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2 0 19

G E S C H ÄF T S B E RI C H T


KonzernKennzahlen UMSATZ UND ABSATZ

SCHLACHTLEISTUNG RIND UND SCHWEIN

Umsatz in Mio. €

Absatz in 1.000 t

2,8 Mrd. €

3.000 2.750 2.500

1.200 1.150 1.100

Umsatz

2.250

1.050

2.000

1000

872.800 Tonnen

1.750

950

Rinder (inkl. Kälber) in 100.000 Stück

Schweine (inkl. Sauen) in Mio. Stück 10

10

7,7 Mio.

9

9

8

8

Schweine

7

7

6

6

900

5

 850

4

 800

3

750

750

2

2

500

 700

1

1

0

0

1.500

*

1.250 1.000

Absatz

0 2015

2016

2017

2018

2019

5

433.300

4 3

Rinder

0 2015

2016

2017

2018

2019

* geänderte Berechnung ab 2018

BILANZSUMME UND EIGENKAPITAL Bilanzsumme in Mio.  €

Wirtschaftliches Eigenkapital in Mio.  €

700

666,3 Mio. €

650 600

Bilanzsumme

550 500 450

237,0 Mio. €

400 350

Wirtschaftliches Eigenkapital

300 250 0 2015

MITGLIEDER UND MITARBEITER

2016

2017

2018

2019

Mitglieder

330

5.500

310

5.000

290

4.500

270

4.000

250

3.500

Mitarbeiter

5.500 5.000

4.612 Mitglieder

4.500 4.000

4.203*

3.500

Mitarbeiter

230

3.000

  210

2.500

2.500

  190

2.000

2.000

  170

1.500

1.500

  150

1.000

1.000

0

0

3.000

0 2015

2016

2017

2018

2019

* Anzahl der beschäftigten eigenen Mitarbeiter im Jahresmittel


Wer Einblick hat, kann verstehen. Wer Durchblick hat, kann entscheiden. Wer Weitblick hat, weiĂ&#x; die Dinge zu lenken. Peter Amend


| Inhalt |

Inhalt Das Unternehmen 2 Vorwort des Vorstands 4 Meilensteine im Westfleisch-Jahr 6 Struktur der Unternehmensgruppe 8 Vorstand der Westfleisch SCE 9 Unsere Betriebe 10 Standortleiter 12

Aus den Geschäftsbereichen 14 Mitglieder und Anteilseigner 16 Märkte für Nutzvieh 22 Märkte für Schlachtvieh 26 Branchenthemen 28 Märkte für Frischfleisch 32 Exportmärkte 34 Märkte für SB-Frischfleisch und Fleischveredelung 36 Tochterunternehmen und Verbundbetriebe 38

Konzernabschluss der Westfleisch SCE Konzernbilanz zum 31.12.2019 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Konzernanhang 2019 (inkl. Konzernanlagenspiegel) Konzerneigenkapitalspiegel 2019 Konzernkapitalflussrechnung 2019 Konzernlagebericht 2019 Aufsichtsrat der Westfleisch SCE Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Bericht des Aufsichtsrates

40 42 44 45 56 58 59 70 72 75

Einzelabschluss der Westfleisch SCE Bilanz zum 31.12.2019 Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Erläuterungen zum Einzelabschluss der Westfleisch SCE mbH 2019

76 78 80 81

Geschäftsbericht der Westfleisch Finanz AG Vorstand der Westfleisch Finanz AG Aufsichtsrat der Westfleisch Finanz AG Bilanz zum 31.12.2019 Gewinn- und Verlustrechnung 2019 Anhang 2019 (inkl. Anlagenspiegel) Lagebericht 2019 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Bericht des Aufsichtsrats

83 84 85 88 90 91 96 100 103

1 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Das Unternehmen

2


Vorwort des Vorstands

4

Meilensteine im Westfleisch-Jahr

6

Struktur der Unternehmensgruppe

8

Vorstand der Westfleisch SCE

9

Unsere Betriebe

10

Standortleiter12

3 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Vorwort des Vorstands SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, SEHR VEREHRTE MITGLIEDER,

es gab in der über 90jährigen Geschichte von Westfleisch kaum ein Jahr, das so abwechslungsreich war wie das vergangene – und dies gleich in vielerlei Hinsicht. Die ­Afrikanische Schweinepest (ASP) erreichte unsere Nachbarländer Polen und Belgien und sorgte in China dafür, dass sich die weltweiten Proteinströme rasant veränderten und der Schweinepreis in ungeahnte Höhen stieg. Westfleisch entwickelte viele entscheidende Themen weiter. Wir erschlossen uns neue Märkte, füllten unseren Kunden die Regalflächen mit innovativen Produkten, bauten die Kooperationen mit unseren Vertragsland­ wirten weiter aus und stießen im Rahmen unseres ­Strukturprojekts „Westfleisch 2025“ entscheidende Investitionen an. Aus Sicht der deutschen Landwirtschaft belasten derweil weiterhin die hohen Unsicherheiten und Unwägbar­ keiten. Es sind einfach zu viele ungelöste Fragen, die unter den Landwirten für eine fehlende Planungssicherheit sorgen. Immerhin scheint die Politik – nicht zuletzt auch aufgrund der vielen Bauernproteste – in Bewegung ­gekommen zu sein. Aber sie muss sich auch weiterhin zeitnah und konsequent um diese drängenden Fragen kümmern und Entscheidungen treffen, um langfristige Veränderungen zu Lasten der Erzeugungswirtschaft in Deutschland zu vermeiden. Eines der Hauptthemen 2019 war sicherlich die Entwicklung der Rohstoffpreise. Lag beispielsweise der Schweinepreis noch zu Jahresbeginn bei rund 1,36 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht, startete anschließend eine Preisrallye, in deren Zuge Notierungen von teilweise über zwei Euro zu verzeichnen waren. Ein Niveau, das zuletzt vor 14 Jahren erreicht worden war – und das auch nur kurzzeitig. Hauptgrund für die generell hohen Rohstoffpreise ist der steigende Importbedarf vieler Nationen – allen voran China. Durch den Ausbruch der ASP halbierte sich die Schweinepopulation im Reich der Mitte binnen weniger Monate; weltweit brach so gut ein Viertel des Bestands weg. Dieses deutlich gesunkene Angebot stößt auf eine weiter steigende Nachfrage. Denn anders als hierzulande – in Deutschland sank 2019 der Schweinefleisch­ verbrauch der privaten Haushalte um weitere 3,9 % – ist die Fleischwirtschaft weltweit ein Wachstumsmarkt.

4

Besser als der Gesamtmarkt Die sich global bietenden Chancen wollen wir nutzen, ­zugleich aber auch unsere Marktanteile im eigenen Land weiter ausbauen. Schließlich konnten wir uns auch im vergangenen Jahr erfolgreich gegen den in Deutschland negativen Markttrend stemmen. Gut 7,7 Millionen Schweine schlachteten wir, das leichte Minus zum Vorjahr ist dabei weniger stark ausgeprägt als im Gesamtmarkt mit minus 3 %. Bei den Rinderschlachtungen liegen wir mit einem Plus von 2 % noch deutlicher über dem Branchtrend von -0,8 %. Insgesamt steigerte Westfleisch 2019 seinen Umsatz um gut 9,3 % auf 2,8 Milliarden Euro. Dieses Plus ist angesichts in Summe konstanter Absatzmengen zum Vorjahr auf die insgesamt gestiegene Preissituation zurückzuführen. Der Jahresüberschuss ging leicht von 11,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 10,7 Millionen Euro zurück. Das Eigenkapital des Unternehmens stieg um über 7 %; bei der Eigen­ kapitalquote erreichten wir unser Ziel von rund 35 %. Schließlich konnten wir unseren Finanzierungsspielraum für 2020 noch einmal erweitern. Ein wichtiger Punkt war dabei die auch in 2019 erfolgreiche Platzierung von ­Genussscheinen. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Anleger für ihr Vertrauen! Vom Erfolg ihrer Genossenschaft profitieren erneut ­unsere Mitglieder. Für das Geschäftsjahr 2019 wird den Gremien die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 4,2 % auf die Geschäftsguthaben empfohlen. Zudem zahlt die Genossenschaft Sonderboni über alle Tierarten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro an die Vertragsland­ wirte aus. Zerbrechliche Marktsituation Trotz unserer zufriedenstellenden Bilanz: Das vergangene Jahr bewies, dass die aktuelle Marktsituation äußerst zerbrechlich ist – nicht zuletzt ist ein möglicher ASP-­ Ausbruch bei Wildschweinen in Deutschland weiterhin ein Risiko, das sicher Spuren hinterlassen würde. Auch die Auswirkungen der Corona-Krise sind zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Berichts bestenfalls zu erahnen, werden aber viele Dinge voraussichtlich kaum im ­positiven Sinne beeinflussen.


Das Unternehmen | Vorwort des Vorstands |

Dynamische Veränderungen werden also auch die nächsten Monate und Jahre prägen, ein möglichst hohes Maß an Flexibilität ist daher notwendiger denn je. Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Genossenschaft weiter steigern konnten. Im Rahmen unseres Standortstrukturprojekts „Westfleisch 2025“ leiteten wir im vergangenen Jahr wichtige Baumaßnahmen und Modernisierungen ein. Diverse Genehmigungsverfahren konnten wir voranbringen, um jeden einzelnen Standort zielgerichtet zu gez. Carsten Schruck (CFO)

stärken und um jederzeit so passend als möglich agieren und reagieren zu können. Dem abwechslungsreichen Jahr 2019 werden weitere ­bewegende Jahre folgen. Wir freuen uns darauf, diese gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, unseren Mitgliedern, Partnern, Erzeugerbetrieben, Viehverwertungsgenossenschaften und Kunden erfolgreich zu gestalten. Für das uns im vergangenen Jahr entgegengebrachte Vertrauen möchten wir uns bei Ihnen allen sehr herzlich bedanken!

gez. Steen Sönnichsen (COO)

gez. Johannes Steinhoff (COO)

Geschäftsführende Vorstände der Westfleisch SCE, Münster

5 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Meilensteine im Westfleisch-Jahr Januar

Integration:

Januar

Xtra App: Mithilfe der neuen Westfleisch-App können Vermarktungspartner nun auch via Smartphone Schlachtungen anmelden und Ergebnisse abrufen.

Am Standort OerErkenschwick unterstützt der neue Integrationsbeauftragte ausländische Kollegen.

März

WestfleischTage:

April

Appelle: Bundesweit fordern Landwirte das gesamte Jahr über Gesellschaft und Politik nachdrücklich zum Dialog auf – alleine in Münster demonstrieren über 6.000 Landwirte.

Auf vier Regionalversammlungen informieren sich fast 700 Mitglieder über die wichtigsten Entwicklungen im Unternehmen und in der Branche.

April

Haltungskennzeichnung: Ein neues, vierstufiges System gibt künftig handelsübergreifend Auskunft, in welcher Haltungsform die Tiere gehalten wurden.

6


Das Unternehmen | Meilensteine |

Juni

Trauer: Gottfried Brentrup stirbt am 23. Juni im Alter von 90 Jahren. Der Landwirt aus Selm prägte Westfleisch über drei Jahrzehnte maßgeblich mit: Von 1967 bis 77 war er Mitglied im Aufsichtsrat der Westfleisch eG, von 1977 bis 1995 war er im Vorstand der Genossenschaft – von 1982 bis 1995 als Vorsitzender. Seit dem Jahr 1995 war er schließlich Ehrenvorsitzender.

Mai

Werksverkauf: Das Ladengeschäft direkt am Standort in Oer-Erkenschwick eröffnet in neuem Gewand.

November

Kapitalanlage: Die Genussscheine von Westfleisch erfreuen sich als attraktive Anlageform wieder großer Beliebtheit bei Mitgliedern, Aktionären und Mitarbeitern .

August

Ausbildung:

Dezember

Paderborn:

Westfleisch begrüßt 40 neue Auszubildende für gewerblich-technische und kaufmännische Berufe.

Knapp drei Jahre nach dem Großbrand verkauft Westfleisch das Grundstück seines ehemaligen Fleischcenters in der Halberstädter Straße. Für die Landwirte in der ­Region bleibt die Genossenschaft der verlässliche Partner.

Dezember

Preisrallye: Die Afrikanische Schweinepest dezimiert den weltweiten Schweinebestand um ein Viertel und lässt so die Preise enorm steigen. Im Dezember wird der höchste Wert seit 14 Jahren erreicht: 2,03 Euro/kg SG.

Oktober

Entwicklung der Schweinepreise

Investition: In Bakum erfüllen der modernisierte Stall (Bauabschnitt I in 2019) und die neue Betäubungsanlage höchste Anforderungen.

