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Catrin Gekle Vom Erfolg zum Bedeutsamen steVe Carter / aaron nieQuist Eine Kultur der Innovation Gerold Vorl채nder Wer zum Glauben einl채dt, muss ein Lernender werden ManFred kreis Neue Perspektiven f체r eine 100-J채hrige K48991

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Editorial liebe leserin, lieber leser, »Willow? Kenne ich! Das sind doch die mit den Gästegottesdiensten, in dem immer ein Theaterstück aufgeführt wird«, hörte ich kürzlich jemanden sagen. Aussagen wie diese – meist im Brustton der Überzeugung vorgetragen – hören wir häufiger. Von Leuten, die vor Jahren einen Willow-Kongress besucht haben oder ihre Informationen aus älteren Quellen beziehen. Vieles von dem, was in solchen Sätzen anklingt, ist richtig. Und auch wieder nicht. Denn Fakt ist: Willow hat sich gewandelt. Genaugenommen hat Willow das schon immer getan. Es gehört regelrecht zum Wesen dieser Gemeinde. Der ›Seeker Service‹, die ›7-Schritte-Strategie‹, das Kleingruppen-Modell – das und vieles mehr wurde im Laufe der Jahre durchbuchstabiert, auf seine Wirksamkeit und Aktualität überprüft – und dann angepasst oder auch abgeschafft. Mittel, Methoden

und maßgebliche Köpfe haben sich über die Jahre ganz deutlich verändert. Im Oktober 2015 feiert die Willow CreekGemeinde ihr 40-jähriges Bestehen. Und auch nach vier Jahrzehnten ist ihr die Experimentierfreude nicht abhanden gekommen. Bewusst wird eine Kultur der Innovation gepflegt: Eine Praxis, die allen Beteiligten auch eine erhebliche Wandlungsfähigkeit abverlangt. Aufschlussreiche Einblicke in dieses Innovations-Labor liefert das WillowNachwuchskräfte-Duo Carter/Niequist in diesem Magazin (Seite 8) .

Die Artikel in diesem Heft haben in jedem Fall das Zeug anzuspornen zur Reflexion: über die eigene Gemeinde, die eigene Mitarbeit, das eigene Leben. Und sie wollen Mut machen, womöglich ganz neu zu denken und Veränderungen vorzunehmen. Da wo sie nötig und sinnvoll sind, um weiterzukommen. Und um das volle Potenzial zu entfalten. Ihr Gotthard Westhoff Redaktionsleitung

Eine innere (Neu-)Justierung ist aber nicht nur eine Sache von Gemeinden. Catrin Gekle hat mit 40 Jahren eine Halbzeitbilanz ihres Lebens vorgenommen. Offen und ehrlich beschreibt sie ihr Ringen um bedeutsamere Ziele und den Abschied von nicht länger tragfähigen Lebensentwürfen (Seite 12) .

4 leserBrieFe / willow-iMPulse

6 willow welt Kurz notiert

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kultur der innoVation

»MensCH ändere diCH doCH«

Die Experimentierfreude der Willow Creek-Gemeinde

Joseph Grenny über den Mut, sich selbst ins Visier zu nehmen

19 zwisCHen den welten Prägende Stationen im Leben von Johannes Hartl

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12 HALBZEIT

wer zuM GlauBen einlädt, Muss ein lernender werden

Catrin Gekle über ihren Weg vom Erfolg zum Bedeutsamen

Gerold Vorländer: Wie der Glaube im Spannungsfeld verschiedener Pole an Tiefe gewinnt

18 inFo- & traininGsaBende

29 naH Bei den MensCHen

31 juGendPlus-konGress 2015

Willow-Impulse & Infos rund um den Kinderplus- und Leitungskongress

projekt_X – Eine Gemeinde für postmoderne Augsburger

Updates zum Kongress ›Base Camp‹ in Erfurt

34 IMPRESSUM Kleinanzeigen

30 26 neue PersPektiVe Für eine 100-jäHriGe Wie die LKG Augsburg sich zukunftsfähig macht

waruM iCH reliGion Hasse aBer jesus lieBe Jefferson Bethke über seinen Weg zu Gott und seiner Berufung

32 VorBild sein Infografik

p.s. Haben Sie Anregungen zum Willow Creek Magazin – oder kennen Sie Gemeinden, die in besonderer Weise von Willow profitiert haben? Dann schreiben Sie uns einfach per E-Mail: magazin@willowcreek.de


WilloW CReeK MAGAZin

eMeRSon CARTeR Ein Kindertraum eRiC SAMUel TiMM Mit dem Pinsel predigen GeRold VoRländeR Als Gemeinde den Glauben vermitteln

JUGE ND

FeG WinTeRTHUR Große (T)räume zum Leben verwirklichen -KONGRESS US 2 PL

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Leserbriefe zu Willow Creek Magazin – Ausgabe 4/14

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4/14

KEIN EINZELFALL ›EIN KINDERTRAUM‹

BIN BEEINDRUCKT ›MUT ZUR LÜCKE‹ & ›Mit dem Pinsel predigen‹ Danke für die aktuelle Ausgabe des Willow Creek Magazins. Mir gefällt der renovierte Look und die inspirierenden Texte! Besonders beeindruckend war für mich der Artikel ›Mut zur Lücke‹, in dem die mutigen Veränderungen der FEG Winterthur dargestellt wurden. Neugierig gemacht hat mich das Interview mit dem Künstler Eric Samuel Timm, Sprecher beim Jugendplus-Kongress – es hat meine Vorfreude auf den Kongress in Erfurt geweckt! Cosima Eberlein, Berlin

Danke für diesen beeindrucken Artikel, der mir neu bewusst gemacht hat, dass Gott nicht nur zu Erwachsenen spricht und Veränderung in die Welt bringt, sondern auch durch Kinder. Dass der 6-jährige Emerson durch einen Traum und das Hören auf Gottes Stimme seinen ganz eigenen Beitrag zum Bau des Reiches Gottes geleistet hat, sollte jeden Erwachsenen ermutigen, der jungen Generation mehr zuzutrauen; und sie fördern, aktiv am Reich Gottes mitzuwirken. Ich bin sicher: Emerson ist kein Einzelfall. Febe Olpen, Düsseldorf

ZWEIFEL ERNST NEHMEN ›WER ZUM GLAUBEN EINLÄDT, MUSS DEN UNGLAUBEN VERSTEHEN‹ Als jemand, der Willow Creek und den Kongressen in Deutschland viel verdankt, lese ich das Willow Creek Magazin gerne und gründlich. Der ›frische‹ Zuschnitt der Zeitschrift gefällt mir gut! Im ­aktuellen Magazin sprechen mich insbesondere die Beiträge von Alexander Garth und Gerold Vorländer an. Sie bringen etwas zum Ausdruck, das mich sehr bewegt: Wie finden wir neue ­Zugänge zu Menschen, denen Glauben und Kirche fremd geworden sind? Ich stimme den beiden Autoren zu, die sagen, wir müssen lernen, die eigenen Zweifel und diejenigen unserer Mitmenschen ernst nehmen, wenn wir zum Glauben einladen wollen! Ich verwende beide Texte in meinen Lehrveranstaltungen und diskutiere sie mit meinen Studierenden. Danke für diese wertvollen Impulse! Prof. Achim Härtner, Theol. Hochschule Reutlingen (Evangelisch-methodistische Kirche)

FACEBOOK-FUTTER INFOGRAFIK ›WELTBEWEGER‹ Habe mir heute zum Dessert das neue Willow Creek Magazin gegönnt und bin begeistert über die Doppelseite ›Weltbeweger‹! Einige der Ideen habe ich gleich gepostet auf: www.facebook.com/gutesbewirken Damaris Siegle, Schorndorf

BIBLISCHE GRUNDLAGE ›THE LOCAL CHURCH IS THE HOPE OF THE WORLD‹ Sehr interessiert lese ich immer das Willow Creek Magazin. Allerdings irritiert mich jedes Mal die Aussage auf der Umschlagseite, die sich Willow Creek auf die Fahne geschrieben hat: THE LOCAL CHURCH IS THE HOPE OF THE WORLD. Welche biblische Grundlage gibt es dafür? Die Hoffnung für die Welt ist doch Jesus! Eine Ortsgemeinde ist eine Ansammlung von unvollkommenen Menschen, die sich auf den Weg mit Jesus gemacht hat. Ruth Müller, Kiel

ANMERKUNG DER REDAKTION: Diese Aussage birgt natürlich eine Spannung. Dennoch gebraucht Jesus selbst eines der ›Ich-bin‹-Worte (»Ich bin das Licht der Welt«) und münzt dies um auf die Gemeinde: »Ihr seid das Licht der Welt.« Das ist Zuspruch und Anspruch zugleich. Und es entscheidet sich daran sogar die Hinwendung der Menschen zu Gott: »Wenn sie die guten Werke der Gläubigen sehen, werden sie den Vater im Himmel preisen.« Steiler geht’s kaum. Zugleich wird die Gemeinde in der Bibel als der ›Leib Christi‹ beschrieben: die sichtbare Gestalt des Unsichtbaren. Durch diesen Leib, durch diese fehlbaren Menschen wird Christus auf Erden vertreten und setzt seine Ziele mit der Welt um. Durch Wort und Tat. Dazu hat er die Gemeinde mit seiner Kraft ausgestattet. In ­dieser Hinsicht darf die Gemeinde nicht »ihr Licht unter den Scheffel stellen«, sondern muss sich ihrer Stellung, ihres gottgegebenen Potenzials bewusst werden. Das Haupt der Gemeinde ist natürlich Christus selbst. Ohne ihn könnte die Gemeinde keine Hoffnung verkünden und verbreiten, die über das Irdische hinausgeht. Gotthard Westhoff

Sie möchten uns schreiben? – So erreichen Sie uns: Willow Creek Magazin · Wingert 18 · 35396 Gießen · magazin@willowcreek.de Leserbriefe stellen nicht die Meinung der Redaktion dar. Sinnwahrende Kürzungen behalten wir uns vor.

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Leserbriefe

Willow Impulse für Sie und Ihre Gemeinde: Videojournal Im Videojournal vermittelt Bill Hybels alle 14 Tage Leitungsimpulse für engagierte haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende in der Gemeinde: überzeugend, prägnant, mit hohem Praxisfaktor. In die 5-Minuten-Clips fließt Bill Hybels’ gesamte Leitungserfahrung als Gründer und Pastor ein. Kostenloses Abo:   www.willowcreek.de/videojournal

Newsletter Updates über die Arbeit, Termine und Angebote von Willow Creek Deutschland/Schweiz erhalten Sie bequem und kostenfrei via E-Mail. Abonnieren Sie WILLOW NEWS unter:   www.willowcreek.de/newsletter

Willow-Netzwerk Weltweit sind mehr als 10.000 Gemeinden aus über 90 Denominationen in über 35 Ländern Teil des Willow-Netzwerks. Es versteht sich als Visionsgemeinschaft innovativer Menschen, die nach biblischem Auftrag Gemeinde bauen und voneinander lernen wollen. Sie können dazugehören. Eine Partnerschaft im Netzwerk ist möglich als: Einzelpartnerschaft, Partnerschaft für Hauptamtliche und Gemeindepartnerschaft.   www.willowcreek.de/partnerschaft

TV-Gottesdienste Die Gottesdienste der Willow Creek-Gemeinde in Chicago werden – leicht gekürzt – sonntags um 10 Uhr auf Bibel-TV ausgestrahlt. Außerdem jederzeit abrufbar auf:   www.willowcreek.tv

Soziale Medien Folgen Sie unseren Profilen in den Sozialen Medien, um über die Arbeit von Willow Creek Deutschland/Schweiz auf dem Laufenden zu bleiben. Sie finden interessante Berichte, Fotos, Neuigkeiten … – und bei Willow-Veranstaltungen zahlreiche Einblicke hinter die Kulissen.   facebook.com/willowcreek.de   twitter: @willowcreek_de   instagram: @willowcreek_de

Willow Unterstützen Die Kongresseinnahmen decken bei weitem nicht die Ausgaben der vielschichtigen Arbeit von Willow Creek Deutschland/Schweiz, das als eigenständiges Werk keine finanzielle Unterstützung der Willow-US-Gemeinde erhält. Mit Ihrer finanziellen Unterstützung tragen Sie dazu bei, dass hierzulande Gemeinden nachhaltig verändert werden.   www.willowcreek.de/spenden


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WiLLOW WELT

MorGenForuM HYBELS IN AARAU

kuRz nOTiERT

WIlloW WeIhnaChts-GottesdIenste 60.000 BESUCHER FEIERN GEBURT JESU Neun Weihnachtsgottesdienste fanden zwischen dem 19. und 24. Dezember in der Willow Creek Gemeinde in South Barrington bei Chicago statt. Rund 60.000 Besucher nahmen daran teil. In einer Mischung aus Live-Theater mit eingebetteten Filmsequenzen und musikalischen Beiträgen aus verschiedenen Musik-Genres wurde die Geburt von Jesus eindrucksvoll dargestellt. In einer evangelistisch ausgerichteten Predigt machte Bill Hybels deutlich, welche Chancen die Geburt von Jesus für jeden Menschen heute noch in sich birgt.

WIlloWCreek.tV GOTTESDIENST JETZT ONLINE Seit dem Jahresende 2014 sind die Gottesdienste der Willow Creek-Gemeinde im Internet unter www.willowcreek.tv live mitzuerleben. Anschließend können sie in der Mediathek der Gemeinde jederzeit abgerufen werden.

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WiLLOW WELT

Im Anschluss an die Gottesdienste fanden zahlreiche Weihnachtsfeiern mit vielfältigen Möglichkeiten zur Begegnung statt. Einige wurden von den großen Bevölkerungsgruppen gestaltet, die im Einzugsgebiet der Gemeinde leben. Die größte war die Feier der indischen Bevölkerung mit 1.300 Gästen. Sie war geprägt von traditionellen indischen Weihnachtsbräuchen und landestypischen kulinarischen Angeboten. Der Weihnachtsgottesdienst 2014 ist auch in der Mediathek der Willow-Gemeinde abrufbar: willowcreek.tv/archive/christmas-2014

Im November machte Willow-Pastor Bill Hybels auf seiner Reise durch sieben Länder Afrikas und des Nahen Ostens auch Station in der Schweiz. Beim ›Morgenforum‹ in Aarau stellte er sich im kleinen Kreis den Fragen von Pastoren, Studierenden und Mitarbeitenden. Ausführlich ging er darauf ein, wie eine Vision wirklich greift. Die Willow-Gemeinde, die kürzlich ihr 39. Jubiläum feierte, musste sich immer wieder neu erfinden und die Vision neu schärfen, so Hybels. Er kündigte zum 40-jährigen Gemeinde-Jubiläum im Oktober 2015 eine ›mutige und herausfordernde‹ neue Vision für die nächsten Jahre an. An der Ausgestaltung arbeite man seit geraumer Zeit.

for kInG & CountrY GRAMMY-GEWINNER IN ERFURT Am 8. Februar wurde die Band ›for KING & COUNTRY‹ mit zwei ›Grammys‹ – dem wichtigsten US-amerikanischen Musikpreis – ausgezeichnet: In den Kategorien ›Bestes zeitgenössisches christliches Musikalbum‹ und ›Bester zeitgenössischer christlicher Auftritt/ Song‹. Am 21. März wird die Band im Rahmen des Jugendplus-Kongresses ein Worship-Konzert geben.


