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BÜRGERWINDPARK KIRCHBERG/JAGST IHR PERSÖNLICHES ENERGIEPROJEKT! WINDPARK-KIRCHBERG.DE

DIE INHALTLICHE RICHTIGKEIT DER IN DIESEM VERKAUFSPROSPEKT GEMACHTEN ANGABEN IST NICHT GEGENSTAND DER PRÜFUNG DES VERKAUFSPROSPEKTES DURCH DIE BUNDESANSTALT FÜR FINANZDIENSTLEISTUNGSAUFSICHT (BAFIN).


Die in diesem Prospekt gezeigten Bilder von Windenergieanlagen oder Landschaften oder Teilen davon dienen der Veranschaulichung der Anlagestrategie der Vermรถgensanlage und sind nicht Bestandteil dieses Beteiligungsangebotes.


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BÜRGERWINDPARK KIRCHBERG/JAGST IHR PERSÖNLICHES ENERGIEPROJEKT!


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ERKLÄRUNG DES PROSPEKTVERANTWORTLICHEN

Beteiligungsgesellschaft / Emittentin: Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG

Anbieter/Prospektverantwortlicher: Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG

Sitz der Beteiligungsgesellschaft: Kirchberg/Jagst

Sitz der Beteiligungsgesellschaft: Kirchberg/Jagst

Handelsregister: Amtsgericht Ulm Handelsregister A Nr. 724021

Handelsregister: Amtsgericht Ulm Handelsregister A Nr. 722972

Der vorliegende Vermögensanlagen-Verkaufsprospekt (im Folgenden auch „Prospekt“) der Windenergie Kirchberg/ Jagst GmbH & Co. KG ( „Beteiligungsgesellschaft“) wurde anhand des Vermögensanlagengesetzes (VermAnlG) und der Vermögensanlagen-Verkaufsprospektverordnung (VermVerkProspV) erstellt und unterliegt der Prüfung auf formelle Vollständigkeit, Verständlichkeit und Widerspruchsfreiheit durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Für den Inhalt des Prospektes waren nur die bis zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung bekannten oder erkennbaren Sachverhalte maßgeblich. Ergeben sich während der Dauer des Beteiligungsangebotes neuere Informationen, müssen diese veröffentlicht werden, wenn sie wesentliche Angaben betreffen, welche die Beurteilung der Vermögensanlage oder des Emittenten beeinflussen können.

Die Angaben, Prognosen und Berechnungen sowie die steuerlichen und rechtlichen Erläuterungen zum Beteiligungsangebot wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Eine Haftung für den tatsächlichen Eintritt der Prognosen durch künftige wirtschaftliche, steuerliche und rechtliche Änderungen, insbesondere Änderungen der Rechtsprechung sowie für den tatsächlichen Eintritt der mit dieser Emission verbundenen steuerlichen und wirtschaftlichen Ziele kann nicht übernommen werden.

Mit einer Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft gehen Sie eine unternehmerische Beteiligung ein. Es wird empfohlen, eine unabhängige Beratung eines branchenerfahrenen Steuerberaters oder Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen, um sich ein eigenes Bild über dieses Beteiligungsangebot zu verschaffen. Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG mit Sitz in Kirchberg/ Jagst übernimmt gemäß § 3 der Vermögensanlagen-Verkaufsprospektverordnung als Anbieter die Verantwortung für den Inhalt dieses Prospektes insgesamt und erklärt, dass Ihres Wissens die im Prospekt enthaltenen Angaben richtig und keine wesentlichen Umstände ausgelassen sind.

Ralf Stier

Siegfried Thurau

Kirchberg, den 15.09.2014 (Datum der Prospektaufstellung) Windpark Kirchberg GmbH & Co.KG vertreten durch den persönlich haftenden und geschäftsführenden Gesellschafter (Komplementär) Sonnenenergie Kirchberg GmbH, dieser wiederum vertreten durch die Geschäftsführer Siegfried Thurau und Ralf Stier


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VORWORT Sehr geehrte Damen und Herren, die Energiewende ist in aller Munde. Nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima im März 2011 und dem daraufhin von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg kommt der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eine noch größere Bedeutung als zuvor zu. Darüber hinaus diskutiert die Politik derzeit die Weiterentwicklung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und setzt die Rahmenbedingungen für den weiteren kontrollierten Zubau von Windenergieanlagen in Deutschland.

sind in das Projekt direkt mit eingebunden. Somit wird der Nutzen für den Einzelnen greifbar, und die Akzeptanz vor Ort wird erhöht. Die Investitionsidee eines ökologisch nachhaltigen Energieprojektes verbindet sich somit mit einer ökonomischen Geldanlage, die eine regionale Wertschöpfung mit sich bringt. Durch unsere persönlich enge Verbindung mit der Region war es uns von vornherein wichtig, ein Projekt zu initiieren, welches sich in Bürgerhand befindet. „In der Region, für die Region“ war und ist unsere oberste Devise.

Dazu passt das Modell des Bürgerwindparks in Kirchberg an der Jagst, acht Windenergieanlagen in Kirchberg in Form einer Bürgerbeteiligung zu bauen und zu betreiben. Zahlreiche gute Gründe sprechen für eine Bürgerbeteiligung: die Bürger vor Ort tragen aktiv zur angestrebten Energiewende bei und

Wir würden uns freuen, die Bürgerinnen und Bürger Hohenlohes im Kreis der Gesellschafter des Bürgerwindparks Kirchberg/Jagst begrüßen zu können. Machen Sie aus dem Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst Ihr persönliches Energieprojekt!

Mit besten Grüßen

Ralf Stier

Siegfried Thurau

Windpark Kirchberg GmbH & Co.KG vertreten durch den persönlich haftenden und geschäftsführenden Gesellschafter (Komplementär) Sonnenenergie Kirchberg GmbH, dieser wiederum vertreten durch die Geschäftsführer Siegfried Thurau und Ralf Stier

Hinweis gemäß § 2 Abs. 2 Satz 3 VermVerkProspV Bei fehlerhaftem Verkaufsprospekt bestehen Haftungsansprüche nur dann, wenn die Vermögensanlage während der Dauer des öffentlichen Angebotes, spätestens jedoch innerhalb von zwei Jahren nach dem erstem öffentlichen Angebot der Vermögensanlage im Inland, erworben wird.


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Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG Fichtenstrasse 1 74592 Kirchberg T: +49 7954 92 690 22 F: +49 7954 92 690 11 info@windpark-kirchberg.de www.windpark-kirchberg.de


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INHALT

01.

Das Angebot im Überblick

006-013

02.

Wesentliche Risiken der Beteiligung

014-033

03.

Der Markt für Windenergie

034-039

04.

Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

040-059

05.

Investitions- und Finanzierungsplan

060-061

06. Prognoserechnung 062-065 07. Sensitivitätsanalyse 066-067 08.

Eröffnungsbilanz, Planbilanzen, Plan-Gewinn-und-Verlust-Rechnungen

068-075

09.

Anlegerprognose/Kapitalrückflussrechnung

076-077

10.

Kapitalmäßige und/oder personelle Verflechtungen

078-079

11.

Kenntnisse und Erfahrungen der Projektverantwortlichen

080-081

12. Rechtliche Grundlagen 082-121 13.

Steuerliche Grundlagen

14.

Verbraucherinformationen für Fernabsatzverträge

und Verträge Außerhalb von Geschäftsräumen

15.

Gesellschaftsvertrag der Beteiligungsgesellschaft

122-131

132-137 138-153


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DAS ANGEBOT IM ÜBERBLICK


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Das Angebot im Überblick

BÜRGERWINDPARK KIRCHBERG/JAGST DIE BETEILIGUNG Anlageobjekte

Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst bestehend aus acht Windenergieanlagen

Beteiligungsgesellschaft

Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG

Sitz Kirchberg/Jagst Unternehmensgegenstand Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen und Windparks im Raum Kirchberg an der Jagst Geschäftsführung

Komplementär (persönlich haftender Gesellschafter)

Komplementär

Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH

Art der angebotenen Vermögensanlage

Kommanditbeteiligung an der Beteiligungsgesellschaft

Emissionsvolumen

€ 12,750 Mio. (einschließlich € 1.000 Gründungseinlage und

einschließlich € 250.000 Agio) Investitionsvolumen Mindesteinlage

€ 42,750 Mio.

€ 50.000, höhere Beträge müssen ohne Rest durch 10.000 teilbar sein

Ausgabekurs 100 % der Pflichteinlage* zzgl. Agio Agio 2 % der gezeichneten Pflichteinlage Haftsumme 10 % der Pflichteinlage Einkunftsart Einkünfte aus Gewerbebetrieb Rechte des Anlegers Beteiligung am Ergebnis und Vermögen der Beteiligungsgesellschaft, Entnahmen, Stimmrecht, Teilnahme an Gesellschafterversammlungen, Informations und Einsichtsrechte. Handelbarkeit Die freie Handelbarkeit der Beteiligung ist stark eingeschränkt. Bei einer Ver äußerung der Beteiligung steht der Sonnenenergie Kirchberg GmbH (Gründungs kommanditist der Beteiligungsgesellschaft) ein Vorkaufsrecht zu. Prognostizierte Gesamtausschüttung Ca. 215 % bezogen auf die Pflichteinlage ohne Agio inklusive Rückführung der Pflichteinlage Angebotsperiode:

Das öffentliche Angebot beginnt gemäß § 9 Abs. 1 VermAnlG frühestens einen Tag nach Veröffentlichung des Verkaufsprospektes und endet mit der Vollplatzierung, spätestens am 31.12.2014. Der Komplementär ist berechtigt, die Angebotsperiode um drei Monate zu verlängern oder ggf. vorzeitig zu beenden.

Laufzeit der Beteiligung

Die Prognoserechnung umfasst den Zeitraum bis 31.12.2035. Zu diesem Datum ist die erstmalige ordentliche Kündigung der Beteiligung möglich.

*Pflichteinlage: Kommanditeinlage ohne Agio.


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DIE ANLAGEOBJEKTE Die Beteiligungsgesellschaft beabsichtigt, auf gepachteten Grundstücken am Standort Kirchberg/Jagst acht Windenergieanlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (im folgenden „Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst“ genannt) zu errichten und zu betreiben. Dieses Projekt soll unter dem Regime des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) mit Anspruch auf eine zum Investitionszeitpunkt per Gesetz festgelegte Vergütung für die Netzeinspeisung des produzierten Stroms erfolgen. Eine Darstellung des Windanlagentyps ist den folgenden Angaben zu entnehmen (vgl. hierzu Kapitel 4. „Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst, Seite 40 ff.).

Anlagentyp

Vestas V126

Nennleistung je Anlage 3.300 kW Nabenhöhe

137 m

Anlagenkonzept Getriebe, variable Drehzahl, Einzelblattverstellung

Der voraussichtliche Termin für die Betriebsbereitschaft der Windenergieanlagen ist der 15.08.2015 unter der Voraussetzung, dass die Zuwegungen sowie Montage- und Kranstellflächen bis zum 30.03.2015 fertig gestellt sind. Die notwendigen Genehmigungen für die Errichtung von acht Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von jeweils 137 m sind beim Landratsamt Schwäbisch Hall beantragt, liegen jedoch zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung noch nicht vor. Für den Bau der Infrastruktur ist die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher) zuständig.

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ZIELGRUPPE Das Beteiligungsangebot richtet sich an natürliche Personen, die • in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind, • ihre Beteiligung im Privatvermögen halten • und die Absicht haben, sich mit einem Teil ihres Vermögens langfristig am Betrieb von Windenergieanlagen unternehmerisch zu beteiligen und bereit sind, die mit der Beteiligung verbunden Risiken zu tragen. Das Beteiligungsangebot eignet sich nicht für Anleger, die sicher prognostizierbare Rückflüsse aus ihrer Beteiligung erwarten. Das Beteiligungsangebot eignet sich ferner nicht für Anleger, die die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit in einer Summe erwarten, da Kapitalrückzahlungen bereits während der Laufzeit erfolgen können. Anlageinteressenten wird empfohlen, sich vor Zeichnung des Beteiligungsangebots bei Vertretern der rechts- und steuerberatenden bzw. wirtschaftsprüfenden Berufe über die rechtlichen und steuerlichen Auswirkungen zu informieren. Ein gleichzeitiges Angebot in anderen Staaten als der Bundesrepublik Deutschland erfolgt nicht und ist auch nicht vorgesehen. Eine direkte oder indirekte Beteiligung von Staatsangehörigen der USA, Kanada, Australien oder Japan bzw. von Personen, die über einen ähnlichen Status verfügen („z.B. Green Card“), Gebietsansässigen mit Wohnsitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan oder Personen, die die Beteiligung für eine Vermögensmasse mit Sitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan eingehen wollen, sowie das Angebot dieser Beteiligung in den vorgenannten Ländern ist ausgeschlossen. Ein gemeinschaftlicher Beitritt von Ehegatten ist ebenfalls ausgeschlossen.

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010 Das Angebot im Überblick

INVESTITION / FINANZIERUNG

AUSSCHÜTTUNGEN / ENTNAHMEN

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt voraussichtlich € 42,50 Mio. Bei diesem Betrag nicht berücksichtigt ist das Agio in Höhe von € 250.000 (2% bezogen auf die Pflichteinlagen), das die Anleger und der Gründungskommanditist zu leisten haben. Das Gesamtinvestitionsvolumen setzt sich wie folgt zusammen:

Über Ausschüttungen/Entnahmen sowie deren Höhe beschließen die Gesellschafter. Die Ausschüttungen/Entnahmen können im Zeitablauf variieren.

Die von den Anlegern und dem Gründungskommanditisten übernommenen Pflichteinlagen in Höhe von € 12,50 Mio. (rd. 29,412 % des Gesamtinvestitionsvolumens) und langfristige Bankdarlehen in Höhe von € 30 Mio. (rd. 70,588 % des Gesamtinvestitionsvolumens).

STEUERLICHE GRUNDLAGEN Die Anleger erzielen aus der Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Die Einkünfte aus den Windenergieanlagen werden den Anlegern zugerechnet und sind von diesen entsprechend ihren persönlichen Verhältnissen zu versteuern (vgl. Kapitel XII. „Steuerliche Grundlagen“, Seite 122 ff.).

Bis zur Einzahlung der Pflichtenlagen der Beteiligungsgesellschaft bzw. bis zur Auszahlung der langfristigen Bankdarlehen ist die Aufnahme kurzfristiger Zwischenfinanzierungsdarlehen möglich.


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PFLICHTANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

Weitere, insbesondere mit dem Erwerb, der Verwaltung und der Veräußerung der Vermögensanlage verbundene Kosten (§ 4 Satz 1 Ziff. 10 VermVerkProspV)

sämtliche durch den Erbfall entstehende Kosten, insbesondere die mit dem Nachweis der Erbfolge oder des Vermächtnisses sowie mit der Bestellung eines gemeinsamen Bevollmächtigten verbundene Kosten zu tragen.

Die Anleger haben ein Aufgeld (Agio) in Höhe von 2% ihrer jeweiligen Pflichteinlage zu erbringen.

Scheiden Anleger aus der Beteiligungsgesellschaft aus oder werden sie ausgeschlossen, haben sie sämtliche Kosten und Belastungen, die der Beteiligungsgesellschaft im Zusammenhang mit einem solchen Ausscheiden oder Ausschluss entstehen, insbesondere etwaige steuerliche Mehrbelastungen, zu tragen.

Außerdem können den Anlegern zusätzliche Kosten für den Geldverkehr (Überweisungsgebühren) entstehen. Bei verspäteter Leistung der Pflichteinlage und des Agios haben die Anleger Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten p.a. über dem Basiszinssatz (§ 247 BGB) zu zahlen. Die Anleger haben die Kosten der Beglaubigung der erforderlichen Handelsregistervollmacht zu tragen. Den Anlegern können Verwaltungskosten (Porto, Telefonkosten, Reisekosten, Kosten für einen Bevollmächtigten oder Sachverständigen) für die Ausübung von Mitteilungspflichten oder Informations- und Kontrollrechten, für die Teilnahme an Gesellschafterversammlungen der Beteiligungsgesellschaft sowie eine eventuelle Vertretung oder für die Beschlussfassung im Wege der schriftlichen Abstimmung entstehen. Anleger haben zudem Änderungen ihrer Daten auf eigene Kosten mitzuteilen.

Ausscheidende Anleger haben Anspruch auf ein Auseinandersetzungsguthaben, das vom Komplementär nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrages ermittelt wird. Sollte der Anleger der ermittelten Höhe des Abfindungsguthabens widersprechen, wird das Abfindungsguthaben von einem von der Wirtschaftsprüfungskammer Stuttgart festzulegenden Wirtschaftsprüfer verbindlich festgelegt. Die Kosten für den Wirtschaftsprüfer trägt allein der ausscheidende Anleger, es sei denn, die von dem Wirtschaftsprüfer ermittelte und festgelegte Abfindung des ausscheidenden Anlegers liegt mindestens 10 % über dem von dem Komplementär ermittelten und festgesetzten Wert.

Die Anleger haben alle durch die Verfügung über ihre Beteiligung entstehenden Kosten, insbesondere durch die Verfügung bei der Beteiligungsgesellschaft anfallende Steuern sowie Kosten für Änderungen im Handelsregister, zusammen mit dem Rechtsnachfolger als Gesamtschuldner zu tragen.

Schließlich haben die Anleger eventuell anfallende steuerliche Belastungen der Beteiligungsgesellschaft, die nicht durch den regulären Geschäftsgang der Beteiligungsgesellschaft, sondern durch den Beitritt oder das Ausscheiden der Anleger oder auf andere Art und Weise durch die Anleger verursacht werden, zu ersetzen. Gleiches gilt für die Kosten etwaig auf Wunsch eines Anlegers zu erhebender Daten und der auf Wunsch eines Anlegers erfolgenden zusätzlichen Einhaltung anderer Rechnungslegungsvorschriften als der des Handelsgesetzbuches (HGB).

Im Erbfall haben die Erben oder Vermächtnisnehmer

Einzelne Kostenpositionen können nicht quantifiziert werden.

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012 Das Angebot im Überblick

PFLICHTANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

Darüber hinaus entstehen dem Anleger keine weiteren, insbesondere mit dem Erwerb, der Verwaltung und der Veräußerung der Vermögensanlage verbundenen Kosten.

WEITERE LEISTUNGEN DES ERWERBERS DER VERMÖGENSANLAGE Insbesondere die Umstände, unter denen der Erwerber haftet und inwieweit er Nachschüsse zu leisten hat (§ 4 Satz 1 Ziff. 11 VermVerkProspV) Die Anleger haften für Gesellschaftsschulden gegenüber Dritten unmittelbar. Die Höhe der Haftung ist auf die im Handelsregister eingetragene Haftsumme (10% der Pflichteinlage) beschränkt. Haben die Anleger ihre Pflichteinlagen mindestens in Höhe dieser Haftsumme geleistet, ist ihre persönliche Haftung ausgeschlossen. Die persönliche Haftung der Anleger kann jedoch unter Umständen wieder aufleben. Dies ist der Fall, wenn die Beteiligungsgesellschaft Auszahlungen an die Anleger vornimmt, die nicht durch entsprechende Gewinne gedeckt sind und damit Teile der Pflichteinlagen der Anleger an diese zurückzahlt. Soweit dadurch die geleistete Pflichteinlage unter die eingetragene Haftsumme sinkt, haftet der jeweilige Anleger bis maximal in Höhe der Haftsumme. Im Falle ihres Ausscheidens haften die Anleger für bis dahin begründete Verbindlichkeiten der Beteiligungsgesellschaft noch für einen Zeitraum von fünf Jahren bis zur Höhe der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme (§ 160 Abs. 1 HGB).

Haftungsansprüche gegen die Anleger aus Verbindlichkeiten der Beteiligungsgesellschaft verjähren gem. § 159 Abs. 1 HGB spätestens in fünf Jahren nach der Auflösung der Beteiligungsgesellschaft. Die Anleger können ferner zur Rückerstattung von Zahlungen verpflichtet sein, soweit sie Leistungen von der Beteiligungsgesellschaft erhalten haben, die unter Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften oder sonst unrechtmäßig ausgezahlt worden sind oder die nicht durch entsprechende Gewinnanteile gedeckt sind (vgl. „Wesentliche Risiken der Beteiligung“, Seite 32 f.). Die Leistung von Nachschüssen ist ausgeschlossen Darüber hinaus bestehen keine Umstände, die die Anleger verpflichten, weitere Leistungen zu erbringen, insbesondere keine Umstände, nach denen die Anleger haften oder Nachschüsse zu leisten haben.

GESAMTHÖHE DER PROVISIONEN Insbesondere Vermittlungsprovisionen oder vergleichbare Vergütungen (§ 4 Satz 1 Ziff. 12 VermVerkProspV) Bei einer unterstellten Erhöhung der Pflichteinlagen in Höhe von insgesamt € 12,499 Mio. werden für die Eigenkapitalvermittlung Provisionen in Höhe von € 250.000 gezahlt. Dies entspricht dem von den Anlegern zu zahlenden Agio. Darüber hinaus werden keine weiteren Provisionen, insbesondere Vermittlungsprovisionen oder vergleichbare Vergütungen gezahlt.


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WESENTLICHE RISIKEN DER BETEILIGUNG


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016 Wesentliche Risiken der Beteiligung

ÜBERBLICK Bei der Beteiligung an der Windenergie Kirchberg/ Jagst GmbH & Co. KG („Beteiligungsgesellschaft“) handelt es um eine langfristige unternehmerische Beteiligung, die mit tatsächlichen, rechtlichen und steuerlichen Risiken verbunden ist. Dieses Beteiligungsangebot eignet sich daher nicht für Anleger, die eine sichere, festverzinsliche Vermögensanlage suchen, bei der die Rückzahlung des investierten Kapitals und die Höhe der Erträge bereits von vornherein feststehen, oder eine Vermögensanlage, bei der die Möglichkeit eines jederzeitigen Verkaufs besteht. Potentielle Anleger sollten nur Anteile an der Beteiligungsgesellschaft erwerben, wenn sie in der Lage sind, das Risiko eines Totalverlustes ihres eingesetzten Kapitals zu tragen, und wenn sie keinen Bedarf an kurzfristig verfügbarer Liquidität haben. Die nachfolgenden Ausführungen stellen die bekannten und als bedeutsam erachteten tatsächlichen, rechtlichen und steuerlichen Risiken dar. Diese Risiken können sich auch kumuliert verwirklichen und somit die negativen Auswirkungen auf die Anleger verstärken, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Zudem können in der Person eines Anlegers begründete und somit nicht bekannte Umstände ebenso wie das Hinzutreten allgemeiner negativer wirtschaftlicher Umstände, wie etwa einer weltweiten Finanz-, Währungs- und/oder Wirtschaftskrise, die Risikofolgen intensivieren. Jedem Anleger wird geraten, die mit der Beteiligung verbundenen Risiken eingehend anhand seiner individuellen Situation persönlich zu prüfen und im Einzelfall einen Rechts- oder Steuerberater zu konsultieren. Die Reihenfolge der nachfolgend dargestellten Risiken stellt weder eine Aussage über deren Eintrittswahrscheinlichkeit noch über das Ausmaß ihrer potentiellen Auswirkungen dar. Der besseren Übersichtlichkeit halber ist die folgende Darstellung nach Themengebieten gegliedert, wobei beachtet werden muss, dass die genannten Risiken auch themenübergreifende Relevanz besitzen können und/oder sich auf den Eintritt und die Intensität anderer Risiken auswirken können.

DARSTELLUNG DER BEDEUTSAMEN RISIKEN 1. MAXIMALES RISIKO

Das maximale Risiko für die Anleger ist der Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals (Totalverlust) unter gleichzeitiger Verpflichtung zur Leistung weiterer Zahlungen aus ihrem Privatvermögen bis hin zur Privatinsolvenz.

2. ALLGEMEINE RISIKEN 2.1. INSOLVENZRISIKO/FEHLENDE EINLAGENSICHERUNG Die Beteiligungsgesellschaft kann aufgrund geringerer Einnahmen und/oder höherer Ausgaben als prognostiziert zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Insbesondere weil die Beteiligungsgesellschaft keinem Einlagensicherungssystem angehört, können bei einer Insolvenz sich nicht nur Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausfallen, es kann vielmehr der gesamte Bestand der Vermögensanlage gefährdet werden mit der Folge, dass Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.


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2.2. PROGNOSEUND KONZEPTIONSRISIKO

Dieser Verkaufsprospekt enthält Prognosen, Schätzungen und Annahmen hinsichtlich der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft. Es besteht das Risiko, dass diese erwarteten Entwicklungen, Prognosen, Schätzungen und Annahmen fehlerhaft und/oder nicht vollständig sind bzw. dass erwartete Entwicklungen nicht oder nicht wie angenommen eintreten. Zudem nimmt grundsätzlich der Grad der Genauigkeit von Prognosen mit zunehmender Laufzeit der Beteiligung ab. Eine andere als die prognostizierte Entwicklung kann das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft negativ beeinflussen. In diesen Fällen können sich nicht nur Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausfallen, es kann vielmehr der gesamte Bestand der Vermögensanlage gefährdet werden mit der Folge, dass Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

2.3. ALLGEMEINES UNTERNEHMERISCHES RISIKO Das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft ist maßgeblich von äußeren Faktoren abhängig. Dies sind im Hinblick auf die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen z.B. die Entwicklung der Erwerbspreise für Anlagenkomponenten, in der Betriebsphase das tatsächliche Windaufkommen oder die Veränderungen der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Rezession, Finanzmarktkrise). Auf solche Faktoren wird die Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft ggf. nicht, auch nicht durch den Abschluss von Versicherungen, reagieren können. Die tatsächliche Marktlage und die politischen und

wirtschaftlichen Bedingungen können dann so von den Erwartungen abweichen, dass die geplante Ertragslage und die Wertentwicklung der Beteiligungsgesellschaft nicht erreicht werden können. Es besteht daher das Risiko, dass das prognostizierte Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft von dem tatsächlichen Ergebnis substanziell negativ abweicht. In diesen Fällen können sich nicht nur Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausfallen, es kann vielmehr der gesamte Bestand der Beteiligungsgesellschaft gefährdet werden mit der Folge, dass Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

2.4. VERTRAGSERFÜLLUNGSRISIKO Grundlage des Beteiligungsangebotes sind verschiedene bereits begründete oder noch zu begründende Vertragsbeziehungen, zum einen von der Beteiligungsgesellschaft zu ihren Gesellschaftern sowie zu weiteren Dienstleistern und sonstigen Dritten, die die Umsetzung der wirtschaftlichen Strategie der Beteiligungsgesellschaft zum Gegenstand haben. Es besteht das Risiko, dass die Vertragspartner ihren Verpflichtungen aus den Verträgen (vorsätzlich oder fahrlässig) nicht nachkommen oder wegen Verschlechterung ihrer Bonität oder der Kumulation von Verpflichtungen gegenüber einer Vielzahl von Vertragspartnern zur ordnungsgemäßen Vertragserfüllung oder einer Leistung von Schadenersatz nicht mehr in der Lage sind oder die Verträge ordentlich oder außerordentlich kündigen. Dabei können sich etwaige Schadenersatzansprüche gegen diese Vertragspartner als wirtschaftlich nicht durchsetzbar erweisen und/oder die Notwendigkeit entstehen, zeit- und kostenträchtige gerichtliche Auseinandersetzungen zu führen. Dies kann zu Kosten im Zusammenhang mit einer Vertrags-

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018 Wesentliche Risiken der Beteiligung

ALLGEMEINE RISIKEN durchsetzung oder einer Auswechslung des Vertragspartners führen. Zudem besteht das Risiko, dass die vertraglich geschuldeten, aber nicht erbrachten Leistungen gar nicht anderweitig am Markt oder nur zu schlechteren Konditionen beschafft werden können. Auch besteht im Rahmen von noch zu begründenden Vertragsbeziehungen das Risiko, dass diese Verträge nicht oder nicht zu den im Zeitpunkt der Prospektaufstellung unterstellten Konditionen zustande kommen. Dies kann sich negativ auf das Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben oder die Anleger können einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

2.5. INFORMATIONSRISIKO Die den Anlegern zur Verfügung gestellten Informationen basieren teilweise auf Angaben Dritter. Insbesondere erfolgt der Erwerb der Vermögensgegenstände auf Grundlage von Herstellerangaben in Bezug auf die Windenergieanlagen und auf Grundlage verschiedener Gutachten (z.B. Ertragsgutachten, artenschutzrechtliches Gutachten). Die Richtigkeit dieser Angaben wird vorausgesetzt, kann aber inhaltlich nicht vollständig überprüft werden. In der Folge besteht das Risiko, dass Inhalte, Annahmen und/oder Schlussfolgerungen von verwendeten Quellen ihrerseits unvollständig, ungenau oder nicht richtig sind. Für den Fall der Herstellerangaben besteht das Risiko, dass die Anlagen den angegebenen Qualitätsstandards nicht entsprechen oder auf sonstige Weise hiervon abweichen. Sofern Sachverständige und/oder Dritte über gar keine oder über keine ausreichende Versicherung für berufliches

Fehlverhalten verfügen, können die der Beteiligungsgesellschaft aus der Verwirklichung des Risikos entstandene Kosten nicht ersetzt werden. Hieraus können sich negative Abweichungen von den geplanten Ergebnissen der Beteiligungsgesellschaft ergeben. Auszahlungen an die Anleger können dadurch geringer ausfallen, sich verzögern oder ganz ausbleiben. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Anleger ihr eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren.

2.6. ALLGEMEINES RISIKO AUS STÖRUNGEN DER INTERNATIONALEN KAPITALMÄRKTE. Es besteht das Risiko, dass Störungen an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten wie z.B. durch Staatsbankrotte, Schuldenmoratorien, Schuldenschnitte auf Staatsebene und auch auf Ebene von Finanzinstituten eintreten. So besteht insbesondere das Risiko, dass Versicherungen, Banken oder Kreditinstitute aufgrund einer solchen Krise ihre Verpflichtungen insbesondere gegenüber der Beteiligungsgesellschaft nicht, nicht vollständig oder nicht zum geplanten Zeitpunkt erfüllen. Weiterhin besteht das Risiko, dass sich die Inflationsrate unverhältnismäßig schnell erhöht (extreme Inflation) oder das Währungssystem umgestellt wird, wodurch das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft negativ beeinflusst werden könnte. In diesen Fällen können sich nicht nur Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausfallen, darüber hinaus können Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.


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3. LIQUIDITÄTSRISIKO Haupteinnahmequelle der Beteiligungsgesellschaft sind die Einnahmen aus dem Betrieb der erworbenen Windenergieanlagen. Nachteilige Entwicklungen auf Ebene der Vermögensgegenstände haben unmittelbar Auswirkungen auf die Liquidität der Beteiligungsgesellschaft. Die Beteiligungsgesellschaft kann Liquiditätsreserven bilden. Es ist möglich, dass die bei Bildung der Liquiditätsreserven angenommenen Kosten höher sind als erwartet. In diesen Fällen würde die in die Reserven eingestellte Liquidität verbraucht und nicht verzinst werden oder bei größeren Kostenüberschreitungen nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, kann dies in Bezug auf die Kosten in der Investitionsphase der Beteiligungsgesellschaft der Fall sein. Muss die Beteiligungsgesellschaft Liquiditätsengpässe durch Aufnahme nicht geplanten Fremdkapitals ausgleichen, fallen dadurch zusätzliche Ausgaben an, die die Liquidität der Beteiligungsgesellschaft weiter belasten und zu einer Verschlechterung des tatsächlichen Ergebnisses gegenüber dem prognostizierten Ergebnis führen können. Sofern sich Liquiditätsrisiken realisieren, besteht das Risiko, dass sich das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft verschlechtert und sich die Auszahlungen an die Anleger vermindern, verzögern oder gänzlich unterbleiben oder Anleger das eingesetzte Kapital ganz oder teilweise verlieren.

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020 Wesentliche Risiken der Beteiligung

4. RISIKEN AUS DER BETEILIGUNGSSTRUKTUR 4.1. RISIKO AUS DER STELLUNG ALS BESCHRÄNKT HAFTENDER GESELLSCHAFTER UND DEM AUSSCHLUSS VON DER GESCHÄFTSFÜHRUNG Die Anleger haben nur begrenzte Möglichkeiten, auf die Entscheidungen der Beteiligungsgesellschaft Einfluss zu nehmen. Sie können lediglich von ihren Stimmrechten im Rahmen der Beschlussfassung der Gesellschafter Gebrauch machen. Von der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft sind die Anleger ausgeschlossen. Es ist daher möglich, dass die Geschäftsführung Entscheidungen trifft, die nicht mit den Zielen der einzelnen Anleger übereinstimmen, für diese aber dennoch ggf. negative Wirkung entfalten. Auch können Ansprüche der Anleger gegen die Geschäftsführung u.U. nicht, nur verzögert oder überhaupt nicht durchgesetzt werden. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

4.2. ABSTIMMUNGSUND MAJORISIERUNGSRISIKO Die Ausübung der Gesellschafterrechte der Anleger erfolgt grundsätzlich und verbindlich durch Mehrheitsbeschluss. Eine derartige Willensbildung kann insbesondere dadurch erschwert werden, dass sich zum einen die Anleger untereinander nicht kennen oder zum anderen keine Neigung zur Ausübung ihrer gesellschaftsrechtlichen Befugnisse haben.

Zudem kann das Ergebnis der Beschlussfassung durch eine mögliche Zeichnung eines großen Gesellschaftsanteils durch einen einzelnen Anleger oder konzertiert abstimmende Anlegergruppen maßgeblich beeinflusst werden. Auch verfolgen einzelne Anleger ggf. unterschiedliche Interessen und Strategien, die mit den Interessen und Strategien anderer Anleger nicht übereinstimmen müssen. Minderheitsgesellschafter müssen somit die Entscheidungen der Mehrheit ungeachtet der Qualität der Beschlüsse mittragen. Wenn nur eine Minderheit der Anleger an den Entscheidungen mitwirkt, weil die Mehrheit von ihren Abstimmungsrechten keinen Gebrauch macht, können Beschlüsse wirksam gefasst werden, die von der Mehrheit der Anleger nicht erwünscht, aber gleichwohl mitzutragen sind. Es besteht daher das Risiko, dass durch die Ausübung der Gesellschafterrechte für einzelne Anleger und/oder für Anlegergruppen negative wirtschaftliche Folgen ausgelöst werden, insbesondere können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben; auch ist nicht auszuschließen, dass ein teilweiser oder vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals für die Anleger eintritt.

4.3. AUSTRITTSRISIKO

Die Beteiligungsgesellschaft hat eine unbestimmte Laufzeit. Gesellschafter können ihre Beteiligung grundsätzlich mit einer Frist von 18 Monaten zum Ende eines Geschäftsjahres ordentlich kündigen, erstmals jedoch zum 31. Dezember 2035. Es besteht das Risiko, dass Anleger unter bestimmten Voraussetzungen ihre Beteiligungen vor diesem Zeitpunkt, widerrufen, anfechten oder außerordentlich kündigen. In diesen Fällen besteht bei einer positiven Auseinandersetzungsbilanz die Verpflichtung, an den ausscheidenden Anleger Zahlungen aus dem Vermögen der Beteiligungsgesellschaft in Höhe des zum Zeitpunkt des Widerrufes bzw. der Anfechtung


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oder der Kündigung bestehenden Wertes der Beteiligung zu leisten. Durch solche (unerwarteten) Zahlungsverpflichtungen können das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft und somit auch das wirtschaftliche Ergebnis der verbleibenden Anleger negativ beeinträchtigt werden. Darüber hinaus könnte die Beteiligungsgesellschaft zur Erfüllung ihrer Zahlungspflichten zum Verkauf von Vermögensgegenständen – auch zu ggfs. schlechteren Konditionen als prognostiziert oder als dem aktuellen Marktwert – gezwungen sein. Dadurch können sich Auszahlungen an die verbleibenden Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben oder die verbleibenden Anleger können einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden. Für die auf diese Weise ausscheidenden Anleger besteht bei einer zum Zeitpunkt des Ausscheidens negativen Auseinandersetzungsbilanz das Risiko des teilweisen oder vollständigen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

4.4. RISIKO AUS EINGESCHRÄNKTER FUNGIBILITÄT Die Beteiligungsgesellschaft hat eine unbestimmte Laufzeit. Gesellschafter können ihre Beteiligung grundsätzlich mit einer Frist von 18 Monaten zum Ende eines Geschäftsjahres ordentlich kündigen, erstmals jedoch zum 31. Dezember 2035. Eine Übertragung des Gesellschaftsanteils setzt grundsätzlich die Zustimmung des Komplementärs voraus. Des Weiteren bestehen Beschränkungen im Hinblick auf den Personenkreis, der die Beteiligung erwerben darf. Darüberhinaus steht dem Gründungskommanditisten der Beteiligungsgesellschaft nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrags der Beteiligungsgesellschaft ein Vorkaufsrecht an der Beteiligung zu. Für eine Veräußerung der Beteiligung existiert zudem kein geregelter börsenähnlicher Markt. Es ist daher nicht sichergestellt, dass die Veräußerung des Anteils überhaupt, zum

gewünschten Zeitpunkt oder zu für den Anleger vertretbaren Konditionen möglich ist. Da Platzierungskosten und sonstige Anlaufkosten zunächst durch Wertzuwächse ausgeglichen werden müssen, ehe der Verkehrswert den Nominalwert der Beteiligung übersteigt, besteht für veräußerungswillige Anleger das Risiko, dass der Wert ihrer Anteile, insbesondere zu Beginn ihrer Beteiligung, unter der von ihnen geleisteten Pflichteinlage liegt. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass veräußerungswillige Anleger für ihre Beteiligung, im Verhältnis zum ursprünglich für den Erwerb des Anteils eingesetzten Kapital, einen nur geringeren Veräußerungserlös erhalten. Dies kann sich auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligung von Anlegern auswirken. Wegen der eingeschränkten Handelbarkeit der Beteiligung können Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

4.5. SCHLÜSSELPERSONENRISIKO Die Wertentwicklung bzw. das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft sowie der Investitionen in Vermögensgegenstände ist maßgeblich von der Erfahrung und Kompetenz eines kleinen Personenkreises, insbesondere der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft sowie sonstiger Schlüsselpersonen abhängig. Es besteht das Risiko, dass diese Schlüsselpersonen ausfallen oder ihre Aufgaben nicht (vollständig oder ordnungsgemäß) erfüllen und sich dadurch das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft verschlechtert. Zudem besteht das Risiko, dass im Falle des Ausfalles einer Schlüsselperson ein Nachfolger nicht, nur zu schlechteren oder zu wirtschaftlich nicht vertretbaren Bedingungen gefunden werden kann. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft

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022 Wesentliche Risiken der Beteiligung

4. RISIKEN AUS DER BETEILIGUNGSSTRUKTUR auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

4.7. PLATZIERUNGSUND RÜCKABWICKLUNGSRISIKO

4.6. RISIKO AUS INTERESSENKONFLIKTEN

Die Beteiligungsgesellschaft hat ihrer Renditeerwartung ein platziertes Kommanditkapital von € 12,5 Mio. zzgl. Agio zugrunde gelegt. Es besteht das Risiko, dass ein geringerer Betrag von Anlegern eingeworben wird, so dass die Beteiligungsgesellschaft einen höheren Anteil an Fremdkapital aufnehmen muss, um ihre Investitionen zu finanzieren. Dies verstärkt die Risiken, die generell mit dem Einsatz von Fremdkapital verbunden sind (siehe unter Kreditrisiko durch Fremdfinanzierung der Investitionen und Zinsänderungsrisiko auf Seite 29).

Zwischen den beteiligten Partnern dieses Beteiligungsangebotes bestehen personelle und kapitalmäßige Verflechtungen sowie Mehrfachfunktionen einzelner Beteiligter. Dadurch besteht das Risiko von Interessenkonflikten. Insbesondere unterliegen die beteiligten Partner keinen Wettbewerbsbeschränkungen. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die beteiligten Partner sowie die mit diesen Gesellschaften verbundenen Personen und Unternehmen zukünftig weitere Projekte ähnlicher Art verwalten und/oder durchführen. Dadurch besteht das Risiko, dass die beteiligten Partner aufgrund eigener oder fremder Interessen Maßnahmen vornehmen oder notwendige Handlungen unterlassen und/oder Entscheidungssituationen zum Nachteil der Beteiligungsgesellschaft und/oder der Anleger gelöst werden. Vorstehendes kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder sie können ganz ausbleiben. Ferner besteht die Gefahr, dass Anleger ihr eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren.

Insbesondere besteht in diesem Fall das Risiko, dass der Fremdkapitalzins die Gesamtkapitalrentabilität der Vermögensanlage übersteigt. Die Verwirklichung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben. Ferner können Anleger einen vollständigen oder teilweisen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.


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5. MIT DER INVESTITION IN WINDENERGIEANLAGEN VERBUNDENE RISIKEN 5.1. RISIKO AUS EINGESCHRÄNKTER 5.2. GENEHMIGUNGSRISIKEN DIVERSIFIKATION

Die Beteiligungsgesellschaft investiert ausschließlich in den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst, d.h. im Wesentlichen in acht Windenergieanlagen des Typs Vestas V126 sowie die damit verbundene Infrastruktur und damit nur in eine Anlageklasse an einem Standort. Eine Diversifizierung der damit verbundenen standort- und anlagebedingten Risiken der Vermögensanlage findet nicht statt. Durch diese Konzentration in eine bestimmte Anlageklasse und einen bestimmten Markt besteht das Risiko, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft von der Entwicklung der Vermögensgegenstände dieser Anlageklasse bzw. dieses bestimmten Marktes besonders stark abhängig ist. Dies bedeutet, dass bei der Verwirklichung spezifischer Risiken für den Markt in Bezug auf Windenergieanlagen am Standort Kirchberg bzw. die mit diesen erzeugte Energie die negativen Konsequenzen für die Beteiligungsgesellschaft und mithin für die Anleger erhöht sind, da negative Auswirkungen auf Windenergieanlagen am Standort Kirchberg nicht durch Investitionen auf einem anderen Markt oder in einer anderen Anlageklasse ausgeglichen werden. Dieser Umstand erhöht bei Verwirklichung einzelner Risiken die negativen Konsequenzen für die Anleger. Die Verwirklichung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben. Ferner können Anleger einen vollständigen oder teilweisen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

Voraussetzung für die Errichtung und den Betrieb des Bürgerwindparks ist das Vorliegen behördlicher Genehmigungen für sämtliche Anlagenteile und ggf. Nebenanlagen (Umspannwerk, Kabeltrasse und Zuwegungen). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Genehmigungsbehörden die für die Errichtung und den Betrieb der Windenergieanlagen erforderlichen Genehmigungen überhaupt nicht oder nur unter Auflagen und Einschränkungen erteilen und/oder während der Betriebsphase nachträglich Auflagen oder Einschränkungen in Bezug auf die erteilten behördlichen Genehmigungen beschlossen werden, die zu vorübergehenden oder dauerhaften Betriebseinschränkungen der Anlagen und zu nicht kalkulierten Aufwendungen führen können. Auch können insbesondere durch Einsprüche Dritter gegen erteilte Genehmigungen Verschlechterungen der rechtlichen und wirtschaftlichen Position der Beteiligungsgesellschaft entstehen. Zudem besteht das Risiko, dass bereits erteilte Genehmigungen von Dritten gerichtlich angefochten werden, was im Fall einer rechtswidrig erteilten Genehmigung zu deren Aufhebung führen kann. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass Dritte gegen die Beteiligungsgesellschaft im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes vorgehen, um so etwa einen gerichtlichen Baustopp zu erreichen. Sollte die Beteiligungsgesellschaft aufgrund nicht erfolgter Genehmigungen weniger Windenergieanlagen betreiben können, sinkt die Investitionsquote und der zu erwartende Gewinn, weil einige Kosten für die Konzeption der Vermögensanlage sowie wesentliche laufende Betriebskosten pauschaliert und von der Höhe der Investitionen der Beteiligungsgesellschaft unabhängig sind. Die Verwirklichung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern,

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024 Wesentliche Risiken der Beteiligung

5. MIT DER INVESTITION IN WINDENERGIEANLAGEN VERBUNDENE RISIKEN verzögern oder ganz ausbleiben. Ferner können Anleger einen vollständigen oder teilweisen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.3. RISIKEN BEI ERRICHTUNG DER WINDENERGIEANLAGEN

Weil die Windenergieanlagen im Auftrag der Beteiligungsgesellschaft von der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG und der Vestas Deutschland GmbH errichtet werden, trägt die Beteiligungsgesellschaft die damit verbundenen Bauherrenrisiken, insbesondere das Vertragserfüllungs- und Bonitätsrisiko der jeweiligen Vertragspartner. Zeitliche Verzögerungen im Rahmen der Errichtung und der Endabnahme der Windenergieanlagen haben zur Folge, dass die Erträge aus der Stromproduktion der Beteiligungsgesellschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt als kalkuliert zufließen. Ggf. kann sich durch eine zeitliche Verzögerung auch der staatlich festgelegte Vergütungsanspruch gegenüber den Prognosewerten verringern. Sollten in der Bauphase oder im Rahmen der Endabnahme Zusatzleistungen erforderlich sein, die über den im Rahmen des jeweiligen Vertrages vereinbarten Leistungsumfang hinausgehen und welche nicht von dem jeweiligen Vertragspartner zu tragen sind, kann es zu Kostenüberschreitungen kommen. Solche Kostenüberschreitungen können aufgrund des zusätzlichen Finanzierungsbedarfs zu erheblichen Mehrbelastungen der Beteiligungsgesellschaft führen. Sofern die Beteiligungsgesellschaft nicht in der Lage ist, die Kostenüberschreitungen zu finanzieren, kann dies die Insolvenz der Beteiligungsgesellschaft zur Folge haben. Die Verwirklichung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben. Ferner können Anleger einen

vollständigen oder teilweisen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.4. RISIKEN AUS FEHLERHAFTER ABSICHERUNG DER GRUNDSTÜCKSNUTZUNG Die Beteiligungsgesellschaft erwirbt kein Eigentum an den zur Errichtung des Windpark erforderlichen Grundstücken. Um die betreffenden Grundstücke nutzen zu können, wird die Beteiligungsgesellschaft mit den jeweiligen Eigentümern und soweit erforderlich mit Zustimmung der jeweiligen Pächter Pacht- bzw. Nutzungsverträge abschließen. Zudem beabsichtigt die Beteiligungsgesellschaft, die vorgenannten Verträge grundbuchrechtlich abzusichern, um insbesondere die wirtschaftlichen Zielsetzungen in Bezug auf die Grundstücksnutzung zu gewährleisten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Verträge und grundbuchrechtlichen Absicherungen fehlerhaft sind, juristisch angefochten werden können oder sonst zur Erreichung des beabsichtigten wirtschaftlichen und juristischen Zwecks untauglich sind. Auch besteht das Risiko, dass angrenzende Grundstücke veräußert werden und neue Grundstückseigentümer bei fehlender oder unzureichender grundbuchrechtlicher Absicherung für die Beteiligungsgesellschaft nachteilige Forderungen stellen wie etwa die Entfernung von Stromleitungen aus den Grundstücken. Die Verwirklichung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben. Ferner können Anleger einen vollständigen oder teilweisen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.


