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S U L P WIR

WIRPLUS Juli 2013

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Berner

Herbstmesse familiär

unterhaltsam

WIR

ybms.ch - Bern/Murten

Einladung

offizielle WIR-Messe Bern

13. bis 15. September 2013

Messeplatz BERNEXPO Freitag, 13. Sept. 11 – 21 Uhr, Samstag, 14. Sept. 10 – 20 Uhr Sonntag, 15. Sept. 10 – 18 Uhr

WIRMESSE Bern


WIRPLUS Juli 2013

Alt und jung Editorial

Die WIR Bank steht vor ihrem 80. Geburtstag und verfügt über einen Verwaltungsrat mit einem für eine Bank ungewohnt tiefen Durchschnittsalter von nicht ganz 52 Jahren. Verantwortlich dafür ist vor allem die Wahl des 32-jährigen Marc Reimann an der Generalversammlung vom 22. Mai. Aus einem grossen Kandidatenfeld überzeugte er mit seinem Bekenntnis zur nächsten KMUUnternehmergeneration, die es als Kunden für die WIR Bank – und vor allem für das WIR-System – zu gewinnen gelte. Nachdem die Generalversammlung letztes Jahr mit Petra Müller die erste Frau in den Verwaltungsrat gewählt hatte, sandte sie dieses Jahr neben Reimann auch wieder einen Vertreter der Romandie in dieses Gremium, nämlich den Präsidenten der WIR-Gruppe Romandie, Kornel Tinguely (S. 7). Den 13 WIR-Gruppen kommt für die WIR Bank eine grosse Bedeutung zu. In diesen regional organisierten Vereinen treffen sich die Unternehmer, welche dem WIR-System angehören, zum Gedankenaustausch, um Referate zu verfolgen, Firmen zu besuchen und Kontakte zu knüpfen. Wie in anderen Vereinen auch, sind die WIR-Gruppen häufig von älteren Semestern geprägt und haben Mühe, Interessierte für die Arbeit in den Vorstand zu finden. In seiner Bachelor-Arbeit hat David Brunner den WIR-Gruppen – und auch der WIR Bank – auf den Zahn gefühlt und kommt unter anderem zum Schluss, dass durch das Networking und den Know-how-Transfer die positiven Effekte der WIR-Verrechnung

durch eine Mitgliedschaft in einer WIR-Gruppe verstärkt werden. Brunner schlägt verschiedene Massnahmen vor, um frisches Blut in die WIR-Gruppen und das WIR-System zu pumpen (S. 11). Die Schweizer werden immer älter, Themen wie Vorsorge (S. 20) und Wohnen im Alter nehmen an Bedeutung zu. Leider ist es nicht jeder und jedem vergönnt, seinen letzten Lebensabschnitt so zu verbringen, wie man es sich in jüngeren Jahren erhofft hat. Körperliche und geistige Schwächen schränken unsere Handlungsspielräume ein, auch diejenigen der Angehörigen. Jüngst entbrannte eine Diskussion darüber, ob es moralisch vertretbar sei, demenzkranke Menschen sozusagen ins Ausland auszulagern, wo die Pflege günstiger ist. Ulrich Näf pflegte seinen Vater jahrelang selber, kam mit ihm dann überein, eine Lösung auf den Philippinen zu suchen (S. 29). Als Unternehmen, das sich jeden Tag dem harten Wettbewerb in der Finanzbranche stellen muss, darf die WIR Bank höchstens auf dem Papier älter werden. Mit ihren Produkten und Dienstleistungen muss sie sich ständig erneuern und für die Zukunft fit machen. Wo sie in 10 Jahren stehen kann, haben eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der WIR Bank zusammen mit externen Fachleuten an einem Zukunftsworkshop skizziert (S. 4). Daniel Flury

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WIRPLUS Juli 2013

Inhalt

Seite 4

Seite 16

Wo steht die WIR Bank in 10 Jahren? An einem Zukunftsworkshop haben Vertreter der WIR Bank und externe Spezialisten die Weichen gestellt.

Der umfassende Wollverarbeitungsbetrieb befindet sich in Huttwil. Die Familie von Johann Ulrich und Anna Katharina Gr채del verl채sst sich dabei nicht nur auf Schafwolle.

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4 WIR Bank 2023 Zukunftsworkshop

7 Kornel Tinguely und Marc Reimann neu im Verwaltungsrat

11 «WIR besitzt enormes Potenzial»

Interview mit David Brunner

16 «Nicht alle spinnen, aber alle müssen schlafen» Spycher-Handwerk, Huttwil 20 Anlagen optimieren – und profitieren! 23 WIR-Jubiläumsmesse Luzern «60 Messen sind kein Grund, auszuruhen» 26 WIR Erlebnis-Messe Zofingen

29 Glückliches Lebensende in Baguio 32 Steueroptimierung im Bereich der Säule 3a 34 Die gemeinnützige Stiftung in der Schweiz 36 Wenn die Kaufkraft auswandert Dr. Richard Schwertfeger

39 Gefeilte Pinguine Seite 29

Kolumne Willi Näf

Was passiert mit uns, wenn wir alt und dement sind? Sind Pflegeplätze im Ausland moralisch vertretbar? Ulrich Näf jun. und sen. fanden ihren Weg.

40 Cartoon 41 AGENDA

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WIR Bank 2023 Wofür steht die WIR Bank in 10 Jahren? Was bewegt die Kunden der WIR Bank im Jahr 2023, und wie befriedigt die WIR Bank ihre Bedürfnisse, damit sie langfristig erfolgreich bleibt? An einem dreitägigen Zukunftsworkshop haben rund 40 externe Spezialisten, Querdenker, Kunden sowie Angestellte, Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder der WIR Bank Thesen für die unmittelbare und fernere Zukunft des Unternehmens entwickelt.

«In 10 Jahren sitzen in 80% der Schweizer Verwaltungsräte auch Chinesen», «90% der Mütter sind zu 100% berufstätig», «In den Spitälern arbeiten Humanoide, und die Spitex braucht es nicht mehr» – mit solch provokativen Thesen hat Nadja Schnetzler von der Firma GoTomorrow die Teilnehmenden am Zukunftsworkshop der WIR Bank aus der Reserve gelockt, sie aus der «Komfortzone» geholt und ihren Kreativitätsmotor angeworfen. Zusätzliches Öl in die Maschinerie haben externe Spezialisten mit ihren Fachreferaten gegossen. Etwa der Zukunftsforscher Georges Roos, der aufzeigte, wie die Technologie zu «mehr Erlebnisepisoden pro Zeiteinheit» führt und so das Lebenstempo beschleunigt. Hinzu kommt die immer kürzer werdende Halbwertszeit von Wissen, die den sozialen Wandel unterstützt. Nimmt man noch die Tatsache hinzu, dass die heute Geborenen eine Lebenserwartung von 100 Jahren haben, wird sich eine Bank in Zukunft auch darauf einstellen müssen, dass eine 65-Jährige einen Betriebskredit für ihre neu gegründete Firma beantragt.

Die «mobile Community» Wird diese Antragstellerin mit ihrem Anliegen persönlich in einer Bankfiliale vorstellig werden? Eher nicht! Matthias Kröner von der Fidor-Bank in München machte deutlich, dass das Web 2.0 und die Smartphones von der «mobile Community» schon heute zu jeder Zeit und an jedem Ort dazu benützt werden können, Bankgeschäfte abzuschliessen. Aber natürlich erst, nachdem der Anwender die Community gefragt hat, ob die Bank, ihre Kundenberater und ihre Produkte vertrauenswürdig und konkurrenzfähig sind. «User-Antworten auf Geldfragen zum Preis von null Euro oder Franken statt Beratung durch die Bank», so sieht Kröner die Zukunft. 4

Experten unter sich: Margrit Kennedy, Matthias Kröner und Georges Roos.


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«Stabil und gerecht» Weitere Inputs lieferte die Geld- und Währungsexpertin Margrit Kennedy. Die WIR Bank müsse unbedingt und ständig die Vorteile der Komplementärwährung WIR unterstreichen. Wie andere Komplementärwährungen sei es eine «stabile, wertbeständige und gerechte Währung», so Kennedy. Durch ihre regional begrenzte und nutzenstiftende Charakteristik lasse sie «sozialen Klebstoff» entstehen. Die Monokultur einer Nationalwährung und die ungerechte Verteilung des Geldes, unter der die Welt seit Jahrtausenden leide, könne durch eine Vielzahl von komplementären Währungen (Zeitvorsorge, Gesundheits-, Bildungs- oder Energiewährungen) gebrochen bzw. gemildert werden.*

Roadmap zum langfristigen Erfolg Gruppenarbeiten sowie die Auseinandersetzung mit einem Zeittunnel (was gab es vor 10 Jahren noch nicht und ist heute allgegenwärtig?) und mit Megatrends (Beschleunigung, Gesundheit, reife Gesellschaft etc.) haben zusammen mit Internet-Recherchen zu vielen hundert Ideen, Thesen und Stichworten geführt. Diese wurden verdichtet und zu Initiativen gemünzt, die in den nächsten zwei, fünf und zehn Jahren die Grundlagen für den langfristigen Erfolg der WIR Bank sein sollen. Eine wichtige Station auf der noch provisorischen Roadmap ins Jahr 2023 dürfte demnach die Positionierung der WIR Bank als eigentliches Kompetenzzentrum für Komplementärwährungen in der Schweiz sein. Das WIR-System soll weiter ausgebaut und vor allem auch verjüngt werden, etwa durch gezielte Ansprache von Start-up-Firmen und Jungunternehmern. Auch die Vermittlung von WIR-Venture- oder Chancenkapital, welches arrivierte WIR-Teilnehmer zur Verfügung stellen, kann zu einer Verjüngung beitragen.

Die Resultate der Gruppenarbeiten wurden gesammelt und bewertet.

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Eine Schlüsselrolle kommt dem Marktplatz auf www.wir.ch zu. Die dort versammelten WIR-Teilnehmer bilden bereits eine Community, der nun aber weitere Plattformen und Instrumente in die Hand gegeben werden sollen. Dazu gehört die Möglichkeit, Bewertungen und Kommentare abzugeben. Selbstverständlich wird sich auch die WIR Bank solchen Ratings aussetzen. Am Ende steht eine Qualitätsverbesserung zum Nutzen der Kunden und der Bank. Daniel Flury

*Buchempfehlung: Margrit Kennedy: Occupy Money - Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind. Verlag J. Kamphausen, 2011. ISBN 978-3-89901-595-9 E-Book: 978-3-89901-575-1


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Tinguely und Reimann neu im VR Generalversammlung in Basel

Die Generalversammlung in Basel wählte für die abtretenden Verwaltungsräte Bruno Berther und Ueli Brunner einen Vertreter der Romandie – Kornel Tinguely – und einen Vertreter der jungen Unternehmergeneration – Marc Reimann – in den Verwaltungsrat. Diskussionslos wurde die Kapitalerhöhung genehmigt, ebenso die Jahresrechnung mit dem ausgezeichneten Ergebnis von 12,64 Mio. CHF. Die Dividende des Stammanteils wurde von 8.85 auf 9 CHF erhöht.

Nach 10 Jahren schieden VR-Vizepräsident Bruno Berther und VR-Mitglied Ueli Brunner aufgrund der Amtszeitbeschränkung aus dem Verwaltungsrat aus. VR-Präsident Oliver Willimann würdigte die ausgezeichnete Arbeit Berthers und Brunners, die beide auch in der Controllingkommission Einsitz hatten. Aus einem 15-köpfigen Kandidatenfeld wurden die fünf bisherigen Oliver Willimann (Präsident), Petra Müller, Georg Anthamatten, Karl Baumgartner und Jürgen Bletsch sowie neu Kornel Tinguely und Marc Reimann in den Verwaltungsrat gewählt.

Kornel Tinguely (Pont-la-Ville, FR) ist seit 2003 Besitzer und Geschäftsführer der Creditreform in Lausanne. Seit 1987 ist er als WIR-Verrechner Teil des WIR-Netzwerks. Als Präsident der WIRGruppe Romandie steht er in engem Kontakt mit einer grossen Anzahl KMUs der Westschweiz. Er sieht es als eine seiner Aufgaben an, die WIR-Gruppen sowie die WIR-Messen tatkräftig zu unterstützen, das WIR-System in der Romandie weiter auszubauen und «aus unserer Bank die führende Bank der KMUs zu machen». 7


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Der 32-jährige Marc Reimann (Küssnacht am Rigi, SZ) ist ausgebildeter Kaufmann und trat letztes Jahr die Nachfolge seines Vaters als CEO der Telekomfirma Zirkumflex AG an. Auch aus dieser Erfahrung heraus ist es ihm ein Anliegen, die Kunden der WIR Bank für das Thema Nachfolgeregelung zu sensibilisieren, «damit die WIR-Teilnehmer von heute die WIR-Teilnehmer von morgen sind». Zur Gewinnung neuer Teilnehmer seien u. a. Firmenneugründungen aktiv zu bearbeiten. Reimann freute sich, dass mit seiner Wahl der Verwaltungsrat der WIR Bank «mit der nächsten Unternehmergeneration» vervollständigt wurde. Krisenfeste WIR Bank Nur Monate bevor die WIR Bank in ihr 80. Lebensjahr tritt, erinnerte Verwaltungsratspräsident Oliver Willimann die 329 an der Generalversammlung teilnehmenden Genossenschafterinnen und Genossenschafter an die wechselvolle Vergangenheit der WIR Bank. Sie sei in die grösste Wirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts hinein geboren und habe sich «in ihrer ganzen Geschichte als überaus krisenfest» ausgezeichnet. Vor ganz neuen Herausforderungen stehe die WIR Bank heute. Rund um die Schweiz herrsche grösste Unsicherheit und Krisenstimmung. Die Gefahr von grösseren sozialen Unruhen könne dramatisch zunehmen. Der Schweiz hingegen gehe es vorläufig gut – mit Betonung auf vorläufig. «Die Auftragsbücher sind je nach Branche noch randvoll, die Beschäftigung ist absolut zufriedenstellend, das Fremdkapital ist praktisch zum Nulltarif zu haben.» Nur der Teil der Exportwirtschaft, der auf die Märkte der EU fokussiert ist, gerate langsam in das Krisenfahrwasser. Ausserdem derjenige Teil der Finanzwelt, «der sich auf das Spekulationswesen und auf unanständige Tricks konzentriert hat». Den aus dieser Konstellation entstehenden Herausforderungen begegne man am besten mit den Werten, die das Wesen einer Genossenschaft ausmachen: Zusammengehörigkeit, Solidarität und Gemeinsamkeit. «Ich will damit sagen, dass die WIR Bank nicht im Alleingang die anstehenden Probleme lösen kann. Die WIR Bank ist nur sinnvoll und zweckmässig im Rahmen der Genossenschaft.» Mit andern Worten: Die Produkte und Dienstleistungen der WIR Bank machen nur Sinn, wenn die Kunden sie auch in Anspruch nehmen. Und an die Adresse der WIR-Kunden gerichtet: Wer klug antizipiert, muss jederzeit sein WIR-Netzwerk pflegen, damit er bei abflauender Konjunktur auf seine WIR-Geschäftspartner zählen kann. 8

