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Branchenspiegel Automotive Ostdeutschland 2011 www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com Nr. 03 /2011 · 7. Jahrgang · 78363 4,50 EURO

Leitmarkt globale Mobilität Global Market Leader for Mobility ANTRIEB

AUFTRIEB

UMTRIEB

Thüringens Wirtschaftsminister will Kompetenzen bündeln

Automobilcluster Ostdeutschland sieht Branche gut aufgestellt

TU Ilmenau baut Netzwerk neuer Technologien auf


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Editorial . 3

Liebe Leserinnen und Leser des Wirtschaftsspiegels, begrenzte Ressourcen, Debatten über CO2-Emission, zunehmende Urbanisierung und der Schutz unserer Umwelt sind derzeit beherrschende Themen in der öffentlichen Diskussion. Mittlerweile besteht auch ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, dass der effiziente Umgang mit Energie eine der vordringlichsten Herausforderungen der Zukunft darstellt. Das verändert auch die Anforderungen an unser Mobilitätsverhalten. Nicht zuletzt erfordern steigende Kraftstoffpreise immer effizientere Antriebssysteme. Doch auch leichtere und in der Herstellung klimafreundliche Werkstoffe bilden Herausforderungen der kommenden Jahre; nicht nur für die Automobilindustrie. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette rund um neue Mobilitätskonzepte fordern die eingangs erwähnten Themenstellungen nachhaltiges Umdenken. Deutschlands größtes Exportgut sind traditionell innovative Technologien. Eine Zukunftstechnologie kann die Elektromobilität sein. Sie wird den Verkehr und die Wirtschaft deutlich verändern. Die voll- und teilelektrischen Stromer der nächsten Jahre beeinflussen nicht nur das individuelle Mobilitätsverhalten – sie erfordern neue, innovative Geschäftsmodelle und eine neue Infrastruktur. Doch damit Elektroantriebe eine echte Alternative zu konventionellen Verbrennungsmotoren werden, bedarf es noch einiger Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Im Rahmen des ‚Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität‘ der Bundesregierung entwickelt daher auch die Fraunhofer-Gesellschaft innovative Systemlösungen für aktuelle Industrieanforderungen. Von diesem technologischen Know-how werden insbesondere Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie, aber auch Energieerzeuger und Batteriehersteller profitieren. Die Herausforderungen der Elektromobilität von morgen zu meistern, hat sich der Verein „Forum ElektroMobilität e.V.“ als Plattform zum Bündeln unterschiedlicher Aktivitäten zur Aufgabe gemacht.

Foto: Bernhard Huber/Fraunhofer

Der Freistaat Thüringen wird sich im September beim Bund als „Modellregion Elektromobilität“ unter anderem mit ganzheitlichen Lösungen zur Etablierung dieser Technologie, ausgerichtet auf urbane Bedingungen, bewerben. In der Ihnen vorliegenden Ausgabe stellt der WIRTSCHAFTSSPIEGEL einige Akteure vor, die bereits an solchen Technologien arbeiten. Beim 7. Branchentag der Thüringer Automobilwirtschaft am 7. Juli 2011 wünsche ich Ihnen interessante Gespräche, spannende Vorträge und viele Anregungen, um gemeinsam und erfolgreich am ambitionierten Ziel des Leitmarktes und der Technologieführerschaft zu arbeiten.

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Buller Vorstandsvorsitzender des Forum ElektroMobilität e.V., Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Buller Vorstandsvorsitzender des Forum ElektroMobilität e.V., Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft


4 . Editorial

Dear Wirtschaftsspiegel readers, Limited resources, CO2 emissions, increasing urbanisation and the protection of our environment are all themes currently dominating public debates. There is now wide general consensus that an efficient use of energy presents one of the most pressing challenges of the future. This also changes the demands on our mobility behaviour. If nothing else, increasing fuel prices necessitate increasingly efficient drive systems. Lighter materials and materials produced in a more environmentally friendly way also constitute challenges in the coming years; not only in the automotive industry. The entire value chain of new mobility concepts, require this previously mentioned sustainable rethink. Germany’s most successful export goods are traditionally based on innovative technology. Electric mobility is likely to become a technology of the future. Both the economy and transport systems will be altered considerably. In years to come, electric and part-electric cars will not only influence the individual’s mobility behaviour, they also require innovative business models and new infrastructure. However, before electric drive systems are a viable alternative to conventional combustion engines, much more research and development work is required. Within the framework of the ‘National Development Plan for Electric Mobility’ the federal German government is consequently developing the Fraunhofer Society of innovative system solutions for current industrial conditions. This technological expertise will particularly benefit manufacturers and suppliers of the automotive industry, but both energy producers and battery manufacturers will also profit. The ‘forum for electric mobility’ as a platform that combines different activities, has set itself the task of mastering the electric mobility challenges of tomorrow. In September, the free state of Thuringia will apply with the federal government to become the next ‘Electric Mobility Model Region’. Their application includes integrated solutions for the establishment of this technology, targeted to urban situations. In this particular issue, the WIRTSCHAFTSSPIEGEL introduces a number of key players who are currently working on this technology.I hope you all enjoy stimulating discussions, interesting presentations and much inspiration, to collectively allow us to successfully work on our ambitions to become both market and technology leaders, at the 7th Thuringian Automotive Industry Day on the 7th of June 2011.

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Buller Chairman of Forum ElektroMobilität e.V. Senior Vice President of Research Planning of the Fraunhofer Institute

Foto: Bernhard Huber/Fraunhofer

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Buller Chairman of Forum ElektroMobilität e.V., Senior Vice President of Research Planning of the Fraunhofer Institute


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Aus dem Inhalt Grußwort

VDA-Präsident Matthias Wissmann erläutert die Entwicklung alternativer Antriebe Seite 10

03 Professor Dr. Ulrich Buller, Vorstandsvorsitzender des Forum Elektromobilität e.V.

Automotive 2011 08 Modellregion Elektromobilität: Goldgräberstimmung und Technologieführerschaft 10 Auf Rekordkurs: VDA-Präsident Matthias Wissmann erläutert die Entwicklung alternativer Antriebe 12 Weg zum Kompetenzzentrum: ACOD-Geschäftsführer Dietmar Bacher im Interview

15 Themen, die bewegen: Vorsitzender des automotive thüringen zum Branchentag 2011 in Erfurt 16 Innovationszentrum Mobilität: Professor Dr. Klaus Augsburg im Interview 20 Schaufenster Elektromobilität: Thüringen will bundesweite Modellregion werden 26 Zukunftschance für Zulieferer: Geschäftsführer der FRÄGER-Gruppe erklärt das Interesse für Elektromobilität 30 ACOD-Kongress in Leipzig: Innovationen schaffen heißt Erfolg sichern 32 Thüringens grüne Zukunft: Mit einem Smart-Grid Projekt macht Zella-Mehlis auf sich aufmerksam 37 Landtechnik als Perspektive: Die Deutsche Landtechnikindustrie arbeitet an der Auslastungsgrenze

46 Siegeszug im Leichtbau: Energieeffiziente und ressourcenschonende Fertigung 48 Statement der Branche: Meinungen ostdeutscher Automobilhersteller 50 Forderung nach Förderung: VDIK begrüßt Anreizprogramme der Bundesregierung

Rubriken 18 Nachrichten 71 Expertenrat 72 Personalien 74 Messen 74 Impressum

52 MAHREG Automotive: Neue Mobilität als Chance für Sachsen-Anhalt 57 Hinterland der Elektromobilität: Forschungsschwerpunkte der Fraunhofer Gesellschaft 60 AMZ Sachsen: Das Autoland Sachsen hat wieder Fahrt aufgenommen 61 automotive-mv: Innovatives und ehrgeiziges Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Hinterland der Elektromobilität: Forschungsschwerpunkte der Fraunhofer Gesellschaft Seite 57

Fachkräfte 64 Gespannte Fachkräftesituation: Die deutsche Industrie findet zu wenig gut ausgebildete Arbeitskräfte

40 Kraftstoffe der Zukunft: Biomasse füllt den Tank der Zukunft

65 Ein Menschenerkenner: Mit den passenden Kandidaten die richtige Stelle besetzen

42 Umweltfreundliche Antriebe: Der Hybridmotor als Antrieb der nächsten Generation

66 Verzahnung Hochschule Wirtschaft: Kooperation mit Hochschulen sichert zukünftige Fachkräfte

Fotos: IAA, Fraunhofer IFF

14 International und global: automotive thüringen-Projektmanager Michael Lison über die Herausforderungen neuer Mobilität


8 . Thüringen

Von Goldgräberstimmung und Technologieführerschaft Thüringen wird sich im September als „Modellregion Elektromobilität“ beim Bund bewerben. Damit möchte die Politik im Freistaat die Weichen für eine neue Leitbranche stellen. Doch das geht eben nicht ohne Mitwirken von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Landesregierung fordert daher alle Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette rund um die Elektromobilität auf, sich daran zu beteiligen. Es gehe dabei nicht nur, so sind sich Thüringens Verkehrsminister Christian Carius und Wirtschaftsminister Matthias Machnig einig, um das reine E-Automobil. Neben der Automobilund Zulieferindustrie sind auch Energieversorger, IT- und Infrastrukturunternehmen, die Kunststoffbranche und alle weiteren tangierenden Akteure angesprochen. Angesichts des auf Hochtouren laufenden Konjunkturmotors könnte man glauben, es herrsche aufgrund der sich ändernden Mobilitätsanforderungen und -konzepte eine regelrechte Goldgräberstimmung. Der Freistaat Thüringen deckt mit seiner Automobil- und Zulieferindustrie die gesamte Bandbreite aller Technologien ab. Von Unternehmen, die mit der Effizienz herkömmlicher Antriebe beschäftigt sind, über Entwickler von Leichtbauten bis hin zu innovativen Firmen, die sich der Elektromobilität und deren Anwendungen verschrieben haben. Damit ist Thüringen bestens gerüstet, bedeutender Technologiestandort der ostdeutschen Automobilwirtschaft zu bleiben. Mit über 450 Unternehmen gehört die Automobil- und Zulieferindustrie zu den Schwerpunktbranchen im Freistaat. Bei 46.000 Beschäftigten fällt zudem allein ein Fünftel der Industriearbeitsplätze in diesen Bereich. (bo)


Thüringen . 9

A Gold Rush Atmosphere and Technological Leadership In September, Thuringia will hand in an application to the government to become the ‘Electric Mobility Model Region’. With this, the state politicians wish to lay the foundations for a new leading sector in the region. For that reason, the state government has called for all protagonists along the entire electric mobility value chain, to participate. Both transport minister Christian Carius and the finance minister Matthias Machnig agree, it is not just merely about the electric car. Alongside the automotive industry and their suppliers, a vast variety of industries are affected such as energy suppliers, IT and infrastructure companies, the plastics sector and any other related protagonists. The economic motor is currently in full swing, due to this and the changing mobility demands and concepts, you would think that there was a gold rush atmosphere at the moment. The state of Thuringia is in the enviable position that the entire spectrum of technologies are covered by the automotive industry and their suppliers. The range of companies covers, developers of efficient conventional drive systems, developers of light components and innovative companies who have devoted themselves to electric mobility and it’s application. This means, Thuringia is well equipped to remain the major power in the East German automotive industry. With a total of 450 companies, the automotive industry and their suppliers is one of Thuringia’s key sectors. Moreover, the workforce of 46000, constituting a fifth of all industrial jobs in Thuringia, fall into the automotive category.

Foto: BMW AG


10 . Automotive 2011

Die deutsche Automobilbranche wächst wieder und setzt auf verschiedene Pferde

Wieder auf Rekordkurs – Neue Mobilität nur mit Fächerstrategie „Die Entwicklung alternativer Antriebe – zu denen selbstverständlich die Elektromobilität gehört – ist keine Imagefrage, sondern eine klare Notwendigkeit“, erläutert Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) die Entwicklungen in der deutschen Automobilwirtschaft. Ziel sei das Null-Emissionsfahrzeug. Bis dahin gebe es noch Hürden zu überwinden, daher werde zunächst auf eine Fächerstrategie gesetzt.

schen Konzernmarken mit einem CO2Wert von weniger als 130 g/km. Dies entspricht einem Kraftstoffverbrauch von weniger als 5 l/100 km. Im Monat Mai haben die Neuzulassungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22 Prozent auf 304.700 Einheiten zugelegt. Die deutschen Konzernmarken erreichten dabei erneut einen Marktanteil von mehr als 70 Prozent. Der Dieselanteil an neu zugelassenen Pkw lag mit 47 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. „Der Clean Diesel ist aufgrund seiner enorm hohen Kraftstoffeffizienz eine Schlüsseltechnologie für die Reduktion der CO2-Emissionen“, erklärt der VDA-Präsident. In diesem Segment seien deutsche Hersteller und Zulieferer besonders stark.

„Die Automobilindustrie hat es sich zur Aufgabe gemacht, entsprechende Lö-

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sungen zu entwickeln“ erläutert Wissmann. „Wir machen also nicht nur bei der Entwicklung von Elektroautos große Fortschritte, sondern optimieren auch die klassischen Antriebe – Clean Diesel und Benziner – mit hohem Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Für den Autofahrer zahlt sich das bei jedem Tankstopp aus“, betont Wissmann. Der VDA-Präsident weist darauf hin, dass „die neu zugelassenen Modelle deutscher Konzernmarken nach aktuellen Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in allen zehn Segmenten – vom Kleinwagen bis zum Familienvan – im Durchschnitt niedrigere CO2-Werte aufweisen als die Importeure. Es gibt bereits mehr als 300 Modelle von deut-

Die Entwicklung der Exporte blieb im Mai, der im Vergleich zum Vorjahresmonat mit drei zusätzlichen Arbeitstagen besonders stark war, auf Wachstumskurs: Mit einem Volumen von 421.700 Einheiten stiegen die Ausfuh-

Foto: IAA

Jede Woche wächst weltweit die Zahl der Menschen, die in Megacities leben, um rund eine Million. Ende des nächsten Jahrzehnts werden zwei Drittel der Menschheit in Städten leben. Diese werden weiterhin den Wunsch nach individueller Mobilität haben.

Auch der Auftragseingang aus dem Inland setzte seinen Aufwärtstrend fort – das Plus lag im Mai bei 18 Prozent. Seit Jahresbeginn stiegen die Bestellungen deutscher Kunden um insgesamt 19 Prozent. Dazu Wissmann: „Aufgrund dieser Auftragsentwicklung rechnen wir mit einem insgesamt erfreulichen Autojahr 2011. Allerdings machen uns die hohen Kraftstoffkosten Sorgen. Die Mehrbelastungen verringern den finanziellen Spielraum der privaten Kunden erheblich.“


Automotive 2011 . 11

Die Entwicklung alternativer Antriebe – zu denen selbstverständlich auch die Elektromobilität gehört – ist nicht eine Imagefrage, sondern eine klare Notwendigkeit.

German Car Industry

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Foto und Grafik: VDA

www.vda.de

Weg vom Öl

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Elektroantrieb

Der Elektroantrieb habe aufgrund seines hohen Wirkungsgrades ein großes Potenzial für effizienten Energieeinsatz. Die Ergebnisse der Nationalen Plattform und die Entscheidungen der Bundesregierung seien ermutigende Zeichen. „Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu werden“ und Wissmann ergänzt: „Allerdings dürfen nicht

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„Unser langfristiges Ziel ist das NullEmissionsfahrzeug“, sagte Wissmann weiter. Steigende Nachfrage und knapper werdende fossile Energievorräte ließen die Rohölpreise anziehen. Die Lösung könne aber nicht sein, auf individuelle Mobilität zu verzichten: „Mobilität von Menschen und Gütern ist nicht Folge, sondern Grundlage unseres Wachstums und Wohlstandes.“ Die Entwicklung von alternativen Antrieben – Hybrid, Elektro, Wasserstoff – sei daher eine strategische Notwendigkeit. Wissmann betonte: „Wir werden unsere Fahrzeuge unabhängiger vom Öl machen. Dabei verfolgen wir eine Fächerstrategie, die alle Optionen umfasst.“

Kom

Die Produktion wurde um ein Fünftel auf 563.300 Pkw deutlich gesteigert. Im bisherigen Jahresverlauf wurden in deutschen Werken insgesamt 2.53 Millionen Pkw hergestellt. „Damit liegen wir über dem Fertigungsrekord des Jahres 2008“, so Wissmann.

„The development of alternative drive systems, which of course includes electric mobility, is not a question of image, but a clear necessity.” Matthias Wissmann the president of the Automotive Industry Association (VDA) explains current developments in the German automotive industry. The ultimate goal is a car with zero emissions, however until then there are a number of hurdles that must be overcome, as a result we are currently working on a broad based strategy.

So sei zum Beispiel die Ansiedlung der Halbleiterindustrie weitgehend am Standort Deutschland vorbei gegangen und auch die Unterhaltungselektronikindustrie großteilig abgewandert. „In den kommenden drei bis vier Jahren investiert allein die deutsche Automobilindustrie zehn bis zwölf Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe. Das entspricht 40 Prozent der Investitionen in den gesamten Antriebsstrang. Wir gehen also enorm in Vorleistung.“ (em/bo)

Einspa ren

Die Auftragseingänge aus dem Ausland lagen im Mai 13 Prozent über dem bereits sehr starken Vorjahreswert.

die industriepolitischen Fehler der Vergangenheit wiederholt werden, als bei uns entwickelte Patente anschließend im Ausland ihren Durchbruch und kommerziellen Erfolg feierten.“

Ca r 2-X-

ren um 16 Prozent an. Seit Jahresbeginn exportierten die deutschen Hersteller rund 1,95 Millionen Pkw. Damit übertrafen die Exporte in den ersten fünf Monaten den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2008.

New Records Set Once Again

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Leichtbau

Die Fächerstrategie der deutschen Automobilindustrie umfasst sowohl fahrzeug- als auch verkehrsbezogene Lösungen.

“We're not only making progress with the development of electric cars, but also taking great strides in the optimisation of traditional drive systems, clean diesel and petrol engines, by means of high levels of investment in R&D”, Wissmann emphasises. There are already more than 300 cars available from German manufacturers, with CO2 emissions of less than 130g/km. This corresponds to a fuel consumption of less than 56.5 mpg. “The ultimate goal is a car with zero emissions, adds Wissmann. But abandoning individual freedom of movement is not the answer: „Mobility of people and goods is the basis for our growth and prosperity, not a consequence of it.” The development of alternative drive systems - hybrid, electric, hydrogen-cell - is therefore a strategic necessity. Wissmann emphasises: “We will make our cars less reliant on oil. To do this we will pursue a broad based strategy, encompassing all eventualities.” In the next three to four years the German car industry alone will invest 10 to 12 billion Euros in the development of alternative drive systems. In the month of May the registration of new vehicles in Germany increased by 22%, when compared to the previous month, to 304700 units. Since the beginning of the year German manufacturers have delivered 1.95 million vehicles.


12 . Ostdeutschland

Im Gespräch mit Dietmar Bacher, Geschäftsführer des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD)

„Innovation und Kooperation“ – Der Weg zum Kompetenzzentrum Europas Seit mehr als vier Jahren ist der ACOD das Netzwerk der Netzwerke der ostdeutschen Automobilwirtschaft. Dessen Geschäftsführer Dietmar Bacher möchte Ostdeutschland zum Zentrum der europäischen Automobilwirtschaft etablieren. Wie das erreicht werden kann, welche Rolle dabei Innovationen und Kooperationen spielen und wie er die Perspektiven der Elektromobilität einschätzt, erläutert er im Wirtschaftsspiegel-Interview:

Dietmar Bacher, ACOD-Geschäftsführer

Im Bereich Forschung und Entwicklung kann die ostdeutsche Automobilindustrie bisher leider nur wenige Innovationen vorweisen. Woran liegt das? „In der Tat weist die ostdeutsche Automobilbranche für den Bereich ‚Forschung und Entwicklung‘ einen großen Nachholbedarf auf. Der Hauptgrund

hierfür ist vor allem in der Kleinteiligkeit der regionalen Branche zu finden. Hinzu kommt, dass die in den Neuen Ländern angesiedelten Automobilhersteller überwiegend reine Montage- und Produktionswerke sind. In den hier gegründeten Werken existieren also keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, da diese in den Stammwerken in Westdeutschland angesiedelt sind. Mit den produkt- und prozessorientierten Kompetenzclustern des ACODs und der Initiierung von Innovationsforen versuchen wir Kooperationen zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), wissenschaftlichen Einrichtungen und den Automobilherstellern zu fördern, um so auch in Ostdeutschland den Innovationsprozess voranzutreiben.“ Innovationen setzen meist hohe Investitionen voraus. Hat die Branche so kurz nach der Krise die finanzielle Stärke? „Die Mehrheit der Zulieferer verfügt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über die notwendigen finanziellen Kapazitäten. Allerdings gibt es verschiedene Förderprogramme und Innovationsprojekte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung oder vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die genau hier ansetzen und die nötige Unterstützung beisteuern.“ Wo sehen Sie gute Innovationsansätze? „Basierend auf unseren Erfahrungen aus den Innovationsforen und unseren Kompetenzclusteraktivitäten sehe ich für kleine und mittelständische Zulieferer unter anderem gute Chancen bei neuen Lösungen, die sich beispielswei-

Foto: ACOD

Bei den Antrieben der Zukunft wird sich wahrscheinlich eine Art Fächerstrategie durchsetzen, die neben reinen Elektrofahrzeugen auch Hybridfahrzeuge und Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben, die durch alternative Kraftstoffe betrieben werden, beinhaltet.

Wie hat sich der ACOD in den letzten Jahren entwickelt, mit welchen Themen beschäftigt sich Ihr Verband und worin sehen Sie künftige inhaltliche Aufgaben? „Der Automotive Cluster Ostdeutschland hat in den rund vier Jahren seit seiner Gründung eine sehr positive Entwicklung genommen. Dabei konnten wir zahlreiche Veranstaltungen, Workshops, Projektkooperationen und Messebeteiligungen für die Unternehmen der Branche realisieren. Die teilnehmenden Firmen können so aktiv an der Netzwerkarbeit mitwirken und spüren den unmittelbaren Mehrwert. Dies führt zu stetig zunehmenden Mitgliedszahlen in den regionalen Netzwerken aber auch direkt beim ACOD. Unser Fokus liegt deutlich auf den Themen ‚Innovation‘ und ‚Kooperation‘. Ziel ist es, die Innovationskraft der ostdeutschen Automobilindustrie nachhaltig zu stärken, Kooperationen zwischen Unternehmen zu generieren und diese vor allem in konkrete Projekte einfließen zu lassen. Bestes Beispiel hierfür sind unter anderem die ACOD-Kompetenzcluster und die im ersten Quartal dieses Jahres abgeschlossenen Innovationsforen – hier haben wir gezielt Themen bearbeitet, an denen sich die gesamte Wertschöpfungskette der Automobilbranche beteiligen konnte und auch beteiligt hat.“


Ostdeutschland . 13

Automotive Cluster of East Germany

Innovation and Cooperation se den Themen Leichtbau und Feinstaubemissionen bewegen oder die sich mit der Bordnetzarchitektur von Fahrzeugen beschäftigen.“ Die Automobilwirtschaft Ostdeutschlands erschließt sich immer mehr internationale Märkte. Ist sie dafür gut gerüstet, und wird sie auf diesem Weg ausreichend unterstützt? „Grundsätzlich ist der Schritt ins Ausland immer eine große Herausforderung für ein Unternehmen, und nur mit ausreichend finanziellen und personellen Ressourcen zu meistern. Darüber hinaus gibt es länderspezifische Anforderungen für Unternehmensansiedlungen, die nicht zu unterschätzen sind. ‚Local content‘ – der Wertschöpfungsanteil, den man im Inland produzieren muss, ist hier ein wesentlicher Aspekt. Aktuell ist es für viele Unter nehmen wahrscheinlich nur möglich, durch Kooperationen internationale Märkte zu erschließen. Wir als ACOD haben unseren Fokus auf den russischen Markt gelegt und versuchen durch unsere Mitgliedsfirmen, die Länderinitiativen und Partnerunternehmen Kontakte zu knüpfen.“ Die Bundesregierung plant bis zum Jahr 2020 eine Million und bis 2030 mindestens sechs Millionen Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Ist dies der richtige Weg und bietet er die Alternative, um aus dem Kraftstoffdilemma herauszukommen? „Ein Schritt in die richtige Richtung ist es auf jeden Fall, allerdings gehe ich davon aus, dass es nicht nur ausschließlich rein elektrisch betriebene Fahrzeuge geben wird. Vielmehr wird sich hier wahrscheinlich eine Art Fächerstrategie durchsetzen, die neben den reinen Elektrofahrzeugen auch Hybridfahrzeuge und Fahrzeuge mit konventionel-

len Antrieben, die durch alternative Kraftstoffe betrieben werden, beinhaltet.“ Welches Potenzial bietet das den ostdeutschen Automotive-Unternehmen? „Das Thema E-Mobilität bietet natürlich ein riesiges Potenzial für neue Ideen und neue Entwicklungen, und auch die ostdeutschen Zulieferer könnten hier mit Weiter- und Neuentwicklungen von entsprechend angepassten Modulen und Systemen punkten. Die zukünftigen Anforderungen der Mobilität sind daher auch ein wesentliches Thema unserer Kompetenzcluster.“ Ist E-Mobilität auch bereits ein marktreifes Thema für die Nutzfahrzeugbranche? „Teilweise kommt sie ja heute schon zum Einsatz und sie ist definitiv für Nutzfahrzeuge im Verteiler- und Stadtverkehr geeignet – also die klassische urbane Kurzstrecke. Für längere Strecken sind reine Elektro-Nutzfahrzeuge heutzutage noch nicht tauglich.“ Gestatten Sie uns abschließend einen Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie die ostdeutsche Automobilwirtschaft im Jahr 2020? Wie werden sich welche Kernthemen in den Neuen Ländern entwickeln? „Unser Ziel ist es natürlich, zu erreichen, dass die ostdeutschen Automobilzulieferer Trends in Technologie und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit setzen und die Region – inklusive ihrer Akteure – weltweit als attraktiver Partner in der Automobilbranche wahrgenommen wird. Darauf aufbauend möchten wir Ostdeutschland als europäisches Zentrum für High-Tech-Produkte der Automobilindustrie etablieren.“ (bo) Das Gespräch führte Chefredakteur Daniel Bormke

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www.acod.de

For more than four years the ACOD has been the most important network within the East German Automotive industry. Dietmar Bacher, the ACOD managing director, views East German innovation and cooperation as an opportunity to develop into the high-tech hub at the centre of the European automotive industry.

“Since its foundation four years ago the Automotive Cluster of East Germany has launched and been part of numerous events, workshops, cooperative projects and trade fairs on behalf of the industry. Our focus is quite clearly on the themes of ‘Innovation’ and ‘Cooperation’. The goal is to sustainably strengthen the innovative force of the East German automotive industry, generate partnerships between companies and above all to make certain that this effort is incorporated into concrete projects. It is naturally our aim to ensure that the East German automotive suppliers set trends in technology and economic productivity and that the region, including its protagonists, are globally perceived as attractive partners in the automotive industry. Based on this, we would like to establish East Germany as the high-tech centre for the European automotive industry. With the product and process oriented ACOD expertise cluster and the instigation of innovation forums, we are trying to stimulate partnerships between small and medium sized companies, academic institutions and the vehicle manufacturers, to subsequently further the process of innovation in East Germany.” The automotive industry in the East German states has been a diving force behind this economic revival: Over 180000 employees, a turnover of 38 billions Euros, 676000 cars produced per year. The numbers, impressively demonstrate how productive East German companies have been within the automotive sector.


