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VO RWO R T

Impressum Vorwort des Geschäftsführers der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen eG

Herausgeber: Sächsische Winzergenossenschaft Meißen e.G. Bennoweg 9 · 01662 Meißen Telefon: 03521-78097-0

Jubiläum, Lese und Weinfeste

ISSN: 1860-4722

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ls Sie die neue Ausgabe unserer Zeitung in die Hand nahmen, werden Sie überrascht festgestellt haben, das Titelbild sieht doch jetzt anders aus. Bereits in der Mai-Ausgabe hatten wir den neuen Markenauftritt anlässlich des Firmenjubiläums der Genossenschaft präsentiert und darauf verwiesen, dass das neue Outfit – die modernen Farben und das neue Logo – auch bei den anderen Werbemitteln und den Geschäftspapieren Einzug halten wird. Die geänderte Gestaltung der Titelseite ist also ein weiterer kleiner Schritt auf diesem Weg. Bedeutsamer ist aber die ebenfalls anlässlich unseres 75-jährigen Jubiläums neu gestaltete Homepage „www.winzer-meissen.de“. Doch nicht nur das Aussehen, sondern auch der Inhalt des Internetauftritts wurde erneuert – aktualisiert und verbessert. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag auf der Seite 7. Auf den Seiten 4 und 5 geben wir noch einmal einen Rückblick zu den Jungweinseminaren, die erfreulicherweise einen sehr guten Anklang gefunden haben. Grundtenor der vielen positiven Meinungsäußerungen war: Diese Veranstaltungen sollten unbedingt im nächsten Jahr fortgeführt werden. Wie bereits in mehreren persönlichen Gesprächen möchte ich hiermit auch offiziell diese Anregungen und Anfragen noch einmal beantworten. Wir sehen diese Jungweinseminare vor allem unter dem Aspekt der Qualifizierung und der Intensivierung der Bindung zu unseren Winzerinnen und Winzern, ebenso zu unseren Kunden und den anderen Weinfreunden und werden die Jungweinseminare unbedingt im nächsten Jahr wiederholen. Jetzt aber liegt erst einmal die Zeit der Lese, der Lesevorbereitung und der Weinfeste vor uns. Ich wünsche allen Winzerinnen und Winzern gute Leseergebnisse und nach einem Jahr wieder so anstrengender Arbeit ein paar Tage der Entspannung und des fröhlichen Miteinanders bei unseren Weinfesten.

Verlag: Meißner Tageblatt Verlags GmbH Verantwortlicher Redakteur: Werner Böhme Telefon/Fax (0 35 21) 45 75 48 www.wortundwein.de Redaktionsanschrift: Wort & Wein Meißen Stadtblick 40 · 01662 Meißen Anzeigen: Lutz Barth Telefon (01 72) 1 08 49 37 E-Mail: lutz.barth@gmx.de Gesamtherstellung: Satztechnik Meißen GmbH Am Sand 1c 01665 Diera-Zehren/OT Nieschütz Erscheinungsform: vierteljährlich Titelfotos: Winzergenossenschaft (2), Günter Rühle, Christoph Rieß

Inhalt Spätlese zum Jungweinseminar

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Neuer Internetauftritt zum Genossenschaftsjubiläum

S. 9

Bildtafel: Weinbergs- und Wächterhäuschen WeinErlebnisWelt – Weingenuss und Weinkultur

S. 12/13

S. 14

Lutz Krüger Geschäftsführer der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen eG Titelfoto oben links: Weinberghaus Schwalbennest Titelfoto oben rechts: Internetauftritt mit Geschäftsführer Lutz Krüger Titefoto unten links: Jungweinseminar Titelfoto unten rechts: Prof. Heinz Werner in der WeinErlebnisWelt

Jubiläen der Weinbaugemeinschaften Spaargebirge und Schlieben S. 15/16 Veranstaltungsplan

S. 24

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M osaik des guten Geschmacks

Spätlese zum Jungweinseminar

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elten gab es zu einer Thematik so übereinstimmende Meinungsäußerungen wie zu dem diesjährigen Jungweinseminaren. Man sprach und debattierte darüber bei den unterschiedlichsten Zusammenkünften. Ganz unvermittelt wurde man teilweise hierzu angesprochen. Alle stimmten aber in dem Grundtenor überein: Klasse, so etwas sollte im nächsten Jahr unbedingt wiederholt werden! Viele solche Meinungsäußerungen erfolgten auch schriftlich. Hierzu nachstehend einige Auszüge.

Gelungener Jungweinseminar-Start Hallo, Herr Krüger, Nachdem wir per S-Bahn wieder in Pirna gelandet sind, möchten wir uns auf diesem Weg nochmals bei Ihnen und Ihren Mitstreitern sehr herzlich bedanken!!! Anbei senden wir Ihnen einige Fotos zu dem gelungenen Jungweinseminar-Start. Mit besten Grüßen Rolf und Petra Kadner

Dankeschön Wir möchten uns auf diesem Weg ganz herzlich für den schönen Abend am 30.04. in der Winzergenossenschaft bedanken. Bitte geben Sie unser Dankeschön an alle Beteiligten weiter: Herrn Krüger + Team für die Organisation, Frau Weich für die wunderbare und interessante Präsentation der neuen Weine und dem Gastroteam für die gute Bewirtung. Es würde uns freuen, wenn weitere solche Veranstaltungen folgen würden. Viele Grüße

Antje und Karl-Heinz Schubert

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Eine Grandiose Veranstaltung Die Erinnerungen an die „Große Jungweinprobe Sachsen/Saale-Unstrut“ noch auf der Zunge, machte ich mich Ende April auf zum Jungweinseminar der Genossenschaft. Um es gleich vorwegzunehmen, es war eine grandiose Veranstaltung! Geschäftsführer Lutz Krüger fungierte quasi als Studiendirektor, unsere Kellermeisterin war die Seminarleiterin und wir, die Teilnehmer, waren die „Weinproben-Studenten“. Herr Krüger hielt zum Auftakt eine sehr interessante Kurzvorlesung zur neuen Vermarktungsstrategie der Genossenschaft. Und dann ging es ans Üben, in den praktischen Seminaren. Frau Weich hatte 10 Weine ausgesucht und präsentierte diese mit Charme, Engagement, teils übersprudelnder Begeisterung und natürlich profundem Fachwissen. Die „Weinstudenten“ waren begeistert. Drei Weine möchte ich herausheben, ohne die anderen hinsichtlich ihrer Qualität zu schmälern: - ein Müller-Thurgau vom Weinböhlaer Gellertberg, natürlich unser „Hundertjähriger“, nämlich der Goldriesling, und schließlich

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- eine bisher wohl einmalige Kreation, eine Schwarzriesling blanc gekelterte Spätlese vom Minckwitzschen Weinberg. Nicht genug der hervorragenden Weine, das Serviceteam rundete die gelungene Veranstaltung mit einem schmackhaften Büfett ab.

Dieser Abend war Mitgliederpflege im besten Sinne und sollte einen festen Platz im Veranstaltungsprogramm der Winzergenossenschaft finden. Dietmar Franke, Weinbaugemeinschaft Cossebaude/Merbitz, Fotos: Petra und Rolf Kadner (1), Winzergenossenschaft (3)

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Kultur- und Veranstaltungsmosaik Referenz an Professor Heinz Werner Der Maler und ehemalige Chefgestalter der Porzellan-Manufaktur Meissen, Professor Heinz Werner, der am 27. August dieses Jahres seinen 85. Geburtstag feiert, weilte anlässlich der Präsentation des neuen Weinkalenders am 10. Mai in der WeinErlebnisWelt der Sächsischen Winzergenossenschaft. Als Referenz an den bekannten Künstler überreicht auf nebenstehendem Bild Sachsens amtierende Weinkönigin Katja Riedel dem bekannten Künstler ihren Blumenstrauß. Die Redaktion, Foto: Christoph Rieß

Nachtrag zum Weinwandertag Weinfreunde aus ganz Sachsen nutzten die Möglichkeit, sich zum Weinwandertag die heitere sächsische Weinbergslandschaft zu erschließen. Nebenstehendes Foto (zweites von oben) schickte uns die Frauensportgruppe Kleinschirma. Es zeigt die Wanderinnen mit dem Wirt bei der Rast in der Straußwirtschaft der Gebrüder Lorenz auf der Elbhangkrone nahe dem Bismarckturm. Hier genossen sie den guten Sachsenwein und den eindrucksvollen Elbtalblick. Es war einfach ein schöner Tag, schrieben sie. Die Redaktion, Foto: Christian Leuschner

Benefiz-Weinprobe – Hoheiten helfen Hoheiten Die amtierende sächsische Weinkönigin Katja Riedel aus Pirna und die erste sächsische Weinkönigin aus dem Jahr 1987, Irene Weisflug aus Winkwitz, wir Weinköniginnen nennen sie liebevoll Queen-Mum, hat die Juniflutwelle arg erwischt. Damit in ihren Gaststätten bald wieder gelacht, gesungen und sächsischer Wein getrunken werden kann, überlegten wir Weinhoheiten nicht lange und organisierten eine Benefiz-Weinprobe. Dank der Weinspenden von 18 Weingütern und dem Weindurst der Besucher konnte die Weinprobe auf dem Mariaberg im Weingut der Weinprinzessin Anja Fritz in fröhlicher, sommerlicher Runde für die von der Juniflut betroffenen Weinköniginnen je einen Spendenbetrag von 1.000 € erzielen. Katja und Irene sowie die anderen betroffenen Winzer und Gaststätten freuen sich über ihren Besuch. Auch das ist Fluthilfe. Juliane Kremtz Fotos: Autorin, Günter Rühle Anm. zum 3. Bild von oben: Sogar August der Starke beglückwünscht die Veranstalterinnen.

