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Gerhard berGer ein Café als verlängerter arm zu den Menschen


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JESUS IM ZENTRUM

KINDER IM BLICKPUNKT

In den Compassion Kinderzentren werden die Kinder mit Jesus Christus bekannt gemacht. Denn seine Liebe verändert am stärksten und nachhaltigsten.

Wir sehen die Nöte der Kinder, mehr aber ihr Potenzial. Diese Kinder können später einmal eigene stabile Familien gründen. Sie können ihre Zukunft aktiv gestalten und mit ihren Fähigkeiten die Bedingungen in ihren Ländern verbessern.

GEMEINDEN ALS PARTNER

EIN KIND – EIN PATE

Compassion arbeitet ausschliesslich mit christlichen Gemeinden in Ländern des globalen Südens zusammen. Als Einheimische kennen diese die Bedingungen vor Ort und können daher den Kindern und ihren Familien am besten helfen.

Jedes Compassion Kind hat nur einen Paten. Durch gegenseitige Gebete, Briefe und Ermutigungen spielt jeder Pate eine wichtige Rolle im Leben des Kindes, unterstützt es und zeigt ihm die Liebe Gottes.

Wie Sie, Compassion und die christliche Gemeinde vor Ort ...

DAS LEBEN EINES KINDES IN ARMUT VERÄNDERN 2

Rubrik

www.compassion-de.org | Sinnvolle 1-zu-1-Pateschaften


Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, es waren bemerkenswerte Worte, die Pastor Wolfgang Kraska kürzlich bei der Begrüßung zum Info- & Trainingsabend in seiner Gemeinde, der FeG Karlsruhe, fand: Er feiere demnächst sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Und diese 40 Jahre ließen sich in exakt zwei Abschnitte von je 20 Jahren unterteilen. Nach 20 Dienstjahren habe er 1996 den ersten Willow-Kongress in Hamburg erlebt. Diese Begegnung habe sein Verständnis als Pastor vollkommen verändert: sein Bild von Gemeinde; seine Art Entscheidungen zu treffen; seine Dienstprioritäten; sein Blick für Menschen außerhalb der Gemeinde. Der zweite 20-Jahresabschnitt sah danach völlig anders aus. Natürlich war nicht alles neu, was er auf dem Willow-Kongress hörte. Aber – so erklärte Kraska – wir haben mitbekommen, wie die Willow-Gemeinde das Bekannte tatsächlich

tut. Und wie es funktioniert. Die Leidenschaft des US-Teams hat in uns ein Feuer entfacht, das bis heute brennt, sagte Kraska: »Wer einmal eine blaue blume gesehen hat, dem kann niemand mehr weismachen, dass es blaue blumen nicht gibt.« Genau das wollen Willow-Kongresse: Den Horizont weiten; Hoffnung wecken; Kirche zukunftsfähig machen. Nach jedem Kongress sind wir aufs Neue erstaunt, was in nur zweieinhalb Tagen, wie jüngst beim Jugendplus-Kongress, bei den Teilnehmenden in Bewegung kommen kann.

Oder: Eine Schweizer Gemeinde hat sich vom Hybels-Klassiker ›Bekehre nicht – lebe!‹ anstecken lassen. Und wir blicken voraus: auf den Leitungskongress und den Kinderplus-Kongress im Februar 2016 in der TUI-Arena Hannover. Die Erfahrung zeigt: Diese Kongresse eignen sich hervorragend als Fortbildungs-, Inspirations- und Motivations-Quelle. Ihr Gotthard Westhoff Redaktionsleitung

In diesem Magazin gehen wir ein paar Willow-(Kongress-)Spuren nach: Der ErF-Chef Jörg Dechert erzählt von seinen Inspirationsquellen. Wir stellen das Care Center von Willow Creek mit seiner Leiterin Heather Larson vor, das schon viele Gemeinden inspiriert hat, christliche Lehre überzeugend mit gelebter Nächstenliebe zu verbinden.

4 leserbriefe / willow-iMPulse

6 willow welt Kurz notiert

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18 VoM Verhinderer zuM förderer

»unser herz schläGt für die, die keine stiMMe haben«

Liz Wiseman: Wie Führungskräfte das volle Potenzial ihres Teams ausschöpfen können

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Willow Care Center: Hilfe für 17.000 Familien

DREIFACH INSPIRIERT

16 frauen in führunGsPositionen sind norMal bei willow

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Jörg Dechert: Die EvangeliumsKommunikation hinterfragen und leidenschaftlich leiten

das Gute als feind des besten

Heather Larson über ihre rolle als Frau in der Willow-Führungsspitze

reggie Joiner über Familie und Gemeinde

22 willow botschafter werden

27 oranGe färbt ab

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Info- & Trainingsabende für den Leitungs- und Kinderplus-Kongress

Wie das JesusCentrum Nürnberg altersübergreifend denkt und arbeitet

Impressum / Kleinanzeigen

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einfach teilen Infografik

die Menschen sollen in uns lesen Wie eine Schweizer Gemeinde ihr Café als verlängerten Arm zu den Menschen nutzt

30 juGendPlus-konGress 2015

P.s. Haben sie anregungen zum Willow Creek Magazin – oder kennen sie Gemeinden, die in besonderer Weise von Willow profitiert haben? dann schreiben sie uns einfach per e-Mail: magazin@willowcreek.de

Ein rückblick in Texten und Bildern


Catrin Gekle Vom Erfolg zum Bedeutsamen steVe Carter / aaron nieQuist Eine Kultur der Innovation Gerold Vorländer Wer zum Glauben einlädt, muss ein Lernender werden ManFred kreis Neue Perspektiven für eine 100-Jährige

Leserbriefe zur Ausgabe 1/15 des Willow Creek Magazins sowie Feedback zu den Willow Creek Leitungskongressen

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Identität bewahren ›Kultur der Innovation‹ & ›Vorbild sein‹ Die ganze Thematik des Artikels ›Kultur der Innovation‹ fand ich sehr interessant. Sie trifft gerade unsere Situation als kleine Gemeinde auf dem fränkischen Land, die immer wieder versucht innovative Wege zu gehen, ohne unse­re Identität als Pfingstgemeinde zu verlieren. Auch super gemacht war die Grafik der Seite 33 über die Vorbilder unserer Kinder und Jugendlichen. Wir hatten gerade bei uns eine Predigtserie über die Orange-Strategie und diese Statistik hat uns sehr geholfen. Ivan Masalyka, Neunkirchen am Brand

INSPIRIERT WORDEN ›LEITUNGSKONGRESS‹ In der letzten Ausgabe wurde auf den Leitungskongress 2016 in Hannover hingewiesen. Am Kongress 2014 in Leipzig haben 15 Leute aus unserer Gemeinde teilgenommen. Er löste bei drei Mitfahrern den Wunsch aus, gute Leitende in unserer Gemeinde ausbilden zu wollen. Aus eigener Erfahrung wussten sie, wie man schnell in eine Leitungsaufgabe gehoben wird, aber oft nur unzureichend vorbereitet ist für die neuen Herausforderungen – und Fehler macht, die mit fundiertem Vorwissen vermeidbar gewesen wären. Also haben die drei ein FortbildungsProgramm für unsere Gemeinde auf die Beine gestellt, zu dem wir uns nun mit 12 Leuten zweiwöchig treffen – für insgesamt anderthalb Jahre. Als Grundlage dienen u.a. Bücher von Bill Hybels und Thomas Härry. Was diese drei Ehrenamtlichen – angeregt durch den Leitungskongress – auf die Beine gestellt haben, zahlt sich schon jetzt für uns alle aus: jeder von uns profitiert persönlich, wie auch die jeweiligen Dienstbereiche unserer Gemeinde. Ich bin immer wieder dankbar für die WillowKongresse, das Magazin, die Anstöße, die über die sozialen Medien erfolgen. Es motiviert und rüstet uns aus für die Arbeit in der Gemeinde, wie für den Alltag. Christoph Rähse, Neumünster

Kernbotschaft ›LEITUNGSKONGRESS‹ »Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt«. Dieser Satz fordert mich bei meiner täglichen Arbeit heraus. Ich frage mich: Sind wir als Gemeinde die Hoffnung für unser Dorf? Wenn ja, wie wird sie sichtbar? Dieses Thema und die Förderung guter Leiterschaft sind für mich die Kernbotschaften von Willow. Davon profitiere ich seit Jahren. Peter Hartmann, Gossau ZH

Weiterbildungsprogramm ›LEITUNGSKONGRESS‹ Die Willow-Leitungskongresse gehören seit Jahren zum Weiterbildungsprogramm unserer Gemeindeleitung. Die Vision von Willow hat mich für die Leitungsaufgabe in meiner Kirchgemeinde inspiriert und zugerüstet. Urs Baumgartner, Neukirch an der Thur

Highlight der jahresplanung ›LEITUNGSKONGRESS‹ Willow Creek hat unser Verständnis von Spiritualität geprägt und verändert. Zugänglich sein, den Armen dienen, den Fokus nach außen richten sind für uns heute entscheidende Merkmale leidenschaftlicher Nachfolge. Willow hat mitgeholfen uns davor zu bewahren, eine Gemeinschaft zu werden, die nach innen gerichtet ist. Die gemeinsamen Reisen zu den Willow-Kongressen sind Highlights unserer Jahresplanung, bieten uns einen Ort der Inspiration und sind jedes Mal eine Wohltat für unser Miteinander.

Willow Impulse für Sie und Ihre Gemeinde: Videojournal Im Videojournal vermittelt Bill Hybels alle 14 Tage Leitungsimpulse für engagierte haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende in der Gemeinde: überzeugend, prägnant, mit hohem Praxisfaktor. In die 5-Minuten-Clips fließt Bill Hybels’ gesamte Leitungserfahrung als Gründer und Pastor ein. Kostenloses Abo:   www.willowcreek.de/videojournal

Newsletter Updates über die Arbeit, Termine und Angebote von Willow Creek Deutschland/Schweiz erhalten Sie per E-Mail: durch die monatlichen WILLOW NEWS. Zu abonnieren unter:   www.willowcreek.de/newsletter

Willow-Netzwerk Weltweit sind mehr als 10.000 Gemeinden aus über 90 Denominationen in über 35 Ländern Teil des Willow-Netzwerks. Es versteht sich als Visionsgemeinschaft innovativer Menschen, die nach biblischem Auftrag Gemeinde bauen und voneinander lernen wollen. Sie können dazugehören. Eine Partnerschaft im Netzwerk ist möglich als: Einzelpartnerschaft, Partnerschaft für Hauptamtliche und Gemeindepartnerschaft.   www.willowcreek.de/partnerschaft

TV-Gottesdienste Die Gottesdienste der Willow Creek-Gemeinde in Chicago werden – leicht gekürzt – sonntags um 10 Uhr auf Bibel-TV ausgestrahlt. Außerdem jederzeit abrufbar auf:   www.willowcreek.tv

Martin Benz, Basel

Kraftquelle im Alltag ›Willow Creek TV‹ Mit großem Respekt und unendlicher Freude verfolge ich die wöchentlichen Willow-Gottesdienste im TV, die mir eine unentbehrliche Kraftquelle sind. Der musikalische Einstieg ist Freude pur und begleitet mich oft durch den Tag und darüber hinaus. Vielen Dank für Ihre Ideen und Ihren Dienst. Christa Gajewski, Kempten

Soziale Medien Folgen Sie unseren Profilen in den Sozialen Medien, um über die Arbeit von Willow Creek Deutschland/Schweiz auf dem Laufenden zu bleiben. Sie finden interessante Berichte, Fotos, Neuigkeiten … – und bei Willow-Veranstaltungen zahlreiche Einblicke hinter die Kulissen.   facebook.com/willowcreek.de   twitter: @willowcreek_de   instagram: @willowcreek_de

Willow Unterstützen Sie möchten uns schreiben? Wir freuen uns über ihr Feedback! Willow Creek Magazin · Wingert 18 · 35396 Gießen · magazin@willowcreek.de Leserbriefe stellen nicht die Meinung der Redaktion dar. Sinnwahrende Kürzungen behalten wir uns vor. 4

Leserbriefe

Die Kongresseinnahmen decken bei weitem nicht die Ausgaben der vielschichtigen Arbeit von Willow Creek Deutschland/Schweiz, das als eigenständiges Werk keine finanzielle Unterstützung der Willow-US-Gemeinde erhält. Mit Ihrer finanziellen Unterstützung tragen Sie dazu bei, dass hierzulande Gemeinden nachhaltig verändert werden.


Lesen, was das Leben wertvoll macht ...

