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EXZTUMRA

EUZ LINIENKR U2/U5

VORAUS! olle Fahrt

Die 1. Ausbaustufe des Linienkreuzes U2/U5 erweitert den öffentlichen Verkehr in Wien für die Zukunft.

DIE STATIONEN

Die Umgebungspläne und Visualisierungen im Detail.

WISSENSWERTES

Was bedeutet der Bau für den Alltag im Stationsumfeld?


Wiens größte Untergrundbewegung.

Das bringt das Linienkreuz U2/U5: • mehr direkte Verbindungen – kürzere Reisezeiten • entlastet stark frequentierte Linien und Stationen • dritte S-Bahn-Anbindung für Pendler aus dem Süden

• noch leistungsfähigeres Öffi-Netz • Kapazitäten für die Zukunft in der wachsenden Stadt

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AUFTAKT | Linienkreuz U2/U5

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Mit dem Linienkreuz U2/U5 startet 2018 das wichtigste Zukunftsprojekt für die Öffis in Wien. Wir entlasten damit stark frequentierte Linien und schaffen Kapazitäten für unsere wachsende Stadt. Neue Verbindungen bringen kürzere Fahrzeiten für alle nen und Wienerinnen Wiener.

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Stadträtin Ulli Sima

Impressum Medieninhaber & Herausgeber: Wiener Linien GmbH & Co KG, Erdbergstraße 2020, 1030 Wien. Produktion: VWZ Zeitschriftenverlag Ges.m.b.H., Media Quarter Marx 3.2, Maria-Jacobi-Gasse 1, 1030 Wien, Tel.: 524 70 86, Fax: 524 70 86-903, ISDN: 524 73 67. Geschäftsführer: Mag. Thomas Strachota.

Wiener Linien, PID, YF Architekten & Franz Architekten

Chefredakteur: Fergus Sweeney Redaktion: Elisa Brandlhofer, Stefan Joham, Dr. Hans-Paul Nosko, Dr. Ursula Scheidl, Hans Steiner, Mag. Bernd Watzka. Artdirection: Alice Brzobohaty/ Andrea Wimmer. Grafik: Walter Zivny. Fotoredaktion: Dr. Claudia Knöpfler. Lektorat: Mag. Angela Fux, Julia Gartner, MA, Roswitha Singer. Druck: Bauer Medien Produktionsund Handels-GmbH. Verlags- & Herstellungsort: MQM 3.2, Maria-Jacobi-Gasse 1, 1030 Wien. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Gastkommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Entgeltliche Einschaltungen werden mit „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet.

Startsignal für das Mega-Projekt Es ist gewaltig. Mit dem „Linienkreuz U2/U5“ finden erstmals seit den 1990er Jahren wieder U-Bahn-Bauarbeiten in der Wiener City statt. 2.000.000.000 Euro werden durch das Mega-Projekt bewegt. Zwei Milliarden, die natürlich auch die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Vor allem aber machen sie das Öffi-Netz in der wachsenden Stadt noch leistungsfähiger. Jeder dritte Fahrgast ist im Bereich von 13A, 43, 6, U3 und U6 unterwegs – 370.000 Menschen leben und arbeiten in diesen Grätzeln, Straßen und Gassen. Das neue Linienkreuz wird die genannten Öffis entlasten und spürbare, positive Auswirkungen auf das gesamte U-BahnNetz bringen. Ein Mega-Projekt in zwei Baustufen verlangt nach detaillierter Planung. Seit Jahren schon sitzen die Wiener Linien-Experten an den Schreibtischen und tüfteln an der Machbarkeit. Jetzt kann es losgehen! Willkommen beim neuen U2/U5-Magazin!

SO SEHEN DIE NEUEN STATIONEN AUS

Vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Frankhplatz. Details, Infos, Pläne, Wissenswertes. S. 14–25

DAS SAGEN DIE WIENER

Wie wichtig den Bewohnern der U-Bahn-Ausbau ist, zeigt unsere aktuelle Umfrage. S. 28

EINSCHRÄNKUNGEN IN DER BAUPHASE

Bei der U2 und der U4 wird es zu abschnittsweisen Sperren kommen müssen. S. 30

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AKTUELL | U2/U5

FLÜSSIGER Das Linienkreuz U2/U5 wird die Station Schottentor um bis zu 30 Prozent entlasten.

Wien wächst – die Öffis

WACHSEN

Im Jahr 2030 sollen in Wien rund zwei Millionen Menschen leben. Der öffentliche Verkehr muss mithalten. Daher wird nun die U2 ausgebaut und eine neue U-Bahn-Linie, die U5, errichtet.

W

ien ist eine lebendige Stadt – und lebendige Städte wachsen. Das ist eine Herausforderung, es ist aber vor allem ein großes Kompliment. Denn es zeigt, dass die Menschen sich hier wohlfühlen und hier leben wollen. Unter anderem weil der öffentliche Verkehr so gut funktioniert. Das bescheinigen auch zahlreiche Studien, bei denen Wien im Hinblick auf die Lebensqualität regelmäßig den ersten Platz belegt. Damit Wien die lebenswerte Stadt bleibt, die wir kennen und lieben, wächst das Öffi-Netz mit der 4

Stadt mit. Davon profitieren letztlich alle Wienerinnen und Wiener. Denn ohne leistungsfähigen öffentlichen Verkehr wären die Straßen verstopft, die Luftverschmutzung um ein Vielfaches höher und der Verkehrslärm unerträglich. Wien hat sich deshalb das Ziel gesetzt, dass bis 2025 80 Prozent der Wege in der Stadt umweltfreundlich zurückgelegt werden sollen. Ein attraktives Öffi-Netz ist der Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen, und Wien ist auf einem guten Weg. Das dichte und zuverlässige Netz, die günstige Jahreskarte und zusätzliche Angebote wie die Nacht-U-Bahn haben bereits viele überzeugt: Heute gibt es in Wien mehr Jahreskartenbesitzerinnen und -besitzer als zugelassene Autos. Das kommt nicht von ungefähr, sondern weil konsequent und vorausschauend in den Ausbau des Öffi-Netzes investiert wird. Erst vor wenigen Monaten wurde die Verlängerung der U1 bis Oberlaa eröffnet, da steht bereits das nächste U-Bahnwww.wienerlinien.at


Der 13A gehört neben der U3, der U6 und den Linien 6 und 43 zu den fünf meistbefahrenen Öffi-Strecken.

MIT Projekt in den Startlöchern: das Linienkreuz U2/U5. Die Verlängerung der U2 und der Um- und Neubau der U5 sind gemeinsam das wichtigste Zukunftsprojekt für die Wiener Öffis. Nach großen Stadtentwicklungsprojekten, wie der U2-Verlängerung in die Seestadt Aspern oder der U1-Verlängerung nach Oberlaa, erfolgt dadurch ein wichtiger Lückenschluss im innerstädtischen U-Bahn-Netz. Denn anders als die jüngsten U-Bahn-Projekte, die mit der weiteren Erschließung eines bestimmten Bezirks vor allem für die lokale Bevölkerung von großer Bedeutung sind, bringt das Linienkreuz U2/U5 eine spürbare Qualitätsverbesserung für das Gesamtnetz.

