auf Dachzubehör spezialisiert ist. Sie macht laut dem Ziegelhersteller 30 Millionen Pfund Jahresumsatz. Nun soll sie zum Kompetenzzentrum für innovative Dachsystemlösungen werden. GB ist mit 14 Fabriken und zehn Prozent des Konzernumsatzes Wienerbergers größter Einzelmarkt.

Gute Aussichten BAUWIRTSCHAFT In Tirol geht man von einem Anhalten des positiven Trends für 2019 aus. Betrug das Baubudget letztes Jahr 1,8 Milliarden Euro, gibt es für 2019 eine Steigerung von 7,5 Prozent. Sieben von zehn Unternehmen bezeichnen die aktuelle ­Geschäftslage als gut oder sehr gut.

Offizieller Bau-Start Murexin errichtet in Wiener Neustadt ein neues Schulungszentrum für Kunden und Mitarbeiter. it dem Spatenstich Ende März begannen beim Bauchemie­ produzenten Murexin in Wiener N ­ eustadt offiziell die Bauarbeiten für ein neues Schulungszen­trum. Auf einer Gesamtfläche von 500 m2 entstehen dort Räume für praktische und theoretische Schulungen. „Damit wollen wir den Servicegedanken für unsere Kunden noch intensiver aufgreifen und in den Schulungen unsere technische Kompetenz bei der ­Verarbeitung unserer Produkte zeigen“, sagt Murexin-Geschäftsführer B ­ ernhard Mucherl. „Bereits jetzt schätzen unsere Kunden die Schulungen durch unsere Anwendungstechniker, allerdings können wir aktuell aufgrund mangelnder räumlicher Kapazitäten den Anfragen nicht nachkommen. Mit dem neuen Gebäude wird uns das gelingen, und wir freuen uns bereits sehr darauf.“ Zudem soll das Schulungs­zentrum auch für Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter aus der

Murexin

M

V. l.: Michael Maier, Gernot Wagner, Peter Reischer, Karl Scheibenreif, Bernhard Mucherl und Raimund Walchhofer beim Spatenstich.

Zentrale und den internationalen Tochterfirmen genützt werden. Zum Spatenstich fand sich neben den Bauherren auch Architekt Karl Scheibenreif,­dessen Planungsbüro Scheibenreif ZT die Beauftragung für die Planung im Rahmen eines Wettbewerbs erhielt. Das Investitionsvolumen für den Neubau beträgt rund 1,5 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für den Herbst geplant.


16 Aus der Branche BAUZEITUNG 07 2019

Daniel Reisenberger ist neuer Geschäftsführer von Schindler Österreich. Der ehemalige Geschäftsführer Peter Schnieper wird nach beinahe sechs Jahren eine neue Aufgabe innerhalb der Gruppe übernehmen.

A

Werkseröffnung u. a. mit Rudolf Zrost (2. v. l.) und Heimo Berger (r., beide Leube-GF).

Neues Werk Leube stärkt Marktpräsenz in Oberösterreich.

HCEE

m teuersten leben Mieter in der Inneren Stadt. 2018 wurden Wohnungen dort im Median für 16,80 Euro pro Quadratmeter angeboten, wie eine aktuelle Mietpreisanalyse zeigt. Das ist ein Anstieg der Mieten um acht Prozent gegenüber 2017. Wohnungen im 22. Bezirk wurden 2018 im Mittel für 14,70 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist der im Osten Wiens gelegene Bezirk der zweitteuerste. Am stärksten gestiegen sind die Mieten in Liesing: Innerhalb eines Jahres ist der mittlere Quadratmeterpreis für Mietwohnungen von 12,60 Euro auf 13,80 Euro geklettert. Damit müssen Mieter im 23. Bezirk aktuell zehn Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Günstige Preise bieten noch einige westliche Bezirke. In Hernals liegen die Mieten aktuell bei 12,40 Euro pro Quadratmeter, das sind zwei Prozent weniger als 2017. Unter 13 Euro betragen die Mieten in Rudolfsheim-Fünfhaus und in Ottakring.

Moser Beton / Christoph Hatheuer

In den Wiener Bezirken steigen­die Mieten.

Schindler

Kletternde Mieten

Jongho Chun ist neuer Managing Director von HCEE. Seine Aufgabe ist es unter anderem, die Aufteilung des europäischen Unternehmens in zwei unabhängige Gesellschaften: Construction Equipment und Material Handling.

G

emeinsam mit Moser Beton hat Leube­ im oberösterreichischen Neukirchen ein neues Betonwerk gebaut und nun feierlich eröffnet. Das Salzburger Baustoff­ unternehmen möchte damit seine Marktpräsenz in Oberösterreich weiter aus­bauen. Beide Partner investierten knapp zwei Millionen Euro. „Wir sind überzeugt, dass das Joint Venture und der Bau des modernen Werks einen wesentlichen Beitrag für eine erfolgreiche Zukunft leisten wird“, sagt Leube-Geschäftsführer Heimo Berger.

Ein Blick in die Zukunft FMA hat kürzlich das Projekt „PowerPack Immobilie“ ins Leben gerufen.

FMA

D

er bewusste Umgang mit Energie im gesamten Gebäudemanagement hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und wird eines der bestimmenden Themen der nächsten Jahre sein. „Wir gehen davon aus, dass das Gebäude selbst in Zukunft eine aktive Rolle im Energiesystem beziehungsweise in der Energieversorgung spielen wird“, sagt Robert Punzenberger, Vorstandsmitglied der Facility Management Austria (FMA) und International Facility Association Austria (IFMA Austria). Erstere hat dazu kürzlich ein Projekt namens „PowerPack Immobilie“ ins Leben gerufen. Unter der inhaltlichen Begleitung des Austrian Institute of Technology (AIT) und der Beteiligung mehrerer Firmenpartner untersucht dieses von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützte einjährige Branchenprojekt das wirtschaftliche und ökologische Potenzial energieflexibler Gebäude im Energieverbund. Energieflexi-

Robert Punzenber­ ger beim FM-Day 2018. In diesem Jahr sollen die Ergeb­ nisse der „Power­ Pack Immobilie“ präsentiert werden.

bel bedeutet, dass am Gebäude selbst Strom und Wärme produziert und Überschuss gespeichert oder ins Netz eingespeist werden – und das abgestimmt auf den Energiebedarf der Gebäudenutzer und Energienetze. „Gleichzeitig kann das Gebäude aber je nach Bedarf und Verfügbarkeit Strom und Wärme aus dem Versorgungssystem beziehen. Die Gebäude werden zu Stabilisatoren der Energieversorgung und gewissermaßen zu den Energiemanagern der Zukunft.“ Die Projektergebnisse sollen im Rahmen des fünften FM-Day präsentiert werden.


OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES 

Innung 17

BAUZEITUNG 07 2019

Forschung für die Baupraxis Die Bauinnungen forcieren seit Jahren kontinuierlich Maßnahmen zur Stärkung der B ­ auforschung. Eine wichtige Rolle nehmen dabei Branchenprojekte ein. TEXT: ROBERT ROSENBERGER, GESCHÄFTSSTELLE BAU

F

orschung und Entwicklung sind am Bau so wie in der gesamten Wirtschaft wichtig für die Aufrecht­ erhaltung und Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Bauinnungen unternehmen daher seit mehr als 15 Jahren kontinuierliche Anstrengungen, um die Forschungsaktivitäten in der Baubranche­ zu erhöhen.

Kompetenzzentrum Bauforschung Eine wesentliche Rolle bei der Forschungs­ organisation und beim Wissens­ transfer nimmt das Kompetenzzentrum für Bauforschung ein, das von der Bundes­innung Bau mit der Durchführung von Bauforschungsaktivitäten beauftragt wurde. Das Kompetenzzen­trum hat bereits eine Reihe von erfolgreichen Projekten durchgeführt und begleitet.

Branchenprojekte Weiters betreiben und unterstützen die Bauinnungen konkrete Einzelprojekte im Forschungsbereich, deren E ­ rgebnisse der ganzen Baubranche zur Verwertung zugänglich gemacht werden. Diese sogenannten Branchenprojekte werden so aufbereitet, dass möglichst viele Baufirmen, Planer und Ausführende vom Know-how-Zuwachs der Ergebnisse profitieren. Nachfolgend sind einige Branchenprojekte der vergangenen Jahre aus unterschied­lichsten Forschungsbereichen beispielhaft angeführt: ◼ Bauschadensberichte: Die Bauschadenberichte 1–4 waren der Beginn der Bauschadensforschung in Österreich. Sie bieten eine Übersicht über die häufigsten Bauschäden und deren Vermeidung in den Bereichen erdberührte Bauteile, Flach­ dächer und Fassaden. ◼ Baumeisterhandbücher: Die Bau­

meis­terhandbücher beinhalten eine Vielzahl von baukonstruktiven Detaillösungen für die Baupraxis zur Umsetzung der Passiv­haustechnologie beim Neubau von Einfamilienhäusern und bei Sanierungen.­ Damit sollen schadensfreies Bauen und die Vermeidung von Wärme­brücken bei der anspruchsvollen Passivhausbauweise ermöglicht werden. Ergänzt werden diese Handbücher durch das sogenannte „Lüftungshandbuch“, bei dem der baupraktische Einsatz von kontrol­lierten Wohnraum­ l üftungen ausführlich beschrieben und dargestellt wird. ◼ Bauteilaktivierung: Die Bauteilaktivierung ist die Parade­disziplin des Kompetenzzentrums für Bau­forschung. ­Unter Bauteilaktivierung wird die Nutzung speicher­ wirksamer Massen von massiven Baustoffen für die Heizung und Kühlung von Gebäuden verstanden. Ziel des Gesamt­ projekts war die Schaffung von Planungs- und Berechnungsgrund­lagen, um die baukonstruktive Umsetzung dieser hochenergieeffizienten Bauweise ­sicherzustellen. Es wurde eine ganze Reihe an Einzelprojekten durch­geführt: von der Praxistauglichkeit verschiedener massiver Baustoffe­bis hin zu Erprobung bei Versuchsobjekten.

Aktuelle Infos zu Forschungsthemen auf der Homepage des Kompetenzzentrums für Bauforschung­: www.forschung-bau.at.

◼ Lebenszykluskosten: Bei dieser Projektreihe werden neben den Investitionskosten auch die Folgekosten durch Nutzung und künftige Instand­haltungsmaßnahmen im Zuge des gesamten Lebenszyklus einer Immobilie analysiert. Dazu wurde unter anderem ein Handbuch zum lebenszyklus­ kostenbewussten Planen und Bauen von Ein- und Zweifamilienhäusern entwickelt. Ziel ist es, Planer und Bauunternehmen auf die Zusammenhänge zwischen Investitions- und Planungs­entscheidungen und den auftretenden ­Folgekosten zu sensibilisieren. ◼ BIM: Hinsichtlich Building Information Modeling werden derzeit Projekte zum Thema vergleichende Massen­ ermittlung bei BIM- und herkömmlichen Bauprojekten (BIM-Massen)­sowie das BIM-Pilotprojekt „Kindergarten­Schwoich in Tirol“ durch­geführt. Diese beiden Projekte sind ein ­Fingerzeig auf künftige Anwendung von digitalen Gebäudemodellen in Planung und Bauausführung. ◼ Sonderprojekte: Auf der Homepage des Kompetenzzentrums Bauforschung können zudem Informationen zu folgenden Sonderprojekten heruntergeladen werden: ▶ Potenziale der Digitalisierung im Bauwesen ▶ Wettbewerbsfähigkeit Bauhauptgewerbe 2020 ▶ Projekt „Schall.HOCH.Bau“ ▶ Salzschäden im Sockelbereich von Gebäuden ▶ Mobiler Hochwasserschutz an Ein- und Zweifamilienhäusern ▶ Alpines Bauen – Lowtech ▶ Stress Ade Tageslicht ▶ Sichtfeld bei Erdbaumaschinen.  ◼

www.forschung-bau.at www.bauforschung2020.at


18 Planung & Ausführung

Wiener Linien / Manfred Helmer (2)

BAUZEITUNG 07 2019

Remise 2.0

Derzeit wird die Remise Brigittenau vollständig saniert. Neben der Haus- und Elektrotechnik werden­ auch die Wasch- und Sandbefüllungsanlagen modernisiert.

Die Wiener Linien bauen derzeit nicht nur ihr Liniennetz aus, sondern bringen auch ihre zehn Straßenbahn-Betriebsbahnhöfe auf den neuesten Stand. TEXT: THERESA KOPPER

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erzeit bleibt auf dem Bimbahnhof in Brigittenau kein Stein auf dem anderen. Der Grund dafür: Die Wiener Linien sanieren die denkmalgeschützte Remise. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 50 Millionen Euro.

