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Planungsstand März 2019

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Das Linienkreuz U2xU5 erweitert den öffentlichen ­Verkehr in Wien für die Zukunft.

Die Stationen

Die Umgebungspläne und Visualisierungen im Detail.

Wissenswertes

Was bedeutet der Bau für den Alltag im Stationsumfeld?


Wiens größte Untergrundbewegung.

Das bringt das Linienkreuz U2xU5: • mehr direkte Verbindungen – kürzere Reisezeiten • entlastet stark frequentierte Linien und Stationen • dritte S-Bahn-Anbindung für Pendler aus dem Süden

• noch leistungsfähigeres Öffi-Netz • Kapazitäten für die Zukunft in der wachsenden Stadt

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Linienkreuz U2xU5 | Auftakt

» 

Mit dem Linienkreuz U2xU5 ist 2018 das ­wichtigste Zukunftsprojekt für die Öffis in Wien gestartet. Wir entlasten damit stark frequentierte Linien und schaffen Kapazitäten für ­unsere wachsende Stadt. Neue ­Verbindungen bringen ­kürzere Fahrzeiten für alle Wienerinnen und Wiener.

«

Öffi-Stadträtin Ulli Sima

Impressum Medieninhaber & Herausgeber: Wiener Linien GmbH & Co KG, ­Erdbergstraße 202, 1030 Wien. Produktion: echo medienhaus ges.m.b.h., Media Quarter Marx 3.2, Maria-Jacobi-Gasse 1, 1030 Wien, Tel.: 524 70 86, Fax: 524 70 86-903, ISDN: 524 73 67. Geschäftsführer: Mag. Thomas Strachota.

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Wiener Linien, PID, YF Architekten & Franz Architekten

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3., adaptierte Auflage, März 2019 Namentlich gekennzeichnete Beiträge und ­Gastkommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers ü ­ bereinstimmen. ­Entgeltliche Einschaltungen werden mit ­­„Werbung“ oder „Anzeige“ ­ge­kennzeichnet.

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Artdirection: Alice Brzobohaty/­ Andrea Wimmer-Fluch. ­ Grafik: Walter Zivny. Fotoredaktion: Claudia Knöpfler. Erzherzog Hirschste Angela Fux, Lektorat: Mag. tten Karl-Straß e ­Nikolaus Horak. Hausfeld straße Aspern-No rd Medien Produktions- & Druck: Bauer Aspernstra ße Handels-GmbH. Hardegga sse & Herstellungsort: ­VSta erlagsdlau Donauspi tal Donausta Seestadt dtMQM 3.2, Maria-Jacobi-Gasse 1, brücke 1030 Wien.

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Chefredakteur: Fergus Sweeney Redaktion: Elisa Brandlhofer, StefanLeoJoham, Dr. Hans-Paul Nosko, poldau enbrunn Steiner, Dr.GroUrsula Scheidl,SüßHans ßfeldsied lung Aderklaa aße Mag.er Str Bernd Watzka. Rennba

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Simmering

Startsignal für das Mega-Projekt Es ist gewaltig. Mit dem „Linienkreuz U2xU5“ finden erstmals seit den 1990er Jahren wieder U-Bahn-Bauarbeiten in der Wiener City statt. Knapp eine Milliarde Fahrgäste nutzen jährlich das Netz der Wiener Linien. Und jedes Jahr steigt die Zahl der ­Menschen, die mit Bim, Bus und U-Bahn in die Schule, zum Arbeitsplatz oder zu Freizeitaktivitäten fahren. Jeder dritte Fahrgast ist im Bereich von 13A, 43, 6, U3 und U6 unterwegs – 370.000 Menschen leben und arbeiten ­in diesen Grätzeln, Straßen und Gassen. Das neue ­Linienkreuz wird die genannten Öffis entlasten und ­spürbare positive Auswirkungen auf das gesamte ­U-Bahn-Netz bringen. Ein Mega-Projekt in zwei Baustufen verlangt nach detail­lierter Planung. Alleine die Machbarkeit erforderte jahrelange, akribische Planung, um das Jahrhundertprojekt erfolgreich auf Schiene zu bringen. Jetzt kann es losgehen! Willkommen beim neuen U2xU5-Magazin!

So sehen die neuen Stationen aus

Vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Frankhplatz. Details, Infos, Pläne, Wissenswertes. S. 22–33

Das sagen die ­Wiener

Wie wichtig den Bewohnern der U-Bahn-Ausbau ist, zeigt unsere aktuelle Umfrage.  S. 36

Einschränkungen in der Bauphase

Bei U2 und U4 wird es zu abschnittsweisen Sperren kommen müssen.  S. 38

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Aktuell | U2xU5

flüssiger Das Linienkreuz U2xU5 wird die Station ­Schottentor um bis zu 30 Prozent entlasten.

Wien wächst – die Öffis

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Im Jahr 2030 sollen in Wien über zwei Millionen Menschen leben. Der öffentliche Verkehr muss mithalten. Daher wird die U2 ausgebaut und eine neue U-Bahn-Linie, die U5, errichtet.

W

ien ist eine lebendige Stadt – und ­lebendige Städte wachsen. Das ist eine Herausforderung, es ist aber vor allem ein großes Kompliment. Denn es zeigt, dass die Menschen sich hier wohlfühlen und hier leben wollen. Unter anderem weil der öffentliche Verkehr so gut funktioniert. Das bescheinigen auch zahlreiche Studien, bei denen Wien im Hinblick auf die Lebensqualität regel­ mäßig den ersten Platz belegt. Damit Wien die lebenswerte Stadt bleibt, die wir kennen und lieben, wächst das Öffi-Netz mit der 4

Stadt mit. Davon profitieren letztlich alle Wienerinnen und Wiener. Denn ohne leistungsfähigen öffentlichen Verkehr wären die Straßen verstopft, die Luftverschmutzung um ein Vielfaches höher und der Verkehrslärm unerträglich. Wien hat sich daher das Ziel gesetzt, dass bis 2025 80 Prozent der Wege in der Stadt umweltfreundlich zurückgelegt werden sollen. Ein attraktives Öffi-Netz ist der Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen, und Wien ist auf einem guten Weg. Das dichte und zuverlässige Netz, die günstige Jahreskarte und zusätzliche Angebote wie die Nacht-U-Bahn haben bereits viele überzeugt: ­Heute gibt es in Wien mehr Jahreskartenbesitzerinnen und -besitzer als zugelassene ­Autos. Das kommt nicht von ungefähr, sondern weil konsequent und vorausschauend in den Ausbau des Öffi-­Netzes investiert wird. Im September 2017 wurde die Verlängerung der U1 bis Oberlaa eröffnet, da steht bereits das nächste U-Bahn-Projekt in u2u5.wien.at


Der 13A gehört neben der U3, der U6 und den Linien 6 und 43 zu den fünf meist­befahrenen Öffi-Strecken.

 mit den Startlöchern: das Linienkreuz U2xU5. Die Verlängerung der U2 und der Um- und Neubau der U5 sind gemeinsam das wichtigste Zukunfts­ projekt für die Wiener Öffis. Nach großen Stadtentwicklungsprojekten – wie der U2-Verlängerung in die Seestadt Aspern oder der U1-Verlängerung nach Oberlaa  – erfolgt dadurch ein wichtiger Lücken­schluss im innerstädtischen U-Bahn-Netz. Denn anders als die jüngsten U-Bahn-­Projekte, die mit der weiteren Erschließung eines bestimmten Bezirks vor allem für die lokale Bevölkerung von großer Bedeutung sind, bringt das Linienkreuz U2xU5 eine spürbare Qualitätsverbesserung für das Gesamtnetz.