IntensIVstudIenWoChe BLICK HINTER DIE KULISSEN

GloBal leadershIp suMMIt CHRISTENVERFOLGUNG IN NIGER Die Folgen des Terroranschlags von Paris erleben auch Christen im Niger. So kam es kürzlich in dem westafrikanischen Land zu mehreren Gewaltausbrüchen. Mehr als 55 Kirchen sowie Häuser von Pastoren wurden angezündet. Erst kürzlich fand dort der Global Leadership Summit (GLS) statt. Einer der Pastoren berichtete: »Unsere Gemeinden wurden von 300 Menschen angegriffen. Nachbarn versuchten dies zu verhindern, doch vergeblich: Die Gemeinden brannten vollständig nieder, auch mein Haus. Unser gesamtes Hab und Gut hat sich in Asche aufgelöst. Doch auch wenn sie unsere Gebäude und

unseren Besitz verbrennen – Jesus werden sie uns niemals nehmen!« Die Willow Creek Association hat den Gemeinden in der Region nun mit einer finanziellen Soforthilfe unter die Arme gegriffen, damit der Wiederaufbau gelingt. Der GLS in Niger hatte gezeigt, wie leidenschaftlich sich die Pastoren dafür einsetzen, das Evangelium zu verbreiten und ihr Land zu verändern. Über die Hälfte der Bevölkerung Nigers, das zu den ärmsten Ländern der Erde zählt, lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Im Dezember fand die jährliche Intensiv-Studienwoche in der Willow Creek-Gemeinde in Chicago statt. Rund 100 Personen aus aller Welt nahmen teil – das Angebot ist begehrt und die Plätze sind begrenzt. Die Gruppe erhielt in sehr offener Weise von den Senior-Leitern der WillowGemeinde Einblicke in die wichtigsten Arbeitsbereiche der Gemeinde sowie in ihre inneren Zusammenhänge.

lYnne hYBels DREI GRÜNDE, FRIEDEN ZU WAGEN Seit 1990 engagiert sich Lynne Hybels, Ehefrau des Willow-Gründers, für Flüchtlinge in Kriegsgebieten. Kürzlich kam sie von einer Jordanien-Reise zurück, wo sie sich um syrische Flüchtlinge gekümmert hatte. In einem Beitrag für den ›World Relief‹-Blog schreibt sie:

Stammesunterschiede gegeneinander aufwiegelten. Erst örtliche Pastoren halfen Brücken zwischen den Stämmen zu bauen. Danach liefen viele Rekrutierungsversuche der Rebellen ins Leere: Menschen, die Versöhnung erlebt hatten, sahen keinen Anlass mehr gegeneinander zu kämpfen.

1. Gewalttätige Konflikte haben die Kapazität alles zu zerstören: Körper, Geist, Seelen, Familien, Ernten, Brunnen, Schulen, Krankenhäuser … Glücklicherweise gelangen immer mehr Christen zu der Überzeugung, dass der Einsatz für mehr Gerechtigkeit auch ein Teil der Jesus-Nachfolge ist. Eine Reihe von Gemeinden bildet bereits die Speerspitze, wenn es um ganzheitliche Veränderung in Krisengebieten geht.

3. Der Ruf nach Frieden ist ein Ruf zu rigoroser Nachfolge. Nichts hat mich demütiger gemacht als Zeit mit wahren Friedensstiftern zu verbringen. Wiederholt wurde ich innerlich zerbrochen durch das sanfte Beispiel von Männern und Frauen, die das ›Liebe deine Feinde‹ buchstäblich ihr Leben kosten kann.

2. Was an der Basis passiert, ist entscheidend. Bisher war ich überzeugt: Friedenstiften geschieht auf nationaler oder internationaler Ebene. Regierungen können zwar einen Waffenstillstand ausrufen, er kann aber nur aufrechterhalten werden, wenn er von den Menschen vor Ort akzeptiert wird. Im Kongo rekrutierten Rebellen ihre Kämpfer, indem sie die Menschen aufgrund ihrer

Für Martin Scharnowski (rechts), Pastor der Treffpunkt-Leben Gemeinde in Erkrath, war vor allem der Leitungsfokus wichtig: »Mich haben diese Einblicke sehr herausgefordert. Besonders, wie bei Willow Leitende und Mitarbeitende gefördert werden, so dass sie ihre Gaben effektiv und fokussiert im Reich Gottes einsetzen können.« Gefragt, wie er es schaffe, die weit verzweigte Arbeit einer Mega-Kirche wie Willow zu leiten, antwortete Bill Hybels in einer Fragerunde: Der Hybels von 1989 hätte niemals das Willow von 2014 leiten können. Ich habe mich damals bewusst dafür entschieden, meine Leitungsgabe weiterzuentwickeln. In dem Maße, wie ich wuchs, wuchs auch die Gemeinde.«

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kultur der Innovation AuCH nACH 40 JAHREn iST DER WiLLOW CREEk-GEMEinDE dIe eXperIMentIerFreude niCHT AbHAnDEn GEkOMMEn Im Jahr 1975 wurde die Willow Creek Community Church gegründet. Schnell entwickelte sie sich zu einer der innovativsten Gemeinden in den Vereinigten Staaten. Sie wollte vor allem Menschen erreichen, die noch keine Beziehung zu Jesus Christus hatten. Mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Lobpreis, Predigt, Evangelisation und Jüngerschaft betrat die Kirche damals Neuland. Nachahmer ließen nicht lange auf sich warten: Von Beginn an ließen sich zahlreiche Gemeinden von diesem Modell inspirieren. Doch Innovation ist Willow auch 40 Jahre nach der Gründung ein wichtiges Anliegen. Eine neue Generation von Pastoren experimentiert heute in der Willow Gemeinde in South Barrington mit alternativen Lobpreis- und Jüngerschaftsformen, die es dort bisher so nicht gab. aaron niequist, Pastor im Bereich Lobpreis, und Lehrpastor steve Carter starteten ein 18-monatiges Experiment unter dem Namen the practice (die Übung). Ein Gespräch über Neugier und Experimentierbereitschaft bei Willow – und die gleichzeitige Bewahrung des Erreichten. 8

nE T z WERk


Was gut funktioniert, müssen wir nicht einreißen. Steve Carter

In Gemeinden und Organisationen wird meist erst über Innovation oder Veränderungen nachgedacht, wenn die bisherigen Programme nicht mehr richtig wirken. War das bei Willow Creek auch so?

läuft und kann es mit der zweiten Schachtel in kleinen Schritten verbessern. Wir müssen ja nicht einreißen, was gut funktioniert!

Carter: Überhaupt nicht. Die Idee entstand, weil sich uns plötzlich eine neue Möglichkeit bot – aber nicht, weil wir in Sorge waren oder die Gemeindearbeit nicht mehr richtig lief. Es hat uns überrascht und mit tiefer Demut erfüllt, wie Gott in Willow am Werk war. Wir wollten einfach offen für den nächsten Schritt sein, den er mit uns gehen will.

niequist: Und gerade das finde ich so aufregend an der Kultur von Willow. Wir lehnen uns nicht zufrieden zurück, sondern haben immer den Gedanken im Hinterkopf: »Da geht noch was. Da kann noch etwas wachsen. Es gibt täglich Dinge zu lernen und Neues zu entdecken.« Diese Einstellung haben Bill Hybels und das Leitungsteam uns immer vorgelebt.

Carter: Innovation zeigt sich auch im Haushalt der Gemeinde. Es gibt einen Ausgabeposten mit dem bezeichnenden Namen »Das Wehen des Geistes«. Von jedem gespendeten Dollar fließt ein kleiner Teil in diesen Fond, aus dem Gelder für unerwartete, spontane Möglichkeiten bereitgestellt werden. Wenn Gott etwas in Bewegung setzt und wir in diese offene Tür investieren wollen, stehen die Mittel dafür also zur Verfügung. Mit diesem Haushaltsposten im Hinterkopf begannen im Leitungsteam Gespräche auf der Grundlage unserer REVEAL-Studie* (Infos S. 16). Wir fragten uns: »Wie können wir mehr für diejenigen tun, die nach festerer geistlicher Nahrung suchen und in ihrem Glauben weiter wachsen wollen?«

Aaron, wie bist du als LobpreisPastor dazu gestoßen? niequist: Mit meinen Kollegen und Freunden hatte ich auch schon überlegt, wie wir mit neuen Modellen experimentieren könnten. Als ich das mit leitenden Mitarbeitern von Willow besprach, wurde mir klar, dass ähnliche Gespräche bereits auf mehreren Ebenen liefen. Das war alles aber noch nichts Offizielles; es waren einfach Unterhaltungen mit Freunden über das, was bei Willow gut funktioniert – und was nicht.

Ich habe großen Respekt vor Willow-Leitern, wenn sie etwa sagen; »Du, daran müssen wir noch arbeiten.« Oder: »Hier tun wir noch nicht das, was wir uns eigentlich vorgenommen haben.« Oder auch: »Welche Einsichten würde uns ein Versuch bringen?« Diese Offenheit war die eigentliche Grundlage für unser Experiment.

Stimmt es, dass der Vortrag von Vijay Govindarajan beim letzten Leadership Summit zum Thema Innovation ein wichtiger Meilenstein für euch war? niequist: Ohne Vijays Vortrag gäbe es The Practice nicht. Er sprach über sein Buch Beyond the Idea und seine »Drei-Schachteln-Strategie«. Nach Vijay hat jede Organisation drei Schachteln: Die erste beinhaltet die ganz konkrete Ausgestaltung der Gegenwart und ihre Bewältigung. In der zweiten Schachtel geht es um kleine Anpassungen, mit denen Schachtel 1 noch besser funktionieren kann. In der Schachtel Nummer 3 geht es um die Gestaltung der Zukunft – hier ist Innovation das große Thema. Vijay sagt, dass ohne die Schachtel 3 – also ohne Raum für Experimente und neue Ideen – selbst die bestorganisierte Organisation auf Dauer nicht überleben kann. Wichtig ist zudem ein gewisser Abstand zwischen den Schachteln 1 und 3, denn sonst entstehen nur Kopien der ersten Schachtel. Schachtel 3 muss mit neuen Zielen, einer neuen Kultur, neuen Parametern und schließlich anderen Akteuren gefüllt werden, wenn aus ihr innovative Modelle hervorgehen sollen.

Carter: Mir hat an Vijays Modell besonders gefallen, dass es in der Schachtel 1 keine Innovation geben muss. Sie muss sich nicht ändern, und das nimmt den Druck heraus, den Verantwortliche so oft spüren. Schachtel 1 soll sich auf das konzentrieren, was gut

Aber wenn mit Nummer 1 alles gut läuft – und so ist es ja offensichtlich bei Willow – warum muss man sich dann über eine Nummer 3 überhaupt Gedanken machen? niequist: Es gibt keine Garantie, dass Schachtel 1 auf Dauer so funktionieren wird wie sie es heute tut. Wer die Zukunft gestalten will, braucht neue Modelle. In Schachtel 3 kann man angstfrei Neues ausprobieren, auch wenn der gewählte Weg am Ende nicht der richtige ist.

Könnt ihr ein Beispiel dafür nennen, wie das außerhalb von Gemeinden funktionieren kann? Carter: Bei Gore-Tex dürfen die Angestellten 10 Prozent ihrer Zeit für Träume und Experimente investieren. Einer von ihnen war Angler und hat überlegt, wie man Angelschnüre noch stabiler machen kann. Seine Ideen wurden aufgegriffen, und später kam man darauf, dass man auf diese Weise nicht nur sehr gute Angelschnüre produzieren konnte, sondern auch fantastische Gitarrensaiten. Das war die Geburtsstunde von Elixir Gitarrensaiten. So viel zu den Vorteilen des Experimentierens. Was sind die Risiken? Carter: Wenn die Beziehungen zwischen den Leitern in Schachtel 1 und Schachtel 3 nicht stimmig sind, wenn Kontakte und Verbindungen abreißen, kann der Prozess auch zerstörerisch werden – bis hin zu Spaltungen. Eine Gemeinde, die sich auf das »Schachtel-3-Experiment« einlässt, darf dieses Risiko nie unterschätzen. Am Anfang muss unbedingtes Vertrauen stehen. Schachtel 1 wird darauf vertrauen, dass Nummer 3 sie weder zerstören noch ersetzen will. Und Schachtel 3 bringt viel Dankbarkeit mit, weil sie experimentieren darf. Dafür brauchen die Leiter auf beiden Seiten Beziehungsfähigkeit, Barmherzigkeit und eine Haltung, die Lernbereitschaft in die jeweils andere Richtung vermittelt. nE T z WERk

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Was wollt ihr mit eurer »Schachtel Nummer 3«, die ihr the practice nennt, konkret erreichen? niequist: Wir benutzen oft das Bild einer Turnhalle. Die Lehre, die Theorie ist wichtig für das Wachstum, aber irgendwann reicht das Sitzen im Klassenzimmer nicht mehr aus. Bei vielen Gemeindeveranstaltungen liegt der Fokus – ähnlich wie in der Schule – auf dem Lehrenden, der Wissen und Einsichten vermittelt. Wenn ich aber einen Marathon laufen möchte, brauche ich keine Vorlesung; ich möchte vielmehr mit einem guten Coach trainieren. Wir haben uns gefragt, was passieren würde, wenn unsere Gemeinde mehr von einer Turnhalle als von einem Klassenzimmer hätte. Was würde geschehen, wenn wir bei Gemeindeveranstaltungen nicht nur zuhören, sondern gemeinsam trainieren? Das ist eine ganz andere Art des Lernens. Darum nennen wir unser Experiment auch The Practice: Hier liegt das Augenmerk auf den geistlichen Disziplinen – und auf der Frage, wie wir hinausgehen, wie wir umsetzen und üben können, was Jesus uns gesagt hat; an jedem einzelnen Wochentag.