2018

2,03

2019

1,36 KW

1

4

7

10

13

16

19

22

25

28

31

34

37

40

43

46

49

52

7 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Unternehmensgruppe WESTFLEISCH SCE mbH, Münster

Fleischcenter Coesfeld

Fleischcenter Lübbecke

Fleischcenter Hamm

Fleischcenter Gelsenkirchen

WESTFLEISCH FINANZ AG, Münster

Fleischcenter Bakum

Fleischcenter Dissen Dog’s Nature GmbH, Oer-Erkenschwick

Westfleisch Erkenschwick GmbH, Oer-Erkenschwick GUSTOLAND GmbH, Oer-Erkenschwick

WestCrown GmbH, Dissen Coldstore Hamm GmbH, Hamm WestfalenLand Fleischwaren GmbH, Münster IceHouse Convenience GmbH, Münster Westfood GmbH, Münster

Westfleisch Sales GmbH

WestPet Janke GmbH, Petershagen

WEGO Fleischhandels GmbH, Münster

WESTFLEISCH Polska Sp. z o.o., Racibórz/PL WESTFLEISCH Romania SRL, Tarnaveni/RO WESTFLEISCH Scandinavia ApS, Kopenhagen/DK WESTFLEISCH Magyarország Kft., Budapest/HU Han Wei Frozen Foods Co. Ltd., Shanghai/CN WETRALOG GmbH, Münster

WETRALOG Romania SRL, Tarnaveni/RO WENOVA GmbH, Münster

Muttergesellschaften Vertriebsgesellschaften Fleischgewinnung Fleisch-Veredelung SB-Fleisch/Convenience/Wurst Export/Import

Veredelung Nebenprodukte

WePro GmbH, Münster

WE-Personal GmbH, Münster

WE-Service GmbH, Münster

Dienstleister Beteiligung

8

Mehrheitsbeteiligung

Vereinfachter Auszug; Details siehe Seite 45; Stand: 31. Dezember 2019


Das Unternehmen | Vorstand |

Vorstand der Westfleisch SCE EHRENAMTLICHE MITGLIEDER

Dirk Niederstucke

Gerhard Meierzuherde

Peter Piekenbrock

Vorstandsvorsitzender

Vorstandsmitglied

Stv. Vorstandsvorsitzender

HAUPTAMTLICHE MITGLIEDER

Johannes Steinhoff (COO)

Carsten Schruck (CFO)

Steen Sönnichsen (COO)

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

9 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Unsere Betriebe Fleischcenter Bakum Fleischcenter Lübbecke

NL

WestfalenLand Nutzviehzentrum Münster Nienberge Fleischcenter Coesfeld

Fleischcenter Erkenschwick Gustoland

Fleischcenter Gelsenkirchen

10

Fleischcenter Dissen WestCrown

Hauptverwaltung Westfleisch Münster

Fleischcenter Hamm


Das Unternehmen | Standorte |

WESTFLEISCH FLEISCHCENTER COESFELD

WESTFLEISCH FLEISCHCENTER GELSENKIRCHEN

Stockum 2  |  48653 Coesfeld DE ES 265 EG  |  DE EZ 320 EG OrgaInvent-Nr. 10009-11

Am Schlachthof 4a 45883 Gelsenkirchen DE NW 82000 EG

WESTFLEISCH FLEISCHCENTER HAMM

WESTFALENLAND FLEISCHWAREN GMBH, ICEHOUSE CONVENIENCE GMBH, WESTFOOD GMBH

Kranstraße 32  |  59071 Hamm DE ES 147 EG  |  DE EZ 119 EG OrgaInvent-Nr. 10009-12

Hessenweg 2  |  48157 Münster DE NW 88888 EG OrgaInvent-Nr. 10009-46

WESTFLEISCH FLEISCHCENTER LÜBBECKE

GUSTOLAND GMBH Industriestraße 8–14 45739 Oer-Erkenschwick DE EV 42 EG

Rote Mühle 54–56  |  32312 Lübbecke DE NW 20150 EG OrgaInvent-Nr. 10009-13

WESTFLEISCH FLEISCHCENTER BAKUM

WESTFLEISCH FLEISCHCENTER DISSEN, WESTCROWN GMBH

Harmer Straße 25  |  49456 Bakum DE NI 10142 EG OrgaInvent-Nr. 10009

Am Bahnhof 5  |  49201 Dissen DE NI 10048 EG

WESTFLEISCH ERKENSCHWICK GMBH

WESTFLEISCH NUTZVIEHZENTRUM NIENBERGE

Industriestraße 8–14 45739 Oer-Erkenschwick DE ES 249 EG  |  DE EZ 206 EG OrgaInvent-Nr. 20059

Hägerstraße 65 48161 Nienberge

Schweinefleisch

Ferkelhandel

SB-Fleisch/Convenience

Sauenfleisch

Kälber und Fresser

TK-Fleisch/Convenience

Rindfleisch

Kasseler

Wurstwaren

Kalbfleisch

Bacon

Fleischcenter

Tochterunternehmen, Verbundbetriebe und Standorte

11 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Standortleiter

Frank Baum

Johannes Bayer

Christoph Clemens

Standortleitung WestfalenLand Fleischwaren GmbH

Standortleiter Fleischcenter Coesfeld

Standortleiter Fleischcenter L체bbecke und Fleischcenter Bakum

Kim Fog Jensen

Bernhard Kotthoff

Max-Werner Kriesten

Standortleiter Fleischcenter Erkenschwick

Gesch채ftsf체hrer Gustoland GmbH

Standortleiter Fleischcenter Hamm

Gustav Kronsbein

Norbert Laumann

Matthias L체ke

Standortleiter Fleischcenter Gelsenkirchen

Standortleitung WestfalenLand Fleischwaren GmbH

Standortleiter Fleischcenter Dissen

12


W

Weltweit: Die Genossenschaft präsentierte sich im Oktober 2019 dem internationalen ­Messepublikum gemeinsam mit seinen Tochter­unternehmen und Veredelungs­ betrieben auf der weltgrößten Leitmesse für ­Lebensmittel – der Anuga.

WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019

13


Aus den Geschäftsbereichen

14


Mitglieder und Anteilseigner

16

Märkte für Nutzvieh

22

Märkte für Schlachtvieh

26

Branchenthemen28 Märkte für Frischfleisch

32

Exportmärkte34 Märkte für SB-Frischfleisch und Fleischveredelung

36

Tochterunternehmen und Verbundbetriebe

38

15 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


MITGLIEDER UND ANTEILSEIGNER

Gemeinsam stark, gemeinsam wertvoll

E

indrucksvoll belegt die Corona-Krise die elementare Bedeutung der regionalen Landwirtschaft in Nordwestdeutschland. Im engen Schulterschluss mit Westfleisch versorgt sie die heimische Bevölkerung seit über 90 Jahren mit dem wertvollen Produkt Fleisch. Die gemeinsame Stärke der Genossenschaft und ihrer Mitglieder schlägt sich auch im Ergebnis von 2019 nieder: Westfleisch gehört weiterhin zu den drei größten Fleischvermarktern in Deutschland und zu den führenden in Europa. Während der heimische Fleischmarkt insgesamt schrumpft, konnte sich die Genossenschaft sogar ein wenig verbessern.

Verlässlichkeit ist ein wichtiger Baustein für nachhaltigen Erfolg. Auf enger partnerschaftlicher Basis arbeiten wir mit unseren Landwirten und für unsere Landwirte. Wir setzen auf verbindliche Verträge, die auf beiden ­Seiten für ein hohes Maß an Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit sorgen. Das gilt für direkte Partnerschaften mit den Landwirten genauso wie für die Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Viehverwertungs­ genossenschaften und Vermarktungspartnern. Auch 2019 wurden wir für diesen Ansatz belohnt: Während die Zahl unserer Vertragspartner nahezu konstant blieb, stieg die Anzahl der gelieferten Tiere leicht an – das heißt: im Mittel mehr Tiere pro Vertragsbetrieb. Trotz eines insgesamt schrumpfenden Marktes und ­eines zusehends schwierigeren Umfeldes für die Landwirte ein enormer Erfolg für uns alle. 2.090 BestSchwein-Partner lieferten im vergangenen Jahr ins­gesamt 5,6 Millionen Schlachtschweine an die Genossenschaft. Damit kommt jedes 10. Schlachtschwein in Deutschland aus einem Westfleisch-­ Vertragsbetrieb. 256 BestFerkel-Betriebe erzeugten im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt ­ 1,3 Millionen Qualitätsferkel. Im Bereich Großvieh zählte Westfleisch insgesamt 672 Partnerverträge Rind, die für eine Versorgung mit 78.000 Bullen, Kühen und Färsen stehen – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Zudem lieferten 40 Partner mit einem BestKalb-Vertrag 36.000 Tiere an Westfleisch.

16

2.090 BestSchwein-Partner liefern 5,6 Mio. Schlachtschweine 256 BestFerkel-Betriebe erzeugen 1,3 Mio. Qualitätsferkel 672 78.000 40 36.000

Partnerverträge Rind liefern Bullen, Kühe und Färsen BestKalb-Partner erzeugen Kälber


Aus den Geschäftsbereichen | Mitglieder und Anteilseigner |

17 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Mit der Mitgliederzeitschrift „Info für Landwirte“ werden die Vertragspartner mehrmals im Jahr in kompakter und anschaulicher Art und Weise mit Hintergrundberichten, Informationen und Wissen rund um die Genossenschaft und die Entwicklungen auf den Märkten versorgt. Auch die Homepage und das Extranet für Mitglieder tragen zu einer größtmöglichen Transparenz bei. Als ganz neues Kommunikationsmittel erweiterte die Xtra-App im vergangenen Jahr das Spektrum der Info-Möglichkeiten. Mit ihr können Vermarktungspartner Schlachtvieh schnell und bequem anmelden und die Ergebnisse ­taggleich und zeitgemäß via Smartphone abrufen. Zukunftsfähige Standorte Mit dem bereits 2018 initiierten Standortstrukturprojekt „Westfleisch 2025“ verfolgt das Unternehmen das Ziel, die einzelnen Fleischcenter und Veredelungsbetriebe zukunftssicher und international wettbewerbsfähig ­aufzustellen. Die eingeleiteten Maßnahmen sollen die Standorte gezielt stärken, um ihre jeweiligen Vorzüge noch besser nutzen zu können. Im Jahr 2019 unternahm beispielsweise das Fleischcenter Coesfeld den ersten Schritt zur geplanten Erweiterung. Konkret planen wir hier, die Produktionsfläche zu vergrößern, Kühlkapazitäten auszubauen und die Grundgesamtheit zu erhöhen. Neben den Vorteilen für den eigenen Betrieb werden die geplanten Veränderungen auch positive Einflüsse auf die Umwelt und die Anwohner haben, da Gerüche und Geräusche dank verschiedenster Maßnahmen und ­modernster Technik deutlich reduziert werden. Auch an den anderen Standorten planen wir zahlreiche Modernisierungs- und Baumaßnahmen. Zum Teil leiteten wir sie bereits im vergangenen Jahr ein oder setzten sie bereits um – in Bakum erstellten wir zum Beispiel einen neuen Wartestall und eine hochmoderne Betäubungsanlage. 2020 wird ein Schwerpunkt auf der Umstellung des Schlachthofes Hamm zum reinen Schweinebetrieb liegen.

18

Knapp drei Jahre nach dem Großbrand verkauften wir Ende 2019 das Grundstück unseres Betriebes in Paderborn. Ein Wiederaufbau war durch den hohen Grad der Zerstörung wirtschaftlich nicht sinnvoll. Seit dem Brand kooperiert Westfleisch eng mit der Viehverwertungs­ gesellschaft Sintfeld-Sauerland in Brilon. Durch diese Zusammenarbeit ist und bleibt die Genossenschaft für die Landwirte im Sauerland und in Ostwestfalen-Lippe der zuverlässige Vermarktungspartner. Grundsolide Basis Im vergangenen Jahr gehörten insgesamt 4.612 Mit­ glieder der Genossenschaft an. Sie alle trugen ihren Teil dazu bei, dass Westfleisch 2019 einen Umsatz von knapp 2,8 Milliarden Euro erzielen konnte – eine Steigerung um 9,3 %. Dieses Plus ist auf die durchgängig gestiegenen Preise, besonders im Segment Schwein, zurückzuführen. Daher musste trotz der deutlichen Umsatzsteigerung ein leichter Rückgang des Jahresüberschusses verzeichnet werden – von 11,7 Millionen Euro auf 10,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital des Unternehmens stieg um über 7 % an, die Eigenkapitalquote ist mit 35 % unverändert solide. Sie ist eine gute Basis für die weiteren Investitionen der kommenden Jahre, die im ­Rahmen des Standortstrukturprojektes „Westfleisch 2025“ umgesetzt werden.

71+13+16A

Westfleisch informiert Angesichts der großen Zahl an Mitgliedern und Lieferpartnern und der großen Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt sind ein enger Austausch und eine offene Kommunikation äußerst wichtig. Westfleisch nutzt eine Vielzahl von Kanälen, um mit Partnern, Mitgliedern und Anteilseignern in Kontakt zu treten. ­ ­Einen ersten Überblick über die wichtigsten Kennzahlen des Jahres erhalten die Landwirte stets Anfang März auf den Regionalkonferenzen. Zu den sogenannten „Westfleisch-Tagen“ kamen auch in diesem Jahr wieder über 700 Landwirte. Einen noch detaillierteren Überblick über die Resultate des Vorjahres liefert der jährliche Geschäftsbericht. Zudem können sich alle Mitglieder ­ und Anteilseigner auf der Generalversammlung über das Ergebnis des zurückliegenden Geschäftsjahres und die Pläne für die kommenden Monate und Jahre informieren. Hier diskutieren sie zusätzlich mit Vorständen und Aufsichtsräten die Ergebnisse, Entwicklungen und Weichenstellungen.

Geschäftsguthaben-Einlage

Gesamt 30,3 Mio. €

Einzelmitglieder

Mitgliedsgenossenschaften

Westfleisch Finanz-AG und Organmitglieder

21,5 Mio. € 4,9 Mio. € 3,9 Mio. €


Aus den Geschäftsbereichen | Mitglieder und Anteilseigner |

Fleischcenter Coesfeld

Fleischcenter Erkenschwick

Standort WestfalenLand

Fleischcenter Bakum

S

Strukturprojekt Alle geplanten oder bereits gestarteten Maßnahmen im Strukturprojekt werden trotz Corona-Krise mit unverändertem Engagement fortgesetzt.

WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019

19


20


SPOTLIGHT

R

Reportage im Stall: 2019 standen einige Westfleisch-Vermarktungs­ partner vor der Kamera. Die daraus entstandenen Kurzfilme sind Teil der Gemeinschaftskampagne von Westfleisch und seinen Handelspartnern.

21 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


MÄRKTE FÜR NUTZVIEH

Nachhaltig hohe Qualität

W

estfleisch vermittelt als einer der führenden Nutzviehvermarkter Deutschlands Jungtiere für die erfolgreiche Aufzucht und Mast. Unser Nutzviehzentrum in Nienberge bei Münster bietet Ferkel, schwarzbunte Kälber, Fleckvieh-Kälber und -Fresser sowie Absetzer mit geprüfter Herkunftssicherheit und in hoher Qualität an.