Wiener Linien

ENTLASTUNG IM HERZEN DER STADT

Durch den radialen Aufbau unserer Stadt orientieren sich die Wege Richtung Zentrum. Ein großer Teil der Fahrgäste konzentriert sich deshalb auf die innerstädtischen Verbindungen, wo sich

WIENER LINIENCHEF GÜNTER STEINBAUER

„Wieder im Zentrum zu bauen war eine mutige und vorausschauende Entscheidung für die Zukunft der Stadt. Das Linienkreuz hebt das innerstädtische U-Bahn-Netz auf eine neue Ebene: Stark frequentierte Linien werden entlastet, Kapazitäten für die Zukunft der wachsenden Stadt geschaffen und neue Verbindungen und Verkehrsknoten bringen kürzere Reisezeiten für alle Wienerinnen und Wiener.“

die täglichen Wege treffen und überlagern. Konkret ist jeder Dritte im Einzugsbereich von 13A, 43, 6, U6 und U3 unterwegs. Trotz Intervallverdichtungen und baulichen Verbesserungen gelangen diese Linien an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Linienkreuz wird hier Abhilfe schaffen. „Mehrere hunderttausend Fahrgäste werden durch neue direkte Verbindungen oder die Entlastung auf Parallelrouten tagtäglich vom Linienkreuz U2/U5 profitieren“, betont Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien. Fast jede der neuen Stationen wird ein wichtiger Umsteigeknoten. Konkret gibt es im Wiener U-Bahn-Netz aktuell zehn Stationen, bei denen man von einer U-BahnLinie zu einer anderen umsteigen kann. Mit den neuen Strecken kommen weitere vier dazu, sowie eine neue Anbindung an die S-Bahn am Matzleinsdorfer Platz. Dadurch werden einerseits die Wege für den Einzelnen kürzer, andererseits wird das gesamte Netz entlastet, neue Kapazitäten für die Zukunft werden geschaffen. Denn je mehr Knotenstationen unkompliziertes Umsteigen ermöglichen, desto leistungsfähiger ist das Gesamtnetz: Das Linienkreuz U2/U5 wirkt deshalb durch die vielen neuen U-Bahn-Knoten im Zentrum wie ein Katalysator. Es wird nicht nur heute hochfrequentierte Linien entlasten, sondern macht das gesamte Öffi-Netz spürbar leistungsfähiger und fit für eine 2-Millionen-Stadt. 5


AKTUELL | U2/U5

Ein Blick neuen St

RATHAUS Arbeitsort für mehr als tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien.

Es wird verlängert, getauscht und automatisiert. Was das für die U2 und die neue U5 konkret bedeutet und wie das Öffi-Netz dadurch für alle besser wird. MEHR PLATZ IN DER STADT

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DIE VOLLAUTOMATISCHE

U5 wird zur ersten vollautomatischen Linie Wiens.

Dass es in Wien keine U5 gibt, irritiert heute nur noch Touristen. Die Wiener haben sich eigentlich schon daran gewöhnt und diese Besonderheit sogar liebgewonnen. Jetzt kommt sie doch – und wird sogar vollautomatisch unterwegs sein.

UND AUF DEM ARBEITSMARKT …

Auch für die Wirtschaft ist der U-Bahn-Bau ein Turbo. Bei vergangenen U-Bahn-Projekten belief sich der Beschäftigungseffekt je 100 Millionen investierter Euro auf rund 1.500 Vollzeitarbeitsplätze. Bei einer Investitionssumme von rund einer Milliarde Euro werden also alleine durch die erste Baustufe des Linienkreuzes über 15.000 Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Eine Untersuchung der Infrastrukturinvestitionen in der Dekade zwischen 2006 und 2015 attestiert den Wiener Linien außerdem einen beachtlichen Wertschöpfungsmultiplikator von 1,9. Dadurch ergab sich in dieser Zeit ein Wertschöpfungseffekt von knapp 260 Millionen jährlich. Der U-BahnBau bringt die Stadt also in vielerlei Hinsicht weiter: Jeder investierte Euro zahlt sich aus!

DIE VERLÄNGERTE

U2 wird zur längsten U-Bahn-Linie Wiens.

Von der Seestadt Aspern bis zum Wienerberg: Mit einer Länge von rund 21,5 Kilometern wird die U2 die gerade erst verlängerte U1 vom ersten Platz verdrängen. Dafür bekommt sie ab der Station Schottentor in zwei Baustufen eine neue Strecke.

www.wienerlinien.at

Wiener Linien, Dujmic, iStock by Getty Images

Im Sommer 2017 wurde das Planungsprojekt für das Linienkreuz abgeschlossen und an die Wiener Linien übergeben. In wenigen Monaten wurden die Unterlagen fertiggestellt und alle Teilprojekte zur Bewilligung eingereicht. Wiener Linien-Chef Steinbauer: „Das war ein Kraftakt, für den ich mich bei allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken möchte.“

Aber nicht nur im Öffi-Netz sorgt der U-BahnAusbau für mehr Platz. Denn auch wenn in der wachsenden Stadt das Verkehrsnetz mithalten muss, damit alle gut an ihr Ziel kommen, bleibt eines konstant: die vorhandene Fläche. Etwa 41.500 Hektar oder 7.000 Fußballfelder umfasst das Wiener Stadtgebiet. Sechs Prozent davon nutzt der Individualverkehr, die Öffis beanspruchen hingegen lediglich ein Prozent. Mehr Öffis bedeuten also auch mehr Platz zum Leben in der Stadt. Wagt man ein Gedankenexperiment, bei dem alle Wege in Wien nur noch öffentlich zurückgelegt werden, zeigt sich das Platzpotenzial deutlich: Rund 500 Hektar könnten dann für andere Aktivitäten genutzt werden. Das entspricht rund 77 Mal der Fläche des Stadtparks.


U2/U5 | AKTUELL

auf die recken

KREUZUNG In der Station Rathaus werden sich die umgebaute U2 und die neue U5 treffen.

Legende: 1. Baustufe: Baubeginn 2018, frühestmögliche Eröffnung 2026 1. Baustufe: Baubeginn 2019, frühestmögliche Eröffnung 2024 2. Baustufe: Beginn Planungsprojekt 2019 2. Baustufe: Beginn Planungsprojekt 2018

VIER NEUE U-BAHN-KNOTEN

Im Wiener U-Bahn-Netz gibt es aktuell 10 Knotenstationen, bei denen man von einer U-Bahn-Linie zu einer anderen Linie umsteigen kann. Mit dem Linienkreuz U2/U5 kommen weitere vier dazu. In der ersten Baustufe sind das die U2/U5-Station Rathaus, die U2/U3-Station Neubaugasse und die U2/U4-Station Pilgramgasse und in der zweiten Baustufe die U5/U6-Station Michelbeuern-AKH. Dadurch entstehen neue Verbindungen, die das U-Bahn-Netz noch leistungsstärker machen.