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Sara schließt sich einer kleinen, exklusiven Gruppe von Christen an. Sie glaubt fest daran: Wenn sie deren Leiter Dan folgt, kann sie nichts mehr aufhalten, ihren Platz in Gottes Plan auszufüllen. Erst als es fast zu spät ist, muss Sara erkennen, wie nah Wahrheit und Lüge, Führung und Verführung beieinander liegen…

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Verlag Giessen

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CarLY Fiorina KANDIDIERT ALS OBAMA-NACHFOLGERIN

WiLLoW-ostergottesDienst FÜR VIELE EIN NEUANFANG Sieben Ostergottesdienste veranstaltete die Willow-Gemeinde in diesem Jahr, 47.200 Besucher nahmen daran teil. In einer Mischung aus Filmeinspielern auf Großbildleinwand, verknüpft mit Live Wortbeiträgen und Musik, wurde die Geschichte von Petrus nacherzählt. »sein leben mit den drastischen aufs und abs ähnelt unserem heutigen leben«, so der Autor des Stückes, Nick Benoit. »dass Jesus Petrus trotz seines scheiterns nicht fallen lässt und einen neuanfang eröffnet, gibt auch uns Hoffnung«, sagte Benoit.

gLobaL LeaDershiP summit HOFFNUNG FÜR TOGO

WiLLoW WeLT

Der Ostergottesdienst in der Mediathek: www.willowcreek.tv/archive/easter-2015/

toGo

Der Global Leadership Summit (GLS), den die Willow Creek Association jedes Jahr in über 100 Ländern durchführt, fand vor wenigen Monaten auch in Togo statt, einem der ärmsten und sehr stark krisengeschüttelten Länder Westafrikas. 1.500 Menschen nahmen daran teil. Bill Hybels sagte nach seinem Besuch in Togo: »Ich habe lange nicht mehr solch ein ausmaß an armut und verzweiflung gesehen wie in togo. Zugleich habe ich aber auch einen unglaublichen Hunger nach mehr leitungsfähigkeiten der Pastoren gespürt. diesen Menschen fühlen wir uns besonders verpflichtet.« 6

In seiner Predigt, die er auf einer 18 Meter langen Brücke hielt, die eigens auf der Bühne errichtet wurde, sprach Bill Hybels darüber, wie Jesus für uns zur Brücke geworden ist, die die Kluft zu Gott überwunden hat. Am Schluss ermutigte Hybels diejenigen, die sich neu ›auf den Weg zu Gott machen‹ wollen, diesen inneren Schritt persönlich zu verankern: indem sie die Brücke tatsächlich überschreiten. Hunderte folgten diesem Aufruf.

Wie an vielen GLS-Orten, so nutzten auch in Togo zahlreiche Führungspersonen des öffentlichen Lebens die Veranstaltung als Fortbildung. So nahmen neben dem Bürgermeister der Hauptstadt Lomé auch regierungsbeamte und leitendes Personal von Polizei und Universität am GLS teil.

Die langjährige Vorstandsvorsitzende von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, war 2007 Sprecherin beim Leadership Summit in der Willow Creek Gemeinde (das ausführliche Interview wurde beim Leitungskongress 2008 in Bremen eingespielt). Danach ist der Kontakt zwischen ihr und Bill Hybels nie abgerissen. Er forderte sie immer wieder heraus, sich über Glaubensfragen Gedanken zu machen. »es war seine beharrlichkeit, die dazu führte, dass ich meinen geistlichen Zustand ehrlich auslotete«, erklärte Fiorina. rund ein Jahr später traf sie die Entscheidung, sich Gott bewusst zuzuwenden. Beim Leadership Summit 2013 berichtete sie sehr offen über ihre geistliche Entwicklung, wie auch über ihre enge Verbundenheit zu Willow. Kürzlich machte Fiorina auch auf der politischen Bühne von sich reden: Sie tritt in den USA als eine der lautesten Kritikerinnen der demokratischen Kandidatin (und Ex-First Lady) Hillary Clinton auf und prangert deren liberale Politik an. Anfang Mai hat Fiorina im US-Fernsehen nun offiziell bekanntgegeben, dass sie 2016 als Präsidentschaftskandidatin für die republikanische Partei antreten werde.


WiLLoW south Lake 7. REGIONALGEMEINDE GEGRÜNDET

CeLebration oF hoPe 10 JÄHRIGES JUBILÄUM DER THEMENREIHE Zum zehnten Mal fand im April die dreiwöchige Themenreihe ›Celebration of Hope‹ der Willow-Gemeinde statt. Die Veranstaltungen thematisieren die weltweite Not vieler Menschen, wie Armut, Hunger oder Unterdrückung. Zugleich wird aufgezeigt, wie Christen durch praktische Nächstenliebe kurz- und langfristig dieser Not entgegenwirken und Hoffnung durch Christus verbreiten können. 2006 ging die Willow-Gemeinde eine Partnerschaft mit 20 Gemeinden in vier Drittweltländern ein, um dort Armut und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Heute

niChoLas kristoF NEW YORK TIMES KOLUMNIST IM WILLOWGOTTESDIENST

engagiert Willow sich in über 200 Gemeinden in mehr als zehn Ländern Afrikas und Lateinamerikas. Im rahmen von ›Celebration of Hope‹ packten zudem 20.000 Ehrenamtliche der WillowGemeinde eine Million Saatpäckchen für die Partnergemeinden. Damit können die Menschen sich einen eigenen Garten anlegen, um ihre Familien ernähren und überschüssiges Gemüse verkaufen zu können und damit ein kleines Einkommen zu erzielen. Mit jedem Saatpäckchen lässt sich eine Ernte von rund 450 Kilo Gemüse erzielen.

Der New York Times-Kolumnist und mehrfache Pulitzer-Preis-Gewinner Nicholas Kristof besuchte im April die Willow-Gemeinde. In einem Interview im rahmen eines ›Celebration of Hope‹ Gottesdienstes berichtete der Journalist über eine Kambodscha-reise: Hier musste er mit ansehen, wie die Jungfräulichkeit eines 10- und eines 11-jährigen Mädchens vor einem Bordell offen zum Verkauf angeboten wurde. »das war für mich ein Weckruf, mich gegen die unvorstellbare ungerechtigkeit einzusetzen, die vielen Frauen widerfährt«, erklärte Kristof. Er kaufte beide Mädchen frei und brachte sie zu ihren Familien zurück. Der Journalist veröffentlichte soeben ein neues Buch: ›A Path Appears‹ (Ein Weg wird sichtbar). Darin widmet er ein Kapitel der Willow-Gemeinde und beschreibt, wie sie durch ihr sozialdiakonisches Engagement für positive Veränderung sorgt. Kristof beklagt, dass in den westlichen Medien zu wenig über die weltweiten Menschenrechtsverletzungen berichtet wird. Genauso wenig wird berichtet, wie Kirchen und Organisationen dem Leid etwas Positives entgegensetzen und für Fortschritte sorgen. Die bei Willow seit 10 Jahren etablierte Themenreihe ›Celebration of Hope‹ sei ein ausgezeichneter Weg, eine Gemeinde für das Thema zu sensibilisieren und zu aktivieren, lobte der Journalist.

Im April wurde die siebte Willowregionalgemeinde gegründet: in South Lake, eine halbe Autostunde östlich vom Hauptcampus in South Barrington entfernt. Die neue regionalgemeinde hat für ihre Gottesdienste zunächst das örtliche Kino gemietet. rund 1.000 Menschen nahmen am Eröffnungsgottesdienst teil. Alle Willow-regionalgemeinden haben einen eigenen Pastor, eigene Dienstbereiche und Musikteams, lediglich die Predigten werden an rund zwei Dritteln der Sonntage eines Jahres aus South Barrington auf Großbildleinwand übertragen.

biLL hYbeLs ›THE VOICE‹-BESUCH

Filmproduzent Mark Burnett – Produzent von über einem Dutzend erfolgreicher TV-Serien wie The Voice, Survivor sowie einer BibelSerie mit 100 Millionen Zuschauern – zählte 2013 zu den Sprechern beim Leadership Summit in Chicago. Seitdem pflegt Bill Hybels zu Burnett (rechts im Bild) eine enge Freundschaft. Jetzt stattete Hybels ihm in Los Angeles bei einer The Voice-Aufzeichnung einen Besuch ab und nahm dabei Platz auf einem der Jury-Stühle. Burnett twitterte: »Großartig, meinen Freund bill Hybels hier zu haben – dieser abend ist etwas besonderes!« WiLLoW WeLT

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DREIFACH INSPIRIERT erF meDien-CheF Jรถrg DeChert: Die evaNGeLiuMs-koMMuNikaTioN HiNTeRfRaGeN uND LeiDeNsCHafTLiCH LeiTeN

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»die ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt« – mit so einem Satz kriegen Sie mich. Weil Bill Hybels mit seiner Aussage »the local church is the hope of the world« das ganz große Bild malt und eine mächtige Vision entfaltet. Weil dieser Satz das reich Gottes aus einer abstrakten theologischen Kategorie befreit und stattdessen in einen Erfahrungsraum verwandelt. Weil er von echter, relevanter, lebensverändernder christlichen Gemeinschaft träumt und sich nicht mit einem gut gemeinten frommen Bemühen zufrieden gibt. Weil er die Kraft des Evangeliums atmet – die Kraft, »die selig macht alle, die daran glauben« (römer 1, 16) . »die ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt« – ich weiß nicht, ob Sie mich früher mit so einem Satz gekriegt hätten. Früher, als ich mit Anfang zwanzig beschlossen hatte, mein Leben Gott anzuvertrauen. Früher, als ich noch wenig mit »Hoffnung der Welt« anfangen konnte und die christliche Gemeinschaft – höflich formuliert – noch ziemlich gewöhnungsbedürftig fand. Seitdem liegen rund zwanzig Jahre geistlicher reise hinter mir, mit Höhen und Tiefen, gemeinsam mit Menschen, von denen ich lernen durfte. Mit Herausforderungen, an denen ich wachsen musste. Zu den wichtigen Impulsgebern hat in dieser Zeit immer wieder Willow Creek gehört – und mich inspiriert, groß zu denken: Von der Anziehungskraft des Evangeliums, von einer leidenschaftlichen Leiterschaft und von der Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Jesu.

Die anziehungskraFt Des eVangeLiums Meine ersten Erfahrungen mit der Kommunikation der guten Nachricht wirkten auf mich alles andere als anziehend: Broschüren, in denen jeder Satz von Bibelzitaten begleitet wurde und mit einem Ausrufezeichen endete. Wildfremde Menschen, die mit mir in der Fußgängerzone über existenziellste Lebensbereiche sprechen wollten. Christliche Kreise, die mit großem Ernst über Themen sprachen, deren relevanz für mein Leben mir verschlossen blieb. Heute kann ich das einordnen. Und ich weiß, dass ich vermutlich selbst immer wieder seltsame Dinge getan habe, um anderen Menschen von der Hoffnung zu erzählen, die Gott in mein Herz gepflanzt hat. Dennoch hat mich die Leidenschaft nie losgelassen, das Evangelium so attraktiv, zugänglich und verständlich wie möglich zu kommunizieren.

Bis heute zucke ich zusammen, wenn in einem Gottesdienst die richtigen Wahrheiten achtlos in frommen Floskeln verpackt werden. Wenn Christen in ihren Kreisen so zusammen sind, dass nur ihre rücken nach außen zeigen und kein Gesicht. Wenn das Evangelium wirklich eine Kraft Gottes ist, die alle verändert – warum verkleiden wir diese Kraft in Veranstaltungsformate aus dem 19. Jahrhundert? Warum versuchen wir diese Kraft in Formen zu fixieren, die für 90% unserer Zeitgenossen befremdlich wirken müssen – ob diese Formen nun 400 Jahre oder nur 40 Jahre alt sind?

gelischen Gemeinde in Wetzlar, geprägt. Von der Predigt über die Anbetungsmusik bis hin zur Gemeindeleitung hat mich stets der Gedanke umgetrieben: Was können wir verändern, damit Menschen andocken können, die noch nicht zur Gemeinde gehören? Die das Evangelium vielleicht zum ersten Mal begreifen? An den Schilderungen im Neuen Testament fasziniert mich immer aufs Neue, dass die Menschen Jesus in Scharen nachgelaufen sind. Selbst die religiösen Totalversager der damaligen Gesellschaft wurden vom reich Gottes magnetisch angezogen, das Jesus

»MICH HAT DIE LEIDENSCHAFT NIE LOSGELASSEN, DAS EVANGELIUM SO ATTRAKTIV, ZUGÄNGLICH UND VERSTÄNDLICH WIE MÖGLICH ZU KOMMUNIZIEREN.«

Willow Creek hat mich inspiriert, die Kommunikation des Evangeliums bei mir selbst und bei anderen immer wieder zu hinterfragen: Geht es noch einfacher? Verständlicher? Wie kann ich das Entscheidende am Christlichen möglichst unchristlich sagen? Wie können wir Brücken bauen für das Evangelium, statt, wenn auch unabsichtlich, Mauern zu errichten? »Moment mal«, werden jetzt vielleicht Theologen einwenden, »es geht doch nicht um leichte verdaulichkeit des evangeliums. Ist das Wort vom Kreuz nicht eine torheit für alle, die nicht glauben?« Ja, das Wort vom Kreuz ist eine Torheit. Aber nicht alles, was als Torheit empfunden wird, ist auch das Wort vom Kreuz. Wenn unsere Sprache, unsere Musik oder unser Gemeindeleben als eine Torheit empfunden wird, dann sind wir es, die für das Evangelium überflüssige Barrieren aufstellen statt Brücken zu bauen. An Willow Creek hat mich die Herzenshaltung und die Entschlossenheit beeindruckt, solche unnötigen Hürden zu identifizieren und aus dem Weg zu räumen. Beides hat mich in meiner ehrenamtlichen Arbeit in meiner Heimatgemeinde, der Freien evan-

verkündete und verkörperte. Christen, Gemeinde, ein Evangelium, das gottferne Menschen in Scharen anzieht – wo erleben wir das heute? In meiner Stadt leben 55.000 Menschen. Nicht viel mehr als 1.000 von ihnen besuchen sonntags einen Gottesdienst. Glaube ich denn wirklich, dass alle anderen das Evangelium ablehnen, weil das Wort vom Kreuz für sie eine Torheit ist? Willow inspiriert mich dranzubleiben an der Frage: Was müssten wir tun, um das Evangelium so verständlich zu kommunizieren, dass möglichst viele der übrigen 54.000 magnetisch von ihm angezogen werden?

