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Ö S T E R R E I C H I S C H E G A S T R O N OM I E - U N D H O T E L Z E I T U N G 

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Nr. 21–22 | 30. Mai 2014

Thalasso in Portorož Gesundheitstourismus am Meer und auf hohem Niveau

IHR GASTRO-PROFI mit Zustellservice

Frischer Wind im VKÖ? Der neue Präsident im Interview Kinder essen Sarah Wiener kocht mit Kindern

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Pressearbeit

Endzeitstimmung: Der sich ausbreitende Rauch der Strohfeuer tauchte die Weingärten in ein gespenstisches Licht.

Möge uns der Wettergott gnädig sein In unserer hochtechnisierten Welt gibt es immer noch Berufsgruppen, die von den Launen der Natur abhängig sind. Wie etwa Weinbauern. Gerade haben die Unwetter rund um Wien Rebstöcke beschädigt, und im April sorgten Spätfröste für schlaflose Nächte in Niederösterreichs Weinbaubetrie-

ben. Um die Temperatur ein paar Grad anzuheben, haben einige Winzer Strohfeuer in den Rebzeilen entzündet. Wie unser Foto zeigt, entstanden bei der nächtlichen Aktion spektakuläre Bilder. Und geholfen hat es auch. WEITER IN DER BEILAGE ÖGZ WEIN

Craft Beer, Streetfood und Multikulti Wenn man erleben will, was junge urbane Gastronomie heute kann, muss man Wien verlassen und zum Beispiel nach London reisen Text: Thomas Askan Vierich

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ährend bei uns über das Gratiswasser gestritten wird, bietet ein sehr authentisch wirkendes japanisches Restaurant mitten in Soho Gratistee an (siehe S. 2). Umsonst gibt’s auch noch Wasser aus der Themse. Und es wird sogar kräftig nachgeschenkt – mit Tee wohlgemerkt. Offenbar bringt dieser Service den Businessplan dieses Lokals nicht durcheinander, auch wenn viele Gäste auf das Gratisangebot eingehen und sich die Preise für das Essen zurückhaltend ausnehmen. Diese Preispolitik ist im teuren Soho nur möglich, weil dieses Lokal auf drei

Wir werden immer wieder gefragt, was man als Gastronom oder Produzent tun kann, um in die Zeitung zu kommen. Das ist gar nicht so schwer und kostet meistens auch nichts – außer man beschäftigt eine Agentur, die sich um solche Dinge kümmert. Und/ oder man schaltet ein Inserat. Aber wie gesagt, es geht auch für lau, manchmal. Dann sollte aber der Interessierte ein paar Dinge beachten. Dinge, die wir selbst nicht mehr sehen wollen. 1) Keine Fotos mit grinsenden Menschen, die etwas in die Kamera ­strecken (meistens gefüllte ­Teller oder Auszeichnungen) oder noch schlimmer: den gestreckten Daumen hochhalten. 2) Keine Bilder von Lokalen, in denen kein Mensch zu sehen ist. Da kann das Lokal noch so nett designt sein, es wirkt trotzdem tot wie nach einem Neutronenbombeneinschlag. 3) Keine Presseaussendungen mit dem Betreff „Presseaussendung“. Kommt häufiger vor, als man glaubt, auch von Agenturen. 4) Vor allem muss man etwas zu erzählen haben. Dass man den Eisteee jetzt auch mit Pfirsichgeschmack anbietet, reicht noch nicht. Journalisten lieben Geschichten. „Storytelling“ nennt das die PR-Branche. Und da haben sie durchaus recht. Erzähl uns eine Geschichte, und wir bringen dich in die Zeitung. Es kann – muss aber nicht – auch lustig sein.

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STIMMUNGSBAROMETER engen Ebenen brummt, von früh bis spät, an 365 Tagen im Jahr. Da kommt’s auf den Gratistee wirklich nicht mehr an. Trinkgeld ist im Tokyo Diner auch verpönt – streng nach angeblich japanischer Sitte. Das ist in London nicht überall so. Die zwanghafte Aufforderung zu „tippen“ ist zwar nicht ganz so penetrant und unverschämt (20 %) wie in den USA, aber man findet doch regelmäßig ungefragt Aufschläge auf der Rechnung für „Service“, was das vermeintlich günstige Angebot dann doch weniger günstig macht (wie ganz früher in Italien!). Also ist an-

zunehmen, dass auch in London das Servicepersonal nicht vom Gastronomen, sondern direkt vom Gast finanziert werden soll. Eine angloamerikanische Unsitte, die hoffentlich nie bei uns Eingang findet. Ansonsten haben die Londoner mit einigen gastronomischen Unsitten aufgeräumt: Wenn man noch vor wenigen Jahren allerorten überteuertes und langweiliges Bier vorgesetzt bekam, ist das Bier jetzt zwar immer noch etwas teurer (und wärmer!) als bei uns, aber vor allem ist es viel besser geworden. WEITER AUF SEITE 6

Gegenwärtige wirtschaftliche Lage der Unternehmen 28 % (33)

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Einschätzung Entwicklung in den nächsten 6 Monaten 15 % (18)

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Entwicklung Nachfragesituation in den letzten 6 Monaten 19 % (22)

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ÖSTERREICH

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Aktuelles

Gratiswasser in London

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h V ie r ic

Zell am See hat ein Problem. Oder sagen wir besser: Manche haben ein Problem. Mit Touristen aus den reichen arabischen Golfstaaten. Die kommen seit einigen Jahren in Massen, um sich hier von der heimischen Hitze zu erholen. „Nach Ramadan sieht man den See vor lauter Burkas nicht mehr“, zitiert die SZ einen ansässigen Gastronomen. Viele dieser kulturell oft sehr traditionell denkenden Gäste verweigern offenbar jedwede Rücksicht auf im Gastland gelebte Traditionen. Das hat zu Unmut bei Einheimischen und Touristen aus Nicht-Golfstaaten geführt. Jetzt hat sich der Zeller Tourismusverband genötigt gesehen, eine Benimmfibel für arabische Touristen herauszubringen. Da steht zum Beispiel drin, dass „österreichische Frauen sich ihren Dress frei wählen können, das wird sichtbar in bunten, modernen Kleidern“. Dass wir es gewohnt seien „in das lachende Gesicht unseres Gegenübers zu schauen“, dass man in Österreich den Müll nicht auf die Straße werfen darf, dass man im Hotel nicht vom Boden essen soll, dass zerstörte Einrichtungsgegenstände ersetzt werden müssen und dass zwischen 11.30 und 14.30 Uhr Mittagsruhe herrsche. Das klingt heftig. Das finden manche rassistisch. Anderen sind diese Hinweise in Englisch und Arabisch noch zu lasch. Die SZ zitiert einen arabischen Touristen, der diese Broschüre immerhin für „informativ“ hält. In St. Anton am Arlberg verzichten viele Hotels auf Buchungen schwedischer Gruppen, abends patrouillieren Sheriffs durch die Fußgängerzone, um grölende Betrunkene (sicher eher keine muslimischen Gäste) zur Räson zu bringen. Eine schwierige Situation. Die leider mit Toleranz allein nicht zu lösen sein wird. Etwas Rücksicht darf man wohl auch von zahlenden Gästen einfordern. Wenn nötig mit deutlichen Ansagen.

sagen, dass sie kein Trinkgeld erwarten. Dann drucken sie ausführlich auf die Karte, welche Speisen Gluten usw. enthalten. Und sie bieten Gratistee an, der auch unaufgefordert nachgeschenkt wird. Als Alternative kann man auch „Wasser aus der Themse“ umsonst haben. Was natürlich ein grober Scherz ist.

as A .

Burkas am See

So kann man es auch machen: Mitten in Soho gibt es seit vielen Jahren ein ganz wunderbares japanisches Lokal mit vielen guten Ideen: Erstens schlagen sie der etwas verkrampften Zwangstrinkgeldpolitik im angloamerikanischen Raum ein Schnippchen, indem sie ausdrücklich

Thom

K OM M E N TA R

Branche liefert prächtige Zahlen

Lass uns glampen gehen!

NÖ setzt seine Berge in Szene

Tourismus glänzt in OeNB-Leistungsbilanz 2013 mit Nettoeinnahmen von 7,4 Mrd. Euro

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REKORD:

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elch wesentliche Rolle der Tourismus für die heimische Wirtschaft spielt, spiegelt sich alle Jahre wieder in der von der Österreichischen Nationalbank veröffentlichten Leistungsbilanz wider. Dieses Mal gibt es für die Branche einen besonderen Grund zum Jubeln: Noch nie wurden so viele Einnahmen durch ausländische Touristen erzielt wie im Vorjahr – und noch nie gab es so einen hohen Überschuss in der Reiseverkehrsbilanz, ergo dem Verhältnis zwischen ausländischen Touristen in Österreich und heimischen Touristen im Ausland.

Überschuss in Reisebilanz Besucher aus anderen Staaten haben 2013 rund 15 Mrd. Euro ausgegeben, die Zahl der Ankünfte stieg auf 25 Millionen. Demgegenüber ist die Zahl der Auslandsreisen von Österreichern leicht rückläufig (7,7 Mrd. Euro – 100 Millionen Euro weniger als 2012). Dadurch stieg der Überschuss aus der Reiseverkehrsbilanz auf 7,4 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Den Güterexporten von 127,2 Mrd. Euro standen Importe von 131 Mrd. Euro gegenüber, was einem Minus von knapp vier Mrd. Euro entspricht. Der gesamte Leistungsbilanzüberschuss belief sich auf 8,5 Mrd. Euro,

rund 2,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. „Der Tourismus konnte wieder einen wesentlichen Beitrag zum Ausgleich, ja sogar Überschuss der Bilanz leisten“, kommentiert Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKÖ, das Ergebnis.

„Konnten Krise bewältigen“ „Die österreichische Tourismusindustrie beweist einmal mehr, dass auf sie Verlass ist“, sagt Schenner und betont weiter: „Standortsicherheit, Wertschöpfung in der Region und die hohe Qualität durch hohe Investitionssummen unserer Betriebe sichern dieses einzigartige Ergebnis. Auch wenn es viel Arbeit und Energie kostet, zeigt sich deutlich, dass wir die Krisen der letzten Jahre gut bewältigen konnten.“ Außerdem gehe der Erfolg Hand in Hand mit der Schaffung von Arbeitsplätzen. „In Zeiten, in denen die Politik Wachstumsfelder sucht, kann der Tourismus hier die richtigen Ergebnisse liefern“, betont Schenner. Denn hinter der Reiseverkehrsbilanz stehen rund 660.000 Beschäftigungseffekte in Tourismus und Freizeitwirtschaft und andererseits durchschnittlich 195.894 Arbeitsplätze in Beherbergung und Gastronomie. no

amping, der Billigurlaub für jugendliche Abenteurer und mittellose Großfamilien? Weit gefehlt. Campingplätze rüsten auf, und spätestens Glamping – ein Kofferwort aus „glamourös“ und „Camping“ – macht das schlechte Image vergangener Tage vergessen. Unterkünfte und sanitäre Einrichtungen sind dabei luxuriöser als jene, die man gemeinhin mit Campingplätzen assoziiert. Man zielt auf Erholungssuchende, die die Erde unter ihren Füßen spüren, die Natur hautnah erleben wollen, ohne dabei aus dem Rucksack zu leben oder auf dem Boden zu schlafen. Ob Zelt, Tipi oder Großraumwohnwagen, dem Outdoor-Erlebnis sind kaum Grenzen gesetzt. Ganz neu ist das Phänomen nicht, reisten doch schon wohlhabende Europäer und Amerikaner Anfang des 20. Jahrhunderts mit Sack und Pack durch Afrika, um nicht auf ihren gewohnten Luxus zu verzichten. In den letzten Jahren wurde Glamping wiederentdeckt und verbreitet sich auch im deutschsprachigen Raum. Dass sich Glamper sich nicht eigenhändig mit Zeltstangen herumplagen oder auf Isomatten in den Schlaf wälzen, versteht sich von selbst – man nächtigt stilgemäß im Kingsize-Bett des befestigten Luxuszelts. Den Geruch des Billigurlaubs hat Glamping dabei auch beim Preis abgelegt, zweiwöchige Glampingreisen durch Amerika findet man ab etwa 4.500 Euro pro Person.  sd

ie Aktion „Bergsommer Niederösterreich“ geht in die dritte Auflage. In den Bergregionen im Mostviertel und den Wiener Alpen wird es eine Reihe von Konzerten, Festen, geführten Wanderungen und Kulturveranstaltungen geben. „In unserer schnelllebigen Zeit und dem täglichen Trubel werden unsere Berge immer mehr als Rückzugsort wahrgenommen. Uns ist es in den letzten Jahren sehr gut gelungen, marktfähige und qualitativ hochwertige Produkte und Erlebnisse für Wanderer zu schaffen“, sagt Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav. Das Bergsommer-Paket ist auf ein urbanes, umweltbewusstes Publikum ausgerichtet. Aber auch im gesamten Centrope-Raum, sprich Tschechien, Ungarn und der Slowakei, liege enormes Potenzial, ergänzt Christoph Madl, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung. Neu ins Programm genommen wird heuer die „Bergsommer Selektion“ – 15 Angebote, von einer geführten „Sechs Tage, sechs Gipfel“Tour im Mostviertel, über einer Nacht im Elsbeerbaum, Pilgern zu Fuß oder mit Rad, bis zur Sternenkunde am dunkelsten Ort Mitteleuropas. Außerdem neu im Sommerprogramm ist die kostenlose Stammkundenkarte „Freunde der Berge“. Mehr zum Thema Tourismus und Gastwirtschaft in Niederösterreich im Spezialteil ab Seite 15.  no

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TOURISMUS

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Craft Beer

Die Hopfenrevolution Mitte Mai fand das erste Craft-Beer-Fest Wiens statt. Im Zentrum standen Bierspezialitäten aus heimischen Braumanufakturen und internationalen Kreativbrauereien Text: Ute Fuith

Urbanes Ambiente Am ersten Craft-Beer Fest-Wien im Mai standen Spezialitäten von mehr als 30 Brauereien zur Verkostung bereit. Der Reigen der ausstellenden Brauer spannte sich von der bayerischen Auxburg City Brewery bis zur Zillertaler Brauerei und vom kleinen Zwei-MannUnternehmen wie der Xaver-Brauerei aus Ottakring bis zur großen Privatbrauerei Stiegl aus Salzburg, die mit ihrer Hausbier-Reihe ausschließlich Biobiere aus dem Kreativsegment präsentierte. Vertreten waren auch einige internationale Leitbeispiele, darunter Biere von Brew Dog aus Schottland, Mikkeller aus Dänemark und Balladin aus Italien.

Handwerklich gebraut Organisiert wurde die Open-Air-Bierverkostung von Micky Klemsch (Biorama), Martin Voigt (proBier.at) und Max Wurzer (mybier.at). Trotz sturmbedingter Wetterkapriolen war der Publikumsandrang sehr groß und überstieg die Erwartungen der Veranstalter: „Wir haben mit 3.000 Menschen gerechnet, gekommen sind 4.000“, erklärt Hauptorganisator Klemsch. „Die Zeit war schon längst reif für ein CraftBeer-Fest.“ Für Klemsch zeichnen sich momentan zwei große Biertrends ab: „Einerseits sind die Indian Pale Ales (IPAs) mit hohem Alkohol- und Hopfengehalt sehr gefragt. Andererseits sind auch frische, fruchtige und leichte Biere angesagt.“

Wachsende Branche Beispiele für Letzteres sind das Trumer Hopfenspiel oder das Mohrenburger Gsi. Beide Brauereien haben gemeinsam mit den Brauereien Schloss

Oben: Die drei CraftBeer-Fest-Organisatoren Micky Klemsch (Biorama), Martin Voigt (proBier.at) und Max Wurzer (mybier.at): „In der Bierszene brodelt es.“ Rechts: Beim ersten Craft-Beer-Fest Wien waren über 30 internationale und heimische Kleinbrauerein vor Ort.

Eggenberg, Freistadt, Hirt, Murau, Schrems, Zillertal und Zwettl vor sechs Jahren die CulturBrauer gegründet, um „die österreichische Bierkultur zu fördern, die Biervielfalt in Österreich zu beleben und das Wissen über das Handwerk des Bierbrauens an Bierliebhaber weiterzugeben“, beschreibt Hubert Stöhr die Ziele der Gruppe. Der Geschäftsführer der Privatbrauerei Schloss Eggenberg ist diesjähriger Sprecher der CulturBrauer. „Das Interesse an Craft Beer wächst ständig“, meint Stöhr, „auch in der Gastronomie, allerdings müssen die Gastronomen schon hinter den Spezialbieren stehen“, erklärt der Eggenberg-Chef.

„Craft Beer ist dabei, sich als Zusatzsparte zu etablieren. Und das ist eine echte Revolution.“ Das bestätigt auch der Bierhändler Clemens Kainradl von bierfracht.at: „Das Interesse ist zwar vorhanden, aber es gibt noch viel Entwicklungspotenzial.“ Momentan beliefert Biersommelier Kainradl hauptsächlich „innovative Lokale, die sich trauen, ihren Kunden auch Spezialitäten anzubieten“. Veranstaltungen wie das Craft-Beer-Fest Wien tragen sicherlich einiges dazu bei, die Manufaktur-Brauer zu stärken. Beim Wiener Bierfest gab es übrigens auch einen Publikumspreis und der ging an das Mountain Pale Ale von Bierol aus Schwoich in Tirol. Braumeister Christoph Bichler dazu: „Der Preis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Craft Beer ist dabei, sich als Zusatzsparte zu etablieren. Und das ist kein vorübergehender Trend, sondern eine echte Revolution.“

Martin Voigt

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ährend sich die großen Industriebrauereien über Jahre zu weltumspannenden Konzernen formierten und sich Neuheiten gerade einmal auf alternative Geschmacksrichtungen für Biermischgetränke beschränkten, erhielt die Brauwelt einen enormen kreativen Schub durch die CraftBeer-Szene: Junge Wilde, die in ihren Küchen, ­Kellern und Kleinbrauanlagen an Bierspezialitäten tüfteln, oder Braugaststätten, deren Horizont nicht bei gängigen Sorten wie hell, dunkel und gemischt endet.

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TOURISMUS

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Umfrage: Wie tolerant sind wir wirklich? NEHMEN MITARBEITER AN KOSTEN-

HÄTTEN GÄSTE MIT SICHTBAR

HABEN ES HOMOSEXUELLE BEWERBER

LOSEN FORTBILDUNGEN WÄHREND

TÄTOWIERTEN ODER GEPIERCTEN MITAR-

BZW. MITARBEITER IN GASTGEWERBE

DER ARBEITSZEIT TEIL?

BEITERN IM BETRIEB EIN PROBLEM?

UND HOTELLERIE SCHWERER?

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hin und wieder

eher nicht

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so gut wie nie

nein, bestimmt nicht

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weiß nicht / k. A.

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in Prozent

Stimmung mäßig, aber stabil Vor Beginn der diesjährigen Sommersaison ist die Stimmung in den österreichischen Tourismus- und Gastronomiebetrieben nicht berauschend, jedoch schätzt der Großteil der Befragten das unternehmerische Umfeld als stabil ein. 54 Prozent schät-

zen die derzeitige Lage ihres Unternehmens als befriedigend ein, gar 66 Prozent wollen diesen Umstand auch für die nächsten sechs Monate attestieren. Dafür, dass wir allerdings erst am Beginn der Sommersaison stehen, sind die Werte sehr de-

fensiv. Dies begründet sich auch darauf, dass sich die positiv gestimmten Unternehmen nicht von den negativ eingestellten absetzen können. Für den Arbeitsmarkt bringt das keine nachhaltige Entspannung.