Neue Technik für historische Mauern Unter strengsten Auflagen des Bundesdenkmalamts wurde in den vergangenen Monaten die Dachkonstruktion komplett abgetragen und die Halle völlig ausgehöhlt. Nun wird die frischsanierte Dachkonstruktion aus Stahl wieder montiert. Bis Ende 2021 wird nicht nur an den historischen Gebäuden gearbeitet, sondern es werden auch Haus- und Elektrotechnik sowie der Brandschutz modernisiert. Die Wasch- und Sandbefüllungsanlagen bekommen ebenfalls ein Upgrade.

profitieren auch die Fahrgäste, da unsere Fahrzeuge bei kleineren Reparaturen schneller wieder im Netz unterwegs sein werden“, sagt Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

Remisen 2.0 Insgesamt investieren die Wiener Linien rund 250 Millionen Euro in neun Straßenbahnhöfe. Da alle Sanierungsarbeiten während des laufenden Betriebs stattfinden, dauern die Arbeiten pro Remise rund zweieinhalb bis drei Jahre. Am Bahnhof Brigittenau sind aufgrund der aufwendigen Arbeiten rund vier Jahre Bauzeit eingeplant (2018 bis 2021).  ◼

Effizientere Wartung Der Hauptgrund für die aufwendigen Sanierungsarbeiten ist jedoch die Entwicklung der Fahrzeugtechnik: Für die Niederflurfahrzeuge werden neue Anlagen wie Revisionsbühnen benötigt. Früher war die Fahrzeugmechanik hauptsächlich unter der Straßenbahn zu finden. Um die Straßenbahnen barrierefrei zu gestalten, sind Teile der Technik und Klimaanlage bei den Niederflurstraßenbahnen im Fahrzeugdach verbaut. Mit den neuen Plattformen wird dem Wartungsteam die Arbeit erleichtert. „Von dieser effizienteren Wartung

Die Revitalisierung von neun Straßenbahnhöfen steht auf dem Plan. 2015 wurde mit der Modernisierung des Bahnhofs Speising begonnen.


Planung & Ausführung 19 BAUZEITUNG 07 2019

Perfektion bis ins kleinste Detail Rund um die Uhr ist das neue Parkhaus des Universitätsklinikums St. Pölten geöffnet. Das bedeutet hohe Belastung fürs Material – auch für die Parkdeckrinnen von Aschl.

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eit der Eröffnung des Hauses C des Universitätsklinikums kann St. Pölten wieder mit einem Vorzeigeklinikum aufwarten. Mit einer Bruttofläche von rund 22.500 Quadratmetern und 1.694 Räumen auf zehn Ebenen gehört der Neubau zu einer der modernsten Kliniken Europas. Der Neubau beinhaltet unter anderem das Notfall- und Unfallzentrum, eine Intensiv­ ebene samt OP-Gruppe mit acht OPs, eine Technikzentrale, einen Hubschrauberlandeplatz sowie eine Tiefgarage mit 250 Park­ plätzen auf zwei Ebenen. Insgesamt investiert das Land Nieder­ österreich etwa 510 Millionen Euro in den Ausbau des Universitätsklinikums St. Pölten.

State of the Art Bei der Ausführung und den Materialen wurde Wert auf höchste Qualität gelegt. Die hohen Auswahlkriterien galten für alle ­Details, so auch für die Parkdeckrinnen in der Tiefgarage. Diese sollten aus rostfreiem Edelstahl sein und damit unempfindlich gegen Streusalz. Zudem sollte das bei Regen oder Schnee anfallende Wasser schnell von der Fahrbahn und den Stellplätzen verschwunden sein. Die Bauherrschaft entschied sich für die Parkdeckrinne Securin­von Aschl. „In der Tiefgarage der Universitätsklinik

Aschl (3)

Die Tiefgarage des Hauses C des Universitätsklinikums St. Pölten ist State of the Art. Dazu tragen auch 500 Laufmeter Parkdeckrinnen von Aschl bei.

St.Pölten­sorgen rund 500 Laufmeter der Securin für eine perfekte Entwässerung“, so Geschäftsführer Roman Aschl. Die Parkhausrinne Securin ist eine Verdunstungsrinne aus Edelstahl, die speziell für Parkdecks, Tiefgaragen, Einzelgaragen­ entwickelt worden ist. Geeignet für Kunstharzbelag, Guss­ asphaltbeschichtung, aber auch für ­Fliesenbeläge sorgt der gelochte Anschlussflansch auf beiden Seiten für eine Verkrallung mit dem Bodenbelag, damit Rinne und Boden eine absolut dichte Einheit bilden. Dank der verschraubbaren Modulbauweise ist die Parkdeckrinne Securin einfach und schnell einzubauen – ohne aufwendiges Schweißen. Die Höhe konnte dabei stufenlos von oben eingestellt und so millimetergenau dem Niveau des Bodenbelages angeglichen werden.

Integrierte Drainage Die Rinne Securin besitzt eine integrierte Drainagefunktion für eine optimale Entwässerung des Bodenaufbaus. Denn undicht ­gewordene Parkdeckrinnen können den Bau geschoßübergreifend schädigen und hohe Sanierungskosten verursachen. Nicht so im neuen Parkhaus des Universitätsklinikums St. Pölten.­Die Rinnengeometrie der Securin ist mittels eines zusätzlichen Drainagespalts so gestaltet, dass Dehnungsrisse im Boden als Drainage verwendet werden und das Wasser direkt in die Parkdeckrinne fließt. „Selbst dann, wenn durch eine mechanische Beschädigung eine Fuge oder ein Riss entstanden ist, fließt das Wasser über die Parkdeckrinne ab“, erklärt Roman Aschl. So wird auch die Rutschgefahr effektiv vermindert. Die Betreiber des Universitätsklinikums St. Pölten sind nach dem ersten Halbjahr sehr zufrieden mit der hocheffizienten ­Entwässerungstechnik von Aschl und sehen sich gut gerüstet für die kommenden regen- und schneereichen Herbst- und Wintermonate.  ◼


20 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 07 2019

Hauzenberger

Ein Tisch voller Neuheiten von Bosch Power Tools und eine zufriedene Geschäftsführung: Lennart de Vet, Henck Becker und Stephan Hölzl (v. l.).

Ab durch die Wand Bosch Powertools startet die Bausaison mit Kraftpaketen ohne Kabel und revolutionären Systemänderungen. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

D

as abgelaufene Geschäftsjahr von Bosch Power Tools verlief gut. Man konnte in 20 Ländern prozentual ein zweistelliges Wachstum verbuchen – wobei vor allem China und Brasilien hervorstachen – und trotz eines leichten Umsatzrückgangs (4,6 Milliarden Euro, minus zwei Prozent) durch Wechelskurseffekte stieg die Produktivität an. Auch heuer will man an dieses Ergebnis anknüpfen und präsentiert ein breites Spektrum an Neuheiten in der PowerTools-Produktpalette.

Kabelloses Kraftpaket

Hauzenberger

„Mit der Biturbo-Generation führen wir eine neue Dimension bei Akku­werkzeugen ein, da wir erstmals unseren Nutzern die Leistung eines 1.000- bis 1.800-Watt-Netzgerät ohne Kabel anbieten können“,

Stärker als mit Netzteil: Die neuen Bi-Turbo-Geräte von Bosch Power Tools versprechen kabellose Höchstleistungen.

erklärt Lennart de Vet, Geschäftsführer von Bosch Power Tools und zuständig für Verkauf und Marketing. „Grundlage dafür ist eine optimale Abstimmung ihres eigens entwickelten, bürstenlosen Hochleistungsmotors mit Elektronik und Akku, sodass die Hochleistungsströme und somit das gesamte Potenzial der Pro-Core-18-V-Akkus mit 8,0 und 12,0 Ah ausgeschöpft werden.“ Angeboten werden ab Herbst erstmals acht neuen Geräte – drei Winkelschleifer, drei Sägen sowie zwei Bohrhämmer. Bereits auf der Bau München präsentierte Bosch das neue X-Lock-System für Winkelschleifer. Mit diesem bietet man erstmals seit rund 80 Jahren ein neues Wechselsystem an, das eine Zeitersparnis verspricht und gleichzeitig auch die Sicherheit am Gerät erhöhen soll.

Härtere Schweißverbindung Ebenfalls neu im Sortiment sind die Vier-Schneiden-Hammerbohrer SDS Max-8X mit Vollhartmetall-Bohrkopf mit einem Bohrdurchmesser bis 28 Millimeter für den Einsatz beim Bohren in Stahlbeton und Normalbeton. Der Bohrer ist laut Herstellerangaben dank der starken und langlebigen Schweißverbindung zwischen dem Stahlkörper und dem Vollhartmetallkopf extrem belastungs- und wärmebeständig.­ Zudem soll seine äußerst scharfe 90-Grad-Zentrierspitze ein präzises Anbohren ermöglichen. Ein weiteres Ziel, das man bei Bosch ­verfolgt, ist die Vernetzung der Geräte. „Wir wollen, dass alle Profigeräte miteinander verbunden werden können“, so de Vet. Die Daten könnte man jeder Firma nach eigenen Bedürfnissen aufbereitet zur Verfügung stellen.  ◼


Planung & Ausführung 21 BAUZEITUNG 07 2019

Ein Blockhaus zum Jubiläum Die Zimmerei Nafz nahm ihr 25-jähriges Bestehen zum Anlass, ein neues Bürogebäude zu errichten, das zugleich als Musterhaus dient. TEXT: THERESA KOPPER

„Vor allem die einfache Verarbei­ tung und die sofortige Begehbarkeit haben wir als großen Vorteil gesehen“, begründet Sebastian Nafz die Entscheidung für die Ausgleichsschüttung von Cemwood.

Cemwood (2)

die Schüttungen schon länger, für uns ist Cemwood ein bewährtes Produkt, mit dem wir Erfahrungen haben“, so Nafz. „Vor allem die im Vergleich mit anderen Produkten einfache Verarbeitung und die sofortige Begehbarkeit haben wir als großen Vorteil gesehen.“ ◼

Ö

kologisch bauen und gesund wohnen: So lautet die Unternehmensphilosophie der Zimmerei Nafz aus HorbTalheim im Schwarzwald. Das 25-Jahr-Jubiläum des mittelständischen Holzbauunternehmens hat man nun zum Anlass genommen, ein neues Bürogebäude zu errichten, das zugleich als Musterhaus dient. Entstanden ist dieses in der Form eines kanadischen Blockhauses. Um die Transportwege kurz und die CO2-Belastung so gering wie möglich zu halten, wurden dabei durchwegs heimische Holzarten verwendet, wie beispielsweise Tanne oder Douglasie, die aus den Höhenlagen des Schwarzwaldes stammen.

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Holz durch und durch Die Durchführung von der Planung des Gebäudes mithilfe von 3DVisualisierungsprogrammen über die sorgfältige Auswahl und Beschaffung der heimischen Hölzer bis hin zur Bauausführung erfolgte durchwegs in Eigenregie der Zimmerei. „Wir beziehen auch das Material selbst. Wir gehen gemeinsam mit dem Förster in den Wald und holen dort das benötigte Holz“, erklärt Sebastian Nafz, der gemeinsam mit seinem Vater Christoph und seinem jüngeren Bruder Lukas als Geschäftsführer die Zimmerei leitet. Um auch im Fußbodenaufbau ökologische, holzbasierte Materialien einsetzen zu können, hat man sich für die Ausgleichschüttungen aus mineralisierten Holzspänen von Cemwood entschieden. Die Schüttung wurde dabei mit einer Einbauhöhe von sechs bis sieben Zentimetern eingebracht, darüber wurde eine Gutex Thermosafe NF verwendet. Darauf wurde als Fußbodenbelag ein Massivholzboden verlegt. Im Erdgeschoß sind über den Holzfaserplatten Trockenestrichplatten verlegt, darüber ein Fliesenboden. „Wir kannten

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22 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 07 2019

BAUAKADEMIE-EXPERTENKOMMENTAR

Schneid für Gipskarton Selbstbohrende Metallspitze des Fischer Duoblade sorgt für eine mühelose Montage.

LEITER BAUAKADEMIE OBERÖSTERREICH

Der Techniker als „Homo oeconomicus“ In der Bauakademie sind wir uns sicher, dass Bauberufe Professionen mit Zukunft sind. Die Baulehre ist keine „Sackgasse“, die Entwicklungsmöglichkeiten sind vielfältig. ‚Die Bauwirtschaft ist traditionell technisch fokussiert, alle Bauführungskräfte arbeiten dennoch mit wirtschaftlichen und gewinnorientierten Rahmenbedingungen. Je höher sie die Karriereleiter emporklettern wollen, besonders auch nach dem HTL- oder TU-Studium, umso mehr wirtschaftliches Know-how müssen Bauexperten mitbringen, um auch in Managementpositionen zu reüssieren. Technik und Wirtschaft schließen einander keineswegs aus, aber nur wer sich weiterbildet, bleibt erfolgreich. Mit den Bauakademien als Aus- und Weiterbildner der Bauwirtschaft in Österreich ist das auf jeder Karrierestufe möglich: ◼ Baukaderschmiede: MBA Bauwirtschaft Auf universitärem Niveau bietet der MBA „Bauwirtschaft“ der Bauakademie OÖ die umfassendste, bauspezifische Ausbildung in Sachen Business- und Commercial-Fitness. So wie 160 andere Bauführungskräfte in den letzten zehn Jahren, zwei Drittel davon Techniker mit mehreren Jahren Arbeitserfahrung, erlangt man in vier Semestern relevante Skills, um persönlich und fachlich auch im Management erfolgreich zu sein. Die MBA-Arbeiten sind Themen aus dem Arbeitsumfeld der Teilnehmer, die eins zu eins im Unternehmen umgesetzt werden. Relevantes Wissen wird hier nicht nur erworben, sondern auch gleich angewandt. ◼ Management-Fitness und Abschluss Neben der SBWL Bauwirtschaft, Kostenrechnung und Rechnungswesen sind strategische Unternehmens- und Mitarbeiterführung wesentliche Elemente in diesem für Bauführungskräfte zugeschnittenen Masterstudium, das mit einem MBA-Titel abschließt. An den Standorten Linz und Wien wird es in Kooperation mit der Donau-Uni Krems durchgeführt. ◼ Managers meet Managers Thematisch am Punkt lernen (künftige) Baumanager von Experten aus der Praxis abseits des Arbeitsalltags. Enormes technisches Know-how nach HTL oder TU wird hier sinnvoll mit betriebswirtschaftlichem ergänzt, erfolgreiches Führen in der Bauwirtschaft kann dann aus allen Blickwinkeln erfolgen. www.mba-bauw.at

www.bauakademie.at

it dem selbstbohrenden Gipskartonplattendübel Duoblade erweitert Fischer seine Duo-Linie um einen weiteren Dübel mit einer innovativer Materialkombination. Dieser wird in Vorsteckmontage gesetzt. Der graue Grundkörper aus Nylon spreizt dabei in der jeweils richtigen Ebene bei einfachen und doppelten Beplankungen, und der zusätzliche Verspreizeffekt erhöht den Belastungswert sowie die Haltekraft. Einen Vorteil bringt auch das scharfe, selbstschneidende Gewinde, das laut Hersteller für einen schnellen Vorschub und optimalen Formschluss sorgt. Die seitlichen Schaftrippen verhindern dabei das Mitdrehen bei der Schraubenmontage. Die Metallspitze ist hitzebeständig und schmilzt auch beim Bohrvorgang in doppelter Gipskartonbeklankung trotz hoher Temperaturen nicht ab. Erhältlich ist der Duoblade in sechs verschiedenen Versionen, passend zu unterschiedlichen Schraubengrößen. Alle Ausführungen sind 44 Millimeter lang, ohne Bohrspitze 29 Millimeter. Die Mindesthohlraumtiefe beträgt 50 Millimeter, die Verankerungstiefe 9,5 Millimeter.