VR-Präsident Oliver Willimann

CEO Germann Wiggli

Auch bezüglich Krediten gelte es, weitsichtig zu sein. Obwohl bei der heutigen extremen Tiefzinslage die Differenz zwischen WIRund CHF-Krediten unbedeutend klein geworden ist, bleibe der WIR-Kredit auf lange Frist das günstigste Finanzierungsangebot auf dem Schweizer Markt. Keine Kredite zu Dumpingpreisen Dies unterstrich auch Germann Wiggli, Vorsitzender der Geschäftsleitung: «Sobald eine Hypothek bei einer anderen Bank wieder 3 oder 4% und bei uns 1% oder etwas mehr kostet, erhält das WIR-System Auftrieb.» Mit einer Abnahme um 3% auf 855,3 Mio. CHW sieht sich die WIR Bank aber noch mit einem sinkenden WIR-Kreditvolumen konfrontiert. Demgegenüber hat sich das Kreditvolumen in CHF um nicht weniger als 10% auf 2,67 Mrd. CHF erhöht. In diesem Zusammenhang erinnerte Wiggli daran, dass die WIR Bank keine Kredite zu Dumpingpreisen vergibt. «Uns ist die Sicherheit wichtiger als die maximale Rendite. Wir stellen sicher, dass die Kredite für die Kreditnehmer tragbar sind.» Aufgrund der momentan verminderten Attraktivität des WIR-Geldes ist auch der WIR-Umsatz zurückgegangen, und zwar um 6% auf 1,46 Mrd. CHW.


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VR Marc Reimann

VR Kornel Tinguely

WIR Bank als Erstbank Den schrumpfenden Margen will die WIR Bank gemäss Wiggli eine Strategie entgegenstellen, die das künftige Wachstum sicherstellt und dazu führt, dass die WIR Bank immer mehr zur Erstbankbeziehung für die Kunden wird. Erreicht werden soll dies durch eine Ergänzung und Verfeinerung der Produkte und Dienstleistungen. Die jüngsten diesbezüglichen Massnahmen waren die 50%-Beteiligung an der Firma IG-Leasing AG und die Einführung der LIBOR-Hypothek WIR zur Finanzierung von Wohnbauvorhaben. In erster Linie für die WIR-Kunden gedacht sind die WIRGASTRO- und die WIRSHOPPING-App, welche das Auffinden von Gastronomiebetrieben bzw. Ladengeschäften mit WIR-Annahme erleichtern. Selbstverständlich können diese Apps auch anderen Anwendern von Nutzen sein. 9 CHF Dividende Im Weiteren erläuterte Germann Wiggli die Bilanz und Erfolgsrechnung 2012. Sie schliesst mit einem Ergebnis von 12,64 Mio. CHF. Zusammen mit dem Gewinnvortrag beläuft sich der Bilanzgewinn auf 12,8 Mio. CHF. Gemäss Antrag des Verwaltungsrats und Beschluss der Generalversammlung wird dieser wie folgt verteilt: Den freien Reserven werden 12,5 Mio. CHF zugewiesen.

Die verbleibenden 0,3 Mio. CHF werden auf die nächste Rechnung vorgetragen. Die Dividende wird von 8.85 auf 9 CHF erhöht und wie schon letztes Jahr der Reserve für Kapitaleinlagen entnommen. Sie erfolgt damit steuerfrei, sofern sich die Stammanteile im Privatvermögen befinden. Kapitalerhöhung unumstritten Diskussionslos genehmigte die Generalversammlung die vom Verwaltungsrat beantragte Kapitalerhöhung. Mit 359,1 Mio. CHF verfügt die WIR Bank zwar über eine solide Eigenkapitalbasis. So betrugen der Eigenmitteldeckungsgrad 168% und die Eigenkapitalquote 13,44%. Bis 2019 wird jedoch eine Quote von 13,7% nötig sein. Die Kapitalerhöhung wurde vorgeschlagen, weil die WIR Bank bereits heute diesen höheren regulatorischen Erfordernissen entsprechen möchte. Gleichzeitig soll mit dem zusätzlichen Eigenkapital das künftige Wachstum der WIR Bank sichergestellt werden. Beschlossen wurde von der Generalversammlung die Ausgabe von 44 200 neuen Stammanteilen. Sie werden mit einem Bezugsrecht (20 Bezugsrechte berechtigen zum Kauf eines neuen Stammanteils) für die bisherigen Stammanteilhalter zu einem Vorzugspreis ausgegeben. Dieser Emissionspreis wird im August vom Verwaltungsrat festgelegt – basierend auf dem dann aktuellen Kurs des Stammanteils. Zusätzlich genehmigte die Generalversammlung die Ausgabe von weiteren maximal 21 800 Stammanteilen. Sie sollen der WIR Bank für die Aufnahme neuer Genossenschafter und für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm zur Verfügung stehen.

Blick ins Wahlbüro. Wer macht das Rennen?

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Kurzinterview mit Petra Müller 2012 sind Sie als erste Frau in der Geschichte der WIR Bank in den Verwaltungsrat gewählt worden. Wie sind Ihre Erfahrungen als Verwaltungsrätin der WIR Bank? «Verfälschung des Wettbewerbs» Dank ausgezeichneter Konditionen gelang es der WIR Bank, bei den Kundengeldern die 2-Milliarden-Grenze zu knacken: Sie legten um 3,8% auf 2,05 Mrd. CHF zu. Germann Wiggli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, bedauerte jedoch, dass mit diesem Zuwachs die angestrebte Wachstumsrate nicht ganz erreicht werden konnte. Profitiert hätten vom Neugeldzufluss verunsicherter Kunden nämlich in erster Linie die Kantonalbanken. Den Hauptgrund für dieses Phänomen sieht Wiggli in der Staatsgarantie der meisten Kantonalbanken. Diese geht zurück auf die Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Da sich die Grossbanken auf die Industrie und die Eisenbahn konzentrierten, standen den KMUs Kredite nur in geringem Mass zur Verfügung. So wurde der Ruf nach Staatsbanken laut, welche die Nachfrage nach Krediten decken sollten. Durch eine Staatsgarantie werden die Kantonalbanken vor dem Konkurs bewahrt, falls sie sich verspekulieren sollten. «Dies stellt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um Kunden dar und sollte Kantonalbanken zu besonderer Vorsicht in ihren Geschäften verpflichten», so Wiggli. Heute sei die Situation eine komplett andere: «Der Markt ist überflutet mit Kapital – warum braucht es also noch Banken, die Eigentum eines Kantons sind?» Und dass sich eine Staatsbank besser kontrollieren lässt, wollte Wiggli nicht gelten lassen: Im Kanton Genf musste die Kantonalbank mit 2,5 Mrd. CHF notsaniert werden, die Basler Kantonalbank geriet jüngst mit USAGeschäften in unsicheres Fahrwasser. Fazit: Die Limitierung der Risiken des Bankgeschäfts durch eine Staatsgarantie ist unangebracht. Wiggli: «Ich befürworte den Wettbewerb, er darf aber nicht durch eine Staatsgarantie verfälscht werden.» Er sei dafür, dass man die Staatsgarantie der Kantonalbanken reduziert und diese schrittweise in die Privatwirtschaft entlassen werden. «So haben alle die gleichen Voraussetzungen im Kampf um Marktanteile. Entscheidend für den Kunden sollte einzig und allein die Solidität der Bank und ihr Angebot sein.» Daniel Flury

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Meine Kollegen haben mich sehr gut aufgenommen, was mir einen angenehmen Einstieg bereitete. Der Respekt und die Akzeptanz untereinander sind gross und die fachliche sowie menschliche Kompetenz sind ausgezeichnet. Vielschichtig sind die jeweiligen Vorbereitungen auf unsere Sitzungen – sie kosteten mich schon mal die eine oder andere Nacht. In dieser kurzen Zeit seit meiner Wahl bin ich mit vielen neuen Aufgaben konfrontiert worden. Zum Glück ist es schon immer das Lernen gewesen, das mich antreibt – ich bin ein perfektionistisch veranlagter Mensch ... Ich mag komplexe Aufgaben, deren Umsetzung und die gemeinsame Zielerreichung. Ich setze mich sehr gerne für alle Kundenkreise der WIR Bank ein, als Geschäftsfrau in einem KMU-Betrieb natürlich vor allem auch für die WIR-KMUs und die WIR-Gruppen und deren Belange. Was halten Sie von Frauenquoten in Verwaltungsräten oder Geschäftsleitungen? Für mich selbst steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht das Geschlecht. Es geht nicht einfach darum, möglichst viele Frauen zu rekrutieren, sondern darum, ein nachhaltiges Talentmanagement auf die Beine zu stellen. Frauen stellen 50 Prozent des Talentpools und müssen selbstverständlich in die Personalstrategie mit einbezogen werden. Frauen sind nicht dazu da, für die Erfüllung einer gesetzlichen Frauenquote oder für die Bildergalerie rekrutiert zu werden. Zu einer erfolgreichen Umsetzung braucht es jeden Einzelnen, Wertschätzung, Motivation und Freude an der Sache.

Herbstgespräche im November Am 2. November finden im KKL Luzern die traditionellen Herbstgespräche der WIR Bank statt. Sie stehen allen Besitzerinnen und Besitzern von Stammanteilen der WIR Bank offen. Als Gastredner konnte Bruno Barth, Geschäftsführer von Special Olympics Switzerland, gewonnen werden. Die WIR Bank ist im Rahmen ihres sozialen Engagements Supporterin von Special Olympics, die sich zum Ziel gesetzt hat, geistig behinderte Menschen über den Sport zu fördern und zu integrieren.


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«WIR besitzt enormes Potenzial»

Als weltweit älteste und bedeutendste Komplementärwährung ist das WIR-Geld immer wieder Gegenstand ökonomischer Abhandlungen – vor allem im Ausland. Mit David Brunner hat sich wieder einmal ein Schweizer einem WIR-Thema angenommen. Seine Bachelor-Arbeit «Komplementärwährungen: Chancen und Risiken für KMU am Beispiel WIR», eingereicht an der Hochschule für Wirtschaft Zürich, überzeugt nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Brunner als ehemaliges Vorstandsmitglied der WIR-Gruppe Zürich die Funktionsweise des WIR-Systems (vgl. Kasten S. 12 «So funktioniert WIR») bestens kennt.

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Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Bachelor-Arbeit einem WIR-Thema zu widmen? Mein Ziel war es, ein Thema mit grossem Praxisbezug zu bearbeiten. Zudem war mir bei der Themenwahl schon klar, dass WIR ein enormes Potenzial besitzt, sowohl für eine Bachelor-Arbeit als auch in der volkswirtschaftlichen Realität.

Die WIR-Gruppen (vgl. Kasten S. 14 «WIR-Gruppen») sind ein Pfeiler des WIR-Systems. Sie leiden aber unter Überalterung, und die Präsidenten vor allem der grösseren der WIR-Gruppen rechnen eher mit einem Mitgliederschwund als mit einem Zuwachs. Wie kann dem entgegengewirkt werden? In meiner Arbeit habe ich dazu den Vorschlag gemacht, dass die WIR-Gruppen zunächst die Altersstruktur ihrer Mitglieder eruieren sollten. So weiss man, wovon man spricht. Ein weiterer Schritt wäre dann, die betreffenden Unternehmer aktiv anzugehen und bei der Nachfolgeregelung - je nach Bedürfnis - auch gemeinsam mit der WIR Bank zu unterstützen. Somit kann die Gefahr einer Geschäftsaufgabe oder einer Übergabe an einen Nachfolger, der lieber ausserhalb des WIR-Verrechnungssystems bleiben möchte, minimiert werden. Dies ist natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden. Ich bin aber der Ansicht, dass eine Organisation, die nicht aktiv darum bemüht ist, ihre Mitgliederstruktur in zukunftsfähige Bahnen zu lenken, auch für Aussenstehende an Attraktivität verlieren würde.

Sie haben auch mit dem Gedanken einer automatischen, auf 1 Jahr beschränkten, kostenlosen WIR-GruppenMitgliedschaft von neuen WIR-Teilnehmern gespielt … Dies wäre natürlich schwer durchsetzbar, da die WIR-Gruppen als von der WIR Bank unabhängige Vereine organisiert sind. Der Vorteil wäre: Die WIR-Gruppen würden vermehrt als wichtiger Bestandteil 12

des WIR-Systems verstanden werden. Davon könnte schlussendlich auch die WIR Bank profitieren, denn WIR-Gruppen-Mitglieder sind aktivere WIR-Teilnehmer als Nicht-Mitglieder. Es lässt sich bestimmt ein Weg finden, der solch ein Konstrukt ermöglicht.

