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Was ein Jahr so ausmacht Branchenvertreter über volle Auftragsbücher, Schutzmaßnahmen und Freitesten.

Was bringen KI und Co am Bau? Neue Technologien beeinflussen zunehmend auch den Baubereich. Was kommt 2021?

bauzeitung Österreichische Post AG, WZ 02Z030718 W, Österr. Wirtschaftsverlag, Grünbergstr. 15, 1120 Wien

ÖSTERREICHISCHE

Nr. 01/02  |  05. 02. 21


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Editorial 3 BAUZEITUNG 01/02 2021

01/02 Editorial

Simon Jappel

Die Kleinigkeiten, die fehlen

Sonja Meßner, Chefredakteurin

Ein ungewöhnlich ruhiger Start in das neue Jahr war es für uns Bau-Journalisten und die gesamte Baubranche – ohne sich auf der Bau in München Blasen an den Füßen zu holen, ohne Branchentreffen und Neujahrsveranstaltungen, ohne Face-to-FaceTermine. Klar, der Schutz vor Covid geht vor, und man hat sich auch daran gewöhnt. Interviews funktionieren problemlos per Videokonferenz oder Telefon, Produktpräsentationen kann man sich im Internet anschauen, auch Kurse und Seminare sind remote großteils machbar. Aber: So richtig Spaß macht das alles nicht, und nach mehr als neun Monaten schon gar nicht mehr. Viele hat mittlerweile der Homeoffice-Blues erwischt. Es fehlt der persönliche Kontakt, der Small Talk und das Zwischenmenschliche, der manchmal zu feste oder zu schlaffe Händedruck des Gegenübers, die oft anstrengenden, aber fruchtbaren Diskussionen in Meetings, ein gemeinsames Mittagessen mit Kollegen oder Geschäftspartner und so vieles mehr. Natürlich hat Corona auch viel dramatischere, lebens- und existenzbedrohendere Auswirkungen, weshalb der Wunsch nach mehr persönlichen Kontakten bei vielen wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln hervorruft. Trotzdem hoffe ich für 2021 auf das Beste und freue mich schon jetzt auf viele persönliche Treffen und spannende Inputs in naher Zukunft. Viel Spaß mit dieser Ausgabe, Ihre Sonja Meßner

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4 Inhalt

RUB, Schirdewahn

IG Metall Pforzheim

BAUZEITUNG 01/02 2021

20 Liebherr

20 Neue Technologien beeinflussen zunehmend auch den Baubereich. Was kommt 2021, was ändert sich, und wie sollte man sich heute auf Entwicklungen von morgen vorbereiten?

06 06 Die Baubranche ist anpassungsfähig, wie die

letzten Monate bewiesen haben. Branchenvertreter über volle Auftragsbücher, Schutzmaßnahmen und Freitesten.

26

26 Auch bei Bauma­ schinen wird die Digi­ta­ lisierung das Geschehen auf der Baustelle in den nächsten Jahren ändern.

Inhalt Aus der Branche Was ein Jahr so ausmacht

06

Wohnbau: stabil

09

Markt & Menschen

10

Fokus Software Was bringen KI und Co am Bau?

20

Software-Neuheiten

24

Baumaschinen Total digital

Innung

Anreize für private & öffentliche Bau-Investitionen 12

Planung & Ausführung München streamt in die Welt

14

Mikroplastik im Straßenablauf filtern16 Schadensvermeidung beim WDVS-Sockel18 Produkte & Projekte18

Service

26

Baukonjunktur: Leichte Erholung im Dezember

30

Die Pandemie – Ein Zwischenbericht

31

Einwand schließt die Sicherstellung aus

32

Standards Kalender  33 Feierabend  34 Marktplatz  35 Impressum  35


Nachgefragt 5 BAUZEITUNG 01/02 2021

Umfrage DISTANCE- UND E-LEARNING WERDEN PANDEMIE-BEDINGT AUCH 2021 GROSSE THEMEN BLEIBEN. KÖNNEN DIE REMOTE-SCHULUNGEN DIE PRÄSENZVERANSTALTUNGEN AUF DAUER ERSETZEN? Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt.

41

%

38

41 % Aktuell ist Distance-Learning nun mal Realität. Ich hoffe aber, dass nach Ende der Pandemie der klassische Präsenzunterricht sowohl in der Aus- als auch in der Weiterbildung wieder Standard wird.

%

38 % Für die Weiterbildung ist E-Learning durchaus ein praktikabler Weg. In der Ausbildung sind gerade im Handwerk Theorie und Praxis zu eng miteinander verknüpft, als dass man auf Präsenzveranstaltungen verzichten könnte.

BRV

Quelle: Leserumfrage Ö. Bauzeitung

14

14 % Ich habe noch keinerlei Erfahrung mit Distance-

%

7

und E-Learning. Glaube aber nicht, dass Inhalte in dieser Form vermittelt werden können.

%

MARTIN CAR GESCHÄFTSFÜHRER BAUSTOFF-RECYCLING-VERBAND (BRV)

HYBRID BLEIBT Die Aus- und Weiterbildung darf natürlich auch in Pandemiezeiten nicht zu kurz kommen, deshalb haben wir uns zu Beginn des ersten Lockdowns dazu entschlossen, rund zwei Drittel unserer Seminare in einer reinen Web- oder Hybridform anzubieten. Dass dies die richtige Entscheidung war, zeigt das Feedback der Teilnehmer. Dieses fiel zum größten Teil positiv aus. Die wenigen Abmeldungen konnten durch den Gewinn neuer Teilnehmergruppen, großteils aus dem Westen Österreichs, kompensiert werden. Trotz des aktuellen Online-Trends muss aber festgehalten werden, dass Webinare, die sich über den Zeitraum von mehreren Tagen erstrecken, aus meiner Sicht didaktisch keinen Sinn machen, da sie für alle Beteiligten enorm anstrengend sind. Dass uns das Online-Lernen auch nach Covid-19 weiter begleiten wird, davon bin ich überzeugt. Wobei hier das Angebot von Seminaren in einer hybriden Form für mich als der optimalste Weg gilt: Der Vortragende kann sein Wissen direkt vor Ort an sein Publikum weitergeben und sich mit diesem unmittelbar austauschen. Teilnehmer, die aus unterschiedlichen Gründen dagegen nicht vor Ort sein können, haben wiederum die Möglichkeit, das Seminar ortsunabhängig über ihr jeweiliges Device zu verfolgen. Eine Win-win-Situation, die vermutlich auch nach Corona gerne genutzt werden wird.

7 % Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen damit

gemacht und können uns die Aus- und Weiterbildung im Distance-Learning auch künftig vorstellen.

60:40 PROZENT

WÄRE LAUT DEN BEFRAGTEN EINER IMAS-STUDIE DIE OPTIMALE PROZENTUALE AUFTEILUNG VON ONLINE-LERNEN UND PRÄSENZ-LERNEN IM BERUFSALLTAG, WOBEI LETZTERES ÜBERWIEGEN SOLLTE.


6 Aus der Branche

IG Metall Pforzheim

BAUZEITUNG 01/02 2021

Was ein Jahr so ausmacht Die Baubranche ist anpassungsfähig, wie die letzten Monate bewiesen haben. Branchen­vertreter über volle Auftragsbücher, Schutzmaßnahmen und Freitesten.

D

ie Tür des Baucontainers geht auf, heraus kommen gut gelaunte Bauarbeiter mit MundNasen-Schutz, reiben sich die frisch desinfizierten Hände, überqueren mit gebotenem Abstand die Straße und verschwinden auf der Baustelle, um ihrer Arbeit nachzugehen. Ganz so eitel Wonne wie in einem Imagewerbespot für Covid-Schutzmaßnahmen schaut der Alltag auf heimischen Baustellen natürlich nicht immer aus, dennoch – Corona hat ganz schön viel geändert, für Bauunternehmen wie auch für Arbeitnehmer. Doch eines haben die vergangenen Monate gezeigt – die Baubranche ist anpassungsfähig und hat sich gut auf die neuen Umstände eingestellt.

Erholung erwartet Wie schon im vergangenen Jahr häufig prognostiziert, hat die Baubranche das Corona-Jahr 2020 mit einem blauen Auge überdauert. Laut Dezember-­Zahlen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) brach ­Österreichs reale Wirtschaftsleistung im Vorjahr um 7,3 Prozent ein. Bei den Bauinvestitionen ergab sich jedoch ein deutlich geringeres Minus von 3,2 Prozent. Das so oft prophezeite und gefürchtete Auftragsloch sehen die Wifo-Ökonomen 2021 nicht – im Gegenteil, im ­aktuellen Jahr wird sogar eine vollständige Erho-

lung erwartet. Diese positiven Prognosen spiegeln sich auch in der Stimmung der Bauunternehmen wider. „Trotz Corona war das vergangene Jahr sehr zufrieden­ stellend. Da man kaum auf Urlaub fahren konnte, investierten die Leute spürbar mehr Geld ins Eigenheim“, berichtet der Wiener Baumeister Peter Pichler. „Außerdem haben nicht wenige Betriebe in Hotellerie und Gastronomie die Zeit des Lockdowns genutzt, um den Gebäudebestand zu sanieren.“ Der Winter laufe zwar saisonüblich etwas ­ruhiger, aber auch für 2021 sehe die Geschäftslage gut aus. Als ­Wiener Sparten­ obfraustellvertreter bekommt Pichler auch die Stimmung seiner Kollegen mit. „Auch bei anderen sind die Aufträge da.“ Spürbar seien allerdings die Begleiterscheinungen der Covid-19-Maßnahmen, wie z. B. Personalengpässe durch Q ­ uarantäne und Krankenstand. „Dann passiert es schnell, dass man in Verzug gerät und Pönalen fällig werden. Hier wäre mehr Verständnis vonseiten der Auftrag­geber wünschenswert“, so Pichler. Etwas heterogener zeichnet sich das Bild bei den Mitgliedsbetrieben des Baunebengewerbes ab. „Im Westen, der stark vom Tourismus geprägt ist, fängt es an, schwierig zu werden. Mitarbeiter müssen frei­ gesetzt werden. Unternehmen, die in die Schweiz hin-

WKO

TEXT: CHRISTOPH HAUZENBERGER, SONJA MESSNER

Im Westen, der stark vom Tourismus geprägt ist, fängt es an schwierig zu wer­ den. Mitarbeiter ­müssen freigesetzt werden. Unterneh­ men, die in die Schweiz hinüber­ arbeiten sind hier noch im Vorteil. IRENE WEDL-KOGLER, BIM BAUHILFSGEWERBE


Aus der Branche 7 BAUZEITUNG 01/02 2021

INFO

Covid-19: Aktualisierter Maßnahmenkatalog für Baustellen In der dritten Version des Maßnahmenkataloges wurden aufgrund der verschärften rechtlichen Vor­gaben insbesondere folgende Aktualisier­ ungen vorgenommen: ◼ Alle Kapitel: Mindestabstand 2 Meter ◼ Kapitel 4, Schutzmaßnahmen beim Arbeiten: - Arbeiten im Freien: Mund-Nasen-Schutz bei Unterschreitung des Mindestabstandes - Arbeiten in geschlossenen Räumen: immer Mund-Nasen-Schutz; bei Unterschreitung des Mindestabstandes: Empfehlung FFP2-Maske - Arbeiten in geschlossenen Räumen mit beengten Verhältnissen: immer Mund-Nasen-Schutz; bei Unterschreitung des Mindestabstandes: Verwendung FFP2-Maske - Arbeiten mit Kundenkontakt: wöchentlicher Corona-Test oder Verwendung FFP2-Maske ◼ Kapitel 6, Personentransporte in Fahrzeugen: maximal 2 Personen je Sitzreihe und ­Verwendung FFP2-Maske für alle Insassen ◼ Kapitel 8, Baukoordination: Ergänzung der Aufenthaltsräume bei den gemeinsamen ­Einrichtungen. Die aktualisierte Version steht unter www.bau.or.at/coronavirus zum Download bereit.

JOSEF MUCHITSCH, BUNDESVORSITZENDER GBH

überarbeiten, sind hier noch im Vorteil. Im Osten ist man bislang noch besser aufgestellt“, berichtet Irene Wedl-Kogler, Bundesinnungsmeisterin der Bauhilfsgewerbe und Gruppensprecherin der Baunebengewerbe. Von Gemeindemilliarden und sonstigen Unterstützungen merke man bislang noch recht wenig, so Wedl-Kogler. Hinzu käme die Herausfor­derung, dass es durch die neuerlichen Lockdowns wieder zu Verzögerungen bei Bauverhandlungen und weiteren Behördenwegen käme.

Digitale Infrastruktur der Behörden? Die Situation habe sich laut der Branche im Sommer verbessert, aktuell würde aber durch Homeoffice wieder vieles auf Behördenseite liegen bleiben. „Um im Homeoffice arbeiten zu können, muss auch das entsprechende technische Equipment bereitgestellt ­werden – das gilt für Unternehmen wie auch für die Behörden. Alle reden vom Jahr der Digitalisierung, und dann fehlt es an der technischen Infrastruktur. Hier sehe ich nach wie vor dringenden Handlungs­ bedarf, denn aktuell laufen wir wieder Gefahr, dass sich Genehmigungen etc. verschleppen. Dann ist der Schaden viel größer und vor allem hausgemacht“, warnt Irene Wedl-Kogler. Generell dürften die Digitalisierungsbemühungen auch nach Corona nicht an Fahrt verlieren. „Es wäre wünschenswert, jetzt die entscheidenden Schritte in Richtung Digitalisierung der Verwaltung zu setzen“, fordert Anton Rieder, Tiroler Innungsmeister Bau und geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Bauunternehmens. „Ich habe ein wenig die Sorge, dass viele in ihre Büros zurückkehren werden und wieder in alte Prozesse verfallen. Dabei wäre es ein entscheidender Faktor für den Bau, jetzt die Thematik voranzutreiben und diese Abläufe zu digitalisieren.“

Gewöhnungssache Die neuerlichen Verschärfungen der Covid-19-Schutzmaßnahmen sorgen bei Unternehmern kaum noch für Aufregung. Man hat sich daran gewöhnt. Das bestätigt auch Anton Rieder, geschäftsführender Gesellschafter bei Riederbau. „Es hat sich mittlerweile alles sehr gut eingespielt: Wir informieren unsere Mitarbeiter kontinuierlich über aktuelle Entwicklungen in unserem hausinternen Corona-Channel und arbeiten un-

Rieder Bau/ Ascher

GBH

Mit dem Generalkollektivvertrag haben wir gemeinsam mit den Arbeitgebern auch sichergestellt, dass Testungen während der Arbeitszeit möglich sind.

Ich habe ein wenig die Sorge, dass viele in ihre Büros zurück­ kehren werden und wieder in alte Pro­ zesse verfallen. Dabei wäre es ein entschei­ dender Faktor für den Bau, jetzt die Thema­ tik voranzutreiben und diese Abläufe zu digitalisieren. ­ANTON RIEDER, GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER RIEDERBAU

ter den gegebenen Sicherheitsrichtlinien.“ Man könne mit den aktuellen Regeln sehr gut leben, auch wenn die stetige FFP2-Masken-Pflicht in Innenräumen für die Arbeiter herausfordernd sei. Dem pflichtet auch Wedl-Kogler bei, auch wenn sie sich hinsichtlich FFP2-Masken-Pflicht etwas mehr Flexibilität gewünscht hätte. „Jüngere Mitarbeiter tun sich in diesem Punkt natürlich leichter. Hier sind die Betriebe gefordert, bei der Planung individuell darauf Rücksicht zu nehmen“, so Wedl-Kogler. Peter Pichler setzt in seinem Betrieb bereits seit Herbst durchgängig auf FFP2-Masken. „Positiv ist, dass diese nun auch deutlich günstiger erhältlich sind“, betont der Baumeister. Zuvor seien diese durchaus ein relevanter Kostenfaktor gewesen.

Das sind die neuen Regeln Bereits im März erarbeiteten die Bausozialpartner ­einen Maßnahmenkatalog für Baustellen, um Unternehmen eine übersichtliche Handlungsanleitung an die Hand zu geben. Diesen hat man nun gemeinsam mit dem Zentralarbeitsinspektorat zum zweiten Mal angepasst, um der dritten Covid-19-Notmaßnahmenverordnung zu entsprechen. Große Änderung für die


8 Aus der Branche

Bauunternehmen bringt diese in der Praxis aber nicht. Der Mindestabstand wurde auf zwei Meter vergrößert, und bei der Verwendung von FFP2-Masken wurde nachgeschärft (siehe Kasten S. 7). Ebenfalls neu ist die Möglichkeit der Testung während der ­Arbeitszeit. „Mit dem Generalkollektivvertrag, der wie die Notmaßnahmenverordnung am 25. Jänner 2021 in Kraft getreten ist, haben wir gemeinsam mit den Arbeitgebern auch sichergestellt, dass Testungen während der Arbeitszeit möglich sind“, zeigt sich J­osef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, zufrieden. „Das ist eine wichtige Ergänzung zu den übrigen Sicherheitsmaßnahmen.“

Astrid Knie

BAUZEITUNG 01/02 2021

Maßnahmen am Bau Inwieweit die Testungen für die Baubranche in der Praxis eine Rolle spielen werden, darüber scheiden sich noch die Geister. „Die Baubranche war bislang kein Infektionsherd, und der Kundenkontakt hält sich auch in Grenzen“, betont Wedl-Kogler. „Unsere Betriebe sind es gewohnt, individuell auf die Wünsche und Vorgaben der Auftraggeber einzugehen – und so werden wir es auch in puncto Tests halten.“ Eine Spur größer denkt man aktuell bei der Porr, die es nach eigenen Angaben durch eine Teststrategie und umfassende Hygienemaßnahmen schafft, Ansteckungen im Unternehmen nahezu auszuschließen. „Wir führen auf freiwilliger Basis wöchentlich Tests aller Mitarbeiter*innen durch, auf den Baustellen sowie in den Büros, und das bundesweit“, erklärt KarlHeinz Strauss, CEO der Porr. „Das notwendige Personal dafür stellen wir selbst auf. Wir legen dabei großen Wert auf qualifiziertes Personal wie Ärzt*innen, Sani-

Wir führen auf ­freiwilliger Basis wöchentlich Tests aller Mitarbeiter*­ innen durch, auf den Baustellen sowie in den Büros, und das bundesweit. KARL-HEINZ STRAUSS, CEO PORR

Testen? Ja, warum nicht.