Fischer

HARALD KOPECECK

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Das scharfe Gewinde des Duoblade von Fischer sorgt für optimalen Formschluss.

Hart im Nehmen Neue Oberflächenschutzsysteme für das Parkhaus von MC Bauchemie.

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as Portfolio an Parkhausbeschichtungen hat MC-Bauchemie erneuert. Neben den Oberflächenschutzsystemen für Bodenflächen OS 8 und OS 10 bietet der Hersteller von Systemlösungen für den Schutz und die Instandsetzung von Parkhäusern nun neue OS-11a- und OS-11b-Beschichtungssysteme an. Die neuen Systeme sind für die stärkere Beanspruchung in Parkhäusern entwickelt worden und weisen eine erhöhte Rissüberbrückungsfähigkeit auf. Beide Systemaufbauten sind geprüft worden und besitzen eine dynamische Rissüberbrückung von 0,3 Millimeter.


Planung & Ausführung 23 BAUZEITUNG 07 2019

Schicker Druck Overtec reizt dank Betonwolle die Möglichkeiten von 3D-Druck weiter aus.

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Overtec

eit 2017 spezialisiert sich Overtec auf 3D-Beton-Druck. Das Verfahren ermöglicht die einfache Umsetzung konischer, konkaver oder konvexer Formen oder aufwendiger Rundungen. Nun geht man einen Schritt weiter und setzt auf Betonwolle, um kreative Akzente im Raum zu verwirklichen. „Immer mehr Unternehmen wollen ihre Marke in architektonischen Konzepten erlebbar und greifbar machen: 3D-Druck mit Betonwolle bietet erstmals die Möglichkeit, Logos, Formen, Figuren und Schriftzüge direkt in die Wand- oder Verkleidungselemente zu drucken“, so Geschäftsführer Sebastian Hilscher. „Die Technologie macht Corporate Architecture leistbar und flexibel anwendbar.“ Derzeit druckt Overtec Elemente mit Dimensionen von bis zu 100 x 50 x 2,5 Zentimeter. Das Material wiegt rund 30 Kilogramm pro Quadratmeter und wirkt schallabsorbierend. Die Betonwolle aus dem 3D-Drucker von Overtec entspricht der Brandschutzklasse A1, ist wasserabweisend und kann sowohl trocken als auch nass gereinigt werden. Damit ist sie besonders pflegeleicht und eignet sich auch hervorragend für den Einsatz im Gebäudeinneren. Erstmals vorgestellt wurden die neuen 3D-Drucke von Overtec auf der com:bau 2019 in Dornbirn. Ein Panel für die Hypo Vorarlberg wird künftig auch in der Firmenzentrale in ­Bregenz zu bewundern sein.

Das Handbuch für die Baupraxis Planung, Verarbeitung und Wartung von WDVS auf 180 Seiten. Inklusive Tabellen, Detailzeichnungen und Checklisten.

Egal ob Wandpaneele, Firmenlogos oder ­Bardesigns: Dank ­Betonwolle sind dem Druck wenig Grenzen gesetzt.

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Problemlöser

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PCI Barraseal Turbo schützt den belasteten Sockelbereich. ine Lösung zur fachgerechten Sockelabdichtung bietet die PCI Augsburg GmbH mit ihrem Barraseal Turbo. Die mineralische Dichtschlämme (MDS) hält Beanspruchungen am Wandsockel durch Spritzwasser und Bodenfeuchte nach DIN 18533, Wasser­ einwirkungsklasse W4-E, stand. Damit lassen sich Schäden wie Risse, Putzabplatzungen, Schimmelbildung oder die Durchfeuchtung an der Sockelzone beziehungsweise Hauswand vermeiden. Die Flächenabdichtung lässt sich in einem Guss bis zur Oberkante des Gebäudesockels hochführen und anschließend überputzen oder überstreichen. Laut Hersteller ist die Abdichtung nach rund vier Stunden fest, nach etwa sechs Stunden kann die Baugrube bereits verfüllt werden.

PCI Barraseal Turbo sorgt für eine sichere Abdichtung der Schnittstelle von Haus­ sockel und angrenzen­ der Fläche.

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PCI

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Die VAR wird von der ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme herausgebracht.


24 Fokus Dämmen

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BAUZEITUNG 07 2019

Es läuft gut, aber ... Den heimischen Dämmstoffherstellern geht es gut, aber dennoch trüben Rohstoffpreise, die herausfordernde Logistik und die Sanierungsquote die Stimmung. TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER

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gal wo man sich in Österreich befindet, es wird gebaut. Und auch die Dämmstoffhersteller profitieren von der aktuellen Konjunktur. Auch für 2019 sind die Aussichten positiv, wobei die schwankenden Rohstoffpreise sowie die herausfordernde Logistik das Gesamtbild ein wenig trüben. Auch die Sanierungsquote von unter einem Prozent stimmt die Branche nachdenklich, wobei man sich nicht nur kurzfristige Förderungsmaßnahmen wünscht, sondern eher auf breitangelegte Kampagnen zur Bewusstseinsbildung hofft.

Schwung mitgenommen Was im Vorjahr gut begonnen hat, setzt sich heuer weiter fort. Die Dämmbranche profitiert weiterhin von der guten Baukonjunktur, wobei vor allem der Neubausektor boomt. „Unser Geschäftsjahr 2018/19 endete zwar erst Ende März, aber wir können sagen, dass wir auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurückblicken“, freut sich Harald Kogler, Vorstand der Hirsch Servo AG und Geschäfts-

Ursa

„Die Sanierungsquote läuft entgegengesetzt zur Neubauquote. Ist eine voll ausgelastet, kann die andere nicht bedient werden.“ WERNER SCHOTTER, COMMERCIAL MANAGER URSA DÄMMSYSTEME

führung Hirsch Porozell GmbH. „Insgesamt gesehen war die Konjunkturentwicklung besonders in Europa von Wachstum geprägt, was uns als europäisches Unternehmen natürlich positiv stimmt.“ Diesen Trend bestätigen fast alle Dämmstoffhersteller, die aktuelle Auftragslage sei gut und teilweise auch das zweite Halbjahr schon vorgeplant. Dennoch gibt es schon besorgtere Ansichten, was den momentanen Höhenflug der Bauwirtschaft betrifft. „Nachdem sich langsam ein Rückgang der Konjunktur abzeichnet, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, wie lange wir den Boom weiter tragen können“, stellt Werner Schotter, Commercial Manager Ursa Dämmsysteme Austria GmbH, fest. „Womöglich sieht es Ende des Jahres schon anders aus.“ Wirklich schwarzmalen will aber auch er nicht, er glaube noch an „ein gutes Jahr für die Baubranche“.

It’s all about the money Ein wesentlicher Faktor, der im letzten Jahr die Dämmstoffhersteller zum Schwitzen brachte, waren die schwankenden Rohstoffpreise sowie Engpässe bei deren Lieferung. Eine Situation, die sich nicht wesentlich verbessert hat. „Im Bereich Polystyrolrohstoffe hatten wir im Vorjahr wieder Schwankungen und sehen gerade jetzt wieder stärkere Preissteigerungen“, erklärt Gerald Prinzhorn. Deswegen musste man auch Anfang März die Preise von Austrotherm EPS anpassen. „Ich hoffe, dass dieses Jahr eine höhere Preisstabilität gegeben ist, bin


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Herausforderung auf der Straße „Wir geben täglich unser Bestes, um die Liefertermine mit unseren Kunden abzustimmen und die notwendigen Schritte vorzu-

„Wenn es so weitergeht, wird Sanierung zum Unwort des Jahres 2019.“ GERALD PRINZHORN, GESCHÄFTSFÜHRER AUSTROTHERM

Austrotherm

aber nicht sehr optimistisch“, so der Austrotherm-Geschäftsführer. „Die Branche muss lernen, dass bei EPS- und XPS-Dämmstoffen langfristige Preise nicht möglich sind und dies auch ihren Kunden kommunizieren.“ Eine Einschätzung, die man auch bei Ursa teilt, wobei man Hoffnung hat, dass vor allem die Verfügbarkeit der Rohstoffe bei abklingender Konjunktur wieder besser werde. Entspannter sieht man die Situation Isover. Da die Produktionswerke länderübergreifend mit den notwendigen Rohstoffen versorgt werden, konnte man Lieferengpässe vermeiden. „Zudem werden die Isover-Glaswolledämmstoffe aus mindestens 80 Prozent Recyclingglas hergestellt“, stellt Franz Hartmann, Vertriebsdirektor Saint-Gobain Isover, fest. „Da stellt sich die Frage einer etwaigen Rohstoffknappheit erst gar nicht.“ Doch nicht nur die Rohstoffknappheit beeinflusst die Termintreue der Dämmstoffhersteller, auch die Auslieferungslogistik ist in Zeiten der Hochkonjunktur ein anspruchsvolles Terrain.

nehmen“, meint Schotter, Commercial Manager bei Ursa. „Aber auch wir spüren, dass es härter wird.“ Man merke schon jetzt, dass quer durch Europa absoluter Mangel bei Lkw-Fahrern herrscht. So fehlen nach Einschätzungen der Wirtschaftskammer Österreich jedem Unternehmen im heimischen Güterbeförderungsbereich durchschnittlich 3,1 Fahrer. Hinzu kommt, dass ein Drittel der Fahrer schon über 50 Jahre alt ist und somit kurz vor der Pensionierung steht. In Deutschland schlug letzten Herbst der Deutsche Speditions- und Logistikverband aufgrund von 45.000 unbesetzten Stellen Alarm. Das Problem wird in den nächsten Jahren auch nicht einfach zu lösen sein, da in Deutschland ebenfalls zwei Drittel der Lkw-Fahrer über 45 Jahre alt sind und somit in den nächsten 15 Jahren in Ruhestand gehen werden. Dieser Fach-

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kräftemangel konnte lange Zeit mit Fahrern aus osteuropäischen Ländern ausgeglichen werden, doch auch dort sucht die Branche mittlerweile händeringend nach Personal. „Generell ist es nicht einfach, das hohe Niveau der Austrotherm-Logistik aufrecht­ zuerhalten, da die schwierige Verfügbarkeit von Lkw-Fahrern unserer Frächter Probleme machen“, so Austrotherm-Geschäftsführer Prinzhorn. „Wir haben allerdings langjährige Partnerschaften mit einigen Frächtern, auf die wir bauen. Zusätzlich investieren wir dieses Jahr in eine Erneuerung des Eigenfuhrparks.“

Vorausschauend handeln Gute Planung und regelmäßige Kommunikation mit den Frächtern, darüber zeigt man sich in der Dämmbranche einig, sind aktuell die einzige Möglichkeit, Lieferengpässe so gut wie zu vermeiden. „Bei Saint-Gobain Isover werden aufgrund einer ­optimierten Logistik und einer gut abgestimmten Vorplanung der Jahresmengen­mit den jeweiligen Produktionspartnern Lieferengpässe weitestgehend vermieden“, beschreibt Vertriebsdirektor Hartmann die Unternehmenssituation. Und auch bei Hirsch versucht man durch „langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit und regelmäßige Kommunikation mit unseren Frächtern“ Lieferengpässen entgegenzuwirken. Angesichts dieser Lage scheint es wenig verwunderlich, dass aktuell niemand neue Vertriebswege erschließen will, die die eigene Logistik vor noch größere Herausforderungen stellen würde.