Auftraggeber: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Methode: Online-Befragung, Zielgruppe: österreichische Gastronomie-, Tourismus- und Hotellerie-/Beherbergungsbetriebe, Stichprobengröße: 149 Befragte, maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 8,0 %, Feldarbeit: 19. bis 23. Mai 2014, Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH Image-Befragungen, Zufriedenheitsmessungen, Zielgruppensegmentierung, Erhebung Kundenpotenziale, Reputationsanalysen. Dorotheergasse 7, 1010 Wien, T: +43 (1) 513 2200-0, F: +43 (1) 513 2200-60, E: office@peterhajek.com, www.peterhajek.com

Glücksbringer im Rampenlicht

Z u k u n f t To u r i s m u s

Anlässlich der Tourismuskonferenz in Bad Tatzmannsdorf hatten Tourismuslehrlinge im ersten Lehrjahr ihren großen Auftritt. Eine noch größere Bühne erwartet solche „Glücksbringer“ in den nächsten Wochen im TV Text: Alexander Jakabb

A

Info

uch 2014 stehen wieder Jungtalente aus Küche und Service im Rampenlicht bei Oliver Hoffinger und seiner Kochshow „Koch mit!Oliver“ und stellen sich dem „Duell in der Küche“. Antreten dürfen Teams, gebildet aus einem Lehrling im Lehrberuf Koch/Köchin und einem Lehrling in einem der drei Service-Lehrberufe Restaurantfachmann/-frau, Gastronomiefachmann/-frau oder Hotel- und Gastgewerbeassistent (HGA).

DIE AUSSTRAHLUNGS-

tele / Puls 4 / L. M. Trauer (Cover), Puls 4 / Stefan Caspari

TERMINE AUF PULS 4:

Hoher Spaßfaktor Aus unterschiedlichen Bundesländern und Ländern, von Fünf-Sterne-Hotels über Haubenrestaurants bis zur Heurigenschenke, alle sind sie vertreten. In unterhaltsamer Art und Weise soll gezeigt werden, welche tollen Lehrberufe die Teilnehmer gewählt haben. Sie müssen nicht aus demselben Betrieb kommen, aber gut harmonieren – da sie gemeinsam auftreten und nur gemeinsam weiterkommen. Es kommt nicht nur auf gutes Kochen und tollen Service an – auch der Spaß kommt

Die Ruhe vor dem Sturm: die Lehrlingteams und Juroren (oben). Kochlehrling Abnoub, Team Kärnten zeigt seine Flambierkünste (unten links). Puls-4-Moderatorin Sabine Mord & TV-Koch Oliver Hoffinger sind bereit (unten Mitte). Servicelehrling Maria Magdalena, Team Tirol, wird von einem „bösen“ Gast auf die Probe gestellt (unten rechts).

nicht zu kurz! Sie alle sind die Glücksbringer des Landes im Tourismus.

Prominente Expertenjury Zum zweiten Mal treten Glücksbringer-Lehrlings-Teams an, um ganz

vorne dabei zu sein und vielleicht zu gewinnen. Sie stellen sich Aufgaben und Fragen der prominenten und fachkundigen Jury mit den Haubenköchen Christian Petz und Peter Zinter, der Fünf-Sterne-Hotelière

Katharina Pirktl und Puls-4-SocietyLady Sabine Mord. Letztes Jahr noch selber „Duell in der Küche“-Kandidat, assistiert Service-Lehrling Jonas Gregoritsch heuer der Puls-4-TopJury.

Sa. 31. 5. & So. 1. 6. 1. Folge: Jeder gegen jeden. Die nach der Vorrunde verbliebenen Teams duellieren sich – die Besten steigen auf. Sa. 7. 6. & So. 8. 6. 2. Folge: Einzug ins Finale – die 3 Besten steigen auf. Sa. 14. 6. & So. 15. 6. 3. Folge: Finale um den Sieg. DIE JURY: Vier-Hauben-Koch Christian Petz Drei-Haubenkoch Peter Zinter Hotel-Sterne-Award-Siegerin 2014 Katharina Pirktl Puls-4-Society-Lady Sabine Mord Infos unter kochmitoliver.at und gluecksbringer.cc


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Gesundheitstourismus

Las Vegas für Gesundheitsbewusste Wir haben in Portorož die Zukunft des Gesundheitstourismus gesehen – und den Übergang vom Massentourismus zum Qualitätstourismus Text: Thomas Askan Vierich

Ayuveda in Portoroz (links), die Saline in Piran und der Hotelkomplex von LifeClass Hotels & Spa in Portoroz (großes Foto).

„Ja, kommen Sie im Winter, dann ist es bei uns am schönsten. Keine Bora wie in Triest, die Außentemperaturen können 20 Grad erreichen.“

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JANEŽ JÄGER

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igentlich waren wir ganz privat in Slowenien. Kurz vor der Abreise erreichte die Redaktion die Einladung, sich doch mal das Gesundheits- und Wellnessangebot der LifeClass Hotels in Portorož anzusehen, die hätten ihre umfangreiche Revitalisierung gerade abgeschlossen. Also tauchten wir ein paar Stunden ein in die Welt der Urmeer-Therme, des Anti-Aging und der Active-Wellness. Von außen sehen die fünf Hotelblöcke in der Bucht von Portorož gleich neben Piran wie ein Überbleibsel aus jugoslawischen Zeiten aus. Janež Jäger, der Marketingleiter der ersten international agierenden slowenischen Hotelkette Istrabenz Turizem d.d., zieht lächelnd die Schultern hoch: „Steht alles unter Denkmalschutz, weil es vom berühmten jugoslawischen Architekten Edo Mihevc gebaut wurde. An den Fassaden dürfen wir nichts ändern.“ Aber dahinter haben sie nichts beim Alten gelassen und spielen alle Stückerln, die der anspruchsvolle „Kurgast“ heute erwartet. Obwohl hier kein Kassenpatient „kurt“. Jäger möchte an die alte Tradition von Portorož anknüpfen, als der Ort in der Luxusklasse von Marienbad, Karlsbad und Opatija spielte. Als noch nicht der Massentourismus regierte. „Der Krieg war unsere Chance für einen Neuanfang“, sagt Jäger. 1994 begann der Wiederaufstieg, seit 2004 gehören die ehemaligen Staatsbetriebe der Istrabenz Turizem. In den letzten Jahren liefen die Geschäfte bereits wieder so gut, dass die Gesellschaft noch einmal knapp 5 Mio. Euro investieren konnte. Die mit thermalen „Urmeerwasser“ gefüllte Therme wurde saniert und das Hotel Apollo in ein VierSterne-Superior-Active-Wellness Hotel umgebaut, wo der Gast von der Rezeption bis zum Zimmer wirklich in eine Wohlfühloase eintauchen kann: Alles duftet hier gesund, alles IST auch gesund, auch für Allergiker. „Unser Trumpf ist das Meer“, sagt Jäger. „Nicht nur ist wissenschaftlich erwiesen, dass schon wenige Stunden

an der Meeresluft wegen der negativ geladenen Ionen in der Luft gesundheitsfördernd sind. Unser Urmeerwasser, das wir aus 700 Metern Tiefe heraufpumpen, enthält Radon, was gut fürs Herz ist. Und wenige hundert Meter entfernt befinden sich die naturgeschützten weltberühmten Salinen von Piran.“ Wenn die LifeClass Hotels auf einer ganzen Etage Thalasso anbieten, dann ist das kein aufgesetzter Schmäh, sondern passt genau hierher. Das Salz, in das ich wenig später während eines seeeehr entspannenden Bades tauche, kommt tatsächlich aus Piran. Später setze ich mich noch in eine Salzgrotte (wegen der Ionen!), bis mich tiefenentspannt Herr Jäger durch weitere Wunderwelten des modernen Gesundheitstourismus führt. Wir tauchen ein in die Welt des Ayuveda, die hier ebenso authentisch wirkt wie Thalasso. Oder Wai Thai mit traditioneller thailänder Massage – wieder eine ganze Etage, die sogar nach Thailand duftet.

Anti-Aging für alle Das Gustostückerl ist die „Mediterrenean Anti-Aging Clinic“. Nun halte ich von diesem ganzen Anti-Aging-Wahn eher wenig, aber was mir hier gezeigt wurde, hat sogar meine Neugier geweckt: QRS-Waver-Quantenmedizin, HILT-Laser-Therapie, GammaSwingTherapie, Oxyneedlin-Carboxy-Therapie oder Regen-Plasma-Gesichtsverjüngung? Sollte man vielleicht mal ausprobieren. Vor allem, wenn es so appetitlich angeboten wird wie in den LifeClass-Hotels. Wir haben spontan beschlossen, hier unseren nächsten Weihnachtsurlaub zu verbringen – mit oder ohne Anti-Aging. Janež Jäger ist begeistert: „Ja, kommen Sie im Winter, dann ist es bei uns am schönsten. Keine Bora wie in Triest, die Außentemperaturen können 20 Grad erreichen.“ Ja, machen wir es wie die Menschen vor 100 Jahren, die hierher im Winter kamen, nicht im Sommer.

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TOURISMUS

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Thomas Askan Vierich

London

Im Uhrzeigersinn von links oben: Craft Beer in Camden Town und Islington, Warteschlange vor mexikanischem Fastfood in Marylebone, Muscheln in Darlston, Tomatendose bei Pizza Express, essende Menschen beim Streetfood in der Brick Lane, Street Food Southern Style, Stand mit Kartoffelchips auf der Caffè Culture Show, Tisch mit Plattencover von Oasis auf der May-SeriesHotel-Design- Messe, Craft-Beer-Lokal in Clerkenwell, Lampe aus Tschechien auf der May-Design-Messe, Fauteuil und Wandbehang von Svetlana Shellshear.

Craft Beer, Streetfood und Multikulti FORTSETZUNG VON SEITE 1

Man sieht noch einige Menschen in Anzügen nach Feierabend mit einem italienischen, australischen oder französischen Lager in der Hand, aber fast alle Pubs bieten zusätzlich unzählige „handmade“ beers an, also Craft-Biere aus eher kleinen Privatbrauereien aus ganz UK und Europa. Der Erfolg der Craft-Bier-Bewegung hat sogar ehemaligen Mainstreambrauereien wie Fuller zu neuem Schwung verholfen. Die vermarkten sich jetzt als Familienbrauerei (was sie ja auch immer waren), und ihr Ale „London’s Pride“ kann tatsächlich mit jedem „Craft Beer“ mithalten. London Pride hat auch früher schon gut geschmeckt, nur war es da eher die Ausnahme im Public House. Allerdings scheint der Londoner Gastwirt und Bierexperte nicht sehr gesprächig zu sein. Zumindest übers Bier spricht er erstaunlich ungern. Man kann mit diesen Leuten über alles Mögliche reden (vor allem Rockmusik!), aber seltsamerweise nicht über Bier. Die reden auch untereinander nicht darüber. Warum? Haben sie etwas zu verbergen? Haben sie Angst, Braugeheimnisse zu verraten? Immerhin ließ sich ein schottischer Zapfer dazu herab zu erklären, dass er alle seine NeunGallonen-Fässer (die fassen ungefähr 36 Liter) mindestens alle zwei Tage austauscht, weil sie dann leergetrunken seien. Er hatte aber über 40 verschiedene Biere aus dem Fass im Angebot! Wenn man den Verkehr in diesem

neuen Craft-Beer-Pub in Clerkenwell beobachtete, kann man ihm das sogar glauben. Da gab es (zumindest am Samstagnachmittag) keine Stoßzeiten. Die Leute stießen sich an der Theke ununterbrochen! Übrigens fast ausschließlich Männer, eher jünger. Die wenigen Frauen orderten überwiegend Cider. Eine Mischung aus Cider und Bier soll auch schmecken, wie mir viel später eine dieser Frauen erzählte, habe ich aber vergessen zu probieren. Ein britisches Craft-Bier muss anders als bei uns nicht immer eine Alkoholbombe sein. Ich habe ein „Table Porter“ mit 2,5 % Vol. getrunken, das trotzdem sehr vollmundig schmeckte. Genau das Richtige für einen lauen Nachmittag.

Fish & Chips reloaded Eine andere Unsitte, die die Londoner abgeschafft haben, ist schlechtes Pubfood (Fish & Chips hat durchwegs sehr gut geschmeckt, nicht wie früher ölig und lätschert) und die ganz vornehme Art des Dinings. London steht im Zeichen der neuen Lässigkeit. Mag sein, dass sich im Savoy immer noch livrierte Kellner um zugeknöpfte Barone und Baronessen kümmern (RollsRoyce-Karossen fahren dort jedenfalls noch vor). Im übrigen London hat sich der Naked Chef durchgesetzt: Der hemdsärmlige Jamie Olivier ist mit seinen für britische Verhältnisse atemberaubed innovativen Restaurants allerorten, am Coventgarden, in Isling-

ton und so weiter. Vermutlich haben die Londoner einfach keine Zeit mehr für Fine Dining. Sie müssen alle sehr viel arbeiten, um sich die ausbeuterischen Hypothekenpreise leisten zu können. Die Gewinne werden dann von anderen vermutlich furchtbar fadisiert im Savoy verprasst. Aber die Lässigkeit geht weiter: Der neueste Hype ist Streetfood allerorten – auch wenn die ganz wilden Jahre schon wieder vorbei sein dürften. Was bei uns gelegentlich am Donauinselfest oder anderen Multikultifesten aufpoppt, ist im jungen London (und nicht nur dort) eine feste Institution: Überwiegend junge Menschen aus aller Herren Ländern schnappen sich einen alten Wohnwagen, eine Pritsche oder sonst ein Gefährt und wandeln es um in eine mobile Küche, in der sie Spezialitäten ihrer Heimat zubereiten: halbwegs günstig, schnell, vor allem lässig und auf erstaunlich hohem Niveau, fast immer „organic“ oder „gluten free“ und immer mit einem gewissen „London Twist“. Sogar Bratwürste habe ich gesehen – die sind allerdings doppelt so dick wie bei uns oder in Berlin. Und waren (wegen ihrer Größe) der absolute Renner an der Brick Lane in East London. Ich konnte (und wollte) sie nicht kosten, weil ich schon Unzähliges andere probiert hatte: litauische Fleischbällchen, argentinische Steakburger und irgendwas Geheimnsivolles aus Pakistan. An einem Stand gab es köstliche handgemachte Zitronen-

limonade von einer italienischen Matrone, etwas weiter runter füllte ein Team muskelbepackter Araber frischgepresste Obstsäfte ab: aus Melonen, Orangen und anderen Früchten. Für ein Pfund den Becher, nicht nur in London ein Schnäppchen. Man riss ihnen das Getränk aus den Händen.

Streetfood wird erwachsen Apropos Muskeln: Vor einigen Jahren, als das mit dem Streetfood gerade erst los ging, beschlossen ein paar englische Freunde, die gerne auch zusammen trainierten und auch so aussehen, auf Muscheln zu setzen: Die „Mussel Men“ tourten über Londons Flohmärkte und Open-Air-Konzerte und setzten sich witzig in Szene. Heute habe sie in Darlston nördlich von Shoreditch ein eigenes Lokal. Bald wird ein zweites dazukommen. So ein Lokal traut sich in Wien (noch) niemand aufzumachen: An selbstgebastelten Tischen (auf schirche Holztische wurden ausrangierte Nirostaplatten aufgeschraubt) isst man überwiegend Miesmuscheln zu selbst geschnitzten Pommes – für zehn Pfund (in London ein anständiger Preis, aber nicht spottbillig). Dazu läuft ausgesucht gute Musik aus den 70ern und 80ern, der junge Kellner im matrosenartigen Streifenshirt spricht alle Männer, die älter sind als er, mit „Boss“ an – und alle Frauen mit „Darling“. An den Tischen sitzen junge Paare und Cliquen, kinderreiche Fa-

milien, auch Menschen im Pensionsalter. Der Weißwein ist (für Londoner Verhältnisse) trinkbar, es gibt auch nur eine Sorte. Die selbstbewusste Kellnerin erzählt mir, dass die wilde Zeit des Streetfoods vorbei sei, die guten der ersten Stunde seien wie die Mussel Men sesshaft geworden, die anderen hätten mit den mittlerweile hohen Standgebühren zu kämpfen. Das ist die Kehrseite des Talents zum Marketing, über das die Londoner und wohl alle Briten (wie mir mein Besuch auf der Caffè Culture Show und der Hoteldesignmesse Light Sleep bewies, dazu an anderer Stelle mehr) im Übermaß verfügen: Wenn man alles toll gestaltet und strategisch schlau durchdenkt, wird es halt auch schnell kommerziell. Wer immer cool sein will, ist sehr schnell uncool (das kennen die Berliner auch!). Und endet in Shoreditch in einem Containerpark, der Naschmarktfeeling imitiert. Aber wenn dann eine kroatische Rapperin ihre selbstgeschriebenen englischen Texte radebricht und nebenan ein Mexikaner selbstgebackene Tortillas ans junge Volk bringt, das dazu ausgesuchte Craft-Biere trinkt – dann ist das doch cool. Auch und gerade weil es in übereinander gestapelten Containern direkt neben den Hochhäusern der Londoner City stattfindet. Erst wenn die Bewohner dieser Bürotürme zum Essen kommen, wird es wahrscheinlich uncool. Obwohl: In London sind vielleicht sogar Banker cool.


TOURISMUS

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Slowenisches Hinterland

Die tüchtigen Nachbarn im Süden Slowenien vermarktet seine lokalen Spezialitäten und seinen Agrotourismus clever und meistens direkt – und hat sich Österreich als Vorbild genommen. Wir haben uns das Ganze vor Ort angesehen Text: Susanne Mitterbauer

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Hilfe aus Österreich Der Bauernhof Povšin liegt auf weiten Wiesen oberhalb von Bled. Auch hier wird ausgezeichnet gekocht und was nicht vom eigenen Anwesen – das immerhin fast 40 Hektar umfasst – kommt, wird dazugekauft. Rundherum nur Landschaft zum Wandern und Mountainbiken, Kinder haben hier eine eigene Scheune zum Übernachten. „Ich brauche keinen Prospekt und fast keine Werbung“, sagt Hausherr Jože Soklič, „ich habe viele Stammkunden und bin sehr gut gebucht.“ Das nahegelegene Bled ist ein wunderschönes Thermalbad an einem verzauberten See mit einer kleinen Insel samt Kirche und Wunschglocke. Vesna Čuček, Leiterin der landwirtschaftlichen Beratung in Celje, erklärt dazu: „Wir haben ja erst im Jahr 1997 mit den touristischen Bauernhöfen begonnen, damals hat uns der Österreicher Hans Embacher von ,Urlaub am Bauernhof‘ sehr geholfen. Aktuell haben wir rund 400 Mitgliedsbetriebe mit 2.150 Betten. In den kommenden zehn Jahren erwarten wir zusätzliche Betriebe, 100 sind gerade in der Entwicklungs-Phase. Wir schulen unsere Bauern in Fremdsprachen, Umgang mit dem Internet, das immer wichtiger wird, und dem Marketing. Wir kategorisieren unsere Betrieb mit bis zu vier Apfelsymbolen und kontrollieren sie regelmäßig. Wir geben jährlich

„Wir haben 1997 mit den Bauernhöfen ­begonnen, damals hat uns Hans Embacher von ‚Urlaub am Bauernhof‘ sehr geholfen.“

Susanne Mitterbauer, Privat

ramaturgisch ist es unklug, einen Text mit dem Höhepunkt zu beginnen. Hier muss es sein, denn es ist der Beginn der viertägigen Recherche. „Pri Kovačniku“ heißt der schmucke Hof der Familie Stern in der Nähe von Maribor, derč seit 1981 Gäste beherbergt: 36 Hektar Wald und Wiesen, Mutterkuhhaltung mit 35 Tieren im modernen Stall, Schweine, Schafe und noch allerlei Getier zum Spielen und Liebhaben. Die Gäste wohnen in vier Vollholz-Zimmern. Mutter Angelica und Schwiegertochter Barbara (sie kommt aus dem Tourismus) kochen hier auf, dass es eine Freude ist. Selbstverständlich sind alle Produkte bio und kommen aus der eigenen Landwirtschaft. Das ist auf den meisten Bauernhöfen der Fall, aber hier ist es haubenverdächtig kulinarisch. Die Cremesuppe mit Bärlauchpesto, der Rindsbraten mit Knödeln und Rote-Rüben-Marmelade, der lokaltypische Topfenstrudel, alles weit über dem Durchschnitt. Die beiden Frauen machen Pestos, Marmeladen, Säfte, eingelegtes Gemüse, getrocknete Kräuter, Frischkäse, das „Kübelfleisch“ – ein in Schmalz eingelegtes, gekochtes Rindfleisch –, und den sechs Monate luftgetrockneten Schinkenspeck. „Früher haben die Frauen im Winter gestrickt, gehäkelt und gestickt“, sagt Barbara Stern, „das machen sie jetzt immer noch, aber zusätzlich verarbeiten sie die Produkte des Sommers.“

VESNA ČUČEK mit finanzieller Hilfe des Landwirtschaftsministeriums und der Mitgliedsbeiträge (50 Euro) einen Katalog in fünf Sprachen (Auflage 80.000) heraus, den wir international streuen. Außerdem hat jeder Betrieb seine eigene Webseite. Die Preise bewegen sich zwischen 30 und 40 Euro für die Halbpension. Die Gäste kommen aus Slowenien, Deutschland, Österreich, Italien und Kroatien. 80 Tage werden im Durchschnitt verkauft, bei Betrieben nahe von touristischen Zentren, Skipisten und Thermalanlagen liegen sie bei mehr als 150 Tagen.“ Viele der Bauernhöfe könnten ohne Feriengäste kommerziell nicht überleben, auffallend ist allerdings, dass es sich nie um Nebenerwerbsbauern handelt.