Und wie soll man neue WIR-Teilnehmer und WIR-Gruppenmitglieder gewinnen? Am meisten Potenzial sehe ich bei Auftritten an Start-upMessen. Neugründungen bergen ein enormes Potenzial für die WIR-Verrechnung und die WIR-Gruppen, denn solche Unternehmungen sind aufgrund unausgelasteter Kapazitäten und zur Vergrösserung ihrer Marktanteile auf zusätzliche Aufträge angewiesen. Das WIR-System kann genau dazu verhelfen. Zusätzlich könnte man weitere Events für Jungunternehmer durchführen, wobei jeweils die konkreten Chancen der WIR-Verrechnung angesprochen werden.

So funktioniert WIR Die Komplementärwährung WIR existiert als reines Buchgeld, d.h. nicht in Form von Münzen und Noten. Das WIR-Geld wird durch die WIR Bank geschöpft, indem sie WIR-Kredite an KMUs vergibt. Mit diesem WIR-Geld können die KMUs bei Firmen, die WIR-Geld akzeptieren, Produkte und Dienstleistungen erwerben. WIR-Geld trägt keinen Zins. Aus diesem Grund hat ein Besitzer von WIR-Geld kein Interesse daran, es zu sparen. Es wird also schnell ausgegeben, wodurch sich die Umsätze der Teilnehmer am WIR-System erhöhen – und zwar auch die Umsätze in Schweizer Franken, da in der Regel nur ein Teil der geschuldeten Beträge mit WIR-Geld bezahlt werden (www.wir.ch > Die WIR Bank).


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Ein weiterer Punkt sind Vorträge an Fachhochschulen und Gewerbeschulen. Das Nonplusultra dabei wäre natürlich, wenn WIR in den regulären Unterricht eingebaut würde. Künftige Unternehmer könnten so frühzeitig auf die Thematik WIR sensibilisiert werden. Auch innerhalb der WIR-Gruppen könnte man versuchen, die Attraktivität für Neumitglieder zu steigern. Eine Idee, die in diese Richtung geht, ist die Einführung eines Patensystems. Dabei könnten langjährige Mitglieder eine Art Göttifunktion für neue WIR-Teilnehmer übernehmen und zeigen, wie man WIR einsetzen kann und sich in der WIR-Welt zurechtfindet. Je nachdem, wie man das ausgestaltet, könnten sich dadurch auch potenzielle Geschäftsübernahmen anbahnen. Zudem könnte eine – vielleicht sogar alle WIR-Gruppen umfassende – WIR-Jugendgruppe dem System neue Impulse verleihen. Allgemein sollten sich sowohl die WIR Bank als auch die WIRGruppen vermehrt nach aussen öffnen und etwas offensiver auftreten. Bei allen Punkten ist natürlich zu beachten, dass das Verhalten der WIR-Teilnehmer im Umgang mit WIR sehr wichtig ist. Das Image von WIR steht und fällt schlussendlich mit der Preisgleichheit der Produkte in CHF und CHW.

Nun ist aber das Interesse von Verbänden und Schulen nicht überwältigend gross. Die meisten Ihrer Anfragen blieben unbeantwortet oder wurden abschlägig beantwortet. Wie erklären Sie sich dieses Desinteresse? Eine löbliche Ausnahme bildet übrigens die Schweizerische Hotelfachschule in Luzern (SHL), in der WIR sowohl am Front Office wie auch im Rechnungswesen behandelt wird. WIR bzw. die Vorteile des WIR-Systems sind den Verantwortlichen anderer Schulen offenbar weitgehend unbekannt. Oder man betrachtet WIR als etwas «Altes», «Verstaubtes».

Verstaubt? Networking ist doch höchst modern! Networking ist ein Schlüssel für den Unternehmenserfolg, und die WIR-Gruppen bieten beste Voraussetzungen dazu. Insbesondere deshalb, weil hier Mitglieder aus verschiedenen Branchen zusammenkommen – das ist z.B. in einem Berufsverband nicht der Fall. Ich bin der Meinung, dass nur durch die Mitgliedschaft in einer WIR-Gruppe die Vorteile der WIR-Verrechnung voll ausgereizt werden können. Ausserdem gibt das gemeinsame Know-how der Mitglieder Antworten auf die Herausforderungen der sogenannten Megatrends, mit welchen die Schweizer KMUs künftig konfrontiert werden.

Welches sind diese Megatrends? Die Megatrends wurden vom Economic Research einer Grossbank definiert und beinhalten die Globalisierung, Wissensgesellschaft, Technologie, den Wertewandel, die Demografie und die Ressourcenknappheit. Die Erfahrungen, die WIR-Verrechner mit anderen Kulturkreisen gemacht haben, ihr Wissen und ihr Know-how können andere vor Fehlentscheidungen bewahren. Die Zusammenarbeit innerhalb einer WIR-Gruppe kann zudem zu Kooperationen im Personalbereich, zu Prozess- und Produktoptimierungen oder zu Gründungen von Einkaufsgenossenschaften führen. Innovative Ideen entstehen zu einem grossen Teil durch den Austausch mit Dritten. Hierfür bieten die WIR-Gruppen eine gute Plattform. Kurz gesagt: Richtig eingesetzt, kann eine WIR-Gruppen-Mitgliedschaft dazu beitragen, dass man diese Megatrends meistern kann. 13


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Die WIR-Verrechnung ist nur eines der Geschäftsfelder der WIR Bank. Sie ist über die WIR-Kredite auch mit dem Schweizer-Franken-Geschäft und mit den Privatkunden der WIR Bank verbunden. Kommt auch den Privatkunden der WIR Bank eine Funktion innerhalb der WIR-Verrechnung zu?

dern kann, werden unter Umständen auch Einkäufe und Investitionen getätigt, die weder dem Gesellschaftszweck dienen noch betriebswirtschaftlich sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden können. Durch das bereits angesprochene tiefe Zinsniveau kann man diesen Punkt zurzeit jedoch vernachlässigen.

Bei den Privatkunden spielt oft eine gewisse Solidarität beispielsweise bei der Berücksichtigung von WIR-Teilnehmern bei Einkäufen oder der Inanspruchnahme von WIR-Krediten über Architekten und Generalunternehmer. Auch bei den Privatkunden liegt somit ein gewisses Potenzial. Vielleicht sollte man auch sie an WIR-GruppenAnlässe einladen und so weitere Networkingmöglichkeiten bieten.

Es ist auch so, dass hohe WIR-Umsätze zu gesteigerten WIR-Einkäufen führen. Dies bedingt eine Koordination von Absatz- und Beschaffungsmarkt innerhalb des Unternehmens. Gerade bei Unternehmen ab einer gewissen Grösse kann dies zur Anstellung eines zusätzlichen Mitarbeiters und somit zu zusätzlichen Kosten führen. Ein letzter Nachteil stellen die hohen Ausstiegsbarrieren dar. Da WIR nicht in CHF getauscht werden kann und nur beschränkt einsetzbar ist – man kann beispielsweise keine Löhne oder Steuern damit bezahlen -, muss ein Rückzug aus dem WIRSystem frühzeitig geplant werden, damit man nicht auf einem WIR-Guthaben «sitzen bleibt».

Komplementärwährungen stagnieren, wenn sich keine Möglichkeiten mehr bieten, Guthaben sinnvoll einzusetzen. Eine Stagnation bzw. ein Rückgang des WIR-Umsatzes ist seit Längerem im WIR-System zu verzeichnen – von mangelnden Einsatzmöglichkeiten von WIR-Geld kann aber kaum die Rede sein. Wo liegen dann die Gründe? Vielleicht liegt es daran, dass die Rate der neuen WIR-Teilnehmer relativ tief ist. Es fehlen neue Impulse für das gesättigte System. Bei WIR kommt noch der Faktor Zins hinzu. WIR ist vor allem bei einem Hochzinszyklus attraktiv. Beim aktuell sehr tiefen Zinsniveau können sich einige Vorteile des WIR-Systems nicht entfalten.

Eine Komplementärwährung kann für ein KMU auch Risiken bergen. Welches ist Ihrer Einschätzung nach der grösste Nachteil? Der wohl grösste Nachteil besteht darin, dass bestehende oder ausländische Lieferanten kein WIR akzeptieren könnten. Komplementäres Geld ist ausserdem nicht bei allen Teilnehmern zu jedem Zeitpunkt sehr willkommen. Dies kann in einer Schlechterbehandlung gegenüber CHF-Partnern resultieren. Da WIR-Guthaben nicht verzinst werden und nur eine schnelle Weiterplatzierung den inflationsbedingten Wertrückgang verhin14

Wie sind die Anregungen in Ihrer Arbeit von der WIR Bank und den WIR-Gruppen aufgenommen worden? Innerhalb des Vorstands der WIR-Gruppe Zürich haben wir die Resultate intensiv besprochen. Sie wurden allgemein positiv aufgenommen. Einzelne Erkenntnisse und Vorschläge werden bestimmt noch umgesetzt. Man darf aber nicht vergessen, dass es

Die WIR-Gruppen KMUs, die dem WIR-System angehören, können Mitglied in den 13 regional organisierten WIR-Gruppen werden. Zweck dieser Gruppen ist es, das WIR-Verrechnungssystem zu fördern und durch Anlässe und Vorträge ein aktives Knüpfen von Geschäftsbeziehungen zu ermöglichen. Die WIR-Gruppen finanzieren sich u.a. aus den Mitgliederbeiträgen und aus leistungsabhängigen Zuwendungen der WIR Bank (www.wir.ch > WIR-Netzwerk).


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sich quasi um einen Miliz-Vorstand handelt und die finanziellen Ressourcen beschränkt sind. Eine Umsetzung der Inputs kann somit höchstens schrittweise erfolgen. Seitens der WIR Bank wurde ich nach Beendigung der Arbeit mehrfach kontaktiert. Einzelne Anregungen sind nun im Marktbearbeitungsplan 2013 enthalten, etwa die Teilnahme an einer Publikumsmesse, Vorträge bei Berufsverbänden oder die Bearbeitung von Neugründungen.

tungsrat. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die Bank mit ihm weiterentwickelt. Interview: Daniel Flury

www.wgz.ch > News > Bachelor-Arbeit

Dieses Jahr hat die WIR-Gruppe Zürcher Oberland mit der WIR-Gruppe Zürich fusioniert. «Kooperation bis hin zu Fusionen» lautet auch Ihr Rezept, um den Austausch zwischen den Gruppenmitgliedern zu intensivieren. Geht die erwähnte Fusion auch auf Ihre Arbeit zurück? Man sollte den eigenen Einfluss nicht überschätzen. Die Fusion mit der WIR-Gruppe Zürcher Oberland wäre sicher auch ohne meinen Input irgendwann zur Debatte gestanden. Meine Arbeit hat diesen Prozess vielleicht etwas beschleunigt. Dass die Fusion an der Generalversammlung der WIR-Gruppe Zürich übrigens ohne Gegenstimme angenommen wurde, erachte ich als positives Zeichen. Diese Aufbruchstimmung gilt es nun gezielt zu nutzen, und weitere Schritte in die Zukunft sollten gewagt werden.

An der letzten Generalversammlung der WIR Bank ist mit Marc Reimann ein mit 32 Jahren recht junger Unternehmer in den Verwaltungsrat der WIR Bank gewählt worden. Er will unter anderem das Thema Nachfolgeregelung stark gewichten. Wie werten Sie die Wahl Reimanns in den VR? Ehrlich gesagt hat mich seine Wahl sehr überrascht. Ich hätte nicht damit gerechnet. Klar, ich wurde auch mit 24 in den Vorstand der WIR-Gruppe Zürich gewählt. Aber der Verwaltungsrat der WIR Bank ist eine ganz andere Kategorie. Ich möchte der Generalversammlung zu diesem mutigen Schritt und Reimann zu seiner Wahl gratulieren. Reimanns Visionen für die WIR Bank und die WIR-Verrechnung gehen teilweise in eine ähnliche Richtung wie meine. Für die WIR Bank können seine Impulse noch sehr wertvoll sein. Er bringt frischen Wind in den Verwal-

David Brunner David Brunner (27) hat die Handelsmittelschule an der Kantonsschule Hottingen besucht und 2012 den Bachelor in Business Administration (Hauptfach Accounting & Controlling) an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich erworben. Sein kaufmännisches Praktikum absolvierte Brunner im Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich. Von 2007 bis 2012 arbeitete er als Assistent Wirtschaftsprüfung und Treuhand in der René Brunner Treuhand AG, einer WIR-Teilnehmerin. Seit Oktober ist er beim Unternehmensberater OBT AG als Junior-Berater Wirtschaftsprüfung angestellt. Diesen Herbst will Brunner die Weiterbildung zum dipl. Wirtschaftsprüfer in Angriff nehmen. Zu seinen Hobbys zählt der Unihockeytrainer (Floorball Zurich Lioness) auch Ski fahren, Geschichte, das Lesen von Biographien und Reisen.

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«Nicht alle spinnen, aber alle müssen schlafen» Spycher-Handwerk: Alles von der Wolle

Seit mehreren Generationen gehört der Huttwiler Bauernbetrieb «untere Bäch» der Familie Grädel. In den letzten drei Jahrzehnten wandelte sich der Hof vom traditionellen Betrieb zu einer Schaffarm und einem Wollverarbeitungsunternehmen mit breitem Waren- und Kursangebot. Ein Restaurant und Übernachtungsmöglichkeiten in mongolischen Jurten runden «den vielseitigsten Betrieb im mittleren Westen» ab.

Anna-Katharina und Johann Ulrich Grädel setzen nicht nur auf Schafwolle.

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Hansueli Brönnimann füttert die Kardiermaschine mit gewaschener Wolle. Ausgespuckt wird ein feines Vlies.