Klare Absage

Isover/ Pfluegl

Amazon dringt immer weiter auf den B2B-Markt vor und hat schon längst die Baubranche als lukratives Geschäftsfeld für sich entdeckt. Für die heimischen Dämmstoffhersteller ist dieser neue Vertriebsweg im Moment jedoch keine Option. Unisono sieht man den ­österreichischen Baustoffhandel als langjährigen, guten Partner, dem man auch in Zukunft treu bleiben will. Zwar ist man Online­ aktivitäten gegenüber aufgeschlossen, will aber zeitgleich nicht den ­Kundenservice sowie die -beratung missen, die Filialen bieten können. Dämmstoffe seien zudem nun einmal großvolumige Produkte, deren Versand auf Baustellen schwerlich über den Postweg zu arrangieren ist. So einig man sich in dieser Thematik zeigt, so geschlossen sieht man auch die aktuelle Auftragslage als Herausforderung. „Derzeit gibt es fast ausschließlich Baustellen im Bereich des Neubaus“, stellt Franz Hartmann fest. „Sanierungen sind – bis auf wenige Einzelfälle – praktisch nicht vorhanden.“

„Derzeit gibt es fast ausschließlich Baustellen im Bereich des Neubaus. Sanierungen sind praktisch nicht vorhanden.“ FRANZ HARTMANN, VERTRIEBSDIREKTOR SAINT-GOBAIN ISOVER

Da geht mehr „Wenn es so weitergeht, wird Sanierung zum Unwort des Jahres 2019“, meint Gerald Prinzhorn. „Weder theoretisch durch klare Richtlinien noch praktisch durch Projekte passiert hier viel.“ Es sei zwar verständlich, dass die Sanierung in Phasen guter Auslastungen bei den Firmen im Neubausegment oftmals vernach­lässigt werde, aber auch ein wenig bedenklich. „Die Sanierungsquote läuft entgegengesetzt zur Neubauquote“, bestätigt auch Werner Schotter. „Ist die eine voll ausgelastet, kann die andere nicht mehr bedient werden.“ Das liege seiner Meinung nach zum Teil an der Verfügbarkeit von Produkten und zum anderen an der Knappheit von Verarbeitern. Trotzdem zeigt man sich mit der Sanierungsquote von unter einem Prozent in Österreich nicht zufrieden. Dabei gebe es durchaus positive Beispiele aus anderen europäischen Ländern, die sehr umfassende Programme zur Erhöhung der Sanierungsquote anbieten. „In Frankreich werden unter anderem die Energieversorger in die Verpflichtung genommen“, erzählt Harald Kogler von Hirsch. „Ganz nach dem Motto: Diejenige, die die Energie liefern, sollen sich auch um die Einsparung derselben kümmern.“ Als ebenfalls positiv wird das Südtiroler Förderungsmodell bewertet. Bei diesem können die Sanierungsmaßnahmen von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. „Jegliche Impulse zur Förderung der Sanierungsquote sind zu begrüßen, da sie nicht nur die Wirtschaft ankurbeln, sondern maßgeblich zur Erreichung der ­Klimaschutzziele beitragen“, meint Kogler. „Die Bundesregierung hat sich mit der Klimastrategie viel vorgenommen, sie muss allerdings noch mit konkreten Maß­nahmen wie Förderungen und steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten konkretisiert und rasch vorangetrieben werden“, mahnt Prinzhorn. „Für potentzielle Sanierer ist die thermische Sanierung auch persönlich zu aufwendig. Deswegen schlage ich einen ‚Sanierungsberater‘ vor, der staatlich gefördert ist und sich um die Planung, Ausschreibung und Baubegleitung des gesamten Vorhabens kümmert.“ Trotzdem will man den Dämmbedarf nicht nur über Förderungen ankurbeln und hochhalten. „So wären vielleicht alle in den Förderjahren komplett ausgelastet, aber danach fällt die Branche in ein Loch, wie es gerade in Ungarn passiert ist“, stell Schotter fest. Viel wichtiger sei es, dass sich ein Verständnis für die Vorteile einer guten Dämmung entwickle.

Kommunikation in alle Richtungen Geht es um die breite Öffentlichkeit, sind sich die Dämmstoff­ hersteller bewusst, dass das Thema Dämmen noch immer kein Selbstläufer ist und die Vorteile besser kommuniziert werden müssen. „Ein gut gedämmtes Gebäude wird immer wichtiger: Das gilt nicht nur für den Winter, um Heizenergie zu sparen, sondern immer mehr auch für die heißer werdenden Sommermonate, um Kühl­ energie einzusparen“, meint Franz Hartmann. Daher werde Dämmen in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen, um ganzjährig­ ein gesundes Wohnraumklima zu schaffen. Ganz wichtige wäre dem


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Mehr als nur das eigene Haus Diese Argumente und Ansätze, vor allem den Aspekt des Klimaschutzes, hat Austrotherm in einer aktuellen Kampagne aufgegriffen. „Dafür haben wir mit Andreas Jäger einen Klimaexperten gewinnen können, der das Thema für jedermann aufbereiten kann“, so Prinzhorn. „Die Botschaft soll ganz klar sein: Jeder, der

„Jegliche Impulse zur Förderung der Sanierungsquote sind zu begrüßen, da sie zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen.“ HARALD KOGLER,

Hirsch

Isover-Vertriebsdirektor eine breit angelegte Aufklärungskampagne des Nachhaltigkeitsministeriums in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden der Dämmstoffhersteller. Dabei sei es auch wesentlich, dass man wegkomme von dem reinen Amortisierungsgedanken und dabei die weiteren Vorteile von gedämmten Gebäuden in den Vordergrund rücke. „Die Lebensqualität steigt dadurch merklich, man fühlt sich wohler, wenn die Füße nicht immer kalt sind und es durch die Fenster zieht, und es gibt Planungssicherheit gegenüber schwankenden Energiekosten“, argumentiert Werner Schotter. „Zusätzlich kann so jeder Haushalt einige Tausend Tonnen an CO2 einsparen und somit einen großen Teil dazu beitragen, unsere Umwelt besser zu machen.“

VORSTAND HIRSCH SERVO AG

dämmt, trägt aktiv zum Klimaschutz bei.“ Man ist der Meinung, dass die Einsparung von Heizkosten sowie der Schutz vor Hitze im ­Sommer mittlerweile schon große Themen sind. Nun muss man den Schritt weiter gehen und zusätzliche Vorteile ansprechen. Dabei spielt auch das Thema Recycling und Verarbeitungssicherheit eine große Rolle, wie Harald­Kogler findet. „Sieht man sich die Handlungsanleitung von der WKÖ an, wie mit künstlichen ­Mineralfaser-Dämmprodukten am Bau unter anderem aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes umgegangen werden soll, dann bin ich überzeugt, dass es keine Alternative zu EPS als ökologischsten und ökonomischsten Dämmstoff gibt“, meint Kogler von Hirsch. „Zudem ist EPS ist ein Dämmstoff, der zu 100 Prozent recycelbar ist.“ Ein nicht zu unterschätzender klimapolitscher Faktor.  ◼

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Zusammen besser dämmen Mit der neuen Verarbeitungsrichtlinie rücken Planer und Ausführende von WDVS-Systemen zumindest auf dem Papier noch näher aneinander. INTERVIEW: CHRISTOPH HAUZENBERGER

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ehr als 180 Seiten umfasst die neue Verarbeitungsricht­ linie für Wärmedämmverbundsysteme der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG). Im Interview spricht ­Clemens Hecht, Sprecher der QG, über Änderungen, eine mögliche Ausbildung und darüber, warum man mit Dämmen noch immer keine offenen Türen einläuft.

Was hat sich durch die Novellierung der ÖNorm B 6400 für den Ausführenden beziehungsweise den Planer geändert? HECHT: Grundlegend gilt festzuhalten, dass weder Planer noch Verarbeiter ihr Handwerk von null auf neu lernen müssen. Wir hatten vorher die Situation, dass ganz klar zwischen Verarbeiter und Planer unterschieden wurde, in dem beide auch ihre ­„eigene“ Norm hatten. Diese beiden Ebenen wurden nun normativ zusammen­geführt, und ich hoffe, dass dies zu mehr Kommunikation und g ­ egenseitigem Verständnis führt. Wir haben diesen Punkt in der Verarbeitungsrichtlinie stärker betont, da es in meinen Augen sehr wichtig ist, dass einerseits der Planer weiß, welche Voraus­setzungen er schaffen muss, um das gewünschte Ergebnis zu ­erreichen. A ­ ndererseits sollte der Verarbeiter genau wissen, was er als Planungs­voraussetzungen erwarten und was er einfordern kann, bevor er mit seiner Arbeit b ­ eginnt. Wir haben auch mehrfach darauf hingewiesen, dass es g ­ erade an den Schnittstellen der Gewerke ­essenziell ist, sich aufeinander abzustimmen und wesent­liche Punkte zu klären. Je früher man dies tut, desto leichter, effizienter und qualitativer werden die Folgearbeiten ausfallen. Folglich richtet sich die Verarbeitungsrichtlinie eigentlich nicht mehr nur an die ausführenden Gewerbe? HECHT: Natürlich ist der Verarbeiter, der zum entsprechenden Zeitpunkt das WDVS applizieren muss, unsere Hauptansprechgruppe. Wir wollen mit der Verarbeitungsrichtlinie Möglichkeiten und Her-

Hauzenberger

Warum hat es einer Überarbeitung der Verarbeitungsricht­linie bedurft? CLEMENS HECHT: Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist rein formal: Man ist bei Normen angehalten, diese regelmäßig zu ­evaluieren, gegebenenfalls zu überarbeiten und anzupassen. Die letzte Überarbeitung unserer Richtlinie ist 2011 erschienen, und damit lag es auf der Hand. Außerdem ist in der Zwischenzeit ­einiges passiert. So wurde die Grundlage der ganzen Ver­ arbeitungsrichtlinie, die ÖNorm B 6400, komplett überarbeitet und mit der ÖNorm B 6410 zusammengeführt. Last, but not least hat sich einiges in puncto Sachverständige, Verarbeiter und Produkt­neuheiten getan, was inkludiert wurde.

„Offene Türen rennt man mit dem Thema Dämmen noch immer nicht ein.“ CLEMENS HECHT

angehensweisen aufzeigen und praxistauglich präsentieren. Parallel­ dazu richtet sie sich aber auch an die Planer, damit F ­ assaden das ­Erscheinungsbild bekommen, das für sie vorgesehen war. Diese müssen wissen, wie sie planen müssen, damit die Verarbeiter das ­gewünschte Ergebnis liefern können. Hier kommt zwar oftmals der Einwand, was denn ein Planer noch alles leisten soll, aber den lasse ich nicht gelten. Man muss sich entscheiden: Will man gemeinsam ein hochqualitatives Produkt – egal ob jetzt Fassade oder Gebäude – schaffen, ist der Planungsaufwand einfach größer. Wie viele Leute waren denn dieses Mal an der Erstellung der Richtlinie beteiligt? HECHT: Aktiv involviert waren fast 100 Experten, vom Produkt­ hersteller über Produzenten und Systemhalter bis hin zu Sach­ verständigen und Verarbeitern. Dadurch konnten wir das ganze Spektrum aller Teilbereiche abdecken und abbilden. Eine der größten Herausforderung ist es sicherlich auch gewesen, dass bestimmte


Aspekte aus einzelnen Kompetenzbereichen nicht überbewertet ­werden. Wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein, da die Verarbeitungsrichtlinie insgesamt eine runde Sache geworden ist.

NATÜRLICH DÄMMEN MIT HANF

Sie bieten über die QG schon Kurse zum zertifizierten WDVSFachverarbeiter in Kooperation mit den Bauakademien an. Gibt es Ambitionen, die Zusammenarbeit noch zu vertiefen? HECHT: Die Ambition, mehr zu machen, ist da, und es gab vor etlichen Jahren schon einmal den Plan, einen Lehrgang beziehungsweise eine Lehre für den Fassadenbauer zu etablieren. Diese Idee haben wir nicht aufgegeben. Die Herausforderungen sind dabei aber ganz andere als bei einer Schulung. Da gilt es, ein Gesamtpacket zu entwickeln, das Hand und Fuß hat. Aktuell gibt es schon Avisos, ­gemeinsam mit den Bauakademien zu reden und den Weg für eine solche Ausbildung zu ebnen. Der aktuelle Zertifizierungskurs ist ja eigentlich nur eine ­Bestätigung der eigenen Kompetenz als WDVSFacharbeiter. Es ist im eigentlichen Sinne keine Ausbildung. Denkt man an WDVS, kommt man bald zur Sanierung: Erachten Sie die Neuauflage des Sanierungsschecks als gelungen? HECHT: Geht man zu der ursprünglichen Dotierung des Sanierungsschecks zurück und erinnert sich an die politischen Bekundungen, die damit verbunden waren, dann sind wir weit, weit weg von dem, wo wir damit hinwollten. Inzwischen können wir einfach jedes Jahr froh sein, wenn es ihn wieder gibt. Geht es aber um die administrative Abwicklung oder die Höhe der Dotierung, egal ob insgesamt oder für die einzelnen Bauherren, ist viel Verbesserungspotenzial gegeben. Was mir ebenfalls zu denken gibt, ist, dass es heuer sehr wenig Kommunikation zur Neuauflage gab. In den letzten Jahren wurde auch medial sehr um die Neuauflage gekämpft, heuer war es eher ein „Er ist wieder da – fertig“. Für mich gehört er wieder stärker beworben, schließlich liegt es im staatlichen Interesse, dass saniert wird. Hinzu kommen die Pariser Klimaziele und die vereinbarte Senkungen des CO2-Auststoßes. Also muss die ­Message klar sein: Bitte nutzt den Sanierungsscheck!

Hervorragende Dämmeigenschaften

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Ist das Thema Dämmen wenigstens schon in der breiten ­Öffentlichkeit angekommen? HECHT: Offene Türen rennt man mit dem Thema noch immer nicht ein. Ich habe auch das Gefühl, dass wir oftmals mit unserem Fachwissen und der sich daraus ergebenden Sprache die Menschen, die nicht tagtäglich damit zu tun haben, nicht er­reichen. Wir sind oftmals zu weit weg von der Basis, von den ­Leuten, die aber entscheiden, ob ihr Haus gedämmt wird oder nicht. ­Des­wegen hat die QG in Kooperation mit Martin Puntigam auch vor drei ­Jahren die Experimente-Show „DämmWeise“ begonnen. Dabei wird auf einfache Weise dem Publikum Wissen rund um die Themen Dämmen und Vollwärmeschutz visuell und experimentell nähergebracht. Es ist jedes Mal aufs Neue spannend, Experimente zu entwickeln, die die Materie greifbar machen, und – zugegeben: Es macht auch richtig Spaß.  ◼


30 Fokus Dämmen BAUZEITUNG 07 2019

Grundsolid Austrotherm entwickelt die XPS-Sockel­dämmung weiter.