Demnächst wird ein Balsamico entstehen, aber das braucht erfahrungsgemäß viele Jahre. Die unscheinbare Pr’ Petelin Farm verfertigt sechs verschiedene Käse, Milchprodukte und bäckt die berühmte Potica (gefüllte Strudel). Familie Brence leitet eine moderne Käserei mit Schauraum mit Verkostung und einen Hof mit 40 Kühen. 22 verschiedene Käse und 26 Frischprodukte sind das Resultat dieser Bemühungen. Uab Lesjak wohnt im Oberen Savinjatal und ist einer der drei Produzenten, die den berühmten Savinja-Magen herstellen. Erstklassiges Schweinefleisch, Speck, Knoblauchwasser und Salz werden in einen Naturdarm gefüllt und monatelang luftgetrocknet.

Abschmalzen

Kleinteiligkeit ist Trumpf

Slowenien ist berühmt für seine lokalen Spezialitäten und seine überaus deftige Küche. „Abschmalzen“ – also mit Schmalz kochen und mit Grammeln anreichern – ist hier kein Fremdwort. Die Familie Kladje bäckt sechs Sorten Brot, verfertigt 50 kg Kekse pro Woche, macht dreimal wöchentlich frische Nudeln und verwendet dazu nur Produkte der Umgebung. Die Familie Bogataj legt tonnenweise Sauerkraut ein, macht Mixed Pickles und trocknet Früchte und Gemüse. Familie Jezersek verarbeitet 300 Tonnen verschiedenstes Obst und macht draus Säfte, Schnäpse, Brandys, Essig und Cidre.

Alle diese Produkte und noch viele mehr stammen aus Klein- und Kleinstbetrieben, sie werden ab Hof verkauft oder auf Bauernmärkten in der näheren und weiteren Umgebung. Einige Versuche, sie auch international zu vermarkten sind bis dato allerdings erfolglos geblieben. Slowenische Weine haben wir nicht vergessen, wächst doch die 400 Jahre alte und somit älteste Rebe der Welt in Maribor, das wäre aber einen eigenen Bericht wert.

Angelica Stern und Schwiegertochter Barbara von Pri KovaČniku.

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MEIN UNG

UMF RAGE DER WOCHE

Was bieten Sie Ihren Gästen zur WM? Alfred Miller, Schöneck, Innsbruck (T) „Wir machen heuer zum ersten Mal eine Ladies Night als Reaktion aufs Public Viewing. Diese wird während der gesamten WM stattfinden und umfasst ein Drei-Gänge-Menü mit Weinbegleitung. Herren sind natürlich auch willkommen und können, wenn sie es nicht aushalten, im Keller Fußball schauen.“

Erich Mayrhofer, Bärenwirt, Petzenkirchen (NÖ) „Wir werden die Spiele der WM schon auf einem Fernseher laufen lassen, aber leider interessiert das am Land nicht so viele Gäste, wie das vielleicht in der Stadt möglich ist. Es gibt viele Vereinsheime, in denen gemeinsam Fußball geschaut wird. Außerdem haben die meisten Leute große Fernseher zu Hause und schauen sich das Spektakel privat an. Besondere Angebote haben wir deshalb auch nicht geplant.“

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LOB UND TADEL Gastronomische Ideen aus London

Zusammen statt gegeneinander

Man kann vieles in der Gastronomie falsch machen. Aber auch vieles richtig. Deshalb hier ein paar Notizen von meiner kürzlich absolvierten Recherchereise nach London. 1) Man kann aus wenig viel machen. Wie zum Beispiel die in London sehr beliebte und hochpreisige Pizzakette „Pizza Express“, die als Besteckgefäß Blechdosen auf den Tisch stellt, die auf den ersten Blick wie leere Tomatendosen aussehen, aber mit dem Pizza-Express-Logo versehen sind. Wer nicht auf systemgastronomische Logos steht, bleibt bei der echten Tomatendose. 2) Lässigkeit muss gekonnt sein. Das kriegen auch die ansonsten schon ganz schön lässigen Berliner nicht immer hin. Bei denen sieht vieles lässiger aus, als es ist. In Wien gilt das auch, vor allem beim Service: Zwangsduzen, Turnschuhe und Ahnungslo-

MICE – Meetings, Incentives, Conventions und Events: Das ist der neue Weg, den wir, das Hotel Andreas Hofer, zusammen mit dem Hotel Stadt Kufstein und der Top City gehen wollen. Wir haben uns den Markt angeschaut und festgestellt, dass der Standort Kufstein ideal für Kongresse ist, aber kein Betrieb allein die Kriterien dafür erfüllt. Das war die Ausgangssituation, die uns zu dieser Kooperation bewegt hat. In Tirol wird zwar das Traditionelle gerne für Social Events gesucht, im Tagungsbereich bevorzugen die Kunden aber moderne Konferenzmöglichkeiten: hell, mit Tageslicht und modernster technischer Ausstattung. Auch außergewöhnliche Locations sind beliebt. Die Festung Kufstein bildet für diese Anforderung die ideale Antwort als Kongressdestination. Nach einer viermonatigen Umbau-

Harry Mittermaier, ­Casino Restaurant, ­Baden (NÖ) „Auf unserer Terrasse veranstalten wir seit vier Jahren die Summerlounge. Dort kann man auf gemütlichen Lounge-Möbeln und mit großer Cocktailbar in Urlaubsstimmung kommen. In diesem Rahmen wollen wir auch die WM übertragen. Es wird sich in der Zeit allerdings nicht alles um Fußball drehen, damit die Gäste auch einfach gemütlich einen Cocktail trinken können, die nicht daran interessiert sind. Insgesamt erhoffen wir uns von der WM, dass vor allem unter der Woche mehr Gäste kommen, da die Spiele ja zum Glück fast jeden Tag laufen. Wir haben für die Summerlounge zusätzliche Aushilfen angestellt, die auch während der WM zum Einsatz kommen.“

sigkeit sind noch keine per se lässigen Attribute. Anders die Londoner: Vermutlich haben dort die Gastronomen beim Personal die Qual der Wahl, denn fast jeder muss zusätzlich kellnern gehen, um die horrenden Mieten zu bezahlen. Also strengen die sich richtig an. Erstaunlich und höchst professionell, dass sie dabei auch noch äußerst freundlich bleiben. Von Schlagfertigkeit und vertieften kulinarischen Kenntnissen gar nicht zu reden. Klar, das wirkt sich alles aufs Trinkgeld aus, und davon lebt die Londoner Kellnerin noch mehr als der Wiener Kaffeehauskellner. Der Grad an Professionalität in der Londoner Gastronomie ist generell beachtlich – kaum ein Lokal, das nicht ein stimmiges Konzept aufweisen kann. Bei der Konkurrenz vermutlich schlicht eine Überlebensfrage t.vierich@wirtschaftsverlag.at

zeit wurde der Stadtsaal Kufstein auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Ich hoffe, es wird ein Saal der Begegnung und der Freude, wo man sich wohlfühlt und auch gerne wiederkommt. Die Marke Congress Kufstein ist eine internationale Vermarktungsplattform und soll daher den Zugang für alle Betriebe ermöglichen. Um am Kongressmarkt bestehen zu können, müssen wir uns auf Häuser im VierSterne-Bereich beschränken. Im Kongressbusiness braucht es schnelle und unbürokratische Entscheidungen, die wir mit der neuen Struktur gewährleisten können. Letztlich geht es aber darum, einen neuen Impuls zu den bestehenden Aktivitäten wie dem Kulturprogramm anzubieten, der auf die bisherigen Bemühungen in der Vermarktung der Region aufbaut. Thomas Sappl, Hotel Andreas Hofer (T)

I N O D E R O U T ? | P u bl i c V i e w i n g w ä h r e n d d e r F u ß b a l l -W M Diesen Sommer werden Fußball-Fans wieder an zahlreichen Orten zusammenkommen, um sich gemeinsam dem WM-Wahnsinn hinzugeben. Der Rest der Bevölkerung will aber lieber auf den Massenandrang verzichten. Wer also Fußball mag, der will die WM auch gerne gemeinsam beim Public Viewing erleben, wen Fußball sowieso nicht interessiert, der verzichtet auch im Sommer auf dieses Erlebnis.

60%

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Thomas Brandauer, Schlossbräu, Wien „Da wir in allen unseren Lokalen sehr gut mit Flat-TVs ausgestattet sind, wird es selbstverständlich Fußballübertragungen live in allen unseren Lokalen geben. Da der Juni für uns auch ohne WM mit zu den stärksten Monaten zählt, werden wir kein zusätzliches Personal einstellen müssen. Wir werden während der WM in Brasilien auf unserer Tageskarte immer mindestens ein WM-Gericht anbieten – entweder brasilianisch oder auch aus anderen Teilnehmerländern. Zusätzlich werden wir einen WMCocktail anbieten.“

AM WORT

Gästezufriedenheit als Knackpunkt Die Gäste-Erwartungen steigen ins Unermessliche, der persönliche Einsatz des Unternehmers ebenfalls. Wie beendet man den Teufelskreis? EXPERTISE:

A

ussagen wie „Wieder eine schlechte Bewertung im Netz ... Und das, obwohl ich eh schon alles kontrolliere und immer da bin“, hört man immer wieder von Hoteliers. Das perfekte Gasterlebnis herzustellen wird immer schwieriger. Das ist Fakt. Die Bewertungsportale verstärken dies noch dazu, weil Momentaufnahmen oder Fehler sofort im Internet verbreitet werden. Die Hauptgründe für das „erschwerte“ Zufriedenstellen des Gastes liegen in zwei Bereichen: Einerseits steigen die Gäste-Erwartungen in den letzten Jahren massiv an. Ob das die Hotellerie durch große Investitionen wie Wellness-Anlagen oder durch immer mehr kostenfreie Extra-Leistungen selbst verschuldet hat, bleibt hier außen vor. Andererseits macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar, und der Hotelier hat immer mehr Schulungsund Entwicklungaufwand zu leisten, damit seine Mitarbeiter die gesteigerten Gästeerwartungen erfüllen können.

Gästebindung ist Priorität Aber die Gäste bringen nun mal den Umsatz, und daher muss man ihre Seite betrachten. Eine Studie vom Institut ServiceQualität Deutschland zeigt, dass die mangelnde Service-Qualität

mit 68 % das Hauptargument für verlorene Kunden darstellt. Andere Gründe für den Verlust von (Stamm-)Gästen wie falsche Preispolitik oder geänderte Kaufgewohnheiten sind dagegen verschwindend gering. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Herstellung von Qualität der zentrale Faktor für die Gästebindung ist. Aber diese Qualität ist – so scheint es – nur durch einen enormen Arbeitsaufwand und nachträgliche Kontrolle des Hoteliers zu erzeugen. Also steht die Qualität im Gegensatz zum „Glück“ des Unternehmers.

Work-Life-Balance? Der Begriff ist fast ein Fremdwort für viele Hoteliers. Als Unternehmer ist man schon mal 16 Stunden am Stück im Hotel und wird den ganzen Tag über mit Problemen konfrontiert. Scheinbare Kleinigkeiten oder Selbstverständlichkeiten wie fehlerhaft verschickte Angebote, schlampige Reinigungsarbeiten oder unordentlich angeordnete Pölster beeinflussen die Freude am Beruf. Mit Sicherheit beeinträchtigt es aber das Bemühen um Qualität. Es hält von wichtigen strategischen Aufgaben ab. Gefangen im Tagesgeschäft bleibt keine Zeit, sich Gedanken über die Bedürfnisse der Gäste

oder neue Produktinnovationen zu machen. Aber wie bewerkstelligen es jene Hoteliers, die eine ausgewogene Work-Life-Balance haben? Ein kostengünstiges und gleichzeitig höchsteffektives „Work-Life-Balance-Konzept“ ist gefragt. Ziel muss sein, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu wecken und ihnen entsprechende Instrumente an die Hand zu geben, so rät ein erfolgreicher Hotelier. Eines ist klar: Permanent Qualität zu liefern bedeutet Knochenarbeit, und beeindruckende Serviceleistungen entstehen nicht durch Zufall. Dafür braucht
es Handwerkskunst, Technik und Disziplin. Qualitätsmanagement ist nicht die Lösung für alle Probleme. Es ist das Werkzeug zur Lösung! Diesen hohen Anspruch abzudecken war der Anstoß für die Entwicklung eines einfach umzusetzenden Qualitätsmanagement-Systems, des „Qualitätsmanagements mit Herz und Hirn“ (QmHH). Der Name ist Programm: Arbeitsabläufe werden analysiert, Lösungen gefunden, verschriftlicht und implementiert.

tergehen will, dann können effizientere Arbeitsabläufe durch Erarbeitung von standardisierten Prozessen wesentliche Erleichterung schaffen. Es ist auf alle Fälle die Zeit wert, sich die wichtigsten – fehleranfälligsten – Abläufe anzusehen und gleichzeitig zu optimieren.

Kontakt

PROF. ELFRIEDE KREMPL & MAG.(FH) TINA BRANDSTETTER Genèratio Hotel Management Consulting PROF. ELFRIEDE KREMPL T +43 664 53 45 953 E e.krempl@generatio.at MAG.(FH) TINA BRANDSTETTER

Fazit

T +43 664 55 22 448

Wenn man als Unternehmer nicht in der täglichen Arbeit und Belastung un-

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Nachwuchsförderung

„Basisarbeit leisten!“

Üben für Erfurt

Alois Gasser ist der neue Präsident des Verbands der Köche Österreichs (VKÖ) und möchte frischen Wind in die Vereinigung bringen. Eine gute Idee

Der Kochnachwuchs trainiert für Olympia. In Klessheim erstmals unter echten Bedingungen

Fragen: Thomas Askan Vierich

Text: Gerhard Reiter

Können Sie das verbessern? Ja, vor allem bei der Ausbildung. Neue Ansätze müssen her, z. B. neue Lehrberufe wie Koch/Bauer, Koch/Gärtner, Koch/Bäcker, Koch/Metzger! Mit wem wollen Sie zusammenarbeiten? Mit der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer? Sie stehen da zwischen den Lagern, nicht? So ist es. Waren Sie bei den gescheiterten KV-Verhandlungen dabei? Nein. Würden Sie gerne dabei sein? Ja. Wir werden versuchen künftig dabei zu sein. Wenn ich 1.200 Mitglieder habe, kann ich für jemanden sprechen. Sind Sie für oder gegen eine Flexibilisierung bei den Arbeitszeiten?

Aber es sollte auch angemessen vergütet werden, oder? Es muss angemessen vergütet werden! Es gibt immer weniger junge Menschen, die den Beruf Koch erlernen. Warum? Erstens wegen der finanziellen Situation, zweitens wegen den Arbeitsbedingungen. Und leider versteht man es nicht, den schönsten Beruf der Welt richtig zu positionieren. Können Sie Mentalitäten verändern oder den Beruf attraktiver machen? Ja, unter anderem mit Medienarbeit. Generell muss der VKÖ wieder bekanntgemacht werden. Wir haben auch das große Thema Frauen aufgegriffen, wir haben eine eigene Frauenbeauftragte. Auch einen Jugendbeauftragten? Wir haben zwei in Salzburg, und wir werden das ausbauen in der Zentrale. Unsere Themen sind: Frauen, Jugend, Aus- und Weiterbildung, Motivation. Um was geht es in unserem Beruf? Dienstleistung! Das ist ein Wort, das offenbar nicht mehr jeder versteht. Der Koch oder der Arbeitgeber? Alle, die an diesem Strang Tourismus ziehen. Österreich hat ein gutes Image, aber wenn man ein wenig hinter die Kulissen schaut, dann – ich kann nur aus meinem Bereich Küche sprechen – fehlen die Nachwuchskräfte, auch die wirklich gut ausgebildeten Profis. Heute reicht es nicht mehr, nur gut, normal zu kochen. Die Allergene-Geschichte kommt auf uns zu. Ein großes Thema, bei dem viele nicht wissen, was sie tun sollen. Ist die Kennzeichnungspflicht eine Chance für eine Professionalisierung? Ja. Eine große Chance, auch um sich zu positionieren.

Österreich Werbung, Wörthersee, Foto: Peter Burgstaller

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Alois Gasser möchte den VKÖ wieder besser bekannt machen.

Bieten Sie dazu Schulungen an? Dürfen Sie das überhaupt? Wir dürfen, in unseren Statuten steht sogar, dass wir das tun müssen. Auch bei der Kennzeichnungspflicht? Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob wir das Know-how dazu haben, wir sind ja keine Diätologen. Aber wir sind für die gesunde Ernährung unserer Kunden verantwortlich, nicht nur im Bereich Gemeinschaftsverpflegung. Und da sollte der Fokus auf gesund, frisch, nachhaltig, regional liegen. Der Gast kommt zu uns zum Essen, und es liegt in unserer Verantwortung, ihn gesund zu erhalten. Ist das allen Köchen klar? Nein, in der Konsequenz sicher nicht. Warum nicht? Teilweise Zeitmangel, teilweise zu wenig Motivation. Wenn man sich die Personalsituation anschaut, ist es für meine Begriffe schon fünf nach zwölf. Wie kann man das ändern? Es muss von den Menschen kommen, die das Sagen haben in den einzelnen Betrieben. Es gibt ja genügend Beispiele, wo es funktioniert. Es gibt sehr wohl Betriebe, die keine Probleme haben, gut ausgebildetes, motiviertes Personal zu bekommen. Wir müssen Basisarbeit leisten. Viel mehr Aufklärung über den Berufsstand vermitteln, viel mehr Informationen über Lebensmittel, auch über die sozialen Medien. Wir arbeiten hier auch intensiv mit Unternehmen wie Wiberg zusammen, die uns da helfen können.

