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Die schönen Clooneys bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig O´zapt is! Das Oktoberfest lockt jede Menge Promis in die Landeshauptstadt Sünden und Schönes aus der Landeshauptstadt – Michael Graeter deckt auf


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INHALT

HAROLD FALTERMEYER

GEORGE CLOONEY IN VENEDIG JOSEPH VILSMEIER

Auf einen espresso 34 Stadtschreiber W.A. Riegerhof und sein Gast Franz Xaver Gernstl

5 Editorial Geschichte 6 Die Haidhauser Ziegelpatscher News 12 Sünden und Schönes in München 16 20

WIESN-ANSTICH 2017

Begegnungen 38 Star-Regisseur Joseph Vilsmaier

Szene & Leute Musik-Majestät Harold Faltermeyer Kolumne Michael Grater: Filmfestspiele in Venedig

Oktoberfest 24 Ozapft is mit Münchens neuem Superwirt Christian Schottenhamel 30 Stars und Promis auf der Wiesn

Echte Typen 44 Roland Hefter Lifestyle 48 Best of Beauty 52 Phänomen Instagram

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IMPRESSUM

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Wir! in Bayern Verlag . Tränktorstr. 10 . 85049 Ingolstadt . Tel. 0841 993496-00 . Fax 0841 993496-02 info@wir-in-bayern-verlag.de . www.wir-in-bayern-verlag.de

- Herausgeber r u p n e d uMaria e r fBentz-Arens, n e m uStephan a G Arens nV.i.S.d.P. iehcsnezreK mStephan ehcsiArens tnamor ieb Redaktionsleitung Redaktion

Kreative Leitung Grafik Fotografie .11.61 Titelbild Druck Nächste Ausgabe

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Gustl Vogl Michael Graeter, Stephan Arens, Uschi Ackermann, Rudolf Hartbrunner W.A. Riegerhof Maria Bentz-Arens Daniela Kornprobst Stephan Arens, Maria Bentz-Arens, Gustl Vogl, Michael Graeter, W.A. Riegerhof .01.21 Hollywood-Star Goerge Clooney mit Frau beim Filmfest in Venedig. Foto: Brauer Photos Kössinger AG Ende Oktober 2017

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Stephan Arens

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Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Zustimmung der Redaktion und mit Quellenangabe gestattet. Namentlich gekennzeichnete Beitäge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Herausgeber wieder.


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EDITORIAL Ein Liter Festbier auf der Wiesn kostet heuer knapp elf Euro – das sind über 20 Mark! Packen Sie also mehr als nur Klimpergeld ein, wenn Sie auf der Theresienwiese in München feiern gehen wollen. Oktoberfest ist teuer, das mag sein. Innerhalb von zwei Wochen fließt ein Umsatz von einer Milliarde Euro. Aber das Ambiente ist schon sehr besonders, und die Qualität von Bier und Speisen Weltklasse. Besucher aus allen Kontinenten schlüpfen in mehr oder minder geschmackvolle Tracht, feiern, flirten und tanzen auf den Garnituren. Trägt das fesche Madl im Dirndl die Schleife rechts, ist es übrigens vergeben - also Griffel weg! Mittig bindet die Jungfrau, links die Ledige. Das bedeutet nicht: Freiwild! Aber grundsätzlich darf gebaggert werden. Die Wiesn – großes Thema in dieser Ausgabe. Außerdem berichten wir über die Internationalen Filmfestspiele von Venedig mit Weltstars wie George Clooney und Robert Redford. Einem ganz Großen der Branche sind wir kürzlich in Grünwald begegnet. Star-Regisseur Joseph Vilsmaier hat sich mit BAYERN – SAGENHAFT einen Herzenswunsch erfüllt und spricht im Interview über diesen außergewöhnlichen Film, der jetzt in die Kinos kommt. Wir wünschen Ihnen dabei gute Unterhaltung und einen goldenen Oktober! Ihr / euer Gustl Vogl

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GESCHICHTE

Haidhauser ZiegelpatscherMadonna im Friaul Die

von Rudolf Hartbrunner www.hartbrunner.de

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wischen München-Ramersdorf und Ismaning hatte sich auf einer Länge von fünfzehn Kilometern und einer Breite von rund zweieinhalb Kilometern eine Lehmzunge erhalten. Eisige, trockene Winde trieben in den Nacheiszeiten den feinen Gesteinsstaub der Geröllmassen der abgeschmolzenen Gletscher aus den Alpen in das Vorland. Von Tundren-Gräsern festgehalten, sank der Staub zu Boden und bildete eine oft mehrere Meter dicke, gleichmäßig feine, kalkreiche, gelbliche Schicht, den sogenannten Löß. Sickerwasser schwemmte in den Warmzeiten den Kalk aus dem Löß und wandelte diesen zu Lößlehm um. Nach den verheerenden Stadtbränden im 14. Jahrhundert war es unumgänglich geworden, die ortsüblich in Holzbauweise hergestellten Münchner Häuser auf Ziegelbauweise umzurüsten. Am 8. Mai 1342 vereinbarte Kaiser Lud-

wig der Baier mit der Stadt, dass Neubauten künftig mit Ziegeln gedeckt und möglichst aus Stein erbaut werden sollen. Die ersten städtischen Ziegelöfen entstanden in Haidhausen. Die Ziegelherstellung war ursprünglich eine reine Handarbeit und die Organisationsform bei allen Ziegeleien ähnlich. Sie wurden von Ziegelmeistern geführt, die ihre Wohnung, um den Brennvorgang ständig betreuen zu können, meistens unmittelbar neben dem Brennofen hatten. Die Arbeiter der Ziegelei übernachteten und hausten in den Trockenstadeln. Die Lehmgewinnung und das Formen der Ziegel geschah in der wärmeren Jahreszeit; im Winter wurde allerhöchstens an den Brennöfen gearbeitet. Die „Tonindustrie-Zeitung“ stellte im Jahr 1899 fest: „In den Alpenländern hat der Arbeiterstand eine fast unausrottbare Abneigung ge-

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8 gen Lehmarbeit, sodass es wirklich schwerfällt, einheimische Kräfte heranzuziehen“. Der Grund lag aber eindeutig im saisonalen Charakter der Ziegelindustrie, die ein Arbeiten nur während der frostfreien Monate erlaubte. Eine Zeit, in der auch die Landwirtschaft die einheimischen Arbeitssuchenden ausreichend mit Stellen versorgen konnte. Deshalb holten die Ziegeleibarone Saisonarbeiter aus der Gegend um Udine und Friaul nach Bayern.

Im Oktober 1980 wurde die wiederaufgebaute Kirche, mit der Madonna als Mittelpunkt, eingeweiht. Ein großes farbiges Glasgemälde erzählt von der Arbeit in der Ziegelei sowie die Entstehung und das Brennen der Lehmfigur in Haidhausen. Durch die Wappen von Bayern und dem Friaul soll die Verbundenheit der beiden Länder gezeigt werden. Partnerstadt von Avilla di Buja ist die niederbayerische Stadt Vilshofen.

Und dort, im Friaul, in der Nähe von San Daniele, steht in der Kirche von Avilla di Buja eine 1,50 Meter hohe Terracottafigur, die die Einheimischen als „La Madonna della Salute“ sowie als „Patrona dei Fornaciai“, als „Patronin der Ziegelarbeiter“, verehren.

Der Grund für die Aufstellung der „Madonna dei Fornaciai“ war, dass bayerische Ziegeleibarone jährlich etwa 15.000 Saisonarbeiter aus der Gegend um Udine und Friaul in das Land nördlich der Alpen holten. Für die Unternehmer galten die Friulaner - so die offizielle Begründung - als „streng katholisch“, besonders „ausdauernd und fleißig“ und darüber hinaus als sehr „genügsam und anspruchslos“. Auch würden sie, „am Montag früh stets vollständig zur Arbeit erscheinen, eine Eigenschaft, auf die man bei dem einheimischen Arbeiter nicht bestimmt rechnen kann“.

Geformt hat sie im Jahr 1875 der Münchner Akademieprofessor Josef Knabl aus Haidhauser Lehm. Der Kunstprofessor fertigte viele Entwürfe für die Mayer‘sche Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten und schuf als Lehrer für christliche Plastik an der Akademie der Bildenden Künste den im Krieg zerstörten Hochaltar der Münchner Frauenkirche sowie den Marmoraltar in der neuen Pfarrkirche St. Johann Baptist in Haidhausen. Das besondere ist, dass die Terracottafigur ganz langsam in einem Ofen des Haidhausener Ziegeleibesitzers Anton Graßl gebrannt wurde. Finanziert hatte sie Anton Graßls „Akkordant“, Giacomo Ganzitti, der zugunsten der Lehm-Madonna angeblich auf seinen Lohn verzichtete. Da damals noch keine Eisenbahn bis Udine fuhr, musste man die Ziegel-Madonna im September 1875, sorgfältig in einer Kiste verpackt, mit einem Pferdefuhrwerk nach Avilla di Buja bei Udine verfrachten. Nachdem ein Maler die Madonna für siebzig Lire farbig gefasst hatte, stellte man die Statue im darauffolgenden Jahr am Hochaltar der Kirche von Avilla di Buja auf. Beim großen Erdbeben, das am 6. Mai 1976 mit der Stärke 6,5 die Region Friaul erschütterte, wurden etwa 980 Menschen getötet und rund dreißig Orte verwüstet. Darunter war auch die Kirche in Avilla betroffen. Doch wie durch ein Wunder brach die Madonna nur einmal in der Mitte auseinander, sodass sie unproblematisch restauriert werden konnte.

Noch viel interessanter war für die Lehmbarone allerdings, dass die italienischen Arbeitskräfte gegenüber ihren deutschen Kollegen erheblich billiger waren und dass sie das in Italien traditionelle Akkordanten-System von jeglicher sozialer Verantwortung gegenüber den Ziegeleiarbeitern entband. Die Anwerbung der Ziegelarbeiter, den „Fornaciai“, übernahmen die „Akkordanten“ oder „Capuzats“. Das waren Friulaner, die mit den hiesigen Verhältnissen bestens vertraut und sprachkundig waren und so als Bindeglied zwischen den Ziegeleibesitzern und den Ziegeleiarbeitern fungierten. Sie waren gegenüber den „padroni tedeschi“ die einzigen Ansprechpartner. Die Arbeiter fürchten sie mehr, als sie sie achteten, da sich die „Capuzats“ als Aristokraten unter den Arbeitern empfanden. Sie nahmen den Standpunkt des Unternehmers ein und sahen die einzige Aufgabe der Ziegelarbeiter in der Herstellung möglichst vieler Steine - ohne dabei krank zu werden, sich zu betrinken oder sich gar zu beschweren. Als Statussymbol trugen die „capos“ prächtige Uhrenketten und gewichste Stiefel. Sie galten als Tyrannen, die in Wutanfällen die Arbeiter auch blutig schlugen.


GESCHICHTE

Zu ihren Verpflichtungen gehörte die pünktliche Ablieferung einer vereinbarten Ziegelmenge zu einem abgesprochenen Preis. Unter welchen Bedingungen ihre Arbeiter die Vereinbarungen schafften, blieb alleine den Akkordanten überlassen, die neben der Anstellung ihrer Landsleute auch für die Unterbringung, die Lohnauszahlung und die Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeiten zuständig waren.

sie mit Abschluss des Arbeitsvertrages ausbezahlt bekamen. Kurz darauf machte sich dann die komplette „campagnia“ unter Führung des „Capuzat“ auf den Weg nach Monaco in Baviera. Bis zum Jahr 1879 mussten sie den weiten Weg über die Alpen in zehn Tagen zu Fuß zurücklegen. Erst mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie verkürzte sich die Reisedauer auf zwei Tage.

