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H erbst 2010


Antescriptum Wer nichts weiß, muss alles glauben! Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Buchhändlerin, lieber Buchhändler!

Marie von Ebner-Eschenbach

Wie schnell die Zeit vergeht, und wie rasch die Blüten des Frühjahrs sich in strotzende Pracht und zu Früchten entwickeln und sich dann schon wieder dem Herbst zuneigen. Und davor kommt noch der Sommer. Wie die Jahreszeiten hält auch die Literatur immer neue Überraschungen bereit. So legt Christian Gruböck mit Bis der Tod euch rettet einen fantastischen Kriminalroman vor, der soziale und mystische Träume zu einem mitreißenden, alle Grenzen überschreitenden Thriller verspinnt. Es ist sein Erstlingsroman – voller Spannung und Furor, geeignet, sich mit den Besten dieses Genres zu duellieren. Wahre Sommerlektüre wie auch für die langen Nächte des Winters! Sie können sich noch an die Überraschung des Jahres 2001 erinnern? Der Rauriser Literaturpreis ging an Corinna Soria für ihre Erzählung Leben zwischen den Seiten. Für Jörg Drews war es die Überraschung dieser Lektüre-Saison, für Andrea Köhler gar war es der Stoff, aus dem Literatur gemacht wird: Wahnsinn und Methode. Nun hat Corinna Soria mit Fahrtenbuch ein Beinahe-Roadmovie geschaffen, das in seiner assoziativen Prosa stärker denn je außerhalb des Systems zu stehen scheint. Eine Frau reist, um sich in der Fremde – im Zuhause gefangen – wiederzufinden, als Durchreisende. Märchenfetzen, Kindheitsträume, in Frage gestellte Erinnerung, knierutschend Grasbüschel mittels Sichel bearbeiten. Ist Wirklichkeit Wahnsinn oder Wahnsinn Wirklichkeit? Du hast keine Ahnung, wozu Menschen fähig sind. Unsere verlegerische Arbeit ist seit Anbeginn an geleitet von dem Bestreben, mit Tabus zu brechen, ihnen auf die Spur zu kommen und den Weg frei zu machen, damit die Last der Geschichte nicht als ewiger Mühlstein zukünftigen Generationen um den Hals gehängt bleibt. Wer nichts weiß, muss alles glauben, sagte Marie von Ebner-Eschenbach einmal. Eines der großen Tabus des vergangenen Jahrhunderts ist zweifelsohne die armenisch-türkische Frage. İnanç Atilgan und Garabet Moumdjian haben mit den fast 1000 Seiten umfassenden Konvolut Archival Documents oft the Viennese Armenian-Turkish Platform ein Werk vollbracht, zu dem der ehemalige österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in seinem Vorwort feststellt: Das vorliegende Buch thematisiert eines der großen Tabus des 20. Jahrhunderts, es nimmt sich mehrfach und in sehr divergenten Geschichtserzählungen wirkungsmächtig gewesener Ereignisse an und zeigt Zusammenhänge auf. Dafür wird eine Vielzahl von Originaldokumenten beider Seiten herangezogen, teilweise erstmals veröffentlicht. Diese Arbeit ist keine geringe, und man muss diese in Ruhe wirken lassen. Dieses Thema wird uns noch lange beschäftigen, doch möglicherweise können wir ein wenig dazu beitragen, dass der Schmerz zumindest nicht größer wird. Denn wie Gusenbauer abschließend schreibt, ist die Aufarbeitung von Geschichte niemals ein Prozess der Bereinigung, aber es kann durchaus ein Akt der Befreiung sein. Man wird, um dorthin zu gelangen, um den Schmerz nicht herumkommen. Anders gesagt: Es gibt keine schmerzlose Befreiung von den Tabus und ihrer Geschichte. Mit diesen und mit vielen weiteren Büchern wird Lesen zum Abenteuer im Kopf und die Kultur zur Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, denkt Ihr Lojze Wieser PS: Ab nun finden Sie eines unserer Bücher auch in allen BILLA-Filialen.


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Wolf Oschlies Aéroflot bis Zar

Seite 32

İnanç Atilgan /  Richard Bandera Österreichisch-türkische Wirtschaftsbeziehungen

Petra Herczeg /  Rainer Rosenberg (Hg.) Joseph Roth auf Reisen

Evelin Brunner /  Ralph Grossmann (Hg.) Werkstatt Universität 2

Ana Zablatnik im Gespräch mit Michael Kerbler Man soll das sein, was man ist

Axel Karner Chanson Grillée

EUROPA ERLESEN Helmut Moysich /  Elisabeth Loibner (Hg.)

Seite 18

Sardinien

EUROPA ERLESEN Miloš Okuka /  Dareg Zabarah (Hg.) Banat

Seite 19

Seite 18

Seite 17

EUROPA ERLESEN Jürgen Schneider (Hg.) Cork

Wintersteiner  / Gombos / Gronold(Hg.)  Grenzverkehr | ungen – Mehrsprachigkeit, Transkulturalität und Bildung im Alpen-AdriaRaum

Seite 33

Evelyn Holloway Schattenlichter

Zeev Milo Im Satellitenstaat Kroatien

Seite 19

Carolina Danieli Der Zimmervermieter

Karner / ScalaHausmann / Schellander (Hg.) Zukunftskraft : Nachhaltigkeit

Seite 20

Urša Komac / Pablo Guillén Die Erinnerungskiste von Bogdan Bogdanović

İnanç Atilgan /  Garabet Moumdjian (Hg.) Archival Documents of the Viennese ArmenianTurkish Platform

Seite 21

Georgi Markov Die Frauen von Warschau

Seite 16

Seite 12

Adam Zielinski Im Schtetl

Seite 14

Alexander Špatov Fußnotengeschichten

Seite 15

Seite 8

Corinna Soria Fahrtenbuch

Václav Havel im Gespräch mit Alexandra Föderl-Schmid und Michael Kerbler Der samtene Revolutionär

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Christian Gruböck Bis der Tod euch rettet

Seite 10

Seite 6

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Inhalt

EUROPA ERLESEN Annette Luisier /  Sophie Schudel (Hg.) Krim


Christian Gruböck, geboren 1963 in Wien, aufgewachsen in Mauerbach/NÖ, war nach seinem Schulabschluss vier Jahre im grafischen Gewerbe tätig und danach Sicherheitswachbeamter in Wien. Bis dahin blieben seine künstlerischen Fähigkeiten Malen und Schreiben nur Freizeitleidenschaften. Seit 2003 schreibt er, mittlerweile freischaffend, und legt nun seinen Erstlingsroman vor.

I

m Studio lief das ganze ohne Ton ab. Es war aber auch ohne Geräuschkulisse schrecklich genug, dachte Troll, der das Schauspiel auf der Leinwand ebenfalls aufmerksam verfolgte. Dillmann stand mit seiner Mannschaft stumm da. Die Erschütterungen, die das Bild zeigte, waren ganz leicht sogar hier im Studio in Manhattan zu spüren. Das war also kein manipulierter Film oder Gag. Die Brücke stürzte

tatsächlich live in seiner Sendung ein, dachte Dillmann und hielt Doris dabei im Arm, ohne es zu merken. Das riesige Bauwerk verschwand Stück für Stück vor unseren Augen, und niemand konnte etwas dagegen tun. Das kann doch nicht sein!, dachte Doris laut. Richard reagierte nicht und sah weiter zu, wie der nächste Brückenpfeiler einknickte. »Du musst etwas unternehmen!«, schrie sie jetzt.


Christian Gruböck Bis der Tod euch rettet ca. 700 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 29,90 / sfr 48,90 ISBN 978-3-85129-883-3

N

ikolaus Troll wird als Wunderkind des zwanzigsten Jahrhunderts und als der intelligenteste Mensch aller Zeiten gehandelt. Im Alter von zwölf Jahren befindet Troll das Verhalten der Menschen und deren Denkweise als so bedrohlich, dass er es sich zu seiner Lebensaufgabe macht, den Planeten Erde zu retten. Troll entwirft eine neue Weltordnung, die der Menschheit Glück und Liebe bescheren soll. Vierzig Jahre arbeitet er daran – im Verborgenen. Im September 2007 tritt er mit seinen Ideen erstmals an die Öffentlichkeit – in New York. Troll benützt die Talkshow von Richard Dillmann, um seine Pläne zu präsentieren. Er erklärt, wie das Glück der Menschen, das mit Gewalt erzwungen werden muss, in Zukunft aussehen soll: eine Welt ohne Waffen, Religionen, Kriege, Handys und ohne Internet. Als Troll zur Demonstration seiner Macht am Ende der Livesendung die Brooklyn Bridge sprengt, wird der Ernst der Lage klar. Welche Möglichkeiten hat dieser Mann? Über welche Druckmittel verfügt er? Was plant er tatsächlich? Den Weltuntergang? Hinter ihm steht die mächtigste Organisation aller Zeiten.

Ein fantastischer Kriminalroman! Gruböck verspinnt soziale und mystische Träume zu einem mitreißenden, alle Grenzen überschreitenden Thriller.

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Corinna Soria lebt und arbeitet in Wien.