Nachgefragt IST DIE VERPFLICHTENDE VORLAGE EINES NEGATIVEN COVID-19-TESTS FÜR BAUSTELLEN FÜR SIE DENKBAR?

Quelle: Leserumfrage Ö. Bauzeitung

31,1%

30%

20%

18,9%

31,1 % Es könnte eine von mehreren wichtigen Maßnahmen sein. 30,0 % Es würde die Sicherheit für alle Beteiligten auf der Baustelle erhöhen. 20,0 % Testen sollte nicht auf Zwang beruhen. Ein freiwilliges Angebot für

alle Beteiligten auf der Baustelle könnte ich mir aber vorstellen. 18,9 % Nein, so etwas würde viel zu weit gehen.

täter*innen und ausgebildete Krankenpfleger*innen.“Zusätzlich wurde eine eigene Covid-Hotline für Fragen und Angelegenheiten zum Thema und ein Team, das sieben Tage die Woche im Einsatz ist, installiert. Dieses sorgt für Contact-Tracing, Krisenberatung, Deeskalation und Organisation der unternehmens­internen Teststraßen. Die Situation wird laufend evaluiert, um höchstmögliche Sicherheitsstandards gewährleisten zu können, und die Maßnahmen werden regelmäßig angepasst. Gleichzeitig finden sich auch die Anforderungen seitens des Gesetzgebers im Maßnahmen­katalog der Porr wieder. So wurde die generelle Möglichkeit zum Arbeiten im Homeoffice im Zuge des Lockdowns erweitert, es wird auf die Einhaltung von zwei Metern Abstand geachtet, es gilt FFP2-Maskenpflicht beim Fortbewegen abseits des ­Arbeitsplatzes, und vor ­Meetings mit Personen, welche nicht gemeinsam arbeiten, werden alle Teilnehmer*innen vor der Zusammenkunft getestet. „Unser Ziel ist es, allen Mitarbeiter*innen die größtmögliche Sicherheit in ­unsicheren Zeiten zu vermitteln und damit ein verlässlicher Begleiter zu sein“, so Strauss weiter. „In weiterer Folge werden wir unsere Teststrategie nahtlos um eine Impfstrategie erweitern – sobald uns Impfstoffe zur Verfügung stehen.“

Die positive Einstellung zum Thema regelmäßiger Tests für Mitarbeiter von Bauunternehmen spiegelt sich auch in einer aktuellen Umfrage der ­Österreichischen Bauzeitung wider. Über zwei ­Drittel der Befragten gaben an, dass eine verpflichtende Vorlage eines negativen Covid-19-Tests eine wichtige Maßnahme sein kann bzw. die Sicherheit aller Beteiligten auf der Baustelle erhöhen würde. Weitere 20 Prozent könnten sich ein freiwilliges Angebot vorstellen, auf Zwang sollte dies aber nicht beruhen. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen gegenüber einer solchen möglichen Verpflichtung. Für knapp 19 Prozent der Befragten würde eine verpflichtende Testung im ­Arbeitsalltag zu weit gehen. Einer möglichen Impfpflicht stehen hingegen die meisten skeptisch gegenüber. „Die Impfung wird ein Meilenstein zur Bewältigung dieser Krise sein – wenn das Impfprogramm endlich wirklich umfassend anläuft –, eine Impfpflicht wäre aber kontra­produktiv: Wir setzen auf umfassende Information und Aufklärung“, stellt Josef Muchitsch fest. Er ist sicher, dass durch unvoreingenommene Informationen und ehrliche Antworten auch die Impfwilligkeit weiter steigen werde – und so ein wesentlicher Schritt gesetzt werden kann, dass die Baubranche auch weiterhin gut durch die Pandemie kommt.  ◼


Aus der Branche 9 BAUZEITUNG 01/02 2021

Wie wird sich das erste Halbjahr 2021 gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 für Ihr Unternehmen voraussichtlich entwickeln?

58%

Trotz der Corona-Krise zeigt sich die ­österreichische Beton- und Fertigteil­ industrie momentan optimistisch.

T

rotz der andauernden Corona-Krise zeigt sich die österreichische Beton- und ­Fertigteilindustrie aktuell relativ optimistisch. Das geht aus dem ­aktuellen Konjunkturbarometer hervor, der im Auftrag des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) halbjährlich durchgeführt wird. Wie im ersten Halbjahr 2020 blieb der Wohnbau auch in der zweiten Jahreshälfte der Motor der Branche. Hingegen meldeten 50 Prozent der befragten Unternehmen zum Teil deutliche Rückgänge beim Gewerbe-, Industrie- und Hotelbau. „Die heimischen Betonund Fertigteilwerke ziehen trotz der Krise eine relativ zufriedenstellende Bilanz über das vergangene Jahr“, so Franz Josef Eder, VÖB-Präsident. „Vor allem dank der guten Auslastung im Wohnbau blieb die Auftragslage in der Branche stabil.“ Die Themen CO2-Reduk-

27%

5% sehr zufriedenstellend

eher zufriedenstellend

10%

weniger / gar nicht zufriedenstellend

tion, Ökologisierung und Digitalisierung beherrschen momentan die Branche. „Nach der vorübergehenden Schließung vieler unserer Werke während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 konnte sich die heimische Beton- und Fertigteilbranche im zweiten Halbjahr 2020 zu­nehmend stabilisieren, was uns einen relativen Optimismus für 2021 erlaubt“, sagt Eder. Im zweiten Halbjahr 2020 konnten nämlich 44 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzsteigerungen im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2019 verbuchen, für 39 Prozent von ihnen sind die Umsätze auf dem Vorjahresniveau geblieben.  ◼

weiß nicht / keine Angabe

Quelle: VÖB

Wohnbau: stabil

GUTE STIMMUNG Mehr als die Hälfte der Befragten des VÖBKonjunktur­barometers gaben an, sehr bzw. eher zufriedenstellend auf das erste Halbjahr 2021 zu blicken.

Bmst. Zmst. Ing. Wolfgang Kern (1937–2020)

Mit Ing. Wolfgang Kern verliert die oberösterreichische

Lachstatt schließlich 1986 komplettiert. Seinem voraus-

Bauwirtschaft einen ganz großen Akteur und Wegbereiter.

schauenden Handeln ist es zu verdanken, dass wir hier

Schon in frühester Kindheit entdeckte Wolfgang Kern seine

seit 35 Jahren Jugendliche in der zwischenbetrieb­lichen

große Leidenschaft für das Bauen, die sein ganzes Leben

BAU-Lehre ausbilden sowie Fach- und Führungskräfte

Triebfeder für sein Handeln und seine Schaffenskraft war.

weiter­entwickeln können. Als BAUAkademie B ­ au.Wissens.

Als Bau- und Zimmermeister war er nicht nur ein hervor­

Zentrum­OÖ sind wir heute das größte Ausbildungszent-

ragender Fachmann, sondern auch ein erfolgreicher

rum der Bauwirtschaft in Österreich. Wolfgang Kerns Name

Unternehmer, der das Familienunternehmen B. Kern

und sein Wirken sind untrennbar mit diesem Erfolg und mit

­Baugesellschaft in dritter Generation maßgeblich weiterent-

­unserem Haus verbunden.

wickelte und so an seine nachfolgende Generation übergab.

Als Bau- und Zimmermeister wird er auch in Zukunft als

Wolfgang Kern war ein Visionär, der mit grenzenloser Tat-

Vorbild für die vielen Facharbeiter, die hier hervorgehen,

kraft und Umsetzungsstärke stets auch die Weiterentwick-

wirken. Bei allen, die ihn persönlich kennenlernen konnten,

lung der Bauwirtschaft insgesamt verfolgte. Dies macht

bleibt er als geradliniger und ehrlicher Mensch in Erinnerung.

ihn über sein Ableben hinaus für uns unvergesslich. Als

Die Nachricht über sein Ableben im 84. Lebensjahr erfüllt

Landes­innungsmeister sowie in vielen Fachverbänden hat

uns mit großer Trauer, unsere Anteilnahme in dieser Zeit des

er sich zeitlebens für die Branche engagiert. So war ihm die

Abschieds gilt seiner Familie und Freunden.

­Ausbildung der Baufacharbeiter ein besonderes Anliegen. Er ist der Gründungsvater des Ausbildungsvereins der

Im Namen des Ausbildungsvereins und der BAUAkademie

Bauwirtschaft von Oberösterreich, schon lange vor dessen

BWZ OÖ sowie tausender ausgebildeter Baulehrlinge, Fach–

Entstehung im Jahr 1982 hat er die Relevanz dieses Aus-

und Führungskräfte der Bauwirtschaft danken wir ihm, dass

bildungsangebots für BAU-Lehrlinge erkannt, nachhaltig

wir immer auf ihn „bauen“ konnten, und werden sein Ver-

gefordert und mit dem Bau des Lehrbauhofes am Standort

mächtnis weiterführen.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

„Visionär und Umsetzer der OÖ Bauwirtschaft“


10 Aus der Branche BAUZEITUNG 01/02 2021

Blickfang OCULIS. ­THESSALONIKI, GRIECHENLAND

Ateliers Jean Nouvel

Die griechische Hafenstadt ­Thessaloniki überraschte kürzlich mit der Präsentation eines gigantischen Stadtentwicklungsprojekts namens Oculis. Zehn röhrenförmige Türme und begrünte Terrassen sollen der Stadt ein neues, modernes Gesicht ver­leihen.

Fachkräfte der Zukunft

Fusionierung TÖCHTER  Bereits im September 2020 wurde

Rabmer investierte in die eigene Zukunft und nahm mehr Lehrlinge als vor der Krise auf.

die Reinhold Meister Wasserbau in Hagn Umwelttechnik umbenannt. Mit Wirkung vom 28. Dezember wurde die bayerische Baufirma noch mit dem gleichnamigen Tochterunternehmen der Felbermayr-­ Holding fusioniert.

D

as vergangene Jahr war für österreichische Jugendliche kein leichtes. Die Auswirkungen der Pandemie auf den ­Ausbildungssektor zeigen sich besonders im Bereich der Lehran­ fänger. Um 5,6 Prozent weniger als noch 2019 fingen trotz Lehrlingsbonus und Ansturms auf die überbetriebliche Lehrausbildung eine Ausbildung an. Doch nicht überall wurden Lehrstellen abgebaut. So nahm die Rabmer-Gruppe mehr Lehrlinge auf als vor der Krise. „Gut a­ usgebildete Mitarbeiter*innen sind die Basis für den Unternehmens­erfolg. Die Lehrlingsausbildung hat deshalb einen sehr hohen S ­ tellenwert bei uns“, erklärt Geschäftsführerin Ulrike Rabmer-Koller. „Mit der Lehrlingsausbildung sorgen wir für unseren eigenen Fachkräftenachwuchs und bieten jungen Menschen aus der Umgebung einen abwechslungsreichen und sicheren Arbeitsplatz.“

Gemeinsamer Weg ZUSAMMEN  Die Geiger Unternehmensgruppe und der Müllerblaustein Holz Bau Werke bilden eine Partnerschaft innerhalb der neuen Geiger Holzsystembau GmbH & Co. KG. Beide Unternehmen sehen in der gegenseitigen Ergänzung die Zukunft für das Bauen und Gestalten mit Holz .

Weiterbildung an Quick Speech und deren Softwarelösung hebt die Porr die Vermittlung von Wissen auf das nächste Level. Im Zuge des Einstiegs wird das Aus- und Weiterbildungsportfolio um eine Lösung zur Optimierung von internen Trainings erweitert.

Rabmer

EINSTIEG  Mit der strategischen B ­ eteiligung

Rabmer-Geschäfts­ führerin Ulrike Rabmer-Koller gratuliert ­Ausbildner Alfred Luxner, den ­Lehrlingen Michael und Jakob, Aus­ bildner Gottfried Riener und Lehrling Lukas zum aus­ gezeichneten Lehr­ abschluss (v. l.).


Aus der Branche 11 BAUZEITUNG 01/02 2021

Next Step

Die Landesinnung Bau Wien hat einen neuen Innungsmeister.

Klimafonds nimmt Bauteil­ aktivierung ins Programm auf.

D

D

ie Landesinnung Bau Wien hat einen neuen Innungsmeister: Mitte Jänner wurde der Wiener Bau­meister Mario Watz für das Amt bestätigt. Er folgt auf Rainer Pawlick, der seit 2011 die Landesinnung geleitet hatte und seine Funktion zurücklegte. Die bisherigen Stellvertreter Markus Neumayer und Philipp Sanchez de la Cerda komplettieren weiterhin die Führung der Vertretung. „Die Bauwirtschaft befindet sich im Wandel – von aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen bis zu Digitalisierung und Ökologisierung. Es ist eine große Ehre, diese Zeit der Veränderungen gemeinsam mit einem erfahrenen Team mitzugestalten“, erklärt Watz.

Daniela Beranek

Der Neue

Mario Watz folgt als neuer Wiener Bauinnungsmeister auf Rainer Pawlick.

WIENER STADTERNEUERUNGSPREIS

Jetzt einreichen! WIENER STADTERNEUERUNG  Die

Landes­ innung Bau Wien lädt ab sofort zur Teilnahme am Wiener Stadterneuerungspreis 2020/21 ein. Teilnahme­berechtigt sind Bauausführende mit aktiver Gewerbeberech­ tigung, Planer und Bauherren. Vergeben wird die begehrte Auszeichnung für alle Hochbauprojekte, die in den Jahren 2018 bis 2020 in Wien realisiert wurden und zur ­Erhaltung oder Verbesserung bestehender Bausubstanz beitragen.

JETZT EINREICHEN!

DEADLINE 24. MÄRZ 2021

Alle vollständigen ­Projekteinreichungen des Vorjahres nehmen automatisch an der Vergabe des Step 2020/21 teil.

er österreichische Klima- und Energie­ f onds hat die ­ A nwendung der thermischen Speicher­ k apazität von Bauteilen als wesentlichen Beitrag zur Er­­ reichung der Klimaschutzziele in sein Programm aufgenommen. Kern des P ­ rogramms „Energieflexi­bilität durch thermische Bauteilaktivierung“ ist die Beauftragung von Planungsdienst­ leistungen für Geschoßwohngebäude mit optimierter Nutzung erneuerbarer E ­ nergie bei der Raumwärme beziehungsweise -kühlung auf Basis der Bauteilaktivierung. Das Programm des Klima- und Energie­ fonds versteht sich als Impulsgeber und will die Bauteilaktivierung nun tatkräftig ­forcieren. „Seit einigen Jahren ist die Bauteilaktivierung als die günstigste und klima­ freundlichste Heiz- und Kühlmethode auch im sozialen Wohnbau angekommen. Doch mit dem Vorstoß des Klima- und Energiefonds wird die Verbreitung nun rasant vorangehen“, ist Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, überzeugt. Die Vorgaben sind ambitioniert, der Bestand muss bis 2040 CO2-neutral werden.

Als neuer Geschäftsführer des Verbands ­Österreichischer Betonund Fertigteilwerke treibt Thomas Mühl ab sofort die strategische Neuausrichtung des VÖB voran mit dem Ziel, ein faires Wettbewerbsumfeld in der Branche zu ermöglichen, in dem Betonfertigteile sichtbarer werden.

Wienerberger/Hafenscher

Kirchdorfer

WSG/Mesic

Fotostudio Interfoto

Personalia

Alexandra Petermann wurde in den Vorstand der WSG, der zweitgrößten Wohnungsgenossenschaft Oberösterreichs, berufen. Sie wird künftig gemeinsam mit dem geschäftsführenden Vorstandsobmann Stefan Hutter das operative ­Vorstandsteam der WSG bilden.

Mit Ende des Vorjahres ­verließ Mathias Pfützner die Kirchdorfer-Gruppe. Ihm folgte Markus Kroneder als Leiter für Vertrieb und ­Marketing im Kirchdorfer Zementwerk, der seit Anfang Jänner das erfahrene Vertriebsteam leitet und so weiterhin für eine optimale Betreuung der Kunden sorgt.

Ende 2020 hat der erfahrene Vertriebsprofi Christian Jäkel die Position als Vertriebsleitung Wandbaustoffe bei Wienerberger ­Österreich übernommen. Davor arbeitete Jäkel 19 Jahre bei Frankstahl, in verschiedenen Schlüsselposi­ tionen, zuletzt als Head of Sales Österreich.


12

OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES

Anreize für private und öffentliche Bau-Investitionen Im letzten Jahr hat die Regierung zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Baunachfrage zu stabilisieren. Diese Maßnahmen werden heuer fortgesetzt und teilweise nachgebessert. TEXT: PAUL GROHMANN UND THOMAS MANDL, GESCHÄFTSSTELLE BAU

D

ie Bundesinnung Bau hat im Vorjahr zahlreiche Vorschläge zur Stabilisierung der Baukonjunktur erarbeitet und damit bei der Bundes­ regierung Gehör gefunden: Die Investitionsprämie ist ein wichtiger Anreiz für private Investitionen und wird 2021 nach­ gebessert. Im Bereich der öffentlichen Investitionen gibt es ebenfalls positive Signale: Auch heuer wird den Gemeinden – den wichtigsten öffentlichen Auftrag­ gebern für die Bauwirtschaft – finanziell vom Bund unter die Arme gegriffen. Weiters finden vereinfachte öffentliche Vergabe­verfahren eine Fortsetzung. Damit werden die Beschaffungsprozesse beschleunigt und das regionale Baugewerbe unterstützt.