14 . automotive thüringen

Thüringens Branchennetzwerk forciert Wachstum durch Speziallösungen

Herausforderung: Internationalisierung und Globalisierung Über die „Neue Mobilität“, neue Herausforderungen auf den internationalen und insbesondere asiatischen Märkten und über die Chance, Spezialisierungsnischen zu besetzen, sprach der Wirtschaftsspiegel Thüringen mit Michael Lison, Projektmanager und Leiter der Geschäftsstelle des automotive thüringen e.V. (at):

Wie bewerten Sie Thüringens Bewerbung als „Modellregion Elektromobilität“? „Bekanntlich gab es bereits eine erste Phase der Ausschreibungen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, wonach acht Metropolregionen ausgewählt wurden. Nun soll die optimierte und wirtschaftliche Anwendbarkeit auch in mehr ländlich strukturierten Gebieten untersucht werden. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat ja bereits viel Mühe und möglicherweise auch Geld in ein Gutachten von McKinsey gesteckt, dessen Präsentation vor einem Fachpublikum erfolgt ist. Nach unserer Ansicht macht die Bewerbung nur dann Sinn, wenn sich genügend Teilnehmer – und damit meine ich neben den Individuen auch die Wirtschaft insgesamt – für die Projekte finden lassen. So sind für die einzelnen

Maßnahmepakete von den von McKinsey angenommenen zirka 190.000 potenziellen Nutzern in Thüringen zehn bis 20 Prozent erforderlich, das heißt 19.000 bis 38.000 Personen sollen in Thüringen in drei bis fünf Jahren nach dem Projektstart elektrisch fahren. Hier für sind nach der eigenen Einschätzung der Gutachter für die Maßnahmepakete ‚E-Car-Sharing‘, ‚Pendler‘ und ‚Elektrifizierung von gewerblich zugelassenen Fahrzeugen (Flotten)‘ 10.0000 bis 20.000 E-Fahrzeuge notwendig. Schon an diesen beiden Voraussetzungen wird deutlich, dass es sich um ein für Thüringen sehr anspruchsvolles Projekt handeln wird.“ Was kann die Zulieferindustrie im Freistaat zur Bewerbung Thüringens beitragen? „Die Unter nehmen der Zulieferindustrie, die sich entweder in der Region ‚Erfurt-Jena-Weimar‘ befinden oder sich für das Maßnahmepaket ‚Elektrifizierung der gewerblich zugelassenen Fahrzeuge‘ interessieren, können die Bewerbung unterstützen. Zudem haben wir mit Betrieben der EDAG- oder FRÄGERGruppe sowie BMW, DAIMLER und OPEL in Thüringen Firmen, die mit eigenen Fahrzeugen beziehungsweise Car-Sharing-Konzepten an diesem Markt beteiligt sind. An unserem Branchentag Automotive 2011 konnten wir als Referenten zum Thema ‚CarSharing‘ Jörg Ohlsen, CEO der EDAGGruppe, gewinnen.“ Welche Chancen sehen Sie im Markt der Landtechnik? „Unser Vorstandsvorsitzender Herr Dr. Militzer beschreibt scherzhaft den An-

trieb für einen Traktor als riesiges Getriebe mit 27 Gängen und einem Motor; was nichts anderes heißen soll, als dass es für einen Automobilzulieferer im Bereich Antriebsstrang sehr interessant sein kann, in diesem Marktsegment vertreten zu sein. Hier haben wir bereits Unternehmen wie GPM, MITEC, SAMAG, GEWES, Sedelmayer, FRÄGER und viele andere. Wir sind in diesem Jahr mit einem Gemeinschaftsstand auf der AGRITECHNIKA in Hannover vertreten, wo sich unter anderem die EMITEC mit einem eigenen Messestand bereits wiederholt präsentiert. Unsere Chance besteht darin, dass sich die Kunden neu aufstellen, um dem großen Wachstumspotenzial nachzukommen. Hier können wir als Spezialanbieter in kleineren Mengen aktiv werden.“ Welche Rolle spielen für Thüringen internationale, besonders asiatische Märkte? „Die Automobilindustrie ist jene Branche, die als erste den Herausforderungen von Internationalisierung und Globalisierung ausgesetzt war. Unsere Unternehmen in Thüringen sind daher direkt oder indirekt von den Märkten dieser Welt abhängig. Dabei spielt der asiatische und insbesondere der chinesische Markt eine herausragende Rolle, da dieser Markt bereits größer ist als der amerikanische. In diesem Jahr haben die deutschen Premiumhersteller in einigen Monaten mehr Fahrzeuge in China als in Deutschland verkauft. Und der asiatische Markt wird weiter wachsen, wenn beispielsweise Indien erst richtig erschlossen ist.“ (bo) Das Gespräch führte Chefredakteur Daniel Bormke

Foto: automotive thüringen e.V. (at)

Was ist für Ihre Branche „Neue Mobilität“? „Unter ‚Neue Mobilität‘ verstehen wir eine Vielzahl von Anwendungen, die nicht nur mit einer Standortveränderung verbunden sind. Um nur einige Schlagworte zu nenMichael Lison, Projektmanager und Leiter der Geschäftsnen: Car-Sharing in dem stelle des at Sinne, dass man Fahrzeuge entweder im Rahmen eines Mietverhältnisses oder auch innerhalb genossenschaftlicher Strukturen zur Verfügung stellt; oder auch SmartGrid als Anwendung in der EMobilität, die die intelligente Verbindung und Nutzung der Netze versucht, um Reichweiten und Flexibilität der Elektrofahrzeuge zu verbessern.“


automotive thüringen . 15

Branchentag Automotive 2011 in der Landeshauptstadt Erfurt Thuringian Automotive Industry Day

Themen, die bewegen: Neue Mobilität und Neue Märkte Der Branchentag Automotive 2011 stellte das Thema „Neue Mobilität und Neue Märkte“ in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Eingeladen hatte der automotive thüringen e.V. (at), dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Militzer das Netzwerktreffen erläutert und die Referenten vorstellt:

Foto: MITEC

Elektromobilität ist nicht die einzige Herausforderung für die Zulieferer. Themen wie neue Materialien, Leichtbau, Umweltverträglichkeit, Verschiebung der Märkte in Richtung Asien, die Herausforderungen im Zeitalter der Globalisierung, die notwendige Unter nehmensgröße, Schlüsselfragen der Branche wurden diskutiert. Als ein potentielles Absatzfeld der Automobilzulieferer wurde in diesem Jahr die Landmaschinentechnik vorgestellt. Der Entwicklungschef des Marktführers für Traktoren über 51 PS in Deutschland, Herr Dr. Heribert Reiter (Vice President Engineering AGCO GmbH), referierte über Markt- und Technologietrends für die Landtechnik aus dem Blickwinkel des Unternehmens FENDT. Wie prosperierend sich diese Branche im Markt entwickelt, belegen Zahlen für das Jahr 2011. Der VDMA Landtechnik prognostiziert für dieses Jahr einen Umsatzzuwachs um 1,1 Milliarden Euro auf dann 6,6 Milliarden Euro. Der Umsatz an Traktoren stieg im 1. Quartal 2011 um ein Drittel. Allein in Deutschland verzeichneten die Traktorzulassungen in diesem Zeitraum einen Anstieg um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der aktuelle positive Umsatztrend lässt sich auch am Beispiel des Motorenherstellers DEUTZ aus Köln erläutern. Herr Wilfried Riemann (Senior Vice President DEUTZ AG) konnte bei der Vorstellung seines Unternehmens mit Rekordzahlen aufwarten. Besonders interessant für die Zulieferer war sein Vor trag über die ‚Neugestaltung der Wertschöpfungsketten der DEUTZ AG – Herausforderungen für die Zulie-

ferindustrie‘. Herr Riemann verdeutlichte die Chancen insbesondere für die Unternehmen, die nicht nur auf große Produktionsvolumina ausgerichtet sind, sondern auch ihr Segment in Mittel- und Kleinserien beDr. Michael Militzer Vorstandsvorsitzender autoherrschen und in diesem motive thüringen e.V. (at) Bereich künftig Entwicklungs partnerschaften eingehen wollen. Zukunftsthemen wie Mobilitätskonzepte waren das Thema von Jörg Ohlsen (CEO EDAG GmbH & Co. KGaA) und Jan Maser (Leiter Autofacts Strategy Group PricewaterhouseCoopers AG). Der Geschäftsführer der EDAG, die auch in Thüringen produziert, stellte mit dem Thema ‚Car-Sharing‘ eine innovative Lösung vor, die sich auch mit dem Thema E-Mobilität beschäftigte. Hierzu konnte sich die Branche anhand einer Untersuchung von PWC nicht nur einen Überblick, sondern auch einen Ausblick in die nächsten zehn Jahre verschaffen. Der nunmehr achte Branchentag des ‚automotive thüringen e.V.‘ versammelte die Vertreter der Mitgliedsfirmen erneut in der Landeshauptstadt Erfurt. Die kommenden Herausforderungen wurden erörtert und Wege zur Stabilisierung der Branche beschrieben. So wird sich die Zulieferindustrie aus Thüringen auf einem Gemeinschaftsstand auf der AGRITECHNIKA 2011 in Hannover präsentieren, ein zusätzlicher Ansatz der Stärkung der Branche. !

www.automotive-thueringen.de

New Mobility New Markets The automotive thüringen presents the 2011 automotive industry day, with the centre of attention the subject of ‘New Mobility and New Markets’. The automotive thüringen e.V. ("at") is responsible for the invitations and chairman Dr. Michael Mi litzer goes on to explain the network and introduces the speakers:

The 8th automotive thüringen e.V. industry day, has once again attracted representatives from member companies to Erfurt, the state capital. The challenges to come have been mentioned and ways of stabilising the industry have been described. Electric mobility is not the only challenge facing suppliers, issues as varied as materials, lightweight construction, environmental impact, displacement of the markets towards Asia, the challenges faced in the era of globalisation and the required company size, were discussed. Agricultural machinery was introduced as a potential new market. Dr. Heribert Reiter (Vice President of Engineering AGCO GmbH), the head of development at the market leader for tractors over 51hp spoke about market and technology trends for agricultural machinery from the point of view of the company FENDT. The current positive turnover trend can be illustrated with the example of the engine manufacturer DEUTZ from Cologne. Wilfried Riemann (Senior Vice President DEUTZ AG) was able to quote attractive figures when introducing his company. His presentation on the ‘restructuring of the DEUTZ AG value supply chain – challenges for the supplier industry,’ was of particular interest to suppliers. Another sign of the strength of the sector was the AGRITECHNICA 2011 in Hannover, where the Thuringian supplier industry had a joint stand.


16 . Aus der Forschung

Thüringer Innovationszentrum Mobilität

Regionale, nationale und internationale Kontakte Elektromobilität ist das Zauberwort der Zukunft. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sehen darin eine wegweisende und umweltfreundliche Technologie. Der Wirtschaftsspiegel sprach mit Professor Dr. Klaus Augsburg, Prorektor der Technischen Universität Ilmenau, über ein neues Innovationszentrum an der TU.

Vor wenigen Wochen startete das Thüringer Innovationszentrum Mobilität, kurz: ThIMo. Welche Ziele werden damit verfolgt? „Die Grundidee ist, dass man eine Plattform schafft für Forschungs- und Dienstleistungsprojekte, also letztlich für Unternehmen, damit man Innovationstreiber auf dem Gebiet der Elektromobilität werden kann. Bevor man allerdings eine solche Plattform betreiben kann, braucht man eine Basis. Wir gründen unsere Plattform daher auf eine große Anzahl an Wissenschaftlern der TU Ilmenau. Dazu haben wir ein eigenes Institut gegründet, welches alle Bereiche von der Automation bis zu den Wirtschaftswissenschaften involviert.“ Das heißt, alle Professoren der TU Ilmenau sind in ThIMo involviert? „Etwa ein Drittel aller Professoren. Das sind immerhin dreißig und sie waren schnell begeistert, an diesem Thema mitzuarbeiten. Alle Kollegen haben bereits wissenschaftlich mit der Automotive gearbeitet und sehen natürlich in der Gemeinsamkeit die Chance, auch größere Projekte einzuwerben. Das Potenzial ist groß: Insgesamt arbeiten mehr als 250 Wissenschaftler an ThIMo, rechnet man die Mitarbeiter der Professoren dazu.“ Sie verstehen Wissenschaftler als Fundament des Innovationszentrums? „Das ist die eine Säule. Natürlich brauchen die Unternehmen nicht nur Knowhow-Träger, sondern sie haben in aller Regel – und das ist bei uns in Ilmenau

wirklich gut ausgeprägt – eine sehr gute Ausrüstung. Dieses technische Equipment braucht man heute im technischen Forschungsbereich und es ist sehr teuer. Wir schaffen daher nicht alles neu an, sondern werden die bestehende Technik der Technischen Universiät in den Dienst von ThIMo stellen. Damit sind wir auch schon bei der nächsten wichtigen Säule. Neben Geist, Beton und Stahl braucht es vor allem eines – und das sind Netzwerke. Die haben unsere Wissenschaftler natürlich im Bereich der Wissenschaft und Wirtschaft in Thüringen, aber eben auch deutschlandweit und darüber hinaus. Für Thüringen sind dabei der automotive thüringen e.V., POLYMERMAT, ELMUG und FERMETH wichtig, national bestehen besonders gute Kontakte zum ACOD.“ Inwieweit sind internationale Netzwerke für ThIMo wichtig? „Wir sind ganz klar der Meinung, dass sich ThIMo allein im Freistaat Thüringen nicht nachhaltig entwickeln können wird. Das war auch einer der Gründe meiner USA-Reise mit der Ministerpräsidentin Ende Mai. Wir brauchen internationale Kontakte und wir haben dort den ersten ThIMo-InternationalVertrag unterschrieben. Diese drei Säulen sind es, die die Basis für das Thüringer Innovationszentrum Mobilität bilden. Geformt werden sie durch Projekte des Wirtschaftsministeriums, des Kultusministeriums und der Landesentwicklungsgesellschaft. Erst wenn diese Projekte abgeschlossen sind, werden wir die nötige Plattform haben. Außerdem bereiten wir momentan 15

weitere Projekte aus der Industrie vor und bearbeiten vier ganz konkret.“ Wo werden die Schwerpunkte von ThIMo liegen? „Zum einen natürlich in der Elektrotraktion, aber auch im Bereich Power train, also der Kraftübertragung im Fahrzeug vom Motor bis zum Rad. Außerdem beschäftigen wir uns mit den Verbrennungsmotoren, die uns noch viele Jahre erhalten bleiben werden, aber von Seiten der Wirtschaftlichkeit und der Umweltverträglichkeit noch deutlich verbessert werden müssen. Hier liegt sicherlich noch bis zu 50 Prozent Potenzial der Verbesserung. Der letzte Schwerpunkt liegt im Leichtbau. Das ist auch logisch, denn wenn es um die Konzeption eines Elektroautos geht, dann muss das gesamte Fahrzeug durchdacht werden, nicht nur der Antrieb.“ Wer ist die Zielgruppe von ThIMo? „Das sind vorrangig die Unternehmen in Thüringen. Es gibt eine Vielzahl, die ein spezielles Interesse an diesen Themengebieten hat. Erstens weil sie dort Geld verdienen und zweitens weil sie mehr oder überhaupt einmal Forschung und Entwicklung auf diesen Gebieten brauchen. Wir können also sowohl ergänzend als auch grundsätzlich als Dienstleister für die Unternehmen auftreten.“ Wie wollen Sie all diese Aufgaben bewältigen? „Man könnte natürlich in diesen Bereichen Tausende von Ingenieuren beschäftigen. Sicherlich können wir nicht


Aus der Forschung . 17

Thuringian Innovation Centre for Mobility

Regional, National and International Exposure

Professor Dr. Klaus Augsburg, Prorektor der Technischen Universität Ilmenau

umfassend alle Bereiche abdecken. Deshalb haben wir uns auch auf Teilgebiete konzentriert. Wir suchen uns zum Beispiel Schwerpunkte heraus, die mit neuen Speichermedien zusammen hängen, oder Leistungselektronik und Powertrain. Mechatronik und Maschinenbau sind auch ganz typische Ilmenauer Forschungsfelder. Wir konzentrieren sozusagen unsere Themen auf die für Thüringen relevanten Bereiche, in denen einerseits die Unternehmen tätig sind und in denen auf der anderen Seite traditionell Forschungsschwerpunkte liegen. Über diese Bereiche, in denen wir Alleinstellungsmerkmale aufweisen, wollen wir dann später auch in die Breite gehen.“

Foto: Sascha Uthe/WS

Nun wurde in den vergangenen Wochen viel über Elektromobilität geredet und auch Sie sehen darin einen Schwerpunkt für Thüringens Forschung. Meinen Sie damit einfach das Auto ohne Verbrennungsmotor oder wie definieren Sie als Branchenexperte den Begriff? „Ich verstehe das nicht so eng begrenzt. Für mich bedeutet Elektromobilität Fahrzeuge, die mit elektrischem Hauptantrieb versehen sind, aber das nicht ausschließlich. Also auch hybride Antriebe zählen für mich dazu.“ Halten Sie das Ziel, eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland bis 2020 auf die Straße zu bringen, für realistisch? „Ich halte es für durchaus realistisch, dass die deutsche Fahrzeugindustrie genau die Fahrzeuge herstellt. Die Grundentscheidungen dafür sind getroffen. Die Frage ist allerdings, ob die Fahrzeuge auch gekauft werden. Das liegt wie-

derum an Speicherpreisen und Reichweiten. Hier muss noch viel geforscht werden, weshalb ich glaube, dass zunächst die Hybride eine große Rolle spielen werden.“ Nun hat die Bundesregierung den Atomausstieg bis 2022 beschlossen und es wird wieder vermehrt auf fossile Brennstoffe gesetzt. Ist es da sinnvoll, auch noch mit Elektroautos in großer Menge das System zu belasten? „Ich glaube, dass selbst die eine Million Fahrzeuge nicht den großen Posten darstellen werden. Außerdem wird sich die Kraftwerkssituation in zehn Jahren auch noch ein Stückweit verändern. Insbesondere der Ausbau der regenerativen Energien. Und wenn einmal Elektrofahrzeuge in großer Stückzahl auf dem Markt sind, dann üben sie gleichzeitig die Funktion eines Speicherkraftwerkes aus.“ Wo sehen Sie speziell Thüringen und seine Automotivebranche in Zukunft? „Also ich bezweifle, dass Thüringen das ‚Musterländle‘ der Elektrofahrzeuge in Deutschland wird. Da sind die Kapazitäten – auch finanziell – nicht groß genug. Ich denke eher, dass wir auf den Teilgebieten, die ich eingangs nannte, eine namhafte Rolle spielen werden. Das bedeutet, dass wir insbesondere die kleinen und mittelständischen Unter nehmen befähigen werden, in den neu entstehenden Lieferketten mit zu spielen.“ (rw) Das Interview führte Sascha Uthe

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www.mobilitaet-thueringen.de

Wirtschaftsspiegel spoke with Professor Dr. Klaus Augsburg about a new innovation centre at the Ilmenau University of Technology.

The basic idea behind the Thuringian Innovation Centre for Mobility, ThIMo for short, is that a platform for research and service provision projects, ultimately for the benefit of companies, is established to ensure we become drivers of innovation in the field of electric mobility. Yet before this platform can be launched, a good foundation is required. The platform was started with the support of a large number of scientists from the Ilmenau University of Technology. An impressive thirty professors, were instantly thrilled to be a part of the project. Of course, the companies don't only need experts, they also require world-class facilities. In the modern technical research field, up-to-date technical facilities are imperative, however they are often expensive. Consequently, we are happy to place the University technical facilities at the disposal of ThIMo. We also believe that international contacts and networks are required, to ensure that ThIMo develops sustainably. Naturally, electrical drive systems are a key focal point for ThIMo, but powertrain, that is the transmission of vehicle power between the engine and the wheels, is also an important subject area. Furthermore, we are also involved with the combustion engine, which is going to be with us for a while yet and still needs to be improved considerably in the areas of efficiency and environmental sustainability. The final main emphasis is on lightweight design and construction. Since it is impossible for our research to cover all areas, we have also focused on other sub-concepts. So, for example, we are currently looking to focus on disciplines such as new battery technology, power electronics and powertrain. Mechatronics and mechanical engineering are characteristic research areas in Ilmenau. We are also concentrating on areas relevant to Thuringia, for one focusing on areas in which companies strengths lie and also concentrating on the traditional areas of research in the area. I doubt that Thuringia will become the model state for electric vehicles in Germany. Our capacity and financial constraints count against us. I think that it is much more likely that we will make a substantial contribution within sub-sections of the industry. This means that we will need to empower small and medium sized companies in particular, to ensure they can play their part in the newly created supply chains.


18 . Automotive 2011

Funkwerk AG Kölleda

E-Mobilität in der Stadt

Rückkehr des Kultmopeds

Zuwachsraten ab 2013

Effiziente Fuhrparks

Schwalbe jetzt „elektrifiziert“

Die Funkwerk AG Kölleda berichtet über neue Rahmenverträge mit der Automobilindustrie.

Fachhochschule Erfurt erforscht den effektiven Einsatz von E-Mobilität im städtischen Bereich.

Die Schwalbe kehrt als E-Mobil auf „elektrischen Schwingen“ wieder zurück auf Deutschlands Straßen.

Kölleda. Im ersten Quartal 2011 hat die Funkwerk AG mehrjährige Rahmenaufträge mit führenden Automobil- und Lkw-Herstellern im Volumen von insgesamt annähernd einhundert Millionen Euro im Bereich Automotive Communication abgeschlossen. Die Zeitpunkte der Abrufe und die dann zu liefernden Stückzahlen waren Mitte Mai noch nicht konkret bestimmbar. Jedoch sollen diese Verträge beginnend ab 2013 zu signifikanten Zuwachsraten in diesem Bereich führen. Das in Thüringen ansässige börsennotierte Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem am brandenburgischen Standort Dabendorf mobile Kommunikationssysteme für Fahrzeuge, darunter Signalverstärker, Freisprechanlagen, Telematiksysteme und integrierte Kommunikationslösungen. (em/bo)

Erfurt. Bereits seit 2010 arbeiten die Institute der FH Erfurt gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (TMBLV), der Landeshauptstadt Erfurt, den Stadtwerken Erfurt sowie Siemens zusammen, um den effektiven Einsatz von E-Mobilen zu untersuchen. Um die Aufenthaltsqualität der Stadt zu erhöhen kann E-Mobilität zur CO2-Einsparung beitragen und somit weitere Belastungen wie Lärm-, Schadstoff- und Feinstaubimmissionen verringern. So wurden Einsatzfelder für E-Mobilität im städtischen Bereich unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte identifiziert. Dabei hat sich unter anderem gezeigt, dass etwa 20 Prozent des kommunalen Fuhrparks durch E-Fahrzeuge ersetzt werden könnten, ohne die logistischen Prozesse zu verändern. (br)

Suhl. Die efw-Suhl GmbH bringt die eSchwalbe auf den Markt. Die e-Schwalbe verbindet die Designsprache des Klassikers „Schwalbe“ mit einem leistungsstarken Elektroantriebskonzept. Für ausreichend Reichweite sorgt moderne Akkutechnik. Ein entscheidendes Detail ist hierbei der herausnehmbare Akku. Da gerade in Innenstädten eine Steckdose vor der Haustür oftmals fehlt, kann der Akku der e-Schwalbe zum Laden einfach mitgenommen werden. Somit ist die e-Schwalbe an wirklich jeder Steckdose ladbar. Emissionsfrei, nahezu geräuschlos und flexibel aufladbar wird die e-Schwalbe in den drei Klassen 25 km/h, 45 km/h sowie 80 km/h erhältlich sein. Durch flexible Akkukonfiguratonen können sogar Reichweiten von über 200 Kilometern erreicht werden. (em/bo)

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www.funkwerk-automotive.de

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www.fh-erfurt.de/proTUL

Schuster Group ist führend in der IML-Technologie und seit über zwei Jahrzehnten spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung dekorativer Oberflächen von Kunststoffteilen und Baugruppen. Als einer der wenigen Anbieter wird das gesamte Knowhow von mehreren Technologien in einer Gruppe vereint. Die IML-Technik verbindet eine deko-

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www.e-schwalbe.de

rative Folie und Kunststoffe während des Spritzgussverfahrens. Die PC-, PMMA- oder Polyester-Folien werden im Siebdruck hergestellt. Viele Designvarianten sind somit möglich. Dies erlaubt eine große Auswahl an Grafiken und Farben, einschließlich Metall- und Karbonoptik, Kunst- und fotorealistischen Designs sowie Chrom- und Chamäleoneffekten.


Automotive 2011 . 19

Anzeige: MDC Power GmbH

Schlanke Motorenbauer mit dickem Qualitätsanspruch Am Standort Kölleda laufen Drei- und Vierzylinder-Dieselmotoren vom Band. Die Daimler-Tochter gilt als „Lean“-Musterbetrieb und wurde bereits mehrfach in Benchmark-Studien ausgezeichnet. Zuletzt wurde dem Motorenwerk der Manufacturing Excellence Award für Prozessinnovation verliehen.

Mit wenigen Worten umreißt Dr. Sven Breitschwerdt, Geschäftsführer der MDC Power GmbH seinen Anspruch: „Mit hoch motivierten Mitarbeitern Motoren in Spitzenqualität zu bauen.“ Das Motorenwerk ist eine „schlanke“ Fabrik nach allen Regeln der „Lean Production“-Lehre. Nicht nur die Produktionsstruktur in den Werkhallen, sondern auch die Prozesswelt sind konsequent und transparent gestaltet. Die schlanken administrativen Prozesse werden sogar so diszipliniert gelebt, dass sich E-Mails erübrigen: Kölleda ist eine E-Mail-freie Fabrik. „Wir reden lieber miteinander“, so der Werkleiter. Die Daimler-Tochter MDC Power GmbH mit heute fast 1.000 am Standort Beschäftigten wurde als Joint-Venture mit Mitsubishi Motors gegründet und 2002 aufgebaut. Der thüringische Standort Kölleda gewann die Ausschreibung unter 49 in- und ausländischen Bewerbern. „Wir konnten auf das Beste aus zwei Mutterkonzernen zurückgreifen und hatten dennoch die unternehmerische Freiheit, eine eigene effiziente Unter nehmensstruktur aufzubauen“, erklärt Breitschwerdt. Mittlerweile liefert das Unternehmen Motoren an 20 Kundenwerke auf fünf Kontinenten. MDC Power steht damit weltweit für Qualität und Präzision. Den Qualitätsanspruch der Motorenbauer bemerkt man schon beim Betreten der Produktionshallen: Die Fabrik ist aufgeräumt, der Boden so sauber, dass man fast davon essen kann. Nirgendwo tropfen Schmierstoffe oder Öl aus den Anlagen und in keinem Pausenbereich finden sich gebrauchte Kaffeetassen. „Die Sauberkeit hier im

Dr. Sven Breitschwerdt, Geschäftsführer der MDC Power GmbH Werk ist ein Spiegel dafür, dass unsere Mitarbeiter den Qualitätsanspruch vom Kopf bis in die Fingerspitzen verinnerlicht haben“, bestätigt Breitschwerdt. Jeder Einzelne fühlt sich verantwortlich für Qualität, Sicherheit und Ordnung. „Unsere Flexibilität und die Qualität unserer Produkte sind unsere wichtigsten Standortfaktoren, das ist allen bewusst und entsprechend motiviert ist unsere Mannschaft“, freut sich Breitschwerdt. Zwei Produktreihen stellen die Motorenbauer aktuell her: den VierzylinderDieselmotor OM651 mit nur 4,4 Liter Verbrauch bei einem Drehmoment von 400 Nm in der C-Klasse, 2009 ausgezeichnet als „Engine of the Year“, sowie die Dreizylinder-Dieselmotoren, die

„CO2-Champions“ für den smart fortwo mit einem Emissionswert von 88 Gramm CO2 auf einhundert Kilometer. Im zweiten Halbjahr 2011 wird in dem thüringischen Werk die Produktion einer neuen Motorengeneration mit mechanischer Fertigung sowie die Rumpfund Endmontage anlaufen.

MDC Power GmbH Rudolf-Caracciola-Straße 1, D-99625 Kölleda Tel.: +49 (0) 3635 - 6010 E-Mail: info@mdc-power.com Internet: www.mdc-power.com


20 . Automotive 2011

Bündelung der Kompetenzen in den Bereichen Leichtbau, Antrieb und Elektrochemie

Bewerbung um ein Schaufenster als Modellregion Elektromobilität Ende September wird sich Thüringen als „Modellregion“ im Rahmen des Bundesprogramms Elektromobilität bewerben. Diese Netzwerkbildung geschieht entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also auch der Unterstützung und Beteiligung der Thüringer Wirtschaft. Mit der Bewerbung will die Landesregierung einen neuen Schwerpunkt für den Wirtschaftsstandort Thüringen setzen.