Vor genau 40 Jahren gab die Ölkrise den entscheidenden Impuls. Als die Heizungen heruntergedreht und die Pullover dicker wurden, stieg die Nachfrage nach Wolle und nach Spinnkursen. Johann Ulrich Grädel reagierte schnell und bot beides auf seinem Hof in Huttwil an – zumal die Schafe schon vorhanden waren. Vater und Grossvater hatten die 10 Hektaren des Bauernbetriebs noch traditionell bewirtschaftet, «doch seit einiger Zeit kann man mit dieser Grösse nur noch mit intensivem Gemüseanbau oder Kräutern überleben – vorausgesetzt, die ganze Familie hilft generationenübergreifend und gratis mit», so Grädel. 1981 gründete Grädel mit seiner Schwester Trudi, welche handbedruckte Tücher und Schürzen verkaufte, die Firma Spycher-Handwerk und begann, Spinnräder der Marken Ashford (Neuseeland) und Louët (Niederlande) zu verkaufen und Spinn-, Färb-, Filz- und Webkurse zu erteilen. Dazu kam die Anschaffung der ersten von heute drei Kardiermaschinen – eindrucksvolle Ungetüme, welche die losen Fasern der gewaschenen Wolle in die gleiche Richtung bringen. Am Ende spult die Kardiermaschine ein Vlies auf eine Walze, das anschliessend zu Garn versponnen oder zu Filz verarbeitet werden kann. Angesichts der Komplexität der Kardiermaschinen ist es sicher kein Nachteil, dass Alexander Grädel – einer der drei Söhne und Nachfolger - gelernter Landmaschinenmechaniker ist und keine Berührungsängste vor altehrwürdiger Mechanik hat.

Boom vorbei - was nun? Bereits 1984 war der Woll- und Spinnboom vorüber, und die Grädels sahen sich mit der Frage «Wie weiter?» konfrontiert. Mit dem Entscheid, bei der Wolle zu bleiben, dem Betrieb aber eine neue Ausrichtung zu geben, lagen sie genau richtig. «Wir sagten uns, spinnen müssen nicht alle, aber schlafen schon», so Grädel. Also konzentrierte man sich auf die Herstellung und den Verkauf

von Kissen, Bettauflagen und Duvets aus Wolle. Dank ihrer hervorragenden Thermoregulationseigenschaften – sie geben sofort warm, bringen einen aber weniger ins Schwitzen –, war und ist die Nachfrage nach diesen Duvets sehr gross. Grädel selbst nutzt diese Eigenschaften noch konsequenter aus: «Ich schlafe ohne Leintuch, direkt auf einem Schaffell!» Das Angebot an Wollware und verwandten Artikeln – auch eingekauften – wurde ständig ausgebaut und umfasst heute rund 10 000 Positionen (vgl. Kasten). Angeboten werden die Artikel sowohl an Märkten, im Online-Shop auf spycher-handwerk.ch als auch im 1000 m2 grossen Laden. Auf der Lohnliste stehen heute rund 25 Personen – davon 4 bis 5 Lernende –, die sich 17 Vollzeitstellen teilen.

Einkaufserlebnis pur Der Online-Shop kommt natürlich den modernen Einkaufsgewohnheiten entgegen; doch nur, wer sich nach Huttwil aufmacht, kommt in den Genuss eines einzigartigen Einkaufserlebnisses. Der Weg der Wolle – von der Schafschur über das Waschen, Färben, Kardieren, Spinnen oder Filzen – kann hier 1:1 mitverfolgt werden. Wer in die Tiefe gehen will, dem stehen unzählige Kursangebote offen (vgl. Kasten). Wer sich noch mehr Zeit nehmen will, kann auch übernachten – natürlich standesgemäss in Unterkünften aus Wolle: sechs mongolische Jurten für 2 bis 6 Personen stehen für Familien, Gruppen oder Paare zur Verfügung. 17


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Jurten im Emmental … … erlauben mongolisches Wohn- und Schlaferlebnis.

Hauch von Exotik Die Jurten sind nicht das Einzige, das einen Hauch von Exotik im Emmental verströmt. Wer Wolle sagt, kann auch Kamel sagen. Ihre Wolle isoliert noch besser als Schafwolle, sodass die Duvets aus Kamelwolle noch leichter sind und bei ihren Liebhabern guten Absatz finden. Johann Ulrich Grädel beherbergt in seinem Betrieb gegenwärtig vier Wüstenschiffe im Alter von 4 bis 13 Jahren. Mit ihnen können Trekking-Touren unternommen werden, und sie haben zum Teil auch Fernseherfahrung auf den Buckeln. Denn der TV-Moderator Nick Hartmann übernachtete auf einer seiner Wanderungen just in der Nacht in einer Grädel’schen Jurte, als das heute jüngste der Kamele auf die Welt kam. Natürlich wurde dieser Moment für die Sendung «Über Stock und Stein» von den Kameras eingefangen, was Grädel ungeahnte Publicity einbrachte. Zu den Exoten kann man – neben den Kamelen, Lamas, Alpakas und Mohair- und Kaschmirziegen – auch die Tierrassen zählen, welche gefährdet sind und ebenfalls in Huttwil ein Zuhause gefunden haben: Walliser Landschafe, Spiegel- und Skuddenschafe oder Wollschweine, Schweizer Hühner und Pommerenten. 18

Vielseitig und flexibel Johann Ulrich Grädel nennt sein Unternehmen «den vielfältigsten Betrieb im Mittleren Westen» und dürfte damit nicht Unrecht haben. Neben dem enormen Angebot an Kursen, Produkten und Erlebnissen kann Grädel auch auf ganz spezifische Kundenwünsche eingehen. Wer bei sich zu Hause hobbymässig einige Schafe hält und aus den paar Kilo Wolle, welche sie abwerfen, seinen persönlichen Pullover oder sein spezielles Duvet hergestellt haben möchte, ist bei Grädels an der richtigen Adresse: Die angelieferte Wolle wird gewaschen, kardiert, gefärbt und zum gewünschten Produkt verarbeitet. Jährlich sind es 15 Tonnen Wolle, die diesen Prozess durchlaufen - natürlich mehrheitlich nicht auf individueller Basis. Auch qualitativ nicht hochwertige Wolle findet einen Verwendungszweck, etwa als Dämmstoffplatten und allgemein als Isolationsmaterial.


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Alles rund um Wolle: Der Laden bietet 10 000 Artikel.

10 000 Artikel und grosses Kursangebot «Zentral abgelegen» Huttwil liegt zwar genau auf der Achse Bern-Zürich, aber nicht gerade an einer Hauptverkehrsader. Kein Kopfzerbrechen bereitet dieser Umstand Johann Ulrich Grädel: «Wir liegen zentral abgelegen», umschreibt er die Erreichbarkeit des sogenannten Gartenstädtchens. In einer Stunde ist man von Bern, Basel oder Zürich kommend bei Grädels, zwei Stunden benötigen Walliser, Waadtländer und Tessiner. Der Aufwand lohnt sich, vor allem auch an den Tagen, an denen Zusätzliches geboten wird - etwa der Historische Handwerkermarkt (6. - 7. Juli), die Ausstellung KunstWerk Wolle (12. - 14. September) oder die 33. Schafschur Huttwil (19. Oktober 2013). Daniel Flury

Das Warenangebot im Online-Shop und im 1000 m2 grossen Laden ist riesig. Von verschiedenen Bettinhalten bis zu Flor-, Fell- und Krippentieren, Filzhüten und -pantoffeln, bis zu Dämmmaterial und Freizeitbekleidung des neuseeländischen Merinospezialisten Icebreaker ist alles zu haben, das mit Wolle zu tun hat. Selbstverständlich gehören dazu auch Filzzubehör, Spinnräder, Waschmittel, Farbstoffe, Mottenschutz, Fachliteratur und vieles mehr. Neben Spinn- und Wollverarbeitungskursen werden hauptsächlich Filzkurse angeboten. Eindrücklich, was mit Filz alles hergestellt werden kann: Ponchos, Halsschmuck, Finken, Stulpen, Hüte, Katzenhöhlen, Teppiche, Figuren … Betriebsführungen mit Verpflegung, Kameltrekking oder einem Filzkurs sind ab 10 Personen möglich. Alle Angebote, inklusive die Daten der Märkte, finden Sie hier: www.spycher-handwerk.ch Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 8.00 bis 12.00 und 13.30 bis 18.00 Uhr Samstag: durchgehend von 8.00 bis 16.00 Uhr

Telefon:

062 962 11 54

WIR-Annahmesatz: 50%

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ANLAGEN OPTIMIEREN UND PROFITIEREN! Vergleichen Sie die Konditionen der WIR Bank mit jenen der Konkurrenz!

Weltweit ist das allgemeine Zinsniveau seit Langem sehr tief. Das gilt nicht zuletzt auch für die Schweiz, wo das Zinsniveau traditionell noch etwas tiefer liegt als z. B. in den Nachbarländern. Was heisst das für die Anleger?

Das Zinsniveau in den wichtigsten Industrie- und Handelsnationen ist seit Langem sehr tief. Vieles spricht dafür, dass dies noch lange so bleiben wird: – Mit billigem Geld will man die Wirtschaft ankurbeln und rezessive Tendenzen wie auch die Arbeitslosigkeit bekämpfen. – Würde das Zinsniveau eines Staates gegenüber anderen steigen, würde die eigene Währung teurer. Dies würde die eigene Exportindustrie behindern – was niemand will. – Viele bedeutende Nationen weltweit sind hoch verschuldet. Ein höheres Zinsniveau würde noch mehr Schuldzinsen mit sich bringen und angespannte Budgets noch mehr belasten. Die «unabhängigen» Zentralbanken all dieser Länder können sich diesen Fakten nicht einfach verschliessen und werden die Leitzinsen tendenziell tief halten.

Handeln Sie jetzt - vergleichen lohnt sich Für die Anleger empfiehlt sich, nicht auf die vielzitierte «Zinswende» in ferner Zukunft zu warten, sondern jetzt aktiv zu agieren und das Beste aus der gegebenen Situation zu machen. Dabei empfiehlt es sich, insbesondere zwei Punkte zu beachten: 20

1. Staffeln Sie Zinsanlagen nach Fälligkeiten 2. Vergleichen Sie verschiedene Anbieter Mit einer Staffelung Ihrer Anlagen können Sie sicherstellen, dass Sie jederzeit liquid bleiben und gleichzeitig Ihre Zinserträge optimieren: 1. Wenn Sie einen Teil Ihres Geldes auf dem Kontokorrentkonto der WIR Bank halten, können Sie damit jederzeit laufende Zahlungen tätigen. 2. Das Anlagekonto bringt Ihnen höhere Erträge für einen weiteren Teil Ihres Geldes (s. Anlagekonto: bis zu 1,6% Zins). Ausserdem haben Sie mit dem Anlagekonto bei Bedarf auch sofort verfügbare Reserven zum Übertrag auf das Kontokorrentkonto, um den Zahlungsverkehr sicherzustellen: Die kündigungsfreien Rückzüge betragen 25 000 CHF pro Kalenderhalbjahr. 3. Für einen weiteren Teil Ihres Geldes empfehlen wir Festgeldanlagen mit verschiedenen Laufzeiten. Diese können Sie so staffeln, dass die Gelder gemäss Ihrer persönlichen Liquiditätsplanung zurückbezahlt werden. Die verschiedenen Rückzahlungstermine erlauben es Ihnen, immer wieder neu zu entscheiden, wie Sie diese Gelder anlegen wollen.


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Anlagekonto: bis zu 1,6% Zins!

Genaue Bedingungen unter www.wirbank.ch > Firmenkunden oder Privatkunden > Sparen/Anlagekonto. Das Anlagekonto gibt es auch als Geschenkkonto für Gross- oder Patenkinder usw.

Verdoppeln, verdreifachen oder sogar vervierfachen können Sie den Basiszins beim Anlagekonto der WIR Bank: –  2: Sobald Sie mindestens 5000 CHF auf Ihr Anlagekonto bei der WIR Bank einzahlen, erhalten Sie einen Neugeldbonus von 0,4% - damit verdoppelt sich der Basiszinssatz von 0,4%. (Der Neugeldbonus gilt jeweils bis Ende Kalenderjahr bis 50 000 CHF bzw. solange das Neugeld bei mindestens 5000 CHF netto bleibt.) –  3: Sobald Sie mindestens 25 Stammanteile der WIR Bank im Depot der WIR Bank haben, erhalten Sie einen Stammanteilbonus von 0,8% (bis 50 000 CHF). Damit verdreifacht sich der Basiszinssatz auf 1,2%. –  4: Kombinieren Sie den Neugeldbonus und den Stammanteilbonus. Damit vervierfachen Sie den Basiszins auf absolut einmalige 1,6% (bis max. 50 000 CHF).

Festgelder - vergleichen, staffeln und profitieren Vergleichen Sie die Zinssätze der WIR Bank mit jenen anderer Banken. Mit 4-jährigen Festgeldern erhalten Sie bei der WIR Bank 0,875% Zins, mit 8-jährigen Festgeldern 1,375% (Stand 17.6.2013). Der bei Anlagebeginn gültige Zinssatz bleibt bei den Festgeldern über die gesamte Anlagedauer gleich und liegt bei mehrjährigen Anlagen meistens über den üblichen Spargeldzinsen. Die Zinssätze werden laufend angepasst. Mehr erfahren Sie unter www.wirbank.ch > Privat- bzw. Firmenkunden > Sparen/Festgelder. Roland Schaub

Festgeldkonti der WIR Bank Die WIR Bank bietet unterjährige Festgeldkonti mit Laufzeiten von 1–12 Monaten und überjährige Festgeldkonti mit Laufzeiten von 2–8 Jahren an. Die Mindestanlage bei allen Festgeldern der WIR Bank beträgt 5000 CHF, höhere Einlagen müssen durch 1000 teilbar sein. Festgeldkonti im unterjährigen Bereich werden bei anderen Banken zumeist als Festgelder bezeichnet, im überjährigen Bereich 2–8 Jahre entsprechen sie Kassenobligationen. Der bei Anlagebeginn gültige und während der ganzen Laufzeit konstante Zinssatz liegt bei mehrjährigen Festgeldern meist deutlich über den normalen Spargeldzinsen - vergleichen lohnt sich.