Ihr habt the practice zunächst auf 18 Monate begrenzt. Warum? Ihr könntet doch einfach loslegen und abwarten, wie es läuft?

niequist: Nein, wir wollen ja keinen neuen Dienstbereich schaffen. Unser Ziel ist das gemeinsame Lernen. Aus der REVEAL-Studie wissen wir, dass es keinen zwingenden Zusammenhang gibt zwischen der Anzahl der Dienstbereiche oder Angeboten einer Gemeinde und der geistlichen Reife der Gemeindemitglieder. Wir möchten nicht einfach eine neue Aktivität anbieten, sondern haben uns Raum zum Experimentieren und Lernen erbeten. Wenn wir gefragt werden, was nach den 18 Monaten passiert, dann antworten wir: »Darüber machen wir uns so wenig Gedanken wie möglich.« Wenn wir für The Practice einen Fünf-Jahres-Plan aufstellen oder klar umrissene Ziele formulieren müssten, ginge der experimentelle Charakter verloren. Sobald es um Nachhaltigkeit geht, scheut man die Risiken und probiert weniger Neues aus.

Im Bild gesprochen: Du willst vielleicht eine neue Angelschnur entwickeln, aber Gott hat von Anfang an die Gitarrensaiten im Sinn? niequist: Genau. Und für diese Möglichkeiten müssen wir offen bleiben.

Und die Begrenzung auf 18 Monate führt bei den Teilnehmern auch nicht zur Zurückhaltung?

die Innovations-schachtel muss mit neuen Zielen, einer neuen kultur und neuen akteuren befüllt sein. Aaron Niequist

Es gibt Christen, für die die Begriffe Innovation und Experimentieren nur Synonyme für Ketzerei sind. Welche Grenzen habt ihr gesteckt um zu verhindern, dass the practice auf unsicherem oder gefährlichem Terrain stattfindet? niequist: In unserem Vorschlag, den wir dem Leitungsteam vorgetragen haben, sagen wir klar, dass wir uns der Autorität der Ältesten unterordnen und uns an das Leitbild von Willow, wie auch an unsere eigene Satzung halten werden. Wir wollen kein Chaos anrichten. Wir möchten ausprobieren, wie christliche Überzeugungen im Leben von Menschen konkreter werden können.

Bisher scheint the practice lediglich traditionelle Gottesdienstmodelle – einschließlich Liturgie und Sakramenten – angepasst zu übernehmen. Wie passt das zum Begriff Innovation? Das sieht doch alles mehr nach Schachtel 2 aus?

niequist: Ja, vielleicht sind wir nicht wirk-

aaron niequist

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befreiend: Niemand muss ja die vertraute Gottesdienstzeit wechseln oder etwas ganz aufgeben, was einem in Willow lieb und wert geworden ist. Die Leute sind aber eingeladen, am Sonntagabend etwas Neues auszuprobieren. Das macht vielen die Teilnahme leichter.

Carter: Auf den ersten Blick vielleicht. Aber für viele Besucher unserer Gemeinde ist die Liturgie tatsächlich etwas ganz Neues.

the Practice: eine neue, alternative Gottesdienstform in der willow Creek-Gemeinde am sonntagabend.

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niequist: Nein, die Begrenzung ist vielmehr

steve Carter

lich innovativ. Wir schaffen nichts gänzlich Neues – aber wir entdecken neu! Meine Hoffnung ist, dass wir in guten kirchlichen Traditionen etwas finden, was uns als Jünger Jesu weiterbringt. In der evangelikalen Tradition, aus der ich selbst komme, gibt es vieles, was mir gut tut, was man bejahen und verinnerlichen kann. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, von denen wir lernen können und die uns neu inspirieren.


Kurs- und Studienmaterial

Gibt es Beispiele dafür, wie the practice die Schachtel Nummer 1 in Willow beeinflusst hat? Carter: In der Karwoche haben wir die Leitenden von The Practice eingeladen, das wöchentlich stattfindende Treffen aller hauptamtlichen Mitarbeiter zu leiten. In der Kapelle, wo The Practice stattfindet, sind wir der Liturgie und den Übungen vom vorigen Sonntag gefolgt. Biblische Grundlage war Matthäus 11,28: »Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!« Es gab kaum einen der 350 Angestellten von Willow, der sich von diesem Wort in der Karwoche nicht angesprochen fühlte! Am Schluss waren alle Anwesenden fünf Minuten lang ganz still; sie hörten Jesus sagen: »Kommt her zu mir.« Dann feierten wir das Abendmahl.

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niequist: Ich glaube, dass diese Zeit für jeden Einzelnen ein Geschenk war. Aber es gab noch eine andere Erkenntnis: The Practice war nicht länger eine graue Theorie. Keiner fragte mehr: »Was macht ihr eigentlich an diesen Sonntagabenden?« Viele hatten das Konzept besser verstanden, und Schachtel 1 bekam sozusagen einen direkten Einblick in die Schachtel 3.

Was würdet ihr Leitenden raten, die kein komplettes Schachtel 3-Experiment starten können? Wie finden Sie trotzdem Raum für Innovationen? niequist: Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Ich war früher an 52 Sonntagen im Jahr präsent. Das ist eigentlich eine Überforderung, jeder Pastor weiß das. In dieser Zeit ist mir klar geworden, dass ich eigentlich nichts wirklich bewege. Weil meine Zeit mit Arbeit und Planung ausgefüllt war, konnte ich nicht träumen. Darum habe ich begonnen, den Mittwochnachmittag zur kreativen Zeitzone zu machen. Ich habe mir die Zeit genommen, um Ideen zu sammeln, ein Buch zu lesen oder ein Lied zu schreiben. Aber den nächsten Gottesdienst habe ich in an diesem Nachmittag bewusst nicht geplant, denn Schachtel 1 war am Mittwochnachmittag geschlossen. Das habe ich sieben Jahre lang praktiziert.

Carter: Viele von uns haben keinen Einfluss auf das Gemeindesystem, in dem sie arbeiten; sie können nicht einfach so die dritte Schachtel aufbauen oder auch nur die nötigen Mittel dafür auftreiben. Doch auf unseren Terminkalender haben wir mehr Einfluss, als wir denken. Auf diese Weise kann jeder von uns seine eigene kleine Schachtel 3 bauen. steVe Carter ist Lehrpastor, aaron nieQuist einer der Worship-Leiter in der Willow Creek Community Church. Beide gehören der jungen Leitungsgeneration an, die die Gemeinde derzeit entwickelt. Das überarbeitete Interview erschien zuvor im Leadership Journal. Übersetzung: Antje Gerner Die REVEAL-Studie ermittelt den geistlichen Standort einer Gemeinde und gibt konkrete Hinweise, wie eine Gemeindeleitung ihre Gemeinde zu geistlichen Wachstumsschritten verhelfen kann. www.practicetribe.com

Wir freuen uns auf Dich! RubRik

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rigatio Stiftung gGmbH Carl-Benz-Straße 2 I 57299 Burbach I Deutschland


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Titelkopf


TiTELkOPF

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WiE GOTT MiCH zu MiR SELbST FÜHRTE

H A L BZ E IT — VOM E RFOLG ZUM BE DEUTSA M EN

ein leben auf der überholspur – so könnte man die erste lebenshälfte von Catrin Gekle zusammenfassen. 1968 in reutlingen geboren, absolviert sie nach dem abitur ihr studium des internationalen Marketing im schnelldurchgang, gefolgt von einem fulminanten start ins Berufsleben in der Modebranche. dann die Hochzeit und der wechsel ins Gesundheitswesen. sie wird Partnerin eines schweizer Beratungsunternehmens, baut dessen auf Gesundheit spezialisiertes tochterunternehmen auf, ist ehefrau und Mutter von zwei kindern. 2005 wechselt sie auf die Vorstandsebene eines klinikverbundes, wird zur Managerin des jahres gekürt. daneben baut sie eine Gemeinde und später eine weitere christliche Gemeinschaft mit auf. Catrin Gekle ist oben angekommen – doch was nun? Für das willow Creek Magazin beschreibt sie, wie es sich anfühlt, wenn die seele auf der strecke bleibt, wie sie sich auf einen weg zu sich selbst gemacht hat und warum willow Creek eng mit ihrer Biografie verflochten ist.


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TiTELkOPF

Es kam jedoch alles etwas anders, als ich mir das vorgestellt hatte: In den ersten Monaten meines ›neuen Lebens‹ hatte ich das Gefühl, dass ich nun zwar mehr Zeit hatte, aber alles sehr viel mühsamer war als früher. Bei einer Auszeit an der Nordsee merkte ich, dass ich zum ersten Mal nicht voller Tatendrang war. Darauf konnte ich mir gar keinen Reim machen: Jetzt, wo ich aufgebrochen war in die zweite Hälfte, jetzt wo es zählte, fehlte mir plötzlich die Schubkraft? Ich war verwirrt. Doch in der kommenden Zeit erkannte ich, dass ich aus einem gut geölten Hamsterrad ausgestiegen war, in dem ich mich gut eingerichtet und in dem ich gut funktioniert hatte. Jetzt nahm meine Seele offensichtlich ihre Chance zur Entfaltung wahr; sie war bei meinem rasanten Leben einfach nicht nachgekommen. Diese Erkenntnis machte für mich viel Sinn, und ich konnte das halbe Jahr, das ich mir als Findungsphase zugestanden hatte, für mich und diesen Prozess gut investieren.

»BEWUSSTER AUSSTIEG AUS EINEM GUT GEÖLTEN HAMSTERRAD«

Meine alljährliche Auszeit im Kloster – eine Lebenspraxis, die ich mir vor Jahren dank eines Willow-Seminars angeeignet habe – fiel auf das Ende dieser sechs Monate. Hier konnte ich mich neu ausrichten und in die Entwicklung der Vision für meine zweite Lebenshälfte einsteigen. Gesagt, getan. Tatsächlich formte sich am dritten Tag eine Idee in mir. Vieles, was ich bisher erfahren und getan hatte, setzte sich zu einer Leidenschaft und einer Sehnsucht zusammen: Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Menschen ihr volles Potenzial entfalten können. Am Anfang eines Lebens ist alles da, was es dazu braucht: Neugier, Tatendurst, Einzigartigkeit und Mut. Somit sind Kinder der ideale Ansatzpunkt! Denn spätestens mit der Einschulung werden sie kaum mehr bei der Suche nach der Entfaltung ihres Potenzials unterstützt, sondern in eine Einheitsform gepresst. Meine Vision war geboren: Zukunftsschulen, die Kindern Raum geben, ihre Einzigartigkeit zu entfalten. In derartigen Schulen sah ich auch Potenzial über Deutschland hinaus, etwa in Afrika. Seit Jahren, inspiriert durch die Arbeit von Willow in Afrika sowie eine Predigt zur Frage: »...und was gibst du: Geld oder Zeit?«, engagiere ich mich in lokalen Projekten vor Ort. Ich bin überzeugt, dass tiefgreifende Veränderungen in diesen Ländern durch Menschen initiiert und umgesetzt werden, die ein starkes Rückgrat und ihre eigene Persönlichkeit formen können bevor sie Teil des Systems werden. Nur so können sie die Zukunft ihres Landes anders und besser gestalten als die Vergangenheit. Ich war begeistert! Ich erinnere mich noch genau an den vierten Morgen im Kloster, als ich auf heißen Kohlen saß und mich fragte: Was soll ich jetzt noch zwei volle Tage im Kloster?

Ich war immer für meine sprudelnde Energie bekannt, lebte schnell, zielorientiert und erfolgreich. In allen Bereichen hatte ich mir Ziele gesetzt und sie erreicht, um gleich wieder zu neuen Ufern aufzubrechen. Dann kam mein 40. Geburtstag – eine optimale Zäsur für das Thema Lebensziele, wie ich fand. Ich betitelte ihn mit ›Halftime‹, nach dem gleichnamigen Buch mit dem Untertitel: ›From Success to Significance‹ – vom Erfolg zum Bedeutsamen, einer Buchempfehlung auf einem Leitungskongress von Willow Creek. Ich wollte meine zweite Lebenshälfte dem widmen, wozu Gott mich gemacht hat: Mein Bestes geben, um ein Stück der Welt zum Besseren zu verändern, so meine Devise. Dies parallel zum Dauersprint in Beruf, Familie und Ehrenamt herauszufinden ging schlicht nicht. Die Kündigung meines Jobs war für mich also nur konsequent.

S a nd i m G et r ieb e: Wen n d ie S e ele n icht n a ch kom mt

V i s ion f ü r d ie z weit e L eb en sh ä l f t e: S chu le a ls R a u m z u r Pot en z i a lent f a lt u n g

Z ä s u r m it 4 0 : Wa s sol l a b jet z t w i r k l ich z ä h len?

Mir wurde klar, dass meine Vision der Zukunftsschulen so groß ist, dass ich vermutlich den Rest meines Lebens dafür einsetzen werde. Vielleicht werde ich auch nur ein Stück des Weges dorthin bahnen und kann nie ein Endergebnis sehen, so wie ich das in der Vergangenheit gewohnt war. Ich musste an Moses denken: Er führte das Volk Israel 40 Jahre aus Ägypten in das gelobte Land – und starb dann an dessen Pforte. Und ich wusste, ich

Durch meine ausgeprägte Zielorientierung war ich in den letzten beiden Jahrzehnten auf einer Art Autobahn unterwegs. Sobald ich ein Ziel ins Visier nahm, habe ich sofort meine Energie für die Umsetzung eingesetzt. Dabei habe ich viel von der Gegenwart – und damit vom Sein und vom Leben an sich – verpasst. Mein Leben teilte sich durch die Brille der Zielfokussierung in zwei Kategorien: Was ist hinderlich und was ist förderlich für mein aktuelles Ziel? Vor meinem inneren Auge begann ich zu sehen, dass ich so manchen Menschen durch diese Brille angeschaut habe – und dass er oder sie das vermutlich auch gespürt hat. Und dass ich im Zweifelsfall die Zähne zusammengebissen habe, um Hindernisse auf dem Weg zu überwinden – ohne Rücksicht auf die Kraft, die das kostet. Im Kloster merkte ich, dass ich an einer entscheidenden Wegkreuzung stand: Meine Zielstrebigkeit ist eine tolle Gabe, aber wenn meine zweite Lebenshälfte eine wirklich neue Qualität erfahren soll, wenn ich vom ›TUN‹ zum ›SEIN‹ kommen möchte, dann muss ich lernen, dass auch der Weg das Ziel ist. Nur so werde ich das Heute und damit das Leben nicht verpassen. Mir kam eine Predigtserie von Willow mit dem Titel ›Recalibrate‹ in den Sinn – ›Neuausrichtung‹. Wie schon so oft in den letzten 15 Jahren griff ich ins Regal und hörte die Worte einer Willow-CD nochmal mit ganz anderen Ohren.