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig

Thüringen soll das energieeffizienteste Bundesland werden. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht

„Unser Regierungsprogramm bündelt unsere Aktivitäten in diesem Bereich für die kommenden Jahre. Der Staat setzt die Rahmenbedingungen, die Entwicklung der Elektromobilität liegt in der Hand der Wirtschaft. Der beste Treiber für Innovationen ist immer noch der Wettbewerb“, so erklärt Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler das Anliegen der bundesweiten Ausschreibung. Die „Nationale Plattform Elektromobilität“ wird im Herbst 2011 Modellregionen auswählen, um neue Erkenntnisse über die Elektromobilität zu gewinnen, Wirtschafts- und Forschungsaktivitäten zu bündeln und Entwicklungen praxisorientiert zu demonstrieren. „Dabei werden sich vor allem

urbane Zentren wie München, Stuttgart und das Ruhrgebiet bewerben“, konstatiert Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig. „Wir brauchen aber auch Regionen mit ländlichen Strukturen und städtischen Verdichtungsräumen wie Thüringen, die repräsentativ für einen Großteil des Landes und die Bevölkerungsstrukturen sind.“ Thüringens Verkehrsminister Christian Carius unterstützt Machnig und ergänzt: „Wir haben mit unseren Strukturen gegenüber den Mitbewerbern ein Alleinstellungsmerkmal mit der Berücksichtigung der Bedingungen auch im ländlichen Raum.“ Alle bisherigen Modellregionen weisen lediglich den Charakter von Metropolregionen auf. Mit

„Unser Land soll das energieeffizienteste Bundesland werden!“, das betonte auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht vor wenigen Wochen zum Abschluss des Thüringer Energiegipfels in Weimar. Nach den Worten der Ministerpräsidentin setzt sich Thüringen ambitionierte Ziele, die aber realisierbar seien. So wird im Freistaat ein Anteil der erneuerbaren Energien am Nettostromverbrauch bis 2020 von 45 Prozent angestrebt. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch soll 30 Prozent bis 2020 erreichen. Zur Umsetzung dieser hoch gesteckten Ziele bedarf es eben auch neuer Technologien zur Umsetzung von Energieeffizienz und klimafreundlichen Nutzung der erneuerbaren Energien. Da liegt es nur allzu nahe, dass sich auch für die Automobil- und Zulieferwirtschaft ganz neue Herausforderungen stellen: „Für den Automobilstandort Thüringen ist die Elektromobilität ein industriepolitisches Schlüsselprojekt“, erklärt Machnig. Im Jahr 2030 werden nach einer durch sein Haus beauftragte Studie der Unternehmensberatung McKinsey, weltweit rund 460 Milliarden Euro in diesem Bereich umgesetzt. „Um uns davon eine dicke Scheibe abzuschneiden, müssen in Thüringen vorhandene Kompetenzen

Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

Für den Automobilstandort Thüringen ist Elektromobilität ein industriepolitisches Schlüsselprojekt.

dem Aufbau von den ausgeschriebenen Schaufenstern und der Entwicklung von technischen Leuchtturmprojekten sollen Innovationen etabliert werden, die Synergieeffekte aus Wirtschaft und Wissenschaft liefern. Letztlich soll damit die Technologieführerschaft der Bundesrepublik gesichert werden.


Automotive 2011 . 21

Der Staat setzt die Rahmenbedingungen, die Entwicklung der Elektromobilität liegt in der Hand der Wirtschaft. Der beste Treiber für Innovationen ist immer noch der Wettbewerb.

Thuringia in the running for a federal project

Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie

in den Bereichen Leichtbau, Antrieb und Elektrochemie gebündelt werden.“ Machnig forderte Anfang Juni auf dem ersten Thüringer Gipfel der Elektromobilität zum gemeinsamen Schulterschluss aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf, mit dem Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Elektromobilität als Schlüsseltechnologie für die Zukunft zu begreifen. Dabei gehe es eben nicht nur um die reine Entwicklung eines Elektromobils, sondern der Betrachtung der gesamten Wirtschaftskette, von Energieanbietern, Infrastrukturunternehmen und der Steigerung der mobilen Effizienz durch Weiterentwicklung von Speichermedien, Hybridmodellen und der Anpassung der Verkehrssysteme. Insgesamt können, so die McKinsey-Studie, in der Modellregion Thüringen innerhalb von drei bis fünf Jahren 19.000 bis 38.000 Personen elektrisch fahren. Die Koordination für solche Projekte wie auch das geplante Schaufenster-Projekt „Modellregion Thüringen“ wird künftig die Thüringer Energie- und GreenTech-

Electric Mobility Model Region

Agentur (ThEGA) übernehmen. „Eines der Bewertungskriterien für die Schaufenster wird ein belastbares – auch finanzielles – Engagement der Beteiligten vor Ort sein: Das heißt ein angemessener Mittel- und Fahrzeugeinsatz der Industrie und die Bereitschaft der Kommunen, neue Rahmenbedingungen zu schaffen“, erläutert Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Anforderungen. Dabei sollen, so Ramsauer weiter, mittelständische Unternehmen, die oft besonders innovative Ansätze verfolgen, angemessen berücksichtigt werden. Und; Mobilität soll auch bezahlbar bleiben. „Dazu müssen die Fahrzeuge insbesondere hinsichtlich ihrer Reichweite weiter entwickelt und die technische Infrastruktur zügig vorangetrieben werden“, betont Landeskollege Carius und schafft erste Tatsachen. In seinem Haus wird derzeit der Einsatz eines Elektrofahrzeuges für den Kurierbetrieb erprobt und bis Ende des Jahres 2011 sollen bis zu zwölf Stromtankstellen allein in der Landeshauptstadt Erfurt entstehen. (bo)

The “National Electric Mobility Platform” is to select model regions in Autumn 2011, in order to gain an insight into electric mobility, to pool economic and research activities and to demonstrate new developments in a practical way. The FreeState of Thuringia will also be in contention.

“Mainly urban centres such as, Munich, Stuttgart and the Ruhr area will apply”, stated the Thuringia finance minister Matthias Machnig. “Yet we also need rural regions with town landscapes like Thuringia, which are representative of the vast majority of this country and its population”. Christian Carius, the transport minister for Thuringia supports Machnig and adds: “Compared to the competition, our unique selling point is that we are able to take the conditions into consideration in a rural setting”. Until now, all model regions have had the character of a big metropolitan area.

Antriebstechnologien

Foto: Clemens Bilan/dapd, Grafik: VDA

Klimafreundliche Mobilität wird auf absehbare Zeit durch verschiedene Antriebstechnologien ermöglicht

Verbrennungsmotor Diesel- und Ottomotoren werden auch in Zukunft weiter optimiert. Ihr Effizienzpotenzial ist noch nicht ausgeschöpft.

Hybrid In Hybridfahrzeugen kommen Elektround Verbrennungsmotor zum Einsatz. Eine Batterie wird beim Fahren über den Motor aufgeladen. Sie dient auch zur Speicherung von Bremsenergie.

Plug-in-Hybrid Der Stromspeicher in Plug-in-Hybriden kann zusätzlich über das Stromnetz aufgeladen werden. Auch hier dient die Batterie als Speicher von Bremsenergie.

Range Extended Electric Vehicle Bei Bedarf erzeugt z.B. ein Verbrennungsmotor mittels eines Generators Strom für den Elektromotor. Die Reichweite wird somit deutlich verlängert.

Batteriebetriebenes Fahrzeug Die Energie für den Antrieb kommt ausschließlich aus der Batterie. Diese wird über das Stromnetz aufgeladen.

Brennstoffzellenfahrzeug Die Stromerzeugung für den Elektromotor geschieht direkt an Bord. In der Brennstoffzelle wird die chemische Energie von Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt.

“Electric mobility is a key project for the Thuringian automotive industry”, explains Machnig. According to a study commissioned by his office and carried out by the McKinsey management consultants, by the year 2030, the sector will be worth an estimated 460 billion Euros a year. At the beginning of July at the first Thuringian Electric Mobility Summit, Machnig called for solidarity from private enterprises, politics and academia. Again according to the McKinsey study, between 19000 and 38000 people could be driving electric cars within the next three to five years. The coordination of similar projects in the future, such as the planned showcase project ‘Model Region Thuringia’, is to be managed by the Thuringian Energy and Greentech Agency (ThEGA).


22 . Automotive 2011

Anzeige: LINDIG Fördertechnik GmbH

Optimierter Transportfluss mit Linde Für mehr Effizienz im innerbetrieblichen Materialfluss bietet die LINDIG Förder technik GmbH nun den neuen Logistikzug von Linde MH an.

LINDIG Fördertechnik GmbH Am Marktrasen 1, D-99819 Krauthausen Tel.: +49 (0) 3691 - 6929 0 E-Mail: info@lindig.com Internet: www.lindig.com

Mit diesem können höhere Umschlagsleistungen und größere Transportvolumen erreicht werden. Durch die Versorgung mehrerer Materialbehälter sinkt die Zahl der innerbetrieblichen Fahrten und somit auch die Zahl der benötigten Fahrzeuge und Bediener. Der neue Logistikzug ist durch seinen kleinen Wenderadius extra für schmale Arbeitsgänge konzipiert. Gerade im Automobilzuliefersektor sind optimierte Materialflüsse von Bedeutung. Die LINDIG GmbH berät Sie hierbei von der Planungsphase bis zur Umsetzung. Partner der Automobilzulieferer für den innerbetrieblichen Materialfluss und Zugangstechnik aus einer Hand!

LINDIG ist ein Familienunternehmen in vierter Generation und seit 1989 Ver triebspartner von Linde Material Handling. LINDIG ist heute Marktführer in der Region Thüringen. Den Kunden stehen Linde Neufahrzeuge und ein großes Gebrauchtstaplerangebot zur Ver fügung. Weiterer Schwerpunkt ist der deutschlandweite Arbeitsbühnenmietservice im Verbund mit über 7.500 Maschinen. LINDIG zählt über 170 Mitarbeiter an sechs Standorten in Eisenach (Stammsitz), Erfurt, Göttingen, Kassel, Suhl und Wernigerode, davon sind über 50 Servicetechniker direkt beim Kunden vor Ort unterwegs.


Automotive 2011 . 23

Anzeige: ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH

Vielfalt der Kunststoffe Seit fast 20 Jahren ist ModellTechnik Rapid Prototyping in Waltershausen als Entwicklungsdienstleister tätig.

Beginnend mit den revolutionierenden Verfahren des Rapid Prototypings, der Herstellung von Modellen und Abgüssen aus Ersatzwerkstoffen, bis hin zu den unterschiedlichsten Modellbauverfahren reicht hier die Palette. Getrieben von den unterschiedlichsten Forderungen des Marktes entwickelte sich das Unternehmen stetig weiter. Waren zu Beginn einfache Lösungen verschiedenster Bauteile zu erstellen, wurde dies jedoch durch neue Materialen und Technologien im Mix der Anwendungen immer komplexer. Heute verfügt das Unternehmen neben zahlreichen Systemen des Rapid Prototypings auch über viele Techniken des Modellbaus wie das Laminieren, Tiefziehen und

RIM-Technologien. Auch sind große Strukturteile und geschäumte Bauteile mit entsprechenden Gießhautober flächen und hinterschäumte Folien kaschiert möglich. In den letzten Jahren wurde der Werkzeug- und Formenbau komplett neu aufgestellt. Nun können auch Prototypen aus Aluminium-Werkzeugen sowie Kleinserienteile produziert werden. Lösungen aus Serienmaterial in Serientechnologien stehen dem Kunden bereits in ersten Stepps testfähig zur Verfügung.

ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH Ziegeleistraße 3b, D-99880 Waltershausen Tel.: +49 (0) 3622 - 4424 0 E-Mail: info@modelltechnik.de Internet: www.modelltechnik.de

Anzeige: MB Autodesign & Werbung GmbH

Kleben ist unser Leben Schon seit 1991 bietet MB Autodesign & Werbung aus Gotha überzeugende Leistungen auf den Gebieten Folienverarbeitung und Werbung. Als Full-Service-Werbeagentur bietet das Unternehmen seinen Kunden eine exklusive Begleitung an.

Vom Entwurf der Werbeidee bis zur kompletten Realisierung. Dabei wird gern auf die langjährige Erfahrung beim Einsatz von Hochleistungsfolien verwiesen, die fast jedem Anspruch gerecht werden.

MB Autodesign & Werbung GmbH Harjesstraße 27, D-99867 Gotha Tel.: +49 (0) 3621 - 758840 E-Mail: info@mb-autodesign.de Internet: www.kleben-ist-unser-leben.com

Das Spezialgebiet von MB Autodesign liegt in der Gestaltung und Beschriftung von Bussen, PKWs, LKWs, Straßenbahnen, Leuchtreklamen wie auch Fassaden und Wegeleitsystemen. Ganze Lastzüge oder nur deren Planen können mit verschiedensten Designs bedruckt und beschriftet werden. Durch ein digitales Druckverfahren werden ganze Fahrzeuge komplett in Bilder eingepackt. Ein Beispiel dafür sind Taxis, die

ursprünglich gar nicht beige sind. Die Fahrzeuge werden komplett mit einer speziellen beigefarbenen Folie beklebt. Diese ist auch nach Jahren problemlos und rückstandsfrei zu entfernen. Das Gleiche gilt natürlich für jedes andere Firmen- und Dienstfahrzeug. Ein Rundumschutz für Fahrzeuge macht dann Sinn, wenn das Auto starker Beanspruchung unterliegt. So werden am Kotflügel und am Außenschweller kaum sichtbar Folien verklebt. Der Nutzen ist schnell erklärt: Besonders beanspruchte Lackregionen wie Einstiege oder Türgriffmulden können so vor Kratzern durch Fingernägel und Schuhe geschützt werden.


24 . Automotive 2011

Anzeige: ContiTech Fluid Automotive GmbH Werk Air Condition

Schlauchentwicklung für Einsatz eines neues Kältemittels Der Weg der Automobilindustrie in Richtung umweltfreundliche Klimaanlagen ist bereitet. Die gestiegenen Anforderungen an Druck- und Temperaturbeständigkeit erfordern neuartige Schlauchkonstruktionen, die jetzt vorliegen. Bei der Entwicklung neuer Kältemittelschläuche mussten bei ContiTech Fluid Automotive komplett neue Wege beschritten werden, die auch die Errichtung einer neuen Produktionslinie erforderten.

Mit unserem Kältemittelschlauch werden wir allen Anforderungen der Kunden aus dem Automobilbau gerecht. Werkleiter Rene Kling, Air Condition Waltershausen

ContiTech Fluid Automotive GmbH Werk Air Condition Gothaer Straße 4–6, D-99880 Waltershausen Tel.: +49 (0) 3622 - 633572 E-Mail: rene.kling@fluid.contitech.de Internet: www.ac.hoses.de

Die ContiTech Fluid Automotive aus Waltershausen hat eine neue ECO-Kältemittelschlauchfertigung in Betrieb genommen. Die neuen Lösungen von ContiTech Fluid Automotive GmbH steigern dabei die Effizienz von Fahrzeugklimaanlagen bei gleichzeitiger Reduzierung der Kältemittelmenge und des Gewichtes. Daher bietet das neue Kältemittelkreislaufsystem ECO-AC ein enormes Optimierungspotenzial für alle Klimaanlagen: Das reicht von der Leistungsverbesser ung über die Verbrauchsreduzierung durch weniger Druckverluste und Konstruktionsverbesserungen bis hin zu einem geringeren Kältemitteleinsatz und Gewichtsersparnissen.

Rund fünf Prozent mehr Effizienz verspricht schon der Einsatz des von ContiTech entwickelten inneren Wär metauschers (IWT). Dieser kühlt durch einen einfachen Thermodynamischen Effekt das Kältemittel weiter herunter, ohne dass zusätzliche Energie verbraucht wird. Neben einer leitungsintegrierten Lösung steht mit ECO Compact XR auch eine kompakte und kostengünstige IWT-Alternative zur Verfügung. Die ContiTech Fluid Automotive GmbH verfügt als Spezialist für Kältemittelschläuche über Freigaben bei führenden Leitungsherstellern weltweit und ist Partner internationaler Automobilhersteller.


Automotive 2011 . 25

Anzeige: ContiTech Fluid Automotive GmbH Betrieb Krümmer

ContiTech Fluid Automotive baut die Kunststofffertigung aus Kunststoff ist Zukunft. Die ContiTech Fluid Automotive GmbH hat das erkannt und baut am Standort Waltershausen die Kunststofffertigung weiter aus. Vor einem Jahr wurde die Blasformtechnik eingeweiht, in diesen Tagen gehen zwei Extrusionslinien an den Start. Damit ist – dank des unermüdlichen Einsatzes eines kleinen Projektteams – ein neues, hochmodernes Kompetenzzentrum geschaffen worden.

Vollkommene Stille in der Halle, auf den Lippen der Anwesenden ein breites Lächeln. Projektleiter Charles Bavoux erinnert sich noch gut an den Moment, als in Waltershausen die ersten Kunststoffteile für Ladeluftleitungen vom Band liefen: „Wir waren alle unglaublich stolz. Es steckt viel Herzblut in dem Projekt und bis zum Start mussten wir viele Hürden nehmen. Am Ende aber wurden unsere Erwartungen übertroffen.“ Heute, gut ein Jahr später, beginnt die Blasformtechnik auf Hochtouren zu laufen – nachdem sich zunächst einige Projekte nach hinten verschoben und so für freie Kapazitäten gesorgt haben. „Uns erreicht momentan eine wahre Auftragsflut, wir starten Projekte mit Ford, BMW, Chrysler und RenaultSamsung“, sagt Bavoux. Ende September wird daher eine zweite Maschine installiert, im November folgt die dritte, auf der Resonatoren zur Schalldämpfung gefertigt werden sollen. Mit dem Start der zwei Extrusionslinien für filigrane Glatt- und Wellrohre vereint das Werk in Waltershausen nun fast alle Arten der Kunststoffverarbeitung unter einem Dach. Der letzte Schritt, eine Investition im sechsstelligen Bereich in die Spritzgußtechnik für die Entwicklung und Produktion von Anbauteilen, ist 2012 denkbar. Die Vorteile für die Kunden sind enorm. Indem ContiTech seinen Anteil an der Wertschöpfungskette erhöht und Teile selbst fertigt, die vorher zugekauft wurden, erhält der Kunde ein ganzes System aus einer Hand. Damit einher geht eine bessere Qualitätssicherung und einfacheres Projektmanagement.

Der Werkleiter der ContiTech Fluid Automotive GmbH in Waltershausen, Uwe Poddey, meint dazu: „Dass der Einstieg von ContiTech Fluid Automotive in die komplett neue Technologie Kunststofffertigung an unserem Standort erfolgt ist, zeigt großes Ver trauen und ist eine riesige Auszeichnung für uns. Die Investition signalisiert, dass langfristig mit unserem Standort gerechnet wird. Das ist auch ein wichtiges Zeichen für unsere Mitarbeiter.“ Ein Projekt solcher Größenordnung kann nur erfolgreich sein, wenn es gemeinsam geschultert wird. Bavoux hat sich kompetente Mitstreiter von den Standorten Hamburg, Hann. Münden und Waltershausen ins Boot geholt. „Jeder in unserem achtköpfigen Team hat unser Vorhaben mit seinem speziellen Wissen Schritt für Schritt vorangebracht“, betont er. Vom Lastenheft über Fragen zur industriellen Wirtschaftlichkeit, von der Kalkulation und Konstruktion bis hin schließlich zur Installation und Inbetriebnahme der Maschinen – das Team hat alles ohne externen Dienstleister selbst gewuppt. „Dabei haben wir uns auf völlig unbekanntem Terrain bewegt“, sagt Projektleiter Bavoux. Dass am Ende das Budget trotzdem nicht überzogen wurde, ist auch dem Zentraleinkauf zu verdanken. „Die Kollegen haben gut verhandelt und uns Luft verschafft.“ Zweieinhalb Jahre sind seit dem Projektstart vergangen und die Schwierigkeiten sind fast vergessen. Die Freude überwiegt – und der Stolz auf das Erreichte.

Herr Reichenbach (l.), Leiter Profitcenter Kunststofffer tigung und Herr Kolke (r.), Prozesstechniker

Die Investition signalisiert, dass langfristig mit unserem Standort gerechnet wird. Das ist auch ein sehr wichtiges Zeichen für unsere Mitarbeiter. Werkleiter Uwe Poddey, ContiTech Fluid Automotive GmbH

ContiTech Fluid Automotive GmbH Betrieb Krümmer Eisenacher Landstraße 70, D-99880 Waltershausen Tel.: +49 (0) 3622 - 633604 E-Mail: info@fluid.contitech.de Internet: www.conti-online.com


26 . Automotive 2011

Elektromobilität ist die Zukunftschance für Thüringens Zulieferindustrie

Mittelständler als Ideengeber für Elektromobilität Anlässlich des ersten Tages der Elektromobilität am 9. Juni haben sich Branchenvertreter und Wirtschaftspolitik zusammengefunden, um über Pläne und Ausrichtung der Elektromobilität in Thüringen zu beraten. Der Wirtschaftsspiegel traf Dirk Fräger, geschäftsführender Gesellschafter der FRÄGER Gruppe, der die Pläne für den Mittelstand als zukunftsweisend bewertet und es begrüßt, den Freistaat als Modellregion zu entwickeln.

mobilität an sich oder besser um rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. Wir werden in Zukunft die Fahrzeuge, die wir in den Markt bringen, neu motorisieren müssen. Man muss das gesamte Thema ganzheitlich betrachten. Das heißt, es wird im Bereich der Antriebstechnik neue Verkehrsmodelle geben. Für die Langstrecke wird es weiterhin Verbrennungsmotoren, für den Kurzund Nahbereich wird es den Elektromotor geben. Das sind die Anforderungen, denen wir uns stellen wollen.“

Thuringia Supplier Industry

Electric Mobility Inspiration Dirk Fräger, the managing director of the Fräger Group, and his company have developed drive systems for electric vehicles, amongst various other things. With the possibility of Thuringia being named the Electric Mobility Model Region, he sees a huge opportunity for medium sized companies involved in the supplier industry to do well in the markets of the future:

Die FRÄGER Gruppe beschäftigt sich seit Längerem mit Elektromobilität. Sehen Sie Bedarf für ein Thüringer Netzwerk? „Zunächst einmal sind wir ein Thüringer Unternehmen und als Automobilzulieferer grundsätzlich interessiert am Thema Elektromobilität. Wir stellen die ersten eigenen Prototypen – später auch in Serienfertigung – von Elektroantrieben her. Damit sind wir einer der maßgeblichen Ideengeber für die Elektromobilität. Daher haben wir natürlich ein starkes Interesse, an den Themen im Freistaat mitzuwirken.“ Wie beurteilen Sie denn das Potenzial für Thüringen beim Thema Elektromobilität? „Es geht letztlich nicht nur um Elektro-

Sie selbst bauen ein Elektrofahrzeug, den Stromos. Spielen Sie dadurch künftig im Markt der OEM´s mit? „Wir sind kein OEM. Das muss man klar sagen. Wir sehen uns als Marktvorbereiter. Das hat natürlich Aufmerksamkeit erregt und man hat uns mehrfach die Partnerschaft angeboten. So entwickeln wir heute schon mit drei OEM´s als Dienstleister nach nur eineinhalb Jahren. Das ist auch eine Chance, wie ein Zulieferer vom klassischen Geschäft wegkommt. Und wir haben uns unsere Entwicklungen patentieren lassen. Auch das ist wichtig, um auch künftig international auf dem Markt zu bestehen und sich nachhaltige Aufträge im Tear1-Sektor zu sichern.“ (rw) Das Gespräch führte Chefredakteur Daniel Bormke

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www.german-e-cars.de

Foto: Sascha Uthe/WS

“In the future, if we are to comply with any prospective EU regulations, we are going to have to come up with a new drive system for vehicles that come onto the market. This means there will be a new transport model in the field of drive technology. For long distance journeys the standard combustion engine will continue to be used, whilst for shorter journeys the electric motor will dominate. These are the demands with which we are confronted. Although our company is not an OEM, we still see ourselves as preparing the market. This has naturally attracted considerable attention and partnerships have been offered to us on numerous occasions. As a result we are now working with three OEM's as a service provider. This is an opportunity for us to move away from our traditional supplier business. This is particularly important to be able to survive on the international market in the future and to be able to attract orders from the tier-1 sector in the long-term.”

Halten Sie das Programm „eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020“ für realistisch? „Ich persönlich halte das Ziel für nicht ambitioniert genug. Aber wenn wir es schaffen sollten, dann haben wir in Deutschland wirklich was bewegt.“


Automotive 2011 . 27

Anzeige: CE-LAB GmbH CE-LAB GmbH

CE-LAB prüft KFZ-Elektronikkomponeten Dank des Einsatzes elektronischer Komponenten wie ABS und ESP ist die Sicherheit moderner Kraftfahrzeuge in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile ist der Elektronikanteil an der Wertschöpfung der Fahrzeuge auf bis zu 40 Prozent gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen.

Der Einsatz der Elektronik birgt aber auch zusätzliche Risiken. Neben der Zuverlässigkeit ist die Sicherstellung der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) eine wesentliche Aufgabe im Entwicklungsprozess. Dabei geht es um die ungewollte Abstrahlung von hochfrequenten Störungen aus den Baugruppen und die Störfestigkeit der Geräte im KFZ-typischen Umfeld. Die CE-LAB GmbH betreibt in Ilmenau ein von der DAkkS nach EN/ISO 17025 akkreditiertes und vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) benanntes Prüflabor zum Nachweis der EMV-Eigenschaften von KFZ und deren Komponenten. Auf einer Laborfläche von 1.000 Quadratmetern können EMV-Prüfungen nach EU-Richtlinien, OEM-Spezifikationen sowie Entstörmaßnahmen durchgeführt werden. Damit kann die CE-LAB GmbH Prüfungen für das Prüfgebiet (Elektrik/Elektronik) mit den Prüfumfängen Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und Fahrzeugsicherheit nach folgenden Prüfverfahren anbieten: EU-Richtlinie 72/245/EWG (KFZ) EU-Richtlinie 2009/64/EG (lof) EU-Richtlinie 97/24/EG (Kap. 8) UN-ECE-Regel R10 (KFZ-EUB) UN-ECE-Regel R100 (E-KFZ) EMV-Richtlinie 2004/108/EG Die CE-LAB GmbH betreut Hersteller bei der Durchführung von Typgenehmigungsverfahren für die e1/E1-Kennzeichnung gemäß oben genannter Richtlinien. Zu den Kunden gehören Entwickler von elektronischen Komponenten für OEM-Kunden oder den

Testing of electronic components Due to the introduction of modern electronic components such as ABS and ESP, the safety of modern vehicles has increased considerably in recent years. Today, the share of electronics in the net value of cars amounts to 40 percent. An end to this trend is not anticipated. Nevertheless, the use of electronics also poses risks. Apart from reliability, ensuring electromagnetic compatibility (EMC) is a fundamental task of the development process. One of the objectives is to reduce undesirable high frequency emissions from sub-assemblies and interference resistance of the equipment in a surrounding typical for vehicles.

EMV-Prüfzentrum

DAT-P-209/05-00 KBA-P 00079-06

Nachrüstmarkt. Die CELAB GmbH ist durch die Mitarbeit in Fachgremien aktiv an der Ausarbeitung von EMV-Normen beteiligt und kann dadurch schon frühzeitig auf kommende Anforder ungen hinweisen und reagieren.

CE-LAB operates a test laboratory in Ilmenau for the detection of vehicle EMC characteristics and their components, which is accredited by DATech and the Federal Motor Transport Authority (Kraftfahrt-Bundesamt) according to EN/ISO 17025. In a lab area of 1000 sqm, EMC tests according to EU guide lines, OEM specifications as well as fault clearances can be accomplished.

Die CE-LAB GmbH hat einen EMVArbeitskreis initiiert, der im Rahmen des VDE Bezirksvereins Thüringens durchgeführt wird und allen interessierten Entwicklern offen steht.

CE-LAB supervises manufacturers with reference to the implementation of type-approval procedures for the e1/E1 qualification, in accordance with the abovemen tioned standards. Customers include developers of electronic components for OEMs or the aftermarket. The company also actively participates in the development of EMC norms through collaboration in specialist committees and as a result is able to predict and then pre-emptively react to future requirements.

CE-LAB GmbH Am Hammergrund 1, D-98693 Ilmenau Tel.: +49 (0) 36 77 - 64 79 80 E-Mail: info@ce-lab.de Internet: www.ce-lab.de

CE-LAB GmbH has also initiated an EMC work group, within the scope of the VDE (Association for Electrical Electronic & Information Technologies) Thuringia and is open to all interested developers.