Investitionsprämie: Frist wird verlängert Mit dem Investitions­ p rämiengesetz (InvPrG) wurde im Sommer 2020 eine ­

zeitlich befristete Investitions­ prämie in der Höhe von sieben Prozent der Anschaffungs­ k osten eingeführt. Für Güter im ­ ­ Zusammenhang mit Digitalisierung, Ökologisierung (z. B. thermische ­Gebäudesanierung) oder G ­ esundheit ist der doppelte Prämiensatz (14 Prozent) vorge­ sehen. Der Zuschuss ist von der Einkommensteuer befreit, die ­Investition selbst aber dennoch voll abzugsfähig. Das Förder­ programm wurde zuletzt im Dezember 2020 finanziell aufgestockt und ist aktuell mit insgesamt drei Milliarden Euro dotiert. Neu ist, dass die ursprüngliche Frist für die in diesem Zusammenhang notwendigen ersten Investitionsmaßnahmen (z. B. Bestellungen, Kaufverträge, Anzahlungen oder Baubeginn), die u ­ rsprünglich ­zwischen dem 1. 8. 2020 und 28. 2. 2021 gesetzt werden mussten, nun um drei Monate ausgeweitet wird. Ein entsprechender Antrag auf Änderung des InvPrG wurde vor kurzem im Nationalrat eingebracht und

KURZ NOTIERT

BUAG-Novelle bringt Senkung der Lohnnebenkosten Mit 1. 1. 2021 wurde der Faktor für die Berechnung des Zuschlags im Sach­ bereich Überbrückungsgeld für die Monate Dezember bis einschließlich ­ März von 1,5 auf 0,4 abgesenkt. Der Grund dafür ist die 2020 beschlossene BUAG-Novelle zur Attraktivierung der Durchbeschäftigung im Winter. Damit werden Baufirmen, die ihre Mitarbeiter über den Winter in Beschäftigung halten, bei den Lohnnebenkosten begünstigt. Bisher refundierte die BUAK im Zuge der Winterfeiertagsvergütung 17 Prozent der an den Feier­tagen zwischen 24. 12. und 6. 1. anfallenden Lohnnebenkosten. Seit

2020 bekommt der Baubetrieb die Lohnnebenkosten von 30,1 Prozent refundiert. Im Gegenzug wurde der Faktor für die Berechnung des Zuschlags im Sach­ bereich Winterfeiertagsvergütung von 1,2 auf 1,3 angehoben. Wie bisher wird dieser Zuschlag auch in Zukunft nur zwischen April und November einge­ hoben. Diesen geringen Mehrkosten stehen die erwähnte Zuschlagsabsenkung im Sachbereich Überbrückungsgeld (von 1,5 auf 0,4) sowie eine Aus­ dehnung der Nebenleistungen der Winterfeiertags­vergütung von 17 auf 30,1 Prozent gegenüber.

soll die Frist für erste Investitionsmaß­ nahmen auf 31. 5. 2021 verlängern. Unternehmen haben dadurch drei Monate länger Zeit, ihre Investitionstätigkeit zu starten, womit unter anderem auch den längeren Vorlaufzeiten bei Bauprojekten und den Verzögerungen bei den Baugenehmigungen Rechnung getragen werden soll (Anmerkung: Die Anträge selbst müssen jedoch weiterhin bis 28. 2. 2021 bei der AWS – Austria Wirtschaftsservice GmbH – eingebracht werden.). Zudem ist beabsichtigt, über eine Richtlinienänderung auch die Umsetzungsfristen der förderbaren Investitionen um jeweils ein halbes Jahr zu verlängern. A ­ ktuell müssen die Inbetriebnahme und die Bezahlung von Investitionen bis ­20 Millionen­Euro bis spätestens 28. 2. 2022 erfolgen, Investitionen über 20 M ­ illionen Euro bis 28.  2.  2024. Diese Zeiträume ­sollen jeweils um sechs Monate verlängert ­werden. Das heißt, für Investitionen bis 20 Millionen Euro soll es möglich sein, diese bis 28.8.2022 zu bezahlen und in Betrieb zu nehmen, Investitionen über ­dieser Summe bis 28.8.2024. Bis dato wurden rund 80.000 Anträge gestellt, die ein Investitionsvolumen von bis zu 28 Milliarden Euro auslösen. Die Anträge werden von der AWS abgewickelt und sind elektronisch unter­ https://foerdermanager.aws.at einzubringen. Gefördert werden materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagever­mögen. Das minimale förderbare Investitions­ volumen beträgt 5.000 Euro pro Antrag. Das maximal förderbare Investitions­volumen beträgt 50 Millionen Euro pro Unter­ nehmen (jeweils ohne USt.).

Wermutstropfen NoVA Weniger erfreulich und kontraproduk-


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OFFIZIELLE INFORMATIONEN DES BAUGEWERBES

Gemeindehilfspaket Die Bundesregierung hat vor kurzem das zweite Hilfspaket für die Gemeinden in der Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro auf den Weg gebracht: Zur Liquiditätssicherung wird der Bund heuer Vorschüsse an die Gemeinden in der Höhe von ­einer Milliarde Euro auszahlen. Diese Vorschüsse sollen frühestens ab 2023 schrittweise zurückgezahlt werden müssen. Zudem erhalten alle Kommunen im März 2021 insgesamt 400 Millionen Euro an fehlenden Ertrags­anteilen ersetzt. Als zusätzliche Unter­stützung von finanz- und ­strukturschwachen Gemeinden wird der Strukturfonds um 100 Millionen Euro aufgestockt. Zusammen mit der Gemeindemilliarde aus dem Jahr 2020 stellt die Bundesregie-

rung nun mittlerweile insgesamt 2,5 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Gemeindefinanzen und zur Aufrechterhaltung von Investitionen durch Städte und Kommunen zur Verfügung. Mit dem Geld aus der Gemeindemilliarde werden unter anderem der Neubau beziehungsweise die Sanierung von Kindergärten, Schulen und ­Senioreneinrichtungen sowie die Instandhaltung von Gemeindestraßen forciert.

Vereinfachte Vergabeverfahren Mit der Verordnung der Bundesministerin für Justiz wurde vor kurzem die Schwellenwerteverordnung um weitere

zwei Jahre bis 31. Dezember 2022 verlängert. Bei öffent­lichen Bauaufträgen g ­ elten daher weiterhin folgende ­ Obergrenzen für vereinfachte ­Vergabeverfahren: Eine Direktvergabe oder ein Verhandlungs­ ­ verfahren ohne vor­herige Bekanntmachung ist bis zu einem geschätzten Auftragswert von 100.000 Euro, ein nichtoffenes Verfahren ohne vor­herige ­Bekanntmachung ist bis zu einem ­geschätzten Auftragswert von 1.000.000 Euro möglich. Die Verlängerung der Schwellenwerteverordnung soll dazu beitragen, ­ Bauprojekte der öffentlichen Hand rasch und unbürokratisch in die Um­ setzung zu bringen.  ◼

KOMMENTAR

WK NÖ

tiv im Hinblick auf die Investitions­ tätigkeit der Betriebe wirkt die mit ­Jahresbeginn in Kraft getretene Reform der Normverbrauchs­abgabe (NoVA). Es ist davon auszugehen, dass es dadurch für rund die Hälfte der Neufahrzeuge zu einer teilweise massiven Steuer­erhöhung kommen wird. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass ab 1. Juli 2021 auch Klein-Lkws – also Kasten­wägen, Pick-ups etc. – der NoVA unterliegen sollen. Leichte Nutzfahrzeuge waren bisher von der NoVA ausgenommen. Der Grund dafür: Die Normverbrauchsabgabe wurde 1992 eingeführt, um die bis dahin geltende L ­ uxus-Umsatzsteuer zu ersetzen. Betrieblich genutzte KleinLkws wurden aber ausgenommen, da sie notwendige Betriebs­mittel sind und kein Luxusgut. Das ist mit der NoVA-Reform nun anders: Künftig wird somit beim Kauf von leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen die von der Motorleistung abhängige NoVA ­fällig. Das trifft Kleintransporteure, aber auch Bau­ unternehmen. Darüber hinaus wird die NoVA jedes Jahr bis 2024 nach und nach erhöht. Demnach steigt der durchschnittliche Anschaffungspreis zum Beispiel für einen Kasten­wagen bis zum Jahr 2024 um bis zu 45 Prozent (NoVA 2020: 0 Euro, NoVA 2021: ca. 8.000 Euro, NoVA 2024: ca. 13.500 Euro). Für KMUs, die ihre KleinLkws als Betriebs­ mittel brauchen, ein finan­zieller Kraftakt.

BMSTR. ING. ROBERT JÄGERSBERGER, BUNDESINNUNGSMEISTER BAU

NoVA-Reform ist kontraproduktiv Der Bau war 2020 einmal mehr eine wichtige Stütze der Volkswirtschaft. Damit er seiner Rolle als Konjunktur­ motor auch weiterhin nachkommen kann, braucht es eine stabile Nachfrage und die richtigen wirtschaftspolitischen Maß­nahmen der Politik. Daher sind das Gemeindehilfspaket und die Verlängerung der Schwellenwerte­ verordnung sehr zu begrüßen, denn gerade die regionale Bauwirtschaft profitiert von diesen beiden Maßnahmen. Auch die Investitionsprämie, ­welche mittlerweile mit insgesamt drei Milliarden Euro dotiert ist, hilft der Bauwirtschaft. Deshalb haben wir immer darauf gedrängt, dass dabei die notwendigen längeren Vorlaufzeiten von Bauprojekten ausreichend berücksichtigt werden. Dass nun die Frist für das Setzen erster Investitionsmaßnahmen sowie die Umsetzungsfrist etwas verlängert ­wurden, ist daher zu begrüßen. Kontraproduktiv ist dagegen die Reform der Normverbrauchsabgabe (NoVA). Die NoVA-Anhebung bzw. die Ausweitung auf Klein-Lkws wird dazu führen, dass ältere Autos länger gefahren werden,

anstatt diese durch neue, umwelt­ schonendere Modelle zu ersetzen. Damit wird aus meiner Sicht die eigentlich bezweckte Ver­ringerung des Abgasausstoßes verzögert. Außerdem hat die NoVA grundsätzlich eine geringe ökologische Hebelwirkung, da sie nicht den Verbrauch, sondern nur den Besitz bzw. die Anschaffung besteuert und damit extrem verteuert. Besonders hart trifft die Reform die Unternehmen beim Kauf eines KleinLkws (bis 3,5 Tonnen). Für diese fällt derzeit keine NoVA an, das ändert sich mit Juli 2021. Damit rollt eine Belastungswelle speziell auf klein- und mittelständische Unternehmen zu. Mit Strom oder ­Wasserstoff betriebene Fahrzeuge sind zwar von der NoVA ausgenommen, doch diese Technologien sind bei Transportfahr­zeugen – wenn überhaupt verfügbar – derzeit schlichtweg noch nicht wirtschaftlich einsetzbar. Erschwerend wirkt, dass die NoVA-­ Erhöhung lediglich Fahrzeuge mit ­heimischer Zulassung betrifft und nach ­Österreich hereinarbeitende ausländische Betriebe dadurch einen zusätz­ lichen Wettbewerbsvorteil erhalten.


14 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 01/02 2021

München streamt in die Welt Aus pandemietechnischen Gründen fand die Weltleitmesse Bau in diesem Jahr ausschließlich im Online-Format statt.

Egger

Messe München

Sika

A

der „Zufallsbesuche“ beim virtuellen Messenstand: „Es liegt auf der Hand, dass ein solches System nur bedingt dazu geeignet ist, essenzielle Messeziele wie zum Beispiel die Neukundengewinnung zu erreichen.“ Ähnlich sehen das auch die Veranstalter. Trotz Absagen einiger Platzhirsche wie Rockwool, Mapei oder Velux zeigten sie sich mit dem ungewohnten Format aber zufrieden: „Die Bau Online hat die Baubranche in jedem Fall aktiviert“, sagt Dieter Schäfer, Fachbeiratsvorsitzender der Bau München. „Das digitale B2B-Networking leistet zwar einen entscheidenden Beitrag, das Geschäft in dieser herausfordernden Zeit am Laufen zu halten. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Bau Online die Präsenzmesse Bau nicht ersetzen kann.“  ◼

EGGER  Die neue Egger Pro Fußbodenkollektion 2021+ stand im Zentrum des Messeauftritts. Mit ihren drei Produktkategorien bietet die Kollektion Lösungen für unterschiedlichste Einsatz­ bereiche und Anforderungen: vom Comfort-Boden, der sich durch seine angenehme Haptik und Akustik auszeichnet, über den Allrounder-Laminat, der auch als wasserresistenter Laminat-Aqua+-Boden erhältlich ist, bis hin zu dem wasserresis­ tenten und auch anspruchs­ vollen Herausforderungen trot­ zenden Designboden GreenTec.

SIKA  Auf der Bau war das ­Schweizer Unternehmen unter ­anderem mit der neuen Abdich­ tungsmembran Sika­Proof A+ ­ver ­treten, die ­bereits bei ­mehreren Baupro­ jekten erfolgreich eingesetzt wurde und laut Hersteller für ein lückenlos geschlossenes Gesamtab­ dichtungssystem sorgt. Ebenfalls durfte die neue Dachabdichtungs­ bahn Sarnafil AT beim Messeauftritt nicht fehlen, die sich laut dem Her­ steller für nahezu alle Anwendungen eignet.

Fischer

ls im Sommer des vergangenen Jahres die Corona-Fallzahlen sanken, glaubten einige Messebetreiber noch an die Durchführung ihrer Events im Jahr 2021. Auch die Messe München suchte lange nach einem sicheren Weg, die Bau im gewohnten Ambiente durchführen zu können. Doch die Hoffnung währte nur kurz: Bereits im Oktober fiel die Entscheidung, die Messe ins Internet zu verlegen. Vom 13. bis 15. Jänner fand sie nun also statt: die Bau Online 2021. Zwar konnte man in diesem ­Format nicht mit den ansonsten oft teilnehmenden 2.000 Ausstellern aufwarten, rund 240 Aussteller ließen es sich aber nicht nehmen, ihre Produkte den rund 38.000 Teilnehmern aus 138 Ländern online zu ­präsentieren. Das Feedback nach der Veranstaltung fiel dabei, nachdem erste technische Kinderkrank­heiten behoben waren, durchaus positiv aus: „Das digitale Format war für uns enorm wichtig, denn es bot uns die Möglichkeit, auch in Zeiten des Abstands den Austausch mit unseren Händlern und Usern zu pflegen“, ließ etwa Volker H ­ öschele, Country Business Director bei Bosch, verlautbaren. Dass die Bau das Beste aus der Situation gemacht hat, meint auch Stefan Fischbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Assa Abloy Sicherheitstechnik. „Besonders die Live-Präsentationen kamen bei unseren Kunden sehr gut an. Die virtuellen Vorträge können aber das persönliche Gespräch nicht ersetzen, und wir freuen uns darauf, 2023 Kunden und Partner wieder in München zu treffen.“ Jana Schumacher, Leitung Marketing und Kommunikation bei Doyma, fehlten unter anderem die Möglichkeit

FISCHER  Diverse neue Produkte standen im Fokus bei Fischer. So wurde der Dübel Duo Seal präsentiert, der sicheres Befestigen mit gleichzeitigem Abdichten des Bohrlochs ermöglicht. Vorge­ stellt wurde auch die neue Generation an Fischer Universal­ mörteln FIS V sowie die neue Spanplattenschraube Power Fast II für Holz-Holz- und Holz-Metall-Verbindungen und das Beton­ schraubensortiment Ultra Cut FBS II zum Einleiten hoher Lasten.


Planung & Ausführung 15

NEVARIS  2018 von Nevaris übernommen, nutzte die 123er­ fasst GmbH die Gelegenheit, ihre Baustellen-App auf der Bau zu präsentieren. Neben Serviceleistungen wie Zeiterfassung, Fotodokumentation und Bautagebuch kamen in den letzten zwei Jahren mit 123fleet und 123quality weitere Funktionen hinzu, die die Arbeit auf der Baustelle wesentlich erleichtern sollen. Nach dem positiven Feedback am deutschen Markt wird die App nun auch in Österreich ausgerollt.

Voxeljet

GEZE  Passend zu den Covid-19-Maßnahmen zeigte Türen- und Sicherheitsspezialist Geze auf der Bau Online den Geze Counter. Das System soll eine Alternative zum personalintensiven Zugangs- und Personenfluss-Management darstellen. Geze ­Counter connect besteht aus dem Zusammenspiel der Türanbindung mit einem Zählmanagementsys­ tem. Die hierfür zur Verfügung stehenden Kompo­ nenten sind eine vorprogrammierte Logikbox, Zähl­ sensoren im Ein- und Ausgangsbereich sowie eine ­People- Tracking-Software. Geze Counter connect Exten­sions umfasst dazu noch Elemente, die wie eine Ampel signalisieren, ob die Tür geöffnet wird.

VOXELJET  Das Münchener Unternehmen Voxeljet präsentierte seine innovativen 3D-Drucklösungen für den Baubereich. Vor allem im Spezialschalungsseg­ ment können mithilfe der Drucker schnell und kos­ tengünstig jegliche Vorstellungen realisiert werden. Egal ob überhängend, drehend und nach allen Ach­ sen der Geometrie geschraubt. Die gedruckten Scha­ lungen können dabei, je nach Form und Anwendungs­ art, bis zu 50-mal wiederverwendet werden.