Wiener Linien

Entlastung im Herzen der Stadt

Durch den radialen Aufbau unserer Stadt orientieren sich die Wege vom Stadtrand Richtung Zentrum. Ein großer Teil der Fahrgäste konzentriert sich deshalb auf die innerstädtischen Ver-

wiener linienChef günter steinbauer

„Wieder im Zentrum zu bauen ist eine mutige und vorausschauende Entscheidung für die Zukunft der Stadt. Das Linienkreuz hebt das innerstädtische U-Bahn-Netz auf eine neue Ebene: Stark ­frequentierte Linien werden entlastet, Kapazitäten für die ­Zukunft der wachsenden Stadt geschaffen. Neue Verbindungen und Verkehrs­knoten bringen kürzere Reisezeiten für alle Wienerinnen und Wiener.“

bindungen, wo sich die täglichen Wege treffen und überlagern. Konkret ist jeder Dritte im Einzugsbereich von 13A, 6, 43, U3 und U6 unterwegs. Trotz Intervallverdichtungen und baulicher Verbesserungen gelangen diese Linien an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Linien­kreuz wird hier Abhilfe schaffen. „Mehrere hunderttausend Fahrgäste werden durch neue direkte Verbindungen oder die Entlastung auf Parallelrouten tagtäglich vom Linien­ kreuz U2xU5 profitieren“, betont Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien. Fast jede der neuen Stationen wird ein wichtiger Umsteigeknoten. Aktuell gibt es im Wiener U-Bahn-Netz zehn Stationen, bei denen man von einer U-Bahn-Linie zu einer anderen umsteigen kann. Mit den neuen Strecken kommen weitere vier dazu sowie eine neue Anbindung an die S-Bahn am Matzleinsdorfer Platz. Dadurch werden einerseits die Wege für den Einzelnen kürzer, andererseits wird das gesamte Netz entlastet, neue Kapa­zitäten für die ­Zukunft werden geschaffen. Denn je mehr U-Bahn-Knotenpunkte unkompliziertes Umstei­ gen ermög­lichen, desto leistungsfähiger ist das Gesamt­netz: Das Linienkreuz U2xU5 wirkt deshalb durch die neuen, strategisch klugen U-BahnKnoten im Zentrum wie ein Katalysator. Es wird heute hochfrequentierte Linien entlasten und macht das gesamte Öffi-Netz spürbar leistungsfähiger und fit für eine 2-Millionen-Stadt. 5


Aktuell | U2xU5

Ein Blick neuen St   

rathaus Arbeitsort für mehr als ­tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien.

Es wird verlängert, getauscht und automatisiert. Was das für die U2 und die neue U5 konkret bedeutet und wie das Öffi-Netz dadurch für alle besser wird. Im Sommer 2017 ­wurde das Planungs­ projekt für das Linien­ kreuz abgeschlossen und an die Wiener Linien übergeben. In wenigen Monaten wurden die Unter­lagen fertiggestellt und alle Teil­projekte zur Bewilligung eingereicht. Wiener Linien-Chef Steinbauer: „Das war ein Kraftakt, für den ich mich bei allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken möchte.“

MEHR PLATZ IN DER STADT …

Nicht nur im Öffi-Netz sorgt der U-Bahn-Ausbau für mehr Platz. Denn auch wenn in der wachsenden Stadt das Verkehrsnetz mithalten muss, damit alle gut an ihr Ziel kommen, bleibt eines konstant: die vorhandene Fläche. Etwa 41.500 Hektar oder 7.000  Fußballfelder ­umfasst das Wiener Stadtgebiet. Sechs Prozent davon nutzt der Individualverkehr, die Öffis beanspruchen hingegen lediglich ein Prozent. Mehr Öffis bedeuten also auch mehr Platz zum Leben in der Stadt. Wagt man ein Gedankenexperiment, bei dem alle Wege in Wien nur noch öffentlich zurückgelegt werden, zeigt sich das Platzpotenzial deutlich: Rund 500 Hektar könnten dann für andere Akti­vitäten genutzt werden. Das entspricht rund 77 Mal der Fläche des Stadtparks.

Die vollautomatische

U5 wird zur ersten vollauto­matischen Linie Wiens.

Dass es in Wien keine U5 gibt, irritiert ­heute nur noch TouristInnen. Die Wiener haben sich schon daran gewöhnt und ­diese Beson­der­ heit sogar liebgewonnen. Jetzt kommt sie doch – und wird ­sogar voll­automatisch unterwegs sein.

… und auf dem Arbeitsmarkt

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die verlängerte

U2 wird zur längsten U-Bahn-Linie Wiens.

Von der Seestadt ­Aspern bis zum Wienerberg: Mit einer Länge von rund 21,5 Kilometern wird die U2 die gerade erst 2017 verlängerte U1 vom ersten Platz verdrängen. Dafür ­bekommt die U2 ab der Station Schottentor in zwei Baustufen eine neue Streckenführung.

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Wiener Linien, Dujmic, iStock by Getty Images

Auch für die Wirtschaft ist der U-Bahn-Bau ein Turbo. Bei vergangenen U-Bahn-Projekten ­belief sich der Beschäftigungseffekt je 100 Millionen investierter Euro auf rund 1.500 Vollzeitarbeitsplätze. Eine Untersuchung der Infrastrukturinvestitionen in der Dekade zwischen 2006 und 2015 attestiert den Wiener Linien außerdem einen beachtlichen Wertschöpfungsmultiplikator von 1,9. Dadurch ergab sich in dieser Zeit ein Wertschöpfungseffekt von knapp 260 Millionen jährlich. Der U-Bahn-Bau bringt die Stadt somit in vielerlei Hinsicht weiter: Jeder inves­tierte Euro zahlt sich aus!


U2xU5 | Aktuell

 auf die    recken

kreuzung In der Station Rathaus ­werden sich die umgebaute U2 und die neue U5 treffen.

 Legende: 1. Baustufe: Baubeginn 2018, frühestmögliche Eröffnung 2027 1. Baustufe: Baubeginn 2020, frühestmögliche Eröffnung 2025 2. Baustufe: Beginn Planungsprojekt 2020 2. Baustufe: Beginn Planungsprojekt 2018

VIER NEUE U-BAHN-KNOTEN

Im Wiener U-Bahn-Netz gibt es aktuell 10 Knotenstationen, bei denen man von einer U-Bahn-Linie zu einer anderen umsteigen kann. Mit dem Linienkreuz U2xU5 kommen weitere vier dazu. In der ersten Baustufe sind das die U2xU5-Station Rathaus, die U2xU3-Station Neubaugasse und die U2xU4Station Pilgramgasse, in der zweiten Baustufe ist es die U5xU6-Station Michelbeuern-AKH. Dadurch entstehen neue Verbindungen, die das U-BahnNetz noch leistungsstärker machen.

DRITTER S-BAHN-KNOTEN IM SÜDEN

Am Matzleinsdorfer Platz entsteht neben dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Meidling ein dritter Umsteigeknoten von der S-Bahn zur U-Bahn. Pendler aus dem Süden können künftig auch hier in die U-Bahn umsteigen. Das wird u. a. auch die U6 spürbar entlasten: Wer beispielsweise bisher in Wien Meidling von der ­S-Bahn in die U6 umgestiegen ist, um dann ab Westbahnhof mit der U3 Richtung Zentrum zu fahren, hat künftig ab Matzleinsdorfer Platz eine direkte Verbindung mit der U2.

mahü Die neue U2 wird die U3 in der Station N ­ eubaugasse kreuzen: Aus- und Einstiegsstelle für viele, die auf die ­Mariahilfer Straße gelangen wollen.

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Aktuell | Zahlen, Daten und Fakten

Wussten Sie, dass … 5 km

… die erste Ausbaustufe des Linienkreuzes und sechs neue U-Bahn-Stationen umfasst? … das Linienkreuz das erste U-Bahn-Projekt im Zentrum der Stadt seit dem Bau der U3 in den 1990er Jahren ist?

… bereits die erste Ausbaustufe über

15.000 Arbeitsplätze schafft und sichert?

… die Stationen Volkstheater und Museumsquartier mit

350 Metern

den kürzesten Abstand aller Stationen haben?

… bis zu

45 vollautomatische Züge 8

iStock by Getty Images

bis zum Jahr 2030 von Siemens gebaut werden?

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Zahlen, Daten und Fakten | Aktuell

neue U2

… sich die tiefste Station Wiens künftig mit rund

35 Metern

Tiefe bei der U2 Neubaugasse befindet?

… die zwischen Rathaus und Matzleinsdorfer Platz ihren Fahrbetrieb voraussichtlich 2027 startet?

… eine Tunnelbohrmaschine sich mit ca. 0,0005 km/h bewegt? Das entspricht einer Strecke von 12 Metern in 24 Stunden. Frankhplatz Schottentor

Rathaus

Neubaugasse

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… in den

Bezirken

1, 5, 6, 7, 8, 9 & 10 gebaut wird?

