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Ö ster re ic h i sc h e Post AG / S po n so r in g . Post | GZ 07 Z 037545S | Be n a c h ric h t ig u ng s posta mt 1 030 Wie n | Wi r tsc h a f ts i m p u l s

Ihr persönlicher Wir tschaftsbund-Branchenimpuls

Wien ist anders … Die Stadt hat im Bereich Gewerbe und Handwerk einen Lieblingsunternehmer auserkoren. Und gefährdet damit Tausende redlich arbeitende Betriebe. Von Peter Kluhs. In den Sonntagsreden der Stadtpolitik ist stets von der starken Partnerschaft zwischen der Stadt und Wiens Wirtschaft die Rede. Es ginge doch schließlich um den Wirtschaftsstandort, sichere Jobs, und so weiter … Für Fliesenleger dürfte das nicht mehr stimmen. Unsere Betriebe – über viele Jahre treue, verlässliche und vor allem kompetente Partner der Stadt – sind im Rathaus offenkundig nicht mehr erwünscht. Denn Wiener Wohnen betreut 220.000 Gemeindewohnungen und vergibt Rahmenaufträge für alle Gewerke. Nur nicht mehr für uns. Zum Zug kommt regelmäßig Wiens „Lieblingsunternehmer“ Ernst Wiltschko samt dessen weit verzweigte Firmenkonstruktionen.

Millionenaufträge für Billigstbieter Wie das geht? Ganz einfach. Seine Betriebe unterbieten die von der Stadt Wien errechneten Richtwerte um 40 Prozent und sichern sich so Aufträge in Millionenhöhe aus dem Rathaus. Laut einem Gutachten sind die abgegebenen Preise wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und müssten dementsprechend ausgeschieden werden. Der Vergabekontrollsenat der Stadt versucht freilich seinerseits mit allen Mitteln die Beautragung zu bestätigen. Die Wiener Handwerksbetriebe sind fassungslos und fragen nach einem „warum“. Ein Beispiel: Bei unserem Gewerk wurden 48

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Lose zu je knapp 1 Million Euro für drei Jahre ausgeschrieben. 27 (!) Lose sicherte sich die Wiltschko-Firmengruppe, die als Pfeiler + Lawi ins Rennen ging. Höchst interessant ist die Beauftragung von sieben Losen an die Firma Lawi, die bei Angebotsabgabe keine Fliesenleger beschäftigt hatte. Die Arbeiten werden dann hauptsächlich von Subunternehmern ausgeführt, die ihrerseits wieder ausländische Arbeitnehmer beschäftigen, die durch Schulungsprojekte gefördert werden. Lesen Sie bitte weiter auf Seite 2.

Fortsetzung von Seite 1 Keine Antwort der Politik Nach einer Anfrage an Bürgermeister Häupl verwies uns dieser an den zuständigen Wohnbaustadtrat Ludwig. Doch auch dieser wollte (oder konnte) uns bei den unverständlichen Vergabeverfahren nicht die entsprechenden Auskünfte erteilen. Die Folge: Unsere Betriebe beschäftigen Facharbeiter, bilden Lehrlinge aus, liefern Top-Qualität zu marktüblichen Preisen und zahlen Monat für Monat auch brav alle Abgaben an die Stadt. Das zählt jedoch offenbar wenig. Und bringt unsere Betriebe zunehmend in ernste existentielle Probleme. Wer ständig an Billigstbieter, die ihrerseits Subunternehmer auspressen oder gar ruinieren, vergibt, für den sind Handwerksbetriebe offenkundig nicht mehr erwünscht.

Übrigens: Ernst Wiltschko sitzt für den SP-Wirtschaftsverband neuerdings auch im Innungsausschuss der Steinmetze. Seine Netzwerk im Rathaus dürfte ihm auch dort bei öffentlichen Aufträgen behilflich sein.

Ausgeschriebene Auftragssummen Wiener Wohnen: Bodenleger: derzeit unbekannt Maler: EUR 158.785.613,47

Losbeschränkung rasch einführen! Unsere Forderung, die sich im übrigen mit der von Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank und Stadtbaudirektorin Brigitte Jilka deckt: Die rasche Einführung einer Losbeschränkung – damit kämen endlich auch viele kleine Unternehmen zum Zug.