PCI

BOSCH  Der Werkzeughersteller stellte unter anderem das X-Lock-Wechselsystem für Winkelschleifer vor. Handwerker können damit inzwischen auf mehr als 150-X-Lock-­Zubehöre zurückgreifen. Im vergangenen Jahr sind die Diamanttrenn­ scheibe „Diamond Metal Wheel“, die keramische Fiber­ schleifscheibe „Prisma Ceramic Fibre Disc“ – eine Fiberschleif­ scheibe mit dreieckig geform­ tem Korn für einen schnelleren Materialabtrag – sowie die „Clea­ning Disc“ zum schonen­ den Abtrag von Rost, Farben und Lacken neu hinzugekommen.

Geze

Bosch

Timo Lutz Werbefotografie

BAUZEITUNG 01/02 2021

PCI  Mit PCI Uniferm, PCI Elastoferm, PCI Rapidferm und PCI Glasferm hat PCI bei der Bau Online vier neue einkomponentige Hybriddicht- und Klebstoffe auf SMP- (Silan Modified Polymers) Basis für die Verklebung und Abdichtung nahezu aller ­Materialien vom Holz- und Metallbau zu Abdeck- und Sockelleisten bis hin zu Anschlussfugen an Fenstern/ Türen, Boden/Wand oder auf dem Dach vorgestellt. Außerdem hat PCI die digitale Messe zum Anlass ­genommen, einen neuen farbneu­ tralen Fugenmörtel, den Durapox Premium Harmony, auf den Markt zu bringen. Der Epoxidharzfugenmörtel eignet sich speziell für das Verfugen von Glasmosaik.

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16 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 01/02 2021

Mikroplastik im Straßenablauf filtern Zuerst im Abwasser, dann wieder in den Nahrungsmitteln – Mikroplastik ist auch in Österreich ein ernstzunehmendes Problem. Welche Rolle dabei der Reifenabrieb­spielt und was man dagegen tun kann.

Grafik: Fraunhofer Umsicht

TEXT: KLAUS W. KÖNIG

O

hne es zu merken, nimmt jeder von uns pro Woche bis zu fünf Gramm Mikro­plastik mit der Nahrung zu sich. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte. Zu diesen Ergebnissen kam die University of Newcastle (Australien), die im Auftrag der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) mehr als 50 Studien unterschiedlicher Herkunft analysierte. Die Plastikkrise ist ein globales Problem, das neben Umwelt und Natur uns Menschen direkt betrifft, auch in Österreich. Ob und welche Wirkung Kleinstpar­tikel aus Plastik, sogenanntes Nanoplastik, entfalten, wenn wir diese aufnehmen, ist bislang nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass Mikroplastik Chemikalien enthält. Für den Menschen relevant und potenziell gesundheitsgefährdend sind laut einer Pilotstudie des österreichischen Umweltbundes­amtes und der ­Medizinischen Universität Wien aus dem Jahr 2018 Partikel, die kleiner als zehn Mikrometer (0,01 mm) sind, denn sie könnten über die Atmung in den men­schlichen ­Körper gelangen und Barrieren wie etwa die Haut oder Organe überwinden.

Herkunft: auch von Autoreifen Der Europäische Wirtschaftsdienst zitiert in der Zeitschrift „Euwid, Wasser und Abwasser“ am 21. 4. 2020 das österreichische Umweltbundesamt mit dem Hinweis, dass Mikroplastik auf verschiedenen Wegen in

MIKROPLASTIK  Die mit steigender Kunststoff­ produktion und ungere­ gelter Entsorgung ein­ hergehende Zunahme von Mikroplastik in der aquatischen Umwelt kann sich zu einem ­gravierenden Problem für Mensch und Natur entwickeln.

ZUM AUTOR

KLAUS W. KÖNIG ist Fachjournalist und von der Industrie- und Handels­ kammer Bodensee-Oberschwaben öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Bewirtschaftung und ­Nutzung von Regenwasser.

die Umwelt gelangt: Werde es Produkten wie Kosmetika, Reinigungsmitteln oder Farben direkt zugesetzt, gelange es häufig mit dem Spülwasser in die Kanalisation, erklärte die Behörde. In der Menge weitaus bedeutsamer seien Mikroplastikpartikel aus Abrieb oder Zerfall, etwa durch Reifenabrieb, der in Österreich nach Angaben des Umweltbundesamts mit rund 6.800 Tonnen jährlich die größte Quelle für Mikro­ plastik darstelle. Es folgen Emissionen bei der Abfall­ entsorgung, der Faserabrieb bei der Textilwäsche, der Abrieb von Farben, Verwehungen von Kunstrasen­ plätzen und die Freisetzung auf Baustellen. Und weiter heißt es bei Euwid: „Einer Umweltbundes­amt-Studie aus dem Jahr 2015 zufolge entstehen im gesamten EU-Verkehr jährlich geschätzt mehr als 500.000 Tonnen Mikroplastik durch Reifenabrieb. Im Vergleich dazu würden in der EU jährlich rund 50.000 Tonnen Mikroplastik als bewusster Produktzusatz verwendet.“

Rückhalt: wenig durch Sedimentation? Bei kombiniertem Reifen- und Straßenabrieb (engl.: „tyre and road wear particle“, TRWP) gilt eine Dichte von 2 g/cm³ als wahrscheinlich. Um diese zu eliminieren, ist die Sedimentation gut geeignet. Allerdings hat reiner Reifenabrieb (engl.: „tyre wear particle“, TWP) eine geringere Dichte, z. B. Standardreifengummi 1,1 g/cm³, falls er ohne Verbindung zu mine-


Planung & Ausführung 17 BAUZEITUNG 01/02 2021

57 Cg 28/20y

Versäumungsurteil Im Namen der Republik! Klagende Partei: Gesellschaf t f ür Ökologie u n d Abfallwirtschaf t - Sch u tz ver ban d gegen Umweltkr imin alität, Reichelgasse 1/F/1, 7202 Bad Sauerbrunn vertreten durch Rechtsanwalt Mag. Florian Kuch, Garnisongasse 11/8, 1090 Wien Beklagte Partei: R aph ael Schreibvogel, Ruthnergasse 56-60/13/10, 1210 Wien

Grafiken: Mall

ralischen Partikeln vorkommt. Daher ist ein Rückhalt durch Sedimentation in Regenklärbecken nicht zu erwarten. Und für eine wirkungsvolle Flotation, das Aufschwimmen innerhalb der unterirdischen ­Becken, müssten die TWP-Abriebteilchen statt 1,1 g/ cm³ ­weniger als 1 g/cm³, also eine geringere Dichte als Wasser, haben. Hinzu kommt, dass die TWP im Durchschnitt nur eine Größe von rund 20 Mikrometer (0,02 mm) haben. Für die Fraktion 0 bis 20 Mikrometer haben Forscher an der westfälischen Fachhochschule in Münster, Deutschland, aktuell durch Filter Erfolge erzielt: So gelang es, mit einer durchströmten Granulat­ schüttung von 15 cm immerhin 42 Prozent des sehr feinen Mikroplastikmaterials zurückzuhalten.

Filtertyp: je nach Gewässer „Schwimmende Partikel mit geringerem Durch­ messer als 100 Mikrometer (0,1 mm) oder mit einer Dichte nahe an 1 g/cm³ kann man nicht mehr mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand durch mechanische Verfahren aus dem Regenwasser entfernen“, sagt Heinz Schnabl, Vertriebsleiter der Mall GmbH Austria. „Hier ist die Filtration das wirtschaftlichere und sicherere Mittel.“ Er empfiehlt das Produkt ViaFil für die kombinierte Behandlung und Versickerung bei kleinen Anlagen. Bei großen Objekten ­werden Via­ Gard-Filter eingesetzt, von oben nach unten durchflossen mit eigenem Sedimentationsraum vor dem Filter- und Adsorptionselement. Sie sind speziell auf den Rückhalt von Schwermetallen, abfiltrierbaren Stoffen und Mineralölkohlenwasserstoffen ausgelegt, auch von stark verschmutzten Verkehrsflächen. Das gereinigte Wasser kann danach direkt versickert werden, z. B. in unterirdisch eingebauten CaviLine-Versickerungstunneln. Alternativ dazu darf der Regenwasserablauf des Filters in Oberflächengewässer abgeleitet werden, z. B. in die Donau. Der Schutz der Gewässer, in die eingeleitet werden soll, ist in Österreich gewährleistet durch die Qualitätszielverordnungen (QZV) Chemie OG für Oberflächenge­ wässer und QZV Chemie GW für das Grundwasser. Mit ihnen werden die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt. Das Ziel lautet, eine Verschlechterung des Zustands der Gewässer zu vermeiden. Welche Maßnahmen im Einzelfall zu treffen sind, um die Ziele zu erreichen und eine Bewilligung der Behörden zu erhalten, beschreiben die Regeln der Technik, hier speziell ÖNorm B 2506 mit ihren Teilen 1 bis 3.  ◼

Von oben: VIAGARD  Gewässer­ schutzfilter von Mall im Oval­behälter aus Beton­ fertigteilen mit den verschiedenen Schich­ ten, die das zu ­reinigende Wasser von oben nach unten durch­ fließt. Das ermöglicht Flota­tion, Filtration und Adsorption. VIAFIL  Sickerschacht aus Betonfertigteilen von Mall mit Vorfilter­ vlies und Substrat­ schicht. Er wird in stan­ dardisierten Varianten angeboten, z. B. zur Versickerung von un­ belastetem oder von belastetem Ober­ flächen­abfluss aus Verkehrs­flächen. CAVILINE  Sickertunnel aus Stahlbetonfertig­ teilen von Mall zur Ver­ sickerung von unbelas­ tetem Niederschlags­ wasser oder von behan­ deltem Oberflächen­ abfluss aus Verkehrs­ flächen. Die begehbare unterirdische Hohlkörper­rigole ist als Gesamt­ anlage beliebig erweiterbar.

Die beklagt Partei ist gegenüber der klagenden Partei schuldig, es ab sofort bei sonstiger Exekution im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs zu unterlassen, auf der Liegenschaft EZ 4357, KG 06024 Straßerfeld, Grundstück Nr. 172/1, Bezirksgericht Gänserndorf, Abfälle ohne Bewilligung zu lagern oder zu behandeln.

2. Die klagende Partei wird ermächtigt, den Spruch des über diese Klage ergehenden Urteils binnen 6 Monaten nach Rechtskraft auf Kosten der beklagten Partei in der periodischen Druckschrift „Österreichische Bauzeitung“ in Normallettern mit Fettdruckumrandung, Fettdrucküberschrift sowie fett-gedruckten, gesperrt geschriebenen Namen der Prozessparteien veröffentlichen zu lassen.

3. Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution die Prozesskosten sowie die vorprozessualen Kosten in der Höhe von EUR 589,36 samt 4% Zinsen ab Klagszustellung zu Handen des Klagevertreters bezahlen.

Handelsgericht Wien, Abteilung 57 Wien, am 3. August 2020 Mag. Hildegard Brunner, Richterin


18 Planung & Ausführung BAUZEITUNG 01/02 2021

BAUAKADEMIE-EXPERTENKOMMENTAR

Andreas Schindl

FotoLamprechter

CHRISTOPH EDER, ALLGEM. BEEIDETER UND ­G ERICHTLICH­ ZERTIFIZIERTER SACH­VERSTÄNDIGER FÜR WDVS UND PUTZARBEITEN

Schadensvermeidung beim WDVS-Sockel Schäden am Putzsystem des Sockels sind eine der häufigsten Schadensursachen bei einem WDVS. Durch gute Planung, Koordination der Gewerke bei der Ausführung sowie laufender Pflege und Wartung kann man diese gut vermeiden. Aufgrund des hohen Feuchtigkeitsanfalls – besonders jetzt im Winter – ist das Putzsystem im Sockelbereich sehr anfällig für Blasenbildungen und Putzablösungen. Daher muss man dafür sorgen, dass der untere Abschluss eines WDVS immer so ausgeführt wird, dass kein Niederschlags- und/oder Sickerwasser in das System eindringen kann. Eine Sockelausbildung gibt es im Eingangsbereich eines Gebäudes, aber auch bei allen Terrassen, Balkonen oder auch Überdachungen. Somit gibt es schon im Zuge der Planung wichtige Details, die für die spätere Umsetzung wichtig sind. Im Sockelbereich ist immer – unabhängig von der gewählten Fassadendämmung – eine Sockeldämmplatte zu verwenden. Diese ist entweder eine EPS-S- oder eine XPS-R-Dämmplatte. Beim Übergang zu einer eventuell vorhandenen Perimeterdämmung ist darauf zu achten, dass die Fuge zwischen Perimeterdämmung und Sockeldämmplatte fachgerecht verschlossen wird und dass das Putzsystem auf der Sockeldämmplatte endet. Zum Schutz des Putzsystems wird dieses noch mit einer Abdichtung, welche bis ca. 5 cm über das fertige Niveau reicht, geschützt. Beim Verlegen der Noppen­matten ist zu berücksichtigen, dass die glatte Seite zur Putzoberfläche zeigt; d. h. die Noppe weg von der Fassade. Grund dafür ist, dass die Noppen im Zuge des Hinterfüllens die Abdichtung des Oberputzes beschädigen. Zudem ist eine Befestigung der Noppenbahn mit zum Beispiel Nägeln am WDVS weder zulässig noch sinnvoll. Auch bei einer fachgerechten Ausführung des WDVS kann es aufgrund von Mängeln bei den Folgegewerken oder auch durch mechanische Beschädigungen zu Schäden im Sockelbereich kommen. So kann ein falsch montiertes Sockelschutzblech Schäden am Oberputz vergrößern oder sogar verursachen. Tipp: Eine rückspringende Sockelausbildung kann im Zuge einer notwendigen Sanierung viel Zeit, Geld und Diskussion sparen.

www.bauakademie.at

Solare Effizienz Seit 2014 werden ausgewählte geförderte Solarhäuser in Österreich messtechnisch untersucht.

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wischen 2014 und 2019 förderte der österreichische Klima- und Energiefonds den Bau von mehr als 100 Solarhäusern. Förderwürdig waren Ein- und Zweifamilienhäuser, die laut Konzept­studie mindestens 70 Prozent des jährlichen Heiz- und Warmwasserbedarfs mit der Sonne deckten. Von den geförderten Solarhäusern wählte eine internationale Expertenjury jährlich herausragende Objekte aus, um die Haustechnik detailliert zu vermessen. Für 19 Häuser ist dieses einjährige Monitoring inzwischen abgeschlossen.

Gute Wärmeausbeute Bei den untersuchten Häusern schwanken die Kollektorflächen erheblich zwischen 17 und 77 Quadratmetern. In mehr als 60 Prozent der Gebäude überschritt der spezifische Solarertrag die Prognose. Im Mittel wurden 312 kWh Solarwärme pro Quadratmeter aktiver Kollektorfläche erzeugt. Allerdings ergab die Begleitforschung bei vielen Gebäuden einen erheblich höheren gemessenen Wärmebedarf als prognostiziert. Einen wesentlichen Grund machte man bei den Raumtemperaturen aus. „Wir haben im Winter im Mittel 23 °C in den Wohnräumen gemessen, während bei den Berechnungen für den Energieausweis eine Raumtemperatur von 20 °C vorausgesetzt wird“, erklärt Walter Becke, Projektleiter für die Begleitforschung des Förderprogramms Demoprojekte Solarhaus bei AEE Intec. Folglich brauchen zehn von den bereits vermessenen Wohngebäuden 20 Prozent mehr Energie zum Heizen, drei Projekte sogar 50 Prozent. In diesen Fällen kann selbst bei guten Solarerträgen aus den Kollektoranlagen die geplante solare Deckung nicht erreicht werden. Um hohe solare Deckungsgrade zu erreichen, sind Speicher essenziell. Es haben sich zwei Speichersysteme auf dem Markt etabliert: Wasser-Pufferspeicher und thermische Bauteilakti­vierung. Alle geförderten Solarhäuser nutzen zumindest eine Lösung, ­manche auch eine Kombination. Um einen Trend festzustellen, definierten die Wissenschaftler ein Konzept als „primär bauteil­ aktiviert“, wenn 15-mal mehr Kubikmeter Beton beheizt werden, als Kubik­meter Wasser im Pufferspeicher sind. Nach dieser Definition sind ein Drittel der Solarhäuser primär bauteilaktiviert beheizt.


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So baut man heute BAUZEITUNG 01/02 2021

Start in die Zukunft Die Arbeitsgemeinschaft aus Porr und Strabag startet mit dem U-Bahn-Ausbau.

Architekt Mossburger / OLN; Datenquelle Stadt Wien

Building Automation von Beckhoff

3D-Visualisierung der zukünftigen U2-Station Pilgramgasse.

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er Bau des Linienkreuzes U2/U5 nimmt Fahrt auf. Nach einer Neuausschreibung haben die Wiener Linien die e­ rsten ­Vergaben erfolgreich abgeschlossen. Der Zuschlag beim Vergabe­ paket zum Bau der U2-Neubaustrecke und der Stationen ging dabei an die Arbeitsgemeinschaft der Porr und Strabag. Im Rahmen des Streckentauschs werden insgesamt sieben Kilometer Tunnel vorgetrieben und vier Stationen neugebaut. Der Auftragswert für die Arge – zu je 50 Prozent – liegt bei knapp einer halben Milliarde. Die Erweiterung des innerstädtischen U-Bahn-Netzes ist ein wesentlicher Meilenstein in der Wiener Stadtentwicklung. Höhere Leistungsfähigkeit, direkte Verbindungen für die Fahrgäste und maßgebliche Umweltentlastung kennzeichnen das wichtigste Zukunftsprojekt der Wiener Linien.