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5.5. ANLAGENSPEZIFISCHE RISIKEN

Die Beteiligungsgesellschaft haftet als Eigentümerin für alle Gefahren, die aus Windenergieanlagen resultieren, etwa bei Verletzung von Verkehrssicherungspflichten. Sollte ein Schaden (Sach- und/oder Personenschaden) auf ein nicht versicherbares oder nicht versichertes Schadensereignis entfallen oder sollten Versicherungsleistungen in einem Schadensfall nicht in ausreichender Höhe erfolgen, kann sich dies in Abhängigkeit von der Schadenshöhe negativ auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass mögliche Baumängel erst nach Ablauf von Garantiezeiten, Verjährungsund/oder Ausschlussfristen zur Geltendmachung von Mängelgewährleistungsrechten oder vergleichbaren Ausgleichsansprüchen erkannt werden. In diesen Fällen könnte die Beteiligungsgesellschaft keinen Rückgriff auf Dritte nehmen und müsste somit für die Mängelbeseitigung und/oder sonstige mit Baumängeln verbundene negative Folgen selbst aufkommen. Zudem trägt die Beteiligungsgesellschaft die Gefahr des zufälligen Untergangs, der zufälligen ganzen oder teilweisen Zerstörung und des langfristigen Nutzungsausschlusses der Windenergieanlagen. Auch besteht das Risiko, dass sonstige Umstände eintreten, die zu einem Leistungsverlust der Anlagen führen, welche von etwaigen Leistungsgarantien nicht gedeckt sind. Weiterhin besteht das Risiko, dass auf den durch die Windenergieanlagen beeinflussten Grundstücken Beeinträchtigungen, wie etwa Ernteausfälle durch Verschattungen oder besondere Windverhältnisse bzw. vergleichbare Problematiken entstehen. Somit ist nicht auszuschließen, dass die von den vorgenannten Beeinträchtigungen benachteiligten Dritten gegen die Beteiligungsgesellschaft Ansprüche geltend machen und/oder gegen Errichtung und/oder Betrieb des Windparks behördliche

bzw. gerichtliche Verfahren einleiten. Auch ist zu berücksichtigen, dass nicht alle vorgenannten Risiken versicherbar sind. Zudem besteht das Risiko, dass Versicherungen nicht oder nicht zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen angeboten werden bzw. abgeschlossen werden können. In diesem Fall muss die Beteiligungsgesellschaft für entstandene Schäden selbst aufkommen. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass es bei wiederholtem Auftreten von Schadensfällen zu steigenden Versicherungsprämien oder zum Verlust des Versicherungsschutzes kommen kann. Daneben können in derartigen Fällen Ersatz- bzw. Erweiterungsinvestitionen erforderlich werden. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.6. RISIKEN IN VERBINDUNG MIT WARTUNGS- UND BETRIEBSKOSTEN Aufwendungen und Kosten für den Betrieb, die Nutzung sowie die Instandhaltung und Betriebsführung der Windenergieanlagen sind in der Regel unabhängig von der Vergütung des erzeugten und eingespeisten Stroms und damit auch bei ggf. fehlenden Einnahmen der Beteiligungsgesellschaft zu zahlen. Es besteht somit insbesondere das Risiko, dass geringere Stromerträge nicht durch Kosteneinsparungen kompensiert werden können. Ferner sind im Rahmen der Wartung und des Betriebs der Windenergieanlagen von der Beteiligungsgesellschaft u.U. Kosten zu tragen, die den zum Investitionszeitpunkt kalkulierten Betrag übersteigen, woraus sich

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026 Wesentliche Risiken der Beteiligung

5. MIT DER INVESTITION IN WINDENERGIEANLAGEN VERBUNDENE RISIKEN unerwartete erhebliche Kostenbelastungen der Beteiligungsgesellschaft ergeben können. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.7. ERTRAGSRISIKO WITTERUNGSRISIKO Den Planungen der Beteiligungsgesellschaft liegen die erwartete Stromerzeugung und die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz zugrunde, die auf der Basis von zwei unabhängigen Windgutachten erstellt wurden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass das zukünftige Windaufkommen am Standort der Windenergieanlagen von den gemessenen Werten der Vergangenheit und damit von den Prognosen abweicht. Hierfür können z. B. Änderungen der Witterungsbedingungen, langfristige Klimaänderungen, Windflauten und eine Verringerung der Windanströmung durch den Zubau weiterer Windenergieanlagen ursächlich sein. Auch ist zu beachten, dass sowohl zu geringe als auch zu hohe Windgeschwindigkeiten dazu führen können, dass Windenergieanlagen nicht oder nur unzureichend betrieben werden können. Darüber hinaus können Leistungsverschlechterungen der Windenergieanlagen und des Stromwandlers sowie Störungen im technischen Betrieb Ursache für einen geringeren Energieertrag der Anlagen sein. Schwankungen und Verringerungen des Windaufkommens können das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft negativ beeinflussen. Darüber hinaus sind Abschattungsverluste durch die Kombination mehrerer

Windenergieanlagen möglich, da diese sich gegenseitig durch Windschatten und Turbulenzen beeinflussen können. Ferner können die Windenergieanlagen aus technischen Gründen möglicherweise nicht über die jeweils prognostizierte Lebensdauer bzw. Volllaststunden für ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch nutzbar sein. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die wirtschaftlichen Planungen der Beteiligungsgesellschaft auch auf Herstellerangaben zur technischen Verfügbarkeit und zur Leistungskennlinie der Windenergieanlagen beruhen. Die Leistungskennlinie trifft bei Windenergieanlagen eine Aussage darüber, welche Leistung bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit erreicht wird. Es besteht das Risiko, dass die Herstellerangaben zu technischer Verfügbarkeit bzw. zu Leistungskennlinien gegenüber den Planungen der Beteiligungsgesellschaft negativ abweichen. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.8. RISIKEN AUS NETZEINSPEISUNG UND STROMVERKAUF Es ist vorgesehen, dass die von den Windenergieanlagen erzeugte Energie an den örtlichen Netzbetreiber geliefert wird. Sollte es aus technischen Gründen zu Problemen und Verzögerungen beim Netzdurchfluss kommen, würde dies zu verminderten Einnahmen der Beteiligungsgesellschaft führen. Ebenso können Störungen und Ausfälle im Stromversorgungsnetz, die weder vom Netzbetreiber noch von der Beteiligungsgesellschaft zu vertreten noch durch Versicherungen abgedeckt sind, zu verminderten Einnahmen der


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Beteiligungsgesellschaft führen. Im Rahmen des Einspeisemanagements sind die Netzbetreiber unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, die Stromeinspeisung im Fall von Netzüberlastungen zu unterbrechen. Es besteht dann die Möglichkeit, dass die Beteiligungsgesellschaft keine oder nur eine der Höhe nach begrenzte Entschädigung erhält. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.9. STROMPREIS/ EINSPEISEVERGÜTUNG Die Geschäftstätigkeit der Beteiligungsgesellschaft wird wesentlich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beeinflusst. Das EEG sieht für Windenergieanlagen an Land in den ersten fünf Jahren nach der Inbetriebnahme eine erhöhte Anfangsvergütung vor. Diese Vergütung wird nach fünf Jahren überprüft und in Relation zu dem sog. Referenzertrag des errichteten Anlagetyps gesetzt. Bei sehr ertragsstarken Standorten kann dies zur Folge haben, dass die Vergütung vor Ablauf des maximalen Vergütungszeitraums von 20 Jahren auf eine Grundvergütung abgesenkt wird. Ertragsschwächere Standorte erhalten die höhere Anfangsvergütung in der Regel 20 Jahre lang. Es besteht das Risiko, dass das Windaufkommen in den ersten fünf Jahren zu sehr hohen Erträgen führt und in der Folge die Anfangsvergütung für einen kürzeren Zeitraum als 20 Jahre ausbezahlt wird. Fallen danach die mit der Grundvergütung abzugeltenden Windernten jedoch niedriger aus, würde dies die Ertragslage der Beteiligungsgesellschaft beeinträchtigen.

Beim direkten Verkauf am Strommarkt – an der Börse oder über einen Stromhändler – sind die Stromerträge je nach Angebot und Nachfrage sowie den Konditionen der Abnahmeverträge u.U. unkalkulierbaren Schwankungen unterworfen. 02

Die Abschaffung oder nachträgliche Absenkung der gesetzlichen Einspeisevergütungen könnte dazu führen, dass die Grundlage für die Geschäftstätigkeit der Beteiligungsgesellschaft entfällt und diese somit zwingen, ihren Geschäftsbetrieb einzustellen. Sollten die erforderlichen technischen und betrieblichen Vorgaben des EEG durch die Beteiligungsgesellschaft nicht fristgerecht erfüllt werden, könnten ggf. nur geringere oder keine Einspeisevergütungen von der Beteiligungsgesellschaft beansprucht werden. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.10. EINHALTUNG VON GESETZLICHEN VORSCHRIFTEN Es besteht das Risiko, dass Vertragspartner oder sonstige Dritte die geltenden Gesetze bei der Projektentwicklung oder Projektrealisierung verletzt haben bzw. verletzen. Dies kann dazu führen, dass der Betrieb der Windenergieanlage vorübergehend oder dauerhaft eingestellt werden muss, der gesetzliche Vergütungsanspruch aberkannt wird oder dass die Beteiligungsgesellschaft mit Bußgeldzahlungen belegt wird. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungs-


028 Wesentliche Risiken der Beteiligung

5. MIT DER INVESTITION IN WINDENERGIEANLAGEN VERBUNDENE RISIKEN gesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

5.11. RÜCKBAUVERPFLICHTUNG

Nach Ablauf der Grundstückspachtverträge ist die Beteiligungsgesellschaft verpflichtet, die Windenergieanlagen zurückzubauen und den Ursprungszustand der Grundstücke wiederherzustellen, insbesondere Bodenversiegelungen zu beseitigen. Dabei besteht das Risiko, dass die tatsächlichen Entsorgungs- und Rückbaukosten den zum Investitionszeitpunkt kalkulierten Betrag übersteigen. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.


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6. KREDITRISIKEN 6.1. KREDITRISIKO DURCH FREMDFINANZIERUNG DER INVESTITIONEN Die Beteiligungsgesellschaft soll prognosegemäß anteilig mit Fremdmitteln finanziert werden. Es ist beabsichtigt, entsprechende Darlehensverträge abzuschließen. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung liegen jedoch noch keine bindenden Verträge vor. Somit besteht das Risiko, dass die Finanzierungsverträge nicht, nicht fristgerecht oder zu schlechteren Konditionen als in der Prognoserechnung unterstellt zustande kommen. Dies kann dazu führen, dass die Umsetzung des Erwerbs der Windenergieanlagen verhindert wird. Generell bringt der Einsatz von Fremdkapital das Risiko mit sich, dass der Fremdkapitalzins die Gesamtkapitalrentabilität der Vermögensanlage übersteigt. Dies kann bspw. bei einer Anschlussfinanzierung mit höherem Fremdkapitalzinssatz, bei geringeren Stromerlösen oder höheren Kosten der Beteiligungsgesellschaft gegenüber den Prognosewerten eintreten. In diesem Fall geht die Eigenkapitalrentabilität umso stärker zurück, je höher der prozentuale Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital ist (so genannter negativer „Hebeleffekt“). Im Rahmen der Fremdfinanzierung sind die Ansprüche der kreditgebenden Bank(en) höchstwahrscheinlich durch Sicherungsrechte an den Windenergieanlagen besichert. Es besteht das Risiko, dass die Windenergieanlagen durch die Bank(en) verwertet werden, wenn die Beteiligungsgesellschaft ihren Darlehensverpflichtungen nicht nachkommt. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die Beteiligungsgesellschaft Darlehensverträge abschließt, die die Einhaltung von Kennzahlen

(z.B. Debt-Service-Cover-Ratio (DSCR): Verhältnis Zins- und Tilgungsrate / Nettoeinnnahmen) vorsehen. Für den Fall, dass die Kennzahlen nicht eingehalten werden, besteht das Risiko, dass die Beteiligungsgesellschaft eine Anschlussfinanzierung in Anspruch nehmen muss, Erträge der Beteiligungsgesellschaft nicht ausgeschüttet werden dürfen oder die finanzierende Bank das Darlehen kündigt und die Windenergieanlagen zwangsverwertet. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

6.2. ZINSÄNDERUNGSRISIKO In der Prognoserechnung wird für die Fremdfinanzierung über die gesamte Laufzeit ein Zinssatz von 2,95 % p.a. angenommen. Es besteht das Risiko, dass die Finanzierung sowie eine Prolongation nach Ablauf des Zinsbindungszeitraums nur zu ungünstigeren Konditionen als in der Prognoserechnung unterstellt abgeschlossen werden kann. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

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030 Wesentliche Risiken der Beteiligung

6. KREDITRISIKEN 6.3. KREDITRISIKO AUS EINER INDIVIDUELLEN FREMDFINANZIERUNG DER BETEILIGUNG Eine individuelle Fremdfinanzierung der Beteiligung durch die Anleger ist konzeptionell nicht vorgesehen und von einer solchen wird ausdrücklich abgeraten. Für Anleger, die dennoch eine individuelle Fremdfinanzierung der Beteiligung eingehen, besteht das Risiko der Zwangsverwertung der Anteile der Beteiligungsgesellschaft durch die finanzierende Bank, falls die Anleger ihren Zins- bzw. Tilgungsverpflichtungen nicht nachkommen oder es zu Wertverlusten der als Sicherheit dienenden Beteiligung kommt. Auch kann in derartigen Situationen nicht ausgeschlossen werden, dass Anleger weitere Sicherheiten stellen müssen. Das individuelle Ergebnis der Anleger kann durch zusätzliche Kosten der Fremdfinanzierung, wie z.B. Zinsen und Bearbeitungsgebühren, oder durch eine eventuelle Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Ablösung ihrer Fremdfinanzierung verschlechtert werden. Ferner müssen die Verbindlichkeiten aus der Fremdfinanzierung auch dann plangemäß zurückgeführt werden, wenn diese nicht aus Rückflüssen der Beteiligung bestritten werden können, mithin auch im Fall des Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Sie können daher das übrige Vermögen der Anleger gefährden und bis hin zur Privatinsolvenz führen.

7. STEUERLICHE RISIKEN 7.1. ALLGEMEINE STEUERLICHE RISIKEN

Über die Festsetzung der Besteuerungsgrundlagen sowie die endgültige Höhe und die Aufteilung der steuerlichen Ergebnisse entscheidet die Finanzverwaltung erst im Rahmen der Veranlagung bzw. des Feststellungsverfahrens oder nach einer steuerlichen Außenprüfung. Dabei besteht das Risiko, dass die Finanzverwaltung zu einer anderen Beurteilung der steuerlichen Konzeption des Beteiligungsangebotes gelangt als der Anbieter. Dies kann dazu führen, dass die Festsetzung von Steuern für noch nicht endgültig veranlagte Veranlagungszeiträume rückwirkend geändert wird. Darüber hinaus kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich während der Beteiligungslaufzeit die Gesetzeslage ändert oder dass aufgrund der Fortentwicklung bei der Auslegung der geltenden Steuergesetze durch die Finanzverwaltung und die Rechtsprechung nachteilige steuerliche Konsequenzen für die Beteiligungsgesellschaft und ihre Gesellschafter entstehen. Bspw. kann eine abweichende Beurteilung der Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben dem Grunde oder der Höhe nach zu höheren steuerlichen Belastungen, Nachzahlungszinsen oder Strafzahlungen führen. Darüber hinaus können der Beteiligungsgesellschaft durch die Einlegung von Rechtsmitteln oder die Beschreitung des Rechtsweges nicht kalkulierte Mehrkosten entstehen. Dies kann zu einer Beeinträchtigung der Ertragslage der Beteiligungsgesellschaft führen und sowohl die Höhe der Ausschüttungen/ Entnahmen an die Anleger reduzieren als auch die Fähigkeit der Beteiligungsgesellschaft, die Zahlung des Abfindungsguthabens an die Anleger zu leisten, negativ beeinflussen. Durch die Verwirklichung vorstehender Risiken können sich Auszahlungen an die Anleger verringern, verzögern oder ganz ausbleiben. Darüber hinaus können Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.


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7. STEUERLICHE RISIKEN 7.2. INDIVIDUELLE STEUERBELASTUNG DER ANLEGER

7.4. ERBSCHAFT- UND SCHENKUNGSTEUER IN DEUTSCHLAND

Das steuerliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft wird dem Gesellschafter grundsätzlich zum Ende des Wirtschaftsjahres zugerechnet und ist damit bei ihm nach seinen persönlichen Besteuerungsmerkmalen zu versteuern. Es besteht das Risiko, dass individuelle Steuerzahlungen (insbesondere Einkommensteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) zu leisten sind, denen keine oder nur deutlich geringere Liquiditätszuflüsse aus der Gesellschaft gegenüberstehen. Diese Steuerzahlungen können auch das sonstige Vermögen der Anleger gefährden und bis hin zur Privatinsolvenz führen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Beschluss vom 27.09.2012 (Az.: II r 9/11) gebeten zu klären, ob das reformierte Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Der BFH stößt sich an der Privilegierung von Betriebserben. Wegen der Betriebsbegünstigung sowie der Möglichkeit, Privatbesitz in steuerbegünstigtes Firmenvermögen zu verschieben, sei das Gesetz im Kern verfassungswidrig. Im Zuge der Überprüfung des Gesetzes durch das Bundesverfassungsgericht ist nicht auszuschließen, dass sich für vererbtes Betriebsvermögen etwas ändert.

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7.3. GLEICHVERTEILUNGSABREDE Es ist gemäß Gesellschaftsvertrag vorgesehen, dass die Ergebnisse der Beteiligungsgesellschaft für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 nach Möglichkeit so verteilt werden, dass sämtliche Gesellschafter der Beteiligungsgesellschaft unabhängig vom genauen Beitrittszeitpunkt entsprechend dem Verhältnis ihrer eingezahlten Kapitalanteile gleich behandelt werden. Sollte eine Verteilung der Gewinne und Verluste für die beiden Geschäftsjahre nicht dahingehend möglich sein, dass alle Gesellschafter der Beteiligungsgesellschaft gleich behandelt werden oder wenn die Finanzverwaltung die steuerliche Ergebnisverteilung nicht anerkennt, können sich für den Einzelnen je nach Beitrittszeitpunkt unterschiedliche steuerliche Ergebnisse ergeben. Dadurch kann sich ein höheres laufendes steuerliches Ergebnis für den Anleger ergeben, mit der Folge einer nachteiligen Abweichung betreffend die Rentabilität der Beteiligung aus Sicht der Anleger.

Es kann auch bei Anteilsübertragungen an der Beteiligungsgesellschaft zu einer höheren Steuerbelastung des Erben/ Beschenkten führen.


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8. RECHTLICHE RISIKEN

8.1. RISIKO AUS KURZ ZURÜCKLIEGENDER BZW. ANDAUERNDER NEUREGULIERUNG Durch die europäische Richtlinie 2011/61/EU vom 8. Juni 2011 über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM) sind europaweit erhebliche Rechtsänderungen ausgelöst worden. In Deutschland wurde diese Richtlinie mit dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) umgesetzt, das am 22. Juli 2013 in Kraft getreten ist. Weiterhin werden die Regelungen der Richtlinie bzw. des KAGB durch eine Vielzahl von zusätzlichen zu beachtenden Maßnahmen wie Verordnungen oder (aufsichts-)behördlichen Verlautbarungen ergänzt. Hierbei ist zu beachten, dass zum Zeitpunkt der Erstellung des Verkaufsprospekts eine Vielzahl von rechtlich relevanten Aspekten innerhalb der neuen Regulierungen bzw. in Bezug auf deren Verhältnis zu bestehenden Regelungen, Rechtsprechungsansichten und/oder behördlicher Praxis aufgrund der kurz zurückliegenden Neuregulierung noch nicht abschließend geklärt sind. Die Beteiligungsgesellschaft wurde vorliegend als Vermögensanlage im Sinne des Vermögensanlagengesetzes konzipiert und nicht als Investmentvermögen nach dem KAGB. Es besteht daher das Risiko, dass rechtliche Wertungen, die für die Beteiligungsgesellschaft maßgeblich sind und die insbesondere in deren wirtschaftliche und rechtliche Konzeption Eingang gefunden haben, in Zukunft Änderungen unterworfen sein können. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

8.2. HAFTUNG DER ANLEGER

Jeder Anleger, der sich als Kommanditist an der Beteiligungsgesellschaft beteiligt, haftet gegenüber Gläubigern der Beteiligungsgesellschaft persönlich bis zur Höhe seiner im Handelsregister eingetragenen Haftsumme (10 % der übernommenen Pflichteinlage ohne Agio). Mit der Leistung der Pflichteinlage erlischt seine persönliche Haftung. Gem. § 172 Abs. 4 HGB lebt die persönliche Haftung des einzelnen Gesellschafters im Außenverhältnis bis zu der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme wieder auf, sofern z.B. aufgrund von Entnahmen der Stand des Kapitalkontos dieses Anlegers unter den Betrag der Haftsumme sinkt. Gem. § 160 HGB haften die ausscheidenden Kommanditisten - wenn nicht gleichzeitig die Gesellschaft aufgelöst wird bis zur Höhe der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme für bis dahin begründete Verbindlichkeiten der Beteiligungsgesellschaft, die bis zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrem Ausscheiden fällig werden und gegen sie gerichtlich geltend gemacht oder von den Kommanditisten schriftlich anerkannt worden sind. Die Frist beginnt mit Ablauf des Tages, an dem das Ausscheiden in das Handelsregister eingetragen wird. Im Fall der Auflösung der Beteiligungsgesellschaft verjähren die Ansprüche der Gesellschaftsgläubiger gegen die Kommanditisten spätestens fünf Jahre nach Eintragung der Auflösung der Beteiligungsgesellschaft in das Handelsregister oder, wenn die Ansprüche erst fällig werden, nachdem die Auflösung eingetragen ist, fünf Jahre nach Fälligkeit der Ansprüche. Zudem ist zu beachten, dass Anleger ggf. verpflichtet sein können, in voller Höhe, also ohne Begrenzung auf die Höhe der Haftsumme oder Pflichteinlage, erhaltene Auszahlungen analog §§ 30, 31 GmbHG zurückzuzahlen, wenn an sie Auszahlungen geleistet wurden, die zur Überschuldung oder


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Zahlungsunfähigkeit der Beteiligungsgesellschaft und dadurch mittelbar zur Entstehung oder Vertiefung einer Unterbilanz des Komplementärs führen. Die vorbeschriebenen Risiken können das übrige Vermögen der Anleger gefährden und bis hin zur Privatinsolvenz führen.

8.3. RISIKO KÜNFTIGER RECHTSÄNDERUNGEN / RISIKO AUS RECHTSDURCHSETZUNG Es besteht das Risiko, dass sich Gesetze, Rechtsprechung und/oder Verwaltungsvorschriften zu Ungunsten der Beteiligungsgesellschaft und/oder der Anleger ändern. Darüber hinaus können sich Rechtsstreitigkeiten mit Dritten ergeben, die eine kostenintensive Rechtsberatung erfordern. Zudem ist es denkbar, dass Verträge ganz oder teilweise unwirksam, lückenhaft, fehlerhaft und/oder für die Beteiligungsgesellschaft unvorteilhaft sind. Es ist auch möglich, dass ein Gericht die Wirksamkeit, den Inhalt oder die Durchsetzbarkeit von Verträgen anders beurteilt als die Beteiligungsgesellschaft oder Dritte. Die Realisierung vorstehender Risiken kann sich nachteilig auf das wirtschaftliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft auswirken. Dadurch können Auszahlungen an die Anleger später erfolgen, geringer ausfallen oder ganz ausbleiben. Es besteht ferner die Gefahr, dass die Anleger einen teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals erleiden.

9. ABSCHLIESSENDER RISIKOHINWEIS 02

Über die in diesem Abschnitt erläuterten Risiken hinaus sind dem Anbieter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung keine weiteren wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen (einschließlich steuerrechtlichen) Risiken im Zusammenhang mit der Vermögensanlage bekannt.


034

03 DER MARKT FÜR WINDENERGIE


035


036 Der Markt für Windenergie

DER BEDARF AN ERNEUERBAREN ENERGIEN

Der weltweite Verbrauch an Primärenergie, der im Jahr 2011 bei ca. 13,1 Mrd. Tonnen Öleinheiten lag, hat sich seit 1970 mehr als verdoppelt (Quelle: Zentrale für Politische Bildung, Mitteilung zu Zahlen und Fakten vom 19.12.2013). Wenngleich die Wachstumsraten über diesen Zeitraum mit durchschnittlich 2% moderat ausfallen, ist auch für die Zukunft weltweit mit einem steigenden Energiebedarf zu rechnen. Ursachen hierfür sind der Anstieg der Weltbevölkerung, die derzeit jährlich etwa um die Größe der Bevölkerung Deutschlands wächst, die zunehmende Verstädterung sowie der technische und wirtschaftliche Fortschritt. Gleichzeitig zwingen die Verknappung fossiler Brennstoffe, die Sicherung von Klimaschutzzielen sowie die Gefahren der Kernenergie dazu, alternative Energiequellen zu erschließen. Deutschland nimmt im Prozess der Energiewende international eine Vorreiterrolle ein. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Biomasse bis zur Mitte des Jahrhunderts die Stromversorgung dominieren. So soll der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von derzeit 23,5% (2012) auf rund 55-60 % im Jahr 2035 gesteigert werden, siehe Gesetz zum novellierten EEG 2014.

PROGNOSE

Bei den Erneuerbaren Energien Energien kommt schon heute der Energiegewinnung aus Windkraft eine entscheidende Rolle zu. Hatten die Erneuerbaren Energien 2012 einen Anteil von 23,5 %* an der Stromerzeugung in Deutschland, belief sich der Anteil der Windenergie allein auf 8,4%*. Nach den Angaben der Arbeitsgruppe Erneuerbare EnergienStatistik (AGEE-Stat) beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit wurden im Jahr 2012 in Deutschland 998 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.440 MW errichtet. Bereinigt um den Ersatz von bestehenden Anlagen durch neue, leistungsfähigere Kraftwerke entspricht dies einem Nettoleistungszubau von 2.244 MW*. Ende 2012 waren somit insgesamt 23.295 Anlagen mit einer installierten Leistung von 31.307 MW am Netz angeschlossen.

100% ab 2020 Prognose

80 %

80% 65 % 60%

50 %

40%

35 % 19,9 %

20% 0%

3,6 %

6,6 %

1990

2000

2011

2020

2030

2040

2050

Abbildung: Erneuerbare Energien in Deutschland, Anteile an der Stromerzeugung in %, ab 2020: Anteile der Stromversorgung als Ziele der Bundesregierung Quelle: World Energy Council, Energie für Deutschland 2012. Fakten, Perspektiven und Positionen im globalen Kontext, S. 11. * Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Erneuerbare Energien in Zahlen 2012, Stand Dezember 2013, S. 12


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WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ERZEUGUNG VON STROM AUS WINDENERGIE

DAS ERNEUERBARE-ENERGIENGESETZ (EEG)

Der Bundestag hat am 27.06.2014 eine Novellierung des EEG beschlossen, die bis Ende August 2014 im Bundesrat verabschiedet werden soll. Im Folgenden sind die Regelungen dargestellt, wie sie im Gesetz festgelegt wurden. Im parlamentarischen Prozess können sich in den nächsten Monaten noch Änderungen ergeben. Welche Änderungen sich im Gesetzgebungsverfahren noch ergeben und welche Auswirkungen diese auf den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst haben, kann zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung nicht abgeschätzt werden. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien sind in Deutschland durch das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG) geprägt. Dessen Zweck ist es, die auf Seite 36 dargestellten energiewirtschaftlichen Ziele zu unterstützen und die Weiterentwicklung von Technolo-

gien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern. Dies soll dadurch erreicht werden, dass die Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien für die Dauer von bis zu 20 Jahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres einen festen Vergütungssatz pro Kilowattstunde des erzeugten Stroms beanspruchen können. Die Höhe des Vergütungssatzes ist dabei abhängig von der angewandten Technologie, dem Standort und dem Zeitpunkt des Netzanschlusses. Um Anreize zur Effizienzsteigerung zu setzen, die zum Beispiel in einer neuen und/oder verbesserten Anlagetechnik, der Entwicklung neuer Materialien oder kostengünstigerer Systemkomponenten bestehen können, sieht das EEG eine Absenkung der Vergütungen in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Fertigstellung bzw. des Netzanschlusses vor. Die zu diesem Zeitpunkt anwendbaren Förderbedingungen gelten dann jedoch für den gesamten Förderzeitraum. Für den Bereich der Windenergie sieht das EEG grundsätzlich zwei Vergütungsregimes vor – die Einspeisevergütung und die Direktvermarktung.

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038 Der Markt für Windenergie

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ERZEUGUNG VON STROM AUS WINDENERGIE

DIE EINSPEISEVERGÜTUNG

Die für den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst wesentlichen Punkte sind im Folgenden erläutert. Unter den zahlreichen Änderungen finden sich inhaltlich die stärksten Eingriffe in den Regelungen zur Vergütung (§§ 15 ff.). Die bisherige Vergütungspflicht für Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) wird nunmehr als Pflicht zur „finanziellen Förderung“ formuliert. Die Förderung soll über die weitgehend verpflichtende Direktvermarktung erfolgen. Die klassische Einspeisevergütung ist für Neuanlagen nur noch in Ausnahmefällen möglich.

DIE EINSPEISEVERGÜTUNG IM EINZELNEN:

1. VERGÜTUNG FÜR DIE WINDENERGIE AN LAND

Das Gesetz setzt das bisherige zweistufige Vergütungssystem fort. Die Grundvergütung beträgt 4,95 Cent je Kilowattstunde. Der Vergütungszeitraum beträgt weiterhin 20 Jahre zuzüglich des Inbetriebnahmejahres. In den ersten fünf Jahren ab Inbetriebnahme wird eine Anfangsvergütung von 8,9 Cent je Kilowattstunde festgelegt. Festgehalten wird an der Standortdifferenzierung anhand des Referenzertrages. Dabei werden die Stromerträge eines

Windparks oder einer Windenergieanlage verglichen mit einer im Anhang zum Gesetz beschriebenen Referenz-Windenergieanlage. Das Modell wird aber gestrafft und die Möglichkeiten, die Anfangsvergütung zu verlängern, damit beschränkt. Die Differenzierung erfolgt nun zwischen 130% und 77,5% des Referenzertrages. Eine Verlängerung der Anfangsvergütung wird also nur noch für Standorte gewährt, deren Ertrag 130% des Referenzertrages unterschreitet (bislang 150%). Anlagen, deren Ertrag 77,5% des Referenzertrages unterschreiten, erhalten die erhöhte Anfangsvergütung über den vollen Vergütungszeitraum. Wichtig für den Ausbau der Windenergie in Süddeutschland: Der Wert von 77,5% des Referenzertrages stellt keinen Grenzwert für die Vergütung dar, das heißt auch Anlagen mit niedrigeren Erträgen bleiben vergütungsfähig.

2. DEGRESSION

Die Degression, also die Absenkung der Vergütungssätze bei Neuanlagen, setzt erst zum 1. Januar 2016 ein. Dabei werden die Vergütungssätze in Abhängigkeit des Zubaus an neuen Windenergieanlagen in den letzten zwölf Monaten abgesenkt. Wir gehen von einer Inbetriebnahme des Windparks Kirchberg im Jahr 2015 aus, so dass eine mögliche Absenkung ab dem 1. Januar 2016 keine Auswirkungen haben wird.


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3. VERPFLICHTENDE DIREKTVERMARKTUNG Hier liegt der zentrale Paradigmenwechsel der Novelle: Die bisherige Rechtslage, unter der die Einspeisevergütung der Regelfall und die Direktvermarktung eine optionale Alternative war, wird umgekehrt. Die Einspeisevergütung stellte bisher sicher, dass der zuständige Netzbetreiber die Stromproduktion eines Windparks zum festgelegten Vergütungssatz abnehmen und vergüten musste. Künftig ist die Direktvermarktung für alle Neuanlagen verpflichtend. Dies bedeutet, dass der Betreiber des Windparks den erzeugten Strom an einen Direktvermarkter (in der Regel Stromhandelsunternehmen) abgibt. Für die Vermarktung des gelieferten Stroms wird der Direktvermarkter eine Gebühr verlangen. Diese Gebühr mindert die unter Punkt 1. Vergütung für die Windenergie an Land) genannte Vergütung von 8,9 Ct. je kWh. Der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG liegen Angebote von Direktvermarktern vor, die eine Gebühr von 0,2 Ct. je kWh erheben. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung des Windparks Kirchberg (Kapitel 6 bis 9) ist deshalb eine NettoVergütung von 8,7 Ct. je kWh eingerechnet.

Betreiber von Neuanlagen können allenfalls kurzfristig zur klassischen Einspeisevergütung wechseln, wenn sie ihren Strom vorübergehend nicht direkt vermarkten können – etwa aufgrund einer Insolvenz des Direktvermarkters. Die Regelung soll durchgehend gesicherte Einnahmen der Betreiber gewährleisten und damit einem ansonsten befürchteten Anstieg der Finanzierungskosten vorbeugen. Der Betreiber der Anlage muss in diesem Fall aber einen Abschlag von der Vergütung in Höhe von 20% hinnehmen. Die einzige geförderte Form der Direktvermarktung ist die Vermarktung zur Inanspruchnahme der Marktprämie. Die Anforderungen an den Erhalt der Marktprämie werden verschärft. So ist die Fernsteuerbarkeit der Anlagen künftig zwingende Voraussetzung für den Erhalt der Marktprämie. Es müssen technische Einrichtungen vorgehalten werden, die es dem Direktvermarkter erlauben, die jeweilige Ist-Einspeisung abzurufen und die Leistung ferngesteuert zu reduzieren. Diese Befugnis muss dem Direktvermarkter auch vertraglich eingeräumt sein.

03


040

04 PROJEKTBESCHREIBUNG BÜRGERWINDPARK KIRCHBERG/JAGST


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042 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

DIE ANLAGEOBJEKTE IM ÜBERBLICK

KENNDATEN DES PROJEKTES

Projektbetreiber

Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG

Anzahl und Typ der Windenergieanlagen

acht Vestas V126

Hersteller

Vestas Deutschland GmbH

Rotordurchmesser

126 m

Nabenhöhe

137 m

Nennleistung je Anlage 3.300 kW Nennleistung insgesamt 26.400 kW Bundesland

Baden-Württemberg

Landkreis

Schwäbisch Hall

Standortgemeinde

Stadt Kirchberg/Jagst

Die geplanten Windenergieanlagen liegen in einer geplanten Vorrangfläche für Windenergieanlagen der Stadt Kirchberg/Jagst. Die Ausweisung der Vorrangfläche erfolgt durch eine Änderung des Flächennutzungsplans des Gemeindeverwaltungsverbands Brettach/Jagst. Der neue Flächennutzungsplan soll im Herbst 2014 Rechtskraft erlangen.

Das Projektgebiet liegt nördlich der Autobahn A6 und südöstlich von Kirchberg. Die nächstgelegenen Siedlungsgebiete zum geplanten Windpark sind die Ortschaften Großallmerspann, Kleinallmerspann, Herboldshausen, Dörrmenz, Lendsiedel und Kirchberg/Jagst. Der Bau der Windenergieanlagen ist auf landwirtschaftlich genutzten Flächen (vorwiegend Ackerflächen) vorgesehen, so dass die Anlagen aus allen Windrichtungen gut angeströmt werden können. Im Vorranggebiet des geplanten Windparks befinden sich seit 2008 drei Bestandsanlagen vom Typ Vestas V90 mit einer Nabenhöhe von 105 m sowie seit 2001 eine Nordex-Anlage vom Typ N50 mit einer Nabenhöhe von 70 m. Die Nordex-Anlage wird im Zuge des 2014 auslaufenden Repowering von Altanlagen abgebaut. Die Anlageobjekte bestehen aus acht Windenergieanlagen, die zu einem Windpark zusammengefasst werden.

Über den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst hinaus betreibt die Beteiligungsgesellschaft keine weiteren Windkraftanlagen.


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ANLAGENTYP VESTAS V 126

Nach einer ausführlichen Analyse der am Markt verfügbaren Windkraftanlagen für Binnenlandstandorte sowie ausführlichen Verhandlungen mit diversen Herstellern erfolgte die Entscheidung für den Anlagentyp Vestas V126 aus folgenden Gründen:

1. SPEZIALIST FÜR DAS BINNENLAND: Die V126 ist die von Vestas speziell für sogenannte Schwachwindstandorte entwickelte Windenergieanlage. Sie basiert auf der Technologie der Vestas V112, die seit Jahren sehr erfolgreich am Markt betrieben wird. Durch die größere Rotorfläche ermöglicht die V126 einen deutlich höheren Energieertrag im Vergleich zur V112 und macht windschwächere Standorte im Binnenland wirtschaftlich attraktiver.

2. ÖRTLICHE GEGEBENHEITEN: Durch die geforderten Abstände zwischen den Anlagen ergibt sich mit dem Rotorradius der V126 eine optimale Ausnutzung der Windvorrangfläche. Somit können acht Anlagen platziert werden.

3. UMWELTVERTRÄGLICHKEIT: Der Schallleistungspegel liegt bei maximal 107,5 Dezibel in Nabenhöhe. Dadurch können Windparks in besiedelten Gebieten unter geringstmöglicher Belastung räumlich optimal ausgelegt werden.

4. SERVICE: Die Firma Vestas hat deutschlandweit ein flächendeckendes Netz an Servicestationen aufgebaut und ist sehr erfahren in der Wartung und Instandhaltung von Windenergieanlagen. Die nächsten beiden Servicestützpunkte liegen in Wüstenzell bei Würzburg bzw. in Dietzenbach, Nähe Ulm. Dies gewährleistet, dass die Techniker innerhalb in kürzester Zeit bei Störungen vor Ort sein können, was sich sehr positiv auf die Verfügbarkeit der Anlagen auswirkt. Vestas garantiert eine technische Verfügbarkeit von 97%. (Für die ersten 6 Monate 94,3%). Wird diese Verfügbarkeit unterschritten, so hat Vestas einen pauschalierten Schadensersatz an den Auftraggeber zu bezahlen, der die entgangenen Einspeiseerlöse kompensieren soll.

04


044 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

LAGE DES WINDPARKS KIRCHBERG/JAGST REFERENZANLAGEN IM UMKREIS

Direkt im Windvorranggebiet befinden sich drei Windenergieanlagen (WEA) des Typs Vestas V90 auf 105 m Nabenhöhe sowie eine Nordex N50. Für diese Anlagen liegen keine belastbaren Daten vor. Im weiteren Umkreis (15 km) befinden sich Anlagen in Schwäbisch Hall (2x Enercon E40), Appensee (1x Repower MM92), Larrieden (1x Enercon E82), Lindlein (3x NEG Micon NM82). Die Daten dieser Parks wurden u.a. bei der Ermittlung der Windertragsdaten herangezogen

Die Deutschland-Zentrale des Unternehmens befindet sich in Husum (Schleswig-Holstein). Hier ist das Unternehmen seit 1986 aktiv. Während Vestas 2011 weltweit noch rund 23.000 Beschäftigte hatte, wurde diese Zahl im Rahmen von Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen auf ca. 15.500 Beschäftigte in 2013 reduziert. Der Umsatz von Vestas lag 2013 bei 6,084 Mrd. Euro bei einem Bruttogewinn von knapp 900 Mio. Euro.

2. TECHNOLOGIE

BESCHREIBUNG DER WINDENERGIEANLAGEN 1. VESTAS – HERSTELLER IM PROFIL

(QUELLE: VESTAS)

Die Firma Vestas ist ein seit 1998 börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Dänemark, hat über 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Windenergie und ist einer der weltweit größten Hersteller von WEA. Weltweit hat Vestas über 55.000 WEA errichtet und in Betrieb genommen mit einer installierten Leistung von über 60 GW. Davon wurden alleine über 6.500 WEA in Deutschland errichtet mit einer Kapazität von über 9 GW. Vestas ist in 73 Ländern aktiv. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Randers, Dänemark. Die Anzahl der Produktionsstätten liegt weltweit bei 19, mit Schwerpunkten in Dänemark, Deutschland, Spanien, USA und China.

Die Vestas V126 basiert auf der langjährigen VestasErfahrung sowie den bewährten Technologien, die den über 55.000 weltweit installierten Anlagen von Vestas zugrunde liegen. Vestas hat über 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Windenergie und achtet auf ein sehr gründliches Testverfahren für die eingesetzten Komponenten. Das Vestas-Testzentrum testet mithilfe des „Highly Accelerated Life Tests“ (HALT) die meisten Komponenten des Maschinenhauses, um deren Zuverlässigkeit sicherzustellen. Für alle Schlüsselkomponenten werden so potentielle Fehlermodi getestet und identifiziert. Auf speziellen Prüfständen werden Getriebe, Generator, Windnachführung, Pitch-System sowie Schmierung und Akkumulatoren auf Zuverlässigkeit und Robustheit geprüft. Die Vestas-Qualitätssicherung sorgt dafür, dass jedes Bauteil nach festgelegten Designspezifikationen hergestellt wird, um später vor Ort reibungslos zu funktionieren. Alle qualitätsrelevanten Messdaten werden systematisch und konsequent überwacht, um Fehler bereits im Vorfeld zu vermeiden. Dies sorgt für minimale Ausfallzeiten und hilft dabei, die höchstmögliche Investitionsrendite zu erzielen.


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BESCHREIBUNG DER WINDENERGIEANLAGEN

Die Windenergieanlage Vestas V126-3.3 MW ist ein Luvläufer (der Rotor befindet sich in Windrichtung vor dem Turm) mit Pitchregulierung (Anpassung der Anstellwinkel der Rotorblätter), aktiver Windnachführung und Dreiblattrotor. Sie hat einen Rotordurchmesser von 126 m und eine Nennleistung von 3,3 MW. Bei der Windenergieanlage kommt ein Asynchrongenerator mit Vollumrichter zum Einsatz. Mit diesen Komponenten kann die Windenergieanlage den Rotor mit variabler Drehzahl betreiben. Dies ermöglicht ein Erreichen der (ungefähren) Nennleistung auch bei hohen Windgeschwindigkeiten. Bei geringen Windgeschwindigkeiten arbeiten das Konzept OptiTip ® und das Generator-Umrichtersystem zusammen, um die abgegebene Leistung durch optimale Rotordrehzahl und richtigen Pitchwinkel zu maximieren.

3. VERFÜGBARKEIT Laut Hersteller weisen die Windenergieanlagen eine technische Anlagenverfügbarkeit von über 97% auf. Im Wartungsvertrag gibt Vestas eine Garantie zu einer Verfügbarkeit von 97% ab dem 7. Monat nach Abnahme der Anlagen (In den Monaten 1-6 nach Abnahme 94,3% im Mittel). Das heißt: sollten die Anlagen wegen technischer Störungen zeitweise ausfallen und die Ausfallzeit mehr als 3 % betragen, ist Vestas verpflichtet, den dadurch verursachten Ertragsausfall zu vergüten. Dies ist für die Ertragsstärke entscheidend, da nur im Regelbetrieb laufende Anlagen optimale Stromerträge produzieren und die Wirtschaftlichkeit der Anlage sicherstellen.

4. FERNÜBERWACHUNG Der Betrieb von Windparks erfordert eine effiziente Betriebsführung für eine stabile Energieproduktion und

kontrollierte Betriebskosten. Vestas überwacht den Betrieb der Windenergieanlagen Rund um die Uhr, um die Leistung und Verfügbarkeit der Anlagen zu steigern. Die frühzeitige Erkennung potentieller Fehlerquellen hilft somit, kostspielige Reparaturen und außerplanmäßige Ausfälle der Energieproduktion zu vermeiden. Die Wartung von Bauteilen erfolgt also im besten Fall, bevor sie ausfallen und werden so terminiert, daß nur an windschwachen Tagen gewartet wird. Das spart Reparaturkosten und verhindert Produktionsausfälle.

5. WARTUNG Die Wartung der Anlagen verursacht Stillstand und Kosten, die durch ein servicefreundliches Anlagendesign sowie eine optimierte Wartungsplanung minimiert werden können. Für die V126 fällt jährlich eine große Wartung an, bei der die jeweilige Anlage mehrere Tage (tagsüber) außer Betrieb genommen werden muss.