Kastration und Kastenstand sorgen für Verunsicherung Auch im vergangenen Geschäftsjahr sorgte das ab 2021 geltende Verbot der betäubungslosen Kastration für Verunsicherung. Aktuell muss sich jeder Ferkelerzeuger mit den verschiedenen Alternativen beschäftigen und die für den eigenen Betrieb praktikabelste Lösung finden.

Ganzheitlicher Service, solides Ergebnis 2019 hat Westfleisch rund 2 Millionen Ferkel vermarktet – ein solides Ergebnis im Hinblick auf den bundesweit seit Jahren schrumpfenden Ferkelmarkt. Positiv wirkt sich vor allem aus, dass Westfleisch bei der Ferkel­ vermarktung auf einen für Erzeuger und Mäster ganzheitlichen Service setzt: Ferkelerzeuger werden nach festen Kriterien – wie Liefermenge, Rhythmus, Hygieneund Gesundheitsstatus – individuell für den Mastbetrieb ausgesucht.

Eine ähnliche Unsicherheit besteht hinsichtlich des ­Verbots von Kastenständen. Die bislang übliche Praxis bei der Haltung von Sauen in Deckzentren muss neu überdacht werden. Wie beim betäubungslosen Kastrationsverbot fehlen hier aber weiterhin die verlässlichen politischen Rahmenbedingungen. Eine angedachte ­Verschärfung nur für Deutschland kann dazu führen, dass hiesige Landwirte künftig zunehmend Ferkel aus dem europäischen Ausland beziehen, da dort weniger strenge Regelungen gelten oder hierzulande nicht statthafte Verfahren gewählt werden können. Die Konsequenz wäre eine stark rückläufige Ferkelproduktion in Deutschland.

Die Qualitätsferkel für die Mastbetriebe bezieht Westfleisch von 256 BestFerkel-Vertragspartnern. Neben ­hoher Qualität und einem guten Hygiene- und Gesundheitsstatus spielen dabei kurze Wege eine wichtige Rolle: Die Ferkel werden überwiegend in nahegelegenen Mastbetrieben eingestallt.

Als Partner der Landwirte setzen wir uns dafür ein, dass praxistaugliche Lösungen für die heimische Landwirtschaft gefunden werden, die auch von Politik, Wissenschaft, Handel und Verbrauchern getragen werden und nicht zu Wettbewerbsverzerrungen gegenüber dem ­europäischen Ausland führen.

22


Aus den Geschäftsbereichen | Märkte für Nutzvieh |

Fast 2 Millionen Ferkel wurden 2019 vermarktet.

Kälber und Fresser Westfleisch vermarktete im vergangenen Jahr über 64.000 Kälber und Fresser. Das Nutzviehzentrum steht für eine nachhaltige Versorgung der Kälbererzeuger in Norddeutschland ein. Seit einigen Jahren sinkt die ­Anzahl von Kälbern der Zweinutzungsrassen Fleckvieh und Braunvieh aus Süddeutschland. Kleinstrukturierte Betriebe mit Anbindehaltung, die vermehrt in Süddeutschland zu finden sind, steigen nach und nach aus der Kälberaufzucht aus.

Über 64.000 Kälber und Fresser hat das Nutzviehzentrum Nienberge vermittelt.

Westfleisch wirkt der dadurch auftretenden Ver­ sorgungslücke mit eigens gezüchteten Kreuzungs­ kälbern entgegen. Mit ihnen erzielen wir gute Schlachtergebnisse – vergleichbar mit denen von Fleckvieh­ bullen. Die Kälber werden in unserer Region aufgezogen und haben entsprechend kurze Wege zum Mastbetrieb – ein großer Vorteil in Zeiten, in denen die Verladung besonders von jungen Tieren immer anspruchsvoller wird. Mit kurzen Transportwegen und einer hohen Tiergesundheit legt Westfleisch hingegen den Grundstein für eine nachhaltige, tierwohlgerechte Bullenmast.

23 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


24


SPOTLIGHT

Q

Qualitätskontrolle: Westfleisch bezieht von 256 BestFerkel-Vertragspartnern Qualitätsferkel für die Mastbetriebe. Dabei spielen eine hohe Qualität und ein guter Hygiene- und Gesundheits­ status eine wichtige Rolle.

25 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


MÄRKTE FÜR SCHLACHTVIEH

Erfolgreich durch die Turbulenzen

T

rotz turbulenter Marktbewegungen stärkte Westfleisch 2019 seine Marktposition deutlich. Bei den Schweineschlachtungen konnten wir dank der außergewöhnlichen Nachfrageschübe aus Asien im letzten Jahresquartal die deutliche Delle aus dem ersten Halbjahr ausgleichen. Im Geschäft mit Rind- und Kalbfleisch lösten wir uns sogar erfolgreich vom Markttrend.

Westfleisch konnte im vergangenen Jahr mit gut 7,7 Millionen geschlachteten Schweinen (inkl. Sauen) den Vorjahreswert nahezu halten; das Minus im deutschen Gesamtmarkt lag bei 3 %. Bei den Groß­ ­ viehschlachtungen legte die Genossenschaft gegen den Branchentrend zu. Denn während der Gesamtmarkt ein Minus von 0,8 % verzeichnete, schlachteten wir mit 433.300 Tieren 2,0 % mehr als im Vorjahr. Rückläufige Entwicklung in Deutschland Insgesamt verzeichnete die deutsche Fleischindustrie das dritte Jahr in Folge eine rückläufige Entwicklung: Sie erzeugte knapp 8 Millionen Tonnen Fleisch und ­damit 1,4 % weniger als 2018. Der Rückgang liegt vor ­allem an der nachlassenden Schweinefleischerzeugung. 2019 wurden in Deutschland mit insgesamt 55,1 Millionen Schweine 3 % weniger geschlachtet als 2018. Dabei verringerte sich die Zahl der geschlachteten Tiere aus Deutschland um 3,4 % auf 51,8 Millionen Tiere – hin­ gegen legte die Schlachtung ausländischer Tiere um 2,7 % auf 3,3 Millionen Tiere zu. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bundesweit 5,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert; das waren 2,6 % weniger als 2018. Die Rindfleischerzeugung verzeichnete 2019 in Deutschland ein stabiles Jahr: Zwar sank die Zahl der geschlachteten Rinder gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,8 % auf 3,5 Millionen Tiere. Das Gesamtvolumen erhöhte sich aufgrund höherer Schlachtgewichte jedoch um 0,9 % auf 1,1 Millionen Tonnen. Die rückläufige Entwicklung bei den Rinderschlachtungen ist vor allem auf das ­geringere Angebot an Schlachtkühen zurückzuführen – es lag mit 1,22 Millionen Tieren 3,2 % unter Vorjahres­niveau.

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Entgegen dem Bundestrend von -0,8 % verzeichnete Westfleisch bei den Rinder-Schlachtungen ein Plus von 2 %.


Aus den Geschäftsbereichen | Märkte für Schlachtvieh |

Märkte im Wandel Einen wichtigen weiteren Schritt geht unterdessen die Initiative Tierwohl (ITW), die Tierwohlleistungen der Landwirte gesondert vergütet. Von der im kommenden Jahr startenden dritten Phase erwarten wir eine deutlich zunehmende Akzeptanz unter den Verbrauchern. Denn diese sollen spätestens von Mitte 2021 an direkt im Geschäft erkennen können, welches Fleisch beziehungsweise Teilstück von einem Schwein aus einem ITW-­ Betrieb stammt. Diese sogenannte Nämlichkeit gab es bislang nur beim Hühnerfleisch, fehlte hingegen beim Schweinefleisch. Das Plus an Tierwohl, das die teilnehmenden Landwirte ihren Schweinen bieten, wird künftig zudem verstärkt über den Markt finanziert – am Ende werden so viele weitere Tierhalter gefördert und noch mehr Tieren wird ein Mehr an Tierwohl zugutekommen. Ein Thema, das in den vergangenen Monaten für Un­ sicherheit unter den Landwirten sorgte, war die Verschärfung der Düngeverordnung. Die Festlegung von Düngeobergrenzen, die nicht auf den Bedarf der Pflanzen ausgelegt sind, bereitet besonders den Betrieben in Veredelungsregionen nachhaltig Probleme. Auch hier sind zukunftsfähige Konzepte seitens der Politik gefragt, um vor allem Rindermästern eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Auch an anderer Stelle wäre eine stärkere Unterstützung der Politik wünschenswert. Gerade beim Rindfleisch fehlt deutschen Unternehmen der Zugang zu vielen wichtigen internationalen Märkten – im Gegensatz zu ihren Wettbewerbern aus anderen Ländern wie Spanien, Dänemark oder Holland. Aber dort arbeiten Politik, Verbände und Branchenvertreter einfach nachdrücklicher zusammen, um entsprechende Länderzulassungen zu erhalten. Immerhin: Positiv auf das Geschäft mit Rindfleisch wirken sich der stabile private Verbrauch und die steigende Nachfrage nach Rindfleisch bei Großverbrauchern wie Kantinen aus.

Westfleisch erzielt zufriedenstellendes Ergebnis Für Westfleisch war 2019 ein herausforderndes Jahr. Doch mit gemeinsamer Anstrengung über alle Stand­ orte und Fachabteilungen hinweg gelang es, ein positives und zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Bei den Großviehschlachtungen legte Westfleisch mit 433.300 geschlachteten Tiere gegen den Branchentrend zu und festigte damit seinen Platz als einer der führenden Rindfleischvermarkter in Deutschland. Der gezielte Ausbau der Rindersparte zahlt sich nachhaltig aus, Lübbecke und Bakum entwickelten sich in den ver­ ­ gangenen Jahren durch die kräftigen Investitionen zu ­ einem von Kunden geschätzten Rindfleisch ­„Kompetenz-Tandem“. 2019 stellten wir in Bakum den ersten Bauabschnitt des neuen Wartestalls fertig und installierten eine Betäubungsanlage nach neuestem Stand der Technik. Der Stallneubau bietet mit gut 140 Großvieh-Plätzen mehr als doppelt so viel Stallplatz wie vorher. Mit dieser Er­ weiterung, einer größeren Arbeitssicherheit und einem hohen Tierschutz-Standard konnten wir einen deut­ lichen Mehrwert für den Standort schaffen.

Westfleisch 2019 im Vergleich zum Bundestrend Schwein

Rind

Inkl. Sau

Inkl. Kalb

+ 2,0 %

-2,3 % BUND: - 3,0 %

Schlachtungen Westfleisch 2019: 7,7 Mio. Stück

BUND: - 0,8 %

Schlachtungen Westfleisch 2019: 433.300 Stück

27 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


BRANCHENTHEMEN 2019

Ferkelkastration: Vier Alternativen praxistauglich Am 1. Januar 2021 wird das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration endgültig greifen. Bis dahin muss jeder Betrieb die für ihn optimale Alternative finden. Für Westfleisch steht fest: Ob Ebermast, Improvac-Impfung, Injektionsnarkose oder Inhalationsnarkose – alle vorhandenen Wege haben ihre Berechtigung und werden grundsätzlich von der Genossenschaft akzeptiert. Doch unsere Akzeptanz der verschiedenen Verfahren ist nicht gleichbedeutend mit einer uneingeschränkten Vermarktbarkeit. So ist zum Beispiel der Markt für Eberfleisch begrenzt – und wird es nach aktueller Einschätzung auch künftig bleiben. Aktuell schlachtet Westfleisch rund 1 Million Eber pro Jahr. Um erste Erfahrungen mit geimpften Ebern für uns, unsere Landwirte und Kunden zu sammeln, starteten wir im Frühjahr 2020 ein Projekt, bei dem rund 20.000 Immunokastrate an den Standorten in Coesfeld und Oer-Erkenschwick geschlachtet werden. Experten schätzen deren Vermarktbarkeit jedoch weiterhin und langfristig als „begrenzt“ ein.

Weitere mögliche Maßnahmen sind die Inhalations­ narkose sowie die Injektionsnarkose: Beim letztgenannten Verfahren werden die Schweine von einem Tierarzt in Vollnarkose versetzt und kastriert – eine Methode, die hohe Kosten und komplizierte Arbeitsabläufe verursacht. Sie ist daher für die meisten Betriebe keine echte Alternative. Deutlich praktikabler umsetzbar ist hingegen die Inhalationsnarkose mittels Isofluran. Sie kann vom Landwirt oder seinen Mitarbeitern nach einem Lehrgang mit Sachkundeprüfung selbst durchgeführt werden. Für diese Methode müssen sich Landwirte ein Narkosegerät anschaffen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft (BMEL) fördert Geräte, die von der DLG zertifiziert wurden. Am Ende muss jeder Ferkelerzeuger für seinen Betrieb abwägen, welches Verfahren am besten in die eigenen Abläufe passt. Zudem sollte er sich mit Mäster und Schlachtunternehmen abstimmen, um die für ihn optimale Alternative zu finden.

Inhalationsnarkose ImprovacImpfung

Injektionsnarkose

Ebermast 28


Aus den Geschäftsbereichen | Branchenthemen |

BRANCHENTHEMEN 2019

Afrikanische Schweinepest: Bereit für den „Fall der Fälle“ Noch Mitte 2018 hielten chinesische Landwirte gut 440 Millionen Schweine – das waren etwa 50 % des welt­ weiten Bestands. Seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im August 2018 reduzierte sich die Schweinepopulation jedoch drastisch: Experten schätzen, dass Ende 2019 nur noch rund 260 Millionen Schweine in China lebten. Weltweit ist also gut ein Fünftel des Schweinebestandes weggebrochen. Währenddessen breitet sich die Seuche auch in vielen weiteren Ländern Südostasiens aus; zudem sind mittlerweile zwölf EU-Länder betroffen (Stand zum Redaktionsschluss dieses Berichts). Während in Belgien Anfang Januar 2020 ein weiterer Fall auftrat, häufen sich vor allem im Osten die Vorkommnisse. So meldeten ebenfalls im Januar des laufenden Jahres polnische Behörden nur zwölf Kilometer entfernt von der deutschen Grenze Kadaver von Wildschweinen, die mit ASP infiziert waren. Im engen Austausch mit den polnischen Amtskollegen entwickelt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) weitere Präventionsmaß­ nahmen, um die Tierseuche auf polnischer Seite ein­ zudämmen und ein Überspringen auf Deutschland zu verhindern. Zudem prüft das BMEL notwendige gesetzliche Anpassungen: aktuell wird die Schweinepest-­ Verordnung überarbeitet und für den Seuchenfall praktikabler gestaltet.