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Austrotherm stellt zwei Dämmplatten für die speziellen Anforderungen im Sockelbereich vor: Austrotherm XPS Premium P sowie Austrotherm XPS Plus P.

Austrotherm

uch die Dämmung des Gebäudesockels erfordert besondere Sorgfalt, denn sie hat die Aufgabe, Wärmebrücken, die über innen anschließende Kellerdecken entstehen können, zu verhindern. So kann der U-Wert über die gesamte Fassade hinweg gleich niedrig gehalten werden. Darüber hinaus ist die Sockeldämmung besonderen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Da der Gebäudesockel mit der erdberührenden Bauwerks­ abdichtung verbunden ist, unterscheidet sich die Sockeldämmung in ihren Anforderungen und Ausgestaltungen dadurch von der Perimeterdämmung, dass sie über eine geprägte Oberfläche zur Putzhaftung verfügt. Dennoch werden in der Praxis beide Bereiche oft miteinander verwechselt. Deswegen hat sich Austrotherm im Speziellen diesem Bereich gewidmet und für den Sockelbereich seine XPS-Dämmstoffe ­weiterentwickelt: Mit Austrotherm XPS Premium P sowie Austrotherm XPS Plus P ist es nun auch hier möglich, eine effiziente, wärmebrückenfreie Dämmung zu realisieren. Mit den Lambdawerten

von 0,027 W/mK beziehungsweise 0,032 W/mK macht die XPSSockeldämmung die oftmalige Achillesferse des Hauses energietechnisch „unverwundbar“. Als XPS-Platten sind sie darüber hinaus feuchtigkeitsunempfindlich, bieten einen vergleichsweise hohen Widerstand bei mechanischer Belastung und lassen überdies eine erhöhte Haftzugfestigkeit für den Putzauftrag erwarten.

Knauf Integral / Fischbacher

Kühle Sache Mit Teclit hat Rockwool ein System zur effizienten Dämmung von Kälteleitungen.

Gifa Floor Presto von Knauf bietet eine ideale Tritt­ schalldämmung bei einer Aufbauhöhe von nur 32 Millimetern.

Das Teclit-System von Rockwool wur­ de speziell für die Dämmung von Kälteleitungen an haustechnischen Anlagen entwickelt.

DICHT Gerade Bodenaufbauten spielen bei Sanierungen immer wieder eine wesent­ liche Rolle. So auch bei einem Landhaus in ­Tattenhausen. Nach eingehenden Marktrecherchen und Beratungen kamen die Bauherren auf Gifa Floor Presto von Knauf: Die Trittschalldämmung wird elementweise schwimmend auf den nivellierten Holzbalken verlegt und in Nut und Feder verleimt. Nach Aushärtung des Systemklebers ist der Boden sofort belegreif für jegliche Art von Bodenbelägen. Die Elemente selbst bestehen aus Gips, Zellulose in Form von Altpapier sowie Wasser. Sie enthalten keinerlei Leime oder andere gesundheitsschädliche Stoffe.

Rockwool

Bodenlösung

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it dem neuen System „Teclit“ bietet Rockwool eine Lösung für die Dämmung von Kälteleitungen an haustechnischen Anlagen. Es ist sowohl für den Einsatz auf Trinkwasser- und Kühlwasserleitungen als auch auf Kaltluftleitungen aus Stahl, Edelstahl, Kupfer und Kunststoff geeignet. Damit steht für dieses Anwendungsfeld ein hochwertiges, verarbeitungsfreundliches, nichtbrennbares (A2L-s1-d0 nach EN 13501) System aus formstabiler und druckfester Steinwolle zur Verfügung, das besonders leicht und sicher zu verarbeiten ist. Zusätzlich wurde mit „Teclit Hanger“ ein Halterungssystem entwickelt, das zur einfachen, aber sicheren Befestigung der Leitungen an Decken und Wänden dient.


DER XPS

FAKTEN

Isover

Trotz Verzichts auf brandhemmende Substanzen besteht bei der Isover­ Uniroll­Plus­ Mineralwolle kei­ nerlei Brandrisiko und auch keine Gefahr durch Rauch­ entwicklung.

DAS FLACHDACH: WAS MACHT ES SICHER?

Ing. Werner Urschitz, Allgemein beeideter u. gerichtlich zertifizierter Sachverständiger: „Die sensible Zone am Flachdach braucht einen wirksamen Schutz gegen Hitze, Frost und Feuchtigkeit. Mit hochwertigem, wasserabweisendem XPS als Dämmschicht kann das Umkehrdach seine Vorzüge ausspielen, denn XPS ist im Umkehrdach normgerecht.“

Isovers Mineralwolledämmstoff zur effizienten Wärme- und Schalldämmung.

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Besser als neu

Synthesa

Sanierung in Wien: gutes Gebäude­ klima dank Capatect­ Produkten.

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FAKT

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FAKT

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FAKT

Altbestandsanierung in Wien mit CapatectMineralfaser-Fassadendämmplatten.

as oberösterreichische Unternehmen Sareno hat für WBG Wohnen und Bauen ein Sanierungsprojekt im neunten Wiener Gemeindebezirk umgesetzt. Dank der Capatect-Mineralfaserfassadendämmplatten wurde für die Bewohner eine sehr gute Wärmedämmung erreicht. Das benutzte System zeichnet sich zusätzlich dadurch aus, dass es unter anderem nicht brennbar sowie alterungsbeständig ist.

Experten s was Sache agen, ist.

Regen, Schnee, Frost und Tauwetter: Das Flachdach muss rund ums Jahr jeder Witterung standhalten. Die beste Konstruktion ist die Ausführung als Umkehrdach – mit der Feuchtigkeitsabdichtung nicht über, sondern unter der Wärmedämmung. Doch welches Material schützt wirklich gegen Schäden? Die Fakten geben Antwort.

Nachhaltig, sicher

us dem Hause Isover kommt mit Isover Uniroll Plus ein universell einsetzbarer Dämmstoff aus Mineralwolle mit pflanzlichem Bindemittel. Die neue Mineralwollegeneration Uniroll Plus soll neue Maßstäbe bezüglich Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Sicherheit von Dämmstoffen setzen. Das Isover-Uniroll-Plus-Mineralwolle besteht aus Recyclingglas und natürlichen Mineralien und wird ausschließlich mit Strom aus 100 Prozent zertifizierter Wasserkraft produziert. Das Produkt ist als „nichtbrennbar“ in die Euroklasse „A1“ eingestuft und eignet sich zur effizienten Wärme- und Schalldämmung zwischen Sparren, in Holzriegelkonstruktionen und im Trockenbau. Durch die komprimierte Verpackung wird bis zu 60 Prozent weniger Stellfläche in der Logistik benötigt, was wiederum auch zu einer erheblichen Reduktion der CO2-Bilanz führen kann.

CHECK

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XPS ist normgerecht am Umkehrdach. XPS ist der Dämmstoff der laut ÖNORM B6000 für die Verwendung am Umkehrdach geeignet ist. Die ÖNORM B6000 bietet gerade bei den wichtigen technischen Parametern eine sehr hohe Sicherheit. Sicherheit gründet auf jahrzehntelanger Erfahrung. Das Umkehrdach mit XPS ist seit über 40 Jahren eine sichere Lösung. Wissenschaftliche Studien und Erfahrungswerte über Jahrzehnte belegen die positiven Eigenschaften dieses Dämmstoffes. Seine geringe Wasseraufnahme macht XPS beständig gegen Frost-Tau-Wechsel. Die geschlossene Zellstruktur von XPS sorgt für ein trockenes Dach: XPS-Dämmplatten nehmen auch nach 300 Frost-Tau-Wechseln nicht mehr als 1 % Feuchtigkeit auf. Dadurch bleiben die guten Dämmwerte jahrzehntelang erhalten.

Fazit: XPS ist normgerecht und daher garantiert XPS als Dämmstoff die hohe Sicherheit am Umkehrdach!

Der ÖXPS-Verband bürgt für Qualität: Die Österreichische Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaum wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit zu erfüllen sowie die Einhaltung aller österreichischen XPS-Dämmstoffnormen verlässlich zu gewährleisten.


32 Baumaschinen BAUZEITUNG 07 2019

Dynapac (2)

Neue Großfertiger von Dynapac: vor allem Wert auf Ergonomie und ­Arbeitssicherheit gelegt.

Erleichterte Bedienung Straßenbau. Viele kleine Details bei Fertigern und Walzen sollen dem Bedienungsmann die Arbeit erleichtern. TEXT: WOLFGANG POZSOGAR

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eim Straßenbau werden auch in den nächsten Jahren noch Menschen das Sagen haben. Dieses Resümee konnte letztlich doch auf der Bauma gezogen werden, auch wenn die größte Baumaschinenmesse der Welt, die diese Woche in ­München­­ stattfindet, mitunter den Eindruck vermittelt, digitale Technik werde bald das Zepter auf Baustellen übernehmen. Der schwedische Fertiger- und Walzenhersteller Dynapac – und das ist nur ein Beispiel von vielen – propagierte etwa das Thema digitale Straße und zeigte dazu Anwendungen wie Dyn@Lyzer, ein Dokumentationssystem, das den Fortschritt der Steifigkeit der verdichteten Schicht, die Temperatur sowie die Anzahl der Durchgänge in Echtzeit aufzeichnet. Oder Dyn@Link, eine T ­ echnik, mit der die Maschine vom Büro aus verfolgt werden kann. Oder TruckAssist, ein System, das die Kommunikation z­wischen ­Fertiger- und Lkw-Fahrer vereinfacht. Mit solchen Lösungen versuchen die Hersteller einerseits die Möglichkeiten der digitalen Technik auszuloten. Vor allem aber ­wollen sie dem Bedienungsmann die Arbeit erleichtern und es auch Fahrern ohne große Die neuen kleinen Walzen CC1100/CC1200 von Dynapac.

Erfahrung ermöglichen, hohe Qualität beim ­Einsatz von Grader, Fräse, Fertiger oder Walze zu bringen. Immer mehr Bauunternehmen haben nämlich das Problem, erfahrene Maschinisten zu finden. Es sind aber nicht allein digitale Lösungen, die dem Bedienungsmann die Arbeit erleichtern und seinem Chef mehr Effizienz bringen sollen. „Bei der Entwicklung unserer neuen Großfertiger haben wir extremen Wert auf Ergonomie und Arbeitssicherheit gelegt“, erzählt etwa Thomas Kramer, Leiter des Dynapac-Kundencenters der ­D-A-CH-Region. Viele kleine und große Verbesserungen helfen dem Fahrer, auf diesem Fertiger seinen Job sicher und effizient zu erledigen. Das Konzept der neuen Bohlenbedienung Remote­Control 2.0 im Tablet-Design soll dazu ebenso beitragen wie etwa ein Kanten­folger namens MatTracker. Letzterer verwendet eine Infrarotkamera, die einer bestehenden Kante, zum Beispiel einer Fräskante oder einer bestehenden Asphaltschicht, folgt und auf diese Weise eine gleichbleibende Überlappung gewährleistet. Selbst Details wie eine optimale Beleuchtung des Arbeitsfelds gehören dazu, meint Kramer, „wir sehen selbst solche scheinbaren ­Kleinigkeiten als sehr wichtig an“. Die Lösungen sind immer auf den jeweiligen Maschinentyp und potenziellen Nutzer abgestimmt. Bei der Entwicklung der neuen kleinen Walzen CC1100/


laufer Wirtgen

CC1200 war eine möglichst einfache Bedienung das Ziel, berichtet Kramer: „Wir sind stolz darauf, dass jeder diese ­Walzen versteht und in 20 Minuten damit fahren kann.“ Nicht zuletzt im Mietgeschäft, wo diese Maschinen häufig eingesetzt werden, komme dieser Vorteil zum Tragen. Ermöglicht wird die leichte Bedienung der Walze etwa durch das Armaturenbrett mit Tastenfeld und einem Display, das die wichtigsten Funktionen anzeigt. Auch Evolutionäres war bei Dynapac auf der Bauma angesagt, nämlich eine völlig neue Verdichtungstechnik für den Erdbau namens Seismic. „Sie zwingt nicht mehr den Boden, etwas zu tun, sondern arbeitet quasi mit ihm zusammen“, erläutert Kramer. Während herkömmliche Vibrationsverdichter mit einer schnellen Abfolge von Stößen mit einer Frequenz auf die Bodenober­ fläche schlagen, erkennt Seismic die Eigenfrequenzen der jeweiligen T ­ rommel- und Bodenkombination und führt darauf abgestimmt automatisch die Energie im optimalen Moment zu. Dieses grundlegende neue Konzept werde die Welt der Verdichtung verändern, glaubt man bei Dynapac.