28 . Automotive 2011

Anzeige: REGE Motorenteile GmbH

Regionale Stärke durch die Förderung der Menschen … In diesem Jahr hat die REGE ihr 15-jähriges Jubiläum am Standort Eisenach feiern dürfen - ein Grund mehr für uns, eine Momentaufnahme zur Bedeutung unseres Unternehmens für die Region einzufangen und den Blick in die Zukunft zu richten. Wie viele andere Automobilzulieferer standen auch wir im Jahr 2009 vor der bedeutenden Frage, wie wir unser Unternehmen krisensicherer und widerstandsfähiger gegenüber den Kräften des automotiven Marktes gestalten können. Es war der richtige Zeitpunkt, viele verschiedene Wege zu hinterfragen und sich dabei auf seine eigene Stärke zu berufen. Als Spezialist in der Zerspanung und Montage von komplexen Bauteilen haben wir uns seit jeher auch Herausforderungen aus anderen Branchen gestellt. Wir verstanden und verstehen uns als Dienstleister für unsere Kunden, der mehr als nur das reine Kerngeschäft abbildet. REGE bietet mehr - wir organisieren und verantworten die gesamte Supply-Chain für unsere Kunden und können dabei auf ein Netzwerk zurückgreifen, was die gesamte Welt der Vormaterialien und Dienstleistungen abdeckt. Zusammen mit dem Gründungsstandort Witzenhausen in Nordhessen können wir seit 25 Jahren vom Aluminiumgussteil aus den größten Druckgussmaschinen Europas bis zum elektronischen Druckregelsensor für komplexe Common-Rail Technologie sämtliche Warenströme kontrollieren und sourcen. Unter anderem mit dieser Stärke konnten wir im Jahr 2010 in eine auch für uns neue Branche eintreten – der Solarindustrie. Mit dem Weltmarktführer von Solarwechselrichtergehäusen hat die REGE einen Kunden akquirieren können, der vor allem auf zuverlässige Lieferanten angewiesen ist, die das enorme Wachstum an dem Markt und die branchenübliche Volantilität abfangen können. Für diesen Kunden musste unsere gesamte Performance nochmals gesteigert werden - von der Auslegung der Druckgusswerkzeuge bis hin zum Inhouse-Pulverbeschichten sind alle Prozessbestandteile unter der Führung von REGE angesiedelt. Dies ermöglicht kurze

Reaktionszeiten und eine zuverlässige Lieferkette, die dem Kunden letztendlich den entscheidenden Marktvorteil bringen kann. Diese umfangreichen Servicedienstleistungen sind von uns nur zu erbringen, weil wir seit jeher auf erfahrenes und hervorragend ausgebildetes Personal setzen können. Die Demographie veranlasst uns aber auch hier zu weiteren Schritten: Der Fokus auf die eigene Ausbildung, das Fordern und Fördern der eigenen Leute sowie der Aufbau einer Managementstruktur, die auf Wachstum von Innen heraus setzt, sind die aktuellen Themen, die uns beschäftigen. Wir werden an unserem Standort Hörselberg die Anzahl der im Werk auszubildenden Nachwuchskräfte noch in diesem Jahr um 50 Prozent steigern, in unserem Werk Witzenhausen gar vervierfachen. Wir setzen bewusst auf die Förderung unserer eigenen Auszubildenden auch nach erfolgreichem Abschluss und begleiten sie auf dem weiteren Berufsweg. Wir führen fachspezifische Weiterbildungsmaßnahmen genauso durch und unterstützen berufsbegleitende Studiengänge durch unsere flexible Arbeitsplatz- und zeitgestaltung. Wir denken, dass ein zielgerichtetes Anwerben von Young Professionals, die in ihre heimatliche Umgebung nach erfolgreichem Studium zurückkehren wollen, genauso zur Integrität beiträgt wie die sukzessive Investition in den eigenen Nachwuchs. Zahlreiche Partnerschaften mit Hochschulen (wie zum Beispiel der FH Schmalkalden) und weiterführenden Schulen (wie zum Beispiel der Berufsakademie Eisenach) für berufsbegleitende Maßnahmen zeigen, dass REGE die demographische Entwicklung erkannt hat und in Zukunft das notwendige Wachstum des eigenen Unternehmens gemeinsam mit gut ausgebildetem Personal realisieren wird. Für die Region sehen wir es als Chance, mit guten Ausbildungsprogrammen und attraktiven Standortfaktoren wie zum Beispiel einer hervorragenden Infrastruktur sowie einem hohen Freizeitwert die Grundlage für zukünftiges Wirtschaftswachstum zu schaffen.


Automotive 2011 . 29

Die REGE wird hierbei aktiv unterstützen und auch weiterhin auf die eigenen Stärken vertrauen - wie seinerzeit in der automobilen Krise in 2009. Wir nehmen die demographischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in Westeuropa an und wollen auch weiterhin unsere Produkte von Deutschland aus in die Welt bringen. Mit den besten Technologien und Mitarbeitern werden wir für eine Produktqualität sorgen, die uns den Standort Deutschland auch in Zukunft sichern.

REGE Motorenteile GmbH Industriegebiet Kindel, 99820 Hörselberg/Eisenach Tel: +49 (0) 36920 12-0 E- Mail: info@rege.de Internet: www.rege.de


30 . Aus den Netzwerken

Tenor des 4. ACOD-Kongresses: Mit Innovationen langfristig Wettbewerbsfähigkeit sichern

„Innovationen schaffen, heißt Erfolg sichern“ Unter diesem Motto diskutierten Ende Februar rund 150 Vertreter aus der Automobilbranche, der Zulieferindustrie sowie aus Wissenschaft und Politik Wege zur Stärkung der ostdeutschen Automobilindustrie, unter anderem mit dem damaligen Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, auf dem 4. ACOD-Kongress in Leipzig. Im Fokus standen die Mobilitätsanforderungen der Zukunft und hier insbesondere die Elektromobilität.

forum „Feinstaubarmes Fahrzeug“ Ansätze für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zu diesem Thema entwickelt. Bei der Marktarbeit konzentriert sich der ACOD verstärkt auf Russland. „Wir sehen Chancen, auch in der Zusammenarbeit mit polnischen und türkischen Unternehmen diesen Markt zu erreichen“, so Bülow. Dabei solle nicht allein über das Pkw-Segment nachgedacht werden, sondern ebenso über Bau- und Landmaschinen sowie weitere Nutzfahrzeuge. „Hier sind kleinere Losgrößen gefragt, da können Mittelständler gut dabei sein“, betonte der ACOD-Vorstandsvorsitzende.

Der ehemalige Bundesminister des Innern und Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Länder, Dr. Thomas de Maizière, bescheinigte dem Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD), damit genau das „Gespür für die Themen der Zukunft“ entwickelt zu haben. Mit der Vernetzung beschreite der ACOD den richtigen Pfad, so de Maizière, und verwies auf einen weiteren ostdeutschen Vorteil: die gut ausgebildeten und hoch motivierten Facharbeiter und Ingenieure. Ausländische Investoren nähmen den Standort vor allem über diesen Faktor wahr, gab der Minister Einblick in eine Studie seines Hauses. Er warb dafür, beim Thema Fachkräfte zuerst auf die Potenziale des heimischen Arbeitsmarktes zu setzen und sich hier besonders um die Jugend zu kümmern. Siegfried Bülow, Vorstandsvorsitzender des ACOD e. V., zeigte auf, dass genau diese beiden Themen von Anfang an die Arbeit des Clusters bestimmen: „Langfristige Wettbewerbsfähigkeit erfordert Innovationsfähigkeit. Hier haben wir noch Nachholbedarf. Deshalb generieren wir in den Veranstaltungen unserer Kompetenzcluster Ideen für Innovationen.“ So haben die Akteure in dem kürzlich abgeschlossenen Innovations-

BMW bringt mit project i nicht nur neue, elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit viel Leichtbaupotenzial auf den Markt. Bestandteil ist ebenso ein nachhaltiges Konzept der Fertigung. Im Werk Leipzig ist geplant, für die Produktion des Megacity Vehicles 70 Prozent weniger Wasser und 50 Prozent weniger Energie als in der herkömmlichen Fertigung zu verbrauchen. Die verbleibenden 50 Prozent Energie sollen ausschließlich aus erneuerbaren Quellen kommen. Konventionelle und alternative Antriebsszenarien sind Strategie bei Daimler. Neben der kompletten Modernisierung der Verbrennungsmotoren erfolgt eine Hybridisierung über die gesamte Modellpalette sowie der Ausbau des rein elektrischen Fahrens beziehungsweise Fahrens mit Brennstoffzelle. Kreative Lösungsansätze für das Thema Elektromobilität offerierten außerdem in Ostdeutschland tätige Automotive-Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie die FRÄGER Group, der Batteriespezialist Hoppecke, die BTU Cottbus und die i-vector Innovationsmanagement GmbH. Autorin: Ina Reichel, Freie Journalistin, im Auftrag der ACOD GmbH

Foto: ACOD

Ehemaliger Bundesminister des Innern und Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Länder, Dr. Thomas de Maizière, im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden des ACOD e.V., Siegfried Bülow, dem Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner und dem Geschäftsführer der ACOD GmbH, Dietmar Bacher (v.l.)

Die Auswirkungen neuer Mobilitätsanforderungen auf die Wertschöpfungsanteile von Automobilproduzenten und Zulieferern mit einem zeitlichen Horizont bis 2025 betrachtete Dr. Thomas Schlick von der Roland Berger Strategy Consultants GmbH. Neben der Elektronik als Haupttreiber und dem Bereich Powertrain als Wachstumssegment in allen Märkten entstehe ein neuer Komponentenmarkt beispielsweise bei Leistungselektronik und Elektromotoren. „Hier gibt es erhebliches Potenzial für Zulieferer im Bereich neuer Technologien“, konstatierte Dr. Schlick. Diesen Tenor unterstrichen die Referenten führender Automobilhersteller, welche verschiedene Konzepte für zukünftige Mobilität vorstellten. Opel setzt auf rein elektrisch betriebene Kleinwagen, auf Brennstoffzellenantrieb sowie auf Elektroantrieb mit Range Extender.


Aus den Netzwerken . 31

Tenor of the 4th ACOD Congress: Innovation secures long-term competitiveness

„Innovation Safeguards Future Success“ „Innovation safeguards future success“ - This was the motto discussed at the 4th ACOD congress at the beginning of February. Where 150 representatives of the automotive sector, the supplier industry and the academic and politics communities have been examining ways to strengthen the East German automotive industry, with amongst others, the German Interior Minister Dr. Thomas de Maizière.

The focus was placed on the mobility requirements of the future, in particular electric mobility. The German Interior Minister and government representative of the East German States, Dr. Thomas de Maizière, certified the East German Automotive Cluster (ACOD), so that a „feel for the themes of the future“ has developed. He honoured the Cluster, in existence since 2006, as a „remarkable example“ of the dedication within the East German States. The minister gave an insight into an in-house survey and revealed that foreign investors have particularly taken note of this factor. Siegfried Bülow, the ACOD managing director, pointed out that specifically these two themes have defined the clusters work from the outset: „Long-term competitive requires a capacity for innovation. In this respect, we still have some catching up to do. For this reason we are developing innovative ideas during our Cluster events.“

Dr. Thomas Schlick from the Roland Berger Strategy Consultants has been considering the implications of new mobility demands on the value-added proportion of car manufacturers and suppliers in the time period up until 2025. Alongside the electronics and powertrain sectors as main drivers of growth, new component markets are emerging such as power electronics and electric motors. „There is considerable potential for suppliers working with these new technologies“, stated Dr. Thomas Schlick. A number of automotive companies and research facilities active in East Germany have come up with creative solutions within the electric mobility field such as the FRÄGER Group, the battery specialist Hoppecke, BTU Cottbus and i-vector Innovationsmanagement GmbH.

Anzeige: Innovationstag Thüringen

Thüringen zeigt sich innovativ Innovationen – ein viel gepriesener Schlüssel zum Erfolg. Das lässt sich in Thüringen immer wieder gut am Wettbewerb um den Innovationspreis Thüringen belegen, für den in diesem Jahr einhundert Bewerbungen mit einer großen Bandbreite innovativer Produkte und Dienstleistungen eingingen. Diesen Ideenreichtum zu präsentieren ist Ziel des Innovationstages Thüringen.

Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen Peterstraße 1, D-99084 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 7892350 E-Mail: info@stift-thueringen.de Internet: www.stift-thueringen.de

Am 24. November 2011 dreht es sich auf der Messe Erfurt einen ganzen Tag lang rund um Innovationen: Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentieren aktuelle Entwicklungsergebnisse; Workshops, Fachvorträge und Diskussionsrunden bieten Gelegenheit, sich über neueste Entwicklungen auszutauschen und zahlreiche Berufs- und Studienwahlinformationen richten sich an Schüler und Studierende, um diese für den Technologiestandort Thüringen

zu begeistern. Höhepunkt des Tages ist die Verleihung des XIV. Innovationspreises Thüringen 2011. Jetzt als Aussteller anmelden! Hier können Sie Kontakte knüpfen und vertiefen, mit dem künftigen Fachkräftenachwuchs ins Gespräch kommen und sich über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse informieren. Dieser Tag bietet vielfältige Möglichkeiten und Prof. Werner Bornkessel, Vorstand der STIFT, lädt dazu ein: „Thüringen zeigt sich innovativ – seien auch Sie dabei. Zeigen Sie, was in Ihrem Unternehmen steckt und was Sie zu bieten haben!“ Der Innovationstag Thüringen am 24. November 2011 – ein Termin zum Vormerken. !

www.innovationstag-thueringen.de


32 . Nachhaltigkeit

Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur

Regenerativer Strom sichert die grüne Zukunft Thüringens

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www.thega.de

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www.sinusstrom.com

Kommunen, die den ressourcenschonenden Umgang mit Energie umsetzen möchten und dabei auf Klimaverträg lichkeit und Nachhaltigkeit setzen, zählen ebenso zu den Partnern der ThEGA wie Unternehmen, für die Themen wie Energie, Nachhaltigkeit und Ressourcen von besonderer Bedeutung sind. Letztlich können sich auch Privatpersonen mit ihren Anliegen und Bedürfnissen an die ThEGA wenden, um Beratung rund um Energie und Gebäudetechnik zu erfahren. Das in den zurückliegenden Monaten immer stärker in den Fokus gesetzte Feld der Elektromobilität wird von den ThEGA-Mitarbeitern betreut. Aufgabe der Agentur ist es nicht, neue Technologien zu entwi-

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www.lsim.de

ckeln oder zu vermarkten. Vielmehr sollen zwischen den Kompetenzträgern, Netzwerken und Interessenten Verbindungen geschaffen werden. Zugleich gibt die ThEGA Studien in Auftrag, welche die jeweilige Situation und Grundlage in Bezug auf Energieeinsparung und Ressourcenschutz darstellen. „Wir werden Studien, die wir bereits in Auftrag gegeben haben, auswerten. Hier geht es unter anderem um energieautarke Kommunen, erneuerbare Energien im Denkmalschutz, Potenziale der Tiefengeothermie und die Realisierbarkeit von Solarparks auf Brachflächen“, erläutert Professor Dr. Dieter Sell, Leiter der ThEGA sein Aufgabengebiet. Einen wichtigen und interessanten Er folg

kann die ThEGA bei der Unterstützung von Kommunen bereits vorweisen. Mitten im Zentrum von Zella-Mehlis wird derzeit ein Facharztzentrum so umgerüstet, dass es nahezu ohne einen externen Anbieter mit Strom versorgt wird. Dazu wird ein ehemaliges Krankenhaus um- und ausgebaut. Seine gute Lage auf einer Anhöhe in der Stadt, seine optimale Nord-Süd-Ausrichtung und die Anordnung als geschlossener Gebäudekomplex machen das Ärztezentrum zu einem idealen Objekt für die energieautarke Versorgung. Unter Federführung der städtischen Lerchenberg Service und Immobilienmanagement GmbH (LSIM) und dem Projektentwickler Sinusstrom GmbH aus Ilmenau entstehen derzeit Solaranlagen auf den Dächern. Im Oktober, wenn die ersten Arbeiten abgeschlossen sind, werden die zwölf Facharztpraxen mit Solarstrom versorgt. Sinusstrom wurde mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie und der Planung und Realisierung für das Ärztezentrum beauftragt. Einerseits soll ein Teil des bisher konventionell bezogenen Stroms durch selbst produzierten PV-Strom ersetzt und andererseits eine Fahrzeugflotte aus Elektroautomobilen angeschafft werden, die wiederum mit dem Solarstrom versorgt beziehungsweise betankt werden kann. Und genau das ist das Besondere an diesem Projekt. „Solarmodule auf dem Dach installieren, daraus Strom erzeugen und diesen in das öffentliche Netz einspeisen, ist heute Stand der Technik. Wir aber wollen schon den nächsten Schritt wagen und durch Anbindung innovativer Speichertechnologien ein intelligentes Netz schaffen, das den er-

Foto: BMU / Brigitte Hiss

In ganz Thüringen sind derzeit über 450 Unternehmen im Bereich Umwelttechnologie tätig. Unterschiedliche Akteure aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft haben das klare Ziel vor Augen, Thüringen zum Land der grünen Technologie und grünen Mobilität zu machen. Anlaufpunkt und Schnittstelle aller Beteiligten ist die von der Landesregierung eingerichtete Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA).


Nachhaltigkeit . 33

Es ist wichtig, dass sich Kommunen nicht nur Gedanken über die künftige Energieversorgung machen, sondern auch konkret handeln. Geschäftsführer LSIM

Foto: Sascha Uthe

Richard Rossel

zeugten Strom primär für den Eigenverbrauch und E-Mobilität verfügbar macht“, erklärt Richard Rossel, Geschäftsführer der LSIM. Denn die Verbindung von Solarstrom zur eigenen Nutzung und die Speicherung der Energie durch Batterien eines Elektroautos in einem größeren Objekt besteht deutschlandweit bisher nur auf dem Papier. In Zella-Mehlis wird sie in die Tat umgesetzt und mit diesem Pilotprojekt möchte die Stadt im Thüringer Wald auf sich aufmerksam machen. Dazu wird ein intelligentes Stromnetz, ein SmartGrid installiert, das den Sonnenstrom in einer Batterie speichert, das Elektroauto als Zusatzspeicher nutzt, die Energie an die Mieter des ärztezentrums abgibt oder, wenn mehr Energie produziert als verbraucht wird, ins öffentliche Netz einspeist. Zwei Elektrofahrzeuge sind schon bestellt, bis zu acht sollen es einmal werden.

in den Energiemix einfließen, damit das Blockheizkraftwerk nur dann zugeschaltet werden muss, wenn weder Wind noch Sonne Energie liefern und die Speicher leer sind. Damit möchte die Stadt Zella-Mehlis ein funktionierendes Zeugnis für gelebte Nachhaltigkeit auf dem Gebiet regenerativer Energien abgeben. „Ein Antrieb war es, Standortfaktoren für Zella-Mehlis zu schaffen und die Stadt für ihre Innovationen bekannt zu machen. Es ist wichtig, dass sich Kommunen nicht nur Gedanken über die künftige Energieversorgung machen, sondern auch konkret handeln“, wirbt Rossel für sein Handeln. Wichtig waren ihm und der Stadt dabei auch die Unternehmen der Region. Entlang kommunaler Wertschöpfungsketten trägt dieses Projekt auch dazu bei, Handwerkern und Dienstleistern vor Ort Aufträge zukommen zu lassen.

Nach den Ergebnissen der Untersuchungen von Sinusstrom stand fest: regenerativ erzeugter Strom, Speicherung oder Einspeisung, Elektromobilität und intelligente Netze sind ein wirtschaftlich tragbares Konzept für das Facharztzentrum. Ein wichtiger Aspekt, den Sinusstrom in seine Berechnungen einbrachte, war, dass nur rund 60 Prozent des produzierten Stroms verbraucht werden. Der Rest wird ins Netz eingespeist und verkauft. Möglich wurde die gewinnbringende Kalkulation vor allem auch dadurch, dass die Solaranlagen über das 1.000 Dächer-Programm der Landesregierung gefördert werden.

SmartGrid wird in Zukunft ein immer bedeutenderer Wirtschaftsfaktor werden. Sowohl Politik und Verwaltung, als auch Wirtschaft und Forschung werden auf diesem Gebiet vermehrt in Aktion treten. Thüringen kann am Beispiel von Zella-Mehlis zu einer Modellregion werden, die zeigt, was alles funktionieren kann, wenn nur jeder Beteiligte den Willen zur Umsetzung mitbringt. Für alle an diesem Projekt beteiligten ist das Ärztehaus in Zella-Mehlis eine anerkennende Bestätigung ihrer Arbeit. Vor allem, da verschiedene Themenfelder wie Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und nachhaltige Mobilität unter einem Projekt vereint und miteinander verknüpft zum Einsatz kommen. In genau diesen Feldern hat die ThEGA ihre Aufgabe gefunden. Genau diese Themen sind es, die letztlich alle Teile der Gesellschaft künftig immer mehr bewegen werden. (su)

Um eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten, auch dann wenn die Sonneneinstrahlung nicht genug Energie einbringt, wurde ein Blockheizkraftwerk konzipiert. Im weiteren Verlauf der Umsetzung soll auch Windkraft

Agency for Energy and Green-Technology

Regenerative Electricity for Thuringia’s Future There are currently over 450 companies active in the environmental technology sector in the free state of Thuringia. Various key players from the realms of politics, science and business have a clear goal in mind; to transform Thuringia into the state of green technology and green mobility. The first port of call and key collaboration point for all involved is the Thuringia Energy and Green-Technology Agency (ThEGA), set up by the state government. Other groups wishing to implement the efficient use of energy resources and switch to environmental compatibility and sustainability, are also among ThEGA's partners. For example companies who place particular importance on topics such as energy, sustainability and resources. ThEGA can already boast significant initial success, supporting a variety of groups. A specialist medical centre is currently being modified in the middle of Zella-Mehlis, resulting in the facility being almost totally independent from external electricity sources. It's excellent position on a hill, above the town, its ideal north-south alignment and the fact that the future medical centre is a contained building complex, ensure it is the perfect property to become energy self-sufficient. Additionally, an intelligent electricity system, know as a smartgrid will be installed. This stores the solar electricity in batteries, which electric cars can use as auxiliary storage. It can also be used by the tenants of the medical centre or if more energy is generated than consumed, the excess can be fed into the public power grid. Two electric vehicles have already been ordered, which will rise to a total of eight. These solar facility investments have primarily been possible thanks to the '1000 roof program', which is supported and promoted by the state government.


34 . Automotive 2011

Anzeige: ILB Industrielackierung Biedermann ILB Industrielackierung Biedermann

Paint Quality Worldwide

Thüringer Lackierqualität weltweit

In recent years, ILB has emerged as a prominent supplier for the international automotive industry.

Die ILB Industrielackierung Biedermann GmbH entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Lackierbetrieb im Freistaat Thüringen und als Dienstleister der internationalen Automobilindustrie.

By continual investment in modern technology, the company has been able to consistently increase their market presence in recent times. The cornerstone of this rapid expansion was already laid in the 1990s, when various facilities were installed to allow the coating of different types of material and component sizes.

aus dem Hause ILB haben sich nunmehr seit Jahren auch im internationalen Bereich der Branche durchgesetzt und werden kontinuierlich ausgebaut. Die Ausschöpfung aller Ressourcen unter anderem durch die Einführung der „rollenden Woche“ sowie die Zertifizierung der Produktionsabläufe sichern dem Unternehmen Erfolg und ein überdurchschnittliches Wachstum.

In the automotive sector, ILB is capable of processing small parts at a rate of up to 50 million pieces per year. Over the years, the high quality and reliability of paint jobs undertaken at ILB have gained international credibility and are still being constantly improved. Another important pillar of the company is the coating of components for medical equipment and instruments. This lead to the business specialising in the coating of glass fibre reinforced plastics. Supply chains with large, well-known European enterprises have been formed stretching across the globe. The company particularly sees opportunities to secure new markets in this field, helping to secure their Unterwellenborn location.

ILB Industrielackierung Biedermann Pößnecker Str. 5, D-07333 Unterwellenborn Tel.: +49 (0) 36732 - 23497 0 E-Mail: info@ilb-gmbh.de Internet: www.ilb-gmbh.de

Durch die fortlaufende Investition in moderne Technik, gelang es dem Unternehmen in den zurückliegenden Jahren, am Standort Unterwellenborn die Marktpräsenz beständig auszubauen. Der Grundstein für diese erfolgreiche Entwicklung wurde bereits in den 90-er Jahren durch die Installation verschiedener Anlagen für die Beschichtung unterschiedlichster Materialien und Teilegrößen gelegt. Im Bereich der Automobilindustrie ist ILB in der Lage, kleinteilige Produkte mit einer Kapazität von bis zu 50 Millionen Stück pro Jahr als Kundenaufträge abzuarbeiten. Die hohe Qualität und die Zuverlässigkeit von Lackierarbeiten

Eine weitere tragende Säule des Unternehmens ist die Lackierung von Komponenten für medizinische Geräte. Es fand eine Spezialisierung für das Lackieren von glasfaserverstärkten Kunststoffen statt. Hier werden namhafte europäische Großunternehmen in Lieferketten bis nach Übersee bedient. Besonders in diesem Bereich sieht das Unternehmen große Chancen für neue Märkte zur Sicherung des Standorts in Unterwellenborn. Durch kontinuierliche Planung und zielgerichtete Entwicklung konnte das Unternehmen im Jahr 2010 die Produktionsfläche auf 2.500 Quadratmeter verdoppeln. Eine Stammbelegschaft von 42 qualifizierten Mitarbeitern bildet eine Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung. Nasslackierung von Metallen und Kunststoffen (Einzelstücke und Großserie) Pulverbeschichtung von Aluminium Alu-, Magnesium- und Zink-Druckguss von Eisenwerkstoffen, verzinktem Stahl Speziallösungen QS-Labor Konfektionierung Montage Logistik


Automotive 2011 . 35

Anzeige: FEUER powertrain GmbH & Co. KG FEUER powertrain GmbH & Co. KG

Wachstum in der Region für Kunden am Weltmarkt Europas größter unabhängiger Hersteller von Kurbelwellen hat in den vergangenen Jahren nicht nur aufgrund exzellenter Qualität einen beeindruckenden Wachstumskurs eingeschlagen, vor allem Lieferschnelligkeit und Flexibilität haben das Unternehmen zu einem beständigen Partner seiner Kunden gemacht.

Kurbelwellen kommen dort zum Einsatz, wo die Kraft des Motors über das Getriebe zum Rad geleitet wird. Sie sind somit ein elementares Bauteil eines jeden Fahrzeugs. Kurbelwellen von FEUER Powertrain aus Nordhausen sind auf der ganzen Welt im Einsatz. Kunden aus der Industrie und dem Fahrzeugbau schätzen die Schnelligkeit der Herstellung der Stahl- und Gusswellen. Dazu sind in Nordhausen Spezialisten beschäftigt, die in der Lage sind, die Maschinen schnell den Anforderungen einer jeweiligen Bestellung umzurüsten. Ein Zeitvorteil, den FEUER Powertrain nutzt, um den Bedürfnissen seiner Kunden gerecht zu werden. Trotz aller Schnelligkeit bleiben höchste Qualität und Maßgenauigkeit ein Anspruch des Herstellers, der konsequent eingehalten wird. So schaffte es das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren seit seiner Gründung, ein beständiges Wachstum zu erreichen. Mittlerweile produzieren 250 Mitarbeiter und 37 Azubis in drei Werken Kurbelwellen mit einer Länge von bis zu 1.300 Millimetern. Diese ganz großen Kurbelwellen werden in Lokomotiven, Yachten oder Generatoren verbaut. Kürzere Varianten für die Automobilindustrie sind das Hauptgeschäft von FEUER Power train. Hier leisten die Maschinen und Anlagen eine Jahreskapazität von 700.000 Kurbelwellen pro Jahr. Da das Unter nehmen aber vom derzeitigen Wachstum der Automobilbranche profitiert, muss es selbst mitwachsen. Ab dem vierten Quartal diesen Jahres wird eine weitere Produktionslinie mit einem Investitionsvolumen von 28,5 Millionen Euro an den Start gehen. Die Zahl der

Global Market Growth Europe´s biggest independent manufacturer of crankshafts has experienced impressive growth in the last few years, based not only on their excellent quality. In particular the speed of delivery and general flexibility have resulted in the company becoming a reliable and trustworthy business partner for their customers.

Crankshafts are used, when the power is transferred from the engine, over the gearbox to the wheels. Therefore they are an elementary component of each and every vehicle. Crankshafts from FEUER Power train in Nordhausen are in use all over the world. Customers from industry and vehicle construction value the production speed of the steel shafts. Additionally, experts are employed in Nordhausen, who are capable of quickly converting the production machinery, dependant on the respective order. This time advantage is then taken advantage of by FEUER Powertrain to ensure that they meet and exceed their customers expectations. Mitarbeiter wird sich dann auf rund 300 erhöhen. Kunden aus Asien, Amerika und Europa – darunter Konzerne wie Volkswagen oder Liebherr – können durch die Leistungen von FEUER Power train in ihren eigenen Märkten wachsen und die eigenen Qualitätsstandards durch die hochwertigen Produkte ihres Zulieferers aus Nordhausen sicherstellen.

FEUER Powertrain GmbH & Co. KG Rothenburgstraße 27, D-99734 Nordhausen Tel.: +49 (0) 3631 - 470 0 E-Mail: info@feuer-pt.de Internet: www.feuer-pt.de

Despite this production speed, high quality and accuracy is not sacrificed and is a requirement that is consistently met. Sub sequently the company has been able to maintain a sustainable level of growth over the last 10 years since its foundation. Currently 250 people are employed in 3 plants, producing crankshafts of up to 1.3 metres. Since the company is currently profiting from the current growth in the automotive sector, it also has to grow and adapt. From the forth quarter this year, an additional production line will be launched, after an investment of 28.5 million Euros. The number of employees will subsequently increase to around 300.


36 . Automotive 2011

Anzeige: Styron Deutschland GmbH

Synthetischer Kautschuk aus Schkopau für high performance Reifen Vor einem Jahr entstand die Styron Deutschland GmbH als Teil des globalen Chemieunternehmens Styron, welches seitdem durch den Finanzinvestor Bain Capital erfolgreich begleitet wird. Eine herausragende Rolle innerhalb der Styron Deutschland GmbH stellt der Geschäftsbereich Synthetik Rubber in Mitteldeutschland dar.