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ehn Kochtalente aus Österreich bereiten sich intensiv auf die nächste Olympiade der Köche in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt 2016 vor. Im Mai haben die angehenden Top-Köche in den Tourismusschulen Klessheim unter Wettbewerbsbedingungen trainiert. „Viermal normal, zweimal durch und rasch den Mandelschaum – die zweimal durch dann bitte gleich auf Tisch fünf!“ Die Ansage von Trainer Alexander Stockl klingt schon wie ein Kommando. „Das muss aber auch so sein. Es gilt, mit minimalem personellem Einsatz in begrenzter Zeit höchste Qualität auf den Teller zu zaubern“, erklärt Teammanager Alois Gasser vom VKÖ. Dem pflichtet auch Teamchef Thomas M. Walkensteiner bei, der jahrelang Küchenchef im Luxushotel Schloss Fuschl war. „Zum Beispiel trainieren wir die Bewegungsabläufe. Wenn ein Jungkoch am Teller vorbeigeht, muss er so viel wie möglich erledigen. Es sollte nicht nur das Püree auf den Teller geben, sondern es auch gleich glattstreichen und am besten auch gleich den Knödel dazu legen.“ Als warme Vorspeise wird eine Komposition aus Zander und Alpenlachs mit Kraut und Schlutzkrapfen serviert. Im Hauptgang folgt das Motto „Reh trifft auf moderne Klas-

sik“, und beim Dessert geht es um „die Kraft der Birne und der Schokolade“. Einer der zehn angehenden Spitzenköche ist Robert Andexer, derzeit noch in der vierten Klasse der Tourismusschule Bad Hofgastein: „Besonders wichtig ist Teamfähigkeit. Es geht ganz wesentlich um Koordination der Arbeitsabläufe. Wenn zum Beispiel das Fleisch am richtigen Garpunkt ist, dann muss der Kollege gleich bereit sein, die Beilage dazuzugeben, damit das Gericht den Gästen auch wirklich warm serviert werden kann. Es ist jedenfalls schon eine große Herausforderung, mit einer Teameinheit von nur vier Köchen ein hochwertiges Menü für 70 Gäste auf den Teller zu zaubern“, sagt Robert Andexer. Im zehnköpfigen Teamkader ist mit Julia Kichle aus Bad Hofgastein übrigens auch eine junge Dame: „Ich finde, das Training ist eine coole Herausforderung, bei der man viele neue Sachen und auch viele neue Leute kennenlernt“, sagt Julia. Und Teamchef Thomas M. ­Walkensteiner ergänzt: „Wenn in einem Team alle Herren gleich stark sind, so ist eine weibliche Ergänzung für jede Mannschaft wichtig. Im Sinne der Ausgewogenheit braucht es sozusagen auch einen Schuss Östrogen.“

Gerhard Reiter

Die Köche haben keine Berufsvertretung? Jeder Beruf hat eine Innung. Wir haben keine. Die Standesvertretung könnte der Kochverband sein. Das hat man ein wenig verschlafen. Wir waren nicht bereit, uns mit den notwendigen Kriterien auseinanderzusetzen. Die Bedingungen sind nicht überall sehr gut in den Betrieben, vor allem bei der Lehre. Ein Maurerlehrling verdient mit Zulagen über 1.000 Euro, ein Kochlehrling um die 600, wobei die Arbeitszeit länger ist und oft gearbeitet werden muss, wenn andere frei haben. Die Bedingungen haben sich verbessert in den letzten Jahren, aber trotzdem ist noch einiges zu tun.

Man muss in unserem Job flexibel sein. Wir haben einfach spezielle Anforderungen in unserer Branche: Es muss dann gearbeitet werden, wenn die Leute ins Restaurant kommen.

VKÖ

Herr Präsident, was möchten Sie im VKÖ anders machen? Gasser: Wir müssen jünger werden! Auch von den Mitgliedern her. Seit einem Jahr müssen Lehrlinge und Schüler keinen Beitrag mehr zahlen, erst nach Lehrzeitende. Niemand muss bei uns Mitglied werden. Wir sind ja keine Innung oder Kammer.

In Klessheim wurde ein Wochenende lang für Olympia trainiert.


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G A S T R O N OM I E

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Kochen, Öle

MELDUNGEN

Hard Rock Café: Wien Ready to rock! Im Sommer eröffnet das erste Hard Rock Café des Landes, und zwar in der Rotenturmstraße im ersten Wiener Gemeindebezirk. Das 700 Quadratmeter große, zweistöckige Lokal wird zwei Bars, eine Bühne und einen Shop beherbergen, dazu wird es einen Schanigarten geben. Beim Kick-off lud Hamish Dodds, Hard-Rock-CEO die Wiener Sängerknaben ein, ihre eigene Interpretation von Rockmusik vorzustellen.

Andreas Senn kocht auf Der Küchenchef wird für den Sommer nach Salzburg wechseln und überzeugte vorher noch mit einem raffinierten und abwechslungsreichen Probemenü Text: Gerhard Reiter

Im Dom Beisl, dem Restaurant hinter dem Wiener Stephansdom wird es eine neue Führung geben. Thomas Wohlfarter löst Harald Riedl als Küchenchef ab. Damit ist ein altes Duo wieder zusammengekommen: Wohlfarter und Maître Hermann Botolen haben schon in der besten Zeit des Meinl am Graben unter der Führung von Christian Petz zusammengearbeitet.

Genuss am Nova Rock Das Musikfestival Nova Rock gönnt sich an seinem zehnten Geburtstag ein kulinarisches Highlight. Gemeinsam mit der Genuss Burgenland und dem Gastro Team Bremen entsteht eine neue Location mit Sitzplätzen und lauschiger Sonnenüberdachung, in der Gäste burgenländische Speisen und Getränke aus regionalen Zutaten direkt vom Erzeuger erwarten können.

Agentur Promedia / P.Jochum

Dom Beisl: Neues Duo

Ein besonderer Genuss: Black Cod mit weißem Spargel (oben) und Maibock vom Reh mit Shiso, Sellerie und Chicorée (rechts).

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iner der Shootingstars unter Österreichs Spitzenköchen übersiedelt über den Sommer mit seinem Team von Kitzbühel in die Stadt Salzburg: Andreas Senn, der seit vier Jahren als Küchenchef im FünfSterne-Hotel A-Rosa die Gäste im TopRestaurant „Heimatliebe“ kulinarisch verwöhnt und vom Gault Millau aktuell immerhin mit 17 Punkten bewertet ist, wird von Anfang Juni bis Mitte November seine Zelte in der HDW Ho-

tel & Designwerkstatt im Salzburger Gusswerk aufschlagen. Einer ausgewählten Runde von heimischen Fachjournalisten hat Senn kürzlich ein sechsgängiges „Probemenü“ serviert.

Das Menü Langostino mit Gurke, Tomate und Melone bildete den Auftakt. Es folgte Gänseleber in Bitterorangen-Püree mit Aperolperlen und Fenchelblüten. Als Gang Nummer drei wurde Brat-

hendl-Mousse mit Jakobsmuschel-Tatar in der Eierschale, Spitzkraut und Paprika serviert. Black Cod – ein Kohlenfisch aus Alaska – mit Miso karamellisiert folgte. Erst der fünfte Gang war schließlich das „Hauptgericht“: Maibock vom Reh mit Shiso, Sellerie und Chicorée. Ein Dessert mit Rhabarber, Himbeer und Sauerklee rundete das tolle Geschmackserlebnis ab. Im anschließenden Interview verriet der noch junge Spitzenkoch sein Er-

folgsgeheimnis: „Ich bemühe mich, anders zu kochen als die anderen. Derzeit wird vor allem nordisch und puristisch gekocht. So wird zum Beispiel die Gänseleber oft mit süßen Früchten kombiniert und mit Balsamico ‚schwer‘ gemacht. Ich habe sie hingegen bitter gemacht – eben mit dem Bitterorangen-Püree.“ Senn kocht mit seinem gesamten Küchenteam aus Kitzbühel – sechs Mitarbeiter in der Küche und drei im Service – während der Sommermonate in Salzburg, wo er früher unter anderem als Sous-Chef im Hangar tätig war. Vor dem kulinarischen Genuss bei Andreas Senn sollte man allerdings schon einiges im Geldbörsel haben: Zwischen 85 und 145 Euro kosten seine Haubenmenüs. Das getestete Menü gibt’s übrigens für 110 Euro.

Olivenöl, kretisch

Olivenöl, istrisch

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Istrien mausert sich immer mehr zur führenden Region für Gourmets: Trüffel, frische Fische, Konobas neuen Stils und last, but not least – beste Olivenöle. Kenner sagen: die besten der Welt! Text: Thomas Askan Vierich

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n Istrien leben mehr ausgebildete Olivenölsommeliers als Weinsommeliers – wobei wir jetzt nichts gegen den istrischen Wein gesagt haben wollen. Aber an diesem Gourmetabend im Restaurant Herrlich, zu dem das Steigenberger Hotel Herrenhof in Person von General Manager Elisabeth Perwanger Journalisten und Fachleute lud, stand ganz im Zeichen des istrischen Olivenöls. Die „Olivenöl-Legende“ Valter Smilovic von Agro Millo und Duilio Belic von Olea B. B. wurden vorgestellt von „Oleomane“ Heinrich Zehetner, der sich seit Jahren mit istrischen Olivenölen beschäftigt und die er jetzt für österreichische Gastronomen und Gourmets vertreibt. Zehetner ist einer der Pioniere des reinsortigen Olivenöls und hat gemeinsam mit der italienischen Feinschmeckerlegende Luigi Veronelli dafür einen Kodex entwickelt. Zehetner schließt sich der Bewertung der italienischen Olivenöl­ bibel „Flos Olei“ an: Istriens Olivenöle zählen zu den besten der Welt: „Besonders bemerkenswert ist, dass es in Istrien im Verhältnis zur Gesamt-

zahl sicherlich die höchste Dichte an Top-Qualitätsproduzenten weltweit gibt.“ Dass es überhaupt istrisches Qualitätsöl gibt, ist Pionieren wie Valter Smilovic zu verdanken, der als Erster Geld in professionelle Mühlen investiert hat und noch heute für viele Kollegen Qualitätsöl presst. Duilio Belic ist im Hauptberuf Banker und beim Olivenöl ein Quereinsteiger. Beide setzen auf Spitzencuvées und reinsortige Öle. Vor allem die autochthonen istrischen Sorten haben es ihnen angetan: unter anderem die grün-fruchtige Buza, die komplex-pikante Rosulja und die leicht bittere Istarska Bjelica. Dass diese Sorten tatsächlich unterschiedlich schmecken und jeweils zu anderen Speisen passen, bewies Steigenberger-Koch Stefan Schartner im Restaurant „Herrlich“ mit einem sechsgängigen Menü, das jeweils von einem bestimmten Olivenöl begleitet wurde. Dieses Menü wird im Herrlich noch bis Ende Juni angeboten – und ist dringend empfohlen! Die „Sulz auf Mosaik vom Spargel“ wird von einem reinsortigen Frantoio

(eine italienische Sorte, angebaut und abgefüllt in Buje von Agro Millo) begleitet: Meinem persönlichen Favoriten: Pur schmeckt es fast zu bitter, aber gepaart mit Brot oder wie hier Spargel entwickelt es unglaublich fruchtige Noten. Ähnlich fruchtig-herb in der Charakteristik entwickelt sich die istrische Sorte Istarska Bjelica (zu Deutsch: istrische Weiße) von Olea B. B. und wurde von Schartner zum Nachtisch gereicht: geliertes Mangopüree mit Bitterschokolade und Papayapfeffer: Da kann ich als Aromabuch-Autor nur sagen: Passt

Steigenberger Hotel Herrenhof/Christian Houdek

www.greekoilcompany.at

n Griechenland war die Olive bereits 6.000 vor Christus eines der wichtigsten Nahrungsmittel, der Olivenzweig diente als Zeichen des Sieges, und die kretische Olivenöldiät ist vielen bekannt. Aus Kreta bezieht auch das junge Unternehmen „Greek Oil Company“ seine Oliven der Sorte „Lia-noelia“. Das gewonnene Öl ist bitter, mit Noten von Tomaten, Gräsern und trockenen Kräutern. Es werden auch „Tsounati“-Oliven verwendet, die eigentlich für den Verzehr gedacht sind, also eine besondere Reife aufweisen. „Das Öl wird direkt in Edelstahlbehälter der Greek Oil Company abgefüllt und setzt sich dort zwei Monate ab“, beschreibt Inhaber Michael Glatz die Herstellung jenes Öls, das sich mit einem Polyphenol-Gehalt von 280 auch sehr gut zum Kochen eignet. Erhältlich sind die Öle in formschönen Weißblechdosen in drei Größen (0,5 l, 1 l, 5 l).

perfekt! Die Bitterschokolade verträgt das Olivenöl wunderbar. An die Kalorien darf man dabei allerdings nicht denken.

Info Die Öle sind zu beziehen über ­VERONELLI OLIVENÖLE, Am Hilfberg 17, 5310 Mondsee T 06232 69 00 www.oliosecondoveronelli.at Menüreservierungen im Herrlich: T 01 534 04-920

Wenige Tropfen genügen: In Istrien geht man sparsam mit dem köstlichen Öl um.


G A S T R O N OM I E

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Kinder, NeuerĂśffnung, Mitarbeiter

Ernährung will gelernt sein Mit ihrer Stiftung setzt sich Sarah Wiener fßr die gesunde Ernährung von Kindern ein. Spezielle Kinderessen in Lokalen sind fßr sie der falsche Weg Luftig, stylisch mit Ausblick auf die Landebahn: Das neue Flughafenrestaurant „Zugvogel�, gestaltet von Derenko.

S

eit 2007 engagiert sich die SarahWiener-Stiftung fĂźr „gesunde Kinder und was VernĂźnftiges zu essen“ an Schulen, Kindergärten und in Jugendbildungseinrichtungen. Während Kinder in wĂśchentlichen Koch- und Ernährungskursen alles Ăźber gesundes Essen erfahren, werden fĂźr Lehrer und Erzieher Weiterbildungen angeboten.

Besuch im Burgenland Unter den rund 600 teilnehmenden Einrichtungen befinden sich auch sieben Schulen aus dem Burgenland. Die FĂśrdermittel fĂźr die Aktion werden von der Allianz-Gruppe in Ă–sterreich bereitgestellt. Der Volksschule Neusiedl am See stattete Sarah Wie-

ner kĂźrzlich einen Besuch ab. Wir wollten von der Verfechterin vernĂźnftiger und genussvoller Esskultur wissen, wie es denn um das Koch- und Lebensmittelwissen der Kids steht: „Einige wissen ziemlich gut Bescheid und dĂźrfen zu Hause auch beim Kochen helfen. Die Mehrheit jedoch hat bruchstĂźckhafte Kenntnisse – sie kann sich zwar selbst ein Brot schmieren, aber noch nicht mal ein Ei kochen. Und manchmal erleben wir, dass Kinder gängige Obst- und GemĂźsesorten nicht kennen.“ Es kommt auch vor, erzählt sie weiter, dass die Mikrowelle als einziges KĂźchengerät benannt werden kann. Und was kĂśnnten Gastronomiebetriebe an gesĂźnderen Kindergerichten

Derenko

Text: Bernadette Pesendorfer

als Schnitzel und Pommes auftischen? „Ich bin Ăźberhaupt kein Freund von einem speziellen Angebot fĂźr Kinder in Restaurants. Die Kleinen sollen das essen, was die Erwachsenen auch bekommen. Nur so schult man den Geschmack von Anfang an“, sagt Wiener.

Zugvogel, bitte bleiben

Tipps und Tricks in Buchform Es dauert immer ein bisschen, bis Kinder sich an einen neuen Geschmack gewĂśhnt haben. Deshalb rät die KĂśchin, neue GemĂźsesorten Ăśfter anzubieten. Tipps und Tricks sind im soeben erschienenen Buch „Landschaft schmeckt – Nachhaltiges Kochen mit Kindern“ zu finden. Mehr Infos unter: www.sarah-wiener-stiftung.de

Derenko und Airest haben ein wirklich gelungenes Lokal in den Flughafen gestellt

D

as mit der Gastronomie an Raststätten, BahnhĂśfen oder Flughäfen ist bzw. war immer so eine Sache: Lieblos und Ăźberteuert wäre fast noch untertrieben. „Ist eh nur fĂźr die Laufkundschaft, die kommen nie wieder!“, hatten die Betreiber wohl lange gedacht. Doch das hat sich geändert: Sie haben gemerkt, dass die Kundschaft sehr wohl wiederkehrt, wenn man ihr was Anständiges bietet. Also gibt es jetzt auch an transitorischen Orten gastronomische Angebote, die sowohl optisch als auch kulinarisch durchaus als gelungen bezeichnet werden kĂśnnen. Auch wenn sie – zumindest an Flughäfen – immer noch viel zu teuer sind.

„Kinder essen alles, wenn sie es selbst zubereitet haben.“ SARAH WIENER

www.zweischrittweiter.at

Sarah Wiener bringt den Kindern der Volksschule Neusiedl am See gesunde Kßche näher.

Transitorische Räume Da macht der Zugvogel keine Ausnahme. Optisch wie kulinarisch und sogar im Service (was bei solchen Lokalitäten in Transiträumen wirklich selten ist) passt sehr vieles. Auffällig ist der weiĂ&#x;e FlĂźgel, an den sich laut Auskunft des Ăźberaus freundlichen Kellners sogar manchmal ein Gast setzt, um zu spielen. Ansons-

Lieber Herr Vierich! Zuerst mal mĂśchte ich sagen, dass wir (mein Bruder und ich, die zusammen ein Lokal fĂźhren) sehr gerne die Ă–GZ lesen. Sie ist sehr hilfreich und informativ. Der Grund meiner Worte an Sie ist keine Reklamation. Nur reiner Ă„rger Ăźber das leidige Thema Mitarbeiter. Wir schwanken zwischen 23 und 15, je nach Laune derselben. Wie sie sicher wissen, ist es unmĂśglich, Mitarbeiter zu finden. Wir fĂźhren in nun knapp neun Jahren das zweite Lokal und sind mit diesem weit grĂśĂ&#x;er geworden. Es läuft super, die Zahlen sind ein Traum, die Lieferanten mehr als zufrieden. Wir haben ein Wahnsinns-Feedback von den Gästen, und es ist eine Freude sie zu bewirten. Nur ... uns fehlen Mitarbeiter. Und die ganzen Gesetze drumherum, die Auflagen und was noch alles wird es uns sehr erleichtern, den Laden zu schlieĂ&#x;en. Richtig. Ein gutgehendes Lokal, von dem alle etwas haben, werden wir schlieĂ&#x;en. Wir haben seit Ăźber acht Jahren einen Koch – einen Wahnsinns-Mann –, eine Auszubildende, sehr brav, engagiert und fleiĂ&#x;ig, und eine KĂźchenhilfe, die bereits

in einem Jahr die zweite LohnerhĂśhung bekam. AuĂ&#x;erdem zwei BrĂźder, die den Abwasch erledigen und es voll drauf haben, sowie eine dritte Dame, die immer da ist, wenn nĂśtig – trotz wenig RĂźckhalt aus der Familie. Wir haben eine Kellnerin, die sehr umsichtig ist und genau weiĂ&#x;, welchen Gast sie wie behandeln muss. Einen Kellner, der wieder zurĂźck ins Gewerbe kam und selber sagt, wie gut es ihm dabei geht. Das sieht man auch an seiner Arbeit. Mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter sind Ausländer – voll dabei und integriert sowohl im Ort als auch bei uns. Wir zahlen mehr, als der KV es vorgibt. Wir haben ein Bonus-System, von dem jeder profitiert. Absolut jede Ăœberstunde wird bezahlt. Keine „Achdie-sind-ja-dabei-Stunden“. Es gibt Firmenfeiern und Veranstaltungen, der Lohn ist pĂźnktlich und korrekt am Konto. Wir mochten diese unpĂźnktliche Zahlungsmoral selber nie, und haben sie deshalb nie bei uns einreiĂ&#x;en lassen. Wir stellen WohnmĂśglichkeiten zur VerfĂźgung und man (und frau) darf bei uns essen und trinken, was sie wollen – ohne Einschränkungen, also am Geld kann es nicht liegen. Das

einzige Problem, das wir haben: Es ist viel zu tun. Oft hĂśre ich, so was muss ich mir nicht antun, wenn es sonntags zum Beispiel 250 bis 350 Essen sind. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ich mache mir massiv Gedanken um ein paar Leute. Der Rest landet beim AMS, und wir zahlen wieder fĂźr sie. Es ist arg. Richtig, da klingt Frust durch. Nur eins weiĂ&#x; ich: Wir wollen uns nicht kaputtmachen. Wir wollen unsere echt tollen Mitarbeiter nicht kaputtmachen, und der Rest wird sich finden. Es ist ja schĂśn zu lesen, wie es anderen geht und auch von ihren Finanzproblemen zu hĂśren. Wir haben 2013 erĂśffnet und Ăźber 200.000 Euro investiert. Wir sind noch 2013 schuldenfrei gewesen, stehen jeden Tag selber im Lokal, bis zu 16 Stunden. (Das weiĂ&#x; man. Das ist gut so.) Aber was man sich bei manchen MĂśchtegernkĂśchen anschauen muss, die es nicht mal schaffen, Fleisch richtig zu portionieren! Es ist ja fast zum Lachen. Und ich denke, das ist erst der Anfang ... Anfang vom Ende? Schlimmere Zeiten? Freundlichst und ihr Leser bleibend, G. P.