So baut man flexibel: mit Beton.

www.beckhoff.at/building

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Thomasit

Optimierte Spachtelmassen machen den ­Auftakt­­ 2021 bei Thomasit.

um Jahresauftakt präsentiert Thomasit drei seiner bewährten Spachtelmassen mit einer neuen Rezeptur: AS1 Rapid, XXL Power, und XXL Xpress. „Wir legen besonderen Wert auf die kontinuierliche Optimierung unserer Produkte, sodass sie stets den sich verändernden Anforderungen unserer Kunden entsprechen“, sagt Simone Brauner, Product Management Floor Laying Systems bei Thomasit. Die neuen Rezepturen bieten laut Hersteller deshalb einen verbesserten Verlauf. Dank schnellerer Belegreife würden die optimierten Spachtelmassen dem Verarbeiter zudem deutlich Zeit sparen, zudem seien sie daher ideal geeignet für Baustellen mit hohem Zeitdruck.

So baut man sicher: mit Stahl.

So baut man intelligent: mit Automatisierungskomponenten von Beckhoff.

Neue Rezeptur

Die neuen Thomasit-­ Spachtelmassen überzeugen durch eine optimierte Rezeptur.

So baut man klassisch: mit Ziegelsteinen.

Mit Beckhoff Building Automation lassen sich alle Gewerke auf Basis eines ganzheitlichen, durchgängigen, PC- und Ethernet-basierten Gebäudeautomatisierungskonzeptes integrieren. Der Effekt: Investitionskosten werden minimiert, Wartung und Flexibilität werden optimiert, die Engineeringkosten gesenkt und alle Kriterien für Gebäudeautomation nach Energieeffizienzklasse A erfüllt. Das modulare Beckhoff Steuerungssystem erlaubt eine Anbindung aller Datenpunkte und Subsysteme über Beckhoff Busklemmen sowie eine flexible Bedienung, vom Smart-Phone bis zum Touchpanel.


20 Fokus Software BAUZEITUNG 01/02 2021

Technologietrends 2021: Was bringen KI und Co am Bau? Neue Technologien beeinflussen zunehmend auch den Baubereich. Was kommt 2021, was ändert sich, und wie sollte man sich heute auf Entwicklungen von morgen vorbereiten? TEXT: DORIAN KREICIC

DIMENSIONEN  BIM ist für viele noch Zukunftsmusik, doch in Wahrheit schon ein Tool der Gegenwart.

Digitalisierung und Industrie 4.0 Der Trend zur autonomen Steuerung ihrer Geräte macht auch vor Baumaschinenherstellern nicht halt. Caterpillar etwa bietet seine CAT-Command-Technologie als Option für Planierraupen, Radlader und Kompaktlader an, sodass die Fahrer die Möglichkeit haben, die Maschinen entweder vor Ort oder aus vielen Kilometern Ent­ fernung fernzusteuern.

Doka

Caterpillar

Im schweizerischen Flums entsteht ein Ersatzneubau für ein Wasserkraftwerk – aus Beton, dank digitalen Zwillings, aber ganz ohne Papier. Bauherr, Planer und Baumeister setzen dabei konsequent auf BIM. Mit an Bord ist auch Doka. Der Schalungshersteller erstellte die Schalungspläne komplett in 3D.

ATP

P

rogramme und Daten werden in der Cloud genutzt, Projektpartner und Bauherren über Messengerdienste kontaktiert, Firmenfahrzeuge oder Werkzeuge per GPS oder Bluetooth lokalisiert. Dass dabei modernste IT-Technik zum Einsatz kommt, ist den wenigsten bewusst. Doch das Technologie-Rad dreht sich weiter: Nach der Digitalisierung, dem Cloud-Computing oder dem ­Building I­ nformation Modeling (BIM) b ­ eeinflussen zunehmend auch neue Technologietrends wie die künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, ­ Big Data oder Smart City den Bausektor. Was das ­praktisch bedeutet, w ­ elche Chancen und Möglich­ keiten, aber auch ­Herausforderungen und Risiken entstehen, ­beleuchtet dieser Beitrag.

Marktforschungsunternehmen haben für 2021 ­mehrere Techniktrends ausgemacht. An erster Stelle steht die Digitalisierung, die durch die a­ ktuellen ­Ereignisse einen zusätzlichen Schub erhielt. Sie hilft, Medienbrüche und dadurch bedingte ­Fehler zu vermeiden, Arbeitsabläufe zu rationalisieren oder Service­leistungen für Bauherren und Kunden zu verbessern oder Prozesse zu beschleunigen. Ein ­wichtiger Baustein ist das Mobile C ­ omputing, der Einsatz mobiler Hard- und Software. Damit lassen sich Vor-Ort-Daten erfassen, Bürodaten abgleichen oder Anfragen zeitnah beantworten. Eine durch­ gängige Digitalisierung in den Bereichen Auftrags­ erfassung, Fertigung, Bestellung, M ­ ontage und ­Logistik ist auch eine wichtige Voraussetzung für die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0). Auch die „Baustelle 4.0“, das auf den Baubereich über­ tragene Pendant, macht Unternehmen flexi­bler, ­optimiert Prozesse und rationalisiert Planungs- und Bauabläufe. Wichtige Bausteine sind unter anderem digitale Zwillinge, anhand derer Bauvorhaben optimiert werden, ferner smarte Bauprodukte, die beispielsweise die Logistik, Montage oder Baufortschrittskontrolle vereinfachen, oder selbstlernende Systeme, autonome Maschinen und Geräte.


Fokus Software 21

BIM und VR/AR/MR

Auch in der Bereitstellung von Hard-, Soft- und Service­leistungen per Internet, dem Cloud-Com­ puting, sehen IT-Experten noch viel Potenzial. Die Cloud ermöglicht eine flexible stationäre oder ­mobile Nutzung von Programmen und Daten – im Büro, in der Werkstatt oder auf der Baustelle. Ein Daten­abgleich zwischen Mobil- und Bürorechner ist ebenso wenig erforderlich wie Software-Updates. Mittel- bis langfristig wird die Cloud den PC als Aufbewahrungsort für Programme und Daten ablösen. Sie ist ein Binde­glied zwischen mobilen und stationären Rechnern und ermöglicht über Smartphone, Tablet, Notebook oder Desktop-PC einen Zugriff auf stets aktuelle Inhalte. Außerdem ist die Cloud eine zwingende Voraussetzung für die kollaborative BIM-­ Planung über BIM-Projektplattformen. Aktuell h ­ aben pandemiebedingte Kontaktbeschränkungen die Nachfrage nach Cloud-Anwendungen zwar beflügelt. Allerdings h ­ alten sich viele bauspezifische Softwareanbieter bei Cloudthemen aufgrund des Entwicklungsaufwands, mangelnder Netzqualitäten oder ­Sicherheitsbedenken der Anwender noch zurück.

Die modellorientierte Planungsmethode BIM ­reduziert Fehlerquellen und verbessert Planungsund Ausführungsqualitäten – dank a­ utomatisierter K ollisionsprüfungen, Kosten-, Massen/Men­ gen- und Stücklistenberechnungen, Ausschreib­ ungen und ­ Dokumentationen etc. Werden auch alle für die Produktion, Lieferung, Montage und Nutzung r­elevanten Informationen in das BIM-­ Modell sukzessive eingepflegt, lassen sich entsprechende Prozesse ­optimieren. So können etwa Bau- und M ­ ontageabläufe simuliert werden, um ­Überraschungen auf der Baustelle vorzubeugen. Was wann wo ­gerade geliefert oder montiert wird, ist ebenso ersichtlich wie technische Daten zu eingebauten Bauteilen, Wartungs- oder Pflegehin­weisen. Der Einsatz virtueller oder erweiterter Realitäten (VR/AR/MR) in der Akquisitions-, Entwurfs- und Planungsphase bietet viele Möglichkeiten. Interaktive ­Präsentationen mit VR-Brillen machen Projekte anschaulich, verkürzen Entscheidungsprozesse, vermeiden Missverständnisse und Fehler. In Realbilder eingeblendete digitale Informationen (Augmented oder Mixed ­Reality) erweitern die optische Wahr­ nehmung. Sie ermöglichen virtuelle Baubesprechungen oder eine Vorabansicht der Ausbauplanung für den im Rohbau stehenden Bauherren.

Auch der Schalungsspezialist Paschal beschäftigt sich mit dem aktuellen Trend. In Zusammenarbeit mit ­planitec, einem Schwesterunternehmen und Ent­ wickler einer BIM-fähigen Schalungsplanungssoftware, wurde mit seiner AR-App die Möglichkeit geschaffen, die geplante Schalungs­lösung mittels Smartphone oder Tablet auf einer Fläche in realer Umgebung darstellen zu lassen.

Cloud-Dienstleister wie Dropbox halten seit einiger Zeit in der Baubranche Einzug. So setzte die ­Strabag beim Projekt Triiiple die Dokumenten- und Planablage in einem Cloud-­ Speicher von Dropbox um. RUB, Schirdewahn

Auch Software-Hersteller wie Allplan setzen auf leistungsstarke Cloud-­ Lösungen. Neue Funktion­ alitäten in Allplan Bimplus bieten Unterstützung bei der Cloud-basierten Projekt­zusammenarbeit, der Zusammen­führung sowie der gemeinsamen Darstellung verschiedener Fachmodelle, dem Revisions­management, der Kollisionserkennung und dem Issue-Management.

Paschal

Cloud-Computing

Strabag

Allplan

BAUZEITUNG 01/02 2021

BAUSOFTWARE FÜR AUFSTEIGER. Ihr Einstieg zum Aufstieg. Vom österreichischen Marktführer. www.success-x.at Hungerburgbahn – Foto: Günther Egger

Ein Team vom Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum macht mit interaktiven Virtual-Reality-Schulungen Baustellen sicherer. Gefahrenquellen werden virtuell erlebbar gemacht, um so kritische Stellen vorab überprüfen und Sicherheitsmaßnahmen einplanen zu können.


22 Fokus Software BAUZEITUNG 01/02 2021

Im deutschen Wallenhause errichtete Peri Ende letzten Jahres Europas größtes Mehrfamilienhaus aus dem 3D-Drucker. Für das Projekt mit 380 m2 Wohnfläche wurden sechs Wochen Druckzeit veranschlagt.

Rhomberg und die Strabag haben aktuell Spots, einen animaloiden Roboter von Boston Dynamics, im Einsatz. Aktuell testet man Einsatzmöglichkeiten für den intelligenten „Roboterhund“ im Baualltag.

Rhomberg

Das Ziel von Early Bird ist es, Projektkrisen bereits bei ihrer Entstehung zu ­erkennen. Dafür analysiert die maschinell angelernte künstliche Intelligenz alle Dokumente, die in einem Projekt mittels einer Projektplattform oder eines Servers ausgetauscht werden. Auf einem Dashboard werden die Inhalte in Themengebiete geclustert und je nach Risikostufe eingefärbt.

Künstliche Intelligenz

Nicht mit Beton, sondern mit recycelbaren Materialien aus dem lokalen Umfeld druckt das italienische 3D-Druckunternehmen WASP. Im Rahmen des Projekts „Tecla“ (Technologie und Clay) entstand im italienischen Massa ­Lombardo ein kreisförmiges Wohnmodell, das optisch an ein Wespennest angelehnt ist. Mehrere 3D-­Drucker von WASP waren für den Bau gleichzeitig im Einsatz. Die Druckzeit betrug 200 Stunden bzw. acht Tage.

WASP

Peri

Werden 3D- oder BIM-Planungsdaten für die digitale Fertigung über CNC-Maschinen, Bearbeitungszentren (BAZ) oder 3D-Drucker genutzt, lassen sich nicht nur Prozesse beschleunigen. Die digitale Fertigung ermöglicht auch eine neue Formensprache, neuartige Produkte und Herstellungsmethoden. Prototypen oder Kleinserien individueller Objekte lassen sich ebenso drucken wie nicht mehr lieferbare Ersatzteile, komplexe Bauteile und sogar komplette Häuser. Mit neu entwickelten Druckmedien, wie etwa Stein- oder Betonwerkstoffen, teilweise mit Eisen-, Glas­faseroder Textilarmierung, oder mit der Beimischung recycelter Materialien etabliert sich die additive Fertigung (auch Generative Fertigung, Rapid Prototyping oder 3D-Druck genannt) zunehmend auch im Baubereich. Mit speziellen, großformatigen Portalkran-Konstruktionen mit einem an der „Laufkatze“ montierten Druckkopf lassen sich auch Druckobjekte von mehreren Metern ausgeben. Daneben gibt es auch auf einer herkömmlichen Autobetonpumpe basierende Konzepte, bei denen der Druckkopf mithilfe von Schrittmotoren und einer Steuerung präzis entlang einer vorgegebenen Kontur geführt wird. Auch damit lassen sich große und auch mehrstöckige Gebäude direkt an Ort und Stelle fertigen.

Early Bird

Digitale Fertigung und 3D-Druck

Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht smarte Programme, Produkte oder D ­ ienstleistungen, die aus Abläufen Rückschlüsse ziehen und das dabei Erlernte kreativ anwenden können. Damit lassen sich beispielsweise Funktionsabläufe optimieren, Ereignisse aus bisher gewonnenen Daten vorhersagen oder Aufgaben von automatischen Maschinen und Robotern autonom erledigen. Praktische Anwendungen im Baubereich sind KI-gestützte Prozesse zur Optimierung von Gebäudeentwürfen, automatisierte Prüfungen und Kontrollen von BIM-Modellen auf Normenkonformität oder Kollisionen, Simula­ tionen des Ressourcenbedarfs oder das Management von Baustellen. Bei der Bau- und Montageablauf­ planung etwa kann KI unter Berücksichtigung von Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten, Mängel- und Bautagesberichten oder Logistikdaten dabei helfen, Bau- und Montageprozesse zu optimieren. KI-gestützte Projektmanagementsoftware ist in der Lage, erste Anzeichen für Kostenüberschreitungen, Behinderungen oder Verzögerungen des Projektablaufs frühzeitig zu erkennen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Smarte Baustellendrohnen k ­ önnen „verstehen“, was sie sehen, daraus entsprechende Schlüsse ziehen und Aktionen einleiten – beispielsweise bei Nichteinhaltung von Vorgaben zum Sicherheits- und Gesundheitsschutz.


Fokus Software 23 BAUZEITUNG 01/02 2021

Big Data

Chancen und Herausforderungen

Als Datenbasis für KI-Prozesse dienen große Datenmengen (Big Data), anhand derer KI-Systeme ihre Algorithmen, etwa zur Mustererkennung, t­ rainieren und optimieren können. Je größer die Datenbasis ist, desto zuverlässiger sind auf KI basierende ­Systeme. Baustellen sind wertvolle Datenquellen, die ­gespeist werden von (BIM-)Planungs- und Ausschreibungsdaten, Stücklisten, Fotos, Mängel­listen, Aufmaß-, 3D-Scanner-, Sensordaten etc. Werden diese I­nformationen in der richtigen Kombination verknüpft, ausgewertet und genutzt, können sie neben der Bauausführung auch den Gebäudebetrieb optimieren. Die Sammlung, Dokumentation, Verknüpfung und Auswertung der Daten eröffnet neue Möglichkeiten, beispielsweise in der Optimierung von Bau- und Montageprozessen, der Vermeidung von Bau­mängeln oder der Steigerung von Planungsund Ausführungsqualitäten. Big Data eröffnet Bauunternehmen die Möglichkeit, ihre Leistungen kritisch zu beleuchten und im Hinblick auf künftige Projekte zu optimieren. Auch das Marketing profitiert: So ­lassen sich aus aktuellen Marktdaten Rückschlüsse auf das künftige Kundenverhalten ziehen. Den Bauherren und Kunden können so präziser zugeschnittene, i­ndividuelle Angebote unterbreitet werden, die deren Bedürfnisse besser berücksichtigen.

Die Technologietrends stehen globale Entwick­lungen gegenüber wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, endliche Energie-/Rohstoffressourcen und damit eine wachsende Notwendigkeit zur Kreislaufwirtschaft. Zu den gesellschaft­lichen Herausforderungen gehören das Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung und Gentrifizierung, aber auch die Individualisierung, die unter anderem eine Zunahme von Singlehaushalten zufolge hat. Für einige dieser Entwicklungen können oben genannte Technologietrends durchaus ein Teil der Lösung sein. Manchmal sind sie aber auch Teil des Problems. So brauchen die Datenhaltung, Verarbeitung und Bereitstellung großer Mengen über das Internet und damit zusammenhängende technische Systeme sehr viel Strom. Auch das Smart Home führt letztlich zu einem Energiemehrverbrauch. Der zunehmende Einsatz neuer IT-Technologien birgt zudem Sicherheitsrisiken – etwa im Hinblick auf den Datenschutz, die informationelle Selbstbestimmung oder Datensicherheit. Kritiker warnen vor Datenmissbrauch und dem blinden Vertrauen in die Ergebnisse von Datenanalysen im Zusammenhang mit KI und Big Data. Da immer mehr Geräte digital vernetzt sind, werden sie zu attraktiven Zielen für Cyberangriffe. IT-Sicherheitsmaßnahmen werden daher immer wichtiger, mehr Aufwand und mehr Kosten verursachen. Durchsetzen können sich obige Technologietrends allerdings nur, wenn Hochgeschwindigkeitsdatennentze wie die 5G-Mobilfunktechnik flächendeckend verfügbar sind und auch sehr große Datenmengen ausreichend schnell übertragen werden können.  ◼

Probis/Emproc

Probis Expert ist ein Cloudbasiertes Multi-ProjektCon­trolling-Tool und erfüllt dabei verschiedenste Funktionen, um eine um­fassende Koordination aller Finanzprozesse und eine Benchmark-Analyse sicherzustellen.