LeiDensChaFtLiChe LeitersChaFt Auf meiner geistlichen reise bin ich in den letzten Jahren zunehmend in Leitungsverantwortung hineingeraten. Ich habe das wirklich so empfunden – ich wollte nie ein geistlicher Leiter werden. Aber genau so habe ich oft Berufung erlebt: Gott schubst mich in eine Aufgabe hinein, und hinterher stelle ich fest, dass es irgendwie passt und gute Dinge daraus erwachsen.

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Von der christlichen Studentenarbeit über Hauskreis, Gemeindeleitung und eine wachsende Leitungsverantwortung in der christlichen Medienarbeit bis hin zum Vorstandsvorsitz von ErF Medien war ich immer wieder herausgefordert, mich intensiv mit Leiterschaftsthemen auseinanderzusetzen. Und damit auch ganz existentiell mit mir selbst. Daraus ist im Lauf der Jahre eine Leidenschaft für gute Leiterschaft entstanden und die Überzeugung: Das reich Gottes hat die beste Leitung verdient, die es kriegen kann. Leitung in der Gemeinde und in christlichen Organisationen ist ja anders als in der Wirtschaft – aber deshalb nicht

Ja, ich kenne die Kritik an dieser Sicht von geistlicher Leitung. »Man kann eine Gemeinde doch nicht führen wie eine Firma«, höre ich manchmal. Ich finde: Es kommt ganz darauf an, was man mit ›Firma‹ genau verbindet. Natürlich will und darf ich als Leiter geistliches Leben nicht auf kapitalistische Kategorien wie Geld, Macht und Gewinn reduzieren. Aber so wie eine Firma sollte auch jede Gemeinde und jede christliche Organisation mit Leidenschaft aus den ihr anvertrauten ressourcen das Maximum herausholen – für die Menschen, um derentwillen sie existiert. Ich bin überzeugt, dass das Gleichnis Jesu von den Talenten nicht nur für Menschen

»ALS LEITER BIN ICH ZEITLEBENS EIN LERNENDER.« weniger herausfordernd. Immerhin geht es hier um nicht mehr und nicht weniger als um die Hoffnung der Welt. Und tatsächlich: Keine einzelne Gemeinde, kein Team, keine Organisation kann mutiger, fokussierter, wirkungsvoller, glaubensvoller und effektiver sein als ihr Leiter oder ihre Leiterin. Diese Sicht trägt einen heiligen Ernst in sich. Gemeinde Jesu ist kein Spiel – es geht um Menschenleben. Wenn die Leidenschaft und Qualität meines Leitens tatsächlich dazu beiträgt, dass mein Umfeld viel geistliche Frucht bringt – sollte ich mich dann nicht möglichst weit öffnen für alles Wachstum, das Gott mir als Leiter schenken will? Auf diesem Weg hat mir immer wieder ein Satz von Bill Hybels Mut gemacht: »entschuldige dich nie dafür, ein lernender zu sein!« Als Leiter bin ich zeitlebens ein Lernender. Wie jeder andere Leiter erlebe ich dabei Herausforderungen, Entmutigungen, Frust und Durststrecken. Gerade in solchen Zeiten ist es von unschätzbarem Wert, Verbündete an seiner Seite zu haben; einer davon war für mich immer Willow Creek. Ich habe im Lauf der letzten Jahre hunderte Artikel und Bücher über Leiterschaft gelesen, hunderte Vorträge und Podcasts angehört. Bis heute gehören die Willow Leitungskongresse zu meinen wichtigsten geistlichen Tankstellen, und Bill Hybels Bücher ›Die Kunst des Führens‹ und ›Mutig führen‹ gehören zu meiner persönlichen ewigen Bestenliste, um leidenschaftlich das Leiten zu lernen.

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gilt, sondern auch für Organisationen. Vor Gott werde ich einmal rechenschaft ablegen müssen: Was hat die Organisation, das Team, die Gemeinde bewegt, deren Leitung er mir anvertraut hat? Und war ich bereit, mich Gottes Berufung, seiner Kraft und Führung ganz anzuvertrauen und zu jener Leitungspersönlichkeit zu werden, die er in mir gesehen hat?

zukunFtsFähigkeit Der gemeinDe Ich muss an dieser Stelle ein Geständnis ablegen. Ich bin ein hoffnungsloser geistlicher Optimist. Eine Nebenwirkung davon ist, dass ich immer Schwierigkeiten hatte mit der christlichen Subkultur der selbst ernannten Mahner und Warner. Mit Leuten, die scheinbar immer alle Bibelstellen auf ihrer Seite haben, bei denen es immer ›Seiten‹ geben muss, wie es scheint. In der Welt der Literatur gibt es Autoren und Kritiker, aber selten Mischformen von beiden. Ich glaube, als Christen sind wir berufen, Autoren zu sein. Natürlich ist unsere Welt kein Ponyhof für Nachfolger Jesu. Der geistliche Wirkungsbereich von Sünde, Tod und Teufel erfordert von Christen anhaltende »nüchternheit und Wachsamkeit«, um es einmal in zwei neutestamentliche Begriffe zu fassen. Christen waren und sind in prophetischer Tradition immer wieder auch Kritiker der Zustände ihrer Zeit und fungieren dadurch als Impulsgeber für gesellschaftlich relevante Themen – von der Sklavenbefreiung bis zum Sonntagsschutz.

Vielleicht ist genau das der Punkt: Wenn Kritik von der Sehnsucht nach einer besseren Zukunft getrieben ist, bewegt sie die Dinge in eine positive richtung. Aber zu viele selbst ernannte Mahner und Warner wollen stattdessen die Vergangenheit konservieren. Ich frage mich, ob sich hinter der Maske der geistlichen Gefahrenabwehr nicht manchmal die schlichte Angst verbirgt, dass die eigenen Glaubensgewissheiten den Fluten des Zeitgeistes möglicherweise gar nicht gewachsen sein könnten. Das Neue Testament warnt uns davor, den christlichen Glauben zu verwässern, unsere Überzeugungen preiszugeben und Gottfeindlichen Einflüssen standzuhalten. Doch auch in diesen Passagen durchzieht die Bibel ein geistlich-optimistischer Grundton. Selbst die Offenbarung des Johannes, Blaupause aller apokalyptischen Visionen, ist für die Gemeinde des ersten Jahrhunderts ein Trostbuch gewesen, das ihr die Perspektive vermittelte: Habt keine Angst! Am Ende gewinnt Gott! Willow Creek hat mich oft dazu inspiriert, einen eigenen, klaren, festen geistlichen Stand zu bewahren – und mich gleichzeitig, um der Zukunft willen, auf Neues zuzubewegen. Mich aus den Grabenkämpfen verschiedener christlicher Teiltraditionen und Teilpositionen weitgehend herauszuhalten und zuerst nach der eigenen geistlichen Berufung zu fragen. Mich begeistert es an Willow zu sehen, wie Christen in einer Gemeinschaft Herz und Verstand miteinander verbinden, geistliche Erwartung und zeitgemäße Formen, Seele und Exzellenz, Experimentierfreude und feste geistliche Überzeugungen. Ich bin Willow Creek als Bewegung sehr dankbar, weil sie den Glauben an die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Jesu hochhält. »die Pforten der Hölle werden meine Gemeinde nicht überwinden«, hat Jesus einmal versprochen. Warum tun wir dann manchmal so, als könnte es der Zeitgeist? Ich finde, in Deutschland können wir alle eine Portion mehr geistlichen Optimismus vertragen.

dr. jörG dechert studierte Physik und ist seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzender von ErF Medien. www.erf.de www.pixelpastor.com


Das christliche Ratgeber-Magazin

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»Unser Herz schlägt für die, die keine Stimme haben« Das Care Center der Willow-Gemeinde – Hilfe für 17.000 Familien pro Jahr

Im Juni 2013 wurde Bill Hybels’ Vision eines neuen, größeren Willow Creek Care Centers mit Leben gefüllt: Das mehr als 5.000 m² große Gebäude öffnete erstmalig seine Pforten und vereint seitdem alle sozial-diakonischen Angebote der Gemeinde unter einem Dach. Rund 2.000 Haupt- und Ehrenamtliche bieten auf vielfältige Weise Menschen in Notlagen Unterstützung an, begegnen ihnen in Würde und lassen neue Hoffnung in ihnen aufleben.

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Brücken bauen Amazing Space »Als Willow Creek 1975 in einem stundenweise gemieteten Kino ins Leben gerufen wurde«, erinnert sich Gründer Bill Hybels, »lag der Schwerpunkt der Gemeindearbeit auf dem geistlichen Aspekt. Erst nach und nach erkannten wir, dass wir ganzheitlicher arbeiten müssen, um den sich verändernden Bedürfnissen und Nöten von Menschen wirksam begegnen zu können.« 1981 übergab das Gemeindemitglied George Lindholm einer Familie, die den Gottesdienst besuchte und kaum Geld für Lebensmittel hatte, jeden Sonntag ein ›Care-Paket‹. Daraus wurde etwas später eine Lebensmittel-Ausgabestelle, die von Gemeindemitgliedern bestückt wurde. Als Willow Creek dieses erste – deutlich kleinere und nicht auf dem Gemeindegelände gelegene – Care Center eröffnete, wurde schnell klar, dass weit mehr Menschen Hilfe benötigten als bisher bekannt: Bill Hybels stellte eines Abends fest, dass nicht nur sämtliche Stühle im Center besetzt waren – es standen weitere 100 Menschen Schlange, weil zu Hause die Lebensmittel knapp wurden oder weil sie für ihre gravierenden Probleme eine Anlaufstelle suchten.

Die Zahl der Gäste – wie sie von den Mitarbeitenden genannt werden – wächst noch immer. Fast alle, die sich im Center Hilfe holen, stammen aus dem unmittelbaren Umfeld der Willow-Gemeinde in South Barrington. Im Care Center werden derzeit 17.000 Familien pro Jahr betreut, mehr als doppelt so viele wie im alten Care Center. Sie erhalten Lebensmittel, Kleidung, Rechtsberatung, medizinische Hilfe und – bei Nachweis entsprechender Bedürftigkeit – sogar einen PKW: gespendet von Gemeindegliedern. Wenn sie ihre Familien nicht einmal mit dem Lebensnotwendigen versorgen können, verletzt das die Würde der Eltern erheblich. »Wir haben jeden Tag mit solchen Menschen zu tun«, sagt Bill Hybels. »Jemandem, der sich bereits hilflos fühlt, wenn er zu uns kommt, möchten wir vermitteln, dass er oder sie geliebt und respektiert wird. Selbst die Räumlichkeiten, in denen sie Hilfe erfahren, soll ihnen diese Wertschätzung vermitteln.«

Die Idee zum neuen Care Center als zentralem Ort sozialdiakonischen Engagements war 2010 bei den Feiern zum 35-jährigen Gemeindejubiläum entstanden. Heather Larson, die Gesamtleiterin des Arbeitsbereichs ›Compassion & Justice‹, zu dem das Care Center gehört, und ihr Team erkannten, dass dieses Projekt eine Brücke von der Gemeinde hin zu Nachbarn in Not schlagen könnte: Die Menschen sollten erfahren, dass sie bei Willow jederzeit willkommen sind. »Wir fingen nicht bei Null an«, so Larson. »Unser Angebot läuft teilweise schon seit Jahrzehnten. Wir sind gut mit anderen lokalen Organisationen vernetzt, sodass wir nichts aufbauen, was an anderer Stelle bereits sinnvoll angeboten wird.« 2012 ›rettete‹ die Lebensmittelausgabe des Care Centers eine Million Kilo Lebensmittel vor der Vernichtung aus Geschäften, bei denen das Haltbarkeitsdatum kurz vor dem Ablauf stand. Ehrenamtlich arbeitende ›Lebensmittel-Scouts‹ klappern Supermärkte oder Partner im Großhandel ab und sammeln teilweise überaus großzügige Spenden ein. Der Garten auf dem Willow-Creek-Gelände sorgt zusätzlich für frisches Obst und Gemüse. Im neuen Care Center können

sich die Gäste wie in einem Supermarkt selbst bedienen, sie fühlen sich dadurch weniger als Almosen-Empfänger und bekommen auch dadurch ein Stück ihrer Würde zurück. Doch die Hilfe geht über die Verteilung von Lebensmitteln hinaus. »Wir dienen dem ganzen Menschen – körperlich, mental und geistlich«, sagt Josie Guth, die Leiterin des Centers. »Es geht um das Erkennen der Ursachen, die zu den persönlichen Nöten führten, danach um praktische Veränderungen und neue Perspektiven.«

›Sprungbrett‹ für Menschen in schweren Lebensphasen Bill Hybels weist nachdrücklich darauf hin, dass das Care Center kein Versuch ist, die Besucherzahlen der Gottesdienste zu steigern. Die einzige Voraussetzung, um Hilfe zu bekommen ist, dass man sie tatsächlich benötigt. Er erklärt: »Viele von uns, die auf der Sonnenseite des Lebens sind, können sich nicht ansatzweise vorstellen, wie entwürdigend es ist, wenn man zu seinem Kind sagen muss: ›Ich weiß, dass du dieses Hemd schon die ganze Woche in der Schule anhattest. Aber wir können uns leider kein neues leisten.‹ Wir wissen nicht, wie sich das anfühlt, wenn man – oft ohne eigene Schuld – seinen Job verloren hat oder sich keinen Arzt leisten kann.« Ne tzwerk

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Das Care Center soll zu einem ›Sprungbrett‹ für Menschen werden, die gerade eine schwere Zeit durchmachen. Das geschieht mit einem großen Maß an Verantwortung für jedes Angebot: Alle Gäste müssen sich ausweisen; manche Unterstützungsformen fußen auch auf einem Bewertungsverfahren, um Missbrauch entgegenzuwirken. Doch selbst wenn hier und da ein Angebot einmal ausgenutzt werden sollte, ist Hybels sicher: »Ich möchte lieber zu viel Mitgefühl zeigen und Hilfe leisten als zu wenig. Sollte ich mal zu viel getan haben – diese ›Schuld‹ nehme ich gerne auf mich.«

Leben verändern, Abhängigkeiten mindern Im Care Center führen speziell geschulte Mitarbeitende auch Gespräche mit den Gästen, um individuelle Lösungen für verfahrene Situationen zu finden. Schaffen es die Menschen nicht aus eigener Kraft, ihre Situation zu verändern, wird der Kontakt intensiviert: Mit klaren Worten, doch weiterhin in liebevoller Zuwendung. Denn nur wenn in einer scheinbar hoffnungslosen Lage nachhaltige Hilfe möglich ist, wird das Risiko einer dauerhaften Abhängigkeit vom Care Center minimiert.