F

reund, wo bist du hingeraten? In ein Gartenland, und stellst dich der Beschäftigungstherapie. Das wird ein fröhliches Werken! Gartenplanet, grün und blau und erdig, zugepflastert, niederbetoniert, wenn du nicht spurst, betonier ich dir eine, und wenn du spurst, betonier ich dir ebenfalls eine, und wie gut, dass die Pole schmelzen, auch dort wird dann hurtig alles einbetoniert, der zubetonierte Planet. Szenario, das über deine Gebeine hinwegbetonieren könnte, wenn es so weitergeht, aber was kümmert es dich, deine Generationen werden das nicht sein, unfruchtbarer Generationenverweigerer. Dass die biologische Bestimmung des Menschen

die Prokreation sei, was für ein Wort, pro Kreation, für die Schöpfung, Schöpfung oh schöne, dass einer, der sich nicht prokreiert, seine biologische Bestimmung verfehlt, stammt noch aus dem Biologieunterricht. Auch nicht schlecht. Wieder einmal eine Bestimmung nicht erfüllt, frech in die Welt gezogen wie Hans im Glück und Unglück, durch Liebeslager getollt und DIE Bestimmung nicht erfüllt. Das wird ein Höllenbrutzeln, warm unterm Hintern wird mir werden, wie ein Pavian werde ich durch die Höllengänge jagen und den Teufelskindergarten hüten. Nutzloser Nacktaffe, der ich bin. Biologische Bestimmung in einer zubetonierten Welt. Sonst noch was?


Corinna Soria Fahrtenbuch ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-893-2

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orinna Soria hat mit Fahrtenbuch ein Beinahe-Roadmovie vorgelegt, das in seiner assoziativen Prosa stärker denn je zuvor außerhalb des Systems zu stehen scheint. Eine Frau reist, um sich in der Fremde – im Zuhause gefangen – wiederzufinden, als Durchreisende. Märchenfetzen, Kindheitsträume, in Frage gestellte Erinnerungen, knierutschend Grasbüschel mittels Sichel bearbeiten. Ist Wirklichkeit Wahnsinn oder Wahnsinn Wirklichkeit? Du hast keine Ahnung, wozu Menschen fähig sind. 2001 hat Corinna Soria für ihre bei Wieser erschienene Erzählung Leben zwischen den Seiten den Rauriser Literaturpreis erhalten. Für Jörg Drews war sie damals »die Überraschung dieser Lektüre-Saison«, für Andrea Köhler gar »der Stoff, aus dem Literatur gemacht wird: Wahnsinn und Methode«. Und Cornelia Niedermeier schrieb im Standard: »Der Prosaerstling begeistert das Feuilleton. Sie mag der Welt abhandengekommen sein, einst, und ihr Buch steht fremd in der Literatur jüngerer Autoren. Unberührt vom Großstadtlärm, von der Sozialisation durch Kino, Slime und Piper. Ein Leben, das aus dem Kanon geworfen wurde. Und heute hinein­gehoben wird.«

Ein bedingungsloses Beinahe-Roadmovie.

Corinna Soria im Wieser Verlag:

Klingen. Die Kunst über den Bogen zu springen EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-361-4

Leben zwischen den Seiten EUR 14,80 / sfr 26,90 ISBN 978-3-85-129-327-4

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Alexander Špatov wurde 1985 in Sofia

geboren, besuchte das dortige amerikanische College und studiert derzeit an der Kliment-Ohridski-Universität Sofia Jura. Daneben ist er Literaturredakteur, Drehbuchautor einer bulgarischen TV-Serie und Organisator der jährlichen Kunstausstellung der Buchhändler.

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an kann alles Mögliche erwarten – besonders in einer Fußnotengeschichte. Und wirklich: Die Hälfte der Kartons ist noch nicht einmal abgeladen, als ganze Horden von Schülern zwischen den Ständen auszuschwärmen beginnen, und innerhalb weniger Minuten haben sie auch die letzten Spuren von Harry Potter, Terry Pratchett oder welche dieser Fantasystorys Ihnen noch einfallen, vertilgt. Dann überqueren zwei gepanzerte Mercedes mit der ihnen eigenen Direktheit die

Straßenbahnschienen, aus einer der schwarzen Höhlen springt ein beeindruckender Leibwächter, er geht zu den Ständen hinüber und ordnet in null Komma nichts das Einsammeln aller Paulo Coelhos aus dem Bestand an, und dass Sie mir das nicht ausposaunen, schließlich weiß ich, wo sie arbeiten. Beamtinnen von nah und fern drängen sich in ihren Pausen auf dem »Slavejkov«, und jede von ihnen nimmt etwas anderes mit.


Alexander Špatov Fußnotengeschichten Aus dem Bulgarischen von Ines Sebesta ca. 140 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-875-8

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lexander Špatov ist einer der jüngsten und zweifellos einer der spannendsten Vertreter der bulgarischen Literaturszene. Die Fußnotengeschichten sind im Original 2008 erschienen. Mit seinem Kurzgeschichtenband Fußnoten (2005) erregte er bei der Leserschaft und in der Fachwelt sofort große Aufmerksamkeit – es gab den »Južna Prolet« für das beste Buchdebüt des Jahres. Seit damals folgt ein Literaturpreis dem anderen. Alles von Špatov Beschriebene passiert heute, jetzt, in diesem Moment. Seine Helden sind Stadtmenschen. Und sie sind es auch, die seine Bücher konsumieren – ob in der Straßenbahn, im Internetcafé oder bei McDonald’s um die Ecke. Špatov ist ein genauer Beobachter, der seine Eindrücke in Form erfrischender Kurzgeschichten aufarbeitet und dabei die virtuelle Welt ganz real mit einbezieht. In Bulgarien sind die Fußnotengeschichten längst kein Geheimtipp mehr.

Das passiert, wenn Fußnoten ihre eigenen Geschichten erfinden.

Ines Sebesta begann nach Abschluss

eines Gartenbaustudiums in Bulgarien zu dolmetschen und zu übersetzen. Seit 2001 ist sie als freie Übersetzerin, Publizistin und Reiseleiterin tätig. Im Wieser Verlag bisher erschienen: die Übersetzungen Ein Haus jenseits der Welt (Georgi Danailov) und Man nannte ihn Ombre (Roman von Emil Tonev); in der Reihe Europa erlesen Nackte Unterhaltung. Saunageschichten. |9


Adam Zielinski, 1929 im damals polnischen und heute ukrainischen Drohobycz geboren und im nahen Stryj aufgewachsen, hat in Krakau und Warschau studiert und ist 1957 nach Österreich emigriert, wo er lange Zeit erfolgreich als Geschäftsmann tätig war. Als Schriftsteller ist er ein Spätberufener – mit sechzig erschien sein erster Roman.

»Nun? Welche Mitgift stellen Sie sich vor, liebster Doktorleben?«, fragte Ryfkies Vater. Der Bräutigam war um eine Antwort nicht verlegen, schließlich war er Advokat: »Habt Ihr, Reb Mondschein, eine Ahnung, was ich für eine Mesalliance eingehe, indem ich Eure Tochter heirate? Ich erwarte mir fünfzehntausend Dollar.« »Mit Verlaub, Herr Doktorleben« – der alte Rabauke wusste die richtige Antwort: »Für einen solchen Betrag kauft man heute ganz Polen.« »Wenn das so ist, soll Polen in Eure Familie hineinheiraten. Ich nicht!«

»Ihr seid meschugge, Doktorleben! Ihr glaubt, Ihr habt es mit einem Deppen zu tun! Bedenkt doch: Ihr bekommt die beste Köchin im Schtetl, garantiert Jungfrau. Sie wird Ihnen dienen wie ein Hund, weil ihre Mutter – sie möge ewige Ruhe genießen – ihr das beste Beispiel gab und jeden Tag aufs Neue zeigte, wie man zum eigenen Mann steht. Wie die Mutter, so die Tochter.« »Ich habe gesagt: fünfzehntausend – und damit Ihr es wisst: Ich habe einen starken Charakter.« »Chuzpe habt Ihr!«


Adam Zielinski Im Schtetl ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 / sfr 36,50 ISBN 978-3-85129-896-3

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dam Zielinski macht ein Schtetl zum Helden, gelegen irgendwo im ostpolnischen Galizien. In unglaublicher Vielfalt zeigt er das dortige jüdische Leben, gezeichnet durch einen erfrischenden, stets sich selbst, aber auch die Umgebung ironisierenden Humor. Mit den Geschichten aus dem Schtetl lässt Zielinski eine ausgelöschte Welt auferstehen. Der Autor konfrontiert den Leser mit dem Schicksal einer jüdischen Gemeinde nach dem Tod von Józef Klemens Piłsudski 1935, jener Zeit noch vor dem Holocaust. Was war das für eine Welt, die durch den Zweiten Weltkrieg spurlos verschwunden ist? Die Geschichten aus dem Schtetl erzählen von der Vielfalt, der Spezifik und den Besonderheiten in der Pflege der Tradition. Sie zeugen von der Zähigkeit, nicht unterzugehen, und von dem einfallsreichen Umgang mit der unfreundlichen nichtjüdischen Umgebung. Die Liebe und unermesslicher Hass, die Religiosität, aber auch der Atheismus, das Gute und das Schlechte, der grelle Tanz auf dem Vulkan kurz vor der großen Katastrophe, die man ahnt und ihr Kommen mit dem Gefühl unermesslicher Ratlosigkeit erwartet, aber nichts dagegen unternehmen kann …

Der große Erzähler verpackt den berühmten jiddischen Witz in herzhaft heitere Familienskizzen in der Tradition von Schalom Alechem – dem Schöpfer von Tewje, der Milchmann – und Ephraim Kishon.