„Wir haben bei unserer neuen Großfräse ­ W 210 Fi an die 700 Details verbessert, um dem Bediener die Arbeit leicht zu machen.“ MARTIN FRIEDL, GF WIRTGEN

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Smarte Innovationen Mit zahlreichen Neuheiten war Wirtgen auf der Bauma präsent. „SmartSynergies and Innovations“ lautet das Motto, unter dem der Unternehmensverbund abgestimmte Produktlösungen und Anwendungsverfahren für den Straßenbau präsentierte. Ein Highlight bei Wirtgen war die neue Großfräse W 210 fi. „In die Entwicklungs­arbeit wurden viele Kunden mit einbezogen. Wir haben an die 700 Details verbessert, vieles davon soll dem Bediener die Arbeit leicht machen“, erzählt Martin Friedl, Österreich-Geschäftsführer von Wirtgen. Im Automatikbetrieb wählt bei dieser Fräse beispielsweise eine innovative Maschinensteuerung das ökonomisch beste Verhältnis zwischen Schneid- und Fahrgeschwindigkeit, um das optimale Fräsbild erzielen zu können. Mit Laser­scanner, über GPS-Positionsbestimmung und weiteren Sensoren werden ­Flächenfräsleistung und Fräsvolumen exakt bestimmt und automatisch in einen Bericht verarbeitet. „Das erspart aufwendiges Nachmessen“, erläutert Friedl. Eine interessante Innovation im Walzenbereich war die Hamm DV+ 90i VS-OS. Erstmals kommen bei dieser Maschine geteilte Oszillationsbandagen zum Einsatz. In jeder Walzenhälfte arbeitet eine eigene, mechanisch unabhängige Oszillationseinheit. Eine integrierte Regelung passt die Rotationsgeschwindigkeiten der ­Bandagenhälften aneinander an. „Diese Lösung ist ideal etwa für das

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Effiziente Großfräse von Wirtgen: Im Automatikbetrieb wählt eine innova­ tive Maschinen­ steuerung das ökonomisch beste Verhältnis zwischen Schneid- und Fahrgeschwindig­ keit.

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34 Baumaschinen

Asphaltieren von engen Kurven oder Kreisverkehren, hier wird das Ergebnis deutlich verbessert“, erklärt Friedl. Nicht brandneu, aber durchaus interessant war die aktuelle Version der SprayJet-Technologie von Vögele. Die Bedienung des Sprühmoduls ist hier in das Bedienkonzept des Fertigers integriert. Das Modul selbst spielt alle Stückerln und ermöglicht prozesssicheres und sauberes Sprühen direkt am Fertiger. Das erspart den Vorsprühwagen und erhöht die Qualität, denn es gibt nicht mehr das Risiko, dass die Bitumenemulsion verschmutzt wird. Leichtere Bedienbarkeit war auch bei Bomag ein großes Thema auf der Bauma. Für die kettengetriebenen Straßenfertiger der zweiten Generation wurde ein innovatives Bedienkonzept präsentiert. Im Mittelpunkt stand hier ein bequemer Multifunktionssitz mit ergonomischen in die Armkonsolen integrierten Bedienelemente. Auch bei den neuen Kaltfräsen BM 500/15 und BM 600/15 von Bomag wurde der Bedienkomfort deutlich erhöht. Ein vollständig überarbeiteter Komfortarbeitsplatz bietet ein ergonomisches, schwingungsisoliertes Arbeitsumfeld. Fräsen ab der Ein-Meter-Klasse sind bei Bomag jetzt auf Wunsch mit einem Ion Dust Shield ausgestattet, das den Staub für Bediener und Umwelt reduziert.

Innovationen ja, aber nicht um jeden Preis

Swietelsky

Bei den Kunden stoßen nicht alle Hightech-Innovationen für den Straßenbau auf ungetrübte Zustimmung. „Neue Technologien bringen einen gewissen Vorsprung an Leistung, dem stehen aber ein erhöhter Aufwand in Datenerstellung und -wartung, im Wartungsaufwand der Systeme selbst und geringere Haltbarkeit der Geräte gegenüber, weil sie fragiler geworden sind, merkt etwa Christian Schager, Geschäftsführer des Bauunternehmens Anton Traunfellner, kritisch an. Dabei hat der niederösterreichische Betrieb durchaus Mut zu neuen Technologien, Traunfellner war einer der Ersten, der Grader mit 3D-Steuerung und Bagger mit GPS-Steuerung nutzte. Dass es Hightech ermögliche, ungeübte Maschinisten einzusetzen, sieht Schager ebenfalls skeptisch und nennt als Beispiel den Gradereinsatz: „In den Anschluss- oder Übergangsbereichen oder wenn die digitalen Daten für die 3D-Steuerung nicht exakt sind, wenn Natur und Plan also nicht übereinstimmen, ist nach wie vor das Können des Fahrers gefragt.“ Traunfellner hat einige Dutzend Maschinen für den Straßenbau von verschiedensten Herstellern im Einsatz. „Wir nehmen die Geräte vor dem Kauf genau unter die Lupe und versuchen die jeweils beste Lösung zu finden“, erzählt Schager. Manfred Schoiswohl ist Maschinenverantwortlicher bei Swietelsky und für hunderte Straßenbaumaschinen des Konzerns verantwortlich. Auch er sieht manche Hightech-Lösungen kritisch: „Ich bezweifle, dass eine flächendeckende Verdichtungskontrolle im Asphaltbau Sinn macht“, sagt er. Über den Rückschlag könne kein seriöses Resultat erzielt werden, meint er, da Temperatur und Rezeptur eine wesentliche Rolle spielen. Der Fahrer und seine Erfahrungen

„Ich bezweifle, dass eine flächendeckende Verdichtungskontrolle im Asphaltbau Sinn macht.“ MANFRED SCHOISWOHL, MASCHINENVERANTWORTLICHER BEI SWIETELSKY

Hamm

BAUZEITUNG 07 2019

Innovative Hamm­Walze für die Kurve: Erstmals kommen geteilte Oszillationsbandagen zum Einsatz.

sind für ihn noch immer die wesentlichen Elemente für erfolgreiches Verdichten. Funktionierenden Hightech-Lösungen steht er aber ebenfalls durchaus positiv gegenüber. Beim Asphaltierungsarbeiten im hochrangigen Straßennetz nützt Swietelsky beispielsweise ein System zur Qualitätsüberwachung von der Mischanlage bis zum Einbau. Temperatur und Logistikabläufe werden damit lückenlos überwacht. „Jeder Frächter bekommt von uns ein Smartphone mit einer App, die Tonnage, Fahrtverlauf, Temperatur des Mischgutes bei der Beladung und beim Einbau registriert“, berichtet Schoiswohl. Der Bauherr erhält dadurch eine genaue Dokumentation, und auch für das Bauteam seien diese Informationen sehr nützlich, berichtet der Maschinenchef von Swietelsky.

Kundeninput erwünscht Bei den Herstellern sieht man solche kritische Anmerkungen von Kunden durchaus mit Respekt. „Wir kennen aufgrund unserer weltweiten Tätigkeit die gesamte Bandbreite der Technologien mit unterschiedlichsten Facetten, da gibt es kein Richtig oder Falsch“, meint Thomas Kramer von Dynapac. Es sei eine alte Tugend des Unternehmens, im Gespräch mit dem Kunden dessen Wünsche herauszufinden und die für ihn optimale Lösung zu schaffen, sagt Kramer. Dynapac gehört nach zehn Jahren Zugehörigkeit zu Atlas Copco seit Herbst 2017 zur Fayat Group. Die Änderung in der Eigentümerstruktur wirkte sich auch auf den Vertrieb in Österreich aus. Er wird heute von der Bau-Power-Group durchgeführt. „Mit diesem serviceorientierten Partner können wir extrem schnelle Reaktionszeiten bieten. Das ist uns sehr wichtig“, erläutert Kramer. Europaweit habe Dynapac außerdem mehrere Millionen Euro in Ersatzteillager investiert, berichtet er weiter. „Jetzt bieten wir wieder eine sehr hohe Teileverfügbarkeit.“ Bei Wirtgen prägte Kontinuität die vergangenen Jahrzehnte. Der neue Österreich-Geschäftsführer Martin Friedl – er war zuvor Geschäftsführer bei Sandvik Mining and Construction – hat, wie er sagt, „ein gut bestelltes Haus übernommen“. Friedl beeindruckt bei Wirtgen neben den technischen Innovationen ganz besonders die Kundennähe: „Ich kenne kein anderes Unternehmen, das so auf den Kunden und auf die Umsetzung von Kundenlösungen fokussiert ist.“ ◼


Baumaschinen 35 BAUZEITUNG 07 2019

„Wachstum ist in unserer DNA“ Rubble Master springt von einem Rekordjahr zum nächsten. Dank der Komplettübernahme des nordirschen Siebherstellers Maximus will man das Ergebnis 2019 noch einmal toppen. TEXT: SONJA MESSNER

W

enn’s einmal läuft, dann läuft’s. Als Gerald Hanisch 1991 die Nische der mobilen Prallbrecher erstmals besetzte, hätte vermutlich nicht mal er sich vorstellen können, wo Rubble Master knappe 30 Jahre später steht. Seit 2010 verzeichnet das Linzer Unternehmen nur noch zweistellige Zuwächse. Das klare Ziel – die 100 Millionen Euro Umsatz –, das man für 2020 im Visier hatte, hat man bereits vor zwei Jahren übertroffen. Auch 2018 kann Rubble Master wieder als Rekordjahr verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Unternehmen ein sattes Umsatzplus von 38 Prozent (2018: Umsatz 152 Millionen Euro). „Wir haben 2018 deutlich über unseren Erwartungen abgeschlossen. Dazu beigetragen hat sicherlich die erfolgreiche Akquisition des Sieb­herstellers Maximus. Aber auch die stetige Entwicklung unserer Brecher und der im Unternehmen gelebte Innovationsgedanke sorgen für eine gute Auftragslage und sind maßgeblich an unserem Ergebnis beteiligt“, zeigt sich CEO und Gründer Gerald Hanisch zufrieden. 2019 will man gleich noch einmal über 30 Millionen Euro drauf legen – rund 185 Millionen Euro Umsatz sind für das aktuelle Jahr anvisiert. Wachstum sei zwar in der DNA des Unternehmens, aber nicht das primäre Ziel. „Wir könnten noch mehr verkaufen, wollen aber kapazitätsmäßig nicht durch die Decke“, so Hanisch.

Mitten im Brexit-Chaos

Rubble Master (2)

Mit der vollständigen Übernahme des in Belfast ansässigen Unternehmens Maximus hat Rubble Master seine Produktpalette um raupenmobile Siebe erweitert. „Wir wussten immer schon, dass wir langfristig auch Siebe anbieten müssen, um mit dem Mitbewerb mithalten zu können. Deshalb stellen die Siebanlagen von ­Maximus eine perfekte Ergänzung zu den bestehenden RubbleMaster-­Produkten und unseren Wachstumsplänen dar. Die weltweite Nachfrage nach RM und Maximus Sieben ist für das heurige Jahr bereits gestiegen, und der Output wird um 80 Prozent höher sein als noch 2018“, ­erklärt CFO Günther Weissenberger. Während andere europäische Unternehmen aktuell lieber aus Großbritannien absiedeln, hat sich Rubble Master dank der Akquisition des nordirischen Siebproduzentens direkt im Zentrum des Brexit-Wirrwarrs niedergelassen. Besonders nervig an dem Chaos sei die Ungewissheit, so Hanisch. „Wenn Sie mir sagen, wie es ausgeht, dann sage ich Ihnen, wie wir uns vorbereiten“, antwortet der Rubble-Master-CEO auf eine Journalistenfrage. Natürlich treffe man

„Wenn Sie mir sagen, wie der Brexit ­ausgeht, dann sage ich Ihnen, wie wir uns vorbereiten.“ GERALD HANISCH, CEO RABBLE MASTER

Gerald Hanisch (CEO RM) und Günther Weissenberger (CFO RM).

gewisse Vorkehrungen mit Zoll- und Logistikdienstleistern, sollte es zu einem harten Brexit kommen. Allerdings hofft Hanisch, dass sich die Vernunft durchsetzt und die EU und Großbritannien weiterhin wirtschaftlich eng verbunden bleiben. Immerhin macht Rubble Master bereits jetzt rund zwölf Prozent des Umsatzes in Großbritannien. Insgesamt beträgt die Exportquote beträgt derzeit 95 Prozent.

Ziel: bester Arbeitgeber Neben der Vergrößerung des Produktportfolios hat sich bei Rubble Master auch die Anzahl der Mitarbeiter auf 342 erhöht. „In den vergangenen drei Jahren hat sich das RM-Team verdreifacht. Gut ausgebildete, motivierte Arbeitnehmer in den unterschiedlichsten Bereichen sind es, die maßgeblich am Erfolg von RM beteiligt sind“, bestätigt Hanisch. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es vor allem in Industrieregionen wie Oberösterreich nicht einfach, kompetentes Personal zu bekommen. Deshalb greift Rubble Master in puncto Employer-Branding auch tief in den Investitionstopf. Die enge Zusammenarbeit mit FHs und Universitäten, zahlreiche Praktikumsmöglichkeiten, ein ausgezeichnetes Lehrlingsprogramm, regionale Imagewerbung, der Ausbau des Linzer Standortes sowie zukünftig auch ein Rubble-Master-Campus sollen zu dem Ziel, der beste ­Arbeitgeber in der Industrie zu sein, entscheidend beitragen.  ◼


36 Baumaschinen BAUZEITUNG 07 2019

Giganten on tour Ein 133-Tonnen-Transportgespann trieb das Prangl-Team zu Höchstleistungen.