Fotos: Thinkstock, Illustration: Antonia Stanek

Zum Thema Mitarbeiter

ten dient er aber schon eher als optischer Blickfang. Farblich hat man sich etwas getraut: Ein sattes frisches Grßn kontrastiert mit der roh gehalten Decke im Industriedesign. Ein bisschen erinnert das Design trotzdem an McCafÊ. Aus dieser Decke wachsen trichterfÜrmige Leuchten, sie stammen aus Frankreich. Schrift wird als gestalterisches Element eingesetzt. Insgesamt wurde das Lokal sehr hell und luftig gestaltet. Ein Ort, an dem man sich gerne aufhält und auch einen verspäteten Flug in stoischer Gelassenheit erträgt. Dazu trägt auch die Kßche bei: sehr wienerisch, in Teilen sogar wie beim Heurigen, ergänzt durch witzige Innovationen wie den Air Dog, eine sättigende Variante des Hot Dog. Viele Speisen werden mit Herkunftsbezeichnung angeboten (Schinken vom Thun, Wßrstel von Trßnkel usw., vorbildlich). Als Dessert probierten wir eine winzige Sachertorte im Glas, absolut gelungen, nur mit 5,10 Euro ßberteuert. Aber das muss an Flughäfen offenbar so sein. Warum eigentlich?  tav

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Zusammenarbeit

Hotel in vier Monaten Ein Komplettangebot von der Standortberatung bis zum Betriebs- und Marketingkonzept will die LowBudget-Hotel-Kooperation Fair Sleep künftigen Hoteliers bieten. Auch in Deutschland besteht Nachfrage

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n 16 Wochen von der grünen Wiese zum schlüsselfertigen Motel oder Hotel: Das verspricht die MarkenKooperation Fair Sleep ihren Mitgliedern, egal ob ausgebildete Hoteliers oder Quereinsteiger. Die zukünftigen Gäste sollen von fairen Preisen, guter Lage und hoher Qualität profitieren. 13 Low-Budget-Hotels und Motels der Marke Fair Sleep gibt es bereits in Österreich. Noch 2014 sollen zwei weitere Standorte hinzukommen, einer davon in Deutschland (Erding bei München). Der Tankstellenbetreiber Andreas Weber, der Verkaufsleiter von ELK-Motels Gerald Wurz und Großtischlereibetreiber Franz Schrenk haben die Kooperation vor vier Jahren gemeinsam begründet.

Erfolgreiche Kooperation Weber, der eine Tankstelle in Gmünd betreibt, fiel damals die vermehrte Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten bei seinen Kunden auf. Ihm kam die Idee, ein preisgünstiges Motel aufzustellen und es mit der Tankstelle mitzubetreiben. Um das Projekt möglichst kostengünstig und zeitnah umzusetzen, kooperierte er mit Österreichs größtem Fertighaus-Erzeuger ELK und der Großtischlerei Schrenk, um das FertighausMotel zu bauen. Das Geschäft lief von Anfang an gut, und die drei Entwickler erkannten einen stark wachsenden Bedarf für Low-Budget-Hotels am europäischen Markt und das gleichzeitige Fehlen eines Komplettangebots für Erbauer und Betreiber. Die Kooperation

Fair Sleep war geboren. Heute existieren bereits 330 Zimmer mit 700 Betten unter diesem Namen. Zukünftigen Betreibern und Partnern verspricht Fair Sleep ein Rundum-Paket zum Fixpreis. Standort-Beratung, Planung, FinanzierungsKnow-how, Bau-Ausführung und Betriebs- und Marketingkonzept werden geboten. Die Erfahrung bisheriger Mitglieder garantiert eine ständige Verbesserung des Konzepts. Für ein schlüsselfertiges Hotel inklusive Bettwäsche zahlen die Neo-Hoteliers laut Gerald Wurz je nach Zimmeranzahl durchschnittlich 800.000 bis 1 Million Euro. Die bisherigen Motels und Hotels von Fair Sleep haben meistens 20 bis 30 Zimmer, laut Wurz lohne sich der Betrieb auch erst ab dieser Zahl wirtschaftlich. Um die Zimmer in den FertighausMotels einfach und kostengünstig bewirtschaften zu können, baute sich die für die Innenausstattung verantwortliche Firma Schrenk Testzimmer in der Tischlerei auf, um gemeinsam mit Reinigungskräften die besten Materialien und die praktischste Raumaufteilung zu testen. So wurden zum Beispiel keine Fliesen an den Wänden benutzt, die Kästen schwebend montiert und auf verwinkelte Raumstrukturen verzichtet. Mit 6 Euro Aufräumkosten pro Zimmer und Nacht sollen zukünftige Fair-Sleep-Hotel- und -Motel-Betreiber nun auskommen. Gäste der Low-Budget-Hotels zahlen je nach Lage und Ausstattung zwischen 34 und 69 Euro pro Nacht. Be-

Fair Sleep

Text: Sonja Dries

Fair Sleep (von links): Gerald Wurz (ELK Motel), Franz Schrenk, Andreas Weber (AVIA Gmünd) und Erich Weichselbaum (ELK AG).

stimmte Goodies wie Gratis-W-LAN und Parkplätze oder die Gratis-Nächtigung von Kindern unter sechs Jahren im Bett der Eltern müssen alle Fair-Sleep-Kooperationsmitglieder anbieten. Auch der Hotel- oder Motelbau mit ELK ist verpflichtend, um die Lizenz zu bekommen. Das ganze Unternehmen ist natürlich auch eine Art Beschäftigungsmodell für die Partnerbetriebe. Ihre Kernzielgruppe definiert Fair Sleep als jung, männlich und berufs-

tätig – also wird das Gratiskinderangebot wohl nicht so oft nachgefragt werden. Durch die neuen Standorte sollen jedoch auch Touristen angesprochen werden, die die fairen Preise schätzen. Fair Sleep hatte das Marktforschungsinstitut Gallup mit einer Meinungsumfrage zu Low-Budget-Hotels beauftragt: Herauskam, dass noch relativ wenige Personen, nämlich gerade mal 28 Prozent der Befragten, den Terminus kannten. Und auch davon hat-

ten nur weniger als die Hälfte schon in einem Hotel dieser Art übernachtet. Die Fair-Sleep-Initiatoren sind dennoch vom Erfolg ihres Konzepts überzeugt. Bis 2020 streben sie insgesamt fünfzig Standorte im mitteleuropäischen Raum an. Erich Weichselbaum, CEO von ELK, bezeichnete dieses Vorhaben bei einer Pressekonferenz der Kooperation vorerst noch als „heroisch“. Drei weitere Standorte in Österreich und drei in Deutschland sind für 2015 schon projektiert.

19 Cg 38/13d REPUBLIK ÖSTERREICH Handelsgericht Wien

Vergleich

Klagende Partei: Sky Österreich Fernsehen GmbH, Schönbrunner Straße 297/2, 1120 Wien vertreten durch Mag. Heinz Heher, Rechtsanwalt, Oppolzergasse 6, 1010 Wien Beklagte Partei:

Andrzelika Anna Ksiezny-Enemo, Meidlinger Hauptstraße 76/3, 1120 Wien vertreten durch Mag. Philipp Horak, Rechtsanwalt, Mahlerstraße 13, 1010 Wien

wegen Unterlassung, Leistung und Veröffentlichung (Gesamtstreitwert € 19.768,00) Die Parteien haben am 2. Oktober 2013 folgenden Vergleich geschlossen: 1. Die beklagte Partei ist gegenüber der Klägerin schuldig, es ab sofort bei sonstiger Exekution im geschäftlichen Verkehr, insbesondere als Betreiber des Lokals am Standort Aichholzgasse 5, 1120 Wien, mit der Etablissementbezeichnung „Cafe Melody Beach“ zu unterlassen, ohne zur öffentlichen Vorführung berechtigende Vereinbarung mit der Klägerin a) Sky Rundfunkprogramme öffentlich vorzuführen und/oder; b) die Bezeichnung „Sky“ im Zusammenhang mit Sky Rundfunkprogrammen in jedweder Form zu verwenden; 2. Die beklagte Partei ist schuldig, der Klägerin den Betrag von € 2.268,00 zu bezahlen, binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution. 3. Die klagende Partei wird ermächtigt, den stattgebenden Teil des gesamten Urteilsspruches und den Urteilskopf, samt vorangehender Überschrift „Im Namen der Republik“ auf Kosten der beklagten Partei in der ÖGZ Österreichische Gastronomie- & Hotel-Zeitung im Textteil, mit Normallettern, wie für redaktionelle Artikel verwendet, mit Fettdruckumrandung, Fettdrucküberschrift und fett und gesperrt gedruckten Prozessparteien veröffentlichen zu lassen; 4. Die beklagte Partei ist weiters schuldig, der Klägerin die mit € 2.225,40 (darin enthalten € 677,40 an umsatzsteuerfreien Barauslagen und € 258,00 an Umsatzsteuer) bestimmten Prozesskosten gemäß § 19a RAO zu Handen des Klagevertreters binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu bezahlen. Handelsgericht Wien, Abteilung 19 Wien, 2. Oktober 2013 Dr. Elfriede Dworak, Richter


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Positionierung

Hotels nur für Erwachsene

FahrstuhlMusik Es gibt sie in Fahrstühlen und Flugzeugen und auch sonst allerorten: Dudelmusik, die uns vor klaustrophobischen oder anderen Wutanfällen bewahren soll. Dabei führt sie an sich schon zu Wutanfällen bei halbwegs anspruchsvollen Hörern. Deshalb haben wir eine alternative Liste zusammengestellt. Wie immer auch digital unter: gast.at/soundtracks

Was im ersten Moment erschreckend restriktiv klingt, hat sich zu einer Erfolgsstory entwickelt Text: Susanne Mitterbauer

Badehotels von Sentido bieten viele Extras, die für solche Hotels eher untypisch sind. Vor allem bieten sie Erwachsenen kindergeschreifreien Urlaub. Ein Erfolgskonzept.

Thomas Cook AG

Soundtracks

A CERTAIN RADIO Flight Postpunk-Elektrofunk zum Abheben.

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ie Thomas-Cook-Hotelmarke Sentido gehört zu den am schnellsten wachsenden Hotelmarken in Europa. 2008 begann das Franchise-Unternehmen mit 17 Häusern, aktuell sind es 51 in 13 Ländern sowie zwei Nilschiffe, und bis 2017 werden es 80 sein. Die Hotels befinden sich vorwiegend im Mittelmeerraum (Österreich ist mit einem Haus in Lochau am Bodensee vertreten, ein zweites soll dem Vernehmen nach demnächst dazukommen). Hotelbesitzer werden Franchise-Nehmer (über den Preis wird diskret geschwiegen) und bekommen dann Hilfe in Form von Finanzierungen und Knowhow. Ein solcher Erfolg kommt selbstverständlich nicht von ungefähr, da braucht es eine zündende – in diesem

Fall wagemutige – Idee und eine hochprofessionelle Durchführung. Nach jahrelangen Gästeumfragen hat sich für Thomas Cook ein Punkt herauskristallisiert: Viele erwachsene Menschen wollen im Urlaub ihren Frieden. Darauf wurde reagiert und einer der Hauptgründe des Erfolges ist unumstritten: Zehn Anlagen in der Türkei, Griechenland, Tunesien und Spanien werden für „Adults only“ angeboten, für vorwiegend deutschsprachige Singles und Paare, fokussiert auf die Altersgruppe zwischen 40 und 65 Jahren. Und diese wünschen sich Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe sowie viel Komfort und Programme, die auf ihre Wünsche zugeschnitten sind. Überschaubare und individuell designte Häuser mit regionalem Touch sind besonders beliebt.

Alle 51 Anlagen der Sentido-Gruppe wurden komplett renoviert, Direktion und Personal sind auf das neue Produkt eingeschult und eingeschworen. Regelmäßige Kontrollen und MysteryChecks helfen, den Standard zu halten. Viele in Badehotels unübliche Zutaten sind hier selbstverständlich wie Concièrge, Langschläfer-Frühstück, kostenloses W-LAN, große Zimmer in durchaus akzeptablem Design, variable Check-in- und Check-out-Zeiten, fantasievolle Küche, frisch gepresste Säfte, eine Auswahl verschiedener Polstern – also ein sogenanntes Kissenmenu, wie man es sonst nur in Fünf-Stern-Häusern findet. Sentido fühlt sich, seinem Namen entsprechend, den fünf Sinnen verpflichtet. Folgerichtig werden also noch zusätzliche „Schmankerln“ wie individuell gestaltete Lounge-

musik, atmosphärische Beleuchtung, oder ein eigener Duft für die Lobby geboten.

Ruhe, Ruhe und Ruhe Ein Beispiel: Das Lykia Resort & Spa in der Türkei liegt inmitten eines weitläufigen Naturschutzgebietes mit einem 650 Meter langen Strand am türkisblauen Meer. 265 völlig neugestaltete Zimmer in einem wunderschön gestalteten Garten mit Yoga-Bereich. Wer es turbulenter und aktiver haben will, geht in die benachbarte Partneranlage Liberty Hotel. Dort werden Sportarten wie Tauchen, Surfen, Paragliding, Tennis und Golf angeboten und das übliche Urlaubs-Remmidemmi angeboten. Sentido kann sich übrigens von Angeboten zukünftiger Franchise-Nehmer kaum retten.

Ein Recht auf Urlaub

The Travellers’ Choice

Das Reisebüro der Menschlichkeit Global Family lässt eine große Charity-Aktion steigen

Tiroler Hotel wurde von TripAdvisor-Gemeinde zum Haus mit dem bestem Service gekürt

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as Reisebüro Global Family startet eine Aktion für mehr Menschlichkeit: Am 7. 7. 2014, um sieben am Abend steigen in 77 Part-

Die Schauspielerin Barbara Wussow ist Schirmherrin von Global Family.

nerhotels 77 Luftballons in den Himmel. Damit soll ein Zeichen für das Menschenrecht Urlaub gesetzt werden. Gleichzeitig werden 77 in Not geratene Menschen aus ganz Österreich und Deutschland eingeladen. Schirmherrin Barbara Wussow und 280 Hotels unterstützen das Projekt und laden Kinder und Eltern, die Opfer von Gewalt, Armut, Katastrophen, Verfolgung und unheilbarer Krankheit geworden sind, zu unbeschwerten Ferien ein. Bis dato hat das „Reisebüro der Menschlichkeit“ mithilfe von 200 Partnerhotels knapp 700 Urlaube für Eltern und Kinder ermöglicht. Neben Wussow unterstützen prominente Persönlichkeiten wie Otto Waalkes, Toni Polster und Felix Baumgartner das Projekt.

ie Travellers’ Choice Awards der Hotelbewertungsseite TripAdvisor sind vergeben. Der Preis, den die User der Plattform an jene Häuser vergeben, die sich in Sachen Service hervortun, hat allerhand Gewicht. Denn für die meisten Reisenden ist ein guter persönlicher Service ausschlaggebend für eine erneute Buchung, wie eine Umfrage der Seite ergab. An der Spitze des Österreich-Rankings steht das Hotel Himmlhof in St. Anton am Arlberg, gefolgt vom Wellnesshotel Engel (Grän) und dem Hotel Alpenhof Hintertux. Auf die Regionen bezogen, führt Tirol die Hitliste an, mit zehn Betrieben ist es das Bundesland mit den meisten prämierten Hotels, gefolgt vom Salzburger Land mit fünf Häusern. Und noch eine weitere ein-

mal im Jahr publizierte Hitliste hat die Internetplattform nun herausgegeben: das internationale Städteranking.

Cityranking: Wien auf Platz 6 Die Website bat 54.000 User zur Abstimmung über die attraktivsten Citys der Welt. Das Ergebnis: Wien schnitt ganz hervorragend ab und kam hinter Tokio, New York City, Barcelona, Istanbul und Prag auf Platz 6. Gut schnitt die Stadt in einigen Einzelkategorien ab: Auf Platz eins ist Wien in der Kategorie „Vorankommen in der Stadt“, auf Platz 2 in Sachen öffentlicher Verkehr und kulturelles Angebot. Alleinreisende gaben unserer Hauptstadt Platz 3, hinter Singapur und Tokio.

AIR How Does It Make You Feel? Selbstironische Wellnessmusik aus Frankreich. SOFA SURFERS Sofa Rockers Klassische Wellnessmusik aus Wien, remixed von Herrn Dorfmeister. KRAFTWERK Trans-Europe Express Die Deutschen, immer auf Reisen. CAN Oh Yeah Krautrock-Klassiker für rumpelnde Aufzüge. LCD SOUNDSYSTEM On Repeat In der Warteschleife. ENO Always Returning Vom Erfinder der intelligenten Fahrstuhlmusik – aus „Apollo“. NEW ORDER Behind Closed Doors Wenn die Türen schließen. DUETT EMMO Or So It Seems Wenn alles relativ wird: Elektropop aus den 80ern. STAN GETZ & JOAO GILBERTO: The Girl From Ipanema Powerplay in Fahrstühlen weltweit. MILES DAVIS Ascent Für den distinguierten Aufzugsgast im Designhotel. MOZART Klaviersonate Nr. 16 C-Dur Als ob ein Engel auf die Seele pinkelt.


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Design

Wenn Design funktioniert Auf der Designmesse Light Sleep wurde Sinn und Unsinn von Design in und am Hotel diskutiert. Fest steht: Designhotels sind eine Marke, die von einer zahlungskräftigen Kundschaft nachgefragt wird Text: Thomas Askan Vierich

AU FGESPIESS T

Sehr geehrte Frau Direktor, sehr geehrter Hotelier!

Herzlichst, Ihre Frau Naseweis Frau Naseweis ist seit 40 Jahren beruflich in Hotels unterwegs, in kleinen und großen, nah und fern, national und international. Alles, was sie beschreibt, hat sie schon erlebt – und das nicht nur einmal.

Info SLEEP 2014 Die führende europäische Hoteldesignmesse am 26./27. November in London Thomas Askan Vierich

Der Room-Service ist beliebt, aber ein leidiges Problem. Es gibt Gäste, die gerne am Zimmer speisen, es gibt Situationen, wo man gerne allein zu zweit ist. Immer vorausgesetzt, dass ein genügend großer Tisch vorhanden ist, Sessel dazu wären auch nicht schlecht. Also nach problemloser Bestellung aus der preislich hoch angesetzten Karte, nach reichlich Wartezeit, wird diskret angeklopft und das Gewünschte kommt angekarrt. So weit, so gut. Der Gast stellt dann logischerweise das jetzt recht unspektakulär aussehende Tablett vor die Tür. Und dort bleibt es dann stehen, den ganzen Nachmittag und die gesamte Nacht, bis halt irgendwer vom Personal darüberstolpert. Und das ist irgendwie unverständlich, der Zimmerkellner könnte doch nach einer bestimmten Zeit wieder einmal vorbeischauen, tut er aber in den meisten Fällen leider nicht. Daher sieht es in manchen Hotelgängen aus, dass es der sprichwörtlichen Sau graust, um mich rüde auszudrücken. Das spricht allerdings gar nicht für die Qualität eines Hotels.

Imposante Lichtlösungen aus Italien (links) und von Jimmie Martin (oben) machen aus der Lobby einen Hingucker. Und ein hübscher Teewagen (casamania.it) bereichert das Zimmer.