Festgelder WIR Bank (= Kassenobligationen): Laufzeit in Jahren Zinssatz 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre

5 Jahre

6 Jahre

7 Jahre

8 Jahre

(Stand 17.6.2013)

*1,000%

1,125%

1,250%

1,375%

0,625%

0,750%

0,875%

Alle Festgeldkonti der WIR Bank sind absolut frei von Depotgebühren oder Spesen. *Bis Ende Juni lief eine Spezialaktion (1,250%) bei einem Betrag ab 10 000 CHF.

TERZO mit 1,8% Zins! Im Vorsorgebereich gehört die WIR Bank nach wie vor zur Spitzengruppe. Freizügigkeitskonto und TERZO sind frei von Spesen oder Gebühren.

• TERZO (Säule 3a) - frühzeitig einzahlen, mehr profitieren! Das Vorsorgesparen über die Säule 3a lohnt sich doppelt - wegen des Vorzugszinses (aktuell 1,8% Zins) und der positiven Steuereffekte während der Sparphase. Die geleisteten Beiträge an die Säule 3a sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Die Zinserträge sind verrechnungs- und einkommenssteuerfrei. Vermögenssteuern fallen ebenfalls keine an. Erst bei der Auszahlung ist das Vorsorgekapital zu einem reduzierten Satz zu versteuern. Gegenwärtig können Vorsorgenehmer mit Pensionskasse maximal 6739 CHF pro Jahr einzahlen, bei Selbstständigerwerbenden ohne Pensionskasse beträgt der Maximalbetrag 33 696 CHF bzw. max. 20% des Erwerbseinkommens. Je früher Sie einzahlen, desto mehr profitieren Sie vom Vorzugszinssatz der WIR Bank! • Freizügigkeitskonto: Ein Freizügigkeitskonto kommt unter anderem bei der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit mit Verzicht auf sofortige Barauszahlung des Freizügigkeitskapitals oder bei vorübergehender Erwerbslosigkeit zum Tragen. Das Freizügigkeitskonto der WIR Bank bietet den Spitzenzins von 1,375% Zins. Vor allem, wenn dieses Kapital über längere Zeit angelegt bleibt, macht sich ein höherer Zins besonders bezahlt. Vergleichen lohnt sich immer. 22


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«60 Messen sind kein Grund, sich auszuruhen» Jubiläums-WIR-Messe Luzern

Messeleiter Werner Appetito blickt zufrieden auf die 60. WIR-Messe Luzern zurück. Dank eines aussergewöhnlich gut besuchten Sonntags und rund 180 Ausstellern kamen sowohl Verkäufer wie Käufer auf ihre Kosten. Sehr guten Anklang fand die Sonderschau, welche dem Osterbrauchtum gewidmet war. Sie dürfte auch dafür verantwortlich sein, dass auffallend viele Familien den Weg an die Jubiläumsmesse auf der Allmend fanden. Messeleiter Werner Appetito.

Zwar habe man das Jubiläum medial etwas ausgeschlachtet, aber – so Messeleiter Werner Appetito – ein Grund, sich auszuruhen oder sich in Rückblenden zu verlieren, seien 60 Messen nicht. «Viel lieber schauen wir in die Zukunft: Die 61. WIR-Messe Luzern findet vom 28. bis 31. März 2014 statt und wird erneut unter einem spannenden Motto stehen.» Da im August 2013 das neue Messegelände in Luzern fertiggestellt und feierlich eröffnet wird, dürfen sich Organisatoren, Besucher und Aussteller 2014 auch auf eine Luzerner WIR-Messe ohne Baustellen und Einschränkungen freuen. Auch Oliver Willimann, Verwaltungsratspräsident der WIR Bank, befand: «Trotz ihres Alters ist die Luzerner WIR-Messe im Geiste jung geblieben. Und nicht nur im Geiste, denn die Organisatoren haben es verstanden, die Messe stets auf allen Ebenen zu erneuern.»

Stillstand ist Rückschritt Wer sich unter den rund 1000 Messen und den unzähligen Events, die in der Schweiz jährlich stattfinden, behaupten will, muss sich bewegen – auch gegen den Gegenwind, der aus Richtung Internet bläst und das Verhalten vieler Konsumenten lenkt. Das Geheimnis des Erfolgs liegt für Werner Appetito in der Tatsache begründet, dass sich in den meisten Fällen die Geschäftsinhaber selbst an die WIR-Messe Luzern bemühen und helfen, ihre Stände zu betreuen. «Das führt zu einer gesunden Erdung und Vernetzung der KMUs – wir leben in der Realität, nicht in den abgehobenen Sphären der Abzocker und Profiteure.» Appetito zweifelt nicht an der Zukunft und der Daseinsberechtigung von Publikumsmessen, ist sich aber sicher, dass das Angebot 23


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Verantwortlich f체r die Events und die Sonderschau: Gabrielle Bl채ttler.

Oliver Willimann.

Jessica Ming.

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insgesamt noch stärker auf Erlebnis ausgerichtet werden muss. «Die Leute wollen etwas sehen, hören, erleben, sie wollen degustieren und Erfahrungen austauschen.» Diesem Anspruch wurde die 60. Luzerner WIR-Messe mit ihrer Sonderschau Ostern denn auch gerecht. Die bemalten oder filigran mit Diamantbohrern bearbeiteten Eierschalen stiessen auf grosses Interesse, ebenso der Osterbrunch am Sonntag und das Eiertütschen am Samstag und Sonntag.

Perlen Wie jedes Jahr waren zahlreiche Perlen auszumachen, von der schicken Jacke aus Rentierleder über den nie rostenden Edelstahlgrill bis zum edlen spanischen Tropfen aus dem Sil-Canyon Galiciens. «Bei 180 Ausstellern ist ein guter Branchenmix praktisch garantiert», bestätigt Messeleiter Werner Appetito, der an den künftigen Messen aber lieber 200 Ausstellende sähe. Vorläufig nicht zur Disposition steht der Montag als vierter Messetag. Es sei zwar sicher nicht der umsatzstärkste Tag, doch bei einer

Verkürzung auf drei Tage würde sich das Problem der Aufbruchstimmung einfach auf den Sonntagnachmittag verschieben – «dazu kommt, dass wegen des Sonntagsverbots für schwere Lkw nicht alle Aussteller ihre Stände räumen könnten.»

Stellenwert der WIR-Idee Der Luzerner Kantonsratspräsident Urs Dickerhof überbrachte die Wünsche des Kantonsrats und der Luzerner Bevölkerung und freute sich über die «quicklebendige, attraktive und bunte» WIRMesse Luzern, bei der auch der gesellschaftliche Aspekt nicht zu kurz komme. Mit Verweis auf die finanzielle Situation Zyperns zeigte sich Dickerhof überzeugt davon, dass es Institutionen wie die WIR Bank braucht, die auch in schwierigen, instabilen Zeiten funktionieren. «Die KMUs und die Gesellschaft müssen zueinander schauen, damit erhält die WIR-Idee einen neuen Stellenwert.»

Daniel Flury

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WIR ERLEBNIS-MESSE ZOFINGEN GEWOHNT SPEZIELL Die Zofinger WIR-Messe 2013 baut auf das Thema «Bauen, Wohnen & Gartenwelt»

Die vierte Auflage der WIR Erlebnis-Messe in Zofingen baute auf einen Themenbereich, der alle betrifft: Bauen, Wohnen und Gartenwelt. Selbstverständlich waren auch zahlreiche andere Branchen vertreten. Damit war diese Messe einerseits eine Fachmesse und anderseits, wie alle WIR-Messen, eine Einkaufsmesse.

Knapp 100 Gewerbetreibende aus verschiedensten Branchen präsentierten an der vierten Erlebnismesse in Zofingen (24.– 26.5.2013) ihre attraktiven Produkte und Dienstleistungen, davon 15 im Bereich des Messe-Mottos. Das Rahmenprogramm war dieses Mal ganz speziell: Zahlreiche Fachreferate rund ums Thema Bauen standen interessierten Besuchern am Samstag und Sonntag zur Auswahl.

Chance und Risiko «Willkommen zur Winterausstellung 2013», meinte Messeleiter Marco Steffen in seiner Ansprache mit seinem gewohnt trockenen Humor. Weniger trocken war das Wetter, auf das er Bezug nahm. Dieses war nass und kalt. Am Morgen hatte es sogar gehagelt. Leider nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Messe, die teilweise im Freien stattfindet – ein Risiko, das sich dafür bei gutem Wetter bezahlt macht. Das Wetter habe auch dazu geführt, dass sich einige angemeldete Unternehmen kurzfristig zurückgezogen hätten.

Interessante Fachreferate In den Fachreferaten (Samstag und Sonntag) wurden die unterschiedlichsten Themen (zum eigentlichen Bauen wie auch zur Finanzierung) behandelt. Die Moderation der Referate erfolgte durch Andreas Steffen von der Firma Steffen Treuhand AG, Zofingen. - Eigenheimfinanzierung (S. 28) - Holzbau heute - Herausforderungen und Möglichkeiten - Wirkungsvoller Marktauftritt (Ladenbau, Shop-in-Shop, POS und Messen usw.) - Mehrgenerationenwohnen, eine Antwort auf die demografische Entwicklung? - Asbest in Liegenschaften - Erdsondenbohrung neu definiert - Bauschäden aus der Praxis - Bauen mit Lehm - Das Gebäude und die Energiewende - Gartengestaltung - Wärmedämmen, aber richtig! - Holz-Zement-Wandheizung: Ein Beitrag zur Energiewende

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Thomas P. von Arx von der WIR Bank, Leiter der Filiale Basel.

Zu den Problemen, mit denen die Veranstalter in Zofingen zu kämpfen haben, gehört auch die Infrastruktur. Es handle sich nicht um ein eigentliches Messegelände, sondern es müsse jedes Mal wieder zu einem Messegelände gemacht werden, meinte Steffen. Er dankte deshalb seinen Vorstandskollegen sowie allen Helfern, die dazu beigetragen hätten, die Messe 2013 zu realisieren. Die Bedeutung des Themas «Bauen, Wohnen, Gartenwelt» ergebe sich schon aus der Tatsache, dass ein Drittel aller WIR-Umsätze rund ums Thema Bauen gemacht würde, erklärte Messeleiter Marco Steffen. Trotz gewisser wetterbedingter Schwierigkeiten war auch die vierte WIR Erlebnismesse in Zofingen ein Erfolg – auf das nächste Messemotto darf man gespannt sein. Roland Schaub

Eigenheimfinanzierungen WIR auch für Privatkunden Thomas P. von Arx von der WIR Bank, Leiter der Filiale Basel, erklärte zuerst in groben Zügen die Entwicklung des Schweizer Immobilienmarktes. Aufgrund der hohen Nettozuwanderung – in den letzten 5 Jahren ca. 65 000–70 000 pro Jahr -, des tiefen Zinsniveaus und der Einkommensentwicklung gebe es einen anhaltenden Nachfragedruck, was auch zu einer deutlichen Steigerung der Mieten wie auch der Preise für Eigenheime geführt habe. Im Weiteren erläuterte er in seinem Referat die Grundsätze einer Eigenheimfinanzierung bei der WIR Bank mit den Belehnungsgrenzen. So werden z.B. bei Wohnbauten mindestens 20% Eigenmittel benötigt, bei Gewerbebauten und Ferienwohnungen 25%, bei Ferienhäusern 30% und beim Bauland sind mindestens 40–50% Eigenmittel erforderlich. Ausserdem benötige man seit dem 1.7.2012 mindestens 10% Eigenmittel in bar - die Eigenmittel dürfen nicht mehr ausschliesslich aus der Pensionskasse stammen. Für die Tragbarkeitsberechnung geht man von rechnerisch höheren Zinssätzen aus. Das heisst, die Kreditnehmer müssten gegebenenfalls in der Lage sein, höhere Zinszahlungen zu leisten, falls das Zinsniveau ansteigen sollte. Thomas P. von Arx skizzierte im Folgenden das gesamte Kreditangebot der WIR Bank - Baukredite, variable Hypotheken, Festhypotheken, LIBOR-Hypotheken oder Öko-Kredite. Dabei erwähnte er u.a., dass auch Privatkunden unter bestimmten Voraussetzungen vom WIR-System - eigentlich den KMU-Kunden vorbehalten - profitieren können. Die kombinierte Finanzierung WIR/CHF, von der WIR Bank als SPLIT-Kredit bezeichnet, ist in jedem Fall sehr attraktiv. Der WIR-Teil eines solchen SPLITKredites könne dabei mit allen CHF-Kreditmodellen der WIR Bank kombiniert werden, erklärte Thomas P. von Arx. Zur Zinsentwicklung meinte von Arx, er habe keine Kristallkugel zur Hand. Gewisse Indizien würden aber darauf hindeuten, dass die Zinssätze zwar tief bleiben würden, dass es aber im Jahr 2014 zu einem leichten Anstieg kommen könnte.

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Glückliches Lebensende in Baguio Jeden Tag erkranken in der Schweiz 60 Menschen an Demenz. Ihre Betreuung ist anspruchsvoll und teuer. Findige Investoren und Geschäftsleute bieten deshalb Pflegeplätze in Ländern mit tiefem Lohnniveau an. Die Meinungen darüber sind geteilt. Von Abschieben und Entsorgen reden die einen, bei den andern stehen die Kosteneinsparungen und die aufmerksame Rund-um-die-Uhr-Betreuung im Vordergrund. Die ganze Palette möglicher Betreuungsformen hat der WIR-Teilnehmer Ulrich Näf erlebt. Er plädiert für die Pflege im Ausland und bietet Interessierten auch gleich sein Haus auf den Philippinen an.