Matzleinsdorfer Platz

… die

… der heutige U2-Abschnitt zwischen Karlsplatz und Rathaus als Straßenbahntunnel in den 1960ern gebaut wurde?

U5 zwischen Karlsplatz und Frankhplatz ihren Betrieb im Jahr 2025 aufnehmen soll?

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Aktuell | Überblick zu den Bauarbeiten

Bauen, bis die U-Bah Legende: Offene Deckelbauweise Tunnelbohrmaschine N  eue Österreichische Tunnelbaumethode ➜U  2-Station

Zwölf Meter in 24 Stunden legt die Tunnelbohrmaschine durchschnittlich zurück. Das entspricht einer Geschwin­ digkeit von rund 0,0005 km/h.

Matzleinsdorfer Platz

Südlich der Triester Straße erfolgte im Herbst 2018 der Spatenstich. Hier entsteht der Startschacht für die Tunnelbohrmaschine, die sich unterirdisch ihren Weg bis zum Augustinplatz im 7. Bezirk bahnen wird. Bis sich die rund 80 Meter lange Maschine auf den Weg machen kann, muss die Station Matzleinsdorfer Platz im Rohbau fertig sein.

➜N  otausstieg

Quellenstraße

Über den kleinen Schacht in der Quellenstraße wird nicht nur der Notausstieg hergestellt, er verbindet auch die Wende- und Abstellanlage mit den Streckengleisen.

D

er Bau einer neuen U-Bahn bewegt die Menschen schon Jahre vor der Eröffnung – das gilt heute genauso wie in der Vergangenheit. Undenkbar war es etwa, dass einmal unter dem Stephansdom durchgefahren wird. Fantastisch mutete auch die Idee eines Tunnels unter dem Donaukanal an. Heute bauen die Wiener Linien auf 50 Jahre Erfahrung. Die umfangreichen Vorarbeiten und Sicherungsmaßnahmen haben sich dabei ­bewährt. Schon Jahre vor Baubeginn wurden Untergrund, Grundwasser und Fundamente der­ umliegenden Häuser genau untersucht, um einen reibungslosen Bauablauf zu ermöglichen. 10

u2u5.wien.at


Logistische Fakten | Aktuell

n kommt ➜ U  2-Station

➜W  eichenanlage

Reinprechtsdorfer Straße

Jahngasse

Tunnelbohrmaschine Die Tunnelbohrmaschine – liebevoll auch Maulwurf genannt – wird für längere Tunnelabschnitte mit gleichmäßigem Querschnitt eingesetzt. Der Bohrkopf ist dabei eigens an die Wiener Bodenverhältnisse angepasst: Rotierende Schälmesser und Schneidroller lösen den Boden, der über eine Förderschnecke oder ein Förderband nach hinten abtransportiert wird. Während sich die Maschine hydraulisch kontinuierlich nach vorne presst, wird der entstehende Tunnelquerschnitt mit Betonfertig­ teilen – sogenannten Tübbingen – ausgekleidet.

Wiener Linien, iStock by Getty Images, Herrechnknecht

Unterirdisch Der Tunnel wird nach der Rohbohrung mit der Innenschale für die U-Bahn ausgestattet.

Der gesamte Aushub der Streckentunnel – rund 140.000 Kubikmeter Erdreich – kommt dadurch bei einem großen Schacht am Anfang der Triester Straße an die Oberfläche. Auch das erforderliche Baumaterial wird auf diesem Weg in den Tunnel gelangen. Dadurch werden rund 20.000 LKW-Fahrten durch die dicht bebaute Innenstadt vermieden.


Aktuell | Überblick zu den Bauarbeiten

➜ W  eichenanlage

➜ U  2-Station

Pilgramgasse

Um Synergien mit der U4-Modernisierung zu nutzen, sind die Arbeiten hier bereits im Herbst 2018 gestartet.

Kaunitzgasse

Entlang der neuen Strecke wird es auch einige Weichenanlagen geben. Züge können dort von einem auf das andere Gleis wechseln und beispielsweise Störungen umfahren. Eine davon wird im Kreuzungsbereich von Kaunitzgasse und Magdalenenstraße entstehen und im Zusammenspiel mit einem Notausstieg für einen sicheren und zuverlässigen U-Bahn-Betrieb sorgen.

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e nach den örtlichen Gegebenheiten und der Beschaffenheit des Untergrundes kommen unterschiedliche Baumethoden zum Einsatz. Für die Streckentunnel kann weitgehend eine Tunnelbohrmaschine eingesetzt werden, während für die Stationstunnel überall bergmännisch mit der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode gearbeitet wird. Lediglich dort, wo an der Oberfläche künftig Aufgänge sein werden – also rund um die neuen Stationen und Notausstiege – und bei einem kurzen Streckenabschnitt unter der Landesgerichtsstraße muss offen gebaut werden. In diesen Bereichen sind umfangreiche Arbeiten an der Oberfläche notwendig. Staubreduktion Durch das Besprühen mit Wasser wird der Staubgehalt im Baustellenbereich konstant niedrig gehalten.

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Logistische Fakten | Aktuell

➜ U  2-Station

Neubaugasse

➜ W  eichenanlage Augustinplatz

Nachdem sich die Tunnelbohrmaschine den ca. drei Kilometer langen Weg vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Augustin­ platz gebahnt hat, kommt hier der Bohrkopf wieder an die Oberfläche und wird abtransportiert.

Legende: Offene Deckelbauweise Tunnelbohrmaschine N  eue Österreichische Tunnelbaumethode

Offene Deckelbauweise Dort, wo an der Oberfläche künftig Aufgänge bzw. unterirdisch Stiegen- oder Liftanlagen sein werden, sind offene Schächte erforderlich. Bei der Deckelbauweise, die dabei angewandt wird, werden Schlitzwände oder Bohrpfähle aus Stahlbeton errichtet, zwischen denen die Baugrube ausgehoben wird. Sobald die Tiefe erreicht ist, in der Bagger und Radlader arbeiten können, wird die oberste Decke hergestellt.

Der An- und Abtransport von Baumaterial erfolgt danach über kleinere „Förderschächte“. Um Kreuzungen auch ­während der erforderlichen Arbeiten zumindest teilweise befahrbar zu halten, werden die Schächte in Etappen hergestellt. Dabei wird insbesondere auf die Zufahrtsmöglichkeiten geachtet. Auch die Gehsteige und Zugänge zu den Häusern sollen bis auf mögliche kurzzeitige Einschränkungen immer benutzbar bleiben.

Wiener Linien, iStock by Getty Images

schritt für schritt Bei der Deckelbauweise werden verschiedene Bereiche nacheinander ­gebaut. Das reduziert auch die Belastung für Anrainer in den Baugebieten.

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Aktuell | Überblick zu den Bauarbeiten

➜ U2-Station

Rathaus

Neue österreichische Tunnelbaumethode (NÖT) Diese variantenreiche bergmännische Baumethode wird eingesetzt, wenn Untergrund, Bauwerksgeometrie oder zeitlicher Ablauf eine größere Flexibilität erfordern. Das Grundwasser muss für diese Bauweise mittels Brunnen abgesenkt bzw. entspannt werden. Um festzustellen, an welchen Orten solche Brunnen erforderlich sind, wurden im Zuge der Probebohrungen

Grundwassermessungen und Pumpversuche durch­ geführt. Großteils werden die Brunnen auf öffentlichen Flächen errichtet, teilweise müssen aber auch Innenhofbereiche genutzt werden. Die Arbeiten dauern dabei je nach örtlichen Gegebenheiten wenige Wochen. Danach wird der gebohrte Brunnen mit einem Deckel – ähnlich einem Kanaldeckel – eben verschlossen.

stück für Stück Bei der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode wird der Tunnel etappenweise in Feinarbeit gebaut. Die Bauweise wurde für die besonderen Herausforderungen des ­Wiener Bodens entwickelt.