Am Standort Schkopau befindet sich die Wiege für die industrielle Herstellung von synthetischem Kautschuk. Bereits 1937 erfolgte hier die erste synthetische Kautschukherstellung und dessen ständige Produktweiterentwicklung. Die klassischen Kautschuktypen, produziert nach dem Emulsions Polymerisations Verfahren (ESBR), werden in Anlehnung an diese Tradition unter

Styron Deutschland GmbH, Werk Schkopau Gebäude E17, D-06258 Schkopau Tel.: +49 (0) 3461 49 6950 E-Mail: info@styron.com Internet: www.styron.com

der Markengruppe „BUNA®“ gehandelt. Seit rund zehn Jahren entwickeln sich die Lösungselastomertypen, welche unter dem Handelsnamen „Sprintan®“ firmieren, mehr und mehr zu den Topprodukten. Insbesondere Reifenhersteller der Premiumklasse schätzen die ausgezeichnete Performance dieser Kautschuktypen. Die Styron Deutschland GmbH verfolgt eine langfristige Doppelstrategie, um auf dem Markt der high per formance Kautschuktypen für die Reifenherstellung ihre bedeutende Rolle auszubauen. Einerseits wird die Kapazität durch eine neue Produktionslinie für SSBR-Kautschuk, die 2012 in Betrieb gehen wird, erhöht. Anderseits werden neue Kautschuktypen im engen

Kontext mit den Anforderungen der Reifenindustrie entwickelt und in kürzester Zeit in die Produktion eingeführt. Mit diesen Kautschuktypen lassen sich Reifen mit reduziertem Rollwiderstand herstellen, die zur Kraftstoffeinsparung beitragen ohne das Bremsverhalten und die Spurstabilität negativ zu beeinflussen. Somit trägt die Styron Deutschland GmbH aktiv zur Reduzierung des Energieverbrauches und CO2-Ausstoßes bei. Dieser Aspekt wurde anlässlich der Grundsteinlegung zur neuen SSBRKautschuk Anlage im Mai 2011 durch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Brigitta Wolff betont, indem sie darauf hinwies, das „grüne“ und resourcenschonende Produkte nicht nur auf Basis biologischer Verfahren erzeugt werden, sondern die Chemieindustrie einen signifikanten Beitrag hierzu leisten kann und leistet. „Unser Kautschuk trägt in Hochleistungsreifen für eine höhere Lauf leistung, bessere Nässehaftung, geringeren Rollwiderstand sowie weniger Gewicht und Emissionen bei. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und schont die Umwelt“, erklärt Styron-Geschäftsführer Ralf Irmert. Der gesetzlichen und auch moralischen Verpflichtung um Energie- und Rohstoffressourcen stellt sich Styron bereits im Herstellungsprozess durch: Realisierung geschlossener Lösungsmittelkreisläufe mit integriertem Recycling Wärmeintegration zwischen den Prozessstufen Abluftreinigung durch regenerative Wärmerückgewinnung.


Landtechnik . 37

Deutsche Landtechnikindustrie erzielt Vollauslastung

Landtechnik als Perspektive Auch ein Auto oder ein Nutzfahrzeug ist letztlich eine mobile Maschine. Kurzum, es wird zusehends Ăźber den Tellerrand geschaut, und so ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Zulieferfirmen ihr Know-how auch im Landmaschinenbau etablieren.

Die Vorträge und Gespräche auf dem diesjährigen ThĂźringer AutomotiveBranchentag bestätigten den sich abzeichnenden Trend. Erlebt doch die Sparte der Landtechnik derzeit eine regelrechte Markt-Renaissance. Die Investitionen in moderne Landtechnik bewegen sich nach zwei Jahren mit rĂźckläufigem Umsatz fĂźr die deutschen Hersteller wieder auf sehr hohem Niveau. Im ersten Quartal 2011 stieg der Branchenumsatz nach Angaben des VDMA Landtechnik um 30 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. â&#x20AC;&#x17E;Vor allem die Erntetechnik-Sparte hat enormes Aufholpotenzial, das derzeit voll ausgeschĂśpft wirdâ&#x20AC;&#x153;, berichtet Gerd Wiesendorfer, Marktreferent beim VDMA. Die Auslastung der Produktionskapazität belief sich im April auf 91,5 Prozent und lag damit Ăźber dem Gesamtniveau des Maschinenbaus (88,8 Pro-

zent). Dabei gelten bereits etwa 85 Prozent als Vollauslastung. Fßr das Jahr 2011 rechnet der VDMA Landtechnik mit Wachstum des Branchenumsatzes von 20 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Traktorproduktion um 25 Prozent gesteigert Die Traktorhersteller steigerten ihre Produktionsmenge von Januar bis März 2011 auf 14.050 Einheiten. Dies war ein Viertel mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg sogar um ein Drittel. Jeder vierte Traktor, der in Deutschland vom Band läuft, ist mit mindestens 150 PS Motorleistung ausgestattet. Neben Bestelltechnik und Erntemaschinen nahmen auch die Verkäufe von Technik fßr die Innenwirtschaft sowie fßr Transport und Logistik stark zu. Bedeutende Impulse kommen in der aktuellen Boomphase aus dem deutschen Markt. Die Traktorzulassungen lagen in den ersten

Deutsche Landtechnik-Industrie: Umsätze in Mrd. Euro

drei Monaten um 45 Prozent Ăźber dem Vorjahr. Das Auftragsniveau fĂźr Landtechnik insgesamt liegt um die Hälfte Ăźber dem des Jahres 2010. Das Investitionsbarometer Agrar, an dem der VDMA beteiligt ist, zeigte bei der letzten Umfrage einen weiter steigenden Anteil der investierenden Landwirte und Lohnunternehmer in Bezug auf Maschinen und Traktoren. Das bestätigt auch der LandBauTechnik â&#x20AC;&#x201C; Bundesverband e.V. â&#x20AC;&#x201C; der mit dem Verband Landtechnik, Baumaschinen und Metallverarbeitung ThĂźringen e.V. auch in ThĂźringen eine Dependance betreibt. Der Bundesverband mit insgesamt 5.500 Mitgliedern berichtet Im ersten Quartal 2011 Ăźber ein Umsatzplus der Landmaschinen-Fachbetriebe von neun Prozent. (bo) ! !

www.vlt.landmaschinenverband.de www.vdma.org/landtechnik

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Grafik oben: VDMA Landtechnik

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15.06.2011


Foto: Iurii Konoval/123RF.com

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40 . Neue Kraftstoffe

Biokraftstoffe der 2. Generation

Die Kraftstoffe der Zukunft wachsen auf den Feldern

Dass Verbrennungsmotoren im klassischen Sinne noch über viele Jahre hinweg die Mobilität antreiben werden, ist unumstritten. Zu jung und unerprobt sind Techniken wie Elektro- oder Wasserstoffantrieb. Daher arbeiten Ingenieure weltweit, vor allem aber in Deutschland daran, den Verbrennungsprozess zu optimieren. Und das mit Erfolg. Gleichzeitig stellen sich Industrie und Forschung aber auch der Aufgabe, neue Kraftstoffe zu erproben und am Markt zu platzieren. Die aktuelle Debatte um E10 hat jedoch gezeigt, dass die Einführung neuer Kraftstoffe nicht ohne Probleme funktioniert. Dabei war der Gedanke, zehn Prozent fossilen Kraftstoff durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, durchaus lobenswert. Denn genau das, Benzin und Diesel aus Pflanzen zu gewinnen, war viele Jahre Aufgabe der Forschung. Und auch Industrieunternehmen setzen auf diese Kraftstoffe. Heute sind es die Biokraftstoffe der 2. Generation. So besuchte der Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Rainer Bomba, im Frühjahr dieses Jahres eine Produktionsanlage der CHOREN Industries GmbH im sächsischen Freiberg. Neben dem erreichten Stand bei der Inbetriebnahme der Anlage war er besonders am Potenzial dieses, in jedem Verhältnis beimischbaren Kraftstoffes zum Erreichen der Klimaschutzziele interessiert. Er zeigte sich beeindruckt von der kontinuierlichen Entwicklungsarbeit von CHOREN: „Die industrielle BTL-Produktion kann zu einem Meilenstein in der zukünftigen Bioenergienutzung werden. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Entwicklungsarbeit der letzten Jahre bald belohnt wird und die Anlage problemlos läuft“, sagte Bomba. „Auch im Verkehr wollen wir die erneuerbaren Energien stärker nutzen. Dazu gehören auch Biokraftstoffe und da hat BTL besondere Potentiale, weil viel mehr biologisches Material genutzt werden kann, als das heute der Fall ist“, so der Staatssekretär. BTL lautet die Abkürzung für Biomass to Liquid, zu deutsch: Biomasseverflüssigung. Die signifikante CO2-Reduktion, keine Konkur renz zur Nahrungsmittelproduktion und seine ausgezeichnete Verträglichkeit für die bestehenden Antriebssysteme sind die wichtigsten Merkmale des biosynthetischen Kraftstoffes. Die heute bereits gängigen Biokraftstoffe der ersten Generation werden ausschließlich aus öl- beziehungsweise stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzenbestandteilen hergestellt, beispielsweise Biodiesel aus Rapsöl oder Bioethanol aus Stärke oder Zucker. Bei der Herstellung von Biokraftstoffen der zweiten Generation hingegen werden nicht die stärke- beziehungsweise ölhaltigen, sondern nur die zellulosehaltigen Bestandteile der Pflanze genutzt. Auf diese Weise erhält man mehr Treibstoff durch die höhere energetische Ausbeute. Zudem konkurriert der Treibstoff nicht

Fotos dieser Doppelseite: Steffen Kugler/Bundesregierung, Süd-Chemie AG

Internationale Krisen und Konflikte, wie derzeit in Nordafrika und dem nahen Osten, haben dazu geführt, dass die Rohölpreise immer weiter gestiegen sind. Vor allem an den Tankstellen lässt sich dieser Trend jeden Tag aktuell beobachten. Dabei sind Treibstoffe im wörtlichen Sinn die Antriebe der Gesellschaft. Die Endlichkeit fossiler Brennstoffe, aber auch der Umweltgedanke, führen unweigerlich zu einem Umdenken in der Energiepolitik.


Neue Kraftstoffe . 41

Auch im Verkehr wollen wir die erneuerbaren Energien stärker nutzen. Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

mit Nahrungs- oder Futtermitteln, weil die stärkehaltigen Pflanzenbestandteile für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Biokraftstoffe der zweiten Generation sind zudem klimafreundlicher als Treibstoffe aus fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas, weil die Pflanze während des Wachstums der Atmosphäre exakt die Menge des Klimagases Kohledioxid entzieht, die später beim Verbrennen in Motoren wieder freigesetzt wird. Die Einführung klimafreundlicher Biokraftstoffe der zweiten Generation wird durch gesetzliche Rahmenbedingungen gefördert. Die vom EU-Parlament im Dezember 2008 verabschiedete Richtlinie Erneuerbare Energien schreibt bis 2020 einen Mindestanteil von zehn Prozent an erneuerbaren Energieträgern im Verkehr zum Güter- und Personentransport vor. Das derzeit in der EU jährlich anfallende überschüssige Getreidestroh wäre mehr als ausreichend, um dieses EU-Substitutionsziel von zehn Prozent durch Bioethanol der zweiten Generation zu decken. (su/em) !

www.fnr.de

Biofuels – The Fuel of the Future That traditional combustion engines are likely to power our mobility for many years to come is undisputed. Emergent technologies such as electric motors or hydrogen drive systems are too new and unproven. Research into obtaining petrol and diesel from plants has been in progress for many years now. Additionally, combustion engines have been optimised. The most important characteristics of biosynthetic fuels are the significant CO² reductions, the fact that it doesn’t stand in competition with food production and excellent compatibility with current engine technologies. Today, the standard practice for producing the first-generation of biofuels is from plant material containing oil, starch or sugar, for example biodiesel from rapeseed oil or bioethanol from starch or sugar. Where as, in the production of second-generation fuels only the plant material containing cellulose is used, as opposed to the starch or oil elements. These secondgeneration fuels are environmentally friendlier than petrol and diesel derived from fossil fuels like oil and gas, because whilst growing the plants take in exactly the same amount of the greenhouse gas carbon dioxide from the atmosphere, as is later released when burned in the engine.

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Erneuerbare Energie aus Ilmenau Die Unternehmenstätigkeit der Sinusstrom GmbH ist zum einen auf die Planung und Projektierung von Photovoltaik-Großanlagen im In- und Ausland gerichtet.

So erstellt die Firma nach Kundenauftrag Modulbelegungspläne, Pläne zur elektrotechnischen Anbindung und zur Stringverkabelung sowie Ertragsgutachten und Wirtschaftlichkeitsprognosen. Zum anderen errichtet Sinusstrom für seine Kunden komplette regenerative Kraftwerke und realisiert individuelle Anlagenkonzepte.

Sinusstrom GmbH Ehrenbergstraße 11, D-98693 Ilmenau Tel.: +49 (0) 3677 - 6684 31 E-Mail: mail@sinusstrom.com Internet: www.sinusstrom.com

Des Weiteren entwickelt und vertreibt das Unternehmen eigene unterschiedliche Spezialkomponenten für Photovoltaik-Großanlagen, wie beispielweise Fernüberwachungssysteme, intelligente Generatoranschlusskästen mit modularem MPP-Tracking, Wechselrichter sowie weitere Spezialkomponenten.

Unsere Stärken: Entwicklung von Smart-Grid Systemen, bei welchen selbst erzeugter Strom aus Photovoltaik, Energiespeicher, Elektromobilität und weitere Energieerzeuger intelligent miteinander vernetzt werden Erstellung von professionellen Ertragsgutachten Neu- und Weiterentwicklung von Produkten für Photovoltaikanlagen Wartung und Überwachung von Photovoltaikanlagen Projektierung von Photovoltaikanlagen Einsatz von hochwertigen Komponenten Individuallösungen für jede Anlagenart Förderung und Unterstützung von Studenten


42 . Neue Antriebe

Umweltfreundliche Antriebe

Zukunftsantrieb Hybridmotor Die Zeichen stehen auf Elektomobilität Fossile Brennstoffe sind knapp und deshalb teuer. In den nächsten Jahren werden die Preise weiter ansteigen und eines Tages sind Ressourcen wie Gas oder Öl nicht mehr vorhanden. Da sie als wichtige Energieträger nicht zuletzt für Mobilität in unserer Gesellschaft sorgen, laufen bereits heute Bestrebungen, den Antrieb der Zukunft ohne sie zu gestalten. Wohin sich neue Technologien und Konzepte bewegen, lässt sich allenfalls erahnen.

Autos der Zukunft sind schon heute auf den Straßen unterwegs. Angetrieben werden sie von Strom oder Gas, manche auch allein durch die Kraft der Sonne. Strom allerdings wird heute noch zum übergroßen Teil durch fossile Energieträger gewonnen, Gas selbst ist ein ebensolcher. Künftig kann man aus Gas auch umweltfreundlichen Strom erzeugen: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg in Stuttgart ZWS sind an einem Projekt beteiligt, in dem Audi und SolarFuel eine neuartige Anlage errichten. Sie wandelt Strom aus Wind und Sonne erstmals im industriel-

len Maßstab in Methan um, also in künstlich hergestelltes Erdgas. Während sich Strom schlecht speichern lässt, kann man das Erdgas problemlos lagern. Bei Flaute und bedecktem Himmel kann man daraus über Gaskraftwerke wieder Strom erzeugen, oder den Tank von Gasautos damit füllen. „Unser Konzept Power-to-Gas löst gleich zwei Kernprobleme der Energiewende: Die Speicher ung von erneuerbaren Energien und die Versorgung mit klimafreundlichem Kraftstoff. Damit wird eine stabile Stromversorgung auch mit Wind- und Solarenergie möglich“, sagt Dr. Michael Sterner, leitender Wissenschaftler am IWES. Auch als Kraftstoff hat e-gas eine gute CO2-Bilanz. „Über

Ob und wann ein solches Fahrzeug in die Serienproduktion geht, ist heute nicht absehbar. Momentan setzt die Automobilindustrie vorrangig auf konventionelle Verbrennungsmotoren, die durch einen kleinen Elektromotor ergänzt werden. Diese Hybridmotoren wechseln je nach Bedarf und Anforderung zwischen beiden Antrieben. Im langsamen Stadtverkehr, beim War ten an der Ampel oder zähem Verkehr im Stau bewegt der Elektromotor das Fahrzeug. Gespeist wird es über eine zusätzliche Batterie. Aufgeladen wird sie über den normalen Verbrennungsmotor, der das Auto bei schnelleren Fahrten auf Autobahnen oder anderen Fernstraßen beschleunigt. Moderne Hybride verbrauchen bis zu 15 Prozent weniger Kraftstoff. Durch die zusätzliche Batterie steigt jedoch das Leergewicht des Fahrzeuges und durch die aufwändige Motorkonstruktion steigen die Anschaffungskosten. Dennoch setzt die Industrie auf diese Technik. „Die Elektromobilität ist für den Automobil- und Industriestandort Europa als Ganzes eine Jahrhundertaufgabe. Hersteller, Zulieferer, Stromerzeuger, Wissenschaft und Politik – hier sind alle gefordert“, so der Volkswagen Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn. Er

Foto: Daimler AG

den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs gesehen produziert ein e-gas betriebenes Fahrzeug kaum mehr CO2 als ein Elektroauto“, so Prof. Dr. Jürgen Schmid, Leiter des IWES. Elektrofahrzeuge haben zwar im Betrieb sehr geringe Emissionen, ihre Herstellung ist aber deutlich CO2-intensiver als die Herstellung von Gasfahrzeugen.


Neue Antriebe . 43

kennt Man ken nnt uns! Die Elektromobilität ist für den Automobil- und Industriestandort Europa als Ganzes eine Jahrhundertaufgabe. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG

Foto: Volkswagen AG

spricht sich daher auch für eine gezielte Forschungsförderung, insbesondere in der Elektrochemie für die Batterietechnologie aus. Die Bundesregierung sieht – in Einklang mit der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) – vor allem bei Forschung und Entwicklung noch großen Bedarf. Sie wird deshalb bis zum Ende der Legislaturperiode eine weitere Milliarde Euro für Forschung und Entwicklung bereitstellen. Damit verdoppelt sie ihre Anstrengungen in diesem Bereich. „Über den Markterfolg der Elektromobilität entscheidet nicht das üppigste Subventionspaket, sondern die größte technologische Kompetenz. Darum verstärken wir jetzt unsere Forschungsförderung in diesem Bereich. Einen besonderen Schwerpunkt werden wir dabei auf die Batterieforschung legen“, so Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan. Ihr Kollege Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler stimmt ihr dabei zu. „Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass unsere Wirtschaft erfolgreich ist. Wir wollen bei der Elektromobilität weltweit eine Spitzenstellung einnehmen. Dabei gilt der Grundsatz: Markt und Wettbewerb sind die besten Treiber für Innovationen. Deshalb muss die Hauptverantwortung bei der Wirtschaft und den Unternehmen selbst liegen. Mit unserem neuen Regierungsprogramm setzen wir dafür die richtigen Rahmenbedingungen.“ Die notwendige Verbindung von Elektromobilität und erneuerbaren Energien wird im aktuellen Bericht der NPE herausgestellt. Nur so kann das Klimaschutzpotential dieser Technologie ausgeschöpft werden. (su/em) !

www.technologie-thueringen.de

Eco-friendly Propulsion Systems

In Stuttga Stuttgart, art,

Future Hybrid Engines Fossil fuels are scarce and as a result, expensive. In the coming years prices will continue to rise and one day resources such as natural gas and oil will run out. As these fuels play such an important role as an energy source in today’s society, in particular for our transport needs, efforts have already been made to find the engine of the future. Cars of the future can already be seen on the roads today. They are powered by either electricity of natural gas. However, the majority of electricity today is still generated from fossil fuels and this includes natural gas. In the future environmentally friendly electricity will be generated from gas. Scientists are currently involved in a project where Audi and SolarFuel construct an innovative facility. It converts electricity generated from wind and the sun, on an industrial scale, into methane or a synthetic form of natural gas. At the moment the automotive industry is mainly focusing on conventional combustion engines, which are then supplemented with a small electric motor. These hybrid engines swap between the two drive systems, as required. During slow inner city driving, whilst waiting at the traffic lights or during traffic jams the electric motor powers the vehicle. An additional battery powers the motor. Once empty the diesel or petrol engine automatically starts. The combustion engine accelerates the car to higher speeds on the motorway or other fast roads, during which time the battery is charged. Modern hybrids consume up to 15% less fuel. The German government feels there is still a great need for research and development in this area. As a result, they have made a further 1 billion Euros available for R&D projects, thus doubling their support in this field.

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Turbolader T urbolad u der von ICS ICSI SI Hoher Wirkungsgrad, weniger w Kraftstoffverbrauch, weniger weniger Abgas-Emissionen – es gibt g viele Gründe, warum unsere innovative innnovative Technologie Technologie in fast allen europäischen Automarken vertreten trreten ist. Technologie Technologie von heute, für Lösungen von morgen. morgeen. IHI Charging Systems Internat International tional GmbH Haberstraße 3+24 3+24 · 69126 69126 Heidelberg TTel. eel. +49 (0) 6221-30 96-0 Fax +49 (0) 6221-30 6221 30 96-111 96 11 11

www.ihi-csi.de In Motion for the Future


44 . Automotive 2011

MITEC AG

Automotive Lighting

Bester Lieferant

Mit „Special Award Innovation“ 2010 ausgezeichnet

Im März erhielt die MITEC AG den von General Motors vergebenen „World Award“ als bester Lieferant im Bereich Powertrain.

Anfang Juni erhielt Automotive Lighting (AL) aus Brotterode den „Special Award Innovation“ 2010 als bester Daimler-Zulieferer. Ausgezeichnet wurde AL für die Entwicklung eines Voll-LED-Scheinwerfers mit adaptiven Lichtfunktionen.

Eugenio Razelli, Präsident von Automotive Lighting und Khalid Qalam, Chief Technical & Marketing Officer bei AL, nahmen den renommierten Preis entgegen.

!

www.mitec-automotive-ag.de

Dieser sorgt, Firmenangaben zufolge, mit fortschrittlicher Lichttechnologie für Sicherheit und Komfort. Die Designer nutzten das Potenzial von langlebigen Leuchtdioden. AL setzte in den letzten Jahren kontinuierlich neue Maßstäbe in der Lichttechnik. Laut Unternehmensangaben kam 2005 von AL der weltweit erste Scheinwerfer mit aktivem Infrarot-System in der Mercedes S-Klasse zum Einsatz. Nach drei Jahren folgte ebenfalls in der S-Klasse die „kameragesteuerte Helldunkelgrenze“. Seit dem letzten Jahr liefert das Unternehmen aus Südthüringen den ersten Voll-LED-Scheinwerfer mit adaptiven Lichtfunktionen und trägt damit als innovativer Partner zum Erscheinungsbild des Mercedes CLS bei. (br) !

www.al-lighting.de

Fotos: GM, AL

In einer Feierstunde wurde dieser Preis von Vertretern des GM Managements in Detroit an Dr. Militzer, Vorstandsvorsitzender der MITEC AG, vergeben. Von 20.085 Lieferanten von GM weltweit wurden 82 Lieferanten aus den verschiedensten Zulieferbereichen mit dem Titel „SUPPLIER OF THE YEAR 2010“ ausgezeichnet. Aus Deutschland wurden drei Firmen prämiert. Aus dem Spektrum der Preisträger ist gegenüber 2005 eine eindeutige Tendenz der Verschiebung zu Lieferanten aus Korea, Japan und China zu erkennen. Neben MITEC AG wurden die BASF sowie die Kirchhoff-Gruppe aus Deutschland ausgezeichnet. Der MITEC-Vorstand dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MITEC-Gruppe für die erbrachte Leistung. Die Firmengruppe MITEC in Eisenach ist neben den Standorten in der P.R. of China und auch in den USA mit Produktionsstätten vertreten und erfüllt somit eine wesentliche Voraussetzung eines Zulieferers durch globale Präsenz an Produktionswerken in den Märkten Europa, Asien und USA. (su)


Automotive 2011 . 45

Anzeige: Geräte- und Pumpenbau GmbH Merbelsrod

Nachhaltige Innovationskraft und Engagement für die Region Die Fähigkeit eines Unternehmens zu nachhaltiger Innovation ist eine Schlüsselkomponente zum Bestehen im weltweiten Wettbewerb. Seit Jahren investiert GPM im Bereich Forschung und Entwicklung überdurchschnittliche Beträge. Als Innovationsführer auf dem Gebiet der konstanten und regelbaren Kühlmittel- und Ölpumpen ist das mittelständische Unternehmen weltweit Entwicklungslieferant bei vielen großen OEM’s.

Aufgrund der Forderungen der Gesetzgebung zur Senkung der CO2-Emissionen von Fahrzeugen und der ständig steigenden Treibstoffkosten wird der Ruf nach sparsameren Fahrzeugen immer lauter. Nachhaltigkeit ist das Schlagwort, nicht nur auf den großen Automobilmessen. GPM hat bereits im Jahr 2000 mit der Entwicklung von Konzepten für schalt- und regelbare Pumpen begonnen. Seit Serieneinführung der ersten schaltbaren PSF (Pneumatically Switched Flow)-Wasserpumpe im Jahre 2008 haben sich die Regelpumpenkonzepte von GPM bei verschiedenen weiteren Kunden durchgesetzt. Der Serienstart der zweiten Generation, der regelbaren ECF (ElectroHydraulically Controlled Flow)-Wasserpumpe, steht kurz bevor. Im Gegensatz zur ON-/OFF-Technik der PSF-Pumpe kann mit der Weiterentwicklung der Volumenstrom stufenlos geregelt werden. Auch im Bereich der Elektro- und Hybridmotorkühlung werden im F&ETeam von GPM weiterführende Konzepte verfolgt. Der Hauptstandort Merbelsrod, die beiden Fertigungsstandorte in China und Brasilien sowie das technische Vertriebsbüro in den USA beschäftigen aktuell 750 Mitarbeiter. Um die derzeit große Menge der in Akquise und Entwicklung befindlichen Projekte zur Serienreife zu bringen, benötigt der Automobilzulieferer weiteres Fachkräftepersonal, insbesondere an den Standorten Deutschland und China. Die demographische Entwicklung erschwert zunehmend die Suche nach geeigneten Arbeitskräften. Vor allem in den neuen Bundesländern

ist die Abwanderungsrate gut ausgebildeter Kräfte sehr hoch. GPM versucht dem mit der Schaffung von förderlichen Rahmenbedingungen entgegenzuwirken. Die Eröffnung eines neuen Ausbildungszentrums im nahegelegenen Eisfeld, das Lernen auf hohem Niveau mit Hilfe moderner, praxisorientierter Ausrüstung ermöglicht, war ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftssicherung Südthüringens. In Kooperation mit dem Ausbildungszentrum werden bei GPM Technische Zeichner, Werkzeugmechaniker, Zerspaner, Mechatroniker und Industriekaufleute für ihre berufliche Tätigkeit befähigt. Nach erfolgreichem Abschluss hält GPM für jeden Facharbeiter einen Arbeitsplatz bereit. Auch nach der Berufsausbildung wird ein Fortkommen der Mitarbeiter unterstützt. Praxisnahe Weiterbildungen wie eine Berufsakademieausbildung, ein weiterführender IHK-Abschluss oder die Technikerausbildung ermöglichen den beruflichen Aufstieg. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel zeigt der Werdegang eines Mitarbeiters: Ein ehemaliger Auszubildender zum Werkzeugmechaniker arbeitet heute als Dr.Ing. in der Entwicklungsabteilung. Durch die umfassende Unterstützung von regionalen Vereinen und Verbänden trägt GPM dazu bei, auch das private Umfeld seiner Mitarbeiter attraktiver zu gestalten. Schulen und Kindergärten erhalten finanzielle Zuwendungen. Eine betriebliche Altersvorsorge, preisgünstige Pausenversorgung und Zuschüsse zu Abteilungsfesten führen ebenfalls zu einer positiven Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung.

GPM GmbH Dr. Eugen Schmidt Schwarzbacher Str. 28, D-98673 Merbelsrod Tel.: +49 (0) 36878 - 64 0 E-Mail: info@gpm.eu Internet: www.gpm.eu


46 . Leichtbau

Der Siegeszug des Leichtbaus in der Autmobilherstellung

Energieeffiziente und ressourcenschonende Fertigung Leichtere Fahrzeuge fahren weiter. Dies gilt für Elektro- und Hybridfahrzeuge ebenso wie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Damit beschäftigen sich ostdeutschlandweit mehrere Unternehmen, Institute und Universitäten. Ob Textilfaserverbundstoffe oder Kohlenstofffasern, neue Klebestoffe oder andere Kunststoffe – die Bandbreite rund um den Automobilbau wird immer größer. Immer mit dem Ziel: Leichter ist effizient.