Größere Rolle des Weines für Landeshauptstadt Nach Meißen, Radebeul, Coswig und Pirna trat am 4. Juli auch die Landeshauptstadt Dresden dem Weinbauverband Sachsen als offizielles Mitglied bei. Als würdigen Rahmen für diesen Akt wurde der Wachwitzer Königliche Weinberg gewählt. Im Beisein von Katja Riedel, Sachsens Weinkönigin, unterzeichneten der Erste Bürgermeister Dresdens, Dirk Hilbert, und Dr. Bernd Kastler, Vorstandsvorsitzender des Weinbauverbandes Sachsen ( Foto 1 v.l.n.r.), dieses Dokument, welches vor allem auch ein symbolischer Ausdruck für die Unterstützung und Förderung des Weinbaus durch die Stadt Dresden ist. (Foto 2: Sandy Prüger, Sächsische Weinkönigin 2004/2005, präsentiert die Beitrittserklärung) Die Redaktion, Fotos: Jens Steinbrecher0

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Weinausfahrt der WBG Niederau ins Ahrtal Vom 21. bis 24. Juli führte die Weinbaugemeinschaft „Otto Pfützner“ Niederau eine Weinreise ins Ahrtal durch. Zielort am Anreisetag war Altenahr. Nach dem Besuch der Museumsmeile und des Hauses der Geschichte in Bonn sowie einer Schiffsfahrt auf dem Rhein erfolgte am zweiten Tag eine Kellerbesichtigung mit Weinprobe in der Winzergenossenschaft Mayschloss. Auch am dritten Tag waren Kultur- und Weinerlebnisse bunt gemischt: Besichtigung der Dokumentationsstätte des Regierungsbunkers in Bad Neuenahr, Kellerbesichtigung und Weinprobe in der „Weinmanufaktur Walporzheim“ und desgleichen in dem Weingut „Kloster Marienthal“ in Ahrweiler. Am letzen Tag verabschiedeten wir uns vom schönen Ahrtal natürlich mit einer Weinprobe. In diesem Fall im Weingut Kreuzberg in Dernau, dem Wohnort der Deutschen Weinkönigin. Sie trafen wir nicht, doch die Ahrweinkönigin hatten wir Gelegenheit kennenzulernen. Fazit: Es war eine genussvolle und erlebnisreiche Weinreise. Ein großes Dankeschön den Organisatoren. Dr. Willi Goder

Die WBG Weinböhla war zu einer Weinstudienfahrt an der Weißen Elster Die Weinstudienfahrt an die Weiße Elster führte für uns am 13. Juli in vinologisches Neuland, und doch liegen die Anfänge des Weinbaus in der Elsterregion bereits im 11. Jahrhundert. 1998 wurde mit der Wiederaufrebung in bescheidenem Umfang begonnen. Zurzeit sind 17 Hektar wieder mit Reben bestockt. Die Stationen unserer vinologischen Kundfahrt waren das Sektgut Hubertus Triebe im Ortsteil Würschnitz von Zeitz, das Weingut Marcel Schulze ebenfalls in Zeitz und das Weingut Stephan Seeliger in Beuditz. Ein Stadtrundgang durch die ehemalige Weinstadt Zeitz vervollständigte das sehr interessante Programm. Dr. Willi Goder

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GOLDRIESLING

Der „falsche Goldriesling“

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m Heft 1/2013, Seite 18, schreibt Dr. Walter Schaffer in seinem Reisebericht über Perchtoldsdorf in der österreichischen Thermenregion: „Beim Weinhauer (Winzer) Pflüger auf der Brunnengasse konnten wir sogar Goldriesling kosten.“ Da stellt sich doch sofort die Frage: Wie kommen Goldrieslingreben nach Österreich, da doch (fast) jeder weiß, dass diese Rebsorte nur noch in Sachsen angebaut wird? Wer auf die Website dieses Winzers schaut, findet tatsächlich Goldriesling im Sortenspektrum, aber keinen Hinweis zur Herkunft der Reben. Dieses Rätsel möchte ich gern lösen. Tatsächlich gibt es noch eine andere Rebsorte mit demselben Namen Goldriesling. In den 1960er Jahren war Ing. David Schantl an der Weinbauschule Silberberg in der Steiermark züchterisch tätig. Er kombinierte den Welschriesling mit anderen Sorten. Das Zuchtziel lag primär in einer Reifevorverlegung der späten Sorte Welschriesling, wobei der Sortencharakter des Weines möglichst beibehalten werden sollte. Erfolg hatte er dabei mit dem Müller-Thurgau als Vatersorte (Pollenspender), allerdings um den Preis eines früheren Austriebs. 1989 präsentierte der Züchter sein neues „Kind“, dem er den Namen Goldriesling verlieh, wohl aus Unkenntnis, dass dieser Name bereits für die Neuzüchtung von Christian Oberlin (siehe Seite 7 in der Ausgabe 1/2013) schon seit längerer Zeit existierte. Als Begründung schreibt Schantl 1990 in einem Aufsatz: „Grundsätzlich hatte ich als Züchter die Absicht, eine Beziehung zwischen der Rebsorte und ihrem Namen herzustellen. Die zum Zeitpunkt der Reife goldgelb gefärbten Beeren und der Rieslingcharakter des Weines waren letztlich ausschlaggebend, dass ich die Bezeichnung Goldriesling gewählt habe.“ Mit Riesling meint er Welschriesling, an den der Weingeschmack der neuen Rebsorte deutlich erinnert. Außerdem sind meist die Öchslewerte etwas höher und die Säure etwas geringer.

Goldriesling Sachsen

Der Klosterneuburger Rebenforscher Dr. Ferdinand Regner bedauerte bereits 2004, dass man keinen selbstständigen Namen gefunden hat. Kritik kam berechtigterweise vor allem aus Deutschland. Regner schreibt: „Es wird sich wohl eine Änderung in der Bezeichnung ergeben müssen. Vielleicht löst man das Problem in der Weise, dass man den Züchter zum Namen hinzufügt: Goldriesling-Schantl.“ Allerdings muss auch darauf hingewiesen werden, dass es bereits eine Sorte mit dem Namen Schantlrebe gibt, die von einer Kreuzung Müller-Thurgau x Ruländer stammt und ebenfalls eine Silberberger Rebenzüchtung David Schantls ist. Der zweite Goldriesling ist also eine Kreuzung Welschriesling x Müller-Thurgau mit markanten Eigenschaften der Eltern, wie Ertragsfreudigkeit und günstiges Zucker-SäureVerhältnis. Die Sorte befindet sich in der Praxisreife und ist in Österreich zugelassen, aber noch nicht für Qualitätsweine. Sie scheint besonders für die Steiermark interessant zu sein, wie der Züchter betont. Dr. Wolfgang Thomann, Foto: Günter Rühle

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N E U E R I N T E R N E TA U F T R I T T Z U M G E S C H Ä F TS J U B I L Ä U M

Neuer Internetauftritt zum Genossenschaftsjubiläum

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ir berichteten in unserer letzten Ausgabe von dem neuen Markenauftritt anlässlich unseres 75-jährigen Betriebsjubiläums und Sie werden auch bei Ihren Einkäufen die neue Etikettierung bereits bemerkt haben. Außer dem neuen Markenauftritt und der neuen Gestaltung des Titelblattes unserer Zeitung präsentieren wir zum Jubiläum aber auch den neuen Internetauftritt „www.winzer-meissen.de“. Das Design der Webseite und vor allem die warmen und freundlichen Farben veranschaulichen sehr gut unsere Philosophie. Besonders schön sind die auffällig geschwungenen Linien, die für die Täler und Weinberge des Elbtals stehen. Dieses Element ist auch auf den neuen Etiketten der Weinflaschen zu finden. Passend zum neuen Slogan „Mosaik des guten Geschmacks“ erstrahlt auch der neue Internetauftritt der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen in neuem geschmackvollen Glanz. Wer die Winzer nun im Internet besuchen möchte, findet eine sehr benutzerfreundliche und übersichtliche Internetseite mit modernem Design und vielen liebevoll zusammengestellten hochwertigen Fotos. Aber nicht nur das Aussehen, sondern auch der Inhalt des Internetauftritts wurden erneuert. Der Höhepunkt ist die interaktive Karte, die alles Wissenswerte zu den Weinbergslagen der Sächsischen Winzergenossenschaft verrät. Durch einen Klick auf den jeweiligen Weinberg werden spannende Informationen, wie etwa die Rebfläche, die Historie, die vorwiegenden Bodenarten sowie der Namensursprung des entsprechenden Weinberges, angezeigt.