Fliesenleger: EUR 48.149.214,97 Tischler: EUR 93.079.998,29 Glaser: EUR 1.989.600,00 Quelle: Amtsblatt der Stadt Wien

Wer also etwas für Wiens Handwerk tun will ist aufgefordert, rasch das Vergabesystem zu überdenken. Damit unser Handwerk nicht in den Ruin getrieben wird!

Verbesserungen in Sicht Verstärkte Koordination und laufende Kontakte mit Rauchfangkehrermeistern sollen Erleichterungen für Hafner bringen. Altinnungsmeister Stiasny hat ja bekanntlich nicht nur einen Hafner- und Fliesenbetrieb, er ist auch Rauchfangkehrermeister. Da sowohl er als auch ich immer wieder mit der Situation konfrontiert waren, dass Rauchfangkehrer in verschieden Bezirken unterschiedlich „streng“ Gesetze auslegen bzw. „interpretieren“, (Gleiches berichten mir laufend auch andere Kollegen), beschlossen wir, uns mit dem Innungsmeister bzw. Stellvertreter der Rauchfangkehrer zusammenzusetzen, um klar zu definieren, wann ein Hafner damit rechnen darf, dass er einen positiven Rauchfangbefund bekommt bzw. eher nicht. Natürlich ist dieses Übereinkommen nicht gesetzlich bindend, doch sehe ich es als große Erleichterung, wenn mir ein Rauchfangkehrer einen positiven Befund verweigert, dass ich darauf verweisen kann, dass sowohl in der Hafner- als auch in der Rauchfangkehrerinnung ein Papier aufliegt, wo die Innungsausschüsse abgesprochen haben, was befundet werden sollte und was nicht.

Was uns wichtig ist So gehören aus meiner Sicht z.B. folgende Punkte aufgenommen: Altbestand braucht keine 15A Verordnung (in einem Jaguar E-Type muss man, wenn man ihn neu aufbaut, auch keine Sicherheitsgurte oder Kopfstützen einbauen). Oder: In einen bestehenden Offenen Kamin kann ich eine Glastüre als Funkenschutz oder aber eine Kaminkassette hineinstellen, da die Anlage ja nicht verändert wird, sie erhält nur ein Zubehör. Da es ein Altbestand ist, unterliegt das aus meiner Sicht eindeutig nicht der 15A Verordnung – zumal ja nicht neu errichtet! Hier habe ich aber bereits mit einigen Rauchfangkehrern heftig diskutieren müssen. Weiters sehe ich nicht ein, dass ein Rauchfangkehrer mir sagen will, dass ich einen Heizkamin nicht reduzieren darf oder ähnliches. Wenn ich als Hafnermeister bestätige, dass das funktioniert, muss es mir überlassen sein, um wie viel ich das Gerät reduziere. Natürlich im gesetzlichen Rah-

In jeder Beziehung zählen die Menschen. WB_Keramik | 2

men (Reduktion gleich am Gerät und nicht etappenweise bis zum Rauchfang hin, das wäre zwar super, aber der Rauchfangkehrer kann natürlich nichts gegen die Vorschrift bewilligen). Weitere Punkte: Anschluss ohne Putztürchen, Deckendurchbruch und dann erst Einmündung in den Rauchfang, z.B. 16er Rohr an 15x17 cm Rauchfang von der schmalen Seite etc. Mitarbeit erwünscht! Meine Bitte an Euch, liebe Kollegen, ist, hier mitzuarbeiten, mir zu schreiben, welche Punkte bzw. Problemstellungen Euch einfallen, wo man immer wieder diskutiert und nicht weiß, warum eigentlich! Werner Beyer Hafnermeister Wirtschaftsbund Wien