5. NETZKOMPATIBILITÄT Die V126 Anlagen zeichnen sich durch ein sehr gutes Regelverhalten zur Spannungserhaltung und Frequenzstabilisierung des öffentlichen Netzes aus. So wird der erzeugte Windstrom möglichst problemlos in das Energiesystem integriert und alle Anforderungen des Netzbetreibers erfüllt.

6. QUALITÄT Die Anlagenkomponenten durchlaufen vor der Serienfertigung umfangreiche Tests. Durch die laufende Qualitätskontrolle in der Serienfertigung bietet Vestas seit Jahren einen hohen Qualitätsstandard.

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046 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

BESCHREIBUNG DER WINDENERGIEANLAGEN

7. TECHNIK

Blattmaterial Glasfaserverstärkter Epoxidharz und Kohlenstofffasern Drehzahl

Die V126 ist eine Windenergieanlage mit Getriebe und einem Rotordurchmesser von 126 m und einer Nennleistung von 3.300 kW. Sie ist eine Weiterentwicklung eines erprobten Anlagentyps und speziell für den Einsatz an Binnenlandstandorten optimiert. Mit einer überstrichenen Rotorfläche von 12.469 m² wurde sie für windschwache Standorte konzipiert. Die V126 basiert auf der Baureihe V112, von der wesentliche Komponenten wie Getriebe, Generator, Maschinenträger, Netzeinspeisesystem und Anlagensteuerung übernommen wurden. Wichtigste Veränderung gegenüber der V112 ist die größere Wirtschaftlichkeit. Gegenüber der V112 mit 112 m Rotordurchmesser bringt die V126 ca. 15 % bis 20 % mehr Ertrag. Die folgenden technischen Daten geben einen Überblick über die Besonderheiten der einzelnen Anlagenbestandteile.

VESTAS - V126 3,3 MW Nennleistung

3.300 kW

Rotordurchmesser

126 m

Nabenhöhe

137 m

Windklasse

IEC IIIA/DIBt II (onshore)

Anlagenkonzept Getriebe , variable Drehzahl, Einzelblattverstellung Rotor Typ: Luvläufer mit aktiver Blattverstellung Drehrichtung Uhrzeigersinn Blattanzahl

3

Überstrichene Fläche 12.469 m²

variabel, 5 -16 U/min

Blattverstellung Hydraulische Einzelblattverstellung, mit Hydraulikdruckspeicher als Energieversorgung Antriebsstrang mit Generator Nabe Gusskugelschalennabe Hauptlager Zweireihiges Pendelrollenlager mit automatischer Fettschmierung Getriebe

2 Planetenstufen, 1 Stirnradstufe

Generator

Asynchron mit Käfigläufer

Frequenz [fN]

0 - 100 Hz

Spannung, Stator [UNS] 3 x 750 V (bei Nenndrehzahl) Anzahl der Pole

4/6

Nenndrehzahl

1450-1550 U/min

Transformator Nennleistung

Dreiphasiger TrockengießharzTransformator mit zwei Wicklungen 3750 kVA

Netzeinspeisung Vollumrichter Bremssysteme 3 autarke Blattverstellsysteme mit Hydraulikdruckspeicher als Energie versorgung, Rotorhaltebremse, Rotorarretierung Windnachführung aktiv über Stellgetriebe, Windnachführungsgeschwindigkeit 0,46°/s Einschaltwindgeschwind. 2,5 m/s Abschaltgeschwind. 25 m/s Fernüberwachung

Vestas SCADA


www.windpark-kirchberg.de 047

8. FUNDAMENT

9. TURM

Das Fundament ist das Bindeglied zwischen Turm und Baugrund und trägt sämtliche statische und dynamische Lasten der Windenergieanlage ab. Für die V126 wird das Fundament vom Vestas-Subunternehmer der Firma Max Bögl Bauservice GmbH & Co.KG, Neumarkt erstellt und in optimierter Kreisform ausgeführt.

Die V126 wird auf einem Hybridturm der Firma Max Bögl Bauservice GmbH & Co.KG errichtet. Dieser besteht im unteren Teil aus Beton und im oberen Teil aus einem Stahlrohr. Die Betontürme bestehen aus einzelnen vorproduzierten Betonfertigteilelementen mit Durchmessern bis 14,5 m. Segmente mit großem Durchmesser werden in zwei oder drei Halb- oder Drittelschalen gefertigt, um den Transport auch zu schwierigen Standorten zu ermöglichen. Nach der Montage werden die Segmente mittels Spannlitzen, die mittig in der Turmwand verlaufen, als untrennbare Einheit miteinander verspannt.

Vorteile der Kreisfundamente:

• Die Krafteinwirkung ist für alle Windrichtungen gleich. Bei Kreuz- oder mehreckigen Fundamenten ergeben sich Bodenpressungen, die in den Eckbereichen zu verhältnismäßig großen Baugrundbelastungen führen.

• Das zu verbauende Volumen an Beton und Bewehrungsstahl wird durch die Kreisform nachweislich reduziert. Auch führt die Kreisform zu kleineren Schalflächen und einer wirtschaftlich optimierten Kubatur.

• Die Anfüllung des Fundaments mit dem Bodenaushub der Baugrube wird als Auflast in der statischen Berechnung berücksichtigt. Dies ermöglicht es, die Standsicherheit auch mit einem kleineren Durchmesser zu gewährleisten.

Die Fundamentkonstruktion hängt von den Bodenverhältnissen am vorgesehenen Standort ab. Gegebenenfalls können weitere Maßnahmen wie Bodenertüchtigungen oder Pfahlsysteme mit den Standardlösungen kombiniert werden. Das Fundament ist Teil des Lieferumfangs und in der Hersteller-Gewährleistung inbegriffen. Hierauf werden fünf Jahre Garantie gegeben.

Die Herstellung der Fertigteilsegmente erfolgt qualitätsüberwacht in der Fertigteilproduktion. Die hohe Fertigungsgenauigkeit der einzelnen Betonsegmente wird durch eigens dafür hergestellte Stahlschalungen mit sehr geringen Toleranzen gewährleistet. Für jeden Fertigungsbereich liegen detaillierte Verfahrens- und Arbeitsanweisungen vor. So wird sichergestellt, dass eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Arbeitsschritte sowie der eingesetzten Werkstoffe und Materialien gewährleistet ist. Die Eigenschaft des hochfesten Betons wird zusätzlich durch Materialprüfämter geprüft, um ein Höchstmaß an Qualität zu gewährleisten. Diese Segmente werden mit Schwerlasttransportfahrzeugen zur Baustelle geliefert und mit Einsatz spezieller Kräne montiert. Die Übergänge der einzelnen Fertigteilsegmente werden mit einer Epoxidharzfuge versehen, um die Druckkräfte gleichmäßig von Segment zu Segment zu übertragen. In die montierten Fertigteilsegmente werden Spannlitzen durch die in den Segmenten verlegten Hüllrohre geführt und mit dem Fundament verspannt. Der Zwischenraum der Spannlitze zum Hüllrohr wird nach dem Verspannvorgang mit einem Zementmörtel verpresst, so dass die Spannlitzen auf Dauer korrosionsgeschützt sind. Die Nabenhöhe beträgt 137 m.

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048 Projektbeschreibung B端rgerwindpark Kirchberg/Jagst

BESCHREIBUNG DER WINDENERGIEANLAGEN

10. GONDEL

Das Maschinenhaus mit dem Rotor ist auf dem Turm drehbar gelagert und hat eine L辰nge von 12,8 m und eine Breite von 4 m. Seine Ausrichtung wird von der Steuerung mit Hilfe der sog. Azimuteinheit automatisch an die jeweils

vorherrschende Windrichtung angepasst. Das Maschinenhaus beinhaltet wesentliche mechanische und elektronische Komponenten einer Windenergieanlage mit einem Gesamtgewicht von ca. 154 t. (Grafik: Vestas)

K端hlereinheit (CoolerTop TM)

Maschinenhausverkleidung

Getriebe

Hydraulikaggregat f端r die Rotorblattverstellung Generator Transformatorraum Transformatorraumtrennwand

Azimuteinheit


www.windpark-kirchberg.de 049

11. BREMSEN

12. ROTORBLÄTTER

Die Hauptbremse der Windenergieanlage ist das so genannte Pitchsystem, also die automatische Blattverstellung. Zum Bremsen werden die Rotorblätter um bis zu 90° gedreht. So wird der Auftrieb unterbrochen und gleichzeitig entsteht ein sehr großer Luftwiderstand, der den Rotor bremst (aerodynamische Bremse). Die aerodynamische Bremse besteht aus drei unabhängig und redundant angesteuerten Rotorblättern, die um 90° um die Längsachse verdreht werden können. Die Rotorblattverstellung wird durch ein Sicherheitssystem überwacht. Nach unerwünschtem Ausfall der Versorgungsspannung erfolgt die Energieversorgung durch Hydraulikdruckspeicher, welche die Blätter quer zur Rotationsrichtung stellen. Zusätzlich ist die Windenergieanlage mit einer mechanischen Bremse ausgestattet. Diese unterstützt die aerodynamische Bremse, sobald eine definierte Drehzahl unterschritten wird und bringt den Rotor schließlich zum Stillstand.

Die Rotorblätter der Vestas V126 werden aus glasfaserverstärkten Epoxidharz- und Kohlenstofffasern gefertigt und bestehen aus zwei strukturell eingegossenen Tragflächenschalen. Ein Rotorblatt hat eine Länge von 61,66 m und eine Blatttiefe von 4 m.

13. LEISTUNGSKENNLINIE Die Leistungskennlinie oder Leistungskurve stellt den Zusammenhang zwischen Leistung und Windgeschwindigkeit unabhängig von der Nabenhöhe dar. Die nachstehende Grafik zeigt die vom Hersteller berechnete Leistungskennlinie für den Anlagentyp V126.

LEISTUNGSKURVE DER V126-3.3 MW TM IEC IIIA/DIBt II 3.600 3.300 3.000 2.700

Leistung (KW)

2.400 2.100 1.800 1.500 1.200 900 600 300 0

0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11

12

13

14

15

16

17

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Windgeschwindigkeiten (m/s)

19

20 21 22

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27 28

29

30

04


050 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

GUTACHTEN IM ÜBERBLICK

1. ERTRAGSGUTACHTEN

Der Anbieter hat folgende Büros mit der Erstellung von Gutachten beauftragt: • GEO-NET Umweltconsulting GmbH, Hannover (Schattenwurf, Schall, Turbulenz, Ertrag) alle vom 14.3.2014

Ergebnisse Für eine gesicherte Abschätzung der Stromerträge wurden zwei Ertragsgutachten für den Standort des Windparks erstellt. Sie bilden die Grundlage für die Prognoserechnungen (siehe Kapitel 4).

• JH Wind GmbH, Kirchzarten (Ertrag) vom 5.3.2014

Gutachter Geo-Net Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe Wahrscheinlichkeiten*

5,65 - 5,8 m/s

Gutachter JH Wind 5,6 m/s

Prognose Stromertrag

Prognose Stromertrag

Mittelwert

P50

57.546

58.764

58.155

P75

50.793

53.075

51.934

P90

44.714

47.955

46.334

*Der Wert gibt den Ertrag an, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 50/75/90 % überschritten wird.

Das Gutachten der JH Wind kommt zu einem Stromertrag P75 von 53.075 MWh p.a. Das Wind- und Ertragsgutachten der GEO-NET kommt zu einem Stromertrag P75 von 50.793 MWh p.a. Der Mittelwert aus beiden Gutachten ergibt für den P75-Wert einen Stromertrag von 51.934 MWh p.a. Auf diesen Wert wird ein zusätzlicher Sicherheitsabschlag von ca. 6,5 % auf die Ertragsprognosen der Gutachten vorgenommen (3% wegen Minderverfügbarkeit, 2% Abschaltungen wegen Eis, Fledermaus und Schatten, 1,5% Netzverluste). Somit ergibt sich ein P75-Mittelwert abzüglich Sicherheitsabschlag von 48.628 MWh p.a., welcher der Prognoserechnung zugrunde gelegt wird.

2. BODENGUTACHTEN

Der Anbieter hat folgendes Büro mit der Erstellung von Baugrundgutachten beauftragt: • Geotechnik, Aalen – Dipl.-Geol. W. Höffner Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung war das Bodengutachten noch nicht fertig gestellt.


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3. GUTACHTEN ZU NATUR- UND ARTENSCHUTZ

Der Anbieter hat folgendes Büro mit der Erstellung von artenschutzrechtlichen Gutachten beauftragt:

• Keine nachgewiesene Rotmilanbrut im 1 km Radius • insgesamt wenig frequentiertes Nahrungshabitat vom Rotmilan im Vergleich zu sonstigen Gebieten in Hohenlohe und Baden-Württemberg

• Gutschker-Dongus Landschaftsarchitekten, Odernheim am Glan, mit Büro in Kirchberg/Jagst.

• nächstgelegener Rotmilanhorst südlich der A 6 in einem Wäldchen Richtung Triensbach in ca. 2 km Entfernung zum geplanten Windpark

Erstellt wurden ein avifaunistisches Fachgutachten (Mai 2014) und ein Fledermaus-kundliches Fachgutachten (April 2014).

• Turmfalke, Waldkauz, Dohle, Rauch- und Mehlschwalbe mit Brutnachweisen außerhalb des 1 km Radius

Die Gutachten ergaben folgende wesentliche Ergebnisse in der Zusammenfassung:

• Kein Schwarzmilan-/ Schwarzstorch-/ Wanderfalken-/ Wespenbussard-/ Baumfalken-Brutnachweis mittleren Entfernungsbereich (3 km)

3.1. FLEDERMÄUSE • Insgesamt konnte ein relativ großes Artenspektrum nachgewiesen werden (insg. mind. 14 Fledermausarten) • Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten durch den Anlagenbau ist nicht gegeben (vorwiegend Ackerstandorte) > Die Realisierung des Projekts führt unter Einhaltung von Verminderungsmaßnahmen (Monitoring und Nachtabschaltungen) nicht zu Verbotstatbeständen nach § 44 Abs. 1 BNatSchG

3.2. VÖGEL • Insgesamt konnte ein Artenspektrum von mind. 90 europäischen Vogelarten nachgewiesen werden

• Mehrere Mäusebussardbruten im Untersuchungsgebiet (Art mit geringer Kollisionsgefahr), Notwendigkeit einer Sonderprüfung Mäusebussard wird mit der unteren Naturschutzbehörde derzeit geprüft • Keine besondere Bedeutung des Gebiets für Rastvögel (einige Kiebitze) • Verminderungsmaßnahmen in Form von Bauzeitenbeschränkungen für insb. Mäusebussard, Neuntöter, Feldlerche (und sonstige nicht planungsrelevante Brutvögel) > Die Realisierung des Projekts führt unter Einhaltung von Verminderungsmaßnahmen (Bauzeitenbeschränkungen) und Kompensationsmaßnahmen nicht zu Verbotstatbeständen nach § 44 Abs. 1 BNatSchG

04


052 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

GUTACHTEN IM ÜBERBLICK

3.3. BODEN

> Erhebliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Arten und Biotope sind bei Einhaltung der Verminderungs- und Kompensationsmaßnahmen nicht zu erwarten

> Erhebliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Boden sind nicht zu erwarten

3.6. WALD

3.4. WASSER

• Kleinflächige Versiegelungen • Niederschlagswasser versickert vor Ort

• Eine WEA innerhalb des Waldes geplant (Waldumwandlung) • Rodung im Nahbereich des Wirtschaftswegs (keine neue Erschließung notwendig) • Neuaufforstung einer geeigneten Fläche im selben Naturraum notwendig

• Kein Eingriff im 10 m Schutzbereich von Gewässern > Erhebliche Beeinträchtigungen des Schutzguts Wasser sind nicht zu erwarten

3.5. BIOTOPE • Fast alle Standorte sind als stark anthropogen vorbelastet (Landwirtschaft) zu werten • Waldstandort (WEA 03) ohne nennenswerten Alt- und Totholzanteil • Ökologisch hochwertige Standorte mit besonderer Bedeutung für den Artenschutz (Altholzbestände, magere Wiesen, Feldgehölze, Dolinen, Uferbereiche, Streuobst, etc.) werden durch WEA nicht überplant • Es werden keine größeren Gehölzentnahmen im Offenland (Feldgehölz, Feldhecke, markante Einzelbäume,….) notwendig

• Durch Waldumwandlung sind keine hochwertigen Waldbereiche (ökonomisch, sowie ökologisch, Klima- und Bodenschutz und hinsichtlich Erholungswert) vom Eingriff betroffen [Waldfunktionen]

3.7. LANDSCHAFTSBILD/ ERHOLUNG

• Anthropogen vorbelasteter Standort bspw. durch große Landwirtschaftsflächen, Autobahn, Industriegebiet und bestehende WEA • Wenig Erholungsinfrastruktur innerhalb des Windparks (regionale Wanderwege, Radweg, Ruhebänke, zwei Weiher für Angelsport und Freizeit) • Sichtbeziehungen vom ästhetisch hochwertigen Jagsttal nur bedingt möglich • Visuelle Veränderungen müssen finanziell ausgeglichen werden (Ausgleichsabgabenverordnung)


www.windpark-kirchberg.de 053

ÜBERGEORDNETE PLANGRUNDLAGEN

SCHALLIMMISSION UND SCHATTENWURF

1.1. LANDESENTWICKLUNGSPLAN

Laut Schallimmissionsgutachten liegt die Schallbelastung in der näheren Umgebung zwischen 1,75% und 34% unter den zulässigen Nachtimmissionswerten. Die zulässigen Nachtimmissionsrichtwerte von 40 Dezibel für angrenzende Wohngebiete und 45 Dezibel für angrenzende Mischgebiete werden demnach an allen Immissionsorten eingehalten.

• Keine entgegenstehende Planvorgaben

1.2. REGIONALPLAN 04

• Geeignete Wind-Vorrangflächen werden aktuell geprüft • Plangebiet liegt teilweise innerhalb eines Grünzugs • Die Vereinbarkeit von WEA mit dem Grünzug wird derzeit geprüft

1.3. FLÄCHENNUTZUNGSPLAN

• Teilflächennutzungsplan Windkraft derzeit in der Aufstellung • Keine entgegenstehenden Planvorgaben (Landschaftsplan)

1.4. SCHUTZGEBIETE

• Der Windpark liegt nicht innerhalb eines Schutzgebiets nach BNatSchG, LWaldG und WHG • Negative Auswirkungen auf Schutzgebiete in der Umgebung sind nicht zu erwarten • § 30 Biotope werden nicht dauerhaft überplant • Naturdenkmale werden nicht überplant

Hinsichtlich des Schattenwurfs verfügen die Anlagen über eine Schattenabschaltautomatik. Ist eine Überschreitung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte von 30 Stunden Schattenwurf im Jahr bzw. von 30 Minuten Schattenwurf täglich an einem der 22 umliegenden Immissionsorte zu erwarten, erfolgt hierüber eine automatisch gesteuerte Abschaltung der jeweiligen Anlage. Die gesetzlichen Grenzwerte für die Belastung durch Schattenwurf werden somit eingehalten.


054 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

PLANUNG UND GENEHMIGUNG

1. GENEHMIGUNGSSTAND

3. STANDORTE

Die geplanten Windenergieanlagen liegen in einer geplanten Vorrangfläche für Windenergieanlagen der Stadt Kirchberg/Jagst. Die Ausweisung der Vorrangfläche erfolgt durch eine Änderung des Flächennutzungsplans des Gemeindeverwaltungsverbands Brettach/Jagst. Der neue Flächennutzungsplan soll im Herbst 2014 Rechtskraft erlangen.

Sieben WEA werden auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet, eine WEA auf einer forstwirtschaftlich genutzten Fläche. Die Bauarbeiten umfassen den Bau von Zuwegungen, Kranstellflächen, Fundamenten sowie der eigentlichen Anlagen. Ferner sind Stromkabel zu den Netzverknüpfungspunkten zu verlegen.

Für den geplanten Windpark wurden Anträge auf Baugenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz für acht Anlagen des Typs Vestas V126 am 13.06.2014 im Landratsamt Schwäbisch Hall eingereicht. Die Genehmigung vorbehaltlich der Typenprüfung wird fünf bis sechs Monate nach Einreichung erwartet. Die Typenprüfung wird von der Vestas Deutschland GmbH rechtzeitig vor Baubeginn geliefert.

Der Ausbau der Wege zu den WEA erfolgt zum größten Teil auf den bestehenden Feldwegen. Diese sind je nach Ausbauzustand zu verbreitern bzw. neu herzustellen. Die Kranstellflächen vor den Windenergieanlagen sind dauerhaft herzustellen (ca. 1.500 m² je WEA).

2. KABELTRASSE Die Kabeltrassen zu den beiden vorgesehenen Netzverknüpfungspunkten führen größtenteils über Grundstücke, die sich im öffentlichen Eigentum befinden. Vornehmlich sind dies Wegseitengräben von Feldwegen, Gemeindeverbindungsstraßen sowie Landes- und Kreisstraßen. Die Kabeltrasse zum Netzverknüpfungspunkt am Umspannwerk in Crailsheim ist von den zuständigen Behörden genehmigt. Die Kabeltrasse zum Netzverknüpfungspunkt am neu zu erstellenden Umspannwerk in Ilshofen ist in Planung. Mit der Genehmigung wird bis November 2014 gerechnet.

Bei jeder Anlage ist bis zu deren Rückbau eine Kranstellfläche für Aufbau und Wartungsarbeiten erforderlich. Für den Bau des Windparks wird eine Fläche von ca. 2,75 Hektar ohne anschließenden Rückbau hergestellt, zusätzlich wird etwa die gleiche Fläche in der Bauzeit als Lagerfläche benötigt. Alle restlichen Flächen sind nach Beendigung der Bautätigkeit wieder landwirtschaftlich nutzbar. Die Beteiligungsgesellschaft ist mit Beendigung des Anlagenbetriebs zum vollständigen Rückbau verpflichtet.

4. ZEITPLAN* (PROGNOSE) I. Quartal 2015

Baubeginn Zuwege und Stromtrasse

II. Quartal 2015

Baubeginn Fundamente

III. Quartal 2015

Baubeginn Windenergieanlagen

III./VI. Quartal 2015

Inbetriebnahme der Windenergieanlagen

*Stand zum Zeitpunkt der Prospekterstellung


www.windpark-kirchberg.de 055

STANDORTE WINDENERGIEANLAGEN BÜRGERWINDPARK KIRCHBERG/JAGST

Lendsiedel

Dörrmenz

Kirchberg/Jagst

Ruppertshofen

Herboldshausen

A6

< Heilbronn A6

A6 Kleinallmerspann

Nürnberg >

Großallmerspann Ilshofen

Neue Windvorrangflächen in Kirchberg/Jagst

Solarpark Kirchberg

Neue Windenergieanlagen

Bestehende Windenergieanlagen

04


056 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

PLANUNG UND GENEHMIGUNG

5. GRUNDSTÜCKE

Für die Einspeisung liegt jeweils eine schriftliche Netzeinspeisezusage des Netzbetreibers vor. Der Einspeisevertrag wird nach Vorliegen der Baugenehmigung abgeschlossen.

Alle für die Errichtung erforderlichen Grundstücke wurden vertraglich über 25 Jahre ab Inbetriebnahme der letzten Anlage gesichert (vgl. hierzu Abschnitt „Die rechtlichen Grundlagen“, Seite 82 ff.).

Die Stromkabel intern (Windpark ca. 4,5 km) und extern bis zum Umspannwerk in Ilshofen-Obersteinach (ca. 5,5 km) werden mittels Kabelpflug und Fräse bzw. im Horizontalspülbohrverfahren unterirdisch verlegt. Die gesamte Trasse führt über größtenteils öffentlichen Grund. Die erforderlichen Gestattungsverträge werden mit den Städten Kirchberg/Jagst und Ilshofen abgeschlossen (vgl. hierzu Abschnitt „Die rechtlichen Grundlagen“, Seite 82 ff.).

Diese werden landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt und können umgehend bebaut werden.

6. NETZANSCHLUSS UND STROMEINSPEISUNG

Die Unterzeichnung der Verträge wird bis Ende November 2014 erwartet (Prognose).

Der Anschluss der Windenergieanlagen an das Stromnetz ist Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb des Windparks. Die Einspeisung erfolgt für den Bürgerwindpark Kirchberg/ Jagst an zwei verschiedenen Umspannwerken. Zwei Windenergieanlagen (voraussichtlich die Standorte 5 und 6) werden vorraussichtlich im Umspannwerk der Netzgesellschaft Ostwürttemberg EnBW-ODR in Crailsheim angeschlossen und sechs Windenergieanlagen voraussichtlich im geplanten, neu zu errichtenden Umspannwerk auf dem Gebiet der Stadt Ilshofen an der 110 kV-Überlandleitung der Netze BW GmbH. Aktuell laufen Verhandlungen mit der EnBW Energie Baden Württemberg AG über den Bau eines gemeinsamen Umspannwerkes. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Umspannwerks ist bis Ende August 2015 geplant (Prognose).

Die Kabeltrasse zum Netzanschluss in Crailsheim über eine Gesamtlänge von ca. 13 km ist auf einer Strecke von 9,5 km (vom bestehenden Solarpark Kirchberg/Jagst bis zum Freibad Crailsheim) bereits verlegt. Gestattungsverträge und die Genehmigung zur Kabelverlegung liegen vor. Lediglich über das Grundstück, auf dem die Übergabestation errichtet werden soll, muss mit der Stadt Crailsheim als Grundstückseigentümer noch ein Nutzungsvertrag abgeschlossen werden. Dies soll voraussichtlich bis Ende Oktober 2014 erfolgen (Prognose).


www.windpark-kirchberg.de 057

7. ENTWICKLUNG UND ERRICHTUNG

Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG geschlossen. Sämtliche durch die Projektentwicklung verursachten Kosten für Genehmigungen, Gutachten. etc. werden von der Windpark Kirchberg GmbH & Co.KG getragen.

Die Windpark Kirchberg GmbH & Co.KG ist für die gesamte Planung, Konzeptionierung und Entwicklung des Windparks inkl. Erhalt der Genehmigungen zuständig.

Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist nach Erhalt der Genehmigung für die schlüsselfertige Errichtung des Windparks sowie deren Infrastruktur (Zuwegung, Kranstellflächen, Parkverkabelung, Netzanschluss) verantwortlich.

Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG entwickelt das Konzept und besorgt alle zur Errichtung der WEA erforderlichen Genehmigungen, Verträge, Gutachten, Pacht-/Nutzungsverträge und Dienstbarkeiten sowie sonstigen Unterlagen und Dienstleistungen und alle für die Errichtung und den Betrieb der WEA erforderlichen Rechte. Hierfür wird ein separater Dienstleistungsvertrag („Projektentwicklungsvertrag“) zwischen der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG und der

Für die Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen ist Vestas zuständig. Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG wird die Montage, Inbetriebnahme und Abnahme der Windenergieanlagen koordinieren und überwachen. Hierfür wird ein separater Dienstleistungsvertrag (Projekterrichtungsvertrag“) zwischen der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG und der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG geschlossen.

04


058 Projektbeschreibung Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst

BETRIEB

1. WARTUNG UND TECHNISCHE BETRIEBSFÜHRUNG

• Erfassung der Störungsmeldungen • Fernüberwachung des Anlagenbetriebs

Die Wartung der Anlagen ist in einem Vollwartungsvertrag mit dem Anlagenhersteller Vestas detailliert geregelt (vgl. Abschnitt „Die rechtlichen Grundlagen“, Seite 82 ff.) Der Vertrag wurde zwischen Vestas und der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG als Auftraggeber geschlossen und soll auf die Beteiligungsgesellschaft übertragen werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Wartungsvertrags ist die Garantie einer technischen Anlagenverfügbarkeit von 97%. Zum Leistungsumfang gehören außerdem die Überwachung (Fernüberwachung mittels SCADA), Wartung, Instandhaltung und Reparatur der Windenergieanlagen des Bürgerwindparks. Der Wartungsvertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren wobei der Auftraggeber ein Sonderkündigungsrecht nach Jahr 6 hat. Aufgabe der technischen Betriebsführung ist die Kontrolle des reibungslosen Anlagenbetriebs. Für den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst wird die laufende technische Betriebsführung von der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH im Rahmen der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft übernommen. Dabei handelt es sich um folgende wesentlichen Aufgaben:

• Zeitnahe Störungsbeseitigung • Auftragsvergabe, Koordination und Optimierung von Wartungs-, Reparatur- und Trouble-Shooting Einsätzen • Prüfung von Reparaturen, Instandsetzungs- und Instandhaltungsarbeiten • Erstellung, Verhandlung und Umsetzung von Wartungskonzepten • Regelmäßige Durchführung von Inspektionen vor Ort • Beauftragung und Begleitung von wiederkehrenden Prüfungen • Überwachung der Mängelbeseitigung • Erarbeitung und Prüfung von Vorschlägen für technische Verbesserungen und Nachrüstungen • Bereitstellung / Beauftragung eines Schaltberechtigten vor Ort

• Technische Steuerung des Windparks • Qualitätskontrollen der Servicedienstleister • Optimierung der energetischen Verfügbarkeit sowie des Energieertrags • Planung, Koordination und Organisation aller technischen Abläufe • Einrichtung, Pflege und Wartung der EDV-gestützten Fernüberwachung

• Erfassung der Betriebsdaten • Erstellung von Monatsberichten • Sicherstellung der Einhaltung der lokalen Sicherheits-, Umwelt- und Abfallrichtlinien


www.windpark-kirchberg.de 059

04

2. KAUFMÄNNISCHE BETRIEBSFÜHRUNG & VERWALTUNG

• Verhandlung und Abschluss von Wartungsverträgen

Für den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst wird die laufende kaufmännische Betriebsführung von der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH im Rahmen der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft übernommen.

• Kalkulation von Optimierungs- und Erneuerungsmaßnahmen

• Einkauf von Ersatzteilen und Optimierung des Ersatzteilmanagements

• Erstellung von Kosten- / Nutzen Analysen • Erstellung von Versicherungskonzepten

Dabei handelt es sich um folgende, wesentliche Aufgaben:

• Abwicklung von Schadensfällen

• Finanzverwaltung und -planung

• Energieabrechnungen

• Kommanditisten-Betreuung

• Rechnungsprüfung, Abwicklung des Zahlungsverkehrs

• Vertrags- und Claim-Management

• Dokumentation des Betriebes der WEA gemäß der steuer- und handelsrechtlichen Bestimmungen

• Liquiditäts- und Mittelfristplanung • Kosten- und Erlös-Controlling


060

05

INVESTITIONS- UND FINANZIERUNGSPLAN


www.windpark-kirchberg.de 061

INVESTITIONS- UND FINANZIERUNGSPLAN DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

1. MITTELHERKUNFT

Einzahlung Kommanditkapital

12.500.000 €

Einzahlung Agio

250.000 €

Fremdkapital

30.000.000 €

Gesamtmittelherkunft

42.750.000 €

05

2. MITTELVERWENDUNG

Investition Windenergieanlagen

in % des Gesamtkapitals

34.280.000 €

Projektentwicklung

2.640.000 €

Projekterrichtung

5.580.000 €

Kosten der Kapitalbeschaffung

250.000 €

in % des Kommanditkapitals

80.19%

274.24%

6.18%

21.12%

13.05%

44.64%

0.58%

2.00%

100.00%

342.00%

Gesamtmittelverwendung

42.750.000 €

3. ERLÄUTERUNG ZUM INVESTITIONSUND FINANZIERUNGSPLAN

Die Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG tritt in den Kaufvertrag für die Windenergieanlagen ein, den die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG mit Vestas Deutschland GmbH geschlossen hat. Über die Verträge hinaus fallen zusätzlich lediglich Kosten der Kapitalbeschaffung in Höhe von 250.000 € an.

Darüber hinaus schließt sie mit der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG zwei Verträge ab: Projektentwicklungsvertrag und Projekterrichtungsvertrag (siehe: Zusammenfassung wichtiger Verträge.).


062

06

PROGNOSERECHNUNG


www.windpark-kirchberg.de 063

ERLÄUTERUNGEN ZU WESENTLICHEN POSITIONEN DER PROGNOSERECHNUNG 1. ERLÖSE AUS STROMVERKAUF Die Winderträge der acht Windenergieanlagen wurden von zwei Gutachtern ermittelt. Für die Prognoserechnung wurde der Mittelwert aus den P75-Werten der beiden Gutachten als Grundlage berechnet. Aufgrund des Wartungsvertrags, in dem der Hersteller eine Verfügbarkeit mit 97 % garantiert, erfolgt von dem ermittelten Windertrag ein Abschlag mit 3 %. Ein weiterer Sicherheitsabschlag wurde für sonstige mögliche Ertragsminderungen vorsichtshalber eingerechnet (z. B. Abschaltungen wegen Eiswurfgefahr und Fledermäusen). Entsprechend des aktuellen Beschlusses der Bundestags über den Gesetzentwurf zur Änderung des EEG (Erneuerbare Energien Gesetzes) wird ein Stromerlös von 8,9 Ct. je kWh für die gesamte Laufzeit angenommen. Im Zuge der verpflichtenden Direktvermarktung wird noch die Gebühr des Direktvermarkters gemäß vorliegender Angebote in Höhe von 0,2 Ct. je kWh abgezogen. In die Prognoserechnung fließt somit ein Wert von 8,7 Ct. je kWh für 20 Jahre ein.

des Vollwartungsvertrags mit Beginn des Basiswartungsvertrags an. Die angenommen Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen ab Jahr 16 basieren auf Erfahrungswerten.

5. NUTZUNGSENTGELT Die Nutzungsverträge beinhalten eine fixe, ertragsunabhängige Zahlung von € 25.000.- pro Jahr und Windenergieanlage als Nutzungsentgelt. Der Betrag teilt sich in eine Standortpacht und eine Flächenpacht auf. Ab dem 15. Jahr wird das Nutzungsentgelt um 10% auf € 27.500.- pro Jahr und Windenergieanlage erhöht.

6. BETRIEBSFÜHRUNG Für die Verwaltung sowie technische und kaufmännische Betriebsführung des Windparks ist eine Vergütung von 3,55% der Stromerlöse vertraglich vereinbart.

2. ZINSERTRÄGE

7. FINANZIERUNGSKOSTEN

Bei den Zinserträgen wurde mit einem Guthabenzins von 1% gerechnet.

Die Finanzierungskonditionen wurden auf Basis eines vorliegenden Finanzierungsangebotes einer regionalen Bank eingestellt.

3. WARTUNGSKOSTEN Der Wartungsvertrag umfasst eine Vollwartung für einen Zeitraum von 15 Jahren, die auch die Kosten für alle Ersatzteile und Reparaturmaßnahmen beinhaltet. Ab Jahr 16 gehen wir von einer Basiswartung aus.

4. INSTANDSETZUNG Wesentliche Kosten fallen voraussichtlich erst nach Ablauf

8. RÜCKBAUKOSTEN Die Grundstücksnutzungsverträge beinhalten die Stellung einer Bankbürgschaft in Höhe von € 165.000.je Windenergieanlage. Bankübliche Avalgebühren sind in der Prognoserechnung berücksichtigt. Zusätzlich bildet die Gesellschaft jährliche Rückstellungen für den Rückbau.

06


064 Prognoserechnung

PROGNOSERECHNUNG

Wirtschaftsplan Windpark Kirchberg an der

Betriebsjahr Jahr Erträge

0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

Stromerlöse

0

1.269.212

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

Zinserträge

0

0

4.940

20.021

19.705

19.389

19.073

18.756

18.440

18.124

17.808

Gesamt Erträge

0

1.269.212

4.235.646

4.250.726

4.250.410

4.250.094

4.249.778

4.249.462

4.249.146

4.248.830

4.248.514

418.795

Aufwendungen Finanzierungszinsen gesamt

0

376.125

885.000

861.295

798.080

734.866

671.652

608.437

545.223

482.009

Bankgebühren

0

8.947

21.053

20.489

18.985

17.481

15.977

14.474

12.970

11.466

9.962

Avalgebühren

0

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

Nutzungsentgelte

0

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

Wartung

0

110.000

222.000

318.000

416.000

451.000

486.000

495.720

514.000

534.000

554.000

Instandhaltung

0

0

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

Inspektionen

0

0

4.000

12.000

4.000

4.000

12.000

4.000

4.000

4.000

12.000 175.972

Betriebsführung + Verwaltung

0

45.057

150.190

153.194

156.258

159.383

162.571

165.822

169.138

172.521

Versicherungen

0

11.100

37.000

37.000

37.740

38.495

39.265

40.050

40.851

41.668

42.501

Steuerberatung / Netzanschluss / sonst.

0

22.920

41.400

42.228

43.073

43.934

44.813

45.709

46.623

47.556

48.507

Zuführung zur Rückbaurückstellung

0

18.101

20.638

23.441

26.537

29.951

33.713

37.856

42.413

47.424

52.928

Abschreibungen

0

665.156

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

Gewerbeertragsteuer

0

0

9.916

13.192

7.119

7.951

7.736

12.688

15.523

18.094

19.606

Gesamtaufwendungen

0

1.467.406

4.263.821

4.353.464

4.380.416

4.359.685

4.346.352

4.297.381

4.263.367

4.231.362

4.206.895

Jahresüberschuss (+) / Jahresfehlbetrag (-)

0

-198.194

-28.176

-102.737

-130.006

-109.591

-96.574

-47.919

-14.221

17.468

41.618

kumuliertes Jahresergebnis

0

-198.194

-226.370

-329.108

-459.114

-568.705

-665.278

-713.197

-727.418

-709.950

-668.332

nicht zahlungswirksame Aufwendungen

0

692.204

2.702.315

2.704.555

2.706.147

2.708.057

2.710.316

2.712.954

2.716.008

2.719.515

2.723.516

Cash Flow aus dem operativen Geschäft

0

494.010

2.674.139

2.601.818

2.576.141

2.598.466

2.613.742

2.665.035

2.701.787

2.736.983

2.765.134

0

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

Liquiditätsprognose Einzahlung Pflichteinlage Einzahlung Agio

12.500.000 250.000 30.000.000

Einzahlung Finanzierungsmittel

0

Tilgung Finanzierungsmittel

-42.750.000

Auszahlung für Investition Zinsabschlagsteuer + Solidaritätszuschlag Liquidität am Jahresende (vor Ausschüttungen) (Cash Flow ab-/zuzüglich ergebnisneutrale Aus/Einzahlungen) Auszahlung an Gesellschafter

0

0

-1.303

-5.280

-5.197

-5.114

-5.030

-4.947

-4.864

-4.780

-4.697

12.750.000

494.010

2.672.836

453.680

428.086

450.495

465.854

517.231

554.066

589.345

617.580 -649.187

0

0

-1.164.770

-485.287

-459.694

-482.102

-497.462

-548.838

-585.673

-620.952

Auschüttung in % vom Kommanditkapital

-102.00%

0.00%

9.32%

3.88%

3.68%

3.86%

3.98%

4.39%

4.69%

4.97%

5.19%

Ausschüttung in % vom Kommanditkapital kumuliert

-102.00%

0.00%

-92.68%

-88.80%

-85.12%

-81.27%

-77.29%

-72.89%

-68.21%

-63.24%

-58.05%

Liquidität am Jahresende (nach Ausschüttungen)

12.500.000

494.010

1.508.066

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

Liquidität am Jahresende (nach Ausschütt. kum.)

12.500.000

494.010

2.002.076

1.970.469

1.938.862

1.907.254

1.875.647

1.844.040

1.812.433

1.780.826

1.749.219

0 0 0

0 442.500 442.500

0 1.502.076 1.502.076

0 1.470.469 1.470.469

0 1.438.862 1.438.862

0 1.407.254 1.407.254

0 1.375.647 1.375.647

0 1.344.040 1.344.040

0 1.312.433 1.312.433

0 1.280.826 1.280.826

0 1.249.219 1.249.219

davon Rücklage davon Rücklage Schuldendienstreserve Summe Rücklagen


www.windpark-kirchberg.de 065

ftsplan Windpark Kirchberg an der Jagst

7

8

9

10

11

12

13

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18

19

20

21

2021

2022

2023

2024

2025

2026

2027

2028

2029

2030

2031

2032

2033

2034

2035

gesamt

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

EUR

230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

4.230.706

18.756

18.440

18.124

17.808

17.492

17.176

16.860

16.544

16.228

15.912

14.833

15.489

16.145

16.800

249.462

4.249.146

4.248.830

4.248.514

4.248.198

4.247.882

4.247.566

4.247.250

4.246.934

4.246.617

4.245.539

4.246.195

4.246.850

4.247.506

608.437

545.223

482.009

418.795

355.580

292.366

229.152

165.937

102.723

39.509

0

0

0

0

0

14.474

12.970

11.466

9.962

8.459

6.955

5.451

3.947

2.444

940

0

0

0

0

0

180.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

10.000

210.000

4.230.706 85.883.324 17.456

337.191

4.248.161 86.220.515

7.566.750

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

200.000

220.000

220.000

220.000

220.000

220.000

220.000

220.000

4.340.000

495.720

514.000

534.000

554.000

575.000

586.000

608.000

631.000

654.000

435.000

202.000

206.000

210.000

214.000

108.000

8.529.720

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

2.000

67.500

265.320

241.560

159.192

162.376

123.600

1.047.548

4.000

4.000

4.000

12.000

4.000

4.000

4.000

12.000

4.000

12.000

4.000

12.000

4.000

4.000

0

124.000

165.822

169.138

172.521

175.972

179.491

183.081

186.742

190.477

194.287

198.173

202.136

206.179

210.302

214.508

218.799

3.694.280

40.050

40.851

41.668

42.501

43.351

44.218

45.103

46.005

46.925

47.863

48.821

49.797

50.793

51.809

52.845

893.201

45.709

46.623

47.556

48.507

49.477

50.466

51.476

52.505

53.555

54.626

55.719

56.833

57.970

59.129

60.312

1.028.831

37.856

42.413

47.424

52.928

58.971

65.601

72.871

80.838

89.563

98.114

110.564

120.992

133.484

147.132

0

1.311.130

660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

2.660.625

1.995.469

0

0

0

12.688

15.523

18.094

19.606

22.970

26.536

28.665

29.597

30.290

51.786

146.437

396.333

405.707

403.213

297.381

4.263.367

4.231.362

4.206.895

4.169.924

4.131.848

4.104.085

4.084.932

4.070.412

3.896.136

3.260.466

1.519.694

1.461.448

1.486.167

1.226.063 73.581.327 3.022.098 12.639.188

0 42.570.000 432.508

2.085.867

-47.919

-14.221

17.468

41.618

78.274

116.033

143.481

162.317

176.521

350.481

985.074

2.726.500

2.785.402

2.761.339

713.197

-727.418

-709.950

-668.332

-590.058

-474.025

-330.544

-168.227

8.294

358.775

1.343.849

4.070.349

6.855.751

9.617.090 12.639.188

712.954

2.716.008

2.719.515

2.723.516

2.728.055

2.733.181

2.738.947

2.745.410

2.752.631

2.759.679

2.106.033

120.992

133.484

147.132

0 44.061.130

665.035

2.701.787

2.736.983

2.765.134

2.806.328

2.849.214

2.882.428

2.907.727

2.929.153

3.110.160

3.091.106

2.847.492

2.918.885

2.908.470

3.022.098 56.700.318

12.500.000 250.000 30.000.000

142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

-2.142.857

0

0

0

0

0 -30.000.000

-4.947

-4.864

-4.780

-4.697

-4.614

-4.530

-4.447

-4.363

-4.280

-4.197

-3.912

-4.085

-4.258

-4.431

517.231

554.066

589.345

617.580

658.858

701.827

735.124

760.507

782.016

963.106

3.087.194

2.843.407

2.914.627

2.904.039

3.017.494 26.611.384

548.838

-585.673

-620.952

-649.187

-690.465

-733.434

-766.731

-792.114

-813.623

-1.070.942

-3.021.637

-2.777.851

-2.849.071

-2.838.483

-3.451.938 -25.300.254

4.39%

4.69%

4.97%

5.19%

5.52%

5.87%

6.13%

6.34%

6.51%

8.57%

24.17%

22.22%

22.79%

22.71%

27.62%

72.89%

-68.21%

-63.24%

-58.05%

-52.52%

-46.66%

-40.52%

-34.19%

-27.68%

-19.11%

5.06%

27.29%

50.08%

72.79%

100.40%

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-31.607

-107.835

65.557

65.557

65.557

65.557

-434.443

844.040

1.812.433

1.780.826

1.749.219

1.717.612

1.686.004

1.654.397

1.622.790

1.591.183

1.483.348

1.548.904

1.614.461

1.680.017

1.745.574

1.311.130

0 344.040 344.040

0 1.312.433 1.312.433

0 1.280.826 1.280.826

0 1.249.219 1.249.219

0 1.217.612 1.217.612

0 1.186.004 1.186.004

0 1.154.397 1.154.397

0 1.122.790 1.122.790

0 1.091.183 1.091.183

983.348 0 983.348

1.048.904 0 1.048.904

1.114.461 0 1.114.461

1.180.017 0 1.180.017

1.245.574 0 1.245.574

1.311.130 0 1.311.130

-42.750.000 -4.604

-88.934

100.40%

1.311.130

06


066

07 SENSITIVITÄTS ANALYSE


www.windpark-kirchberg.de 067

ABWEICHUNGEN VON DER PROGNOSE Die vorliegende Prognoserechnung basiert in einigen Teilen auf Prämissen und Prognosen, die noch Veränderungen bis zum Bau oder während des Betriebs der WEA unterliegen können. Im Folgenden sind wesentliche, mögliche Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Gesamtausschüttung an die Anleger dargestellt. Die dargestellte Höhe der Gesamtausschüttungen beinhalten die anrechenbaren Gewerbe- und Kapitalertragsteuern.