Am ersten Montag im März fand in Tolmezzo ein regelrechter „Markt für Menschenfleisch“ statt. Dort wurden die Menschen für die schwere Ziegelarbeit in Bayern angeworben. Zuvor hatte der der Akkordant mit dem „Loambaron“ einen Vertrag abgeschlossen. Mit einem stattlichen Vorschuss in der Tasche kehrte er dann in seine Heimat zurück und heuerte in Tolmezzo die notwendigen Arbeitskräfte an. Die meisten Männer warteten nach den langen, einkommenslosen Wintermonaten schon sehnsüchtig auf den Vorschuss, den

Da die Padroni jenseits der Alpen bei den Akkordanten komplette Arbeitstrupps anheuerten, stellten sie anfangs auch keine Geräte zur Verfügung. Das bedeutete, dass die italienischen Arbeitskräfte ihre Schaufeln und Hacken schleppen und selbst Schubkarren und anderes Gerät über die Alpen schieben mussten. An ihrem Arbeitsplatz in München angelangt, lag ihnen ausschließlich daran, durch möglichst viel Arbeit möglichst viel Geld zu verdienen. Durch das Bezahlen von Akkordlöhnen

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GESCHICHTE NEWS

entzogen sich die Italiener den Kontrollen, die man zur Überwachung der gesetzlichen Vorgaben einführte. Frauen und Kinder übernahmen die körperlich weniger schweren Tätigkeiten. Manchmal bildeten ganze Familien ein Team, mit dem „Stampadore“ an der Spitze. Frau und Kinder hatten ihm zuzuarbeiten und je besser die einzelnen Arbeitsschritte koordiniert waren, desto besser war auch das Gesamtergebnis. Schon zehnjährige Buben verdingten sich als Handlanger. Die „Mulis“ standen an der untersten Stelle der Hierarchie, hatten den Mund zu halten und mussten einfach funktionieren. Zwar sah die Reichsgewerbsordnung aus dem Jahr 1878 Bestimmungen zum Arbeitsschutz für Kinder und Frauen vor, so eine Beschränkung der Arbeitszeit sowie das Verbot von körperlich schwerer Arbeit. Doch die Verordnung wurde in der Praxis unterlaufen und die Strafen waren so lächerlich niedrig, dass sie wirkungslos blieben. Am Preysingplatz in Haidhausen würdigt seit dem Jahr 1978 ein Brunnen die friulanischen und die einheimischen Ziegeleiarbeiter. Dieser sogenannte „Ziegelbrenner-Brunnen“ zeigt einen Stampadore, der Lehm in die Model streicht. Ein weiterer Ziegelarbeiter hält die „Mönch und Nonne“ genannten Dachziegel im Arm und trägt mit der Kraxn auf dem Rücken mehrere Ziegel auf die Baustelle. Das Denkmal zeigt arbeitende Menschen, was in München nur sehr selten der Fall ist. Um so phantastischer ist die Leistung, die der Münchner Bildhauer Hans Osel damit vollbrachte. Hans Osel, im Jahr 1907 in München geboren, fertigte unter anderem den Liesl-Karl­ stadtund den Roider-Jackl-Brunnen auf dem Viktualienmarkt. Der engagierte Bildhauer schrieb in seinen Erinnerungen über die Entstehung des Ziegelbrenner-Brunnens die nachfolgenden Zeilen: „Da hatte man uns, einige Kollegen und mich, wie das so üblich ist vor einem Wettbewerb, zu einer Aussprache eingeladen, bei der die Pläne und Wünsche des Auftragge-

bers dargelegt werden sollten. Aber der maßgebliche Herr speiste uns mit den Worten ab: ‚Am Preysingplatz ist ein Brunnen vorgesehen. Preysing ist Ihnen ja ein Begriff. Aber was red ich, es kommt halt doch wieder ein Brunnen hin, wo ein Mundharmonika- oder ein Ziehharmonikaspieler obendraufsteht‘. - Aus. [...] Das Geld war bewilligt. Wie der Brunnen aussah, interessierte ihn nicht weiter“. Der „oberste Baumensch von München“ wartete dann halt auf die eingehenden Ideen und Vorschläge. Hans Osel informierte sich selbst über das Projekt und kam in seinen Erinnerungen zu folgendem Ergebnis: „Alsdann gehst hinein ins Stadtarchiv und liest was über den Preysing und du kommst drauf, dass er ein herzlich unbedeutender und auch ein recht eigensinniger Patron war, einer, für den sich ein Denkmal gewiss nicht lohnt. Aber beim Lesen über Haidhausen wirst du plötzlich aufmerksam: Halt! - da waren ja Ziegeleien gestanden, große Ziegeleien, in denen schon die Ziegel gebrannt wurden fürs Sendlinger Tor und für die schönen Bürgerhäuser und vielleicht schon für den Dom, das ist doch was! - Jetzt aber nichts Bombastisches machen, sondern was über die Arbeiter, die Ziegel geschlagen und gestrichen haben“. Und so entstand der „Ziegelbrenner-Brunnen“ aus Muschelkalk, der schließlich am 17. November 1978 unter Beteiligung der Münchner Bevölkerung in Betrieb genommen werden konnte. Zählte man anno 1877 zwischen Ramersdorf und Unterföhring insgesamt sechzig Ziegeleien, so schrumpfte die Anzahl dieser Fabrikationsanlagen auf Münchner Stadtgebiet bis zum Jahr 1962 auf vierzehn, die aber immerhin noch 100 Millionen Steine herstellten, die Hälfte des damaligen Gesamtbedarfs. Inzwischen sind im Münchner Osten alle Ziegeleien verschwunden. Nur noch vereinzelte Dammstraßen und stillgelegte Ziegelbetriebe erinnern noch an die Zeiten der „Ziggelsteinslagger“. Die heute noch für Restaurierungsarbeiten benötigten handgeschlagenen Ziegelsteine kommen aus Niederbayern.

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MICHAEL GRAETER

Sünden und Schönes Drei neue Münchner Ärgernisse und zwei gern gesehene Lichtblicke

Am hässlichen Geschenk des Münchner Rathauses in Form des zweiten Fußgänger-Gettos Sendlinger Straße kauen die Anlieger noch heftig. Eine der schönsten Straßen, die nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, ist mies degradiert und mit Drahtsesseln sowie Blumen in Betongroßtöpfen hochgradig verschönt worden. Das Verkehrschaos ist unsäglich. Die Hackenstraße, einziger verbliebener schmaler „Lieferweg“ für die Geschäftsbetreiber wird zudem von unnötig vielen Rad-Parkplätzen beeinträchtigt, als ob es in München keine Autos mehr gäbe. So plant man am Marienplatz fleißig Radl-euphorisch.  Fast täglich gelingt es der Stadt, ihre Steuerzahler mit neuen Ärgernissen zu überraschen. Am Gärtnerplatz, der durch die Fertigstellung der Jahrhundert-Renovierung „Gärtnerplatz-Theater“ wieder weltstädtische Aura erhält, wurden im Parkplatz-Notstand ersten Grades im Glockenbachviertel sieben kostbare Autostellplätze kassiert.


Fotos: Michael Graeter

NEWS

FAHRRAD-VERLEIH DER STADT IN PARADE-POSITION: BEIM GÄRTNERPLATZTHEATER, WO JEDER PARKPLATZ-ZENTIMETER GESUCHT IST, WURDEN DREI STELLPLÄTZE KASSIERT.

VIER STELLPLÄTZE WURDEN DEN BESUCHERN UND ANWOHNERN WEGGENOMMEN: ELEKTRO-TANKSTELLE IN DER REICHENBACHSTRASSE BEIM VIKTUALIENMARKT.

„Enteignung“ Nr. 1: Auf drei Parkplätzen der Anwohner der Klenzestraße, die eine jährliche Gebühr entrichten, entstand  direkt beim Gärtnerplatzrondell ein städtischer Fahrrad-Verleih. Mit wenig Fingerspitzengefühl ist dort vorgegangen worden. Ob das Geschäft läuft, ist fraglich, aber auch egal. Die roten Umsätze trägt der Bürger. Wohin die Gewinne fließen, wird nie öffentlich bekannt. „Enteignung“ Nr. 2: Vier der besonders begehrten Parkplätze in der Reichenbachstraße direkt beim Viktualienmarkt, die 5-Sterne-Status haben, wurden mir nichts, dir nichts in eine Elektro-Tankstelle umgewandelt. Die Leute im Viertel fühlen sich wahrlich elektrisiert im unangenehmen Sinn. Der normale Autofahrer, der bekanntlich alle Ausgaben für den Rad-

wegkomfort trägt, wird mit so einer Maßnahme diskriminiert. Wann gibts mal ein Zuckerl für ihn? Den Vorteil eines Elektro-PKWs kann sowie niemand guten Gewissens erklären, außer man benutzt die unverschämte, „volksverdummende“ Klima- oder Umwelt-Lüge, die viel Geld bringt. Längst müßte jedes Radl bei diesen Massen von Drahteseltretern ein Kennzeichen tragen und jeder Fahrradfahrer versichert sein. Unfälle sind in der Radl-Hauptstadt München geradezu vorprogrammiert, weil es bei uns, in der schönsten Stadt der Welt, den Radlern erlaubt ist, Einbahnstraßen auch in entgegengesetzter Richtung benutzen zu dürfen. Eine linkische Entscheidung der besonderen Politik. Beim derzeitigen Elektro-Hype fehlt allerdings, dass sich München für  weit günstigere, weit beweglichere O-Busse

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MICHAEL GRAETER

ZWECKENTFREMDETES MÜNCHNER STANDL IN PARADELAGE: STATT BLUMENVERKAUF JETZT EIN BANKOMAT AUF DEM WIENER PLATZ.

entscheidet und das Stromnetz der viel teureren und hinderlichen Straßenbahn übernimmt. „Enteignung“ Nr. 3: Dem urigen Look der Münchner Märkte droht das letzte Süpplein. Anstatt die eigenwilligen Standl wie Denkmäler zu behandeln und vorsichtig zu reparieren oder restaurieren, will man Viktualienmarkt, Wiener Markt und Elisabeth Markt abreißen und durch Intensiv-Stationen mit Digital-Toiletten ersetzen. Der Widerstand der Bevölkerung wird groß. Die mit Gutachten beauftragten TÜV-Unternehmen haben indes Weihnachtsumsätze. Auffälligerweise wird der TÜV Rheinland, bekannt geworden durch umstrittene Busen-Transplantate, ins Spiel gebracht, der schon mit dem Viktualienmarkt Millionen verdiente. Die Firma durfte ebenfalls den Elisabeth Markt unter die Lupe nehmen und müsste eigentlich gesehen haben, dass die Standl in perfektem Zustand sind. Mit wenig Gefühl hat im ersten Akt die Stadtverwaltung ein Top-Standl  des Wiener Markts in der ersten Reihe stillgelegt, in dem vorher ein Florist seine Blumen verkaufte. Es wurde die Sünde begangen, darin einen Bankomat

zu etablieren. Lichtblick 1: Es war traurig, dass dieser glänzende Einfall nur für einen Tag genehmigt wurde - ein Himmel-Café hinter dem Münchner Rathaus. Den aufwendigen Stahl-Pavillion auf Stelzen, der als Info-Center für die umstrittene „Stammstrecke 2“ dient und dessen Bau gut eine Million Euro gekostet hat, krönte auf dem flachen Dach ein vollfunktionsfähiges Lokal. Eine „Super-Idee“ schwärmten die Leute und stürmten die neue luftige Lokalität. „Leider darf es nur für einen Tag geöffnet sein. Monate hat es gedauert, den einzelnen Behörden die Genehmigungen abzutrotzen“, meinte der innovative Betreiber, dessen bildschöne Frau hinter dem Tresen stand und Cocktails mixte. Ein Lift mit Glastüren brachte die Gäste zur One-Day-Dachterrasse. Lichtblick 2: Die Freilegung der Münchner Stadtbäche. Fürs Tal  und den Wassergraben am Isartor gibt es, wie schon in „Wir! in München“ berichtete, fertige Pläne (Architekt Markus Uhrig). Es fehlt lediglich das grüne Licht vom Rathaus.