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arco Nijhof, CEO von yoo Hotels, nahm sich in London kein Blatt vor den Mund: Der Holländer denkt bei Design an Geld. An Geld, das Hotelbetreiber in die Taschen rinnt: Lass dein Hotel von einem berühmten Architekten gestalten, am besten innen wie außen, und schon erhöht sich der Immobilienpreis und auch die durchschnittliche Zimmerrate. Und das sagt Nijhof nicht nur, weil er selbst Designhotels betreibt und

andere Designhotelbetreiber berät. Er rechnet es knallhart vor: Das von ihm betreute Designhotel J Plus in Hongkong musste erst nach 14 Jahren zum ersten Mal renoviert werden und erzielt seit ebenso vielen Jahren 30 Pfund mehr pro Zimmer, als die durchschnittliche Zimmerrate in Hongkong hergeben würde. In London liege die durchschnittliche Zimmerrate bei 114 Pfund (etwa 140 Euro, glückliche Londoner Hoteliers ...), die von Boutique-Design-

Weltmeisterlich einkaufen Von Food & Beverage bis zu Investitionsprojekten: Zeit und Geld sparen mit hogast „Der Umsatz allein sagt noch nicht viel über den Erfolg eines Unternehmens aus – das Ergebnis muss passen“, so Barbara Schenk, hogast-Vorstandsvorsitzende. Entscheidend dafür ist der Einkauf. Eine Professionalisierung in diesem Bereich steigert das Ergebnis zwangsläufig. Mengenbündelung führt zu niedrigeren Preisen – diesem Grundsatz folgt hogast bei allen Produkten. Ein Erfolgsmodell ist der regionale Gruppeneinkauf, bei dem mehrere Betriebe gemeinsam ihren Bedarf ausschreiben und so günstige Konditionen erhalten. Wichtigstes Werkzeug der Mitglieder ist der Online-Shop EasyGoing: Hier findet man das Angebot von mehr als 500 Gastro-Lieferanten. Ein Controlling-Tool hilft dabei, das Einkaufsverhalten zu optimieren und günstigere Produkte mit gleicher Qualität zu finden.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Wertvolle Beratung Einen großen Stellenwert nimmt die Beratung der Mitglieder ein. „Unsere Profis kennen ihr Marktsegment in- und auswendig, weil sie über Jahre hinweg tagtäglich Know-how aufbauen und Erfahrungen sammeln“, erläutert Barbara Schenk. Ein Beispiel dafür sind Investitionsprojekte, die in Tourismusbetrieben erheblichen Zeitaufwand erfordern und mit erheblichen Risiken verbunden sind. Die Beraterteams

Barbara Schenk: „Wir dürfen über 2.000 Mitgliedern zahlreiche Vorteile bieten.“

für Investitions- und Verbrauchsgüter sorgen dafür, dass die Mitglieder entlastet und fachlich optimal unterstützt werden. Auch bei Fragen zu Finanzierungsform oder Vertrags- und Konditionsgestaltung helfen hogast-Experten gerne. Information HOGAST IST FÜR SIE DA!

hotels bei 174 Pfund (214 Euro). „Design fügt dem Hotel einen Mehrwert zu“, sagt Nijhof. „Aber Design muss Qualität haben, Design erstreckt sich über das ganze Hotel, das Gesamtergebnis Hotel wird heutzutage gestaltet. Design muss Identität schaffen, dann schafft es auch Stammgäste.“

Kein Gimmick Design dürfe eben nicht das sein, was es oft leider ist: ein kurzlebiger Gimmick, der Hotelfunktionen eher im Weg steht. Dann ist Design ärgerlich, vor allem sehr schnell veraltet und muss alsbald ausgetauscht werden. Und das macht Design teuer. Apropos Gimmick: In London steht seit rund einem Jahr ein hochgelobtes Designhotel: Das ME Hotel der Meliá-Gruppe, das erste innen wie außen durchgestaltetete Hotel von Foster und Partner. Wir haben es uns angesehen: Die Lobby wirkt wie eine Kirche, eine atemberaubende Platzverschwendung. Aber wenn’s dem Image dient, rechnet es sich wahrscheinlich. Die von innen beleuchtete Eisbar (mit LED Light Sheet von Applelec) in eben dieser Lobby blieb leider dunkel: „Out of order“, nuschelte der freundliche Hotel­angestellte. Oben auf dem Dach befindet sich die Radio Bar, schwer angesagt. Am Design kann es nicht liegen: Die Schiebefenster schauen aus wie aus dem Baumarkt, vor der Tür zur Terrasse (toller Ausblick über Covent Garden!) liegt tatsächlich ein schäbiger Fußabtreter. Wenn das Sir Norman wüsste ... Die Drinks waren immerhin anständig – kosteten allerdings auch rund 20 Euro das Stück.

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Wie schräg darf es sein?

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Auf der Light Sleep (in Kooperation mit den May Design Series, die richtige Sleep findet Ende November statt) gab sich das neue und alte briti-

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Gelebte Vielfalt Konsequente Arbeit in den Hauptsegmenten Gesundheits-, Wirtschafts-, Urlaubs- und Ausflugstourismus haben Niederösterreich als heimische Top-Destination positioniert. Eine kleine Leistungsschau aus dem Land der Genießer

Manfred Horvath

Text: Ute Fuith

Ganzjahrestourismus WIENER ALPEN. Das touristische Gebot der Stunde heißt auch in Nie-

derösterreich Ganzjahrestourismus. Niederösterreich versucht diesen mit verschiedenen Initiativen anzukurbeln. Zum Beispiel mit dem „Bergsommer Niederösterreich“, der heuer bereits in die dritte Saison startet. Im Mostviertel und in den Wiener Alpen soll eine Reihe von Konzerten, Bergfesten, geführten Wanderungen und Kulturveranstaltungen für frische Impulse sorgen. Neu im Programm ist heuer die „Bergsommer-Selektion“ mit 15 besonderen und limitierten Angeboten. So kann man im Mostviertel beispielsweise an einer geführten „Sechs Tage, sechs Gipfel“-Tour teilnehmen, eine Nacht im Elsbeerbaum verbringen, zu Fuß und per Rad pilgern oder sich zur Sternenkunde an den dunkelsten Ort Mitteleuropas begeben: Puchenstuben. In den Wiener Alpen in Niederösterreich stehen aussichtsreiche Wanderungen im „Paradies der Blicke“ auf dem Programm, außerdem ein humorvoller Ausflug in die Weltliteratur beim Kleinkunst-Theater im Bergbaumuseum, fachkundige Anleitung beim Malen im Rosengarten und Geschichten zum Essen beim „Story Dinner“ sowie eine geführte Bahnfahrt und Villentour entlang der 160 Jahre alten Semmeringbahn, die 1998 zum UnescoWeltkulturerbe erhoben wurde. Die Bergregionen Mostviertel und Wiener Alpen haben generell noch hohes Entwicklungspotenzial, denn die Sommermonate in Niederösterreich tragen maßgeblich zur Nächtigungsentwicklung bei. 61 Prozent der Nächtigungen wurden allein im Sommer-

Christian Scheffer bewirtschaftet mit Kathrin Apfler die Fischerhütte auf dem Schneeberg, Niederösterreichs höchstgelegene Schutzhütte.

Haubi’s

N

iederösterreich erlebte 2012 mit 6,73 Millionen Nächtigungen ein absolutes Rekordjahr. Das konnte sich im Vorjahr – aufgrund des Hochwassers – zwar nicht wiederholen, aber der Trend geht schon wieder nach oben. „Wir haben für alle Geschäftsfelder ein verbindliches Qualitätssicherungssystem mit strengen Kriterien entwickelt“, erklärt Prof. Christoph Madl von der Niederösterreich-Werbung. Nach zehn erfolgreichen Jahren als Geschäftsführer wurde Madl heuer für weitere fünf Jahre an der Spitze der Niederösterreich-Werbung bestätigt. Als Erfolgsmotor sieht Madl die konsequente Aufbauarbeit in den drei zentralen Bereichen Gesundheits-, Wirtschafts-, Urlaubs- und Ausflugstourismus. Diese drei Grundthemen werden auch in der Tourismusstrategie 2020 eine entscheidende Rolle spielen. „Ich denke, der USP Niederösterreichs liegt in der großen Vielfalt“, so Madl. „Das reicht vom Kulturangebot bis hin zu den Landschaftsformen. Zudem haben wir uns erfolgreich als das ‚Land für Genießer‘ positioniert. Internationale Strahlkraft besitzt die Wachau, die Region ist einzigartig in Österreich und Europa. Eine weitere Stärke ist die kleinbetriebliche Struktur und die gelebte Regionalität.“ (Das Interview mit Christoph Madl finden Sie auf Seite 17.)

privat

Niederösterreich hat viele Talente: Edelbrenner Josef Farthofer und seine Lebensgefährtin Doris Hausberger kennen das Geheimnis der Mostbirne.

Das Haubiversum in Petzenkirchen ist eines der 319 Ausflugsziele der Niederösterreich Card.

halbjahr 2013 erzielt, der August war dabei der nächtigungsstärkste Monat, gefolgt von Juli und September. Neben den heimischen Gästen zieht es immer mehr Bergfexe aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei in Niederösterreichs Alpen.

„Das Mostviertel ist so schön wie die Toskana und hat noch sehr viel Potenzial.“

Qualitätsoffensive Berghütten

STADTHOTEL GÜRTLER,

Die zahlreichen Bergbahnen und Berghütten der niederösterreichischen Bergwelt tragen auch ihren Teil dazu bei, dass sich hier Kurzurlauber und Wochenend-Ausflügler aller Altersgruppen rundum wohlfühlen können. Mithilfe des Projektes „Hüttenqualifizierung“, das 2013 gestartet wurde, soll die Qualität und das Angebot der Berghütten in den Bergregionen weiter verbessert werden. Das Projekt findet in enger Abstimmung mit dem Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) sowie dem Österreichischen Alpenverein, den Naturfreunden und dem Österreichischen Touristenklub statt. Unter den elf teilnehmenden Hütten sind zum Beispiel das Schutzhaus Vorderötscher im Mostviertel oder das Ottohaus auf der Rax. Einer, der nicht dabei ist, ist Christian Scheffer von der Fischerhütte am Hochschneeberg. Er bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Kathrin Apfler seit 2008 Niederösterreichs höchstgelegene Schutzhütte, und die ist als solche eh schon ein Alleinstellungsmerkmal. Versorgt wird die Hütte per Hubschrauber aus der Luft. „Wir sind sehr gut ausgelastet“, meint Hüttenwirt Scheffer. Sein

KARIN HÖDL-GÜRTLER, AMSTETTEN Schutzhaus macht in den Sommermonaten genug Umsatz für das ganze Jahr. In der Hochsaison beträgt die Auslastung 98 Prozent, das sind Zahlen, an die nur noch die Staatsoper heranreicht. Gepachtet hat das Wirtspaar die Hütte vom Österreichischen Touristenklub. Der Großteil der Gäste bleibt nur eine Nacht und kommt aus den unterschiedlichsten Gegenden: „Wir haben sehr viele tschechische, slowakische, ungarische, aber auch australische Gäste“, sagt der Hüttenwirt. Konkurrenz fürchtet Scheffer nicht, im Gegenteil: „Vor kurzem wurde das Weichtalhaus im Höllental zwischen Schneeberg und Rax geschlossen. Das ist sehr bedauerlich. Ich würde mir mehr Hütten in der Region wünschen“, so Scheffer. Auch ohne Zertifikat.

Kleine Fluchten MOSTVIERTEL. In Niederösterreich boomt der Ausflugstourismus. Ein Grund dafür liegt im zunehmenden Alter der Gäste (Megatrend „Silver Society“), durch das sich der Reiseradius verringert. Denn die 60-plus-Generation möchte weder fliegen noch mit dem


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CHRISTIANE & JOHANNES SCHEIBLAUER, RELAX RESORT KOTHMÜHLE

ler Erlebniswelt kann Bäckereihandwerk hautnah erlebt werden. Erzählt wird auch die Geschichte der Bäckerdynastie Haubenberger, die mittlerweile in dritter Generation Brot und anderes bäckt. Allen gemeinsam ist nicht nur der Vorname Anton – so heißt auch der allerjüngste Haubenberger, also bereits die vierte Generation –, sondern ihre Liebe zum Handwerk. Das Unternehmen gibt es seit 1902 – damals noch als Gasthaus mit angeschlossener Landwirtschaft und Bäckerei. Sehr bald begann der Gründervater Anton mit der Auslieferung der Backwaren an seine Kunden. „In die Gai fahren“, nannte man das damals. Mit einem Motorrad allein ließe sich der Vertrieb heute allerdings nicht mehr bewältigen. Inzwischen umfasst der Haubi’s-Fuhrpark rund 90 LKWs. Rund 700 Mitarbeiter produzieren täglich 1,2 Millionen Stück Backwaren. Dafür werden pro Tag 80 Tonnen Mehl, 3,1 Tonnen Hefe, 1,4 Tonnen Salz und 36.500 Liter Wasser verarbeitet. Neben der Zentrale in Petzenkirchen gibt es noch weitere Standorte in Wieselburg und Sankt Valentin sowie Tochtergesellschaften in Italien und Kroatien. Ein Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des Backwaren-Imperiums war die Erfindung des vorgegarten,

Die Veranstaltungsserie „Tafeln im Weinviertel“ geht heuer bereits in die vierte Saison.

Das Geheimnis der Mostbirne Bis zu 12.000 Besucher interessieren sich alljährlich für eine weitere Mostviertler Attraktion: Die 2010 eröffnete „Mostelleria“ von Josef Farthofer. Hier werden Besucher in die Geheimnisse der Edelbrand- und Mostherstellung eingeweiht. Brennmeister Farthofer sorgte vor zwei Jahren für Schlagzeilen, als sein Organic Premium Vodka aus biologischem Weizen mit einer Goldmedaille ausgezeichnet und zusätzlich mit der IWSC (International Wine & Spirit Competition) Trophy zum weltbesten Wodka des Jahres gekürt wurde. Mostbaron Farthofer und seine Lebensgefährtin Doris Hausberger sind aber nicht nur für ihre erstklassigen Edelbrände und reintönigen Moste bekannt. Nach jahrelangem Experimentieren haben die beiden in ihrer bei Amstetten gelegenen Mostelleria nun eine interessante Novität namens Mostello kreiert: Es ist eine ungewöhnliche Komposition aus Birnenmost und Birnenbrand, die in der Machart an einen Portwein oder Madeira erinnert, versetzt mit der Frische und kühlen Note des österreichischen Voralpenlandes. In puncto Werbung setzt Farthofer übrigens auf Kooperationen vor Ort. Darunter mit dem Stadthotel Gürtler in Amstetten. Es bietet seinen Gästen Ausflugsmöglichkeiten zur Mostelleria an. Inhaberin des Hotels ist Karin Hödl-Gürtler. Sie hat ihr Haus in den

Robert Herbst

„Wir wollen die Besonderheiten der Most- und Eisenstraße betonen.“

tiefgekühlten Teiglings. Das Patent auf die Herstellung der vorgegarten, tiefgekühlten Kaisersemmel wurde 1996 angemeldet. Die Erlebniswelt Haubiversum wurde 2008 eröffnet. Bei einer Führung durchs Haubiversum kann man die Entstehungsgeschichte der Brotund Gebäckspezialitäten des Unternehmens mitverfolgen. Die Besucher – hauptsächlich Busreisende und Schulkinder – schlüpfen dabei auch selber in die Rolle des Bäckermeisters. Für die Jüngsten unter den Gästen gibt es eine Kinderbackstube mit Betreuung. Rund 50.000 Menschen besuchen jährlich die Petzenkirchner Schau.

Der Weinweg in Langenlois wurde heuer mit dem Innovationspreis für Tourismus ausgezeichnet.

JOHANNES GUTMANN, SONNENTOR

Airest fliegt auf redl Der Spezialist für Verkehrsgastronomie setzt auf Systeme aus dem Hause redl

Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann hat mit Bio-Kräutern und -Gewürzen Arbeitsplätze und einen Touristenmagneten geschaffen.

Mit 32 Restaurants und Bistros an den Flughäfen Prag, Wien-Schwechat und Salzburg sowie dem Café-Restaurant Schloss Schönbrunn sorgt Airest für das leibliche Wohl von Reisenden und Touristen. Als Profi im Bereich Getränkekontrolle und Abrechnung setzt Airest nun auf SDS Spirituosen- und Bierkontrolle von redl gastrosystems. Durch die Anbindung der Kaffeemaschine sowie der Schanksysteme an das bestehende Kassensystem wird Schwund ausgeschlossen. Das Resümee von Herwig Plecko, Airest Vienna: „Wir sind zufrieden mit unserer Wahl!“ www.airest.at | www.redl.net

die Familie Scheiblauer ist das kulinarische und kulturelle Einbeziehen der Region wesentlich für das Gesamtkonzept. „Wir wollen die Besonderheiten der Most- und Eisenstraße betonen“, erklärt das Hotelierpaar. „Unsere Betriebe sind keine Hotels, sondern Resorts: Sie bestehen aus Hotel, Landwirtschaft, Garten, umliegenden Bauernhöfen und vielem mehr. Das Einbeziehen des Umfeldes wird in Zukunft einen noch höheren Stellenwert bekommen.“

Tafeln im Weinviertel

Sonnentor Airest

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

vergangenen elf Jahren kontinuierlich erweitert und verbessert. Inzwischen hat das Hotel 40 Zimmer in zwei Kategorien. „Zu uns kommen hauptsächlich Geschäftsreisende“, erklärt Hoteldirektorin Hödl. Der Stammkundenanteil sei hoch. Die Auslastung könnte aber noch besser sein. Besonders am Wochenende lassen die Buchungen noch auf sich warten. Vor kurzem war allerdings ein deutsches Filmteam im Amstettner Hotel zu Gast, um eine Ausgabe der „Landträume“ für arte und ZDF zu drehen. Könnte gut sein, dass sich das bald positiv auf die Nächtigungszahlen auswirkt. Positive Effekte bewirken bekanntermaßen auch Auszeichnungen. Im Vorjahr wurden Christiane und Johannes Scheiblauer vom Relax Resort Kothmühle zu österreichischen „Hoteliers des Jahres“ gekürt (im Rahmen der 11. Badener Tourismusgespräche). Das Hotel Kothmühle ist seit 1866 im Besitz der Familie Scheiblauer und geht historisch auf eine der ältesten Mühlen der Region zurück. Seit 1995 wurde das Haus kontinuierlich ausgebaut und mit Einrichtungen für die Zielgruppe der Seminargäste ausgestattet. Johannes Scheiblauer übernahm gemeinsam mit seiner Frau Christiane das Haus 1998 und investierte rund sieben Millionen Euro in das Projekt. Heute verfügt das Hotel über 95 Zimmer, zehn moderne Seminarräume, 800 m² Wellnessbereich und einen großzügigen Relaxgarten. Das Hotel gilt mit seinen 48 Mitarbeitern – davon zwölf (!) Lehrlinge und vier Familienmitglieder – als einer der großen Leitbetriebe des Mostviertels und des Landes Niederösterreich. Für

„Der EU-Beitritt hat uns sehr viel gebracht!“

Sonnentor

eigenen Auto anreisen. Rund 70 Prozent der Niederösterreich-Ausflügler kommen aus dem Bundesland selbst. Ein weiterer Motor für Kurz- und Kürzesttripps ist die Niederösterreich Card. 319 Ausflugsziele können mit ihr bei freiem Eintritt besucht werden. Eine davon ist das Haubiversum in Petzenkirchen. In der Mostviert-

Weinviertel Tourismus / Wurnig

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Im Sonnentor-Bio-Gasthaus Leibspeis in Sprögnitz werden seit neuestem saisonale und regionale Gerichte serviert.