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Logistische Fakten | Aktuell

Legende: Offene Deckelbauweise Tunnelbohrmaschine N  eue Österreichische Tunnelbaumethode

➜ U5-Station

➜ Neuer

Frankhplatz

U2-Tunnel ab Schottentor

Wiener Linien, iStock by Getty Images

Direkt nach der Station Schottentor schließt der neue Streckentunnel der U2 an, der bei der Station Rathaus unter den bisherigen Bahnsteigen der violetten Linie queren wird.

P

latz ist im innerstädtischen Bereich rar. Trotz kreativer Lösungen wie dem Bau einer Plattform über dem Wienfluss, um zusätzliche Arbeits- und Lagerflächen zu schaffen, sind Auswirkungen auf den Verkehr unvermeidbar. Mithilfe von wechselnden Einbahnregelungen soll die Zufahrt zu den einzelnen Straßenabschnitten und Hauseinfahrten, insbesondere für den Anrainer- und Liefer-

verkehr, möglich bleiben. Während der gesamten Bauzeit wird die Verkehrsführung an die jeweiligen Bauphasen angepasst und optimiert. Dafür wurde auch ein übergeordnetes Verkehrskonzept erstellt und mit Bezirk, Polizei und Verkehrsbehörde abgestimmt. 15


Aktuell | U2/U5

Immer ein offenes

OHR! E

ine Baustelle ist für alle Betei­ligten eine Herausforderung: nicht nur für die Menschen, die sie planen und dort arbeiten, sondern auch für Anrainerinnen und Anrainer. Wenn vor der U-Bahn zuerst die Bagger vorfahren, ist es wichtig zu wissen, wohin man sich bei Fragen wenden kann. Wie bereits

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bei ­vergangenen U-Bahn-Bauprojekten erprobt und bewährt, hat deshalb jeder Bauabschnitt eigene Ansprech­personen für die unmittelbaren AnrainerInnen. TechnikerInnen des jeweiligen Bauabschnittes und erfahrene KundendienstmitarbeiterInnen sind während der gesamten Bauzeit für Sie da! Die Kolleginnen und

Kollegen der Ombudsstelle haben ein offenes Ohr für Ihre Anliegen, infor­mieren aus erster Hand und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden, damit sich alle auf die neue U-Bahn freuen können. Damit Sie mit Ihren Anliegen bei der für Sie relevanten Stelle landen, haben wir die Kontakte hier übersichtlich zusammengefasst: u2u5.wien.at

Wiener Linien, maps4news.com

Unsere Ombudsstelle ist die Schnittstelle zwischen Baustelle und BewohnerInnen. Sie hören zu, informieren aus erster Hand und suchen gemeinsam Lösungen.


Martina Zechmeister

Roland schMalzhofer

martin jatzko

martin kronberger

Martin Dunst

Franz Schwarz

gerhard polster

Rudolf Bleich

hubert sebera Christian wagner

FĂźr allgemeine Fragen zum U-Bahn-Ausbau wenden Sie sich bitte an u2u5@wienerlinien.at

RenÉ alexiewicz

U5 Frankhplatz

frankhplatz@wienerlinien.at

01/79 09 67-930

U2xU5 Rathaus

rathaus@wienerlinien.at

01/79 09 67-230

U2 Neubaugasse

neubaugasse@wienerlinien.at

01/79 09 67-630

U2 Pilgramgasse

pilgramgasse@wienerlinien.at

01/79 09 67-830

U2 Reinprechtsdorfer Strasse

reinprechtsdorfer-strasse@wienerlinien.at

01/79 09 67-330

U2 Matzleinsdorfer Platz

matzleinsdorfer-platz@wienerlinien.at

01/79 09 67-730 17


Aktuell | Infocenter

Die U-Bahn erleben Das Infocenter zum Linienkreuz U2xU5 lädt Besucher zu einer interaktiven Reise in die Welt der Untergrundbahn ein.

Wiener Linien

Tunnelbohrmaschine Im Infocenter kann der Besucher sich auch selbst in der Kunst des Tunnelbaus Ăźben.

Informative Schautafeln, spielerische Elemente und interaktives Erleben: Auf 700 m2 gibt es bei freiem Eintritt viel Wissenswertes zu sehen.

18

u2u5.wien.at


E

intauchen in die faszinierende Welt der U-Bahn. Das ist beim Infocenter bei der Station Volkstheater Programm. Doch nicht nur zahlreiche Informationen zum Bau der U-Bahn werden dort anhand von Bildschirmen, Grafiken und interessanten Ausstellungsstücken präsentiert. Man kann sich auch direkt als Tunnelbauer versuchen oder in einer der geplanten Haltestellen Platz nehmen. Ein begehbares Modell einer Station mit Bahnsteigtüren lässt den Besucher schon heute Richtung vollautomatische Zukunft mit der U5 einsteigen. Ombudsleute vor Ort

Mit dem herannahenden Baubeginn wurden auch die Öffnungszeiten ausgeweitet: Das Infocenter hat an vier Wochentagen und auch samstags geöffnet. Regelmäßig sind auch MitarbeiterInnen der Ombudsstelle vor Ort, um auf spezielle Fragen von AnrainerInnen eingehen zu können. Denn die Wiener Linien haben rund 50 Jahre Erfahrung im U-Bahn-Bau und wissen deshalb auch, wie wichtig der direkte Kontakt zu Fahrgästen und Anrainern ist. Weitere Infos zu den Öffnungszeiten und dem Programm finden Sie unter: u2u5.wien.at

Infos vor Ort Ergänzend zur Ausstellung halten die MitarbeiterInnen der Ombudsstelle (siehe S. 16/17) regelmäßig Sprechstunden ab und stehen vor Ort für Fragen und zusätz­liche Infor­mationen zur Ver­ fügung.

Im Umstiegsbereich zwischen U2 und U3 bei der Station Volkstheater informieren die Wiener Linien zum neuen Linienkreuz U2xU5. U-Bahn-bau ist Teamwork Viele Magistratsabteilungen leisten einen zentralen Beitrag zum Gelingen. Von der allgemeinen Planung der Trasse (MA 18 – Stadtplanung- und Stadtentwicklung) über die Bodenuntersuchungen und Grundwassermessungen im Vorfeld (MA 29 – Brückenbau und Grundbau) bis hin zu den archäologisch interessanten Gebieten entlang der Strecke (Stadtarchäologie).

Ein Zentrum des Dialogs Niederschwellig und informativ, für BesucherInnen aus allen Altersgruppen. So soll vor und während der Arbeiten für den U-Bahn-Ausbau der Dialog mit der Bevölkerung und den Anrainern gestärkt werden. Im Infocenter beim Volkstheater gibt es einen breiten Überblick über alle Aspekte des U-Bahn-Baus.

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Welt der Schätze im

Erdreich Chefin der Geologie

E

s sind stumme Zeugen, die, nachdem sie mehrere Jahrhunderte, Jahrtausende oder gar Millionen Jahre unter der Erde geschlummert haben, im Rahmen von Großprojekten wie dem U-Bahn-Bau plötzlich zum Leben erwachen. Archäologische Funde und das Wissen um die geologische Beschaffenheit des Bodens sind in Wien eng mit dem Bau der U-Bahn verknüpft. Muscheln, Schotter und Bohrkerne

Christine Jawecki ist Landesgeologin. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen ist sie für die geologischen und geotechnischen Vorarbeiten zum U-Bahn-Bau verantwortlich.

20

„Am einfachsten für den U-Bahn-Bau wäre natürlich ein gleichmäßiger Boden“, erzählt Christine Jawecki. Da der Wiener Untergrund aber vielschichtiger ist, sind die Landesgeologin und der Projektleiter Thomas Herzfeld mit seinem Team gefragt. Die Magistratsabteilung 29 der Stadt Wien, zuständig für Brückenbau und Grundbau, kennt den Boden unter der Hauptstadt besser als andere Menschen ihr Wohnzimmer. Hunderte Bohrkerne aus den Tiefen des Bodens unter Wien werden von ihnen gemeinsam mit Partnerfirmen entnommen und analysiert. Dadurch entsteht ein präzises Profil, welches als Grundlage für die

Planung des U-Bahn-Baus dient. Lehmige und schottrige Böden haben ihre eigenen Geheimnisse, im Rahmen der Bauarbeiten kommen dabei auch fossile Muscheln zum Vorschein. Der Mensch im Kulturboden

Viel jünger als die unteren Schichten ist der sogenannte Kulturboden direkt unter unseren

Stadtarchäologin ­Karin Fischer-Ausserer mit einem der Schätze im Keramikraum.