A

Prangl

ufgrund des Abrisses einer Eisenbahnbrücke in Linz war es notwendig, eine 80 Tonnen schwere Lokomotive auf der Straße zu transportieren. Das 19,7 Meter lange, 2,9 Meter breite und 4,3 Meter hohe Schienenfahrzeug wurde am Bahnhof Ottensheim als Zugmaschine für einen Messwagen der ÖBB benötigt. Verladen wurde die Diesellokomotive per Tandemhub mit einem 350-Tonnen- und einem 160-Tonnen-Teleskopkran. Derartige Manöver erfordern immer eine perfekte Abstimmung der beiden Kranfahrer – auch für das eingespielte Prangl-Team eine Herausforderung. Mit einer Vier-Achs-Schwerlastzugmaschine und einem neunachsigen Semi-Tieflader wurde der Schienengigant schlussendlich transportiert. Daraus ergaben sich Transportabmessungen von 28,5 Meter Länge und 5,5 Meter Höhe. Das gesamte Transportgespann brachte 133,2 Tonnen auf die Waage. Zur Ladungssicherung wurde extra eine eigene Transportvorrichtung angefertigt, die auf dem Auflieger speziell befestigt wurde. Mit dieser Vorrichtung ist es möglich, auch zukünftig Schmalspur-

Eine 80 Tonnen schwere Lokomotive musste auf den Lkw. Zwei Teleskop­kranen von Prangl sei Dank war der Schwertransport erfolgreich.

bahnen der ÖBB auf der Straße zu befördern. Neben diesen technischen Vorbereitungen war auch eine genaue Streckenprüfung unumgänglich, mussten doch einige Kreisverkehre und Ampel­ anlagen äußerst präzis angefahren werden. Aufgrund der detaillierten Vorplanung des Prangl-Teams konnten einige kostspielige Verkehrsmaßnahmen vermieden werden. Am Zielbahnhof wurde die Lokomotive dann mit den beiden gleichen Teleskopkranen wieder abgeladen.

Design-Punktlandung

Sommeraktion RABATT Für Mobil in Time kann der Sommer gar nicht früh genug beginnen. Deshalb startet der Mietwärme-Spezialist seine große Rabattaktion „Sommerwärme 2019“. Kunden können sich auf zehn Prozent Nachlass bei der Miete mobiler Wärmelösungen und neue Produkte freuen. Die Aktion gilt bis zum 31. 8. 2019 für alle mobilen Heizzentralen, Elektroheizungen, Öl- und Pellet-Warmluftheizungen und Kleingeräte.

Der neue Flat-Top-Kran 370 EC-B 12 Fibre von Liebherr erhält den Red Dot Design Award.

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Ausgezeichnet mit dem Red Dot Design Award: der neue 370 EC-B 12 Fibre von Liebherr.

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er 370 EC-B 12 Fibre ist der aktuell größte Kran einer völlig neuen Kranbaureihe, die sowohl in funktionaler als auch in ästhetischer Hinsicht neue Maßstäbe setzen soll. Das moderne Farbkonzept greift die gelbgrauen Corporate-Elemente auf, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und fasst die einzelnen Funktionsgruppen zu einer klaren Funktionseinheit zusammen. Auf K ­ undenwunsch lassen sich die gelblackierten Anteile jedoch einfach und kostengünstig an die jeweiligen Unternehmens­farben anpassen – und dank des Zwei-Farb-Konzepts bleibt dennoch die Unverkennbarkeit der neuen Liebherr-Krane bestehen. Um den Marktanforderungen nach größeren Werbeflächen Rechnung zu tragen, wurden diese in die Gestaltung integriert.


Baumaschinen 37 BAUZEITUNG 07 2019

Stark nachgefragt Völkel Mikroelektronik

Emtec verbucht deutliche Zuwächse beim Absatz von mobilen Baustellentanks.

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Gut verdichtet?

Die neue Tankan­ lagen-Serie Qua­ dro-CV passt perfekt auf einen Pritschenwagen.

Emtec Tanksanlagen GmbH

eit 20 Jahren vertreibt Erwin Kirchmeir von Emtec mobile Tankanlagen, sogenannte Baustellentanks mit Transportzulassung für die Bauwirtschaft. Die Nachfrage ist ungebrochen – 2018 konnte der Absatz sogar um 30 Prozent gesteigert werden. Zugpferd ist seit seiner Einführung im Jahr 2006 der Type „Quadro“ von IBC. Zu den Vorzügen der eckigen Bauweise und geringen Bauhöhe hat sich die Optik einer Werkzeugkiste als zusätzlicher Vorteil erwiesen. Die IBC-Baustellentanks Type „Quadro-C“ werden mit einem Volumen von 330, 450, 700 und 1.000 Liter angeboten. Die neue Serie „Quadro-CV“ für die Größen 330 und 450 Liter hat eine Zulassung als Gefahrgutverpackung und muss deshalb nicht mehr wiederkehrend überprüft werden. Mit einer Länge von 1.215 mm sowie einer Bauhöhe von 760 bis 1.290 mm sind die Tankanlagen bestens für den Transport auf Pritschen­ wagen und Pick-ups geeignet.

MESSGERÄT Eine ausreichende Verdichtung des Unterbaus sorgt für eine hohe Tragfähigkeit, die des Asphalts für eine hohe Belastbarkeit. Deshalb hat die ­Völkel Mikroelektronik GmbH mit dem FDVK-­ Navigator ein einfach zu verwendendes, dennoch vielseitiges Verdichtungsmess­ system entwickelt, das neben visualisierbaren Messwerten auch die Qualitätssicherung während des Verdichtungsvorgangs ermöglicht. Das System lässt sich werk­seitig oder nachträglich in jede Walze, unabhängig vom Typ oder Hersteller, einbauen.

Verkauft! MESSESAISON Gut genutzt hat Dorn Lift den Auftritt auf der Messe „Handwerk“ in Wels. Der Hebebühnenhändler ­präsentierte unter anderem das Flaggschiff der ­Hinowa-Raupen-Arbeitsbühnenflotte „Lightlift Performance IIIS Serie“ mit e­ iner Korblast von 230 kg. Das Ausstellungsstück überzeugte besonders einen Besucher, sodass die Arbeitsbühne noch in Wels den ­Besitzer wechselte. Die Arbeitsbühne Lightlift 17.75 Performance IIIS wechselte direkt am Dorn-LiftStand in Wels den Besitzer.

ARBEITSBÜHNEN EINFACH MIETEN. Viele Bauarbeiten finden in großer Höhe statt und sind nur mit Arbeitsbühnen möglich. Wir bei Cramo wissen, wie wichtig dabei Ihre Sicherheit ist. Mieten Sie daher bei uns qualitativ hochwertige Arbeitsbühnen von bekannten Markenherstellern. Fragen Sie uns:

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38 Service BAUZEITUNG 07 2019

#meineFragezuBIM

Soll ich mit Open oder Closed BIM arbeiten?

B Hanspeter Schachinger, BIM­Beauftragter bei Swietelsky

eim Thema Open und Closed BIM muss vorerst definiert werden, worum es geht. Unter Open BIM ist der Datenaustausch mittels offener Schnittstelle zu verstehen. Eine solche Schnittstelle ist die IFC-Schnittstelle. Verfügt Ihre Software über eine IFC-Schnittstelle, können Sie am Datenaustausch teilnehmen. Im Gegensatz ist als Closed BIM der Datenaustausch im nativen bzw. proprietären Format zu verstehen. Proprietär bezeichnet IT technisch Dateiformate, welche nicht offen sind. Um ein natives Format öffnen zu können, benötigen Sie als Anwender die entsprechende Software. Somit sind Sie an eine bestimmte Software gebunden. Würde ein BIM-Projekt als reines Closed-BIM-Projekt abgewickelt werden, benötigen alle Teilnehmer die gleiche Software und meist auch die gleiche Version. In der praktischen Anwendung

der BIM-Methode zeigt sich meist, dass es keine reinen Closed-BIM-Projekte gibt. Es muss aber auch kein reines Open-BIM-Projekt sein. Es gibt in der Praxis Fälle, bei denen durchaus die Anwendung beider Schnittstellen sinnvoll erscheint. Hier kommt es dann zu Hybridlösungen. Um ein Projekt mit der BIM-Methode erfolgreich umsetzen zu können, bedarf es eines BIMManagers, der Kenntnisse über die teilnehmenden Softwareprogramme hat, um den richtigen Einsatz der Schnittstelle im Projekt festzulegen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jeder Projekteilnehmer, egal in welcher Phase, in der Lage sein muss, seine Informationen mit einer offenen Schnittstelle weitergeben zu können. ◼ Schicken Sie uns Ihre Fragen zum Thema BIM an die E­Mail­Adresse bim@wirtschaftsverlag.at.

Compliance-Management für KMUs Experten machen beim „Praxistag Compliance für den Mittelstand“ am 7. Mai 2019 Unternehmen fit für den Markt. Besonders Bauunternehmen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

I

n großen Unternehmen ist Compliance bereits seit Jahren nicht mehr wegzudenken. Doch während Compliance – also das regelkonforme Verhalten – in großen Unternehmen fester Bestandteil ist, wird das Thema von vielen KMUs aus dem Bausektor noch unterschätzt. Mit möglicherweise fatalen Folgen, aber jedenfalls mit hohem Risiko, weiß der Compliance-Experte Peter Jonas, Director Certification von Austrian Standards. Denn gerade die Baubranche ist durch Preisabsprachen und Kartellbildung in den letzten Jahren in Verruf geraten. Die Einhaltung der Grenzen zwischen Arbeitsgemeinschaft und Kartell sind hier besonders im Visier. Aber auch die Kooperation mit Subunternehmen ist risikobehaftet. Compliance wird außerdem mittlerweile in Geschäftsbeziehungen mit Konzernen und öffentlichen Auftraggebern von ebendiesen vorausgesetzt. Des Weiteren wird besonders in Vergabeverfahren darauf geachtet, ob sich ein Unternehmen zu regelkonformen Verhalten bekennt. Wer also über keine geeigneten Compliance-Management-Systeme verfügt, läuft Gefahr, bestehende Geschäftsver-

bindungen zu verlieren oder bei der Vergabe öffentlicher Aufträge übergangen zu werden.

Compliance muss selbstverständlich werden Damit mittelständische Unternehmen langfristig am Markt bestehen können, muss Compliance auch zum State of the Art für KMUs werden. Die Implementierung einer sinnvollen Compliance-Struktur ist nicht so komplex wie oft befürchtet. Internationale Standards wie ISO 19600 und ISO 37001 unterstützen hierbei. Die Compliance-Profis des Praxistags (7. Mai 2019, Austrian Standards, Wien), darunter unter anderem Alexander Petsche, Roman Sator, Angelika Schäffer und Armin Toifl, sind einander einig: Das, was Konzerne brauchen, benötigen ebenso Klein- und Mittelbetriebe. Das reicht von professionellen Kontaktmanagement-Systemen über eine funktionierende IT-Infrastruktur mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen bis hin zu einem praktikablen ComplianceManagement-System. ◼


Service 39 RECHT

BAUZEITUNG 07 2019

Bewertungsfehler und Akteneinsicht Die Bewertung der Angebote ist der entscheidende Schritt zur Auftragsvergabe. Was tun, wenn es zu Bewertungsfehlern kommt. TEXT: THOMAS KURZ

Die Ausgangssituation Ein Sektorenauftraggeber hatte einen Bauauftrag nach den Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes (BVergG) ausgeschrieben und festgelegt, dass die Angebote neben dem Preis auch anhand einiger Qualitätskriterien (z. B. Wiederverwertung von Material, Materialtransporte mit der Bahn) bewertet werden. Zur Bewertung wurde eine – entsprechend fachkundige – Kommission vom Auftraggeber eingesetzt. Die Zuschlagsentscheidung wurde vom zweit- und vom drittgereihten Bieter beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) angefochten. Das BVwG war der Ansicht, dass zwei Angebote von der Kommission bei einem Qualitätskriterium falsch bewertet wurden. Bei Berichtigung dieses Fehlers hätten der zweit- und drittgereihte Bieter die Reihenfolge gewechselt, und der Abstand zwischen erst- und zweitgereihtem Angebot wäre geringer geworden. Das BVwG entschied aber, dass die Zuschlagsentscheidung aufrecht bleibt. Anträge eines Bieters auf Akteneinsicht in das Angebot des erstgereihten Bieters wurden ebenso abgewiesen.

Die Entscheidung des VwGH Einer der beiden unterlegenen Bieter gab sich damit nicht zufrieden und brachte gegen die Entscheidung des BVwG eine Revision beim VwGH ein. Der VwGH gab dieser Revision allerdings ebenfalls nicht statt (Entscheidung vom 30.1.2019, Ra 2018/04/0001 bis 0002-6). Zum Bewertungsfehler sagte der Verwaltungsgerichtshof, dass nur solche Fehler zur Nichtigerklärung der Zuschlagsentscheidung führen können, die für den Ausgang des Vergabeverfahrens relevant sind. Ausdrücklich ergänzte er, dass eine Änderung in der Reihung hinter dem erstgereihten Bieter oder eine Verringerung des Abstands zwischen Erst- und Zweitgereihtem nicht dazu gehören, da der Ausgang des Vergabeverfahrens dadurch nicht verändert wird: Der erstgereihte Bieter würde nach wie vor den Auftrag erhalten, und die anderen Bieter würden nach wie vor keinen Auftrag erhalten. Mit anderen Worten: Der Vergaberechtsschutz geht nur so weit, solange man als Bieter erfolgreich zum Auftrag gelangen könnte. Eine Rechtmäßigkeitskontrolle, die damit nicht zusammenhängt, ist von den subjektiven Rechten der Bieter nicht umfasst.