Höchste Biosicherheit gewährleisten Ein ASP-Ausbruch bei Wildschweinen in Deutschland würde sicherlich Spuren in der Veredelungswirtschaft hinterlassen. Wichtig wird dann sein, dass die Branche Ruhe bewahrt und besonnen handelt. Klar ist: Die hohen Biosicherheitsmaßnahmen in den landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland sorgen dafür, dass ein Überspringen der ASP vom Wildschwein auf das Hausschwein so gut wie unmöglich ist – wenn sich alle Beteiligten an die Vorgaben halten. Schweinehalter ­ müssen also höchste Biosicherheit auf ihrem Betrieb ­gewährleisten, um ihre Bestände zu schützen. Westfleisch ist auf einen möglichen ASP-Ausbruch in Deutschland sehr gut vorbereitet. Bereits 2018 etablierte die Genossenschaft ein entsprechendes Krisenmanagement, das verschiedene Szenarien berücksichtigt und Handlungsanweisungen für Einkauf, Vertrieb, Produktion und Kommunikation beinhaltet. Viel Wissenswertes zum Thema ASP hält Westfleisch auf der Homepage www.westfleisch.de/asp-faq bereit. Dazu gehören all­ gemeine Infos zur Tierseuche, Krisenhandbücher, ­wichtige Dokumente und Checklisten, Präsentationen, Erklärvideos, häufige Fragen und Antworten sowie ­Verlinkungen zu relevanten Websites. Die gebündelten Informationen helfen dabei, sich einen Überblick über die verschiedenen Themen zu machen und für den „Fall der Fälle“ schnell die relevanten Hinweise zu finden.

Gut vorbereitet Westfleisch bietet auf seiner Website www.westfleisch.de umfangreiche Infor­mationen, Hilfen und Links rund um das Thema ASP. Handbücher, Checklisten, Präsentationen und vieles mehr sind übersichtlich dargestellt. 29 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


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SPOTLIGHT

B

Black Beauty:

Ein neuer Hingucker rollt seit 2019 über die Straßen. Westfleisch hat im ­September 2019 einen stylischen Show-Truck für besondere Anlässe wie ­Kundenveranstaltungen und Landwirtschaftsausstellungen in Dienst gestellt.

31 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


MÄRKTE FÜR FRISCHFLEISCH

Hohe Qualität sichert Marktanteile

W

eniger Schwein, etwas mehr Rind – auf diesen kurzen Nenner lässt sich die deutsche Fleischproduktion im vergangenen Jahr bringen. Dabei konnte die hohe Nachfrage aus dem Ausland – vor allem China rief im letzten Quartal unvorhersehbar große Volumina ab – das weiter nachlassende inländische Interesse an Schweinefleischprodukten fast ausgleichen: Die produzierte Menge verringerte sich um 2,6 % auf gut 5,2 Millionen Tonnen. Hingegen legte die Rindfleischproduktion um 0,9 % auf rund 1,1 Millionen Tonnen zu.

In den vergangenen zehn Jahren ging in Deutschland der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch um über 14 % zurück. 2019 verschärften die hohen Rohstoffpreise die Absatzprobleme. Doch Westfleisch kann im Branchenvergleich mit einem ganz entscheidenden „Pfund“ aufwarten: Als genossenschaftlicher Vermarkter und ­ Produzent haben wir Zugriff und Einfluss auf die gesamte Prozesskette – von der Landwirtschaft über die Rohstoffe bis hin zur Verarbeitung. Gleichzeitig leben wir seit über 90 Jahren vertrauensvolle und feste Beziehungen zu unseren Handelspartnern. Gemeinsam mit allen Beteiligten spielen wir Themen wie Herkunft, Sicherheit und Qualität auf hohem Niveau und „direkt von Bauern“. Höchste Glaubwürdigkeit Westfleisch ist der Fleischvermarkter in Deutschland, der diese Themen mit höchster Glaubwürdigkeit und Authentizität vertreten kann – und dies mit gutem ­Erfolg: Mittlerweile wird rund jedes siebte Schwein, das in Deutschland verarbeitet wird, in einem Westfleisch-Betrieb geschlachtet. Beim Rindfleisch konnten wir 2019 sogar gegen den Branchentrend zulegen. Doch hier gilt deutlich mehr Vorsicht: Vor allem aufgrund fehlender Zulassungen für einzelne Länder ist Deut­ sches Rindfleisch auf dem internationalen Markt ­wesentlich schwieriger zu platzieren. Daher ist es auch künftig unsere Aufgabe, besonders die heimischen ­Verbraucher von der hervorragenden Qualität unserer deutschen Nutztierrassen zu überzeugen.

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Vor diesem Hintergrund investieren wir laufend und in hohem Maße in Menschen, Technik und Prozesse, um unsere Produkte immer „Wert-voller“ zu machen. Bei SB-Fleisch, Convenience und Grillartikeln gehören wir in Deutschland und Europa zu den führenden Anbietern sowohl bei Schwein als auch bei Rind. Sortimente werden fortwährend weiterentwickelt und füllen die Regale und Truhen unserer Handelskunden beispielsweise im Bereich Hoch- und Kombi-Convenience mit immer neuen Innovationen. Am Ende wollen wir eine höhere Wertschöpfung über die gesamte Prozesskette erreichen – und so unsere Marktanteile stetig ausbauen.


Aus den Geschäftsbereichen | Märkte für Frischfleisch |

33 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


EXPORT

Weltweit gut aufgestellt

B

ereits seit Jahren ist Westfleisch im Export gut aufgestellt. Mittlerweile sind wir in rund 50 Ländern vertreten und erwirtschaften dort mehr als 40 % unseres Gesamtabsatzes. Hauptumsatztreiber war dabei im vergangenen Jahr einmal mehr China.

Die Bedeutung des Exports zeigte sich 2019 vor allem im vierten Quartal. Da nämlich konnte der ungewöhnlich hohe Nachfrageschub aus Asien die deutliche Delle in der Gesamtbilanz aus dem ersten Halbjahr ausgleichen. Dieser Jahresverlauf zeigte aber auch, wie zerbrechlich die Marktsituation ist. Dynamische Veränderungen werden auch die kommenden Jahre prägen. Ein möglichst hohes Maß an Flexibilität ist notwendiger denn je. Liefer­ ketten können ins Stocken geraten (Beispiel Corona), Märkte durch politische Entwicklungen eingeschränkt oder weniger lukrativ werden (siehe Brexit), der Zugang zu Märkten bei einem möglichen Seuchenausbruch zunächst verweigert werden (Szenario ASP). Daher ist auch das Erschließen neuer Märkte wichtig, um in unruhigen Zeiten flexibel agieren und reagieren zu können – zumal die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie im Detail noch nicht abzusehen sind. Klar ist jedoch: China bleibt der bestimmende Markt für den weltweiten Handel. Experten erwarten, dass nach dem ASP-bedingten Wegfall von mindestens 40 Prozent des chinesischen Schweinebestandes die entsprechende Erholung noch mindestens drei bis fünf Jahre dauern wird. Der chinesische Markt wird also für alle exportierenden Fleisch­produzenten weltweit – und damit auch für Westfleisch – weiterhin von hohem Interesse sein. Rindfleisch-Boom in China Und das gilt im Übrigen nicht nur für Schweinefleisch. Auch im Bereich der Rindfleisch-Exporte bemühen wir

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uns – gemeinsam mit anderen namhaften Unter­ nehmen der deutschen Fleischindustrie und in Ab­ sprache mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft – um eine Zulassung für China. Immerhin hat China im Bereich Rindfleisch die Importe in den vergangenen Jahren versechsfacht. Hier ­scheinen wir uns aktuell am Anfang einer Entwicklung zu bewegen, die wir vor Jahren bereits für die Gattung Schweinefleisch erlebt haben. Der chinesische Rindfleischmarkt wächst jedes Jahr in etwa um das Volumen des gesamten EU-Marktes für Rind. Bisher wird der chinesische Markt in erster Linie von Händlern aus ­ Australien und Südamerika mit Fleisch von Vorder­ ­ vierteln sowie Innereien beliefert. Die guten Geschäfte, die diese Länder mit China machen, erlauben es ihnen gleichzeitig, die Edelteile zu Dumpingpreisen in die EU zu verkaufen und somit den deutschen Bauern zunehmend Konkurrenz zu machen. Es ist daher in vielerlei Hinsicht sinnvoll, dass sich alle Interessengruppen in Deutschland gemeinsam für eine entsprechende ­Export-Zulassung stark machen.


Aus den Geschäftsbereichen | Export |

In China leben rund 1,4 Milliarden Menschen. Diese müssen versorgt werden. Deshalb ist der chinesische Markt von hohem Interesse für alle exportierenden Fleischproduzenten.

Umkämpfter Export

Unten: Westfleisch exportiert Produkte in rund 50 Länder.

Die Attraktivität des chinesischen Marktes ist auch den anderen Marktteilnehmern nicht verborgen geblieben. Deutschland hat dabei trotz deutlich gestiegener Liefermengen seine Position als wichtigster Lieferant an Spanien verloren. Während deutsche ­Unternehmen im vergangenen Jahr 491.900 Tonnen (+36,4 % im Vergleich zu 2018) nach ­China exportierten, steigerte Spanien seinen Gesamtexport um 60 % auf 525.570 Tonnen.

35 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


MÄRKTE FÜR SB-FRISCHFLEISCH UND FLEISCHVEREDELUNG

Weiter auf Wachstumskurs

D

er Markt für SB-Frischfleisch, Convenience sowie TK- und Wurstspezialitäten ist im vergangenen Jahr deutlich unter Druck geraten. Vor allem die hohen Rohstoffpreise verschärften die Situation der von mittelständischen Familienunter­ nehmen geprägten Branche. Erneut waren eine ganze Reihe von Insolvenzen, ­Zusammenschlüssen und Übernahmen zu beobachten. In diesem harten Wettbewerbs­umfeld konnte sich Westfleisch mit seinen Tochterunternehmen erneut sehr gut behaupten und seinen Wachstumskurs weiter fortsetzen.

Gustoland, WestfalenLand, IceHouse und Westfood bedienen den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Großverbraucher wie Gastronomiebetriebe, Kantinen und Branchengrößen der Sozialverpflegung. Die ­Kunden sind anspruchsvoll und wollen immer wieder mit neuen Produkten und Kreationen überrascht werden. Dies ­gelang unseren Verarbeitungsunternehmen auch 2019 mit gutem Erfolg: Sie steigerten im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 4,5 % auf 846,8 Millionen Euro. Dies ist umso bemerkenswerter, da gleichzeitig die ­Mengenentwicklung an Rotfleisch im gesamten deutschen Lebensmitteleinzelhandel deutlich rückläufig ist. Anscheinend spielt die Angebotsform eine nicht zu unterschätzende Rolle: Während bei der Bedienware der Gesamtabsatz um 7 % sank, legte WestfalenLand, unsere Tochtergesellschaft für SB-Ware, um 4 % zu. Bei der TK-Ware zeigte sich ein ähnliches Bild. Der Gesamtmarkt schrumpfte um 4,6 %, IceHouse wuchs hingegen um fast 8 %. Hohe Auslastung Klare Stärken des Veredelungsbereichs von Westfleisch sind die unterdessen erreichte Vielfalt, die hohe Flexi­ bilität sowie die gesicherte Rohstoffverfügbarkeit durch die Mitglieder der Genossenschaft. So konnten wir in 2019 zum einen Chancen nutzen, die sich durch die hohen Schweinepreise und die Rohstoffverknappung ­ ergeben hatten. Zudem konnten wir das Rindfleischund Hackfleischgeschäft sowie den TK-Umsatz mit

36

Hamburgern, Cevapcici und Gyros deutlich erhöhen. Der Ausbau des Geschäftes mit Groß- und Familienpackungen schlug sogar mit plus 80 % zu Buche. Guten Zuspruch findet zudem unser Färsenprogramm. Die auch von Gastro-Profis geschätzte Premiumware spricht besonders Fleischkenner unter den Konsumenten an. Und schließlich konnten wir den Umsatz mit Bio-­ Artikeln um satte 29 % steigern. Insgesamt macht dieser Bereich bei WestfalenLand mittlerweile rund 7 % des ­Gesamtumsatzes aus. Stetige Produkterweiterung Generell zeigt sich, dass Westfleisch bereits vor Jahren die Trends richtig erkannt und zurecht in den entsprechenden Ausbau von Produktionskapazitäten investiert hat. Denn bei Verbrauchern stehen „Convenience“-­ Artikel, also vorbereitete, bequeme Produkte, die bei der Zubereitung Zeit und Arbeit sparen, hoch im Kurs. 2019 erweiterte daher Gustoland sein Portfolio sowohl um moderne Slow-Cooked-Produkte wie beispielsweise Spare Ribs oder Pulled Pork als auch um traditionelle ­Gerichte wie Sauer- und Burgunderbraten vom Rind. Ein weiterer wichtiger Aspekt für den LEH ist der Aspekt Nachhaltigkeit bei der Produktentwicklung – Stichwort „Plastikmüll-Vermeidung“. Auch hier konnten wir 2019 Akzente setzen. So präsentierte WestfalenLand mit der neuen „BurgerRolle“ Hackfleisch in einer innovativen Schlauchbeutelverpackung. Dies bedeutet im Vergleich zur herkömmlichen Schalenverpackung eine erhebliche


Aus den Geschäftsbereichen | Märkte für SB-Frischfleisch und Fleischveredelung |

Einsparung an Kunststoffen und damit auch an Abfall. Für Großverbraucher bietet Westfood das Konzept unter dem Namen „Chef’s Cut“ an. Auf der Verpackung ist zusätzlich eine Portionier-Markierung aufgedruckt. Diese ermöglicht es dem Anwender, immer die richtige Menge zu entnehmen, ohne selbst nachwiegen zu müssen. FL EIS C H | W U RS T | CO N V EN IEN C E

Diese Strategie, die Sortimente und Produkte in jeglicher Hinsicht weiterzuentwickeln, werden wir auch in Zukunft fortsetzen, um weitere, attraktive Wachstumsmöglich­ keiten zu erschließen.

Gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen IceHouse, ­Experte für die Herstellung von tiefgekühlten Spezialitäten, und Westfood, Spezialist für die Belieferung von Großverbrauchern, konnte WestfalenLand seinen Absatz um 4,1 % und den Umsatz um 3,0 % steigern. Das Unternehmen, das am Hessenweg in Münster produziert, beliefert den Einzelhandel mit SB-Fleisch, Hackfleisch, Grillprodukten und mehr und mehr convenient vorbereiteten Produkten, wie etwa ­bereits fertig gegarte Braten, die nur noch zubereitet werden müssen. Gerade im Rindfleisch-Bereich konnten die Unternehmen im vergangenen Jahr mit ihrer Hackfleisch- und Steak-Kompetenz punkten. Hier konnten beispielsweise ­Premium-Qualitäten durch spezielle Färsenprogramme angeboten werden. Auch das TK-Geschäft mit Produkten wie Hamburgern, Cevapcici und Gyros konnte deutlich zulegen (+8 %). ­ Während der Markt häufig von kleiner werdenden Haus­ ­ halten und Single-Packungen spricht, konnte gerade mit dem Ausbau des Aktions- und Standardgeschäfts mit Familien­ packungen ein enormes Wachstum hingelegt ­werden (+80 %). In einigen Bereich war das Wachstum so groß, dass Teile der Produktion an den Standort Oer-Erkenschwick ausgelagert wurden.

Hier produziert das Westfleisch-Tochterunternehmen Gustoland, das eigentlich auf die Herstellung von Wurst-­ Erzeugnissen spezialisiert ist. Im vergangenen Jahr konnte die Produktion (+6,4 %) und der Umsatz (+16,8 %) gesteigert werden. Das Wachstum bei Gustoland geht darauf zurück, dass WestfalenLand von hier aus mit Frischfleisch beliefert wurde, dass das Industriekundengeschäft ausgebaut wurde und dass zahlreiche neue Listungen mit Slow-Cooked-­ Artikeln erzielt werden konnten. Diese Wege sollen auch künftig weiter verstärkt verfolgt werden.

37 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


TOCHTERUNTERNEHMEN UND VERBUNDBETRIEBE

Kompetenz in allen Sparten

N

eben den Westfleisch-Kernkompetenzen rund um Schlachten und Zerlegen ist der Konzern mit seinen Tochterunternehmen und Unternehmensbeteiligungen auch in anderen Bereichen der Wertschöpfungskette erfolgreich.

WESTCROWN

WESTPET JANKE GMBH

Das Gemeinschaftsunternehmen WestCrown in Dissen ist eine 50:50-Ko­ operation zwischen Westfleisch und dem ebenfalls genossenschaftlich ­organisierten Fleischvermarkter Danish Crown aus Dänemark. Das Joint Venture bündelt erfolgreich die Kräfte der beiden Unternehmen im ­ Bereich der Sauen­ zerlegung und -ver­ marktung. www.westcrown.de

Die WestPet Janke GmbH in Petershagen ist der Spezialist für die Veredelung von Schlachtprodukten als Rohstoff für die Herstellung von Heimtiernahrung. ­ ­Aufbereitet und nach Kundenwunsch vorgemischt sind sie wertvolle Komponenten von Nassfutterprodukten. Für externe Kunden veredelt WestPet auch Neben­ produkte wie Herzen, Lebern und Nieren.

WETRALOG FOOD-LOGISTIK

DOG’S NATURE GMBH

Die konzerneigene Spedition ist der Spezialist für Transport und Logistik innerhalb der Westfleisch-Gruppe. Sie verfügt über langjährige Erfahrung beim sensiblen ­Spezialbereich „Lebensmittel-Logistik“. Neben der Steuerung des inländischen Fleischtransports verantwortet ­Wetralog die Leergutlogistik und den Lebendviehtransport der Gruppe und ist zusammen mit dem Tochterunternehmen Wetralog Romania auch international tätig. www.wetralog.de

Dog’s Nature ist ein renommierter Hersteller von naturbelassenen, meist getrock­ neten Hunde­ snacks in Deutschland, Europa und den USA mit Qualität „Made in Germany“. Die Produktions­ stätte von Dog’s Nature ­befindet sich auf dem Gelände des Westfleisch-Stand­ ortes in Oer-Erkenschwick. Die Rohware stammt vorrangig aus den Betrieben der Westfleisch-Gruppe. www.dogsnature.eu

WENOVA UND WEPRO

COLDSTORE HAMM GMBH

Als konzerneigene Partner übernehmen Wenova und WePro neben der klassischen Arbeitnehmerüberlassung und Zeitarbeit auch Auftragsarbeiten mittels Werkverträgen. Die internen Dienstleister organisieren einen wichtigen Teil der Schlachtung, Z ­ erlegung und Veredelung ­sowie Verpackung und Kommissionierung an den Westfleisch-Standorten. Zunehmend werden Mitar­ ­ beiter auch in den Sparten Technik, Reinigung und bei kaufmännischen Arbeiten eingesetzt. www.wenova-personal.de

Coldstore Hamm ist ein Fullservice-Dienstleister für Tiefkühllogistik. Die Leistungen rund um das Kühlhaus in direkter Nachbarschaft zum Fleischcenter Hamm umfassen Lagerung und Verpackung, Kühlung und Einsatz von verschiedenen Frostverfahren sowie die ­ ­Erledigung von Export, Import und Zollabwicklungen. www.coldstore-hamm.de

38


Aus den Geschäftsbereichen | Tochterunternehmen und Verbundbetriebe |

F L EI SC H | W UR ST | CON VEN I EN C E

PERSONAL-SERVICE GMBH

PERSONAL-DIENSTLEISTUNG

39 WESTFLEISCH GESCHÄFTSBERICHT 2019


Konzernabschluss der Westfleisch SCE 2019

40


Konzernbilanz zum 31.12.2019

42

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2019

44

Konzernanhang 2019 (inkl. Konzernanlagenspiegel)

45

Konzerneigenkapitalspiegel 2019

56

Konzernkapitalflussrechnung 2019

58

Konzernlagebericht 2019

59

Aufsichtsrat der Westfleisch SCE

70

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

72

Bericht des Aufsichtsrates

75

41 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Konzernbilanz zum 31.12.2019 (mit Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018)

AKTIVA

31.12.2019 T€

31.12.2018 T€

T€

T€

A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte u. ä. Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

9.110

1.523

2. Geschäfts- oder Firmenwert

3.311

3.963

652

5.971

3. Geleistete Anzahlungen 4. Geschäfts- oder Firmenwert aus der ­Kapitalkonsolidierung

0

13.073

662

12.119

II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

107.785

108.858

2. Technische Anlagen und Maschinen

59.397

58.588

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

18.691 24.249

4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

210.122

21.334 20.054

208.834

III. Finanzanlagen 1. Anteile an assoziierten Unternehmen

5.063

3.340

2. Beteiligungen

239

219

3. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

22 224

4. Sonstige Ausleihungen

5.548

22 239

228.743

3.820 224.773

B. UMLAUFVERMÖGEN I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

12.634

2. Unfertige Erzeugnisse

6.741 90.756

3. Fertige Erzeugnisse und Waren

11.839 110.131

4.361 64.222

80.422

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

218.914

2.  Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein ­Beteiligungsverhältnis besteht 3. Sonstige Vermögensgegenstände

187.930

1.683

2.701

35.694

28.028

davon rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile T€ 33 (Vj. T€ 37)

256.291

218.659

5.587

4.867

III. Wertpapiere

Sonstige Wertpapiere

IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

42

60.374

79.433

432.383

383.381

5.168

4.125

666.294

612.279


| Konzernbilanz |

PASSIVA

31.12.2019 T€

31.12.2018 T€

T€

T€

A. EIGENKAPITAL I. Gezeichnetes Kapital 1. Grundkapital

davon Mindestkapital T€ 10.000

davon Grundkapital ausscheidender Mitglieder T€ 619 (Vj. T€ 1.044)

davon Einzahlungen auf Geschäftsanteile ausscheidender Mitglieder T€ 610 (Vj. T€ 1.008)

2. Nicht fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile 3. Abzgl. von Tochtergesellschaften gehaltene ­Geschäftsguthaben

31.838

30.757

-890

-922

-3.640

27.308

-3.640

26.195

II. Ergebnisrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage

2. Andere Ergebnisrücklagen

27.262

26.459

50.829

49.019

davon aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahrs eingestellt T€ 802 (Vj. T€ 1.099) davon aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahrs eingestellt T€ 802 (Vj. T€ 1.099)

78.091

III. Eigenkapitaldifferenz aus der ­Währungsumrechnung IV. Konzernbilanzgewinn

75.478

-29

-35

3.395

2.114

V. Nicht beherrschende Anteile 72.463 25.045

VI. Sonderposten den Eigenkapitals

97.508 24.683

73.222 24.246

230.956

97.468 14.041 215.261

B. RÜCKSTELLUNGEN 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

10.231

2. Steuerrückstellungen

1.872 99.531

3. Sonstige Rückstellungen

10.234 111.634

14.052 107.717

132.003

C. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4. Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5. Sonstige Verbindlichkeiten

davon aus Steuern T€ 3.911 (Vj. T€ 2.615)

davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 728 (Vj. T€ 771)

85.778

75.704

8.478

0

188.763

138.321

1.524

1.619

21.794

33.154

306.337

248.798

16

0

17.351

16.217

666.294

612.279

D. RECHNUNGSABRENZUNGSPOSTEN E. PASSIVE LATENTE STEUERN

KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

1. am Kapital 2. am Gewinn


Konzern-Gewinnund Verlustrechnung 2019 (mit Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018)

FÜR DIE ZEIT VOM 01.01. BIS 31.12.

2019 T€

1. Umsatzerlöse

2018 T€

T€

2.794.858

2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

28.898

3. Sonstige betriebliche Erträge

38.324

T€

2.557.626 3.047 2.862.080

43.277

2.603.950

4. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen

2.238.215 193.265

2.003.710 2.431.480

183.138

430.600

2.186.848 417.102

5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter

151.113

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

29.493

davon für Altersversorgung T€ 1.202 (Vj. T€ 1.197)

144.096 26.821 180.606

170.917

6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

43.400

40.594

189.197

181.422

8. Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben 9. Erträge aus assoziierten Unternehmen 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12. Ergebnis vor Steuern 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

1.607 4.499

222.016

10 182 3.411 4.499

723 4.083

915 4.083

16.309 4.723

21.001 8.466

11.586 903

12.535 881

10.683 5.924

11.654 6.567

240 1.604 3.395

-775 2.198 2.114

davon aus der Veränderung latenter Steuern T€ 1.134 (Vj. T€ 1.912)

14. Ergebnis nach Steuern 15. Sonstige Steuern 16. Konzernjahresüberschuss 17. Nicht beherrschende Anteile 18. Konzerngewinn-/verlustvortrag 19. Einstellung in Rücklagen 20. Konzernbilanzgewinn

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

44

232.597

12 1.792


| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | Konzernanhang |

Konzernanhang 2019 Allgemeine Hinweise Der Name der Firma lautet Westfleisch SCE mbH. Sitz der Gesellschaft ist Münster. Eingetragen ist die Westfleisch SCE mbH im Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Münster unter der Nummer GnR 448. Die Westfleisch SCE mbH ist eine große Genossenschaft gemäß § 336 Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 267 Abs. 3 HGB. Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 11 ff. Publizitätsgesetz sowie nach den Vorschriften des dritten Buches des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Der Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, den Konzern­

anhang, die Kapitalflussrechnung sowie den Eigen­ kapitalspiegel. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt gem. § 275 Abs. 2 HGB. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr fortgeführt und gelten auch für assoziierte Unternehmen.