NEWS

INFO-PAVILLION FÜR „STAMMSTRECKE 2“ KOSTETE RUND EINE MILLION EURO, WO AUF DEM DACH EIN LOKAL FÜR EINEN TAGE GENEHMIGT WURDE.

HERRLICHE AUSBLICKE AUF DEN MÜNCHNER DOM UND DAS „DALLMAYR“-PALAIS VOM ONE-DAY-CAFE

CHARMANTE GASTRONOMIN IM „HIMMELS-CAFE“ FÜR EINEN TAG HINTER DEM RATHAUS.

DAS WÄRE EIN SCHÖNES MÜNCHEN: EIN BACH FLIESST DURCHS TAL UND MACHT EINE FUSSGÄNGERZONE IDYLLISCH.

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MICHAEL GRAETER

FAST WIE EIN MONA-LISA-GEMÄLDE: HAROLD FALTERMEYER UND SEINE LEBENSGEFÄHRTIN BIRGIT WOLFF IM BAUERNHAUS DES „FALTYDORFS“.


SZENE & LEUTE

IN DIESEM Kochbuch ist

MUSIK

König Ludwig II. wird nicht ärmlicher gelebt haben, denkt man, wenn man mit dem Auto in das 6 Hektar große Anwesen von Musik-Majestät Harold Faltermeyer („Beverly Hills Cop“, „Top Gun“) eintaucht. In Baldham, 25 Minuten von Münchens Mitte. Wir sind im Faltydorf: Alleen, Wald, Häuser, Sägewerk mit Schreinerei, alles urig gemütlich, nix Protz. Es ist aber so groß, dass ich zum “Tatort“ des versprochenen Weißwurst-Frühstücks mit Freunden zunächst nicht finde. Es ist still, nirgends Gesprächslaute oder Musiktöne. Bevor ich das Navi einschalten will, erblicke ich einen Gartenarbeiter, der auf ein Bauernhaus weiter hinten neben einem Tennisplatz deutet. Ich dachte schon, ich hab den falschen Tag.

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MICHAEL GRAETER Foto: dpa

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MIT TOCHTER BIANCA

Kaum dort angekommen, wird schon die Tür geöffnet und drinnen sitzen 30 fröhliche Gäste, die mit selbstgebrautem Bier (Marke Faltermeyer) die erste Runde Weißwürste hinter sich haben. Es sind besondere Weißwürste. Harold hat sie selbst gemacht. Der zwischen Baldham und Los Angeles pendelnde Star-Komponist überrascht als Alleskönner. Ich nehme drei Stück (Harold: „Alles nur Kalb, kein bisschen Schwein“) und sie schmecken so gut, dass sie mit den begehrten Produkten der Münchner Weißwurst-Weltmeister Wallner, Bauch, Gassner und Schellkopf mithalten können. Das Bier kann ich leider nicht testen. Die privaten Hobbys waren für  den weißblauen Grammy-Preisträger Faltermeyer, der seit 1987 Member der „Oscar“-Jury in Los Angeles ist, der Grund, ein Kochbuch zu machen. Freudig hält er mir, der so gern isst und ebenso gern trinkt, das frisch gedruckte Exemplar „Sweet Home Bavaria“ hin. Kleiner Stolz blitzt in seinen Augen auf. Harold, der selbstverständlich seine Fische selbst angelt:“ Das Buch ist eine kulinarische Liebeserklärung an meine bayerische Heimat, gewürzt mit Einflüssen, die ich auf vielen Reisen gesammelt habe“. Bei der halbjährigen Produktion des 200-Seiten-Werks kochte er die schmackhaften Gerichte und servierte sie anschließend dem Team. „Eine herrliche Zeit, es gab ein schöneres Essen nach dem anderen.

Jeden Mittag und Abend wurden wir mit neuen Schmankerl überrascht“, schwärmt Harolds Lebensgefährtin Birgitt Wolff, die Harold Faltermeyer 1981 in LA bei einer Produktion mit Udo Jürgens kennenlernte. Aber gefunkt hat es erst jetzt in den letzten Jahren.  Im Gegensatz zu seinem Bruder hat Falty keine Kochlehre gemacht. „Bei mir hat das Kochen viel mit der Jagd zu tun, der ich eifrig nachgehe. Die moderne Wildküche mit Niedrigtemperatur und kurz angebratenen Gerichten war mir immer ein Anliegen“, erklärt der Hausherr und hebt die bayerische Küche in den Himmel:“ Die bayerische Küche ist die Küche meiner Familie, überliefert von einer Generation zur nächsten, gezeichnet von fetten und mageren Jahren, durch Kriegswirren hindurch, immer den Umständen angepasst. Die bayerische Küche hat ungeheure Erdigkeit. Das kommt mir sehr entgegen. Sie ist bodenständig, fast zu einfach, aber sauguat“. Harolds aparte Tochter Bianca hat die Fotos für das Buch gemacht, und beim Anblick des „Schpofake“ (Spanferkel) mit der knusperigen Haut läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Speisen wie „Vier Kerndl Suppn“, „Schichtl Toatn“ oder „G’sagelte Kaibehaxn“ (Originalton im Kochbuch) gut zu fotografieren ist eine besondere Kunst. Nächstes Mal fahre ich mit dem Taxi nach Baldham. Das Bier möchte ich mir nicht entgehen lassen.


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Kolumne

MICHAEL GRAETER

HOLLYWOOD-HELD GEORGE CLOONEY MIT SEINER FRAU AMAL TOPELEGANT BEI SEINEM AUFTRITT IN DER LAGUNENSTADT.


SZENE & LEUTE

GEORGE CLOONEY sonnt sich schön in VENEDIG trotz Regen Münchner Kino-Szene ist spärlich vertreten beim ältesten Filmfestival der Welt, bei dem alle Filmstar-Generationen gefeiert werden.

G

eorge Clooney, Hollywoods smarter, aktueller Bel Ami, ist etwas spät dran. Schnellen Schrittes eilt er aus dem „Cipriani“, seinem Stammhotel am Canale della Guidecca, und hilft galant seiner Frau Amal ins Motorboot. Der graumelierte Schauspieler, Regisseur und Hobby-Politiker steht neben dem Bootsfahrer am Steuerstand und kramt nervös in seinen Taschen. Zigaretten, Feuer? Nein, er hat die Tickets liegengelassen. Aber er wird auch ohne Eintrittskarten reinkommen. Das „Riva“-Shuttle, ganz Mahagoni, bringt die beiden - er im perfekt sitzenden Armani-Smoking, sie in lilafarbenem Tüll aus dem Atelier Versace, zum Lido. Die kleine Seereise quer über den Kanal führt zur 74. Version der Filmfestspiele (Chef seit 2011 Alberto Barbera)

in Venedig, dem ältesten der drei großen A-Festivals, US-Kinofixierter als Cannes und ähnlich politisch orientiert wie die Berlinale. George, demokratisch engagiert, schätzt   das Pflaster und Zauberkraft der Lagunenstadt wegen der besonderen Aussage. Es stören nur die Tauben, Touris und Neu-Zeit-Titanics, die wie bei Gullivers Reisen Venedig bedrohlich klein machen. Neben der „Des Bains“-Millionen-Ruine, einem traurigen Denkmal seit Jahren, strahlt heuer das Festival-Theater ganz in weiß und alles ist neu. Innen wie außen. Selbst der wie Marmor anmutende Boden, auf dem der rote Teppich ausgerollt liegt, ist schneeweiß. Clooney, geht staunend darüber. Er, mit seinem rassistischen Vorort-Idylle-Film „Suburbicon“ vertreten, wird umjubelt und genießt die abendliche Stimmung.

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Kolumne MICHAEL GRAETER

DIE ZEITLOSEN STARS AUS HOLLYWOOD: ROBERT REDFORD UND JANE FONDA.

DIE STARS VON AMERIKA: JENNIFER LAWRENCE (LI.) UND MICHELLE PFEIFFER


SZENE & LEUTE

Ganz schnell ein Küsschen an Amals Wange im Blitzlicht-Feuer. George, jetzt in voller Natur vor Augen, ist wirklich gutaussehend, so schön wie einst Marcello Mastroianni, aber nicht so bello männlich wie der Italo-Frauenflachleger. Marcello hat man zu seiner Zeit nur mit seinen festen Amouren gesehen. Die Eintagsfliegen blieben unsichtbar wie ein schnell verlassenes Bett. Clooneys Begleiter-Schar wirkte immer inszeniert. An den neuen Familienstand muss man sich erst gewöhnen. Die vor kurzem geborenen Zwillinge Ella und Alexander, die sie nicht mitgenommen haben, sind keine Überraschung bei der Planung. Deutschlands Kino-Szene ist bescheiden winzig vertreten und als einziger offizieller Vorzeiger ein Asiate, AI Weiwei, der jetzt in Old Germany lebt.  München wird durch die Filmfest-Chefin Diana Iljine und ein paar Getreue präsent, wie der Zauber-Geiger Peter Clemente und das „Salon“-Veranstalter-Trio Adrian Prechtel, Thomas Linsenmayer und Stefan Strobl. Von den aktuellen Heros des bundesdeutschen Films wird niemand gesichtet. Sie lernen wohl im Lande. Umso mehr verströmen die unterschiedlichen Generationen der internationalen StarWelt Glamour in Venedig, das seit über 1000 Jahren fragile auf 118 künstlichen Inseln balanciert. Im Focus: Der nicht alternde, blauäugige Robert Redford, gerade 81 geworden und der sein Privatleben bis auf die Parfümmarke geheim hält wie Fort Knox, sowie Jane Fonda (im blauen Marchesa-Kleid), die ihre Schönheit in Raten konserviert, und die reife Amazone Charlotte Rampling  sowie Michelle Pfeiffer (in Dolce & Gabana), Judi Dench und Helen Mirren, erzeugen ihren zeitlosen Stardust. Jennifer Lawrence, Julianne Moore, Matt Damon, Susan Sarandon, Kirsten Dunst und Penelope Cruz in Konkurrenz sind die Neuzeit-Idole, die sich tuchfühlungsnah geben. Jane Fonda eine über-