Adam Zielinski im Wieser Verlag:

Als die Russen nach Hirschberg kamen 978-3-85129-777-5

Zwölf jüdische Erzählungen 978-3-85129-833-8

Ulrich Schmidt Die neun Leben des Adam Zielinski 978-3-85129-837-6

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Georgi Markov, 1929 in Sofia geboren, veröffentlichte 1961 seine ersten Erzählbände. 1963 debütierte er mit Die Frau des Käsehändlers als Dramatiker, es folgten zahlreiche Bühnenstücke, Drehbücher, Romane und Novellen. Nach wiederholtem Publikationsverbot emigrierte Markov 1969 zunächst nach Italien. Später ließ er sich in London nieder, wo er für die bulgarische Abteilung der BBC tätig war, arbeitete für die Deutsche Welle und für Radio Free Europe. Am 7. September 1978 wurde Georgi Markov Opfer eines Giftmordanschlags, der als »Regenschirmmord« durch die Weltpresse ging. Er starb vier Tage später.

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eine Augen waren dunkel. Sie waren aber keinesfalls schwarz, so will es mir scheinen. Sicherlich hatten sie eine dunkle Farbe, grün oder blau schimmernd, die mit ihrer Unverschämtheit wie auch mit ihrer Ausdruckskraft überraschen können. Augen, rätselhaft und anregend für die Fantasie. Pavels Freunde behaupteten, er habe stets lachende Augen gehabt, die froh und sorglos in die Welt blickten. Ich nehme an, dass es anders war, dass sein ruhiges Lächeln und seine heitere Sicherheit manche auf die falsche Spur brachten. Weiterhin meinten seine Bekannten, dass er eine wohlklingende Stimme – einen Bassbariton – hatte,

mit angenehmen Höhen, eine richtig einnehmende Stimme. Stundenlang habe man ihm zuhören mögen, ganz gleich worüber er sprach. Dazu muss ich aber bemerken, dass dies nicht nur am Wohlklang seiner Stimme lag. Er hatte das seltene Talent zum Erzählen. Bekanntlich blieb man in Warschau die ganze Nacht durch wach, wenn er von seinen Erlebnissen sprach. Diese Erzählungen begannen als Erläuterung von etwas Unwesentlichem. Er erzählte mehr oder weniger sprunghaft, mit einem Lächeln von kaum bemerkbarer Selbstironie. Keiner zweifelte an der Wahrheit der Geschichten, und ebendiese Wahrhaftigkeit gefiel am meisten.


Georgi Markov Die Frauen von Warschau Herausgegeben und aus dem Bulgarischen übersetzt von Rumiana Ebert unter Mitarbeit von Ines Sebesta ca. 160 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-897-0

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eorgi Markov war in Bulgarien nicht nur ein gefeierter Schriftsteller, der trotz aller Privilegien aus seiner Heimat geflüchtet ist, er war vor allem eine Institution, ein Vorbild für Freiheit und ein Mensch, der sich stets selbst treu blieb. Für seine Reportagen in westlichen Sendern ist er vom bulgarischen Geheimdienst mit Zustimmung Russlands ermordet worden. 2001 wurde ihm posthum für seinen Mut und seine künstlerischen Leistungen die höchste staatlichen Auszeichnung Bulgariens, die »Stara Planina«, verliehen. Markov schildert in der Erzählung Die Frauen von Warschau die Begegnung zwischen dem Geologen Pavel und dem Schafhirten Yordo. Nach seinem Studium in Warschau kehrt Pavel in sein Heimatland Bulgarien zurück und wird vom Staat als Landvermesser in eine öde Gebirgsgegend geschickt. Dort – am Djendem, dem Höllenberg – sind vor ihm bereits acht Vermessungstrupps gescheitert. Unerbittliche Einsamkeit, sengende Hitze bei Tag und spukhafte Geräusche jagen die Menschen in die Flucht. Schon nach kürzester Zeit verlassen seine Mitarbeiter auch Pavel. Nur er bleibt und erzählt dem Hirten Yordo jeden Abend über die Frauen von Warschau. Der Alte hört ihm gespannt zu und lässt sich wie ein Kind die immer gleichen Begebenheiten in immer gleicher Weise schildern, bis er immer schweigsamer wird. Eines Morgens findet ihn Pavel erhängt an einer Eiche.

Eine Metapher für die unerbittliche Einsamkeit des Menschen.

Georgi Markov im Wieser Verlag:

Rumiana Ebert stammt aus Bulgarien, studierte an der LMU München Chemie. Sie ist Schriftstellerin und Übersetzerin, erhielt 2007 den Heinrich-Vetter-Literaturpreis der Stadt Mannheim.

Das Portrait meines Doppelgängers EUR 18,80 / sfr 32,80 978-3-85129-862-8

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Urša Komac / Pablo Guillén Die Erinnerungskiste von Bogdan Bogdanović Aus dem Spanischen von Monika Lübke ca. 200 Seiten, illustriert, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-888-8

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Eine köstliche Reise durch das alte Jugoslawien und den Rest der Welt.

Memoria und Utopie in Tito-Jugoslawien 978-3-85129-834-5

Pablo Guillén (*1973) studierte Volkswirtschaft an der

Universitat Autonoma in Barcelona und verbrachte zwei Jahre als Post Doc Fellow in Harvard. Er betreibt an der Universität von Sydney experimentelle Wirtschaftsforschung.

Urša Komac (*1970) ist Architektin, Kritikerin und

Design-Tutorin. Sie studierte Architektur an der Universitat Politécnica de Catalunya in Barcelona. Literarische Projekte führen Guillén und Komac immer wieder zusammen. 14 | HERBST '10

ie hier zusammengetragenen Anekdoten erzählte uns Bogdan Bogdanović (*1922) im Laufe mehrerer Jahre, immer wenn wir bei ihm, in Wien oder in Belgrad, zu Besuch waren und seine Gastfreundschaft genossen. So trafen wir auf russische Prinzessinnen in ihrem Belgrader Exil, Chanel No 5, Karyatiden in Flaschenform und Grabmälern mit Bäuchen wie dem der Ur-Venus. Und es ist die Rede von Liebe und Tod, einer riesengroßen Nase und zwei Diktatoren. Pablo Guillén und Urša Komac, Sydney, 5. Mai 2008 Ma chère princesse Man sagte Votre Altesse zu ihr, oder war man vom gleichen Rang wie sie, nannte man sie Ma chère princesse. Die Prinzessin konnte man eigentlich nicht als schön bezeichnen, sie war eher kantig und spitzig, ungefähr so wie eine zehnjährige Katherine Hepburn. Auf ihrem Kopf türmte sich eine Etagenfrisur, wie Bogdan sich ausdrückte. Aber am aufregendsten fand Bogdan den Draht auf ihren Zähnen. Er konnte seinen Blick nicht davon lassen. Allein bei der Vorstellung, an dieser Drahtkonstruktion zu lecken … durchzuckte ihn ein tiefes, unbekanntes, verwirrendes und mehr als angenehmes Gefühl. Die Stadt und der Tod 978-3-85129-270-7

Architektur der Erinnerung 978-3-85129-130-1

Die Stadt und die Zukunft 978-3-85129-207-7

Mesto in smrt 978-3-85129-109-3


Carolina Danieli Der Zimmervermieter ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 / sfr 36,50 ISBN 978-3-85129-892-5

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ie Liebe ist ein seltsames Spiel. Vor allem dann, wenn keine im Spiel ist. Darauf legt Felix Baranyi, egozentrisch, charismatisch, gerade noch im besten Alter, besonderen Wert. Als Schriftsteller ist er es gewöhnt, seine Welten selbst zu erschaffen – so, wie sie ihm in das Konzept passen, nach seinen Regeln. Alles funktioniert bestens, bis Catarina Cortesi, Rechtsanwältin aus Wien, seine Wege kreuzt. Es hat Catarina eher zufällig ins Friaul verschlagen. Was hat sie hier zu suchen?, fragt sich Felix. Ein altes Steinhaus vielleicht? Tatsache ist – Catarina kommt regelmäßig nach Italien. Wie praktisch, dass Felix Baranyi nebenbei auch ein Weingut besitzt …

Ein Psychogramm weiblichen und männlichen Denkens, beobachtet in der Sehnsuchtslandschaft des Dolce Vita zwischen Hügeln und Meer.

Carolina Danieli, geboren in den

1960er-Jahren, lebt heute in Wien. Die Liebe zu allem Italienischen, die Schwäche für Geschichte und das Interesse an dem Zusammenleben in Grenzregionen sind die Quellen, aus denen sie die Freude am Schreiben schöpft. Der Zimmervermieter ist ihr erstes belletristisches Werk. | 15


Evelyn Holloway Schattenlichter deutsch/englisch ca. 150 Seiten gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-887-1

Kosmische Freiheit Vom Rand der Welt gefallen Fliege ich durch die Nacht, Löse mich auf, Werde zum Kometen Und bringe dir Glück.

Jedes Gedicht ist ein Sieg des Lichts über den Schatten.

Evelyn Holloway wurde 1955 in Wien geboren. 1972 ging sie nach Oxford, um Englisch zu studieren. In den 70er-Jahren lebte sie in Beirut, Athen und Jerusalem und trat als Clown im Theater auf. Heute lebt sie in Wien und in St. Ives/Cornwall, schreibt Drehbücher und ist literarische Übersetzerin. 16 | HERBST '10

Cosmic Freedom Fallen off the edge of the world, Flying trough the night, I dissolve, Turn into a shooting star And bring you luck.


