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PWC-Studie zeigt, dass Europas Banken vor EZB-Test 80 Milliarden Eu ­Wirtschaftskriminalität betroffen­ +++­ Deloitte soll für Grassers Fina ­immer ­wichtiger wird +++ BCG baut Restrukturierungsgeschäft weiter a STUDIE

KOLUMNE

Standort Österreich im Abwärtstrend

Peter Bartos Partner und Geschäftsführer BDO Austria

Holdingstandort Österreich Oder doch lieber ab nach Bratislava? Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014 hat die Regierung in mehrerlei Hinsicht für Aufregung in den Vorstandsetagen heimischer Konzerne gesorgt. Während die Perpetuierung der Solidarabgabe auf Sonderzahlungen bei den besonders einkommensstarken oberen zehntausend noch in die Kategorie Einzelschicksal eingeordnet werden kann, wurde mit der Beschränkung der Absetzbarkeit von Managergehältern und Einschränkungen bei der Gruppenbesteuerung sowie bei internationalen Zins- bzw. Lizenzzahlungen ein deutliches Signal gesetzt. Das weitere Abrutschen in den diversen internationalen Standortrankings ist damit programmiert. Für den Moment bleibt nur die Hoffnung, dass bei den von der Regierung angekündigten Offensivmaßnahmen zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung die gleiche Konsequenz wie bei der Erhöhung der Steuerquote an den Tag gelegt wird und die zentralen Zukunfts- und Standortfragen angegangen werden. Themen wie Bildung, Forschung und Entwicklung, effiziente Verwaltung, Vereinfachung des Steuersystems, Senkung der Abgabenquote, nachhaltige Sicherung unseres Pensionssystem und Investitionen in die Telekominfrastruktur müssen daher rasch ganz oben auf die Agenda. Denn dabei geht es schlicht und ergreifend um nicht weniger als unsere Zukunft. p.bartos@derboersianer.com

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NEWS

Übernahmen sinken weiter Die weltweiten M&A-Aktivitäten gingen laut EY das dritte Jahr in Folge zurück. Der Markt ist damit auf dem niedrigsten Stand seit acht Jahren und sogar unter den Levels der „Dotcom“-Ära zum Jahrtausendwechsel. Im Gegensatz zum Vorjahr sind die Übernahmen um 6,2 Prozent auf 37.257 gesunken. Das Transaktionsvolumen ist ebenfalls um 6,3 Prozent auf 2,3 Billionen US-Dollar gesunken.

In einer Metastudie des Deloitte-Radars wurde die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Österreich gemessen. Dazu werden internationale Standortrankings und eigene Studien analysiert. Der Standort Österreich fällt dabei im internationalen Vergleich kontinuierlich zurück und verspielt damit sein Zukunfts­ potenzial. Ein radikales Fitnessprogramm könnte den Trend stoppen und einen Turnaround einleiten.

NEWS

NEWS

Sorgfaltspflicht für Fokus auf Nachhaltigkeit Finanzinstitute Um ein Geschäft abzuschließen, müssen Banken, Versicherungen und Finanzinstitute die Identität von Kunden, vertretungsbefugten Personen und wirtschaftlichen Eigentümern feststellen und einmal jährlich überprüfen. Damit soll die Nutzung des Finanzsystems für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verhindert werden. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet die Richtlinie einen enormen Mehraufwand. Die Wirtschafts­ auskunftei CRIF hat deshalb ein Produkt entwickelt, das die Identität der Kunden in Echtzeit überprüfen kann und deren Portfolio automatisch ergänzt.

Die Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise haben den Ruf nach einer verantwortungsvolleren und nachhaltigeren Unternehmensführung verstärkt. Viele Nachhaltigkeitsprogramme haben sich schnell als kurzfristige PR-Aktionen entlarvt und blieben wirkungslos. Die nachhaltige Profitabilität und damit verbunden die Wertschöpfungskette des Unternehmens muss in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden. Eine Untersuchung der KPMG kommt zu dem Schluss, dass Nachhaltigkeit in Zukunft kein Wettbewerbsvorteil, sondern grundlegende Voraussetzung für Unternehmen sein wird.

06.04.14 21:43

DerBörsianer 3. Ausgabe, Q2 2014  
DerBörsianer 3. Ausgabe, Q2 2014  

Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

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