Nachmittags war ich noch einmal bei Schwester Elisabeth zum Malen. Als kopfgesteuerter Typ hatte ich mir selbst auferlegt meine rechte Hirnhälfte vermehrt zu nutzen und die kreative Seite zu aktivieren. Am Tag zuvor hatte ich schon ein Bild gemalt, auf dem meine Vision erste Formen annahm. Ich fragte mich: Was soll ich denn jetzt noch malen? Wie am Vortag entgegnete die Schwester: »Lassen Sie das Bild entstehen anstatt gezielt etwas zu malen«. Ich folgte ihrem Rat, und dadurch wurde mir etwas Wesentliches zu meinem bisherigen Lebensweg klar.

Vom T u n z u m S ei n


70 begeisterte T

TOURPLAN 2015

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mal ganz in live hland sc ut De

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Seit diesen Tagen im Kloster sind nun gut vier Jahre vergangen. Ich habe mich dort bewusst dafür entschieden, den schwereren Weg zu nehmen: Am Ende eines jeden Jahres und auch Ende 2014 hatte ich keine vorzeigbaren Ergebnisse zu meiner Vision. Das ist hart für mich. Viele Menschen in meinem Umfeld haben mitbekommen, dass ich Ende 2009 meinen Posten an den Nagel gehängt hatte, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Man kann sich unschwer vorstellen, wie es sich für einen Menschen wie mich

I n ner es Wa ch s t u m s t a t t s ichtb a r e E rgebn i s s e

werde diesmal nicht alleine aufbrechen, sondern gemeinsam mit Weggefährten, die meine Sehnsucht und Leidenschaft nach Potenzialentfaltung teilen. Auf dieser Wegstrecke geht es weniger darum, dass ich mache, sondern dass ich loslasse und vertraue. So kann Gott einen Weg in mir bahnen, und ich bin gemeinsam mit anderen unterwegs, indem wir unsere Talente und Fähigkeiten bündeln.

L A C I S U M A I N ADO eens und Live-Band Sa 11.04. Do 28.05. Fr 10.04. Sa 04.04. Mi 08.04. Sa 11.04. Fr 05.06. Sa 11.04. Fr 10.04. Sa 11.04. Mi 01.04. Fr 03.04. Do 09.04. Mi 08.04. Fr 10.04. Do 09.04. Sa 11.04. Mi 08.04. Sa 30.05. Mi 08.04. Sa 04.04. Mi 01.04. Do 02.04. Fr 29.05. Fr 10.04. Fr 10.04. Sa 11.04. Fr 10.04. Mi 03.06. Fr 10.04. Sa 04.04. Do 09.04. Do 09.04. Fr 03.04. Sa 11.04. Do 02.04. Sa 11.04. Do 04.06. Sa 04.04. Fr 03.04. Mi 01.04. Mi 08.04. Do 02.04. Do 02.04. Fr 05.06. Sa 06.06. Sa 11.04. Do 09.04. Do 02.04. Mi 01.04. Mi 08.04. Sa 11.04. Mi 01.04. Do 02.04. Mi 27.05. Fr 03.04. Sa 04.04. Sa 06.06. Mi 08.04. Fr 10.04. Mi 08.04. Mi 08.04. Fr 03.04. Do 09.04. Mi 03.06. Do 04.06. Fr 03.04. Sa 04.04. Mi 01.04. Sa 11.04. Fr 10.04. Do 09.04. Fr 03.04. Fr 10.04. Do 02.04. Mi 08.04. Do 09.04. Mi 08.04. Do 09.04. Mi 01.04. Do 09.04.

Achim Aichhalden Angelbachtal Ansbach Balingen Balingen Bayreuth Bietigheim-Bissingen Bondorf Brand-Erbisdorf Bruchhausen-Vilsen Buchholz Bühl Burkhardtsdorf Chemnitz Denkendorf Ehingen Eisenberg Elzach Erlenbach Eschede Extertal Flörsheim / Main Freiamt Freiburg Gomaringen Grimma Großenhain Gunzenhausen Hamburg Hannover Hardt Heidenheim / Brenz Hessisch Oldendorf Hohenstein Holzminden Hülben Ihringen Ingolstadt Isernhagen Kaiserslautern Karlsruhe Kaufbeuren Kirchheimbolanden Kraichtal Kulmbach Lahr Leipzig Lüneburg Meinersen-Ohof Memmingen Mühlacker München Neudrossenfeld Neuenburg Neustadt / Aisch Neuwied Nußloch Oberharmersbach Öhringen OHZ-Scharmbeck Plochingen Puchheim Pulsnitz Rheinfelden Schweinfurt Simmern St. Ingbert Stockheim Stollberg Sulz Sulzbach / Murr Trier Uhingen Verden Villingen Weingarten Weißenberg Weißenstadt Wissen Wyhl

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TiTELkOPF

An mir ist etwas geschehen, was ich selbst nicht machen konnte, sondern geschehen lassen musste und was Zeit brauchte: Ich kam vom Kopf in mein Herz. Heute bin ich emotional näher an mir und anderen Menschen, auch wenn das anstrengender als früher ist. Mein Bruder hat mich ermutigt, indem er sagte, dass ich »im Mitleiden und an der Welt leiden« auf einem guten Weg

Was ist also in den vergangenen vier Jahren passiert? Letztes Jahr schrieb mir eine Freundin die folgenden Zeilen: »Die Catrin, die ich vor 10 Jahren kennenlernte, hat mich wahnsinnig inspiriert, zum Umdenken angeregt, ich fand sie sympathisch und habe dein Leben sehr bewundert. Es beeindruckt mich aber noch mehr, wie sehr Du Dich in den letzten drei bis vier Jahren verändert hast und ich muss ganz klar sagen, die Catrin von heute gefällt mir noch weitaus besser. (...) Die letzten Treffen mit Dir waren so herzlich, ehrlich und wunderbar, ich habe dort nichts mehr von der Härte gegen Dich selbst gemerkt und auch festgestellt, wie Du gelernt hast mit dem Herzen bei Dir und Deinem Gegenüber zu sein.«

anfühlt, wenn diese Fragen kommen: »Was machst Du jetzt? Wie sieht es mit deinem Schulprojekt aus?« – und wenn mir dazu die greifbaren Antworten fehlen. Dann steht Überraschung in den Gesichtern geschrieben, denn schließlich ist man von mir Ergebnisse gewohnt. So mancher hatte bereits geplant, seine Kinder in meine Zukunftsschule zu schicken.

Zu meinem Prozess gehörte auch die Suche nach meiner neuen Rolle und Identität als Frau, die mich unter anderem zu einem Frauen-Intensivseminar führte. Hier kam ich mit reichlich wenig Energie an, denn meine persönliche Veränderung hatte statt der von mir vermuteten positiven Auswirkungen auf unsere Ehe vielmehr eine Krise zur Folge. Mein Mann war in dieser Phase mit seiner eigenen Identität und Biografie beschäftigt, und mein Weg verunsicherte ihn. Da wir bis dahin fast 20 Jahre lang sehr gut miteinander gelebt hatten, war diese Situation für uns beide ungewohnt und kräftezehrend. Jeder ging seines Weges, doch wir hielten an der Zusage Gottes fest, die über dem Bund der Ehe steht. Es sollte über ein Jahr dauern, bis wir Licht am Ende dieses Tunnels sahen. Das war für die ganze Familie eine schwere Zeit.

Vom Kopf i n s Herz i n den Kör p er

bin, um Christus ähnlicher zu werden. Das tröstet mich. Gott kann mir jetzt aufs Herz legen, was ihn schmerzt, denn ich bin offen dafür. ›Holy discontent‹, heilige Unzufriedenheit, nennt Bill Hybels das. Wenn ich mein Herz täglich dafür öffne, was Christus durch mich bewirken will, mache ich seine Ziele zu meinen Zielen – auch wenn ich ihm dabei auch heute noch immer wieder mal ordentlich in die Quere komme.

Pete Ruppert · www.pete-ruppert.com

denkraum4.de · mosaik-im-revier.de · inno-deutschland.de

Catrin Gekle ist Betriebswirtin und arbeitet seit über 20 Jahren in verschiedenen Funktionen in Wirtschaft, Gesundheitswesen und im Non-Profit-Bereich. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern ist derzeit bei Denkraum4, Mosaik im Revier und inno-Deutschland engagiert.

Danken möchte ich an dieser Stelle meinen Weggefährten der letzten Jahre, aber auch Willow Creek: Viele Aspekte meiner persönlichen Entwicklung sowie berufliche Praktiken und Impulse für christliche Gemeinschaft sind inspiriert von Predigten, Seminaren, Audiojournalen, Kongressen und Menschen rund um Willow Creek – für mich ein Segen!

Für mich schließt sich hier ein Kreis. Mein Weg in den letzten vier Jahren verlief völlig anders, als ich es beim Aufbruch in die zweite Hälfte im Sinn hatte. Doch bevor ich anderen Menschen den Raum für ihre Potenziale schaffen kann, hat Gott mich erst einmal zu mir selbst geführt. Und wer weiß, ob ich schon am Ende dieser Reise bin? Bill Hybels würde sagen: »Way to go!«

Ganz im Jetzt und im Hier und bei mir zu sein, bedeutet auch in meinem Körper zu sein und ihn wahrzunehmen. Erst als ich in meinem Körper präsent wurde, konnte ich Gottes Liebe in mir spüren und nicht nur mit dem Kopf und dem Herzen darum wissen. Aber ich stehe noch am Anfang dieses Weges. Eine wunderbare Wegbegleiterin brachte es auf den Punkt: »Nur wer bei sich zu Hause ist, kann anderen Heimat sein.«

So rollte ich ziemlich auf der letzten Felge in dieses Seminar, unschlüssig ob ich überhaupt dort sein wollte. Doch am Abend hatte ich mehr Energie als noch am Morgen! Was war geschehen? Ich ließ den Tag Revue passieren: Die Geschichten, die erzählt wurden, waren voller Zerbruch und Schmerz. Fachlichen Input gab es eigentlich kaum, doch dann ging mir ein Licht auf: Wir hatten alle möglichen Arten von Körperbewegung gemacht: vom Tanzen über Körpermeditationen bis hin zu einer Art Kampfsport. Ohne dass ich es bewusst realisierte, hatte mir all dies Energie gegeben. Und damit war mir mein nächster Schritt klar: Vom Kopf ins Herz in den Körper.

»DU BIST JETZT MIT DEM HERZEN BEI DIR UND BEI DEINEM GEGENÜBER!«


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WilloW Creek kinderplus-kongress

13.– 14.02.2016 Tui-ArenA HAnnover

inspirieren – FÖrdern – sTÄrken der seit 1999 regelmäßig stattfindende „promiseland-kongress“ trägt einen neuen namen: kinderplus-kongress! das plus steht für einen noch umfassenderen Ansatz in der Arbeit mit kindern in kirchen und gemeinden. er hat sich zu einer weit gefächerten ermutigungs- und lernplattform entwickelt. du profitierst nun von vielseitigen impulsen aus unterschiedlichen praxiserprobten Formen der Arbeit mit kindern. und noch mehr: der kinderplus-kongress liefert dir frische ideen, stärkt deine Fähigkeiten, fördert deine Motivation und belebt deine

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spiritualität. so wird deine Arbeit mit kindern weiter vorangebracht und sie trägt dazu bei, Familien bei der geistlichen Begleitung ihrer kinder zu unterstützen. erlebe – gemeinsam mit deinem Team – wertvolle Tage vom 13. – 14. Februar 2016 in der Tui-Arena Hannover. Mit dabei sind: Jörg Ahlbrecht (Willow Creek deutschland), reggie Joiner (Think orange, Atlanta), kerri Mahla (Willow Creek, Chicago) und viele andere.

RubRik

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international anerkannter

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INFO & TRAININGSABENDE LEITUNGSKONGRESS 2016 + KINDERPLUSKONGRESS 2016 Im Vorfeld des Leitungskongresses 2016 und des Kinderplus-Kongresses 2016 ist Willow Creek Deutschland in diesem Frühjahr zu Info- und Trainingsabenden unterwegs. Der erste Teil des Abends besteht aus seinem Vortrag von Willow Creek-Referent Jörg Ahlbrecht zum Thema ›Brennen ohne auszubrennen‹. Nicht selten klagen Mitarbeitende, dass ihnen die Leidenschaft abhanden gekommen ist und einer inneren Müdigkeit Platz gemacht hat. Welche Schritte kann der Einzelne, aber auch eine Gemeinde unternehmen, damit die Leidenschaft nicht erlischt, sondern das gemeindliche Engagement mit Frische und Augenmaß geschieht? Darauf wird der Vortrag Antworten geben. Im zweiten Teil des Abends steht die Information über anstehende Willow-Kongresse im Mittelpunkt: Den Leitungskongress 2016 sowie den Kinderplus-Kongress 2016. Beide Kongresse finden unmittelbar hintereinander in der TUI-Arena in Hannover statt, wobei die letzten zwei Leitungskongress-Einheiten zugleich den Auftakt zum Kinderplus-Kongress bilden. Sie erfahren, welchen Gewinn diese Verzahnung für die Gemeinden mit sich bringt sowie ein aktuelles Update über den Doppelkongress.

IN FOLGENDEN STÄDTEN FINDEN DIE KOSTENFREIEN TRAININGSABENDE STATT. 20.04. / Butzbach / Stadtmission Butzbach / 20 Uhr 23.04. / Würzburg / FeG Würzburg Heiligsfeld / 20 Uhr 27.04. / HH-Harburg / Ev. Apostelkirche Harburg / 20 Uhr 29.04. / Wetter/Ruhr / Ev.-Freik. Gem. / 20 Uhr 05.05. / Zwickau / Luthergemeinde / 19. 30 Uhr 06.05. / Karlsruhe / FeG Karlsruhe / 20 Uhr 07.05. / Hannover / Christengemeinde Elim / 19.30 Uhr 11.05. / Stuttgart / CVJM Stuttgart / 20 Uhr

Gott sei dank! Die ICEJ möchte alle christlichen Gemeinden in Deutschland ermutigen, „Danke für 70 Jahre Deutschland“ zu sagen. Wir unterstützen Sie gerne bei Aktionen, Themenabenden, Gottesdiensten etc.