DRITTER S-BAHN-KNOTEN IM SÜDEN

Am Matzleinsdorfer Platz entsteht neben dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Meidling ein dritter Umsteigeknoten von der S-Bahn zur U-Bahn. Pendler aus dem Süden können künftig auch hier in die U-Bahn umsteigen. Das wird u. a. auch die U6 spürbar entlasten: Wer beispielsweise bisher in Wien Meidling von der S-Bahn in die U6 umgestiegen ist, um dann ab Westbahnhof mit der U3 Richtung Zentrum zu fahren, hat künftig ab Matzleinsdorfer Platz eine direkte Verbindung mit der U2.

MAHÜ Die neue U2 wird die U3 in der Station Neubaugasse kreuzen: Aus- und Einstiegsstelle für viele, die auf die Mariahilfer Straße gelangen wollen.

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AKTUELL | Zahlen, Daten und Fakten zur U2

Wussten Sie, dass … 5 km

… die erste Ausbaustufe des Linienkreuzes

… rund 1 Mrd. Euro für die erste Ausbaustufe des Linienkreuzes investiert wird?

und sechs neue U-Bahn-Stationen umfasst?

… das Linienkreuz das erste U-Bahn-Projekt im Inneren der Stadt seit dem Bau der U3 in den 1990er Jahren ist? … bereits die erste Ausbaustufe rund

15.000 Arbeitsplätze schafft und sichert?

… die Stationen Volkstheater und Museumsquartier mit

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kürzesten Abstand aller Stationen haben?

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iStock by Getty Images

45 vollautomatische Züge bis zum Jahr 2030 von Siemens gebaut werden? 8

www.wienerlinien.at


Zahlen, Daten und Fakten zur U2 | AKTUELL

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… sich die tiefste Station Wiens künftig mit rund

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Tiefe bei der U2 Neubaugasse befindet?

… die zwischen Rathaus und Matzleinsdorfer Platz ihren Fahrbetrieb voraussichtlich 2026 startet.

… eine Tunnelbohrmaschine sich mit ca. 0,0005 km/h bewegt? Das entspricht einer Strecke von 12 Metern in 24 Stunden. Frankhplatz Schottentor

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… der heutige U2-Abschnitt zwischen Karlsplatz und Rathaus als Straßenbahntunnel in den 1960ern gebaut wurde.

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Bezirken

1, 5, 6, 7, 8, 9 & 10 gebaut wird?

U5 zwischen Karlsplatz und Frankhplatz ihren Betrieb im Jahr 2024 aufnehmen soll?

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AKTUELL | Überblick zu den Bauarbeiten

Bauen, bis die U-Bahn kommt

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er Bau einer neuen U-Bahn bewegt die Menschen schon Jahre vor der Eröffnung – das gilt heute genauso wie in der Vergangenheit. Undenkbar war es etwa, dass einmal unter dem Stephansdom durchgefahren wird. Fantastisch mutete auch die Idee eines Tunnels unter dem Donaukanal an. Mittlerweile sind diese Visionen längst in die Realität umgesetzt worden und hunderttausende Menschen fahren täglich unter Donaukanal, Stephansdom und Co. in die Arbeit, zur Schule oder zur Freizeitgestaltung. Heute bauen die Wiener Linien auf 50 Jahre Erfahrung im U-Bahn-Bau. Die umfangreichen Vorarbeiten und Sicherungsmaßnahmen haben sich bewährt. Schon Jahre vor Baubeginn werden Untergrund, Grundwasser und Fundamente der umliegenden Häuser genau untersucht. Jede Station ist eine Herausforderung. In der Berg- und Tunnelbaunation wird aber gewusst, wie: Noch nie kam es in unserer Stadt zu einem schwereren Zwischenfall. SPATENSTICH 2018

Die ersten U-Bahn-Bauarbeiten für das Linienkreuz starten südlich der Station Matzleins10

dorfer Platz, am Anfang der Triester Straße und bei der Station Pilgramgasse: Um den Startschacht für die Tunnelbohrmaschine zeitgerecht herzustellen und Synergien mit der U4-Modernisierung zu nutzen, soll bei diesen beiden Stationen bereits im Herbst 2018 mit dem Bau begonnen werden. Bei allen anderen Stationen finden 2018 weitere Vorarbeiten statt: Kanal-, Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen müssen von den jeweiligen Betreibern neu verlegt werden, um für den Bau der künftigen U-Bahn-Station Platz zu machen. Mit dem U-Bahn-Bau wird dort frühestens 2019 gestartet. Die Tunnel-

ZUGANG ZUM HAUS Auch während der Bauarbeiten bleibt der Zugang zur eigenen Wohnung bis auf wenige kurzzeitige Ausnahmen immer möglich. In jedem Fall werden die Bewohnerinnen und Bewohner zeitgerecht über Einschränkungen informiert.

www.wienerlinien.at


Logistische Fakten | AKTUELL

Durch gut gestaffelte Bauarbeiten sollen sich Einschränkungen in Grenzen halten. Im Umkreis der Bauarbeiten sorgt ein eigenes Verkehrsleitsystem für den reibungslosen Auto- und Radverkehr.

Legende: Deckelbauweise Tunnelbohrmaschine Neue Österreichische Tunnelbaumethode

röhren für die U2-Verlängerung und die neue U5 entstehen dann in dicht bebautem Gebiet. Der Großteil der Arbeiten wird deshalb unterirdisch stattfinden. Je nach örtlichen Gegebenheiten und Beschaffenheit des Untergrundes kommen dabei zwei unterschiedliche Bauweisen zum Einsatz: Ist der Boden über einen längeren Streckenabschnitt relativ gleichmäßig beschaffen, kommt die Tunnelbohrmaschine gut voran. Erfordern Untergrund, Bauwerksgeometrie oder zeitlicher Ablauf eine größere Flexibilität, kommt die „Neue Österreichische Tunnelbauweise“ als eine variantenreiche und lang erprobte Alternative zum Einsatz – konkret bei den Stationstunneln, während die Streckentunnel weitgehend mit einer Tunnelbohrmaschine hergestellt werden.

Wiener Linien, iStock by Getty Images

DIE ARBEITEN IM DETAIL

Lediglich dort, wo an der Oberfläche künftig Aufgänge sein werden – also rund um die künftigen Stationen und Notausstiege – muss offen gebaut werden. Bei der Deckelbauweise, die dabei angewandt wird, werden Bohrpfähle oder Schlitzwände aus Stahlbeton errichtet, zwischen denen die Baugrube ausgehoben

wird. Sobald die Höhe erreicht ist, in der Bagger und Radlader arbeiten können, wird die Grube zur Aufrechterhaltung des darüberfließenden Straßenverkehrs abgedeckelt. Der Anund Abtransport von Baumaterial erfolgt danach nur mehr über kleinere „Förderschächte“. Um Kreuzungen auch während der erforderlichen Arbeiten zumindest teilweise befahrbar zu halten, werden die Schächte außerdem in Etappen hergestellt. Dabei wird insbesondere auf die Zufahrtsmöglichkeiten geachtet. Auch die Gehsteige und Zugänge zu den Häusern sollen bis auf mögliche kurzzeitige Einschränkungen immer aufrechtbleiben. VERKEHR

Ende 2018 starten die Bauarbeiten. Im Jahr 2024 soll die neue U5 dann zwischen Karlsplatz und Frankhplatz unterwegs sein. Im Jahr 2026 wird dann die neue U2 fahren.