1. ANZAHL DER ZU BAUENDEN WINDENERGIEANLAGEN Die Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co.KG beantragt den Bau von acht Windenergieanlagen und geht davon aus, dass alle Standorte genehmigungsfähig sind. Sollte sich im Genehmigungsprozess dennoch heraus stellen, dass nicht alle geplanten Standorte genehmigt werden, so verändert sich die voraussichtliche Gesamtausschüttung für die Anleger wie folgt: Gebaute WEA

Gesamtausschüttung in % der Kommanditeinlage

diesem Mittelwert abweichen, so ergeben sich folgende Gesamtausschüttungen: Windertrag

Gesamtausschüttung

Windertrag gemäß Gutachten

214,9 %

Windertrag 5% unter Gutachten

183,3 %

Windertrag 5% über Gutachten

247,7 %

3. INSTANDHALTUNGSKOSTEN Der Vollwartungsvertrag läuft 15 Jahre und deckt alle Kosten der Instandhaltung. Danach sind die Instandhaltungskosten prognostiziert. Sollten die tatsächlichen Kosten über diesen Prognosen liegen, so ergeben sich folgende Gesamtausschüttungen: Instandhaltungskosten

Gesamtausschüttung

Gemäß Prognose

214,9 %

Kosten um 30% höher

212,6 %

4. FINANZIERUNGSKOSTEN

8 214,9 %

7 209,6 % 6 207,7 % Die Verringerung der Gesamtausschüttung ergibt sich aus fixen Kosten für den Netzanschluss und teilweise fixen Kosten bei den Zuwegungen.

2. STROMERTRAG Die Stromerträge werden von Winderträgen bestimmt. In der Prognoserechnung ist der Mittelwert aus beiden Gutachten eingeflossen. Sollte der tatsächliche Windertrag von

Das aktuelle Angebot einer regionalen Bank sieht einen Zinssatz von 2,95 % für einen Zeitraum von 10 Jahren vor. Für die restliche Zeit bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens nach 16 Jahren ist bei der Prognoserechnung ein Zinssatz von 2,95 % angenommen. Sollte der Zinssatz nach Ablauf der Zinsbindung höher sein, so ergeben sich folgende Gesamtausschüttungen: Zinssatz nach Ablauf Zinsbindung Gesamtausschüttung 2,95 %

214,9 %

4 %

206,0 %

5 %

197,5 %

07


068

08

ERÖFFNUNGS-, ZWISCHENUND PLANBILANZEN SOWIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG


www.windpark-kirchberg.de 069

ERLÄUTERUNGEN Die nachfolgenden Ausführungen erläutern die wesentlichen Annahmen und Wirkungszusammenhänge der Eröffnungsbilanz, Zwischenbilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. Die Beteiligungsgesellschaft wurde am 18. Juni 2014 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt betrugen die Kapitalanteile der Kommanditisten € 1.000. Diese haben ihre Einlage bei Gründung noch nicht erbracht, so dass eine Forderung gegenüber Gesellschaftern auszuweisen ist. Das Aktivvermögen der Beteiligungsgesellschaft wird im Wesentlichen aus den acht Windenergieanlagen bestehen, welche noch errichtet werden und als technische Anlagen und Maschinen auszuweisen sind. Das Umlaufvermögen besteht aus der gebildeten Liquiditätsreserve von nicht investiertem Kapital zur Begleichung nicht vorhergesehener Kosten. Auf der Passivseite besteht das Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft im Wesentlichen aus dem gezeichneten Kapital der Kommanditisten. Darüber hinaus wird die Beteiligungsgesellschaft ein Darlehen bei einer örtlichen Bank i.H.v. € 30 Mio. aufnehmen. Die Umsatzerlöse der Beteiligungsgesellschaft bestehen ausschließlich aus den vereinnahmten Erlösen aus dem Stromverkauf ab dem Jahr 2015. Unter den Abschreibungen auf Sachanlagen werden die Aufwendungen für die Abschreibung des Windenergieanlagen abgebildet. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus den laufenden Aufwendungen der Beteiligungsgesellschaft wie den zu zahlenden Zinsen für die Fremdfinanzierung, Nutzungsentgelten, Kosten der Wartung, Instandhaltung, Betriebsführung – und -verwaltung sowie weiteren laufenden Aufwendungen.

Die Beteiligungsgesellschaft erzielt in geringem Umfang Zinsen aus der Anlage der Liquiditätsreserve. Die Position „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ bildet den handelsrechtlichen Saldo der Umsatzerlöse und Zinsen sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ab. Da die Beteiligungsgesellschaft gewerbesteuerpflichtig ist, werden unter „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ die zu zahlenden Gewerbesteuern ausgewiesen. Soweit die Beteiligungsgesellschaft die Zahlung vom Umsatz-oder Grunderwerbsteuer schuldet, wurde diese bereits im Rahmen der sonstigen betrieblichen Aufwendungen berücksichtigt. Der „Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag“ bildet das handelsrechtliche Ergebnis nach Abzug von Steuern ab.

08


70

ERÖFFNUNGS- UND ZWISCHENBILANZ

18.06.2014

Zwischenbilanz

30.08.2014

Seit der Aufstellung der Eröffnungsbilanz haben keine erfolgswirksamen Geschäftsvorfälle stattgefunden, sodass auf eine Zwischen-GuV verzichtet wird.


www.windpark-kirchberg.de 071 71

PLANBILANZEN 2014 - 2017 (PROGNOSE) WINDENERGIE KIRCHBERG/JAGST GMBH & CO. KG, KIRCHBERG AKTIVA

2014

2015

2016

2017

EUR

EUR

EUR

EUR

A.

ANLAGEVERMÖGEN

Sachanlagen

Technische Anlagen und Maschinen

B.

UMLAUFVERMÖGEN

Guthaben bei Kreditinstituten

0

41.904.844

39.244.219

36.583.594

12.750.000

494.010

2.002.076

1.970.469

C.

RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

0

171.053

150.000

129.511

12.750.000

42.569.906

41.396.295

38.683.574

PASSIVA

2014

2015

2016

EUR

EUR

EUR

A.

EIGENKAPITAL

Kapitalanteile

1.

Kapitalanteil der Komplementärin

2.

Kapitalanteil der Kommanditisten

12.750.000

12.551.806

12.750.000

12.551.806

2017 EUR

08 0.00

0.00

0.00 11.357.557 11.357.557

0.00 10.764.251 10.764.251

B. RÜCKSTELLUNGEN

Sonstige Rückstellungen

0

18.101

38.738

62.179

C. VERBINDLICHKEITEN

gegenüber Kreditinstituten

0

30.000.000

30.000.000

27.857.143

12.750.000

42.569.906

41.396.295

38.683.574

Bei der Erstellung der Planbilanzen wurde die Annahme getroffen, dass zum 31.12. eines jeden Geschäftsjahres keine Forderungen und keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entstehen. Diese Annahmen werden auch in der Planungsrechnung für die Wirtschaftlichkeit getroffen. Erläuterungen zur Planbilanz Das Aktivvermögen der Beteiligungsgesellschaft wird im Wesentlichen aus den erworbenen Windkraftanlagen bestehen, welche noch nicht errichtet sind. Das zum Bilanzstichtag ausgewiesene Umlaufvermögen besteht im Rumpfwirtschaftsjahr aus den eingezahlten Kommanditeinlagen. In den Folgejahren umfasst das Umlaufvermögen im Wesentlichen die zum Bilanzstichtag vorhandenen liquiden Mittel, darunter auch die zu bildende Kapitaldienstreserve, die bei der finanzierenden Bank verzinslich angelegt wird. Das Anlagevermögen wird handelsrechtlich über die gewöhnliche Nutzungsdauer der Windkraftanlagen abgeschrieben. Steuerrechtlich sind weitere Nebenkosten zu aktivieren, weshalb Handels- und Steuerrecht hier voneinander abweichen. Die Passivseite besteht zum Bilanzstichtag des Rumpfgeschäftsjahres aus dem gezeichneten Kapital der Kommanditisten.In den Folgejahren umfasst die Passivseite der Bilanz im Wesentlichen den als Eigenkapital ausgewiesenen Kapitalanteil der Kommanditisten sowie den unter Verbindlichkeiten aufgeführten Saldo der bei der finanzierenden Bank aufgenommenen Darlehen.


072 Eröffnungsbilanz und Zwischenbilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung

PLAN- GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGEN 2014 - 2017 (PROGNOSE) WINDENERGIE KIRCHBERG/JAGST GMBH & CO. KG, KIRCHBERG

18.06.2014

01.01.2015

- 31.12.2014

- 31.12.2015

EUR

EUR

01.01.2016

01.01.2017

- 31.12.2016

- 31.12.2017

EUR

EUR

Umsatzerlöse

0

1.269.212

4.230.706

4.230.706

Abschreibungen auf Sachanlagen

0

665.156

2.660.625

2.660.625

Sonstige betriebliche Aufwendungen

0

407.178

677.228

787.863

0

1.072.334

3.337.853

3.448.488

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

0

0

4.940

20.021

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

0

395.072

916.053

891.783

-0

-395.072

-911.113

-871.763

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

0

-198.194

-18.260

-89.545

9.916

13.192

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

0

Jahresfehlbetrag

0

0 -198.194

-28.176

-102.737

Erläuterungen zur Plan-Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse der Beteiligungsgesellschaft bestehen ausschließlich aus den vereinnahmten Erträgen aus der Stromproduktion durch Windenergie. Die Abschreibungen auf Sachanlagen entsprechen der jährlichen Abschreibung der Anschaffungskosten für die WEA über die gewöhnliche Nutzungsdauer. Sonstige betriebliche Aufwendungen bestehen aus den laufen Aufwendungen der Beteiligungsgesellschaft, insbesondere , Versicherungsprämien, Wartungsund Instandhaltungskosten für die WEA, Nutzungsentgelte an die Grundstückseigentümer, sowie aus Kosten für die Betriebsführung und Verwaltung sowie die Steuerberatung und laufende Kosten des Netzanschlusses an das Stromnetz. Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen beinhalten die zu zahlenden Zinsen für die Fremdfinanzierung, Avalgebühren für Bankbürgschaften und Bankgebühren. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bildet den handelsrechtlichen Saldo der vorstehenden Erlöse und Aufwände. Der Jahresfehlbetrag bildet des Saldo des Jahresergebnisses unter Berücksichtigung der Steuerzahlungen ab.


www.windpark-kirchberg.de 073

VORAUSSICHTLICHE FINANZLAGE FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 2014 - 2017

(PROGNOSE)

18.06.2014

01.01.2015

01.01.2016

01.01.2017

- 31.12.2014

- 31.12.2015

- 31.12.2016

- 31.12.2017

EUR

EUR

EUR

EUR

Jahresergebnis

0

-198.194

-28.176

-102.737

+ / - Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens

0

665.156

2.660.625

2.660.625

Cash-flow

0

+ / - Zunahme/Abnahme der Rückstellungen

0

466.962 18.101

2.632.449 20.638

2.557.888 23.441

Aufwendungen/Erträge

0

8.947

21.053

20.489

- / +Zunahme/Abnahme von Aktiva, die nicht der Investitionsoder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind

0

-180.000

0

0

= Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit

0

314.010

+ / - Sonstige zahlungsunwirksame

2.674.139

2.601.818

- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen

0

-42.570.000

0

0

= Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit

0

-42.570.000

0

0

08

+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Kommanditkapital

12.750.000

- Auschüttungen an Kommanditisten sowie Entnahmen

+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten - Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten

0 0

0

0 -1.166.073

30.000.000

0

-490.568 0

0

-2.142.857

12.750.000

30.000.000

-1.166.073

2.633.425

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes

12.750.000

-12.255.990

1.508.066

-31.607

0

12.750.000

494.010

2.002.076

494.010

2.002.076

1.970.469

= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahrs Zusammensetzung des Finanzmittelbestands am Ende des Geschäftsjahres Guthaben bei Kreditinstituten

12.750.000

12.750.000

0

0

= Mittelzu-/abfluss aus der Finanzierungstätigkeit

+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahrs

0

0

494.010

2.002.076

1.970.469

Erläuterungen zur voraussichtlichen Finanzlage Die Einnahmen der Beteiligungsgesellschaft bestehen im Rumpfgeschäftsjahr prognosegemäß ausschließlich aus dem Kommanditkapital der Gesellschafter. Ausgaben stehen den Einnahmen in 2014 nicht gegenüber. In 2015 bestehen die Ausgaben der Beteiligungsgesellschaft entsprechend dem Investitions- und Finanzierungsplan aus dem Kaufpreis für die Windenergieanlagen, den Kosten für die Projektentwicklung und Projekterrichtung sowie die Kapitalbeschaffungskosten. (Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit) Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus der Auszahlung der aufgenommenen Bankdarlehen. Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit bildet ab 2015 den Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben ab. Ab 2016erfolgen zusätzlich die prognostizierten Ausschüttungen an die Kommanditisten sowie ab 2017 die Tilgung der aufgenommenen Bankdarlehen. Ferner wird die Beteiligungsgesellschaft eine Liquiditätsreserve bilden, die in ertragsschwachen Jahren zur Sicherung der Kapitaldienstfähigkeit (Bezahlung von Zinsen und Darlehenstilgungen) zur Verfügung steht.


74

Eröffnungsbilanz und Zwischenbilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung

PROGNOSEPLANZAHLEN

2014

(IN EURO)

2015

2016

2017

1. Investitionen

0

2. Produktion in kWh

0

42.750.000

0

0

14.588.644

48.628.805

48.628.805

0

1.269.212

4.230.706

4.230.706

0

-198.194

-28.176

-102.737

3. Umsatz 4. Jahresfehlbetrag

Die vorangegangene Ausführungen erläutern die wesentlichen Annahmen und Wirkungszusammenhänge der Planzahlen der Beteiligungsgesellschaft. Die Beteiligungsgesellschaft wird ihre Investitionen in die Windenergieanlagen prognosegemäß im Jahr 2015 abschließen. Die Umsatzerlöse ergeben sich aus

den zu erwartenden Erlösen aus Stromverkäufen. Die Beteiligungsgesellschaft übt eine Stromproduktion aus. Planmäßig wird sie in den Jahren 2015 bis 2018 ein negatives handelsrechtliches Ergebnis erwirtschaften.


www.windpark-kirchberg.de

75


076

09

ANLEGERPROGNOSE / KAPITALFLUSSRECHNUNG Jahr

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

202

9.318 10 9.329 -92.671

3.882 42 3.925 -88.747

3.678 42 3.719 -85.028

3.857 41 3.898 -81.130

3.980 40 4.020 -77.110

4.391 40 4.430 -72.680

4.685 77 4.763 -67.917

4.96 18 5.15 -62.76

Liquiditätsentwicklung Anleger Einzahlung Kapitalanteil und Agio Auszahlungen (Ausschüttungen) Anrechnung Gewerbesteuer und KapErSt/SolZ Mittel Zu-/Abfluss kumuliert

-102.000 0 -102.000 -102.000

Auschüttung in % vom Eigenkapital

-100.0%

9.1%

3.8%

3.6%

3.8%

3.9%

4.3%

4.7%

5.0%

Ausschüttung in % vom Eigenkapital kumuliert

-100.0%

-90.9%

-87.0%

-83.4%

-79.5%

-75.6%

-71.3%

-66.6%

-61.5%

Entwicklung Kapitalkonto Mittel Zu-/Abfluss

102.000

-9.318

-3.882

-3.678

-3.857

-3.980

-4.391

-4.685

-4.96

Handelsbilanzielles Ergebnis

-1.586

-225

-822

-1.040

-877

-773

-383

-114

14

Entnahmen (KapErtSt+SolZ)

0

-10

-42

-42

-41

-40

-40

-39

-3

100.414

90.860

86.114

81.355

76.580

71.788

66.974

62.136

57.27

-1.571

-205

-794

-1.005

-832

-717

-316

-33

23

0

79

106

57

64

62

102

124

14

-1.571

-125

-689

-948

-768

-655

-215

91

38

100.429

90.881

86.142

81.390

76.625

71.843

67.041

62.217

57.36

Stand Kapitalkonto Handelsbilanz Ermittlung steuerliches Ergebnis Steuerbilanzielles Ergebnis vor Gewerbesteuer Außerbilanzielle Korrekturen Steuerliches Ergebnis Stand Kapitalkonto Steuerbilanz

Steuerliche Verlust-/ Gewinnzuweisung (§ 15a EStG)

-1.571

-125

-689

-948

-768

-655

-215

91

Persönlicher Steuersatz

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

660

53

289

398

323

275

90

-38

36

3

16

22

18

15

5

0

anteilige Gewerbesteuer = max. Anrechnung

0

79

106

57

64

62

102

124

14

- anrechenbare Gewerbesteuer (nicht gedeckelt)

0

0

0

0

0

0

0

38

15

- anrechenbare Gewerbesteuer

0

0

0

0

0

0

0

38

14

- anrechenbare Zinsabschlagsteuer und Solidaritätszuschlag

0

10

42

42

41

40

40

39

3

696

66

347

461

381

331

135

39

2

-101.304

9.384

4.230

4.139

4.238

4.310

4.525

4.724

4.99

-60.76

Prozentsatz Solidaritätszuschlag - Einkommensteuer - Solidaritätszuschlag

Steuerwirkung Mittel Zu-/Abfluss nach Steuern kumuliert

38

-16

-101.304

-91.920

-87.690

-83.551

-79.313

-75.002

-70.477

-65.753

Durchschnittl. Kapitalbindung nach Steuern

-101.3%

9.4%

4.2%

4.1%

4.2%

4.3%

4.5%

4.7%

5.0%

Mittelfluss nach Steuern in % vom Eigenkapital

-99.32%

9.20%

4.15%

4.06%

4.16%

4.23%

4.44%

4.63%

4.89%

Mittelfluss nach Steuern in % vom Eigenkapital kumuliert

-99.32%

-90.12%

-85.97%

-81.91%

-77.76%

-73.53%

-69.10%

-64.46%

-59.57%

Steuerliche Verlust-/ Gewinnzuweisung (§ 15a EStG)

-1.571

-125

-689

-948

-768

-655

-215

91

Persönlicher Steuersatz

20.0%

20.0%

20.0%

20.0%

20.0%

20.0%

20.0%

20.0%

20.0%

5.5%

Prozentsatz Solidaritätszuschlag

38

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

anteilige Gewerbesteuer = max. Anrechnung

0

79

106

57

64

62

102

124

14

- anrechenbare Gewerbesteuer (nicht gedeckelt)

0

0

0

0

0

0

0

38

15

- anrechenbare Gewerbesteuer

0

0

0

0

0

0

0

38

14

- anrechenbare Zinsabschlagsteuer und Solidaritätszuschlag

0

10

42

42

41

40

40

39

3

331

37

188

242

203

179

85

60

11

Steuerwirkung Mittel Zu-/Abfluss nach Steuern

-101.669

9.355

4.070

3.919

4.060

4.158

4.476

4.745

kumuliert Durchschnittl. Kapitalbindung nach Steuern

-101.669 -101.7%

-92.313 9.4%

-88.244 4.1%

-84.325 3.9%

-80.265 4.1%

-76.106 4.2%

-71.631 4.5%

-66.885 4.7%

Mittelfluss nach Steuern in % vom Eigenkapital

-99.68%

9.17%

3.99%

3.84%

3.98%

4.08%

4.39%

4.65%

4.98%

Mittelfluss nach Steuern in % vom Eigenkapital kumuliert

-99.68%

-90.50%

-86.51%

-82.67%

-78.69%

-74.61%

-70.23%

-65.57%

-60.59%

Erläuterungen zur Anlegerprognose: Dargestellt ist Prognose für einen Anleger, der eine Pflichteinlage von € 100.000.- erbringt. Auf diesen Betrag ist ein Agio von 2% = 2.000 € fällig, so dass der Anleger insgesamt € 102.000.- investiert. Es sind zwei unterschiedliche steuerliche Situationen abgebildet. Im ersten Fall hat der Anleger einen persönlichen Steuersatz von 42%, im zweiten Fall einen persönlichen Steuersatz von 20%.

5.07

-61.80 5.1%


www.windpark-kirchberg.de 077

Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst Liquiditätsprognose für einen Kommanditisten Pflichteinlage in EUR: 100.000 Anteil 0.80% Agio 2.000 Beteiligungssumme in EUR:

102.000

Rückfluss in % der eingez. Beteiligungssumme (vor ESt, SolZ)

214.9%

Rückfluss in % der eingez. Beteiligungssumme (nach Steuern)

163.3%

Est-Satz 42.00%

Rückfluss in % der eingez. Beteiligungssumme (nach Steuern)

190.8%

Est-Satz 20.00%

2021

2022

2023

2024

2025

2026

2027

2028

2029

2030

2031

2032

2033

2034

2035

4.391 40 4.430 -72.680

4.685 77 4.763 -67.917

4.968 183 5.151 -62.767

5.193 194 5.388 -57.379

5.524 221 5.744 -51.634

5.867 249 6.116 -45.518

6.134 265 6.399 -39.120

6.337 272 6.609 -32.511

6.509 277 6.786 -25.725

8.568 448 9.015 -16.710

24.173 1.203 25.376 8.666

22.223 3.203 25.426 34.092

22.793 3.280 26.072 60.164

22.708 3.261 25.969 86.133

27.616 3.497 31.112 117.246

4.3%

4.7%

5.0%

5.3%

5.6%

6.0%

6.3%

6.5%

6.7%

8.8%

24.9%

24.9%

25.6%

25.5%

30.5%

-71.3%

-66.6%

-61.5%

-56.3%

-50.6%

-44.6%

-38.4%

-31.9%

-25.2%

-16.4%

8.5%

33.4%

59.0%

84.4%

114.9%

-4.391

-4.685

-4.968

-5.193

-5.524

-5.867

-6.134

-6.337

-6.509

-8.568

-24.173

-22.223

-22.793

-22.708

-27.616

-383

-114

140

333

626

928

1.148

1.299

1.412

2.804

7.881

21.812

22.283

22.091

24.177

-40

-39

-38

-38

-37

-36

-36

-35

-34

-34

-31

-33

-34

-35

-37

66.974

62.136

57.270

52.372

47.437

42.462

37.440

32.367

27.236

21.439

5.115

4.672

4.128

3.476

0

-316

-33

236

447

760

1.084

1.329

1.507

1.652

2.971

8.302

22.170

22.690

22.551

24.177

102

124

145

157

184

212

229

237

242

414

1.171

3.171

3.246

3.226

3.460

-215

91

381

604

943

1.296

1.558

1.744

1.895

3.386

9.474

25.341

25.935

25.777

27.637

67.041

62.217

57.366

52.486

47.571

42.618

37.621

32.576

27.476

21.606

5.537

5.029

4.535

3.936

0

-215

91

381

604

943

1.296

1.558

1.744

1.895

3.386

9.474

25.341

25.935

25.777

27.637

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

42.0%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

5.5%

90

-38

-160

-254

-396

-544

-654

-732

-796

-1.422

-3.979

-10.643

-10.893

-10.826

-11.607

5

0

0

-5

-11

-18

-23

-27

-30

-54

-151

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-2.927

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-7.973

-8.548

4.525

4.724

4.990

5.130

5.337

5.554

5.722

5.850

5.960

7.539

21.246

14.382

14.769

14.735

19.067

-70.477

-65.753

-60.762

-55.633

-50.296

-44.742

-39.020

-33.171

-27.210

-19.671

1.575

15.957

30.726

45.460

64.527

4.5%

4.7%

5.0%

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21.2%

14.4%

14.8%

14.7%

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4.44%

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4.89%

5.03%

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5.45%

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5.73%

5.84%

7.39%

20.83%

14.10%

14.48%

14.45%

18.69%

-69.10%

-64.46%

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-54.54%

-49.31%

-43.86%

-38.26%

-32.52%

-26.68%

-19.29%

1.54%

15.64%

30.12%

44.57%

63.26%

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1.744

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6.400

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20.788

20.717

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-71.631 4.5%

-66.885 4.7%

-61.807 5.1%

-56.537 5.3%

-50.981 5.6%

-45.126 5.9%

-39.043 6.1%

-32.789 6.3%

-26.389 6.4%

-18.064 8.3%

5.381 23.4%

25.645 20.3%

46.433 20.8%

67.150 20.7%

92.632 25.5%

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19.87%

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-65.57%

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90.82%

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078

10

KAPITALMÄSSIGE UND / ODER PERSONELLE VERFLECHTUNGEN


www.windpark-kirchberg.de 079

BETEILIGUNGSVERHÄLTNISSE

Geschäftsführer Ralf Stier Georg Persigehl

Komplementär

Beteiligungsgesellschaft

Kommanditist

Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH

Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG

Sonnenenergie Kirchberg GmbH

100% Gesellschafter Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG

Sonnenenergie Kirchberg GmbH

ingenia projects GmbH & Co. KG

reencon GmbH

Gerhard Borchers Consulting GmbH

Komplementär

53,33%

33,33%

13.34%

Beteiligungsgesellschaft ist die Windenergie Kirchberg/ Jagst GmbH & Co. KG. Deren Gründungskommanditist ist die Sonnenenergie Kirchberg GmbH, Komplementär ist die Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH. Bei der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH ist die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher sowie Vertragspartner der Beteiligungsgesellschaft für die Projektentwicklung und die Projekterrichtung) 100%-iger Gesellschafter, Geschäftsführer sind Ralf Stier und Georg Persigehl. An der Sonnenenergie Kirchberg GmbH ist das Mitglied der Geschäftsführung Ralf Stier als geschäftsführender Gesellschafter beteiligt.

Kommanditisten der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG sind ingenia projects GmbH & Co. KG zu 53,33 %, reencon GmbH zu 33,33 % und Gerhard Borchers Consulting GmbH zu 13,34%. Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist die Sonnenenergie Kirchberg GmbH, die zugleich Gründungskommanditist der Beteiligungsgesellschaft ist. Ralf Stier ist geschäftsführender Gesellschafter der ingenia projects GmbH & Co.KG mit Sitz in Crailsheim. Geoerg Persigehl ist geschäftsführender Gesellschafter der reencon GmbH mit Sitz in Rosenheim. Gerhard Borchers Consulting GmbH ist zu 80% Gesellschafter der RUG Institut Private Finanzen GmbH mit Sitz in Kirchberg/ Jagst. Es ist vorgesehen, dass RUG Institut Private Finanzen GmbH mit der Windenenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co.KG einen Vertrag zur Vermittlung von Eigenkapital abschließen wird.

10


080

11 KENNTNISSE UND ERFAHRUNGEN DER PROJEKTVERANTWORTLICHEN


081

RALF STIER

GEORG PERSIGEHL

46 Jahre, Bankbetriebswirt. War mehr als 20 Jahre im Bankgewerbe tätig; überwiegend in der Finanzierungsberatung. Insbesondere auch für Projekte im Bereich Erneuerbarer Energien.

Geschäftsführender Gesellschafter der reencon GmbH. Er ist seit 9 Jahren in der Windbranche tätig und war bei e.on als Abteilungs- und Bereichsleiter für den Aufbau der Windenergiesparte maßgeblich verantwortlich. Herr Persigehl war u.a. für die weltweite Betriebsstrategie für Windparks mit einer Gesamtleistung von über 4 GW bei e.on verantwortlich.

Seit 2012 ist Herr Stier als geschäftsführender Gesellschafter der ingenia projects GmbH & Co. KG verantwortlich für die Entwicklung von Projekten im Bereich Erneuerbarer Energien sowie die Betriebsführung von aktuell zwölf Solarparks. Als Nebenerwerbslandwirt ist er auch Grundstückseigentümer im Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst und einer der Standortverpächter.

Er ist spezialisiert auf die Ertragsoptimierung von Windenergieprojekten, den optimierten Einkauf von Windenergieanlagen und Servicedienstleistungen sowie die Erstellung und Umsetzung von Windpark-Betriebskonzepten.


082

12 RECHTLICHE GRUNDLAGEN

ANGABEN GEMÄSS VERMÖGENSANLAGENVERKAUFSPROSPEKTVERORDNUNG


083


084 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

1. ART DER ANGEBOTENEN VERMÖGENSANLAGE (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 1 VERMVERKPROSPV) Die Anleger können einen Kommanditanteil an der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG („Beteiligungsgesellschaft“) erwerben und sich dadurch unmittelbar an der Beteiligungsgesellschaft als Kommanditisten („Direktkommanditisten“) beteiligen. Hierfür müssen die Anleger dem Komplementär auf eigene Kosten eine notariell beglaubigte Vollmacht erteilen, die zu allen die Beteiligungsgesellschaft und die Anleger betreffenden Anmeldungen zum Handelsregister berechtigt. Ferner wird jeder Direktkommanditist mit einer Haftsumme von 10% seiner jeweiligen Pflichteinlage im Handelsregister eingetragen.

2. ANZAHL UND GESAMTBETRAG DER ANGEBOTENEN VERMÖGENSANLAGE (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 1 VERMVERKPROSPV) Der Gesamtbetrag der angebotenen Vermögensanlage ist € 12,499 Mio. Bei einer Mindestanlage von € 50.000 beträgt die Anzahl der auszugebenden Anteile 249.

3. HAUPTMERKMALE DER ANTEILE DER ANLEGER (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 1A, 1. HALBSATZ VERMVERKPROSPV) Die Anleger sind am Vermögen und am Ergebnis sowie am Liquidationserlös der Beteiligungsgesellschaft entsprechend dem Verhältnis ihrer eingezahlten Pflichteinlagen

(ohne Agio) zu allen eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres beteiligt. Anleger, die der Beteiligungsgesellschaft unterjährig beitreten, sind ab dem Ersten des Kalendermonats, der auf die Annahme der Beitrittserklärung sowie die vollständige Einzahlung der Pflichteinlage zzgl. Agio folgt, beteiligt. Den Anlegern stehen die Rechte nach §§ 164, 166 HGB vollumfänglich zu. Sie sind berechtigt, die schriftliche Mitteilung der Jahresabschlüsse zu verlangen und auf eigene Kosten die Bücher und Schriften der Beteiligungsgesellschaft einzusehen oder durch einen zur Berufsverschwiegenheit verpflichteten Dritten einsehen zu lassen. Das Widerspruchsrecht nach § 164 Satz 1 Halbsatz 2 HGB ist ausgeschlossen; an seine Stelle tritt das Recht, über diejenigen Geschäftsführungsmaßnahmen zu beschließen, die der Zustimmung der Gesellschafter bedürfen. Die Anleger sind berechtigt, bestimmte Angelegenheiten der Beteiligungsgesellschaft durch Gesellschafterbeschluss zu entscheiden. Der Beschlussfassung durch die Gesellschafter unterliegen nicht zum gewöhnlichen Geschäftsbetrieb der Beteiligungsgesellschaft gehörende Rechtsgeschäfte und Maßnahmen, die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung der Geschäftsführung, die Kreditaufnahme außerhalb des Investitionsund Finanzierungsplans, die Übernahme von Bürgschaften oder Garantien für Verbindlichkeiten Dritter, der Abschluss von Anstellungsverträgen und Verträgen mit einem Gesamtwert von mehr als € 350.000 zzgl. gesetzlicher USt. p.a., sofern deren Abschluss nicht im Investitions- und Finanzierungsplan vorgesehen ist, Entnahmen und Zuführungen zur Rücklage, die Abberufung der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft sowie die Wahl einer neuen Geschäftsführung, Verfügungen des persönlich haftenden Gesellschafters über seine Anteile an der Beteiligungsgesellschaft, der Ausschluss von Gesellschaftern, Verfügungen über die von der Beteiligungs-


www.windpark-kirchberg.de 085

gesellschaft erworbenen Windenergieanlagen, die Änderung des Gesellschaftsvertrages sowie die Auflösung der Beteiligungsgesellschaft. Das Stimmengewicht der Anleger richtet sich nach der Höhe der eingezahlten Pflichteinlagen. Je volle € 10.000 der wirksam und vollständig eingezahlten Pflichteinlage gewähren eine Stimme. Die Anleger haben das Recht, selbst an den Gesellschafterversammlungen der Beteiligungsgesellschaft teilzunehmen und ihre Stimmrechte selbst auszuüben. Jeder Gesellschafter kann sich aber auch durch eine Person seiner Wahl vertreten lassen, sofern die Vertretungsbefugnis durch schriftliche Vollmacht nachgewiesen wird. Die Anleger sind gegenüber der Beteiligungsgesellschaft zur Erbringung ihrer Pflichteinlagen zzgl. Agio verpflichtet. Gegenüber Gläubigern der Beteiligungsgesellschaft haften sie in Höhe ihrer im Handelsregister eingetragenen Haftsumme (10 % der Pflichteinlage). Die Haftung ist ausgeschlossen, sofern die Pflichteinlage in Höhe der Haftsumme geleistet und nicht zurückgewährt worden ist. Eine Rückgewähr liegt auch dann vor, wenn die Beteiligungsgesellschaft Auszahlungen an die Anleger vornimmt, die nicht durch entsprechende Gewinne gedeckt sind und damit Teile der Pflichteinlage der Anleger an diese zurückzahlt. Soweit dadurch die eingezahlte Pflichteinlage unter die eingetragene Haftsumme sinkt, haftet der jeweilige Anleger bis maximal in Höhe der Haftsumme. Im Falle ihres Ausscheidens haften Anleger für bis dahin begründete Verbindlichkeiten der Beteiligungsgesellschaft noch für einen Zeitraum von fünf Jahren bis zur Höhe der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme (§ 160 Abs. 1 HGB). Haftungsansprüche gegen Anleger aus Verbindlichkeiten der Beteiligungsgesellschaft verjähren gem. § 159 Abs. 1 HGB spätestens in fünf Jahren nach der Auflösung der Beteiligungsgesellschaft. Die Anleger können ihre Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 18 Monaten zum Ende eines Kalenderjahres ordentlich

kündigen, erstmals jedoch zum 31. Dezember 2035. Zudem besteht jederzeit das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund. Ausscheidende Anleger haben Anspruch auf ein Auseinandersetzungsguthaben. Darüber hinaus können die Anleger über ihre Beteiligung mit Wirkung zum 1. Januar eines Jahres verfügen. Sie haben die von ihnen übernommene Pflichteinlage nebst Agio fristgerecht zu leisten und sind verpflichtet, der Beteiligungsgesellschaft ihre steuerlichen Daten mitzuteilen.

4. ABWEICHENDE RECHTE DER GESELLSCHAFTER DES EMITTENTEN ZUM ZEITPUNKT DER PROSPEKTAUFSTELLUNG (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 1A, 1. HALBSATZ VERMVERKPROSPV) Der Komplementär ist zur alleinigen Geschäftsführung und Vertretung der Beteiligungsgesellschaft berechtigt. Er sowie seine Organe sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Die Gesellschafter können den Komplementär nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen den Gesellschaftsvertrag der Beteiligungsgesellschaft abberufen. 12

Obwohl der Komplementär keine Einlage geleistet hat, steht ihm bei Gesellschafterbeschlüssen, die der Einstimmigkeit bedürfen, oder im Falle der Stimmengleichheit eine Stimme zu. Der Komplementär ist am Ergebnis und Vermögen der Beteiligungsgesellschaft nicht beteiligt. Er erhält jedoch Vergütungen für die Übernahme der persönlichen Haftung für die Verbindlichkeiten der Beteiligungsgesellschaft sowie für die Übernahme der Geschäftsführung und die damit verbundene Betriebsführung der Windenergieanlagen. Der Komplementär kann eine Gesellschafterversammlung einberufen, wenn er es für erforderlich hält. Die Gesellschafterversammlung wird durch den Geschäftsführer des Komplementärs geleitet, sofern nicht die Gesellschafterversammlung einen anderen Versammlungsleiter wählt.


086 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

In Eilfällen, in denen die vorherige Zustimmung der Gesellschafter zu einer zustimmungsbedürftigen Maßnahme nicht kurzfristig eingeholt werden kann, die Maßnahme aber unbedingt notwendig ist, weil den Gesellschaftern und/oder der Gesellschaft bei Zuwarten ein erheblicher Schaden droht und/ oder die Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Verwaltung nicht mehr gewährleistet ist, darf der Komplementär ohne die Zustimmung der Gesellschafter handeln. Der Komplementär kann erst dann aus der Beteiligungsgesellschaft ausscheiden bzw. es wird im Falle seiner Kündigung diese erst dann wirksam, wenn von den Gesellschaftern ein neuer Komplementär bestimmt oder in die Gesellschaft aufgenommen wurde. Rechtsgeschäftliche Verfügungen des Komplementärs über seinen Anteil bedürfen einer Zustimmung der Gesellschafter.

keine Ansprüche ehemaliger Gesellschafter der Beteiligungsgesellschaft aus ihrer vormaligen Beteiligung.

6. WESENTLICHE GRUNDLAGEN DER STEUERLICHEN KONZEPTION (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 2, 1. HALBSATZ VERMVERKPROSPV) Die wesentlichen Grundlagen der steuerlichen Konzeption der Vermögensanlage sind ausführlich auf Seite 122 ff. dargestellt.

Der Gründungskommanditist ist berechtigt, eine von dem Mindestbetrag abweichende Gründungseinlage zu leisten.

7. ÜBERNAHME DER ZAHLUNGEN VON STEUERN DURCH DEN EMITTENTEN ODER EINE ANDERE PERSON FÜR DEN ANLEGER (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 2, 2. HALBSATZ VERMVERKPROSPV)

Für den Fall, dass ein Anleger eine Veräußerung seiner Beteiligung an einen Dritten beabsichtigt, besitzt der Gründungskommanditist ein Vorkaufsrecht.

Weder der Emittent noch eine andere Person übernimmt die Zahlung von Steuern für den Anleger.

Der Komplementär ist Liquidator der Beteiligungsgesellschaft.

Darüber hinaus stimmen die Rechte und Pflichten der Gesellschafter der Emittentin zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung mit denen der beitretenden Anleger überein.

5. ANSPRÜCHE EHEMALIGER GESELLSCHAFTER AUS IHRER BETEILIGUNG BEIM EMITTENTEN (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 1A, 2. HALBSATZ VERMVERKPROSPV) Ehemalige Gesellschafter der Beteiligungsgesellschaft existieren nicht. Dementsprechend gibt es auch

8. ÜBERTRAGUNGSMÖGLICHKEITEN UND HANDELBARKEIT (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 3 VERMVERKPROSPV) Die Kommanditbeteiligungen der Anleger sind im Wege der Abtretung übertragbar. Verstirbt ein Anleger, so geht seine Beteiligung ohne weitere Rechtshandlungen auf den oder die Erben oder Vermächtnisnehmer über. Die freie Handelbarkeit der Beteiligungen ist folgendermaßen eingeschränkt:


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Verfügungen über eine Beteiligung sind nur mit Wirkung zum 1. Januar des folgenden Kalenderjahres und grundsätzlich mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Komplementärs möglich. Ohne Zustimmung des Komplementärs kann der Anleger seine Beteiligung ganz oder teilweise auf Mitgesellschafter, seinen Ehegatten oder seine direkten Abkömmlinge übertragen. Wenn und soweit ein Anleger die Veräußerung seiner Beteiligung an einen Dritten beabsichtigt, hat er zunächst die Beteiligung dem Gründungskommanditisten zum Erwerb anzubieten. Dem Angebot ist ein schriftliches und verbindliches Kaufangebot des Dritten beizufügen. Der Gründungskommanditist ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Beteiligung zu diesem Kaufpreis vom Anleger zu erwerben oder einen Dritten zu benennen, der das Vorkaufsrecht ausüben kann. Wenn und soweit der Gründungskommanditist oder ein von ihm benannter Dritter von diesem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch macht, hat er dies dem verkaufswilligen Anleger innerhalb von vier Wochen ab Vorlage des Verkaufsangebots schriftlich mitzuteilen. Der Anleger darf in diesem Fall seine Beteiligung an einen Dritten maximal zu dem dem Gründungskommanditisten vorgelegten Verkaufsangebot veräußern. Eine teilweise Übertragung ist nur zulässig, sofern dadurch keine Beteiligungen entstehen, deren Betrag unter dem Mindestbetrag von € 50.000 liegt und sofern der Teilkommanditanteil durch 10.000 ohne Rest teilbar ist. Eine direkte oder indirekte Beteiligung von Staatsangehörigen der USA, Kanada, Australien oder Japan bzw. von Personen, die über einen ähnlichen Status verfügen („z.B. Green Card“), Gebietsansässigen mit Wohnsitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan bzw. von Personen, die die Beteiligung für eine Vermögensmasse mit Sitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan eingehen wollen, sowie das Angebot dieser Beteiligung in den vorgenannten Ländern ist ausgeschlossen und schränkt somit auch die Verfügungsmöglichkeit ein.

Im Übrigen ist ein Verkauf der Beteiligungen im Rahmen des Zweitmarktes nur eingeschränkt möglich, weil es zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung keinen Markt für den Handel mit derartigen Beteiligungen gibt und die Entwicklung eines solchen Marktes auch nicht zu erwarten ist.

9. ZAHLSTELLEN Zahlstellen oder andere Stellen, die bestimmungsgemäß Zahlungen an die Anleger ausführen und an denen der Verkaufsprospekt, das Vermögensanlagen-Informationsblatt, der letzte veröffentlichte Jahresabschluss und der Jahresabschluss zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten werden (§ 4 Satz 1 Ziff. 4 VermVerkProspV) Zahlungen an die Anleger sowie die kostenlose Ausgabe dieses Verkaufsprospektes, des Vermögensanlagen-Informationsblattes, des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses und des Lageberichts erfolgen durch folgende Zahlstelle: Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG Medizinalratsklinge 13 74592 Kirchberg an der Jagst

10. EINZELHEITEN DER ZAHLUNG DES ZEICHNUNGSODER ERWERBSPREISES (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 5 VERMVERKPROSPV) Die Anleger haben den vollen Nennbetrag ihrer jeweiligen Pflichteinlage zuzüglich 2% Agio zu leisten. Anleger haben innerhalb von 14 Tagen nach schriftlicher Aufforderung durch den Komplementär die Pflichteinlage und das Agio auf ein dem Anleger noch mitzuteilendes Konto der Beteiligungsgesellschaft zu zahlen.

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088 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

11. STELLEN ZUR ENTGEGENNAHME VON ZEICHNUNGEN ODER AUF DEN ERWERB VON ANTEILEN Stellen zur Entgegennahme von Zeichnungen oder auf den Erwerb von Anteilen oder Beteiligungen gerichtete Willenserklärungen des Publikums (§ 4 Satz 1 Ziff. 6 VermVerkProspV) Die Beitrittserklärungen sind ordnungsgemäß auszufüllen und an folgende Adresse zu übersenden:

Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG Medizinalratsklinge 13 74592 Kirchberg an der Jagst

Die Beitrittserklärungen werden von dem Komplementär der Beteiligungsgesellschaft angenommen.

12. ZEICHNUNGSFRIST Zeichnungsfrist, Möglichkeiten zur vorzeitigen Schließung oder Kürzung von Zeichnungen, Anteilen oder Beteiligungen (§ 4 Satz 1 Ziff. 7 VermVerkProspV). Das öffentliche Angebot beginnt gemäß § 9 Abs. 1 VermAnlG frühestens einen Tag nach Veröffentlichung des Verkaufsprospekts und endet mit der Vollplatzierung, spätestens am 31.12.2014.

Die Abgabe von Beitrittsangeboten der Anleger ist bis zum 31. Dezember 2014 befristet („Angebotsperiode“). Der Komplementär ist jedoch berechtigt, nach freiem Ermessen die Angebotsperiode um drei Monate zu verlängern. Er ist ferner berechtigt, die Beteiligungsgesellschaft vorzeitig zu schließen, also die Angebotsperiode vorzeitig zu beenden. Des Weiteren ist der Komplementär berechtigt, das Zielkapital der Beteiligungsgesellschaft herabzusetzen, wenn dieses – bspw. wegen Versagung der behördlichen Genehmigung einer oder mehrerer Windenergieanlage(n) – nicht in Höhe von € 12,5 Mio. benötigt wird. Kommt ein Anleger der Pflicht zur fristgemäßen Leistung seiner Pflichteinlage nicht vollständig nach, ist der Komplementär berechtigt, die Beteiligung des Anlegers auf den Betrag der teilweise geleisteten Pflichteinlage (ohne Agio) herabzusetzen, wenn der Anleger den Mindestbetrag in Höhe von € 50.000 bereits erbracht hat. Darüber hinaus besteht keine Möglichkeit, das Beteiligungsangebot vorzeitig zu schließen oder Zeichnungen, Anteile oder Beteiligungen zu kürzen.

13. TEILBETRÄGE Teilbeträge, falls das Angebot gleichzeitig in verschiedenen Staaten mit bestimmten Teilbeträgen erfolgt (§ 4 Satz 1 Ziff. 8 VermVerkProspV). Das Angebot erfolgt nicht in verschiedenen Staaten, sondern ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland.


www.windpark-kirchberg.de 089

14. ERWERBSPREIS FÜR DIE VERMÖGENSANLAGE (§ 4 SATZ 1 ZIFF. 9 VERMVERKPROSPV)

16. NUTZUNG DER NETTOEINNAHMEN AUS DEM ANGEBOT (§ 9 ABS. 1 SATZ 1 ZIFF. 1 VERMVERKPROSPV)

Der Erwerbspreis für die Vermögensanlage entspricht der jeweiligen Zeichnungssumme des Anlegers. Die Mindestbeteiligung beträgt € 50.000.

Die Beteiligungsgesellschaft verwendet die Nettoeinnahmen aus dem Beteiligungsangebot für die Errichtung und den Betrieb von bis zu acht Windenergieanlagen in einem Windpark im Raum Kirchberg an der Jagst und alle damit zusammenhängenden Tätigkeiten.

Übernommene Pflichteinlagen müssen ohne Rest durch 10.000 teilbar sein; der Komplementär kann nach eigenem Ermessen Abweichungen hiervon zulassen. Die Beteiligung eines Anlegers darf höchstens € 3,75 Mio. (Pflichteinlage) betragen. Zuzüglich zum Erwerbspreis haben die Anleger ein Agio in Höhe von 2% der Pflichteinlage an die Beteiligungsgesellschaft zu zahlen.