Rebsorten und dergleichen zu informieren, so lohnt jetzt ein Besuch der neuen Hompage auf alle Fälle zu jeder Zeit. Das Gleiche gilt natürlich genauso für unsere Kunden und alle anderen Weinfreunde. Zum ersten Mal gibt es zum Beispiel auch eine Rubrik, in der die WeinErlebnisWelt Meißen ihre Vinothek sowie ihre Veranstaltungen und Erlebnisangebote vorstellt. Ein Kalender ermöglicht es, die Veranstaltungen für den gewünschten Termin ganz unkompliziert mit einem Mausklick zu finden. Die Geschichte der Winzergenossenschaft und der Bereich Service, in dem zum Beispiel auch aktuelle Stellenangebote angezeigt werden, eine Übersicht über Zahlen, Fakten und Auszeichnungen sowie die Straußwirtschaften sind ebenfalls neu hinzugekommen. Manja Licht, Leiterin Marketing

Ein Besuch unter „www.winzer-meissen.de“ lohnt immer Haben Sie als Winzer unsere Internetseite bisher vor allem genutzt, um sich vor der Lese über die Anlieferungstermine der einzelnen

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E V E LY N S C H M I DT

Sachsens Deutsche Weinkönigin ist wieder zurück Es war wie beim Zahnarzt m März fand im Staatsweingut Schloss Wackerbarth der diesjährige Weinbautag des Weinbauverbandes Sachsen statt: Mitgliederversammlung, Rechenschaftsbericht, interessante Am 12. Oktober 2007 fand das Finale statt: Evelyn kam als dritte der Fachvorträge – alles wie immer und wie immer: der Vorstand, die Kandidatinnen auf die Bühne. Der Moderator begrüßte sie und Referenten – alles Männer. Und dann eine Frau – Evelyn fragte: „Man sagt Ihnen nach, dass Sie sehr selbstbewusst und selbstSchmidt, Deutsche Weinkönigin 2007/2008. In herzerfrisicher seien. Wie kommt das eigentlich?“ „Ach, wissen Sie, das ist wie schender Weise sprach sie zum Thebeim Zahnarzt“, antwortete Evelyn. ma Wein und Tourismus. Sie war von „Vorher hat man Angst und ist aufgeWeinsberg wieder nach Dresden zuregt, wenn man dann aber auf dem rückgekehrt. Das war auch der Stuhl sitzt oder hier steht, da geht es Grund für mich, ein Interview mit ihr eigentlich.“ Und es ging, sogar sehr zu vereinbaren. gut. Souverän, selbstsicher, mit AusAuf dem Weg zu unserem Treff erinstrahlung und Wortwitz meisterte sie nerte ich mich noch einmal zurück, ihre Aufgaben. Selbst der neutrale dachte noch einmal an die Umwege, Moderator konnte sich ein „großartig“ die sie zum Wein und zur Königinnicht verkneifen. nenkrone führten. „Die Entscheidung war eindeutig“, Braunkohle und das Kombinat verkündete anschließend Monika Schwarze Pumpe sind wohl die ge- Evelyn Schmidt beim Weinseminar in derVinothek Weinsberg Reule, die Geschäftsführerin des danklichen Assoziationen, wenn Deutschen Weininstitutes, das Erman an Hoyerswerda denkt, keinesfalls aber Wein. Trotzdem gebnis der 82-köpfigen Jury. Ein paar heimliche Freudentränen zwiwurde Evelyn Schmidt gerade in dieser Stadt geboren. Auch ihschen Glückwünschen, dann bekam Evelyn Schmidt die Krone der re Studienrichtung Tourismus an der Hochschule Zittau/GörDeutschen Weinkönigin aufgesetzt – eine Auszeichnung für sie, litz hatte keinesfalls etwas mit Wein und Weinbau zu tun. PrakErfolg und Anerkennung aber auch für das kleine Wein-Sachsen tika bei einem Reiseveranstalter in England und ein und seine Winzerinnen und Winzer. Auslandssemester an der Wirtschaftsuniversität in Prag folgten. Wie fand sie dann aber den Weg zum Wein, und wie wurde sie Neue Erkenntnisse und Aufgaben Weinkönigin? Nach ihrer Zeit als Deutsche Weinkönigin war Evelyn Schmidt reichlich vier Jahre als Dozentin an der Staatlichen Lehr- und VerWie ein Mädchen aus Hoyerswerda suchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg tätig. Weinkönigin wird? Im Monat April saß mir dann Evelyn Schmidt in der Gaststätte Baumwiese zum vereinbarten Gespräch gegenüber, und ich frage sie, Diese Frage stellte ich ihr, nach ihrer Wahl zu Sachsens Weinköwelche Erkenntnisse und Pläne sie aus Weinsberg mitgebracht hat? nigin am 3. November 2006, und sie erzählte: „Zu meinem Stu„Ich betreute dort in einem Projekt die Bereiche Architektur, Tourisdium gehörte auch ein Praktikum im Landestourismusverband. mus und Marketing“, erklärte sie und weiter: „ Aber abgesehen von So bekam ich Kontakt mit dem Tourismusverband Sächsisches der interessanten Tätigkeit als Dozentin, war es schon spannend, Elbland. Ich wollte unbedingt in Sachsen bleiben, und das Elbeinmal hinter die Kulissen dieser bereits 1868 gegründeten und land gefiel mir besonders, so erkundigte ich mich nach einer Eindamit ältesten Weinbauschule im deutschsprachigen Raum zu satzmöglichkeit. ,Nein, freie Stellen haben wir nicht’, sagte man schauen. Nach Imanuel Dornfeld, dem Gründer der Schule, wurde mir. Vielleicht auch im Spaß fügte man hinzu: ,Aber Sie können ja auch die bekannte, neu gezüchtete Rebsorte Dornfelder genannt. sich ja als Weinkönigin bewerben.’ Und das habe ich dann geDiese große Tradition und die Arbeiten des Züchtungsbereiches tan und wie verrückt gebüffelt und gepaukt.“ Zur 19. Sächsischen machen vor allem die besondere Ausstrahlung dieser Lehr- und Weinkönigin wurde sie aber vor allem auch aufgrund ihrer AusVersuchsanstalt aus.“ strahlung und Selbstsicherheit gewählt. Evelyn Schmidt sprach voller Begeisterung von dem, was sie gelernt Als die 20. Sächsische Weinkönigin ein Jahr später dann genau hat und in Weinsberg für den Bereich Weintourismus aufbauen wie die erste Irene hieß – Irene Grusla –, war Evelyn Schmidt von durfte. In ihrer Art ist sie aber einfach und bescheiden geblieben. Sachsen an die Deutsche Weinstraße nach Neustadt gefahren. Seit April 2013 ist sie nun als Controller bei den Verkehrsbetrieben Nach der sächsischen Weinköniginnenkrone bewarb sie sich in Dresden tätig, d.h., sie ist mit der Beschaffung, Aufbereitung und nun um die deutsche. Sie war dazu ins Anbaugebiet Pfalz gekomAnalyse von Abläufen und Prozessen beschäftigt – bereitet so Entmen, das fast ein Viertel der deutschen Rebfläche ausmacht. Eischeidungen der Unternehmensführung vor. Sie ist nach Sachsen ne Kandidatin aus dem kleinen Anbaugebiet Sachsen mit nur mit vielen neuen Kenntnissen zurückgekehrt, vielleicht kehrt sie einem halben Prozent der deutschen Rebfläche: Ein aussichtslospäter auch einmal mit neuen Erkenntnissen der Unternehmensses Unterfangen, dachten viele. Doch 1996 hatte es ja Ines Hoffführung in die Weinbranche zurück. mann auch schon einmal geschafft, und 2002 war Antje WiedeWerner Böhme, Foto: Archiv mann deutsche Weinprinzessin geworden.