Nevaris

Success X ist die hoch­ moderne Bausoftware von Nevaris, die es erlaubt, bestehende Projekte, Daten oder Standardkalkulationen mit wenig Aufwand aus der Vorgängerlösung zu übernehmen.

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24 Fokus Software BAUZEITUNG 01/02 2021

Die Baustelle digital im Griff Die Softwarelösung von BMD soll die strukturierte Abwicklung von Bauprojekten unterstützen. esetzliche Regelungen, anspruchsvollere ­Kunden, komplexe Abläufe oder auch schärfer zu kalkulierende Bauvorhaben erfordern eine strukturierte Abwicklung von Bauprojekten. Das ober­ österreichische Softwareunternehmen BMD hat ­deshalb für Bauunternehmen eine maßgeschneiderte Softwarelösung entwickelt, die Unterstützung und Komfort bieten soll. Die Funktionen auf einen Blick: ◼ Von der Baustellenorganisation bis zur Nach­ kalkulation sind alle benötigten Informationen zeit­gerecht und exakt verfügbar. ◼ Elektronischer Bauakt: Zuordnung von organisatorischen Aufgaben und Dokumenten (Mails, Bilder, CAD- Pläne etc.). ◼ Bauzeit- und Projektpläne mit einzelnen Bau­ phasen und Meilensteine definieren, Mitarbeiter optimal verplanen. ◼ Bautagebücher: Eingabe mittels Web-Erfassung bzw. App-Lösung direkt auf der Baustelle. ◼ Baustellenbezogene Erfassung von Angeboten, Aufträgen, Material- und Gerätelieferungen (auch mittels Strichcode-Scanners).

Zahlreiche Funktionen wie z. B. Bautagebuch, Überblick über Maschi­ nen und Geräte sowie der elektronische Bauakt wurden in die BMD-Lösung integriert.

BMD

G

◼Ü  berblick über gelieferte und retournierte Geräte und Maschinen im Modul BMD-Verleih. ◼ Ü berleitung in die Baustellen-Nachkalkulation und in die BMD-Lohnverrechnung, inklusive Bauarbeiter-­Urlaubskasse und Datendrehscheibe. Ebenfalls in die Lösung integriert wurden: ◼ Regiefakturen, Pauschal-Abrechnungen inklusive Teil- und Schlussrechnungsautomatik ohne viel Aufwand erstellen. ◼ Baustellenbezogene Bestellungen mit Direktlieferungen auf die Baustelle. ◼ Offene Postenverwaltung, Mahnwesen, Zahlungsverkehr mit HFU-Liste. ◼ Baustellennachkalkulation in der Kostenrechnung mit transparenter Darstellung des Baustellen­ ergebnisses.  ◼

Neue Version, neue Features Nevaris

Success X 2021.1 ist nun vollkommen ÖNorm-kompatibel und verfügt über neuen Bereich „Control“.

Die neue SuccessX Version 2021.1 enthält neue Funktionen und wichtige Verbesserun­ gen, Kernthema ist die vollumfängliche Um­ setzung der Önorm B2061:2020

N

evaris veröffentlichte das neueste Release von Success X, dem Produktnachfolger von Auer Success. Die Version 2021.1 enthält neue F ­ unktionen und wichtige Verbesserungen, Kernthema ist die vollumfängliche Umsetzung der Önorm B2061:2020. Die Zuordnung von Gemeinkosten kann ab sofort für jedes Betriebsmittel zweistufig erfolgen: Zum einen können sie normgemäß als Gesamtzuschlag definiert werden, zum anderen nun auch zusätzlich individuell für jedes Betriebsmittel in Form eines ­Prozentsatzes angesetzt werden. Zudem ist es nun auch möglich, bestehende ­Projektkalkulationen und Betriebsmittelstämme ab Kalkulationsversion 1999 in die neue Version 2020 zu konvertieren. Alternativ dazu ist weiterhin die Nutzung der gewohnten Version 1999 möglich,

wobei die Daten mit den Formblättern der ­Version 2020 gedruckt werden, ohne die neuen Felder zu befüllen. Mit dem Release 2021.1 wurden zusätzlich die Hilfsblätter der Mittellohnberechnung über­ arbeitet und die Kalkulationsblätter (K2-K7) gemäß neuer Norm gestaltet. Gänzlich neu ist der Bereich „Control“, der ab sofort als integrative Grundlage für kaufmänn­ische Funktionen dient. Im ersten Schritt gibt es nun den Prozess „Ausgangsrechnung“, der allen Anwendern des Moduls „Abrechnung“ zur Verfügung steht. Dieser Prozess ist die Alternative zur b ­ isherigen Rechnungsübersicht. Nun werden alle gestellten ­Rechnungen unabhängig vom jeweiligen Status zentral verwaltet sowie projektübergreifend dargestellt und ausgewertet.  ◼


Fokus Software 25 BAUZEITUNG 01/02 2021

Mehr Flexibilität bei Baudokumentation

Neu: Der Österr.

Capmo erweitert seine Berichtsfunktion um ein Template für individuelle Vorlagen.

IB-DATA  Die aktualisierte Ausgabe des ­Österreichischen Industriestandards, Version 016, von id-Data ist erschienen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung ergänzender Ausschreibungstexte gemäß ÖNorm A 2063 zu den Standardisierten Leistungsbeschreibungen (StLB) Hochbau und Haustechnik des Bundesministeriums sowie zur LB-Beleuchtung des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). Aktuell stellen mehr als 200 namhafte Hersteller bzw. Produktanbieter mehr als 400.000 Produktbeschreibungen als Ausschreibungstexte zur Verfügung, abgebildet in über 5.500 Katalogen. 2020 haben sich gleich zwölf neue Firmen erstmalig für die Teilnahme entschieden. Anwender profitieren von Ausschreibungstexten in Ergänzungs-Leistungsbeschreibungen als ONLB oder ONLV Datenträger gemäß ÖNorm A 2063 zur StLB-Hochbau (LB-HB 021), StLB-Haustechnik (LB-HT 012) und StLB-Beleuchtungstechnik (LB-BL 010) in elektronischer Form. Diese können mit jeder ÖNorm-konformen AVA-Software automatisiert verwendet werden. Steht kein Ausschreibungsprogramm zur Verfügung, kann die kostenlos mitgelieferte Edition ABK8-Starter für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen genutzt werden. Die kostenlose Registrierung ­ erfolgt einmalig auf www.baudaten.info/ registrierung. Die aktuelle Ausgabe wird per Downloadlink zugeschickt.

Industriestandard

in großer Vorteil der digitalen Baudokumentation gegenüber der analogen Arbeitsweise bei der Bauüberwachung ist die automatische Generierung von Berichten und Protokollen. „Sich nicht mehr stundenlang mit der Ablage von Daten und der F ­ ormatierung von Excel- oder Word-Dateien beschäftigen zu ­müssen spart Fachkräften am Bau enorm viel Zeit“, erklärt Capmo-Geschäftsführer ­Patrick Christ. Mit der neuen Template-Funktion will das SaaS-Unternehmen Capmo Bau- und Projekt­leitern, Architekten und Geschäftsführern noch mehr Büroarbeit abnehmen. „Bei Tagesberichten oder Mängellisten zählt zunehmend nicht nur der Inhalt, sondern auch die Optik. Vor allem bei Architekten ist der Wunsch nach einem ästhetischen Design ihrer Dokumente groß“, so Christ. „­Deshalb haben wir unsere Exportfunktion weiterentwickelt und gewähren ­unseren Kunden nun volle Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Berichte“, betont Christ. Um von der neuen Funktion Gebrauch zu machen, selektieren Capmo-Nutzer zunächst die gewünschten Informationen für den Export. Im nächsten Schritt wählen sie die gewünschte Vorlage aus. Die Nutzer können dabei entweder auf die von den Digitalexperten erstellten VOB-konformen Standardvorlagen zurückgreifen oder eigene Vorlagen ins System laden. „Mit einem technischen Grundverständnis gelingt die Erstellung der Templates problemlos“, so Christ. „Um sicherzustellen, dass unsere Nutzer bestmöglich von der Funktion profitieren, führen wir jedes Unternehmen im Rahmen einer persönlichen Schulung in die Template-Funktion ein.“

ZEIT FÜR effiziente Wege Wie einfach, wenn der Papierkram digital erledigt wird. Von unterwegs oder direkt auf der Baustelle werden per App Zeiten, Fotos oder auch Tätigkeiten erfasst. Ganz individuell für jedes Unternehmen und jedes Projekt – zeit- und kostensparend.

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26 Baumaschinen BAUZEITUNG 01/02 2021

Total digital Auch bei Bau­ maschinen wird die ­Digitalisierung das Geschehen auf der Baustelle in den nächsten Jahren wesentlich ändern. TEXT: WOLFGANG

Liebherr

POZSOGAR

S

ANIMALOID  Boston Dynamics und Trimble wollen gemeinsam die autonome Mobilität des „Roboterhundes“ für Standortscans, Vermes­ sung und Fortschritts­ überwachung nützen.

Haider Bau

eltsame Gestalten faszinieren und verblüffen seit einiger Zeit auf ausgewählten Baustellen. Mit vier zierlich wirkenden Metallbeinen klettern sie behände und schwindelfrei über Stiegen, Gerüste oder Geröllhalden, bleiben stehen, legen sich hin, drehen ihren Kopf. Es sind „Roboterhunde“ von Boston Dynamics, eingesetzt werden sie etwa von der Strabag oder vom Vorarlberger Bauunternehmen Rhomberg zur Fotodokumentation. Dass die digitalen Vierbeiner kein Gag sind, sondern Potenzial für die Zukunft haben, beweist die strategische Allianz zwischen Boston Dynamics und Trimble. Die beiden Global Player wollen die Mobilität des Roboters mit den Datenerfassungssensoren und der Software von Trimble kombinieren. Standortscans, Vermessung und Fortschrittsüberwachung sollen künftig ihre Aufgaben sein. Die Roboter mit vier Beinen sind nur ein Beispiel für den Einzug von digitalen Techniken auf den Baustellen. Begonnen hat diese Entwicklung vor nunmehr knapp einem Jahrzehnt, als die ersten Modems den Datenaustausch mit den Baumaschinen ermöglichten. Heute ist in einigen Bereichen bereits eine Vernetzung von Baumaschine, Planung und Projektverwaltung und -steuerung Realität. Und das soll erst der Anfang sein. Stefan Nöken, Mitglied des Vorstands der Hilti AG, skizzierte auf dem Hilti BIM Expertenforum 2019, was bevorsteht: „Die momen-

  Der TrimbleWorksManager spart enorm viel Zeit und damit Geld. SIEGFRIED TARNAWSKI, HAIDER BAU

tane Veränderung der Bauindustrie ist so substan­ ziell, dass in den nächsten zehn Jahren mehr passieren wird als in den vergangenen hundert Jahren.“

Kombinierbare smarte Tools Vorangetrieben wird die Digitalisierung der Bau­ stellen von verschiedenen Seiten. Unter den Baumaschinenherstellern ist einer der Vorreiter K ­ omatsu. Das Unternehmen führte bereits 2015 in Japan „Smart Construction“ ein. Verschiedene Softwarelösungen und IoT-Geräte (IoT, Internet of Things) werden unter diesem Namen kombiniert. Ziel ist es, sämtliche Prozesse auf der Baustelle digital zu transformieren, um Arbeitsweisen und Zusammenarbeit zu optimieren, und das sowohl intern als auch mit Subunternehmen. „Komatsu weiß, wie man effizient Maschinen baut, dieses Know-how bringt man mit Smart Construction auf die Baustelle“, sagt ­Stefan Kuhn über die neue Technologie. Derzeit wird Smart Construction in Europa eingeführt. Ein Projekt startet K ­ omatsu mit Kuhn etwa in Tschechien. In Österreich sind die Kunden noch abwartend: „Das ist verständlich“, sagt Kuhn, „denn diese im Grunde völlig neue Abwicklung erfordert in der Startphase auch vom Kunden einiges an ­Engagement.“ Die Lösung von Komatsu besteht aus kombinierbaren einzelnen Elementen von 3D-Darstellungen über Visualisierungen für Gelände- und Maschinendaten, Drohnen-Einbindung, Fortschritt-,


Baumaschinen 27 BAUZEITUNG 01/02 2021

INFO

Liebherr

Forschung fürs Bauen 4.0

Punktgenaue Bohrungen Liebherr hat ebenfalls eine Reihe digitaler Lösungen im Angebot. Dazu gehören etwa Planungssoftware für den Kraneinsatz oder ein Fuhrpark- und Flottenmanagement für den Baumaschinenpark. Mit der Prozessdatenerfassung PDE etwa lassen sich Arbeitsprozesse elektronisch erfassen und visualisieren. Das Positionierungssystem Lipos wiederum ermöglicht die punktgenaue Ausrichtung der Anbauwerkzeuge. Auch Maschinensteuerungssysteme von Trimble und Leica können damit in die Prozessdatenerfassung und das Reporting integriert werden. Eingesetzt wird Lipos derzeit etwa bei Fundierungsarbeiten für das neue Krankenhaus ­Oberwart. Züblin nutzt die Technik dort mit einem ­Liebherr-Bohrgerät LB 28. Mit dieser Kombination können alle Daten des digitalen Bohrplans problemlos auf die Liebherr-Maschine übertragen werden. In der Kabine befindet sich ein zusätzlicher Monitor, der dem Fahrer zu jeder Zeit zentimetergenau seine Position anzeigt. Das LB 28 lässt sich dadurch

zu jedem der 1.310 Bohrpunkte manövrieren, und das ohne irgendwelche Steckeisen oder Farbmarkierungen für die Orientierung. Der Fahrer kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, ist flexibler und vor allem schneller beim Umsetzen des Bohrgeräts. Ursprünglich war für das Einbringen der 1.310 Pfähle eine Bauzeit von vier Monaten vorgesehen, dank der Lösung von Liebherr dauert es jetzt nur drei Monate.

EINSPARUNG  Die Kombination aus dem LiebherrBohrgerät LB 28 und dem Positionierungssystem Lipos führte bei Fundie­ rungsarbeiten für das Krankenhaus Oberwart zu einer deutlichen Bauzeitverkürzung.

Digitalisierung im und als Service

Liebherr

Produktivität- und Profitabilität-Anzeigen und Simu­ lationen bis zum Projektmanagement und natürlich aus allen Lösungen für die Maschinensteuerung. Auch künstliche Intelligenz wird künftig geboten, erzählt Kuhn: „Das System kann beispielsweise bei bestimmten Konflikten Lösungsvorschläge machen.“

Auf dem Weg zur digitalen Baustelle fehlen in vielen Bereichen Standards, darüber sind sich Experten und Anwender einig. Maximilian Schöberl vom Institut für Fördertechnik Materialfluss Logistik an der TU München beschäftigt sich im Rahmen des Forschungsprojekts Bauen 4.0 gemeinsam mit einem Team der TU Dresden mit der Digitalisierung der Baustellen. Die automatisierte, vernetzte Arbeits­maschine, die 5G-Vernetzung sowie Prozesse und Lösungen für die digitale Baustelle sind die Forschungsschwerpunkte, und dabei spielen Datenübertragung und Standards eine wesentliche Rolle. Schöberl sieht konkrete Schritt zur Standardisierung, etwa die neue Norm ISO 15143/4, die den Datenaustausch mit Baumaschinen regeln wird. Das Team arbeitet auch an einem baumaschinen­ spezifischen Daten­modell unter Verwendung ­bestehender OPC-UA-Spezifikationen. Bis Sommer 2022 sollen die Entwicklungen getestet und im­ Baustellenumfeld evaluiert sein.

UNTERSTÜTZUNG  In der Kabine befindet sich ein zusätzlicher Monitor, der zu jeder Zeit zentime­ tergenau die Position von Maschine und Bohr­ gerät anzeigt.

