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Aufsichtsräte im Prüfungskeller Die Ausweitung des Fit-&-Proper-Tests für Aufsichtsräte ­versetzt altgediente „Finanzler“ zurück in ihre Studienzeit. Das sorgt vereinzelt für Aufregung. AUTOR BARBARA OTTAWA FOTO PRESSMASTER/SHUTTERSTOCK

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egeben wir uns in die dunkel getäfelten Räumlichkeiten im Untergeschoß der Finanzmarktaufsicht (FMA), die auch für Veranstaltungen genutzt werden. Dort werden Protokolle geführt, die nicht veröffentlicht werden, Fragen gestellt, die individuell an den Prüfungskandidaten angepasst sind, und dann wird entschieden, ob die Person „fit“ genug ist, um Aufsichtsrat in einem österreichischen Finanzinstitut zu sein.

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Seit nunmehr zwei Jahren hat die FMA die Möglichkeit, im Rahmen des sogenannten Fit-&-Proper-Tests alle Aufsichts­ ratsmitglieder einer Finanzinstitution zu prüfen, außer die vom Betriebsrat entsandten. Dieser Test wurde, auch für Vorsitzende, um ein umfassendes „Prüfungshearing“ erweitert. Detaillierte Information oder statistische Erhebungen zu den Hearings gibt es nicht. Das schürt die Gerüchteküche. Einige Me-

dien zitierten Aufsichtsräte, die sich schikaniert fühlten, andere berichteten von Paragrafen-Fuchserei. Doch die Realität dürfte weit weniger düster sein. Allerdings ist es richtig, dass auch unter Aufsichtsräten nicht allen klar ist, nach welchem Muster geprüft wird und welche Kandidaten sich vorbereiten sollten. Und das führt zu einer Verunsicherung, die in manchen Fällen ehrgeiziges Lernen hervorruft, in anderen vielleicht Resignation.

06.04.14 19:22

DerBörsianer 3. Ausgabe, Q2 2014  

Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

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