15. ANLAGESTRATEGIE / ANLAGEPOLITIK DER VERMÖGENSANLAGE (§ 9 ABS. 1 SATZ 1 VERMVERKPROSPV) Die Beteiligungsgesellschaft wird in Windenergieanlagen investieren, um die Vorteile der Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien zu nutzen (Anlagepolitik). Dafür plant sie, acht Windenergieanlagen des Typs Vestas V126 mit einer Nennleistung je Anlage von 3.300 kW in dem Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst zu errichten und unter dem Regime des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) zu betreiben, mit Anspruch auf eine zum Investitionszeitpunkt per Gesetz festgelegte Vergütung für die Netzeinspeisung des produzierten Stroms (Anlagestrategie). Damit soll eine laufende Rendite generiert und – im Falle eines Verkaufs der Windenergieanlagen – ggf. ein Veräußerungsgewinn erzielt werden (Anlageziel).

Für Einzelheiten wird auf die Darstellung des prognostizierten Investitions- und Finanzierungsplans nebst Erläuterungen auf Seite 60 ff. verwiesen.

17. REALISIERUNGSGRAD DES PROJEKTS (§ 9 ABS. 1 SATZ 1 ZIFF. 2 VERMVERKPROSPV) Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung hat die Beteiligungsgesellschaft den Projektentwicklungsvertrag sowie den Errichtungsvertrag mit der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG final verhandelt, jedoch noch nicht unterschrieben. Die Windpark Kirchberg GmbH & Co.KG hat die Vestas Deutschland GmbH als Turbinenlieferanten ausgewählt und mit Vestas einen Turbinenliefervertrag sowie einen Vollwartungsvertrag abgeschlossen.

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090 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

18. NETTOEINNAHMEN AUSREICHEND FÜR DIE REALSIERUNG (§ 9 ABS. 1 SATZ 1 ZIFF. 3 VERMVERKPROSPV) Die Nettoeinnahmen aus dem Beteiligungsangebot reichen für die Realisierung der Anlagestrategie und der Anlagepolitik allein nicht aus. Die Beteiligungsgesellschaft beabsichtigt, die Errichtung der Windenergieanlagen neben der Platzierung von Eigenkapital durch ein Bankdarlehen in Höhe von € 30 Mio. zu finanzieren.

Präsenzveranstaltung abzuhaltenden Gesellschafterversammlung gefasst werden. Für die Beschlussfähigkeit sowohl im Umlaufverfahren als auch bei einer Gesellschafterversammlung bedarf es der Teilnahme von Gesellschaftern, auf die zusammen mindestens 40 % der Stimmen entfallen. Darüber hinaus bestehen keine Möglichkeiten zur Änderung der Anlagestrategie oder Anlagepolitik. Ein Einsatz von Derivaten und Termingeschäften besteht nicht.

21. BESCHREIBUNG DER ANLAGEOBJEKTE (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 1 19. NUTZUNG DER NETTOEINNAHMEN VERMVERKPROSPV) FÜR SONSTIGE ZWECKE (§ 9 ABS. 1 SATZ 1ZIFF. 4 VERMVERKPROSPV) Die Anlageobjekte sind acht Windenergieanlagen

Die Nettoeinnahmen werden für sonstige Zwecke nicht genutzt.

20. MÖGLICHKEITEN EINER ÄNDERUNG DER ANLAGESTRATEGIE; EINSATZ VON DERIVATEN UND TERMINGESCHÄFTEN (§ 9 ABS. 1 SATZ 2 VERMVERKPROSPV) Die Anlagestrategie und Anlagepolitik sind im Gesellschaftsvertrag der Beteiligungsgesellschaft im Rahmen des Unternehmensgegenstandes verankert. Dieser kann durch Gesellschafterbeschluss abgeändert werden. Für einen solchen Beschluss bedarf es einer Mehrheit von ¾ (Dreiviertel) der abgegebenen Stimmen. Der Beschluss kann im Wege eines schriftlichen Umlaufverfahrens oder im Rahmen einer als

des Typs Vestas V126 mit einer Nennleistung je Anlage von 3.300 kW zur Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien. Einzelheiten zu den Windenergieanlagen sind auf Seite 42 ff. dargestellt.

22. EIGENTUM AN DEN ANLAGEOBJEKTEN

Eigentum an den Anlageobjekten oder wesentlichen Teilen derselben oder dingliche Berechtigung aus anderen Gründen der nach §§ 3, 7 und 12 zu nennenden Personen (§ 9 Abs. 2 Ziff. 2 VermVerkProspV). Ralf Stier (Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten sowie des Anbieters und Prospektverantwortlichen) ist einer der Grundstückseigentümer im Bürgerwindpark Kirchberg/ Jagst und somit einer der Standortverpächter im Verhältnis zur Beteiligungsgesellschaft. Darüber hinaus stand oder steht


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dem Anbieter, dem Prospektverantwortlichen, den Gründungsgesellschaftern und Gesellschaftern der Beteiligungsgesellschaft zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung oder den Mitgliedern der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft kein Eigentum an den Anlageobjekten oder wesentlichen Teilen derselben zu. Ihnen steht auch aus anderen Gründen keine dingliche Berechtigung an den Anlageobjekten zu.

23. DINGLICHE BELASTUNGEN DER ANLAGEOBJEKTE (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 3 VERMVERKPROSPV) Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung bestehen keine nicht nur unerheblichen dinglichen Belastungen der Anlageobjekte.

Es bestehen keine tatsächlichen Beschränkungen der Verwendungsmöglichkeiten der Anlageobjekte, insbesondere im Hinblick auf das Anlageziel.

25. ERFORDERLICHKEIT UND VORLIEGEN BEHÖRDLICHER GENEHMIGUNGEN (§ 9 ABS. 2 ZIFFER 5 VERMVERKPROSPV) Für die Errichtung und den Betrieb der Windenergieanlagen sind folgende Genehmigungen erforderlich: • Baugenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz • Genehmigung für die Kabeltrasse zum Netzverknüpfungspunkt am Umspannwerk

24. RECHTLICHE ODER TATSÄCHLICHE BESCHRÄNKUNGEN DER VERWENZu den Einzelheiten des Genehmigungsstandes siehe die Angaben auf Seite 54. DUNGSMÖGLICHKEITEN DER ANLAGEOBJEKTE (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 4 26. VERTRÄGE ÜBER DIE VERMVERKPROSPV) ANSCHAFFUNG DER ANLAGEOBJEKTE (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 6 VERMVERKPROSPV) Dem artenschutzrechtlichen Gutachten zufolge, (siehe Seite 51) ist zum Schutz der Fledermäuse eine Nachtabschaltung einzelner WEA unter bestimmten Witterungsbedingungen und zu bestimmten Jahreszeiten in den Nachtstunden erforderlich. Desweiteren sind dem Gutachten zufolge zum Zwecke des Vogelschutzes Bauzeitenbeschränkungen bei der Errichtung der WEA notwendig. Darüberhinaus bestehen keine rechtlichen Beschränkungen der Verwendungsmöglichkeiten der Anlageobjekte, inbesondere im Hinblick auf das Anlageziel.

Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung liegen noch keine geschlossenen Verträge über die Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte oder wesentlicher Teile davon vor.

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092 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DIE VERMÖGENSANLAGE

27. BEWERTUNGSGUTACHTEN (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 7 VERMVERKPROSPV)

Von dem Anbieter wurden folgende Gutachten in Auftrag gegeben: • Baugrundgutachten: Geotechnik, Aalen – Herr Dipl.-Geol. W. Höffner • Artenschutzrechtliches Gutachten: Gutschker-Dongus Landschaftsarchitekten, Odernheim am Glan, mit Niederlassung in Kirchberg/Jagst

• Gutachten über Schattenwurf, Schall, Turbulenz und Ertrag: GEO-NET Umweltconsulting GmbH, Hannover, • Gutachten über den Ertrag: JH Wind, Kirchzarten Zu den Einzelheiten der Gutachten siehe die Angaben auf Seite 50 ff. Darüber hinaus hat keine Person oder Gesellschaft ein Bewertungsgutachten für die Anlageobjekte erstellt.

28. LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN DER NACH §§ 3, 7 ODER 12 ZU NENNENDEN PERSONEN (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 8 VERMVERKPROSPV) Ralf Stier und Georg Persigehl sind Geschäftsführer des Komplementärs der Beteiligungsgesellschaft (jeweils Mitglied der Geschäftsführung). Ralf Stier ist zudem Geschäftsführer und Gesellschafter der Sonnenenergie Kirchberg GmbH, dem Gründungskommanditist der Beteiligungsgesellschaft und gleichzeitig persönlich

haftendem Gesellschafter der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG, dem Anbieter und Prospektverantwortlichen, der mit der Entwicklung und Errichtung des Windparks beauftragt ist und zudem alleiniger Gesellschafter der Windpark Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH (Komplementär der Beteiligungsgesellschaft) ist. Zudem verpachtet Ralf Stier eine Grundstücksfläche an die Beteiligungsgesellschaft für die Errichtung und den Betrieb einer Windenergieanlage. Weitere Leistungen und Lieferungen sind von dem Anbieter, dem Prospektverantwortlichen, den Gründungsgesellschaftern der Beteiligungsgesellschaft, den Gesellschaftern zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung und den Mitgliedern der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft nicht erbracht worden und werden auch nicht erbracht werden.

29. VORAUSSICHTLICHE GESAMTKOSTEN DER ANLAGEOBJEKTE (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 9 VERMVERKPROSPV) Die voraussichtlichen Gesamtkosten der Anlageobjekte sind in dem prognostizierten Investitions- und Finanzierungsplan dargestellt (vgl. „Investitions- und Finanzierungsplan“, Seiten 60 - 61).

30. KONDITIONEN UND FÄLLIGKEITEN VON EIGEN- UND FREMDMITTELN (§ 9 ABS. 2 ZIFF. 9 VERMVERKPROSPV) Der Gründungskommanditist hat bei der Gründung der Beteiligungsgesellschaft die von ihm übernommene Pflichteinlage von € 1.000 geleistet. Parallel beabsichtigt die Beteiligungsgesellschaft, ein Bankdarlehen in Höhe von € 30 Mio. aufzunehmen. Das aktuelle Angebot einer regionalen Bank sieht einen jährlichen Zinssatz von 2,95% vor,


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der für einen Zeitraum von 10 Jahren festgeschrieben ist. Die Gesamtlaufzeit des Darlehens beträgt voraussichtlich 16 Jahre. Tilgungsbeginn ist für Anfang des Jahres 2017 vorgesehen.

31. FREMDKAPITALQUOTE NEBST HEBELWIRKUNG (§ 9 ABS. 2 ZIFFER 9 VERMVERKPROSPV) Die Beteiligungsgesellschaft beabsichtigt, den Erwerb und die Errichtung der Windenergieanlagen neben der Platzierung des Eigenkapitals durch ein Bankdarlehen in Höhe von € 30 Mio. zu finanzieren. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung liegt ein Angebot einer regionalen Bank, aber noch keine verbindliche Zusage vor. Das Darlehen würde 70,588 % des Gesamtinvestitionsvolumens ausmachen. Bei der Finanzierung der Anlageobjekte mit Eigen- und Fremdkapital entsteht eine sog. Hebelwirkung (auch LeverageEffekt genannt), bei der durch Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität erhöht wird, wenn der Nutzen ausgedrückt in Prozent hoher ausfällt als der Zinssatz, der für Fremdkapital anzusetzen ist. Im Ergebnis wird dadurch die Eigenkapitalrendite mit zunehmender Aufnahme von Fremdkapital erhöht.

32. GEWÄHRLEISTUNGEN (§ 14 VERMVERKPROSPV)

Für die Verzinsung oder Rückzahlung der Vermögensanlage hat weder eine juristische Person noch eine Gesellschaft eine Gewährleistung übernommen.

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094 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DEN EMITTENTEN

1. FIRMA, SITZ, GESCHÄFTSANSCHRIFT (§ 5 ZIFF. 1 VERMVERKPROSPV)

4. STRUKTUR DES PERSÖNLICHEN HAFTENDEN GESELLSCHAFTERS (§ 5 ZIFF. 3 VERMVERKPROSPV)

Emittent ist die Beteiligungsgesellschaft in Firma Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG mit Sitz in Kirchberg an der Jagst. Die Geschäftsanschrift lautet:

Der Komplementär der Beteiligungsgesellschaft ist die Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH, Kirchberg an der Jagst. Das Stammkapital des Komplementärs beträgt € 25.000. Es ist voll eingezahlt. Alleiniger Gesellschafter des Komplementärs ist die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG. Geschäftsführer des Komplementärs sind Ralf Stier (wohnhaft in 74592 Kirchberg an der Jagst, Ortsstraße 24) und Georg Persigehl (wohnhaft in Hocheckstr. 3 83026 Rosenheim).

Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst

2. GRÜNDUNG, DAUER (§ 5 ZIFF. 2 VERMVERKPROSPV) Die Beteiligungsgesellschaft ist mit ihrer Eintragung im Handelsregister am 18.06.2014 auf unbestimmte Zeit gegründet worden.

3. RECHTSORDNUNG, RECHTSFORM (§ 5 ZIFF. 3 VERMVERKPROSPV) Die Beteiligungsgesellschaft ist eine nach deutschem Recht gegründete Kommanditgesellschaft und unterliegt deutschem Recht.

Der Komplementär hat seinen Sitz in Kirchberg an der Jagst. Die Geschäftsanschrift lautet: Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst. Grundsätzlich haftet der persönlich haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft unbeschränkt. Vorliegend ist eine Kapitalgesellschaft der Komplementär. Dieser haftet daher nur beschränkt auf sein Gesellschaftsvermögen.

5. GEGENSTAND DES UNTERNEHMENS (§ 5 ZIFF. 4 VERMVERKPROSPV) Gegenstand der Beteiligungsgesellschaft ist die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen und Windparks im Raum Kirchberg an der Jagst. Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar oder mittelbar diesem Gegenstand dienen oder ihn fördern. Die Finanzierung der Investitionen der Beteiligungsgesellschaft richtet sich nach dem als Anlage 1 dem Gesellschaftsvertrag beigefügten Investitions- und Finanzierungsplan.


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6. REGISTERGERICHT, HANDELSREGISTERNUMMER (§ 5 ZIFF. 5 VERMVERKPROSPV) Die Beteiligungsgesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter der Nummer HRA 724021 eingetragen.

7. EINORDNUNG IN DEN KONZERN (§ 5 ZIFF. 6 VERMVERKPROSPV) Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung bestehen folgende Beteiligungsverhältnisse an der Beteiligungsgesellschaft: Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH (Komplementär) ohne Einlage, Sonnenenergie Kirchberg GmbH (Gründungskommanditist) mit einer Einlage von € 1.000. Der Komplementär ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG. Deren persönlich haftender Gesellschafter ist die Sonnenenergie Kirchberg GmbH. Der Geschäftsführer der Sonnenenergie Kirchberg GmbH, Ralf Stier, ist zugleich Geschäftsführer des Komplementärs. Die Beteiligungsgesellschaft ist zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung somit ein Konzernunternehmen i.S.d. § 18 AktG i.V.m. §§ 290 ff. HGB. Sobald der Anteil der neu beitretenden Gesellschafter über den Anteil der genannten Gesellschafter liegt, ist die Beteiligungsgesellschaft kein Konzernunternehmen mehr.

8. KAPITAL DES EMITTENTEN (§ 6 VERMVERKPROSPV)

Die Beteiligungsgesellschaft verfügt zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung und vor der Kapitalerhöhung, die Gegenstand dieses Beteiligungsangebotes ist, über ein Kommanditkapital von € 1.000. Dieses Kommanditkapital wurde in voller Höhe von der Sonnenenergie Kirchberg GmbH (Gründungskommanditist) übernommen und eingezahlt. Somit stehen keine Einlagen auf das Kapital der Beteiligungsgesellschaft aus. Der Komplementär ist zur alleinigen Geschäftsführung und Vertretung der Beteiligungsgesellschaft berechtigt. Er sowie seine Organe sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Die Gesellschafter können den Komplementär nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen den Gesellschaftsvertrag der Beteiligungsgesellschaft abberufen. Obwohl der Komplementär keine Einlage geleistet hat, steht ihm bei Gesellschafterbeschlüssen, die der Einstimmigkeit bedürfen, oder im Falle der Stimmengleichheit eine Stimme zu. Der Komplementär ist am Ergebnis und Vermögen der Beteiligungsgesellschaft nicht beteiligt. Er erhält jedoch Vergütungen für die Übernahme der persönlichen Haftung der Beteiligungsgesellschaft sowie für die Geschäftsführung und die damit verbundene Betriebsführung der Windenergieanlagen. Der Komplementär kann eine Gesellschafterversammlung einberufen, wenn er es für erforderlich hält. Die Gesellschafterversammlung wird durch den Geschäftsführer des Komplementärs geleitet, sofern nicht die Gesellschafterversammlung einen anderen Versammlungsleiter wählt. In Eilfällen, in denen die vorherige Zustimmung der Gesellschafter zu einer zustimmungsbedürftigen Maßnahme nicht

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096 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DEN EMITTENTEN

kurzfristig eingeholt werden kann, die Maßnahme aber unbedingt notwendig ist, weil den Gesellschaftern und/oder der Gesellschaft bei Zuwarten ein erheblicher Schaden droht und/ oder die Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Verwaltung nicht mehr gewährleistet ist, darf der Komplementär ohne die Zustimmung der Gesellschafter handeln.

9. GRÜNDUNGSGESELLSCHAFTER UND GESELLSCHAFTER ZUM ZEITPUNKT DER AUFSTELLUNG DES VERKAUFSPROSPEKTES (§ 7 VERMVERKPROSPV)

Der Komplementär kann erst dann aus der Gesellschaft ausscheiden bzw. es wird im Falle seiner Kündigung diese erst dann wirksam, wenn von den Gesellschaftern ein neuer Komplementär bestimmt oder in die Gesellschaft aufgenommen wurde. Rechtsgeschäftliche Verfügungen des Komplementärs über seinen Anteil bedürfen einer Zustimmung der Gesellschafter.

Gründungsgesellschafter und Gesellschafter der Beteiligungsgesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung des Verkaufsprospektes sind: • Komplementär: Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH mit Sitz in Kirchberg an der Jagst,

Der Komplementär ist Liquidator der Beteiligungsgesellschaft. Der Gründungskommanditist ist berechtigt, eine von dem Mindestbetrag abweichende Gründungseinlage zu leisten. Im Übrigen stimmen die Rechte der derzeitigen Gesellschafter mit denen der hinzutretenden Gesellschafter überein. Für den Fall, dass ein Anleger die Veräußerung seiner Beteiligung an einen Dritten beabsichtigt, besitzt der Gründungskommanditist ein Vorkaufsrecht. Bis zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung sind keine Wertpapiere oder Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 VermAnlG ausgegeben worden.

• Kommanditist: Sonnenenergie Kirchberg GmbH mit Sitz in Kirchberg an der Jagst. Der Komplementär ist zur Leistung einer Einlage nicht berechtigt und verpflichtet. Die Sonnenenergie Kirchberg GmbH hat als Gründungskommanditist und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung eine Pflichteinlage von € 1.000 übernommen und eingezahlt. Der Gesamtbetrag, der von den Gründungsgesellschaftern bzw. den Gesellschaftern zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung insgesamt gezeichneten und eingezahlten Einlagen beträgt € 1.000. Es handelt sich dabei ausschließlich um Kommanditkapital. Die Sonnenenergie Kirchberg GmbH ist im Verhältnis der von ihr geleisteten Einlage zu allen geleisteten Einlagen am Vermögen und Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft beteiligt. Der Komplementär nimmt am Vermögen und Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft nicht teil. Der Komplementär erhält für die Übernahme der persönlichen Haftung eine jährliche Vergütung in Höhe von € 1.250 zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Für die Übernahme der Geschäfts-


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führung und die damit verbundene Betriebsführung der Windenergieanlagen erhält der Komplementär eine Vergütung in Höhe von 3,55% vom Nettoumsatz aus dem Betrieb der Windenergieanlagen, mindestens jedoch € 150.000 p.a. jeweils zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Sollten weniger als acht Windenergieanlagen errichtet werden und sich dadurch der durchschnittliche Windertrag pro Windenergieanlage gegenüber dem angenommenen durchschnittlichen Windertrag pro Windenergieanlage von jährlich 6,1 Mio. kWh erhöhen, so hat der Komplementär das Recht, seinen Vergütungsanteil vom Nettoumsatz im gleichen Verhältnis zu erhöhen. Zugleich verringert sich bei weniger als acht Windenergieanlagen der Mindestbetrag der Vergütung um € 20.000 für jede nicht errichtete Windenergieanlage. Die Geschäftsführungsvergütung erhöht sich jährlich um 2 % gegenüber der Vorjahresvergütung. Ab einer jährlichen Netto-Stromproduktion von durchschnittlich mehr als 6,1 Mio. kWh je Windenergieanlage erhält der Komplementär eine Bonuszahlung in Höhe von € 15 für jede zusätzlich eingespeiste MWh. Liegen die tatsächlichen Kosten in einem Geschäftsjahr unter den im Finanzmodell prognostizierten Kosten, so stehen dem Komplementär anteilig 25 % der realisierten Kosteneinsparungen zu. Über seine Vergütung hinaus sind dem Komplementär alle Aufwendungen, die ihm aus der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft erwachsen, zu erstatten, mit Ausnahme der Steuern (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer). Des Weiteren ist die Sonnenenergie Kirchberg GmbH Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher), die wiederum zu 100 % die Gesellschaftsanteile an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH hält. Für die Übernahme der unbeschränkten Haftung bei der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG erhält die Sonnenenergie Kirchberg GmbH eine Vergütung in Höhe von 5,0 % p.a. ihres in der Jahresbilanz für das vorausgegangene Geschäftsjahr ausgewiesenen Stammkapitals zzgl. USt.

Darüber hinaus stehen den Gründungsgesellschaftern und Gesellschaftern zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung keine Gewinnbeteiligungen, Entnahmerechte sowie sonstige Gesamtbezüge zu, insbesondere keine Gehälter, Gewinnbeteiligungen, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte, Provisionen und Nebenleistungen jeder Art. Da es sich bei den Gründungsgesellschaftern und Gesellschaftern zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung jeweils um juristische Personen mit Sitz in Deutschland handelt, liegen keine Führungszeugnisse vor und es sind keine Angaben über eine ausländische Verurteilung möglich. Über das Vermögen der Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung wurde innerhalb der letzten fünf Jahre kein Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgewiesen. Gleiches gilt für das Vermögen einer Gesellschaft, bei der die Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung innerhalb der letzten fünf Jahre in der Geschäftsführung tätig waren. In Bezug auf die Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung besteht keine Aufhebung einer Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften oder zur Erbringung von Finanzdienstleistungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Eine solche wurde bisher auch nicht beantragt oder erteilt. Die Sonnenenergie Kirchberg GmbH ist Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG, dem Anbieter und Prospektverantwortlichen, welcher mit der Entwicklung und Errichtung des Windparks beauftragt ist. Darüber hinaus hält die Sonnenenergie Kirchberg GmbH weder unmittelbar noch mittelbar Beteiligungen an Unternehmen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte Lieferungen oder Leistungen erbringen.

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098 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DEN EMITTENTEN

Die Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH hält weder unmittelbar noch mittelbar Beteiligungen an Unternehmen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte Lieferungen oder Leistungen erbringen. Zudem ist beabsichtigt, dass neben anderen Vertriebspartnern die RUG Institut Private Finanzen GmbH mit Sitz in Kirchberg an der Jagst mit dem Vertrieb der Vermögensanlage beauftragt wird. Die Gerhard Borchers Consulting GmbH hält 80% der Anteile an der RUG Institut Private Finanzen GmbH. Zugleich ist die Gerhard Borchers Consulting GmbH ein Gesellschafter der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher sowie Muttergesellschaft des Komplementärs). Darüber hinaus halten die Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung weder unmittelbar noch mittelbar Beteiligungen an Unternehmen, die mit dem Vertrieb der emittierten Vermögensanlage beauftragt sind. Die Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung halten weder unmittelbar noch mittelbar Beteiligungen an Unternehmen, die der Beteiligungsgesellschaft Fremdkapital zur Verfügung stellen. Die Sonnenenergie Kirchberg GmbH ist Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG, dem Anbieter und Prospektverantwortlichen, welcher mit der Entwicklung und Errichtung des Windparks beauftragt ist. Darüber hinaus ist die Sonnenenergie Kirchberg GmbH für keine Unternehmen tätig, die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte Lieferungen oder Leistungen erbringen. Die Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH ist für keine Unternehmen tätig, die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte Lieferungen oder Leistungen erbringen.

Die Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung sind für keine Unternehmen tätig, die mit dem Vertrieb der emittierten Vermögensanlage beauftragt sind oder der Beteiligungsgesellschaft Fremdkapital zur Verfügung stellen. Die Gründungsgesellschafter und Gesellschafter zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung sind nicht selbst mit dem Vertrieb der emittierten Vermögensanlage beauftragt, stellen dem Emittenten weder Fremdkapital zur Verfügung noch vermitteln sie Fremdkapital und erbringen ebenfalls keine Lieferungen oder Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte.

10. GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (§ 8 VERMVERKPROSPV) Der wichtigste Tätigkeitsbereich der Beteiligungsgesellschaft besteht aus sämtlichen mit der Errichtung und dem Betrieb von acht Windenergieanlagen des Typs Vestas V126, die zu einem Windpark am Standort Kirchberg an der Jagst zusammengefasst werden, zusammenhängenden Tätigkeiten. Der Abschluss der folgenden Verträge, die von wesentlicher Bedeutung für die Geschäftstätigkeit oder Ertragslage der Beteiligungsgesellschaft sind, ist beabsichtigt: Zwischen der Beteiligungsgesellschaft und der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG soll ein Projektentwicklungsvertrag über die Entwicklung des Windparks Kirchberg an der Jagst in Kirchberg an der Jagst (Landkreis Schwäbisch Hall) und separat davon ein Vertrag über die Errichtung, d.h. Aufstellung und schlüsselfertige Übergabe und Inbetriebnahme des Windparks geschlossen werden. Beide Verträge sowie auf diesen Verträgen beruhende weitere Vertragsverhältnisse (Kaufvertrag und Vollwartungsvertrag bzgl. der Windenergieanlagen) werden Grundlage der maßgeblichen Investition der Beteiligungsgesellschaft und somit von wesentlicher


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Bedeutung für die Geschäftstätigkeit und die zukünftige Ertragslage der Beteiligungsgesellschaft sein. Die beabsichtigte Fremdfinanzierung auf Grundlage des Darlehensangebotes einer regionalen Bank wird von erheblicher Bedeutung für die Geschäftstätigkeit oder die Ertragslage der Beteiligungsgesellschaft sein, da über die Fremdfinanzierung die Liquiditätsund Ertragssituation, aber auch die Risikosituation der Beteiligungsgesellschaft als Emittent der vorliegenden Vermögensanlage maßgeblich beeinflusst wird. Darüber hinaus ist die Beteiligungsgesellschaft nicht von Patenten, Lizenzen, Verträgen oder neuen Herstellungsverfahren abhängig, die von wesentlicher Bedeutung für ihre Geschäftstätigkeit oder Ertragslage sind. Es sind keine Gerichts-, Schieds- oder Verwaltungsverfahren anhängig, die einen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Beteiligungsgesellschaft und die Vermögensanlage haben können. Laufende Investitionen der Beteiligungsgesellschaft bestehen nicht. Die Tätigkeit der Beteiligungsgesellschaft ist nicht durch außergewöhnliche Ereignisse beeinflusst worden.

11. MITGLIEDER DER GESCHÄFTSFÜHRUNG ODER DES VORSTANDS, AUFSICHTSGREMIEN UND BEIRÄTE DES EMITTENTEN (§ 12 ABS. 1 BIS 4 VERMVERKPROSPV) Die Geschäftsführung des Emittenten obliegt der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH als Komplementär der Beteiligungsgesellschaft. Geschäftsführer des Komplementärs sind Ralf Stier und Georg Persigehl, beide geschäftsansässig: Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg

an der Jagst (jeweils Mitglied der Geschäftsführung). Den Mitgliedern der Geschäftsführung des Emittenten Ralf Stier und Georg Persigehl ist kein bestimmter Verantwortungsund Aufgabenbereich (Funktion) in der Beteiligungsgesellschaft zugeordnet. Das Mitglied der Geschäftsführung Ralf Stier ist geschäftsführender Gesellschafter der ingenia projects GmbH & Co. KG, einem Kommanditisten der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher), die wiederum zu 100 % die Gesellschaftsanteile an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH (Komplementär der Beteiligungsgesellschaft) hält. Über die mittelbare Beteiligung an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH ist Ralf Stier auch mittelbar an Gewinnen dieser Gesellschaft, die durch die Komplementärvergütungen der Beteiligungsgesellschaft erzielt werden, beteiligt. Des Weiteren ist Ralf Stier Gesellschafter der Sonnenenergie Kirchberg GmbH. Diese Gesellschaft ist Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher), die wiederum zu 100 % die Gesellschaftsanteile an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH hält. Für die Übernahme der unbeschränkten Haftung bei der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG erhält die Sonnenenergie Kirchberg GmbH eine Vergütung in Höhe von 5,0 % p.a. ihres in der Jahresbilanz für das vorausgegangene Geschäftsjahr ausgewiesenen Stammkapitals zzgl. USt. Auch über diese mittelbare Beteiligung an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH ist Ralf Stier mittelbar an den Komplementärvergütungen der Beteiligungsgesellschaft beteiligt. Zudem verpachtet Ralf Stier entgeltlich eine Grundstücksfläche an die Beteiligungsgesellschaft, auf der eine WEA errichtet werden soll. Auf demselben Grundstück soll eine Zuwegung für die Erschließung von zwei WEA gebaut werden. Die voraussichtliche jährliche Pachtzahlung der Beteiligungsgesellschaft an Ralf Stier beträgt hierfür € 15.792,69 zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer. Es handelt sich bei dieser Pachtzahlung um einen

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100 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DEN EMITTENTEN

Anteil aus der sogenannten Standortvergütung. Weitere Erläuterungen zur Standortvergütung sind auf Seite 114 aufgeführt. Darüber hinaus erhält Ralf Stier eine sogenannte Flächenvergütung für seine gesamten Grundstücke, die sich in dem als Windvorranggebiet ausgewiesenen Teil des Flächennutzungsplans befinden. Die jährliche Flächenvergütung für Ralf Stier beträgt voraussichtlich € 5.940,98 zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer. Weitere Erläuterungen zur Flächenpacht sind auf Seite 114 aufgeführt. Sowohl die Standortvergütung als auch die Flächenvergütung erhöhen sich ab dem 15. Betriebsjahr um 10 %. Darüber hinaus stehen dem Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Ralf Stier keine Gewinnbeteiligungen, Entnahmerechte und keine sonstigen Gesamtbezüge, insbesondere keine Gehälter, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte, Provisionen und Nebenleistungen jeder Art zu. Das Mitglied der Geschäftsführung Georg Persigehl ist geschäftsführender Gesellschafter der reencon GmbH, einem Kommanditisten der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher), die wiederum zu 100 % die Gesellschaftsanteile an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH (Komplementär der Beteiligungsgesellschaft) hält. Über die mittelbare Beteiligung an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH ist Georg Persigehl auch mittelbar an Gewinnen dieser Gesellschaft, die durch die Komplementärvergütungen der Beteiligungsgesellschaft erzielt werden, beteiligt. Darüber hinaus stehen dem Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Georg Persigehl keine Gewinnbeteiligungen, Entnahmerechte und keine sonstigen Gesamtbezüge, insbesondere keine Gehälter, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte, Provisionen und Nebenleistungen jeder Art zu. In den Führungszeugnissen der Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten, die zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

nicht älter als sechs Monate waren, sind keine Eintragungen in Bezug auf Verurteilungen wegen einer Straftat nach den §§ 263 bis 283d des Strafgesetzbuchs, § 54 des Kreditwesengesetzes, § 38 des Wertpapierhandelsgesetzes oder § 369 der Abgabenordnung enthalten. Die Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten sind Deutsche. Es besteht keine ausländische Verurteilung der Mitglieder der Geschäftsführung wegen einer Straftat. Weder über das Vermögen der Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten ist innerhalb der letzten fünf Jahre ein Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgewiesen worden noch über das Vermögen einer Gesellschaft, bei der die Mitglieder der Geschäftsführung innerhalb der letzten fünf Jahre in der Geschäftsführung tätig waren. In Bezug auf die Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten besteht keine Aufhebung einer Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften oder zur Erbringung von Finanzdienstleistungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Ralf Stier ist zugleich Geschäftsführer und Gesellschafter der Sonnenenergie Kirchberg GmbH, die wiederum Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist, dem Anbieter und Prospektverantwortlichen, welcher mit der Entwicklung und Errichtung des Windparks beauftragt ist. Darüber hinaus ist das Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Ralf Stier für kein Unternehmen tätig, das Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte erbringt. Das Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Georg Persigehl ist für kein Unternehmen tätig, das Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte erbringt.


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Darüber hinaus ist Ralf Stier geschäftsführender Gesellschafter der ingenia projects GmbH & Co. KG, die Mehrheitskommanditist (53,33%) der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist. Das Mitglied der Geschäftsführung Georg Persigehl ist geschäftsführender Gesellschafter der reencon GmbH, die wiederum mit 33,33% als Kommanditist an der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG beteiligt ist. Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist mit der Entwicklung und Errichtung des Windparks beauftragt. Darüber hinaus sind die Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten weder unmittelbar noch mittelbar an Unternehmen beteiligt, die Lieferungen oder Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte erbringen. Die Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten sind für keine Unternehmen tätig, die mit dem Vertrieb der angebotenen Vermögensanlage betraut sind oder der Beteiligungsgesellschaft Fremdkapital geben. Sie sind auch weder unmittelbar noch mittelbar an Unternehmen beteiligt, die mit dem Vertrieb der angebotenen Vermögensanlage betraut sind oder der Beteiligungsgesellschaft Fremdkapital geben. Die Mitglieder der Geschäftsführung des Emittenten sind zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung nicht mit dem Vertrieb der emittierten Vermögensanlage beauftragt; zudem stellen sie weder dem Emittenten Fremdkapital zur Verfügung noch vermitteln sie solches. Das Mitglied der Geschäftsführer des Emittenten Ralf Stier verpachtet eine Grundstücksfläche an die Beteiligungsgesellschaft für die Errichtung und den Betrieb einer Windenergieanlage. Darüber hinaus erbringt das Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Ralf Stier keine Lieferungen oder Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte.

Das Mitglied der Geschäftsführung des Emittenten Georg Persigehl erbringt keine Lieferungen oder Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte. Ein Treuhänder existiert nicht. Dementsprechend gibt es keinen Treuhandvertrag. Ein Mittelverwendungskontrolleur existiert nicht. Dementsprechend gibt es keinen Mittelverwendungskontrollvertrag. Der Emittent verfügt weder über einen Vorstand, noch über Aufsichtsgremien oder Beiräte.

12. ANBIETER, PROSPEKTVERANTWORTLICHER, TREUHÄNDER UND SONSTIGE PERSONEN (§ 12 ABS. 5 UND 6 VERMVERKPROSPV) Anbieter und Prospektverantwortlicher ist die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG mit Sitz in Kirchberg an der Jagst. Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist die Sonnenenergie Kirchberg GmbH, ebenfalls mit Sitz in Kirchberg an der Jagst. Deren Geschäftsführer sind Siegfried Thurau und Ralf Stier (jeweils Mitglied der Geschäftsführung des Anbieters und Prospektverantwortlichen), beide geschäftsansässig: Fichtenstraße 1, 74592 Kirchberg an der Jagst. Da Ralf Stier zugleich Mitglied der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft ist, kann hinsichtlich der ihn betreffenden Angaben gemäß § 12 Abs. 6 VermVerkProspV auf die Angaben gemäß § 12 Abs. 1 bis 4 VermVerkProspV verwiesen werden (siehe vorangehender Abschnitt, beginnend auf Seite 99. Den Mitgliedern der Geschäftsführung des Anbieters und Prospektverantwortlichen Ralf Stier und Siegfried Thurau ist kein bestimmter Verantwortungs- und Aufgabenbereich (Funktion) zugeordnet.

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102 Rechtliche Grundlagen

ANGABEN ÜBER DEN EMITTENTEN Siegfried Thurau ist geschäftsführender Gesellschafter der Sonnenenergie Kirchberg GmbH. Diese Gesellschaft ist Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher), die wiederum zu 100 % die Gesellschaftsanteile an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH hält. Für die Übernahme der unbeschränkten Haftung bei der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG erhält die Sonnenenergie Kirchberg GmbH eine Vergütung in Höhe von 5,0 % p.a. ihres in der Jahresbilanz für das vorausgegangene Geschäftsjahr ausgewiesenen Stammkapitals zzgl. USt. Über diese mittelbare Beteiligung an der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH ist Siegfried Thurau mittelbar an den Komplementärvergütungen der Beteiligungsgesellschaft beteiligt.

Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften oder zur Erbringung von Finanzdienstleistungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Darüber hinaus stehen dem Mitglied der Geschäftsführung des Anbieters und Prospektverantwortlichen Siegfried Thurau keine Gewinnbeteiligungen, Entnahmerechte und keine sonstigen Gesamtbezüge, insbesondere keine Gehälter, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte, Provisionen und Nebenleistungen jeder Art zu.

Siegfried Thurau ist weder an einem Unternehmen unmittelbar oder mittelbar beteiligt noch für ein Unternehmen tätig, das mit dem Vertrieb der angebotenen Vermögensanlage beauftragt ist oder das der Beteiligungsgesellschaft Fremdkapital gibt.

In dem Führungszeugnis von Siegfried Thurau, das zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung nicht älter als sechs Monate war, sind keine Eintragungen in Bezug auf Verurteilungen wegen einer Straftat nach den §§ 263 bis 283d des Strafgesetzbuchs, § 54 des Kreditwesengesetzes, § 38 des Wertpapierhandelsgesetzes oder § 369 der Abgabenordnung enthalten. Siegfried Thurau ist deutscher Staatsbürger. Es besteht keine ausländische Verurteilung wegen einer Straftat. Weder über das Vermögen von Siegfried Thurau ist innerhalb der letzten fünf Jahre ein Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgewiesen worden noch über das Vermögen einer Gesellschaft, bei der Siegfried Thurau innerhalb der letzten fünf Jahre in der Geschäftsführung tätig war. In Bezug auf Siegfried Thurau besteht keine Aufhebung einer

Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist mit der Entwicklung und Errichtung des Windparks beauftragt. Bei der Sonnenenergie Kirchberg GmbH, dem Komplementär der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist Siegfried Thurau neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer zugleich Gesellschafter. Darüber hinaus ist Siegfried Thurau nicht an einem Unternehmen unmittelbar oder mittelbar beteiligt oder für ein Unternehmen tätig, das im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte Lieferungen oder Leistungen erbringt.

Das Mitglied der Geschäftsführung des Anbieters und Prospektverantwortlichen Siegfried Thurau selbst ist nicht mit dem Vertrieb der emittierten Vermögensanlage beauftragt, stellt nicht dem Emittenten Fremdkapital zur Verfügung oder vermittelt dieses und erbringt im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Anlageobjekte keine Lieferungen oder Leistungen. Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Anbieter und Prospektverantwortlicher) verfügt über keinen Vorstand, kein Aufsichtsgremium und keinen Beirat. Außer den nach der Vermögensanlagen-Verkaufsprospektverordnung angabepflichtigen Personen haben keine sonstigen Personen die Herausgabe oder den Inhalt des Prospekts oder die Abgabe oder den Inhalt des Angebots der Vermögensanlage wesentlich beeinflusst.


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BEDEUTSAME VERTRÄGE

1. GESELLSCHAFTSVERTRAG DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

1.3. GESELLSCHAFTER, EINLAGEN, HAFTSUMMEN

Im Folgenden werden wichtige Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG (Beteiligungsgesellschaft) beschrieben. Der gesamte Gesellschaftsvertrag ist in diesem Verkaufsprospekt auf den Seiten 138 ff. vollständig abgedruckt. Einzelheiten können dort nachgelesen werden.

Gründungsgesellschafter der Beteiligungsgesellschaft sind die Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH als persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) sowie die Sonnenenergie Kirchberg GmbH als beschränkt haftender Gesellschafter (Kommanditist).

1.1. RECHTSFORM, FIRMA, SITZ, DAUER

Bei der Beteiligungsgesellschaft handelt es sich um eine nach deutschem Recht errichtete und deutschem Recht unterliegende Kommanditgesellschaft mit Sitz in Kirchberg an der Jagst, die im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRA 724021 eingetragen ist. Die Beteiligungsgesellschaft läuft auf unbestimmte Zeit.

1.2. ZWECK DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

Der Gesellschaftsvertrag wurde am 19.05.2014 abgeschlossen. Danach ist Gegenstand der Beteiligungsgesellschaft die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen und Windparks im Raum Kirchberg an der Jagst. Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar oder mittelbar diesem Gegenstand dienen oder ihn fördern. Die Finanzierung der Investitionen der Gesellschaft richtet sich nach dem Investitions- und Finanzierungsplan der Beteiligungsgesellschaft (Anlage 1 des Gesellschaftsvertrages).

Bei der Gründung der Beteiligungsgesellschaft hat die Sonnenenergie Kirchberg GmbH eine Bar-Pflichteinlage in Höhe von € 1.000 übernommen. Mögliche weitere Gesellschafter sind Anleger, die sich als Kommanditisten direkt an der Beteiligungsgesellschaft beteiligen. Die Pflichteinlage eines Anlegers entspricht dem Nennbetrag seines beim Beitritt übernommenen Kapitalanteils. Insgesamt soll damit das Kommanditkapital der Gesellschaft auf bis zu € 12,5 Mio. zzgl. Agio erhöht werden. Die in das Handelsregister für Kommanditisten einzutragende Haftsumme beträgt 10 % der jeweiligen Pflichteinlage.

1.4. BEITRITT DER ANLEGER

Anleger können bis zum 31. Dezember 2014 Beteiligungen zeichnen (Angebotsperiode). Der Komplementär ist jedoch berechtigt, nach freiem Ermessen die Angebotsperiode um drei Monate zu verlängern. Er ist ferner berechtigt, die Beteiligungsgesellschaft vorzeitig zu schließen, also die Angebotsperiode vorzeitig zu beenden. Jeder beitretende Anleger übernimmt eine Pflichteinlage, deren Höhe in der Beitrittserklärung festgelegt wird.

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104 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

Die Pflichteinlage muss mindestens € 50.000 betragen. Über diese Mindesteinlage hinausgehende Beträge sollen ohne Rest durch 10.000 teilbar sein. Die Beteiligung eines Anlegers darf höchstens € 3,75 Mio. (Pflichteinlage) betragen. Neben ihrer Pflichteinlage müssen Anleger ein Aufgeld (Agio) in Höhe von 2 % der Pflichteinlage zahlen. Wird die Pflichteinlage und das Agio nicht oder nicht rechtzeitig geleistet, können auf den ausstehenden Betrag Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz gemäß § 247 BGB verlangt werden; unabhängig davon ist die Geschäftsführung berechtigt, im Verzugsfall den Rücktritt vom Beitrittsvertrag zu erklären oder – bei unvollständiger Zahlung – die Pflichteinlage auf den gezahlten Betrag (abzüglich Agio) herabzusetzen, wenn der Anleger den Mindestbetrag in Höhe von € 50.000 bereits erbracht hat. Der Beitritt der Anleger zur Beteiligungsgesellschaft erfolgt jeweils zum 1. des Kalendermonats, der auf die Annahme der Beitrittserklärung und die vollständige Zahlung der in der Beitrittserklärung übernommenen Pflichteinlage zzgl. Agio folgt. Für die Zeit zwischen dem Beitritt zur Beteiligungsgesellschaft und der Eintragung im Handelsregister als Kommanditist ist der Anleger atypisch still beteiligter Gesellschafter. Eine direkte oder indirekte Beteiligung von Staatsangehörigen der USA, Kanada, Australien oder Japan bzw. von Personen, die über einen ähnlichen Status verfügen („z.B. Green Card“), Gebietsansässigen mit Wohnsitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan oder Personen, die die Beteiligung für eine Vermögensmasse mit Sitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan eingehen wollen, sowie das Angebot dieser Beteiligung in den vorgenannten Ländern ist ausgeschlossen. Ein gemeinschaftlicher Beitritt von Ehegatten ist ebenfalls ausgeschlossen.

1.5. INFORMATIONSUND KONTROLLRECHTE

Anlegern stehen die Informations- und Kontrollrechte nach §§ 164, 166 Handelsgesetzbuch (HGB) zu, mit der Einschränkung, dass anstelle des Widerspruchsrechts gem. § 164 S. 1 Hs. 2 HGB das Recht tritt, über diejenigen Geschäftsführungsmaßnahmen zu beschließen, die der Zustimmung der Gesellschafterversammlung bedürfen.

1.6. GESCHÄFTSFÜHRUNG UND VERTRETUNG

Zur Geschäftsführung und Vertretung der Beteiligungsgesellschaft ist allein der Komplementär berechtigt und verpflichtet. Außergewöhnliche, über den Rahmen des üblichen Geschäftsbetriebs der Beteiligungsgesellschaft hinausgehende Entscheidungen und Maßnahmen der Geschäftsführung bedürfen der Zustimmung durch die Gesellschafter.