Als Ulrich Näfs Vater Ulrich Näf senior 92-jährig von einer Stützmauer fiel, änderte sich das Leben beider Ulriche schlagartig. Im Uni-Spital Zürich konnten zwar die Folgen der erlittenen Hirnblutung weitgehend gemildert werden: Näfs Vater war nach drei Monaten wieder fähig, zu gehen, leidlich zu schlucken und zu sprechen. Er blieb jedoch ein Pflegefall, konnte nicht alleine aufstehen, essen, trinken oder die Toilette benutzen. «Mein Vater war Schweizer Meister im Kunstturnen, Gemeinderat, Schriftenmaler, Künstler, Kalligraph, Sachverständiger für Bauernhaus-Dachbalken – alles vorbei, nur noch blasse Erinnerung oder Illusion», so Ulrich Näf junior. Kurz entschlossen verkaufte Näf 2004 die fast 30 Jahre zuvor vom Vater übernommene Schriftenmalerei. Er baute das Atelier zum Krankenzimmer um und lernte von SpitexMitarbeiterinnen, wie sein Vater «zu striegeln und zu putzen» war. «Die ersten drei Jahre zu Hause waren für beide eine gute Zeit», erinnert sich Näf, «doch meine ständige Präsenz als Krankenpfleger forderte schliesslich ihren Tribut.» Näf erlitt Nierenkoliken und musste selbst ins Spital. «Plötzlich war auch ich ‹kaputt›, und es schien, dass einer von uns die Situation mit dem Leben zu bezahlen hatte.»

oberhalb einer Blumenfarm, war bald gefunden. Nachdem der mittlere Stock und der Garten rollstuhlgängig gemacht worden waren, siedelten Ulrich Näf senior und junior mit Juana 2007 nach Baguio City um.

Das «Swiss House» in Baguio.

Vom Spital ins Hochland Glücklicherweise konnte der Junior vom Spitalbett aus sofort einen Pflegeplatz für den Senior in Uster organisieren. Doch Näfs Vater litt unter dem «stieren» Zimmer, den ständigen Wechseln des meist nur Teilzeit angestellten Personals – «es kommen immer fremde Leute zu mir ins Zimmer» – und dem Lärm des nahen Güterbahnhofs. Eine neue Lösung musste her. Per Handschlag besiegelten Vater und Sohn einen Vertrag: Der Vater erhält erstklassige Pflege, der Sohn erhält freie Hand, wie sie zu erbringen ist. Seit 30 Jahren ist Näf mit Juana Näf-Balagot verheiratet. Eine Filipina mit Wurzeln nahe der Stadt Baguio City. «Dort, auf 1400 Metern über Meer, ist es angenehm kühl und grün – das St. Moritz der Philippinen!» Ein grosses, geräumiges Haus, direkt

Die beiden Ulrich: Vater und Sohn Näf.

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Mehr Zeit für den Vater Nun konnte sich Näf das leisten, was in der Schweiz unmöglich schien. Die 24-Stunden-Betreuung erbrachten zwei angestellte Pfleger, unterstützt von einem Gärtner und einem Fahrer. Näf junior hatte es leichter. «Meine Aufgabe war es, meinen Vater zu unterhalten, ihm vorzulesen und mit ihm in Gesprächen alte Zeiten aufleben zu lassen. Die Medikamente konnten wir abbauen, bis ich zuletzt sein Antidepressivum war.» Die Pflege war auch anspruchsvoller geworden. Nach dem Sturz erlitt Ulrich Näf senior etwa jedes Vierteljahr einen kleinen Hirnschlag, was dem Gedächtnis sehr abträglich war. Nach dem 12. Hirnschlag hatte der Vater keine Kraft mehr zum Leben und konnte – oder wollte – nicht mehr schlucken. Da Ulrich Näf senior auf lebensverlängernde Massnahmen verzichtete, starb er nach vier Tagen. Das war 2010.

Heute ist Ulrich Näf junior 68 Jahre alt und lebt alleine mit seiner Frau in dem grossen Haus, das ein kinderreicher chinesischer Geschäftsmann vor etwa 25 Jahren als hotelähnliches «Swiss House» und Feriendomizil erbauen liess. Doch Näf möchte seine Erfahrungen und sein Wissen weiter anwenden. «Ich könnte mir vorstellen, zwei oder drei Menschen aufzunehmen und sie nach dem Modell Näf bis zum Tod zu pflegen.» Modell Näf bedeutet: angestellte Pfleger oder Pflegerinnen – je nach Wunsch der Patienten – und Ulrich Näf als Gestalter des Alltags. «Es wäre meine Aufgabe, herauszufinden, was die Menschen bewegt, was ihnen Spass macht, was ihre Wünsche sind. Baguio City ist eine Stadt mit 350 000 Einwohnern, mitten in der Natur, und das Meer ist nah. Es gibt hier für alle etwas.» Die Patienten sollen sich nicht nur als Gäste, sondern als Besitzer des Hauses fühlen (www.alzheimerhelp.ch)

Ulrich und Juana Näf.

Das Haus grenzt an eine Blumenfarm.

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Blick vom Wohn- ins Esszimmer.


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Sprache und Partner entscheidend Die Diskussionen in der Schweiz verfolgt Näf mit Interesse (vgl. Kasten). «Wer der Meinung ist, dass Demenzheime im Ausland ‹Konzentrationslager für Alte› sind, wie es in Zeitungskommentaren hiess, soll um Himmels Willen die Finger von dieser Pflegeform lassen.» Näf empfiehlt den Angehörigen einen Besuch oder einen Ferienaufenthalt, zusammen mit der zu pflegenden Person. So könne das Angebot auf Herz und Nieren geprüft und die Reaktion beurteilt werden. «Der Idealfall ist sowieso, dass am Schluss nicht nur der zu pflegende Mensch hierbleibt, sondern auch die Partnerin oder der Partner.» Nach Jahren aufopfernder Pflege hätten nämlich auch sie Anrecht auf Erholung und eigene Zeit. Von Vorteil sei es auch, wenn die englische Sprache kein Schreckgespenst ist. Selbst wenn diese Form der Kommunikation nicht entscheidend für das Wohlgefühl der Patienten zu sein braucht. «In einer Dokumentation über ein bestehendes Heim in Thailand habe ich gesehen, wie die Pflegerin Berndeutsch nur intonierte – völlig inhaltslos –, und schon blühte die betreute, an Demenz erkrankte Person auf.» Ein grosser Vorteil seines Angebots sieht Näf im Klima auf 1400 Metern über Meer. In Baguio City ist es das ganze Jahr über zwischen 18 und 22 Grad, gelegentlich um 16 Grad – brütende Hitze wie anderswo in Asien kenne man dort nicht. «Die Garderobe besteht aus langem Hemd mit langer Hose und kurzem Hemd mit kurzer Hose …» Dass sich bei der Wahl der Pflegeform und des Pflegeorts auch vieles um Kosten dreht, ist für Näf klar. Angebote in Thailand, die mit rund 6000 CHF pro Monat auf der Hälfte der Kosten in der Schweiz basieren, hält er für angemessen und würde ein solches Berechnungsmodell auch als eigene Grundlage anwenden. Für WIR-Verrechner auch mit einem WIR-Anteil. «Man muss sich bewusst sein, was man als Gegenwert erhält. Eben nicht das triste Spitalbett, sondern individuelle Betreuung und ein zweites Zuhause.»

Das «Swiss House» ist von Föhren umgeben.

Bald 200 000 Demenzkranke Jedes Jahr erkranken in der Schweiz rund 20 000 Personen an Demenzkrankheiten wie Alzheimer. Insgesamt leben in der Schweiz 107 000 Demenzkranke. Die daraus resultierenden Kosten werden auf 7 Mrd. CHF geschätzt. Obwohl es kaum Anreize gibt, Demenzkranke zu Hause zu pflegen, wird über die Hälfte der Patientinnen und Patienten von Angehörigen gepflegt – und diese sind dabei weitgehend auf sich allein gestellt. In 20 Jahren rechnen Experten mit etwa 200 000 Patienten und einer entsprechenden Zunahme der Kosten. Aufgrund von fehlenden «adäquaten und vor allem auch zahlbaren Betreuungsmöglichkeiten» und Entlastungsangeboten zog der Schweizer Martin Woodtli 2002 mit seiner demenzkranken Mutter in den Norden von Thailand. Nach dem Tod der Mutter 2003 beschloss Woodtli, eine grössere Anlage für die Pflege von Demenzkranken und die Beherbergung ihrer Angehörigen zu bauen (www.alzheimerthailand.com). Ein ähnliches Angebot besteht im Süden Thailands auf der Insel Phuket (www.carewell-service.com). Die wohl grösste derartige Anlage in Thailand wird im Februar 2014 bezugsbereit sein: Das Resort Vivo bene (www.vivobene.ch) soll 48 Demenzkranken und ihren Angehörigen ein neues Daheim mit Rund-umdie-Uhr-Betreuung bieten. Weitere Projekte für Suchtkranke und Burn-out-Patienten sind in der Pipeline. Nachdem das Vivo-bene-Dorf im Mai in den Schweizer Medien vorgestellt worden war, entbrannte die Diskussion darüber, ob die Lösung von Altersproblemen ins Ausland ausgelagert werden darf oder nicht.

Daniel Flury.

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Steueroptimierung im Bereich der Säule 3a Das Dreisäulenprinzip ist ein Grundpfeiler der Vorsorge in der Schweiz. Damit hat unser Land Grundwerte für ein lebenswertes Alter geschaffen, welches sich deutlich von den EU-Ländern abhebt. Die individuellste und «reinste» der drei Säulen ist die 3. Säule. Sie hat auch steuerliche Vorteile.

In der ersten Säule, der AHV und damit der staatlichen Pension, liegen wir EU-kompatibel im Umfeld der europäischen Schuldenwirtschaft. Kraft Generationenvertrag zahlen wir rund 10% des Erwerbseinkommens in die Sozialkasse ein. Nur das Einkommen bis rund 85 000 CHF ist rentenbildend. Was höher ist, ist AHVbeitragspflichtig, erhöht jedoch unsere Rente um keinen Franken und ist damit eine reine Steuer. Der Staat hat das Privileg, dass er die zukünftigen Renten gegenüber seinen Bürgern nicht als Schuld ausweisen muss, im Gegensatz zu allen privaten Vorsorgeträgern. Die Folge wäre dramatisch: Der Staat wäre noch mehr überschuldet, was jedoch unsere Funktionäre und Staatskommissare nicht zeigen wollen.

2. Säule: 20% «verdunsten» Die zweite Säule beruht auf dem sogenannten Kapitaldeckungsverfahren. Alles, was wir eingezahlt haben, ist auf einem persönlichen Sparkonto, dem Vorsorgeausweis, abgebildet. Ein grosser Unterschied zu vielen anderen Vorsorgelösungen. Das Verfahren hat den Vorteil, dass nur ausbezahlt wird, was eingezahlt worden ist. Bei den privaten Vorsorgeeinrichtungen kommen so rund 80% der Sparbeiträge den Versicherten zu. Technischer Zinssatz, Schwankungsreserven, Umwandlungssatz, Risikoprämien und andere Faktoren verwässern den übrigen Teil und «verdunsten» im Dschungel der unüberblickbaren gesetzlichen Regelungen. Bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorgeträgern, den staatlichen Pensionskassen, existiert eine ungeschriebene Staatsgarantie. Ein Grossteil aller öffentlichen Schulden sind Deckungslücken der staatlichen Pensionskassen, welche in der Regel durch den Staat und damit durch Steuergelder abgedeckt werden. Auch diese Schulden werden in der Regel nicht ausgewiesen und durch sich regelmässig wiederholende Finanzierungspakete saniert.

3. Säule: unverwässert Die dritte Säule ist individuell und sehr rein. Sie wird nicht verwässert und dient der individuellen, persönlichen Vorsorge. Was 32

eingezahlt wird, kann vom Einkommen abgezogen werden und reduziert die Einkommenssteuer. Die Ersparnis beträgt in der Regel 30% der einbezahlten Summe. Was einbezahlt ist, unterliegt nicht der Vermögenssteuer und ist vor Konkurs und Gläubigern geschützt. Sehr empfehlenswert! Betrachten wir den steuerliche Aspekt der Säule 3a etwas genauer, und zwar am Beispiel der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Bezüglich Besteuerung hatte der Kanton Basel-Landschaft früher eine sehr restriktive Praxis im Umgang mit mehreren Säule-3aKonti der gleichen Person. Die Praxis und Rechtslage war unklar, da die aktuellste Weisung der Steuerverwaltung zu diesem Thema aus dem Jahr 1995 stammt. Dies hat uns dazu veranlasst, die Rechtslage beim Kanton abzuklären.

Steuerumgehung? Auch der Kanton Basel-Landschaft lässt heutzutage wie die meisten Kantone (auch Basel-Stadt) bis zu drei separate Säule-3aKonti zu (bei noch mehr Konten wird von der Steuerverwaltung allenfalls geprüft, ob nicht eine Steuerumgehung vorliegt) und zählt sie bei einem Bezug des Kapitals über mehrere Jahre nicht mehr zusammen. Einzig Bezüge, welche im selben Jahr stattfinden, werden zusammengerechnet. Diese Zusammenrechnung bezieht sich jedoch nicht nur auf die Säule-3a-Konti, sondern auch auf die Bezüge der beruflichen Vorsorge (2. Säule). Im Kanton Basel-Landschaft präsentiert sich daher die Lage für Arbeitnehmer folgendermassen: Sofern nicht gleichzeitig Bezüge aus der beruflichen Vorsorge erfolgen, gibt es mit den aktuellen Steuertarifen kaum Optimierungspotenzial, da für Bezüge bis zirka 430 000 CHF pro Jahr ohnehin der Minimalsteuersatz von 2% angewendet wird. Für Selbstständigerwerbende ohne berufliche Vorsorge und entsprechend höherer Säule 3a können sich hier


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aber durchaus Optimierungsmöglichkeiten ergeben, ebenso wenn gleichzeitig ein Kapitalbezug aus der Pensionskasse geplant ist.