Konsolidierungskreis und Konzernstichtag Die Westfleisch SCE mbH, Münster, ist zum 31.12.2019 an den nachstehenden Unternehmen maßgeblich beteiligt: Name, Sitz

Tochterunternehmen 1. WESTFLEISCH SALES GmbH, Münster 2. WEGO Fleischhandels GmbH, Münster 3. Westfälischer Fleischwarenvertrieb GmbH, Münster 4. WestfalenLand Fleischwaren GmbH, Münster 5. IceHouse Convenience GmbH, Münster 6. Westfleisch Erkenschwick GmbH, Oer-Erkenschwick 7. Gustoland GmbH, Oer-Erkenschwick 8. WETRALOG GmbH, Münster 9. Mecnun Fleischwaren GmbH, Münster 10. FleiKost Wurstwaren GmbH, Oer-Erkenschwick 11. DogsNature GmbH, Oer-Erkenschwick 12. WePro GmbH, Münster 13. WESTFLEISCH Polska Sp. z o.o., Raciborz/PL 14. WESTFLEISCH ROMANIA SRL, Tarnaveni/RO 15. WETRALOG ROMANIA SRL, Tarnaveni/RO 16. UAB WESTFLEISCH BALTIKA, Kaunas/LT 17. Westfleisch Nordic AB, Stockholm/SE 18. WESTFLEISCH Magyarország Kereskedelmi Kft., Budapest/HU 19. WestPet Janke GmbH, Petershagen 20. LPM Hessenweg Immobilien GmbH, Münster 21. Westfood GmbH, Münster 22. WE-Personal GmbH, Münster 23. WENOVA Personal-Service GmbH, Münster 24. WENOVA GmbH, Münster 25. WE-Service GmbH, Münster 26. Han Wei Frozen Foods Co., Shanghai/CN 27. Westfleisch Scandinavia Aps, Kopenhagen/DK

Anteil Westfleisch SCE mbH   %

Anteil im Konzern   %

100 0 0 100 0 100 0 100 0 0 100 100 100 100 0 100 100 75 51 0 0 0 0 0 0 100 100

100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 75 51 100 100 100 100 100 100 100 100

45 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Name, Sitz

Anteil Westfleisch SCE mbH   %

Anteil im Konzern   %

Gemeinschaftsunternehmen 28. WestCrown GmbH, Dissen

50

50

Assoziierte Unternehmen 29. Coldstore Hamm Besitzgesellschaft mbH, Hamm 30. Coldstore Hamm GmbH, Hamm

25 25

25 25

Zweckgesellschaften 31. Westfleisch Finanz AG, Münster

Sämtliche in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen haben ihre Jahresabschlüsse einheitlich auf den 31. Dezember 2019 aufgestellt. Die Anteile am Kapital der assoziierten Unternehmen entsprechen der Höhe der Stimmrechte. Die Gesellschaften 1. bis 27. wurden als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaften 1. bis 12. und 21. bis 24. haben von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht. Mit diesen Gesellschaften bestehen unmittelbare und mittelbare (durchgängige) Ergebnisabführungsverträge mit dem Konzernmutterunternehmen. Die Gesellschaft 31. wird als Zweckgesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen und vollkonsolidiert, da bei ­wirtschaftlicher Betrachtungsweise die Westfleisch SCE mbH, Münster, die Mehrheit der Risiken und Chancen aus der Geschäftstätigkeit trägt. Die Anteile an der Gesellschaft 31. wurden nicht konsolidiert, da es sich hierbei um Anteile handelt, welche in der Konzernbilanz auf der Aktivseite im Umlaufvermögen ausgewiesen werden. Das Eigenkapital dieses Unternehmens wird im Konzerneigenkapital vollständig als Nicht beherrschende Anteile ausgewiesen. Mit Datum vom 01.01.2019 wurde die Bruns Fleischhandels- und Zerlege GmbH auf die Westfleisch Erkenschwick GmbH verschmolzen. Am 01.04.2019 wurde die Westfleisch Scandinavia ApS neu gegründet.

Konsolidierungsgrundsätze Bei der nach § 301 HGB vorzunehmenden Kapital­ konsolidierung ist für ab dem 1. Januar 2010 erstmals zu konsolidierende Tochterunternehmen die Neube­ wertungsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB) durch Verrechnung des Beteiligungsbuchwerts mit dem anteiligen neu­ bewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens angewendet worden. Die Verrechnung wird auf der Grundlage der Wertansätze zu dem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem das jeweilige Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Ein nach der Verrechnung verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und über die jeweilige ­ ­Nutzungsdauer abgeschrieben. Die in der Vergangenheit (vor dem 1. Januar 2010) nach der Buchwert­methode vorgenommenen Konsolidierungen wurden fort­ geschrieben.

Gesellschaft 6. angewachsen ist, betrug Mio. € 6,7, ­welcher als Firmenwert gem. § 309 Abs. 1 HGB planmäßig über 5 Jahre bis zum 31.12.2019 vollständig abgeschrieben wurde.

Der aktivische Unterschiedsbetrag aus der Kapital­ konsolidierung der ehemaligen Aldenhoven GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, die zum 01.11.2015 an die

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den

46

Das Gemeinschaftsunternehmen 28. sowie die assozi­ ierten Unternehmen 29. und 30. wurden nach der Equity-Methode auf der Grundlage der Buchwerte ­ ­einbezogen. Die Fortschreibung des anteiligen Eigenkapitals für die nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen ergibt für 2019 einen Ertrag von T€ 1.792, der in der ­Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen wird. Der fortgeschriebene Unterschiedsbetrag ­zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital beträgt T€ 1.724.


| Konzernanhang |

Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten sind, soweit erforderlich, konsolidiert worden. Gemäß § 305 Abs. 1 HGB sind Innenumsatzerlöse und andere Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen der empfangenen Konzernunternehmen verrechnet worden (Aufwands- und Ertragskonsolidierung). Zwischengewinne aus der konzerninternen Über­ tragung von Anlagevermögen wurden im Geschäftsjahr 2019 eliminiert. Auf eine weitere Zwischengewinn­ eliminierung aus konzerninternen Lieferungen wurde wegen untergeordneter Bedeutung gem. § 304 Abs. 2 HGB verzichtet. Auf Konsolidierungsmaßnahmen, die zu Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen führen, werden latente Steuern nach § 306 HGB abgegrenzt, wenn sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen, und soweit es sich nicht um einen nach § 301 Abs. 3 HGB verbleibenden Unterschiedsbetrag handelt. Steuerbe- und entlastungen werden stets miteinander verrechnet. Die auf andere Gesellschafter entfallenden Eigenkapital­ anteile von einbezogenen Tochterunternehmen (einschließlich Kapital- und Gewinnrücklagen) sowie der auf diese Gesellschafter entfallende Anteil am Jahres­ ergebnis der jeweiligen Tochterunternehmen werden innerhalb des Eigenkapitals unter den Ausgleichsposten für die Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.

Angaben zur Währungsumrechnung Die Umrechnung von Abschlüssen in fremder Währung erfolgt für die Posten der Bilanz mit Ausnahme des ­Eigenkapitals, das zum historischen Kurs umgerechnet wird, zum Euro-Referenzkurs der deutschen Bundesbank zum 31.12.2019. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs umgerechnet. Ein sich ergebener Unterschiedsbetrag aus der Umrechnung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wird nach den Rücklagen unter dem Posten „Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung“ erfolgsneutral ausgewiesen.

Bilanzierungs- und ­Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind unverändert zum Vorjahr die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögens­ gegenstände werden zu Anschaffungskosten einschließlich der Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer sowie außerplanmäßiger Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung bewertet. Die Nutzungsdauer beträgt 5 Jahre und reduziert sich bei geringerer Vertragslaufzeit entsprechend. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen linear über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Die Nutzungsdauer entspricht der Nutzung der erworbenen Prozesse und Verfahren. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung wurde linear über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren bis zum Stichtag voll­ ständig abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Folgende Nutzungsdauern werden angewandt: Gebäude 25–50 Jahre Betriebsvorrichtungen 10–20 Jahre Technische Anlagen und Maschinen 4–15 Jahre Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–13 Jahre Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Genossenschaftsanteile zu Anschaffungskosten und die Ausleihungen mit dem Nominalbetrag angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Bei Wegfall der dauerhaften Wertminderung erfolgt eine Zuschreibung auf den beizulegenden Wert, jedoch höchstens bis zu den Anschaffungskosten. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem beizulegenden Wert angesetzt. Soweit der Börsen- oder Marktpreis dieser Vermögensgegenstände zum Bilanzstichtag den Wert unterschreitet, erfolgt eine Bewertung zu dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis vom Bilanzstichtag. Darüber hinaus werden auf bestimmte überalterte und/oder schwer verwertbare Bestände besondere ­Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert

47 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


vom Bilanzstichtag vorgenommen. Für Ersatzteile w ­ urde ein Festwert gem. § 240 Abs. 3 HGB gebildet. Die unfertigen Erzeugnisse werden überwiegend zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten keine Fremdkapital­ zinsen und Kosten der allgemeinen Verwaltung. Die fertigen Erzeugnisse sind überwiegend nach der ­retrograden Methode, ausgehend von den durchschnittlichen Verkaufspreisen am Bilanzstichtag und vermindert um Bewertungsabschläge, die auf Kalkulationen der Betriebsabrechnung beruhen und noch anfallende Verwaltungs-, Vertriebs- und Lagerkosten sowie ­ Handelsspannen berücksichtigen, zu Herstellungs­ ­ kosten bewertet. Fremdkapitalzinsen sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. Die Schweinehälften werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ­bewertet. In allen Fällen wird verlustfrei bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. unverzinsliche Forderungen zum Barwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Die sonstigen Wertpapiere beinhalten ausschließlich den Handelsbestand an Aktien der Westfleisch Finanz AG, Münster, und werden nach § 253 Abs. 4 HGB zu ­Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet. Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind getätigte Ausgaben ausgewiesen, die Aufwand für eine ­bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die in 2019 und in 2018 ausgegebenen Genussscheine werden aufgrund der Rechte und Pflichten aus der Zeichnung (insb. Teilnahme an Verlusten, erfolgs­ abhängige Vergütung und langfristiger Charakter durch Mindestlaufzeit von 5 Jahren) im Eigenkapital ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche ­Verpflichtungen wurden auf der Grundlage von versicherungsmathematischen Berechnungen unter ­ Verwendung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck nach der PUC-Methode („Projected Unit Credit“-­ Methode) ermittelt. Die Abzinsung wurde nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB, unter Zugrundelegung einer ange­nommenen Restlaufzeit von 15 Jahren, mit 2,71 % p.a. vorgenommen.

48

Künftig zu erwartende Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden mit 0,00 % bis 2,00 % und Rentensteigerungen mit 2,00 % p.a. berücksichtigt. Fluktuation wurde nicht berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnitt­ lichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben ­Geschäftsjahren beträgt T€ 757. Dieser Betrag ist gem. § 253 Abs. 6 HGB für die Ausschüttung gesperrt. Der ausschüttungsgesperrte Betrag ist durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellun­ gen berücksichtigen alle ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden zum Stichtag mit dem von der ­ Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen Zinssatz ­ ­ab­gezinst. Als Zinssatz wird der durchschnittliche laufzeitadäquate Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag ­angesetzt. Auf fremde Währung lautende Posten der Aktiva und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem historischen Devisenkassenmittelkurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Zum Stichtag werden mittelbzw. langfristige Fremdwährungsposten der Aktivseite mit dem Devisenkassenmittelkurs bei Entstehung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrunde­ legung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassenmittelkurs bei Entstehung der Verbind­ lichkeit oder zum höheren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am ­Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Fremdwährungsposten der Aktivseite und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr ­werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag ­gemäß § 256a HGB umgerechnet. Bei kursgesicherten Posten der Aktiva und Verbindlichkeiten wird im Falle des Vorliegens von Bewertungseinheiten von einer Stichtagsbewertung abgesehen.


| Konzernanhang |

Erläuterungen zur Bilanz

Ergebnisrücklagen

Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlage­ vermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Dabei werden die aus der Erstkonsolidierung resultierenden kumulierten Anschaffungskosten bzw. Abschreibungen gesondert ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sowie die sonstigen ­ ­Vermögensgegenstände sind – wie im Vorjahr – sämtlich ­innerhalb eines Jahres fällig. Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich – wie im Vorjahr – ausschließlich um solche aus Lieferungen und Leistungen.

Bilanzgewinn Der Bilanzgewinn setzt sich wie folgt zusammen: Konzernjahresüberschuss Nicht beherrschende Anteile Konzerngewinnvortrag Einstellung in Rücklagen Konzernbilanzgewinn

10.683.353,92 € 5.923.636,07 € 239.989,36 € 1.604.375,94 € 3.395.331,27 €

Als Sonderposten des Eigenkapitals werden Genussscheine in Höhe von T€ 24.683 (Vj. T€ 14.041) ausgewiesen. Die Laufzeiten betragen: Betrag T € 3.190 2.714 3.446 2.448 7.405 5.480 24.683

Laufzeit bis 2023 2024 2025 2026 2028 2029

Die Generalversammlung vom 17.06.2019 hat beschlossen, aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres eine Zu­ weisung in Höhe von € 1.007.609,80 zu den Ergebnis­ rück­lagen vorzunehmen.

Latente Steuern Bezüglich der aktiven latenten Steuern wurde konzern­ einheitlich vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 HGB für Zwecke des Konzernabschlusses kein Gebrauch gemacht. Der Aktivüberhang bei den latenten Steuern resultiert insbesondere aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz bei den Sonstigen- und Pensionsrückstellungen sowie beim Anlagevermögen ­ und den Vorräten. Im Geschäftsjahr weist eine Gesellschaft passive latente Steuern in Höhe von T€ 14.297 (Vj. T€ 11.547) aus. Hierbei wurden aktive latente Steuern in Höhe von T€ 1.826 (Vj. T€ 1.535), die im Wesentlichen auf Differenzen im Anlagevermögen beruhen (unterschiedliche Nutzungsdauern zwischen Handels- und Steuerrecht) mit passiven latenten Steuern in Höhe von T€ 16.123 (Vj. T€ 13.082) aufgrund der Bildung einer Ersatzbeschaffungsrücklage sowie einer Reinvestitionsrücklage (Rücklage gem. §6b EStG) in der Steuerbilanz verrechnet. Es wurde ein ­Konzernsteuersatz von 31,9 % berücksichtigt. Des Weiteren ergaben sich passive latente Steuern gem. § 306 HGB im Wesentlichen aus einer Neubewertung ­eines Unternehmens zu Zeitwerten. Die passiven latenten Steuern hieraus reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 1.646 und belaufen sich zum Geschäftsjahresende auf T€ 3.013. Insgesamt weist der Konzern­ abschluss zum 31. Dezember 2019 passive latente S ­ teuern in Höhe von T€ 17.351 (Vj. T€ 16.217) aus.

Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Einkaufs- und Kundenboni (T€ 35.122), Drohverluste (T€ 16.230), ausstehende Kostenrechnungen (T€ 15.698), Strukturmaßnahmen (T€ 10.599) und Personal (T€ 8.722), gebildet.