Axel K arner Chanson Grillée ca. 80 Seiten, gebunden, Lesebändchen, illustriert von Anne Seifert EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-900-7

Zehn ZEILEN. EINE ANTWORT Der Verleger fragte den Dichter, warum er die Gedichte drucken lassen wolle. Der Verleger sagte dem Dichter, dass er ihm Zehn Zeilen schreiben möge, warum er die Gedichte drucken solle. Ich weiß nicht. So oft ich’s les. Ernst? Ganz ernst! Die Gedichte? Was sonst? Was wird? Sag mir: warum? Ich? Gründe! Genug.* * Anregung für die Tiere nach dem Schlachten war die Lithografie des mexikanischen Malers Francisco Toledo Ein Grashüpfer kämpft mit dem Tod. Zudem erinnere ich mich an einen Bericht in der Süddeutschen Zeitung über eine Ausstellung Toledos in Madrid (Centro de Arte Reina Sofia, 2000) und die schwarz-weiße Darstellung einer Heuschrecke mit einem durchsichtigen Körper, wo entgegen der Wirklichkeit das Tier nicht äußerlich durch einen Chitinpanzer gestützt, sondern im Innern von einem menschlichen Skelett getragen wird. In den Gedichten geht es um den Menschen. Es ist das Allzumenschliche, das sich hinter den Tierbildern verbirgt, das Komische, das Tragische, die Niedertracht und Gewalt, letztendlich das Alltägliche. Vor allem aber geht es um den Tod, der alles zum Vorschein bringt, aber schließlich auch endgültig verbirgt.

Axel Karner bei Wieser:

Die Stacheln des Rosenkranzes, Lissabonner Gedichte. ISBN 978-3-85129-686-0

Tiere als Projektionsfläche des menschlichen Dramas.

Axel Karner, geboren 1955 in Zlan/

Kärnten, lebt seit 1974 in Wien und unterrichtet evangelische Religion, darstellendes Spiel und soziales Lernen an Wiener Pflichtschulen; er schreibt in Dialekt und Schriftsprache und veröffentlicht seit 1991 Gedichte und Prosa.

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Helmut Moysich / Elisabeth Loibner (Hg.) Sardinien ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-885-7

Elisabeth Loibner (*1979, Graz) lebt in der Steiermark und in Cagliari, studierte Germanistik sowie »Bühne, Film und andere Medien«. Helmut Moysich (*1952, Lingen/BRD) ist seit 2001 Universitätsdozent für deutsche Literatur an der Università di Cagliari.

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ass Elio Vittorini in Sardinien das »Land seiner Kindheit« wiedergefunden hat, mag daran liegen, dass auf dieser Insel alles üppiger und alles karger ist und dass das eine das andere verstärkt. Und so lernt man hier wieder zu schauen, hellhörig zu sein, zu staunen. In der Abenddämmerung, wenn das Licht fahl und kühl wird, beginnen die Blüten in den Hinterhofhecken der Vorstadt in grellbunten Farben zu leuchten und zu brennen. Und fast übergangslos gelangt man von den viel bevölkerten Plätzen der Stadt ins Niemandsland, die dornige Macchia.

Miloš Okuka / Dareg Zabarah (Hg.) Banat ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-895-6

Miloš Okuka (*1944 in Bosnien-Herzegowina) ist Slawist an der Universität München. Dareg Zabarah (*1974 in Jemen) ist Slawist und Politologe.

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as Banat ist Heimat vieler Volksgruppen. In diesem vielsprachigen Landstrich im Norden von Serbien, im Westen von Rumänien und im Süden von Ungarn stand die Wiege vieler Dichterinnen und Denker, die unser multikulturelles Europa durch ihre Werke erheblich bereichert haben. Literatur wurde im Banat stets großgeschrieben – und das in fünf Sprachen. Literaturgrößen wie Herta Müller und Ana Blandiana, der serbische Aufklärer Dositej Obdradivić und der Kosmopolit Ivan Ivanji wurden hier geboren. Und viele andere, die rumänisch, deutsch, serbisch, ungarisch oder slowakisch gesprochen und geschrieben haben bzw. es heute noch tun.


Annette Luisier / Sophie Schudel (Hg.) Krim ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-890-1

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ie Krim sei ein »Weltkultur-Übungsgelände«, sagen die Mitglieder des Geopoetischen Clubs der Krim. Auf der Krim verbinden sich Ost und West, Orient und Okzident. Zahlreiche Völker haben an ihren Ufern Siedlung bezogen oder haltgemacht: Kimmerier, Skythen, Griechen, Tataren, Genueser, Osmanen, Russen, Franzosen, Engländer, Ukrainer. Entlang einer viel umkriegten Küste, über Berge und durch die Steppe führen die Straßen der Krim, über sie jagen die Pferde der Tataren, rollen holpernd Čechovs Pferdekutschen.

Annette Luisier (*1973) studierte Slawistik sowie französische Literaturund Sprachwissenschaft in Basel und Genf und ist Gymnasiallehrerin in Basel. Sophie Schudel (*1979) studierte Russistik, Slawistik und Osteuropäische Geschichte in Basel, Berlin und Krakau und ist Übersetzerin/Dolmetscherin in Moskau.

Jürgen Schneider (Hg.) Cork ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-898-7

Wann immer ich in der Grafschaft Cork bin, wird mir bewusst: Hier gehöre ich hin. Die Hügel der Toskana, Venedig und die englischen Cotswolds bezaubern mich. Rom und New York sind berauschend, und wann immer ich in Bellinzona im Café gegenüber vom Bahnhof den Sonnenschein genieße, fühle ich, dass dort der Tod sanft eintreten würde. Doch ob ich es mag oder nicht: Cork ist mein Zuhause. Diese ausgedehnte Grafschaft ist die abwechslungsreichste Irlands.

Jürgen Schneider (*1952) ist Übersetzer, Herausgeber (u. a. Europa erlesen: Belfast) und Autor (u. a. James Joyce – Leben, Werk, Wirkung; mit H.-C. Oeser, 2007).

William Trevor

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Wolf Oschlies Aéroflot bis Zar Ein heiteres Sachbuch zu den 222 russischen Wörtern, die ALLE Deutschen kennen Mit Illustrationen von Shenja Sidorkin ca. 260 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-889-5

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Ein heiteres Sachbuch über die Praxis der heimlichen Sprachassimilierung.

Wolf Oschlies, geb. 1941 in Königsberg/Preußen, lebte bis zum Abitur in der DDR und floh 1959 in die Bundesrepublik. Er studierte Slawistik, Philosophie und Erziehungswissenschaft in Hamburg, war 1968 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter an BRD-Forschungsinstituten und Hochschullehrer an der Universität Gießen sowie Osteuropa-Publizist – bis heute. Wolf Oschlies bei Wieser: Mutter Teresa. Die Jugend in Skopje. ISBN 978-3-85129-828-4

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lle Deutschen kennen – mindestens! – zweihundert russische Wörter, wovon sie im Grunde nichts wissen. Bitte einen Deutschen, ein paar russische Wörter zu nennen, und er wird vier, fünf zusammenkriegen, vielleicht auch mehr, aber nie eine zweistellige Zahl. Aber nenne dem Deutschen irgendeins der nachfolgend aufgelisteten russischen Wörter, und er wird mit lächelnder Wiedersehensfreude eingestehen, dass ihm das Wort bekannt ist. Sollte es ihm unbekannt sein, dann bleibt es dennoch ein russisches Wort, das in der deutschen Sprache und Kommunikation alteingeführt ist. Babuschka (бабушка): Diminutiv von »baba« (alte Frau), als Bezeichnung für die Großmutter gebraucht: »slawisch baba (Bauernweib. Großmutter, auch Memme)«. In der westlichen politischen Literatur waren die Babuschkas berühmt als die »heimlichen Erzieher« ganzer Sowjet-Generationen, die sie im Geiste von Religiosität und Menschenachtung beeinflussten und die ideologisierte Staatserziehung konterkarierten. Postsowjetischen russischen Berichten ist zu entnehmen, dass dieser Einfluss permanent und wirksam war. Bei sowjetischen Jugendlichen war ein Zyklus von Witzen »Radio OBS« populär: »Odna baba skazala – Eine alte Frau hat gesagt«. Seit jüngerer Zeit ist Babuschka auch eine Bezeichnung für Homosexuelle. In der Ukraine erscheint seit dem 3. November 2000 eine Zeitschrift in russischer Sprache, die »Babuška – Allukrainische Zeitung für Heilwesen« heißt und alle »Geheimnisse der Volksmedizin« zu entschlüsseln vorgibt.