Im Vergleich der beiden Kantone Basel-Landschaft und BaselStadt lässt sich feststellen, dass für eine Einzelperson bis zu einem jährlichen Bezug von zirka 750 000 CHF die Steuerbelastung im Kanton Basel-Landschaft tiefer ist. Aufgrund der bei 430 000 CHF einsetzenden, starken Progression ändert sich dies aber bei Bezügen über 750 000 CHF.

Im Kanton Basel-Stadt sieht es ein wenig anders aus: Da BaselStadt nicht wie sein Nachbarkanton bis zu einer bestimmten Grenze einen Minimalsteuersatz anwendet, beginnt die Steuerprogression schon viel früher. Somit ergeben sich hier schon ab geringeren Bezügen aus der Säule 3a Optimierungsmöglichkeiten mit einem gestaffelten Bezug des Kapitals.

Was hier für zwei Kantone dargestellt ist, hat im Wesentlichen auch Geltung für andere Kantone. Es ist jedoch wie bei der Medizin: Es bedarf eines individuellen Rezepts.

Ehepartner separat besteuert In beiden Kantonen werden die Ehepartner in Bezug auf die Kapitalauszahlungen separat besteuert, das heisst, es findet keine Zusammenrechnung der Bezüge für die Festsetzung des Steuersatzes der Ehepartner statt (wie dies der Bund und zum Beispiel der Kanton Schwyz praktizieren).

600‘000

Dr. iur. Bernhard Madörin

Basel (BS) Bottmingen (BL)

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Steuern auf Auszahlung

Fazit: Die dritte Säule ist attraktiv und sicher. Individuelle Steuerplanung lohnt sich, und manchmal sind einfache Lösungen praktisch und effizient.

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Kapitalauszahlung Kanton Basel-Landschaft: starke Progression bei Bezügen über 750‘000 CHF

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Die gemeinnützige Stiftung in der Schweiz Die gemeinnützige Stiftung geniesst in der Schweiz ein hohes Ansehen. Auch ausländische Stifter, welche internationale gemeinnützige Ziele verfolgen, entscheiden sich oft für eine Schweizer Stiftung aufgrund ihrer rechtlichen und steuerlichen Attraktivität.

Einfach ausgedrückt ist eine gemeinnützige Stiftung die dauerhafte Widmung eines Vermögens zu einem gemeinnützigen Zweck. Als gemeinnützig kann man sich jeglichen Zweck vorstellen, der als Zielgruppe eine breite Bevölkerungsschicht hat. Als gemeinnütziger Zweck infrage kommen etwa die Förderung des allgemeinen Wohls durch Schaffung von Arbeitsplätzen oder die Förderung der Bildung, indem man das Schul- und Weiterbildungssystem einer breiteren Bevölkerungsgruppe zur Verfügung stellt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die gemeinnützige Stiftung soziale, karitative, ökologische und kulturelle Projekte fördert.

Name und Zweck der gemeinnützigen Stiftung Der Stifter ist frei bei der Wahl des Namens der gemeinnützigen Stiftung. Oft wird der gemeinnützige Zweck bereits in der Namenszusammensetzung durch Zusatz angedeutet. Der Name des Stifters (natürliche oder juristische Person in der Schweiz oder im Ausland) muss nicht im Stiftungsnamen erscheinen. Der Zweck wird einzig durch den gemeinnützigen Charakter der Stiftung eingegrenzt. Sofern dieses Kriterium beachtet wird, gibt es keinerlei Einschränkung in der Zweckbestimmung. Der Zweck kann auf unbestimmte Dauer ausgestaltet werden oder der Stifter kann sich das Recht einräumen, den Zweck innerhalb von maximal 20 Jahren seit Gründung der Stiftung abzuändern. So haben zum Beispiel ausländische Stifter, welche bereits in verschiedenen wirtschaftlich unterentwickelten Regionen der Welt durch lokale Organisationen das Bildungswesen förderten, in der Schweiz eine zentrale Stiftung etabliert, welche als Drehscheibe und zentrale Organisation dient. 34

Die Wünsche des Stifters Der Stifter kann seine Wünsche in einem sogenannten Stiftungsstatut niederlegen. Darin kann er z.B. Folgendes festlegen: – Name und Sitz der Stiftung – Zweck der Stiftung – Vermögen der Stiftung – Die Stiftungsräte, welche die Stiftung organisatorisch führen sollen – Dauer des Amtes und Kompetenzen des Stiftungsrates – Allfällige bereits ernannte Nachfolger des Stiftungsrates – Organisation der Stiftung Die Wünsche des Stifters sind für den Stiftungsrat verbindlich. In einem separaten Reglement werden nähere Ausführungen insbesondere zur Tätigkeit des Stiftungsrates niedergelegt. Ebenso kann der Stifter unwiderruflich die Verwaltung und Nutzung des Stiftungsvermögens vorschreiben wie auch eine Person (welche unabhängig vom Stiftungsrat ist) ernennen, die für die Verwaltung des Vermögens zuständig ist, und die Investitionsstrategie definieren.

Das Stiftungsvermögen Bezüglich Stiftungskapital bei Eröffnung der Stiftung gibt es keine Mindestanforderungen. Jedoch sollte genügend Kapital vorhanden sein, um den Zweck der Stiftung verfolgen zu können. Das bei der Gründung eingebrachte Kapital kann jederzeit durch eine oder mehrere Einlagen erhöht werden, sollten im Laufe der Zeit zusätzliche Vermögenswerte zur Erreichung der Ziele benötigt werden. Ähnlich wie bei einer Kapitalgesellschaft (AG oder GmbH) kann das einmal eingebrachte Kapital nicht an den Gründer zurückbezahlt werden.


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Die Grundwerte der gemeinnützigen Stiftung Die Stiftung, namentlich die Stiftungsräte, sind verpflichtet, den Zweck der Stiftung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln so gut wie möglich zu verfolgen. Sämtliche Aktivitäten müssen sich nach dem ursprünglichen Stiftungszweck richten. Die Stiftungsräte einer internationalen Stiftung zur Förderung der weltweiten Bildung können somit nicht plötzlich ihre Aktivitäten und Mittel auf die Förderung des Sports oder der ökologischen Fortbewegung fokussieren, da damit eine Zweckentfremdung vorliegen würde. Die Stiftungsaktivitäten werden periodisch von der Aufsichtsbehörde überwacht, um Transparenz und Rechtskonformität zu gewährleisten. Die Stiftung muss über die jährlichen Aktivitäten informieren, damit sich die Aufsichtsbehörde ein Bild machen kann. Der Stiftungsrat muss für die notwendige Transparenz gegenüber der Aufsichtsbehörde sorgen. Denn gemeinnützige Stiftungen geniessen steuerliche Vorteile. Darüber hinaus ist die hohe ethische und soziale Wertschätzung gegenüber gemeinnützigen Stiftungen nicht zu vergessen, was die erhöhten Anforderungen bezüglich Transparenz und Aufsicht rechtfertigen.

Die Eintragung gemeinnütziger Stiftungen Die gemeinnützige Stiftung, alle Stiftungsratsmitglieder sowie allfällige weitere Zeichnungsberechtigte werden im Handelsregister eingetragen. Ähnlich wie bei den Handelsfirmen wird damit eine allgemeine Rechtssicherheit und Publizität geschaffen, die der Öffentlichkeit dient. Nebst dem Eintrag im Handelsregister figuriert die Stiftung ebenfalls im schweizerischen Stiftungsverzeichnis, was für zusätzliche Rechtssicherheit sorgt. Im Sinne des guten Ansehens kann die gemeinnützige Stiftung die Mitgliedschaft bei Swissfoundations und allenfalls weiteren Organisationen beantragen. Die Mitgliedschaft bei Swissfoundations wird nur gewährt, falls fundierte Beweise vorliegen, dass ein striktes Management sowie hohe ethische und moralische Prinzipien und Transparenz garantiert sind. Das Netzwerk vereinigt grosse, kleine, regional wie international tätige gemeinnützige Stiftungen in der Schweiz und Liechtenstein.

mögen wird nicht selten eine renommierte, in der Öffentlichkeit bekannte Revisionsstelle gewählt, um Vertrauen zu schaffen. Solange sämtliche Voraussetzungen beachtet werden, sind gemeinnützige Stiftungen steuerlich befreit.

Der Stiftungsrat und weitere Ausschüsse Der Stiftungsrat ist das oberste Organ der Stiftung mit allen Rechten und Pflichten bezüglich Führung der Stiftung. Meist hat dieses Gremium drei bis fünf Mitglieder, um ein gewisses Gleichgewicht zu garantieren. Selbstverständlich kann auch der Gründer Mitglied des Stiftungsrates sein. Die Wahl und Abwahl der Stiftungsräte kann im Stiftungsstatut weitgehend frei geregelt werden. In der Regel beträgt die Amtsdauer vier Jahre. Der Stiftungsrat besteht normalerweise aus Präsident (nicht selten der Stifter selbst), Vizepräsident, Sekretär (oft ein aussenstehender Treuhänder/Anwalt, der für die korrekte administrative Führung sorgt). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, verschiedene Ausschüsse zu bilden, zum Beispiel: – ein Ausschuss für die Verwaltung des Vermögens – ein beratender Ausschuss, um den Stiftungsrat bei den Entscheidungen im Rahmen der gemeinnützigen Tätigkeiten zu unterstützen. Ein solcher spezieller Ausschuss besteht oft aus Wissenschaftlern oder anderen Spezialisten in einem bestimmten Fachgebiet, die auch Bewerbungen prüfen und dem Stiftungsrat Vorschläge unterbreiten. Im Rahmen einer gemeinnützigen Stiftung etwa, welche die Förderung der Bildung innerhalb einer breiten Bevölkerungsschicht, wie oben erwähnt, zum Zweck hat, prüft dieser Ausschuss die eingehenden Gesuche um Gewährung einer Finanzierung.

Fazit Die gemeinnützige Stiftung in der Schweiz ist eine gelungene Rechtsfigur, welche nationalen wie auch internationalen Stiftern und Organisationen beträchtliche standorttechnische, administrative sowie auch steuerliche Vorteile bietet. Letztlich profitieren die privaten Gesuchsteller von den verschiedenen Förderzwecken, welche ihnen sonst nicht zugutekommen würden.

Die Buchführungspflicht gemeinnütziger Stiftungen Die gemeinnützige Stiftung unterliegt den Buchführungspflichten. Ausserdem ist sie verpflichtet, eine Revisionsstelle zu führen. Bei grösseren Stiftungen mit entsprechend bedeutendem Ver-

Mirco Lombardi www.lombardipartners.com

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Wenn die Kaufkraft auswandert Im vergangenen Jahr haben die Einwohner unseres Landes über 100 Milliarden Franken für ihre Einkäufe im Schweizer Detailhandel (ohne Autos) ausgegeben. Darin sind auch Käufe ausländischer Besucher der Schweiz in unbekannter Höhe inbegriffen. Erst seit Kurzem weiss man, in welchem Umfang Schweizer Inlandbewohner im grenznahen Ausland Käufe tätigen. Es ist eine erkleckliche Summe: gut 9 Milliarden Franken im Jahr, Tendenz bis vor Kurzem stark zunehmend.

Man kann also sagen, von zehn Konsumfranken, die in der Schweiz verdient wurden, fliesst fast einer ins Ausland ab.

Die Statistiken stimmen nicht mehr Die Privateinkäufe im grenznahen Ausland werden von der Zollstatistik nur sehr mangelhaft erfasst, da sie entweder im abgabefreien Betrag von grundsätzlich 300 CHF pro Person und Tag liegen oder wegen der nur stichprobenhaften Kontrolle nicht gezählt werden. Auf die Angaben unserer Nachbarländer können wir nicht zurückgreifen, da diese nur die Mehrwertsteuerrückerstattungen bei der Grenzabfertigung erfassen. Und dafür sind die Regeln von Land zu Land verschieden. Deutschland vergütet die Mehrwertsteuer auch auf Kleinstbeträgen, Österreich, Frankreich und Italien haben dafür Untergrenzen. Wären die Preisunterschiede gegenüber unseren Nachbarländern dieselben, was nicht der Fall ist, wäre der Anreiz, in Deutschland einzukaufen, am grössten. Die Privateinkäufe haben mit der Schwäche des Euro ein Ausmass erreicht, das die schweizerischen Angaben über Einfuhren infrage stellt. So glauben wir nicht, dass, wie die deutsche Statistik ausweist, die Konsumgütereinfuhren von Deutschland in die Schweiz in letzter Zeit zurückgegangen sind. Es ist wohl eher so, dass sich die Verkaufskanäle verschoben haben. So ist es ein offenes Geheimnis, dass wegen der unanständigen Wechselkursfixierung durch die deutschen Verleger mehr deutsche Zeitschriften privat eingeführt werden, als solche an Schweizer Kiosken gekauft werden. Auch bei Haushaltartikeln und preiswerterer Bekleidung dürften die Privateinfuhren die von der Statistik ausgewiesenen Werte haushoch übertreffen. Dass daraus erhebliche Umsatzverluste nicht nur für die Schweizer Detailhändler, sondern auch für die etablierten Schweizer Importeure resultieren, ist klar. Peinlich wird die Sache, wenn aufgrund der Statistik Behauptungen aufgestellt werden, die schlicht und einfach widersinnig sind. So wäre, wenn wir der Statistik glauben 36

wollten, der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch und Fleischwaren in der Schweiz in einem Jahr um zwei Kilo von 53 auf 51 Kilo zurückgegangen. Das ist natürlich Unsinn. Die zwei Kilo wurden privat importiert, und vielleicht noch einiges dazu.