Archäologie | Aktuell

Füßen. Hier befinden sich noch zahlreiche ungeborgene Schätze aus den letzten 7.000 Jahren Menschheitsgeschichte in Wien. Vor allem aus dem Mittelalter und der Römerzeit erwartet sich das Team rund um Karin Fischer-Ausserer von der Stadtarchäologie neue Funde und Erkenntnisse. „Bei vielen größeren Baustellen kommt es zu Funden. Durch die neue U-Bahn könnte es vor allem im Bereich Gumpendorf und Matzleinsdorf zu interessanten Entdeckungen kommen“, so Fischer-Ausserer.

Vorarbeiten Die MA 29 hat im Vorfeld des U-Bahn-Baus zahlreiche Probebohrungen durchgeführt.

Puzzlebau und neues Leben

Werden Funde gemacht, etwa Keramiken, dann beginnt für die Archäologen ein Puzzlespiel, um die Gegenstände zu rekonstruieren. „Durch die Archäologie erwachen die Menschen der Stadt aus vergangenen Epochen zu neuem Leben und erzählen ihre Geschichte“, so Fischer-Ausserer. Wir dürfen also gespannt sein, welche neuen Geschichten der Wiener Untergrund durch den Bau des Linienkreuzes U2xU5 noch zutage fördert.

Geologisches 3D-Modell

Peter Hautzinger, Stadtarchäologie (ZVG), MA 29

Der Untergrund entlang der neuen U-Bahnen ist abwechslungsreich und bietet auch Herausforderungen.

REICHTUM Im Zuge von Bauarbeiten werden immer wieder wertvolle archäologische Funde gemacht. Die Stadtarchäologie erwartet durch den U-BahnAusbau viele wichtige Informationen zur Stadtgeschichte.

Koordinator im Untergrund

Thomas Herzfeld ist Projektverantwortlicher der MA 29 beim Bau des Linienkreuzes U2xU5. Er hat schon den Ausbau der U1 in den Süden Wiens und der U2 zur Seestadt Aspern begleitet.

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… Lifte und Aufzüge verbinden die verschiedenen Stations­ ebenen.

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U2xU5 | Die Stationen

Die neue Station wird sich unter der Unterpflasterstraßenbahn (U-Strab) befinden. Neuer Knotenpunkt Der Matzleinsdorfer Platz wird neben Hauptbahnhof und Meidling der dritte Umsteigeknoten im Süden von Wien.

Am Matzleinsdorfer Platz erhält die neue U2 eine Anbindung an die S-Bahn-­Stammstrecke. Pendlerinnen und Pendler aus dem Süden können künftig nicht nur am Bahnhof M ­ eidling und am Hauptbahnhof, sondern auch hier in die U-Bahn umsteigen und gelangen direkt ins Zentrum. Das entlastet in der Folge U1, U3 und U6, die für diese Wege heute genutzt werden. Als zentraler Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr ist der Matzleinsdorfer Platz schon heute von großer Bedeutung. Neben der Wiener Lokalbahn („Badner Bahn“) und den Straßenbahnlinien 1, 6, 18 und 62 treffen hier auch die Buslinien 14A, die S-Bahn und Regionalbusse aufeinander. Rund 50.000 Menschen leben und arbeiten im Einzugsgebiet und profitieren von der neuen U2-Anbindung. Bereits im Herbst 2018 wird es südlich der künftigen Station, am Anfang der Triester Straße, losgehen. Denn hier wird die Tunnelbohrmaschine unter die Erde gebracht, mit welcher der Großteil der neuen Streckentunnel gebohrt wird. In einer Tiefe von rund 30 Metern – und damit unter S-Bahn und Unterpflaster-Straßenbahn-Station – wird dann in den kommenden Jahren die neue U2-Station entstehen. Mehrere Rolltreppen und Aufzüge werden bei dieser großen Station das Umsteigen erleichtern. Zusätzlich entsteht auch im 5. Bezirk, am Beginn der Reinprechtsdorfer Straße, ein neuer Zugang, über den die U2 barrierefrei erreichbar sein wird.

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(c) Architekt Mossburger/OLN; Datenquelle Stadt Wien , Bildstrecke.at, Wiener Linien

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Baubeginn: Herbst 2018 Tiefe: Rund 30 Meter Aushub: 140.000 m3

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Die Straßenbahnlinien 1, 6, 18 und 62 sowie die Badner Bahn fahren auch während der Bauarbeiten.

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... und eine feste Stiege werden beim Bacherpark errichtet, wo man künftig auf die Linien 12A und 59A umsteigen kann.

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Der Bacherplatz wird einer der zwei Zugangspunkte zur neuen U2-Station.

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Baubeginn: Frühestens 2020 Tiefster Punkt: Rund 30 Meter Aushub: 106.000 m3

Das Grätzel rund um den Siebenbrunnenplatz wird durch die neue U2 erschlossen.

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… wird über den Aufgang in der Siebenbrunnengasse angebunden, wo vier Aufzüge barriere­ freies Umsteigen ermöglichen.

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U2xU5 | Die Stationen

station Reinprechtsdorfer Strasse So nah und doch so fern: Bisher war der 5. Bezirk vor allem mit Buslinien erschlossen und profitierte lediglich im Norden von der U4 und im Süden vom Straßenbahn- und S-Bahn-Knoten am Matzleinsdorfer Platz. Mit dem Bau der U2-Station Reinprechtsdorfer Straße entsteht erstmals auch im Herzen von Margareten eine U-Bahn-Station.

(c) Architekt Mossburger/OLN; Datenquelle Stadt Wien, Bildstrecke.at, Wiener Linien, Mirjam Reither, Christian Jobst

Rund 23.000 Menschen leben und arbeiten im Einzugsgebiet und werden von dieser deutlichen Aufwertung des Öffi-Netzes profitieren. Der nördliche Aufgang entsteht beim Bacherpark, wo auch künftig die Autobuslinien 12A und 59A halten sollen. Über den südlichen Aufgang in der Siebenbrunnengasse ist die Linie 14A angebunden. Von dort aus gelangt man künftig auch direkt zur Reinprechtsdorfer Straße, die durch die neue U-Bahn-Anbindung auch als überregionale Einkaufsstraße an Bedeutung gewinnen kann.

reinprechtsdorfer strasse Beim Bacherpark und in der Siebenbrunnengasse befinden sich die Ausgänge der neuen U2-Station mit direkter Verbindung in die Stadt.

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… entstehen drei Aufzüge und eine feste Stiege, über die man direkt zur U2 gelangt.

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… entstehen neben dem OttoWagner-Gebäude drei Rolltreppen, die direkt zur U2 führen.

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Margareten und Mariahilf bekommen durch den Umbau einen U-Bahn-Knoten und neue direkte Verbindungen.

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… Stationsgebäude wird komplett neu errichtet. Vier Aufzüge und zwei feste Stiegen bringen die Fahrgäste hier künftig zu den Bahnsteigen von U2 und U4.

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Das denkmalgeschützte Stations­ gebäude der Pilgramgasse von Otto Wagner bleibt erhalten.


U2xU5 | Die Stationen

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Die U2 wird hier unter dem Wienfluss die U4 queren und die Station Pilgramgasse zu einem neuen wichtigen Umsteigeknoten machen. Rund 30.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsgebiet der Station und brauchen künftig weniger als drei Minuten bis zum Rathaus – ohne Umsteigen.

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Im Herbst 2018 wird mit dem Bau begonnen. Dabei bleibt kaum ein Stein auf dem anderen: Fast die gesamte bestehende Station wird abgetragen und neu errichtet. Ab Februar 2019 muss die Station deshalb rund ein Jahr lang ohne Halt durchfahren werden (siehe auch Seiten 30 – 31). In dieser Zeit wird der Grundstein dafür gelegt, dass über das südliche Stationsgebäude, Höhe Sonnenhofgasse, künftig auch die U2-Bahnsteige direkt erreicht werden können. Vieles wird neu, aber das denkmalgeschützte Otto-Wagner-Gebäude auf der Pilgrambrücke bleibt selbstverständlich bestehen. Über diesen Zugang wird man auch künftig direkt zur U4 gelangen und über die Bahnsteige weiter zur U2. Um das Otto-Wagner-Gebäude für die höhere Fahrgastfrequenz einer U-Bahn-Knoten-Station zu rüsten, entstehen daneben zusätzlich Rolltreppen, die direkt zum Zwischengeschoß und weiter zur tiefer liegenden U2-Station führen.