Petra Herczeg / R ainer Rosenberg (Hg.) Joseph Roth auf Reisen ca. 250 Seiten, gebunden, Vor- und Nachsatz, Lesebändchen, Prägedruck EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-872-7

I

n diesem Augenblick erblicke ich eine kleine Maus, die durch das Gitter huscht, hinüber auf die andere Seite – in die Heimat, in die Fremde? Alle Beamten blickten auf den Zug. War es eine Maus mit Paß oder eine Konterbandemaus?«, schreibt Joseph Roth am Schluss seines Artikels »Die Grenze« für die Frankfurter Zeitung im Jahr 1924. Joseph Roth ging über viele Grenzen, rastund ruhelos reiste er als Korrespondent quer durch Europa, schickte seine Reisereportagen und Beobachtungen an die Redaktionen. Seine Heimat war wohl die deutsche Sprache und Kultur. Galizien und Lemberg bereist Roth 1924, in seiner Artikelserie »Im mittäglichen Frankreich«, die 1925 in der Frankfurter Zeitung erscheint, beschreibt er die »weißen Städte« – wie Lyon, Vienne, Avignon, Nimes und Marseille; 1926 ist Roth in Russland, 1927 fährt er durch Albanien und Jugoslawien, von Mitte Mai bis Anfang Juli 1928 folgen Reisen durch Polen, später führt ihn sein Weg nach Italien.

Für Joseph Roth wird Authentizität nur durch die subjektive Vermittlung erreicht.

Petra Herczeg (*1966) studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Germanistik an der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Migration, Mehrsprachigkeit und Journalismusforschung. Seit 2002 ist sie freie Autorin beim Österreichischen Rundfunk und gestaltet die Sendereihe »Menschenbilder«. Rainer Rosenberg (*1953) ist Radiojournalist beim ORF und leitet die Produktionsgruppe Spezialprogramme u. a. mit den Ö1-Sendungen »Von Tag zu Tag«, »Menschenbilder« und »Moment – Leben heute«; daneben ist er Lektor am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. | 21


Europa erlesen erlesen Europa Europa erlesen E erlesen Europa Europa erlesen erlesen Europa erlesen Eurerlesen uropa ererlesen Europa erlesen uropa erlese Europa Euro erlesen Europa erlesen Europa erlesen Europa erlesen 1. Alpen-Adria 2. Amsterdam 3. Athos 4. Athen 5. Balkan 6. Banat 7. Barcelona 8. Basel¹ 9. BaČka 10. Belfast 11. Belgrad 12. Berlin 13. Bodensee 14. Böhmerwald 15. Bratislava 16. Brüssel 17. Budapest 18. Bukarest 19. Collio/Brda 20. Cork 21. Czernowitz 22. Dalmatien 23. Dublin 24. Dubrovnik 25. Ruhrgebiet 26. Friaul 27. Galizien 28. Georgien 29. Graz 30. Graz (englisch) 31. Helsinki/Helsingfors 32. Hermannstadt/Sibiu 33. Island 34. Istanbul 35. Istrien 36. Kärnten 37. Karst 38. Klagenfurt/Celovec 39. Kopenhagen 40. Köln 41. Krakau 42. Kreta 43. Krim 44. Kvarner 45. Lappland 46. Leipzig 47. Lemberg 48. Liechtenstein 49. Linz 50. Ljubljana 51. Ljubljana (englisch) 52. London 53. Mähren 54. Montenegro 55. Moskau 56. Mostar 57. München 58. New York 59. Niederösterreich 60. Notizen 61. Oberösterreich 62. Oslo 63. Oxbridge 64. Pannonien

978 3 85129 585 6 978 3 85129 294 7 978 3 85129 337 1 978 3 85129 783 6 978 3 85129 824 6 978 3 85129 895 6 978 3 85129 296 1 978 3 85129 612 9 978 3 85129 874 1 978 3 85129 626 6 978 3 85129 318 0 978 3 85129 250 3 978 3 85129 315 9 978 3 85129 683 9 978 3 85129 319 7 978 3 85129 317 3 978 3 85129 350 0 978 3 85129 284 8 978 3 85129 682 2 978 3 85129 898 7 978 3 85129 481 1 978 3 85129 225 1 978 3 85129 261 9 978 3 85129 335 7 978 3 85129 794 2 978 3 85129 270 1 978 3 85129 252 7 978 3 85129 603 7 978 3 85129 391 3 978 3 85129 394 4 978 3 85129 804 8 978 3 85129 676 1 978 3 85129 295 4 978 3 85129 784 3 978 3 85129 219 0 978 3 85129 254 1 978 3 85129 222 0 978 3 85129 546 1 978 3 85129 351 7 978 3 85129 572 6 978 3 85129 369 2 978 3 85129 659 4 978 3 85129 890 1 978 3 85129 627 3 978 3 85129 297 8 978 3 85129 547 4 978 3 85129 701 0 978 3 85129 316 6 978 3 85129 785 0 978 3 85129 281 7 978 3 85129 382 1 978 3 85129 359 3 978 3 85129 218 3 978 3 85129 320 3 978 3 85129 272 5 978 3 85129 726 7 978 3 85129 285 5 978 3 85129 629 7 978 3 85129 298 5 978 3 85129 399 9 978 3 85129 480 4 978 3 85129 333 3 978 3 85129 681 5 978 3 85129 800 0

1 Ausgabe Schwabe Verlag ISBN 3-7965-2221-1 bzw. ISBN 978-3-7965-2221-5

65. Plovdiv 66. Prag 67. Provence 68. Rheinland 69. Rom 70. Ruhrgebiet 71. Russland A–Z 72. Salzburg 73. Salzkammergut 74. Sankt Petersburg 75. Sardinien 76. Schottland 77. Siebenbürgen 78. Sizilien 79. Slawonien 80. Steiermark 81. Südtirol 82. Tallinn 83. Terra Bosna*

978 3 85129 299 2 978 3 85129 251 0 978 3 85129 336 4 978 3 85129 398 2 978 3 85129 280 0 978 3 85129 794 2 978 3 85129 423 1 978 3 85129 449 1 978 3 85129 253 4 978 3 85129 260 2 978 3 85129 885 7 978 3 85129 326 5 978 3 85129 262 6 978 3 85129 353 1 978 3 85129 428 6 978 3 85129 546 7 978 3 85129 548 1 978 3 85129 392 0 978 3 85129 370 8

84. Tirol 85. Transkarpatien 86. Triest 87. Venedig 88. Vienna (englisch) 89. Vilnius 90. Vojvodina 91. Weiter Osten 92. Weinviertel 93. Wien 94. Wien-Südbahnhof 95. Zagreb 96. Zürich 97. Zwischen Fels und Nebel

978 3 85129 314 2 978 3 85129 435 4 978 3 85129 215 2 978 3 85129 214 5 978 3 85129 376 0 978 3 85129 826 0 978 3 85129 853 6 978 3 85129 400 2 978 3 85129 549 8 978 3 85129 216 9 978 3 85129 877 2 978 3 85129 334 0 978 3 85129 259 6 978 3 85129 628 0

Literaturschauplatz

98. Brunnsteiner: Bis ins Eismeer 978 3 85129 660 0 99. Brusatti: Der andere Bogen 978 3 85129 693 8 100. Brusatti: Mozart beim Telefonsex 978 3 85129 692 1 101. Casapicola: Wein für Wien, Wasser für Štanjel 978 3 85129 868 0 102. Gauß/Pollack: Das reiche Land der armen Leute 978 3 85129 661 7 103. Gombač/Gombač/Matussi: Als mein Vater starb 978 3 85129 822 2 104. Hergouth: Das lyrische Werk* 978 3 85129 541 2 105. Herczeg/Rosenberg: Joseph Roth auf Reisen 978 3 85129 872 7 106. Hochreiter: Graz-Porträts 978 3 85129 766 9

* Doppelband


Europa erlesen erlesen Europa Europa erlesen erlesen Europa Europa erlesen erlesen Europa opa erlesen Europa erlesen lesen Europa erlesen Europa erlesen uropa erlesen Europa uropa erlesen Europa erlesen Europa erlesen erlesen Europa erlesen 107. Holzbauer: Das Lied vom Hürnen Seyfrid 108. Isen: Osmanisches Erbe am Balkan

978 3 85129 348 7 978 3 85129 747 8

109. Jäger/Sitzmann: Bulgarien Prosa* 110. Koch: Blut in den Mund. Hermann Nitsch am Wort 111. Kofler: Tacuino su New York a distanza 112. Kofler: Poesie von Meer und Erde* 113. Kofler: Poesie von Meer, Erde und Himmel* 114. Kofler: Notizbuch der Wasserrosen 115. Kofler: Trilogie neu antik 116. Krasni: Und im Traum erlischt der Tag 117. Lipuš: Wo der Bach die Felsen bricht /  Kjer potok skale lomi 118. Longo: Triestiner Osteria 119. Lorenc: Erinnerung an eine Nacht im Freien 120. Nagy: Gedichte unter sich/Versek egymás közt 121. Neubauer/Hassler: Masken und Gesicht. Peter Turrini im Portrait

978 3 85129 483 5

978 3 85129 702 7 978 3 85129 679 2 978 3 85129 325 8 978 3 85129 425 5 978 3 85129 575 7 978 3 85129 620 4 978 3 85129 820 8

978 3 85129 697 6 978 3 85129 876 5 978 3 85129 841 3 978 3 85129 675 4

143. Frühjahr 144. Sommer 145. Herbst 146. Winter 147. In anderer Augen 148. Kurorte/Bäder 149. Phantom Fremdes Wien 150. Nackte Unterhaltung 151. Senza confini/brez meja/Ohne Grenzen 152. Vierbergelauf 153. Weihnachten 154. Wiener Einstellungen

978 3 85129 321 0 978 3 85129 352 4 978 3 85129 357 9 978 3 85129 358 6 978 3 85129 264 0 978 3 85129 393 7 978 3 85129 433 0 978 3 85129 580 1 978 3 85129 274 9 978 3 85129 410 1 978 3 85129 263 3 978 3 85129 300 5