Während der gesamten Bauzeit wird die Verkehrsführung an die jeweiligen Bauphasen angepasst und optimiert. Dafür wird auch ein übergeordnetes Verkehrskonzept erstellt und mit Bezirk, Polizei und Verkehrsbehörde abgestimmt. Mithilfe von wechselnden Einbahnregelungen soll die Zufahrt zu den einzelnen Straßenabschnitten und Hauseinfahrten, insbesondere für den Anrainer- und Lieferverkehr, möglich bleiben. 11


AKTUELL | Tunnelbohrung

Maulwurf in Wien

Eine 50 Meter lange Tunnelbohrmaschine, liebevoll „Maulwurf“ genannt, wird sich unterirdisch vom Matzleinsdorfer Platz bis zur Neustiftgasse graben. Der Aushub wird am Beginn der Triester Straße nach oben befördert.

Die Tunnelbohrmaschine fährt rund 30 Meter unter der Oberfläche.

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s war am 2. November 1969, als am Karlsplatz mit dem Bau der ersten U-Bahn Wiens, der U1, begonnen wurde. Bereits für dieses Vorhaben kam ein Riesengerät zum Einsatz, das, auf dem neuesten Stand der Technik, noch heute verwendet wird. Die Tunnelbohrmaschine, liebevoll auch „Maulwurf“ genannt, war damals 30 Meter lang, 335 Tonnen schwer und hatte bereits einen Bohrkopf, der eigens an die Wiener Bodenverhältnisse angepasst worden war.

HISTORISCH Der Antransport der Schildvortriebsmaschine für den Tunnelbau am Karlsplatz.

FAHRENDE FABRIK

Aushub Streckentunnel: 140.000 m3

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Auch für den Streckentunnel vom Matzleinsdorfer Platz bis zur Neustiftgasse wird sich eine Tunnelbohrmaschine den Weg durch den Wiener Untergrund bahnen. Eine „fahrende Fabrik“, die den Untergrund löst, abtransportiert und den neuen Tunnel mit Fertigbauelementen auskleidet. Das hat den großen Vorteil, dass der gesamte Aushub – rund 140.000 Kubikmeter Erdreich – bei einem großen Schacht am Anfang der Triester Straße an die Oberfläche kommt. Über 10.000 Lkw-Ladungen müssen dadurch nicht quer durch die dicht verbaute Innenstadt transportiert werden. Bis sich diese heute rund 50 Meter lange Maschine auf den Weg machen kann, muss die

INNENLEBEN Exemplarische Darstellung einer Maschine mit Tübbingausbau (Durchmesser: 6 Meter).

Station Matzleinsdorfer Platz im Rohbau fertig sein, deshalb wird auch bei dieser Station bereits im Herbst 2018 mit dem Bau begonnen. Zwölf Meter in 24 Stunden legt die Vortriebsmaschine dann durchschnittlich zurück und www.wienerlinien.at


GROSSER AUFWAND Eine Tunnelbohrmaschine kam in Wien bereits für den Wientalsammelkanal zum Einsatz.

nähert sich damit mit einer Geschwindigkeit von rund 0,0005 km/h den Stationen Reinprechtsdorfer Straße, Pilgramgasse und Neubaugasse.

Wiener Linien, Herrenknecht, iStock by Getty Images

WEICHEN UND NOTAUSSTIEGE

Für einen zuverlässigen U-Bahn-Betrieb wird es entlang der neuen Strecke auch einige Weichenanlagen geben. Züge können dort von einem auf das andere Gleis wechseln und beispielsweise Störungen umfahren. Bei jeder Weichenanlage wird es zudem einen Notausstieg geben. Auch hier muss der Rohbau fertig sein, bevor die Tunnelbohrmaschine diese Bereiche durchfahren kann. Wie bei den Stationen muss dafür auch an der Oberfläche gearbeitet werden: im Kreuzungsbereich Reinprechtsdorfer Straße/Siebenbrunnenfeldgasse im 5. Bezirk, Ecke Magdalenenstraße/Kaunitzgasse im 6. Bezirk, am Augustinplatz im 7. Bezirk sowie hinter dem Hauptgebäude der Universität Wien in der Reichsratsstraße.

ÜBERSICHT AUF DER BAUSTELLE Ing. Martin Dunst ist als Ombudsmann für die Streckentunnel verantwortlich. Bei Fragen zum Bau mit der Tunnelbohrmaschine wird er für Anrainerinnen und Anrainer erreichbar sein.

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STATION MATZLEINSDORFER PLATZ BUS

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… vom 5. Bezirk: Hier entstehen zwei Rolltreppen sowie Aufzüge zur U2.

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… Lifte und Aufzüge verbinden die verschiedenen Stationsebenen.

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U2/U5 | DIE STATIONEN

Die neue Station wird sich unter der Untergrundstraßenbahn (U-Strab) befinden. NEUER KNOTENPUNKT Der Matzleinsdorfer Platz wird neben Hauptbahnhof und Meidling der dritte Umsteigeknoten im Süden von Wien.

Am Matzleinsdorfer Platz erhält die neue U2 eine Anbindung an die S-Bahn-Stammstrecke. Pendlerinnen und Pendler aus dem Süden können künftig nicht nur am Bahnhof Meidling und am Hauptbahnhof, sondern auch hier in die U-Bahn umsteigen und gelangen so direkt ins Zentrum. Das entlastet in Folge U6, U3 und U1, die für diese Wege heute genutzt werden. Als zentraler Knotenpunkte für den öffentlichen Verkehr ist der Matzleinsdorfer Platz schon heute von großer Bedeutung. Neben der Wiener Lokalbahn („Badner Bahn“) und den Straßenbahnlinien 1, 6, 18 und 62 treffen hier auch die Buslinien 14A, die S-Bahn und Regionalbusse aufeinander. Rund 50.000 Menschen leben und arbeiten im Einzugsgebiet und profitieren von der neuen U2-Anbindung. Bereits im Herbst 2018 wird es südlich der künftigen Station, am Anfang der Triester Straße, losgehen. Denn hier wird die Tunnelbohrmaschine unter die Erde gebracht, mit welcher der Großteil der neuen Streckentunnel gebohrt wird. In einer Tiefe von rund 30 Metern – und damit unter S-Bahn und Unterpflaster-Straßenbahn-Station – wird dann in den kommenden Jahren die neue U2-Station entstehen.

BAUBEGINN: Herbst 2018 TIEFE: Rund 30 Meter AUSHUB: 140.000 m3

Mehrere Rolltreppen und Aufzüge werden bei dieser großen Station das Umsteigen erleichtern. Zusätzlich entsteht auch im 5. Bezirk, am Anfang der Reinprechtsdorfer Straße, ein neuer Zugang, über den die U2 barrierefrei erreichbar sein wird.