Baubeginn: Herbst 2018 Tiefster Punkt: Rund 30 Meter Aushub: 150.000 m3

(c) Architekt Mossburger/OLN; Datenquelle Stadt Wien , Bildstrecke.at, Wiener Linien/Manfred Helmer, Wikimedia/Invisigoth67

Die neue U-Bahn-Linie wird von beiden Seiten des Wienflusses erreichbar sein: Auf der Seite des 6. Bezirks entsteht ein U2-Zugang in der Hofmühlgasse. Hier werden die Arbeiten frühestens 2020 starten.

Pilgramgasse Der Umsteigeknoten wird künftig von beiden Seiten des Wienflusses her zugänglich sein.

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... entsteht ein Aufgang, über den die Linie 49 angebunden wird. Vier Aufzüge und eine feste Stiege führen hier vom Bahnsteig nach oben.

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... Gerngross-Garage bleibt während der gesamten Bauzeit möglich.

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... kommt eine feste Stiege als Aufgang.

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… entstehen vier neue Aufzüge für die U2.

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U2xU5 | Die Stationen

station Neubaugasse Die U-Bahn-Station Neubaugasse wird mit dem Linienkreuz U2xU5 zu einem wichtigen Umsteigeknoten. Die Prognosen lassen für die U2 zwischen Rathaus und Neubaugasse sogar erwarten, dass es der meistfrequentierte Abschnitt der gesamten Linie wird. Rund 30.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsgebiet und werden von den ­Vorzügen einer U-Bahn-Knoten-Station profitieren. Durch die neu entstehenden Ver­ bindungen wird der 13A ebenso entlastet wie die U3 in ihren zentralen Abschnitten. Die Station Neubaugasse ist eines der Highlights der neuen U2: Mit rund 35 Metern ­Tieflage wird sie die tiefste Station im gesamten U-Bahn-Netz. Große Aufzüge werden deshalb die Fahrgäste schnell vom Bahnsteig an die Oberfläche bringen.

Baubeginn: Frühestens 2020 Tiefster Punkt: Rund 35 Meter Aushub: 140.000 m3

(c) Architekt Mossburger/OLN; Datenquelle Stadt Wien, Bildstrecke.at, Wiener Linien/Johannes Zinner

Der 13A wird durch die neue U-Bahn entlastet.

Das Grätzel um den Siebensternplatz wird direkt an die neue U2 angebunden.

Tiefste Station Insgesamt 35 Meter unter der Erde befindet sich künftig die U2 am Umsteigeknoten Neubaugasse.

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Am Rathausplatz ist immer was los. Vom Eistraum bis zum Sommerkino lockt das ganze Jahr über ein buntes Programm. Hier trifft sich die ganze Stadt – und bald auch die U-BahnLinie U2 auf die U5.

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... Tulpengasse ­führen ein Aufzug und eine feste Stiege zum U5-Bahnsteig in Fahrtrichtung Karlsplatz.

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… des Hauptzugangs, auf der Straßenseite des 8. Bezirks, sind beide Linien barrierefrei erreichbar.

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… am Friedrich-Schmidt-Platz sind U2 und U5 in beide Fahrtrichtungen erreichbar.

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Der neue Zugang ... … bei der Josefstädter Straße ermöglicht optimales Umsteigen zur Straßenbahnlinie 2.

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Die Straßenbahnlinie 2 wird auch währen der Bau­ arbeiten am neuen Knotenpunkt immer in Betrieb sein.

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… in der Stadion­ gasse bleibt erhalten. Künftig ­gelangt man dort zur U5 in Fahrtrichtung Frankhplatz.

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U2xU5 | Die Stationen

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Die Station Rathaus ist namensgebend für das Linienkreuz U2xU5. Hier treffen die beiden Linien aufeinander und lassen im Herzen der Stadt einen neuen Umsteigeknoten ent­ stehen. Die neue U5 wird dafür die bisherigen U2-Bahnsteige übernehmen. Im Gegenzug bekommt die U2 ab der Station Schottentor eine neue Strecke und wird bei der Station Rathaus in rund 30 Metern Tiefe unter der U5 queren. Rund 15.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsbereich dieser Station. Sie profitieren künftig von einer neuen direkten Verbindung Richtung Süden bis zum Matzleinsdorfer Platz und später sogar bis zum Wienerberg. Auch bei den Linien an der Oberfläche wird sich etwas tun: Neben der Linie 2 soll in Zukunft auch die Linie 48A bei der Station Rathaus halten, damit die direkte Verknüpfung zur U2 bestehen bleibt.

Baubeginn: Frühestens 2020 Tiefster Punkt: Rund 30 Meter Aushub: 210.000 m3

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Für die optimale Anbindung an diese Linien sorgen insgesamt fünf Aufgänge. Während es wie bisher zwei Aufgänge geben wird, die direkt zu einem Bahnsteig der künftigen U5 führen – der bestehende Aufgang in der Stadiongasse in Fahrtrichtung Karlsplatz und ein neuer Aufgang Höhe Tulpengasse in Fahrtrichtung Karlsplatz – werden über die zentralen Aufgänge am Friedrich-Schmidt-Platz und vis-à-vis auf der Straßenseite des 8. Bezirks beide Linien erreichbar sein. Zusätzlich entsteht ein ganz neuer Aufgang bei der Josefstädter Straße, der direkt zur neuen U2 führt.

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Bis es so weit ist, bleibt aber noch viel zu tun: Die Station Rathaus muss umfangreich verstärkt werden, damit darunter die neue U2-Station entstehen kann. Sie stammt aus den 60er Jahren und wurde ursprünglich als unterirdische Straßenbahnstation konzipiert. Im Zuge der Erweiterung wird sie deshalb auch generalsaniert und bekommt ein neues, starkes Fundament. Aber nicht nur bei der Station selbst, auch bei 50 rund 150 Jahre alten Gebäuden im Umkreis werden die bestehenden Fundamente verstärkt, bevor der Tunnel für die U2 entsteht. Sie erfahren dadurch eine nachhaltige Substanzverbesserung und bleiben als architektonische Juwele langfristig für unser Stadtbild erhalten.

(c) Architekt Mossburger/OLN; Datenquelle Stadt Wien, Bildstrecke.at, Wiener Linien/Schedl, Christoph H. Breneis

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Knotenpunkt Die neue Station Rathaus ist Drehkreuz für die neue U2 und U5. Hier treffen sich die Linien.

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Auch das Grätzel rund um die Nationalbank ist durch den Neubau der U5 direkt an das Öffi-Netz angebunden.

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Die Straßenbahnlinien 43 und 44 sollen möglichst während der gesamten Bauzeit in ­Betrieb bleiben.

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… ist ein Zugang vorgesehen, der den Uni-Campus im Alten AKH an das Wiener U-BahnNetz anbindet.

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... entsteht ebenfalls ein Zugang zur U5.


U2xU5 | Die Stationen

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… in der Schwarz­ spanierstraße ist in unmittelbarer Nähe zum Hauptgebäude der Nationalbank.

Mit der Station Frankhplatz entsteht die erste neue Station der Linie U5. Nicht nur das, sie wird auch die erste der sechs neuen Stationen des Linienkreuzes sein, die fertiggestellt und in Betrieb gehen wird. Das Wiener U-Bahn-Netz wird damit auch architek­tonisch ­reicher: Denn während die bisherigen U2-Stationen zwar die Farbe wechseln und für den vollautomatischen Betrieb Bahnsteigtüren bekommen, wird die Station Frankhplatz ­komplett im neuen Liniendesign der U5 realisiert. Rund 10.000 Menschen wohnen und arbeiten im Einzugsbereich dieser Station, die sich nicht nur mitten im Universitätsviertel befindet, sondern mit dem Landesgericht und der Nationalbank noch weitere wichtige Institutionen unserer Stadt näher an die ­U-Bahn rücken lässt. Mit der Station Frankhplatz ist auch der erste Schritt getan, die stark ­frequentierte Station Schottentor künftig um bis zu ein Drittel zu entlasten.