Sport und Massenphänomen Die Einkäufe im grenznahen Ausland sind zu einem Sport und zu einem Massenphänomen geworden. Es wird so lange anhalten, wie der Euro schwach bleibt. Eine gewisse Korrektur kommt – abgesehen vom Wechselkurs - höchstens davon, dass die Inflation in unseren Nachbarländern in der Grössenordnung von bis zu 2,5 Prozent im Jahr fortbesteht, während wir in der Schweiz bis vor Kurzem noch eine Negativteuerung hatten, und dass etwa Italien die Mehrwertsteuer erhöht hat. Die «grenzkauflustigsten» Eidgenossen sind übrigens nicht etwa die Basler oder die Genfer, sondern die Tessiner, trotz des im Vergleich zu Deutschland höheren Preisniveaus in Italien. 58 Prozent aller Tessiner Haushalte kaufen mindestens einmal im Monat jenseits der Grenze ein, gegenüber 44 Prozent in der deutschen und 31 Prozent in der welschen Schweiz. Auch bei den Pro-KopfAusgaben jenseits der Grenze sind die Tessiner Schweizer Meister: rund eine Milliarde Franken, auf 300 000 Einwohner, gegenüber 5 Milliarden für die rund 6 Millionen Bewohner der deutschen Schweiz und 1,4 Milliarden für die Romands. (Die Differenz zu den erwähnten 9 Milliarden beruht darauf, dass nur geplante Käufe gezählt wurden, nicht etwa Spontankäufe während Auslandferien. Ferner haben Herr und Frau Schweizer eine Milliarde für Einkäufe in Drittländern ausgegeben.) Auffällig ist der äusserst geringe Anteil von Österreich an den Privateinfuhren mit nur 0,4 Milliarden Franken, was mit der hohen Mehrwertsteuer bei unserem östlichen Nachbarn zusammenhängen dürfte. Die Motive für den Einkauf jenseits der Grenze wurden übrigens auch für das Tessin genau erfasst, wobei sich die Werte nur wenig


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von den anderen Landesteilen unterscheiden. Bei 75 Prozent der Einkäufe spielte der Preis die entscheidende Rolle, bei 56 Prozent der Wechselkurs, bei 55 Prozent günstige Ladenöffnungszeiten (z.B. Sonntagsverkauf), bei 43 Prozent ausländische Spezialitäten im Warenangebot, und nur bei 21 Prozent die MehrwertsteuerRückerstattung. Der grösste Unterschied zur übrigen Schweiz liegt in der Gewichtung der Ladenöffnungszeiten, diese treten im Landesmittel nur zu 24 Prozent als Kaufmotiv auf. Es ist aber offensichtlich so, dass in Kantonen ohne grosszügige Abendverkaufsregelungen ein zusätzlicher Anreiz zu Einkäufen im Ausland besteht.

preiswerteren Güter im ausländischen Angebot, wobei offen bleibt, wie weit die Schweizer Konsumenten auch eine schlechtere Qualität in Kauf nehmen (wie z.B. beim Fleisch).

Dass die Warenstruktur der Einkäufe im grenznahen Ausland die Preisdifferenzen widerspiegelt, ist leicht erkennbar. Lebensmittel, Getränke, Kosmetik und Haushaltwaren stellen mit 54 Prozent das Hauptgewicht. Bekleidung, Schuhe und Sportartikel folgen ihnen mit 23 Prozent. In den hinteren Rängen finden sich Möbel (5 Prozent), Elektronik (4 Prozent) sowie Uhren und Schmuck (2 Prozent). Die Einkäufe entfallen somit überwiegend auf die

Es gibt nur ein Mittel, den Einkaufstourismus am weiteren Anstieg zu hindern, nämlich den Wechselkurs. Dieser liegt aber nicht in der Macht des Schweizer Detailhandels, mag er sich noch so Mühe geben, seinerseits Preise zu senken und sein qualitativ bereits sehr gutes Angebot noch mehr zu verbessern. Dass den Schweizer Konsumenten wegen einer schwächeren Konjunktur das Geld ausgehen könnte, ist nicht zu befürchten.

Eine weitere Frage, welche die Erhebung der Warenströme nicht beantworten kann, ist, wie weit die Zuwanderung von Arbeitskräften und ihren Familienangehörigen dank der Freizügigkeit im europäischen Wirtschaftsraum den Einkaufstourismus belebt. Wer gewisse Produkte von jeher gewohnt war, ist nicht ohne Weiteres bereit, sein Konsumverhalten zu ändern oder - bei Markenartikeln – die vielfach höheren Schweizer Preise zu bezahlen.

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Kommentar

Flankierende Massnahmen sichern nicht alles Dass die faktische Eingliederung der Schweiz in den Europäischen Wirtschaftsraum uns viele Vorteile bringt, ist unbestreitbar. Alle Vorteile haben aber auch ihre Schattenseiten. Wohl die geringste von ihnen ist die Zuwanderung aus dem EU-Raum. Sie hat ermöglicht, Personalengpässe zu überbrücken und in besonders kritischen Bereichen wie etwa bei den Spitälern den gewohnten hohen Leistungs- und Bereitschaftsstand aufrechtzuerhalten. Ob die vielen ausländischen Ärzte allerdings dort tätig geworden sind, wo wir sie brauchen, nämlich in der Hausmedizin, ist eine andere Frage. Es ist gelungen, Mängel bei der Rekrutierung und Ausbildung von Spezialisten in den verschiedensten Wirtschaftszweigen zu überbrücken. Daran wird auch die auf ein Jahr befristete Zuwanderungsbeschränkung dank der Ventilklausel nichts ändern. In den handwerklichen Berufen wird sie sowieso durch Kurzaufenthalterbewilligungen, die nicht beschränkt sind, umgangen. Solange die Schweiz ein eigener Rechtsraum bleibt, können EUAusländer nicht ohne Weiteres in Dienstleistungsberufe drängen, die irgendwie mit Recht und Institutionen zu tun haben. Dazu kommen die hohen Sprachbarrieren. Die EU-Hochschulabsolventen können zwar heute in der Regel einigermassen Englisch, aber mit Französisch oder gar Italienisch ist es schlecht bestellt, ganz abgesehen von den meist miserablen Fremdsprachenkenntnissen der Franzosen und Italiener. Bei Letzteren sind auch die meisten Hochschulabschlüsse nicht viel wert, und eine Berufslehre in unserem Sinne kennen sie ebenfalls nicht. Die Auswanderung von Schweizer Kaufkraft zu Zahnärzten und Spitälern im grenznahen Ausland ist nach wie vor von geringer wirtschaftlicher Bedeutung. Unser solid finanziertes Krankenversicherungssystem trägt viel dazu bei, dass die Nachfrage im Inland bleibt. Das grösste Problem liegt wohl im Eindringen ausländischer Anbieter von Bau- und baunahen Leistungen in den Schweizer Markt. Die im Vergleich zu unseren Nachbarländern viel bessere Baukonjunktur bei uns wirkt wie ein Magnet. Dass es zu Missbräuchen kommt, ist bei dieser Verlockung naheliegend. Diese reichen vom Dumping bis zum Betrug. Dieser muss ja nicht immer so weit gehen wie in einem Fall, der sich vor ein paar Jahren in einer Basel-Landschäftler Gemeinde zugetragen hat. Dort bedauerte

ein Küchenbauer aus Lörrach, seine Monteure könnten leider nicht vor 10 Uhr morgens eintreffen, weil sie erst auf dem Arbeitsamt in Lörrach stempeln müssten … Ausländische Anbieter, die sich nicht an schweizerische Normen halten wollen, versuchen natürlich auch, als Subakkordanten bei Schweizer Unternehmungen unterzukommen. Für die Schweizer Auftraggeber wurde deshalb eine neue Haftung für ihre Untervertragspartner eingeführt. Jene, die ihre Leistungen direkt in der Schweiz anbieten, unterliegen jetzt einer verschärften Voranmeldungs- und Nachweispflicht, was boshafterweise von EU-Staaten als nicht tarifäres Handelshemmnis bezeichnet wird. Dass die gleichen Staaten die Tätigkeit schweizerischer Unternehmungen auf ihrem Boden mit allen möglichen Schikanen – beispielsweise dem Ausschluss von Submissionsverfahren – behindern, wird dabei nicht erwähnt. Die zuständigen kantonalen Behörden haben aufgrund der neuen Ausführungsbestimmungen zu den flankierenden Massnahmen fast überall gehandelt und ihre Kontrollen verstärkt. Interessanterweise zeigen jene Kantone am meisten Einsatz, wo auch die grössten privaten Wareneinfuhren aus dem Ausland stattfinden, beispielsweise Basel-Landschaft und das Tessin. Die Bekämpfung der Missbräuche im Zusammenhang mit dem Freizügigkeitsabkommen wird auch von der Wirtschaft ernst genommen. Der immer noch nicht allgemein verbindliche Landesmantelvertrag im Baugewerbe wird von 26 paritätischen Kommissionen überwacht. Sie nehmen auch die im Entsendebereich tätigen Firmen und Einzelpersonen unter die Lupe. Dass die Disziplinierung durch die Branche selbst wirkt, zeigt die Tatsache, dass die meisten festgestellten Verstösse von geringer Bedeutung waren und nur in einem Drittel der Fälle mit Konventionalstrafen geahndet werden mussten. Wenn man bedenkt, dass es andere Wirtschaftszweige gibt, die sich heute noch praktisch jeder Kontrolle entziehen – beispielsweise der ebenfalls stark wachsende Onlinehandel über die Grenze –, dann kann man nur sagen: Das Baugewerbe ist in der sinnvollen Anwendung der Freizügigkeit mit der EU dem Rest der Wirtschaft eine Nase voraus. Dr. Richard Schwertfeger

«Haben wir Bau und Dienstleistungen besser im Griff als die Warenströme?» 38


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Gefeilte Pinguine Pinguine sind von betrüblicher Einfalt. Vor allem die Männchen. Vor allem jene, die im Fernsehen auftreten. In schönen Tierdokus wie «Eiswelten» oder «Die Antarktis» oder «Kontinent der Extreme». Die braven Tiere werden dort ja regelmässig von tapferen Kameramännern heimgesucht, welche sie filmen wollen, wie sie «der widrigen Kälte die Stirn bieten» und «dem gnadenlosen Schneesturm in stoischer Ruhe standhalten» und «dem unwirtlichen antarktischen Winter trotzen». Ich habe das alles ja auch mal geglaubt. Dank dem schlohweissen Dr. Marlin Perkins, dem Idol meiner Kindheit. Jahrein, jahraus berichtete er mit väterlicher Stimme jeden Sonntagnachmittag aus der Tierwelt. «Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heisst: ‹Im Reich der wilden Tiere›». Es war die farbigste Sendung auf dem schwarzweissen ZDF, ich hing an des Tierforschers Lippen, selbst wenn die Serie dermassen kunstfertig synchronisiert war, dass Dr. Perkins sich bisweilen schon über die Geburt eines Jungtiers freute, während der deutsche Synchronsprecher sich noch mit der Begattung abmühte.

men zurück», bringen den inzwischen geschlüpften Kleinen «die erste frische Mahlzeit», und fast überschlägt sich die Stimme des Sprechers: «Ihre Mission ist erfüllt», sie sind «nach drei Monaten Trennung endlich wieder vereint» und «sie haben viel vor. Vom Nestbau bis zum Liebesakt». Einsatz der Violinen, Allegro furioso. Die Pingus sind ja nicht die einzigen. Tierfilmer entdecken in jeder Mikrobe menschliche Züge. Das Schlusswort von «Eiswelten» gilt wohl auch für Koalabären, Stechmücken und Kolibakterien: «Millionen Jahre hat die Evolution an diesen wunderbaren Wesen gefeilt und gestylt und ihnen Fähigkeiten verliehen, die wir trotz Hightech kaum erreichen können.» Sollte mir die Evolution gelegentlich über den Weg laufen, dann werde ich ihr sagen, sie solle die armen Pingus in Ruhe lassen und lieber den Tierfilmern den Pathos wegfeilen.

Dr. Perkins ist längst in die ewigen Jagdgründe umgezogen, doch seine Erben pflegen sein Pathos weiter. Modern getierfilmte Kaiserpinguine stehen nicht darum beisammen, weil sie frieren, sondern weil sie «sich gegenseitig vor den Sturmböen schützen». Nein wie selbstlos. Der Sprecher klingt gerührt. «Das Zusammenrücken im Bann der Polarnacht ist ein Pakt fürs Leben im Kampf gegen monatelangen Frost.» Paktierende Pinguine, ganz ausserordentlich. Und sie hungern auch nicht, nein, sie «fasten». Ich hatte immer geglaubt, sie hätten halt einfach kein Futter. Das nächste Kamerateam soll doch frischen Heilbutt mitbringen. Mal sehen, wie weit es her ist mit dem Verzicht auf Nahrung. Die Pingu-Männchen hüten übrigens auf ihren Füssen die Eier, beschützt durch ihren dicken Bauch, während sich die Weibchen in wärmeren Gewässern fett futtern. Doch nein, «Eier hüten» ist zu profan: «Jedem Männchen wurde ein einzelnes kostbares Ei anvertraut.» Anvertraut! Hier, mein Pingu-Schatz, unser Ei, ich bin dann mal weg, pass gut auf, dass unser Nachwuchs nicht wegrollt!

Willi Näf ist freier Autor, Texter und Kabarettist und lebhaft im Baselbiet und im Appenzellerland. www.willinäf.ch

Die armen Männchen stehen auch nicht einfach in der Kolonie herum, nein, sie «fiebern sehnsüchtig ihren Partnerinnen entgegen». Liebesgrüsse aus der Antarktis. Und dann «kehren die Da39


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Auflage: 74’620 Übersetzer Daniel Gasser, Yvorne CLS Communication IBS Services AG, Frauenfeld Word + Image AG, Zufikon Gestaltung: fischerundryser, Basel Druck Vogt-Schild Druck AG, Derendingen Erscheinungsweise Im Januar, April, Juli und September auf Deutsch, Französisch und Italienisch

Adressänderungen: WIR Bank, Beratungszentrum Postfach, 4002 Basel, oder Fax: 0848 947 942 Fotografen: fischerundryser: Seiten 21, 37 Andreas Frutig: 1, 7-10, 16-19, 26-28 Peter Bürgi: 4-7, 11-15 Paul Haller: 23-25 zVg: 29-31 shutterstock: 34


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