12.05. / Essen / Jesus-lebt-Kirche / 19.30 Uhr 27.05. / Magdeburg / Ev.-Freik. Gem. / 19.00 Uhr 03.06. / KS-Möncheberg / Ev.-Freik. Gem. / 19.30 Uhr 08.06. / Siegen / FeG Siegen-Geisweid / 19.30 Uhr 09.06. / Nürnberg / Jesus Center N. (EmK) / 20 Uhr 10.06. / Augsburg / Ldk. Gemeinschaft / 19.30 Uhr 17.06. / Düsseldorf / CZDüsseldorf / 20 Uhr 18.06. / Münster / Ev.-Freik. Gemeinde / 19.30 Uhr 24.06. / Augustfehn / Ev.-Freik. Gemeinde / 20 Uhr 25.06. / Berlin Mitte / Christuskirche / 19.30 Uhr

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ZWISCHEN DEN WELTEN München, Mai 2004. Seit 1999 studiere ich auf Gymnasiallehramt für Deutsch und Religion an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Anfangs zusätzlich viel Hebräisch, danach zunehmend Philosophie. Dass ich dann im Doppelstudium noch mit Diplomtheologie anfange, ist eher ein Zufall. Das meiste daran langweilt mich, leider. Meine große Liebe gilt mehr und mehr der Literaturwissenschaft, der Linguistik und der Philosophie. Die ansteckende Forscherfreude und Radikalität des Hinterfragens, denen ich in diesen Fächern begegne, stehen in solch schmerzvollem Kontrast zu der dumpfen kirchlichen Nabelschau, die mir aus den theologischen Fakultäten entgegenschlägt (natürlich gibt es auch Ausnahmen). Ich fühle mich wie zwischen zwei Welten. Wissenschaftlich begeistert mich die analytische und die postmoderne Philosophie mit ihrer alles infrage stellenden seziermesserscharfen Kritik. Vormittags jedoch verbringe ich täglich mindestens eine Stunde im persönlichen Gebet und lese die Werke von Teresa von Ávila. Außerdem engagiere ich mich mittlerweile deutschlandweit in der ›Jugendarbeit der Charismatischen Erneuerung‹ (einer Bewegung in der Katholischen Kirche Deutschlands, d. Red.), wo regelmäßig an vielen Orten Jugendwochenenden mit Dutzenden und Hunderten von Teenagern stattfinden. Und dann ist da die Theologie … In mir ist ein Schrei nach etwas anderem. Natürlich liebe ich Jesus, ich liebe auch seine Kirche, in der ich so viel Wunderbares empfangen habe. Und doch ist da diese denkerische Unzufriedenheit, die mich vieles hinterfragen lässt und die später zu meiner Dissertation ›Metaphorische Theologie‹ führt. Und diese Unzufriedenheit mit der Starrheit der Formen. Alles in dieser bunten Stadt und alles in unseren pulsierenden Jugendtreffen schreit danach, das Evangelium auf andere, neue Weise in all seiner Schärfe und Schönheit zu leben und zu feiern. Doch wie? Ich spüre, dass ich zwischen zwei Welten stehe und etwas Neues beginnen muss … Es sind bunte, wilde und schöne Jahre in München. Frisch verheiratet in einer kleinen Wohnung in einem schlechten Viertel. Meine Haare sind blau. Tagsüber studiere ich mit minimalem Aufwand, was mein Engagement für die Jugendarbeit und mein Gebetsleben ermöglicht. Abends höre ich mich auf Stehplätzen in der Oper durch Wagners Werke. Ich frage mich, ob sich so vielleicht die Postmoderne anfühlt …

DOCH IST DA DIESE DENKERISCHE UNZU FRIEDENHEIT, DIE MICH VIELES HINTER FRAGEN LÄSST

S HARTL E N N A H JO E CH E R IST SPR NGS ITU BEIM LE SS KONGRE 2016

DIE ERSTEN WUNDER Nachts durchziehe ich mit Freunden die alternativen Clubs der Elektro-Szene. Und dabei sprechen wir über Jesus. Uns interessiert das Neue, Gefährliche, Radikale. Wir fangen an, Menschen auf der Straße spontan anzusprechen, uns auf prophetische Eindrücke hin auf den Weg zu machen und Gottes Wirken hautnah zu erleben. Vormittags im Seminar zu lernen, dass die Heilungsberichte des Neuen Testaments nur symbolisch zu verstehen seien, wenn man nachmittags und abends Wunder sieht, bringt mich in eine gewisse Distanz zur Fachtheologie, die ich nie ganz überwinden werde. Wir wollen Gottes Wirken live sehen. Vor einem Jugendcamp beginnen wir ein 21-tägiges Fasten, beten eine ganze Nacht durch. Unvergessen sind mir die unglaublichen Mengen an Espresso, die müden, aber doch so strahlenden Augen der in diese heilige Verschwörung Eingeweihten und vor allem: der Zauber des Neuen, als es endlich Morgen wird. Mit unserem Gebetskreis machen wir Einsätze am Hauptbahnhof, wo wir für Menschen beten, Tee und Kekse an Obdachlose ausgeben und mit ihnen über Jesus sprechen. Wunderbare Erlebnisse mit einem Gott, der unsere unbeholfenen Schritte wieder und wieder segnet. Doch die witzigsten, wenn auch nicht einfachsten Aktionen bekommen bei uns den Namen ›Face Your Fears‹. Das bedeutet einfach: Tu etwas, obwohl du Angst davor hast … Nicht unbedingt der Gipfel der Reife und Weisheit, waren diese verrückten Missionen doch wichtige Lektionen eines Wegs in eine neue Freiheit. joHannes Hartl gründete nach seinem Studium das Gebetshaus Augsburg, wo das Gebet bei Tag und bei Nacht nicht verstummt. Er ist ein gefragter Konferenzsprecher in ganz Europa und lebt in Augsburg. Auszug aus »In meinem Herzen Feuer« (SCM-Verlag). In dem Buch schildert der Autor seine Reise ins Gebet sowie der Gründung des Gebetshauses in Augsburg. www.gebetshaus.org

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MENSCH ÄNDERE DICH DOCH!

GRENNY JOSPEH CH E R E I S T S P R N GS  ITU B E I M LE ESS KONGR 2016

Joseph GrennY ÜbER DiE GESTALTunG DES LEbEnS, WEnn MAn SiCH SELbST inS viSiER niMMT.

Klar – es sind immer die anderen! Die Gesundheitskosten explodieren, weil die anderen zu viel essen und zu wenig Sport treiben. Es gefährden die anderen das friedliche Zusammenleben durch extreme politische oder religiöse Ansichten. Und wiederum sind es die anderen, die unsere Umwelt verschmutzen und dafür sorgen, dass das Ozonloch immer größer wird. Wie anders könnte unser Leben also aussehen, wenn wir die anderen dazu bringen könnten, sich endlich zu ändern! Ich persönlich schätze allerdings zunehmend jene Menschen, die mit der nötigen Veränderung bei sich selbst anfangen: Sie sehen die eigene Persönlichkeit als ein ›Objekt der direkt umsetzbaren Einflussnahme‹. Interessierten Wissenschaftlern gleich, beobachten sie sich sozusagen aus der Adler-Perspektive selbst: sie schauen auf sich herunter und formen dabei Einsichten und Strategien, die zu Verhaltensänderungen führen.

MIT SICH SELBST WIE MIT EINEM DRITTEN UMGEHEN Ein Beispiel: Ein Freund von mir ist drogenund sexsüchtig und seit über einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis. Nach einem Rückfall wurde er zwar nicht erwischt, trotzdem kündigte er mir unter Tränen an: »Morgen gehe ich zurück ins Gefängnis.« »Warum das denn?«, fragte ich verwundert. »Man hat dich doch gar nicht überführt?« »Ich muss aber zu meinen Fehlern stehen«, meinte er daraufhin, »sonst werde ich nie frei. Ich habe es meinem Bewährungs20

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helfer freiwillig erzählt«. Eigentlich fand ich das Ganze merkwürdig. Mein Freund sprach von sich selbst wie von einem Dritten. Er traf gezielt Entscheidungen und gestaltete Erfahrungen, die dauerhafte Veränderungen herbei führen sollten. Zum ersten Mal hatte ich vor fünf Jahren mit ähnlich handelnden Menschen zu tun: Meine Kollegen und ich arbeiteten an einer Studie über Menschen, die gravierende persönliche Herausforderungen erfolgreich bewältigt hatten. Wir studierten ihre Veränderungsstrategien und lernten als wichtigste Lektion folgendes: Wer nachdenkt und es clever macht, kann sich in ein neues, zuvor eigentlich kaum vorstellbares Verhalten ›hineintricksen‹. Dabei hatten die Teilnehmer vielfach eine objektive und sogar distanzierte Sicht auf sich selbst. Häufig sprachen sie in der dritten Person mit sich. Diese manchmal bizarr anmutenden Selbstgespräche waren aber keine Begleiterscheinung, sondern vielmehr die Basis ihres Erfolges. Durch ›Ein-Personen-Dialoge‹ nahmen sie zwei Rollen im eigenen Veränderungsprozess ein: Sie waren Objekt der Veränderung und Wissenschaftler zugleich.

Wenn Sie davon für Ihre eigene Veränderungsprozesse profitieren möchten, tun Sie folgendes: 1. ÜBernehMen sIe das koMMando. Warten Sie nicht länger darauf, dass ein anderer schreibt, erfindet oder lehrt, was Ihr Leben in Ordnung bringt! Sie sind einzigartig; über Sie gibt es keine Studie, die die nächsten Schritte vorgibt. 2. studIeren sIe Ihr Verhalten. Sie können sich nur verändern, wenn sie genau wissen, was Sie beeinflusst. Erfolgreiche Veränderer sehen sich selbst als ›Laborratte‹ im Labyrinth des Lebens. Sie wissen: Der einzige Weg, das eigene Verhalten zu kontrollieren, ist das Labyrinth unter Kontrolle zu bringen.

SICH SELBST BEEINFLUSSEN  WIE DENN DAS? Eine Teilnehmerin, Margaret Maxfield, hat mich besonders beeindruckt. Ihre Geschichte zeigt, wie Wissenschaft das eigene Verhalten und folglich das persönliche Glück beeinflussen kann.

VON OBEN IN DAS EIGENE LEBEN BLICKEN.


Margaret ist Jahrgang 1926, ihr Mann John Jahrgang 1927. Vor zwei Jahren wurde ihr klar, dass sie als kleine Frau ihren fast 2 Meter großen Mann nicht mehr vor dem Hinfallen bewahren, geschweige denn ihm danach wieder aufhelfen konnte. Die beiden zogen also in eine Einrichtung für betreutes Wohnen nach Placerville, Kalifornien. Es fiel ihnen nicht leicht, ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Bisher hatten sie das Leben genossen, hatten Mathematik studiert und zählten zu den Koryphäen ihres Fachs. John reparierte nebenbei fünf alte Rolls Royce, und die beiden hatte eine Farm erworben, auf der sie nicht nur alle Arbeiten allein erledigten, sondern auch Jahr für Jahr zehntausende Weihnachts- und Zuckerahornbäume anpflanzten.

DAS LEBEN GESTALTEN, DAS GLÜCK BEWAHREN Auf die neuen Umstände ließen sie sich trotzdem sehr bewusst ein und gestalteten das Leben mit seinen Einschränkungen so, dass ihr Glück gewahrt blieb. Sie mussten Kontrolle aufgeben – und fragten sich gleichzeitig, was diese Lücke füllen könnte. John entschied sich für Fitness und beglückte die Bewohner der ganzen Anlage mit seinem Trainingskonzept. Margaret beschäftigte sich mit Spanischlernen und Literatur. Ihr Bewegungsradius war eingeschränkt, aber innerhalb dessen bewegten sie sich mit doppelter Geschwindigkeit. Aus dem eigentlich schmerzhaften Verlust der Farm machten sie ein Fest, indem sie die Autos verschenkten und die Farm einem palästinensischen Studenten übergaben. So stiftete ihr Handeln nicht nur Sinn, es blieb in dieser Phase auch überlegt und selbstbestimmt. Margaret brachte es auf den Punkt: »Es ist ein Unterschied, ob einem die eigene Tochter sagt, dass man nicht mehr fahren kann oder ob man sein Auto vorher einfach verschenkt.«

MEMOIREN GEGEN IDENTITÄTSKRISE Als Margaret aus ihrem großen Haus in ein Ein-Zimmer-Appartement umzog, verlor sie mehr als nur eine Adresse, sie verlor auch einen Teil ihrer Identität. Früher hatten ihre Nachbarn gewusst, dass die beiden ein Akademiker-Paar waren, das im Leben einiges erreicht hatte. In der Seniorenanlage war sie für die Bewohner nun ›eine andere alte Frau‹. Sie begann darum ihr Leben

aufzuschreiben, hielt Anekdoten über die Autoleidenschaft ihres Mannes und das Leben auf dem Land fest und schrieb ihre eigene Liebesgeschichte nieder. Ihre Textsammlung wurde in Placerville zum Bestseller und öffnete Türen zu den Menschen. Auch John schrieb – seine zärtlichen Gedichte für Margaret veranlassten so manche Ehefrau in der Anlage, ihrem Gatten einen sanften Rippenstoß zu versetzen: sie selbst hatten solche wunderbare Gedichte noch nie von ihm bekommen. Und so fanden Margaret und John in Kalifornien nicht das Glück. Sie schufen es sich.