raschende Erkenntnis: „Die heutigen Regisseure schalten zu früh bei Sex-Szenen ab“. Das italienische Fan-People fühlt sich wie im Himmel, aus dem warmer Regen fällt, den man aber erträgt. Gefeiert wird der Mexikaner Guillermo Del Toros, der mit seinem Spionage-Film „The Shape of Water“ den begehrten „Goldenen Löwen“ einheimst, um den 21 Filmemacher kämpften. Die A- und B-Prominenz Italiens klatscht stürmisch. Natürlich fällt George Clooney überall auf, wo er auftaucht. Im Feinschmecker-Restaurant „Da Ivo“ beläuft seine Rechnung für das Gourmet-Mahl auf rund 3000 Euro - Alba-Trüffel gibt es bis zum Abwinken. Man sieht den Filmstar, der früher in seiner Villa „Oleandra“ am Comer See mit einem Hängebauchschwein zusammenlebte, weit nach Mitternacht noch in einer kleinen Bar. Amal ist schon ins Hotel gefahren. An der Theke steht George neben einem sympathischen Youngster aus München, mit dem er schon vor zwei Jahren beim Festival ins Gespräch kam. Im „Danieli“ treffe ich Fußball-Experte Günter Netzer mit seiner Ehefrau Elvira. Sie sind für zwei Urlaubstage nach Venedig geflogen, ehe sie nach München zum Oktoberfest weiterreisen. Günter sieht wieder blendend aus wie man ihn kennt und auf seine Elvira kann er stolz sein. Wer hat schon so eine weise attraktive „Regierung“ zu Hause. Wer in Venedig noch exklusiver speisen möchte als in der angesagten Feinschmeckeroase „Antico Pizza“, lässt sich übrigens privat bekochen. Matador auf dem Gebiet ist der Ur-Bayer Sepp Klostermaier (Spezialität: Garnelen-Tatar mit Wassermelone), der unter anderem für das „Centro Dedesco di Studie Venezia“ das Essen zaubert. Nur zur Wiesnzeit lässt Sepp sein Dorado Venedig links liegen und kellnert in Hochreiters „Bratwurst“ auf dem Oktoberfest. Muss sehr einträglich sein.

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MICHAEL GRAETER

SCHEINBAR FRIEDLICH BEIM WIESN-HOCHAMT: MINISTERPRÄSIDENT HORST SEEHOFER MIT FIRST LADY KARIN SOWIE MÜNCHENS OB DIETER REITER MIT FRAU PETRA (RE.)

STARTET DEMNÄCHST DEN „SALVATORKELLER“ AUF DEM BERÜHMTEN NOCKHERBERG: NEUER SUPER-GASTRONOM CHRISTIAN SCHOTTENHAMEL, HIER IM LÖWENBRÄUKELLER, DEN ER AUFGIBT


SZENE & LEUTE

OZAPFT IS

mit Münchens neuem Superwirt Christian Schottenhamel Wiesn-Bummel durch die Zelte, wo die meisten prominenten Oktoberfest-Besucher feiern

ünchen hat einen neuen Superwirt, der stets mit einem gewinnenden, sonnigen Lächeln wie Hans im Glück unterwegs ist. Es ist Christian Schottenhamel, tatkräftiger und bescheiden auftretender Nachfahre der legendären Münchner Großgastrononie. Zusammen mit seinem Cousin Michael Schottenhamel führt er auf der Wiesn die Premium-Adresse „Schottenhamel-Zelt“. Ab Frühjahr 2018 startet Christian, Präsident der bachanten Bayern-Brauchtum-Hüter „Filser“, als neuer Hausherr rechtzeitig zur fünften Jahreszeit auf dem „Nockherberg“, dem berühmtesten Bierhügel der Welt, die Starkbier-Saison 2018 mit dem politisch gepfefferten Salvator-Anstich. Zu Christians Imperium gehören ebenso das

Restaurant „Menterschwaige“ in Harlaching rechts der Isar und das Hotel „Admiral“. Der „Löwenbräukeller“, den Schottenhamel nach einigen Pächter-Abstürzen wie ein Wunderdoktor erfolgreich wiederbelebt hat, dass an die alten guten Zeiten vom Stiglmayrplatz erinnert wurden, erlebt gerade noch das Finale unter seiner Regie. Er hat das „Löwenbräu“-Palais schweren Herzens abgegeben, weil es der Besitzer der Immobilie, August Baron von Finck, verkaufte. Der Nachfolger wird sich sehr ins Zeug legen müssen. Im neuen Nockherberg-Reich hat Schottenhamel einen befreundeten Partner, Florian Lechner, der das Landhotel „Moarwirt“ in Dietramszell führt. Doch zurück zu Christians Schottenhamel-Zelt,

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MICHAEL GRAETER

ZELT NR. 1 AUF DER WIESN: DAS „SCHOTTENHAMEL“, SEIT 150 JAHREN AUF DEM MÜNCHNER OKTOBERFEST, WIE IMMER BRECHEND VOLL

BEI IHM SCHIESSEN DIE PROMINENTEN INS SCHWARZE: SCHIESSBUDEN-BARON ALI BRÄU UND SEINE FRAU GABI.

ALI MIT FREUNDIN DES HAUSES: SERIEN-STAR CHRISTINE NEUBAUER


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Bier-Adresse Nr 1 und seit 150 Jahren der älteste Gerstensaft-Palast des Oktoberfests, in dem sich zum O‘zapfn alljährlich Punkt 12 am ersten Samstag des gute zwei Wochen dauernden Festes die Großkopferten (und die sich dafür halten) versammeln. Der aktuelle Oberbürgermeister übt seit Thomas Wimmers Zeiten ein schlagfertiges Amt aus - gespritzt hat es oft. OB Dieter Reiter zapft diesmal bei dem heiligen Brauch 2017 mit zwei trockenen Schlägen an. Völlig spritzerfrei. Es wirkte, als habe Reiter vorher viel trainiert. Der Oberbürgermeister, im SPD-roten Wams und ohne Schlips, nimmt sich die erste Mass und gibt die zweite Landesvater Horst Seehofer, in perfekter Tracht mit Krawatte. Der MP bleibt diesmal länger als im Vorjahr in der „Ratsboxe“, wo die Minister Ludwig Spaenle und Ilse Aigner sitzen, muss aber kurz einen nicht geschätzten Nahkontakt der „Grünen“ Claudia Roth ertragen, die immer etwas an einen zwitschernden Kanarienvogel erinnert und kürzlich grell auf einem der vorderen Wagen beim „St. Christopher-Day“ im Glockenbach-Viertel als „Wähler-Fänger“ mitfuhr. Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid zählt ebenso zum Ozapfn-Kommitee und steht neben dem Holzfaß (nur mehr Fassade, auf dem merkwürdigerweise „Löwenbräu“ eingebrannt ist) und liefert als offizieller „Wiesn“-Chef ein paar launige Worte in die hingehaltenen Mikrophone. „n-tv“- sendet live unter anderem von der Zelt-Brüstung auf der West-Empore. Hinter der Kamera agiert ein gut genährtes Redaktions-Personal mit kahlköpfigen Kameramännern, die wie Nachtlokal-Türsteher aussehen und davor moderiert eine adrette Blondine. Zum zweiten Mal ist die First Lady der Schottenhamel-Familie, Ariane, zeitlos attraktiv, nicht zur Wiesn-Premiere erschienen. Die Clan-Chefin zieht es vor, lieber daheim zu bleiben, weg vom Trubel. Kaum sind die großen Brotzeitbrettl (10 Personen-Portion: 149 Euro) für den Wiesn-Start serviert und die namentlichen und normal sterblichen Gäste mit frischem Bier versorgt, beginnt eine neue Art von Darbietung. Mädchen im Dirndl, dem anständigsten Kleid mit

den unanständigsten Möglichkeiten, wollen wohl als neue Kampftrinker bei den Fernsehleuten auffallen. Die Damen stellen sich auf die Bänke und trinken „ex“ unter großem Gejohle eine Maß. Die temperamentvolle Filmstudentin Cara Zimmermann, neben Bayern-Couture-Designerin Michael Keune direkt am „ntv“- Tisch, findet die Amazonen-Entgleisung gut und schreit: „Die neue Frauen-Bewegung“. Die West-Empore mit dem nach der „Ratsboxe“ besten Ausblick aufs Schottenhamel-Getümmel geniest zudem göttlichen Segen durch die überraschende Tatsache, dass dort Münchens Don Camillo, Rainer Maria Schießler (Priester von „Heilig Geist“ und „St. Maximilian“), zum Bedien-Team zählt, ohne dass dies die meisten Gäste mitbekommen. Ob er zum Aufbessern des Klingelbeutels da ist oder die Nähe seiner Schäfchen sucht, ist nicht erforscht. Mittendrin in seinem Service-Bereich speist eine Langzeit-Münchnerin. Es ist Witwe Mayr vom vor Jahrzehnten florierenden „Eve Cabaret“ (heute Knochen-Museum) am Karolinenplatz, wo mal Skandalmädchen wie Christine Keeler (stürzte das englische Profumo-Kabinett) und Mandy Rice-Davis auftraten. Sie erzählt lebhaft aus der Zeit. Unten, gleich beim Ozapf-Fass, hat sich der sanfte Showmaster Florian Silbereisen (besonderes Kennzeichen: goldkitschige Moderations-Texte), einen Tisch mit Schlager-Prominenz (Ötzi und Co.) genommen- Die Tafel in der Menge dient ihm als Productplacement für seine abendliche Sendung (typischer Silbereisen-Titel „Dirndl fertig los“) aus dem „Circus Krone“-Bau dient. Bei dem Vorzeige-Begleiter von Deutschlands Superstar Helene Fischer ist viel unglaublich. Beruflich wie privat. Wer am Abend im Fernsehen nachschaute, erlebte „Superweib“ Vroni Ferres als mutierte Sängerin, und als Hansi Hinterseer mit seinem blonden Trump-Haarvolumen digital dünn singend auf einer eigens im „Krone“ aufgebauten Brücke erschien, schoss so manchem der Gedanke durch den Kopf, er wird doch nicht springen. Rund 700.000 Besucher werden es gewe-

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MICHAEL GRAETER

DIE WIESN-BIERTÜRME SIND BALD FAST SO HOCH WIE DIE PAULSKIRCHE

MÜNCHENS DON CAMILLO IN VERSCHIEDENEN ÄMTERN: PRIESTER RAINER MARIA SCHIESSLER IM KIRCHLICHEN „ARBEITSDRESS“ UND ALS KELLNER IM „SCHOTTENHAMEL“

IN DER HAUS-BOX DES „SCHÜTZEN“-ZELTS: FUSSBALL-FACHMANN GÜNTER NETZER, BEI DEM MAN SICH WUNDERT, DASS DAS DEUTSCHE FERNSEHEN AUF IHN VERZICHTEN KANN - MIT MARION POPP, FREUNDIN VON FUNKTIONÄR WOLFGANG NIERSBACH

TREFFSICHER: BILDHAUER NIKOLAI TRESOR MIT EINER FREUNDIN BEIM FOTO-SCHIESSEN


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IHR SCHÖNHEITSGEHEIMNIS GIBT SIE NICHT PREIS: ELVIRA NETZER MIT AUTO-EXPERTE UND „AUDI“-INSIDER STEPHAN GRÜNEM MIT FRAU MARTINE (LI.)