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Mit dem Ersten Sächsischen Weinkonvent nach Luxemburg

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uxemburg ist nicht nur ein Land der Banken und der Stahlindustrie, sondern auch ein Weinland. Der Weinbau ist hier über 2.000 Jahre alt. Bereits die Römer erkannten die bestens zum Weinbau geeignete Lage. Heute wird nur noch auf einer Fläche von 1.287 ha, auf einer Länge von 42 km entlang der Mosel zwischen Schengen im Süden und Wasserbillig im Norden Weinbau betrieben. Im Zuge der Flurbereinigung verschwanden die Terrassen fast vollständig. Lückenlos fügt sich Weinberg an Weinberg. Besonders beeindruckend ist die Landschaft bei einer Fahrt mit dem Schiff. Die Erzeugerstruktur teilt sich in drei Gruppen. Dies sind als größter Betrieb die Winzergenossenschaft Domains Vinsmoselle. Sie bewirtschaftet 60 % der Gesamtfläche. 50 selbst vermarktende Privatwinzer (Wënzer) besitzen 26 % der Rebflächen. Weingüter über 15 ha sind die Ausnahme. Eine Besonderheit sind die Weinhändler. Widmeten sie sich früher fast ausschließlich dem Weinhandel, entwickelten sie sich heute zu einer Art Privatkellerei mit 14 % Anteil an der Rebfläche. Ein Betrieb wie die Winzergenossenschaft Domaines Vinsmoselle ist wohl einmalig. 1966 schlossen sich sechs Genossenschaften zusammen, die den Vorteil der gemeinsamen Vermarktung erkannten. Damit ist die Genossenschaft der einzige Erzeuger, der Weine aus dem gesamten Anbaugebiet mit seinen unterschiedlichsten Böden anbieten kann. Die einzelnen Betriebe erzeugen gebietstypische, charakteristische Weine, was eine Probe besonders interessant macht. Auch in der Genossenschaft gibt es einen demografischen Wandel. Nach und nach hören alte Nebenerwerbswinzer mit dem aktiven Weinbau auf. „Nicht zuletzt für den Erhalt der Kulturlandschaft ist es wichtig, dass die Weinberge weiterbestehen“, betont Generaldirektor Georges Schaaf die Verantwortung der Genossenschaft. (Wie wahr.). Mit einem Jongwënzer-Programm versucht man, junge Winzer für diesen Beruf zu motivieren. Die besondere Lage im Dreiländereck macht es möglich, dass Winzer Weinberge in Luxemburg, in Deutschland und in Frankreich haben. Die Luxemburger lieben ihren Wein. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 53,6 Liter reicht der eigene Wein nicht aus, so dass noch reichlich importiert werden muss. Der Export ist so gering,

Typisches luxemburgisches Winzerdorf an der Mosel

dass die Weine bei uns nicht bekannt sind. Die Hauptrebsorten sind : Rivaner (26 %), Auxerrois (15 %), Pinot Gris (15 %), Riesling (12 %), Pinot Noir (9 %), Elbling (7,5 %), Chardonnay (1,6 %), Pinot Blanc und Gewürztraminer. Rote Sorten sind, wie an der deutschen Mosel, erst seit wenigen Jahren zugelassen. Die Weine selbst werden im Wesentlichen trocken ausgebaut. Wobei der Restzuckergehalt in der Regel zwischen 7 g und 10 g pro Liter liegt. Mit ihrer moderaten Säure wirken die Weine sehr elegant und körperreich. Sie sind ausgesprochen harmonisch und süffig. Seit 1991 wird in Luxemburg auch Sekt produziert. Heute liegt sein Anteil bei etwa 15 % der Weinproduktion. Tendenz steigend. Der beste Sekt ist der Crémant. Er darf nur aus einheimischen Trauben hergestellt werden. Einen Vergleich mit dem Champagner braucht er nicht zu scheuen. Volkmar Reinhold, Erster Sächsischer Weinkonvent

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W E I N B E RG S - U N D WÄC H T E R H Ä U S C H E N

Weinbergs- und Wächterhäuschen

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Meisaberg – Meißen: Große Teile der Südhänge des Meisatals gegenüber der Albrechtsburg waren bis kurz nach 1900 mit Wein bestanden, nach 1970 verfiel das dortige Wächterhäuschen (Foto um 1900).

ft blicken die Weinbergs- und Wächterhäuschen von exponierter Stelle im Weinberg in die Umgebung und ins Tal. Manches nur ein kleiner Unterstand, ein anderes wieder als herrschaftlicher Aufenthaltsraum gestaltet. Der ursprüngliche Zweck war jedoch, im Herbst die reifenden Trauben vor Dieben verschiedenster Art, den zweibeinigen und auch den geflügelten zu schützen. Die ältesten waren einfache überdachte Holzunterstände, die einigermaßen vor Wind und Regen schützten, manchmal auch etwas stabiler ausgebaut. So ist im Jahre 1814 in den Sörnewitzer Akten verzeichnet: Verkäufer hat Käufern das Weinberg Häußgen zu seinem Gebrauche zu überlassen, jedoch sich ausdrücklich vorbehalten, sich bei angenemer und schlechter Witterung nebst einem guten Freunde darin sich zu vergnügen. Von diesen Bauten ist nichts mehr erhalten. Stabiler und dauerhafter waren kleine Schutzhütten aus steinernen Mauern mit ursprünglich stroh- oder schindelgedecktem Spitzdach (heute Ziegel bzw. Dachbitumen), nach außen talseitig offen, die Innenraumfläche erreichte selten Größen von zwei mal zwei Meter.

Schwalbennest, Rote Presse – Spaargebirge Genaues Baujahr unbekannt, wahrscheinlich aus einem einfachen Vorgängerbau nach 1700 erweitert, Gegenstück zum Batzdorfer Totenhäuschen

Roter Weg – Meißen-Spaar Das hoch über den Steilabfall zur Elbe gelegene Berghäuschen gehörte zu den einstigen Weinbergen auf der Roten Gasse, die den Rittergütern Siebeneichen und Deutschenbora gehörten.

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IM MEISSNER LAND

im Meissner Land Nur einige wenige dieser Bauten haben sich erhalten. Die steinernen Reste dieser Bauten sind noch in verschiedenen Weinbergen zu finden (zum Beispiel: Radebeul-Paulsberg, Meißen-Kapitelberg und Meisaberg). Selten sind die Schutzhütten auch in die Weinbergsmauern eingelassen (Goldener Wagen). Die repräsentativsten Bauten stellen die großen und dominanten Berghäuser dar. Die Besitzer dieser Weinberge waren vor allem reiche Adelsfamilien und wohlhabende Handwerker oder Bauern. Neben dem großen Aufenthaltsraum gab es oft noch einen kleinen Kellerraum, der für die Aufbewahrung von Hacken und anderem Handwerkszeug, aber auch als Unterstellmöglichkeit, für die Winzer und Weinbergshüter diente. Der überwiegende Teil dieser Bauten wurde im achtzehnten Jahrhundert geschaffen. Die nachstehenden Bildtafeln zeigen Weinbergs-und Wächterhäuschen im Meißner Land. In der nächsten Ausgabe des Sächsischen Wein- & Winzerkuriers wird in gleicher Weise eine Übersicht zum Raum Meißen/Radebeul gegeben. Günter Rühle

Reicheltberg, Meißen-Spaar

Batzdorf – Weinbergshaus (Totenhäuschen)

Der Weinberg gehörte einst zum Rittergut Deutschenbora. Um 1810 wurde der Weinberg verkauft; die Jahreszahl 1870 über der Tür deutet auf eine Erneuerung hin. Der Weinberg gehörte damals zu Geißlers Weinstuben in Meißen.

Errichtet um1800 evtl. auf einem Vorgängerbau, bewusst an die Hangkante zur Elbe gestellt. Diente den Schlosseigentümern als Lusthaus. Dahinter liegender Weinberg vor ca. 100 Jahren aufgegeben.

Prinzbachtal Weinberg beimTalkenberger Hof

Klipphausen-Kleinschönberg

Flur Neucoswig Schutzhütte für Weinbergswachen und zum Aufbewahren von Geräten. Aus ruinösem Bestand um 1970 wieder aufgebaut

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In diesem Seitental der Elbe befanden sich einst an den Südhängen Bauernweinberge; der an der ehemaligen „Schiebockmühle“ wird gegenwärtig erneuert. Gleiches ist für das Weinberghaus vorgesehen. Das Weinberghaus bestand bereits vor über 100 Jahren.