WEINVIERTEL. Kulinarische Erlebnisse auf höchstem Niveau verspricht die Veranstaltungsreihe „Tafeln im Weinviertel“, die heuer bereits in die vierte Runde geht. Von Juni bis August servieren wieder einige der besten Köche und Winzer des Weinviertels an lauen Sommerabenden und unter freiem Himmel feine und althergebrachte Gerichte aus den köstlichsten Zutaten, die der Boden des Weinviertels hervorbringt. Tafeln im Weinviertel ist ein exklusives Erlebnis – nicht nur für den Gaumen, sondern auch für Auge und Ohr. Getafelt wird an malerischen Plätzen – in Kellergassen, zwischen den Reben, in märchenhaften Schlosshöfen oder mit Blick ins weite Land. Manche Tafeln werden von ro-

mantischen Jazz-Klängen oder authentischer Volksmusik aus der Region untermalt, bei anderen spielen Vogelgezwitscher oder die warme pannonische Abendbrise die Begleitmusik. WALDVIERTEL. Begehrte Auszeichnungen gibt’s aber nicht nur für Hotels, sondern auch für touristische Konzepte. Die vom Ursin-Haus in Langenlois konzipierten Wein- und Gartenwege wurden Anfang Mai mit dem Innovationspreis für Tourismus in der Kategorie „buchbare, kulturtouristische Ganzjahresangebote“ ausgezeichnet. „Das ist eine wunderbare Anerkennung unserer Arbeit“, freut sich die Projektverantwortliche Claudia Brauneis. „Der Weinweg Langenlois ist ein rund sechs Kilometer langer Erlebnisrundweg durch die Langenloiser Lagen Dechant, Käferberg, Steinhaus und Schenkenbichl“, erklärt Brauneis. Entlang des Weges, der teilweise direkt durch die Weingärten führt, lernen die Besucher das Weinbaugebiet sowie die Langenloiser Winzer und Weine kennen und erfahren allerlei Wissenswertes über die Kultivierung der Reben. Illustriert werden die Weinbauthemen durch teils spektakuläre Objekte und Skulpturen. „Ein besonderes Extra für die Weinwanderer sind die sogenannten Weinsafes“, erläutert Brauneis. In drei Weingartenhütten stehen gut gekühlte Wein- und Sektflaschen zur Verkostung bereit. Die zweite Strecke ist ein Gartenrundwanderweg und ein Stadtweg. „Alle drei Routen werden sehr gut angenommen, nicht nur von Gästen, sondern auch von Einheimischen“, sagt Brauneis. Für die kommenden Jahre wünscht sie sich allerdings noch weitere Beherbergungsbetriebe.

Kräuter und Tees Laue Sommernächte sind im nördlichen Niederösterreich zwar eher selten, dafür gilt das Waldviertel aber zu Recht als Bio-Vorzeigeregion des Bundeslandes. Einer der Pioniere der ersten Stunde ist Johannes Gutmann. Vor 25 Jahren gründete er den Kräuterhandel Sonnentor: „Unsere Vision, mit Bio-Kräutern und Bio-Gewürzen Arbeitsplätze zu schaffen, ist voll aufgegangen“, resümiert Gutmann. Als wichtige Erfolgsfaktoren nennt Gutmann „den EU-Beitritt Österreichs, unsere verlässlichen internationalen Bio-Handelspartner und unser Franchisesystem. Wir exportieren über 70 Prozent in mehr als 50 verschiedene Länder weltweit. Unser Franchisesystem wächst sehr erfolgreich weiter.“ Sonnentor vertreibt die frohe BioBotschaft aber nicht nur weltweit, sondern auch daheim im Waldviertel. Seit 2006 hat sich das Unternehmen für den Tourismus im Waldviertel geöffnet, im vergangenen Jahr haben rund 40.000 Menschen das Unternehmen in Sprögnitz besucht: „Viele davon wollen das auch gleich essen, was wir bearbeiten und wovon wir reden. Daher haben wir mit der Leibspeis ein eigenes Bio-Gasthaus eröffnet“, sagt Gutmann. Für Niederösterreich plant Gutmann weitere Standorte. Anfang Juni wird in Krems eine kleine „Tee-Zeit“ eröffnet. Weitere Franchise-Standorte kommen im November in Klagenfurt und Wien dazu. Zusätzlich wird der Standort in Sprögnitz um eine neue Lager- und Produktionshalle erweitert.


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„Der menschliche Faktor wird immer wichtiger“ Christoph Madl ist bereits seit 1977 für das Land Niederösterreich in verschiedenen Funktionen im Tourismus tätig, seit 2004 als Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung GmbH. Im Gespräch mit der ÖGZ verrät Madl die Gründe für das Erfolgsmodell Niederösterreich und seine Pläne für die Zukunft Text: Ute Fuith und Thomas Askan Vierich

Madl: Ein wichtiger Meilenstein in meiner ersten Funktionsperiode war sicher die Niederösterreich Card. Bei ihrer Einführung 2007 gingen wir, trotz sorgfältiger Marktforschung, ziemlich ins Risiko. Aber zum Glück haben wir uns drübergetraut. Die Niederösterreich Card als Jahreskarte ist nach wie vor einzigartig in Österreich: Die All-in-Card wurde bereits im ersten Jahr 48.000-mal verkauft. Bis heute hat sich die Menge fast verdreifacht. 60 % werden in Niederösterreich selbst verkauft, der Rest in Wien.

Als zweiten Meilenstein werte ich das Jahr 2012 mit dem besten Nächtigungsergebnis des Landes. Gründe dafür sind und waren die konsequente Arbeit in den Hauptsegmenten Gesundheits-, Wirtschafts-, Urlaubs- und Ausflugstourismus. Wir haben für alle Geschäftsfelder ein verbindliches Qualitätssicherungssystem mit strengen Kriterien – immer aus dem Blickwinkel des Kunden – entwickelt. Das gilt zum Beispiel für die „Top-Ausflugsziele“, die „Genießerzimmer“ oder die „Wirtshauskultur“. Kontrolliert wird das u. a. in regelmäßigen Mystery-Checks. Wer die Kriterien nicht erfüllt, hat ein Problem. Die Marke Niederösterreich darf nicht beschädigt werden.

ben dafür die Kriterien von Best Health Austria übernommen. Acht Betriebe in Niederösterreich können sich mit dieser herausragenden Zertifizierung schmücken. Der versicherungsorientierte Kur- und Rehabetrieb ist – neben dem wachsenden Segment der Privatgäste (z. B. Vorsorge- oder Lebensstilmedizin) nach wie vor das wichtigste Standbein für viele Betriebe. Durch die Möglichkeit der freien Standortwahl der Versicherten stehen die Anbieter zueinander auch in Konkurrenz. In einer immer älter werdenden Gesellschaft ist Gesundheit und Wohlbefinden ein zentrales Zukunftsthema. Dafür werden wir unsere Angebote noch schärfen.

In welche Richtung entwickelt sich der Gesundheitstourismus? Hier ist die Einhaltung der Qualitätskriterien besonders wichtig. Wir ha-

Was waren Ihre Stolpersteine? Manche Produktentwicklungsprozesse haben sich als nicht erfolgreich entpuppt. Wir haben zum Beispiel

„Der USP Niederösterreichs liegt in der großen Vielfalt. Das reicht vom Kulturangebot bis hin zu den Landschaftsformen.“ weinfranz.at

Herr Professor Madl, Sie wurden heuer für weitere fünf Jahre als Geschäftsführer der NiederösterreichWerbung bestätigt. Sie müssen also einiges richtig gemacht haben … Welche waren Ihre persönlichen Meilensteine? Und welche die kleineren oder größeren Stolpersteine?

PROF. CHRISTOPH MADL, NIEDERÖSTERREICH-WERBUNG

rund um Seminarhotels Laufstrecken initiiert und beschildert und wollten, dass die Betriebe das als USP verkaufen und bewerben. Das hat aber leider nicht funktioniert. Welche großen Trends sehen Sie momentan im Tourismus, und wie sollte Niederösterreich darauf reagieren?

Die Zielgruppe 55 plus wird immer wichtiger, und die holen wir sehr gut ab. Das betrifft Urlauber aus Österreich und Deutschland. Wichtige Themen für sie sind Kulinarik, Kultur und Wein, gesunde Bewegung, aber auch Regionalität, persönliche Betreuung – und das alles mit hohem qualitativen Anspruch. Im Trend liegen Kleinbetriebe, wo man

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„Gesundheits-, Geschäfts- und Ausflugstourismus sind zentrale Themen der Tourismusstrategie 2020.“ den Gastgeber spürt. Der menschliche Faktor wird immer wichtiger. Mit zunehmendem Alter verringert sich für viele der Reiseradius, man geht nicht mehr auf Kreuzfahrt, sondern urlaubt in der Nähe. In den CEE-Ländern setzen wir auf wesentlich jüngere Schichten: Urlauber aus Tschechien lieben zum Beispiel Wandern, Klettern und Radfahren, die Ungarn sind wintersportaffin, und die Slowaken wollen Wein, Kulinarik, Kultur und Radfahren. Für alle gilt: Sie möchten die Region, also Land und Leute, spüren. Wir wissen, Ihnen sind alle Tourismusbetriebe gleich lieb: Aber welche wichtigen Player oder Leitbetriebe gibt es derzeit im Land für Genießer, welche Initiativen sind zukunftsweisend? Da gibt es sehr viele. Wir sind stolz auf unsere Ausflugsziele, gastronomischen Haubenbetriebe und Winzer, genauso wie auf die Wirtshauskulturbetriebe und die Beherberger wie z. B. die Genießerzimmer – wir wollen in möglichst vielen Segmenten an die Spitze, und dazu animieren wir die Betriebe und unterstützen sie dabei. Was sind für Sie die zentralen Punkte Ihrer Tourismusstrategie 2020? Wichtige Grundthemen sind wie gehabt Gesundheit, Geschäftstourismus

und Ausflugs- und Urlaubstourismus. Wir werden aber einige neue Produkte entwickeln, zum Beispiel für Familien. Kann man Tourismus überhaupt planen? Gute Frage. Die Regionalplaner hätten das gerne, aber das funktioniert nicht. Ausschlaggebend sind letztendlich die unternehmerischen Persönlichkeiten. Es braucht Menschen mit Visionen, damit sich etwas bewegt. Braucht Niederösterreich mehr touristische Betriebe? Wir brauchen sicher einige Beherbergungsbetriebe mehr, aber nicht unbedingt in der Fünf-Sterne-Kategorie. Speziell im alpinen Bereich fehlen noch zusätzliche qualifizierte Betten. Das Ziel ist der Ganzjahrestourismus. Wie schauen die aktuellen Nächtigungszahlen aus, und wie entwickelt sich der Ausflugstourismus? Nach dem Rekordjahr von 2012 mit 6,73 Millionen Nächtigungen verzeichneten wir 2013 aufgrund des Hochwassers einen Rückgang. Wir hatten 200.000 Nächtigungen weniger! Besonders stark betroffen war der Radtourismus, fast als Totalausfall im Juni, und bis in den Oktober war die Nachfrage sehr verhalten, obwohl z. B. der Donauradweg nach einer Woche wieder passierbar war. Ein weiterer Grund war und ist das niedrige Preisniveau in Wien. Das hat dazu geführt, dass die Gäste vom Wienerwald nach Wien abgewandert sind. Was gibt es Neues bei der Niederösterreich Card?

Es gibt inzwischen 319 Ziele. Wir konnten die Ausschüttungsquote weiter steigern. Wir haben ein gut funktionierendes Terminalsystem mit 1,1 Millionen Steckungen pro Jahr. Welche konkreten Pläne haben Sie für die nächsten fünf Jahre? Im nächsten Jahr gibt es wieder eine große Landesausstellung. Die wird sich den Alpen widmen. Generell wird das Thema „Berg erleben“ wichtig sein. Wir arbeiten u. a. an einem Zertifizierungssystem für Schutzhütten. Den Rest gibt unsere neue Strategie 2020 vor. Wo sehen Sie die großen Chancen für Niederösterreich? Was ist der USP Ihres Bundeslandes? Ich denke, der USP Niederösterreichs liegt in der großen Vielfalt. Das reicht vom Kulturangebot bis hin zu den Landschaftsformen. Zudem haben wir uns erfolgreich als das „Land für Genießer“ positioniert. Internationale Strahlkraft besitzt die Wachau, die Region ist einzigartig in Österreich und Europa. Eine weitere Stärke ist die kleinbetriebliche Struktur und die gelebte Regionalität. Wo halten Sie sich persönlich am liebsten in Niederösterreich auf? Welche Destinationen sind darüber hinaus verlockend für Sie? Mein Lieblingsplatz ist mein eigener kleiner Wald in der Neuen Welt – mit Blick auf die Hohe Wand. Auswärts unternehme ich sehr gerne Flussreisen durch Frankreich oder Irland. Mir gefällt diese langsame Art des Reisens, bei der man trotzdem jeden Tag an einem anderen Ort ist.

Die Freiheit auf zwei Rädern Niederösterreich ist ein Mekka für Radfahrer. Nicht nur der Donauradweg, sondern auch hügeligere Regionen werden dank Elektrorädern immer beliebter

I

n der Buckligen Welt – einer Gegend, die genauso hügelig ist, wie sie klingt – geht das Projekt „E-Mobil Bucklige Welt“ bereits in die vierte Saison. Die Gemeinden Bad Schönau, Kirchschlag, Krumbach und Lichtenegg starteten 2011 mit Unterstützung des Landes ein großangelegtes Projekt zur Etablierung eines touristischen E-Mobilitätsangebotes. Mit insgesamt 25 Partnerbetrieben für den Verleih oder den Akkutausch bzw. als Ladestation in fünf Gemeinden konnte ein flächendeckendes Angebot für die Gäste entwickelt und errichtet werden. Vor kurzem ging das Projekt in die nächste Erweiterungsphase. Mit Bromberg, Hochwolkersdorf, Hollenthon und Wiesmath sowie den Gemeinden rund um die Therme Bad Erlach Katzelsdorf, Lanzenkirchen, Pitten und Walpersbach kommen gleich neun weitere Gemeinden zum touristischen E-Mobilitätsangebot dazu. „Ziel war es immer, mit dem E-Bike von Bad Schönau über die schönen Hügel nach Bad Erlach auf markierten Routen – mit Möglichkeiten zum

Akkutausch und Einkehrmöglichkeiten an der Strecke – zu kommen. Dies ist uns nun mit der Erweiterung gelungen“, unterstreicht Regionsobmann Friedrich Trimmel. Zurzeit erfolgt die Streckenfestlegung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Regionsbüro Bucklige Welt. Ebenso werden die Fahrräder großteils durch die Gemeinden oder Mitgliedsbetriebe angekauft. Bis Ende Juni sollen alle Strecken markiert und der neu aufgelegte Folder erschienen sein. Somit steht einer vierten E-Bike-Saison in der Buckligen Welt nichts mehr im Wege. Elektrofahrräder kommen auch im Weinviertel zum touristischen Einsatz. Von April bis November lässt sich die Region angenehm per E-Bike erkunden. Der Weinviertel Tourismus bietet seit April 2012 einen E-BikeVerleih mit mehreren Standorten an sieben Verleihstandorten (Retz, Laa, Poysdorf, Mistelbach, Stockerau, Mailberg, Seefeld-Kadolz) an. Die Zielgruppe sind Personen mittleren Alters aus dem Raum WEITER AUF SEITE 20

Brotkultur leben, Gäste begeistern

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Als österreichische Traditionsbäckerei bäckt Haubi’s bereits seit mehr als 100 Jahren Brot und Gebäck in Petzenkirchen. Mit ehrlichen Zutaten und ehrlichem Engagement sorgt das Unternehmen für höchste Genussmomente bei Gästen in der Gastronomie Bei allen Backzutaten vom Mehl bis hin zum Salz achtet Haubi’s penibel auf die Herkunft und auf volle Transparenz vom Feld bis ins Körberl. So wird aus Haubi’s Brot und Gebäck ein großteils regionales Vergnügen. Fast 100 Prozent der Lieferanten, Produzenten und Rohstoffe stammen aus Österreich. Die meisten davon sogar aus der direkten Umgebung des Hauptsitzes in Petzenkirchen oder aus den benachbarten Bundesländern. Haubi’s möchte damit auch positive Entwicklungen fördern und Existenzen sichern. „Regional, wenn möglich – global, wenn nötig“ lautet die Devise bei Haubi’s. So wird das Getreide für die Bäckerei ausschließlich in Niederösterreich und dem Burgenland angebaut. Aus besten Rohstoffen steht eine große Produktvielfalt zur Auswahl: vorgegarte und tiefgekühlte Teiglinge, klassisch halbgebackene Produkte, Pizzen und Snacks oder fein mit der Hand hergestellte Konditoreispezialitäten.

Information

Geprüfte Standards

SERVICE: Maßgeschneiderte Gerätemodelle auch ohne Vertragszwänge Umfangreiches Zubehör Flexibles Bestell- und Liefermanagement Eigenlogistik Unterstützung in der Verkaufsförderung Aufstellung der Geräte und umfassende Einschulung Professionelle Beratung beim Backen und Veredeln

Wo Bio draufsteht, ist bei Haubi’s auch Bio drin. Lückenlose Prüfsysteme auf höchstem Niveau sorgen für verbriefte Qualität vom Feld bis in die Backstube. Haubi’s ist stolzer Träger des AMA-Biozeichens, des SGS Austria Bio-Prüfsiegels sowie des Bio-Siegels der Europäischen Union. Und darüber hinaus nach dem International Food Standard zertifiziert. Haubi’s Gastrokollektion ermöglicht ofenfrisches Brot und Gebäck rund um die Uhr. Das Angebot reicht von köstlicher Konditoreiware über pikante Snacks bis zum Bio-Körberl.

PRODUKTE: Vollsortiment: Brot, Gebäck, Snacks, Mehlspeisen, feine Konditorware (über 300 verschiedene Produkte) 3 unterschiedliche „Vollendungsstufen“ für maximale Qualität bei minimalem Aufwand: TIGT – tiefgefrorener vorgegarter Teigling HGB – halbfertig gebackenes Produkt TK – tiefgekühltes Produkt HGB und TK: schnell und einfach genussfertig TIGT: Vielfalt durch Produktveredelung, kleine praktische Einheiten Nahezu 100 % österreichische Lieferanten, Produkte und Rohstoffe mit überwiegend regionaler Herkunft

Wo Bio draufsteht, ist bei Haubi’s auch Bio drin.

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Für schlaue Köpfe!

Großhändler mit Verantwortung Mitte Mai wurde die KASTNER-Gruppe mit dem Energy Globe Austria Award 2014 ausgezeichnet. Das niederösterreichische Unternehmen belegte in der Kategorie Luft Platz eins und wurde Gesamtsieger Österreichs

Die KASTNER-Gruppe wurde im Mai mit dem Energy Globe Austria Award 2014 ausgezeichnet.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Fachhandelskompetenz Das Gastro-Fachsortiment umfasst mit 60.000 Produkten Obst & Gemüse, Molkereiprodukte, Feinkost und Frischfleisch über Grundnahrungsmittel, Süßwaren, Getränke, Tiefkühlprodukte bis hin zu Nonfood-Artikeln. Durch die Kooperation mit BIOGAST haben bei KASTNER in Sachen Bio Kunden Zugriff auf 10.000 BioArtikel – ein speziell auf die Bedürfnisse der Gastronomie abgestimmtes Vollsortiment mit besonderer Berücksichtigung der gebräuchlichen Verpackungs- und Gebindegrößen. Die Zusammenarbeit mit dem Biohof Achleitner beispielsweise ist Garant für Obst und Gemüse in bester BioQualität. Als Spezialist für Bio-Obst und Gemüse vermarktet der Biohof Achleitner auch die Produkte zahlreicher Bio-Bauern aus dem In- und Ausland. Eine gemeinsame Anbauplanung und strenge Kontrol-

Christof Kastner GeschäŌsführender GesellschaŌer

Firmenchef Christof Kastner: „Wir wollen verlässlicher Partner für unsere Kunden sein.“

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N IEDERÖS TERREICH

FORTSETZUNG VON SEITE 18

Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg: „Wir setzen dabei auf die Genussradler, die nicht nur Radfahren wollen, sondern auch am kulinarischen Angebot interessiert sind“, erklärt Ursula Artner-Rauch

vom Weinviertel Tourismus. „Bei jenen Verleihstationen, wo touristische Frequenz vorhanden ist, also höhere Nächtigungszahlen da sind, ist die Auslastung bereits sehr gut“, sagt Artner. Die begehrtesten E-Bike-Orte sind Retz und Poysdorf. An den ande-

ren Verleihstationen seien die Verleihzahlen aber weniger zufriedenstellend. Thomas Weinzettel aus Schönbühel in der Wachau ist auch nicht sonderlich zufrieden mit dem Verleih-Business. Die Hauptschuld für die eher durchwachsene Bilanz des Vorjahres

trägt klarerweise das Hochwasser, das im Falle Weinzettels sogar sein Haus betraf: „Bei uns stand das Wasser bis in den ersten Stock“, erinnert er sich. Der Verleih kam nach der Flutkatastrophe nicht mehr richtig in Schwung. Zum Glück ist der Verleih nur ein Teil-

geschäft von Weinzettel. Er produziert seine eigenen Elektroräder der Marke S-Rad auch für den Verkauf. Der gelernte Mechatroniker verwendet dafür Fahrradrahmen der Welser Firma Siga. Der elektrische Teil kommt vom Wiener Nachrüstspezialisten Martin Köck, der mit seiner Firma elfkw kostengünstige Elektrifizierungen von „normalen“ Rädern durchführt. Für die heurige Saison gibt sich Weinzettel vorsichtig optimistisch. Die zum Elektroradverleih gehörende Ferienwohnung von Weinzettels Lebensgefährtin Patrizia Schiller ist immerhin schon recht gut gebucht. Der Sommer kann kommen!