sen sein, die am ersten Tag die Wiesn in Gesamt-Tracht heimgesucht haben. Die Promi-Dichte strahlt wie jedes Jahr. Angefangen von Filmschauspieler Elyas M’Barek, dessen „Nebengeräusche“ bisher nicht überzeugend waren, den „Bayern“-Starkickern Mats Hummels, Java Martinez und James Rodriguez, den Glasstein-Erbinnen Victoria und Paulina Swarovski, Politikerin Monika Hohlmeier, „Schlagstar“ Baxxter, Schönheitschirurg Pro. Dr. Dr. Werner Mang (an seinem Tisch bei „Käfer“: Hobby-Politiker Peter Bond, die Schauspieler Francis Fullton-Smith und Bruno Byron und Sänger Nino de Angelo) über Pierre Brice-Witwe Hella, Fußball-Experte Günter Netzer mit Frau Elvira und Tochter Alana mit „Schwiegersohn“ Sebastian Bürgin, Hit-Produzent Jack White mit Frau Raffaela, Beckenbauer-Manager Marcus Höfl (hat viel von Franz gelernt) mit Frau Maria Riesch (war beim Schießen in der Promi-Schießbude gleich bei Käfers Wiesnschänke) Großaktionärin Susanne Quandt-Klatten, Moritz Flick (Sohn

von Kunstmäzen Mick Flick), Gräfin Stephanie Montgelas (verheiratet mit Gastronom und Fotograf Stephan Kuffller, Sohn von Großgastronom Roland Kuffler („Weinzelt“, „Palace“, „Kupfers“, „Spatenhaus“, „Casino Wiesbaden“), Loden-Lord Michael Nagel mit Frau Sabina („Loden-Frey“), und natürlich Leihwagen-Lady Regine Sixt. In letzter Zeit hat Regine immer Probleme mit den Wiesn-Wirten gehabt und bald fand sie keinen Schauplatz mehr auf dem Oktoberfest für ihre steuerlich freundlichen Benefiz-Termine mit über 1000 Damen. Auch der joviale Feinkost-Primus Michael Käfer hatte mal mit Regine größere Differenzen wegen ihrer eigenwilligen Rechnungsbegleichung. Das scheint Michael aber vergessen zu haben, großzügig wie er ist. Regine Sixt konnte überraschend für die „Tränchen trocknen“-Wohltätigkeit eine „Mini-Lady-Wiesn“ im ersten Stock von Käfer unterhalb der Bavaria mit 100 Damen durchführen. Wir können hoffen, dass die Ladies wußten, was sie taten.

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EGON BAUER (MANAGER VON MONIKA GRUBER) MIT LEBENSGEFÄHRTIN WALTRAUD UND GONG-BOSS GEORG DINGLER (LI.)

GUT AUSGESTATTET

Text & Fotos: Gustl Vogl

REPORTER BARRY WERKMEISTER (MÜNCHEN.TV) IN CHARMANTER BEGLEITUNG

BAYERNS MINISTERPRÄSIDENT A.D. EDMUND STOIBER UND SEINE SYMPATHISCHE GATTIN KARIN

ANGENEHMES AMBIENTE, PARTYMUSIK UND GEHOBENES PUBLIKUM IM WEINZELT


OKTOBERFEST 2017

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PROMI Party von Radio Gong

Ausgerechnet um kurz vor halb sechs fängt es an zu regnen – in der Landeshauptstadt, dem Austragungsort des größten Volkfests der Welt. 6 Millionen Besucher werden erwartet. 16 große und 21 kleine Zelte bieten 119.000 Sitzplätze. Knapp 20 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland. Die eigene Muttersprache, geschweige denn boarisch, hört man kaum auf dem Weg ins Weinzelt zu Georg Dingler. Der Chef von Radio Gong (96.3) begrüßt jeden einzelnen seiner Gäste in der reservierten Box mit Handschlag, darunter Freunde, Schlagerstars, Politiker, Schauspieler, Lokalprominenz und Geschäftspartner. Im Weinzelt verkehrt gerne das gehobene Publikum. Vor dem „Boxenstopp“ rammeln Fotografen und Kameramänner von Wiesn-TV und ZDF um gute Motive. Im Wechseln darf jeder für zwei, drei Minuten rein und seine Arbeit machen. Um kurz vor sechs, mittlerweile ist es draußen heiter bis wolkig, macht Markus Stoll alias Harry G einen Abstecher ins Radio Gong-Studio im OG des Weinzelts zum Interview. Unterdessen witzelt Schlagerstar Michael Holm („Tränen lügen nicht“) mit den Journalisten und macht auf deren Anweisung – warum auch immer – Huckepack. Mr. Glücksrad Frederic Meisner - der mehrere Doubles haben muss, sonst könnte er nicht gefühlt auf jeder Party in München anzutreffen sein – lässt sich auffällig gerne fotografieren; Promo fürs eigene Trachtenlabel kann nicht schaden. „Dschinghis Khan“ Leslie Mandoki schwatzt mit Karin Stoiber, während sich Gatte Edmund mit Star-Regisseur Joseph Vilsmaier (Begegnungen) unterhält. Jedes Jahr lädt Georg Dingler zur Gong-Party ein.


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GONG -PART Y

ZÜNFTIGE GESELLSCHAFT

ERINNERUNGSFOTO IM BEREICH DER GONG-BAR: GEORG DINGLER MIT BULLY HERBIG UND RICK KAVANIAN

HUPS! TIEFE EINBLICKE

VERSCHÄRFTE SICHERHEITSMASSNAHMEN LASSEN GRÜSSEN. AUCH KONTROLLEN AUF DEN ZUFAHRTSSTRASSEN ZUR WIESN WERDEN VERSTÄRKT DURCHGEFÜHRT

HEITER BIS WOLKIG UND ZWISCHENDURCH REGEN: DER ERSTE WIESN-MITTWOCH 2017

WIE IMMER BESTER LAUNE: JOSEPH VILSMAIER


OKTOBERFEST 2017

MICHAEL HOLM WILL NOCHMAL HOCH HINAUS

SO MAG MAN(N) SEIN WEIZEN SERVIERT BEKOMMEN

FREDERIC MEISNER (RE.)

SPASSVOGEL HARRY G (RE.)

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AUF EI NEN ESPRESSO

Auf einen

Espresso

Steckbrief W.A. Riegerhof, 54, Österreicher, Steirer Seit 1984 der Münchner Stadt als Stadtschreiber auf den Fersen Buchautor Münchner Feigheit, Bauchschuss Schwabing, Der Stadtschreiber von Minga Kolumnist HALLO München, KIR München, Wir! in München


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Stadtschreiber W. A. Riegerhof und sein Gast Franz Unterwegs zu sein ist eine Berufung beider Protagonisten. So war es nahe liegend, dass sich Stadtschreiber W. A. Riegerhof für seine neue Kolumne „Auf einen Espresso“ den Dokumentarfilmer, BR-Ikone Franz Xaver Gernstl als ersten Gast eingeladen hat. Die Reisereportage „Gernstl unterwegs“ wurde mehrfach mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Gernstl´s eigene Produktionsfirma Megaherz Film hat mittlerweile über 100 Sendungen produziert; er ist schlichtweg ein Tausendsassa, als Regisseur, Produzent und Moderator. Ein „Reisender“ ist selten daheim, umso mehr freut sich der Stadtschreiber über das rare Glück, Franz Xaver Gernstl mal in seiner Heimatstadt München auf einen Espresso zu treffen. Beide kennen sich seit längerer Zeit, bzw. gehört am Viktualienmarkt das Duzen dazu, wie Radi und Salz, also duzt man sich. Servus Franz, guad schaust aus! Halten dich deine Reisen so jung oder eher der Weg eines Gelegenheitsrauchers zum Zigarettenautomat? Dann schon eher meine Reisen. Das Rauchen habe ich mir im Urlaub wieder angewöhnt, da hat man zuviel Zeit. Ein wenig übern Tellerrand zu schaun hält jung. Obwohl ich schon in Pensi-

Xaver Gernstl

on gehen könnte, - aber was mach´ ich dann? In meinem Beruf hört man nie auf, gehen mir die Ideen (hoffentlich) nie aus. Ich habe mal gelesen: „Eine Flasche Rotwein und ein guter Zuhörer …lösen die Zunge“. Sind beide Attribute bei „Gernstl unterwegs“ im Reisegepäck? Erwischt! Bei längeren Reisen steck ich zwei gute Flascherl Rotwein ins Reisegepäck (lacht) Die trinke ich mit meinem Team meistens abends, nach getaner Tat. Bei Interviews wäre es zu gefährlich. Und zuhören ist meine Art von Interesse, und das ist immer da. Unterwegs zu sein: Heißt das, dass du das Jahr über eher auf einem Wochenmarkt in San Francisco, einem Markt in Griechenland oder beim Fischessen an der Ostsee bist, als am heimatlichen Viktualienmarkt? Tatsächlich vernachlässige ich den Viktualienmarkt, so schön er ist. Meistens gehe ich in München auf die Bauernmärkte, da ist es a bisserl billiger. Im Prinzip interessieren mich Märkte überall auf der Welt; nirgendwo kommt man mit den Menschen besser ins Gespräch. Nachdem du Bayern jahrzehntelang abgereist hast, suchst du nun die Bayern im Ausland. Ist „der Gernstl“ so heimatver-


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NEWS

(legendäre Diskothek in den 70er Jahren in der Leopoldstrasse, das heutige Schwabinger Tor / Anm. d. Verf.). Alles vorbei, andere Zeiten, andere Sitten. Heute kenne ich nur noch wenige Lokale, die in Erinnerung bleiben, die Fluktuation ist relativ groß. Ich geh jetzt fast lieber in den Karstadt, da kenn ich mich aus, das Personal kenn ich auch. Vom Schuhbandel bis zum Rotwein gibt es dort alles, dort weiß man was man hat. Aber ich bin dennoch eher ein Schwabinger als ein Münchner.

bunden? So als Lederhosnbayer, wie Oskar Maria Graf, verstehst du dich ja eigentlich nicht, oder täusche ich mich da? Reisende Beobachter seid ihr ja beide. Wobei Oskar Maria Graf ja seinerzeit unfreiwillig verreisen musste, du gottlob nicht (Autor Oskar Maria Graf emigrierte 1938 nach New York/ Anm. d. Red.). Das mit der Lederhosn stimmt, dann schon lieber die Jeans. Lederhosn musste ich als Kind anziehen, nicht so meins. Zu Oskar Maria Graf: Den hätte ich für meine Serie „Wo sind die Bayern“ schon gern interviewt. Schad´, dass wir in verschiedenen Zeiten leben. Als Zuagroasta aus dem oberbayerischen Jenbach, fühlst du dich nach so vielen Jahren in München als Schwabinger? Bzw. was bedeutet Schwabing für dich? Ich kam 1975 nach München. Mit 25 habe ich schon noch einiges mitgekriegt vom Schwabinger Flair. Drugstore, die Samy-Brüder (Kultkneipe am Wedekindplatz, Altschwabing), das Schwabylon mit seiner Haifischbar

„Aha“, wohl kein Wort charakterisiert „den Gernstl unterwegs“ mehr! In diesem Wort steckt die Neugierde am Menschen. Wie behält man sich die Gier nach Neuem, nach neuen Menschen? Wie schafft man es, dass man nicht „Menschen-müde“ wird? Das Interesse ist einfach da. Mich interessieren die unterschiedlichen Lebenskonzepte der Menschen, unterschiedliche Landschaften, das gute Essen, dass erweckt bei mir noch immer Neugierde. Ich überlege mir auch schon länger, ob ich nicht selbst eine Bar aufmache; als Wohnzimmer sozusagen, als Neugier am Menschen, wo man gute Freunde trifft. Bei den Mietpreisen in Schwabing bin ich mir dann aber nicht mehr so sicher. Wie gerne antwortet ein berufener Fragensteller, wie du es bist, eigentlich? Wenn mich jemand fragt, gebe ich gerne Auskunft. Vielleicht ergreift man gerade deswegen diesen Beruf, damit man seine Zurückhaltung bekämpft. Wahrscheinlich hat mich die Reportertätigkeit kuriert. Habe die Ehre und vielen Dank an Franz Xaver Gernstl für unseren Espresso-Ratsch, sagt Stadtschreiber W.A. Riegerhof


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BEGEG NU NGEN

Fotos: Verlag | perathon Media GmbH


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VILSMAIER – SAGENHAFT Autor: Gustl Vogl

Der Trachtenjanker hängt lässig über den Schultern. Seine wachen Augen machen Jahre jünger - der weiße Dreitagebart lässt den Großen einer Branche verwegen wirken. Joseph Vilsmaiers Liebeserklärung an Bayern mit spektakulären Bildern eines Ochsenrennens und einer grandiosen „Gruberin“ läuft demnächst in den Kinos an. Geboren ist er 1939, wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Aus eigener Kraft heraus wird Vilsmaier einer der angesehensten und erfolgreichsten deutschen Filmemacher aller Zeiten.