C.A.R.S. – neue Chancen ergreifen »C.A.R.S. war eigentlich nie geplant«, sagt Dan Hybels. »Es hat sich einfach ergeben«. Er und Doug McAllister, Inhaber eines Autohauses in Barrington, wurden auf dem Gemeindegelände von einer allein­ erziehenden Mutter gefragt, ob sie sich mit Autos auskennen. Bei ihrem Wagen standen größere Reparaturen an, und sie wollte wissen, ob sie wirklich notwendig waren. Die Männer boten ihr an, den Wagen zu reparieren – kostenlos. Die beiden kannten viele Männer, die gerne an Autos herumschrauben. Auf diese Weise entstand C.A.R.S. In diesem Zweig des Care Centers werden kostenlos PKWs repariert sowie gespendete Gebrauchtwagen generalüberholt und an Menschen in Notlagen ausgegeben: über 100 jedes Jahr. Dan Hybels, Leiter von C.A.R.S., sieht das Angebot auch als Türöffner: »Da jeder Einzelne einen Prozess durchlaufen muss, ob er oder sie für den Erhalt so eines Wagens berechtigt ist, erkennen wir schnell, ob es weitere Bereiche gibt, für die Hilfe nötig ist. Wir können die Menschen dann über Unterstützungsmöglichkeiten aufklären, denn viele von ihnen kennen sich damit überhaupt nicht aus.« Geschichten wie die folgende sind keine Seltenheit: Ein Mann kam mit seiner vierjährigen Tochter,

Mit den schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Einzugsgebiet von Chicago wächst die Zahl der Gäste. Allein die Wirtschaftskrise im Jahr 2005 führte zu einem Besucher­ anstieg von 307 (!) Prozent. Doch sowohl die Lebensmittelspenden als auch die Anzahl Ehrenamtlicher haben mit dieser Entwicklung Schritt gehalten und stiegen um ein Vielfaches.

um Lebensmittel zu erhalten und fragte, ob irgendjemand vielleicht seinen Wagen reparieren könnte. Seine Bremsen waren kaputt, und er benutzte für Bremsmanöver schon länger die Handbremse. »Wir konnten ihm schnell helfen«, schmunzelt ein Mitarbeiter.

Würde, Hoffnung und Veränderung. Drei zentrale Werte, die die Arbeit im Care Center prägen. Bei allen Begegnungen und Gebeten für die Gäste findet eine Veränderung auf beiden Seiten statt. Die Geschichten, die gehört und die Erfahrungen, die geteilt werden, lassen auch die Mitarbeitenden nicht unberührt. »Als Christen möchten wir Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen und ihnen erzählen, was wir glauben. So verstehen unsere Gäste am besten, wie eine Beziehung zu Jesus Christus aussehen kann«, erzählt Susan DeLay, Leiterin der Willow-Medienarbeit. »Die Menschen, die ins Care Center kommen, sollen das Gefühl haben, am richtigen Ort zu sein. Denn die Gemeinde ist mehr als ein Gebäude: Ihre Menschen sind die Hände und Füße Jesu.«

Das Verteilen von Kinderkleidung ist neu im Care Center. Im vergangenen Jahr haben Ehrenamtliche gespendete Kleidung sortiert, gewaschen und ansprechend präsentiert. Jorie Johnson ist hier die Teamleiterin. Ihr Einsatz hat ihr Leben verändert: »Mein Herz schlägt für die, die nicht so viel Glück im Leben und die auch keine Stimme haben.« Wieder fällt das Stichwort Würde; es zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Arbeit des Centers. »Uns war klar«, so Johnson, »dass es auch in diesem Arbeitsbereich um die menschliche Würde gehen würde – für Einzelne und für Familien. Würde hat auch viel mit Kleidung zu tun!« Bei ihrer Recherche hatten sie im Vorfeld herausgefunden, dass viele Kinder nicht genug oder keine der Jahreszeit angemessene Kleidung hatten. Die Sachen, die angeboten werden, wurden zwar schon getragen, sind aber noch in gutem Zustand. Und für jeden ist etwas dabei, vom Baby bis zum Teenager. Hier können die Kinder selbst in Ruhe aussuchen und anprobieren, was sie tragen möchten. Auch das steigert ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl.

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Würde hat auch mit Kleidung zu tun


Medizinische Hilfe in eigener Klinik Nach Arbeitslosigkeit, fehlenden Lebensmitteln und mangelnden Transportmöglichkeiten ist die Gesundheit ein weiteres drängendes Probleme der Gäste. Dave Cimo, Leiter der medizinischen Abteilung, erzählt, dass die meisten Gäste keine Krankenversicherung haben und darum den Besuch beim Arzt meiden. Eine Vor-Ort-Recherche brachte schnell zutage, dass es im Umfeld kaum kostenlose Behandlungen durch Zahnärzte und Augenärzte gab. So suchte Cimo mit seinem Team nach entsprechenden Fachärzten innerhalb der Gemeinde. Mit Erfolg: Heute arbeiten in der Klinik des Care Center rund 20 Zahnärzte, 15 Hygienefachkräfte, 15 Zahn­arzt­helfer­ innen und zwei Optiker – Gemeindeglieder, die als Ehren­ amtliche ihre Zeit und ihr Know-How zur Verfügung stellen. Patienten, die mindestens 18 Jahre alt sein müssen, keine Krankenversicherung haben und deutlich unter der Armutsgrenze leben, können die Klinik für ein Jahr in Anspruch nehmen und zahlen 20 Dollar pro Behandlungstermin. Die Mittel für die Klinik und ihre Ausrüstung wurden überwiegend aus Spenden und öffentlichen Zuschüssen aufgebracht.

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Ein bahnbrechendes Modell Trotz der schwierigen Wirtschaftslage haben viele Gemeindeglieder mitgeholfen, indem sie Zeit, Fähigkeiten und Geld in das Gesamtprojekt einbrachten. So blieben die Kosten für das neue Care Center unterhalb des veranschlagten Budgets. Die Gemeinde war so begeistert, dass die benötigten Mittel bereits vor dem ersten Spatenstich vollständig zur Verfügung standen. »Das Care Center ist ein Geschenk an die Menschen in unserer Umgebung«, sagt Pastor Bill Hybels. »Es ist uns eine Ehre, im Rahmen unserer Möglichkeiten so vielen wie irgend möglich zu helfen.«

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Lisa Stamos und Lynn Tangorra sind Redakteurinnen des Magazins ›Quintessential Barrington Magazine/USA‹, in dem der Artikel zuvor erschien ist. Übersetzung: Antje Gerner.

www.willowcreekcarecenter.org

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Frauen in Führungspositionen sind normal bei Willow heather Larson übeR iHRe RoLLe aLs fRau iN DeR WiLLoW-füHRuNGssPiTZe heather larson ist seit etwa zwei jahren die rechte hand von bill hybels innerhalb der willow creek community church im chicagoer Vorort south barrington, deren Gottesdienste wöchentlich von 24.000 Menschen besucht werden. Von hauptpastor bill hybels wurde die 40-jährige im jahr 2013 als ›executive Pastor‹ berufen und nimmt in dieser funktion nicht nur die Geschäftsführung wahr – larson erfüllt auch pastorale aufgaben.

heather larson arbeitete zunächst in der Katastrophenhilfe beim Amerikanischen roten Kreuz. Dann lernte sie Willow kennen und baute dort den Bereich ›Compassion & Justice‹ auf, der Menschen in Not hilft: in Chicago, wie in Afrika und Lateinamerika.

Ihre Wegführung war keineswegs die Folge einer gezielten Lebensplanung: Heather Larson wollte eigentlich nur dazu beitragen, die Gemeinde weiterzuentwickeln. Zugute kam ihr, dass bei Willow alle Haupt- und Ehrenamtlichen ihr volles Potenzial entfalten können – unabhängig von ihrem Geschlecht. »bei Willow«, meint Larson, »ist es überhaupt nichts ungewöhnliches, das solche Positionen von Frauen besetzt werden.«

Heather, in welchen Aufgabenbereichen hast du bereits bei Willow gearbeitet?

H

Nachdem ich einige Willow-Gottesdienste besucht hatte, lernte ich Axis kennen, eine Arbeit für junge Erwachsene, wo ich zunächst ehrenamtlich sieben Jahre mitarbeitete. Danach sollte ich die AIDS-Initiative von Willow für Afrika auf den Weg bringen. Dieser Leitungswechsel war nur ein kurzes Intermezzo, denn schon nach einiger Zeit führte ich die gesamte missionarische und sozialdiakonische Arbeit – lokal wie global – zusammen. Es entstand: ›Compassion & Justice‹ (Mitgefühl und Gerechtigkeit). Dazu gehört auch unser Care Center. Diesen Arbeitsbereich leite ich nun seit acht Jahren. Die kontinuierliche Erweiterung meines Aufgabengebiets mündete schließlich in die rolle des Executive Pastor – vorher durfte ich in den unterschiedlichsten sozialen Bereichen Erfahrungen sammeln und übernahm die Leitung wichtiger Projekte wie die Budgetplanung oder den Bau des neuen Care Centers.

Wie fühlst du dich in einer Position, die ja normalerweise eher Männern angeboten wird?

H

Ich bin begeistert, dass ich der Gemeinde, die ich liebe, mit meinen Gaben dienen kann. Eine Frau als ›executive Pastor‹ ist immer noch ungewöhnlich, aber ich wusste, dass ich für die nächste Herausforderung bereit war. Und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass mein Geschlecht dafür kein Hinderungsgrund war. 16

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Was sind die größten Herausforderungen der neuen Position?

H

Bill suchte jemanden, der die gesamte Mitarbeiterschaft und unsere regionalen Gemeinde-Standorte auf der Führungsebene betreut, damit er sich noch mehr auf seine Predigt- und Leitungsaufgaben konzentrieren kann. Ich habe mich dieser Herausforderung gestellt. Seitdem stelle ich mir jeden Morgen Fragen wie: »Was bringen wir heute konkret voran?« oder »Wie kann ich die Mitarbeiterkultur positiv beeinflussen?« Ein Executive Pastor soll die Leitungsaufgaben des Hauptpastors und seine Gaben bestmöglich ergänzen, nicht doppeln. Die größte Herausforderung für mich ist der klare Blick für das, was der Hauptpastor und die Gemeinde aktuell brauchen.

Was bedeutet es für Willow, das Care Center zu betreiben?

H

»Genau das ist Gemeinde«, denke ich oft, wenn ich im täglichen ›Gewusel‹ des Care Centers stehe, in dem in vielen Sprachen gleichzeitig geredet wird. Ich liebe es, wenn all diese Menschen Beziehungen untereinander aufbauen, wenn praktische Hilfe geleistet wird und Gaben an der richtigen Stelle zum Einsatz kommen. Uns geht es konkret darum, Apostelgeschichte 2,45 mit Inhalt zu füllen: »Wer ein Grundstück oder anderen besitz hatte, verkaufte ihn und half mit dem Geld denen, die in not waren.«

Was müssen Gemeinden beachten, die ein ähnliches Projekt planen – im Hinblick auf Finanzen, Leitung und den eigentlichen Betrieb?

H

Nie überstürzt handeln: Knüpft zuerst relevante Kontakte! Und ganz wichtig: Kopiert uns nicht einfach! Denn jedes Gemeindeumfeld ist einzigartig. Über viele Jahre hinweg haben wir geforscht und zugehört. Nur so haben wir einen sehr genauen Eindruck vom konkreten Bedarf bekommen und planen nicht an den realitäten vorbei. Ich fände es toll, wenn jede Gemeinde zunächst viel Zeit investieren und Beziehungen aufbauen würde, um genau die sozialen Aufgaben zu finden, die Gott für sie – und nur für sie – vorgesehen hat.

Gottesdienste aus der

Willow Creek Community Church WOCH JEDE

! E NEU

Wie ist das, wenn man so eng mit Bill Hybels zusammenarbeitet und ihn als Mentor hat?

H In einer Gemeinde wie Willow quasi die ›nummer 2‹ zu sein, birgt auch Spannungen. Ich äußere ja eigene Positionen und vertrete trotzdem die Meinung meines Chefs. Es erfordert viel Umsicht, drei verschiedene Hüte zu tragen: Als Leiterin, Bills Vertreterin und schließlich als Mitglied des Leitungsteams. Meine rolle kann insgesamt nur so effektiv sein wie das Team, mit dem ich arbeite. Ich freue mich, dass mir respekt und Unterstützung entgegengebracht wird. Und es ist mir ein großes Anliegen, Einzelne und ganze Teams zu fordern und zu fördern.