Mittelalter

155. Blum (Hg.): Fabliaux* 978 3 85129 482 8 156. Der Mönch von Salzburg: Sämtliche Lieder 978 3 85129 424 8 157. Ulrich von Liechtenstein: Frauendienst* 978 3 85129 309 8 158. Rybářová: Tkadleček 978 3 85129 581 8 159. Oswald von Wolkenstein: Sämtliche Gedichte 978 3 85129 640 2 160. Walther von der Vogelweide: Sämtliche Gedichte 978 3 85129 390 6

Europa erlesen – englisch

978 3 85129 619 8

je Band EUR 14,95 / sfr 26,90

Graz Ljubljana Vienna

978 3 85129 394 4 978 3 85129 281 7 978 3 85129 376 0

Europa leben – Kochbücher

je Band EUR 9,90 / sfr 17,90 (° EUR 14,95 / sfr 26,90)

je Band EUR 12,95 / sfr 22,90 * Doppelband EUR 25,90 / sfr 43,90 * *Dreifachband EUR 38,85 / sfr 62,80

122. Oschlies: Mutter Theresa. Die Jugend in Skopje 123. Oschlies: Aéroflot bis Zar 124. Papis: Krims Märchen 125. Peer/Uhrmann: Ostseeatem 126. Perryman: Meerwärts. Sämtliche Gedichte 127. Piccolo: Von Rasten leben wir 128. Raimund: Virgilio Giotti 129. Sampson: Zweimal sieben Gedichte 130. Slataper: Mein Karst Scholl/Mischkulnig: 131. Böhmische Bibel. Band I: Fiona 132. Böhmische Bibel. Band II: Libuše 133. Böhmische Bibel. Band III: Herminator 134. Böhmische Bibel. Band IV: Salam 135. Velikić: Via Pula 136. Verne: Mathias Sanddorf* 137. von Kohl: Eine Dänin am Balkan 138. Vujović: Limes**

978 3 85129 828 4 978 3 85129 889 5 978 3 85129 770 6 978 3 85129 787 4 978 3 85129 578 8 978 3 85129 495 8 978 3 85129 680 0 978 3 85129 840 6 978 3 85129 313 5

978 3 85129 780 5 978 3 85129 782 9 978 3 85129 823 9 978 3 85129 839 0 978 3 85129 322 7 978 3 85129 287 9 978 3 85129 776 8 978 3 85129 582 5

Themenbände

139. Es war einmal in Lipizza 140. Die letzte Reise 141. Die bedeutendsten 100 Frauen des europäischen Ostens* 142. Eros

** Dreifachband

978 3 85129 431 6 978 3 85129 283 1

978 3 85129 421 7 978 3 85129 320 3

Barbieri: Canzoniere der dalmatinischen Küche* Klein: Kochbuch für zukünftige Millionäre Ortner: Die Kunst des Einbratens Kugler/Maier: Santoninos Kost, deutsch Santoninos Kost, italienisch Santoninos Kost, slowenisch Schwendter: Ungarische Arme-Leute-Küche Wieser/Hafner: Slovenska kuharica /Die slowenische Köchin Wieser/Wagner/Maier: Geschmacksverwandtschaften°

978 3 85129 741 6 978 3 85129 422 4 978 3 85129 401 9

978 3 85129 346 9 978 3 85129 437 8 978 3 85129 436 1 978 3 85129 774 4

978 3 85129 648 8 978 3 85129 852 9

Orient erlesen

je Band EUR 12,95 / sfr 22,90

Hafez Diwan** Iran Irak Marrakesch Jemen Luxor

978 3 85129 674-7 978 3 85129 407-6 978 3 85129 426-2 978 3 85129 406-8 978 3 85129 625-9 978 3 85129 408-4

China erlesen

je Band EUR 12,95 / sfr 22,90

Chinas Stadtportraits aus literarischer Feder Kiwis Reise in die Welt Morgenblüten abends gepflückt Das Bett der hundert Vögel

978 3 85129 845 1 978 3 85129 846 8 978 3 85129 847 5 978 3 85129 848 2


Ana Zablatnik Gehört gelesen 08 Man soll das sein, was man ist Im Gespräch mit Michael Kerbler ca. 60 Seiten, Englisch Broschur mit CD EUR 19,90 / sfr 33,90 ISBN 978-3-85129-882-6

A

Lieber Michael Kerbler fast möchte ich Sie umarmen – so bewegt und in Bewegung gesetzt hat mich das (Ihr) Reden mit Ana Zablatnik aus Ludmannsdorf, das ich gestern, am Sonntag, als andere Messe angehört habe. Was für eine Sanftmut, was für eine Empörung dieser Frau, und alles gehört zusammen, wie beim Evangelium …

na Zablatnik, 1923 in Ludmannsdorf/ Bilčovs im südlichen Teil Kärntens geboren, ist Angehörige der slowenischen Minderheit. Sie und ihre Familie waren bereits früh Demütigungen ausgesetzt. Die Androhung einer Deportation (»Aussiedlung«) 1942 durch die Nazis, von der sie und ihre Familie glücklicherweise verschont blieben, führte zu ihrem Entschluss, Kontakt zu den PartisanInnen der »Osvobodilna fronta« (Slowenische Befreiungsfront) aufznehmen, die 1943 auch in der Umgebung ihres Heimatorts aktiv wurden. Am 6. Mai 1944 wurde sie verhaftet und in das Gestapo-Gefängnis in Klagenfurt eingeliefert. Ab Anfang 1945 wartete sie im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus auf den Prozess vor dem berüchtigten Volksgerichtshof, zu dem es aber nicht mehr kam. Sie wurde in den letzten Kriegstagen freigelassen. Ihre widerständige Haltung gegen jede Form von Diskriminierung hat sie sich bis zu ihrem Tod im März 2010 bewahrt.

(Peter Handke in einem Brief vom 4. Mai 2009)

Weitere Bände der Reihe Gehört gelesen [und gesehen]

… und machte mich auf, meinen Namen zu suchen Peter Handke im Gespräch mit Michael Kerbler ISBN 978-3-85129-543-6

24 | HERBST '10

Närrisch an das Leben glauben Lenka Reinerová im Gespräch mit Norbert Schreiber ISBN 978-3-85129-807-9

PARTIZAN, Drama deutsch/slowenisch Bernd Liepold-Mosser ISBN 978-3-85129-831-4

Der Allerheiligenhistoriker Josef Winkler im Gespräch mit Michael Kerbler ISBN 978-3-85129-829-1

Ich glaube nicht an die Sprache Herta Müller im Gespräch mit Renata Schmidtkunz ISBN 978-3-85129-860-4

Die Sprachenauseinanderdriftung Peter Handke und Lojze Wieser im Gespräch mit Frederick Baker ISBN 978-3-85129-861-1


Václav Havel Gehört gelesen 07 Der samtene Revolutionär Im Gespräch mit Alexandra Föderl-Schmid und Michael Kerbler 41 Seiten, Englisch Broschur mit CD EUR 19,90 / sfr 33,90 ISBN 978-3-85129-865-9

E

r zählt zu den großen Persönlichkeiten der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts: Václav Havel. Neben Michail Gorbatschow, Lech Wałęsa und Karol Wojtyła, also Johannes Paul II, hat Havel das Antlitz Osteuropas nachhaltig verändert. Der weltbekannte Dramatiker und Essayist war einer der Wortführer der Kritiker des kommunistischen Regimes in der ČSSR. Schon 1967, also vor dem später von Panzern des Warschauer Paktes niedergewalzten Prager Frühling, protestierte er gegen Machtwillkür und Zensur. Postwendend wurde der Schriftsteller mit einem Publikationsverbot belegt. Havel gehörte zu den Initiatoren der Charta 77 und war der bekannteste Sprecher dieser Bürgerrechtsbewegung. Mehrmals wurde er zu Gefängnisstrafen und zu Hausarrest verurteilt. Am Ende des Jahres 1989 – nach der gelungenen »Samtenen Revolution« – war Havel der erste frei gewählte Präsident in der Prager Burg.

»Ich gebe einer Politik den Vorzug, die vom Herzen ausgeht, nicht von irgendeiner These.«

Es war schon deutlich eine Wende zu spüren. Wir wussten nicht, wie das System – also auf welche Art und Weise – zusammenbrechen wird, aber wir wussten, dass es so nicht weitergehen kann. Irgendwann haben mich sogar die Polizisten gefragt, die mich festgenommen haben: »Also, Herr Havel, wann geht das hier alles wohl zugrunde?« Alexandra Föderl-Schmid,

geboren 1971 in Haslach /OÖ, studierte Publizistik, Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Salzburg, besuchte die Journalistenschule in Wels und arbeitet seit 1990 bei der Tageszeitung der Standard, seit 2007 als deren Chefredakteurin.