Neue Technologien für thermoplastische Hochleistungsstrukturen rücken immer stärker in den Fokus der Wissenschaft - auch an der TU Chemnitz. Prof. Dr. Lothar Kroll (l.) ist Leiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung

Um die Masse von Fahrzeugen zu reduzieren, bieten unter anderem textilverstärkte Kunststoffe dank der leichten und festen Fasern, wie zum Beispiel der Kohlenstofffasern, viele Vorteile. Allerdings fehlen noch immer für die Großserienfertigung derartiger Faserverbundbauteile geeignete Technologien. Vor diesem Hintergrund fand Ende Juni 2011 in direkter Nachbarschaft Thüringens, an der Technischen Universität Chemnitz, das Innovationsforum „Großserientaugliche Technologien für textilverstärkte, thermoplastische Hochleistungsbauteile (ThermoComp)“ statt. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Vorhaben wurde eine Plattform für die Entwicklung einer neuen Generation von großseriennahen Herstellungstechnologien für thermoplastische Preforms geschaffen. Das Innovationsforum soll Kompetenzen zum Aufbau eines nachhaltig wirkenden regionalen Bündnisses auf diesem Gebiet bündeln. „Die textilen Preforms bilden das Kernelement der Verstärkungsstruktur und erlauben aufgrund der inkorporierten Thermoplastmatrix eine kosteneffiziente Bauteilherstellung in Massenserienfertigung“, erläutert Prof. Dr. Lothar Kroll, Leiter der Professur

Leichter, sparsamer, kostengünstiger – das ist letztlich die Devise. Und nach Möglichkeit auch noch mit Elektroantrieb. Autobauer müssen vielen Anforderungen gerecht werden. Forscher der FraunhoferAllianz autoMOBILproduktion, deren Geschäftsstelle in Chemnitz sitzt, unterstützen die Hersteller dabei und entwickeln unter anderem neue Leichtbau-Komponenten fürs Auto. Ein Beispiel ist die Autotür aus Magnesium, die Forscher am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz entwikkelt haben. Die Tür wiegt nur etwa 4,7 Kilogramm. Zum Vergleich: Die Stahlausführung bringt etwa 10,7 Kilo auf die Waage. Doch warum ausgerechnet Magnesium? „Magnesium ist weltweit in großen Mengen verfügbar, es lässt sich umformen und weist bei ähnlichen Strukturen – etwa einer Autotür – annähend gleiche Eigenschaften auf wie Stahl. Es hat beispielsweise eine vergleichbare Steifigkeit“, fasst Sören Scheffler, Gruppenleiter am IWU, zusammen. „Wir haben spezifische Umformtechnologien für Magnesium-Knetlegierungen entwickelt, damit sich der Leichtbauwerkstoff zukünftig serienmäßig für die Karosseriefertigung nutzen lässt.“ Wie lässt sich Material reduzieren? Welche recycelbaren und langfristig verfügbaren Werkstoffe kommen in Frage? Die Fraunhofer-Allianz autoMOBILproduktion bündelt die Kompetenzen von 17 Instituten, um die deutsche Automobilbranche bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen. Durch die thematisch komplementären Forschungsschwerpunkte der einzelnen Institute werden Innovationen entlang der gesamten Prozesskette der Fahrzeugherstellung schnell, ganzheitlich und nachhaltig realisiert. Die Allianz stellt sich den umweltpolitischen Herausforderungen wie Treibstoff- und CO2-Reduzierung, Elektromobilität und der Senkung des Materialeinsatzes und berücksichtigt dabei die wirtschaftlichen Aspekte – etwa den permanenten Druck zur Kostenreduktion. (em/bo) !

www.automobil.fraunhofer.de

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www.thermocomp.de

Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Schmidt

Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung an der TU Chemnitz. „Nur durch großserientaugliche Technologien lassen sich Faserverbunde für Leichtbauanwendungen kostengünstig herstellen, um so der wachsenden Nachfrage – vor allem aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie – gerecht zu werden“, ergänzt der Professor. Mit funktionsintegrierten Hybrid-Bauweisenkonzepten könne eine deutliche Gewichtsreduzierung der Endprodukte und damit die Senkung des Kraftstoffverbrauches und der CO2-Emission bei Fahrzeugen und Flugzeugen erreicht werden.


Leichtbau . 47

Nur durch groĂ&#x;serientaugliche Technologien lassen sich Faserverbunde fĂźr Leichtbauanwendungen kostengĂźnstig herstellen, um so der wachsenden Nachfrage â&#x20AC;&#x201C; vor allem aus der Automobilindustrie â&#x20AC;&#x201C; gerecht zu werden. Prof. Dr. Lothar Kroll, Leiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung an der TU Chemnitz

Light and Economical Lighter cars drive further. This applies to electric and hybrid vehicles, as well as vehicles with combustion engines. Numerous companies, institutes and universities across East Germany are investigating this topic. Whether textile composites or carbon fibre, new adhesives or different plastics â&#x20AC;&#x201C; the spectrum of technologies used in automotive manufacturing is constantly increasing. With the goal: lighter is more efficient.

=HLWIžUHLQHQ:HFKVHO Golf Trendline É&#x161;76,N: 36 WžULJ Kraftstoffverbrauch, l/100 km innerorts 7,0/auĂ&#x;erorts 4,6/kombiniert 5,5/CO2-Emission kombiniert 129 g/km Ausstattung: 5-Gang, elektrische Fensterheber, CD-Radio, Zentralverriegelung, Klimaanlage u. v. m.

In order to reduce the mass of vehicles, textile reinforced plastics such as carbon fibre, thanks to their light yet strong fibres, offer many advantages. Admittedly, the appropriate composite component technology is still lacking to allow large scale production. Having said that, the innovation forum â&#x20AC;&#x2DC;technologies for the mass production of textile reinforced, high performance, thermo plastic componentsâ&#x20AC;&#x2122; took place next door to Thuringia in the Chemnitz University of Technology at the end of June. In a project funded by the German Ministry of Education and Research, the platform was established to help develop a new generation of mass production technology for thermoplastic preforms. The innovation forum is intended to combine areas of competence and develop lasting alliances within the region.

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Schlussrate:

Lighter, more economical, cheaper â&#x20AC;&#x201C; ultimately that is the motto. And where possible also with electric drive systems. Car manufacturers have to fulfil lots of requirements. Researchers at the Fraunhofer autoMOBILproduktion alliance, whose offices are located in Chemnitz, support the manufacturers and develop, amongst other things, new light components for cars. One example is a car door made from magnesium, developed by the researchers at the Fraunhofer Institute for Machine Tools and Forming Technology (IWU). The door weighs a mere 4.7kg. In comparison, the steel version tips the scales at 10.7 kg. Why magnesium? â&#x20AC;&#x153;Magnesium is globally available in great quantities, it can be freely formed and when fashioned into structures, such as a car door, it displays similar properties to steel. For example it has a very similar stiffness,â&#x20AC;? summarises SĂśren Scheffler, team leader at IWU. â&#x20AC;&#x153;We have developed specific forming technologies for wrought magnesium alloys, which will allow the lightweight material to be used for car body manufacturing on the production-line in the future.â&#x20AC;? How can the amount of material be reduced? Which recyclable and readily available materials come into question? The Fraunhofer autoMOBI L Production Alliance combines the expertise from a total of 17 institutions, to support the German automotive sector in research and development. Due to the complementary research fields of each individual institution, innovations are quickly, holistically and sustainably implemented along the entire car manufacturing process chain.

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48 . Statements

„born-electric“ in Leipzig

Meilenstein im Zukunftsplan

Auf dem Weg zum Rekordjahr

Ebenso wie der BMW i3 wird auch der BMW i8 in Leipzig produziert werden. Dazu werden bis 2013 rund 400 Mio. Euro in neue Gebäude und Anlagen investiert und rund 800 Arbeitsplätze geschaffen.

Opel hat im Herbst 2010 entschieden, sein neues Kleinwagenmodell „Junior“ einschließlich einer künftigen Elektro-Version am Standort Eisenach zu bauen. Start der Serienproduktion wird im Jahr 2013 sein.

Volkswagen Sachsen sieht 2011 als Rekordjahr, sowohl für den Fahrzeug- als auch Motorenbau. Neben dem Golf und dem Passat wird ab 2013 auch der Golf Variant in Zwickau gebaut.

Mit der Einführung der neuen Submarke BMW i stärkt die BMW Group ihre Position als nachhaltigster Automobilhersteller. Die Fahrzeuge und Dienstleistungen von BMW i verfolgen einen revolutionären Ansatz: Sie sind maßgeschneidert für nachhaltige Mobilität mit Premiumanspruch. Damit bricht für die Automobilindustrie eine neue Ära der individuellen Mobilität an. Dafür steht BMW i – born electric! Beide Fahrzeuge sind maßgeschneidert für ihre alternativen Antriebe. Durch ihre innovative Architektur und die Verwendung von CFK kompensieren wir das Mehrgewicht der Batterien praktisch vollständig. (bo) !

www.bmw-i.de

Nick Reilly, GM Europe Präsident

Das ist ein weiterer Meilenstein in unserem Zukunftsplan. Die 90-Millionen Euro-Investition wird die Rolle von Eisenach in unserem europäischen Fertigungsverbund deutlich stärken. Und wir werden den Kunden ein attraktives Auto präsentieren können, das mit innovativer Technologie beeindruckt. Dank der Investitionen können die Eisenacher Arbeitsplätze für die kommenden Jahre als gesichert gelten. Dieses neue Fahrzeug ist ein wichtiges Element in unserer Wachstumsstrategie. Unser Werk in Eisenach hat eine hoch motivierte Belegschaft, welche Fahrzeuge in herausragender Qualität produziert. (bo) !

www.opel.de

Joachim Rothenpieler, Sprecher der Geschäftsführung Volkswagen Sachsen

Wir werden alles daran setzen, dass auch der Golf Variant made in Zwickau ein Erfolgsmodell wird. Gemeinsam mit der Automobilmanufaktur in Dresden will Volkswagen Sachsen seine Bedeutung als Premiumhersteller weiter ausbauen. Mit mehr als 70.000 Golf und Passat, rund 4.000 Luxuskarosserien und 230.000 Motoren im ersten Quartal ist Volkswagen Sachsen auf dem Weg zum besten Jahr der Firmengeschichte. Wir wollen hier eines Tages 300.000 Autos pro Jahr bauen und können bei den Luxuskarosserien in neue Dimensionen vorstoßen. In Chemnitz sollen neue Motorengenerationen Einzug halten. (bo) !

www.volkswagen-sachsen.de

Fotos: BMW AG, Torsten Silz/dadp, Volkswagen AG

Ian Robertson, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Marketing und Vertrieb


Automotive 2011 . 49

Anzeige: PORTEC GmbH

Neuartige verlorene Modelle für den Feinguss – Dienstleistungen für die Medizintechnik Wenn es um den Bau von Prototypen geht, ist die PORTEC GmbH aus Zella-Mehlis ein gestandener Partner sowohl der Forschung & Entwicklung als auch für die Vorserie. Dabei werden moderne generative Verfahren mit bewährten Gießtechnologien verknüpft.

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So baut das Unternehmen die für den Feinguss notwendigen verlorenen Modelle nicht nur in allen Größen aus Wachs, sondern mit geeigneten RapidPrototyping-Verfahren auch direkt aus Kunststoffen. Dabei kann ab sofort ein zusätzlicher, zum Ausbrennen optimier ter Baustil angeboten werden, deren photopolymerisches Material speziell für den Bau verlorener Formen geeignet ist. Damit wird die Palette verlorener Modelle erweitert, welche nicht nur an Feingießereien in den Bereichen Automobil- oder Luftfahrtindustrie, Medizintechnik oder Haushaltgeräte gelie-

fert werden, sondern auch dem Feinguss im eigenen Hause dienen. Somit können schnell und effizient Prototypen und Kleinserien aus unterschiedlichsten Legierungen bis hin zu Edelstahl gegossen werden. Stehen üblicherweise solche Modelle und Gussprototypen im Mittelpunkt des Leistungsangebotes, so sind es immer wieder neue Bereiche, die sich durch die Kompetenz der Mitarbeiter erschließen: So werden für einen Medizintechnik-Produzenten mittels generativer Rapid-Prototyping-Verfahren krankhafte Gefäßerweiterungen nachgebaut. Diese werden durch ein spezielles Verfahren so abgeformt, dass die Medizintechniker eine naturgetreue Abbildung des hohlen krankhaften Gefäßes erhalten. An diesem können spezielle medizintechnische Komponenten, Einwirktechniken oder Behandlungsszenarios vor dem klinischen Einsatz optimiert werden.

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50 . Automotive 2011

Volker Lange, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK )

Forderung nach Förderung Elektromobilität braucht Anreize Auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK ) favorisiert keine einzelne Antriebstechnologie. Dennoch begrüßt dessen Präsident Volker Lange das Programm der Bundesregierung zur Entwicklung der Elektromobilität, obwohl es ihm zu kurz greift. Der VDIK tritt dafür ein, dass bei der Förderung der Elektromobilität auf Technologieneutralität geachtet und das Potential dieser Technologien realistisch eingeschätzt wird.

nungsmotor (Benziner oder Diesel) wird allerdings auf absehbare Zeit weiterhin seine überragende Bedeutung behalten. Er wird in Verbindung mit Erdgas, Flüssiggas, biogenen Kraftstoffen und einer zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstranges noch deutlich in seiner Effizienz verbessert werden“ so Lange. Auch die Erhebungen seines Verbands bestätigen den massiven Aufwärtstrend der Branche. Das Wachstum im PkwAbsatz hielt im Mai 2011 weiterhin an. Mit 304.500 Neuzulassungen wurde ein Plus von 22 Prozent zum Vergleichsmonat des Vorjahres erreicht. Von Januar bis Mai 2011 sind rund 1,334 Millionen Neuzulassungen in Deutschland registriert worden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz damit um 13 Prozent. Positiven Einfluss auf den Wachstumskurs hat auch die starke Nachfrage nach Pkw mit Dieselmotor, der Anteil an den Neuzulassungen liegt wieder auf dem Niveau vor der Umweltprämie.

Foto: Leipziger Messe GmbH / Rainer Justen

Der in seiner Effizienz deutlich optimierte Verbrennungsmotor – zunehmend elektrifiziert und mit alternativen Kraftstoffen betrieben – werde, so Lange, noch über Jahre eingesetzt werden. „Die internationalen Fahrzeughersteller unterstützen das Ziel der Bundesregierung zur Entwicklung der Elektromobilität“, so Lange wörtlich. Seine Verbandsmitglieder haben die hohe strategische Bedeutung des Themas frühzeitig erkannt und verfügen bereits über marktreife Elektrofahrzeuge, PlugIn-Hybridfahrzeuge und Fahrzeuge mit Range Extender. Allerdings werde, so Lange weiter, ohne klare Anreizprogramme, beispielsweise in Form einer Förderung privater und gewerblicher Kunden von mindestens 5.000 Euro pro Fahrzeug, das ambitionierte Vorhaben von Kanzlerin Merkel keinen Erfolg haben. Dabei liegt Deutschland im internationalen Vergleich an letzter Stelle (siehe Grafik). Doch Lange sieht in der E-Mobilität vorerst nicht die Revolution der Antriebssysteme: „Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Der Verbren-


Automotive 2011 . 51

Ohne klare Anreizprogramme in Form einer Förderung privater und gewerblicher Kunden von mindestens 5.000 Euro pro Fahrzeug wird das ambitionierte Vorhaben von Frau Merkel keinen Erfolg haben. VDIK Präsident Volker Lange

Lange resümiert: „Die Flottenzulassungen haben sich erwartungsgemäß überdurchschnittlich entwickelt und die gewachsene private Nachfrage leistet einen erfreulichen Beitrag zum Gesamtergebnis.“ Der Nutzfahrzeugmarkt legte im Mai mit 30.000 Neuzulassungen um 35 Prozent zum Vorjahresmonat zu. An diesem Ergebnis sind die schweren Nutzfahrzeuge weiterhin überproportional beteiligt. Von Januar bis Mai 2011 liegt der Absatz im Gesamtmarkt mit einem Zuwachs von 27 Prozent auf rund 133.000 Einheiten auf gutem Kurs. Die internationalen Fahrzeughersteller werden also alle Technologien entwickeln und modular anbieten, so dass der Kunde seinen individuellen Mobilitätsbedarf befriedigen kann. Übrigens: Bei den alternativen Antriebsarten erreichte der Hybrid 2010 die Pole-Position und steigerte sich um 27 Prozent auf über 10.000 Neuzulassungen. Die japanischen Hybridpioniere führen das Feld mit 83 Prozent der Neuzulassungen an. Infolge der steigenden Bedeutung des Hybridantriebs erhöhen die VDIKMitgliedsunter nehmen ihren Marktanteil bei alternativen Antrieben von 55 Prozent in 2009 auf jetzt 60 Prozent in 2010. (em/bo) !

www.vdik.de

A Mixture of Drive Elements The Association of International Motor Vehicle Manufacturers (VDIK) also doesn't favour one specific drive technology above another. Still, their president Volker Lange welcomes the German governments programme for the development of electric mobility and additionally calls for the authorities to introduce financial incentives of 5000 Euros for both private and commercial customers. With a total of 304500 new car registrations in May 2011, an increase of 22% was achieved when compared to the same month the year before. From January until May 2011, approximately 1.334 million new cars were registered in Germany. The commercial vehicle market, with 30000 new registrations, gained 35% on the same time last year. From January until May 2011, total market sales were on the right track with an increase of 27% to 133000 units. Yet the combustion engine (either petrol or diesel) is still likely to keep its prominent position for some time to come. It's efficiency will improve dramatically in conjunction with natural gas, liquid gas, biofuels and a growing electrification of the drive-train.

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Quelle: BMU / VDIK

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Der VDIK fordert staatliche Anreizprogramme zur Anschaf fung von Elektroautos. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Förderung von Elektrofahrzeugen an letzter Stelle.

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52 . Automotive 2011

MAHREG Automotive

Vision „Auto - Mobilität 2.0“ für Sachsen-Anhalt In den vergangenen 125 Jahren wurden aus den damaligen kutschenähnlichen Motorwagen durch zahllose Entwicklungen bei Werkstoffen und Verfahren komfortable, sichere, schnelle Fortbewegungsmittel – eben Automobile. Autos sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr weg zu denken: Sie sichern die Verteilung von Gütern und den Zugang zu Beschäftigung, Bildung sowie Kultur.

Die Automobil- und Zulieferindustrie ist in Deutschland Job- und Innovationsmotor. Über 720.000 Menschen finden hier Arbeit. Diese Branche stellt mit fast 21 Milliarden Euro (2009) mehr als ein Drittel aller Forschungsaufwendungen der deutschen Industrie. Dies ist angesichts der globalen Herausforderungen dringend notwendig. Endliche Rohölvorkommen erfordern sparsame Motoren und neue Energiequellen. Die Klimaveränderungen rufen nach emissionsarmen Antrieben. Und für die wachsenden Mega-Cities sowie die aufstrebenden Wirtschaftsregionen der Dritten Welt müssen neue Mobilitätskonzepte entwickelt und realisiert werden.

Hier liegen die Chancen für die überwiegend kleinen und mittelständischen Zulieferer aus Sachsen-Anhalt. Sie haben weder die personellen noch die finanziellen Voraussetzungen, um sich an mehreren Forschungsaktivitäten der OEM zu beteiligen. Sie wollen aber auch weiterhin ihre Leistungen für die Autos der Zukunft vermarkten. In solche Querschnittsaufgaben wie dem Leichtbau, der Verbesserung der Verbrennungsmotoren, des Energiemanagements und der Prüfung von Speichersystemen können sich auch kleine innovative Zulieferer erfolgreich einbringen. Hier liegen die regionalen Ressourcen und Potenziale, die es auszubauen und zu stärken gilt. Im Leichtbau kann das Cluster MAHREG Automotive mit seinen Unternehmen und Aktivitäten auf zahlreiche Erfolge verweisen.

Motorblöcke von TRIMET Harzgerode

Insbesondere im Aluminiumguss wurden mehrere umfangreiche Entwicklungsprojekte marktwirksam gemacht, mit denen höher belastbare, dünnwandige und damit leichtere Komponenten für Fahrzeuge herstellbar sind. Diese Erfahrungen bringen die MAHREG Firmen in das Kompetenzcluster „Aluminium“ im ACOD ein, in dem die ostdeutschen Leichtmetallgießer ihre Potenziale bündeln und an gemeinsamen länderübergreifenden Projekten arbeiten. Noch besser lassen sich leichte Baugruppen herstellen, wenn die besten Eigenschaften von verschiedenen Werkstoffen in Hybridteilen kombiniert werden. Dies machte das BMBF-Innovationsforum „Hybridteile - Technologien für den Leichtbau“ deutlich. Über einhundert Experten aus Forschung, Entwicklung und Fertigung berichteten und diskutierten über die Möglichkeiten, Eigenschaften und Trends bei den verschiedensten Werkstoffkombinationen. Dabei gehen die Anwendungen weit über den Bereich der Faserverbünde hinaus, bei denen regionale Unternehmen sehr stark und sehr innovativ vertreten sind und in dem sich einige große deutsche Auto-

Fotos: MAHREG Automotive

Erfahrene Fachleute sprechen davon, dass „das Auto jetzt neu erfunden werden muss“ oder dass „die Zukunft des Autos jetzt beginne“. Noch zeichnet sich kein Königsweg ab. Die OEM setzen auf mehrere parallele Entwicklungen und Konzepte und planen dafür Milliarden an FE-Aufwendungen für die nächsten Jahre ein. Aus der weiteren Optimierung des Verbrennungsmotors werden Kraftstoffeinsparungen von bis zu 30 Prozent erwartet. Diese modernen Verbrennungsmotoren werden noch über Jahrzehnte Autos in ländlichen Gebieten über weite Strecken antreiben. Oder sie kommen als Range Extender in Hybridfahrzeugen für mittlere Reichweiten zum Einsatz. Brennstoffzellen ermöglichen sogar emissionsfreie Mobilität über mehrere hundert Kilometer. Reiner Elektroantrieb wird wegen der schweren Batterien noch den kürzeren Strecken vorbehalten bleiben. Allen Konzepten ist gemeinsam: Die elektrischen Energiespeicher sind (noch) zu schwer sowie zu teuer und alle Fahrzeuge müssen leichter werden.


Automotive 2011 . 53

!

www.mahreg.de

mobilisten aktuell stark engagieren und erhebliche Potenziale zur Gewichtsreduzierung sehen. Die Veranstaltung zeigte, dass durch innovative Fügetechniken, geschickte Verbünde aus Kunststoffen und Metallteilen Erhöhungen der Festigkeit und Reduzierungen der Masse erreichbar sind. Mit neuen Prüfverfahren lassen sich potenzielle Fehler sicher detektieren und so „Festigkeitsreserven“ erschließen sowie Gewichtspolster reduzieren. Hochleistungswerkstoffe, Präzisionsverfahren und verbesserte Prüfmethoden, unter anderem für neue Energiespeichersysteme sind die Schwerpunkte des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität IKAM in Barleben. Hier wird industrienahe Forschung für die regionalen Zulieferunternehmen betrieben. Ein anderer Teil auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) ist fokussiert auf Grundlagen- und angewandte Forschungen zu neuen Antriebstechniken sowie für eine erhöhte Energieeffizienz. In beiden Institutsteilen stellen Bund und Land der OvGU erhebliche finanzielle Mittel für umfangreiche modernste Ausstattungen zur Verfügung. Das Interesse der Unternehmen zur schnellen Nutzung dieser Anlagen und Einrichtungen ist groß. Im IKAM werden Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammenwirken und gemeinsam schnell neue Lösungen erarbeiten. Dazu wird auch das Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg (IGZ) mit seinen aktuellen Arbeiten beitragen. Das IGZ ist vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes SachsenAnhalt beauftragt worden, regionale Ressourcen und Potenziale zu den Themen „Elektro-Mobilität und Brennstoffzellen“ zu identifizieren und Entwicklungsschwerpunkte vorzuschlagen. Die ersten Erhebungen zeigen, dass die wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes intensiv eingebunden sind in die laufenden Entwicklungen der OEM und großen Systemzulieferer. Verkehrstelematik und Verkehrsleittechnik sind Forschungsfelder, in denen die OvGU, das Magdeburger Fraunhofer Institut IFF, das Institut für Automation und Kommunikation e.V. und andere ganz vorn dabei sind. Das Entwicklungslabor des Galileo-Testfeldes im Magdeburger Wissenschaftshafen bietet ihnen ausgezeichnete Bedingungen für praxisorientierte hochwertige Forschungen, die für mehr Sicherheit und weniger Energieeinsatz beim Fahren sorgen werden. Zur Energieerzeugung und zum Energiemanagement in Fahrzeugen forschen mehrere Institute der Universitäten und Hochschulen. Ihre Ergebnisse haben unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklungen der zahlreichen engagierten Unternehmen aus den Bereichen Leistungselektronik, elektrische Direktantriebe und Fahrzeugelektronik. In der Mikroelektronik bestimmen die OvGU mit der Forschungsplattform TEPROSA und das Hallenser Fraunhofer

Evaluator-HT Prüfstand von FuelCon

Institut IWM mit ihren Werkstoffentwicklungen und ihren optimierten Verfahren das hohe regionale Niveau. Weniger Gewicht und mehr Sicherheit werden auch von den polymerbasierten optischen Fasern (POF) erwartet, an denen an der Hochschule Harz geforscht wird. Andere sachsen-anhaltische Zulieferer sind anerkannte Kompetenzträger, unter anderem bei innovativen Aufladungssystemen, verbesserten Antriebswellen und neuartigen, leichten Federelementen. Für die Prüfung und den Langzeittest von Brennstoffzellen sind Anlagen eines Magdeburger Unternehmens weltweit gefragt. Andere Unternehmen sind beteiligt an der Herstellung der „Stacks“. Sie werden von den Erfahrungen und Entwicklungen des regionalen Anbieters von Prüf- und Testanlagen profitieren können. Die sachsen-anhaltischen Forscher und Fertiger sind an wichtigen (nicht an allen) Entwicklungen für das Auto der Zukunft aktiv beteiligt, so dass man auch in den nächsten Jahren sagen können wird: „In jedem Auto steckt ein Stück Sachsen-Anhalt“. Autor: C.-Friedrich Fahlberg, Clustermanager MAHREG Automotive


54 . Automotive 2011

Innovative Products ensure Long-term Success Opening message by Prof. Birgitta Wolff, Minister for Science and Economics in Saxony-Anhalt

Innovative Produkte sichern langfristige Erfolge Sachsen-Anhalt hat sich in den letzten 20 Jahren als hervorragender Investitionsstandort für inund ausländische Investoren etabliert. Auch namhafte Unternehmen aus der Automobilbranche haben dazu beigetragen, den Ruf Sachsen-Anhalts als erfolgreichen Industriestandort zu festigen. Das Thema Mobilität bewegt die Menschen immer wieder aufs Neue. Da ist es gut, dass auch in Sachsen-Anhalt Trends für das „Auto von morgen“ gesetzt werden. Dafür steht auch das derzeit im Aufbau befindliche Institut für Kompetenz in AutoMobilität IKAM. Ob Elektromobilität, Leichtbauweise oder Werkstoffanalyse – das mit 34,5 Millionen Euro vom Land finanzierte automobile Leuchtturmprojekt wird dazu beitragen, dass die zahlreichen kleinen und mittleren Zuliefererunternehmen durch eigene Forschung und Entwicklung technologisch in der ersten Liga spielen können. Denn fest steht: Nur durch innovative und wettbewerbsfähige Produkte und Prozesse wird die Branche langfristig erfolgreich sein. Der Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft ist dabei unerlässlich. Für diese enge Zusammenarbeit sorgt auch das Automobilzulieferernetzwerk MAHREG Automotive. Als zentrale Kooperationsplattform schmiedet es seit mehr als zehn Jahren Allianzen zwischen heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um Innovationen voranzubringen. Dies ist umso wichtiger, da sich Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile der zumeist mittelständisch geprägten Zulieferer im Land vielfach nur durch gemeinschaftliche Forschung und Entwicklung sichern und ausbauen lassen. Schließlich soll auch künftig in nahezu jedem deutschen Auto ein Stück Sachsen-Anhalt mitfahren. Birgitta Wolff Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt

The mobility theme drives people to new heights time and again. It is good that trends for the ‘car of tomorrow’ are being defined in Saxony-Anhalt. This is what the, yet to be completed, Institute of Competence in Automotive Mobility IKAM is designed for. Whether electric mobility, light construction techniques or material analysis – the state financed 34.5 million Euro automotive flagship project, will ensure that the countless small and medium sized suppliers are able to play in the major leagues based on their own research and development technologies. As one thing is certain: Only innovative and competitive products and processes in this sector will be successful in the long-term. A close alliance between science and business is vital to this. The automotive supplier network MAHREG Automotive is also responsible for this close collaboration. As the central cooperative platform, it has driven innovation by forging new alliances between domestic companies and research facilities for over 10 years now. This has become ever more important as competitiveness and market share of the mainly small and medium sized suppliers, can only be established and improved with joint research and development projects. After all, a piece of Saxony-Anhalt should be included in almost every future German car. !

www.sachsen-anhalt.de

Foto: Jens Schlueter/dapd

Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt

Over the last 20 years, Saxony-Anhalt has established itself as an attractive location for both do-mestic and international investment. Renowned companies from the automotive sector have consolidated the reputation of Saxony-Anhalt as a successful industrial location.