Forciert wird die Digitalisierung der Baustelle auch von Anbietern, die aus dem Vermessungs­ bereich kommen. Trimble beispielsweise sieht sich heute als Unternehmen, das mit neuen Technologien, Softwarelösungen und Services die Digitalisierung des Bauwesens vorantreibt. Das Unternehmen bietet etwa mit dem Trimble WorksManager eine O ­ nlineplattform, mit deren Hilfe der Anwender auf die Daten aller Maschinen und aller Vermessungsgeräte zugreifen können, erzählt Johann Bosch, ­Geschäftsführer von Sitech Austria: „Die gesamte Projektverwaltung erfolgt damit online.“ Dazu gibt es weitere Tools wie EarthWorks, eine intelligente ­Maschinensteuerung, die dem Fahrer auch viele wichtige Infos bis hin zu Bedienungshilfen in mehreren Sprachen auf dem Tablet zur Verfügung stellt. „In den letzten zwölf Monaten sind diese L ­ ösungen bei unseren Kunden zu einem großen Thema geworden“,


28 Baumaschinen

Kuhn

BAUZEITUNG 01/02 2021

erzählt Bosch. Geschätzt werde besonders die große Zeit- und damit Geldersparnis und die ­Sicherheit, dass die Daten aller Maschinen immer auf dem neuesten Stand sind. Die Gebr. Haider Gruppe Bau stattete beispielsweise in dieser Woche 20 Bagger und einen Grader mit dem Trimble-WorksManager aus. Siegfried Tarnawski, bei Haider für Vermessung und Maschinensteuerung verantwortlich, ist von der ­Lösung begeistert: „Jeder Mitarbeiter der Vermes-

SMART  Komatsu kombi­ niert verschiedene Soft­ warelösungen und IoT-Geräte, um sämtliche Prozesse auf der Bau­ stelle in die digitale Ebene zu transformieren.

sungsabteilung hat Onlinezugriff auf Vermessungsdaten und Baumaschinen“, berichtet er. Mussten diese Mitarbeiter früher häufig auf die in ganz Österreich verstreuten Baustellen fahren, können sie jetzt den Datentransfer für die Maschinensteuerung und viele andere Aufgaben online vom zentralen Büro aus erledigen: „Mit dem ­WorksManager sind verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten mit der Maschine und dem Fahrer möglich, all das erspart enorm viel Zeit und damit Geld“, berichtet Tarnawski. Um Kunden für solche neue Technologien zu gewinnen, bedarf es allerdings wesentlich mehr Beratungsaufwand als beim Verkauf einzelner Geräte. Sitech hat sich einiges einfallen lassen, um Bauunternehmen die Lösungen und ihre Vorteile nahezubringen: „Der Kunde kann mit einer Demo-Lizenz starten, die ihm kostenlosen Zugriff auf die Plattform gibt, Schritt für Schritt wird er dann in Beratungsgesprächen mit den Möglichkeiten der Systeme vertraut gemacht, und gemeinsam wird eine für ihn optimale Lösung entwickelt“, erzählt Bosch. Die Investitionen lohnen sich, ist er überzeugt: „Bei Schubraupen oder Bagger sind Leistungssteigerungen von mehr als 50 Prozent möglich – bei gleichem Treibstoffverbrauch. Und die Arbeiten werden präzis ohne Mehraushub erledigt.“ Bosch verspricht, dass

Digitale Vermietung Das Thema Digitalisierung auf eine ­etwas andere Weise realisiert die Vermietplattform Digando.com. „Baumaschinen ­online mieten“ lautet das Motto des jungen ­Unternehmens. Die clevere Idee und die Besonderheit: Digando verbindet auf seiner Plattform verschiedene Baumaschinenvermieter digital mit ihren Kunden. Die Mieter können auf der Digando-Seite online die Verfügbarkeit prüfen und Maschinen ihrer Wahl aussuchen. Das große Plus: Im selben Augenblick, wo der Kunde bucht, ist die Maschine auch im System des Vermieters fix gebucht. „Es braucht keine Telefonate mehr, keine E-Mails, alles läuft in Echtzeit, der ­Mieter hat direkten Zugriff auf die ­Maschine“, erläutert Digando-Geschäftsführer ­Alexander Höss. Auf der Plattform finden sich der-

zeit ­Mietangebote von Kuhn Baumaschinen sowie der Firmen Kleinheider, Hummer, ­Huppenkothen und Messner. Bald wird das Angebot noch größer, kündigt Höss an: „Wir führen konkrete Gespräche mit weiteren Vermietern, darunter sind auch große Anbieter.“ Digando sieht sich als ­Betreiber der Plattform mit dem Ziel, die Digitalisierung der Vermietung weiterzuentwickeln. Derzeit wird etwa daran gearbeitet, den Mitarbeitern größerer Firmen unterschiedliche Zugriffsrechte zu ermöglichen. Auch für beratungsintensive ­Maschinen will man künftige digitale U ­ nterstützung etwa in Form elektronischer Manuals bieten. „Digando.com ist ein Marktplatz, der ­Mieter und Vermieter auf bestmögliche Weise zusammenbringen will“, ­erläutert

Digando.com

DIGANDO.COM VERBINDET AUF SEINER PLATTFORM VERSCHIEDENE BAUMASCHINENVERMIETER DIGITAL MIT IHREN KUNDEN.

Höss. Er ist überzeugt, dass der digitale Marktplatz noch deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Der Geschäftsführer denkt etwa daran, dass in der digitalisierten Baustellen­zukunft Planungstools automatisch Mietaufträge platzieren werden. „Eine IT-Schnittstelle zu einer zentralen Plattform statt unterschiedlicher Verbindungen zu mehreren Vermietern wäre dann ein gewichtiges Plus“, meint Höss.


Baumaschinen 29 BAUZEITUNG 01/02 2021

sich ein sehr großer Teil der aktuellen Maschinen in das System ein­binden lässt: „Wir haben auch schon Fertiger und ­Walzen inklusive Verdichtungs- und Temperatursensor integriert.“ Die Kompatibilität zu BIM-Systemen sei ebenfalls gegeben.

Digitaler David unter Goliaths

MTS Schrode

Einen digitalen Lösungsbaukasten für 3D-Bau­ stellen bietet auch MTS Schrode AG. Als Herzstück des ­Systems bezeichnet die Firma, die sich als ­David ­unter den Goliaths sieht, das MTS-Navi. ­Dessen große Stärke laut Firma: Es wurde ausdrücklich für den Bedarf des Tief- und Straßenbauers konzipiert. Das MTS-Navi ermöglicht intuitives Navigieren durch alle Anwendungsschritte. Die vollständige Einbindung eines CAD-Kerns erlaubt das wahlweise Einund Ausblenden von grafischen Elementen wie beispielsweise Straßenrändern und Kabeln. Als Bedien- und Anzeigegerät wird ein Toughpad von Panasonic eingesetzt, das auch am MTS-Rover zu Vermessungszwecken oder als Bürorechner genutzt werden kann und mit Systemen anderer Hersteller kompatibel ist. Außerdem lassen sich andere Automatisierungstechnologien wie der MTS-Verdich­ tungs­assistent oder der MTS-Tiltrotator einbinden. Der Hersteller verspricht, dass das MTS-Navi den Bagger auch BIM-tauglich mache und schon heute alle Anforderungen des modellbasierten Bauens erfülle. Für die Integration weiterer Anwendungen in Richtung Dokumentation und Abrechnung sei die Technik ebenfalls geeignet.

NAVIGATION  Das Navi von MTS Schrode wurde ausdrücklich für den Bedarf des Tief- und Straßenbauers konzi­ piert und ist bis hin zu BIM für viele Anwendun­ gen offen.

So völlig problemlos, wie das die Anbieter propagieren, lassen sich die einzelnen Systeme allerdings nicht kombinieren, hört man von der Bauwirtschaft. „Die meisten Hersteller wollten mit ihrem eigenen System Marktführer werden. Jetzt zeichnet sich langsam ein Aufwachen an“, erzählt Walter ­Haberfellner, bei der Strabag für Innovation und ­Digitalisierung verantwortlich. Durch Gespräche mit den Firmen, aber auch durch Engagement im Bereich der Normung versucht die Strabag Standards voranzutreiben. Als einen aktuellen Erfolg dabei bezeichnet Haberfellner die ÖNorm A 2063. Sie soll im März veröffentlicht werden und den Datenaustausch zwischen BIM-Modell und AVA-Software für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung standardisieren. Ähnlich äußert sich Porr-CEO Karl-Heinz Strauss über BIM generell: „Um die bestmöglichen Ergebnisse aus dem Einsatz von BIM erzielen zu können, ist diese Durchgängigkeit der zu verarbeitenden Daten eine relevante Voraussetzung.“ Es sei zwar zu erkennen, dass viele Partner und Subunternehmer

Porr/Astrid Knie

Herausforderung des Kombinierens

  Die Digitali­ sierung der Baubran­ che passiert nicht der Digitalisierung wegen, sondern weil sie echte Vorteile bringt. KARL-HEINZ STRAUSS, PORR CEO

bereits mit dieser Entwicklung mitgehen – es gebe aber nach wie vor keine klar standardisierte Nomenklatur: „Derzeit verwendet quasi jeder sein eigenes BIM. Hier wäre eine einheitliche Plattform zur Nutzung kollaborativer Modelle und Methoden wünschenswert, und das würde mit Sicherheit zu einer höheren Akzeptanz und einem flächendeckenderen Einsatz von BIM beitragen.“ Zumindest die großen Unternehmen der Bauwirtschaft arbeiten heute mit Hochdruck an der Umsetzung der Möglichkeiten des Bauen 4.0: „Digitale Prozesse haben das Potenzial, überall in der Bau-Wertschöpfungskette durchzugreifen und das komplette Bauwesen zu revolutionieren“, so Strauss. Einige Baukonzerne entwickeln digitale Lösungen auch im eigenen Unternehmen. Bei der ­Strabag ist dieses Engagement nicht mehr auf zentrale Einheiten beschränkt, erzählt Haberfellner. „Unser Bereich Innovation und Digitalisierung versteht sich als Dienstleister, der operativen Kollegen in allen Einheiten Unterstützung beim Finden neuer Lösungen bietet.“ So soll maximaler Raum für K ­ reativität ­geschaffen werden. „Es ist gerade in diesem Bereich sehr wichtig, neue Ideen aufzugreifen und zu p ­ rüfen“, sagt Haberfellner. Auf diese Weise ist die ­Strabag auch auf die Roboterhunde von ­Boston D ­ ynamics gekommen, die bei einer Baustelle die Fotodokumentation erstellen. Grundsätzlich will das Unternehmen aber nicht technologiegetrieben agieren: „Wir sind heute bereits einen Schritt weiter, wir wollen nicht mehr unbedingt alles Neue einsetzen, sondern wir interessieren uns für den Prozess dahinter, für den langfristigen Benefit“, erläutert ­Haberfellner.­ Digitale ­Technik sei schließlich kein Nice-to-have, ­sondern müsse am Ende des Tages Nutzen für das ­Unternehmen bringen. Das werden die richtigen Lösungen zweifellos tun.  ◼


30 Service BAUZEITUNG 01/02 2021

3,8 Mrd €

Auftragsbestand der Baubetriebe: 16,2 Milliarden Euro (Stand Ende Oktober 2020)

(-3,2 %)

3,2 Mrd €

2,6 Mrd €

OBERÖSTERREICH

NIEDERÖSTERREICH

(+6,2 %)

(+43,4 %)

VORARLBERG

2,1 Mrd € (-4,6 %) TIROL

(+4,5 %)

214 Mio €

1,4 Mrd €

1,8 Mrd €

(+18,3 %)

SALZBURG

(-16,9 %)

BURGENLAND

(+5,3 %)

701,2 Mio €

STEIERMARK

(+14,1 %) KÄRNTEN

Baukonjunktur: Erholung in Aussicht? Produktionsminus, aber Zuwachs im Auftragsbestand: Die Statistik Austria veröffentlicht die Baukonjunkturzahlen Jänner–Oktober 2020 und gibt eine Früheinschätzung für das Gesamtjahr.

I

m Bau wurden im Zeitraum Jänner bis Oktober 2020 von 36.719 Unternehmen rund 41,5 Milliarden Euro umgesetzt (–4,0 Prozent gegenüber Jänner bis Oktober 2019). Nach den starken Rückgängen im Frühjahr 2020 konsolidierten sich in den Folgemonaten die Indikatoren für den Bau im Vergleich zu den Vorjahres­monaten wieder etwas. Jedoch fiel im Oktober 2020 trotz stabiler Beschäftigung (305.976 bzw. +0,8 %) der Bauproduktionswert in diesem Kernbereich der österreichischen Wirtschaft im Vergleich zu Oktober 2019 mit –6,2 % doch wieder recht deutlich.

Schwächelnder Hochbau, Zuwachs im Tiefbau In den Hochbausparten waren für den Zeitraum Jänner bis Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahr durchwegs rückläufige Produktionsentwicklungen zu beobachten (Erschließung von Grundstücken, Bauträger –14,0 %; Wohnungs- und Siedlungsbau –5,7 %; Sonstiger Hochbau –5,0%; Adaptierungsarbeiten im Hochbau –0,8%). Im Tiefbau entwickelten sich die Teilsparten „Kabelnetzleitungstiefbau“ mit +16,6 %, „Brücken- und Hochstraßenbau“ mit +7,1 % sowie „Sonstiger Tiefbau anderweitig nicht genannt“ mit +2,5 % sogar positiv. Die übrigen Tiefbausparten lagen hingegen im Minus. Die abgesetzte Produktion der Bautätigkeit für den öffentlichen Sektor lag in den ersten zehn ­Monaten 2020 mit rund 6,6 Mrd. Euro

um 5,8 % unter der Vorjahresperiode. Die (in absoluten Zahlen) höchsten öffentlichen Investitionen gab es dabei in den Teilsparten „Bau von Straßen“ (1,7 Mrd. Euro), „Sonstiger Hochbau“ (1,1 Mrd. Euro) sowie „Wohnungs- und Siedlungsbau“ (923,0 Mio. Euro). Von den wirtschaftlich bedeutsamsten Bausparten verzeichneten lediglich die Teilsparten „Sonstige spezialisierte Bautätigkeiten“ mit +11,7 %, „Kabelnetzleitungstiefbau“ mit +10,3 % sowie „Adaptierungsarbeiten im Hochbau“ mit +0,5 % im Vergleich zur Vorjahresperiode nennenswerte Zuwächse im öffentlichen Bereich. Rückgänge beim öffentlichen Produktionsvolumen gab es u. a. in den sehr wichtigen Teilsparten „Bau von Straßen“ (–10,7 %) und „Tunnelbau“ (–8,1 %). Regional betrachtet wiesen nur das Burgenland (+4,4 %) und ­Vorarlberg (+3,7 %) Produktionssteigerungen im Vergleich zur Vorjahresperiode auf. Die höchsten Rückgänge gab es in Kärnten (–8,0 %) und Wien (–7,0 %).

Positiver Dezember Die Frühschätzungen für den Bereich Bau zeigen für Dezember 2020 mit einem Plus von 1,8 Prozent eine positive Entwicklung des Umsatz­indexes im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Arbeitsvolumen weist im Vorjahresvergleich eine leichte Steigerung (+0,7 %) auf. Ebenso wie der Beschäftigungsindex (+2,5 %).  ◼

Illu: seamartini / Getty Images, Grafik: Der Wirtschaftsverlag

431,7 Mio €

WIEN


Service 31 BAUZEITUNG 01/02 2021

Die Pandemie – Ein Zwischenbericht Es ist mittlerweile Tradition, dass der erste Artikel des Jahres an dieser Stelle einen etwas anderen (eher unernsten) Blickwinkel einnimmt.

A

uch heuer hatte ich viele Ideen, mehr, als hier unterzubringen sind; zum Beispiel die Analyse der Unterschiede zwischen Baumeister und Rechtsanwalt oder das Vergabe­verfahren als Gleichnis auf die Reisen des Odysseus. Aber was soll’s, man kann es nicht ignorieren: Es geht um die Covid-19-Pandemie. Zunächst zeigen die ausgewählten Ergebnisse einer (nichtrepräsentativen, aber doch handverlesenen) Umfrage in der Baubranche Folgendes: 17 Prozent der Bauunternehmen haben ihr Geschäftsmodell an die Krise angepasst; nicht, ­ wie man glauben sollte, auf den Bau von Kranken­ häusern und Impfzentren, sondern auf Produktion und Verkauf von Schutzmasken oder Toiletten­papier. Obwohl die Kurzarbeit verbreitet eingesetzt wurde, hat mich keiner angestellt. 28 Prozent der Bauherren blieben stur bei der Ansicht, die Auswirkungen lägen allein in der ­ Sphäre der Bauunternehmen, denn das Bauen sei deren Problem und der Bauherr könne schließlich nichts für die Pandemie. Seltsamerweise hat keiner dieser Bauherren staatliche Unterstützungen aus­ geschlagen, obwohl sein Geschäft ja auch sein Problem ist und der Staat schließlich nichts für die Pandemie kann. 68 Prozent der Bautechniker können Besprechungen per Videokonferenz nicht leiden. Sie zeigen das dadurch, dass sie ihr Mikrofon nicht einschalten, während sie sprechen. (Juristen wiederum haben mehrheitlich kein Problem mit Videokonferenzen; nicht, weil sie so gerne untenrum nackt sind, sondern weil sie gewöhnt sind, dass ihnen niemand zuhört.)

Über (Verschwörungs-)Theorien und Co Die zweite Betrachtung ist breiter angelegt und hat ergeben, dass viele der – vor allem in sozialen Netzwerken verbreiteten – (Verschwörungs-)Theorien der Wahrheit entsprechen: Die Demokratie ist gefährdet; zumindest dann, wenn man davon ausgeht, dass Demokratie die

schrankenlose Freiheit des Einzelnen bedeutet und der Ausgleich oder Schutz anderer Interessen irrelevant ist. Da dies erkannt wurde, wird demnächst übrigens auch die Straßenverkehrsordnung ab­ geschafft. Jeder soll selbst schauen, wie er überlebt, wenn er aus dem Haus geht. Das Virus ist nicht gefährlicher als die Grippe. Man hat festgestellt, dass das Leben an sich gefährlich ist, jede Differenzierung ist Haarspalterei. Bill Gates und George Soros haben das Virus gezüchtet; wenn auch nicht absichtlich im Labor, sondern versehentlich im Zuge ihres g ­ emeinsamen Hobbys, nämlich beim Verkauf von lebenden ­Schuppentieren in Wuhan. Alkohol schützt tatsächlich vor dem Virus, und zwar nicht nur bei oberflächlicher Anwendung. Der Zusammenhang ist unleugbar: Je mehr man trinkt, desto unwahrscheinlicher ist es, am Corona­virus zu sterben; erstens weil die Wahrscheinlichkeit steigt, sich zu Tode zu saufen (ist auch nicht schön, aber scheint dann zumindest nicht in den Covid-19-­ Statistiken auf), und zweitens weil unmäßiger Alkoholkonsum eine Art „natürliche“ Kontaktbeschränkung nach sich zieht.