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... entsteht eine direkte Verbindung zu den Linien 43 und 44.

Damit trotz der umfangreichen Arbeiten das Grätzel gut erreichbar bleibt, werden die erforderlichen Schächte in Etappen hergestellt. Die Straßenbahnlinien 43 und 44 können dadurch voraussichtlich während der gesamten Bauzeit unterwegs sein und alle Ziele bleiben fußläufig erreichbar.

(c) Architekt Mossburger/OLN; Datenquelle Stadt Wien , Bildstrecke.at, Wiener Linien/Johannes Zinner, Bwag/Wikimedia

Baubeginn: Frühestens 2020 Tiefster Punkt: 23 Meter Aushub: 40.000 m3

Für eine möglichst einfache Erreichbarkeit aller Ziele im Umkreis entsteht unter dem ­Kreuzungsbereich von Landesgerichts- und Universitätsstraße eine Passage, von der aus drei Aufgänge an die Oberfläche führen: ein Aufgang zum Frankhplatz, über den der ­Campus im Alten AKH ohne Straßenquerung erreichbar ist, ein Aufgang auf der Straßenseite des Landesgerichts und ein Aufgang in der Nähe des NIG (Neuen Institutsgebäudes), über den insbesondere auch ein unkompliziertes Umsteigen zu den Straßenbahnlinien 43 und 44 möglich sein wird. Der nördliche Stationszugang befindet sich in der Schwarz­ spanierstraße westlich der Garnisongasse.

Endstation  Die U5-Station Frankhplatz wird die erste fertiggestellte Station des Linienkreuzes sein. 33


Vollautomatisch in die

Zukunft Wer viel reist, kennt voll­ automatische U-Bahnen aus anderen Großstädten wie Paris oder Barcelona. Tatsächlich sind auch in Wien die Züge der Linien U1 bis U4 schon lange halb­

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on den Anfängen als Straßenbahn über die Zeit als unterirdische Bim-Linie bis hin zur U-Bahn – die „Zweierlinie“ ist es gewohnt, mit der Zeit zu gehen. Doch bald gilt es auch für die Nutzer der U-Bahn umzu­denken. Wo heute noch die U2 unterwegs ist, wird künftig die türkise U5 fahren: Wiens e­ rste vollautomatische U-Bahn-Linie. Die heutigen U2-Stationen Karlsplatz bis Rathaus müssen dafür aber nicht nur ihre angestammte Farbe wechseln. DIE ZUKUNFT IST AUTOMATISCH

automatisch unterwegs. Die Geschwindigkeit wird mittels Netzwerktechnik von der Leitstelle vorgegeben und permanent überwacht. 34

Bei der U-Bahn ist der vollautomatische B ­ etrieb international erprobt. Sowohl Systeme mit Bahnsteigtüren – wie beispielsweise in B ­ arce­lona – oder ohne Türen, wie in Nürnberg – h ­ aben den Praxistest schon lange bestanden. Mit der neuen U5 ist auch in Wien die Zeit reif, in ein neues technologisches Zeitalter zu starten. Die U5 bietet dabei die Chance, sowohl im Umbau von bestehenden Stationen als auch im Neubau richtungsweisende Erfahrungen für die Wiener U-Bahn zu sammeln: Die Stationen Karlsplatz bis Rathaus werden umgerüstet und mit Bahnsteigtüren ausgestattet, die Station Frankhplatz komplett neu errichtet. MEHR FLEXIBILITÄT UND SICHERHEIT

Der vollautomatische Betrieb macht die U ­ -Bahn noch sicherer und zuverlässiger. Denn die Bahn-

steigtüren öffnen sich erst, sobald der Zug in der Station ist. Nicht nur Unfälle können so vermieden werden, auch Verzögerungen durch Gegenstände auf den Gleisen sind damit passé. Darüber hinaus kann auf kurzzeitigen Mehr­bedarf an U-Bahn-Zügen – beispielsweise zu Beginn und Ende einer Großveranstaltung – einfacher und rascher reagiert werden. Die vollautomatischen Zweirichtungs­züge ermög­lichen außerdem schnelleres ­Wenden. Auch nach Störungen sind die Züge danach schneller wieder pünktlich unterwegs.

Umdrehen im Handumdrehen: Die neueren Wendeanlagen im Wiener U-Bahn-Netz sind bereits automatisiert. Der Zug wendet ­dabei ohne Fahrer. Das spart Zeit und ­ermöglicht kürzere Intervalle.


Stammstrecke | Aktuell

Wie in vielen anderen S ­ tädten der Welt wird auch die U5 ihre Fahrgäste künftig vollauto­ matisch befördern.

Die Automatisierung der U5 sorgt für mehr Sicherheit und schnelleres Störungsmanagement.

Umbau Die Stationen bekommen Bahnsteigtüren und türkise Schilder. Die violetten Mosaike bleiben aber erhalten.

NÄHER AN DEN FAHRGÄSTEN

Wiener Linien/Johannes Zinner, Helmer, Bildstrecke.at (2), Siemens AG

Fahrerlos bedeutet nicht menschenlos – im Gegenteil! Ein weiterer Vorteil, den eine voll­ automatische U-Bahn mit sich bringt, ist die Nähe der Wiener Linien-MitarbeiterInnen zu den Fahrgästen: Anstatt in der Fahrerkabine Routine­ aufgaben zu erfüllen, werden sie bei der U5 in den Zügen und auf dem Bahnsteig unterwegs sein. Sie sind dadurch sichtbar und ansprechbar und bieten mehr Service für die Fahrgäste.

Rückblick Dort, wo jetzt die U2 vom Karlsplatz zum Schottentor fährt, war früher Wiens erste Unterpflasterstraßenbahn (­USTRAB) unterwegs. Bei den Bauarbeiten in den 1960er ­Jahren (Bild rechts) wurde das Fundament für künftige Linien gelegt.

Die U5 übernimmt vier bisherige U2-Stationen und wird in einem ersten Schritt zum Frankhplatz führen.

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Umfrage | Das sagen die Menschen

Was sagen Sie zum Linienkreuz U2xU5? Was sagen eigentlich die Wienerinnen und Wiener zur Verlängerung der U2 und zur neuen U5? Wir haben uns entlang des neuen Streckenabschnitts bei der Bevölkerung ­ umgehört, um die Stimmung zum U-Bahn-Ausbau einzufangen.

sandra

Julius

Student, 23 Für die Anbindung ans Alte AKH und zum Campus ist die neue Station Frankhplatz natürlich günstig.

Pädagogin, 29 Sobald es da ist, hat das neue Linienkreuz viele Vorteile und bringt eine Erleichterung. Jetzt kann man es sich noch schwer vorstellen.

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Schüler, 17 Ich habe mich noch nicht so stark mit den Plänen der neuen Linien und deren Auswirkungen auseinandergesetzt. Aber ich finde es grundsätzlich gut, wenn es mehr Stationen gibt.

Daniel

Student, 23 Ich wohne in der Nähe der ­Station Rathaus. Ich weiß zwar im Moment nicht, wo ich hinfahren werde mit den neuen Linien, aber es ist nicht schlecht, wenn an einem Standort mehr Linien fahren als vorher. Von A nach B kommt man mit der ­U-Bahn einfach am schnellsten. 36

u2u5.wien.at

Stefan Diesner, Stefan Joham, YF Architekten & Franz Architekten, iStock by Getty Images

stefanie

Angestellte, 33 Ich werde selbstverständlich davon profitieren. Die neue U-Bahn soll ja auch den 13 A entlasten. Wenn sie dann hier beim Rathaus gleich vor der Haustür stehenbleibt, umso besser. Die Baustelle nervt natürlich, aber es geht nicht anders.


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Landesbediensteter, 54 Ich profitiere nicht direkt, weil der 13 A schon jetzt direkt vor meiner Haustüre stehen bleibt, da habe ich persönlich keinen Bedarf an einer U-Bahn.