Als ich zunehmend Leitungsverantwortung übernahm, machte Bill mir klar, dass er niemanden sucht, der zu allem »Ja und amen« sagt. Ich solle mir überlegen, ob ich ihm auf Augenhöhe begegnen wolle. Bill ermutigt mich, neue Herausforderungen anzunehmen. Er gibt mir direkte und unverblümte rückmeldungen, die ich sehr schätze. Insgesamt haben wir einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander. Bill denkt immer strategisch, was meine eigene Entwicklung und die des gesamten Teams betrifft. Es ist ja bekannt, dass er sich in einigen Jahren aus dem Gemeindedienst zurückziehen wird. Als Team genießen wir derzeit einfach die Phase, in der wir gerade sind. Wir vertrauen darauf, dass Gott weiterhin wirkt und noch Großes mit Willow vorhat.

Mit lebensnahen und herausfordernden Predigten u. a. von

Bill Hybels

Das Interview führte rez Gopez-Sindac. Es erschien in der Zeitschrift Churchexecutive. Übersetzung: Antje Gerner.

www.erf.de/willow


vom verhinderer zum förderer

e m an Liz Wis erin e ch ist Spr ungsIt beim Le s 2016 es kongr

Liz Wiseman: Wie Führungskräfte das volle Potenzial ihres Teams ausschöpfen können. Organisationen und Unternehmen befördern gerne kluge Menschen in ihre Führungsebenen. Unter all diesen begabten Leitungskräften kristallisieren sich zwei unterschiedliche Führungstypen heraus: die Förderer und die Verhinderer. Letztere halten Gaben und Talente ihrer Mitarbeiter klein oder ignorieren sie gar komplett. Verhinderer kommen Organisationen oft teuer zu stehen, weil sich die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter nicht

entfalten können und die Potenziale der Teams nur ansatzweise genutzt werden. Auf den Gesamterfolg wirkt sich das negativ aus – und das in einer Zeit, in der Leitende gebraucht werden, die mit begrenzten Mitteln viel erreichen müssen. Warum agieren leitende Mitarbeitende eigentlich so unterschiedlich? Die beiden Führungstypen lassen sich wie folgt unterscheiden:

verhinderer

förderer

  Errichten Imperien und horten Talente   Verbreiten als Tyrannen Angst und unterdrücken selbständiges Denken   Agieren als ›Schlaumeier‹, die ständig Anweisungen geben   Treffen einsame Entscheidungen, ohne andere einzubeziehen   Halten als Kontrollfreaks das Steuer lieber selbst in der Hand   Nutzen das Potenzial in ihrem Team nur teilweise

  Ziehen Talente an und holen das Beste aus ihnen heraus (Talentmagneten)   Fungieren als ›Freisetzer‹ von Gaben, schaffen ein intensives Arbeitsklima und spornen zu Höchstleistungen an   Stellen ihre Mitarbeiter gern und immer wieder vor spannende Herausforderungen   Besprechen Entscheidungen vorher, sind diskussionsfreudig   Sorgen als ›Investoren‹ für Identifikation mit den Aufgaben und schreiben Verantwortlichkeit groß   Nutzen die Potenziale ihrer Mitarbeiter und Teams um ein Vielfaches

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Kongresse


Durch intelligente Förderung wird die Team-Schlagkraft erhöht Leitende, die eigene Intelligenz nutzen, um die Fähigkeiten anderer nach vorn zu bringen, sind Intelligenzförderer: Sie motivieren zu einem Höchstmaß an Leistung, und die Arbeitsergebnisse übertreffen alle Erwartungen deutlich. Während die Verhinderer meist eine eingegrenzte Sicht auf kluges Handeln haben (sie gehen in der Regel davon aus, dass ohne sie ohnehin nichts funktioniert), setzen die Förderer ihre eigene Intelligenz und die des Anderen auf vielfältige Weise ein. Sie gehen davon aus, dass ihr Mitarbeiter, als ebenfalls kluger Mensch, allein herausfinden kann, worauf es ankommt und wie an eine Aufgabe heranzugehen ist. Diese völlig konträren Herangehensweisen führen bei den Verhinderern dazu, dass erhebliche Ressourcen brachliegen: Was wäre alles möglich, wenn jeder Leitende ein Förderer wäre und die Schlagkraft seines Teams richtig einschätzen und nutzen könnte!

Durch fehlende Selbsteinsicht wird die Entfaltung anderer eingeengt Weitere Faktoren verstärken den negativen Führungstrend. Einerseits erkennt die Mehrheit der Verhinderer nicht, wie andere durch ihr Verhalten eingeengt werden. Manche von ihnen haben selbst so lange unter Verhinderern gearbeitet, dass ihr Blick getrübt ist und sie deren Verhalten übernehmen – obwohl sie eigentlich das Zeug zum Förderer haben. Zum anderen herrscht in vielen Unternehmen eine starre Hierarchie, die die Kreativität der Mitarbeiterschaft unterdrückt und auf Anpassung und uneingeschränkte Loyalität setzt. So werden selbst Leitende mit guten Förderer-Eigenschaften zu Verhinderern; auch diese Gruppe lässt sich in drei Typen einteilen. Doch ob ein Verhinderer bewusst oder unbewusst agiert, ist letztlich egal: So oder so bleiben wertvolle Fähigkeiten des gesamten Teams auf der Strecke.

Führungskräfte mit FördererPotenzial – die dennoch Verhinderer sind Visionäre denken groß und sprechen bei jeder sich bietenden Gelegenheit über ihr Bild von der Zukunft. Gleichzeitig grenzen sie den Spielraum und die Teilhaberschaft für ihr Team so sehr ein, dass die Herausforderung nicht intensiv geplant werden kann und die Vision nicht in Teilzielen umsetzbar wird. Als ein Vizepräsident eines Unternehmens für Verbraucherelektronik eine kühne Vision zur Umsatzsteigerung präsentierte, formulierte ein Team-Mitglied später: »Der Unterschied zwischen dem, was er präsentiert und dem, was wir tatsächlich tun können, ist so unüberbrückbar, dass wir es einfach aufgegeben haben.« So wird keine Vision jemals real. Ideengeber sind eine Quelle der Kreativität. Sie erwarten darum auch Innovationen von ihrem Team, das sich allerdings so intensiv mit den permanent sprudelnden Ideen beschäftigen muss, dass keine Zeit für die Umsetzung oder gar für eigene Kreativität bleibt. So brachte ein Produktmanager wöchentlich eine neue Initiative auf

den Tisch. Sein Produktleiter erzählt: »Am Montag sollten wir Wettbewerber X zahlenmäßig einholen. Das Team kam einige Tage lang gut voran – bis für die kommende Woche ein neues, komplett anderes Ziel ausgegeben wurde.« Auch Retter meinen es gut und möchten Projekte um jeden Preis retten, um ein Versagen Einzelner zu vermeiden und wieder auf Erfolgskurs zu kommen. Damit verhindern sie jegliche Eigeninitiative, was permanente Abhängigkeiten vom Leitenden zur Folge hat. Als eine neue Vizepräsidentin eines Unternehmens ihre Rolle selbstkritisch überdachte und künftig als Förderin agieren wollte, löste sie fortan keine Probleme mehr für ihr Team, sondern erwartete eigene Ideen und Lösungsansätze – und vor allem die Übernahme von Verantwortung.

Leiten wie ein Förderer Doch wie kann nun ganz praktisch aus einem Verhinderer ein Förderer werden? Hier drei einfache, aber effektive Lösungsansätze: Weniger Antworten, mehr Fragen. Und zwar die richtigen. Nutzen Sie Ihr Fachwissen und stellen Sie Fragen so, dass Ihre Mitarbeitenden die Situation noch einmal ganz neu reflektieren können. Bringen Sie sie dazu, Ihre Vision durch eigenes Überlegen zu ihrer eigenen zu machen. Ideen ja – aber richtig dosiert. Lassen Sie Ihre Ideen raus, aber lassen Sie auch Raum für die Beiträge und Kreativität anderer. Halb Erledigtes bringt niemanden weiter. Teams und ihre Mitglieder lernen immer dann am besten, wenn sie für ihre Arbeitsleistung voll verantwortlich sind und auch negative Konsequenzen selbst zu tragen haben. Sagen Sie deutlich, was Sie erwarten. Bitten Sie Ihr Team nicht nur das Problem zu benennen, sondern es auch zu lösen. Vielleicht bleiben Sie bei der Nutzung einer wichtigen Eigenschaft – Ihrer eigenen Intelligenz – unter Ihren Möglichkeiten. Gleichzeitig müssen Sie eventuell – bei gleich bleibender Arbeitsbelastung – mit weniger Ressourcen und weniger Personal agieren. Machen Sie sich jetzt vor allem eines klar: Die Abhilfe sitzt vielleicht direkt vor Ihrer Nase und wartet nur darauf, die drängenden Herausforderungen zu bewältigen. Fragen Sie sich selbst, wo Sie für andere zum Verhinderer werden. Und suchen Sie innerhalb Ihres Teams nach Mitarbeitern, die gemeinsam mit Ihnen zu Förderern werden, um die Fähigkeiten des gesamten Teams bestmöglich zu nutzen und ständig weiter zu entfalten.

Liz Wiseman ist Gründerin der Wiseman-Group in Silicon Valley und hat sich auf die Entwicklung von Führungskräften großer Unternehmen und Organisationen spezialisiert. Zu ihren Kunden zählen Apple, Nike und Twitter. Liz Wiseman wurde 2013 von Thinkers50 – einer Organisation, die die Durchdringung von Management-Prinzipien ermittelt – zu den Top 10 Leadership-Thinkers gezählt.

www.thewisemangroup.com

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häufiG ist das Gute der feind des besten

Sie wollen ein Konzept, das ihnen systematisch Unterstützung und dauerhaften Input zum Thema bietet. zeigen sie mir, wie es funktioniert. Eltern brauchen Ermutigung. Sie wünschen sich, dass man sie herausfordert und ermuntert, den für sie besten nächsten Schritt zu gehen. sagen sie mir, was ich heute tun kann. Wenn wir wirklich Partner der Eltern werden wollen, müssen wir ihnen konkrete und anschauliche Hinweise geben.

reggie Joiner übeR faMiLie uND GeMeiNDe

Vor einigen Jahren wurde ich von der WillowGemeinde in Chicago gebeten, zu den Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendarbeit über das Thema Familiendienst zu sprechen. Ich vermittelte ihnen die aus meiner Sicht drei grundlegenden Punkte:

1. Kinder brauchen Eltern, die ihnen dabei helfen, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen. Niemand prägt die Beziehung eines Kindes zu Gott stärker als seine Eltern. Mutter und Vater sind die geistlichen Vorbilder ihrer Kinder. Ob sie das wollen oder nicht. Am Beispiel der Gottesbeziehung ihrer Eltern lernen Kinder, wie eine Beziehung zu Gott aussieht. Es hat auch niemand mehr Einblick in die Beziehung eines Kindes zu Gott, als die Eltern. Kein Pastor, Jugendreferent oder Sonntagsschulmitarbeiter kann so gut beurteilen, was im Leben eines Kindes passiert. Der Grund: Zeit. Nachdem wir die North Point-Gemeinde in Atlanta gegründet hatten, beschäftigte uns die Frage, wo wir unsere Prioritäten in der Kinder- und Jugendarbeit setzen sollten. Wir stellten ernüchtert fest: Wenn wir von unseren regelmäßigen Gemeindebesuchern ausgingen, kamen wir bestenfalls auf vierzig Stunden pro Jahr, die uns für die Arbeit mit einem Kind zur Verfügung standen. Ein durchschnittlicher Viertklässler verbringt fast 400 Stunden im Jahr mit Videospielen, aber nur rund 40 Stunden in der Gemeinde. Wir ermittelten auch die Zeit, die Eltern durchschnittlich für ihre Kinder zur Verfügung steht: 3.000 Stunden pro Jahr. Es ist offensichtlich: Eltern spielen eine entscheidende rolle, in der geistlichen Entwicklung ihre Kinder. 20

KONGrESSE

2. Eltern brauchen Gemeinden, die ihnen zeigen, wie man ein geistliches Vorbild wird. Die Mehrheit der Eltern ist sich ihrer Verantwortung für die moralische und religiöse Entwicklung ihrer Kinder bewusst. Das trifft auf Christen und Nichtchristen zu: beide wollen in der Erziehung ihrer Kinder ihr Bestes geben. Aber diese Eltern suchen nach Anleitung, wie sie mit ihren Kindern über den Glauben sprechen und gute Werte vermitteln können. Wir allerdings wissen oft nicht so genau, wie wir mit Eltern zusammenarbeiten sollen. Unsere Programme und ressourcen sind meist auf die 40 Stunden ausgerichtet, in denen ihre Kinder bei uns sind. Wir tun das scheinbar richtige – entwickeln aber Programme, die das ausfüllen, was eigentlich die Aufgabe der Eltern wäre. So entsteht bei Eltern zunehmend der Eindruck, die Gemeinde wäre für die religiöse Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Schrittweise geben sie ihre Verantwortung ab. Wenn Gott den Eltern die Verantwortung für etwas überträgt, dann befähigt er sie auch zur Umsetzung. Aufgabe der Gemeinde wäre daher, das Selbstvertrauen der Eltern zu stärken, damit sie den Mut haben, zu tun, wozu Gott sie geschaffen hat. Wenn Eltern in die Gemeinde kommen, stellen sie uns oft stumme Fragen. Stellen Sie sich bei jedem Vater und jeder Mutter, die hereinkommen vor, er oder sie würde Sie um drei Dinge bitten: Geben sie mir ein konzept. Die meisten Eltern sind reaktiv in ihrem Erziehungsstil, wünschen sich aber proaktiver zu werden.