Die Genussscheine wurden vollständig im Geschäftsjahr 2018 bzw. 2019 emittiert. Insgesamt wurden 140.408 ­Anteile in 2018 und 106.426 Anteile in 2019 zum Nennbetrag von jeweils € 100 verbrieft. Die Genussscheine ­gewähren den Inhabern einen Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung des Kapitals nach den Genussrechtsbedingungen. Die Genussscheine verbriefen Gläubigerrechte, mit denen keine Gesellschafterrechte verbunden sind.

49 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich im Einzelnen wie folgt dar (Angaben in T€):

Art der Verbindlichkeit 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr) 2. Erhaltene Anzahlungen (Vorjahr) 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr) 4. Verbindlichkeiten gegenüber ­Beteiligungsunternehmen (Vorjahr) 5. Sonstige Verbindlichkeiten (Vorjahr)

bis 1 Jahr 17.233 (546) 8.478 (0) 188.763 (138.321)

Restlaufzeit über 1 Jahr davon über 5 Jahre 68.545 3.332 (75.158) (25.158) 0 0 (0) (0) 0 0 (0) (0)

1.524 (1.619) 21.794 (27.154)

0 (0) 0 (6.000)

Gesamt 85.778 (75.704) 8.478 (0) 188.763 (138.321)

0 (0) 0 (0)

1.524 (1.619) 21.794 (33.154)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen betreffen mit T€ 1.524 (Vj. T€ 1.619) Lieferungen und Leistungen. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Genussscheine aus Zeichnungen der Vorjahre in Höhe von T€ 6.000 ­ent­halten. Diese Genussscheine wurden bei Ausgabe als Fremdkapital klassifiziert, da aufgrund der vertraglichen ­Aus­gestaltung ein langfristiger Charakter der Genussscheine nicht gegeben ist (z. B. Sonderkündigungsrechte).

Art und Zweck außerbilanzieller Geschäfte

Die ­(Mindest-)Laufzeiten betragen: Betrag T € 6.000

Laufzeit bis 2020

Die Genussscheine verbriefen Gläubigerrechte, mit denen keine Gesellschafterrechte verbunden sind. Im ­ Jahr 2019 sowie zu Beginn des Jahres 2020 wurden von den Genussrechten vereinbarungsgemäß T€ 13.444 ­zurückgezahlt.

Als Baustein des Finanzierungskonzeptes wurde ein Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von ABS Transaktionen verkauft. Das Forderungsmanagement erfolgt weiterhin durch unsere Gesellschaft. Das ABS Volumen beläuft sich zum ­ 31.12.2019 auf Mio. € 88,8. Mit Vertrag vom 27.12.2019 wurden diverse technische Anlagen und Maschinen im Rahmen eines sale and lease-back in Höhe von T€ 5.239 veräußert. Die unkündbare Leasingzeit beträgt 42 bis 60 Monate. Sowohl der Forderungsverkauf als auch der ­sale and lease-back führen zu einem vorzeitigen Liquiditätszufluss.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen Sonstige aus der Bilanz nicht ersichtliche finanzielle Verpflichtungen betreffen folgende Sachverhalte:

Verpflichtungen aus erteilten Investitionsaufträgen Verpflichtungen für mehrjährige Leasing-, Miet- und Wartungsverträge im EDVund Geschäftsausstattungsbereich Liefer- und Abnahmeverpflichtungen aus Warenkontrakten Haftungssummenverpflichtungen bei Genossenschaften Gesamt

T € 1.397 25.443

8.070 17 34.927

Derivative Finanzinstrumente Zur Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken hat die Gruppe per 31.12.2019 Devisentermingeschäfte in einem Umfang von T€ 67.722 abgeschlossen.

50

Devisentermingeschäfte werden soweit möglich und sinnvoll gemäß § 254 HGB mit den Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst (zum


| Konzernanhang |

31.12.2019: T€ 63.427). Dabei werden Devisenkonten i.H.v. T€ 9.299, Forderungen i.H.v. T€ 54.410 und ­Verbindlichkeiten i.H.v. T€ 282 abgesichert. Die Grundgeschäfte beziehen sich auf Fremdwährungsbanksalden, -forderungen und -verbindlichkeiten. Im Wege des Makro-Hedgings werden diese nach Fristigkeit Devisentermingeschäften gegenübergestellt, um Kurs­ änderungen abzusichern. Aufgrund der Struktur der Grundgeschäfte handelt es sich durchweg um kurz­ fristige Transaktionen, bei denen eine hohe Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung erwartet wird, da die bewertungsrelevanten Merkmale von Grund- und Sicherungs­ geschäften im Wesentlichen übereinstimmen. Die ­Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird u.a. über die Dollar-Offset Methode ermittelt. In dem Umfang und

für den Zeitraum, in dem sich die gegenläufigen Wert­ änderungen oder Zahlungsströme ausgleichen, findet keine buchmäßige Erfassung der Wertänderungen statt. Das durch Devisentermingeschäfte abgesicherte Risiko ­beträgt zum Bilanzstichtag T€ 79. In Höhe von T€ 4.295 wurden Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken erworben, die nicht in Bewertungseinheiten einbezogen wurden. Zur Ermittlung des Zeitwerts, der im Wesentlichen von der zukünftigen Entwicklung der Wechselkurse abhängt, wurden diese dem Devisenkassamittelkurs zum 31.12.2019 gegenübergestellt. Hieraus ergab sich eine positive Abweichung von T€ 21. Mangels Realisierung wurde keine Forderung gebucht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse 2019

– nach Regionen T € 1.950.772 844.086 2.794.858

Inland Ausland

2018 % 69,8 30,2 100,0

T € 1.837.064 720.562 2.557.626

T € 1.651.800

% 59,1

T € 1.473.292

% 57,6

858.195 164.585

30,7 5,9

798.196 136.141

31,2 5,3

107.361 12.917 2.794.858

3,8 0,5 100,0

136.478 13.519 2.557.626

5,3 0,6 100,0

2019

– nach Sparten Frischfleisch Fleischzubereitung und Wurstwaren Nutzvieh Nebenprodukte und Tiernahrung Sonstiges

% 71,8 28,2 100,0 2018

Sonstige betriebliche Erträge

Zinserträge/Zinsaufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rück­ ­ stellungen (T€ 13.423), Erträge aus Anlagenverkäufe (T€ 10.267) sowie Erträge aus Währungsumrechnungen (T€ 3.558).

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind ­Aufwendungen aus Aufzinsungen in Höhe von T€ 907 enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus dem Verkauf des Grundstückes Paderborn in 2019 in Höhe von T€ 9.997 enthalten. Die sonstigen betrieb­ lichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Bildung einer Einzelwertberichtigung in Höhe von T€ 8.500 auf ausstehende Forderungen gegen einem Kunden im Drittland.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Kursverluste aus Währungsumrechnungen von T€ 4.577.

Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung

51 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Sonstige Angaben Nachtragsbericht Die mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (COVID-19) verbundenen wirtschaftlichen Folgen sind derzeit nicht quantifizierbar, da weder die Dauer noch der künftige Umfang der damit verbundenen Einschränkungen bekannt sind. Auch wenn Schweine- und Rindfleisch als Nahrungsmittel grundsätzlich einer konstanten Nachfrage unterliegt, so sind negative Auswirkungen auf unsere Ver­ mögens-, Finanz- und Ertragslage denkbar. Risiken bestehen hier insbesondere aus möglichen Einschränkungen bei der Produktion durch die Unterbrechung von Lieferketten, Produktionsausfälle bei unseren Lieferanten sowie Krankheitsfälle in der Belegschaft. ­ Durch entsprechende Gegenmaßnahmen sollen die Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertrags­lage kompensiert werden.

Bezüge ehemaliger Organe Im Geschäftsjahr 2019 wurden Bezüge von T€ 260 an ehemalige Vorstände bzw. deren Hinterbliebenen ausgezahlt. Zum Stichtag 31.12.2019 besteht eine ent­ sprechende Rückstellung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 3.422.

Risiken und Vorteile außerbilanzieller Geschäfte Im Rahmen des Forderungsverkaufs wird das Ausfall­ risiko bis zu 100 % von der Finanzierungsgesellschaft übernommen. Die vorzeitig generierte Liquidität durch den Verkauf der Forderungen und im Rahmen des sale and lease-back führt zu einer Verbesserung der Kapitalstruktur.

Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter: Vollzeit­ beschäftigte

Teilzeit­ beschäftigte

Auszu­ bildende

Aufsichtsrat • Josef Lehmenkühler, Geseke, Landwirt, Vorsitzender • Christian Streyl, Dülmen, Landwirt, stv. Vorsitzender • Michael Beneke, Vechta, Landwirt • Siegmund Koscielski, Oer-Erkenschwick, ­Arbeitnehmervertreter • Dieter Haugwitz, Hamm, Arbeitnehmervertreter • Heinrich Lohmann, Ascheberg, Landwirt • Stefan Nießing, Borken-Burlo, geschäftsführender Vorstand der Agri V Raiffeisen eG • Peter Rehfeld, Emsdetten, Arbeitnehmervertreter • Ferdinand Roling, Gescher, Arbeitnehmervertreter • Karl-Wilhelm Steinmann, Bottrop, Landwirt • Paul Uppenkamp, Ahlen, Geschäftsführer der ­Raiffeisen Beckum eG • Jochen Westermann, Selm, Landwirt • Katja Zazopoulos, Gescher, Arbeitnehmervertreterin

Kaufmännische Arbeitnehmer Gewerbliche ­Arbeitnehmer

815

84

82

3.172

23

27

3.987

107

109

Mitgliederbewegung Zahl der ­Mitglieder Stand 01.01.2019 Zugänge Abgänge

4.474 287 149

Stand 31.12.2019

4.612

Anzahl der ­Geschäftsanteile 57.141 4.582 1.686 60.037

Vorstand • Dirk Niederstucke, Hille-Rothenuffeln, Landwirt, ­Vorsitzender (ehrenamtlich) • Peter Piekenbrock, Nordkirchen, Landwirt, stv. Vorsitzender (ehrenamtlich) • Gerhard Meierzuherde, Herzebrock-Clarholz, ­Landwirt (ehrenamtlich) • Carsten Schruck, Münster, Geschäftsführer • Steen Sönnichsen, Lohne, Geschäftsführer • Johannes Steinhoff, Ahlen, Geschäftsführer

Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr um T€ 1.516 auf T€ 30.305 erhöht. Eine Nachschusspflicht der Mitglieder besteht nicht.

Prüfungsverbände DGRV – Deutscher Genossenschaftsund Raiffeisenverband e.V., Linkstraße 12, 10785 Berlin

Forderungen an Organe Am Bilanzstichtag bestanden Forderungen an Mitglieder des Vorstands in Höhe von T€ 3 und an Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von T€ 3.

52

Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e. V., Peter-Müller-Straße 26, 40468 Düsseldorf


| Konzernanhang |

Ergebnisverwendung/Ergebnisverwendungs­ vorschlag der Muttergesellschaft Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für 2019 einen Jahresüberschuss von € 3.208.751,87 aus. Nach den Bestimmungen der Satzung wurden hiervon in die Rücklagen eingestellt: gesetzliche Rücklage gem. § 38 der Satzung (25 %) andere Ergebnisrücklagen gem. § 39 der Satzung (25 %) Einstellung in Rücklagen

802.187,97

€ €

802.187,97 1.604.375,94

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den verbleiben­ den Bilanzgewinn von € 1.604.375,93 wie folgt zu ­verwenden: Ausschüttung einer 4,2 %igen Dividende gem. § 42 der Satzung auf die Geschäftsguthaben aller Mitglieder € 1.253.515,59 Zuweisung zu den anderen Ergebnisrücklagen € 350.860,34

Münster, 22. April 2020

Dirk Niederstucke Gerhard Meierzuherde Peter Piekenbrock Carsten Schruck Steen Sönnichsen Johannes Steinhoff

53 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Konzernanlagenspiegel 2019 ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN 01.01.2019

ZUGÄNGE

ABGÄNGE

UMBUCHUNGEN

(U)

WÄHRUNGS-

(W)

UMRECHNUNG ÜBERTRAGUNG T€

VERÄNDERUNGEN

UMBUCHUNGEN

(U)

WÄHRUNGS-

(W)

UMRECHNUNG (Ü)

T€

ÜBERTRAGUNG

31.12.2019

AUS DER EQUITYBEWERTUNG

(Ü)

T€

T€

I. Immaterielle ­Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, ­gewerbliche Schutzrechte und ähn­liche Rechte und Werte sowie Lizenzen an ­solchen Rechten und Werten

2. Geschäfts- oder Firmenwert 3. Geleistete Anzahlungen

9.680

42

3.594 5.672

(U)

14

(Ü)

14

(Ü)

6

(W)

18.898

32.524

0

0

0

32.524

5.971

343

0

0

652

5.661 4. G  eschäfts- oder Firmenwert aus der ­Kapitalkonsolidierung

0

(U)

34.081

0

0

0

34.081

82.256

3.937

42

0

86.155

0

258.266

0

263.546

0

63.143

0

30.685

0

615.640

5.672

(U)

5.661

(U)

14

(Ü)

14

(Ü)

6

(W)

II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten auf fremden Grundstücken

255.298

12.057 4.245

2. Technische Anlagen und Maschinen

3. Andere Anlagen, Betriebs- und ­Geschäftsausstattung

4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

238.900

72.663

23.939

11.055

9.074

22.955

(U)

277

729

(Ü)

729

(Ü)

13

(W)

11.182

(U)

6.864

918

(U)

32

(Ü)

20.056 11

590.800

13.334 (U)

14.694

(U)

32

(Ü)

62

(W)

153 (Ü)

54.350

13.157

(U)

11

(Ü)

29.425

28.118

(U)

28.12 8

(U)

772

(Ü)

772

(Ü)

75

(W)