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W E I N E R L E B N I S W E LT

WeinErlebnisWelt – Weingenuss & Weinkultur Zu speziellen Veranstaltungen Sonnabend, den 5. und Sonntag, den 6. Oktober 2013, jeweils 19.00 Uhr: Wein-Krimi Diner

Sonnabend, den 26.10.2013: Weiter entlang der Via Vino Im ganzen Mittelmeerraum bauten sich bereits seit der Antike die Viehhirten, die ja meist fernab von ihren Dörfern lebten, einfache, urtümliche Hütten aus aufgeschichteten Steinplatten. Diese Bauten besitzen in Süditalien charakteristische, ebenfalls aus Bruchsteinen gefügte Kegeldächer. Nur selten findet man sie heute noch. In der apulischen Stadt Alberobello prägen sie aber noch heute ganze Teile der Stadt. Wie aber kam es, dass es sie gerade hier in so großer Zahl gibt? Dies und viele andere Fragen werden an diesem Abend beantwortet. Werner Böhme war in diesem Jahr in Kalabrien und Apulien und hat von dort für Sie neue Geschichten und Weine mitgebracht. Preis: 25,00 €/Person Manja Licht, Leiterin Marketing

Gesamtübersicht zu den Veranstaltungen 2013 vgl. Seite 24

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W B G S PA A RG E B I RG E

Die Weinbaugemeinschaft Spaargebirge feiert ihr Jubiläum

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m 29. Juni feierte die Weinbaugemeinschaft Spaargebirge ihr 30-jähriges Jubiläum im Gasthaus Boselspitze. Als Ehrengäste waren Sachsens Weinkönigin Katja Riedel und die Weinprinzessin Christin Lustig erschienen (vgl. Bild 1). Glückwünsche überbrachten auch die Weinbaugemeinschaft Meißen (vgl. Bild 2: Tobias Türmer gratuliert dem Vorsitzenden Frank Neumann) und der Sächsische Winzerchor Spaargebirge. Dank gilt auch der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen für ihre Unterstützung. Im Anschluss an den offiziellen Teil fand ein geselliges Beisammensein statt (vgl. BIld 3). Günter Rühle Kurzcharakteristik Gegründet: 1982 Vorsitzender: Frank Neumann Vorstandsmitglieder: Günter Rühle, Ricco Hänsch, Dr. Heino Blawitzki, Rainer Engelhardt, Uwe Müller Rebfläche: 32 Hektar Weinbergslagen: Meißner Kapitelberg, Meißner Klausenberg. Touristische Sehenswürdigkeiten: Boselaussicht, Juchhöh, ehemalige Weingüter Alte Deutsche Bosel, Haagsches Weingut, größte hölzerne Weinpresse, Weinberg der sächsischen Weinkönigin

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Zeittafel: 29.08.1982: 80 Mitglieder der Weinbaugemeinschaft Meißen gründen die Weinbaugemeinschaft Spaargebirge. Vorsitzender wird Kurt Paul. ab 1983: Durch ständige Wiederaufrebungen im Spaargebirge steigt die Mitgliederzahl in den kommenden Jahren auf über 200 an. Altbekannte, aber verwilderte Weinberge werden wieder rekultiviert bzw. wieder aufgerebt, so Teile des Kapitelberges und des Boselberges. Völlig erneuert werden Dompropstberg, Gierberg, Großhügel, Finkenberg und Taubenheimer Berg, um nur die wichtigsten zu nennen. 15.11.1988: Die Weinbaugemeinschaft teilt sich. Vorsitzender der Weinbaugemeinschaft „Spaar“ wird Reinhard Grützmacher, der Weinbaugemeinschaft „Bosel“ Kurt Paul. 1992: Gotthard Böhmer wird Vorsitzender WBG „Spaar“ und Wolfgang Zahn Vorsitzender der WBG „Bosel“. 2003: Günter Rühle wird Vorsitzender. Die Weinbaugemeinschaft trägt wieder den Namen „Spaargebirge“. Der überwiegende Teil der aufgelösten ehemaligen Weinbaugemeinschaft „Bosel“ wird Mitglied. 2012: Frank Neumann wird Vorsitzender.

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G E B U R TSTAG S F E I E R S C H L I E B E N

Geburtstagsfeier in Schlieben

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m 25. Mai hatte der Verein zur Förderung des historischen Weinbaus in Schlieben anlässlich des 20-jährigen Vereinsjubiläums die Winzerinnen und Winzer sowie Förderer und Wegbegleiter zu einem festlichen Weinabend in den Drandorfhof eingeladen. Von einem zarten Pflänzchen sei der Weinbau in Schlieben zu einem stattlichen Rebstock gewachsen, sagte die Vereinsvorsitzende Anette Engel zur Begrüßung. Das Vereinsleben, die Qualität des Weines , die mehrfach dafür erhaltenen Auszeichnungen legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Ein besonderes Dankeschön galt vor allem auch der Sächsischen Winzergenossenschaft, welche die Schliebener Weine ausbaut. Im Rahmen der Weinprobe wurden dementsprechend auch Weine der Genossenschaft des Bereiches Meißen und Weine vom Schliebener Langen Berg vorgestellt: rassige Weißweine, frische Roséweine. Den Rotwein assoziierten die weinroten Westen des Mänergesangsvereins Schlieben, welcher gemeinsam mit dem Gesangsquartett Sup-Coultour – zwei Pfarrer, ein Kantor und ein Superindendent – für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten. Die Moderation der musikalischen Weinprobe erfolgte durch die sächsischen Weinhoheiten Katja Riedel, Christin Lustik und die Schliebener Moie Sarah Klinkmüller. Als dann die letzte Flasche Wein geleert war und der stimmungsvolle Abend sich seinem Ende zu neigte, steckte mir einer der Winzernoch ein Verschen zu, das in Anlehnung an die bekannten Verse von B. Trojan gereimt war und so richtig zu dieser Stimmung und diesem Abend passte. Werner Böhme Fotos: Dr. Eberhard Brüchner Kurzcharakteristik Gegründet: 4. März 1993 Vorsitzende: Anette Engel Vorstandsmitglieder: Iris Schülzke, Dr. Eberhard Brüchner, Horst Klinkmüller, Heinz Wandrei, Karin Krüger, Anita Kühne, Dr. Jürgen Wolf Rebfläche: 1,0 Hektar Winzer- und Weinfeste: Moienmarkt am Wochenede vor dem 1. Montag im Juli, Kellerstraßenfest am 3. Oktober Touristische Sehenswürdigkeiten: Historische Kellerstraße, Drandorfhof mit Weinbauausstellung, Rebsortengarten am Weinberg Schliebener Langer Berg Ansprechpartner: Anette Engel, Tel.: 035361-80021

Männergesangverein Schlieben

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Schliebener Moie, Weinkönigin und Prinzessin

Zu unser aller Glück ist uns geblieben der herrliche Müller-Thurgau aus Schlieben. Denn Schliebener „Langer Berg“, der ist ein Riese, kein Zwerg, unter all`den anderen Weinen. Ja, es gibt wahrhaftig keinen mit dem Bouquet, diesem feinen, wie der hier aus Schlieben. Ach, ihr wisst das ihr Lieben!

Zeittafel: 1992:

Beginn der Aufrebung in der Lage Schliebener Langer Berg mit 0,5 Hektar Müller-Thurgau. Die Rekultivierung des Weinberges erfolgte auf Initiative der Bürgermeisterin Iris Schülzke. 1993: Gründung des Vereins zur Förderung des historischen Weinbaus. Als Vorsitzender wurde Willi Gelfort gewählt. 1993-1996: Weitere Aufrebung. Es kommen die Rebsorten Regent und Bacchus hinzu. 04.03.1997: Dr. Eberhard Brüchner übernimmt den Vorsitz. 25.03.2011: Anette Engel übernimmt den Vorsitz.