Michael Kerbler, geboren

1954 in Wien, studierte Publizistik und Psychologie, arbeitete für verschiedene österreichische Tageszeitungen. Seit 2003 leitet er die wöchentliche Ö1-Sendereihe »Im Gespräch« und seit 2008 auch das Ö1-Quiz »gehört. gewusst«. | 25


Aus dem Vorwort von Alfred Gusenbauer:

D

as vorliegende Buch thematisiert eines der großen Tabus des 20. Jahrhunderts, es nimmt sich mehrfach und in sehr divergenten Geschichtserzählungen wirkungsmächtig gewesener Ereignisse an und zeigt Zusammenhänge auf. Dafür wird eine Vielzahl von Originaldokumenten beider Seiten herangezogen, teilweise erstmals veröffentlicht. Diese Arbeit ist keine geringe, und man muss diese in Ruhe wirken lassen. Es gibt keine schmerzlose Befreiung von den Tabus und ihrer Geschichte. Die Aufarbeitung von Geschichte ist niemals ein Prozess der Bereinigung, aber es kann durchaus ein Akt der Befreiung sein. Man wird, um dorthin zu gelangen, um den Schmerz nicht herumkommen.

İnanç AtIlgan (Ankara) and Garabet Moumdjian

(Los Angeles), depending on the perception, one is an antagonist and the other one a protagonist, and they are challenging their respective mainstreams as VAT members. Being aware of the necessity of facing mutual and common history, not only the international but especially Armenian and Turkish scholars have to seriously and systematically get involved with this question.


İnanç Atilgan /  Garabet Moumdjian (Hg.) Archival Documents of the Viennese Armenian-Turkish Platform Mit einem Vorwort von Alfred Gusenbauer 914 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 49,00 / sfr 78,90 ISBN 978-3-902713-04-9

S

ince the question of 1915 is still with us as a historical, moral, and political issue, the VAT was an attempt in the frame work of conflict solution and reconciliation between academic representatives of The Turkish Historical Society and The Armenian Academy of Sciences in Vienna. As a genuine Austrian initiative, VAT served from 2003–2005 as an intermediary as well as a platform on equal terms which enabled two of the most influential institutions of Armenia and Turkey to present their documents concerning the years 1914–1919 and showing their understanding of this delicate matter. The collection of documents (a total of 179) from the archives of Austria, Turkey, USA, Germany and France published in this volume does not try to present a strategy beyond the dominant, conventional ones currently pursued by political perceptions. However, it exactly tries to seek an optional way of scholarly understanding between political antitheses. Is the Armenian-Turkish Question a political or a scientific one? The answer depends on the perception. Without undermining the political complexity of the issue, VAT is a first step, and a scientific one. It has to be recognized that next to a very simply one way of understanding by the majority of Turks and Armenians on the basis of presumed polarization, there is an international and confusing presentation of what had happened before, during and after WWI. This »state of the art« is indeed controversial and very much politicized.

»Es gibt keine schmerzlose Befreiung von den Tabus und ihrer Geschichte.«

İnanç Atılgan im Wieser Verlag:

Einführung in die türkische ScienceFiction-Literatur 978-3-85129-815-4

Österreichs Dilemma 1915: Türkei oder Armenien 978-3-85129-707-2

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K arner / Scala-Hausmann / Schellander (Hg.) Zukunftskraft : Nachhaltigkeit 21 Perspektiven für das 21. Jahrhundert 208 Seiten, Englisch Broschur EUR 21,10 / sfr 37,00 ISBN 978-3-85129-884-0

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Menschliche, engagierte und inspirierende Impulse für mögliche nächste Schritte in die Zukunft. Cornelia M. Scala-Hausmann studierte

Grafik-Design und Werbewissenschaften, ist ausgebildete Coach- und Kunsttherapeutin, ist als »Selfness & Business Coach« und als Erwachsenenbildnerin tätig.

Harald Schellander ist Gründer und Leiter der ersten PR-Agentur Kärntens Pronto communications (1986), seit Kurzem »Schellander communication*creation*inspiration*«; Kulturmanager, Systemischer Business-Coach und Klangtherapeut. Günther Karner ist geschäftsführender Gesell-

schafter der Trigon Entwicklungsberatung und versucht Dimensionen wie Ethik, Nachhaltigkeit, interprofessionelle Vernetzung, Soziale Kunst, (Social) Entrepreneurship und Spiritualität mit zu integrieren. 28 | HERBST '10

as Buch ist ein Beispiel für nachhaltiges gemeinsames Tun. Das Herausgeberteam hat Menschen mit verschiedenen Professionen eingeladen, ihre Perspektiven über nachhaltige Entwicklung zu formulieren und wieder anderen Menschen für eigenes Weiterdenken zur Verfügung zu stellen. Startpunkt für diese Kreislaufwirtschaft der Gedanken war ein ebenfalls gemeinsam organisierter OpenSpace-Congress mit dem Titel »Zukunftskraft : Nachhaltigkeit«, der diesem Buch auch den Namen gab. Jeder/jedem der 21 InterviewpartnerInnen aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Sozialem, Religion, Politik, Wissenschaft und Kultur wurden zehn Fragen zur Zukunft der Welt und zum Umgang mit nachhaltiger Entwicklung für sich selbst, ihr Unternehmen und die Gesellschaft gestellt.


Zeev Milo Im Satellitenstaat Kroatien

Eine Odyssee des Überlebens, 1941–1945 ca. 300 Seiten, Englisch Broschur EUR 25,00 / sfr 42,90 ISBN 978-3-85129-870-3

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as Buch ist mehr als eine Biografie. Als Zeitzeuge beschreibt der Autor das schreckliche Ende des jahrhundertealten jüdischen Lebens in Kroatien aus persönlicher Sicht und informativ. 10. April 1941. Atemlos und in einem Zustand höchster Erregung stürzte Victor, ein ehemaliger Angestellter meines Vaters, in unsere Wohnung in Zagreb. Er war nur imstande, drei Wörter auszusprechen: »Sie sind da!« – »Wer?«, fragte mein Vater naiv. Er glaubte an die ›unbesiegbar‹ jugoslawische Armee und konnte sich gar nicht vorstellen, dass die Deutschen, die vor vier Tagen Jugoslawien angegriffen hatten, schon bis Zagreb vorgedrungen sein sollten. Auch die Deutschen waren überrascht. Nicht, weil sie besonderen Widerstand von der desolaten jugoslawischen Armee erwartet hatten, sondern weil sie von Massen erfreuter Zagreber als Befreier begrüßt wurden. Die Zagreber wussten kaum, wie sie ihre Begeisterung zum Ausdruck bringen sollten. Sie bewarfen die deutschen Panzer mit Orangen und Blumen und empfingen die Deutschen überall mit Freude und Gesang. Kurze Zeit danach folgte eine Verlautbarung über Radio Zagreb. Sie wurde von Slavko Kvaternik, einem ehemaligen österreichisch-ungarischen Obersten, verkündet: Im Namen des ›Poglavnik‹ Dr. Ante Pavelić proklamierte er den »Unabhängigen Staat Kroatien«.

Das schreckliche Panorama der Schoa in Kroatien.

Zeev Milo (früher Vladimir Müller) wurde 1922 in Zagreb geboren, flüchtete im Krieg mit den Eltern nach Italien, Begann nach dem Zweiten Weltkrieg ein Technikstudium an der Universität Zagreb. 1949 wanderte er gemeinsam mit den Eltern nach Israel aus, beendete sein Studium in Haifa am Technicon, arbeitete danach bei der Israelischen Verteidigungsarmee und später in Elektronikunternehmen. | 29


»Europa kann nur erlesen werden: Buch für Buch, nicht Krieg um Krieg.« 30 | HERBST '10


Wintersteiner / Gombos / Gronold (Hg.)  Grenzverkehr | ungen – Mehrsprachigkeit, Transkulturalität und Bildung im Alpen-Adria-Raum ca. 300 Seiten, gebunden, mit englischer Lese-CD EUR ca. 35,00 / sfr ca. 56,90 ISBN 978-3-85129-880-2

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as Buch gibt Einblick in aktuelle Prozesse der Globalisierung, in denen reale und mentale Grenzen abgebaut, zugleich aber neue errichtet werden. Dabei bildet der transnationale Alpen-Adria-Raum den gemeinsamen Erfahrungshorizont der AutorInnen aus Wissenschaft, Bildung, Literatur, Wirtschaft, Gesundheitssektor oder Politik. In einer Welt der Mehrsprachigkeit und Multikulturalität geht es um Fragen wie: In welche Richtung müssen wir uns entwickeln, um weltoffene und erfolgreiche »WeltbürgerInnen einer bestimmten Region« zu werden? Wie können wir uns selbst treu bleiben, ohne uns dem anderen gegenüber zu verschließen, und wie können wir uns dem anderen gegenüber öffnen, ohne uns selbst zu verlieren?

Mögliche Antworten auf die Ambivalenz des globalisierten Austausches. Werner Wintersteiner ist Gründer und Leiter des »Zentrums für Friedensforschung und Friedenspädagogik« an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Universitätsprofessor am Österreichischen Kompetenzzentrum für Deutschdidaktik. Georg Gombos ist ao. Universitätsprofessor

für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der interkulturellen Bildung am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; zudem arbeitet er als Psychotherapeut und Coach.

Daniela Gronold lehrt am Institut für Medienund Kommunikationswissenschaften der AlpenAdria-Universität Klagenfurt und forscht zu nationalen Identitäten, speziell in Europa, aus feministischer und postkolonialer Perspektive.

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Richard Bandera / İnanç Atilgan Österreichisch-türkische Wirtschaftsbeziehungen Eine Bestandsaufnahme

Zweite, erweiterte Auflage ca. 350 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 20,00 / sfr 34,50 ISBN 978-3-85129-894-9

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ngesichts des großen Interesses und Erfolges veröffentlicht der Wieser Verlag die zweite und erweiterte Ausgabe des vor vier Jahren erschienenen Buches.