TREFFPUNKT – SAGENHAFT

KARIERE – SAGENHAFT

11 Uhr vormittags in der Grünwalder Einkehr. Nicht allzu weit entfernt liegen die Bavaria Filmstudios, vor deren Toren die Perathon Medien GmbH angesiedelt ist – Vilsmaiers Schaltzentrale. Pünktlich um elf fährt ein ultramoderner BMW auf den Parkplatz, vorübergehendes Promo-Fahrzeug für die Tour zum neuen Streifen. Bayerns Film-Titan sieht mit seinen 78 Jahren richtig gut aus. Ein kleiner Schluck Apfelsaftschorle und schon plaudert der Macher von BAYERN – SAGENHAFT (ab 26. Oktober im Kino) aus dem Nähkästchen.

Joseph Vilsmaier wurde am 24. Januar 1939 in München geboren, wächst aber während der Kriegsjahre hauptsächlich bei den Großeltern väterlicherseits in Niederbayern auf. Hunger musste er nie leiden, erzählt er uns. Auf dem Land habe man vom Krieg nicht so viel mitbekommen, wie in den großen Städten. Auch die Großeltern mütterlicherseits hatten einen Hof. Die Liebe zu den Tieren und die Wertschätzung von Boden und Natur sind im sozusagen in die Wiege gelegt worden. Nach vierjährigem Internatsaufenthalt ging


BEGEG NU NGEN FOTOS: VERLAG | PERATHON MEDIA GMBH

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DER KLEINE JOSEPH IM ALTER VON 3 JAHREN (LI.)MIT SEINEM COUSIN

VILSMAIER ALS DARSTELLER (LI.) MIT FRITZ UNGELTER UND MATTHIAS HABICH


NEWS

HAINDLING UND VILSMAIER

PETER PONGRATZ, CHEF DER GRÜNWALDER EINKEHR, UND JOSEPH VILSMAIER

Vilsmaier 1953 als Lehrling zum Filmkamerahersteller ARRI nach München. Geld für ein Studium war nicht da. Von der Pieke auf lernte und verstand der talentierte Joseph schnell die Kameratechnik. Auf eine Karriere als Pianist hatte er zugunsten einer Ausbildung bei der Bavaria Film verzichtet, die ihn bis Anfang der 80er als Festangestellter beschäftigte. „Ich hab danach als freischaffender Kameramann gearbeitet und deutlich mehr verdient. Zu den ersten freischaffenden Projekten zählten z.B. Tatort-Folgen mit Hansjörg Felmy und Götz George als Schimanski. Götz George war kompliziert, aber ich hab mich glänzend mit ihm verstanden“, erinnert sich Vilsmaier. „Dann aber hab ich mir eingebildet, Herbstmilch zu machen.“ Der Sparstrumpf wird dünner. Knapp 2 Millionen DM kostet der Film. Mit 900.000 beteiligte sich das ZDF, Finanzspritzen bekommt Vilsmaier vom Bundesinnenministerium und der Bayerischen Filmförderung. „300.000 Mark musste ich mir von verschiedenen Leuten leihen. Ich war total verschuldet. Aber nachdem der Film angelaufen war, hab ich nach sieben Wochen den ersten Scheck vom Verleih in Höhe von einer Million Mark bekommen“. Der Film war der Grundstein, auf dessen Vilsmaiers weitere Karriere aufgebaut war. Darüber hinaus ein kommerzieller Erfolg. Für „Herbstmilch“ er-

hielt Vilsmaier zwei Bayerische Filmpreise, den Deutschen Filmpreis in Gold und Silber und etliche andere Auszeichnungen. ERFOLG – SAGENHAFT Joseph Vilsmaier steigt in den Olymp der deutschen Filmemacher auf und führt fortan Regie bei Kassenschlagern wie „Rama dama“, Schlafes Bruder, Stalingrad, Comedian Harmonists, „Brandner Kaspar“ und „Nanga Parbat“ mit Reinhold Messner. Selbst Erlebtes und die Geschichte seiner Vorfahren liefern Stoff. 14 Millionen Menschen in Deutschland sehen im Kino Vilsmaiers Filme. Stalingrad ist international ein Erfolg. US-Präsident Bill Clinton sieht Comedian Harmonist im Weißen Haus und ist als passionierter Saxophonist begeistert Vilsmaier verpasst leider die Anmeldefrist der Academy of Motion Picture and Arts (Oscars). Schlafes Bruder hingegen war in den USA für den Golden Globe nominiert. Die Feierlichkeit ist in Erinnerung geblieben. „Das war recht lustig. Sechs ausländische Filme waren nominiert. Die Chinesen haben während des Essens alles und jeden beobachtet und waren angespannt. Wir, Ben Becker etc., haben dagegen gefeiert wie die Wahnsinnigen und gar nicht mehr mitbekommen, wer gewonnen hat. Die Franzosen

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BEGEG NU NGEN


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MONIKA GRUBER

DAS OCHSENRENNEN

haben glaub ich das Rennen gemacht. Mit denen und den Italienern haben wir an dem Abend noch kräftig gefeiert. Das war schon ein Erlebnis. Im Raucherraum haben wir zum Beispiel Sean Connery getroffen.“ Raucherraum? Inhalieren tut der Vilsmaier nicht, pafft aber leidenschaftlich gern alle paar Tage oder abends zu einem Glaserl Wein eines seiner italienischen „Stümperl“ aus Naturtabak - sehr zum Leidwesen von Vilsmaiers Lebensgefährtin Birgit Muth, die als erfolgreiche Journalistin tätig ist. „Birgit ist eine tolle Frau und Lebensgefährtin. Sie gibt mir viel Halt“, schwärmt Joseph Vilsmaier, der gleich zwei Frauen an seiner Seite hat. Eine davon ist Katze „Kedi“, sein Schatzerl wie er sie nennt und gehört der 2000 Jahre alten Rasse der Van-Katzen an. BAYERN – SAGENHAFT Der neue Film von Joseph Vilsmaier ist vielversprechend und eine Herzenssache. So richtig weiß man zwar nicht, was einen erwartet, 400 Testpersonen waren indes begeistert. Premiere ist am 19. Oktober in München - wie

bei jeder Premiere seiner Filme - im Sendlinger-Tor-Kino. Kinostart ist der 26. Oktober. Etwas später läuft der Film dann auch bundesweit in den Kinos. Der erste Drehtag war vor vier Jahren bei der Landshuter Hochzeit. 51 Drehtage sind mittlerweile vergangen. „Ich verleihe den Film auch selbst, deshalb bin ich pausenlos unterwegs. Da ist der ein oder andere Kinobesitzer schon mal baff, wenn ich selbst am Telefon bin.“ Aus 30 Stunden Material sind 90 Minuten köstliche Unterhaltung geworden. Der Text stammt von Hannes Burger, die Musik von Haindling („Lang scho nimmer g’sehn“). Die Kabarettistin und Schauspielerin Monika Gruber kommentiert und „i-tüpferlt“ als Darstellerin das Werk von Joseph Vilsmaier. Bayerns Filmemacher Nummer 1 liebt die Nähe zu seinem Publikum und ist höchst dankbar für deren Treue. Zwischen Ende Oktober und Mitte November tourt Vilsmaier deshalb von Kino zu Kino – zwei Vorstellungen am Tag - durch ganz Bayern. Auch in Ihrer Nähe! Homepage www.perathon.de und Facebook www.facebook.com/BayernSagenhaft


FOTOS: PRIVATARCHIV

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SZENE & LEUTE

ECHTE

TYPEN

Autor: Gustl Vogl

Roland Hefter Treffen sich zwei Frauen, fragt die eine die andere: „Was hast du zu Weihnachten bekommen?“ Antwortet die andere: „Einen Hula Hoop Reifen!“ Daraufhin wieder die eine: „Und?“ Sagt die andere: „Er passt!“

Nun gut, es gibt Bessere. Aber Roland Hefter, den wir gebeten haben, uns einen seiner Lieblings-Schenkelklopfer vorzutragen, ist schließlich kein Witzeerzähler, sondern Musiker. In München und Umgebung hat der smarte Frauenschwarm einen ziemlich hohen Bekanntheitsgrad. In seinen Liedern singt er in Mundart schon mal über schwule Fußballprofis, die sich gerne busseln würden. Als Liedermacher und Musik-Kabarettist erzählt er aus dem Leben - alles ist gut durchdacht und melodisch

eingebettet. Hefter muss man live gesehen haben. Bei Solo-Programmen, den Auftritten mit seiner Band „IsarRider“, dem Musik-Kabarett der „3 Männer nur mit Gitarre“ oder im Vorprogramm bei Monika Gruber zeigt Hefter, was er kann, nämlich die Menschen auf hohem Niveau zu unterhalten. Seit zehn Jahren kann der (fast) 50-Jährige von seiner Musik leben. Ende des Jahres kommt eine neue CD raus. Ein Interview mit einem lebenslustigen Bayern – kurz und knackig, so wie es sich gehört.