Jubiläumsgäste

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W I L L KO M M E N U N D A B S C H I E D

Willkommen und Abschied

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sucht würde. „Winzerchor, dachte ich, dass ist doch was für ie Veranstaltung „Willkommen und Abschied“ am dich“, kommentierte er seine Entscheidung und bekräftigte, 30.06.2013 zeichnete mit bekannten Wein- und dass er hier sehr gute Sängerinnen und Sänger gefunden habe. Volksliedern ein Stück der Geschichte des SächsiDieses Potenzial sehe er wie einen Rohdiamanten. Durch Feinschen Winzerchors Spaargebirge. Den würdigen Rahmen daarbeit sei noch viel herauszuholen. Pläne und Ideen sprudelten für bot die Große Hofstube der Albrechtsburg Meißen. „Salute aus ihm heraus. Hubert Handmann, der Vorstandsvorsitzende heißt zum Wohl mein Freund, wir trinken auf das Leben“, erdes Winzerchors, hatte mir gegenüber bereits die Fachkompeklang, dirigiert von Jürgen Heidler, zum Auftakt. Seit 1998 leitenz des neuen Chorleiters hervorgehotete er den Chor. Mit bewegenden Worben. Ich konnte das nicht beurteilen, aber ten würdigte Professor Karl-Heinz ich wusste, dass Michael Hiemke außer Schulz sein Schaffen. Auch sein Vorgändem Erasmus-Stipendium, was ihm ein ger Ralf Aurich wurde noch einmal an Auslandsstudium in Paris ermöglichte, im das Dirigentenpult gebeten – Ausdruck Jahr 2010 auch das Weberstipendium erder Wertschätzung und Anerkennung halten hatte. Auch dafür sind doch exzelebenfalls für seine Arbeit. Als Willkomlente Fachkenntnisse die Voraussetzung. men übergab dann Jürgen Heidler den Was ich in dem Gespräch aber ganz perTaktstock symbolisch an den künftigen sönlich spürte, war seine BegeisterungsfäChorleiter Michael Hiemke, bevor Huhigkeit. Und Fachkompetenz und Begeisbert Handmann, Vorstandsvorsitzender terungsfähigkeit sind ja wohl auch in des Winzerchores, sich noch einmal bei diesem Fall der Schlüssel zum Erfolg. beiden Chorleitern bedankte und den Auch bei diesem Chorkonzert in der Groneuen Chorleiter vorstellte und ihm gußen Hofstube der Albrechtsburg empfand tes Gelingen für seine Arbeit wünschte. ich sie wieder, diese Leidenschaft und BeAuch von der Weinbaugemeinschaft geisterungsfähigkeit. Ansprechend wie Spaargebirge, vertreten durch den VorMusik und Gesang auch die Rezitationen sitzenden Frank Neumann und das Vor- Der neue Chorleiter Michael Hiemke von Ina Freber, ja, ich glaubte, die klaren standsmitglied Günter Rühle, gab es freundlichen Töne des Gesanges ließen sogar die Standbilder ein herzliches Dankeschön und beste Wünsche. „Der Name der Kurfürsten Heinrich und Albrecht auf ihren Postamenten Spaargebirge des Chores ist Programm – die heitere Weinleise mitsummen. bergslandschaft als Sinnbild von Lebensfreude und LebensDie Veranstaltung „Willkommen und Abschied“ des Sächsilust findet im Schaffen des Chores immer wieder ihren Niederschen Winzerchores Spaargebirge war eine gelungene Werschlag“, sagte Günter Rühle. Und während die ersten Lieder bung für den Gesang und neue Sangesfreunde. Sie fand ihren unter Leitung des neuen Chorleiters erklangen, dachte ich Ausklang auf dem Balkon der Großen Hofstube. Mit einem noch einmal zurück. Bereits Anfang des Jahres hatte ich eine Glas Saxecco der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen erste Begegnung mit ihm. Ich erinnerte mich an das Gespräch wurde angestoßen auf gewesene und zukünftige Erfolge des und das, was ich damals erfahren. Chores. Michael Hiemke, der neue Chorleiter des Sächsischen Winzerchors Spaargebirge, wurde 1984 am Mittelrhein geboren. Von Werner Böhme dort hat er seine Liebe für den Wein mitgebracht. Von einer BeFotos: Günter Rühle kannten erfuhr er, dass ein neuer Leiter für den Winzerchor ge-

Hubert Handmann und Prof. Karl-Heinz Schulz verabschiedeten Jürgen Heidler

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Dankeschön und beste Wünsche entbot die Weinbaugemeinschaft Spaargebirge

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TAG E D E S O F F E N E N W E I N B E RG E S

10. Tage des offenen Weinberges

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In der Oberlößnitz gab es den Weinberg mit zum nach Hause nehmen

ständnis für den Wein und seinen Anbau. Bei Livemusik und Wein aus der Region wurde bis spät in die Nacht gefeiert.

Mit Blitz und Donner wurden die 10. Tage des offenen Weinberges eröffnet. Allen Skeptikern zum Trotz, ließen sich die Weinfreunde nicht von den Wetterkapriolen vom Kommen abhalten. Offensichtlich ist für viele das zweite Wochenende im Juni ein fester Bestandteil in ihrem Terminkalender geworden. Wo kann man sonst so stimmungsvoll den Wein genießen und das Gespräch führen. Die Teilnahme am Quiz sorgte nicht nur für viele Fragen an die Gastgeber, sondern auch für interessante Gespräche. Die Gewinner erwartete eine getopfte Rebe – sozusagen den Weinberg mit zum nach Hause nehmen. Vielleicht sieht man demnächst auf diesen oder jenen Balkon in Radebeul und Umgebung einen Miniweinberg. Auf jeden Fall hebt es das Ver-

Dass die Natur unerbittlich ist, mussten wir wieder einmal erfahren. So war es selbstverständlich, dass sich die Steillagenwinzer an der Spendenaktion für die von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen beteiligten. Auch in den anderen beiden Radebeuler Weinbaugemeinschaften wurden wieder die Tage des offenen Weinberges gefeiert, wenn aufgrund der Witterungsunbilden auch teilweise mit eingeschränktem oder geändertem Programm. Volkmar Reinhold WBV Oberlößnitz, Fotos: Marika Lang

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TAG E D E S O F F E N E N W E I N B E RG E S

Das Lächeln der Lößnitz in den Zitzschewiger Bergen Weingenuss, Gläserklang und Fröhlichkeit gab es am 8. und 9. Juni auf dem Krapenberg, denn etwas Besonderes wurde gefeiert: 10 Jahre des offenen Weinberges. Weinkönigin Katja Riedel und Weinprinzessin Christin Lustik eröffneten am Sonnabend die Feierlichkeiten und riefen unter anderem dazu auf, Geld für die Flutopfer zu spenden. Spontan konnten 250,00 € eingesammelt werden. Anschließend fanden Weinbergsführungen und Weinverkostungen statt. Der Fleiß unserer Winzerinnen und Winzer beschert uns nicht nur den guten Sachsenwein, sondern erhält uns auch eine einmalige Kulturlandschaft – Gedanken und Gespräche beim Wein über den Wein auch mit Besuchern von Thüringen, Sachsen-Anhalt und aus dem Erzgebirge.

Am Sonntag konnte man dann sein Wissen bei der Wahl der „Weinprinzessin vom Krapenberg” unter Beweis stellen. Bei der Moderation von Annegret Völlner, Weinkönigin 2009/2010, hatten die Kandidatinnen die Möglichkeit, ihr Weinfachwissen unter Beweis zu stellen. Rätsel lockerten die Fragerunde auf. Dank unserer Winzerinnen und Winzer, sowie der vielen Sponsoren, sind auch in diesem Jahr unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Bert Wendsche die Tage des offenen Weinberges trotz teilweiser Witterungsunbilden zu einem vollen Erfolg geworden. Hervorgehoben werden muss auch die Spendenbereitschaft der Gäste. Insgesamt konnten 500,00 € für die Flutopfer übergeben werden. Cornelia Kämmer

Tag des offenen Weinberges auf dem Ratsweinberg in Weinböhla Für viele Wein- und Kuchenfreunde ist er ein fester Termin im Kalender: der jährlich stattfindende Tag des offenen Weinberges auf dem Ratsweinberg in Weinböhla. Auch in diesem Jahr luden die Winzerinnen und Winzer der Weinböhlaer Weinbaugemeinschaft am letzten Sonnabend im Juni zum gemütlichen Beisammensein ein. Groß war auch wieder die Zahl der Gäste. Schon vor dem offiziellen Beginn 15 Uhr waren die besten Plätze besetzt und innerhalb weniger Minuten die ersten Lieblingskuchen ausverkauft. Wie immer hatten die Winzerfrauen und Freunde des Vereins prächtige Torten und Kuchen gezaubert und präsentierten diese stolz am dicht umlagerten Kuchenbuffet. Vom Kaffeetrinken ging es nahezu nahtlos in den geselligen Teil mit Weinen aus heimischem Anbau über. Viele freiwillige Helfer flitzten mit ihren Tabletts und versorgten die Gäste, nicht nur mit Wein, auch mit den beliebten Kümmelstangen, Sauerkrautfladen, Würsten, Steaks und Fettbemmchen. In der winzigen Küche rotierten zeitweise 9 Frauen beim Abwasch und Brötchen schmieren. Draußen schwitzten die Männer am neu gebauten Supergrill. Die Gäste genossen derweil die Stimmung, aßen, tranken und tanzten. Am Nachmittag schauten die Weinhoheiten vorbei und begrüßten die Gäste an allen Tischen. Einsetzender Regen schickte am späten Abend etliche Besucher nach Hause, der harte Kern feierte in der Walhalla im Trocknen weiter. Und hinter dem Haus türmte sich bald ein Berg von leeren Flaschen. Allen Helfern, die zum Gelingen dieses Tages in jeglicher Form beigetragen haben, sagt der Vorstand der Weinböhlaer Weinbaugemeinschaft herzlich: Vielen Dank! Eva Quoß, WBG Weinböhla, Foto Sven Große