»Anstoß für eine Publikationsreihe über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und dessen wichtigsten Wirtschaftspartnern.« Richard Bandera

İnanç Atılgan ist Absolvent der Universität Wien, war Mitarbeiter im österreichischen Wissenschaftsministerium, unterrichtete u. a. an der BilkentUniversität, der Cankaya-Universität und der TOBB-ETÜ in Ankara und ist aktuell Beauftragter der WKO für österreichisch-türkische Wirtschaftsbeziehungen in Ankara. 32 | HERBST '10

»Durch das Engagement mehrerer österreichischer Firmen im türkischen Energiesektor haben sie Vertrauen in die Stabilität der türkischen Volkswirtschaft und Weitsicht bewiesen. Mit Hilfe weiterer bedeutender österreichischer Investoren – vom Weltmarktführer bis zum Nischenplayer – konnte sich Österreich mittlerweile unter den Top drei der wichtigsten Investoren und Aktionäre in der Türkei etablieren.« Christoph Leitl, Präsident der WKO »Ich bin überzeugt, dass dieses Buch … sowohl historisch als auch analytisch bearbeitet, nicht nur den Industriellen und Investoren, sondern auch den Politikern und Bürokraten als Entscheidungsträgern als Nachschlagewerk dienen wird.« Rifat Hisarciklioglu, Präsident der WK Türkei »Für die OMV ist die Türkei neben Mittel- und Südosteuropa der dritte Kernmarkt, der für das weitere Unternehmenswachstum von entscheidender Bedeutung ist. Gemeinsame Projekte, wie Nabucco, intensivieren die wirtschaftlichen Beziehungen und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung. Werner Auli, Vorstandsmitglied der OMV

Richard Bandera ist Absolvent der Wirtschaftsuniversität Wien und arbeitet seit 1993 für die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) – u. a. in Caracas, Seoul, Rom, Mailand; von 2003 bis 2010 in Ankara.


Evelin Brunner / R alph Grossmann (Hg.) Werkstatt Universität 2

Projektarbeiten Basislehrgang 2007/08/09 Redaktion: Barbara Maier 212 Seiten, Englisch Broschur EUR 14,95 / sfr 29,60 ISBN 978-3-85129-881-9

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ie Alpen-Adria-Universität Klagenfurt bildet im Rahmen der Autonomie gemäß dem neuen Universitätsgesetz ihr allgemeines Universitätspersonal seit 2005 im hauseigenen »Basislehrgang« aus. Anwendungsorientierung und Praxistransfer charakterisieren diese zweisemestrige Ausbildung. In einer umfassenden Projektarbeit setzen sich die TeilnehmerInnen dabei vertiefend oder kritisch mit einer Fragestellung aus ihrem eigenen Arbeitsbereich auseinander. Die Reihe Werkstatt Universität wurde 2008 mit einer Auswahl an Projektarbeiten mit einem ersten Band begründet. Im vorliegenden zweiten Band wird wiederum eine Auswahl an Projektarbeiten publiziert. Diese – erstmals von einer österreichischen Universität herausgegebene – Reihe kann ähnlichen Institutionen Anregungen für die Optimierung eigener Arbeitsabläufe geben und bietet gleichzeitig einen guten Einblick in die komplexe Logistik der Administration von Bildungs- und Forschungsinstitutionen.

Zur Nachahmung empfohlenes Universitätsmanagement.

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Der Sprung als Metapher für das Erwachsenwerden – Julia Zarbach, Falter Hugo R amnek Der letzte Badegast EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-864-2

Mail von Michael Fischer:

Nun bin ich nahezu fertig mit dem wundervollen »Buch über den Friedhof« und kann nur sagen, dass ich es mit Vergnügen lese, wenn auch in kleineren Dosen. Ursprünglich hatte ich es ja für eine Bekannte besorgen wollen, ihr dann aber geschrieben, dass es nicht wirklich zum Thema passe – nur leider kam ich beim Ausreden dieses Buches so ins Schwärmen ob der Abstrusität, dass sie nun schon wiederholt nachgefragt hat, wann denn nun endlich auch sie dieses Buch lesen könne. Ein wahres Wunderwerk, da könnt ihr stolz drauf sein! Samko Tále Buch über den Friedhof EUR 18,80 / sfr 32,80 ISBN 978-3-85129-863-5

Lieber Lojze Wieser! Ich kann nicht anders, als Ihnen zum inhaltlich wie layoutmäßig wunderbaren Frühjahrskatalog, der Lust auf Literatur macht, zu gratulieren! Ich habe mir überlegt, was Sie mit dem Titelfoto aussagen wollen: Auf den ersten Blick stemmen Sie sich gegen Gewalt. Auf den zweiten Blick suchen Sie Schutz vor …? Auf den dritten Blick aber heulen Sie, wie der Wolf heult. Der Stein ist – schauen Sie genau hin – ein sitzender Wolf, der den Mond anheult. Frühjahr 2010

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08.12.09 15:07

Alles Liebe, Sie Wolf Sie, der mit Büchern zu heulen vermag … Ihr Hans Marte


RÜCKBLICK Frühjahr 2010

Georgi Markov Das Portrait meines Doppelgängers

Reinhard Lauer Wer ist Miroslav K.?

Ernst Brauner Jenseits von Sodom

Hugo Ramnek Der letzte Badegast

Samko Tále Buch über den Friedhof

Rolf Wintermeyer Duval, der wilde Mann am Wiener Hof

Peter Handke und Lojze Wieser im Gespräch mit Frederick Baker Die Sprachenauseinanderdriftung

Ingram Hartinger Rabe des Nichts

Herta Müller im Gespräch mit Renata Schmidtkunz Ich glaube nicht an die Sprache

EUROPA ERLESEN Cornelius Hell (Hg.) Vilnius

EUROPA ERLESEN Thomas Kohlwein (Hg.) Wien-Südbahnhof

EUROPA ERLESEN Miloš Okuka /  Dareg Zabarah (Hg.) Bačka

Harry Baloch Ob Gott oder Nicht-Gott Peter Handke und die Religion

Gaetano Longo Geschichten aus einer Triestiner Osteria

Christine Casapicola Wein für Wien, Wasser für Štanjel

Wolfgang Petritsch Zielpunkt Europa Von den Schluchten des Balkans und den Mühen der Ebene

China erlesen im Herbst 2009

Kiwis Reise in die Welt EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-846-8

Morgenblüten abends gepflückt EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-847-5

Chinas Stadtportraits aus literarischer Feder EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-845-1

Das Bett der hundert Vögel Sagen und Märchen EUR 12,95 / sfr 22,90 ISBN 978-3-85129-848-2


Der Wieser Verlag wird im Rahmen der Kunstförderung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur unterstützt.

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Mohr Morawa Buchvertrieb GesmbH A-1230 Wien, Sulzengasse 2 Telefon +43 (0)1 68014-5 Fax +43 (0)1 6887130

Michael Hipp – Gebiet Westen Mahrhöflweg 20/5/5 A-9500 Villach Telefon +43 (0)664/3912837 Fax +43 (0)664/773912837 michael.hipp@mohrmorawa.at Vertreterin im Fachhandel Jutta Bussmann Reulingweg 5 A-1230 Wien Telefon +43 (0)664/203 90 71 Fax +43 (0)664/207 52 58 jutta.bussmann@mohrmorawa.at

Thilo Kist Danckelmannstraße 11 D-14059 Berlin Telefon +49 (0)30 3258477 Fax +49 (0)30 3215549 t.kist@t-online.de Berlin, Brandenburg, MecklenburgVorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen Schweiz Richard Bhend b+i buch und information ag Hofackerstraße 13 CH-8032 Zürich Telefon +41 (0)44 422 12 17 Fax +41 (0)44 381 43 10 r.bhend@ava.ch

Deutschland Bugrim Verlagsauslieferung Saalburgstraße 3 D-12099 Berlin (Tempelhof ) Telefon +49 (0)30 6068457, 6068130 Fax +49 (0)30 6063476 bugrim@bugrim.de www.bugrim.de Schweiz Scheidegger & Co. AG c/o AVA Verlagsauslieferung AG Centralweg 16 CH-8910 Affoltern am Albis Telefon +41 (0)44 762 42 50 Fax +41 (0)44 762 42 10 scheidegger@ava.ch www.ava.ch Slowenien Direktvertrieb durch den Verlag

Die Reihe Europa erlesen ist die Mutter aller Reiseanthologien Skylines

Wi e s e r Ve r l a g

Am anderen Ende einer Pinienallee auf Brioni

Der Verleger bei einer Lesung in Zagreb 2008.

A-9020 Klagenfurt/Celovec Ebentaler Straße 34b Telefon +43 (0)463 37036 Fa x + 4 3 ( 0 ) 4 6 3 3 7 6 3 5 office@wieser-verlag.com http://www.wieser-verlag.com

Katalog Herbst 2010 Konzept: Lojze Wieser. Grafische Gestaltung: Daniel Gunzer. Redaktion: Barbara Maier. Korrektorat: Gerhard Maierhofer.

© Fotos und Abbildungen Wieser Archiv, Marko Lipuš, Mayü Belba, Karl-Heinz Fessl, Rumiana Ebert, Trigon Scheld, Peter Golznig, Literaturarchiv Wien, Johannes Puch. Coverfoto: Mayü Belba.


Wieser Verlag - Herbst 2010