Wir verwenden häufig bestimmte Begriffe, ohne sie zu erläutern. Jeder Pastor sollte z.B. den Begriff ›geistliches Vorbild‹ für seine Gemeinde definieren und dazu anschauliche Beispiele verwenden. Problematisch wird es, wenn wir Eltern auch nur das Gefühl vermitteln, sie wären als geistliches Vorbild eigentlich nicht so richtig geeignet. Zum Vergleich: Brauchen Kinder Hilfe bei den Hausaufgaben oder sind sie krank, kämen Eltern niemals auf die Idee zu sagen: »Ich kann dir bei deinen Hausaufgaben nicht helfen, ich bin kein lehrer« oder »Ich kann dir deine Medizin nicht geben, ich bin kein arzt.« Genauso wenig müssen Eltern Theologen sein, um ihren Kindern den Glauben zu vermitteln. Wir als Gemeinden sollten Eltern ermutigen, ihre Bestimmung als Eltern in dieser Hinsicht zu erfüllen.

3. Gemeinden brauchen Hauptamtliche, die sich weniger für Kinder und mehr für Familien engagieren. Nicht nur Eltern sind gefordert, auch die Gemeinde muss ihre Herangehensweise überdenken und neu an die Bedürfnisse der Familie anpassen. Einige Pastoren denken wahrscheinlich: »Wir können nicht noch mehr tun. Wir haben weder die nötigen Mitarbeiter noch die Mittel!« Es kann sein, dass es für die Familien Ihrer Gemeinde das Beste wäre, wenn Sie bestimmte Angebote einstellen. So wird zugleich die Effektivität unserer Arbeit erhöht. Eines der größten Hindernisse für Effektivität ist Komplexität. Insgeheim wissen die meisten Hauptamtlichen: Wenn sie bestimmte Gemeindeaktivitäten beenden könnten, würden andere Bereiche sehr davon profitieren. Ein Jugendleiter stellte mir die sehr gute Frage: »Wenn wir nun mehr mit den eltern zusammenarbeiten, leidet dann nicht unsere arbeit mit den Jugendlichen?« Denken wir mal in Zahlen: In der Jugendarbeit stehen Ihnen 40 Stunden pro Jahr mit den Jugend-


lichen zur Verfügung. Eltern dagegen haben 3.000 Stunden. Was würde passieren, wenn Sie das, was Sie bisher an Zeit und Mitteln für diese 40 Stunden aufgewandt haben auf 80 % reduzierten? Was geschähe, wenn Sie die gewonnenen 20% in die 3.000 Stunden der Eltern investierten? Die Chancen für eine exzellente Jugendarbeit wären 15 Mal höher. Angenommen, 50% Ihrer Eltern gehen auf das Angebot ein und reservieren sich eine Stunde pro Woche mit ihren Kindern dafür. Dann haben Sie bei der Hälfte Ihrer Kinder doppelt so viel erreicht. Etwas zu beenden, das eigentlich schon im Sterben liegt, braucht keine besonderen Fähigkeiten. Sie werden Ihren Leitungskreis schnell überzeugen und die Sache beerdigen. Mut braucht ein Pastor, um etwas zu beenden, das gut funktioniert. Häufig ist gerade das Gute der Feind des Besten. Im Gleichnis vom Weinstock und den Reben erklärt uns Jesus, was zu tun ist: Man muss etwas Lebendiges abschneiden, damit an anderer Stelle etwas noch mehr wachsen kann. Eine Gemeinde, die mehr für Familien tun möchte, muss umdenken. Einige Beispiele:

Regg ist Sp ie Joiner Le i t u r eche r b e n gs im & K in kongress d e r pl Kong r e ss u s 2 0 16

•  Statt den Großteil an Zeit und Mitteln in die Entwicklung von Angeboten für Kinder zu investieren, investieren Sie diese in Angebote für Eltern und Kinder. •  Statt zu fragen: »Was sollen wir den Kindern beibringen?«, fragen Sie: »Was können wir tun, damit Eltern ihren Kindern dieselben Dinge beibringen wie wir?« •  Statt bei den Eltern für Ihre Gemeindeprogramme zu werben, konzentrieren Sie sich auf das, was Eltern Ihrer Meinung nach tun können. Gemeinden machen gerne die Eltern verantwortlich und sagen: »Das Problem sind die kaputten Familien.« Eltern hingegen liefern ihre Kinder gerne einfach nur vor den Türen

der Gemeinde ab und machen diese dann verantwortlich, wenn die Veränderung im Verhalten ihrer Kinder ausbleibt. Es geht nicht um ein ›Entweder-oder‹, sondern um ein ›Sowohl-als-auch‹. Denn: Wir sind Gemeinde. Wir sind Familie. Wenn etwas kaputt ist, dann hat das wahrscheinlich mit beiden zu tun. Wenn beide sich auf einen ehrlichen Dialog einlassen, werden beide verändert und das gemeinsame Ziel erreicht.  REGGIE JOINER ist Gründer der reThink Group, die Angebote für Eltern & Gemeinden entwickelt, um die geistliche Entwicklung der nächsten Generation zu fördern. Entnommen Aus: ›Lebe Orange! – Gemeinde und Familie gemeinsam stark‹ www.whatisorange.org

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herzLiCh WiLLKommen zu den WiLLoW info-& TrAininGSABenden willow-referent jörg ahlbrecht ist in deutschland unterwegs und spricht zum thema ›brennen ohne auszubrennen‹ – wie wir es als einzelne und als ganze Gemeinde schaffen, das gemeindliche engagement mit leidenschaft, frische und augenmaß zu leben. im zweiten teil des abends stehen informationen über den leitungskongress 2016 und kinderpluskongress 2016 im Mittelpunkt.

beGeisterte konGress-botschafter Gesucht: Willow Creek Deutschland sucht engagierte Leitende oder Mitarbeitende, die von unserer Arbeit inspiriert sind und mithelfen, dass viele Gruppen und Teams in Ihren Gemeinden von den Kongressen erfahren, daran teilnehmen und davon profitieren. Als Dankeschön wird jeder Botschafter mit einer bunt gefüllten Botschafter-Box beschenkt.

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insPirierende VeranstaltunGen auch in ihrer nähe! 08.06. / Siegen / EFG Siegen-Geisweid / 19.30 Uhr 09.06. / Nürnberg / JesusCentrum (EmK) / 20 Uhr 10.06. / Augsburg / Ldk. Gemeinschaft / 19.30 Uhr 17.06. / Düsseldorf / CZDüsseldorf / 20 Uhr 18.06. / Münster / Ev.-Freik. Gemeinde / 19.30 Uhr 24.06. / Augustfehn / Ev.-Freik. Gemeinde / 20 Uhr 25.06. / Berlin Mitte / Christuskirche / 19.30 Uhr 02.07. / Eimeldingen / G5 rebland / 19.30 Uhr

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„Ich halte die Fähigkeit, sich selbst zu führen, für eine Kernkompetenz reifer Persönlichkeiten und erst recht reifer Christen.“

(103 X 297 MM)

- Thomas Härry

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Thomas Härry Von der Kunst, sich selbst zu führen „Gib auf dich selbst acht”, lautet ein Rat von Paulus, einer der wichtigsten Persönlichkeiten der Bibel. Eine faszinierende Perspektive: Als von Gott ermächtigter und beschenkter Mensch kann und soll ich mich selbst führen. Thomas Härry zeigt, wie dies in Alltag, Beruf und Familie gelingen kann und welche vier Bereiche dazugehören: Selbstverantwortung, Selbstklärung, Selbstfürsorge und Selbststeuerung.

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Ne T Z WeRk


Komm wie du bist Zu unseren Gästegottesdiensten, die wir vor etwa 20 Jahren ab und zu anboten, kamen tatsächlich neue Besucher – immer öfter und immer mehr, denn wir hatten gerade die Beziehungsorientierten unter uns ermutigt, ihre Freundschaften zu Menschen, die Jesus nicht kennen, intensiver zu gestalten. Bald schon merkten wir, dass das Angebot sporadischer Gottesdienste für unsere Gäste nicht mehr ausreichte. So entschlossen wir uns, jeden Sonntag mit ihnen zu rechnen: Wir wollten alles in die gemeindliche Waagschale werfen, damit sie Jesus – durch uns – von seiner besten Seite kennenlernen würden. Für sie, unsere Freunde, wollten wir nicht nur am Sonntag, sondern jederzeit da sein. Wir arbeiteten hart daran, dass sich unser zwischenzeitlicher Slogan »Herzlich willkommen – komm, wie du bist!« tief in unsere DNA verankern würde. Denn wir hatten begriffen: Gemeinde hat keinen Selbstzweck. Sie ist für andere da. Nur das verleiht der Gemeinschaft ihren Sinn. Diese Erkenntnis wirkte! Unsere räumlichkeiten für die Gottesdienstbesucher und für die Kinderarbeit platzten bald aus allen Nähten. Im Vertrauen auf Gott wollten wir raum schaffen und dabei Großes erwarten: Wir planten und realisierten einen Neubau. Noch im Jahr 1995 hatten wir rund 180 Kinder und Gottesdienstbesucher gezählt, während ein Jahr nach Fertigstellung des neuen Hauses 2008 schon 360 Personen zu uns kamen. Momentan sind es 510. Das neue Gemeindezentrum ist von der Größe her gerade richtig. Aber vielleicht müssen – nein dürfen – wir uns schon bald mit der Frage befassen, was zu tun ist, wenn es räumlich erneut eng wird.

Wachstum kann schmerzhaft sein Ich habe mir immer gewünscht, Teil einer wachsenden, lebendigen Gemeinschaft zu sein. In Thun erlebe ich, dass eine Gemeinde wirklich einen Unterschied macht. Natürlich gab es bei uns, wie in jeder anderen Gemeinde, schwierige Phasen. So waren nicht immer alle bereit, unseren Weg mitzugehen. Mancher, der sich vorher im Gemeindekern bewegte, musste zur Kenntnis nehmen, dass auch andere auf dem Weg dorthin sind – und das Verantwortlichkeiten geteilt werden mussten. Mit den ›Neuen‹ wurden uns auch neue Fragen gestellt, auf die wir längst Antworten zu haben glaubten. So kamen Menschen zu uns, die eine gescheiterte Ehe hinter sich hatten. Früher schien das klar: Scheidung ist in unserer Gemeinde kein Thema. Jetzt war es eines, und ein sehr konkretes, und es verlangte nach Antworten, die den Betroffenen gerecht wurden und gleichzeitig Jesu Haltung zu den Menschen widerspiegelten. Diese gedankliche Arbeit und die Entwicklung eines barmherzigeren Herzens waren nicht für jeden leicht. In all den schönen und schwierigen Phasen des Wachstums waren zahlreiche Impulse von Willow hilfreich. Wir fanden auf den Kongressen, in Begegnungen und Erfahrungsberichten Bestätigung und Herausforderung zugleich und verspürten stets eine tiefe innere Verbundenheit: Hier schlagen Herzen im gleichen Takt. Dafür sind wir bis heute dankbar.

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Das LIO’S – Gastfreundschaft und Wohlfühl-Atmosphäre Im Jahr 2011 musste der Mieter eines wunderschönen alten Gebäudes, das direkt neben unserem Gemeindezentrum steht und das gastronomische und kulturelle Geschäfte beherbergte, Konkurs anmelden. Es schien, als hätte Gott dieses Gebäude für uns vorbereitet, denn die Besitzerin wollte gern an uns nachvermieten. Hinzu kam, dass einige Mitglieder unserer Gemeinde einen Traum hatten: Lasst uns aus diesen räumlichkeiten einen wohltuenden Ort schaffen, an dem Begegnungen zwanglos möglich sind. Uns wurde klar: Da steigen wir ein – damit war das LIO’s Projekt geboren. Mit gelebter Gastfreundschaft würde es uns möglich sein, eine Brücke in die Stadt zu bauen. In einem gemütlichen Café können Menschen durchatmen, zwanglos genießen und sich auch auf tiefer gehende Gespräche in entspanntem rahmen einlassen. Im LIO’S wollten wir einen Ort schaffen, an dem aus Gästen nicht nur unsere Freunde werden, sondern auch Freunde von Gott. Genau das geschah: Das Café öffnet uns nun Türen, die unserer Gemeinde zuvor verschlossen blieben.

Menschen kennenlernen und ihnen dienen Das Café ist ein öffentlicher Ort. Nur montags haben wir geschlossen, sonst ist es von morgens früh bis abends spät durchgehend geöffnet. Wir suchen uns unserer Gäste nicht aus. Jedem einzelnen möchten wir freundlich und liebevoll begegnen – auch über das Servieren unserer Spezialitäten hinaus. Unser Café liegt in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus. Vor einigen Tagen nahm ein Mann Platz, der früher wöchentlich bei uns Gast war. Eine Zeitlang hatten wir ihn nicht mehr gesehen. Er erzählte, dass der Anlass, wieder hier zu sein, für ihn nicht erfreulich sei: Eine Operation sei nicht gelungen, jetzt müsse er erneut unters Messer. Das einzige was ihn freue, sei die Aussicht, dass er nun wieder regelmäßig bei uns seinen Kaffee trinken könne – hier fühle er sich einfach wohl. Im LIO’S werden bewusst keine frommen Traktate ausgelegt. Wir haben uns stattdessen entschlossen, dass das einzige, was unsere Gäste lesen sollen, wir selbst sein möchten!