Blumen zur Begrüßung der Gäste

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WEINREISE

Neue umfassende Ampelographie Auch Weinfreunde, die sich speziell für Rebsorten interessieren, haben nunmehr ein „Buch der Bücher“, herausgegeben von der britischen Weinjournalistin Jancis Robinson MW, eine der größten Experten auf dem Gebiet von Trauben und Weinen. In diesem Metier hat sie bereits mehrere Bücher verfasst, die auch auf Deutsch erschienen sind. Nach der Zusammenfassung allgemeinen Weinwissens im bereits mehrfach aufgelegten „Oxford Weinlexikon“ kam jetzt der Schritt zu einer ganz besonderen Veröffentlichung mit dem eher unscheinbaren Titel „Wine Grapes“. Mithilfe von Julia Harding MW (Master of Wine) und dem Schweizer Rebsortengenetiker Josè Vouillamoz entstand eine in der Tat umfassende Ampelographie mit der Beschreibung von 1.368 Rebsorten auf 1.242 Seiten. Natürlich gibt es weit mehr Sorten auf der Welt. Sicherlich aus Platzgründen konnten nur die wichtigsten, für die Weinherstellung relevanten Rebsorten ausgewählt werden – auch Neuzüchtungen und Piwis (pilzwiderstandsfähige Reben), aber keine Tafeltrauben und Unterlagen. Das gewaltige Werk – es wird wohl rasch zur „neuen Bibel der Rebsortenfreunde“ avancieren – hat ein klassisches Layout und enthält neben den Porträts ein Register mit allen Synonymen, eine Liste der Sorten nach ihren (insgesamt 42) Herkunftsländern und 14 grafische Stammbäume von Rebfamilien. Jede Rebsorte wird mit einem kurzen Satz charakterisiert und dann nach folgenden Kriterien beschrieben: Name, Herkunftsland, Beerenfarbe (in 5 Farbtönen), echte und fälschliche Synonyme (mit Kennzeichen bei DNA-Nachweis), Herkunft und Elternschaft,

weinbauliche Eigenschaften, Anbaugebiete, bei seltenen Sorten auch mal einige Produzenten sowie die Weincharakteristik (Aromatik). Die Autoren haben sämtliche aktuelle Forschungsergebnisse zur Herkunft und familiären Verwandtschaft, die mittels Genanalysen in Europa und den USA gewonnen wurden, ausgewertet und in das Buch einfließen lassen. Dabei erlauben sie sich, ihre Meinung zu sagen und, wo es Zweifel über bestimmte Behauptungen in der Fachwelt gibt, diese zu zitieren bzw. Hypothesen zu diskutieren. Fotos gibt es nicht, dafür 80 farbige Rebenzeichnungen, entnommen dem großen Werk „Ampélographie“ von Viala und Vermorel (1901-1910). Das vorliegende Buch ist zeitgleich in Großbritannien und den USA, aber leider nur in englischer Sprache erschienen. Es ist Meilenstein und Meisterwerk zugleich mit dem „Zeug“ zu einem Klassiker in der neueren Weinliteratur. Nur der französische Ampelograph Pierre Galet hat mehr Sorten beschrieben: Um die 9.600 waren es in seiner Rebsorten-Enzyklopädie, die im Jahre 2000 und nur auf Französisch erschien. Das Buch: Jancis Robinson, Julia Harding, Josè Vouillamoz: Wine Grapes. A complete guide to 1,368 vine varieties, including their origins and flavours. [Keltertrauben. Ein umfassender Führer zu 1.368 Rebsorten inkl. ihrer Herkünfte und Aromen.] New York: ECCO (HarperCollins Publishers) 2012. 1.242 Seiten, Hardcover mit Leineneinband im Schuber; mit 80 farbigen Abb. ISBN 978-0-06-220636-7 Vertrieb in Deutschland: (80 EUR + Versand) Dr. Wolfgang Thomann

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Winzerkurier 3-13_Wein & Winzerkurier 06.08.13 14:34 Seite 21

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Am Rebstock blinket jetzt die helle Traube in vollem Safte – und ruft dem Winzer freundlich zu, dass er zu lesen nicht weile! Juchhe, Juchhe: Der Wein ist da – die Tonnen sind gefüllt, nun lasst uns fröhlich sein – und aus vollem Halse schrein: Füllt die Kannen, leert die Becher und lasst uns fröhlich sein

Es lebe der Wein, es lebe das Land, wo er uns reift. Es lebe das Fass, was ihn verwahrt. Es lebe der Krug, woraus er fließt

Vorstehenden Beitrag hat unser Leser Werner Wagner aus dem Originaltext des Oratoriums die „Vier Jahreszeiten“ von Josef Haydn für Sie zusammengestellt und die passenden Briefmarken zu diesem Thema ausgewählt.

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WEINREISE

Weingutchef Gregory Perrucci

Ein Visionär des apulischen Weinbaus

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in schnurgerader Weg führt durch den Pinienschatten und das Oleanderbunt zu dem alten apulischen Landgut Tenuta Agnusdei bei Manduria. Hier in der weiten parkähnlichen Landschaft unmittelbar neben dem Gutshaus probierten wir an einem der warmen apulischen Frühlingsabende mit Frau Abritzki-Küchmeister Pampanella – den landestypischen von Feigenblättern umhüllten Frischkäse. Die Hausherrin – blond, braungebrannt, ständig in Bewegung und voller Ideen – erzählte von Land und Leuten und wie sie die Liebe vor 13 Jahren hier in Apulien bleiben ließ. Es war eine Stunde zum Trinken und Träumen. Wir tranken einen Primitivo. „Name ist Schall und Rauch“, sagt Goethes Faust zu Gretchen bei ihrem Gespräch zum Thema Religion. Nun bedeutet ja Wein für viele auch eine Art Religion. Aber im Fall des Primitivo ist es nicht so einfach, die missdeutbare Bezeichnung mit solch einer lakonischen Bemerkung abzutun, denn seinen Namen könnte man gar als Primitivling deuten. Dabei liefert diese Rebsorte sehr kraftvolle Weine mit verschwenderischen Fruchtaromen, die die Sonne des Südens in sich tragen. So sagte Frau Sabine: „Lassen Sie sich das doch alles morgen am besten von Signore Gregory Perrucci, dem Chef des Weingutes Academia dei Racemi, erklären.

Übersetzungsfehler oder eine umgangssprachliche Vereinfachung, wurde aus Primativo dann der Primitivo. Außer Primitivo werden im Weingut von Gregory Perrucci auch die Rebsorten Negramaro, Malvasia Nera und die autochthonen Rebsorten Sussumaniello und Fiano minutolo auf den insgesamt 100 Hektar angebaut. Die Hauptrebsorte und das Aushängeschild ist und bleibt aber der Primitivo. Interessant war zum Beispiel auch zu erfahren, dass Gregory Perrucci diesen Wein getrennt nach den verschiedenen Bodenarten, wie Sand, rote Erde (eisenhaltiges Verwitterungsgestein), schwarze Erde (Humusboden) und Tuffgestein ausbauen lässt. Wir verkosteten den Wein in seinen verschiedenen Variationen und tatsächlich waren Unterschiede vor allem bzgl. Bukett, Gehalt und Säure feststellbar. Für alle aber war die sehr intensive rubinrote Farbe mit den leichten violetten Reflexen charakteristisch, ebenso das Bukett und der Geschmack, die mal mehr, mal weniger an Sauerkirschen und Brombeeren erinnerten. Der Abgang assoziierte manchmal Vanille- und Kokosnoten. In diesem Gespräch beim Wein über den Wein erklärte uns der Chef des Hauses mit sehr überzeugenden Worten auch den Namen und die Philosophie seines Betriebes.