Wir über uns Die Innungsausschussmitglieder stellen sich vor Ing. Peter Kluhs 1978 Matura HTL-Mödling Beginn Architekturstudium nach Tod des Vaters Eintritt in den Familienbetrieb, gegr. 1826 1978 Hafner-u. Fliesenlegerausbildung 1986 Neugründung Ing. Peter Kluhs Ges.m.b.H. Nach dem für uns überraschenden und nicht erfreulichen Wahlausgang der Wirtschaftskammerwahl übernahm ich die Vertretung unserer Interessen im Innungsausschuss. Vorweg versuchen wir die Ursachen für den geringen Zuspruch

zu ergründen. Wir müssen unbedingt eine Aufspaltung unserer drei Berufsgruppen verhindern und nach außen ein geschlossenes Auftreten erwirken, um unsere wichtigen Ziele durchsetzen zu können. Ich ersuche auch die anfallenden Probleme an uns heranzutragen und wir werden mit unserem Team (Peter Kluhs / Werner Beyer / Gregor Gschlenk) versuchen, eine Lösung zu finden. Kontakt Ing. Peter Kluhs Tel.: 01/486 4121 Fax: 01/486 0221 fliesen@kluhs.at

Ing. Peter Kluhs, Wiener Wirtschaftsbund.

Werner Beyer 1967 geboren, nach der Matura Hafnerlehre bei Wolfgang Förster. Nach drei Jahren Wanderschaft als Geselle machte ich die Meisterprüfung und gründete unmittelbar darauf meinen Betrieb, die Hafnerei Wien Döbling, die ich als Ein-MannBetrieb ohne Schauraum und ohne Firmenbus, alleine als Internetbetrieb bzw. nur mit einem Büro von zu Hause aus leitete (und natürlich alle Projekte selbst baute). Nach ein paar Jahren nahm ich meinen ersten Mitarbeiter auf, knapp nach der

Jahrtausendwende übernahm ich den Hafnerbetrieb von Altinnungsmeister Panek, 2009 richtete ich mir meinen jetzigen Standort in der Billrothstraße 55 ein. Derzeit habe ich fünf Mitarbeiter. Ich bin seit ca. 10 Jahren im Innungsausschuss tätig und sehe mich nun als Sprachrohr aller Hafner im Innungsausschuss. Kontakt Werner Beyer Tel.: 01/3300 260 werner_beyer@hotmail.com

In jeder Beziehung zählen die Menschen. WB_Keramik | 3

Werner Beyer, Wiener Wirtschaftsbund.

Einladung Wiener Oktoberfest der Fliesenleger/Hafner Freitag, 15. Oktober 2010

Die Landesinnung Wien der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker lädt Sie und Ihre Familie sehr herzlich zum Wiener Oktoberfest ein. Unser Fest findet im 19. Bezirk „Am Himmel“ im und um das Oktogon (je nach Witterung) statt. Am Himmel finden Sie zusätzlich den Lebensbaumkreis, die Sisi-Kapelle und einen Naturkinderspielplatz.

Wiener Oktoberfest der Fliesenleger/Hafner Freitag, 15. Oktober 2010

Eintritt: EUR 15,00 pro Person (Speisen und Getränke inbegriffen). Für Kinder bis 15 Jahre freier Eintritt

Programm 17.30 Uhr: Begrüßung 18.00 Uhr: Bieranstich und Eröffnung des Buffets (Musik, gute Laune, gemütliches Beisammensein inklusive)

Anmeldungen bis spätestens 8. Oktober unter 01/514 50-2009 oder bad-heizung@wkw.at

IMPRESSUM Branchenimpuls | Medieninhaber: Österreichischer Wirtschaftsbund LG Wien, Lothringerstraße 16/5, 1030 Wien, Tel. 512 76 31, Fax 512 76 31-34 | Redaktion: Markus Langthaler, Michael Thomas | Layout & Grafik: Atelier Olschinsky | Druck: Druckerei Berger, Horn | Druckauflage: 5300 | DVR: 0484288 | Österreichische Post AG, Info.Mail.Entgelt bezahlt | Erscheinungsort: Wien | Verlagspostamt: 1010 Wien | Sponsoring: Post GZ 07Z037545S Branchenimpuls | Offenlegung ­gemäß § 25 Mediengesetz: Medieninhaber: Österreichischer Wirtschaftsbund LG Wien, Lothringerstraße 16/5, 1030 Wien, Tel. 512 76 31, Fax 512 76 31-34, zu 100 Prozent.

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