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Die Straßenbahnlinien 1, 6, 18 und 62 sowie die Badner Bahn fahren auch während der Bauarbeiten ungestört weiter.

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... und eine feste Stiege werden beim Bacherpark errichtet, wo man künftig auf die Linien 12A und 59A umsteigen kann.

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Das Grätzel rund um den Siebenbrunnenplatz wird durch die neue U2 erschlossen.

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… wird über den Aufgang in der Siebenbrunnengasse angebunden, wo vier Aufzüge barrierefreies Umsteigen ermöglichen.

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U2/U5 | DIE STATIONEN

STATION REINPRECHTSDORFER STRASSE So nah und doch so fern: Bisher war der 5. Bezirk vor allem mit Buslinien erschlossen und profitierte lediglich im Norden von der U4 und im Süden vom Straßenbahn- und S-Bahn-Knoten am Matzleinsdorfer Platz. Mit dem Bau der U2-Station Reinprechtsdorfer Straße entsteht erstmals auch im Herzen von Margareten eine U-Bahn-Station.

Wiener Linien, Mirjam Reither, Christian Jobst

Rund 23.000 Menschen leben und arbeiten im Einzugsgebiet und werden von dieser deutlichen Aufwertung des Öffi-Netzes profitieren. Der nördliche Aufgang entsteht beim Bacherpark, wo auch künftig die Autobuslinien 12A und 59A halten sollen. Über den südlichen Aufgang in der Siebenbrunnengasse ist die Linie 14A angebunden. Von dort aus gelangt man künftig auch direkt zur Reinprechtsdorfer Straße, die durch die neue U-Bahn-Anbindung auch als überregionale Einkaufsstraße an Bedeutung gewinnen kann.

REINPRECHTSDORFER STRASSE Beim Bacherpark bzw. dem Siebenbrunnenplatz befinden sich die Ausgänge zur neuen U2-Station mit direkter Verbindung in die Stadt.

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… entstehen neben dem OttoWagner-Gebäude drei Rolltreppen, die direkt zur U2 führen.

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Margareten und Mariahilf bekommen durch den Umbau einen U-Bahn-Knoten und neue direkte Verbindungen.

… Stationsgebäude wird komplett neu errichtet. Vier Aufzüge und zwei feste Stiegen bringen die Fahrgäste hier künftig zu den Bahnsteigen von U2 und U4.

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Das denkmalgeschützte Stationsgebäude der Pilgramgasse von Otto Wagner bleibt erhalten.


U2/U5 | DIE STATIONEN

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Die U2 wird hier unter dem Wienfluss die U4 queren und die Station Pilgramgasse zu einem neuen wichtigen Umsteigeknoten machen. Rund 30.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsgebiet der Station und brauchen künftig weniger als drei Minuten bis zum Rathaus – ohne Umsteigen.

Vieles wird neu, aber das denkmalgeschützte Otto-Wagner-Gebäude auf der Pilgrambrücke bleibt selbstverständlich bestehen. Über diesen Zugang wird man auch künftig direkt zur U4 gelangen und über die Bahnsteige weiter zur U2. Um das Otto-Wagner-Gebäude für die höhere Fahrgastfrequenz einer U-Bahn-Knoten-Station zu rüsten, entstehen daneben zusätzlich Rolltreppen, die direkt zum Zwischengeschoß und weiter zur tiefer liegenden U2-Station führen.

Wikimedia/Invisigoth67

Die neue U-Bahn-Linie wird von beiden Seiten des Wienflusses erreichbar sein: Auf der Seite des 6. Bezirks entsteht ein U2-Zugang in der Hofmühlgasse. Hier werden die Arbeiten voraussichtlich Mitte 2019 starten.

Wiener Linien/Manfred Helmer, Bildstrecke.at,

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Im Herbst 2018 wird mit dem Bau begonnen. Dabei bleibt kaum ein Stein auf dem anderen: Fast die gesamte bestehende Station wird abgetragen und neu errichtet. Ab Februar 2019 muss die Station deshalb rund ein Jahr lang ohne Halt durchfahren werden (siehe auch Seiten 30 – 31). In dieser Zeit wird der Grundstein dafür gelegt, dass über das südliche Stationsgebäude Höhe Sonnenhofgasse künftig auch die U2-Bahnsteige direkt erreicht werden können.

PILGRAMGASSE Der Umsteigeknoten wird künftig von beiden Seiten des Wienflusses her zugänglich sein.

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... entsteht ein Aufgang, über den die Linie 49 angebunden wird. Vier Aufzüge und eine feste Stiege führen hier vom Bahnsteig nach oben.

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… entstehen vier neue Aufzüge für die U2.

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U2/U5 | DIE STATIONEN

STATION NEUBAUGASSE Die U-Bahn-Station Neubaugasse wird mit dem Linienkreuz U2/U5 zu einem wichtigen Umsteigeknoten. Die Prognosen lassen für die U2 zwischen Rathaus und Neubaugasse sogar erwarten, dass es der meistfrequentierte Abschnitt der gesamten Linie wird. Rund 30.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsgebiet und werden von den Vorzügen einer U-Bahn-Knoten-Station profitieren. Durch die neu entstehenden Verbindungen wird der 13A ebenso entlastet wie die U3 in ihren zentralen Abschnitten. Die Station Neubaugasse ist eines der Highlights der neuen U2: Mit rund 35 Metern Tieflage wird sie die tiefste Station im gesamten U-Bahn-Netz. Große Aufzüge werden deshalb die Fahrgäste schnell vom Bahnsteig an die Oberfläche bringen.

BAUBEGINN: Frühestens Mitte 2019 TIEFSTER PUNKT: Rund 35 Meter AUSHUB: 140.000 m3

Wiener Linien/Johannes Zinner, Bildstrecke.at

Der 13A wird durch die neue U-Bahn entlastet.

Das Grätzel um den Siebensternplatz wird direkt an die neue U2 angebunden.

TIEFSTE STATION Insgesamt 35 Meter unter der Erde befindet sich künftig die U2 am Umsteigeknoten Neubaugasse.

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Am Rathausplatz ist immer was los. Vom Eistraum bis zum Sommerkino lockt das ganze Jahr über ein buntes Programm. Hier trifft sich die ganze Stadt – und bald auch die U-BahnLinie U2 auf die U5.

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Bei der ...

... Tulpengasse führen ein Aufzug und eine feste Stiege zum U5-Bahnsteig in Fahrtrichtung Karlsplatz.

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Auch vis-à-vis ...

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… des Hauptzuganges, auf der Straßenseite des 8. Bezirks, sind beide Linien barrierefrei erreichbar.

Über den Hauptzugang ...

… am Friedrich-Schmidt-Platz sind U2 und U5 in beide Fahrtrichtungen erreichbar.

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Der neue Zugang ... … bei der Josefstädter Straße ermöglicht optimales Umsteigen zur Straßenbahnlinie 2.