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Aluminium ist unsere Leidenschaft Wir entwickeln, produzieren, gießen, recyceln und vermarkten an den Standorten Harzgerode sowie Sömmerda das Metall mit Zukunft. TRIMET – mehr als Aluminium


56 . Automotive 2011

Automotive-Spezialist in der Zeitarbeit

Erfolgreiche Personalsuche Die Rekrutierung von Automotive-Personal erfordert detaillierte Branchenkenntnisse und umfangreiche Erfahrungen in der Personalarbeit. Als Full-Service-Anbieter und einer der fünf größten Personaldienstleister in Deutschland (Lünendonk-Studie) ist die AutoVision vor allem in der automotiven Branche der strategische Partner vieler Unternehmen für die Rekrutierung der gesuchten Fachkräfte.

Dabei setzen wir Qualitätsstandards. Die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft DNV (Det Norske Veritas) hat der AutoVision GmbH 2009 ein Qualitätsmanagement nach internationalem Standard bescheinigt und das Zertifikat nach DIN ISO 9001:2008 ausgestellt. Standards setzen wir auch mit unserem Tarifsystem: Gute Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeitssparte sind für die Auto Vision selbstverständlich. Mit der IG Metall ist ein stabiles Tarifgerüst entwickelt worden, das in der Branche heraus sticht. Kooperation mit ACOD Als Tochterunternehmen des Volkswagen Konzerns gehört die Automotive Branche zur Kernkompetenz der AutoVision. Gemeinsam mit der länderübergreifenden Initiative ACOD, deren Ziel die nachhaltige Entwicklung und Förderung der Automobilindustrie in Ostdeutschland ist, unterstützen wir Unternehmen beim Rekrutieren von Fachund Führungskräften. Für Kundenfir men und Bewerber wurde eigens ein Jobportal auf der Website www.acod.de implementiert. Erfolg hat einen Partner Heute ist die AutoVision mit 18 Niederlassungen in ganz Deutschland und vier Standorten in Europa vertreten. Nehmen Sie Kontakt auf mit unserer Niederlassung in Ihrer Region.


Automotive 2011 . 57

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Fraunhofer Institute IFF

Hinterland for Electric vehicles The automotive sector is characterised by change. An increasing number of electric cars are expected to dominate the world’s roads in the future. In addition to the development of new automotive technologies, the logistical hinterland, including the requisite supply concepts, is becoming a focus of research and development. The future integration of new electric vehicle networks in rural and urban infrastructures is a key issue. This has given rise to a completely new field of research for the Fraunhofer Insti tute for Factory Operation and Auto mation IFF in Magdeburg. According to the institute’s director Prof. Michael Schenk, instead of the development of new automotive technologies, its core expertise is the development of new vehicle management concepts, e.g. intelligent power supply systems for electric cars and the related logistics and communications. Future drivers will soon have to alter their opinion of the standing of electric cars. Yet, the absence of alternative options for everyday applications, e.g. “electricity charging stations” has been impeding the use of electric cars. At any rate, Schenk additionally sees the modification of infrastructures as the major challenge to successful implementation of electric vehicle networks. Only a network of academic, research and commercial partners will be able to eliminate present obstacles. For two years, fifteen research and industry partners have been prototyping an intelligent supply system and the logistics control system for a transport concept based on an electric vehicle network in the project “Harz.ErneuerbareEnergien-mobility'” or Harz.EE-mobility for short.

Hinterland für die Elektromobilität Die Automobilbranche ist vom Wandel geprägt – die „Elektro-Mobilität” belebt nicht nur als Wortschatz den Markt. Künftig sollen immer mehr Elektro-Autos weltweit die Straßen dominieren. Als Teil eines gänzlich neuen Verkehrs- und Energiekonzeptes stehen dabei die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die Nachhaltigkeit der Energiegewinnung im Vordergrund. Neben der Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien gestaltet sich das logistische Hinterland mit den notwendigen Versorgungskonzepten als Schwerpunkt in Forschung und Entwicklung. Dabei steht u.a. die Frage im Fokus, wie sich die neue e-Mobilität künftig in die ländlichen und urbanen Infrastrukturen einbinden lässt. Dies ergibt ein neues Forschungs-und Entwicklungsfeld für das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Dessen Kernkompetenz liegt dabei nicht in der Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien, sondern in der Entwicklung von Konzepten zum Fahrzeugmanagement – zum Beispiel für eine intelligente Energieversorgung der E-Mobile und der dazugehörigen logistischen und kommunikativen Prozesse, so der Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk (Foto rechts). Der Stellenwert der Elektromobile muss sich in den Köpfen künftiger Nutzer rapide ändern. Doch bisher mangelt es bei der Nutzung von Elektro-Mobilen noch an alternativen Möglichkeiten alltagstypischer Anwendungen – so wie zum Beispiel die „Strom-Tankstellen”. In jedem Fall ist die Anpassung der Infrastrukturen die wichtigste Herausforderung für eine erfolgreiche Einführung der Elektromobilität, so Schenk weiter. Nur im Verbund mit Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft lassen sich bisherige Hemmnisse beseitigen. Seit zwei Jahren entwickeln 15 Partner aus Wissenschaft und Industrie bei dem Projekt „Harz.ErneuerbareEnergien-mobility“ – kurz Harz.EE-mobility – prototypisch ein intelligentes Versorgungsnetz und die logistische Steuerung für ein auf Elektromobilität basierendes Verkehrskonzept. Das hier zentral beteiligte Fraunhofer IFF verant-

wortet insbesondere die Entwicklung der Mobilitätsleitwarte, der Fahrzeugkommunikation und des -managements inklusive der Steuerung aller damit verbundenen logistischen Prozesse. Außerdem obliegt ihm die Entwicklung der Datenverwaltung im gesamten EMobility-System. Mit Hochdruck wird an der Frage gearbeitet, wie die Steuerung der logistischen und elektrischen Prozesse für die Fahrzeuge aussehen muss, damit Nutzer sich möglichst frei mit ihnen bewegen können. Hier fließen auch bisher gewonnene Erkenntnisse aus dem Galileo-Testfeld SachsenAnhalt in den Ausbau eines Logistikkonzepts für die künftige Nutzung von Elektromobilen mit ein.

Die Anpassung der Infrastrukturen ist die wichtigste Herausforderung. Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk

Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung Sandtorstraße 22, D-39106 Magdeburg Tel.: +49 (0) 391 4090-0 E-Mail: ideen@iff.fraunhofer.de Internet: www.iff.fraunhofer.de


58 . Automotive 2011

SLM Kunststofftechnik GmbH SLM Kunststofftechnik GmbH

Success of the Team In January 1998 the SLM Kunststoff technik GmbH was founded. A mere 6 months later the injection moulding machines sprang into action in the first production hall. The success story started with a small team of five employees and seven injection moulding machines. Starting with a cable routing system for Volkswagen, the company has since thrived to become one of the leading automotive suppliers in Saxony-Anhalt.

The employees currently work in 3 shifts around the clock and plastic components are shipped around the world to China, India, South Africa and South America. The family run business has a team of approximately 195 permanent employees and a few subcontractors. A total of 10 apprentices are currently passing through the various departments and learning the internal processes. The plant has grown to 50 injection moulding machines, with a clamping force in the range of 35 tonnes to 1600 tonnes in the 1K and 2K area. In the 5 injection moulding halls, components as varied as cable routing channels, radiator grills and water-catching strips are produced in the 2K segment. In 2011 and 2012, further investments to the tune of 3 million Euros are planned. Additional products are already planned, to ensure that the company is able to widen its position in the market. The value added chain is to be increased and extended. A complete solution from a single source and an exceptional service for our customer is the key to success. In 2003 the company was elected ‘Company of the Year’, beating other established companies such as Halloren Schokola denfabrik and Rotkäppchen. In addition, in 2008 the company came second as ‘Investor of the Year’. And in 2010 they received the ‘Great Award for Small and Medium Sized Business’.

Erfolge des ganzen Teams Die SLM Kunststofftechnik GmbH wurde in Januar 1998 gegründet. Bereits sechs Monate später bewegten sich die ersten Spritzgussmaschinen in der ersten Produktionshalle. Mit einem kleinen Team von fünf Mitarbeitern und sieben Spritzgussmaschinen begann diese Erfolgsstory. Mit einer Kabelführung von Volkswagen hat sich die Firma mittlerweile zu einem der führenden Automotive-Lieferanten in SachsenAnhalt gemausert.

Derzeit wird in drei Schichten rund um die Uhr gearbeitet und die Kunststoff teile werden bis nach China, Indien, Südafrika und Südamerika verschifft. Das Team des Familienunter nehmens umfasst rund 195 Mitarbeiter und einige Leiharbeiter. Zehn Auszubildende befinden sich derzeit im betriebsinternen Durchlauf durch die verschiedenen Abteilungen. Der Maschinenpark ist auf 50 Spritzgussmaschinen angewachsen und das Spektrum deckt die Maschinengrößen 35to bis 1.600to Schließkraft im 1K und 2K Bereich. In den fünf Spritzgusshallen werden Kabelführungen, Kühlerschutzgitter sowie Wasserfangleisten im 2K Segment hergestellt. Für die Jahre 2011 und 2012 sind weite-

re Investitionen von rund drei Millionen geplant. Weitere Standbeine sind bereits in der Planung um sich für die Zukunft noch breiter im Markt aufzustellen. Die Wertschöpfung soll weiter erhöht und erweitert werden. Alles aus einer Hand und Full-Service für den Kunden sind die Schlüssel des Erfolges. 2003 ist das Unternehmen zum „Unternehmer des Jahres“ gekürt worden. Hierbei sind Unternehmen wie die Halloren Schokoladenfabrik und Rotkäppchen auf die Plätze verwiesen. 2008 kam dann ein zweiter Platz als „Investor des Jahres“ hinzu. Im Jahr 2010 folgte dann der „Große Preis des Mittelstandes“.


60 . Automotive 2011

Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen AMZ Saxony

Von der Idee zum Serienstart

From concept to SOP

Das Autoland Sachsen hat nach der Krise wieder deutlich Fahrt aufgenommen. Die im Freistaat ansässigen Automobilhersteller investieren kräftig. BMW baut das Werk Leipzig zum Kompetenzzentrum Elektromobilität aus. Porsche erweitert seine Fabrik für die dritte Baureihe aus der Messestadt - nach Cayenne und Panamera folgt die Fertigung des kleinen SUV Cajun. VW investiert in Zwickau und Chemnitz im Milliarden-Umfang.

The automotive manufacturers in Saxony are investing. BMW has modernised their plant to become an electric mobility centre of competence. Porsche is expanding their factory and VW is investing billions.

Die sächsischen Zulieferer profitieren einerseits von dieser Entwicklung durch eine weitere Einbindung in die Wertschöpfungsketten. Andererseits entbrennt ein Kampf um die besten Köpfe, denn die Engagements der drei OEM‘s sind mit der Schaffung von rund 2.000 neuen Arbeitsplätzen verbunden. „Sich gegenseitig die Fachkräfte abzuwerben, ist keine Lösung. Wir setzen vielmehr darauf, mit Industrie und Politik Wege für das Finden und Binden hochqualifizierter Mitarbeiter zu suchen. Ein Ansatz heißt, verstärkt auf erfahrene Beschäftigte zu setzen und deren Arbeitsfähigkeit auch wirklich bis zum Renteneintritt zu bewahren. Ein anderer lautet, jungen Absolventen den

sächsischen Mittelstand als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren“, erklärt AMZ-Projektmanager Prof. Dr. Manfred Bornmann eine wesentliche Aufgabe der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen AMZ, die seit 1999 in Projektverantwortung der RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung arbeitet. Neben der Personalarbeit bleiben Innovationen und Märkte Schwerpunkte. „Mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein, heißt unser Anspruch“, so der Manager. Das ist kürzlich bei einem der weltweit führenden Automobilzulieferer gelungen. Magna sucht für den Ausbau der Hybrid- und Elektrofahrzeugkompetenz stabile Partner. Säch-

sische Firmen konnten sich dank AMZ als „Türöffner“ vor Entwicklern, Einkäufern und weiteren Managern des kanadisch-österreichischen Automobilkonzerns präsentieren und bereits mit konkreten Anfragen nach Hause fahren. Auch der Sächsische Abend in Polen trägt bei, die Geschäftsbeziehungen zur Automobil geprägten Nachbar region Niederschlesien zu vertiefen. Ende Mai fand er bereits zum fünften Mal statt. Sachsen setzte auf Schloss Kraskow nahe Breslau den Themenschwerpunkt Elektromobilität und stellte die Kompetenzen des Freistaates in diesem Bereich einem interessierten Publikum vor. Autorin: Ina Reichel, AMZ Sachsen

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www.amz-sachsen.de

Foto: AMZ Sachsen

On the one hand, suppliers from Saxony are profiting from this development, due to the addition of a further link in the value added chain. On the other hand, a fight is now raging over the best minds in the business, because the commitments of the three OEMs will result in the creation of 2000 new jobs. AMZ have paved the way for other companies from Saxony to present to developers, buyers and other assorted managers of the Canadian/Austrian automotive group Magna. A number of these companies have been successful and returned with concrete enquiries. The Saxony evening in Poland has also contributed to a deepening of the business relationship with Lower Silesia, a region characterised by the car. The event took place for the fifth time at the end of May. Saxony decided on electric mobility as the main focus of the event at Castle Kraskow near Breslau and also presented Saxony's main areas of expertise.


Automotive 2011 . 61

automotive-mv Mecklenburg-Vorpommern

Kompetent Zuverlässig Innovativ

Competent, Reliable, Innovative

Der Name automotive-mv steht für ein ehrgeiziges und innovatives Netzwerkprojekt der Automobilzulieferer in Mecklenburg-Vorpommern. Es organisiert die gemeinsamen Aktivitäten der Branche im Nordosten Deutschlands. Hauptziele sind verbesserte Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung von Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Transfer, die Initiierung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie den Anschub von Verbesserungs- und Verbundprojekten.

The name automotive-mv represents a network project for the vehicle suppliers in Mecklenburg-Vorpommern. The network organises joint activities for the sector in the north-east of Germany.

At present, around 100 member companies with approximately 4500 employees generate a yearly turnover of 1.2 billion Euros. The members of automotive-mv deliver a remarkable performance in several respects. For example, in Rostock-Laage, TRW Airbag Systems produce over 25 million gas generators per year, which are at the core of all modern airbag systems. The company is supported by regional partners such as Flamm Precomp Laage and EcoNautic Systems in Dargun.

Foto: automotive-mv

Qualitätsprüfung bei der ml&s GmbH & Co. KG in Greifswald Mittlerweile erwirtschaften rund einhundert Unternehmen der Branche mit etwa 4.500 Mitarbeitern einen Umsatz von über 1,2 Milliarden Euro. Dazu gehören international tätige Konzerne wie auch viele kleine und mittelständische Produzenten. Mittelfristig befindet sich die Branche weiter auf Wachstumskurs – Investitionen in Produktionsflächen, moderne Fertigungsanlagen, Kommunikations- und Logistikstruktur sind geplant. Qualifizierte Facharbeiter, Techniker und Ingenieure sorgen für Flexibilität, Schnelligkeit und Innovation in den Fertigungs- und Logistikprozessen - weltweit konnten sich namhafte Kunden in der Automobilbranche davon überzeugen und profitieren von der Qualität und Zuverlässigkeit der

Zulieferer im Nordosten. Das Produktionsspektrum im Lande weist ein technologisch sehr anspruchsvolles Profil aus: moderne Klimatisierungs- und Heizsysteme, Airbag-Gasgeneratoren, innovative Aluminium-Kaltfließ-Komponenten, Präzisionsteile für hydraulische Komponenten und Kraftstoffeinspritzsysteme sowie hochmoderne Fahrzeuginformationssysteme und intelligente Verkehrsüberwachungssysteme. Die Mitglieder des automotivemv realisieren in mehrfacher Hinsicht Spitzenleistungen. So produziert die TRW Airbag Systems in Rostock-Laage jährlich über 25 Millionen Gasgeneratoren – die Herzstücke für moderne Airbagsysteme. Das Unternehmen wird dabei durch regionale Partner wie die

The automotive-mv is a member of the East German Automotive Cluster (ACOD). The cluster organises trans-regional network activities, together with other regional initiatives, within the East German States. A particular concern of the automotive sector in Mecklenburg-Vorpommern is to intensify research and development activity. Flamm Precomp Laage und EcoNautic Systems in Dargun unterstützt. Mit modernen Klimatisierungs- und Heizsystemen der Firmen Webasto und Spheros rüsten zahlreiche Hersteller ihre Fahrzeuge aus. Der automotive-mv e.V. ist Mitglied im Automobilcluster Ostdeutschland ACOD. Dort werden gemeinsam mit den anderen Initiativen die überregionalen Netzwerkaktivitäten in den Neuen Ländern organisiert. Ein besonderes Anliegen der Automotivebranche in Mecklenburg-Vorpommern ist es, die Aktivitäten in Forschung und Entwicklung zu intensivieren. Die Landesregierung unterstützt das Anliegen des Automotivenetzwerkes automotive-mv. (su/em) !

www.automotive-mv.com


62 . Fachkräfte

BDI-Mittelstandspanel stimmt durchweg optimistisch

Entspannte Bilanzsituation – gespannte Fachkräftesituation Anfang Juni hat der Bundesverband der deutschen Industrie e.V. (BDI) die Ergebnisse seines Mittelstandspanels in Berlin vorgestellt. Diese Befragung von mittelständischen Industrieunternehmen wird vom BDI zweimal pro Jahr durchgeführt und liefert repräsentative Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Unternehmen. Die nun 13. Befragung dieser Art lässt die Situation deutscher Industriefirmen durchweg positiv erscheinen.

An der Befragung hatten sich 1.057 Unternehmen beteiligt. Allein der Fachkräftemangel trübt die aktuell positive Grundstimmung. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich die Wirtschaft nach der Rezession 2009 rasch erholt hat, wobei ausschlaggebender Faktor der Export war. Aber auch die Binnennachfrage sei demnach wieder auf Erholungskurs. So liege die Einschätzung der Wirtschaftslage auf sehr hohem Niveau und auch die politischen Rahmenbedingungen erreichten einen neuen Höchststand. Negativ hingegen wirkten sich allerdings neue Risiken wie „die Staatsfinanzen einiger europäischer Länder, die Bewältigung der anstehenden Energiereform und die Folgen der Konflikte in den Ländern Nordafrikas“ aus, so der Wortlaut des Panels.

50plus – Projekt AGIL im Landkreis Sonneberg

JobCenter Landkreis Sonneberg Bahnhofstr. 44-48, D-96515 Sonneberg Tel.: +49 (0) 3675 - 8903 657 E-Mail: Jobcenter-Lk-Sonneberg@jobcenter-ge.de

Das AGIL-Team des Landkreises Sonneberg hat bereits im Juni 2011 eine Integrationsquote von 2/3 vorzuweisen. Die vom BMAS ins Leben gerufene „Perspektive 50plus“ wird in Südthüringen durch das Projekt AGIL (Ältere Gehen In Lohn) erfolgreich umgesetzt. Dabei kümmern sich die Projektvermittler vom JobCenter Landkreis Sonneberg um die gesamte Lebenssituation. Unkomplizierter und schneller Kontakt zu Arbeitgebern und Trägern ermöglicht den Vermittlern zeitnah auf die Bedarfe zu reagieren. Spezielle AGIL-Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer setzen weitere Anreize. Bereits bis Juni konnten so 60 Integrationen erreicht werden.

Foto oben:KIRCHHOFF Automotive GmbH - c/o KIRCHHOFF Witte GmbH

Arndt G. Kirchhoff, Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe und Vorsitzender des BDI-Mittelstandsausschusses

Konkret bewerten 54 Prozent der befragten Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als „gut“ beziehungsweise „sehr gut“. Hingegen sehen sich 16,8 Prozent in einer „schlechten“ wirtschaftlichen Situation. Die Selbsteinschätzungen der Firmen lassen auch für die kommenden Monate nur die Einschätzung: „Aufschwung“ zu, denn während immer noch 49,1 Prozent weiterhin positive Erwartungen haben, sinkt die Anzahl derer, die sich als in schlechter wirtschaftlicher Lage einschätzen, auf nur noch sieben Prozentpunkte. Der Saldo der Erwartungen, also die Differenz aus den positiven und negativen Einschätzungen, erreiche demnach wieder das Niveau der Vorkrisenzeit. Ganze 60 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten laut der Umfrage Umsatzsteigerungen. 2009 war es genau umgekehrt: 60 Prozent büßten hier Umsatz ein. Auch die Beschäftigungszahlen sehen gut aus. Der krisenbedingte Stellenabbau wurde gestoppt und ein leichtes Beschäftigungsplus wurde registriert. Ein Drittel der Firmen stellte wieder Personal ein. Ein Viertel will 2011 den Personaleinsatz weiter steigern. Genau an dieser Stelle wird es allerdings schwierig werden, denn neue Fachkräfte sind derzeit rar gesät. So griff etwa ein Viertel auf Leiharbeiter zurück, darunter vor allem größere Unternehmen und solche, die stark exportorientiert arbeiten. Arndt G. Kirchhoff, Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe und Vorsitzender des BDI-Mittelstandsausschusses, schrieb in einem Newsletter Ende Februar, dass die Gründe für den Fachkräftemangel schnell aufgezählt seien. „Das Bildungssystem bleibt hinter der Notwendigkeit zurück, allen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Der demografische Wandel verschärft die Situation. Und es wandern mehr qualifizierte Fachkräfte ab anstatt zu.“ Daher schlägt Kirchhoff vor, stärker auch auf ausländische Fachkräfte zu setzen. Allerdings


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Freitag, 16. September 2011 Messe Erfurt, CongressCenter

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64 . Fachkräfte

Unser Bildungssystem bleibt hinter der Notwendigkeit zurßck, allen eine gute Ausbildung zu ermÜglichen. Der demografische Wandel verschärft die Situation. Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI-Mittelstandsausschusses

mĂźssten dafĂźr zunächst politische Weichen gestellt werden. So mĂźsse das â&#x20AC;&#x17E;restriktive deutsche Zuwanderungsrecht fortentwickelt werdenâ&#x20AC;&#x153;. AuĂ&#x;erdem schlägt Kirchhoff ein Punktesystem vor, das an Qualifikation, Berufser fahrung und Sprachkenntnisse anknĂźpft. Auch sollte die Perspektive fĂźr ausländische Absolventen deutscher Hochschulen verbessert werden, die binnen eines Jahres nach Abschluss einen Job in Deutschland finden. In ThĂźringen gab es eine solche Debatte bisher nicht. Im Zuge der Allianz zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf, zu der sich Mitte Juni Vertreter aus Politik und Wirtschaft bekannten, waren eher LĂśsungsvorschläge, wie die ErhĂśhung der Frauenquote zu hĂśren. Und auch Wirtschaftsexperte Roland Berger, dessen Unternehmensberatung den Trendatlas fĂźr das ThĂźringer Wirtschaftsministerium erstellte, sagte im Februar anlässlich einer Veranstaltung in der ThĂźringer Staatskanzlei, dass drei Faktoren zur BegĂźnstigung der Fachkräftesituation beitragen kĂśnnen. Er nannte dabei die ErhĂśhung der Frauenquote an erster Stelle, aber auch das Potenzial älterer Arbeitnehmer sei nicht auĂ&#x;er Acht zu lassen. Als dritten Punkt zählte Berger die Reserve an jungen Menschen auf, die derzeit nicht beschäftigt seien, jedoch geschult werden kĂśnnten. Welche Wege auch immer beschritten werden, hĂśchstwahrscheinlich ist eine Mischung aus all den LĂśsungen am Ende notwendig, fest steht auch bei den Industrieunternehmen, dass dem Problem des aufkommenden Fachkräftemangels begegnet werden muss, wenn und vor allem weil die Konjunktur weiter anhält. (rw) www.bdi.eu

Positive Conclusions At the beginning of June, the Federation of German Industry (BDI) presented the findings of their Mittelstandspanel (panel of small and medium sized businesses) in Berlin. This survey of small and medium sized businesses is undertaken by the BDI twice a year, each Spring and Autumn and provides a representative insight into the economic situation of the companies interviewed. The 13th study of its kind appears to paint the current state of German industry in a positive light. A total of 1057 companies took part in the survey. The study comes to the conclusion that the economy has quickly recovered after the recession in 2009. A crucial factor of the upturn has been strong exports. Yet even domestic demand is once again on the road to recovery. The assessment of the current economic situation is generally very positive and the political conditions at present are also advantageous. However, the panel feel there are a number of new risks impacting negatively on the economy, such as â&#x20AC;&#x2DC;the state finances of a number of European countries, coping with the challenges of the impending energy reforms and the consequences of the conflict in North Africaâ&#x20AC;&#x2122;. 54% of the companies surveyed assess their economic state as â&#x20AC;&#x2DC;goodâ&#x20AC;&#x2122; or â&#x20AC;&#x2DC;very goodâ&#x20AC;&#x2122;. Conversely, 16.8% rate themselves as being in a â&#x20AC;&#x2DC;badâ&#x20AC;&#x2122; economic situation. The companiesâ&#x20AC;&#x2122; self-assessment of the next few months has in most cases resulted in the appraisal â&#x20AC;&#x2DC;upturnâ&#x20AC;&#x2122;. Whilst 49.1% still have positive expectations, the number of companies that feel they are in a poor economic situation has fallen to only 7%. The balance of expectations, by that we mean the difference between positive and negative assessments, has once again reached a similar level as pre-financial crisis times. A total of 60% of the surveyed companies noted an increase in turnover. In 2009 it was exactly the opposite, where 60% recorded a loss.

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Foto oben: KIRCHHOFF Automotive GmbH - c/o KIRCHHOFF Witte GmbH

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BDI-Mittelstandspanel Announce Optimistic Results


Fachkräfte . 65

Was den erfolgreichen Personalmanager ausmacht

Die Menschenerkenner – Wie man den passenden Kandidaten findet Fehlbesetzungen vermeiden! Ein guter Leitspruch. Kurz, einfach, prägnant und doch eine große Herausforderung. Denn wie findet man den richtigen Kandidaten für eine Position im Unternehmen? Genauer: Wie findet man den passenden Kandidaten? Denn darauf kommt es an. Stelle und Bewerber müssen passen, eine Symbiose bilden. Persönlichkeit des Bewerbers und Unternehmensziele müssen harmonieren. Das ist das A und O.

Foto: FMT international

Aber woher weiß man, wann es passt, wie vermeidet man eine Fehlbesetzung? Fragen, die sich jeder gute Personalverantwortliche stellen sollte, und Fragen, auf die Ronald May in seinem Buch „Die Menschenerkenner“ Antworten gibt. Ronald May ist ein international erfolgreicher Personalvermittler. Er steht für die „Werte orientierte Personalberatung“. Denn er legt nicht nur auf leistungsbezogene Parameter, sondern auch auf das persönliche Umfeld der Kandidaten und des Unternehmens Wert. Dabei hat er die Nachhaltigkeit seiner Arbeit stets im Blick. Das Ziel heißt langfristiger Erfolg. Und den hat May als Personalvermittler schon seit mehr als zehn Jahren. Vor kurzem erst rekrutierte er im Auftrag der Konzernzentrale die fast komplette Führ ungsmannschaft für einen größeren Autozulieferer in Thüringen. Und auch International ist er eine gefragte Größe, nicht umsonst leitet er als Vorstand seit 2010 die Personalberatung „fmt international“. May zeigt: Es kommt darauf an, dass jeder Mitarbeiter an dem für ihn richtigen Ort sitzt. Eine Fehlbesetzung kann heißen: Ein Kandidat an sich ist nicht schlecht, sondern falsch platziert. Ronald May weiß um die Faktoren, die so eine falsche Platzierung ausmachen können. In seinem Buch erklärt er verständlich und auf durchgehend unterhaltsame Art und Weise, warum es wichtig ist, sich mit allen Facetten der Personalplanung auseinanderzusetzen. May analysiert die Wege, die zu Fehlentscheidungen führen und deckt Fehlerquellen auf. Dabei erklärt er den

„Halo-effekt“ und dessen Folgen ebenso wie die „Pfadabhängigkeit“ und warum fachliche Koryphäen nicht unbedingt in Führungspositionen sitzen müssen. Er führt mit zahlreichen Fallbeispielen ein anschauliches Plädoyer für die Verantwortung, die der Personalentscheider für den einzelnen Menschen aber auch für das gesamte Unternehmen trägt. Der multiperspektivische Blick ist gefordert. Das Buch richtet sich aber nicht nur an die Personalerseite. Auch die Bewerber selbst können auf den zweihundert Seiten eine ganze Menge dazu lernen. Worauf achtet mein Gegenüber? Wie erkenne ich die richtige Stelle für mich?