1.7. VERGÜTUNGEN FÜR GESCHÄFTSFÜHRUNG UND PERSÖNLICHE HAFTUNG

Für die Übernahme der persönlichen Haftung für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft erhält der Komplementär von der Beteiligungsgesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von € 1.250. Für die Übernahme der Geschäftsführung und die damit verbundene Betriebsführung der Windenergieanlagen der Beteiligungsgesellschaft erhält der Komplementär von der


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Beteiligungsgesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von 3,55% vom Nettoumsatz aus dem Betrieb der Windenergieanlagen, mindestens jedoch € 150.000 p.a. Sollten weniger als acht Windenergieanlagen errichtet werden und sich dadurch der durchschnittliche Windertrag pro Windenergieanlage gegenüber dem angenommenen durchschnittlichen Windertrag pro Windenergieanlage von jährlich 6,1 Mio. kWh erhöhen, so hat der Komplementär das Recht, seinen Vergütungsanteil vom Nettoumsatz im gleichen Verhältnis zu erhöhen. Zugleich verringert sich bei weniger als acht Windenergieanlagen der Mindestbetrag der Vergütung um € 20.000 für jede nicht errichtete Windenergieanlage. Die Geschäftsführungsvergütung erhöht sich jährlich um 2 % gegenüber der Vorjahresvergütung. Ab einer jährlichen Netto-Stromproduktion von durchschnittlich mehr als 6,1 Mio. kWh je Windenergieanlage erhält der Komplementär eine Bonuszahlung in Höhe von € 15 für jede zusätzlich eingespeiste MWh. Liegen die tatsächlichen Kosten in einem Geschäftsjahr unter den im Finanzmodell prognostizierten Kosten, so stehen dem Komplementär anteilig 25 % der realisierten Kosteneinsparungen zu. Alle vorgenannten Vergütungen verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer in jeweils gesetzlicher Höhe. Über seine Vergütung hinaus sind dem Komplementär alle Aufwendungen, die ihm aus der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft erwachsen, zu erstatten, mit Ausnahme der Steuern (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer).

1.8. GESELLSCHAFTERBESCHLÜSSE

Die Gesellschafter fassen die ihnen obliegenden Entscheidungen in Form von Beschlüssen. Es steht

im freien Ermessen des Komplementärs zu entscheiden, ob er dazu eine als Präsenzveranstaltung abzuhaltende Gesellschafterversammlung einberuft oder eine schriftliche Abstimmung durchführt. Der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen unterliegen u.a. die folgenden Beschlussgegenstände:

• außergewöhnliche Geschäftsführungsmaßnahmen; • Entnahmen und Zuführungen zur Rücklage; • die Kreditaufnahme außerhalb des Investitionsund Finanzierungsplans der Gesellschaft; • die Übernahme von Bürgschaften oder Garantien für Verbindlichkeiten Dritter; • der Abschluss von Verträgen mit einem Gesamtwert von mehr als € 350.000 (Euro dreihundertfünfzigtausend) zzgl. gesetzlicher USt. p.a. Die Gesellschafter fassen folgende Beschlüsse mit einer Mehrheit von 75 % der abgegebenen Stimmen: • die Änderung des Gesellschaftsvertrages; • Verfügungen über die von der Gesellschaft erworbenen Windenergieanlagen; • die Auflösung der Gesellschaft.

Die Stimmen der Gesellschafter richten sich nach der Höhe der eingezahlten Pflichteinlagen. Je € 10.000 eines Kommanditanteils gewähren eine Stimme. Enthaltungen werden bei den Abstimmungen nicht mitgezählt. Im Falle der Stimmengleichheit oder bei Beschlussfassungen, die der Einstimmigkeit

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106 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

bedürfen, hat der Komplementär eine Stimme. Kommanditisten, die zusammen mehr als 35 % der Kommanditanteile halten, können von der Geschäftsführung die Einberufung einer Gesellschafterversammlung verlangen. Beschlussfähigkeit ist gegeben, wenn mindestens 40 % der auf alle Gesellschafter entfallenden Stimmen an der Gesellschafterversammlung bzw. an der schriftlichen Abstimmung teilnehmen. Fehlt es daran, so ist eine neue Gesellschafterversammlung einzuberufen bzw. eine erneute schriftliche Abstimmung durchzuführen, die unabhängig von der Höhe der Beteiligung beschlussfähig ist.

1.9. ERGEBNISVERTEILUNG

Der Komplementär ist weder am Vermögen noch am Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft beteiligt. Die Kommanditisten nehmen am Ergebnis der Gesellschaft im Verhältnis ihrer eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) zu allen eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres teil. Treten Kommanditisten unterjährig bei oder erhöhen sie unterjährig ihre Pflichteinlage, nehmen sie am Ergebnis jeweils zum 1. des Kalendermonats, der auf die vollständige Einzahlung ihrer Pflichteinlage zzgl. Agio bzw. ihres Erhöhungsbetrags folgt, teil. Verluste werden ihnen auch insoweit zugewiesen, als sie die jeweilige Pflichteinlage übersteigen. Die gesetzlichen Vorschriften über die Haftungsbeschränkung der Kommanditisten bleiben unberührt.

1.10. INFORMATIONSUND KONTROLLRECHTE

Rechtsgeschäftliche Verfügungen (Abtretungen und

Belastungen, insbesondere Verpfändungen) der Kommanditisten bedürfen grundsätzlich der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Komplementärs. Verfügungen über einen Teil der Beteiligung sind nur dann zulässig, wenn durch die jeweilige Verfügung keine unter dem Mindestbetrag € 50.000 liegenden Beteiligungen entstehen und die entstehenden Beteiligungsbeträge ohne Rest durch 10.000 teilbar sind. Jeder Kommanditist kann seine Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft nur mit Wirkung zum 1. Januar eines jeden Kalenderjahres übertragen. Es besteht ein Vorkaufsrecht des Gründungskommanditisten in Höhe des Kaufpreises, den ein erwerbswilliger Dritter zu zahlen bereit ist. Sämtliche im Zusammenhang mit der Verfügung über die Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft entstehenden Kosten, tragen der verfügende Kommanditist und sein Rechtsnachfolger als Gesamtschuldner.

1.11. HAFTUNG Der Komplementär haftet der Beteiligungsgesellschaft und den Gesellschaftern für seine Handlungen im Rahmen der Geschäftsführung nur, soweit ihm oder seinen Erfüllungsgehilfen Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt wird. Kommanditisten haften gegenüber Gläubigern der Beteiligungsgesellschaft beschränkt auf die im Handelsregister eingetragene Haftsumme, die 10 % ihrer übernommenen Pflichteinlage beträgt. Die Haftung ist ausgeschlossen, sofern und soweit die Haftsumme an die Beteiligungsgesellschaft geleistet und nicht zurückgezahlt worden ist. Eine Rückzahlung liegt auch dann vor, wenn der Kommanditist von der Gesellschaft Zahlungen erhält, die nicht durch entsprechende Gewinne der Beteiligungsgesellschaft gedeckt sind.


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Schadenersatzansprüche gegen den Komplementär oder gegen einen Kommanditisten verjähren innerhalb von drei Jahren nach Vornahme oder Unterlassung der zum Schadenersatz verpflichtenden Handlung, soweit die Ansprüche nicht kraft Gesetzes einer kürzeren Verjährung unterliegen. Die Ansprüche verjähren nach Ablauf eines Jahres nach Erörterung des haftungsbegründenden Sachverhalts in der Gesellschafterversammlung, wenn die Erörterung den Gesellschaftern mit der Einladung zur Gesellschafterversammlung form- und fristgemäß mitgeteilt worden ist.

1.12. KÜNDIGUNG Jeder Gesellschafter kann seine Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 18 Monaten mit Wirkung zum Ablauf eines jeden Geschäftsjahres kündigen, erstmals jedoch zum 31. Dezember 2035. Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

1.13. AUSSCHEIDEN, ABFINDUNG Scheiden Gesellschafter aus der Beteiligungsgesellschaft aus, wird die Beteiligungsgesellschaft grundsätzlich nicht aufgelöst, sondern unter den verbleibenden Gesellschaftern fortgesetzt. Gründe für das Ausscheiden sind:

• Kündigung; • Ausschluss aus wichtigem Grund durch Gesellschafterbeschluss;

• Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen eines Gesellschafters bzw. Ablehnung der Eröffnung mangels Masse; • Pfändung und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen von Gesellschafteransprüchen; • Eintritt von Gründen in der Person des Gesellschafters, die seine Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft ausschließen (Staatsangehörigkeit von/Wohnsitz in bestimmten Staaten).

Jeder ausscheidende Kommanditist hat einen Anspruch auf eine Abfindung. Die Abfindung entspricht dem Anteil des ausgeschiedenen Kommanditisten am Verkehrswert der Beteiligungsgesellschaft, ermittelt nach der Quote seiner eingezahlten Pflichteinlage (ohne Agio) an allen eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) abzüglich der durch sein Ausscheiden bedingten Kosten und Ausgaben sowie eventueller steuerlicher Mehrbelastungen. Scheidet ein Kommanditist durch einen anderen der vorgenannten Gründe als durch Kündigung aus der Beteiligungsgesellschaft aus, beschränkt sich sein tatsächlicher Abfindungsanspruch auf 90 % des ermittelten Abfindungsanspruchs. Können sich der ausscheidende Kommanditist und der Komplementär auf den Verkehrswert der Beteiligung nicht einigen, wird der Verkehrswert der Beteiligung und das ihm zustehende Abfindungsguthaben von einem von der Wirtschaftsprüferkammer Stuttgart zu bestimmenden Wirtschaftsprüfer verbindlich festgelegt. Die Kosten für den Wirtschaftsprüfer trägt allein der ausscheidende Kommanditist, es sei denn, die von dem Wirtschaftsprüfer ermittelte und festgelegte Abfindung des ausscheidenden Kommanditisten liegt mindestens 10 % über dem von dem Komplementär ermittelten und festgesetzten Wert.

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108 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

1.14. TOD EINES ANLEGERS

Verstirbt ein Anleger, wird die Beteiligungsgesellschaft mit seinen Erben oder Vermächtnisnehmern fortgesetzt. Mehrere Erben bzw. Vermächtnisnehmer haben einen gemeinsamen Vertreter zu bestellen, der ihre Rechte aus der Beteiligung ausübt. Sämtliche durch den Erbfall entstehenden Kosten, insbesondere die mit dem Nachweis der Erbfolge oder des Vermächtnisses sowie mit der Bestellung eines gemeinsamen Bevollmächtigten verbundenen Kosten tragen die Erben oder Vermächtnisnehmer. Eine Erbauseinandersetzung kann bzgl. der Beteiligung nur dann erfolgen, wenn dadurch keine unter dem Mindestbetrag in Höhe von € 50.000 liegenden Beteiligungen entstehen und die entstehenden Beteiligungsbeträge ohne Rest durch 10.000 teilbar sind.

1.15. STEUERLICHE VERPFLICHTUNGEN Sonderbetriebsausgaben der Anleger sind der Beteiligungsgesellschaft bis zum 31. März des Folgejahres mitzuteilen.

1.16. RECHTSWAHL, GERICHTSSTAND Der Gesellschaftsvertrag unterliegt deutschem Recht. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist das für den Sitz der Gesellschaft zuständige Gericht.

2. PROJEKTENTWICKLUNGSVERTRAG

Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Auftragnehmer) wird in Kirchberg/Jagst (Landkreis Schwäbisch Hall) für die Beteiligungsgesellschaft auf der Grundlage eines noch zu unterzeichnenden Projektentwicklungsvertrages den Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst entwickeln und im Rahmen eines separaten Errichtungsvertrages aufstellen sowie schlüsselfertig übergeben. Der Vertragstext ist zwischen den Parteien fertig ausgehandelt, aber zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung noch nicht unterschrieben. Der Bürgerwindpark Kirchberg/Jagst soll aus acht Windenergieanlagen (WEA) des Typs Vestas V126 m mit einer Nennleistung von insgesamt 26.400 kW bestehen, bestehend aus einem Hybridturm mit 137 Meter Nabenhöhe und einem dreiflügeligen Rotor mit 126 Metern Durchmesser. Der Auftragnehmer verpflichtet sich, alle Ansprüche und Rechte an und aus privat- und öffentlich-rechtlichen Verträgen, Genehmigungen und sonstigen Unterlagen, die für die Errichtung und den wirtschaftlichen Betrieb der WEA erforderlich sind (Planungskonzeption) zu beschaffen und diese auf die Beteiligungsgesellschaft zu übertragen. Der Auftragnehmer beschafft alle erforderlichen Rechte auf seine Kosten. Die vom Projektentwicklungsvertrag erfassten Leistungen betreffen auch Verträge und Rechte, die vor Abschluss dieses Vertrages bereits auf die Beteiligungsgesellschaft übertragen wurden. Die vom Auftragnehmer entwickelte Planungskonzeption beinhaltet im Wesentlichen die folgenden Verträge, Genehmigungen sowie sonstigen Unterlagen, die im Rahmen der Projektentwicklung beigebracht werden: • Ertragsgutachten (Schattenwurf, Schall, Turbulenz, Ertrag),


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• Baugrundgutachten,

Masse) gekündigt werden. Der Vertrag unterliegt deutschem Recht. Der Gerichtsstand ist Schwäbisch Hall.

• artenschutzrechtliche Gutachten, • unterzeichnete Nutzungsverträge für alle für den Betrieb des Windparks notwendigen Flurstücke, vor allem für die Anlagenstandorte, • alle weiteren Nutzungsverträge für alle für den Betrieb des Windparks notwendigen Flurstücke, • Gestattungsvertrag zur Erschließung von Windenergieanlagen betreffend Zuwegung und Kabeltrasse, • alle weiteren Gestattungs- und Sondernutzungsverträge mit privaten und öffentlichen Grundstückseigentümern, sofern solche Verträge zur Sicherung der Erschließung erforderlich sind, die bereits geschlossen wurden oder im Verlauf der Planungen noch geschlossen werden, • Netzanschlusszusage, • naturschutzrechtliche Genehmigung der Kabeltrasse vom Windpark zum Einspeisepunkt. Für die erbrachten Leistungen erhält der Auftragnehmer eine Vergütung von € 2,64 Mio. zzgl. Umsatzsteuer. Sollten weniger als acht WEA genehmigt werden, so verringert sich der Preis anteilig. Die Vergütung wird fällig sobald der Genehmigungsbescheid inklusive Baugenehmigung für die Errichtung des Windparks vorliegt. Für die Erstellung der Planungskonzeption beachtet der Auftragnehmer die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns und übernimmt die Gewährleistung für den ungehinderten Übergang des Eigentums und der Freiheit der Planungskonzeption von Rechten Dritter. Der Vertrag kann nur aus wichtigem Grund (insbesondere Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen eines Vertragspartners oder die Ablehnung der Eröffnung mangels

3. PROJEKTERRICHTUNGSVERTRAG Die Beteiligungsgesellschaft und die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG (Auftragnehmer) schließen einen Vertrag zur schüsselfertigen Errichtung und Inbetriebnahme des Windparks ab (Projekterrichtungsvertrag). Dieser Vertrag ist endverhandelt zwischen den Parteien, zum Zeitpunkt der Prospekterstellung aber noch nicht unterschrieben. Die Beteiligungsgesellschaft beauftragt den Auftragnehmer, die Windparkinfrastruktur auf Grundlage der nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigten Planungskonzeption im Namen und auf Rechnung des Auftragnehmers schlüsselfertig zu erstellen und der Beteiligungsgesellschaft zu übergeben. Die gemäß dem zwischen der Beteiligungsgesellschaft und Vestas Deutschland GmbH (Vestas) abgeschlossenen Kaufvertrag zu erbringende Errichtung und Inbetriebnahme der WEA erfolgt durch den WEA-Hersteller. Die Übergabe der WEA erfolgt direkt vom Hersteller auf die Beteiligungsgesellschaft. Der Auftragnehmer wird jedoch die Montage, Inbetriebnahme und Abnahme der Windenergieanlagen koordinieren und überwachen und die Interessen der Beteiligungsgesellschaft vertreten. Die Beteiligungsgesellschaft stellt dem Auftragnehmer die Verträge, Genehmigungen und sonstigen Unterlagen der Planungskonzeption, die für die Erfüllung der vertraglichen Pflichten des Auftragnehmers erforderlich sind, zur Verfügung. Die vom Auftragnehmer zu erbringenden Windparkinfrastrukturarbeiten umfassen u.a. folgende Leistungen: • parkinterner Bau der Zuwegung zu den WEA einschließlich des Anschlusses an das öffentliche Straßennetz,

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110 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

• Erstellen des Kranstellplatzes, • Lieferung und Errichtung der Transformatorstation, sofern nicht im Leistungsumfang des WEA-Herstellers, • Verlegung der parkinternen Kabelleitungen (Mittelspannungskabel), • Errichtung der Übergabestation (in der Nähe des Netzverknüpfungspunktes), • Verlegung des Mittelspannungskabels auf das durch den öffentlichen Netzbetreiber neu zu errichtende Umspannwerk als dauerhafter Anschluss des Windparks an das öffentliche Verteilnetz, • Beauftragung des Netzbetreibers zur Einführung und dem Anschluss des Kabels an das Umspannwerk.

Der Auftragnehmer wird dafür Sorge tragen, dass die von Vestas gelieferten WEA einschließlich ihrer Komponenten bei Anlieferung auf der Baustelle auf Mängel untersucht werden. Der Auftragnehmer übernimmt keine Haftung für gemäß dem Kaufvertrag gelieferte WEA einschließlich ihrer Komponenten. Der Auftragnehmer ist berechtigt, Dritte zur Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten einzubeziehen. Er übernimmt sämtliche Vorfinanzierungskosten bis zur Erlangung der Baugenehmigung bzw. bis zu dem Vorliegen der Finanzierungszusage und dem Vorliegen des gesamten Eigenkapitals der Beteiligungsgesellschaft. Der Auftragnehmer erhält für seine Leistungen eine Vergütung in Höhe von € 5,58 Mio. zzgl. Umsatzsteuer. Die festgeschriebenen Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf € 42,5 Mio. (inkl. Projektentwicklung).

Die Zahlungen werden gemäß folgendem Zahlungsplan fällig, wobei Rechnungen innerhalb von 10 Tagen nach Vorliegen der entsprechenden Nachweise fällig werden. Rate Nr. Vergütung

Leistung / Baufortschritt / Zahlungsziel

1

1,8 Mio. EUR

Fertigstellung Zuwegungsbau

2

1,5 Mio. EUR

Erstellung des Netzanschlusses

3

1 Mio.

Fertigstellung Montage WEA

4

900.000 EUR

Inbetriebnahme der WEA

5

380.000 EUR

Abnahme

EUR

Gesamt 5,58 Mio. EUR Sämtliche Überschreitungen der Projektkosten, die nicht die Beteiligungsgesellschaft zu vertreten hat, werden vom Auftragnehmer getragen. Die Gewährleistung für unter diesem Vertrag erbrachte Leistungen beträgt zwei Jahre, sofern es nicht um Bauwerke handelt. Bei Bauwerken gilt eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren. Ansprüche aus Leistungen, die der Auftragnehmer nicht direkt selber erbracht hat (z.B. Verlegung der Kabeltrasse, Bau der Zuwegung) tritt der Auftragnehmer mit Abnahme an die Beteiligungsgesellschaft ab. Der Auftragnehmer haftet für die Wirksamkeit dieser Abtretung. Mit der (Teil-) Abnahme der Leistungen geht das Eigentum und die Gefahr der Leistungen auf die Beteiligungsgesellschaft über. Vor Beginn der Bauarbeiten hat die Beteiligungsgesellschaft Rückbaubürgschaften einer inländischen Bank oder Sparkasse in Höhe von € 165.000 pro WEA zu stellen. Der Vertrag wird mit Unterzeichnung sowie Vorliegen der Baugenehmigung für das Windkraftprojekt wirksam. Gekündigt werden darf nur aus wichtigem Grund (insbes. Eröffnung


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eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen eines Vertragspartners oder die Ablehnung der Eröffnung mangels Masse). Der Vertrag unterliegt deutschem Recht. Der Gerichtsstand ist Schwäbisch Hall.

4. WEA KAUFVERTRAG Die Entwicklungsgesellschaft Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG hat die Vestas Deutschland GmbH (Vestas) als Turbinenlieferanten ausgewählt und mit Vestas am 09.05.2014 einen Turbinenliefervertrag. Die Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG ist Vertragspartner von Vestas für die Bauphase und wird den Vertrag mit Abnahme der Anlagen auf die Windenergie Kirchberg / Jagst GmbH & Co. KG übertragen. Der Vertrag beinhaltet die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von acht Windenergieanlagen (WEA) des Typs Vestas V126 mit einer Nabenhöhe von 137 m. Die Kapazität pro WEA beträgt 3,3 MW, die des gesamten Windparks 26,4 MW. Der Lieferumfang enthält sämtliche Lieferungen, Leistungen, Arbeiten etc. im Zusammenhang mit der Errichtung, Inbetriebnahme und Abnahme der Windenergieanlage. Zum Lieferund Leistungsumfang zählen die Herstellung, der Transport, die Anlieferung, die Errichtung, die Montage, die Inbetriebnahme, die Einweisung der Mitarbeiter des Auftraggebers sowie der Probebetrieb der Windenergieanlagen. Ebenfalls im Lieferumfang von Vestas ist die Erstellung des Fundamentes, sowie Objektschutz und Bauleitung durch Vestas. Darüber hinaus sind folgende zusätzlich zu installierende Optionen, die gemäß Genehmigungsauflagen zu erwarten sind, im Leistungsumfang von Vestas enthalten: Nachtkennzeichnung der Blätter, 1x Turmhinderniskennzeichnung mit 2 Befeuerungsebenen pro WEA, 1x Schattenmodul inkl. Regensensor und pro Windpark, 1x Eisdetektor pro WEA. Der vertraglich fixierte Preis pro WEA beträgt € 4,285. Mio. Der genaue Umfang

der der zu installierenden Optionen (Nachtkennzeichnung, Schattenmodul etc.) wird von der Genehmigungsbehörde festgelegt und liegt erst mit der Genehmigung vor. Der genaue Liefer- bzw. Inbetriebnahmetermin der WEA wird erst mit Vorliegen der Genehmigung gemeinsam mit Vestas abgestimmt. Ab Vorliegen der Baugenehmigung soll die Dauer bis zur Inbetriebnahme der Anlagen maximal acht Monate betragen. Kann Vestas den dann vertraglich fixierten Termin nicht einhalten aus Gründen, die Vestas zu vertreten hat, dann wird für jede volle Woche des Verzugs eine Vertragsstrafe von € 1.800 pro WEA, die infolge der Verzögerung nicht rechtzeitig genutzt werden kann, fällig. Maximal kann der Auftraggeber jedoch höchstens 2,5 % vom Gesamtwert der jeweiligen WEA geltend machen. Die von Vestas garantierte technische Verfügbarkeit wird über den Vollwartungsvertrag geregelt. Vestas gibt ab Abnahme eine Gewährleistung von fünf Jahren auf die WEA und die Fundamente. Für ausgetauschte Teile beträgt die Gewährleistungszeit ein Jahr ab Einbau. Darüber hinaus garantiert Vestas für einen Zeitraum von zwei Jahren das Einhalten des vertraglich fixierten Schallleistungspegels sowie der vertraglich fixierten Leistungskennlinie. Die Haftung von Vestas für das Nichterreichen der Garantien ist je Garantie auf 15 % und insgesamt auf 20% des Vertragspreises beschränkt. Sofern die jeweilige WEA früher als zum geplanten Datum den Betrieb aufnimmt, hat Vestas einen Anspruch auf eine Bonuszahlung in Höhe von 15 % des Nettoerlöses, den der Auftraggeber aufgrund der früheren Inbetriebnahme erzielt. Sofern die jeweilige WEA später als im Jahr 2016 fertiggestellt wird, kann Vestas eine Preisanpassung verlangen. Bei einer Erhöhung um mehr als 5 % zum ursprünglich vereinbarten Vertragspreis steht dem Auftraggeber ein Rücktrittsrecht zu.

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112 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

Vestas haftet für vorsätzliches und grob fahrlässiges Handeln. Die Haftung ist auf 50% des Vertragspreises beschränkt.

Folgenden Zahlungsbedingungen wurden vereinbart: Erhalt der Genehmigung 15% Auslieferung der WEA 20% Fertigstellung Montage WEA

50%

Inbetriebnahme der WEA

10%

Der Rücktritt des Auftraggebers vom Vertrag ist ausgeschlossen, es sei denn, Nachbesserungen von Vestas sind endgültig fehlgeschlagen oder weitere Nachbesserungen sind für den Auftraggeber und aus wirtschaftlicher Sicht für das Gesamtprojekt unzumutbar. Der Vertrag unterliegt deutschem Recht. Der Gerichtsstand ist Hamburg, sofern nicht eine der Vertragsparteien von ihrem Recht Gebrauch macht und am Hauptsitz des Auftraggebers Klage erhebt. Der Vertrag unterliegt deutschem Recht.

5. VOLLWARTUNGSVERTRAG

Abnahme der WEA 5% Der Auftraggeber ist zur Erbringung einer Reihe von Leistungen verpflichtet. Hierzu zählen u.a. die Erstellung der Zuwegung und Kranstellflächen, Erstellung von Baugrundgutachten, Bereitstellung von Lage- und Netzanschlussplänen, die Herstellung des Netzanschlusses, die Einhaltung behördlicher Auflagen, die Beibringung ds Kommunikationsanschlusses usw. Rechtzeitig vor Anlieferung der Turbinen bzw. Inbetriebnahme der Anlagen müssen diese Infrastrukturmaßnahmen erbracht werden. Der Vertrag wird nach Unterschrift wirksam mit Vorliegen der folgenden aufschiebenden Bedingungen: BImSchG Genehmigung, Finanzierungsbestätigung, selbstschuldnerische Bankbürgschaft, Anzahlung, Netzzusage. Sollten zwei Jahre nach Unterschrift des Vertrages die aufschiebenden Bedingungen nicht erfüllt sein, so endet der Vertrag. Sind diese nach zwölf Monaten nicht erfüllt, so hat Vestas ein Kündigungsrecht. Hieraus entstehen Vestas keine Ansprüche gegen den Auftraggeber. Der Vertrag unterliegt deutschem Recht.

Die Entwicklungsgesellschaft Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG hat mit der Vestas Deutschland GmbH (Vestas) einen Vollwartungsvertrag (AMO 4000) abgeschlossen. Mit Übertragung des Kaufvertrags für die Windenergieanlagen von der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG auf die Beteiligungsgesellschaft wird auch der Vollwartungsvertrag auf die Beteiligungsgesellschaft übertragen. Die Laufzeit des Vertrags beträgt 15 Jahre, wobei der Auftraggeber das Recht hat, den Vertrag nach sechs Jahren ohne Zusatzkosten zu kündigen. Während der Laufzeit des Vollwartungsvertrags ist Vestas verantwortlich für die Durchführung der Service-, Wartungsund Instandhaltungsleistungen für die WEA. Dies umfasst insbesondere sämtliche Reparaturen und die Kosten für Ersatzteile. Vestas garantiert eine technische Verfügbarkeit von 97%. (Für die ersten 12 Monate 95,7%). Wird diese Verfügbarkeit unterschritten, so hat Vestas einen pauschalierten Schadensersatz an den Auftraggeber zu bezahlen, der die entgangenen Einspeiseerlöse kompensieren soll. Liegt die technische Verfügbarkeit über 98% und produziert der Wind-


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park mehr als 51.000 MWh pro Jahr, so hat Vestas Anspruch auf eine Bonuszahlung in Höhe von 30% des darüber hinausgehenden Mehrerlöses, den der Auftraggeber erzielt hat.

Die Zahlungen sind halbjährlich im Voraus fällig. Ggf. anfallende variable Vergütungen werden innerhalb von acht Wochen nach Beendigung des Betriebsjahres abgerechnet.

Für die Leistungen erhält Vestas eine gestaffelte Vergütung, die sich aus einem Mindestpreis und einem variablen Vergütungsanteil zusammensetzt:

In der Phase zwischen Inbetriebnahme und Abnahme der Anlagen wird ein Interimswartungspreis in Höhe von € 100 pro WEA und Tag fällig. Sollte nach einem Jahr nach Inbetriebnahme der WEA immer noch der Interimswartungspreis zu zahlen sein, erhöht sich die Pauschale auf € 150 pro WEA und Tag.

Jahr Mindestpreis je WEA

Var. Preis €/kWh

1

27.531

0,025

2

27.531

0,025

49.531

0,025

49.531

0,025

3

4

5

55.531

0,025

6

55.531

0,025

7

55.531

0,025

Folgende Leistungen werden nicht von Vestas erbracht: • Reinigung Rotorblätter • Genehmigungsauflagen • Kontrolle Sicherheitseinrichtungen, Befahranlage, Feuerlöscher • Nachträglich installierte Komponenten

8 57.531 0,025

9

57.531

0,025

10

59.531

0,025

11

59.531

0,025

12

59.531

0,025

13 61.531 0,025 14 61.531 0,025

• Austausch von Sicherheitseinrichtungen 12

• Instandsetzung nach Totalschaden der WEA* • Instandsetzung von außen kommender Schäden* • Instandsetzung bei Feuerschäden* (* wird von einer Versicherung abgedeckt)

15 63.531 0,025 Durchschnitt

53.397

0,025

Die variable Vergütung wird fällig ab einer Produktionsmenge von 51.000 MWh pro Jahr. Die Preise unterliegen einer jährlichen Steigerung gemäß Preisgleitklausel. In der Prognoserechnung werden 2 % angenommen.

Die Gewährleistung für Mängel beträgt 24 Monate. Vestas wird für die Dauer dieses Vertrages eine Haftpflichtversicherung in Höhe von je € 3 Mio. für Personen und Sachschäden und € 1 Mio. für Vermögensschäden abschließen und aufrechterhalten. Vestas haftet für vorsätzliches und grob fahrlässiges Handeln. Im Übrigen ist die Haftung von Vestas, einschließlich der Haftung wegen Ertragsausfalls, im ersten Vertragsjahr


114 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

auf das 2,5- fache des vertraglich fixierten Mindestpreises begrenzt, und insgesamt auf das 1,5- fache des (auf Basis des für das erste Vertragsjahr vereinbarten Mindestpreises) errechneten Vertragspreises für die Gesamtlaufzeit des Vertrages. Die Haftungsbegrenzung findet auf die von Vestas übernommenen Instandsetzungspflichten keine Anwendung. Der Auftraggeber ist berechtigt, im Falle der Betriebsaufgabe oder des zufälligen Untergangs der WEA den Vertrag ordentlich zu kündigen. Darüber hinaus darf der Vertrag nur aus wichtigem Grund gekündigt werden. Hierzu zählen im Wesentlichen der Verstoß gegen wesentliche Vertragspflichten, Zahlungsverzug des Auftraggebers, Insolvenz einer Vertragspartei sowie Beendigung des Kaufvertrags für die Windenergieanlagen. Der Vertrag unterliegt deutschem Recht. Ausschließlicher Gerichtsstand ist Husum.

6. NUTZUNGSVERTRAG Zwischen der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG und den Eigentümern der Grundstücksflächen, auf denen die Windenergieanlagen errichtet werden, bestehen Nutzungsverträge. Die Beteiligungsgesellschaft wird in diese Verträge mit der Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG eintreten. Der jeweilige Nutzungsvertrag regelt die Nutzung von Grundstücken zur Errichtung und zum Betrieb der Windenergieanlagen. Alle Verträge enthalten im Wesentlichen die gleichen Bedingungen. Eigentümer und Nutzungsberechtigter (Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG, nach Übergang Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG) legen in diesem Vertrag u.a. folgende, wesentliche Punkte fest: Die Vertragsdauer beträgt 25 Jahre und kann durch zweiseitige Erklärung um weitere, bis zu fünf Jahre verlängert werden.

Der Beteiligungsgesellschaft wird das Recht eingeräumt, auf dem jeweiligen Grundstück die für den geplanten Windpark erforderlichen Windenergieanlagen samt Nebenanlagen (Strom- und Kommunikationsleitungen, Schalt-, Mess- und Transformatorstationen, sonstige Einrichtungen) sowie die notwendigen Wege und Montage-/Kranstellflächen zu errichten und zu betreiben. Die jeweilige WEA einschließlich Zubehör geht nicht in das Eigentum des Grundstückseigentümers über, sondern verbleibt bei der Beteiligungsgesellschaft. Die Nutzungsrechte der Beteiligungsgesellschaft werden durch Bestellung von beschränkten persönlichen Dienstbarkeiten und Vormerkungen grundbuchrechtlich gesichert. Ferner regelt der Nutzungsvertrag, dass im Rahmen eines „Flächen-Pool-Modells“ alle von dem Windpark betroffenen Grundstückseigentümer (Vertragspartner und andere) ein Gesamtnutzungsentgelt von jährlich € 25.000 je WEA in den ersten 14 Betriebsjahren und € 27.500 je WEA ab dem 15. Betriebsjahr erhalten sollen. Die Gesamtvergütung pro Windenergieanlage wird aufgeteilt in eine Standortvergütung (60% der Gesamtvergütung) und eine Flächenvergütung (40% der Gesamtvergütung). Die Standortvergütung erhalten Eigentümer, deren Grundstück von der Windenergieanlage, dem Fundament, der Kranstellfläche und Zuwegungsflächen genutzt wird. Der Vertrag legt fest, nach welchem Schlüssel die Standortvergütung unter den unterschiedlich genutzten Flächen verteilt wird. Die Flächenvergütung wird unter allen Grundstückseigentümern der gesamten, im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Windvorrangfläche nach ihrem Flächenanteil aufgeteilt. Sofern der jeweilige Eigentümer das Grundstück verpachtet hat, stellt er die Beteiligungsgesellschaft von allen etwaigen Abwehr- oder finanziellen Ansprüchen eines Pächters frei.


www.windpark-kirchberg.de 115

Dagegen ist die Beteiligungsgesellschaft verpflichtet, den Bewirtschaftern der Grundstücksflächen etwaige aus der Errichtung und dem Betrieb der WEA herrührende Flur-, Aufwuchs- oder Folgeschäden zu erstatten. Sofern es durch die Nutzung des jeweiligen Grundstücks zu einer Rückforderung landwirtschaftlicher Fördermittel kommt, sind diese von Beteiligungsgesellschaft ebenfalls zu erstatten. Die Beteiligungsgesellschaft hat vor Baubeginn dem jeweiligen Eigentümer den Abschluss einer projektbezogenen Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von € 5 Mio. für Personenschäden und für Sach- und Umweltschäden nachzuweisen. Der Eigentümer verpflichtet sich, in einem Umkreis von 800 Metern um jede WEA ohne ausdrückliche Zustimmung der Beteiligungsgesellschaft weder selbst eine WEA zu errichten oder zu betreiben noch dies einem Dritten zu ermöglichen. Der Nutzungsvertrag enthält Rechte zum Rücktritt vom Vertrag für den Fall, dass innerhalb der im Vertrag genannten Fristen die für den Windpark erforderlichen behördlichen Erlaubnisse nicht vorliegen oder aus sonstigen Gründen keine Windenergieanlage errichtet und in Betrieb genommen wurde.

7. EIGENKAPITALVERMITTLUNGSVERTRAG

Zur Einwerbung des benötigten Eigenkapitals wird die Beteiligungsgesellschaft Vertriebspartner mit der Vermittlung von Direktkommanditisten beauftragen. Dazu schließt die Beteiligungsgesellschaft Verträge mit Vertriebspartnern ab, die nach § 34 f Gewerbeordnung oder § 32 Kreditwesengesetz die Zulassung haben, eine solche Vermittlungstätigkeit auszuüben. Der Vertrag regelt jeweils u.a. folgende, wesentliche Punkte: Die Vermittlung soll überwiegend an Anleger erfolgen, die ihren Wohnsitz in den Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe (Baden-Württemberg) haben. Der Vertriebspartner darf die Vermittlung selbst ausüben und auf qualifizierte Dritte übertragen. Im Rahmen der Vermittlung von Anlegern übernimmt der Vertriebspartner u.a. die Aushändigung aller Beitrittsunterlagen, die Erläuterung der Vermögensanlage inkl. der im Verkaufsprospekt genannten Risiken und die Identifizierung des Anlegers nach dem Geldwäschegesetz.

Die Möglichkeit zur Vertragskündigung besteht nur aus wichtigem Grund, insbesondere für den Eigentümer, wenn die Beteiligungsgesellschaft trotz Mahnung mit Zahlungen von mehr als € 3.000 länger als drei Monate im Verzug ist.

Der Vertriebspartner ist nicht berechtigt, als Vertreter, Bevollmächtigter oder Erfüllungsgehilfe der Beteiligungsgesellschaft aufzutreten.

Der Nutzungsberechtigte verpflichtet sich zum vollständigen Rückbau der Windenergieanlage sowie des Fundaments und hinterlegt hierfür eine Rückbaubürgschaft in Höhe von € 165.000.- je Windenergieanlage. Damit sind alle Kosten zum vollständigen Rückbau der WEA und des Fundaments abgedeckt. Erstmalig nach 10 Jahren und dann alle 5 Jahre wird die Höhe der Bürgschaft nach Bedarf bei möglichen Kostensteigerungen für den Rückbau angepasst.

Für die Vermittlung von Anlegern erhält der Vertriebspartner eine Vergütung in Höhe des vom Anleger gezahlten Agios (2 % der Pflichteinlage). Der Vergütungsanspruch entsteht und ist fällig nach Übersendung der vom Anleger vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Beitrittserklärung an den Vertriebspartner sowie der Übersendung der Identifikationsunterlagen nach dem Geldwäschegesetz, der Annahme des Beitrittsangebots durch die Beteiligungsgesellschaft, dem

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116 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRÄGE

Ausbleiben eines fristgemäßen Widerrufs durch den Anleger und dem Eingang des vollständigen Betrages der Pflichteinlage und des Agios auf dem Sonderkonto der Beteiligungsgesellschaft. Der Anspruch auf Vergütung entfällt bzw. ist zurückzuzahlen, sofern ein Anleger seinen Beitritt wirksam anficht oder die Beteiligung aus anderen Gründen wirksam rückgängig macht. Der Beteiligungsgesellschaft ist berechtigt mehrere Vertriebspartner mit der Vermittlung des Eigenkapitals zu beauftragen. Die Haftung der Vertragsparteien ist auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Der Vertriebspartner haftet für ein Verschulden unterbeauftragter Dritter wie für eigenes Verschulden. Der Vertrag endet mit Ablauf der ggf. verlängerten Angebotsperiode der Beteiligungsgesellschaft oder der vorzeitigen Beendigung des Beteiligungsangebots durch die Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft oder der Vollplatzierung des Emissionskapitals. Gerichtsstand ist der Sitz der Beteiligungsgesellschaft.


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BEDEUTSAME VERTRAGSPARTNER

Firma Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH Co. KG Funktion

Beteiligungsgesellschaft

Sitz, Geschäftsanschrift

Kirchberg an der Jagst, Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst

Handelsregister HRA 724021 Erste Handelsregister-Eintragung 18.06.2014 Komplementär

Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH, Kirchberg an der Jagst

Kommanditist zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

Sonnenenergie Kirchberg GmbH (Gründungskommanditist), Kirchberg an der Jagst

Unternehmensgegenstand Die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen und Windparks im Raum Kirchberg an der Jagst. Haftsumme zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung € 100

Firma Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH Funktion

Komplementär der Beteiligungsgesellschaft

Sitz, Geschäftsanschrift

Kirchberg an der Jagst, Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst

Handelsregister HRB 730844 Erste Handelsregister-Eintragung 17.06.2014 Geschäftsführer Ralf Stier und Georg Persigehl, geschäftsansässig Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst Gesellschafter Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG, Kirchberg an der Jagst Unternehmensgegenstand Übernahme der persönlichen Haftung und der Geschäftsführung bei Handelsge sellschaften, insbesondere die Beteiligung als persönlich haftende und geschäfts führende Gesellschafterin an der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG. Ferner die Erbringung von Betriebsführungsleistungen für Gesellschaften, welche Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien betreiben. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte tätigen, die den Unternehmensgegenstand fördern. Sie darf ins besondere gleichartige oder ähnliche Unternehmen in jeder zulässigen Rechtsform errichten, erwerben, vertreten oder sich an solchen Unternehmen beteiligen. Sie darf Zweigniederlassungen errichten. Stammkapital € 25.000

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118 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRAGSPARTNER

Firma Sonnenenergie Kirchberg GmbH Funktion

Gründungskommanditist der Beteiligungsgesellschaft

Sitz, Geschäftsanschrift

Kirchberg an der Jagst, Fichtenstraße 1, 74592 Kirchberg an der Jagst

Handelsregister Amtsgericht Ulm, HRB 726901 Erste Handelsregister-Eintragung

28. April 2011

Geschäftsführer Siegfried Thurau, Ralf Stier, alle geschäftsansässig: Fichtenstraße 1, 74592 Kirchberg an der Jagst Gesellschafter Ralf Stier, Siegfried Thurau, beide wohnhaft in Kirchberg an der Jagst, Steffen Knödler und Jürgen Westram, beide wohnhaft in Crailsheim Unternehmensgegenstand Der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen sowie die Übernahme der persönlichen Haftung und der Geschäftsführung bei Handelsgesellschaften. Weiterhin die Planung, der Bau und der Betrieb von Energieerzeugungsanlagen sowie die Erbringung von Vermittlungs- und Beratungsleistungen auf dem ge- nannten Gebiet. Stammkapital € 25.000,00

Firma Vestas Deutschland GmbH Funktion

Verkäufer der Windenergieanlagen, Wartung

Sitz, Geschäftsanschrift

Husum; Otto-Hahn-Straße 2-4, 25813 Husum

Handelsregister Amtsgericht Flensburg, HRB 463 HU Erste Handelsregister-Eintragung

23. Juni 2005

Geschäftsführer

Guido Hinrichs, geschäftsansässig: Otto-Hahn-Straße 2-4, 25813 Husum

Gesellschafter

VESTAS Central Europe A/S, Randers, Dänemark

Unternehmensgegenstand

Herstellung und der Vertrieb von Erzeugnissen aller Art, insbesondere Windkraftanlagen. Die Gesellschaft kann sich an anderen Unternehmen im In- und Ausland beteiligen und die Geschäftsführung solcher anderer Unternehmen übernehmen. Die Gesellschaft kann Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten. Die Gesellschaft darf auch die Verwaltung und Geschäftsführung und die persönliche Haftung in Kommanditgesellschaften übernehmen.

Stammkapital € 16,873 Mio.


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Firma Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG Funktion

Anbieter, Prospektverantwortlicher, Projektentwicklung und Projekterrichtung

Sitz, Geschäftsanschrift

Kirchberg an der Jagst; Fichtenstraße 1, 74592 Kirchberg an der Jagst

Handelsregister Amtsgericht Ulm, HRA 722972 Erste Handelsregister-Eintragung

30. April 2012

Komplementär Sonnenenergie Kirchberg GmbH, Kirchberg an der Jagst Kommanditisten reencon GmbH, Rosenheim Gerhard Borchers Consulting GmbH, Kirchberg an der Jagst ingenia projects GmbH & Co. KG, Crailsheim Unternehmensgegenstand Entwicklung, Errichtung und Inbetriebnahme von Windkraftanlagen und Wind- parks, insbesondere von mehreren Windkraftanlagen im Raum Kirchberg an der Jagst. • Vermarktung von Projektrechten.

• Strukturierung von Finanzierungen, insbesondere für Energieerzeugungsanlagen aus alternativen Energien.

• kaufmännische und technische Betriebsführung von Windkraftanlagen und Windparks.

Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar oder mittelbar diesem Gegenstand dienen oder ihn fördern.

Die Gesellschaft ist berechtigt, gleiche oder ähnliche Unternehmen zu erwerben, sich an solchen zu beteiligen und Zweigniederlassungen im In und Ausland zu gründen.