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Selbstständig, 49 Ich wohne hier in der Gegend beim Matz­ leinsdorfer Platz. Ich profitiere in jeder Hinsicht vom Bau der U2 – es wird künftig viel einfacher für mich, in die Stadt zu kommen.

floriessa

Schülerin, 19 Ich wohne gleich ums Eck bei der Reinprechtsdorfer Straße. Ich freue mich über den Ausbau und die neue U2 in der Nähe.

gregor

In Ausbildung, 44 Ich wohne in der ­Gegend um den Bacherplatz. Ich glaube, die Menschen profitieren vom Ausbau, sie können sich innerhalb von Wien mehr bewegen.

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Juristin, 46 Ich finde es super: Je ­besser die öffentlichen Linien in Wien ausgebaut sind, desto weniger ­Verkehr ist in der Stadt, weil Menschen auf die Öffis umsteigen.

Verkäuferin, 28 Ich arbeite gleich hier bei der Neubaugasse. Ich bin grundsätzlich optimistisch für die neue Strecke, aber während hier die Baustelle steht, stelle ich es mir schwierig vor.

leonard

Musiker & Regisseur, 54 Ich bin viel in der Gegend rund um die Pilgramgasse, aber auch in der Josefstadt. Jede öffentliche Querverbindung in diesem Bereich macht Sinn.

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KFZ-Techniker, 26 Ich arbeite in einem Geschäft bei der Pilgramgasse. Der Ausbau ist gut, dadurch rechne ich künftig mit höherer Frequenz bei der Station und mehr Kunden.

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In Karenz, 36 Ich finde es gut, dass durch den Ausbau die Mariahilfer Straße und auch das Rathaus besser ­angebunden werden. Dort gehe ich gerne spazieren.

Künstlerin, 26 Ich erreiche die U2 viel ­leichter als die U4, daher wird es künftig für mich ­einfacher. Ich fahre regel­ mäßig U-Bahn, daher ist der Ausbau des Netzes für mich eine gute Sache.

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Aktuell | Sperren, Verkehrsbehinderungen

Ein Mega-Projekt wie das neue Linienkreuz U2xU5 kann nicht gänzlich ohne Verkehrseinschränkungen realisiert werden. Doch dabei wird behutsam vorgegangen.

Sperren sind schon bekannt Die Wienerinnen und Wiener müssen schon während der U-BahnErweiterung das Öffi-Netz neu denken. Denn vorübergehende Einschränkungen bedeuten auch neue Wege im Alltag. Die längerfristigen ­Sperren sind schon jetzt bekannt. Also: Wer sich rechtzeitig informiert, erspart sich Überraschungen.

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Endstation Schottentor

m Herbst 2018 ging es los. Südlich des ­ atzleinsdorfer Platzes und bei der Pilgram­ M gasse werden seither die U-Bahn-Spaten geschwun­gen und die Bohrmaschinen in die Tiefe ­geschickt. Dabei entstehen neue Umsteige­ knoten, die künftig direkte Verbindungen und kürzere Reisezeiten ermöglichen. Für den Bau bringen neue Stationen bei bestehenden Verkehrsknoten aber natürlich besondere Herausforderungen mit sich. Unter einer Station eine neue zu bauen, an Streckentunnel von bestehenden Linien anschließen oder gar eine Ru n d u m e r n e u e rung einer denkmalgeschützten Station aus dem Jahr 1899? Nicht alle Arbeiten können ­bei laufendem ­Betrieb erfolgen. Damit

die Fahrgäste trotzdem gut an ihr Ziel kommen, halten die Wiener Linien die Einschränkungen möglichst gering. WO SIE GUT VORANKOMMEN

Die U3 bleibt auch in Betrieb, wenn darunter in einer Tiefe von 35 Meter die Bahnsteige für die neue U2 entstehen. Ebenso unbehelligt bleiben die Straßenbahn-Linien 43 und 44, obwohl sie ­direkt über der künftigen U5-Station Frankhplatz verlaufen. Dasselbe gilt für die Bim-Linie 2, die den Baustellenbereich für die künftige Knotenstation von U2 und U5 quert, und alle Linien, die am Matzleinsdorfer Platz halten. Diese logistische Meisterleistung ist auf dem Papier gelungen. U4-MODERNISIERUNG TRIFFT AUF U2-VERLÄNGERUNG

Für den Bau der zukünftigen U2-Station Pilgramgasse wird die bestehende U4-Station komplett abgetragen, neu aufgebaut und das südliche Stationsgebäude so gestaltet, dass auch die künftigen U2-Bahnsteige über diesen Zugang direkt u2u5.wien.at


Sperren, Verkehrsbehinderungen | Aktuell

MOderne Gleise Durch die notwendigen Bauarbeiten wird die U4 fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht.

Gute erreichbarkeit Der Karlsplatz ist weiterhin mit U1 und U4 erreichbar, während die U2 beim Schottentor endet.

erreich­bar sind. Seit Februar 2019 gibt es deshalb bei der Station Pilgramgasse ein Jahr lang kein Halten mehr. Trotzdem kann die U4 die Sta­tion durchfahren, sodass der Betrieb auf der grünen Linie aufrecht bleibt. Im Sommer 2019 muss zudem für die U4-Moder­ nisierung der Betrieb zwischen Karlsplatz und Längenfeldgasse für rund zwei Monate eingestellt werden: Gleisuntergrund und Gleise werden komplett erneuert und die Stationen Margaretengürtel, Pilgramgasse und Kettenbrückengasse bekom­ men in dieser Zeit neue Bahnsteige und Stiegen. Damit die erforderlichen Sperren so kurz wie möglich bleiben, wurde die U4-Modernisierung in diesem Abschnitt extra so gelegt. Denn zeitgleich wird fleißig an der künftigen U2-Station gearbeitet und alles erledigt, was ohne Betriebseinstellung nicht machbar wäre. Die gute Nachricht für alle Öffi-Fahrer: Danach wird die grüne Linie während der gesamten Bauzeit unterwegs sein.

Johannes Zinner, Christoph Breneis, iStock by Getty Images

U2 ENDET BEIM SCHOTTENTOR

Die U2 bekommt ab der Station Schottentor eine neue Strecke und die künftige U5 muss an den bisherigen U2-Tunnel Richtung Karlsplatz anschließen. Die erforderlichen Arbeiten, um die neuen Verknüpfungen herzustellen und die bestehende Station Rathaus baulich auf die Unterquerung durch die neue U2-Strecke vorzubereiten, sind ohne Betriebseinstellung in diesem Abschnitt nicht realisierbar. Deshalb muss die U2 voraussichtlich ab 2020 zwischen Karlsplatz und Schottentor für rund zwei Jahre eingestellt werden. In

dieser Zeit wird alles erledigt. Sogar die Bahnsteigtüren werden bereits eingebaut. Anschließend wird ab Herbst 2022 die violette Linie wieder wie gewohnt bis Karlsplatz fahren – auf der künftigen U5-Strecke mit Bahnsteigtüren, allerdings noch nicht vollautomatisch, sondern – wie aktuell auch – mit FahrerInnen. ÖFFI-NETZ NEU DENKEN

Trotz der vorübergehenden Einschränkungen wird man mit den Öffis gut unterwegs sein. Wie bereits bei der U4-Modernisierung 2016 wird es umfangreiche Ersatzmaßnahmen geben. Insbesondere alternative Routen und Anbindungen an andere U-Bahn-Knoten werden in dieser Zeit verstärkt. Dafür sehen sich die Wiener Linien mithilfe von detaillierten Verkehrsmodellen genau an, welche neuen Wege sich ergeben und wie die Wiener in dieser Zeit unterwegs sein werden. ­Eines steht aber außer Frage: Das gewohnte Öffi-Netz muss in dieser Zeit neu gedacht werden.

Abschnitte der Linien U2 und U4 müssen zeitweise gesperrt werden.

Einschränkungen Bei der grünen Linie gibt es seit Februar 2019 Einschränkungen. Die U2 muss voraus­ sichtlich ab 2020 rund zwei Jahre beim Schottentor enden.


Mehr Informationen unter u2u5.wien.at

Profile for Wiener Linien

U2xU5 - Volle Fahrt voraus!  

Das größte U-Bahn-Projekt seit dem Bau des Grundnetzes steht in den Startlöchern.

U2xU5 - Volle Fahrt voraus!  

Das größte U-Bahn-Projekt seit dem Bau des Grundnetzes steht in den Startlöchern.

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