EINSCHRÄNKUNGEN GANZ BEWUSST GESTALTEN UND LÜCKEN NEU FÜLLEN MARGARET RICHTET MARGARET AUF Kürzlich zeigte mir Margaret ein weiteres beeindruckendes Beispiel, wie man im eigenen Leben als liebevoller Wissenschaftler agieren kann, obwohl parallel dazu belastende Emotionen verarbeitet werden müssen. John Maxfield starb an einem wunderschönen Samstagmorgen im Juni. Sein Tod erschütterte Margarets Welt zutiefst, und ich trauerte mit ihr. Ich wusste, wie liebevoll ihre Beziehung über mehr als fünfzig Jahre gewesen war. Wie würde Margaret mit der neuen Solo-Rolle in ihrem Leben jetzt fertig werden? Meine Sorgen waren unbegründet, ich hätte es wissen sollen. Natürlich vermisste sie John. Aber Margaret kann ihre Margaret auf ganz unglaubliche Art beeinflussen. Sie weiß, was Margaret deprimiert und sie weiß ebenso, was sie heilt. Eine ihrer Maximen lautet: »Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe brauchst, dann geh und hilf jemandem.« Also half Margaret. Sie bot einen AutorenWorkshop an, damit andere erlenen konnten, wie man eigene Erfahrungen niederschreibt. Und so finden vielleicht durch Margarets geniale Methode der Selbstbeeinflussung einige Männer im Herbst ihres Lebens einen Zugang zur Poesie, an dem ihre Frauen sich

im Frühling ihres Lebens nicht erfreuen konnten. Die größte Herausforderung ist also die Beeinflussung der eigenen Person, die wir annehmen müssen wie sie ist: komplex, faszinierend und wichtig, und geformt von einer schier unüberschaubaren Fülle unterschiedlichster Faktoren. Ich hoffe, dass Margarets Beispiel viele Menschen dazu bringt, aktiv an der Veränderung des schwierigsten Objektes mitzuarbeiten, das wir kennen: an unserer eigenen Persönlichkeit. Denn die Ergebnisse in unserem Leben, die wir uns am meisten wünschen, werden wir nur erreichen, wenn wir aktiv bei uns selbst intervenieren.

josePH GrennY ist ein viel gefragter Redner und Unternehmensberater. Seit 20 Jahren steht er großen Unternehmen bei nachhaltigen Strukturverbesserungen zur Seite. Sein Vortrag beim Leadership Summit 2014 in Chicago erhielt Bestnoten. Übersetzung: Antje Gerner www.josephgrenny.com

KONGRESSE

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„Wer z u  Gl au m b einlädt en ,… n i e s s u m … r e d n e n Ler rden!“  we Gerold Vorländer wie DER GLAUBE Erst im Spannungsfeld verschiedener Pole an Tiefe gewinnt Teil 2 Mit dem Herzen verstehen lernen In meinem ersten Beitrag im Willow Creek Magazin (Nr. 4/14) ging es darum, die theologische Herausforderung für Mission in unserem Kontext zu verstehen. Während an ihren Formen seit Jahrzehnten gefeilt wird, bleibt die Botschaft doch vielerorts stumpf. Immer noch ist die überwiegende Mehrzahl der Predigten geprägt von einem Insider-Denken, dem die Verknüpfung des Evangeliums mit der real-existierenden Lebenswelt der Menschen bestenfalls oberflächlich gelingt. Doch gerade bei denen, die schon ›dazu gehören‹, führt eine solche Art der Verkündigung in Gottesdiensten, Andachten, Gesprächskreisen etc. zum Verdrängen eigener wichtiger Fragen, zu einer Abspaltung der Lebenswelten und nicht selten 22

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irgendwann auch zum Verlust des Glaubens. Deshalb muss ganz neu die Kunst einer dialogischen Theologie entwickelt und geübt werden. Sie nimmt die Anfragen der Gegenüber ernst und beantwortet sie in einer für sie verständlichen Weise. Dabei darf das Dialogische nicht nur eine Methode sein, ­sondern muss von Herzen angenommen werden. Es geht um Begegnungen auf Augenhöhe und um die Bereitschaft, vom Gesprächspartner ­wirklich zu lernen: »Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich darin die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe«, so formulierte es der Theologe Klaus Hemmerle.


Bereichernder Perspektivwechsel – was Jesus wirklich meinte Aus unzähligen Gesprächen weiß ich, dass ich von fast jedem Menschen etwas lernen kann; lernen nicht nur über den anderen, sondern auch für mich selbst und meinen Zugang zum Leben und Glauben. Ein Beispiel: In der Berliner Stadtmission haben wir mehrere Übergangshäuser, um frühere Obdachlose wieder zu integrieren. In einem davon biete ich wöchentlich ein Gesprächsfrühstück an, in dem ich mit den etwa 12 Teilnehmern – überwiegend Männern – jeweils über ein Lebens- und Glaubensthema rede. Neulich kamen wir auf das Thema Sorgen zu sprechen. Zu meiner Überraschung erzählten einige: »Als wir auf der Straße oder im Wald lebten, haben wir uns keine Sorgen gemacht. Etwas zu essen bekommt man immer irgendwie. Und seine paar Sachen nimmt man nachts mit in den Schlafsack. Die Millionäre tun uns leid! Die müssen sich Sorgen machen, wenn von ihrer Million ein Euro verloren geht.« Mir wurde schlagartig klar, wie sich durch die Perspektive der Wohnungslosigkeit das Jesuswort ändert: »Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Last hat« (Matthäus. 6,34). Jesus hat genau diese Gedanken in den drei Jahren formuliert, in denen er selbst wohnungslos war. Als ich den Bewohnern des Übergangshauses davon erzählte, waren sie ihrerseits überrascht. Ich lernte also vom ›Bruder von der Landstraße‹ diese Botschaft Jesu überhaupt erst zu verstehen: »Macht euch bewusst, wie gering euer Einfluss auf Entwicklungen in der Zukunft ist. Konzentriert euch auf das, was heute dran ist. Und lasst die vielen Dinge los, die euer Leben so überfrachten. Lasst vor allem äußere Dinge los. Vertraut euch Gott an.« Ein solches gemeinsames Verständnis zu formulieren und festzuhalten, ist am Gesprächsende meine Aufgabe. Dabei bin ich der zum Glauben Einladende und der Eingeladene zugleich! So wird im Dialog mit den ehemals Wohnungslosen die Bedeutung Jesu für unser Leben verständlich und rele­vant bezeugt, ohne jemandem irgendetwas überzustülpen.

Nur in einer lernenden Haltung vom Glauben reden Möchten Sie von irgendjemandem missioniert werden? Möchten Sie sich Erklärungen zu einem Thema anhören müssen, das sie überhaupt nicht interessiert? Wollen Sie zu etwas bekehrt werden, von dem Sie nicht überzeugt sind, oder von außen belehrt werden, ohne dass der andere Ihre Situation richtig kennt und ernst nimmt? Doch wie oft treten Christen als ›Besserwessis‹ auf. Umgekehrt: Wenn wir jemanden kennenlernen, der sich erkennbar für unsere Lebenswelt interessiert und uns auf interessante, hilfreiche Gedanken bringt, werden wir dafür in der Regel durchaus offen sein. Diese Haltung des Lernenden sollte alle Situationen und Formen von christlichem Zeugnis, von Verkündigung und Evangelisation prägen. Das ist nicht ›modernistisch

„Ich bi nd G l a u be e r z u m n Ei n l a de u nd d e r Ei ng e nd e l a d e ne zugleic h.“ weichgespült‹, sondern entspricht zutiefst der Einstellung Jesu, wie sie uns in den Evangelien übermittelt wird: »Was willst du, das ich dir tun soll?« Zwei Linien möchte ich nun nachzeichnen, wie das Lernen von den Einsichten und Fragen Anderer die Theologie und Verkündigung insgesamt verändert und b ­ ereichert.

Orientierung – ohne eindimensionale Antworten Unsere Welt ist kompliziert geworden: Alles hängt irgendwie zusammen, aber niemand scheint mehr zu wissen, wie. Unser Leben wird immer komplizierter: Schier unübersehbare Wahlmöglichkeiten zwingen uns, permanent Entscheidungen zu treffen, deren Auswirkungen wir nicht wirklich abschätzen können. Daraus entsteht ein Doppeltes: Einerseits ein großes Verlangen nach klaren Einteilungen: Drinnen und Draußen, Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Wir und Ihr; kurz: nach einem Schutzraum gegen die Komplexität. Auf der anderen Seite ist das Misstrauen gegenüber allzu einfachen Antworten und gegenüber Ideologien und Institutionen groß, weil sich diese entweder schnell als hohl erweisen oder in aggressiven Fundamentalismus umkippen. So taumelt unsere Gesellschaft zwischen Angst vor Heimatverlust und Angst vor Freiheitsverlust, zwischen Orientierungsbedürfnis und Individualitätsstreben hin und her. In diesem Spannungsfeld stehen auch die Fragen an Kirche und Glauben: Die Institution mit ihren Antworten wird abgelehnt. Gleichzeitig werden von den Christen einfache bzw. eindimensionale Antworten gefordert. In der Frage ›Wenn es einen Gott gibt, wie kann er so etwas zulassen?‹ sind interessanterweise sogar beide Positionen vereint: Die implizite Ablehnung einer vorgegebenen Lehre und zugleich der Wunsch nach einer eindimensionalen Erklärung. Gehen wir aber der Frage auf den Grund, stoßen wir – sofern sie ernst gemeint ist – auf ein Leiden an der Zerrissenheit und Ungerechtigkeit der Welt und dem Wunsch, damit klarzukommen. Und wir müssen feststellen – ehrlicherweise auch bei uns selbst – dass weder die Rede von einem allmächtigen, alles bewirkenden Gott, noch die Erklärung, dass allein die Menschen an allem schuld seien, wirklich hilfreich ist. Die eine Antwort verneint die Liebe Gottes. Die andere setzt den autonomen Menschen auf den Thron. Die Wahrheit liegt aber auch nicht in Form eines ›sowohl-als-auch‹-Kompromisses in der Mitte. Wenn wir die Komplexität des Lebens nicht ausblenden und die Net z werk

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Beziehungsgeschichten statt ­Wahrheitsbehauptungen Bibel als Ganzes ernst nehmen, kommen wir zu einem anderen Umgang mit solchen Fragen. In der Bibel gibt es nämlich – Gott sei Dank – unzählige Widersprüche, die die Widersprüche des ›echten Lebens‹ ­spiegeln. Ein Beispiel: »Schaffet, dass ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch beides vollbringt, das Wollen und das Vollbringen.« (Philipper 2,12b+13) Dieser Widerspruch lässt sich nicht in einer statischen Gleichung auflösen, sondern nur in einer ›dialektischen‹ Bewegung. ›Dialektik‹ bezeichnet eine Denkweise, in der man sich bei Widersprüchen oder Gegensätzen zwischen den Polen hin- und her bewegt und sie aufeinander bezieht, statt das eine gegen das andere auszuspielen, um eine eindimensionale Antwort zu erhalten. Angewendet auf Philipper 2 bedeutet das: Wir sind aufgefordert, wirklich alles dranzusetzen, um selig zu werden, also im Einklang mit Gott zu leben. Wir sind verantwortlich! Doch sind wir an diesem Pol angekommen, besteht die große Gefahr der Selbstgerechtigkeit und Selbstüberschätzung. Dem wären wir schutzlos ausgeliefert, gäbe es da nicht den anderen Pol. ›Denn Gott ist es …‹ Also bewegen wir uns darauf zu, lernen loszulassen, uns ihm anzuvertrauen, ihn wirken zu lassen. Sind wir dort wiederum gut angekommen, droht unserem Leben Bequemlichkeit, Leichtsinn und Verantwortungslosigkeit. Also wieder zurück! Jede Einseitigkeit, jedes geschlossene System führt in die Irre. Auf der anderen Seite ist aber nicht alles beliebig! Auf die Komplexität des Lebens mit der Bibel Antworten zu finden, bedeutet nicht Positionen zu vertreten, sondern Wege zwischen den verschiedenen Polen zu suchen. Nur so verstehen wir, wie die Gegensätze und Widersprüche lebendig aufeinander bezogen sind. Die Bibel ist zutiefst durchdrungen von diesen dialektischen Bewegungen. Wenn es uns gelingt, in der Verkündigung Menschen auf solche Wege mitzunehmen, werden ihnen Horizonte aufgehen – über die Bibel und über ihr eigenes Leben. So erhält unser Leben eine Orientierung, die eindimensionale Antworten niemals geben können.

au f n e t r o „ A n t w f i nd e n zu n e g a r f e Lebens edeutet Weg b en d n e h z wisc chen“ u s u z Polen

Dieser Gedanke schließt unmittelbar an den vorhergehenden an. Viele Menschen verbinden mit dem christlichen Glauben die Vorstellung, man müsse hier irgendwelche Wahrheiten für richtig halten. Dann ist man ganz schnell bei Themen angelangt wie etwa der Schöpfung der Welt in sieben Tagen, die wissenschaftlich nicht haltbar und damit abzulehnen sei. Dieses Missverständnis hat sich die breite Masse kirchlicher Verkündigung über Jahrhunderte hinweg selbst zuzuschreiben. Auch heute höre ich immer wieder Predigten von Laienpredigern bis zu hohen kirchlichen Würdenträgern, die vor ›Richtigkeiten‹ nur so strotzen, aber keine Beziehungsgeschichten erzählen. Zu Recht wenden sich Menschen davon ab – mit einem untrüglichen Gespür für die Irrelevanz solcher Kanzelreden. Zu Recht deshalb, weil die Bibel selbst überwiegend aus Geschichten besteht, die vom Verhältnis zwischen Gott, Mensch und Mensch erzählen. Schon der Kern der biblischen Schöpfungsüberlieferung ist eine solche Verhältnisbeschreibung. Wahrheiten, selbst wenn wir sie anerkennen, lassen uns kalt. Geschichten dagegen bewegen uns. Und jeder einzelne Mensch sehnt sich doch danach, Teil einer größeren Geschichte zu werden. Von Beziehungen mit Gott zu berichten heißt aber – spätestens vom Neuen Testament her – trinitarisch von Gott zu erzählen. In der Bibel findet sich bekanntlich keine Trinitäts-Lehre. Aber sie erzählt, wie ­Menschen Gott begegnen als einem lebendigen Beziehungswesen, als Ursprung und Quelle unseres Lebens: Uns zugewandt (Vater), versöhnend und zum Leben befreiend mitten in der Welt (Sohn, Jesus von Nazareth) und als Energie, die den Kosmos durchdringt und uns zugleich als Gott-in-uns verwandelt (Schöpfer Geist, Heiliger Geist). Das sind keine drei Götter, wie (nicht nur) viele Muslime meinen. Es ist der eine Gott, der auf unterschiedliche Weise zu uns in Beziehung tritt und Beziehungsräume öffnet, in denen alle Fragen der Menschen ihren Platz haben. Was für eine ungeheuer spannende Aufgabe, mit den Fragen der Menschen auf Entdeckungsreise in der Bibel zu gehen und die Vielfalt nachzuerzählen, wie Gott und Mensch sich ganz konkret begegnen! So lernen wir zu verstehen und zu zeigen, wie auch heute jeder Mensch zu einem Teil dieser beziehungsreichen Gottesgeschichte werden kann.