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Die Straßenbahnlinie 2 wird auch währen der Bauarbeiten am neuen Knotenpunkt immer in Betrieb sein.

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Der Zugang ...

… in der Stadiongasse bleibt erhalten. Künftig gelangt man dort zur U5 in Fahrtrichtung Frankhplatz.

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U2/U5 | DIE STATIONEN

STATION RATHAUS

Die Station Rathaus ist namensgebend für das Linienkreuz U2/U5. Hier treffen die beiden Linien aufeinander und lassen im Herzen der Stadt einen neuen Umsteigeknoten entstehen. Die neue U5 wird dafür die bisherigen U2-Bahnsteige übernehmen. Im Gegenzug bekommt die U2 ab der Station Schottentor eine neue Strecke und wird bei der Station Rathaus in rund 30 Metern Tiefe unter der künftigen U5 queren. Rund 15.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsbereich dieser Station. Sie profitieren künftig von einer neuen direkten Verbindung Richtung Süden bis zum Matzleinsdorfer Platz und später sogar bis zum Wienerberg. Auch bei den Linien an der Oberfläche wird sich etwas tun: Neben der Linie 2 soll in Zukunft auch die Linie 48A bei der Station Rathaus halten, damit die direkte Verknüpfung zur U2 bestehen bleibt.

BAUBEGINN: Frühestens Mitte 2019 TIEFSTER PUNKT: Rund 30 Meter AUSHUB: 210.000 m3

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Für die optimale Anbindung an diese Linien sorgen insgesamt fünf Aufgänge. Während es wie bisher zwei Aufgänge geben wird, die direkt zu einem Bahnsteig der künftigen U5 führen – der bestehende Aufgang in der Stadiongasse in Fahrtrichtung Karlsplatz und ein neuer Aufgang Höhe Tulpengasse in Fahrtrichtung Karlsplatz – werden über die zentralen Aufgänge am Friedrich-Schmidt-Platz und vis-à-vis auf der Straßenseite des 8. Bezirks beide Linien erreichbar sein. Zusätzlich entsteht ein ganz neuer Aufgang bei der Josefstädter Straße, der direkt zur neuen U2 führt.

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Bis es so weit ist, bleibt aber noch viel zu tun: Die Station Rathaus muss umfangreich verstärkt werden, damit darunter die neue U2-Station entstehen kann. Sie stammt aus den 60er Jahren und wurde ursprünglich als unterirdische Straßenbahnstation konzipiert. Im Zuge der Erweiterung wird sie deshalb auch generalsaniert und bekommt ein neues, starkes Fundament. Aber nicht nur bei der Station selbst, auch bei 50 rund 150 Jahre alten Gebäuden im Umkreis werden die bestehenden Fundamente verbessert, bevor der Tunnel für die U2 entsteht. Sie erfahren dadurch eine nachhaltige Substanzverbesserung und bleiben als architektonische Juwele langfristig für unser Stadtbild erhalten.

Bildstrecke.at, Wiener Linien/Schedl, Christoph H. Breneis

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KNOTENPUNKT Die neue Station Rathaus ist Drehkreuz für die neue U2 und U5. Hier treffen sich die Linien.

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Auch das Grätzel rund um die Nationalbank ist durch den Neubau der U5 direkt an das Öffi-Netz angebunden.

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Die Straßenbahnlinien 43 und 44 bleiben während der gesamten Bauphase in Betrieb und fahren normal.

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Direkt am Frankhplatz ...

… ist ein Zugang vorgesehen, der das Alte AKH an das Wiener U-Bahn-Netz anbindet.

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Bei der Landesgerichtsstraße ...

... entsteht ebenfalls ein Zugang zur U5.


U2/U5 | DIE STATIONEN

STATION FRANKHPLATZ

Der Zugang ...

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… in der Schwarzspanierstraße ist in unmittelbarer Nähe zum Hauptgebäude der Nationalbank.

Mit der Station Frankhplatz entsteht die erste neue Station der Linie U5. Nicht nur das, sie wird auch die erste der sechs neuen Stationen des Linienkreuzes sein, die fertiggestellt und in Betrieb gehen wird. Das Wiener U-Bahn-Netz wird damit auch architektonisch reicher: Denn während die bisherigen U2-Stationen zwar die Farbe wechseln und für den vollautomatischen Betrieb Bahnsteigtüren bekommen, wird die Station Frankhplatz komplett im neuen Liniendesign der U5 realisiert. Rund 10.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsbereich dieser Station, die sich nicht nur mitten im Universitätsviertel befindet, sondern mit dem Landesgericht und der Nationalbank noch weitere wichtige Institutionen unserer Stadt näher an die U-Bahn rücken lässt. Mit der Station Frankhplatz ist auch der erste Schritt getan, die stark frequentierte Station Schottentor künftig um bis zu ein Drittel zu entlasten. Für eine möglichst einfache Erreichbarkeit aller Ziele im Umkreis entsteht unter dem Kreuzungsbereich von Landesgerichts- und Universitätsstraße eine Passage, von der aus drei Aufgänge an die Oberfläche führen: ein Aufgang am Frankhplatz, über den der Campus im Alten AKH ohne Straßenquerung erreichbar ist, ein Aufgang auf der Straßenseite des Landesgerichts und ein Aufgang in der Nähe des NIG (Neuen Institutsgebäudes), über den insbesondere auch ein unkompliziertes Umsteigen zu den Straßenbahnlinien 43 und 44 möglich sein wird. Der nördliche Stationszugang befindet sich in der Schwarzspanierstraße westlich der Garnisongasse.

BAUBEGINN: Frühestens Mitte 2019 TIEFSTER PUNKT: 23 Meter AUSHUB: 40.000 m3

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Bei der Universitätsstraße ...

... entsteht eine direkte Verbindung zu den Linien 43 und 44.

Wiener Linien/Johannes Zinner, Bildstrecke, Bwag/Wikimedia

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Damit trotz der umfangreichen Arbeiten das Grätzel gut erreichbar bleibt, werden die erforderlichen Schächte in Etappen hergestellt. Die Straßenbahnlinien 43 und 44 können dadurch während der gesamten Bauzeit unterwegs sein und alle Ziele bleiben fußläufig erreichbar.