Vom Primitivo, der kein Primitivling ist Tags darauf saß ich dem Weingutchef gegenüber, und Mara Ceino übersetzte die Antwort auf meine Frage nach dem tatsächlichen Ursprung und der Bedeutung des Namens Primitivo. Schon im August sind die Trauben des Primitivo prall und reif, und das ist selbst für süditalienische Verhältnisse früh. Bei der Rebsorte Primitivo war der Name eigentlich Vorbedeutung, denn von seinem Ursprung her leitet er sich von primo = der Erste ab. Ende des 18. Jahrhunderts gab der Pfarrer Don Filippo Francesco Indelicati dieser Rebsorte den Namen Primativo, was sinngemäß die frühreifende Traube heißt. Also auch in diesem Fall gilt „nomen est omen“. Aus unverständlichen Gründen, vielleicht war es ein

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Tenuta Agnusdei (www.fewo-direkt.de Nr.20021735) WINZERGENOSSENSCHAFT MEISSEN e G


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W E I N R E I S E / M U LT I MO N A RC H I E

Racemi und die kleine Frau Eine Besonderheit des Primitivo ist, dass diese Rebsorte knapp einen Monat nach der eigentlichen Lese noch eine zweite Lese spätreifender Trauben mit geringerem Ertrag ermöglicht. Es sind die Trauben, die nach dem Gipfeln im Mai auf Nebentrieben nachwachsen, die sogenannten „feminella“. „Wörtlich übersetzt heißt das ,die kleine Frau’,“ fügt Signora Mara ein. Diese zweite Lese, die sogenannte Racemi, wird meist dazu benutzt, um den Wein der ersten Lese noch etwas zu korrigieren und anzureichern, ihm mehr Kraft und Ausdruck zu verleihen. Gregory Perrucci „komponiert“ sozusagen das ideale Geschmacksbild des Weines. Je nach Jahrgang und Lage setzt er 10 bis 30 % Racemi zu. Und mit Kompositionen kennt sich Gregory Perrucci aus, denn er absolvierte eine Ausbildung als Pianist. Das Leben spielte für ihn aber eine andere Melodie. Er übernahm den Fassweinbetrieb seines Vaters und begann im Jahr 1992 mit der Flaschenabfüllung. Er hatte seine Liebe für den Primitivo entdeckt und baute den Betrieb Academia dei Racemi auf. Mit der Übernahme des Begriffes Racemi für das Weingut wollte er dem Begriff „Klasse statt Masse“ einen sinnfälligen Ausdruck verleihen und an die traditionsreiche Weinbaugeschichte Apuliens anknüpfen. Gregory Perrucci hat sich dem Primitivo verschrieben und beschäftigt sich auch mit der Rebsortenforschung, so hat er herausgefunden, dass der Primitivo ursprünglich als Zagavese bezeichnet und wahrscheinlich von Einwanderern vom Balkan ins Land

Anlage mit Primitivo

gebracht wurde. Über diese Ergebnisse seiner Recherchen berichtete er auch auf dem internationalen Zinfandel-Kongress im Jahr 2003 in San Francisco. Desgleichen hatte er seinen Primitivo namens Zinfandel – Zinfandel und Primitivo sind zwei verwandte Rebsorten – dort mit Erfolg vorgestellt. Es war ein Gespräch, das mir in Erinnerung bleiben wird. Ich habe nicht nur viel über den Primitivo erfahren, sondern auch einen beeindruckenden Menschen kennengelernt: Weingutschef, Pianist und ein Visionär des apulischen Weinbaus. Werner Böhme

Deutschland – eine Multimonarchie?

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ast täglich werden wir über die Medien mit Meldungen über Ereignisse in den europäischen Königshäusern versorgt, sei es die Amtsübergabe von Königin Beatrix an ihren Sohn oder die lange Wartezeit auf die Thronübernahme, die die Queen ihrem Sohn Prinz Charles zu- Sachsens Weinkönigin mutet. Die meisten der im Katja Riedel Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden Monarchinnen haben dabei mehr oder weniger ein ganzes Leben Zeit, sich zu profilieren und ihren Untertanen zu beweisen, wie gut sie deren Interessen vertreten. Da haben es die Majestäten doch wesentlich schwerer, die den Winzern und Weinfreunden wie auch Weininteressierten als gekrönte Häupter der jeweiligen deutschen Weinanbaugebiete voranstehen. Zum einen erhalten sie ihr Anrecht auf Herrschaft, Ansehen und Würde nicht automatisch durch ihre Geburt verliehen, zum anderen müssen sie ihre Eignung zu diesem hohen Amt vor ihren weinfreudigen Untertanen beweisen, um dann von diesen für ihre Regentschaft gewählt zu werden und letztendlich verbleibt ihnen dann auch nur ein Jahr, ihre Eignung als Botschafterin regionaler Weine zu beweisen. Mit viel Wissen, Ausstrahlung und

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etwas Glück gelingt es immer jährlich einer von ihnen, die Amtszeit als deutsche Weinkönigin um ein Jahr zu verlängern und damit dann auch über die Grenzen Deutschlands hinaus für den deutschen Wein zu werben. Wer nun glaubt, damit sei der Begriff „Multimonarchie“ der Titelzeile erklärt, der irrt, denn die Bundesländer haben noch mit viel mehr Königinnen aufzuwarten, als man gemeinhin glaubt. Vorreiter ist dabei Sachsen, denn hier gibt es neben der Weinkönigin die sehr naturverbundenen Ernte-, Blüten-, Wald-, Rosen-, Spargel- und Birkenköniginnen, der Freistaat Bayern inthronisiert dazu auch noch die Hallertauer Hopfenkönigin. Sachsen wiederum kennt eine Wurst-, Fisch-, Milch- und Bierkönigin und Westfalen steuert zu dieser Gala eine Schützenkönigin bei. Aber auch die Mulde-, Stiefel- und Nußknackerkönigin hoffen auf den Wahlerfolg bei ihren Untertanen, und einer Meldung der „DNN“ vom 12. Oktober 2012 folgend, residiert im Erzgebirge die Wurzelkönigin, die sich durch besondere Verdienste um den Bockauer Angelikawurzel-Likör auszeichnet. Man sieht also, einen Mangel an gekrönten Häuptern gibt es in Sachsen, aber auch deutschlandweit nicht und die amtierende sächsische Weinkönigin erwiderte bei einem Gespräch um diese Vielzahl von Regentinnen ganz trocken: „Da weiß ich ja, was ich nach meiner Amtszeit noch alles werden kann!“ Jörg Jenichen, Foto: Bernd Steffin

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Winzerkurier 3-13_Wein & Winzerkurier 06.08.13 13:52 Seite 24

Veranstaltungen 2013 August Sa./So.

24./25.08

Freitag

30.08.

Tage des offenen Weingutes, Eintritt frei 19.00 Uhr

Käse & Wein – Verkostung aus der Vielzahl der Weine und Käsearten; 22,00 € p. P.

September Sonntag

01.09.

14.00 Uhr

Weinbergswanderung – unterwegs durch die schönsten Meißner Weinberge; 20,00 € p. P.

Samstag

07.09.

14.00 Uhr

Weinbergswanderung – unterwegs durch die schönsten Meißner Weinberge; 20,00 € p. P.

Samstag

07.09.

19.00 Uhr

Wein und Weingeschichten mit dem weinseligen Mönch und der Meißner Weinmagd; 25,00 € p. P.

Sonntag

08.09.

14.00 Uhr

Weinbergswanderung – unterwegs durch die schönsten Meißner Weinberge; 20,00 € p. P.

Freitag

13.09.

19.00 Uhr

Vielfalt einer Rebe; 20,00 € p. P.

Sonntag

15.09.

14.00 Uhr

Weinbergswanderung – unterwegs durch die schönsten Meißner Weinberge; 20,00 € p. P.

Freitag

04.10.

19.00 Uhr

Sushi & Wein – Sushi meets sächsischen Wein; 30,00 € p. P.

Samstag

05.10.

19.00 Uhr

Wein-Krimi-Dinner – Veranstaltung des Theater Meißen (vgl. S. 14)

Sonntag

06.10.

19.00 Uhr

Wein-Krimi-Dinner – Veranstaltung des Theater Meißen (vgl. S.14)

Freitag

11.10.

19.00 Uhr

Schokolade & Wein – Wein und Schokolade: sehen, riechen, schmecken; 28,00 € p. P.

Samstag

12.10.

19.00 Uhr

Wein & Meer – Neptun trifft Sachsen; 30,00 € p. P.

Freitag

18.10.

19.00 Uhr

Wein und Weingeschichten mit dem weinseligen Mönch und der Meißner Weinmagd; 25,00 € p. P.

Samstag

26.10.

19.00 Uhr

Weiter entlang der Via Vino – eine unterhaltsame Weinreise durch Kalabrien und Apulien; 20,00 € p. P.

Oktober

November Freitag

08.11.

19.00 Uhr

Freitags in Meißen – Sächsischen Wein erleben; 20,00 € p. P.

Samstag

09.11.

19.00 Uhr

Winzerperlen – Sekt- & Saxecco-Verkostung 25,00 € p. P.

Fotos: Sächsische Winzergenossenschaft (2),

Christoph Rieß (2), Wort & Wein (1)

Vielfältig sind die Veranstaltungen in der WeinErlebnisWelt, außer den thematischen Weinproben sowie anderen tournusmäßigen Veranstaltungen können hier auch Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen gefeiert und Firmenveranstaltungen durchgeführt werden.


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