 Pfarrer Gerold Vorländer ist Leitender Mitarbeiter für den Schwerpunkt Mission in der Berliner Stadtmission.

berliner-stadtmission.de

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NEUE PERSPEKTIVE FÜR EINE 100-JÄHRIGE Manfred Kreis: Wie die LKG Augsburg sich zukunftsfähig macht

Zunächst mehr Fragen als Antworten

Die Landeskirchliche Gemeinschaft Augsburg (LKG) hat 1994 ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Nach so langer Zeit besteht die Gefahr, dass eine Gemeinde in Traditionen erstarrt und notwendige Veränderungen, etwa aus Angst vor Konflikten, ausbleiben. Doch die Leitung spürte bei alten und jungen Beterinnen und Betern eine große Sehnsucht nach neuen Aufbrüchen. Weil Jesus der selbe Herr »gestern, heute und in Ewigkeit« (Hebr. 13,8) ist, fand das Jubiläum unter das Motto ›100 Jahre LKG Augsburg – Gemeinde mit Zukunft‹ statt. Konnte die Gemeinde diesen Leitspruch seitdem mit Inhalt füllen?

Viele Gemeindeleitungen kennen die Fragen, die auch uns bewegten: Welches sind die richtigen Lieder? Dürfen Frauen leiten und predigen? Was können wir tun, damit die Kinder längerfristig in der Gemeinde eine Heimat finden? Darüber hinaus war uns wichtig, dass wir in der Evangelisch-Lutherischen Kirche (zu der wir durch einen Gemeinschaftsverband gehören) den für uns notwendigen Gestaltungsraum finden und bewahren würden. Und wir litten darunter, dass nur wenige unter uns gute Kontakte zu glaubensfernen Menschen hatten. Wie sollten wir ihnen das Evangelium nahebringen? Wir starteten erste niedrigschwellige Veranstaltungen wie Familientage; es fiel uns leicht dazu unsere Freunde einzuladen. Erste Erfolgserlebnisse ermutigten uns, einmal monatlich einen VormittagsFamiliengottesdienst anzubieten. Bis dahin wurden die Gottesdienste mit Rücksicht auf die Kirchengemeinden nur abends oder nachmittags gefeiert. Diese Experimente veränderten aber unsere Einstellung: Es ging nicht mehr nur um die Frage: »Was gefällt mir?« sondern »Was brauchen die anderen?« Mit dieser Motivation starteten wir den ersten Glaubensgrundkurs, der nach einigen Jahren durch den Alphakurs abgelöst wurde; durch ihn sind seitdem viele Menschen zu Nachfolgern Jesu geworden.

Inspirierende Begegnungen mit Willow Unser erster Kontakt zur Willow-Creek-Gemeinde fiel ins Jubiläumsjahr: Während einer Studienreise im Oktober 1994 lernten der Vorsitzende unserer Gemeindeleitung und ich als Pastor die (damals in Deutschland noch weitgehend unbekannte) Gemeinde in 26

Netzwerk

Chicago kennen. Wir erlebten Menschen, auf deren Namensschild nicht nur ›Here To Serve‹ zu lesen war – sie lebten diesen Dienst für Jesus und die Menschen auch mit ganzer Leidenschaft. Als wir im riesigen Auditorium einen der Gottesdienste mitfeierten, wurde ich als Pastor sehr berührt. Was ich hier erfuhr, wurde mir zu einem Bild für das, was Jesus vermag, wenn wir uns ihm zur Verfügung stellen. Und nie werde ich vergessen, was Bill Hybels uns Leitern immer wieder ins Herz gesprochen hat: »Die Gemeinde beginnt immer zuerst im Herzen ihres Pastors zu wachsen.« Unsere Erfahrungen teilten wir nach unserer Rückkehr mit der gesamten Leitung, und so entstand eine Vision für das, was Gott bewirken kann, wenn wir in Gehorsam, Liebe und Leidenschaft für ihn da sind. In der Folge luden wir auch Lou Hueneke in unsere Gemeinde ein. Er war der Deutschland-Koordinator, als Willow Creek Mitte der 90er Jahre hierzulande die ersten Kongresse veranstaltete; Lou präsentierte die Arbeit damals in verschiedenen Gemeindeleitungen. Jesus sprach durch ihn zu uns und schenkte uns eine neue Sicht für den Wert, den verlorene Menschen für Gott haben.

Viele wichtige kleine ­Schritte In den vergangenen 20 Jahren wurde die Teilnahme an Willow Creek-Veranstaltungen zum festen Bestandteil unserer Mitarbeiterförderung. Sofern nötig, leisteten wir als Gemeinde auch finanzielle Beiträge. Fasziniert hatten wir erlebt, wie zu ersten Willow-Kongressen in Deutschland Mitglieder der US-Willow-Gemeinde ›einfach nur zum Beten‹ auf eigene Kosten nach Deutschland kamen. Die Früchte dieser Gebete dürfen wir jetzt ernten.


Als Pastor erlebe ich, wie viele unserer Mitarbeitenden – genau wie ich selbst – immer wieder durch Kongress-Teilnahmen beschenkt und inspiriert werden. Ein Beispiel: Vor Jahren berichtete unser Kassierer, dass er häufig das Kapitel 5 aus Bill Hybels Buch ›Mutig Führen‹ gelesen habe, denn dort hatte er für sich entdeckt: »Die finanzielle Quelle ist Gott selber. Die Menschen sind nur die ›Rohrleitungen‹. Das gibt mir als Kassierer eine gewisse Gelassenheit, denn Menschen geben  im Grunde genommen gerne. Es bewahrt mich davor, negativ über Menschen zu denken, wenn ich den Eindruck habe, sie könnten mehr geben.« Unser Ziel ist es genau hinzuschauen, Hilfreiches zu entdecken und dies an unsere Gemeindesituation anpassen. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Auch dafür ein Beispiel: Nach einem längeren Anlauf war ein weiterer wichtiger Schritt getan: Die Adaption vom ›Promiseland‹ (der angepasste Kindergottesdienst heißt in der LKG Augsburg ›Regenbogenland‹) ist eine wunderbare Möglichkeit, den Kindern das Evangelium nahezubringen und ganzen Familien eine Heimat zu bieten. Auch die Predigtreihen haben eine große Tiefen- und Langzeitwirkung. So beschäftigten wir uns etwa 2013 mit ›Emotional – gesunder Spiritualität‹. Diese Predigtthemen werden später in Hauskreisen vertieft. Weil viele Menschen durch schlimme Lebenserfahrungen geprägt und oft an zerstörerische Verhaltensweisen oder Süchte gebunden

sind, formte sich die Vision, ihnen intensive Hilfen anzubieten. Nach einem ›Probelauf‹ von ›Leben Finden‹, einer christlich geprägten Selbsthilfearbeit, bauen wir diesen Arbeitsbereich seit nunmehr drei Jahren auf. Viele Menschen erleben durch liebevolles Angenommen-Sein tiefe Begegnungen mit Jesus und seiner befreienden Kraft.

PROJEKTENTWICKLUNG

standortWeChsel: eIn tIeFer eInsChnItt Ins GeMeIndeleBen Das biblische Leitmotiv für den Neubau unseres Gemeindezentrums mit der angeschlossenen Kindertagesstätte ›Spatzennest‹ war Jeremia 29,7: »Suchet der Stadt Bestes …«. Nach sieben Jahren Beten, Planen, Frusterfahrungen, Kämpfen, Sparen, Warten und Schuften hat Gott uns reich beschenkt: 2001 konnten wir umziehen. Wir sind aus dem Schattendasein eines Augsburger Hinterhofs unübersehbar mitten in die Stadt gerückt worden. Seitdem haben wir viele Wunder erlebt, auch finanzieller Natur. Die Stadt Augsburg stellt uns das Gebäude der Kindertagesstätte unentgeltlich zur Verfügung. Wir sind für den Betrieb und die inhaltliche Gestaltung verantwortlich und haben dabei große Gestaltungsfreiheit. Durch die Planungs- und Bauarbeiten des Gemeindezentrums sowie die Entwicklung des ›Spatzennest‹ sind mehr und mehr kommunale Beziehungen entstanden, und wir genießen als Gemeinde großes Vertrauen im städtischen und kirchlichen Umfeld.

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Das Seminar vermittelt wichtige Informationen über die Planung, Organisation und Durchführung eines Bauvorhabens einer Gemeinde. Die Teilnehmer profitieren von der Erfahrung einer der besten Gemeindehausbau-Experten Deutschlands. Die Seminarunterlagen enthalten praktische Vorlagen zur Organisation und rechtliche Hinweise für den Baueinsatz mit ehrenamtlichen Helfern.

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Seit Jahren liegt uns als Gemeinde daran, auftragsund zielorientiert zu arbeiten. Nachdem wir uns einige Zeit am neuen Standort ›eingelebt‹ hatten, begannen wir uns wieder mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir unsere Gemeindevision erneuern könnten. Beim Willow-Leitungskongress 2012 forderte uns der Vortrag ›Auf den Punkt kommen‹ von Andy Stanley heraus, unsere Vision zu schärfen. Gemeinsam mit der Gemeinde machten wir uns auf einen mühevollen, aber spannenden Weg und arbeiteten an der Konkretisierung der ›geschärften‹ Vision. Zunächst war keine klare Richtung erkennbar, erst bei der Weiterarbeit in einer kleineren Gruppe hat Gott uns ein Bild geschenkt, in dem unsere Vision nun zum Ausdruck kommt: Gottes ausgestreckte Hände mit der Augsburger Silhouette im Hintergrund. Eine bunte Vielfalt von Menschen hat hier bereits Heimat gefunden, andere finden gerade hinein und wieder andere sind noch außerhalb der Hand. Dazu formulierten wir: »In Vielfalt leidenschaftlich Beziehung mit Gott leben und Heimat geben.«

VoM ZooBesuCh Zur FlÜChtlInGsarBeIt An einer Stelle spiegelt unsere Vision wider, was Gott schon vorher mit uns auf den Weg gebracht hat. Dabei hatten wir entdeckt, dass er häufig durch die leise Stimme des Heiligen Geistes zu uns redet. Einer Frau in unserer Gemeinde war ein Artikel in der Augsburger Zeitung mit der Überschrift »Flüchtlingskinder brauchen mehr als Essen« aufgefallen. Hier wurde von Asylantenkindern berichtet, die man in Übergangsklassen unterrichtet, mit Mittagessen versorgt und die so in die Gesellschaft integriert werden sollen. Der Rektor und einige Lehrer wollten mehr tun und initiierten den Zeitungsbeitrag, um in der Bevölkerung Geld für einen Zoobesuch oder andere Freizeitaktivitäten zu sammeln. Einige Frauen unserer Gemeinde wurden initiativ. Wir legten eine Kollekte für die Kinder zusammen, die eine kleine Abordnung überbrachte. Der Rektor und die Lehrer waren überaus bewegt, denn außer uns hatte niemand in einer Stadt mit immerhin einer Viertelmillion Einwohnern reagiert! Unser Team schloss 28

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sich beim Zoobesuch den Lehrern und Flüchtlingskindern an und stellte fest, dass die Kinder mit ihren Familien in zwei Heimen leben, die jeweils nur einen Kilometer von unserem Gemeindezentrum entfernt liegen. Und uns hatte die Frage bewegt: »Wie können wir der Stadt Bestes suchen?« Aus den kleinen Anfängen ist heute eine Hausaufgabenbetreuung erwachsen, die wir in unseren Räumlichkeiten und gemeinsam mit dem Diakonischen Werk durchführen. Eine halbe Stelle für die Leitung und Koordination finanzieren wir ebenfalls. Und Menschen aus unserer Gemeinde besuchen regelmäßig die Flüchtlingsfamilien, um ihnen Wertschätzung zu zeigen und eine ganz persönliche ›gute Nachricht‹ zu sein. Das alles wäre nicht geschehen, wenn nicht einige Frauen sensibel auf Gottes Stimme in einer Tageszeitung gehört hätten!

dIe näChsten sChrItte Jetzt sind wir in der Phase, unsere Vision weiter zu entfalten. Stichworte dazu sind jünGersCHaFt (leidenschaftliche Beziehungen zu Jesus), BliCkweCHsel (auf glaubensferne Menschen gerade auch aus anderen Milieus sowie hinsichtlich unseres ›Spatzennests‹) und das Thema staBüBerGaBe (die jüngeren Generationen stärken). Es macht uns zu schaffen, dass viele Vorhaben deutlich länger brauchen als geplant. Wir erleben Rückschläge und auch geistliche Kämpfe. Doch wir wollen uns darin üben, immer wieder hinzuhören, was Gott in den nächsten Jahren durch uns in unserer Stadt und der Umgebung tun will. Nicht nur am 100. Jahrestag – die LKG Augsburg soll auch heute, gute zwei Jahrzehnte später, eine Gemeinde für die Zukunft sein. ManFred kreis ist Pastor der Landeskirchlichen Gemeinschaft Augsburg und Inspektor des Hensoltshöher Gemeinschaftsverbands e.V. www.lkg-augsburg.de


die ›church_zone‹ Gottesdienste finden im sommer in der Beachbar über den dächern von augsburg statt.