ENDSTATION Die U5-Station Frankhplatz wird die erste fertiggestellte Station des Linienkreuzes sein. 25


Vollautomatisch in die

ZUKUNFT Wer viel reist, kennt vollautomatische U-Bahnen aus anderen Großstädten, wie Paris oder Barcelona. Tatsächlich sind auch in Wien die Züge der Linien U1

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on den Anfängen als Straßenbahn über die Zeit als unterirdische Bim-Linie bis hin zur U-Bahn – die „Zweierlinie“ ist es gewohnt, mit der Zeit zu gehen. Doch bald gilt es auch für die Nutzer der U-Bahn umzudenken. Wo heute noch die U2 unterwegs ist, wird künftig die türkise U5 fahren: Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie. Die heutigen U2-Stationen Karlsplatz bis Rathaus müssen dafür aber nicht nur ihre angestammte Farbe wechseln. DIE ZUKUNFT IST AUTOMATISCH

bis U4 schon lange halbautomatisch unterwegs. Die Geschwindigkeit wird von der Leittechnik vorgegeben und permanent überwacht. 26

Bei der U-Bahn ist der vollautomatische Betrieb international erprobt. Sowohl Systeme mit Bahnsteigtüren – wie beispielsweise in Barcelona – oder ohne Türen – wie in Nürnberg – haben den Praxistest schon lange bestanden. Mit der neuen U5 ist auch in Wien die Zeit reif, in ein neues technologisches Zeitalter zu starten. Die U5 bietet dabei die Chance, sowohl im Umbau von bestehenden Stationen als auch im Neubau richtungsweisende Erfahrungen für die Wiener U-Bahn zu sammeln: Die Stationen Karlsplatz bis Rathaus werden umgerüstet und mit Bahnsteigtüren ausgestattet, die Station Frankhplatz komplett neu errichtet. MEHR FLEXIBILITÄT UND SICHERHEIT

Der vollautomatische Betrieb macht die U-Bahn

noch sicherer und zuverlässiger. Denn die Bahnsteigtüren öffnen sich erst, sobald der Zug in der Station ist. Nicht nur Unfälle können so vermieden werden, auch Verzögerungen durch Gegenstände auf den Gleisen sind damit passé. Darüber hinaus kann auf kurzzeitigen Mehrbedarf – beispielsweise zu Beginn und Ende einer Großveranstaltung – einfacher reagiert werden. Die vollautomatischen Zweirichtungszüge ermöglichen außerdem schnelleres Wenden. Auch nach Störungen sind die Züge dann schneller wieder pünktlich unterwegs.

Umdrehen im Handumdrehen: Die neueren Wendeanlagen im Wiener U-Bahn-Netz sind bereits automatisiert. Der Zug wendet dabei ohne Fahrer. Das spart Zeit und ermöglich kürzere Intervalle.


Stammstrecke | AKTUELL

Wie in vielen anderen Städten der Welt wird auch die U5 künftig vollautomatisch die Fahrgäste befördern.

Die Automatisierung der U5 sorgt für mehr Sicherheit und schnelleres Störungsmanagement.

UMBAU Nicht nur die Farbe der alten Stationen wird sich in den kommenden Jahren ändern.

NÄHER AN DEN FAHRGÄSTEN

Wiener Linien/Johannes Zinner, Helmer, Bildstrecke.at (2), Siemens AG

Fahrerlos bedeutet nicht menschenlos – im Gegenteil! Ein weiterer Vorteil, den eine vollautomatische U-Bahn mit sich bringt, ist die Nähe der Wiener Linien-Mitarbeiter zu den Fahrgästen: Anstatt in der Fahrerkabine Routineaufgaben zu erfüllen, werden sie bei der U5 in den Zügen und auf dem Bahnsteig unterwegs sein. Sie sind dadurch sichtbar und ansprechbar und bieten mehr Service für die Fahrgäste.

RÜCKBLICK Dort, wo jetzt die U2 vom Karlsplatz zum Schottentor fährt, war früher Wiens erste Untergrund-Straßenbahn (USTRAB) unterwegs. Bei den Bauarbeiten in den 1960er Jahren (Bild rechts) wurde das Fundament für künftige Linien gelegt.

Die U5 übernimmt vier bisherige U2-Stationen und wird in einem ersten Schritt zum Frankhplatz führen.

Frankhplatz

Rathaus

Volkstheater

Museumsquartier

Karlsplatz 27


UMFRAGE | Das sagen die Menschen

Was sagen Sie zum Linienkreuz U2/U5? Was sagen eigentlich Passanten zur Verlängerung der U2 und zur neuen U5? Wir haben uns entlang des neuen Streckenabschnitts bei der Bevölkerung umgehört, um die Stimmung zum U-Bahn-Ausbau einzufangen.

ALEXANDRA

EDDIE

Koch, 38 Ich freue mich auf jeden Fall auf den Ausbau. Ich fahre viel mit der U-Bahn und das Netz wird jetzt dichter.

JOHANNA

Alter: 26 Grundsätzlich finde ich den Ausbau super. Ich denke aber, dass ich, sobald er abgeschlossen ist, woanders leben werde.

ELFRIEDE-KATHARINA

Verkäuferin Das bringt unserem Geschäft in der Nähe der U-Bahn-Station Pilgramgasse sicher einen Vorteil, da wir dann noch besser angebunden sein werden. Baustellen wird es zwar auch geben, aber das gehört dazu. Von A nach B kommt man mit der U-Bahn einfach am schnellsten. 28

DERYA

Key-Account-Managerin, 31 Ich denke, das bringt viel Zeitersparnis, vor allem wenn man nicht mehr auf den Bus warten muss. Ich bin zwar viel mit dem Auto unterwegs, aber wenn der Ausbau fertig ist, profitiere auch ich davon.

KAYA

Selbstständig, 44 Ich wohne im 10. Bezirk und arbeite im 5. Bezirk. Die neue Verbindung ist sehr praktisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich dann öfter mit der U-Bahn fahren werde.

www.wienerlinien.at

Stefan Diesner, Stefan Joham, YF Architekten & Franz Architekten, iStock by Getty Images

AHS-Lehrerin, 48 Ich finde den Ausbau gut, dadurch ergibt sich eine bessere Anbindung an die restlichen Verkehrsmittel in der Stadt, vor allem an die anderen U-Bahn-Linien.


DIE GROSSE

UMFRAGE JIRO

Fotograf Neben dem Fahrrad bin ich vor allem mit der U-Bahn und anderen Öffis unterwegs. Der Ausbau des U-Bahn-Netzes kann nie ein Schaden sein.

MARTINE

Pensionistin, 74 Jede Ausweitung des öffentlichen Verkehrs halte ich für sehr positiv, es fahren eh zu viele Autos in der Stadt. Auch an die Bauarbeiten im Zuge des Ausbaus gewöhnt man sich.

TORKI

Selbstständig, 42 Der Ausbau ist auf jeder Ebene sinnvoll. Es kommen mehr Menschen bei der Pilgramgasse vorbei. Das ist gut fürs Geschäft.

SOPHIE

Krankenpflegerin, 23 Für mich ist es superpraktisch. Ich denke, dass dadurch andere Verkehrsmittel entlastet werden. Baustellen müssen halt sein, aber das ist okay.

SILVIA

ALEXANDER

Pensionistin, 57 Für mich ist der Ausbau nicht wirklich nötig. Das kostet nur Geld. Ich denke auch nicht, dass die neue U5 von vielen Menschen genutzt werden wird.

Militär Ich komme zwei- bis dreimal im Jahr hierher zum Siebenbrunnenplatz. Darum wäre es ideal, wenn es eine ÖffiAnbindung bis hierher gäbe.

NIKOLAUS

Selbstständig Mein Büro befindet sich in der Neubaugasse. Obwohl wir schon eine gute Anbindung durch die U3 haben, ist eine weitere Linie auch gut für die Kundschaft.