Weiters bestätigte der VwGH die Ansicht des BVwG, dass einer fachkundigen Bewertungskommission ein gewisser Bewertungsspielraum zusteht. Solange die Zuschlagskriterien ausreichend konkret beschrieben sind und sich die Kommission in der Bewertung und Begründung an diese Vorgaben hält (und nicht hervorkommt, dass fachlich oder rechnerisch gesehen eindeutig ein Fehler gemacht wurde), greift die Vergabekontrolle nicht in die Bewertung ein und nimmt jedenfalls keine eigene (neue) Angebotsbewertung vor. Das stärkt zwar nicht gerade den Bieterrechtsschutz, macht aber solche kommissionellen Angebotsbewertung für einen Auftraggeber überhaupt erst praktisch sinnvoll durchführbar. Außerdem merkte der VwGH an, dass jedenfalls keine Akteneinsicht in die preisliche Gestaltung anderer Angebote (am Beispiel der Kalkulationsformblätter K7 gemäß ÖNorm B 2061) zusteht. Das war nicht überraschend, denn wenn nicht die Preise und deren Zusammensetzung schützenswerte Geschäftsgeheimnisse darstellen, wären die sich darauf beziehenden gesetzlichen Ausnahmen von der Akteneinsicht völlig sinnlos. Freilich ist man als „angreifender“ Bieter dadurch immer auf bloße Vermutungen angewiesen und kann nicht selbst überprüfen, ob ein Konkurrent die Kalkulation der Preise – wie vom BVergG gefordert – technisch und betriebswirtschaftlich plausibel dargestellt hat.

Der Praxistipp Wenn Zuschlagskriterien aus Bietersicht missverständlich oder unklar formuliert sind, sollte man dem Auftraggeber dazu möglichst rasch, jedenfalls vor Ende der Angebotsfrist, entsprechende Fragen stellen, die dieser auch zu beantworten hat. Nach Ende der Angebotsfrist wird die Ausschreibung „bestandsfest“, und nur bei krassen Bewertungsfehlern besteht dann eine gute Chance auf erfolgreiche Bekämpfung einer Zuschlagsentscheidung. ◼

ZUM AUTOR

RA Mag. Thomas Kurz ist Rechtsanwalt bei Heid und Partner Rechtsanwälte GmbH Landstraßer Hauptstraße 88/2–4, A-1030 Wien www.heid-partner.at

Heid und Partner

E

ine aktuelle Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) bringt Klarstellungen, welche Rechte die Bieter bei Bewertungsfehlern haben.


40 Service BAUZEITUNG 07 2019

RECHT

Wie lange ist ein Festpreis fest? Um das Risiko von Preissteigerungen zu vermeiden, vereinbaren Auftraggeber gern Festpreise. Wie lange aber ist der Auftragnehmer an seinen Festpreis aus dem Angebot gebunden? TEXT: CHRISTOPH GAAR

D

as Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch kennt nur einen Preis. In Pkt 6.1.3 ÖNorm B 2110 werden unterschiedliche Preisberechnungen für die Vergütung beschrieben. Dort werden Festpreis und veränderlicher Preis unterschieden.

Festpreis Ein Festpreis ist ein Preis, der auch beim Eintreten von Änderungen der Preisgrundlagen für den vereinbarten Zeitraum unveränderlich bleibt. Preisgrundlagen sind beispielsweise KV-Löhne, Materialpreis, soziale Aufwendungen. Der Festpreis wird auch als Fixpreis bezeichnet. Sofern nichts anderes vereinbart ist, ist ein ABGB-Vertrag (ÖNorm B 2110 ist nicht anwendbar) immer ein Festpreisvertrag. Motivation für den AG, Festpreise mit dem AN zu vereinbaren, ist die Möglichkeit der exakteren und vor allem vorhersehbareren Kostenplanung. Es besteht dabei für beide Seiten ein finanzielles Risiko. Einerseits kann sich im Nachhinein herausstellen, dass der vom AN kalkulierte Festpreis höher ist als die durch die Vereinbarung eines veränderlichen Preises für die Zeitspanne an den AG verrechnete Preissteigerung. Andererseits muss der AN die für die Baudauer anfallende Preissteigerung richtig voraussehen. Dies ist nicht nur Teil des Kalkulationsrisikos des ANs, sondern auch eine eingeschränkte Art der Preisrisikoüberwälzung auf den AN.

zung dafür ist natürlich, dass der Grund für die Veränderung nicht aus der Sphäre des AN stammt. Der AN kann also nicht die Verlängerung verursachen und dann trotzdem mehr abrechnen. Da bei einem Festpreisvertrag natürlich kein Index für die Anpassung vereinbart wurde, stellt sich die Frage, wie die Preisgleitung für die Bauzeitverlängerung zu rechnen ist. Dies ist nur durch ergänzende Vertragsauslegung im Einzelfall zu ermitteln.

Fazit Bei der Kalkulation ist zu berücksichtigen, ob ein Fest- oder ein Gleitpreisvertrag vereinbart werden soll. Der Kalkulant muss sich überlegen, wie sich die Preisgrundlagen für die Dauer der vorhergesehenen Bauzeit verändern werden. Die ÖNorm B 2110 bietet bei einer Bauzeitverlängerung oder -verschiebung aus der Sphäre des AG dem AN auch bei einem Festpreisvertrag die Möglichkeit, jene Teile der Leistung, die deshalb erst nach Ablauf der Frist erbracht werden, nach veränderlichen Preisen abzurechnen. Fazit ist daher, dass der Festpreis nicht zwangsläufig in Stein gemeißelt ist. ◼

Veränderlicher Preis Dagegen kann ein veränderlicher Preis bei Änderung vereinbarter Grundlagen unter bestimmten Voraussetzungen angepasst werden. Der veränderliche Preis wird auch als Gleitpreis bezeichnet. Für die Anwendung stellt Pkt 6.3.1.1 die Regel auf. Wenn nicht ausdrücklich Fest- oder Gleitpreis vereinbart wurde, stellt die ÖNorm auf eine zeitliche Voraussetzung ab. Leistungen, die innerhalb von sechs Monaten beendet werden oder beendet werden hätten sollen, gelten als zu Festpreisen abgeschlossen. Alle übrigen Leistungen gelten als zu veränderlichen Preisen abgeschlossen.

Die Möglichkeit zur Abrechnung der Preisgleitung auch bei Festpreisen

ZUM AUTOR

Mag. Christoph Gaar ist Juniorpartner bei Müller Partner Rechtsanwälte Rockhgasse 6, A-1010 Wien www.mplaw.at

MPLAW

Die Verlängerung oder Verschiebung von Leistungszeiträumen führt zwangsläufig zu geänderten Rahmenbedingungen bei der Preisbildung des AN. Wird bei Festpreisverträgen die vertraglich vereinbarte Leistungsfrist aus Gründen, die nicht der AN zu vertreten hat, überschritten, sind gemäß Pkt 6.3.1.2 jene Teile der Leistung, die deshalb erst nach Ablauf der Frist erbracht werden, nach veränderlichen Preisen abzurechnen. Unbedingte Vorausset-


Service

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BAUZEITUNG 07 2019

Kalender APRIL 23.04.2019 – 24.04.2019 Kurs Guntramsdorf Vorbereitung auf das theorietische Prüfarbeit - das Fachgespräch www.wien.bauakademie.at 24.04.2019 Kurs Guntramsdorf Kompaktmaschinen auf Baustellen - Bedienung, Einsatz, Wartung und Pfege, Fahrerlaubnis www.wien.bauakademie.at 25.04.2019 Seminar Eisenerz Geotechnik im Tunnelbau (GIT) www.betonakademie.at 25.04.2019 Seminar Leoben Verwertung von Böden und Recycling-Baustoffen nach BAWP 2017 www.brv.at 26.04.2019 – 27.04.2019 Kurs Guntramsdorf Weiterbildungslerhgang für Bautechniker/-innen - Modul 7 (Arbeitnehmer/-innenschutz) www.wien.bauakademie.at 24.04.2019 – 25.04.2019 Seminar Wien Standardisierte Leistungs­ beschreibung Verkehr und Infrastruktur Version 5 www.fsv.at 26.04.2019 Kurs Guntramsdorf Arbeitsunfall - die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung anhand von praktischen Beispielen erklärt www.wien.bauakademie.at 29.04.2019 – 07.05.2019 Kurs Guntramsdorf Grundkurs Energieausweis (Modul 1) www.wien.bauakademie.at MAI 07.05.2019 – 08.05.2019 Lehrgang Wien AS & Linde LG Örtliche Bauaufsicht Teil 2 www.austrian-standards.at

Veranstaltungstipp 07.05.2019 Kurs Guntramsdorf Wissens-Check für Energieausweisprüfung für externe Prüfungsanwärter(Modul 2) www.wien.bauakademie.at 08.05.2019 – 09.05.2019 Lehrgang Wien LG Zertifizierter Experte für Objektsicherheitsprüfungen von Wohngebäuden Teil 2 www.austrian-standards.at 09.05.2019 – 10.05.2019 Kongress Wien 27. Wiener Sanierungstage: „Nachhaltige Instandsetzung der Bausubstanz. Technologien - Praxisbeispiele - Qualitätssicherung“ www.ofi.at 10.05.2019 – 11.05.2019 Kurs Guntramsdorf Weiterbildung zum Bauleiter Modul 9 (Kommunikation) www.wien.bauakademie.at 10.05.2019 – 11.05.2019 Kurs Guntramsdorf Weiterbildungslehrgang für Bautechniker - Modul 8 (Kommunikation u. Mitarbeiterführung) www.wien.bauakademie.at 10.05.2019 – 25.05.2019 Kurs Guntramsdorf Rechtssicherheit am Bau www.wien.bauakademie.at 13.05.2019 – 17.05.2019 Kurs Guntramsdorf Schalungsbauer Basiskurs Teil 1 www.wien.bauakademie.at 13.05.2019 – 17.05.2019 Kurs Guntramsdorf Tiefbauer Basiskurs Teil 1 www.wien.bauakademie.at 13.05.2019 – 17.05.2019 Kurs Guntramsdorf Maurer Basiskurs Teil 1 www.wien.bauakademie.at

13.05.2019 Kurs Guntramsdorf Prüfungsvorbereitung Energieausweis (Modul 3) www.wien.bauakademie.at 14.05.2019 Kurs Wien Erfahrungsaustausch EDM und Recycling-Baustoffe www.brv.at 16.05.2019 Seminar Eisenerz Spritzbeton im Hohlraumbau (SIH) www.betonakademie.at 16.05.2019 – 17.05.2019 Kurs Guntramsdorf OIB-Richtlinien - die praktische Umsetzung www.wien.bauakademie.at 20.05.2019 Kurs Wien Umgang mit (kontaminiertem) Aushub www.fsv.at 20.05.2019 – 24.05.2019 Kurs Guntramsdorf Maurer/-in Basiskurs - Teil 2 www.wien.bauakademie.at 21.05.2019 Seminar Leoben Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen www.brv.at 22.05.2019 Kurs Guntramsdorf Kompaktmaschinen auf Baustellen - Bedienung, Einsatz, Wartung und Pfege, Fahrerlaubnis www.wien.bauakademie.at 23.05.2019 Seminar Eisenerz Beton im Tunnelbau www.betonakademie.at

SCHIEDSVERFAHREN IN DER PRAXIS Verfahrenswahl, Vertragsgestaltung, Auswahl des richtigen Schiedsgerichts.

Schiedsgerichtbarkeit als Form der Streitbeilegung wird auch in der Baubranche immer relevanter, denn In der Regel sind Schiedsverfahren für die Parteien schneller, preiswerter und bieten einen höheren Grad an Vertraulichkeit. Doch wie können Schiedsverfahren korrekt und eindeutig formuliert werden, wie können diese Klauseln in den AGB erfolgreich vereinbart werden und wie soll ein Schiedsverfahren inhouse begleitet werden? Verschaffen Sie sich mit diesem ARS-Seminar u. a. Informationen zur Vertragsgestaltung und zur Auswahl des richtigen ­Schiedsgerichts und holen Sie sich weitere Tipps und Tricks für den Berufsalltag! Termin: 6. Mai 2019, 09:15–17:00 Uhr Ort: ARS Seminarzentrum, Schallautzerstraße 2–4, A-1010 Wien Info & Anmeldung: www.ars.at


42 Feierabend BAUZEITUNG 07 2019

WSO/Greindl

Hikoki (2)

Zahlreiche Kunden aus ganz Österreich kamen nach Wien, um das 70-JahrJubiläum des japanischen Elektrowerkzeugeherstellers Hikoki zu feiern. Im Zentrum des Events stand neben dem Firmenjubiläum auch die Präsentation neuer zukuftsweisender Technologien, aktueller Produktinnovationen sowie des neuen Markennamens, denn aus Hitachi wurde im vergangenen Oktober Hikoki.

Value One

V. l.: Alfred Kitzwögerer (GF der WS-O), Wohnlandesrat sowie Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner und der Linzer ­Bürger­meister Klaus Luger diskutierten gemeinsam mit acht oberösterreich­ ischen Bürgermeistern auf Einladung des gemeinnützigen Wohnbau­ trägers im Linzer Ars Electronica Center über die Städte von morgen.

Werner Kerschbaummayr

Als ein „Great Place to Work“ und damit als einer der besten Arbeitgeber Österreichs darf sich die Value One seit Mitte März bezeichnen. „Wir freuen uns über die Auszeichnung, denn unsere Unternehmensphilosophie spiegelt sich besonders über unsere Mitarbeiter wider“, sagt Andreas Köttl, CEO der Value One (r.).

Im Zuge einer Anschlagsfeier hat das Porr-Konsortium mit den Vortriebsarbeiten am südlichen Erkundungsstollen des Bauloses H51 Pfons-Brenner begonnen. Im Bild: BBT-Vorstand Konrad Bergmeister mit den Sprengmeisterinnen Amelie Fidler (l.; BBT) und Martina Micheler (r.; Arge).


Marktplatz 35 43 BAUZEITUNG 07 2019

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Bauzeitung 07/19  

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