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Ulf Rickmann Terra sepia

p o rt f o l i o


Ulf Rickmann

Terra sepia


terra sepia I, 2009, fotografie


terra sepia II, 2009, fotografie


terra sepia III, 2009, fotografie


terra sepia IV, 2009, fotografie


terra sepia V, 2009, fotografie


terra sepia VI, 2009, fotografie


terra sepia VII, 2009, fotografie


terra sepia VIII, 2009, fotografie


terra sepia IX, 2009, fotografie


terra sepia X, 2009, fotografie


terra sepia XI, 2009, fotografie


terra sepia XII, 2009, fotografie


terra sepia XIII, 2009, fotografie


Ulf Rickmann · geboren 1959 in Leipzig · Berufsabschlüsse als Modellbauer und Grafikdesigner · Kurse der Lithografie und Radierung von 1982-1985 in Erfurt bei E. A. Zimmermann · Mitarbeiter in der Städtischen Galerie Schwerin von 1987-1989 · arbeitet seit 1989 freiberuflich als Maler, Grafiker und Fotograf im angewandten wie freien künstlerischen Bereich · seit 1991 Mitglied im BBK (Vorstandsmitglied 2005 - 2007) · Mitarbeiter im Kunstverein Wiligrad von 1991-1996 · private Galerie CU in Dresden von 1997-1998 · 1998 Gründung der edition urpresse · private Galerie urpresse in Schwerin von 2004-2006 · seit 2001 Dozent an der Designschule Schwerin in den Bereichen Grafik und Game: - Gestaltungslehre - Farblehre - Kreativtraining - Modellbau Ausstellungen: Leipzig, Erfurt, Schwerin, Wismar, Rostock, Dresden, Halle/Saale, Neubrandenburg, Lübeck, Hamburg, Hannover, Lich, Roskilde/DK, Brösarp/S, Glasgow/UK, Salzburg/AU, Charlotte - N. C./USA ... Studienreisen: Schottland/UK Kopenhagen/DK Oslo/N Mississippi-Louisiana/USA Texas-New Mexico/USA Colorado/USA New York/USA arbeits- und reiseStipendien des landes mecklenburg-vorpommern: 1993 Printstudio Glasgow/UK 2000 Grafikverkstaten, Brösarp/S 2001 Breckenridge, Colorado/USA 2009 Charlotte, North Carolina/USA


In seinen Foto-Drucken wie auch der filmischen Arbeit der letzten Jahre ist der Blick des Grafikers für Körnungen und modulierende Grauwerte nicht zu verkennen. Anfang der 90er Jahre wandte Ulf Rickmann sich stärker der Malerei zu; es entstanden in kurzer Folge und vehementem Mal-Gestus zahlreiche Bilder mit einem nun ins elementar Zeichenhafte gewandelten figürlichen Repertoire und vorwiegend erdigen, aber kraftvoll leuchtenden Farben. Die meisten Bilder dieser Phase hat Rickmann später vernichtet - befruchtend für die aktuelle Arbeit war, dass er sich malend nun mit größeren Formaten konfrontierte und erfuhr, wie Farbe sich darin verhält. Beides hat er als Problem in die Fotografie und jene Art quasi fotografischen Malens übernommen, die für seine neueren Arbeiten bezeichnend ist. Diese prägt angesichts der früheren Impulsivität des Malers ein mehr reflektierendes Herangehen, hinsichtlich der Bildideen selbst wie ihrer technischen Umsetzung. Fotografisch und filmisch Aufgenommenes druckt Rickmann auf großformatige Leinwände, damit den Eindruck von Malerei, wie er durch die im Bild selbst schon offenbare malerische Sicht des Fotografen erzeugt wird, noch verstärkend. Parallel zur eigenen Fotografie werden Spielfilme als Ausgangsmaterial seiner Bilder zunehmend wichtiger. Nicht alles, was Rickmann zum Zweck des fotografischen Malens aufnimmt, ist eigens dafür zurechtgemacht worden, vom Künstler inszeniert oder manipuliert. Häufiger begegnen ihm pittoreske oder surreal wirkende Anblicke, wenn er sich im weiteren und engeren Radius seiner mit hellwacher Aufmerksamkeit für alles Visuelle verfolgten Daseins-Aktivitäten umschaut: Sie sind weniger gesucht als gefunden, dann aber umgehend einverleibt und weiter verarbeitet zu etwas phantastisch Anderem. Eine der wichtigsten Aktivitäten Rickmanns in diesem Zusammenhang ist der Gang ins Kino: Er ist ein leidenschaftlicher Kenner und Verehrer des Spielfilms, des historischen wie modernen, dessen ästhetische Parallel-Welten seinem Wahrnehmungsbedürfnis in mancher Hinsicht entgegen kommen. Seine Methode, Ausschnitte filmischer Sequenzen zum Ausgangspunkt eigener Gestaltungen zu machen, hat ihre Vorläufer in der Pop-Art, indessen fehlt bei Rickmann das Kühle der Verarbeitung, er bleibt als Künstler mental an dem Stoff seiner Bilder beteiligt. Wenn er Motive aus ihm wichtigen Filmen - oft vom Bildschirm fotografiert - auf seine Leinwände überträgt, dann hebt er ihre Unschärfe nicht auf, sondern steigert sie durch zusätzliches Verfremden zuweilen bis ins Mystische. Figuren werden zu Lichterscheinungen, der sie umgebende Raum ein schwebender, dimensionsloser oder multi-dimensionaler. In einigen Arbeiten bekräftigt Rickmann diesen Zustand, indem er einzelne Flächen mit Farbe besetzt, das im Film Flüchtige gleichsam „ausmalend“ in einen neuen Kontext hinein, dem des Films nun ferner und ferner. Bei seinen eigenen Fotografien ist die Unschärfe der Bilder öfter mit extremer Nahsicht gekoppelt, sodass Kleines groß wirkt, Mikrostrukturen monumentale Präsenz annehmen in seltsam fremdartig anmutenden Schein-Landschaften. Diese sind gleichwohl nicht virtuell zu nennen, sondern, abhängig vom Grad der digitalen Bearbeitung, zwischen natürlich und künstlich in der Schwebe. Man hat den Eindruck, dass die damit ins Bild gesetzte Topografie auch eine seelische ist, akzentuiert und aufgeladen mit Farbe. Folgerichtig führt Rickmann diesen topografischen Entwurf in seinem, tagebuchartigen Filmprojekt weiter, einer seit Jahren im Fortgang befindlichen Arbeit, wo Sequenz an Sequenz anschließt ohne ein vorhandenes Drehbuch: Man denkt an das Material einer noch nicht geschnittenen Reportage mit Einblicken in bisher unergründetes Territorium. Katrin Arrieta Aus dem Katalog „Unschärfe und Imagination“ Städtische Galerie Salzburg 2009/Kunstsammlung Neubrandenburg 2010

Terra Sepia  

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