JULIA & ANNA MARIA

Künstlerin Ich wohne am anderen Ende der Stadt bei der U2. Ich begrüße es also sehr, wenn ich künftig durch den Ausbau noch schneller und weiter in die Stadt hineinkomme.

FLORIAN

Student Ich selbst wohne zwar außerhalb von Wien, finde einen Ausbau aber gut. Gerade für Leute, die in der Stadt wohnen, ist das praktisch.

Studentinnen Wir finden das sehr gut, weil es dem motorisierten Individualverkehr entgegenwirkt. Außerdem funktioniert Stadtplanung so – Wien wächst und darum ist ein Ausbau gut und notwendig.

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AKTUELL | Sperren, Verkehrsbehinderungen

Ein Mega-Projekt wie das neue Linienkreuz U2/U5 kann nicht ohne Verkehrseinschränkungen realisiert werden. Doch dabei wird behutsam vorgegangen.

SPERREN SIND SCHON BEKANNT Die Wienerinnen und Wiener müssen schon während der U-BahnErweiterung das Öffi-Netz neu denken. Denn vorübergehende Einschränkungen bedeuten auch neue Wege im Alltag. Die längerfristigen Sperren sind aber schon jetzt bekannt. Also: Wer sich rechtzeitig informiert, erspart sich Ärger.

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Endstation Schottentor

m Herbst 2018 geht es los. Südlich des Matzleinsdorfer Platzes und bei der Pilgramgasse werden die U-Bahn-Spaten geschwungen und die Bohrmaschinen in die Tiefe geschickt. Dabei entstehen neue Umsteigeknoten, die künftig direkte Verbindungen und kürzere Reisezeiten ermöglichen. Für den Bau bringen neue Stationen bei bestehenden Verkehrsknoten aber natürlich besondere Herausforderungen mit sich. Unter einer Station eine neue bauen, an Streckentunnel von bestehenden Linien anschließen oder sogar eine Ru n d u m e r n e u e rung einer denkmalgeschützten Station aus dem Jahr 1899? Nicht alle Arbeiten können unter laufendem Betrieb erfolgen.

Damit die Fahrgäste trotzdem gut an ihr Ziel kommen, halten die Wiener Linien die Einschränkungen möglichst gering. WO SIE GUT VORANKOMMEN

Die U3 bleibt auch in Betrieb, wenn darunter in einer Tiefe von 35 Metern die Bahnsteige für die neue U2 entstehen. Ebenso unbehelligt bleiben die Straßenbahn-Linien 43 und 44, obwohl sie direkt über der künftigen U5-Station Frankhplatz verlaufen. Dasselbe gilt für die Bim-Linie 2, die den Baustellenbereich für die künftige Knotenstation von U2 und U5 quert, und alle Linien, die am Matzleinsdorfer Platz halten. Diese logistische Meisterleistung ist auf dem Papier einmal gelungen. U4-MODERNISIERUNG TRIFFT AUF U2-VERLÄNGERUNG

Für den Bau der zukünftigen U2-Station Pilgramgasse wird die bestehende U4-Station komplett abgetragen, neu aufgebaut und das südliche Stationsgebäude so gestaltet, dass auch die künftigen U2-Bahnsteige über diesen Zugang direkt www.wienerlinien.at


Sperren, Verkehrsbehinderungen | AKTUELL

MODERNE GLEISE Durch die notwendigen Bauarbeiten wird die U4 fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht.

GUTE ERREICHBARKEIT Der Karlsplatz ist weiterhin mit U1 und U4 erreichbar, während die U2 beim Schottentor endet.

erreichbar sind. Voraussichtlich ab Februar 2019 wird es deshalb bei der Pilgramgasse ein Jahr lang kein Halten geben. Trotzdem wird die U4 die Station durchfahren können, damit der Betrieb auf der grünen Linie aufrecht bleibt. Im Sommer 2019 muss zudem für die U4-Modernisierung der Betrieb zwischen Karlsplatz und Längenfeldgasse für rund zwei Monate eingestellt werden: Gleisuntergrund und Gleise werden komplett erneuert, und die Stationen Margaretengürtel, Pilgramgasse und Kettenbrückengasse bekommen in dieser Zeit neue Bahnsteige und Stiegen. Damit die erforderlichen Sperren so kurz als möglich bleiben, wurde die U4-Modernisierung in diesem Abschnitt extra so gelegt. Denn zeitgleich wird fleißig an der künftigen U2-Station gearbeitet und alles erledigt, was ohne Betriebseinstellung nicht möglich wäre. Die gute Nachricht für die Öffi-Fahrer: Danach wird die grüne Linie während der gesamten Bauzeit unterwegs sein. Johannes Zinner, Christoph Breneis, iStock by Getty Images

U2 ENDET BEIM SCHOTTENTOR

Die U2 bekommt ab der Station Schottentor eine neue Strecke und die künftige U5 muss an den bisherigen U2-Tunnel Richtung Karlsplatz anschließen. Die erforderlichen Arbeiten, um diese neuen Verknüpfungen herzustellen und die bestehende Station Rathaus baulich auf die Unterquerung durch die neue U2-Strecke vorzubereiten, sind ohne Betriebseinstellung in diesem Abschnitt nicht realisierbar. Deshalb muss die U2 ab Sommer 2019 zwischen Karlsplatz und Schottentor für

rund zwei Jahre eingestellt werden. In dieser Zeit wird alles erledigt, darunter die Installierung der Bahnsteigtüren. Ab Herbst 2021 wird die violette Linie wieder wie gewohnt bis Karlsplatz fahren – auf der künftigen U5-Strecke mit Bahnsteigtüren, allerdings noch nicht vollautomatisch, sondern wie aktuell auch mit Fahrern. ÖFFI-NETZ NEU DENKEN

Trotz der vorübergehenden Einschränkungen wird man mit den Öffis gut unterwegs sein. Wie bereits bei der U4-Modernisierung 2016 wird es umfangreiche Ersatzmaßnahmen geben. Insbesondere alternative Routen und Anbindungen an andere U-Bahn-Knoten werden in dieser Zeit verstärkt. Dafür sehen sich die Wiener Linien mithilfe von detaillierten Verkehrsmodellen genau an, welche neuen Wege sich ergeben und wie die Wiener in dieser Zeit unterwegs sein werden. Eines steht aber außer Frage: Das gewohnte ÖffiNetz muss in dieser Zeit neu gedacht werden.

Abschnitte der Linien U2 und U4 müssen zeitweise gesperrt werden.

EINSCHRÄNKUNGEN Bei der grünen U4 wird es ab Februar 2019 zu Einschränkungen kommen. Die U2 muss ab Sommer 2019 rund zwei Jahre beim Schottentor enden.

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U2/U5 - Volle Fahrt voraus!  

Das größte U-Bahn-Projekt seit dem Bau des Grundnetzes steht in den Startlöchern.

U2/U5 - Volle Fahrt voraus!  

Das größte U-Bahn-Projekt seit dem Bau des Grundnetzes steht in den Startlöchern.