TVB Bucklige Welt, Ute Fuith

Elektrofahrräder ermöglichen genussvolles Radeln auch in bergigen Gegenden. E-Bike-Verleiher Thomas Weinzettel betreibt eine E-Bike-Verleihstation in der Wachau.

Alles Bohne

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Das niederösterreichische Unternehmerpaar Silvia Lasselsberger und Walter Schweifer veredelt seit elf Jahren Rohbohnen aus besten Lagen zu köstlichen Espressomischungen. In der Gastronomie ist die Kaffeerösterei CultCaffè in Neumarkt an der Ybbs DER Geheimtipp Begonnen hat alles auf einer Italienreise von Silvia Lasselsberger und Walter Schweifer. In einer kleinen Bar bekamen die beiden ihren bis dahin köstlichsten Espresso ihres Lebens serviert. Auf die Frage, welcher Kaffee das denn sei, antwortete der Oste, „di nostro Torrefazione di Regionale“. Also aus einer kleinen Rösterei in der Region. „Diese Selbstverständlichkeit der Italiener, ihren Kaffee frisch von der regionalen Kaffeerösterei zu beziehen, und unsere langjährige Liebe zur Kaffeekultur waren der Grund, eine Rösterei zu gründen“, erinnert sich Silvia Lasselsberger. CultCaffè ist die Abkürzung von „Cultura di Caffè“, und das ist gleichzeitig die Devise des Unternehmens. Das Handwerk des Kaffeeröstens erlernte Walter Schweifer in Hamburg und Triest sowie bei regionalen mittelständischen Röstereien in Italien. „Der harte Weg auf dem Pflaster eines besetzten Marktes war kein kurzer“, erzählt er, doch „mit der konsequenten Umsetzung unserer Vision und Philosophie konnten wir Schritt für Schritt Marktanteile gewinnen“. Der Kleinröstbetreib hat sich zu einem beständigen Mittelbetrieb entwickelt, der professionell die Anforderungen der Gastronomie und Hotellerie abdeckt. Mittlerweile werden rund 45 Tonnen hochqualitative Rohbohnen, die hauptsächlich aus den Kaffeeanbauländern Äthiopien, Indien, Nicaragua und Brasilien stammen, in Neumarkt geröstet. „Das Herkunftsland und die Rückverfolgbarkeit ist ein großes Thema für uns. Wir reisen regelmäßig in Anbaugebiete, um den Rohkaffee am Ursprung zu suchen. Dabei entstehen auch wichtige Partnerschaften mit Kooperativen und Farmern. Persönliche Kontakte in den Anbaugebieten sind die Basis, um

Silvia Lasselsberger und Walter Schweifer von CultCaffè rösten und genießen ihren eigenen Kaffee.

dem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden“, betont Lasselsberger. Für sie stehen „langfristige und beständige Geschäftsbeziehungen mit Treue und Loyalität für Nachhaltigkeit und faire Preise und nicht irgendwelche Zertifikate“. „Kaffee ist hochsensibel und in der Herstellung vergleichbar mit bestem Wein“, erklärt Walter Schweifer. Ein wichtiger Aspekt der CultCaffè-Philosophie ist auch die röstfrische Lieferung an alle Kunden. Schweifer und Lasselsberger geben ihr Know-how auch in Schulungen weiter. Im Bereich Sieb-

trägermaschinen bietet CultCaffè vier italienische Fabrikate an, im Vollautomatenbereich wird mit namhaften Herstellern kooperiert. Das Liefer- und Betreuungsgebiet umfasst ganz Österreich, Bayern und die angrenzende Slowakei. Seit 2012 liefert CultCaffè auch nach Doha in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo Scheich Kalif Khalifa zwei Cafés mit dem Namen „CaffeTasse“ betreibt. www.cultcaffe.at


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Die Grillsaison ist eröffnet!

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Ob mit Kohle, Gas oder elektrisch – Grillen macht Spaß und verleiht Speisen eine aromatische Note Das Grillgut schmeckt noch besser, wenn es mit den richtigen Gewürzen und Kräutern verfeinert wird. Hoch im Kurs stehen auch dieses Jahr wieder die Kotányi-Gourmet-Klassiker wie Grillgewürzsalz und Grill Argentina. Für diejenigen, die gerne Neues ausprobieren, bieten die vier köstlichen KotányiGourmet-Rubs Abwechslung und außergewöhnlichen Geschmack. ITALIAN RUB – Das Aroma italienischer Kräuter verleiht Fleisch, Huhn, Fisch oder Gemüse einen typisch mediterranen Touch. SMOKEY RUB – würzig, rauchig und leicht süß – für das perfekte BBQ. Rind, Lamm oder Schwein einfach vor dem Grillen, Schmoren, Braten damit einreiben – hervorragend! COFFEE RUB – dunkel geröstete Espressobohnen entfalten eine unwiderstehliche Note – für Kenner und Spezialisten. Coffee Rub eignet sich perfekt für Steaks, Koteletts oder Filets – idealerweise gegrillt. INDIAN RUB – orientalisch-indische Kombination mit intensiver Koriandernote. Indian Rub harmoniert besonders gut mit

Huhn. Den Rub in diesem Fall mit Joghurt anrühren und das Fleisch damit marinieren. Das Kotányi Gourmet Chili Öl gibt der Grillmarinade die besondere Note und verleiht dem Grillgut so die besondere Würze. Sehr fein ist auch das frische Kotànyi Gourmet Zitronen Öl für sommerliche Salate oder gegrillten Fisch und Meeresfrüchte.

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EUROGAST: Vier

neue Eissorbets finden sich in den Tiefkühlregalen

METRO: Dirndl, Lederhose & Co sind auch dieses Jahr wieder heiß begehrt

SCHÖLLER: Süß-saure Früchtchen am Mehlspeisen-Himmel

Himbeer, Passionsfrucht, Zitrone und Cassis mit schwarzer Johannisbeere – in diesen vier Geschmacksrichtungen bietet Eurogast ab sofort Sorbet in der 2400-ml-Packung an. Die Sorbets ergänzen die zwölf bereits bestehenden Milcheissorten der Eigenmarke. Der fruchtige Geschmack und die kalorienarme (120 kcal / 100 g) Textur aus Wasser und Frucht soll als eiskalter Durstlöscher in den Sommermonaten dienen. Die neuen Produkte werden nach alten sizilianischen Rezepten produziert und glutenund laktosefrei hergestellt. www.eurogast.at

Der Großhändler Metro plant seine zweite eigene TrachtenKollektion. Nachdem die erste Eigenkreation letztes Jahr auf großen Zuspruch bei den Kunden gestoßen war, ist die zweite Kollektion rechtzeitig vor dem Start der Wiesn-Saison für August angedacht. Die Topseller sind nach wie vor die klassische Herrenlederhose sowie die Dirndlbluse, doch der Trend geht in Richtung „Tracht 2.0“. Vor allem bei jungen Leuten sind Neuinterpretationen der klassischen Trachtenmodelle hoch im Kurs. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt: Sowohl farbige Lederhosen als auch pfiffige T-Shirts mit Trachtenoptik sind gefragt. Metro erwartet, dass sich die Gesamtmenge der verkauften Trachten in diesem Jahr sogar verdreifachen wird. www.metro.at

Vier neue Sorten Plattenkuchen bringt Schöller dieses Jahr auf den Markt: Die Linzer Schnitte mit Himbeer-RibiselFüllung und gerösteten Mandeln, die Kirsch-Schnitte mit krossem Mürbteigboden und süß-säuerlichen Kirschen, die Apfel-Schnitte aus Rührteig mit eingebetteten Apfelspalten und schließlich den klassischen Marillenkuchen mit saftigen Marillenhälften, gehobelten Mandeln und Tortenguss. Außerdem neu im Sortiment sind die Biskuit-Rollen in den Sorten Schokolade und Erdbeere und die Cremeschnitte. Alle Produkte bieten fertig gebacken, tiefgefroren und teils schon aufgeschnitten, teils individuell proportionierbar, höchste Convenience für den Gastronomen. www.nestle-schoeller.at

Fußballfieber

Next Generation

SCHENKEL: Würzig-rauchige

SENNA: Passende

ASCHL: Kompakt,

jetzt direkt aus der Flasche

WM-Rezepte und ein Dekopaket pünktlich zum Anpfiff

leicht und technisch top: die neuen Fettabscheider

Verflüssigten Rauch aus der Flasche bringt das DelikatessenImporthaus Schenkel nach Österreich. Der Liquid Smoke der kalifornischen Marke „Lazy Kettle” ist in Amerika bereits ein Gewürzklassiker und nun auch auf dem heimischen Markt erhältlich. Der Rauch von verbranntem Hickory- und Mesquiteholz wird mit Wasser verflüssigt und dann ohne Zugabe von Salz, Geschmacksverstärkern, Farbstoffen oder Konservierungsmitteln in die 147-mlFlasche abgefüllt. Liquid Smoke kann nicht nur zum Würzen von Gegrilltem oder Gebratenem verwendet werden, er eignet sich auch, um Saucen – insbesondere die klassischen Barbecue-Saucen –, Marinaden oder Suppen zu verfeinern. Auch vegetarische Speisen (z. B. Tofu) können durch Liquid Smoke eine herrliche, rauchig-würzige Geschmacksnote erhalten. www.schenkel.at

Der österreichische Spezialist für Nahrungsmittel für Großverbraucher, Senna, lockt kurz vor dem Anpfiff der FußballWM mit speziellen Preisen und Aktionen. Ab einer Abnahme von 250 kg aus dem definierten Sortiment winkt ein Fußball-Deko- und Snackpaket gratis dazu. Dieses beinhaltet FußballGirlanden, Deckenhänger, Snackfähnchen, Servietten und einen Rezeptfolder. Der Folder nimmt einen auf eine schmackhafte Reise durch sechs Länder aus der Welt des Fußballs mit, um mit Produkten aus dem Senna-Sortiment und landestypischen Zutaten verschiedene Gerichte wie die spanische Gazpacho oder Pao de Queja (brasilianische Käsebällchen) zu kochen. Auch Rubbellose mit Sofortgewinn von Senna sind erhältlich. www.senna.at

Der Entwässerungsspezialist Aschl hat eine neue Generation Fettabscheider für Gastronomie, Hotellerie, Großküchen und Lebensmittelverarbeiter präsentiert. Als besondere Vorteile werden die kompakte Bauweise, das geringe Gewicht und die Transport- und Montagefreundlichkeit hervorgehoben. Der Behälter ist zur Gänze aus Polyethylen gefertigt, hält höchsten Ansprüchen stand und ist überaus langlebig. Die effiziente Fettabscheidung schont die Umwelt und entlastet die Rohrleitungen. Mit Abscheidewerten von 15 mg Schadstoffe pro Liter bei der EN 1825 – der Grenzwert liegt bei 25 – lieferten die neuen Fettabscheider sehr gute Werte beim TÜV in Würzburg. Optional liefert Aschl den Fettabscheider mit Steuerung und Mischpumpe für die automatische Entsorgung. www.aschl-edelstahl.com

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IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, A-1120 Wien, Grünbergstraße 15, Tel.: (01) 546 64-0, Fax: (01) 546 64/50360 für Redaktion und DW 50260 für Anzeigen. E-Mail: gast@wirtschaftsverlag.at, ISDN: (01) 545 58 74 | Redaktion: Thomas Askan Vierich (Chefredakteur), DW 360, E-Mail: t.vierich@wirtschaftsverlag.at; Mag. Bernadette Pesendorfer (Chef vom Dienst), DW 365, E-Mail: b.pesendorfer@wirtschaftsverlag.at | Tirol-Korrespondenz: Barbara Egger, Tel. 0664/380 59 45, E-Mail: barbara.egger@tirol.com | Gesamt-Verkaufsleiter ÖWV: Franz- Michael Seidl DW 240 | Anzeigenleiter Plattform Gastro: Kurt Heinz, DW 265, E-Mail: k.heinz@wirtschaftsverlag.at | Anzeigen: Mag. Nicole Hoffmann-Thönnessen, DW 268, E-Mail: n.hoffmann@wirtschaftsverlag.at; Christine Fitzke-Staufer, DW 264, E-Mail: c.fitzke@wirtschaftsverlag.at, Barbara Völkl, DW 263, E-Mail: b.voelkl@wirtschaftsverlag.at; Sandra Schabauer, DW 269, E-Mail: s.schabauer@wirtschaftsverlag.at; Evelyne Proderutti (Service), DW 461, Fax: DW 50461, E-Mail: e.proderutti@wirtschaftsverlag.at | Online-Marketing: Barbara Völkl, DW 263, E-Mail: b.voelkl@wirtschaftsverlag.at | Abonnement: Aboservice Österr. Wirtschaftsverlag, Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien, Tel.: 01/361 70 70-570, Fax: 01/361 70 70-9570, E-Mail: aboservice@wirtschaftsverlag.at | Jahresbezugspreis: € 94,–, Abonnements, die nicht einen Monat vor Ablauf des Bezugsjahres storniert werden, laufen weiter. | Anzeigentarif: Nr. 42, gültig ab 1. Jänner 2014, Erscheinungsweise: 14-täglich | Hersteller: Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn | Agenturpartner: APA – Austria Presse Agentur | Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. | Geschäftsleitung: Thomas Zembacher | Beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %. | Marketing: Paul Kampusch, DW 130 | Bankverbindung: Bank Austria, Kto. 04240571200, BLZ 11000, IBAN AT511100004240571200, BIC BKAUATWW | Druckauflage: 23.025 – Verbreitete Auflage: 22.707 (2. HJ 2013) | Die Nummer 1 in Hotellerie und Gastronomie lt. ACNielsen 2003 und lt. Spectra 2009.

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SZENE

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Steiermark auf Sendung Ehrenmedaille in Silber Steiermark Tourismus / Bernhard Loder

Ehrenzeichen der Republik vergeben

Daniela Klemencic

Eine der höchsten Auszeichnungen der internationalen Feinschmeckervereinigung „Chaîne des Rôtisseurs“ wurde kürzlich an einen Salzburger Gastronom verliehen. Johann Kögl (im Bild mit Gerlinde Kögl), Chef und Küchenmeister vom Restaurant Alt Salzburg, erhielt für seine Verdienste um die Bailliage de Salzbourg beim „21. Diner Amical“ die selten vergebene Ehrenmedaille der „Chaîne des Rôtisseurs“ in Silber. Der Gourmet-Orden zählt heute weltweit rund 30.000 Mitglieder.

Im Sommer und im Herbst werden fünf FernsehUnterhaltungssendungen im Grünen Herz gedreht: Dreimal „Fernsehgarten on tour / Die Herbstshow“ und zweimal „Lafer! Lichter! Lecker!“. Die Ausstrahlung findet im Oktober zur Primetime im ZDF statt. Bei der Besichtigung der Location (v. l.): Erich Neuhold (GF Steiermark Tourismus), Bgm. Siegfried Nagl (Stadt Graz), LH-Stv. Hermann Schützenhöfer (Tourismusreferent Steiermark), Carina Bernd (ZDF, Stabsstelle Programmdirektion), Rolf Herrmann (ZDF, Produktionsleiter), Christoph Hillenbrand (ZDF, Redaktionsleiter) und Dieter Hardt-Stremayr (GF Graz Tourismus).

In Anerkennung seiner Leistungen für die Tourismuswirtschaft und die Republik Österreich hat Bundespräsident Heinz Fischer den langjährigen Obmann der Bundessparte Tourismus und Präsidenten der ÖGAF, KommR Hans Schenner, mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen der Republik ausgezeichnet. Die Verleihung hat Bundesminister Reinhold Mitterlehner im Rahmen der Tourismuskonferenz vor rund 300 Gästen vorgenommen. In seiner Ansprache würdigte Wirtschaftsminister Mitterlehner die Verdienste von Hans Schenner, der als Interessenvertreter gegenüber der Politik stets „die Dinge auf den Punkt“ gebracht hat.

Sonnentherme

Neumayr

100.000 Familien 2014 gibt es in Lutzmannsburg viel zu feiern: Neben dem 20-Jahr-Jubiläum der Sonnentherme Lutzmannsburg Frankenau feiert auch das Hotel Sonnenpark samt Maskottchen Sunny Bunny seinen zehnten Geburtstag. Die 100.000. Familie wird feierlich begrüßt: Wolfgang Stündl (l., Geschäftsführer Sonnentherme und Hotel Sonnenpark) und Franz Kast (2. v. l., Vorstandsdirektor Wibag) mit der Gewinnerfamilie Engel und Sunny Bunny.

Die Überreichung der Prüfungszeugnisse und Erinnerungsurkunden aus Anlass der bestandenen Gastgewerbebefähigungsprüfung fand wieder traditionell im Festsaal des Hauses der Wiener Gastwirte statt. 46 Damen und Herren haben im Frühjahr die Prüfung bestanden und auf diesen Erfolg angestoßen (v. l.): Fachgruppenobmann der Kaffeehäuser KommR Berndt Querfeld, Spartenobmann-Stv. und Fachgruppenobmann-Stv. der Hotellerie Dr. Andrea Feldbacher, Spartenobmann-Stv. und Fachgruppenobmann der Gastronomie KommR Willy Turecek, Ilona Rucker und Spartenobmann KommR Ing. Josef Bitzinger.

Pictures Born

Gastgewerbebefähigungen überreicht

Bereits zum 25. Mal wurde zur Ehrung der Wiener Kongressveranstalter ins Rathaus geladen. Der Anteil der durch Kongresse generierten Nächtigungen am gesamten touristischen Aufkommen Wiens betrug im Vorjahr elf Prozent, die Wertschöpfung erreichte rund 832 Millionen Euro. Peter Palensky, verantwortlich für die „IECON 2013“ mit rund 1.600 Teilnehmern, nahm stellvertretend für alle Veranstalter seine Ehrenurkunde entgegen (v. l.): Christian Mutschlechner (Leiter des Vienna Convention Bureau), Peter Palensky mit seiner Gattin Brigitte Palensky, Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Tourismusdirektor Norbert Kettner.

Original Budweiser

Clemens Janda

Wien dankt Kongressveranstaltern

Peter Müllers Büro

Feier zum 365-Tage-Jubiläum Als erstes neueröffnetes Hotel direkt am Wiener Hauptbahnhof eröffnete vor einem Jahr das Hotel Zeitgeist. Unter dem Motto „Zeitgeist ist (m)eins“ wurde nach 365 Tagen der erste Geburtstag gefeiert. Die Jubiläumswoche mit „Krügerl-Freitag“ und „Shot-Samstag“ fand schließlich mit dem „Verlängerten Sonntag“ ihren Ausklang. Mit großer Geburtstagstorte (v. l.): Eigentümer Gerhard Dinstl, Küchenchef Stefan Scheichenstein, Marketing-Manager Marco Riederer, F&B-Managerin Sabine Bregant, HotelManager Andreas Purtscher und Eigentümer Gerald Kolm.


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