Haftsummen reencon GmbH, Rosenheim: € 15.000 Gerhard Borchers Consulting GmbH: € 6.000 ingenia projects GmbH & Co. KG: € 24.000

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120 Rechtliche Grundlagen

BEDEUTSAME VERTRAGSPARTNER

Firma GEO-NET Umweltconsulting GmbH Funktion

Gutachter (Schattenwurf, Turbulenz, Ertrag)

Sitz, Geschäftsanschrift

Hannover, Große Pfahlstr. 5a, 30161 Hannover

Handelsregister Amtsgericht Hannover, HRB 61218 Erste Handelsregister-Eintragung

3. März 2006

Geschäftsführer Peter Trute, Thorsten Frey, alle geschäftsansässig: Große Pfahlstr. 5a, 30161 Hannover Unternehmensgegenstand Meteorologische Analysen jeglicher Art, Planungsaufgaben und Dienstleistungen im Umfeld der Nutzung regenerativer Energien und anderer Vorhaben, Entwicklung und Vertrieb von Softwareprodukten und zugehöriger Komponenten und allgemeine GIS- und Datendienstleistungen. Beteiligung an Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art. Stammkapital € 25.000

Firma JH Wind GmbH Funktion

Gutachter (Ertrag)

Sitz, Geschäftsanschrift

Freiburg im Breisgau, Gruberhof 8, 79110 Freiburg im Breisgau

Handelsregister Amtsgerichts Freiburg im Breisgau, HRB 708246 Erste Handelsregister-Eintragung

11. April 2012

Geschäftsführer Johannes Hagemann, geschäftsansässig: Gruberhof 8, 79110 Freiburg im Breisgau Unternehmensgegenstand Die Erstellung von Windgutachten. Für Windenergieanlagen werden mögliche Erträge prognostiziert. Für Standorte von Windenergieanlagen und bestimmte Gebiete wird das vorhandene Windpotential ermittelt und dargestellt. Für geplante Windenergieanlagen werden mögliche Umweltauswirkungen durch Schall- und Schattenwurfgutachten und durch Visualisierungen aufgezeigt. Die Gesellschaft darf allen Aktivitäten nachgehen, die zur Verbesserung der genannten Tätigkeiten führen. Stammkapital € 25.000,00


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Firma Dipl.- Geol. Walter Höffner Funktion

Gutachter (Baugrund)

Sitz, Geschäftsanschrift

Robert-Bosch-Str. 59, 73431 Aalen

Ing.-Kammer Baden- Württemberg

Kammer Nr.: 1492

Arbeitsgebiet Erstellung geotechnischer Gutachten, insbesondere in den Bereichen Hoch- & Tiefbau, Straßenbau, Leitungsbau, Altlasten / Flächenrecycling, Geoinformation, Deponiebau , Hydrogeologie, Wasserbau

Firma gutschker dongus landschaftsarchitekten, Johannes Dutschker, Lothar Dongus Funktion

Gutachter (Artentschutzrecht)

Sitz, Geschäftsanschrift

Hauptstraße 34, 55571 Odernheim am Glan

Ing.-Kammer Baden- Württemberg

Kammer Nr.: 1492

Arbeitsgebiet Beratungsleistungen bei der Umsetzung von Bauvorhaben unter Berück sichtigung der Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes

Firma RUG Institut Private Finanzen GmbH Funktion

Eigenkapitalvermittlung

Sitz, Geschäftsanschrift

Buchenstr. 40 74592 Kirchberg/Jagst

Handelsregister Amtsgericht Ulm HRB 723103 Erste Handelsregister-Eintragung 3.11.2008 Geschäftsführer Gerhard Borchers, Rolf Mayer Gesellschafter Gerhard Borchers Consulting GmbH (80%) Rolf Mayer (20%) Unternehmensgegenstand Vermittlung von Sach- und Lebensversicherungen, Immobilienfinanzierungen, unternehmerischen Beteiligungen sowie Investmentfonds im Rahmen der Ausnahmeregelung des § 2 Abs. 6 Satz 8 KWG Stammkapital € 25.000

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STEUERLICHE GRUNDLAGEN


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124 Steuerliche Grundlagen

VORBEMERKUNG

Die nachfolgende Darstellung behandelt die wesentlichen Grundlagen der steuerlichen Konzeption der Vermögensanlage. Die Ausführungen beruhen auf der in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Steuergesetzgebung, der aktuellen Rechtsprechung sowie der veröffentlichten Auffassung der Finanzverwaltung zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung. Die Rechtsgrundlagen und ihre Auslegung können sich während der Beteiligung jederzeit ändern, gegebenenfalls auch rückwirkend. Die endgültige Feststellung der tatsächlichen Besteuerungsgrundlagen obliegt der Finanzverwaltung und den Finanzgerichten, die im Rahmen der Veranlagung, einer steuerlichen Außenprüfung oder gegebenenfalls in einem finanzgerichtlichen Verfahren zu abweichenden Ergebnissen gelangen können. Die von der Beteiligungsgesellschaft und den Anlegern angestrebte steuerliche Behandlung kann daher nicht garantiert werden. Den steuerlichen Grundlagen liegt die Annahme zugrunde, dass die Anleger ausschließlich in Deutschland als natürliche Personen unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und sie den Erwerb ihres Anteils weder fremdfinanziert noch am Zweitmarkt vorgenommen haben. Der Anbieter rät von einer Fremdfinanzierung des Anteilserwerbs ab, da sich hierdurch erhebliche steuerliche Abweichungen ergeben können. Ebenso können sich bei der Beteiligung von Anlegern, die die vorstehenden Kriterien nicht erfüllen, wie beispielsweise juristische Personen, Abweichungen zu den hier dargestellten steuerlichen Auswirkungen ergeben. Die steuerlichen Grundlagen berücksichtigen nicht die individuelle Situation des einzelnen Anlegers, so dass der Anbieter jedem interessierten Anleger empfiehlt, vor Erwerb der Kapitalanlage sowie während der Beteiligungsdauer im Einzelfall seinen persönlichen steuerlichen Berater hinzuzuziehen. Hinsichtlich der steuerlichen Risiken aus dieser Kapitalanlage wird auf die gesonderte Darstellung im Kapitel 2 »Risiken der Kapitalanlage«, Seite 30-31, verwiesen.

LAUFENDE BESTEUERUNG

EINKOMMENSTEUER 1. STEUERLICHE TRANSPARENZ DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT Für die Ertragsbesteuerung ist die Beteiligungsgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG kein eigenes Steuersubjekt. Vielmehr werden die von ihr gehaltenen Vermögensgegenstände anteilig den Anlegern zugerechnet (»Transparenzprinzip«). Die erzielten Einkünfte der Beteiligungsgesellschaft werden zwar auf Gesellschaftsebene ermittelt, aber anschließend dem Anleger entsprechend der vereinbarten Ergebnisverteilung zugerechnet. Der individuelle Ergebnisanteil ist dann vom Anleger nach seinen persönlichen Verhältnissen der Einkommensteuer zu unterwerfen und zwar regelmäßig unabhängig davon, ob er Auszahlungen aus der Beteiligungsgesellschaft erhalten hat.

2. EINKUNFTSART DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

Die Beteiligungsgesellschaft ist steuerlich als gewerbliche Personengesellschaft einzuordnen. Sie ist nach dem Gesellschaftsvertrag zudem gewerblich geprägt, weil nur der persönlich haftende Gesellschafter Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft zur Geschäftsführung befugt ist (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG). Die Gesellschaft erzielt ausschließlich gewerbliche Einkünfte und vermittelt solche an den Anleger (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Die Abgeltungsteuer (§ 32d EStG) gelangt daher nicht zur Anwendung.


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3. GEWINNERZIELUNGSABSICHT Die Ergebnisse des Anlegers stellen nur dann steuerlich relevante Einkünfte dar, wenn sie sowohl auf Ebene der Beteiligungsgesellschaft als auch auf Anlegerebene mit Gewinnerzielungsabsicht erwirtschaftet werden.

4. EBENE DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

zu berücksichtigen. Da die Gewinnabsicht grundsätzlich in der Person des Anlegers erfüllt sein muss, kann das erzielte Ergebnis nach einer eventuellen unentgeltlichen Übertragung der Beteiligung regelmäßig nicht in die Prognose des Rechtsvorgängers miteinbezogen werden (BFH vom 30. August 2007, BFH/NV 2008, 759). Da der Beteiligungsgesellschaft die individuellen Verhältnisse des Anlegers und insbesondere dessen Finanzierung des Beteiligungserwerbs nicht bekannt sind, wird vorliegend auch auf Anlegerebene von Gewinnerzielungsabsicht ausgegangen.

6. GEWINNERMITTLUNG Steuerliche Gewinnabsicht liegt vor, wenn die Betriebsführung darauf gerichtet ist, in der gesamten Periode der Unternehmenstätigkeit, der sogenannten Totalperiode, einen Totalgewinn (§ 4 EStG) zu erzielen. Die Totalperiode umfasst den Zeitraum von der Gründung bis zur Betriebsveräußerung bzw. Betriebsaufgabe. Aufgrund der im Verkaufsprospekt abgebildeten Prognosen ist davon auszugehen, dass auf Ebene der Beteiligungsgesellschaft Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

5. EBENE DES ANLEGERS Ebenso ist die Gewinnerzielungsabsicht für jeden einzelnen Anleger während der Dauer seiner beabsichtigten Beteiligung zu prüfen. Grundsätzlich indiziert eine auf Gesellschaftsebene vorhandene Gewinnerzielungsabsicht diese auch für den Gesellschafter, wenn keine entgegenstehenden Anhaltspunkte ersichtlich sind. Solche Anzeichen können etwa in hohen Fremdfinanzierungskosten der Beteiligung oder in einer angestrebten, nur sehr kurzen Beteiligungsdauer mit Austritt / Verkauf unter Inkaufnahme von Verlusten gesehen werden. Sofern die Aufwendungen des Anlegers innerhalb der Totalperiode bereits nach anfänglicher Prognose einen Gewinn ausschließen, sind sie für steuerliche Zwecke nicht

Der Gewinn der Beteiligungsgesellschaft ermittelt sich durch Betriebsvermögensvergleich gemäß § 4 in Verbindung mit § 5 EStG. Dabei ist eine periodengerechnete Gewinnermittlung vorzunehmen, d. h. der Zeitpunkt, zu dem Einnahmen bzw. Ausgaben zufließen bzw. geleistet werden, ist nicht entscheidend. Die Nebenkosten im Sinne des Investitionsplans [Seite 60 61], die in der Investitionsphase planmäßig anfallen, können nach dem sogenannte „Fondserlass“ (BMF-Schreiben vom 20. Oktober 2003, BStBl. I 2003, 546) nicht als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben gewinnmindernd behandelt werden. Diese Aufwendungen sind vielmehr zwingend neben den originären Anschaffungskosten für die Windanlage als weitere Anschaffungskosten zu behandeln und anteilig auf sämtliche Wirtschaftsgüter zu aktivieren. Darunter fallen vor allem Einrichtungsgebühren für Treuhand, Vergütungen für die Vermittlung des Eigenkapitals, Haftungs- und Geschäftführervergütungen sowie Konzeptions- und sonstige Vertriebskosten. Abnutzbare Wirtschaftsgüter können grundsätzlich nur im Wege der linearen Abschreibung gemäß §7 Abs. 1 EStG gewinnmindernd berücksichtigt werden. Demgegenüber mindern nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter wie z.B. der

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126 Steuerliche Grundlagen

LAUFENDE BESTEUERUNG

Grund und Boden den Gewinn erst im Jahr der Veräußerung. Die Bemessungsgrundlage für die jährliche Absetzung für Abnutzung bilden die Anschaffungskosten des einzelnen Wirtschaftsguts mitsamt den nach den Bestimmungen des Fondserlasses als Anschaffungskosten zu qualifizierenden Emissionskosten. Die höchstrichterliche Rechtsprechung geht bei dem Erwerb von einer Windenergieanlage von drei unterschiedlichen Wirtschaftsgütern aus (Windenergieanlage, Umspannwerk und Zuwegung), wobei für alle drei Wirtschaftsgüter grundsätzlich von einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 16 Jahren auszugehen ist (BFH-Urteil v. 14.04.2011, BStBl. II 2011, 696). Da die Beteiligungsgesellschaft das Investment teilweise mit einem Bankdarlehen finanziert, sind die Vorschriften zur Begrenzung des Betriebsausgabenabzugs für Zinsaufwendungen gemäß § 4h EStG einschlägig. Ein negativer Zinssaldo (Zinsaufwendungen abzüglich Zinserträge) kann grundsätzlich nur bis zur Höhe von 30 % des steuerliches Gewinns vor Zinsen, Steuern, Regelabschreibungen (EBITDA) als Betriebsausgabe abgezogen werden (sog. „Zinsschranke“, § 4h Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 EStG). Soweit der negative Zinssaldo eines Wirtschaftsjahres geringer ist als das EBITDA, kann die nicht ausgeschöpfte Differenz als sog. „EBITA-Vortrag“ in den folgenden fünf Wirtschaftsjahren die Zinsabzugsmöglichkeit als Betriebsausgabe erhöhen. Zinsaufwendungen, die nicht abgezogen werden dürfen, sind in die folgenden Wirtschaftsjahre vorzutragen. Allerdings findet die Zinsschranke keine Anwendung, wenn eine der Ausnahmen gemäß § 4h Abs. 2 EStG greift, insbesondere, wenn der jährliche negative Zinssaldo weniger als 3 Mio. Euro beträgt. Schließlich sind Schuldzinsen nicht abziehbar, wenn die Entnahmen den Gewinn der Beteiligungsgesellschaft einschließlich der geleisteten Einlagen im Wirtschaftsjahr übersteigen (§ 4 Abs. 4a EStG). Die nicht abzugsfähigen Schuldzinsen werden mit 6 % der modifizierten Überentnahme-Bemes-

sungsgrundlage ermittelt und sind dem Gewinn wieder hinzuzurechnen, höchstens jedoch der um 2.050 Euro verminderte Betrag der tatsächlich angefallenen Schuldzinsen. Soweit die den Schuldzinsen unterliegenden Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens verwendet werden, unterbleibt die Abzugsbeschränkung. Solange der Anbieter das aufzunehmende Fremdkapital für den Erwerb der Windenergieanlagen verwendet, ist § 4 Abs. 4a EStG nicht einschlägig.

7. ERGEBNISVERTEILUNG Die Ergebnisverteilung erfolgt grundsätzlich entsprechend den Beteiligungsverhältnissen im Gesellschaftsvertrag und ist prinzipiell auch der Besteuerung zugrunde zu legen. Allerdings soll für die Geschäftsjahre 2014/2015 eine ergebnismäßige Gleichbehandlung aller Anleger erreicht werden. Zu diesem Zweck können positive und negative Ergebnisse im notwendigen Umfang abweichend von den Beteiligungsquoten zugewiesen werden. Sollte die Finanzverwaltung der gesellschaftsvertraglichen Ergebnisverteilung nicht folgen, ist den Anlegern das steuerliche Ergebnis grundsätzlich entsprechend den Einnahmen und Ausgaben zuzurechnen, die nach ihrem Beitritt anfallen.

8. VERLUSTVERRECHNUNGSBESCHRÄNKUNGEN Bei der Ermittlung der Einkünfte ist zu beachten, dass die aus der Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft dem Anleger gegebenenfalls zuzurechnenden Verluste nur eingeschränkt mit positiven Einkünften verrechnet werden können.


www.windpark-kirchberg.de 127

9. ANWENDBARKEIT DES § 15B ESTG: Verluste der Beteiligungsgesellschaft können nur mit zukünftigen Gewinnen aus derselben Beteiligung verrechnet werden, wenn es sich um ein sogenanntes „Steuerstundungsmodell“ handelt. Die Verlustverrechnungsbeschränkungen des § 15a und § 10d EStG sind insoweit nicht anzuwenden. Ein Steuerstundungsmodell liegt vor, wenn dem Anleger aufgrund eines vorgefertigten Konzepts die Möglichkeit geboten werden soll, zumindest in der Anfangsphase Verluste aus der Beteiligung mit anderen Einkünften zu verrechnen. Es ist ausreichend, wenn die Summe der prognostizierten Verluste 10 % des gezeichneten Kapitals in der Anfangsphase übersteigt, wobei „Anfangsphase“ den Zeitraum umfasst, bis zu dem nach dem Beteiligungskonzept keine nachhaltig positiven Einkünfte erzielt werden (BMF-Schreiben vom 17. Juli 2007, BStBl. I 2007, 542). Bei der Beteiligungsgesellschaft sollte kein Steuerstundungsmodell vorliegen, da den Anlegern nach derzeitiger Prognoserechnung in der Anfangsphase kumulierte Verluste aus der angebotenen Beteiligungsmöglichkeit von nicht mehr als 10% des gezeichneten Kapitals zugewiesen werden. Ebenso ist auch keine modellhafte Finanzierung der Einlage des Anlegers vorgesehen. Eine abschließende Beurteilung ist erst nach den erfolgten Investitionen denkbar.

10. ANWENDBARKEIT DES § 15A ESTG: Der einem Anleger zuzurechnende Verlust aus der Beteiligungsgesellschaft darf mit keinen Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden, soweit der Verlust dazu führt, dass seine eingezahlte Einlage negativ wird oder sich erhöht. Das Sonderbetriebsvermögen ist von

der Regelung ausgeschlossen, und die Verlustbeschränkung des §10d EStG ist insoweit nicht einschlägig. Falls seine im Handelsregister eingetragene Haftsumme jedoch seine bisher geleistete Einlage übersteigt, können dem Anleger ausnahmsweise über seine Einlage hinausgehende Verluste zugerechnet werden und zwar bis zum Betrag seiner Haftsumme (erweiterter Verlustausgleich). Nicht ausgleichsfähige Verluste können nur mit zukünftigen Gewinnen des Anlegers aus der Beteiligungsgesellschaft verrechnet werden. Entsteht durch Entnahmen ein negatives Kapitalkonto des Anlegers oder wird dieses erhöht und besteht kein erweiterter Verlustausgleich, wird dem Anleger - vereinfacht ausgedrückt - grundsätzlich in Höhe des durch die Entnahme entstandenen negativen Kapitalkontos ein fiktiver Gewinn zugerechnet (§ 15a Abs. 3 EStG). Im Gegenzug kann der nachzuversteuernde, fiktive Gewinn mit späteren zuzurechnenden Gewinnen verrechnet werden. Entsprechendes gilt, wenn der ins Handelsregister eingetragene Haftungsbetrag des Anlegers verringert wird. Der fiktive Gewinn mindert spätere Gewinne des Anlegers aus der Beteiligung.

13


128 Steuerliche Grundlagen

LAUFENDE BESTEUERUNG

11. ANWENDUNG DES § 10D ESTG

13. SOLIDARITÄTSZUSCHLAG KIRCHENSTEUER

Negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, können bis zu einem Betrag von 1 Mio. Euro (2 Mio. Euro bei zusammenveranlagen Ehegatten) im Wege des Verlustrücktrags vom Gesamtbetrag der Einkünfte des vorangegangenen Veranlagungszeitraums abgezogen werden. Ansonsten können die Verluste nur in den folgenden Veranlagungszeiträumen bis zu einem Betrag von 1 Mio. Euro (2 Mio. Euro bei zusammenveranlagten Ehegatten) uneingeschränkt, darüber hinaus nur bis zu 60 % des übersteigenden positiven Betrags abgezogen werden (Verlustvortrag). Auf Antrag kann ganz oder teilweise auf den Verlustrücktrag verzichtet werden.

Derzeit wird ergänzend zur Einkommensteuer ein Solidaritätszuschlag i.H.v. 5,5% der zu leistenden Einkommensteuerschuld erhoben (§ 1 Abs. 1 SolzG).

12. EINKOMMENSTEUER Das zu versteuernde Einkommen des Anlegers unterliegt regelmäßig im Rahmen der Veranlagung der Besteuerung mit seinem individuellen Einkommensteuersatz. Der Einkommensteuertarif beträgt zwischen 14 % und 45 % ab 250.000 Euro (500.000 Euro bei zusammenveranlagten Ehegatten). Der Grundfreibetrag beträgt 8.354 Euro (2014).

Sofern ein Anleger Mitglied einer steuerberechtigten Religionsgemeinschaft ist, schuldet er ferner Kirchensteuer. Deren Höhe ist abhängig von den jeweils anwendbaren Landeskirchensteuergesetzen und beträgt regelmäßig zwischen 8 % und 9 % der Einkommensteuerschuld.

14. STEUERVERFAHREN Das steuerliche Ergebnis der Beteiligungsgesellschaft wird vom zuständigen Finanzamt im Rahmen einer einheitlichen und gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen erfasst (§ 179 Abs. 2 i. V. m. § 180 Abs. 1 Nr. 2 lit. a AO), auf deren Grundlage die Einkünfte der Beteiligungsgesellschaft veranlagt, festgestellt und den Anlegern anteilig zugerechnet werden. Dieser Grundlagenbescheid besitzt Bindungswirkung für das jeweilige Wohnsitzfinanzamt des Anlegers. Aufwendungen, die ein Anleger im Zusammenhang mit seiner Beteiligung persönlich zu tragen hat (Sonderbetriebsausgaben), können nur steuermindernd im Rahmen der Einkünfteermittlung für den einzelnen Anleger berücksichtigt werden, wenn sie der Beteiligungsgesellschaft bis zum 31. März des Folgejahres mitgeteilt werden.


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15. GEWERBESTEUER Die Beteiligungsgesellschaft unterliegt als gewerblich tätige Personengesellschaft der Gewerbesteuer (§ 2 Abs. 1 GewStG). Die Grundlage des Gewerbeertrags bildet der nach § 7 GewStG ermittelte Gewinn der Gesellschaft, der sich aus den einkommensteuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften ergibt. Der auf diese Weise ermittelte Gewinn wird um bestimmte Kürzungs- und Hinzurechnungsbeträge gemäß § 8 und § 9 GewStG berichtigt. Beispielsweise sind Aufwendungen der Beteiligungsgesellschaft für Schulden zu 25 % und Miet- und Pachtzinsen für unbewegliche Wirtschaftsgüter zu 12,5 % bzw. für bewegliche Wirtschaftsgüter zu 5 % nach § 8 GewStG wieder hinzuzurechnen, soweit die Summe sämtlicher hinzuzurechnender Beträge 100.000 Euro übersteigt. Eventuelle gewerbesteuerliche Verluste können nur vorgetragen werden und sind bis zu einem Betrag von 1 Mio. Euro uneingeschränkt von einem positiven Gewerbeertrag abzuziehen. Darüber hinaus sind lediglich 60 % der vorgetragenen Fehlbeträge verrechenbar (§ 10a GewStG). Scheidet ein Anleger aus, so entfällt der auf diesen anteilig entfallene Gewerbeverlustvortrag, so dass es durch den Gesellschafterwechsel zu einer höheren Gewerbesteuerbelastung auf Ebene der Gesellschaft und damit für die verbleibenden Gesellschafter kommt. Die Gewerbesteuer beträgt nach Berücksichtigung eines Freibetrags von 24.500 Euro einheitlich 3,5 % auf den Gewerbeertrag multipliziert mit den Hebesätzen der für die Beteiligungsgesellschaft zuständigen Gemeinden. Die Steuer ist von der Beteiligungsgesellschaft zu zahlen und gilt nicht als Betriebsausgabe für Ertragssteuerzwecke. Entsteht der Beteiligungsgesellschaft eine gewerbesteuerliche Mehrbelastung beispielsweise aufgrund von Vertragsbeziehungen

mit einem Anleger oder durch den anteiligen Wegfall des Verlustvortrags beim Gesellschafterwechsel, hat der auslösende Anleger diese Mehrbelastung der Beteiligungsgesellschaft zu erstatten. Der Anleger kann zur Vermeidung bzw. Reduzierung einer Doppelbesteuerung mit Gewerbe- und Einkommensteuer einen Teil der tatsächlich angefallenen Gewerbesteuer gemäß § 35 EStG pauschal auf seine individuelle Einkommensteuer anrechnen.

16. UMSATZSTEUER Die Beteiligungsgesellschaft ist aufgrund ihrer gewerblichen Tätigkeit Unternehmerin im umsatzsteuerlichen Sinne (§ 2 Abs. 1 UStG). Die Erlöse aus der Einspeisung von durch die Windenergieanlage erzeugtem Strom sind umsatzsteuerpflichtig. Der Beteiligungsgesellschaft in Rechnung gestellte Umsatzsteuer kann sie als Vorsteuer berücksichtigten, wenn ihre Ausgangsleistungen nicht den Vorsteuerabzug ausschließen (§ 15 UStG). Ändern sich die Verhältnisse der zum Vorsteuerabzug berechtigten unternehmerischen Tätigkeit (z.B. im Falle einer umsatzsteuerfreien Vermietung der Anlage statt dem selbständigen Betreiben), ist die etwaige abgezogene Vorsteuer zumindest teilweise innerhalb eines fünf- bzw. zehnjährigen Berichtigungszeitraums entsprechend § 15a UStG zu korrigieren.

17. VERMÖGENSTEUER Eine Vermögensteuer wird in Deutschland derzeit nicht erhoben.

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130 Steuerliche Grundlagen

VERÄUSSERUNGSGEWINNE

EINKOMMENSTEUER 1. STEUERBEGÜNSTIGE VERÄUSSERUNGSGEWINNE Bei den Veräußerungsvorgängen ist zu unterscheiden zwischen der Veräußerung der Windenergieanlage durch die Beteiligungsgesellschaft sowie anschließender Liquidation der Gesellschaft und der Veräußerung der Anteile an der Beteiligungsgesellschaft. Da die Beteiligungsgesellschaft als steuerlich transparent behandelt wird, unterliegt die Veräußerung eines Anteils denselben ertragsteuerlichen Folgen wie die Veräußerung der im Eigentum der Gesellschaft befindlichen Wirtschaftsgüter. Der Gewinn aus der Veräußerung sämtlicher Wirtschaftsgüter der Beteiligungsgesellschaft oder des gesamten Anteils durch den Anleger ist regelmäßig gemäß § 16 EStG in Verbindung mit § 34 EStG steuerbegünstigt (sogenannte „Fünftelregelung“). Hat der Anleger das 55. Lebensjahr vollendet oder ist er im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig, kann er auf Antrag, der nur einmal im Leben gestellt werden kann, einen Freibetrag von derzeit 45.000 Euro geltend machen. Der Freibetrag ermäßig sich um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn 136.000 Euro übersteigt, so dass ab einem (anteiligen) Veräußerungsgewinn von 181.000 Euro der Gewinn in voller Höhe zu versteuern ist (§ 16 Abs. 4 EStG).

Die Besteuerung des Veräußerungsgewinns, soweit dieser nicht auf Anteile an Kapitalgesellschaften entfällt, erfolgt grundsätzlich nach der „Fünftelregelung“. Das bedeutet, dass der Veräußerungsgewinn einer gemilderten Einkommensteuerprogression unterliegt. Insbesondere im Bereich hoher zu versteuernder Einkommen führt diese Regelung allerdings nicht zu einer wesentlichen Steuerentlastung. Auf Antrag wird der Veräußerungsgewinn ebenfalls nur einmal im Leben abweichend bis zu einem Betrag von 5 Mio. Euro mit 56 % des durchschnittlichen Steuersatzes versteuert (mindestens jedoch mit 14 %), wenn der Anleger das 55. Lebensjahr vollendet hat oder im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist (§34 Abs. 3 EStG). Demgegenüber unterliegen z.B. laufende Veräußerungsgewinne bzw. nicht gemäß § 16 EStG begünstige Betriebsveräußerungen der regulären anteiligen Besteuerung beim Anleger (siehe »Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag / Kirchensteuer«, Seite 122). Dieselben Steuerfolgen treten auch ein, wenn der Anleger nur einen Teil seines Anteils entgeltlich veräußert.

2. GEWERBESTEUER Ein eventuell anfallender Gewinn aus der Veräußerung der Windenergieanlage bzw. der Beteilgung unterliegt nur dann der Gewerbesteuer, wenn dieser auf nicht unmittelbar an der Beteiligungsgesellschaft beteiligte natürliche Anleger als Gesellschafter entfällt (§ 7 S. 2 GewStG). Entsteht der Beteiligungsgesellschaft eine gewerbesteuerliche Mehrbelastung durch die Beteiligung von nicht natürlichen Anlegern, hat der auslösende Anleger (Rechtsträger) diese Mehrbelastung der Beteiligungsgesellschaft zu erstatten.


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3. ERBSCHAFTUND SCHENKUNGSTEUER Überträgt der Anleger seinen Kommanditanteil an der Beteiligungsgesellschaft von Todes wegen (Erbschaft, Vermächtnis) oder durch Schenkung unter Lebenden, unterliegt der Erwerb der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer, da der Erblasser / Schenker annahmegemäß in Deutschland ansässig ist (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 und 2; § 2 ErbStG). Die steuerliche Bewertung der unentgeltlichen Übertragung einer unmittelbaren Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft richtet sich bei gewerblichen Gesellschaften nach dem gemeinen Wert (§ 12 Abs. 5 ErbStG in Verbindung mit § 109 BewG). Dabei kann auch das vereinfachte Ertragswertverfahren angewandt werden (§ 199ff BewG). Als Untergrenze ist jedoch stets der Substanzwert der Beteiligungsgesellschaft anzusetzen. Der Anleger kann die Steuerbegünstigung für die Übertragung von Betriebsvermögen gemäß §§ 13a, 13b und 19a ErbStG in Anspruch nehmen, wenn das inländische Betriebsvermögen der Beteiligungsgesellschaft zu nicht mehr als 50 % aus so genanntem „Verwaltungsvermögen“ besteht. Die von der Beteiligungsgesellschaft betriebene Windenergieanlage stellt kein „Verwaltungsvermögen“ i.S.d. § 13b ErbStG dar, so dass es sich grundsätzlich um begünstigtes Betriebsvermögen handelt. Bei Vorliegen bestimmter weiterer Voraussetzungen wird auf das begünstigte Betriebsvermögen ein Verschonungsabschlag von 85 % gewährt. Das restliche begünstige Betriebsvermögen i.H.v. 15 % unterliegt nach Abzug eine Betrages von

maximal 150.000 Euro der Erbschaft- / Schenkungsteuer (sogenannte „Regelverschonung“). Alternativ kann ein Verschonungsabschlag von 100 % auf das begünstigte Betriebsvermögen unwiderruflich beantragt werden, so dass sich kein erbschaft- / schenkungsteuerpflichtiges Betriebsvermögen ergibt. Allerdings setzt diese Option die Erfüllung deutlich komplexer Begünstigungsvoraussetzungen voraus (sogenannte „Verschonungsoption“). Die Gewährung der Regel- bzw. Optionsverschonung kann jedoch anteilig nachträglich wegfallen und zu einer Nachversteuerung des Erwerbs führen, wenn innerhalb von 5 Jahren bei der Regelverschonung bzw. 7 Jahre bei der Optionsverschonung gegen die Behaltensvoraussetzungen des § 13a Abs. 5 ErbStG verstoßen wird. Dabei handelt es sich vor allem um die Veräußerung des Gewerbebetriebs der Beteiligungsgesellschaft bzw. des Anteils oder um Überentnehmen aus der Gesellschaft in Höhe von insgesamt 150.000 Euro. Die Erbschaft- bzw. Schenkungsteuersätze bemessen sich nach dem Verwandtschaftsgrad zwischen Erblasser / Schenker und Erwerber (Steuerklasse) sowie nach den nach dem Verwandtschaftsgrad gestaffelten Freibeträgen. Für Übertragungen unter Ehegatten und Lebenspartnern wird insgesamt ein Freibetrag von 500.000 Euro gewährt, für Erwerbe der Kinder des Erblassers oder Schenkers jeweils 400.000 Euro und für Erwerbe von einem mit dem Erblasser oder Schenker nicht Verwandten 20.000 Euro (§ 16 ErbStG). Daneben kommen noch weitere Vergünstigungen, wie etwa ein besonderer Versorgungsfreibetrag, in Betracht (§ 17 ErbStG). Der Steuersatz ist progressiv ausgestaltet und liegt abhängig vom Verwandtschaftsgrad und von der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs zwischen 7 % und 50 % (§ 19 Abs. 1 ErbStG).

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VERBRAUCHER INFORMATIONEN FÜR FERNABSATZVERTRÄGE UND AUSSERHALB VON GESCHÄFTSRÄUMEN GESCHLOSSENE VERTRÄGE


134 Verbraucherinformationen für Fernabsatzverträge und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge

VERBRAUCHERINFORMATIONEN

Besondere Informationen gemäß § 312d Abs. 2 BGB in Verbindung mit Art. 246b des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB).

1. INFORMATIONEN ZUM VERTRAGSPARTNER (ART. 246B § 1 ABS. 1 NR. 1 BIS 4 EGBGB) Die Anleger schließen jeweils mit der Unterzeichnung der Beitrittserklärung sowie deren Annahme durch die Beteiligungsgesellschaft einen Vertrag über die unmittelbare Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft ab. Identität, Hauptgeschäftstätigkeit, Vertreter sowie ladungsfähige Anschrift der Beteiligungsgesellschaft sind den folgenden Angaben zu entnehmen.

E-Mail-Adresse info@windpark-kirchberg.de Unternehmens- Die Errichtung und der Betrieb von gegenstand: Windenergieanlagen und Windparks im Raum Kirchberg an der Jagst. Zuständige Aufsichtsbe- hörde für das Angebot von Vermögens- anlagen (§3 VermAnlG)

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Referat PRO 3 Marie-Curie-Str. 24 – 28 60439 Frankfurt am Main

2. INFORMATIONEN ZUR FINANZDIENSTLEISTUNG (ART. 246B § 1 ABS. 1 NR. 5 BIS 19 EGBGB)

1.1 BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT Firma

Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG

Sitz

Kirchberg an der Jagst

Handelsregister Amtsgericht Ulm, HRA 724021 Komplementär Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH Geschäftsadr. Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst Telefon

+49 (0) 7954 92 690 22

Fax

+49 (0) 7954 92 690 11

Der Gesellschaftsvertrag ist auf Seite 138 ff. abgedruckt. Hinsichtlich näherer Einzelheiten wird auf den Gesellschaftsvertrag verwiesen.

2.1. WESENTLICHE LEISTUNGSMERKMALE, ZUSTANDEKOMMEN DES VERTRAGES Die Anleger erwerben als Kommanditisten unternehmerische Beteiligungen an der Beteiligungsgesellschaft. Der Vertrag über die Beteiligung kommt jeweils durch Unterzeichnung der Beitrittserklärung und deren Annahme durch die Beteiligungsgesellschaft zustande. Der Zugang der Annahmeerklärung bei den Anlegern ist nicht erforderlich.


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Der Beitritt der Anleger zur Beteiligungsgesellschaft erfolgt jeweils zum 1. des Kalendermonats, der auf die Annahme der Beitrittserklärung und die vollständige Zahlung der in der Beitrittserklärung übernommenen Pflichteinlage zzgl. Agio folgt. Die Pflichteinlagen der Anleger werden zu 100 % für die Errichtung und den Betrieb von acht Windenergieanlagen in Kirchberg an der Jagst investiert. Über die Auszahlungen der Beteiligungsgesellschaft partizipieren die Anleger an den wirtschaftlichen Ergebnissen der Beteiligungsgesellschaft im Verhältnis ihrer jeweiligen Pflichteinlage zum gesamten Kommanditkapital der Beteiligungsgesellschaft.

2.2. PREIS Die Anleger haben die in ihrer Beitrittserklärung bestimmte Pflichteinlage zzgl. eines Agio in Höhe von 2 % der Pflichteinlage zu leisten. Der Mindestbetrag der jeweiligen Pflichteinlage beträgt € 50.000. Höhere Beträge müssen ohne Rest durch 10.000 teilbar sein; der Komplementär kann nach eigenem Ermessen Abweichungen hiervon zulassen.

2.3. WEITERE VOM ANLEGER ZU ZAHLENDEN KOSTEN UND STEUERN Den Anlegern können zusätzliche Kosten für den Geldverkehr (Überweisungsgebühren) entstehen. Bei verspäteter Leistung der Pflichteinlage und des Agios haben die Anleger Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten p.a. über dem Basiszinssatz (§ 247 BGB) zu zahlen. Die Anleger haben die Kosten der Beglaubigung der erforderlichen Handelsregistervollmacht zu tragen.

Den Anlegern können Verwaltungskosten (Porto, Telefonkosten, Reisekosten, Kosten für einen Bevollmächtigten oder Sachverständigen) für die Ausübung von Mitteilungspflichten oder Informations- und Kontrollrechten, für die Teilnahme an Gesellschafterversammlungen der Beteiligungsgesellschaft sowie eine eventuelle Vertretung oder für die Beschlussfassung im Wege der schriftlichen Abstimmung entstehen. Anleger haben zudem Änderungen ihrer Daten auf eigene Kosten mitzuteilen. Die Anleger haben alle durch die Verfügung über ihre Beteiligung entstehenden Kosten, insbesondere durch die Verfügung bei der Beteiligungsgesellschaft anfallende Steuern sowie Kosten für Änderungen im Handelsregister, zusammen mit dem Rechtsnachfolger als Gesamtschuldner zu tragen. Im Erbfall haben die Erben oder Vermächtnisnehmer sämtliche durch den Erbfall entstehende Kosten, insbesondere die mit dem Nachweis der Erbfolge oder des Vermächtnisses sowie mit der Bestellung eines gemeinsamen Bevollmächtigten verbundene Kosten zu tragen. Scheiden Anleger aus der Beteiligungsgesellschaft aus oder werden sie ausgeschlossen, haben sie sämtliche Kosten und Belastungen, die der Beteiligungsgesellschaft im Zusammenhang mit einem solchen Ausscheiden oder Ausschluss entstehen, insbesondere etwaige steuerliche Mehrbelastungen, zu tragen. Ausscheidende Anleger haben Anspruch auf ein Auseinandersetzungsguthaben, das vom Komplementär nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrages ermittelt wird. Sollte der Anleger der ermittelten Höhe des Abfindungsguthabens widersprechen, wird das Abfindungsguthaben von einem von der Wirtschaftsprüfungskammer Stuttgart festzulegenden Wirtschaftsprüfer verbindlich festgelegt. Die Kosten für den Wirtschaftsprüfer trägt allein der ausscheidende Anleger, es sei denn, die von dem Wirtschaftsprüfer ermittelte und festgelegte Abfindung des ausscheidenden Anlegers liegt mindestens 10 % über dem von dem Komplementär ermittelten und festgesetzten Wert.

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136 Verbraucherinformationen für Fernabsatzverträge und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge

VERBRAUCHERINFORMATIONEN

Schließlich haben die Anleger eventuell anfallende steuerliche Belastungen der Beteiligungsgesellschaft, die nicht durch den regulären Geschäftsgang der Beteiligungsgesellschaft, sondern durch den Beitritt oder das Ausscheiden der Anleger oder auf andere Art und Weise durch die Anleger verursacht werden, zu ersetzen. Gleiches gilt für die Kosten etwaig auf Wunsch eines Anlegers zu erhebender Daten und der auf Wunsch eines Anlegers erfolgenden zusätzlichen Einhaltung anderer Rechnungslegungsvorschriften als der des Handelsgesetzbuches (HGB). Einzelne Kostenpositionen können nicht quantifiziert werden. Bezüglich der weiteren steuerlichen Auswirkungen der Beteiligung wird auf das Kapitel „Steuerliche Grundlagen“ im Verkaufsprospekt (Seite 122 ff.) verwiesen.

2.4. BESONDERE RISIKEN Bei der Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung, die mit Risiken verbunden ist. In der Vergangenheit erwirtschaftete Erträge vergleichbarer Vermögensanlagen sind kein Indikator für künftige Erträge. Das maximale Risiko besteht für den Anleger im Verlust des eingesetzten Kapitals unter gleichzeitiger Verpflichtung zur Leistung weiterer Zahlungen aus seinem Privatvermögen. Dies kann zur Privatinsolvenz des Anlegers führen. Die mit der Beteiligung verbundenen Risiken werden im Einzelnen im Verkaufsprospekt (Seite 14 ff.) beschrieben.

2.5. GÜLTIGKEITSDAUER DER ZUR VERFÜGUNG GESTELLTEN INFORMATIONEN Die in diesem Verkaufsprospekt zur Verfügung gestellten Informationen, einschließlich etwaiger Prospektnachträge sind ausschließlich für die Dauer des öffentlichen Angebotes der Vermögensanlage gültig. Die Angebotsperiode ist bis zum

31. Dezember 2014 befristet. Der Komplementär der Beteiligungsgesellschaft ist jedoch berechtigt, nach freiem Ermessen die Angebotsperiode um drei Monate zu verlängern. Er ist ferner berechtigt, die Beteiligungsgesellschaft vorzeitig zu schließen, also die Angebotsperiode vorzeitig zu beenden.

2.6. ZAHLUNGSBEDINGUNGEN Die Anleger haben jeweils die Pflichteinlage und das Agio innerhalb von 14 Tagen nach Aufforderung der Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft auf ein noch gesondert mitzuteilendes Konto der Beteiligungsgesellschaft zu zahlen. Kommt ein Anleger seiner Verpflichtung zur Einzahlung der von ihm übernommenen Pflichteinlage nicht fristgemäß nach, kann die Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz gemäß § 247 BGB verlangen. Unabhängig davon ist die Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaft berechtigt, im Verzugsfall die Beteiligung des Anlegers rückabzuwickeln oder – bei unvollständiger Zahlung – die Pflichteinlage auf den gezahlten Betrag (abzgl. Agio) herabzusetzen, wenn der Anleger den Mindestbetrag in Höhe von € 50.000 bereits erbracht hat.

2.7. WIDERRUFSRECHT Sofern die Anleger Verbraucher im Sinne des § 13 BGB sind und im Wege eines außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrages im Sinne von § 312b BGB oder durch Fernabsatzvertrag im Sinne von § 312c BGB der Beteiligungsgesellschaft beitreten, steht ihnen ein gesetzliches Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 1 i.V.m §§ 355, 356 BGB zu. Die Einzelheiten hinsichtlich des Bestehens oder Nichtbestehens eines Widerrufsrechts sowie die Bedingungen, Einzelheiten der Ausübung, insbesondere Namen und Anschrift desjenigen, gegenüber dem der Widerruf zu erklären ist, und die Rechtsfolgen des Widerrufs einschließlich Infor-


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mationen über den Betrag, den der Anleger, der Verbraucher ist, im Falle des Widerrufs nach § 357a BGB für die erbrachte Leistung zu zahlen hat, ergeben sich aus der in der Beitrittserklärung abgedruckten Widerrufsbelehrung.

2.8. MINDESTLAUFZEIT DER BETEILIGUNG Die Beteiligungsgesellschaft wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Anleger können ihre Beteiligungen mit einer Frist von 18 Monaten zum Ende eines Geschäftsjahrs ordentlich kündigen, frühestens jedoch zum 31. Dezember 2035. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

2.9. VERTRAGLICHE KÜNDIGUNGSBEDINGUNGEN Die Beteiligung läuft auf unbestimmte Zeit. Die Anleger können erstmals zum 31. Dezember 2035 ihre Beteiligungen an der Beteiligungsgesellschaft mit einer Frist von 18 Monaten zum Ende des Geschäftsjahrs ordentlich kündigen. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Kündigung nur aus wichtigem Grund möglich. Die Kündigung ist schriftlich an den Komplementär der Beteiligungsgesellschaft zu richten.

2.10. RECHTSORDNUNG, GERICHTSSTAND, VERHANDLUNGSUND VERTRAGSSPRACHE

Ansonsten ist als Gerichtsstand für den Gesellschaftsvertrag der Sitz der Beteiligungsgesellschaft vereinbart. Verhandlungsund Vertragssprache ist Deutsch.

2.11. SCHLICHTUNGSVERFAHREN Bei Streitigkeiten betreffend den Fernabsatz von Finanzdienstleistungen kann der Anleger (unbeschadet des Rechtes, die Gerichte anzurufen) die bei der Deutschen Bundesbank eingerichtete Schlichtungsstelle anrufen. Die Adresse lautet: Deutsche Bundesbank -SchlichtungsstellePostfach 11 12 32 60047 Frankfurt am Main Telefon: 069 / 2388-1907 Telefax: 069 / 2388-1919 Email: schlichtungsstelle@bundesbank.de Internet: www.bundesbank.de Im Zusammenhang mit dem Fernabsatz von Finanzdienstleistungen können nur Verbraucher ein Schlichtungsverfahren beantragen. Das Schlichtungsverfahren ist kostenlos. Die Beschwerde ist schriftlich (auch per Email oder Telefax) mit einer kurzen Sachverhaltsschilderung und den gegebenenfalls erforderlichen Unterlagen einzureichen. Darüber hinaus gibt es keine besonderen Formvorschriften. Allerdings darf der Beschwerdegegenstand nicht bei Gericht anhängig, durch einen außergerichtlichen Vergleich beigelegt oder bereits Gegenstand eines Schlichtungsverfahrens gewesen sein. Gleiches gilt, wenn der Anspruch bereits verjährt ist oder ein Antrag auf Prozesskostenhilfe abgewiesen wurde.

Für vorvertragliche Schuldverhältnisse, für den Beitritt sowie die Rechtsbeziehung des Anlegers unter dem Gesellschaftsvertrag der Beteiligungsgesellschaft findet das Recht der Bundesrepublik Deutschland Anwendung.

2.12. GARANTIEFONDS ODER ANDERE ENTSCHÄDIGUNGSREGELUNGEN

Sofern der Anleger Verbraucher im Sinne von § 13 BGB ist, gelten für den Gerichtsstand die gesetzlichen Regelungen.

Garantiefonds und / oder andere Entschädigungsregelungen bestehen nicht.

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GESELLSCHAFTSVERTRAG DER WINDENERGIE KIRCHBERG/ JAGST GMBH & CO.KG


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140 Gesellschaftsvertrag der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co.KG

GESELLSCHAFTSVERTRAG DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

zwischen 1. der Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH mit dem Sitz in Kirchberg an der Jagst - vertreten durch die alleinvertretungsberechtigten und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreiten Geschäftsführer Ralf Stier und Georg Persigehl -

§ 2 - GEGENSTAND DES UNTERNEHMENS 1. Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen und Windparks im Raum Kirchberg an der Jagst. Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar oder mittelbar diesem Gegenstand dienen oder ihn fördern.

- „Komplementär“ und 2. Sonnenenergie Kirchberg GmbH mit dem Sitz in Kirchberg an der Jagst - vertreten durch den alleinvertretungsberechtigten und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreiten Geschäftsführer Siegfried Thurau - „Gründungskommanditist“ wird folgender Kommanditgesellschaftsvertrag

2. Die Gesellschaft tätigt ihre Investitionen nach dem als Anlage 1* beigefügten Investitions- und Finanzierungsplan.

§ 3 - GESELLSCHAFTER, ANLEGERBEITRITT, PFLICHTEINLAGEN 1. Persönlich haftender Gesellschafter ist die Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH (Komplementär). Sein Gesellschaftsbeitrag besteht in der Geschäftsführung für die Gesellschaft und in der Übernahme der persönlichen Haftung. Der Komplementär ist am Vermögen und Ergebnis der Gesellschaft nicht beteiligt. 2. Als beschränkt haftende Gesellschafter (Kommanditisten) sind beteiligt:

geschlossen:

I. GRUNDLAGEN § 1 - FIRMA UND SITZ 1. Die Firma der Gesellschaft lautet: Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG. 2. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Kirchberg an der Jagst.

a. Sonnenenergie Kirchberg GmbH (Gründungskommanditist) mit einem Kommanditanteil von € 1.000 b. Weitere Kommanditisten, die der Gesellschaft gem. den Absätzen 4 bis 6 beitreten. 3. Die Kommanditanteile sind fest und können nur durch Änderung des Gesellschaftsvertrages geändert werden. Die Kommanditanteile sind maßgebend für die Stimmrechte, die Beteiligung an Gewinn und Verlust, den stillen Reserven und das Auseinandersetzungsguthaben. *In diesem Prospekt auf Seite 60 ff.