Der Praxistipp Wie kommt man möglichst gut durch die Krise? Drei Tipps dazu: Wenn Sie von der Herstellung von Bauwerken auf jene von Schutzmasken oder Toilettenpapier umsteigen wollen, bedenken Sie, dass sich Beton nicht sehr gut dazu eignet, vor allem, weil er den Kunden zu schwer ist. Trinken Sie in Maßen (damit ist nicht die Mass als Einheit für Trinkgefäße gemeint). Auch wenn es – siehe oben – schützen kann, bedenken Sie doch die Nachteile. Wenn Sie sich jetzt fragen, „Welche Nachteile?“, dann haben Sie wahrscheinlich ohnehin schon ein Alkoholproblem. Erfinden Sie etwas, das völlig neue Wege aufzeigt; zum Beispiel, wie man per Videokonferenz Häuser bauen kann. Wenn Sie das schaffen, werden Sie garantiert reich.  ◼

Heid und Partner

TEXT: THOMAS KURZ

ZUM AUTOR

RA MAG. THOMAS KURZ ist Rechtsanwalt bei Heid und Partner ­Rechts­­­anwälte GmbH, Kundmanngasse 21, A-1030 Wien www.heid-partner.at


32 Service BAUZEITUNG 01/02 2021

Einwand schließt die Sicherstellung aus Verlangt ein Werkunternehmer eine Bankbürgschaft, so kann dies für eine Sicherstellung nach § 1170b ABGB sprechen. Kann eine solche Sicherstellung bei Zahlungsverzügen verschiedener Teilrechnungen und Benutzung der Sicherstellung auch zweimal verlangt werden? TEXT: BERNHARD KALL

mplaw

G ZUM AUTOR

DR. BERNHARD KALL ist Partner bei Müller Partner Rechtsanwälte Rockhgasse 6, A-1010 Wien www.mplaw.at

emäß § 1170b Abs 1 ABGB kann der Unternehmer eines Bauwerks, einer Außenanlage zu einem Bauwerk oder eines Teils hiervon vom Besteller ab Vertragsabschluss für das noch ausstehende Entgelt eine Sicherstellung verlangen. Als Sicherstellung können Bargeld, Bareinlagen, Sparbücher, Bankgarantien oder Versicherungen dienen. Die Kosten der Sicherstellung hat der Sicherungsnehmer zu tragen, soweit sie pro Jahr zwei Prozent der Sicherungssumme nicht übersteigen. Die Kostentragungspflicht entfällt, wenn die Sicherheit nur noch wegen Einwendungen des Bestellers gegen den Entgeltanspruch aufrechterhalten werden und die Einwendungen sich als unbegründet erweisen. Gemäß § 1170b Abs 2 ABGB sind solche Sicherstellungen binnen angemessener, vom Unternehmer festzusetzender Frist zu leisten. Kommt der Besteller dem Verlangen des Unternehmers auf Leistung einer Sicherstellung nicht, nicht ausreichend oder nicht rechtzeitig nach, so kann der Unternehmer seine Leistung verweigern und unter Setzung einer angemessenen Nachfrist die Vertragsaufhebung erklären. Wie verhält es sich, wenn der Besteller des Öfteren mit Zahlungen von Teilrechnungen (TR) in Verzug ist und Mängel gegen die Zahlung einwendet. Kann die Sicherstellung nach § 1170b ABGB in einem solchen Fall herangezogen (verwertet) werden, um den Rückstand aus einer fälligen Rechnung zu tilgen? Und kann der Auftragnehmer (AN) daraufhin eine weitere Sicherstellung verlangen?

Entscheidung des OGH 6 Ob 113/20s Mit dieser Problemstellung war der Oberste Gerichtshof (OGH) jüngst in seiner Entscheidung vom 15.09.2020, 6 Ob 113/20s konfrontiert. Im Anlassfall der Entscheidung wurde der AN, ein Unternehmen auf dem Gebiet des Spezialtiefbaus, vom Auftraggeber (AG) mit der Herstellung von drei Bohrungen beauftragt. Als Sicherheit wurde zwischen dem AN und dem AG zunächst eine (Zitat) „Garantie oder Bürgschaft vereinbart“. Diese wurde vom AG – entsprechend der Vereinbarung – als Bankbürgschaft vom 18.12.2015 über einen Betrag von 137.893,35 Euro gelegt. Grund für das Verlangen einer Sicherstellung durch den AN

war, dass die Zahlungen des AG „schleppend und jeweils nur nach Mahnungen“ erfolgten. In weiterer Folge wurde die erste TR für die mangelfreie Durchführung einer Bohrung vom AG nicht bezahlt, weshalb der AN die Bankbürgschaft hinsichtlich des noch offenen Betrages in Anspruch nahm. Die Rechnung für die zweite (scheinbar mangelhafte) Bohrung wurde vom AG nur teilweise bezahlt. Der AN forderte daraufhin die Beibringung einer weiteren Sicherstellung nach § 1170b ABGB und „drohte“ für den Fall der Nichtleistung die Auflösung des Vertrags sowie die Einforderung des gesamten vereinbarten Werklohns an. Nach Verstreichen der Nachfrist erklärte der AN den Vertrag für aufgehoben. Rechtlich stellte sich (u. a.) die Frage, ob der AN die erste Sicherstellung (Bankbürgschaft) zu Recht in Anspruch genommen hatte und dementsprechend das neuerliche Sicherstellungsbegehren sowie die Erklärung des Vertragsrücktritts berechtigt waren. Beides verneinte der OGH. Er hielt fest, dass nach dem klaren Wortlaut des § 1170b, Abs 1, letzter Satz ABGB, die Sicherheit bei Einwendungen des Bestellers gegen den Entgeltanspruch selbst dann aufrechtzuerhalten ist, wenn sich die Einwendungen als unbegründet erweisen. Daher hätte der AN die Bankbürgschaft nicht zur Tilgung der ersten TR heranziehen dürfen. Mit dem Abrufen der Bankbürgschaft habe der AN sodann über Bareinlagen in der Höhe der Bürgschaft verfügt und über eine ausreichende Sicherstellung im Sinne des § 1170b ABGB in Form von „Bargeld“ bzw. „Bareinlagen“ verfügt. Das zweite Sicherstellungsbegehren war sohin nicht berechtigt, weshalb auch der Vertragsrücktritt unberechtigt erklärt worden war.

Fazit In der Entscheidung 6 Ob 113/20s trifft der OGH einige Klarstellungen zu § 1170b ABGB: 1.) Eine vom AG gelegte Sicherstellung darf nicht verwertet werden, wenn der AG gegen die Forderung des AN auf Zahlung einer Rechnung Mängel einwendet – auch dann nicht, wenn sich die Einwendungen als unbegründet erweisen! 2.) Wurde eine Sicherstellung unberechtigt in Anspruch genommen, ist ein neuerliches Sicherstellungsbegehren ausgeschlossen.  ◼


Service 33 BAUZEITUNG 01/02 2021

Kalender FEBRUAR

12.02.2021 – 13.02.2021

Kurs Guntramsdorf Weiterbildung zum/zur BauleiterIn Modul 3 (Abrechnung) www.wien.bauakademie.at

12.02.2021 – 13.02.2021 Kurs Langenlois Betontechnologie II www.noe.bauakademie.at

12.02.2021 – 13.02.2021

Kurs Langenlois Lehrgang zum Bauleiter, Modul 2: Ausschreibung – Angebot – Vergabe www.noe.bauakademie.at

13.02.2021

Kurs Guntramsdorf Workshop für Lehrlingsausbilder*innen: „Wir motivieren die Jugend für die Baulehre“ www.wien.bauakademie.at

15.02.2021 – 17.02.2021

Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum/zur zertifizierten Putzfachverarbeiter*in - Theorie & Praxis www.wien.bauakademie.at

15.02.2021 – 26.02.2021

Lehrgang Innsbruck Ausbildung zum Stuckateur und Trockenausbauer auf dem 2. Bildungsweg www.tirol.bauakademie.at

15.02.2021 – 17.02.2021

18.02.2021 – 26.03.2021

Lehrgang Innsbruck Fortbildung zum Bautechniker www.tirol.bauakademie.at

19.02.2021

Seminar Online Digitalisierung in der Geotechnik – auch ohne BIM möglich! www.voebu.at Kurs Langenlois Betontechnologie Refreshing ÖNorm B4710-1 www.noe.bauakademie.at

22.02.2021 – 24.02.2021 Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum/zur WDVS-Fachverarbeiter*in www.wien.bauakademie.at

22.02.2021 – 04.03.2021

Online-Schulung DIN-Geprüfter Beschichtungsinspektor – Vorbereitungslehrgang www.ofi.at

Kurs Guntramsdorf Betontechnologie – Refreshing (BT III) www.wien.bauakademie.at

01.03.2021 – 26.03.2021

Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum/zur Facharbeiter*in (Maurer*in, Schalungsbauer*in, Tiefbauer*in) am 2. Bildungsweg – Aufbau www.wien.bauakademie.at

01.03.2021

Kurs Langenlois Barrierefreies Bauen – Design for all www.noe.bauakademie.at

01.03.2021 – 19.03.2021

24.02.2021 – 25.02.2021

02.03.2021

Seminar Wien Örtliche Bauaufsicht www.betonakademie.at

25.02.2021

25.02.2021

Seminar Salzburg Sichtbeton www.betonakademie.at

26.02.2021 – 27.02.2021

Kurs Guntramsdorf Weiterbildungslehrgang für Bautechniker*innen – Modul 4 www.wien.bauakademie.at

Veranstaltungstipp BAUZ! 2021 – WIENER KONGRESS FÜR ZUKUNFTS­ FÄHIGES BAUEN Zukunftsträchtige Lösungen und Konzepte für den „Neustart" in das Jahr 2021

MÄRZ

Lehrgang Steyregg Ausbildung zur verantwortlichen ­Person im Bauwesen gem. § 26 Abs. 6 AWG 2002 idgF. www.bwz.at

16.02.2021 – 18.02.2021

Kurs Langenlois Checkliste – Optimale Lehrlinge finden und binden www.noe.bauakademie.at

26.02.2021

Kurs Guntramsdorf Ausbildung zum/zur WDVS-Fach­ verarbeiter*in – Refreshing www.wien.bauakademie.at

23.02.2021

Kurs Guntramsdorf Beschäftigung von Ausländer*innen und Subunternehmer*innen in der Bauwirtschaft www.wien.bauakademie.at

18.02.2021

Kurs Guntramsdorf Grundlagen des Baubetriebs – Modul 3 www.wien.bauakademie.at

20.02.2021

Kurs Langenlois Liegenschaftsbewertung (Immobilienbewertung) www.noe.bauakademie.at

Kurs Langenlois Brandschutzfachkraft auf Baustellen www.noe.bauakademie.at

26.02.2021 – 27.02.2021

Kurs Guntramsdorf Betonanwendung unter Berücksich­tigung der ÖNorm B 4704 www.wien.bauakademie.at

Die Corona-Pandemie hat die Bauwirtschaft aus einer jahrelangen Hochkonjunktur gerissen. Im selben Zeitraum sind Digitali­ sierung und Ökologisierung/Klimaschutz als Entwicklungsthemen auf EU-Ebene (European Green Deal) und auch durch die ­österreichische Bundesregierung ausgerufen worden. BauZ! 2021, der 18. Wiener Kongress für zukunftsfähiges Bauen, begleitet den Neustart der Branche im Jahr 2021. Im Anschluss an die B2B-Kooperationsbörse „Future of Building“ der Außenwirtschaft Austria werden an zwei Tagen zukunfts­ trächtige Lösungen und Konzepte präsentiert und mit heimischem und internationalem Publikum diskutiert. Termin: 2 3. bis 25. März 2021 Ort: Wirtschaftskammer Österreich, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien Mehr Infos und Anmeldung unter

www.bauz.at

02.03.2021 – 04.03.2021 Kurs Innsbruck Qualifizierte Beurteilung für Gebäudesicherung www.tirol.bauakademie.at

02.03.2021

Kurs Langenlois Flachdach & Bauwerksabdichtung www.noe.bauakademie.at

03.03.2021

Kurs Guntramsdorf Beweissicherung am Bau www.wien.bauakademie.at

Man sagt Kamin und meint Schiedel. Schiedel GmbH - 4542 Nußbach T 050/6161 www.schiedel.at


34 Feierabend

Glorit

Wieninvest

BAUZEITUNG 01/02 2021

SPATENSTICH II  V. l.: Finanz- und Öffistadtrat Peter Hanke, Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Finanzminister Gernot Blümel und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer gaben den Startschuss zum Öffi-Ausbau U2/U5. Noch im März sollen die Bauarbeiten an den Stationen und U-Bahn-Schächten bei den Stationen Rathaus und Frankhplatz beginnen.

Eder

AUSZEICHNUNG  Das Ziegelwerk Eder aus dem oberösterreichischen Peuerbach ist mit dem Quality Award für Weiterempfehlung des Market-Institut ausgezeichnet worden. Die Urkunde nahmen (v. l.) Werksleiter Norbert ­Buchenberger, Marketing­ leiterin Britta Jagsich, Geschäfts­führer Walter Eder und Verkaufleiter Wolfgang Resch entgegen.

Helge Bauer

DACHGLEICHE II  Im Auftrag der Lebenshilfe Kärnten errichtet Griffner im kärnterischen Ebenthal einen neuen barrierefreien Wohnverbund für Menschen mit Behinderung. Nun feierten (v. l.) Michael Pletschko, Leitung Einkauf und Projektmanagement Griffner, Sabine Töfferl, Lebenshilfe Kärnten, Markus Orischnig, künftiger Bewohner, und Anton ­Henckel-Donnersmarck (Präsident Lebenshilfe Kärnten) Dachgleiche.

Wiener Linien / Alexandra Gritsevskaja

SPATENSTICH I  V. l.: Architekt Werner Hackermüller, Glorit-Geschäftsführer Stefan Messar, Leiter Projektmanagement Christian Kalista sowie der Geschäftsführer Steirisches Handwerk Andreas Glatz begingen den Spatenstich für neun Eigentumswohnungen in der Anton-­ Baumgartner-Straße 19 im 23. Wiener Gemeindebezirk, die hier bis zum Herbst 2021 fertiggestellt werden sollen.

DACHGLEICHE I  V. l.: Wieninvest-CEO Alexander Widhofner und Elvir Mehmedagic von der Baufirma AGA Construction freuten sich über den Startschuss der finalen Bauphase beim Wohnprojekt „trio“ in Groß-Enzersdorf. Aufgrund der aktuellen Sicherheitsbestimmungen haben Widhofner und Mehmedagic lediglich den fertiggestellten Rohbau besichtigt.


Service 35 BAUZEITUNG 01/02 2021

Vorschau

Bazar Erscheinungstermin 19. 02. 2021 Containex

ÖSTERREICHISCHE BAUZEITUNG 03/2021

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Benedikt Wagesreiter +43 1 54664 253 b.wagesreiter@ wirtschaftsverlag.at Gerhard Weberberger +43 676 5185575 g.weberberger@ verlagsbüro.at

IMPRESSUM – Die Österreichische Bauzeitung ist das offizielle Organ der Interessenvertretungen der Bauwirtschaft. Medieninhaber, Verleger, Herausgeber, Redaktion: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, 1120 Wien, Grünbergstraße 15/Stiege 1, Tel.: +43 1 54664 0, www.wirtschaftsverlag.at Geschäftsführung: Thomas Letz Internet: www.diebauzeitung.at Chefredaktion: Mag. Sonja Meßner, DW 359, ­s.­messner@wirtschaftsverlag.at Stv. Chefredaktion: Mag. Christoph Hauzenberger, DW 345, c.hauzenberger@wirtschaftsverlag.at Redaktion: Theresa Kopper, Bakk. phil., DW 355, t.kopper@wirtschaftsverlag.at Redaktionsleitung: Stefan Böck Agenturpartner: APA – Austria Presse Agentur Innung informiert: Die Bundesinnung Bau zeichnet für die Inhalte verantwortlich, die als „Innungs-Nachrichten“ gekennzeichnet sind. Grafik: Antonia Zeiss, Simon Jappel Redaktions­sekretariat: bauzeitung@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: DW 444, anzeigenservice@wirtschaftsverlag.at Verkaufsleitung: Dr. Rainer ­Wimmer, DW 240, r.wimmer@wirtschaftsverlag.at Anzeigenberatung: Benedikt Wagesreiter, DW 253, b.wagesreiter@wirtschaftsverlag.at Repräsentant für Ober­österreich: Verlagsbüro Gerhard Weberberger, 4030 Linz, Kleinwört 8, M +43 676 5185575, g.weberberger@verlagsbüro.at Erscheinungsweise: 14-täglich. Es gilt der Anzeigen­tarif Nr. 50 vom 1. Jänner 2021. Hersteller: Friedrich Druck & Medien GmbH, A-4020 Linz, Zamenhofstraße 43–45, www.friedrichdruck.com Abonnement und Vertrieb: Aboservice Österreichischer Wirtschaftsverlag, T +43 1 54664 135, aboservice@wirtschaftsverlag.at Jahresbezugspreis: Inland: Euro 135,–; Ausland: Euro 210,–. Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugs­jahres storniert werden, laufen weiter. Bank­ver­bindung: Bank Austria, IBAN: AT17 1100 0095 2329 8900, BIC: BKAUATWW DVR: 0368491. Druckauflage: 10.540 (1. HJ 2020). Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter http://www.wirtschaftsverlag.at/offenlegung ständig abrufbar. Wir tragen Verantwortung: Wir verpacken unsere Zeitschrift nur dann in (umweltverträgliche) Folie, wenn der Postversand es auf Grund von Beilagen erfordert. Der Verlag und alle unsere Druckbetriebe sind CO2-neutral. Mehr erfahren: www.wirtschaftsverlag.at/ueber-uns/csr und auf Twitter @CSR_Verlag

Österreichische

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Bauzeitung 01-02/21  

Bauzeitung 01-02/21  

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