Passe ich auch auf Dauer zum Unter nehmen? Denn Fehlbesetzungen können nicht nur dem Unternehmen schaden. (mü) !

www.fmt-international.de

Verlosung Der Wirtschaftsspiegel Thüringen verlost fünf Menschenerkenner-Exemplare. Teilnahme bis zum 31. Juli 2011 per E-Mail an: redaktion@wsthueringen.com


66 . Fachkräfte

Anzeige: GeAT AG

Zeitarbeitsunternehmen fördert die Verzahnung von Hochschule und Wirtschaft Vor nunmehr sechs Jahren war die GeAT AG mit Inhaber Helmut Meyer als 1. Auftragssponsor der Fachhochschule Jena ein Vorreiter in Sachen Kooperation von Unternehmen und zukünftigen Fachkräften. Heute ist sich Helmut Meyer sicher: „Es hat sich gelohnt“. Im Fachbereich Betriebswirtschaftslehre befassen sich die Studenten mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft.

mit dem Unternehmen sind und gern mit der GeAT AG zusammenarbeiten. Neben umfangreicher persönlicher und finanzieller Unterstützung half die GeAT AG nicht nur den Studierenden bei der Umsetzung ihres Projektes, sondern spendete pro beantworteten Fragebogen fünf Euro an die soziale Einrichtung „Liora“. Durch diese Aktion konnte ein namhafter Betrag an die ehrenamtlichen Helfer von „Liora“ übergeben werden.

„Die Studenten sind unsere Fachkräfte von morgen und somit unsere Zukunft. Gerade im theoretischen Studienalltag ist es wichtig, Praxisbezug herzustellen und Unternehmensabläufe kennenzulernen“, erklärt Helmut Meyer begeistert. In jedem Wintersemester wird durch die GeAT AG eine Lehrveranstaltung organisiert sowie finanziert, an

GeAT - Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung Thüringen Juri-Gagarin-Ring 152, D-99084 Erfurt Tel.: +49 (0) 361 - 5584612 E-Mail: vorstand-ef@geat.de Internet: www.geat.de

der neben Studenten des Fachbereichs Betriebswirtschaftslehre immer wieder Praktiker aus der Thüringer Wirtschaft teilnehmen. Zusätzlich findet in regelmäßigen Abständen, in Form von Projekten, eine Mitarbeiter- beziehungsweise Kundenbefragung seitens der Studenten der FH Jena in Zusammenarbeit mit der GeAT AG statt. So führten zwölf Studenten der Fachhochschule Jena des Fachbereichs Betriebswirtschaft, mit Studienschwerpunkt Personalwirtschaft, im Zeitraum vom Oktober 2010 bis Juni 2011 erneut eine Kundenzufriedenheitsanalyse in Form einer Befragung durch. Die durchaus erfreulichen Ergebnisse zeigten, dass die Kunden der GeAT AG sehr zufrieden

Die feierliche Übergabe der Studie zur Kundenzufriedenheit an die GeAT AG sowie die Spendenübergabe an „Liora“ fand am Dienstag, 7. Juni 2011, im Café Bauersfeld in Jena statt. Doch nicht nur die feierlichen Überreichungen standen im Mittelpunkt. Höhepunkt war die Unterzeichnung der offiziellen Verlängerung des Sponsoringvertrags um weitere fünf Jahre durch Frau Prof. Dr. Gabriele Bleibst, Rektorin der Hochschule und GeAT-Inhaber Helmut Meyer. Somit verfolgt die GeAT AG auch weiterhin ihr Vorhaben und unterstützt die größte Thüringer Fachhochschule. Damit ist die GeAT AG erster Langfristsponsor der FH Jena zum Wohle der Thüringer Wirtschaft und der FH-Absolventen, die rechtzeitig Kontakte zu Thüringer Fir men schließen können.


Neue Wege gehen.

Nicht jeder Schuh passt. Und manchmal muss man unkonventionelle Wege gehen, um den richtigen zu finden. Neugier, Begeisterungsfähigkeit und unser Anspruch, genauer hinzuschauen, bilden die Basis, um erfolgreiche Konzepte zu entwickeln und zu realisieren. Unsere Kunden wissen das längst zu schätzen. Und Sie?

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Nachgefragt . 69

Techniker Krankenkasse Landesvertretung Thüringen

Thüringer wünschen sich mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem Die neuen Länder blicken dieser Tage auf 20 Jahre Sozialunion zurück. Nach dem Vorbild der Bundesrepublik wird damals ein tiefgreifender Umbau der Sozialversicherung der DDR eingeleitet – begleitet von Skepsis und Euphorie gleichermaßen. Jeder zweite Ostdeutsche erwartet in dieser bewegten Wendezeit von einer Krankenkasse vor allem eine sorgfältige medizinische Betreuung, sachkundige Beratung sowie freie Arzt- und Krankenhauswahl.

Wie sieht es heute aus beim Thema Krankenversicherung, welche Standpunkte vertreten die Thüringer? Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) insgesamt 1.500 Menschen in den neuen Bundesländern befragt. Eine der großen Aussagen: Das Thema Krankenversicherung hat immens an Bedeutung gewonnen. Die Bundesbürger geben ein klares Votum für Wettbewerb ab – auch im Freistaat. Jeweils zwei Drittel der Thüringer rechnen dadurch mit höherer Qualität in der medizinischen Versorgung sowie mit Verbesserungen beim Service der Krankenkassen. Etwa jeder Zweite erhofft sich zudem Kosteneinsparungen durch besseres Management. Trotz des mehrheitlichen Wunsches nach mehr Wettbewerb sprechen sich 60 Prozent der Deutschen für eine Stärkung des staatlichen Einflusses im Gesundheitssystem aus. Auffallend häufig wünschen sich dies Bürger aus den östlichen Bundesländern (69 Prozent). Unter ihnen nimmt Thüringen mit 74 Prozent einen Spitzenplatz ein. Fazit: Grundsätzlich wollen die Bürger offenbar Wettbewerb und Wahlfreiheit – aber gleichzeitig auch eine gesicherte medizinische Grundversorgung in einem abgesteckten Rahmen, der vorgegeben und kontrolliert wird. Umso mehr seit den Erfahrungen der Jahre 2008 und 2009, als durch die Wirtschaftskrise der Staat genau in der Rolle des Rahmengebers gefordert wurde und als Kontrollinstanz agierte. Der Ruf nach staatlicher Kontrolle nimmt generell zu. 42 Prozent der Deutschen be-

grüßen, dass die Höhe des Krankenkassenbeitrages durch die Bundesregierung festgelegt wird, wie es beim Gesundheitsfonds der Fall ist. Im Schnitt häufiger wird dies erneut von den Menschen in den ostdeutschen Bundesländern gefordert (47 Prozent). Von der Bundesregierung wünschen sich die Thüringer, dass sie vor allem die finanziellen Belastungen der Versicherten senkt. 29 Prozent der Befragten sehen hier den dringendsten Handlungsbedarf. Ebenfalls wichtig: Die Regierung soll die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems sichern (zwölf Prozent) und sich mehr für ältere Bürger einsetzen (elf Prozent). Beide Werte

liegen signifikant über dem Durchschnitt unter den ostdeutschen Befragten sowie dem Bundesschnitt – beide Problemfelder sind also für die Thüringer drängender als für alle anderen. Auf Bundesebene sehen die Bürger eher Handlungsbedarf bei der Abschaffung der Zweiklassenmedizin: Ein Viertel der Deutschen nannte es als dringendstes Problem – in Thüringen nannte es nur jeder elfte. Nur sechs Prozent der Menschen im Freistaat nannten den Ärztemangel oder den Stellenabbau im Gesundheitswesen als Problem. Auf Bundesebene spielt das Thema sogar gar keine Rolle. !

www.tk.de/lv-thueringen


70 . Expertenrat

TU Ilmenau untersuchte die Arbeit der Förderinstitution

Gute Noten für die Bürgschaftsbank Thüringen Die Ergebnisse bescheinigen der Bürgschaftsbank Thüringen Kompetenz, Engagement und Transparenz. Ziel der Studie war es, Erkenntnisse über die Relevanz des Bürgschaftsangebots und die Arbeitsweise der Bürgschaftsbank Thüringen zu gewinnen. Dazu wurden 192 Mitarbeiter der Sparkassen, Volks- oder Raiffeisenbanken und Geschäftsbanken im Februar 2011 befragt. 93 Prozent gaben dabei an, gerne auf Bürgschaften im Kreditvergabegeschäft zurückzugreifen. Der überwiegende Teil nutzt vorrangig die Basisprogramme BBTclassic und BBTbasis. Das liegt zum einen an der Werthaltigkeit des Bürgschaftsinstrumentes für die mittelständische Wirtschaft im Freistaat.

Das Förderangebot wird vom Großteil der Befragten als gute und wirtschaftlich passende Lösung wahrgenommen. Auch die Flexibilität der Bürgschaftsbank Thüringen und die Unterstützung bei der Antragsbearbeitung wurden von den Befragten sehr geschätzt. „Bürgschaften sind ein sinnvolles und oft genutztes Finanzinstrument“, so Prof. Dr. Martin Löffelholz von der TU Ilmenau zu den Ergebnissen der Studie. Die Bürgschaftsbank Thüringen GmbH fördert den gewerblichen Mittelstand und

freiberuflich Selbstständige in Thüringen durch die Übernahme von bis zu 80-prozentigen Ausfallbürgschaften gegenüber Banken und Sparkassen für: kurz-, mittel- und langfristige Kredite der jeweiligen Bank oder Sparkasse Förderkredite, die banküblich zu besichern sind Betriebsmittelkredite (auch Kontokorrentkreditrahmen) Avale (zum Beispiel für Durchführungs- und Gewährleistungsbürgschaften)

Ausfallbürgschaften können auch gegenüber Leasinggesellschaften übernommen werden für: Leasing Mietkauf Ausfallbürgschaften sind immer dann gefragt, wenn für Finanzierungen wirtschaftlich vertretbarer Vorhaben keine hinreichenden Kreditsicherheiten gestellt werden können. Von einer Verbürgung ausgeschlossen sind bereits ausgereichte Kredite und Sanierungskredite.


Expertenrat . 71

Anzeige: Expertenrat Dahmen & Unger Rechtsanwälte

Sommerzeit – Reisezeit! Endlich – der Sommer ist da. So manchen zieht es prompt in die Ferne, am liebsten mit dem eigenen Auto. Viele Deutsche reisen mit ihrem eigenen PKW ins Ausland. Die Urlaubsfreuden wehren jedoch nur kurz, wenn es zum Unfall kommt. Was ist zu tun, wenn es tatsächlich kracht. Natürlich sollte auch im Ausland die Polizei zum Unfall hinzugezogen werden.

Da jedoch auch in anderen Ländern andere Sitten herrschen, ist jedoch zum Beispiel in Spanien Vorsicht geboten, da selbst bei kleineren Beulen die beteiligten Unfallfahrzeuge ruck zuck von der Polizei beschlagnahmt werden können. Wichtig ist, wie bei jedem Unfall, Name und Anschrift der Zeugen sowie die Daten des jeweiligen Unfallgegners inklusive dessen Autoversicherung aufzunehmen. Aber auch das Fertigen von Bildern mit der Digitalkamera oder Handy lohnt sich in jedem Fall. Ist die Schuldfrage ungeklärt, so kann der Geschädigte häufig Ersatzansprüche nur auf dem Rechtsweg verfolgen. Bis zum Jahr 2008 war es im Regelfall so, dass Ersatzansprüche im Ausland vor dem dort zuständigen Gericht geltend gemacht werden mussten. Das neue Recht eröffnet dem Geschädigten die Möglichkeit, auch bei Unfällen im Ausland an seinem für seinen Wohnsitz zuständigen Gericht die Ersatzansprüche geltend zu machen. Zu beachten ist, dass ausländische Versicherer bei Unfällen nicht die gleichen Schadensersatzleistungen erbringen wie deutsche Versicherer. Sinnvoll ist bereits zu jeder Reise ins Ausland, dies gilt auch für einen eventuellen Kurztrip, einen „Europäischen Unfallbericht“ mitzunehmen. Dieser Unfallbericht ist gleich in mehreren Sprachen gehalten. … und Tschüss! Wenn früh am Morgen die Werksirene nicht mehr dröhnt und die Stechuhr beim Stechen nicht mehr lustvoll stöhnt, dann liegt es vielleicht daran, dass der Betrieb oder jedenfalls ein Teil

von ihm geschlossen wurde. Ein Szenario, was gerade in Krisenzeiten der Automobilindustrie immer wieder diskutiert wurde. Bei einer solchen Situation scheint eine betriebsbedingte Kündigung des Arbeitgebers auf den ersten Blick einleuchtend zu sein; doch hat das Arbeitsrecht vor die unternehmerische Entscheidung noch die Urteile des Bundesarbeitsgerichtes gestellt. Und die fordern für die Wirksamkeit einer solchen Kündigung neben der Sozialauswahl – bei mehr als zehn Arbeitnehmern – auch einen Nachweis, dass der Arbeitsplatz des Betroffenen tatsächlich weggefallen ist, was zumeist einen tiefen Blick in die „Seele“ des Unternehmens erfordert. So hat das Bundesarbeitsgericht in einer aktuellen Entscheidung zum Abbau einer Hierarchieebene ausgeführt, dass der Arbeitgeber darlegen muss, dass das verbliebene Personal die bisherigen Aufgaben des entlassenen Mitarbeiters mit bewältigen kann, ohne dass hierzu besondere zusätzliche Anstrengungen notwendig sind. Um dem zu genügen, empfiehlt es sich deshalb für den Arbeitgeber, nicht nur exakte Stellenbeschreibungen vorzuhalten, sondern auch die zeitlichen Umfänge der jeweiligen Tätigkeiten zu erfassen und ein Konzept vorzulegen, wonach das gesamte Aufkommen zukünftig durch das vorhandene Betriebspersonal erledigt wird. Eine Beratung vor Ausspruch der Kündigung tut da meistens Not. Anderenfalls droht ein Urteil zu Lasten des Arbeitgebers und dem bleibt dann nur noch die Flucht in einen teuren Abfindungsvergleich.

Rechtsanwälte Thomas Dahmen und Thomas Unger Mit zwei Rechtsanwälten sowie einer Rechtsanwaltsfachangestellten und einer weiteren Mitarbeiterin stehen Thomas Dahmen und Thomas Unger ihren Mandanten als Gemeinschaftskanzlei seit September 2006 zur Verfügung. Der Standort Gotha existiert bereits seit dem Jahr 2006.

Dahmen & Unger Rechtsanwälte Gartenstraße 34, D-99867 Gotha Tel.: +49 (0) 3621 - 4044 00 Fax: +49 (0) 3621 - 4044 01 E-Mail: dahmen-unger@t-online.de Internet: www.dahmen-unger.de


DR. ANDREAS BARG wurde vom Vorstand des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V., Landesverband Ost, in seiner konstituierenden Sitzung im Mai einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Damit steht der Fünfzigjährige auch für die kommenden drei Jahre an der Spitze des VDMA Ost. Barg, der neben dem VDMA Ost in weiteren Vorstands- und Beirats-Gremien Mitglied ist, fungiert seit 2003 als Geschäftsführer der MWL APPARATEBAU GmbH GRIMMA und der Hertel GmbH Leipzig. Ebenso ist er Leiter der Business Unit Equipment innerhalb der Hertel Group Rotterdam. Im ersten Quartal 2011 hatte der Landesverband VDMA Ost 350 Mitglieder. (em/mü)

Sylke Schröder

Dr. Andreas Barg

SYLKE SCHRÖDER, Vorstandsmitglied der EthikBank, ist in den Senat der Deutschen Umweltstiftung berufen worden. Das Gremium hatte sich erst in diesem Mai in Berlin konstituiert. Ziel des Senates ist es, die Wende zu einer nachhaltigen Wirtschaft gemeinsam mit der Zivilgesellschaft zu erreichen. Mit dem Senat hat die Deutsche Umweltstiftung im Mai ein Gremium gegründet, welches nachhaltige Unternehmen vernetzen will und konkrete Projekte bearbeiten soll, um die Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften zu verbessern. Der Senat versteht sich als Stimme der nachhaltigen, mittelständischen Wirtschaft. Schröder ist eines von sieben Senatsmitgliedern. (em/mü)

THOMAS WAGNER ist ab sofort der neue Vorsitzende des Verwaltungsrats der Bürgschaftsbank Thüringen. Wagner, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altenburger Land, tritt die Nachfolge von Paul Otto an. Dieser hatte sein Amt nach mehr als zehn Jahren gesundheitsbedingt abgegeben. Mit Thomas Wagner steht erneut ein Vertreter der Sparkassen-Organisation in Thüringen an der Spitze des BBT-Verwaltungsrates. Im vergangenen Jahrzehnt konnte das Geschäft mit den Sparkassen im Freistaat und der Helaba deutlich intensiviert werden. Der Anteil am Gesamtgeschäft liegt seit mehreren Jahren bei 40 Prozent und mehr. (em/mü)

Thomas Wagner

Foto: LEG Foto: Fraunhofer IOF

Am 12. Mai bekam PROFESSOR ANDREAS TÜNNERMANN als „herausragender Forscher und Impulsgeber für die optische Industrie in Thüringen“ von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht den Thüringer Verdienstorden verliehen. Der 1963 in Ahnsen (Niedersachsen) geborene Tünnermann ist seit 1998 Direktor des Institutes für Angewandte Physik an der Friedrich-Schiller Universität Jena und seit 2003 auch Direktor des Fraunhofer Institutes für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena. Ebenso ist er als renommierter Physiker Mitglied der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft und in zahlreichen Beiräten, Programmausschüssen und Direktorien engagiert. (em/mü)

Foto: VDMA Ost

Prof. Andreas Tünnermann

Dr. Markus Liemich

Foto: EthikBank

DR. MARKUS LIEMICH ist neuer Leiter des Kontaktbüros der Landesentwicklungsgesellschaft in der russischen Hauptstadt. Seit 1997 ist der gebürtige Thüringer Liemich jetzt in Moskau tätig. Nachdem er mehrere Jahre für deutsche Unternehmen in Russland arbeitete, betreibt er dort heute die Firma JPS GmbH, die in den Bereichen Unternehmensberatung, Auslandsmanagement und Marketingberatung tätig ist. Die Hauptaufgaben des LEG-Kontaktbüros bestehen darin, Thüringer Firmen dabei zu unterstützen, den russischen Markt zu erschließen, Geschäftspartner zu finden und Kontakte zu wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern und Verbänden zu knüpfen. (em/mü)

Foto: BBT

Axel Klug

Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland hat mit AXEL KLUG (51) einen neuen Vorsitzenden. Der Direktor Region Ost der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH wurde im Mai einstimmig als Nachfolger von Prof. Dr. Georg Frank gewählt. Klug ist seit 22 Jahren als Manager in verschiedenen Management- und Führungspositionen für die Air Liquide Deutschland GmbH tätig. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf produziert und liefert technische und medizinische Gase und bietet damit verbundene Services und Technologien für mehr als 50 verschiedene Branchen an. Die von Axel Klug seit 1999 geleitete Region Ost umfasst die Standorte Leipzig, Berlin und Erfurt. (em/mü)

Foto: Mitteldeutschland GmbH

72 . Personalien


DR. BÄRBEL VOIGTSBERGER feierte im Mai ihren sechzigsten Geburtstag. Als Vorstandsmitglied des MNT e.V. und stellvertretende Institutsleiterin des Fraunhofer-Institutes für Keramische Technologien und Systeme IKTS Hermsdorf, wurde der Jubilarin zudem im Frühjahr die Böttger-Medaille verliehen. Damit wurde das langjährige Wirken von Voigtsberger sowohl als stellvertretende Vorsitzende und Mitglied des Präsidiums der DKG als auch als Mitglied des Gemeinschaftsausschusses „Hochleistungskeramik“, dessen Vorsitz sie seit Ende 2010 innehat, gewürdigt. Die Plakette ehrt besondere Erfolge in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Keramikindustrie. (em/mü)

Dr. Michael Mertin

Dr. Bärbel Voigtsberger

Der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, DR. MICHAEL MERTIN, ist erneut in das Präsidium des Wirtschaftsrates der CDU in Berlin gewählt worden. Dr. Mertin, der dem Präsidium des Wirtschaftsrates bereits in den vergangenen zwei Jahren angehörte und damit jetzt in seinem Amt bestätigt worden ist, ist zugleich stellvertretender Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates in Thüringen. Der Wirtschaftsrat der CDU ist ein bundesweit agierender unternehmerischer Berufsverband mit rund 12.000 Mitgliedern. Er wurde 1963 gegründet und fühlt sich den Idealen und Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft des Ludwig Erhard verpflichtet. (em/mü)

DR. ADOLF SCHWEER (52) ist seit Anfang Juni neuer technischer Geschäftsführer des enviaM-Netzbetreibers envia Verteilnetz GmbH (envia NETZ), Halle (Saale). Schweer löst Prof. Dr. Wolfgang Gallas ab, der zum 31. Mai 2011 in den Ruhestand gegangen ist. Der in Hamm geborene Schweer verfügt über langjährige berufliche Erfahrungen im Netzgeschäft. Der promovierte Diplom-Ingenieur war in verschiedenen leitenden Funktionen im Netzbereich des RWE-Konzerns tätig. Seit dem 1. November 2009 ist Schweer Geschäftsführer des enviaM-Netzdienstleisters envia Netzservice GmbH (envia NSG), Kabelsketal. (em/bo)

Dr. Adolf Schweer

Foto: TMWAT Foto: enviaM

DR. BERND WIDERA ist neuer Vorsitzender des enviaM-Aufsichtsrates. Der 52-jährige Jurist wurde in der Sitzung des Aufsichtsrates am 4. Mai in Chemnitz zum Nachfolger von Dr. Rolf Martin Schmitz gewählt, der diese Funktion seit 2009 ausübte. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende ist als Mitglied des Vorstandes der RWE Deutschland AG, Essen, verantwortlich für das Ressort Vertrieb und Regionalgesellschaften und damit auch für enviaM. Vor Übernahme dieser Aufgabe war Widera seit dem Jahr 2000 in verschiedenen Vorstandsfunktionen bei Gesellschaften des RWE-Konzerns tätig; zuletzt als Vorstand Finanzen und Risikomanagement bei der RWE Vertrieb AG, Dortmund. (em)

Foto: Fraunhofer IKTS

Dr. Bernd Widera

Wieland Kniffka

Foto: Jenoptik

Die Messe Erfurt AG bekommt zum 1. Januar 2012 einen neuen Geschäftsführer: Der 44jährige WIELAND KNIFFKA wird die Nachfolge von Johann Fuchsgruber antreten. Kniffka absolvierte in Bremen eine akademische Ausbildung zum Kommunikationswirt und kann heute auf mehr als zwanzig Jahre Berufserfahrung, davon rund 18 im Messewesen, zurückblicken. Dabei agierte er unter anderem als Assistent des Geschäftsführers der Leipziger Messe GmbH, als Projektleiter Industriemessen bei der Leipziger Messe GmbH und ist momentan noch als Geschäftsführer der Messeveranstalter K&R Messe (Karlsruhe) und H&K Messe (Stuttgart) tätig. (em/mü)

Foto: enviaM

RA Thomas Dahmen

Sein 15. Kanzlei-Jubiläum beging Rechtsanwalt THOMAS DAHMEN in diesem Frühjahr. Dahmen, der auch Mitbegründer des AMADEO Mediennetzwerkes Thüringen sowie Vorsitzender des Programmbeirates eines privaten Radiosenders in Thüringen ist, eröffnete vor 15 Jahren sein erstes Büro, und ist heute sowohl im Arbeits- und Mietrecht, im Familien- und Verkehrsrecht sowie im Urheber- und Medienrecht eine renommierte Anlaufstelle. Nach einer zwischenzeitlichen Sozietät Dahmes in Köln besteht seit 2006 die Kanzlei Dahmen und Unger mit Rechtsanwalt Thomas Unger in Gotha. Diese wird ab Januar 2012 auch eine Zweigstelle in der Thüringer Landeshauptstadt haben. (mü)

Foto: Dahmen & Unger

Personalien . 73


74 . Messen und Veranstaltungen

Impressum

Das Wirtschaftsmagazin für Thüringen

Messe Leipzig

Diese Ausgabe wurde erstellt in Kooperation mit dem Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt.

Mitteldeutscher Messe-Dreier verzeichnet Zuwachs AMITEC, AMICOM und AMISTYLE sind erfolgreich zu Ende gegangen. Insgesamt kamen Anfang April dieses Jahres 41.500 Besucher auf das Leipziger Messegelände und sahen die Innovationen der 315 Aussteller aus über 20 Ländern. Die nächsten automobilen Messen gibt es in Leipzig im kommenden Jahr. Vom 2. bis 10. Juni erwartet die Besucher die im Jahr 2012 einzige internationale Automobilausstellung in Deutschland.

Herausgeber Meier Verlags-GmbH Geschäftsführer: Jürgen Meier Josef-Ries-Str. 78, D-99086 Erfurt Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Internet: www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com Sitz der Gesellschaft: Niedererbach Weitere Verlagsprodukte

Redaktion Kontakt: redaktion@ws-thueringen.com Chefredakteur: Daniel Bormke (bo) Tel.: 0361 55048467 E-Mail: d.bormke@ws-thueringen.com Sascha Uthe (su) Tel.: 0361 55048466 E-Mail: s.uthe@ws-thueringen.com René Weigel (rw) Tel.: 0361 55048662 E-Mail: r.weigel@ws-thueringen.com Caroline Brand (br) Manuela Müller (mü) Eric Neumann (en) externe Mitteilungen (em) weitere Autoren dieser Ausgabe Ina Reichel, C.-Friedrich Fahlberg

„Das Trio aus AMITEC, AMICOM und AMISTLE hat gezeigt, dass automobile Veranstaltungen der Leipziger Messe für unsere Aussteller eine optimale Plattform für erfolgreiche Geschäftsabschlüsse sind“, ist Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe, mit den fünf Messetagen zufrieden. Auch VDIK-Präsident Volker Lange ist überzeugt: „Der diesjährige Dreier war für mich das ideale Warm-up für die kommende Auto Mobil International/AMITEC im Juni 2012.“ AMITEC und AMICOM weisen ein internationales und überregionales Einzugsgebiet auf. 91 beziehungsweise 75 Prozent der Besucher legten einen Anreiseweg von mehr als einhundert Kilometern zurück. Der Anteil des internationalen Fachpublikums lag beispielsweise bei der AMICOM bei 34 Prozent. Zudem gaben 91 Prozent aller Besucher an, die Messen im kommenden Jahr wieder besuchen zu wollen. VDIK-Chef Lange resümiert: „Es wer-

den alle Anstrengungen unternommen, um die nationale und internationale Bedeutung der einzigen internationalen Automesse in den geraden Jahren weiter auszubauen.“ Mit dem Wechsel in den Zwei-JahresRhythmus positioniert sich die AMI als einzige internationale PKW-Messe in Deutschland in den geraden Jahren. Vom 2. bis 10. Juni 2012 präsentiert die Automobilbranche ihre Fahrzeuge und Innovationen auf der Leipziger Messe. Mit dieser Neu-Ter minierung ordnet sich die AMI optimal in den internationalen Messekalender ein und etabliert sich als Standort für zahlreiche Weltund Europapremieren. In Kombination zur AMI findet die AMITEC rund um Fahrzeugteile, Werkstatt und Service statt. Die AMICOM lädt nach intensiver Abstimmung mit der Branche vom 29. März bis 1. April 2011 ein. (em/bo) !

www.ami.de

Redaktionsschluss dieser Ausgabe 21.06.2011 Titelbild Siemens-Pressebild Layout s.a.m. DieAgentur GmbH, Halle (S.) Druck Druckhaus Gera GmbH, Gera Assistenz der Geschäftsführung/Büroleitung Juliane Kummer Vertriebsleitung/Abonnenten-Service Tel.: 0361 6019132 Fax: 0361 5504466 E-Mail: wirtschaftsspiegel@ws-thueringen.com Werbefachberater Nordthüringen Jürgen Barkewitz Tel.: 0170 7973516 E-Mail: j.barkewitz@ws-thueringen.com Ostthüringen Steffen Wolfram Tel.: 0177 2356218 E-Mail: s.wolfram@ws-thueringen.com Südwestthüringen Andreas Lübke Tel.: 0173 6825207 E-Mail: a.luebke@ws-thueringen.com Mittelthüringen Anett Greyer Tel.: 0170 2907407 E-Mail: a.greyer@ws-thueringen.com Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Einzelpreis: 4,50 Euro Jahresabonnement: 29,50 Euro ISSN: 2190-409X Der nächste Wirtschaftsspiegel Thüringen erscheint in der 31. KW 2011 Druckunterlagenschluss: 19.07.2011

Foto: Leipziger Messe GmbH / Rainer Justen

Eröffnung des Messetrios: Martin Buhl-Wagner (Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH), Burkhard Jung (Oberbürgermeister der Stadt Leipzig), Sven Morlok (Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Dr. Deliane Träber (Geschäftsbereichsleiterin der Leipziger Messe GmbH), Volker Lange (Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller) und Matthias Kober (Projektdirektor des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller)



Wirtschaftsspiegel Thüringen 03/2011