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Krieg der Sterne Die Fondsrating-Tochter von Standard & Poor’s streicht die Segel. Das legt die Kernfrage nahe: Sind Fondsratings überhaupt geeignet, um Investoren die Produktauswahl zu erleichtern? AUTOR ROBERT WINTER FOTO NANDO MACHADO / SHUTTERSTOCK

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er Interviewtermin eines österreichischen Fondsmanagers mit der Ratingagentur war fixiert. Wie aus heiterem Himmel wurde das Treffen im Jänner 2014 kurzfristig abgesagt. Die Begründung wurde per Post nachgereicht und sorgt für einen Knalleffekt. Im Schreiben der Ratingagentur war festgehalten: „S&P Capital IQ is likely to discontinue its fund research and funds ratings/gradings business. We expect this to be on around 31st March 2014.“ Das bedeutet auf gut Deutsch, dass das 2010 gegründete Unternehmen S&P Capital IQ, eine Tochtergesellschaft der weltweit täti-

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gen Ratingagentur Standard & Poor’s, bei der qualitativen Bewertung von Investmentfonds das Feld räumt. Das ist bemerkenswert, ist doch Standard & Poor’s eine jener Agenturen, die quantitative Fondsrankings und qualitative Bewertungen von Fondsmanagern entscheidend geprägt haben. Trotz mehrerer Anfragen an S&P Capital IQ von DerBörsianer wurden die Hintergründe und das Ausmaß des Rückzugs ebenso wenig kommuniziert wie das weitere Vorgehen, das etwa in eine Veräußerung des Geschäftsbereichs oder in eine Liquidation münden könnte. Somit ist es durchaus möglich, dass die qualitativen Auszeichnungen von Investment-

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DerBörsianer 3. Ausgabe, Q2 2014  
DerBörsianer 3. Ausgabe, Q2 2014  

Das Fachmagazin für den österreichischen Kapitalmarkt

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