Page 39

Börse

39

Die Macht der ATX-Jury Seit dem ruckartigen Aufstieg der RBI in den ATX Five ist die Indexzusammensetzung der Wiener Börse verstärkt ins Rampenlicht gerückt. Die Auswirkungen hat DerBörsianer genauer unter die Lupe genommen. AUTOR RAJA KORINEK

A

ls beinahe lautlos würde wohl manch ein Marktteilnehmer die neue Zusammensetzung des ATX Five per 24. Jänner 2014 bezeichnen. Wäre da nicht der mediale Rummel rund um die rasche Aufnahme der Aktie der Raiffeisen Bank International AG (RBI) zwei Tage nach Ende des beschleunigten Book-Building-Verfahrens rund um die RBI-Kapitalerhöhung gewesen. Tatsächlich wurde die Indexveränderung des ATX Five mit Schlusskurs vom 23. Jänner durchgeführt, ein Vorgang, den die Wiener Börse AG vom Regelwerk im Kapitel 5.4.1. aber gedeckt sieht. Martin Wenzl, Abteilungsleiter Markt- und Produktentwicklung der Wiener Börse AG: „Da bei der Kapitalerhöhung der RBI von den Investoren eine Übernahmegarantie abgegeben wurde, stand zum täglichen Durchschnittsumsatz auch die Streubesitzkapitalisierung, eine wichtige Grundlage für die Indexberechnung, fest.“ Konkret wird jener Anteil, der in fixen Händen ist, vom Gesamtkapital abgezogen. Bei der RBI ist seit der Kapitalerhöhung der Festbesitz auf rund 61 Prozent gesunken, der Streubesitz auf rund 39 Prozent angestiegen. Eigentlich würde sich daraus ein sogenannter Free-Float-Faktor (FFF) oder Streubesitzfaktor von 0,4 ergeben. „Weil es bei einem

DB_39-41_ATX.indd 39

06.04.14 19:24

DerBörsianer 3. Ausgabe, Q2 2014  

Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

Advertisement