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ECHTE TYPEN

Servus Roland! Servus! Wo bist du geboren? In München. Und wann? Am 06. Oktober 1967. Dann wirst du bald 50. Ja. Geschwister? Zwei Brüder, einen Zwillingsbruder und einen älteren Bruder. Schule und Ausbildung? Volksschule Waldperlach, Heinrich-Heine-Gymnasium in München-Neuperlach, nach der zehnten Klasse ohne Abitur mit der Mittleren Reife von der Schule gegangen. Mit 18 eine Lehre als Schilder- und Lichtreklamehersteller, im Volksmund „Schriftenmaler“, gemacht, da-

nach vier Jahre Studium zum Grafik-Designer auf der Blocherer Schule in München. Beides abgeschlossen. Mädchen? Schon einige, und vielleicht werden es noch mehr. Demnach bist du ledig? Heiraten macht für mich keinen Sinn, bei einer deutschlandweiten Scheidungsquote von 53%. Bei der Quote würde ich mich auch in kein Flugzeug setzen. Kinder? Keine von denen ich weiß oder für die ich zahle. Wo wohnst du? München, Ortsteile Ramersdorf. Der Münchner Süd-Osten ist und bleibt mein Revier. Wie und wann kam der kleine Roland zur Musik? Mit 5 Jahren Flöte gelernt, mit 10 Jahren Trompete, was ich immer noch spiele. Mit 17 eine Gitarre gekauft, weil ich eigene Lieder schreiben und mich mit der Gitarre begleiten wollte. Zur Trompete kann ich nicht singen, und die Texte sind mir sehr wichtig. Du bist seit zehn Jahren Profi-Musiker. Lebt man gut damit? Ja, und ich mach das, was mir Spaß macht und bin mein eigener Herr. Vielleicht verdien ich nicht das, was ich als Grafiker verdienen könnte, hab aber deutlich mehr Spaß im Leben. Beschreib dich und deine Musik in einem Satz. Bayrischer Liedermacher, Volkssänger am Puls der Zeit mit lustigen Texten, manche sagen auch ich wäre ein Musikkabarettist. Deine größten Erfolge bisher? Als mein Lied „I dad‘s macha“ im Radio lief, hab ich mich schon sehr gefreut. Ich freu mich, dass die Veranstaltungen immer größer werden und ich in den meisten großen und namenhaften Spielstätten Bayerns spielen durfte und darf. Unter anderem der Circus Krone in München. Du hast schon sechs CDs veröffentlicht und im November erscheint „Des werd schon o“. Auf deiner Homepage verkaufst du aber auch Fußmatten und T-Shirts. Ich hab eine Song der heißt „As Leben is eh scho schwer und jezt kimmst Du daher“. Mit diesem Spruch hab ich Fußmatten machen lassen, die ich gut verkaufe, so 1.500 Stück im Jahr. T-Shirts mit dem Titel der aktuellen CD „I dads macha“ verkauf ich auch ganz gut. Für


SZENE & LEUTE nicht alle aufnehmen, aber diejenigen die sich integrieren und hier friedlich leben und arbeiten, die sollen bleiben. Auch wenn sie aus Afghanistan sind. Und es heißt ja „die Würde des Menschen ist unantastbar“ und nicht „die Würde der Deutschen ist unantastbar“. Das Leben ist schön, weil? Weil ich eine Beruf habe, den ich liebe und mit guten Freunden unterwegs bin. Ich bin froh und glücklich wenn die schlimmen Dinge wie Krankheit, Unglücke, Unfälle im Freundesund Familienkreis nicht passieren. Dann bin ich glücklich und brauch nicht mehr. Ich finde es auch schön in der schönsten Stadt der Welt zu leben: München. Abschließend ein Motto von dir. Auch wenn es abgedroschen klingt: Lebe im hier und jetzt und mach dir keine zu großen Sorgen, Es kimmt eh wias kimmt.. und dann siegst es scho. Und das Ende ist immer gleich, bei jedem Menschen. Tour-Daten und weitere Infos auf www.rolandhefter.de

FOTO: MARCELLA MERK

die Frauen steht drauf „I dads macha - eventuell“. Welches Auto fährst du? Ich fahr beruflich einen Sprinter und hab seit 25 Jahre ein altes Mercedes-Coupe Baujahr 1979. Außerdem hab ich noch eine Harley, mit der ich gerne, aber viel zu selten fahre. Mitbewohnerin? Ich hab eine alte, aber sehr liebe Hundedame aufgenommen. Ein Golden-Retriever, 15 Jahre alt, Name Chila. Wie bist du politisch eingestellt? Die Natur schützen, das geht vor wirtschaftliche Interessen. Ich bin für einen Mindestlohn von 12 Euro, weil wir sonst die Altersarmut nicht in den Griff bekommen. Ich bin gegen Rüstungsexporte und gegen den Einsatz von Soldaten in fremden Ländern. Wir müssen helfen, aber nicht mit Gewalt, die nur Gegengewalt und Hass auslöst. Ich hab Verständnis für jeden Asylanten, auch Wirtschaftsflüchtlinge, weil ich, wenn ich in deren Haut stecken würde, wahrscheinlich auch alles probieren würde, damit es mir besser geht. Wir können

ROLAND HEFTER UND SEINE ISARRIDER.

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LIFESTYLE Best of

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Beauty

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WER, WIE, WAS - WIESO,

WARUM?

Foto: Instagram / angeliqueboldt

WESHALB,

Vor gar nicht allzu langer Zeit war an das weltberühmte „Selfie“ mittels Smartphone nicht zu denken. Ein paar simple Handgriffe, schon ist das Selbstportrait geknipst. Filter drüber, kommentieren und hinaus ins World Wide Web. Früher war die Sofortbildkamera der Turbo unter den Fotoapparaten. Im Jahre 2017 posten Milliarden von Menschen auf Facebook, Twitter und Instagram binnen Sekunden ihre präparierten Motive. Dabei erreichen mehr oder weniger prominente Menschen teils höhere Reichweiten als auflagestarke Tageszeitungen.

A

ngelique Boldt ist 27 Jahre jung, lebt in München und arbeitet als Consultant. Sie hat langes, gewelltes Haar, ein zauberhaftes Gesicht und eine weibliche Figur. Recht und schön, werden Sie sich denken - andere Mütter haben auch hübsche Töchter. Angelique hingegen hat 7000 Follower auf Instagram, nicht schlecht für den Anfang. Ihre veröffentlichten Fotos werden hundertfach geliked.

NATÜRLICH SCHÖN UND MEHRERE TAUSEND ABONNENTEN AUF INSTAGRAM: ANGELIQUE BOLDT

Schier surreale Zahlen Soziale Netzwerke sind im 21. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken. Mark Zuckerberg verkündet im Sommer, rund zwei Milliarden Menschen würden mittlerweile - 13 Jahre nach Gründung - aktiv Facebook nutzen. Ähnlich verblüffende Bilanzen legt Instagram vor. 2010 von Kevin Systrom und Mike Krieger im App Store veröffentlicht, ist das soziale Netzwerk mit 700 Millionen Nutzern monatlich ein mächtiges Instrument. Was ist Instagram? Instagram gehört seit fünf Jahren zu Facebook. Eine Milliarde US-Dollar sollen geflossen sein. Im Unterschied zu Facebook liegt das Hauptau-


LIFEST Y LE genmerk auf Fotos und Videos. Mit einer kostenlosen App können Bilder und Clips erstellt, bearbeitet und veröffentlicht werden. Auch am Rechner ist es möglich, den Online-Dienst zu nutzen. Je höher die Anzahl an Abonnenten, desto größer die Reichweite. Einzelne Fotos oder Videos können im Sinne von „gefällt mir“ markiert und kommentiert werden. Neben Promis und Privatpersonen wird Instagram auch von Unternehmen genutzt.

FOTO MADE BY SHIRIN HAMO: INFLUENCER SOPHIE HERMANN ZEIGT EINES IHRER DIRNDL. MIT TRACHTENMODE-DESIGNERIN KRISTINA GIACOMELLI BRACHTE DIE SCHAUSPIELERIN JETZT EINE MINIKOLLEKTION HERAUS – INSPIRIERT DURCH MÄRCHENKÖNIG LUDWIG II. UND SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN. ROMANTISCH, TROTZDEM TRADITIONELL IN DEN TRENDFARBEN DER SAISON KORNBLUMENBLAU UND FLIEDER GEHALTEN

Hashtags Das Hashtag ist ein mit einem vorangestellten Rautezeichen (#) gekennzeichnetes Schlüssel- oder Schlagwort, das dazu dient, Fotos und Videos mit bestimmten Inhalten oder zu bestimmten Themen auffindbar zu machen. Nachrichten mit guten Hashtags können sich extrem schnell verbreiten, es geht also um Reichweite. Zwischen Zeichen und Begriff darf kein Leerzeichen sein. Hashtags können sowohl im Fließtext als auch am Ende einer Nachricht stehen. Twitter ist die Mutter der Hashtags. #klingtkomischistaberso

Influencer Es geht soweit, dass Menschen wie du und ich innerhalb kürzester Zeit enorme Reichweiten erreichen und dadurch sogar ihren Lebensunterhalt verdienen können. Der Begriff Influencer (engl. to influence: beeinflussen) beschreibt eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommt. Laut einer international durchgeführten Studie gelten in Deutschland rund viereinhalb Millionen Menschen als Influencer. Die Spitzenverdiener können mal ganz locker ihren Lebensunterhalt bestreiten und fürs Alter gründlich vorsorgen. Das Forschungsinstitut Forbes fand heraus, dass eine einzelne Person mit mehreren Millionen „Anhängern“ pro Post (!) über 100.000 Dollar verdienen kann. Eine der Top-Influencer in Deutschland ist zum Beispiel Bianca Heinicke mit 4,5 Millionen Followern bei Instagram und knapp 3,4 Millionen „Youtubern“.

BEI SO EINER FIGUR DARF ES AUCH MAL SEXY SEIN: PALINA ROJINSKI AM STRAND IM KNAPPEN BIKINI. 43.000 X GELIKED, 1.200 (TEILS GESCHMACKLOSE) KOMMENTARE (QUELLE: INSTAGRAM/ PALINSKI)

ROTE LIPPEN, ROTE BÄCKCHEN, ROTE HAARE: DIE ENTZÜCKENDE „PALINSKI“ BEI EINER VERANSTALTUNG IN MÜNCHEN – FOTOGRAFIERT VON MARIA BENTZ-ARENS

Bella „Palinski“ und andere Promis Palina Rojinski ist eine der schönsten Frauen im deutschen TV. Mal ulkt sie an der Seite von Joko und Klaas, mal spielt sie Hauptrollen in deutschsprachigen Kino-Blockbustern. Diese Frau kann nicht alles, aber viel – und macht Mann verrückt. Auf Instagram folgen ihr knapp 880.000 Menschen. Eines ihrer Videos wurde 362.000 Mal aufgerufen. Die 32-jährige Wahlberlinerin war zweimal Deutsche Junio-

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„SOMMERHAUS DER STARS“-GEWINNER SASKIA ATZERODT UND NICO SCHWANZ. NACH DER RTL-FREMDSCHÄM-SHOW TRENNTE SICH DAS PAAR. SASKIA, „BERÜHMT“ DURCH BUSENBILDER IM PLAYBOY UND DEN „BACHELOR“ (DAMIT IST NICHT DER AKADEMISCHE GRAD GEMEINT), HAT 26.000 INSTAGRAM-FOLLOWER

OOOOOH! 2,1 MILLIONEN FOLLOWER HAT SCHÖNCHEN UND FACK JU GÖHTE-STAR ELYAS M´BAREK AUF INSTAGRAM

„POOSIEREN“ KANN SIE, WIE HIER AUF DEM ROTEN TEPPICH BEIM DEUTSCHEN FILMBALL: SOPHIA THOMALLA

ren-Meisterin in rhythmischer Sportgymnastik. Wenn sie postet, geht die Post ab. Da klicken schon mal über 50.000 Leute innerhalb weniger Stunden auf den „Gefällt mir“-Button in Herzform.

Menschen. Auf seiner Seite elyjahwoop veröffentlichte der 35-Jährige bisher rund 670 Beiträge. Sein letztes Profilfoto wurde 170.000 Mal „geherzt“.