Neue Themen setzen Bewusst verkaufen wir im Café fast ausschließlich hochwertige regionale Produkte und achten darauf, dass sie biologisch und fair erzeugt werden. Auch unsere Deko-Elemente und Geschenkartikel können käuflich erworben werden; sie werden zum größten Teil von Menschen aus der Gemeinde gefertigt. Auch regionale Ne T Z WeRk

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PROJEKTENTWICKLUNG

GEWERBEBAU

KIRCHEN UND SOZIALE EINRICHTUNGEN BAUSEMINARE FÜR GEMEINDEN Das Seminar vermittelt Informationen zur Planung, Organisation und Durchführung eines Gemeinde-Bauvorhabens. Die Teilnehmer profitieren von der Erfahrung einer der besten Gemeindehausbau-Experten Deutschlands. SEMINARAGENDA Vision und Chancen von Gemeindehaus-Bau Praxisbeispiele anhand von Referenzobjekten Umsetzung der Gemeindevision in ein Raumkonzept Finanzen und Fundraising Organisationshilfen für den Bauausschuss Eigenleistung oder Vergabe von Arbeiten Arbeitsschutz und Baurecht für ehrenamtliche Helfer Diskussion und Fragen Termine und Anmeldung unter WWW.4-WAENDE.DE/SEMINAR Rabatt Anmeldecode: W51029

llen, o s n o l s h s c e s t n , n e e s te le u ns s n ä e G e r b ige, was unse r ha z i n i as e ir selbst sind!« d »W s w da s Lieferanten bieten in unserem Laden Produkte an. Wir wissen, woher unser Kaffee kommt und dass der Bauer, der die Bohnen erntet, seinen angemessenen Lohn erhält. Auch unser Bier kommt aus einer kleinen Brauerei in der Umgebung. Unser reden und Tun soll stimmig sein. Am Sonntag im Gottesdienst sprechen wir bisweilen über unsere Verantwortung für die Schöpfung und über die Gerechtigkeit als Anliegen Gottes. Im LIO’S können wir praktisch zeigen, wie das unter anderem gelebt werden kann. Auch unser Engagement für eine Compassion-Gemeindepatenschaft in Kenia, durch die alle Haushalte einer region nun Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten, ist häufig Anlass für so manches wertvolle Gespräch mit unseren Gästen, wenn sie erfahren, dass 10% unserer Einnahmen in dieses Projekt fließen. Im Café erleben unsere Gemeindeglieder, wie man ohne großen Aufwand für andere da sein kann. Wir bauen darauf, dass diese Erfahrungen Spuren hinterlassen. Natürlich kann der Betrieb nur aufrechterhalten werden, weil sich 70 Ehrenamtliche daran beteiligen. Dennoch: Wir hatten kaum Mühe, sie an Bord zu holen. Der Grund: Hier ist leidenschaftliche Gastfreundschaft möglich. Hier kann man zwanglos mit Menschen ins Gespräch kommen. Hier kann man sich durch Kleinkunst für die Stadt engagieren. So hat das LIO’S vielen Gemeindemitgliedern die Möglichkeit eröffnet, ihre Gaben auf neue Weise einzusetzen.

Café mit Extras Der reguläre Cafébetrieb tagsüber ist nur eines der LIO’S-Angebote. An den Abenden kommen unsere Extras hinzu: Am Mittwoch ist das LIO’S in Männerhand. Hier herrscht beim kühlen Feierabendbier StammtischAtmosphäre. Dann werden nicht nur Sportresultate kommentiert, auch das Gespräch

über »Gott und die Welt« wird gesucht. Dieses Angebot hat in unserer Gemeinde ein Vakuum gefüllt. Viele Männer bringen ihre Kollegen mit, und immer wieder gehen die Gespräche in die Tiefe. So tief, wie sie bei den Gottesdiensten an Sonntagen vermutlich nie gehen würden. Nicht selten hören wir, wie Männer, die vorher der Familie zuliebe mit in die Gemeinde gekommen sind, sich jetzt voll und ganz identifizieren: Sie sind stolz, einer Gemeinschaft anzugehören, in der es einen Ort gibt an dem sie einfach Mann sein dürfen. Am Freitagabend steht die SpielBar für unsere Gesellschaftsspieler auf dem Programm; am Samstag haben die Jugendlichen das Sagen im LIO’s; ab und zu veranstalten sie im Gewölbekeller Konzerte oder KleinkunstEvents. Am Sonntagmittag ist das LIO’S vor allem für die Gottesdienstbesucher geöffnet, um einen Imbiss einzunehmen oder um die Gemeinschaft zu genießen. Aus unserem Gemeindealltag ist das LIO’s nicht mehr wegzudenken. Viel Gutes ist hier geschehen, wertvolle Begegnungen haben stattgefunden und gute Beziehungen konnten wachsen. Weil sie sich in einer ›Wohlfühloase‹ treffen konnten, hat sich bei vielen von uns der Grad an tiefen, beständigen Beziehungen deutlich erhöht. So hat das LIO’S-Projekt geholfen, Grenzen im Gemeinde-Milieu aufzuweichen und unseren raum buchstäblich zu erweitern. Wir haben einen Weg gefunden zu den Menschen, die in einer modernen Erlebniskultur verwurzelt sind, und wir dürfen gemeinsam mit ihnen als Gemeinde unterwegs sein.

Gerhard berGer ist Pfarrer der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Thun. www.efg-thun.ch www.lios-thun.ch


ORANGE FÄRBT AB

aLTeRsübeRGReifeND DeNkeN uND aRbeiTeN iM JesusCentrum nürnberg das jesuscentrum nürnberg, eine Gemeinde der evangelisch-methodistischen kirche, wächst stetig. schon die Gründungsphase im jahr 1997 wurde durch impulse von willow creek geprägt, die bis heute das Gemeindeleben flankieren. das gilt auch für die umsetzung von oranGe leben – ein altersübergreifender ansatz in der arbeit mit heranwachsenden, der das engagement von Gemeinde und eltern miteinander verzahnt. Die Willow Creek-Kongresse haben unsere Gemeindeverantwortlichen von der ersten Stunde an inspiriert und unsere Arbeit über die Jahre hinweg geprägt: Das JesusCentrum sollte zu einer Gemeinde werden, die sich Jesus rückhaltlos zur Verfügung stellt, die ihr Bestes für ihn gibt und die für kirchenferne Menschen attraktiv wird. Unser Pastor Eberhard Schilling ist überzeugt, dass die Impulse von Willow Creek zu den wichtigsten seines Lebens gehören. Und sie färben in den letzten Jahren besonders auf unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ab. Promiseland, die Arbeit mit Kindern in der Willow-Gemeinde, hat uns seit 10 Jahren geprägt und begeistert. Durch die Kongresse haben wir uns hinterfragen lassen und so eine stetige Weiterentwicklungen ermöglicht. Obwohl die Promiseland-Werte und Elemente unsere Arbeit mit Kindern prägen, haben wir uns dennoch die Freiheit genommen, das Konzept an unsere eigenen Gegebenheiten anzupassen. Wir legen den Fokus besonders auf Gemeinschaft und Kleingruppen-Arbeit. Dazu zählt die gezielte Förderung der Gruppenleiter. Sie haben eine bedeutende rolle, als Begleiter der Kinder und Initiatoren von Glaubenserfahrungen. Schon früh möchten wir die Kinder an geistliche Übungen heranführen und sie schon im Grundschulalter mit der Bibel vertraut machen. Wir ermutigen sie, sich von Gottes Wort herausfordern

zu lassen. Unseren Teenagern im Kirchlichen Unterricht bieten wir schon ab 13 Jahren durch ein ›Schnupper-Praktikum‹ eine aktive Mitarbeit an. Sie erhalten einen Mentor ihrer Wahl, der sie anleitet und begleitet. So sollen Beziehungen entstehen, die es den Jugendlichen später leichter macht, ihren Platz in der Gemeinde zu finden. Auch die Eltern möchten wir stärken, damit Familien ihren Glauben gemeinsam im Alltag praktizieren können. Wo immer möglich, greifen wir Predigtthemen in den Kindergruppen auf, um den Austausch zu Hause anzuregen. So füllen wir den OrANGE LEBEN-Ansatz mit Inhalt – auch wenn wir damit noch am Anfang Beim ORANGE-Ansatz werden zwei Stärken vereint: der Einfluss der Gemeinde als Licht Jesu (gelb) mit der Liebe der Familie (rot). Es entsteht eine neue Farbe: orange – und eine neue Dynamik in der Arbeit mit Heranwachsenden.

KIRCHE

FAMILIE

stehen. Wir möchten noch vernetzter denken und haben von der Arbeit mit Kleinkindern, bis zur Arbeit mit jungen Erwachsenden ein gemeinsames Leitungsteam geschaffen: das ›JCN Family‹. Mit diesem Schritt ist es uns gelungen, Themen und Aktivitäten zu bündeln und längerfristig zu planen. Alle Beteiligten werden motiviert, bedeutsame Partnerschaften zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Ein Ergebnis ist das Krippenspiel am Heiligabend, das die Kinder gemeinsam mit den Erwachsenen geprobt und aufgeführt haben. Die 11–13-Jährigen waren so begeistert, dass sie die Verantwortung für die Aufführung im nächsten Jahr selbst übernehmen möchten. So machen Kinder ermutigende Erfahrungen, bekommen Anerkennung und lernen die Erwachsenen von einer ganz neuen Seite kennen. Bei allen Planungen ist uns wichtig, altersübergreifend zu denken und die jeweils anderen Arbeitsbereiche mit ›ins Boot‹ zu holen. OrANGE LEBEN bleibt eine Herausforderung, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

fiona freyberGer verantwortet die Arbeit mit Kindern im JesusCentrum Nürnberg. anja henke leitet das Kinderhaus ›rückenwind‹, ein soziales Projekt der Gemeinde und ist zuständig für die Arbeit der PreTeens. www.jesuscentrum.de

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einfach teilen ine e t s i e ne g Wie lan ts-bohrmaschie h haushal durchschnittlic pro Jahruch? in gebra

die ersten christen teilten so ziemlich alles miteinander, jeder brachte seine Gaben in die Gemeinschaft ein, so dass keiner von ihnen not leiden musste (apg. 2,45). heute ist das Prinzip ›nutzen statt besitzen‹, gesellschaftlicher trend – zu neudeutsch: shareconoMy. und das internet ist voll von Möglichkeiten, ganz en ,4 stund 2 ) c en einfach dinge mit anderen zu teilen. außerdem schont 2 Minut 2 ) b teilen die begrenzten ressourcen unserer erde, spart inuten a) 1,5 M Platz und Geld, und hat – damals wie heute – das Potenzial Gemeinschaft zu stiften und zu stärken. sharing r e b ü ie s Würden men Dinge von ten? r ie o f Platt leihen/m s sharing u r a e n b e ü r sie ge ande Würden men eigene Din r o Plattf n/vermieten? verleihe 54% nein 46% Ja 57% 43% nein Ja

g c hä t z un einer S : Na c h , l ö s un g eiz 2013 he F S chw tlic des W W hschnit die durc uer einer beträgt s da e br a u ch iene Geräteg r mas ch lts-Boh Ha u s h a Jahr. uten im 1,5 Min

Welchen aussagen zum thema shareConomY stimmen sie zu? »teilen hilft, Geld zu sparen.«

48%

»Ich glaube, dass dieser trend in Zukunft noch stärker wird.«

43%

»teilen spart ressourcen und ist damit umweltfreundlich.«

38%

»Ich möchte nicht, dass jemand Fremdes mein auto, meine Wohnung etc. nutzt.«

25%

»Ich möchte meine Privatsphäre bewahren, shareconomy ist nichts für mich.«

23%

»Ich mag daran, dass man sich direkt mit seinen Mitmenschen austauscht.«

15%

»Ich halte von diesem trend gar nichts und beteilige mich nicht daran.« »Ich mag daran, dass es zu bewussterem einkaufen beiträgt und man den großen Konzernen ein schnippchen schlägt.« »nichts davon.« 28

iNfoGR afik

14% 10% 8%

Der Begriff shareconoMy wurde vom Ökonomen Martin Weitzman geprägt und besagt im Kern, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird. Der Begriff meint auch das Konzept der gemeinsamen, zeitlich begrenzten Nutzung von ressourcen, die nicht dauerhaft benötigt werden.


e mmen.d e-willko g in tl r h e c b flue e t zg e om G e s ist ein v tes Projek t , tz unter stü n priv. Wohnge in tl h c lü F g un g z u r Ver fü r a um z u stellen.