NAH BEI DEN MENSCHEN EinE unkOnvEnTiOnELLE GEMEinDE FÜR POSTMODERnE MEnSCHEn in AuGSbuRG // proJekt_X weil das ›lebens-setup‹ unserer Freunde nicht mit klassischen Gemeinde-lebensformen in einklang zu bringen war, träumten wir in augsburg von einer kirche, in der wir uns gemeinsam mit unseren Freunden rundum wohlfühlen konnten; einer kirche, in der Glaube in die sprache von heute ›übersetzt‹ wird; einer kirche, in der wir einfach so sein dürfen wie wir sind. Unser Traum ist im Jahr 2008 mit dem projekt_X wahr geworden, einer sicher nicht gewöhnlichen Gemeinde: Unser Gottesdienst findet alle zwei Wochen in einem Augsburger Kulturtheater statt. Als Pastor habe ich mein ›Gemeindebüro‹ in einem Großraumbüro angemietet und arbeite hier neben Freiberuflern: Architekten, Grafikern, Programmierern. Doch genau dies entspricht unserer GemeindePhilosophie: Die Kirche soll ganz nah bei den Menschen sein. Darum ist uns wichtig, dass die Gemeinschaft (wir reden von Community) sich formt und ständig weiterentwickelt: Zeit füreinander haben, sich intensiv über Leben und Glauben austauschen können, das zieht sich wie ein roter Faden durch das Angebot in den verschiedenen Zonen und Arbeitsbereichen. Dabei ist der persönliche Glaube für die Zugehörigkeit zu projekt_X keine zwingende Voraussetzung. Belong before believe? Ja, das ist bei uns nicht nur möglich, es gehört auch zur Gemeindephilosophie.

church_zone Der Gottesdienst im Theater mit Wohlfühl-Ambiente, der von 40 – 50 Erwachsenen und rund 20 Kindern besucht wird. Start ist um 11 Uhr mit gemeinsamem Frühstück, gefolgt von einem abwechslungsreichen Gottesdienst-Programm, das stets die Zielgruppe im Blick hat: Thematisch ausgerichtete Erklärungen, Video-Clips und eine eigene Musik-Kultur in einer durchweg lockeren, begegnungsintensiven Atmosphäre. home_zone In diesen kleinen Haus-Gottesdiensten wird das Thema der letzten church_zone vertieft. Die home_zone kann überall dort stattfinden, wo Menschen leben oder ausgehen. public_zone Hier finden Events statt, die von Menschen innerhalb der Community veranstaltet werden, beispielsweise private Geburtstagsfeiern oder Konzerte. Es ist eine Plattform für Begegnungen in einem zwanglosen Umfeld. event_zone Eigene Gaben und Fähigkeiten zum Wohl der Stadt einzubringen, ist ein wichtiges Anliegen. Öffentliche Andachten auf dem Rathausplatz oder die Präsenz bei lokalen Veranstaltungen sollen Menschen zur Gemeinde führen – und umgekehrt

Willow Creek zählt zu den Bewegungen, die unsere Arbeit geprägt haben – und uns ermutigen, unseren Weg weiterzugehen, weil mutige Innovationen dort Unterstützung finden: ›Inno Deutschland‹ wurde 2012 während der Vorbereitungen des Willow Creek Leitungskongresses ins Leben gerufen, um eine Plattform für neue Kirchenformen in Deutschland zu schaffen. Beim letzten WillowKongress hat mich außerdem Pranitha Timothy von ›International Justice Mission‹ inspiriert, die sich in bewundernswerter Weise gegen Sklaverei und Menschenhandel stark macht. Ein Anliegen, das uns auch in Augsburg umtreibt: Wir haben die Arbeitsgruppe ›Augsburger/innen gegen Menschenhandel‹ gegründet und veranstalten zu den Themen Menschenhandel und Zwangsprostitution Lesungen, Demonstrationen und Podiumsdiskussionen. Weil sich die Stadt Augsburg für dieses Thema stark macht, erfahren wir lokal viel Zuspruch und sind sicher, dass man bis hin zum Oberbürgermeister sehr enttäuscht wäre, wenn es das projekt_X irgendwann nicht mehr gäbe.

klaus enGelMoHr ist Pastor von projekt_X Augsburg, einem Kirchenprojekt im Bund Freier evangelischer Gemeinden. www.projektx-augsburg.de

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Jefferson Bethke:

WARUM ICH RELIGION HASSE, ABER TOTAL ÜBERFORDERT E B JESUS LIE

»

Was, wenn ich dir sage, dass Jesus Religion abschaffen wollte? Was, wenn ich dir sage, welch e Partei du wählst, spielt bei Ihm keine Rolle. Was, wenn ich dir sage, das ›C‹ hei ßt nicht: alle sind christlich. Du hältst andre für blind, doch mer kst nicht: du siehst nic ht. Wenn Religion so gut ist, n Kriege? war um ent stehen deswege Warum hilf t sie nicht den Armen und stiftet Friede? Ihre Kirchen nichts los. sind groß, aber drinnen ist ene, sagt dass Sie verurteilt Geschied Gott sie nicht liebe, wo doch Got t sen Führer im Alten Test ament die religiö Huren nennt.

«

Ich weiß, das ist ein bisschen heftig ausgedrückt. Als ich dieses Gedicht geschrieben habe, dachte ich das zwar noch nicht, aber als das Video auf YouTube innerhalb von 48 Stunden mehr als sieben Millionen Mal aufgerufen wurde, wurde mir klar, was für eine Reaktion ich damit ausgelöst hatte. Mein Freund macht Videos, und wir dachten, es wäre doch nett, das Gedicht, das ich geschrieben hatte, zu verfilmen. Zu unserer Überraschung entwickelte es sich zu einem viralen Clip. Zunächst war ich begeistert. Jetzt gehörte mein Gedicht zu den bekanntesten YouTube-Videos. Dann bekam ich Panik. Die Anzahl der Mails, Twitter- oder Facebook-Nachrichten und Anfragen wurde fast unerträglich. Eine ganze Woche lang war ich fast überall zu sehen: Im Wall Street Journal, in den Yahoo Nachrichten, der New York Times, auf CBS und anderswo kamen entweder Interviews mit mir oder es wurden Ausschnitte aus dem Video gezeigt. Ein Mitarbeiter von YouTube meinte sogar, dass Videos mit so ernsthaften, deutlichen Aussagen über Jesus sich so gut wie nie zu einem viralen Clip entwickeln. #jesushatesreligion lag bei Twitter eine Weile sogar ganz vorne.

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Ehrlich gesagt, fühlte ich mich zuerst einmal völlig überfordert. Ich bin kein Seelsorger. Ich bin kein Pastor. Ich bin ein ziemlich fertiger Dreiundzwanzigjähriger, der gerade mit dem College fertig geworden ist. Ich bekam Tausende von Nachrichten, Mails und Twittermeldungen, in denen wildfremde Menschen mir völlig ungeschminkt aus ihrem Leben erzählten. Viele schrieben sogar, dass sie diese Dinge zum ersten Mal jemandem erzählt hatten. Ich habe mich gefragt: Was ist an diesem Gedicht so anders? Es ist doch nur die frohe Botschaft von Jesus, die seit zweitausend Jahren gepredigt wird. Die E-Mails machten mir klar, wie richtig ich mit dem Gedicht lag, das all das ausgelöst hatte. Vielen Menschen hatte man eine Religion mit einem netten Jesus-Aufkleber darauf verkauft. Viele waren von Menschen, die sich Christen nannten, abgeschreckt worden. Viele waren missbraucht, verletzt und verleumdet worden, und das alles im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Aber in Wirklichkeit sehnen sich ihre Seelen nach dem echten Jesus, dem Jesus, der heilt, erlöst und das Leben schenkt.

GOTTES HUMOR Eigentlich bin ich nicht dazu qualifiziert, ein Buch über Jesus zu schreiben oder auf christlichen Kongressen zu sprechen. Aber ich weiß, dass Gott viel Humor hat. Man muss nur in die Geschichte der Christen schauen, um zu sehen, dass ich so ziemlich genau die Art von Mensch bin, nach der Gott sucht. Vor zweitausend Jahren hat ein kluger Mann es so formuliert: »Gott hat das auserwählt, was in den Augen der Welt gering ist, um so diejenigen zu beschämen, die sich selbst für weise halten. Er hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen.« Paulus schreibt, dass Gott gerne die Menschen gebraucht, die nach weltlichen Maßstäben nutzlos sind, weil er dann alle Ehre bekommt. Man kann auch mit einem krummen Stock eine gerade Linie ziehen, und so ein fertiger Typ wie ich kann über einen großartigen Gott reden und schreiben. Ich habe seine Gnade erlebt und kann nicht anders, als anderen davon zu erzählen. Ich hoffe, dass meine Geschichte sich – durch mein aktuelles Buch oder den Jugendplus-Kongress – irgendwie mit deiner verbindet, und dass wir dann beide enger mit der Geschichte des Gottes im Himmel verwoben sind, der Menschen wie uns nachgeht und sie liebt.

jeFFerson BetHke erreicht die junge Generation durch soziale Medien und Kurzfilme. Mit seiner Frau Alyssa wohnt er in Tacoma, Washington. Entnommen aus seinem aktuellen Buch: ›Religion – Nein, danke! Jesus – Ja, bitte!‹, das im Verlag Gerth Medien erschienen ist. www.jeffbethke.com

KE BE T H N O im ER S JE F F e c h e r b e r p S is t P LU S 1 5 END JUG RE SS 20 G KO N


Aktuelles Thema

UPDATES ZUM JUGENDPLUS-KONGRESS

D.A. Carson

20.–22. März 2015 \ Messe Erfurt BEREITS 3.700 ANMELDUNGEN Bei Redaktionsschluss haben sich bereits 3.700 Personen zum Kongress in Erfurt angemeldet. Auffällig ist, dass viele Gruppenanmeldungen eingegangen sind: Jugendleiter bringen bewusst eine große Zahl an Jugendlichen mit, investieren gezielt in die Nachwuchsleiter. Anmeldungen zum Kongress sind noch möglich – für etwa 300 weitere Personen ist noch Platz.

3.700

Die intolerante Toleranz

KONGRESS-APP Eine Neuheit zum Jugendplus-Kongress ist die KongressApp. Sie liefert den Teilnehmenden alle Infos rund um den Kongress direkt aufs Smartphone. Auch eine Vernetzungsmöglichkeit der Kongressbesucher untereinander ist durch die App möglich. Kostenloser Download im App Store, bei Google play oder online: https://crowd.cc/jpk15

DIE INTOLERANTE TOLERANZ

ORDNER GESUCHT

Toleranz nimmt einen sehr wichtigen Platz in der westlichen Gesellschaft ein: Man hält es für einfältig, ja sogar unzivilisiert, sie infrage zu stellen. In dieser Zeit kontroverser Debatten brauchen wir ein erneuertes Verständnis der Bedeutung von wahrer Toleranz.

Für den Erfurter Kongress sucht Willow Creek Deutschland noch Ehrenamtliche, die in der Veranstaltungshalle Ordnerdienste übernehmen. Rund 50 Prozent der Kongresszeit sind sie im Einsatz, die andere Hälfte können sie am Kongressprogramm teilnehmen. Nähere Infos erhalten Interessente im Kongressbüro: Tel.: 0641-984370, info@willowcreek.de.

»for KING & COUNTRY« LIVE IN ERFURT Am Samstag, 21. März 2015, 20 Uhr, findet im Rahmen des Kongresses ein Worship-Konzert mit der australischen Band ›for KING & COUNTRY‹ statt. Die soeben mit zwei Grammys ausgezeichnete Newcomer-Band wird in der Szene als ›Australiens Antwort auf Coldplay‹ hoch gehandelt. Die beiden Lead-Sänger der Band – Brüder von Sängerin Rebecca St. James – werden bei ihrem ersten Konzert in Deutschland mit ›großem Besteck‹ spielen und mit ihrer eingängigen Musik die Köpfe und Herzen der Menschen ansprechen.

D. A. Carson Best.Nr. 863.956 PB, 272 Seiten 13,50 EUR

Karten sind — auch unabhängig vom Kongressbesuch — auf JUGENDPLUS-KONGRESS.DE erhältlich oder an der Abendkasse.

Lesen, Lernen, Leben JPK IMMER AKTUELL

3L Verlag gGmbH Auf der Lind 9 D-65529 Waldems Tel. 0 61 26 - 2 24 68 30 info@3Lverlag.de www.3Lverlag.de

Verfolge unsere Beiträge zum Jungendplus-Kongress 2015 und füge deine hinzu: #JPK15 fb.com/willowcreek.de twitter.com/willowcreek_de instagram.com/willowcreek_de

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vorbiLd sein. Fragt man kinder nach ihren idolen, dominieren die omnipräsenten stars der Medienwelt aus Film, Musik und sport die umfragen. Geht es um die vermittlung von Werten, liegt das

Bei einer Umfrage unter Kindern zwischen 6 und 14 Jahren, zu der Frage, »wer ihrer Meinung nach am besten Werte vermitteln kann«, wurden am häufigsten Menschen aus dem privaten umfeld genannt. Wichtigste Gruppe sind mit 98% die Eltern.

persönliche, alltägliche umfeld vorn: eltern, verwandte, Lehrer und Freunde haben nach wie vor den größten Einfl uss auf die Prägung der Kleinen.

98% 81% 64% 53%

Auch das institutionelle umfeld der Kinder ist wichtig beim Thema Wertevermittlung. Lehrer und Erzieher belegen aus Sicht der Kinder mit 80% Platz 3. Die Kirche ist mit 25% auf dem 11. und vorletzen Platz im Bewusstsein der Kinder deutlich abgehängt.

80% 52% 25%

Das mediale umfeld spielt aus Sicht der Kinder in punkto Wertevermittlung zwar mit, aber nur eine Nebenrolle. Berühmte Personen liegen mit 32% auf dem 8., Politiker mit 12% auf dem 12. und damit letzten Platz.

33% 32% 27% 12%

Quellen: linke Seite: »Wer kann Deiner Meinung nach Kindern und Jugendlichen am besten Werte vermitteln?«, GEOlino, UNICEF, © Statista 2014, Deutschland, Ipsos, 03.-19.12.13 und 13.-31.01.14; 1.012 Befragte, 6-14 Jahre // rechte Seite: »Gibt es eine Person/Gruppe, für die du besonders schwärmst?« KIM-Studie 2012, 1.220 Befragte, 6-13 Jahre //

25%

inFOGR AFik

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REDAKTION Gotthard Westhoff (Leitung) Ulrich Eggers Volkhard Michel Jörg Podworny Karl-Heinz Zimmer Wingert 18 · 35396 Gießen Telefon 0641.98437-12 Telefax 0641.98437-10 westhoffg@willowcreek.de GESTALTUNG gobasil GmbH · www.gobasil.com COVER- und Editorialfotografie Pete Ruppert · www.pete-ruppert.com DRUCK westermann druck GmbH Georg-Westermann-Allee 66 D-38104 Braunschweig Adressänderung Bitte direkt an Willow Creek Deutschland/Schweiz, Adressen siehe oben Willow-Partner Für Mitglieder im Willow-Netzwerk ist der Bezug des Magazin in der Mitgliedsgebühr enthalten.


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»Gott meine zweite Lebenshälfte anzuvertrauen, hat mich erst zu mir selbst geführt. Ich entdeckte: Nur wer bei sich zuhause ist, kann anderen Heimat sein.« Catrin Gekle ist Betriebswirtin und arbeitet seit über 20 Jahren in verschiedenen Funktionen in Wirtschaft, Gesundheitswesen und im Non-Profit-Bereich. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern ist derzeit bei Denkraum4, Mosaik im Revier und inno Deutschland engagiert.

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