Model und Schauspielerin Sophia Thomalla hat immerhin 715.000 Abonnenten. Die 28-Jährige geizt auf Instagram – wie auch vor laufender Kamera – nicht mit ihren Reizen. Das bringt Likes. Im Schnitt etwas weniger als ein Rojinski-Motiv, aber immerhin. Einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler ist auch auf Instagram mega angesagt. Elyas M´Barek folgen sagenhafte 2,1 Millionen

Internationale Stars wie Angelina Jolie, Ashley Graham und Bruno Mars übertreffen das um ein Vielfaches. Kim Kardashian hat sagenhafte 103 Millionen Abonnenten. Schönheiten aus der Region Bayern Valeria Ammirato ist professionelle Bikini-Athletin, zog kürzlich von Neuburg an der Donau zu ihrem Schatz ins schöne Florida. Als Amateurin war sie Weltmeisterin und Miss Olympia. Die gebürtige Italienerin gilt als eine der Bes-


Foto: Instagram / shirin_hamo

Foto: Instagram / valeria_ammirato

LIFEST Y LE

HÖGSCHDE DISZIPLIN - FIGURGESTALTUNG IN PERFEKTION: VALERIA AMMIRATO

PROFIFOTOGRAFIN SHIRIN HAMO (WWW.SHIRINHAMO.COM)

ten der Welt. Wer so erfolgreich ist, verdient 199.000 Abonnenten auf Instagram. Shirin Hamo lebt in der Audi-Metropole Ingolstadt und verdient ihr Geld mit professioneller Fotografie. Die 22-jährige ist gefragt: Shoots mit Liliana Matthäus oder kürzlich in München mit Dirndl-Designerin und Influencer Sophie Hermann (84.000 Instagram-Follower), der Stieftochter von Uschi Glas. Die 27-Jährige spielt in der englischen Serie Made in Chelsea mit und ist in Großbritannien ein Star. Fotokünstlerin Shirin ist selbst eine Schönheit und hat 9.100 Abonnenten auf Instagram. Ein Foto bringt schon mal an die 1000 Likes. Shootings werden gerne fotodokumentiert und veröffentlicht.

Ich knipse, also bin ich Sie liegt am Pool, fotografiert ihre eingeölten Beine, retuschiert bis zur Realitätsferne und postet das Ergebnis auf Instagram. Er ist auf einer Party, grinst in die Linse, drückt ab und legt einen Weichzeichner drauf; der macht nämlich fünf Jahre jünger und entfremdet. Schließlich will man auf der Straße nicht erkannt werden. Mach ich Foto, tu ich Facebook. Nun geht der Wahnsinn weiter: Im Minutentakt werden die Posts erwartungsvoll kontrolliert. Viele Likes = gut. Wenig Likes = Weltuntergangsstimmung. Wissenschaftliche Studien haben dazu die unterschiedlichsten Ergebnisse geliefert. Männer, die häufig Selfies veröffentlichen, sollen narzisstischer sein, als Männer, die es nicht tun.

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Foto: privat

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ANGELIQUE BOLDT (RE.) AUF DER DIESJÄHRIGEN WIESN

Selbstverliebte Menschen lieben selbstdarstellerische Bilder, glauben Forscher. Wer mehr als sechs Selfies am Tag veröffentlicht, sei krankhaft süchtig. Drei Selfies pro Tag, ohne diese zu veröffentlichen, zeugten schon von auffälligem Verhalten. Höchst bedenklich sei generell eine zeitintensive Nutzung sozialer Netzwerke. Wer täglich andauernd auf sein Handy oder in den Rechner glotzen muss, hat echt mal ein Problem. Das alles ist keine Frage mehr von Gaudi, sondern von seelischer Gesundheit. Mal ehrlich! Wer von Ihnen kann einen Tag ohne Facebook oder Instagram? Denken Sie mal darüber nach! Shirin, Valeria und unsere Promis nutzen soziale Netzwerke geschäftlich, um im Gespräch zu bleiben. In gesunden Dosen sind soziale Netzwerke nützlich und ungemein unterhaltsam.

ie erinnern sich an Angelique? Mit 7000 Abonnenten ist die Münchnerin gut dabei. Alle paar Wochen postet Sie ein Foto (meist von sich), und das ist völlig in Ordnung. Sie sagt: „Meinen ersten Ansturm an Followern gab es bei einem geposteten Selfie. Ich denke mit den richtigen Hashtags kann man auf Instagram eine große Bandbreite an Menschen erreichen. So ging es dann weiter. Ich habe eine Zeit lang sehr viel gepostet, aber das riss dann ab. 7000 Follower finde ich nicht wirklich bemerkenswert, wenn man sich die Influencer ansieht. Das wäre aber absolut nichts für mich. Heute benutze ich es überwiegend nur noch, um neue Styles zu erforschen.“ Das ist ein gesunder Umgang mit Instagram.


LIFEST Y LE

BEHIND THE SCENES

VORBEREITUNGEN AM SET: AUSLEUCHTUNG, HAARE & MAKE-UP

Wir haben gelernt: gute Motive werden in sozialen Netzwerken „geliked“ (alternative Schreibweisen: geliket, gelikt). Ihnen wird vielleicht aufgefallen sein, dass das Foto mit Sophie Hermann besser gemacht ist, als die anderen. Das Motiv entstand bei einem professionellen Shooting von Shirin Hamo, die schon viele Prominente abgelichtet hat. Im Fall von Sophie Hermann geht es um deren „Capsule Collection“ für Giacomelli Trachten-Couture – sie trägt dabei Giacomelli Blusen mit Stehkragen. Shirin Hamo hat am Set alles ins rechte Licht gerückt und die Aufnahmen am Rechner nachbearbeitet. So entstehen Fotos, die Weltklasse sind.

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Bayerns größtes Bayerns größtes

Bayerns größtes Felsenkeller-Labyrinth

Felsenkeller-Labyrinth Felsenkeller-Labyrinth

Foto: Hans-Werner Robold

GRUPPENFÜHRUNGEN: GRUPPENFÜHRUNGEN: (jederzeit, auchoder abends oder an (jederzeit, auch abends an WochenenGRUPPENFÜHRUNGEN: GRUPPENFÜHRUNGEN: den) nach Terminvereinbarung den) nach Terminvereinbarung unter 09431unt / (jederzeit, auch abends oder an Wochen(jederzeit, auch abends oder an Wochenen45-124.45-124. Gruppenpreis: € 60; Schulklassen: Gruppenpreis: € 60; Schulk enden) nach Terminvereinbarung unter den) Terminvereinbarung unter 09431 / € 80 €nach 25; Führungen in englischer Sprache: € 25; Führungen in englischer Spra 09431 45-124. Gruppenpreis: € 60; 45-124. Gruppenpreis: € 60; Schulklassen: € 25; Führungen in englischer Schulklassen: € 25; FührungenSprache: € 80 EINZELFÜHRUNGEN: in englischer Sprache: € 80

EINZELFÜHRUNGEN:

bis 19. Juli: mittwochs um 18 Uhr, freitags

EINZELFÜHRUNGEN: bis 19.um Juli: mittwochs um 18 Uh und samstags 16 Uhr; EINZELFÜHRUNGEN: bis 19. Juli:und mittwochs um 18 Uhr, freitags samstags um 16 Uhr; 21.September Julium bis Ende September täglich: monBis ab Ende täglich: Montags und und samstags 16 Uhr; ab 21. Juli bis Ende September täg tags und mittwochs um 18 Uhr, dienstags, Mittwochs um Ende 18 Uhr, Dienstags, ab 21. Juli bis September täglich: mondonnerstags, freitags und 16 tags und mittwochs um 18umUhr, Donnerstags, Freitags und Samstags tags und mittwochs um 18 Uhr,samstags dienstags, Uhr; Preise: Erwachsene € 5; ermäßigt € 3; um 16 Uhr; donnerstags, freitags um und16samsta donnerstags, freitags und samstags Familie €Erwachsene 12siehe weitere Termine Internet; Preise: € € Uhr; Preise: €Erwachsene 5; ermäßigt 3; 5; erm Uhr; Preise: Am 10.09 (Tag des offenen Denkmals): Familie € 12Familie Erwachsene € 5; ermäßigt € 12 € 3; Familie € 12 Am stündlich 10.09 (Tag von des 13 offenen Denkmals): – 18 Uhr (Eintritt frei) Am 10.09 (Tag des offenen Denkma stündlich von 13 – 18 Uhr (Eintritt frei)

stündlich von 13 – 18 Uhr (Eintritt f

ERLEBNISFÜHRUNGEN mitder der Regensburger Stadtmaus: Jeden Sonntag um 16 Uhr und (nicht aber 10.09.), ERLEBNISFÜHRUNGEN mit Regensburger Stadtmaus: Jeden Sonntag sowie am 03.10. 31.10. ERLEBNISFÜHRUNGEN mit der Regensburger Stadtmaus: Jeden Sonntag um 16 Uhr (nicht aber 10.09.), außerdem am 15.08. um 16 Uhr; Preise: Erwachsene € 10, ermäßigt € 8, Familie € 25 um 16 Uhr; Preise: Erwachsene € 10, ermäßigt € 8, Familie € 25; weitere Termine siehe Internet

außerdem am 15.08. um 16 Uhr; Erwachsene € 10, ermäßigt € 8,Jeden FamilieSonntag € 25 ERLEBNISFÜHRUNGEN mitPreise: der Regensburger Stadtmaus: um 16 Uhr (nicht ab

außerdem am 15.08. um 16 Uhr; Preise: Erwachsene € 10, ermäßigt € 8, Familie € 25

Für die ist ist eineeine telefonische Anmeldung unter unter 0943109431 45-550/ während Für die EinzelEinzel-und undErlebnisführungen Erlebnisführungen telefonische Anmeldung 45-550 der Für die Einzelund Erlebnisführungen ist eine telefonische Anmeldung unter 09431 / 45-550 Geschäftszeiten des Tourismusbüros (Mo – Fr 9 – 18 Uhr, erforderlich! während der Geschäftszeiten des Tourismusbüros (MoSa– 9Fr– 913– Uhr) 18 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr) erforderlich! während der Geschäftszeiten des Tourismusbüros (Mo – Fr 9 – 18 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr) erforderlich!

Für die Einzel- und Erlebnisführungen ist eine telefonische Anmeldung unter 09431 / 45-550 während der Geschäftszeiten des Tourismusbüros (Mo – Fr 9 – 18 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr) erforderlich!

Treffpunkt für Tourismusbüro, Kirchengasse 1 1 Treffpunkt füralle alleFührungen: Führungen: Tourismusbüro, Kirchengasse Treffpunkt für alle Führungen: Tourismusbüro, Kirchengasse 1

Große Kreisstadt Schwandorf

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Foto: Peter Hofmann

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Amt für Kultur und Tourismus Spitalgarten 1 92421 Schwandorf

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Ansprechpartner: Hans-Werner Robold M.A.

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Tel.: 09431/45-124

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NEWS

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mit all ihren Eigenheiten und dem farbenfrohen Glanz, der sich in der Natur und all den Glasobjekten im Park widerspiegelt. Nicht ohne Grund benannte man ein Haus „Vier Jahreszeiten“. Dort verlängert man Ihren Frühling, Ihren Sommer und stimmt Sie auf Advent und Weihnachten ein.

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Das Haus „Vier Jahreszeiten“ mit der Froschgalerie von Monika Weinfurtner heißt Sie herzlich willkommen.

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Wir! in München - Oktober 2017  
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