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quellen: Nutzung Bohrmaschiene: WWF Schweiz; www.wwf.ch // Aussagen Shareconomy: © Statista 2015; Deals.com; Jan. 2014; 568 Befragte // Würden Sie über Share-Plattformen Dinge Teilen: © Statista 2015; Spiegel, GfK; 2.054 Befragte; ab 14 Jahre // Autonutzung 2013: © Statista 2015; VuMA; IFAK; Ipsos; Media Markt Analysen; ab 14 Jahre; deutschsprachige Bevölkerung // iNfoGR afik

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»WILLKOMMEN IM CLUB!«

JPK 2015: MUT ZUM LEBENSVERÄNDERNDEN CHRISTSEIN

GIPFELSTURM Die Türen zur Halle 1 in der Messe Erfurt sind offen. Der Jugendplus-Kongress – kurz: ›JPK 2015‹ – startet mit dem Motto ›BASECAMP‹ den Gipfelsturm. Fast 4.100 Teilnehmer, Mitarbeiter in der Gemeinde-Jugendarbeit, fluten den Saal und die Tribünen. Auf den Screens werden aktuelle Tweets eingeblendet: referent Jefferson Bethke freut sich: »bin begeistert, dass ich wieder eingeladen wurde«; andere entdecken nach der Sonnenfinsternis am Morgen: »Jede Menge sonne in erfurt.«

YOUTUBE-PREDIGER LIVE 62 Millionen Mal wurden die Video-Kurzbotschaften auf Youtube angeklickt. In Erfurt predigt Jefferson Bethke live. Er spricht über die Nähe zu Gott: »Gott ist bei uns, lebt mit uns, in uns – das ist Intimität, wie er sie sich wünscht.« Im 1. Jahrhundert wurde die christliche Intimität vor allem in Gemeinschaft am Tisch gelebt. »das letzte, was Jesus vor seiner verurteilung und Kreuzigung getan hat, war ein essen. und er lädt uns immer und immer wieder ein.« Bethke fragt: »Machst du die richtigen christlichen sachen – oder liebst du Jesus?« Am Ende aller Zeiten, ist er überzeugt, »werden wir nicht in einem Klassenraum lernen, sondern eine große Party feiern, mit Jesus«. Ein ganz wesentlicher ›Job‹ für Christen ist: Jünger sein. Das heißt gemeinsam mit Jesus zu leben, mittendrin: »Kümmerst du dich um diese Welt?«, fragt Bethke. »betest du nach dem vaterunser: dein Wille geschehe, wie im Himmel, so in seattle oder wie deine stadt heißt?« Es darf nicht passieren, dass wir aus der Welt fliehen wollen – und Jesus uns entgegen kommt. »Jesus ist diese Welt wichtig. Willst du abhauen oder helfen?« Den Missionsbefehl »Mache zu Jüngern« kann man überall leben: »im täglichen leben, in deinem Kaffeeshop, in der sporthalle, an der uni, in der Politik, …«

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KONGrESSE


GUTE NACHRICHT: GELIEBT! Megan Fate Marshman (rockharbor Church Kalifornien) sagt in ihrem energiegeladenen referat: »Ich spreche nicht über gute ratschläge, sondern über eine gute nachricht: Ihr seid so geliebt, wie ihr seid. Ihr müsst nicht um die liebe anderer betteln! Wenn du hier reingekommen und nicht perfekt bist: Willkommen im Club!« Persönliche Fehler und Schuld fühlen sich an wie Ketten und schwere Steine im rucksack. Aber Gott fragt: Warum strampelst du dich ab? Wo bringt es dich hin? Es geht nicht darum, besser als andere zu sein – sondern darum, Menschen zu Jesus zu bringen, vor ihm die Steine fallen zu lassen und aus seiner Liebe zu leben. Später pocht sie auf den Teamspirit bei einer Bergtour: »du bist in die Familie Gottes adoptiert«, sagt sie. Das ist immer mehr als einer: »bist du teil des Ich-schaff’s-alleineClubs? – so hat Gott das nicht vorgesehen!« Eindringlich fährt sie fort: »dir fehlt nichts in deinem leben, um Gott zu verherrlichen – und das gilt für den Menschen neben dir genauso!« Niemand muss perfekt sein oder so tun, als ob. »Gott hat sich angewöhnt, gebrochene leute mit kaputten Geschichten zu gebrauchen, um sich zu verherrlichen. und du gehörst dazu.« Wer das weiß, kann mit lauter anderen unperfekten Typen zusammen für Gott leben.

TEAMCOACHING Der Ex-Football-Coach und heutige Autor Keith Cote bekennt, dass er Deutsche, die Pommes mit Mayo essen und keine Eiswürfel in Softdrinks packen, nicht versteht. Noch ernsthafter spricht er dann über Teams, die einen Unterschied machen, wenn alle dasselbe glauben und ihr Umfeld wirklich verändern wollen: »vergesst das nie«, sagt er: »Wenn ihr Menschen zu Jesus bringt, hat das bedeutung für die ewigkeit!« Wenn ein Team von Christen mit dieser inneren Überzeugung handelt, dann kann es »gemeinsam eine grenzenlose Wirkung für das reich Gottes in der Welt haben«.

GOD’S GREAT DANCEFLOOR Worshipleiter Brandon Grissom bringt mit seinem amerikanisch-deutschen Team und blitzsauberer Musik den Kongress mehr als einmal zum Tanzen – zur Ehre Gottes. Mit ihnen feiern die 4.100 JPK-Teilnehmer zu himmelstürmenden Songs: »We are alive on God’s great dancefloor«, »You are alive in us. nothing can take your place. You’re all we need. Your love has set us free«, oder persönlichen Anbetungshymnen wie: »In Christ alone«. Eine besondere Kostprobe seines Könnens liefert Brandon im Playback-Battle mit Moderatorin Jasmin Weiß: Mit der Coverversion von Katy Perrys ›Firework‹ präsentiert Willows Worship-Leiter sich in Super-Bowl-Form.

RubRik

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FILM-GESCHICHTEN Der mehrfach ausgezeichnete Filmemacher und Journalist Lukas Augustin spricht im Interview über seine Arbeit: über authentische Geschichten von Menschen, die Menschen bewegen. Sein neuer Film ›Unversöhnt‹ lässt Opfer und Täter zu Wort kommen, die 20 Jahre nach dem Genozid in ruanda (1994) bis heute in einem Dorf zusammen leben. An Jugendleiter in Gemeinden gerichtet, sagt er: »traut jungen leuten, die ein Film- oder Foto-talent haben, etwas zu! Gebt ihnen ihre Chance!«

LABEL: GNADE Die mitreißende Predigt des Ex-Footballprofis Derwin Gray ist ein Höhepunkt des Kongresses. Gott hat uns ein neues ›Label‹ gegeben: Gnade und Liebe. Damit Familien, Kirchen, Städte, die Welt verändert werden. Derwin entkrampft die steile Aussage: »Wenn du das nicht kannst, dann kann Jesus in dir es tun!« Mit hoher Emotion sagt der Pastor der Transformation Church: »Wir brauchen eine Generation von jungen Christen, die Gottes liebe empfangen haben. das ist der schlüssel zu deinem leben – und dafür, Menschen für Jesus zu gewinnen.« Er macht den JPK-Teilnehmern Mut: »Gott möchte in deinem leben etwas verrücktes tun. seine Kraft ist in dir!«, ruft er. Viele Hunderte folgen seinem Aufruf, zur Bühne zur kommen, um für sich beten zu lassen und ihre Welt zu verändern.

FOR KING & COUNTRY Die ganze Halle feiert das Worship-Konzert der US-Band ›for King & Country‹. Die Musiker um das Brüderpaar Joel und Luke Smallborne reißen die Fans spätestens mit dem Song ›It’s a fine fine life‹ von den Sitzen. Die Brüder bearbeiten in den 90 Konzert-Minuten unterschiedlichste Instrumente: Neben den klassischen Gitarren, Bass und Keyboard spielen sie auf Trommeln, Klangröhren, Becken, Cello, Quetschkommode, Glockenspiel und über Megafon. In den Songs singen sie davon, wie gut das Leben ist, wie unvergesslich, wenn man die Sache mit Gott mal kapiert hat, oder auch das Baby, das zu Weihnachten geboren ist. Die Band trat zum ersten Mal überhaupt außerhalb der USA auf; »und deutschland war der optimale start dafür«, findet Luke Smallborne.


›EST‹ MIT MESSAGE Der christliche Aktionskünstler Eric Samuel Timm – kurz: ›EST‹ – malt in mehreren Sessions während des Lobpreis live auf der Bühne: Mal fließt Blut von der Stirn eines Mannes. Dann sieht man zwei Hände. Timm dreht die Staffeleien und besprüht die Handinnenflächen mit roter Farbe, die herunter läuft. Beim 3. Bild entsteht ein in kräftigen rot-, Gelb- und Blautönen pulsierendes Herz, darüber steht: LOVE: Um den liebenden, gekreuzigten Jesus geht es beim JPK 2015. In seiner Predigt outet Timm sich zunächst als Fan des ›Berliner‹-Gebäcks mit Erdbeermarmelade oder Pflaumenmus. Anschaulich nimmt er danach die Zeit aufs Korn, die man in Dinge investiert, die wirklich etwas bedeuten. Drei Wahrheiten, sagt Timm, lohnen alle ZeitInvestition: »vergiss nie: Jesus als Person ist die niemals endende entdeckung. und: Gott hat keine enkel, nur töchter und söhne. dein Glaube kann nicht der deiner eltern sein, sondern will selber gelebt werden. die Welt war nur okay, bis du aufgetaucht bist, du wunderbare tochter des Königs.« Und schließlich: »Macht etwas anders als normal – mit Jesus!« Eric bittet Jugendliche vorne an die Bühne – und ermutigt sie eindringlich, etwas Neues zu tun, mit Jesus, als Töchter und Söhne des Königs, und sich nicht ablenken zu lassen.

Viele Video-Clips und Fotos rund um den Kongress findet ihr in den Sozialen Netzwerken unter:

LEOS LAMPEN-LEHRE

willowcreek.de/youtube

Leo Bigger (Leiter ICF-Church, Zürich), fragt: Wer ist Jesus für dich? Er witzelt: Ist Jesus »ein Mexikaner – der immer schwierigkeiten mit dem Gesetz hat? ein Ire, der von schafen und grünen ufern erzählt? ein afrikaner, der alle nur ‚bro’ nennt? ein Italiener, der bis 30 bei seiner Mutter wohnt? oder ein Kalifornier, der sich die Haare nicht schneidet?« – Vor allem geht es Leo um die Liebe zu Jesus – und was Christen ausstrahlen: »Wenn du echt verliebt bist in Jesus, dann sieht man dir das kilometerweit an, ohne dass du etwas sagst; dann leuchtet Jesus aus dir heraus.« Wichtig ist, dass jeder ›seine persönliche Art zu leuchten‹ herausfindet: »Was für eine leuchte bist du?«, fragt Bigger: »ein grelles Flutlicht, das anderen in die Fresse leuchtet?« Oder ein »Kühlschranklämpchen«, das sich erst behutsam öffnet, wenn man ihm näher kommt, dann aber warmes Licht ausstrahlt, das Menschen einlädt? Oder eine stinknormale Lampe, die unspektakulär, verlässlich, einfach so Licht gibt – und wie alle anderen leuchtet. Für Jesus.

willowcreek.de/facebook

jörG Podworny

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Marc GilGen · www.marcgilgen.ch

KONGrESSE

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Kleinanzeigen

IMPRESSUM

Unterwegs mit dem REISE-WERK

HERAUSGEBER

REDAKTION

Willow Creek Deutschland e.V.

Gotthard Westhoff (Leitung)

Ausgearbeitete Studien-/Rundreisepakete für Erwachsene-Camps und Selbstversorgerhäuser für Jugendgruppen Bei uns finden Sie ein breites Angebot fertig ausgearbeiteter christlicher Themenreisen für Ihre nächste Gemeindefahrt, die Jungen ­Erwachsenen oder den aktiven Seniorenkreis, komplett mit Busreise oder Sie organisieren die Anreise selber. Für Jugendgruppen halten wir viele tolle Camps und Selbstversorgerhäuser in Nord- und Süd­ europa bereit. REISE-WERK Fritz Ludwig Otterbach & Tobias Haupt GbR Frankfurter Straße 20 • 35625 Hüttenberg • Telefon 06441. 9740452 info@reise-werk.de • www.reise-werk.de

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Wingert 18 · 35396 Gießen

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Einige der christlichen Bekenntnisschulen in Deutschland suchen für verschiedene Schulformen per sofort oder zu Beginn des nächsten Schuljahres Lehrer/innen mit Staatsexamen.

Tel 0041(0)43. 92801919

Pete Ruppert

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Auch „Quereinsteiger“ mit Hochschulabschluss, der zur Erteilung eines Schulfaches befähigt (z. B. Biologen, Physiker, Germanisten, Sprachwissenschaftler) sind willkommen. Verband Evangelischer Bekenntnisschulen e. V. Blumentorstr. 16, 76227 Karlsruhe-Durlach Telefon +49 (0)721. 940 86 20 • sekretariat@vebs-online.de

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Karl-Heinz Zimmer

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Persönlichkeits- & Sozialkompetenz Ausbildung in Persönlichkeitsentwicklung und Sozial­kompetenz für Begleitung, Beratung, Coaching und Seelsorge. In vielen Regionen Deutschlands und der Schweiz starten wieder neue Kurse. Wer Interesse an seiner eigenen Persönlichkeits­ entwicklung und an der kompetenten Unterstützung anderer hat, erlebt diese Schulungen als hohen Gewinn. Jedes Seminar bietet Ihnen wertvolle Anstöße zur praktischen Umsetzung.

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24. OKTOBER 2015 KARLSRUHE Konferenz für Techniker, Musiker, Künstler und Moderatoren mit dem Ziel, Gottesdienst gemeinsam wirkungsvoller zu gestalten. TECHARTS-KONFERENZ.DE

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Dem Schöpfer auf der Spur Forschung, Diskussionen, Publikationen in Natur- und Geisteswissenschaften

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»Willow Creek inspiriert mich immer wieder, groß zu denken: von der Anziehungskraft des Evangeliums, von leidenschaftlicher Leiterschaft und von der Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Jesu.« dr. jörG dechert ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und GemeindeMensch. Der Diplom-Physiker ist seit 18 Jahren in verschiedenen rollen im christlichen Medienbereich unterwegs und seit 1. Oktober 2014 Vorstandsvorsitzender von ErF Medien.

WILLOW CREEK MAGAZIN 2/15  

Willow Magazin ist die Informationszeitschrift von Willow Creek D/CH, berichtet über (inter)nationale Gemeindeentwicklungsprozesse und gibt...

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