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4. Kapitalanleger („Anleger“) können als Kommanditisten bis zum Erreichen eines Kommanditkapitals von € 12,5 Mio. („Zielkapital“) der Gesellschaft beitreten. Der Mindestbetrag der jeweiligen Kommanditeinlage (Pflichteinlage) beträgt € 50.000. Höhere Beträge müssen ohne Rest durch 10.000 teilbar sein; der Komplementär kann nach eigenem Ermessen Abweichungen hiervon zulassen. Die Beteiligung eines Kommanditisten darf höchstens € 3,75 Mio. (Pflichteinlage) betragen. Zuzüglich zur Pflichteinlage hat jeder Anleger ein Aufgeld („Agio“) in Höhe von 2 % seiner Pflichteinlage zu entrichten. Jeder Anleger unterbreitet durch Unterzeichnung einer Beitrittserklärung sein Angebot („Beitrittsangebot“), sich in Höhe der darin bestimmten Pflichteinlage an der Gesellschaft zu beteiligen. Die auf diesem Wege abgegebenen Beitrittsangebote der Anleger werden durch den Komplementär angenommen. Der Komplementär ist nicht zur Annahme der Beitrittsangebote verpflichtet. Die Anleger verzichten auf den Zugang der Annahmeerklärung. Der Komplementär wird die Anleger jedoch schriftlich über die Annahme informieren. Die Abgabe von Beitrittsangeboten der Anleger ist bis zum 31. Dezember 2014 befristet („Angebotsperiode“). Der Komplementär ist jedoch berechtigt, nach freiem Ermessen die Angebotsperiode um drei Monate zu verlängern. Er ist ferner berechtigt, die Gesellschaft vorzeitig zu schließen, also die Angebotsperiode vorzeitig zu beenden. Des Weiteren ist der Komplementär berechtigt, das Zielkapital der Gesellschaft herabzusetzen, wenn dieses – bspw. wegen Versagung der behördlichen Genehmigung einer oder mehrerer Windenergieanlage(n) – nicht in der in Satz 1 bezifferten Höhe benötigt wird. 5. Die Anleger erbringen ihre Pflichteinlagen durch Bareinzahlung auf ein Konto der Gesellschaft nach Maßgabe der Beitrittserklärung. Leistet ein Anleger seine Pflichteinlage und das Agio nicht oder nicht vollständig bei Fälligkeit, kann die Gesellschaft von ihm Zahlung von Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz gemäß § 247 BGB verlangen, ohne dass es hierzu einer Mahnung

bedarf. Unabhängig davon ist der Komplementär berechtigt, im Verzugsfall den Rücktritt vom Beitrittsvertrag zu erklären oder die Beteiligung des Anlegers auf den Betrag der teilweise geleisteten Pflichteinlage (ohne Agio) herabzusetzen, wenn der Anleger den Mindestbetrag in Höhe von € 50.000 bereits erbracht hat. 6. Der Beitritt der Anleger zur Gesellschaft erfolgt jeweils zum 1. des Kalendermonats, der auf die Annahme der Beitrittserklärung und die vollständige Zahlung der in der Beitrittserklärung übernommenen Pflichteinlage zzgl. Agio folgt. Für die Zeit zwischen dem Beitritt zur Gesellschaft und der Eintragung im Handelsregister als Kommanditist ist der Anleger atypisch still beteiligter Gesellschafter. Die Regelungen dieses Gesellschaftsvertrages gelten in dieser Zeit entsprechend. 7. Die Anleger haben auf eigene Kosten eine notariell beglaubigte, unwiderrufliche und über den Tod hinaus geltende Vollmacht zu übergeben, die zu allen die Gesellschaft und ihre Gesellschafterstellung betreffenden Anmeldungen zum Handelsregister durch den Komplementär berechtigt. Der Komplementär ist berechtigt, einen Anleger aus der Gesellschaft auszuschließen, wenn der Anleger seine Handelsregistervollmacht nicht innerhalb einer Frist von acht Wochen nach Erhalt des Informationsschreibens über die Annahme des Beitrittsangebotes übergibt. Der Komplementär ist berechtigt, die Verwendung des als Anlage 2 beigefügten Vollmachtmusters zu verlangen. 8. Die Kommanditisten sind mit Haftsummen in Höhe von 10 % ihrer jeweiligen Pflichteinlage im Handelsregister einzutragen. 9. Der Anspruch der Gesellschaft gegen einen Anleger auf Leistung der Pflichteinlage erlischt, sobald er seine Pflichteinlage erbracht hat. Die Anleger sind nicht verpflichtet, entstandene Verluste auszugleichen. Eine Nachschusspflicht ist ausgeschlossen. Die Gesellschafter sind auch dann nicht zu Nachschüssen verpflichtet, wenn sie Liquiditätsüberschüsse

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142 Gesellschaftsvertrag der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co.KG

GESELLSCHAFTSVERTRAG DER BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT

entnehmen, obwohl der Stand ihrer Kapitalkonten durch Verluste der Gesellschaft unter den Betrag ihrer jeweiligen Pflichteinlage sinkt. Dies gilt auch im Falle der Liquidation der Gesellschaft. 10. Eine direkte oder indirekte Beteiligung von Staatsangehörigen der USA, Kanada, Australien oder Japan bzw. von Personen, die über einen ähnlichen Status verfügen („z.B. Green Card“), Gebietsansässigen mit Wohnsitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan oder Personen, die die Beteiligung für eine Vermögensmasse mit Sitz in den USA, Kanada, Australien oder Japan eingehen wollen, sowie das Angebot dieser Beteiligung in den vorgenannten Ländern ist ausgeschlossen. Ein gemeinschaftlicher Beitritt von Ehegatten ist ebenfalls ausgeschlossen.

§ 3A - HAFTUNG 1. Der Komplementär haftet der Gesellschaft und den Gesellschaftern für seine Handlungen im Rahmen der Geschäftsführung nur, soweit ihm oder seinen Erfüllungsgehilfen Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt wird. 2. Die Kommanditisten haften gegenüber Gläubigern der Gesellschaft bis zur Höhe ihrer im Handelsregister eingetragenen Haftsumme. Die Haftung ist ausgeschlossen, sofern und soweit die Haftsumme an die Gesellschaft geleistet und nicht zurückgezahlt worden ist. Eine Rückzahlung liegt auch dann vor, wenn der Kommanditist von der Gesellschaft Auszahlungen erhält, ohne dass dem ein entsprechender Gewinnanteil gegenübersteht. 3. Schadenersatzansprüche gegen den Komplementär oder gegen einen Kommanditisten – gleich aus welchem Rechtsgrund – verjähren innerhalb von drei Jahren nach Vornahme oder Unterlassung der zum Schadenersatz verpflichtenden Handlung, soweit die Ansprüche nicht kraft Gesetzes einer

kürzeren Verjährung unterliegen. Die Ansprüche verjähren nach Ablauf eines Jahres nach Erörterung des haftungsbegründenden Sachverhalts in der Gesellschafterversammlung, wenn die Erörterung den Gesellschaftern mit der Einladung zur Gesellschafterversammlung form- und fristgemäß mitgeteilt worden ist.

II. ORGANE § 4 - GESCHÄFTSFÜHRUNG UND VERTRETUNG 1. Der Komplementär ist stets zur alleinigen Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft berechtigt und verpflichtet. Er führt die Geschäfte der Gesellschaft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns. 2. Der Komplementär sowie seine Organe sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. 3. Die Geschäftsführungsbefugnis erstreckt sich auf alle Handlungen, die der gewöhnliche Geschäftsverkehr mit sich bringt. Für alle darüber hinausgehenden Geschäfte ist die Zustimmung der Gesellschafterversammlung erforderlich. 4. Die Gesellschafter können die Geschäftsführung nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen diesen Gesellschaftsvertrag durch Beschluss abberufen.

§ 5 - VERWALTUNGSRECHTE DER KOMMANDITISTEN 1. Die Kommanditisten sind von der Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft ausgeschlossen. Das Recht eines Kommanditisten, der gleichzeitig zum Geschäftsführer


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des Komplementärs bestellt ist, zur Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft in dieser Eigenschaft bleibt von vorstehender Bestimmung unberührt. 2. Die Kommanditisten können die Informations- und Kontrollrechte nach §§ 164, 166 Handelsgesetzbuch (HGB) auf eigene Kosten persönlich oder durch einen berufsmäßig zur Verschwiegenheit verpflichteten Vertreter ausüben. Das Widerspruchsrecht gem. § 164 S. 1 Hs. 2 HGB steht den Kommanditisten nicht zu. An seine Stelle tritt das Recht, über diejenigen Geschäftsführungsmaßnahmen zu beschließen, die der Zustimmung der Gesellschafterversammlung bedürfen.

§ 6 - GESELLSCHAFTERVERSAMMLUNG 1. Die Gesellschafterversammlung in Form einer Präsenzversammlung findet an einem von dem Komplementär nach eigenem Ermessen festzulegenden Versammlungsort, der grundsätzlich im Landkreis Schwäbisch Hall liegen soll, statt. 2. Eine Gesellschafterversammlung ist von dem Komplementär auch einzuberufen, wenn er es für erforderlich hält, wenn Beschlussgegenstände anstehen, die der Gesellschafterversammlung vorbehalten sind oder wenn Kommanditisten, die zusammen mehr als 35 % der Kommanditanteile halten, schriftlich die Abhaltung einer Gesellschafterversammlung verlangen. Kommt der Komplementär diesem Einberufungsverlangen nicht nach, so können die betreffenden Gesellschafter die Einberufung unter Einhaltung der in Abs. 3 genannten Formvorschriften selbst vornehmen. 3. Die Einberufung hat durch den Komplementär in Textform (§ 126 b BGB) mit einer Frist von zwei Wochen ab Absendung unter Mitteilung der Tagesordnung zu erfolgen. Der Tag der Absendung und der Tag der Versammlung werden hierbei nicht mitgerechnet. Eine nicht ordnungsgemäß einberufene Gesellschafterversammlung kann Beschlüsse nur fassen, wenn

sämtliche Gesellschafter anwesend oder vertreten sind und keine Widersprüche gegen die Beschlussfassung erhoben werden. Das Gleiche gilt für Beschlüsse, die Punkte betreffen, die nicht in der Tagesordnung angegeben sind. 4. Die Gesellschafterversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens 40 % der auf alle Gesellschafter entfallenden Stimmen vertreten sind. Fehlt es daran, so ist innerhalb von zwei Wochen eine neue Versammlung mit gleicher Tagesordnung einzuberufen, die unabhängig von der Zahl der vertretenen Stimmen beschlussfähig ist. In der Einladung ist auf diesen Umstand hinzuweisen. 5. Die Gesellschafterversammlung wird durch den Geschäftsführer des Komplementärs geleitet, sofern nicht die Gesellschafterversammlung mit einfacher Mehrheit einen anderen Versammlungsleiter wählt. 6. Jeder Gesellschafter kann sich in der Gesellschafterversammlung durch eine Person seiner Wahl vertreten lassen. Die Vertretungsbefugnis ist durch schriftliche Vollmacht nachzuweisen. Die Vollmacht kann nicht auf einzelne Tagesordnungspunkte beschränkt werden. Auch sonstige Beschränkungen und Bedingungen sind unzulässig. 7. Über die Ergebnisse der Gesellschafterversammlung ist ein schriftliches Protokoll anzufertigen, das der Versammlungsleiter zu unterzeichnen hat. Der Komplementär hat jedem Kommanditisten innerhalb von sechs Wochen nach der Gesellschafterversammlung eine Kopie des Protokolls zuzusenden. 8. Die Kosten für die Teilnahme an einer Gesellschafterversammlung und für eine eventuelle Vertretung trägt jeder Gesellschafter selbst.

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§ 6A - SCHRIFTLICHE ABSTIMMUNG

§ 7- GESELLSCHAFTERBESCHLÜSSE

1. Im Falle der schriftlichen Abstimmung bestimmt der Komplementär den letzten Abstimmungstag, der nicht vor Ablauf von zwei Wochen nach Absendung der Beschlussfassungsunterlagen an die Kommanditisten liegen darf. In dringenden Fällen kann die Frist auf mindestens eine Woche verkürzt werden, wobei die Übersendung der Beschlussfassungsunterlagen in diesem Fall per Telefax bzw. Boten zu erfolgen hat. Die Versendung der Beschlussfassungsunterlagen ist ordnungsgemäß erfolgt, wenn sie an die von dem Kommanditisten der Gesellschaft zuletzt schriftlich mitgeteilte Adresse gerichtet wurde und sämtliche Abstimmungspunkte, eine Stellungnahme des Komplementärs, die Mitteilung des Abstimmungsverfahrens, die Angabe des letzten Abstimmungstages sowie die Zahl der Stimmen des auf den Kommanditisten entfallenden Gesellschaftsanteils enthält.

1. Die Gesellschafter fassen ihre Beschlüsse im Wege der Gesellschafterversammlung nach Maßgabe des § 6 oder im Wege der schriftlichen Abstimmung nach Maßgabe des § 6a. Es ist Sache des Komplementärs, nach freiem Ermessen zu entscheiden, ob er eine Gesellschafterversammlung einberuft oder eine schriftliche Abstimmung durchführt.

2. Die Beschlussfähigkeit im schriftlichen Abstimmungsverfahren ist gegeben, wenn mindestens 40 % der auf alle Gesellschafter entfallenden Stimmen an der Abstimmung teilnehmen. Fehlt es daran, so ist innerhalb von zwei Wochen eine neue schriftliche Abstimmung über dieselben Abstimmungspunkte durchzuführen, die unabhängig von der Höhe der Beteiligung beschlussfähig ist. In der Einladung ist auf diesen Umstand hinzuweisen. 3. Den Kommanditisten wird das Ergebnis der Beschlussfassung von dem Komplementär innerhalb von drei Wochen nach der Abstimmung schriftlich mitgeteilt, ohne dass dies Wirksamkeitsvoraussetzung ist.

2. Die Stimmen der Gesellschafter richten sich nach der Höhe der eingezahlten Pflichteinlagen. Je € 10.000 eines Kommanditanteils (Kapitalkonto I) gewähren eine Stimme. Enthaltungen werden bei den Abstimmungen nicht mitgezählt. Im Falle der Stimmengleichheit oder bei Beschlussfassungen, die der Einstimmigkeit bedürfen, hat der Komplementär eine Stimme. 3. Die Gesellschafter fassen folgende Beschlüsse mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen: a. nicht zum gewöhnlichen Geschäftsbetrieb der Gesellschaft gehörende Rechtsgeschäfte und Maßnahmen (§ 4 Abs. 3 Satz 2); b. die Feststellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft für das vorangegangene Geschäftsjahr (§ 8 Abs. 5); c. die Wahl eines Abschlussprüfers für das laufende Geschäftsjahr (§ 8 Abs. 4); d. die Entlastung der Geschäftsführung; e. die Kreditaufnahme außerhalb des Investitions- und Finanzierungsplans der Gesellschaft; f. die Übernahme von Bürgschaften oder Garantien für Verbindlichkeiten Dritter;


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g. der Abschluss von Verträgen mit einem Gesamtwert von mehr als € 350.000 (Euro dreihundertfünfzigtausend) zzgl. gesetzlicher USt. p.a.; h. Entnahmen (§ 12 Abs. 2) und Zuführungen zur Rücklage;

6. Der Komplementär ist befugt, im Rahmen der im Investitionsund Finanzierungsplan vorgesehenen Vergütungen Verträge abzuschließen und bei Bedarf Nachträge zu diesen Verträgen zu vereinbaren. Ggf. abweichend von Abs. 3 bedarf der Komplementär hierzu keiner weiteren Zustimmung der Gesellschafter.

i. die Abberufung der Geschäftsführung der Gesellschaft (§ 4 Abs. 4) sowie die Wahl einer neuen Geschäftsführung;

III. VERMÖGENSVERFASSUNG

j. rechtsgeschäftliche Verfügungen des persönlich haftenden Gesellschafters über seine Anteile an der Gesellschaft (§ 13 Abs. 7);

§ 8 - GESCHÄFTSJAHR, JAHRESBERICHT

k. der Ausschluss von Gesellschaftern (§ 15 Abs. 1);

1. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr ist ein Rumpfgeschäftsjahr.

l. sonstige Beschlüsse, sofern in diesem Gesellschaftsvertrag nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist. 4. Die Gesellschafter fassen folgende Beschlüsse mit einer Mehrheit von 75 % der abgegebenen Stimmen: a. die Änderung des Gesellschaftsvertrages; b. Verfügungen über die von der Gesellschaft erworbenen Windenergieanlagen; c. die Auflösung der Gesellschaft (§ 19 Abs. 1). 5. In Eilfällen, in denen die vorherige Zustimmung der Gesellschafter zu einer Maßnahme gem. Abs. 3 nicht kurzfristig eingeholt werden kann, die Maßnahme aber unbedingt notwendig ist, weil den Gesellschaftern und/oder der Gesellschaft bei Zuwarten ein erheblicher Schaden droht und/oder die Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Verwaltung nicht mehr gewährleistet ist, darf der Komplementär ohne die Zustimmung der Gesellschafter handeln. Der Komplementär hat in Fällen nach vorstehendem Satz 1 die Gesellschafter in einer angemessenen Frist über die vorgenommenen Handlungen und den Grund der Eilbedürftigkeit zu unterrichten.

2. Der Komplementär hat nach dem Ende des Geschäftsjahres für das betreffende Jahr gem. § 23 und § 24 VermAnlG einen Jahresbericht der Gesellschaft zu erstellen und spätestens sechs Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers einzureichen und bekannt zu machen. Allen Gesellschaftern ist innerhalb dieser Frist auf Anforderung eine Abschrift des Jahresberichts zuzuleiten. 3. Der Jahresabschluss ist nach handelsrechtlichen Vorschriften und den Vorschriften des Gesellschaftsvertrages unter Berücksichtigung steuerrechtlicher Bilanzansätze, soweit dies handelsrechtlich zulässig ist, zu erstellen. Änderungen, die sich insbesondere im Zuge einer steuerlichen Betriebsprüfung ergeben können, werden im Jahr der Feststellung in der Handelsbilanz berücksichtigt, soweit dies handelsrechtlich zulässig ist. Der Komplementär erstellt auch die steuerlichen Sonder- oder Ergänzungsbilanzen; der betreffende Gesellschafter ist verpflichtet, dem Komplementär hierzu notwendige Informationen rechtzeitig und vollständig zu erteilen.

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4. Der Jahresbericht, der aus dem Jahresabschluss und dem Lagebericht der Gesellschaft besteht, ist durch einen Abschlussprüfer gem. § 23 Abs. 2 i.V.m. § 24 und § 25 VermAnlG zu prüfen.

manditisten in diese Kapitalrücklage gebucht. Es dient u.a. zur Begleichung anteiliger Kapitalbeschaffungskosten und kann gelöscht werden, soweit das handelsrechtlich zulässig ist. 2. Die Kapitalkonten sind unverzinslich.

5. Die Feststellung des Jahresberichtes obliegt den Gesellschaftern. Zur Vorbereitung des Feststellungsbeschlusses ist der Jahresbericht nach der Prüfung gem. Abs. 4 in angemessener Frist vor der Beschlussfassung den Gesellschaftern zuzuleiten. Der Jahresbericht muss spätestens mit der Einladung zur Gesellschafterversammlung übersendet werden, wenn auf der Gesellschafterversammlung über die Feststellung entschieden werden soll. 6. Einwendungen gegen den Jahresbericht können nur innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme vom Feststellungsbeschluss geltend gemacht werden.

§ 9 - GESELLSCHAFTERKONTEN 1. Für jeden Kommanditisten werden folgende Konten geführt: a. Kapitalkonto I: Auf diesem festen Konto werden die Pflichteinlagen gebucht. b. Kapitalkonto II: Auf diesem Konto werden die Anteile eines jeden Kommanditisten am Gewinn und Verlust der Gesellschaft gebucht. c. Kapitalkonto III: Auf diesem Konto werden die entnahmefähigen Gewinnanteile, Gewinnausschüttungen und sonstigen Entnahmen sowie übriger Zahlungsverkehr des Kommanditisten mit der Gesellschaft gebucht. d. Kapitalkonto IV: Auf diesem Konto werden das gezahlte Agio sowie sonstige beschlossene Einlagen eines jeden Kom-

§ 10 - VERGÜTUNG, AUFWENDUNGSERSATZ 1. Für die Übernahme der persönlichen Haftung für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft erhält der Komplementär von der Gesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von € 1.250. Die Vergütung wird zum 31. Dezember eines Kalenderjahres fällig. 2. Für die Übernahme der Geschäftsführung und die damit verbundene Betriebsführung der Windenergieanlagen der Gesellschaft erhält der Komplementär von der Gesellschaft eine jährliche Vergütung in Höhe von 3,55 % vom Nettoumsatz aus dem Betrieb der Windenergieanlagen, mindestens jedoch € 150.000 p.a. Sollten weniger als acht Windenergieanlagen errichtet werden und sich dadurch der durchschnittliche Windertrag pro Windenergieanlage gegenüber dem angenommenen durchschnittlichen Windertrag pro Windenergieanlage von jährlich 6,1 Mio. kWh erhöhen, so hat der Komplementär das Recht, seinen Vergütunganteil vom Nettoumsatz im gleichen Verhältnis zu erhöhen. Zugleich verringert sich bei weniger als acht Windenergieanlagen der Mindestbetrag der Vergütung um € 20.000 für jede nicht errichtete Windenergieanlage. Die Geschäftsführungsvergütung erhöht sich jährlich um 2 % gegenüber der Vorjahresvergütung. Sie ist anteilig zum Ende eines jeden Kalenderquartals fällig. 3. Ab einer jährlichen Netto-Stromproduktion von durchschnittlich mehr als 6,1 Mio. kWh je Windenergieanlage erhält der Komplementär eine Bonuszahlung in Höhe von € 15


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für jede zusätzlich eingespeiste MWh. Die Bonuszahlung wird zum 15. Februar des Folgejahres fällig. 4. Liegen die tatsächlichen Kosten in einem Geschäftsjahr unter den im Finanzmodell prognostizierten Kosten, so stehen dem Komplementär anteilig 25 % der realisierten Kosteneinsparungen zu. Die Auszahlung erfolgt im Rahmen der jährlichen Bonuszahlung bis 15. Februar des Folgejahres. 5. Alle vorgenannten Vergütungen verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer in jeweils gesetzlicher Höhe. Die Fälligkeit steht jeweils unter dem Vorbehalt ausreichender freier Liquidität der Gesellschaft. 6. Über seine Vergütung hinaus sind dem Komplementär alle Aufwendungen, die ihm aus der Geschäftsführung der Gesellschaft erwachsen, zu erstatten, mit Ausnahme der Steuern (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer). 7. Die in dieser Vertragsbestimmung geregelten Vergütungen und Kostenerstattungen gelten im Innenverhältnis als Aufwand der Gesellschaft, d.h. sie sind unabhängig von einem Gewinn oder Verlust der Gesellschaft zu zahlen.

§ 11 - GEWINNUND VERLUSTVERTEILUNG 1. Die Kommanditisten sind am Ergebnis der Gesellschaft im Verhältnis ihrer eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) zu allen eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres beteiligt. Treten Kommanditisten unterjährig bei oder erhöhen sie unterjährig ihre Pflichteinlage, nehmen sie am Ergebnis jeweils zum 1. des Kalendermonats, der auf die vollständige Einzahlung ihrer Pflichteinlage zzgl. Agio bzw. ihres Erhöhungsbetrags folgt, teil. 2. Für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 wird das jeweilige

Ergebnis für steuerliche Zwecke abweichend vom allgemeinen Verteilungsschlüssel gem. Abs. 1 allen Kommanditisten unabhängig vom Zeitpunkt ihres Beitritts zur Gesellschaft so verteilt, dass die Kapitalkonten - soweit gesetzlich zulässig - zum Ende des Geschäftsjahres gleichmäßig belastet sind (Gleichverteilungsklausel). 3. Verluste werden den Kommanditisten auch insoweit zugewiesen, als sie deren Einlagen übersteigen. Die Vorschriften über die beschränkte Haftung der Kommanditisten (§ 3a Abs. 2) bleiben unberührt.

§ 12 - ENTNAHMEN 1. Der Komplementär ist berechtigt, die für die Geschäftsführung entstandenen Aufwendungen sowie die Haftungsvergütung zu entnehmen (vgl. § 10). 2. Für die Beteiligung des einzelnen Kommanditisten an Auszahlungen gilt § 11 Abs. 1 bzw. Abs. 3 entsprechend. 3. Vorbehaltlich der Bildung einer von dem Komplementär als angemessen erachteten Liquiditätsreserve zur Sicherung der Geschäftstätigkeit, können Geldüberschüsse von Kommanditisten entnommen werden. Die Entnahmen der Kommanditisten bedürfen in jedem Fall eines Beschlusses der Gesellschafter sowie der Zustimmung der Geschäftsführung. Soweit Entnahmen beschlossen werden, kann die Auszahlung nur einheitlich für alle Kommanditisten und lediglich in dem Verhältnis erfolgen, wie es der Gewinnverteilung entspricht. 4. Eine beschlossene Auszahlung ist nur zulässig, wenn die Entnahme aus dem die Haftsumme (§ 3 Abs. 8) übersteigenden Kapital eines Kommanditisten gem. § 9 erfolgt. 5. Der Komplementär ist berechtigt, Auszahlungsansprüche der Kommanditisten mit Ansprüchen der Gesellschaft gegen die betreffenden Kommanditisten zu verrechnen.

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IV. GESELLSCHAFTSANTEILE § 13 - VERFÜGUNG ÜBER GESELLSCHAFTSANTEILE 1. Rechtsgeschäftliche Verfügungen der Kommanditisten jeder Art über den Gesellschaftsanteil (z.B. Abtretung, Verpfändung oder Nießbrauchsbestellung) bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Komplementärs, soweit in diesem § 13 nichts anderes bestimmt ist. 2. Jeder Kommanditist ist berechtigt, ohne Zustimmung des Komplementärs seinen Kommanditanteil ganz oder teilweise auf Mitgesellschafter, seinen Ehegatten oder seine direkten Abkömmlinge zu übertragen. § 3 Abs. 10 bleibt unberührt. 3. Wenn und soweit ein Anleger die Veräußerung seiner Beteiligung an einen Dritten beabsichtigt, hat er zunächst die Beteiligung dem Gründungskommanditisten zum Erwerb anzubieten. Dem Angebot ist ein schriftliches und verbindliches Kaufangebot des Dritten beizufügen. Der Gründungskommanditist ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Beteiligung zu diesem Kaufpreis vom Anleger zu erwerben oder einen Dritten zu benennen, der das Vorkaufsrecht ausüben kann. Wenn und soweit der Gründungskommanditist oder ein von ihm benannter Dritter von diesem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch macht, hat er dies dem verkaufswilligen Anleger innerhalb von vier Wochen ab Vorlage des Verkaufsangebots schriftlich mitzuteilen. Der Anleger darf in diesem Fall seine Beteiligung an einen Dritten maximal zu dem dem Gründungskommanditisten vorgelegten Verkaufsangebot veräußern. 4. Die Verfügung über einen Teil der Beteiligung ist nur dann zulässig, wenn durch die Verfügung keine unter dem Mindest-

betrag gem. § 3 Abs. 4 Satz 2 liegenden Beteiligungen entstehen und die entstehenden Beteiligungsbeträge ohne Rest durch 10.000 teilbar sind. 5. Bei einer Übertragung der Kommanditbeteiligung auf einen anderen, hat der Rechtsnachfolger in entsprechender Anwendung von § 3 Abs. 7 dem Komplementär auf eigene Kosten eine unwiderrufliche und über den Tod hinaus gültige Handelsregistervollmacht zu übergeben. 6. Sämtliche im Zusammenhang mit der Verfügung über die Beteiligung an der Gesellschaft entstehenden Kosten, insbesondere durch die Verfügung bei der Gesellschaft anfallende Steuern sowie Kosten für Änderungen im Handelsregister, tragen der verfügende Kommanditist und sein Rechtsnachfolger als Gesamtschuldner. 7. Rechtsgeschäftliche Verfügungen des Komplementärs bedürfen eines zustimmenden Gesellschafterbeschlusses. 8. Jeder Kommanditist kann seine Beteiligung an der Gesellschaft nur mit Wirkung zum 01.01. eines Kalenderjahres übertragen; das heißt, dass der alte Kommanditist mit Ablauf des 31.12. ausscheidet und der neue Kommanditist mit Beginn des 01.01. in die Gesellschaft eintritt.

§ 14 - VERERBUNG VON GESELLSCHAFTSANTEILEN 1. Durch den Tod eines Kommanditisten wird die Gesellschaft nicht aufgelöst. 2. Nachfolger des Verstorbenen werden dessen Erben oder Vermächtnisnehmer. Die Erben oder Vermächtnisnehmer eines Kommanditisten haben sich gegenüber dem Komplementär durch Vorlage von diesem geeignet erscheinenden Dokumenten,


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einschließlich insbesondere eines Erbscheins zu legitimieren. Mehrere Erben oder Vermächtnisnehmer haben zur Wahrnehmung ihrer Rechte aus der Beteiligung einen gemeinsamen Bevollmächtigten zu bestellen. Bis zur Benennung des Bevollmächtigten ruhen die Rechte aus der Beteiligung. Der Komplementär ist bis zur Bestellung des Bevollmächtigten berechtigt, Zustellungen an jeden betroffenen Rechtsnachfolger mit Wirkung für und gegen die anderen betroffenen Rechtsnachfolger vorzunehmen und Auszahlungen auf die von dem verstorbenen Kommanditisten angegebenen Konten zu leisten. 3. In entsprechender Anwendung von § 3 Abs. 7 sind die Erben oder Vermächtnisnehmer verpflichtet, dem Komplementär auf eigene Kosten eine unwiderrufliche und über den Tod hinaus gültige Handelsregistervollmacht zu übergeben. 4. Sämtliche durch den Erbfall entstehenden Kosten, insbesondere die mit dem Nachweis der Erbfolge oder des Vermächtnisses sowie mit der Bestellung eines gemeinsamen Bevollmächtigten verbundenen Kosten tragen die Erben oder Vermächtnisnehmer. 5. Eine Erbauseinandersetzung kann bzgl. der Beteiligung nur dann erfolgen, wenn dadurch keine unter dem Mindestbetrag gem. § 3 Abs. 4 Satz 2 liegenden Beteiligungen entstehen und die entstehenden Beteiligungsbeträge ohne Rest durch 10.000 teilbar sind.

§ 15 - AUSSCHLUSS VON GESELLSCHAFTERN, AUSSCHEIDEN IN BESONDEREN FÄLLEN 1. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung kann ein Gesellschafter aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wenn in der Person des Gesellschafters ein wichtiger Grund

vorliegt, insbesondere weil er seine Verpflichtungen aus diesem Vertrag in grobem Maß verletzt. 2. Ein Gesellschafter scheidet ohne weiteres aus der Gesellschaft aus: a. mit Rechtskraft des Beschlusses, durch den über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse die Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgelehnt wird; b. wenn ein Privatgläubiger in seinen Gesellschaftsanteil und/ oder damit verbundene Rechte vollstreckt und die Maßnahme nicht innerhalb von drei Monaten aufgehoben wird; c. wenn die Beteiligung des Gesellschafters gem. § 3 Abs. 10 ausgeschlossen ist mit dem Eintritt der Gründe, die seine Beteiligung ausschließen. 3. Der betroffene Gesellschafter hat bei den Abstimmungen gem. Abs. 1 kein Stimmrecht. 4. Sämtliche Kosten und Belastungen, die der Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Ausschluss bzw. Ausscheiden im Sinne dieses § 15 entstehen, insbesondere etwaige steuerliche Mehrbelastungen, trägt der ausscheidende Gesellschafter. 5. Der Komplementär scheidet erst dann aus der Gesellschaft aus, wenn ein neuer persönlich haftender Gesellschafter in die Gesellschaft aufgenommen oder aus der Mitte der Gesellschafter ein neuer persönlich haftender Gesellschafter bestimmt wurde.

§ 16 - ABFINDUNGSGUTHABEN 1. Scheidet ein Kommanditist aus der Gesellschaft aus, hat er einen Anspruch auf ein Abfindungsguthaben in Geld. Die Abfindung entspricht vorbehaltlich der nachstehenden Absätze

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dem Anteil des ausscheidenden Kommanditisten am Verkehrswert der Gesellschaft zum Zeitpunkt seines Ausscheidens, ermittelt nach der Quote seiner eingezahlten Pflichteinlage (ohne Agio) an allen eingezahlten Pflichteinlagen (ohne Agio) abzüglich der durch sein Ausscheiden bedingten Kosten und Ausgaben sowie eventueller steuerlicher Mehrbelastungen. 2. Der Verkehrswert der Beteiligung eines ausscheidenden Kommanditisten an der Gesellschaft wird durch den Komplementär ermittelt und festgesetzt. Maßgeblich ist der Wert der Beteiligung zum Zeitpunkt des Ausscheidens. Scheidet der Kommanditist zum Bilanzstichtag (31. Dezember) aus, ist der Verkehrswert zu diesem Stichtag maßgeblich. Bei einem unterjährigen Ausscheiden ist der Bilanzstichtag des jeweiligen Vorjahres maßgebend für den Verkehrswert. 3. Bei der Ermittlung und Festsetzung des Verkehrswertes der Beteiligung sind grundsätzlich die Bilanzansätze in dem handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft für das laufende Geschäftsjahr maßgeblich. Bei der Ermittlung des Verkehrswertes des Anlagevermögens der Gesellschaft sind dabei insbesondere die Ertragsaussichten der Windenergieanlagen zu berücksichtigen. Ein Geschäftswert wird nicht angesetzt. Das Ergebnis schwebender Geschäfte wird nicht berücksichtigt. Beim unterjährigen Ausscheiden des Kommanditisten nimmt er am Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres des Austritts anteilig teil. 4. Scheidet ein Kommanditist aus den in § 15 Abs. 1 oder Abs. 2 geregelten Gründen aus, beschränkt sich sein tatsächlicher Abfindungsanspruch auf 90 % des gem. Abs. 1 bis Abs. 3 ermittelten Abfindungsanspruchs. 5. Die dem ausscheidenden Kommanditisten auszuzahlende Abfindung entspricht dem gem. den Abs. 1 bis 4 ermittelten Abfindungsanspruch abzüglich der durch sein Ausscheiden bedingten Kosten und Ausgaben sowie eventueller ausgelöster steuerlicher Mehrbelastungen (§ 15 Abs. 4 und § 20 Abs. 2).

6. Sofern der ausscheidende Kommanditist der von dem Komplementär angesetzten Höhe der Abfindung widerspricht, wird der Verkehrswert der Beteiligung und das ihm zustehende Abfindungsguthaben von einem von der Wirtschaftsprüferkammer Stuttgart zu bestimmenden Wirtschaftsprüfer verbindlich festgelegt. Der Widerspruch des Gesellschafters muss schriftlich innerhalb von sechs Wochen, nachdem der Komplementär den ausscheidenden Kommanditisten über die Höhe seines von ihm ermittelten Abfindungsguthabens unterrichtet hat, erfolgen. Nach Ablauf der in Satz 2 genannten Frist ist der Betrag des von dem Komplementär ermittelten Abfindungsguthabens für den ausscheidenden Kommanditisten bindend. Die Kosten für den Wirtschaftsprüfer trägt allein der ausscheidende Kommanditist, es sei denn, die von dem Wirtschaftsprüfer ermittelte und festgelegte Abfindung des ausscheidenden Kommanditisten liegt mindestens 10 % über dem von dem Komplementär ermittelten und festgesetzten Wert. 7. Das Abfindungsguthaben ist in vier gleichen Jahresraten auszuzahlen, deren erste Rate sechs Monate nach dem Ausscheiden aus der Gesellschaft zur Zahlung fällig ist. Der Komplementär ist berechtigt, Zahlungstermine auszusetzen, wenn und soweit die erforderliche Liquidität bei der Gesellschaft nicht vorhanden ist. Er ist auch befugt, angemessene weitere Stundung der fälligen Raten zu verlangen, wenn durch die Auszahlung der Raten die fristgerechte Bedienung von Verbindlichkeiten der Gesellschaft gefährdet würde oder diese Darlehen in Anspruch nehmen müsste. Bei ratenweiser Auszahlung ist das restliche Abfindungsguthaben in dem Umfang zu verzinsen. Der jeweils ausstehende Betrag des Abfindungsguthabens ist ab Fälligkeit mit 5 % p.a. (fünf Prozent per annum) über dem jeweiligen Basiszinssatz zu verzinsen. Die Zinsen sind jeweils mit den einzelnen Raten zur Zahlung fällig. Die Gesellschaft ist berechtigt, das Abfindungsguthaben vorzeitig – ganz oder in Teilen – ohne Ausgleich für entgehende Zinsen abzulösen. Dabei werden die verbleibenden Raten zu dem von der Bundesbank für die Abzinsung von Rückstellungen gem. § 253 Abs. 2 HGB


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monatlich berechneten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst und in einem Einmalbetrag ausgezahlt. 8. Der ausscheidende Kommanditist ist nicht berechtigt, Sicherheitsleistung zu verlangen.

Gesellschaft aus, wenn ein neuer persönlich haftender Gesellschafter in die Gesellschaft aufgenommen oder aus der Mitte der Gesellschafter ein neuer persönlich haftender Gesellschafter bestimmt wurde.

§ 19 - AUFLÖSUNG DER GESELLSCHAFT

V. DAUER/SONSTIGES § 17 - DAUER DER GESELLSCHAFT 1. Die Gesellschaft ist mit ihrer Eintragung im Handelsregister gegründet und auf unbestimmte Zeit geschlossen. 2. Scheidet ein Kommanditist, gleich aus welchem Grunde, aus der Gesellschaft aus, so wird die Gesellschaft nicht aufgelöst, sondern von dem/den übrigen Gesellschafter/n fortgesetzt. Die verbleibenden Gesellschafter haben das Recht auf Fortführung der Firma.

§ 18 - KÜNDIGUNG 1. Jeder Gesellschafter ist berechtigt, seine Beteiligung an der Gesellschaft mit einer Frist von 18 Monaten zum Ende eines Geschäftsjahres ordentlich zu kündigen, frühestens jedoch zum 31.12.2035. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. 2. Die Kündigung bedarf der Schriftform und ist gegenüber dem Komplementär zu erklären. 3. Der kündigende Gesellschafter erhält eine Abfindung nach den Regelungen des § 16. 4. Bei Kündigung durch den Komplementär wird die Kündigung erst dann wirksam und der Komplementär scheidet aus der

1. Die Auflösung der Gesellschaft bedarf eines Beschlusses der Gesellschafter. 2. Die Liquidation der Gesellschaft erfolgt durch den/die jeweiligen persönlich haftenden Gesellschafter als Liquidator. 3. An die Stelle des Anspruchs auf eine Abfindung (§ 16) tritt der Anspruch auf Beteiligung am anteiligen Liquidationserlös, wenn die Auflösung der Gesellschaft eingetreten oder beschlossen worden ist. Ansonsten finden die Regelungen in § 16 entsprechende Anwendung, wobei Forderungen der Gesellschaft einzuziehen und statt des Ansatzes des Verkehrswerts des Anlagevermögens der Gesellschaft die entsprechenden Verkaufs- oder Liquidationserlöse zu berücksichtigen sind.

§ 20 - STEUERLICHE VERPFLICHTUNGEN 1. Als Vertreter der Gesellschaft obliegt dem Komplementär die Erfüllung der steuerlichen Pflichten der Gesellschaft, insbesondere die Entrichtung der Steuern aus dem Gesellschaftsvermögen (§ 34 AO). 2. Eventuelle steuerliche Belastungen, die durch den Beitritt oder das Ausscheiden eines Gesellschafters oder auf andere Art und Weise (z.B. aufgrund von Sondervergütungen i.S.d. § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG) durch einen Gesellschafter verursacht werden, trägt der Gesellschafter, der diesen Mehr-

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aufwand verursacht. Gleiches gilt für die Kosten etwaig auf Wunsch eines Kommanditisten zu erhebender Daten und der auf Wunsch eines Kommanditisten erfolgenden zusätzlichen Einhaltung anderer Rechnungslegungsvorschriften als der des HGB (zusammen „gesonderte Rechnungslegung“). Klargestellt wird, dass es im Ermessen des Komplementärs steht, darüber zu entscheiden, ob eine gesonderte Rechnungslegung überhaupt erfolgt.

betreffen, bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform, auf die nicht mündlich verzichtet werden kann.

3. Etwaige Sonderbetriebsausgaben sind der Gesellschaft jährlich bis zum 31. März nach Ablauf des Geschäftsjahres mitzuteilen. Anderenfalls ist eine Berücksichtigung bei der im Rahmen einer einheitlichen und gesonderten Feststellung erfolgenden Überschussermittlung der Gesellschaft nicht möglich.

Anlagen:

4. Jeder Gesellschafter hat dem Komplementär das für ihn zuständige Wohnsitzfinanzamt unter Angabe der Steuernummer bekannt zu geben und Änderungen der Zuständigkeit oder der Steuern mitzuteilen.

3. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist das für den Sitz der Gesellschaft zuständige Gericht. 4. Die Kosten dieses Vertrages sowie seiner Durchführung trägt die Gesellschaft.

Anlage 1 - Investitions- und Finanzierungsplan (In diesem Prospekt Seite 60 ff.) Anlage 2 - Muster der Handelsregistervollmacht

Kirchberg an der Jagst, den 19.05.2014

§ 21 - SCHLUSSBESTIMMUNGEN 1. Sind oder werden einzelne oder mehrere Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam oder nichtig, so wird dadurch die Geltung des Vertrages im Übrigen nicht berührt. Unwirksame oder nichtige Bestimmungen sind durch solche Bestimmungen zu ersetzen, die unter Berücksichtigung der Interessenlage der Beteiligten den gewünschten wirtschaftlichen oder rechtlichen Zweck zu erreichen geeignet sind. Entsprechendes gilt für die Ausfüllung von etwaigen Regelungslücken. 2. Mündliche Nebenabreden bestehen nicht. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages sind nur nach den Vorschriften dieses Vertrages durch Gesellschafterbeschluss möglich. Rechtsgeschäftliche Erklärungen, die das Gesellschaftsverhältnis

Windenergie Kirchberg/Jagst Verwaltungs GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Ralf Stier und Georg Persigehl

Sonnenenergie Kirchberg GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Siegfried Thurau


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ANLAGE 2 DES GESELLSCHAFTSVERTRAGS

Ich/Wir, Name/Vorname bzw. Firma ____________________________________________ Geburtsdatum bzw. Register ____________________________________________ bin/sind als Kommanditist der Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG (nachfolgend auch „Gesellschaft“) mit Sitz in Kirchberg/Jagst eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRA 724021, mit einer Pflichteinlage in Höhe von insgesamt € ____________________________ beigetreten und werde mich/werden uns mit einer Einlage (Haftsumme) in Höhe von 10% meiner/unserer Pflichteinlage im Handelsregister der Gesellschaft eintragen lassen. Hiermit erteile ich/erteilen wir unter Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB der Windenergie Kirchberg/ Jagst Verwaltungs GmbH mit Sitz in Kirchberg an der Jagst, Medizinalratsklinge 13, 74592 Kirchberg an der Jagst, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRB 730844 (nachfolgend als „Bevollmächtigter“ bezeichnet)

Die Vollmacht umfasst insbesondere meinen/unseren Ein- und Austritt in die bzw. aus der Gesellschaft, etwaige spätere Herabsetzungen meiner Einlage (Haftsumme), den Ein- und Austritt von persönlich haftenden Gesellschaftern und weiteren Kommanditisten, Änderungen der Beteiligungsverhältnisse und des Kapitals der Gesellschaft, die Erhöhung oder Herabsetzung von Einlagen von Kommanditisten und persönlich haftenden Gesellschaftern, Änderungen der Firma, des Sitzes, der Geschäftsanschrift, der Vertretungsmacht und weiteren eintragungsbedürftigen gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen der Gesellschaft sowie die Liquidation und Löschung der Gesellschaft. Die Vollmacht erstreckt sich auch auf die Einlegung von Rechtsmitteln gegen gerichtliche oder behördliche Entscheidungen im Zusammenhang mit Handelsregisterangelegenheiten. Die Vollmacht wirkt über meinen Tod hinaus für die gesamte Dauer meiner Mitgliedschaft in der Gesellschaft. Sie ist unwiderruflich. Der Bevollmächtigte ist berechtigt, Untervollmachten – auch unter Beschränkungen des § 181 BGB – zu erteilen. Ort, Datum

Vollmacht, ____________________________________________ mich/uns bei allen gesetzlich erforderlichen Anmeldungen zum Handelsregister betreffend die Gesellschaft zu vertreten; von der Vollmacht ausgenommen sind Anmeldungen über eine Erhöhung meiner/unserer vorgenannten Einlage (Haftsumme).

Unterschrift ____________________________________________ (notarielle Beglaubigung erforderlich!)


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Anbieter/Prospektverantwortlicher: Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG Sitz der Beteiligungsgesellschaft: Kirchberg an der Jagst Handelsregister: Amtsgericht Ulm Handelsregister A Nr. 722972 Kontaktdaten: Fichtenstrasse 1 74592 Kirchberg T: +49 7954 92 690 22 F: +49 7954 92 690 11 info@windpark-kirchberg.de www.windpark-kirchberg.de

Beteiligungsgesellschaft / Emittentin: Windenergie Kirchberg/Jagst GmbH & Co. KG Sitz der Beteiligungsgesellschaft: Kirchberg an der Jagst Handelsregister: HRA 724021

Gestaltung & Layout des Prospekts: Christian Sauermann, www.babbeq.de


WINDPARK KIRCHBERG GMBH & CO. KG / FICHTENSTRASSE 1 / 74592 KIRCHBERG T: +49 7954 92 690 22 / F: +49 7954 92 690 11 INFO@WINDPARK-KIRCHBERG.DE / WWW.WINDPARK-KIRCHBERG.DE

Verkaufsprospekt Windpark Kirchberg  
Verkaufsprospekt Windpark Kirchberg  

Von Beginn an war es uns ein besonderes Anliegen, dass die Wertschöpfung, die bei einem Windpark entsteht, bei uns in der Region Hohenlohe b...

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