III. Finanzanlagen 1. Anteile an assoziierten Unternehmen

3.340

0

0

1.723

219

20

0

0

3. Geschäftsguthaben bei ­Genossenschaften

22

0

0

0

22

4. Sonstige Ausleihungen

239

0

15

0

224

3.820

20

15

1.723

3.825

676.876

58.307

1.723

707.343

2. Beteiligungen

54

29.482

33.790

(U)

33.790

(U)

786

(Ü)

786

(Ü)

81

(W)

5.063 239


| Konzernanhang |

KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN ZUGÄNGE

ABGÄNGE

UMBUCHUNGEN

(U)

WÄHRUNGS-

(W)

UMRECHNUNG (Ü)

T€

8.157

(U)

WÄHRUNGS-

(W)

31.12.2019

31.12.2019

31.12.2018

T€

T€

T€

UMRECHNUNG

ÜBERTRAGUNG T€

UMBUCHUNGEN

ÜBERTRAGUNG

(Ü)

T€

25

1.660 14

(Ü)

14

(Ü)

5

(W)

9.788

9.110

1.523

28.561

652

0

29.213

3.311

3.963

0

0

0

0

652

5.971

33.419

662

0

34.081

0

662

70.137

2.974

25

73.082

13.073

12.119

150.481

107.785

108.858

204.149

59.397

58.588

44.452

18.691

21.334

6.436

24.249

20.054

405.518

210.122

208.834

146.440

14

(Ü)

14

(Ü)

1

(W)

5

(W)

10.553 141

180.312

16.522 11.240

51.329

3.885

6.653 (U) 3.473 (U)

451

616

(Ü)

616

(Ü)

1

(W)

2

(W)

69

(U)

10.874

24

(Ü)

10.675

6.704

2.676

24

(Ü) (W)

0

40.426 11.450

(U)

43

125 381.966

(U)

(U)

16.830 (U)

11.450

(U)

640

(Ü)

640

(Ü)

1

(W)

45

(W)

0

0

0

0

5.063

3.340

0

0

0

0

239

219

0

0

0 0

0

452.103

43.400

0

0

22

22

0

0

224

239

0

0

5.548

3.820

478.600

228.743

224.773

16.855

11.450

(U)

11.450

(U)

654

(Ü)

654

(Ü)

(W)

50

(W)

2

55 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

01.01.2019

BUCHWERTE


Konzerneigenkapitalspiegel 2019 EIGENKAPITAL DES MUTTERUNTERNEHMENS

T€

T€

-3.640

Kapitalerhöhung/ -herabsetzung Einzahlung von Geschäftsguthaben Rückzahlung von Geschäftsguthaben Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen Einstellung in / Entnahme aus Rücklagen

T€

T€

T€

T€

T€

26.459

49.019

75.478

101.673

0

0

0

2.125

0

2.125

35

-1.009

0

-1.009

-3

-3

0

-3

-1.044

Gesetzliche Rücklage

Summe

2.125

0

1.008

1.008

Ausschüttung

0

0

0

Ergebnisvortrag

0

0

0

Währungsumrechnung

0

Sonstige Veränderungen Änderungen des Konsolidierungskreises Konzernjahresüberschuss/ -fehlbetrag Stand am 31.12.2019

31.838

-3.640

-890

1

1

1

0

0

0

0

0

0

0

802

802

1.604

1.604

27.308

27.262

50.829

78.091

105.399

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

56

1.008

Summe

T€ 26.195

-922

Andere Ergebnisrücklagen

Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung

Stand am 31.12.2018

RÜCKLAGEN / ERGEBNISRÜCKLAGEN

Summe

Nicht fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile

T€ 30.757

Gezeichnetes Kapital

Abzgl. von Tochtergesellschaften gehaltene Geschäftsguthaben

(KORRIGIERTES) GEZEICHNETES KAPITAL

-35

5

1

-29


| Konzerneigenkapitalspiegel |

-3.206

2.198

Summe

T€

T€ 97.468

0

0

0

0

0

2.125

0

0

2.125

0

-1.009

0

0

-1.009

0

-3

0

0

-3

-1.008

0

-843

-843

0

0

-24

-18

0

0

0

1

-1.604

3.156

4.760

-1.604

3.395

108.765

-5

2.853

-1 -3.611

72.469

-6

T€

KONZERNEIGENKAPITAL

24.246

-24

240

Genussscheinkapital

0

Summe

T€

73.227

Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/ Verluste

Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung

T€

103.752

T€

5.088

4.760 4.759

T€

2.114

T€ -2.198

-843 -5.088

Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis

-775

SONDER­POSTEN DES EIGENKAPITALS

NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE

Summe

T€

Konzernbilanzgewinn/-verlust, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist

Gewinnvortrag/Verlustvortrag

T€ 5.087

Einstellung in Rücklagen

Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist

EIGENKAPITAL DES MUTTERUNTERNEHMENS

14.041

T€ 215.261

-2.853

0

0

-2.272

-2.272

-3.115

0

0

0

0

-1

-19

0

-3.611

0

0

5.924

5.924

25.045

97.508

10.642

7.031 1 10.684

24.683

230.956

57 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Konzernkapitalflussrechnung 2019 nach DRS 21 2019 T€ 1.

Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter)

10.683

2.

+/-

Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens

43.400

3.

+/-

Zunahme/Abnahme der Rückstellungen

-9.096

4.

-/+

Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordenen sind

5.

+/-

Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordenen sind

60.928

6.

-/+

Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens

-6.691

7.

+/-

Zinsaufwendungen/Zinserträge

8.

-

Sonstige Beteiligungserträge

-12

9.

+/-

Ertragsteueraufwand/-ertrag

10.

-/+

Ertragsteuerzahlungen

4.723 -15.770

11.

=

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (Summe aus 1 bis 10)

12.

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens

13.

-

Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen

14.

+

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens

15.

-

Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen

16.

+

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens

17.

-

Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen

18.

+/-

Veränderung aus der Equity-Bewertung

19.

+

Erhaltene Zinsen

20.

+

Erhaltene Dividenden

21.

=

Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 12 bis 20)

22.

Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens

-69.104

2.892

21.953 18 -3.937 19.317 -54.351 15 -20 -1.723 1.607 12 -39.062 1.113

23.

+

Einzahlungen aus Genussrechtskapital

24.

-

Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten

25.

+/-

Veränderung der Konzernfinanzierung

-3.744

26.

-

Gezahlte Zinsen

-3.592

27.

-

Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens

28.

-

Gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter

-1.038 -1.962

29.

=

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 22 bis 28)

-15.274

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 11, 21, 29)

-32.383

30.

10.643 -16.694

31.

+/-

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode

78.907

32.

=

Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 30 bis 31)

46.524

Jederzeit fällige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten lt. Bilanz Finanzmittelfonds am Ende der Periode

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

58

13.850 60.374 46.524


| Konzernkapitalflussrechnung | Konzernlagebericht |

Konzernlagebericht 2019 Geschäftsmodell des Konzerns Westfleisch ist eine international tätige Unternehmensgruppe und einer der führenden Fleischvermarkter in Deutschland und Europa (Quelle: Studie ZMP/AMI). Das Unternehmen schlachtet, zerlegt, verarbeitet und ver­ edelt an neun Standorten in Nordwestdeutschland und vertreibt seine Produkte national wie international in mehr als 40 Länder weltweit. Westfleisch beschäftigt rund 5.000 Menschen. Westfleisch ist eine Europäische Genossenschaft (SCE) und steht in der Tradition einer 1928 gegründeten Viehvermarktung. Mitglieder und Eigentümer sind mehr als 4.000 Landwirte. Über Kooperationsverträge erzeugen sie Schweine, Rinder und Kälber. Westfleisch garantiert deshalb Herkunft, Sicherheit und Qualität des wertvollen Lebensmittels Fleisch – direkt von Bauern. Die Gruppe ist organisiert in den Sparten Frischfleisch, Fleischverarbeitung (SB-Fleisch-/Convenience und Wurstproduktion) sowie Nutzvieh.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2019 ist die deutsche Wirtschaft erneut gewachsen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorjahr im Jahresdurchschnitt preisbereinigt um 0,6 Prozent jedoch mit stark verringertem Tempo. Der Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre beträgt 1,3 %. Im europäischen Vergleich lag das deutsche Wirtschaftswachstum 2019 damit unter dem Durchschnitt aller Mitgliedsstaaten der EU. Für die gesamte EU geht die Europäische Kommission von einem Anstieg des preisbereinigten BIP um 1,4 % aus. Im globalen Vergleich kann sich die europäische Wirtschaft damit weiter behaupten. Für die USA wird mit einem BIP-Wachstum von 2,3 %, für China von 6,1 % und für Russland von 1,0 % gerechnet (Quelle: Destatis). Gestützt wurde das Wachstum im Jahr 2019 vor allem vom Konsum. Dabei waren die privaten Konsumausgaben preisbedingt um 1,6 % höher als im Vorjahr. Auch die deutschen Exporte nahmen im Jahresdurchschnitt 2019 weiter zu, wenn auch nicht so stark wie in den Vorjahren. Preisbereinigt exportierte die deutsche Wirtschaft 0,9 % mehr Waren und Dienstleistungen als in 2018. Die preisbereinigten Importe stiegen mit 1,9 % deutlich stärker. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt

2019 erstmals von mehr als 45 Millionen Erwerbstätigen (45,3 Millionen) mit Arbeitsort in Deutschland erbracht (Quelle: Destatis). Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Jahresdurchschnitt um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Jahresteuerungsrate 2019 lag damit unter dem Vorjahr (1,8 %). Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2019 gegenüber 2018 ebenfalls um 1,4 %. Deutlich teurer wurde dabei unter anderem Fleisch und Fleischwaren (+3,1 %) (Quelle: Destatis).

Marktverhältnisse Mit 55,1 Millionen geschlachteten Tieren im Jahr 2019 gingen die Schlachtungen der Schweine in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 3,0 % zurück. So verringerte sich die Zahl der geschlachteten Schweine inländischer Herkunft um 3,4 % auf 51,8 Mio. Tiere, während die Zahl importierter und in Deutschland geschlachteter Schweine um 2,7 % auf 3,3 Mio. anstieg. Insgesamt nahm die in Deutschland produzierte Schweinefleischmenge im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % auf 5,2 Millionen ­Tonnen ab. (Quelle: AMI). Mit 1,73 Euro je kg Schlachtgewicht ­erzielten die Erzeuger im Durchschnitt gut 32 Cent mehr als in 2018 (Quelle: ZMP). Die Anzahl gewerblich geschlachteter Rinder sank ­gegenüber dem Jahr 2018 um 0,8 % auf 3,5 Millionen Tiere. Da aber das durchschnittliche Schlachtgewicht zunahm, stieg die Schlachtmenge auf 1,1 Millionen ­Tonnen Rindfleisch im Jahr 2019, das sind 0,9 % mehr als im Vorjahr (Quelle: AMI). Im Mittel lag der durchschnittliche Einkaufpreis für Jungbullen (R3) mit 3,56 €/kg ­unter dem Wert des Vorjahreszeitraums 2018 (3,82 €/kg) (Quelle: ZMP). Der Trend der rückläufigen Nachfrage der Verbraucher nach Fleisch hielt auch im Jahr 2019 an. Besonders das Schweinefleisch verliert stetig in der Gunst der Verbraucher. Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2019 ging die Nachfrage der privaten Haushalte nach Schweinefleisch um 3,9 % zurück. So lag der Pro-Kopf-Verzehr in 2019 nur noch bei 34,3 kg Schweinefleisch nach 35,7 kg im Jahr 2018. Der Konsum von Rindfleisch hat ein ­leichtes Plus zu verzeichnen. Pro Kopf verzehrten die deutschen Verbraucher in 2019 9,8 kg Rindfleisch, nach 9,7 kg in 2018. Preislich mussten die Konsumenten bei Geflügel-, Schweine- und Rindfleisch tiefer in die T ­ asche greifen. Der AMI-Frischeindex ergab für den Dezember eine Teuerungsrate für frische Lebensmittel von 2,2 %

59 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


gegenüber dem Vorjahreswert. Während die Preise für Rind- und Geflügelfleisch dabei nur moderat gestiegen sind, kam es im Handel mit Schweinefleisch (10,8 %) ­sowie mit Wurst und Fleischwaren (6,1 %) zu sehr deut­ lichen Aufpreisen. In zunehmendem Maße macht sich dabei die Entwicklung am Schlachtschweinemarkt bemerkbar. Die hohen Preise für Schlachtschweine ­ ­wirken sich auch auf die Fleischpreise aus (Quelle: AMI). International macht sich die in China grassierende Afrikanische Schweinepest weiter bemerkbar. Der Engpass an Schweinefleisch dort nimmt immer weiter zu. Die Schweinefleischimporte in China fielen im Jahr 2019 deutlich höher aus als im Jahr 2018. Der Grund war der Engpass am heimischen Schweinefleischaufkommen im Zuge der grassierenden Afrikanischen Schweinepest und der damit verbundenen sehr starken Produktionsausfälle. So führte China im Jahr 2019 insgesamt rund 3 Mio. t an Schweinefleisch, Nebenprodukte und Innereien ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war dies ein Plus von 41 % bzw. 870.000 t Schweinefleisch. Auch im Jahr 2020 werden die Einfuhren voraussichtlich ähnlich steigen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China und die damit verbundenen hohen Importzoll­ sätze haben die Einfuhren aus den USA nicht, wie angenommen, groß verringert. Die größten Steigerungsraten im internationalen Handel gab es bei der Einfuhr von gefrorenem Schweinefleisch aus den USA, Dänemark und Spanien. Aktuell werden große Mengen der staat­ lichen Hilfseinlagerungen von gefrorenem Schweinefleisch für die vom Coronavirus betroffenen Großräume verwendet, um Engpässe in der Produktion auszu­ gleichen (Quelle: AMI). Die Preise für Schlachtschweine fielen in Europa im Jahr 2019 deutlich höher aus als im Jahr zuvor. Die sich ­immer weiter ausbreitende Afrikanische Schweinepest führte zu Produktionseinbußen besonders in Asien. Entsprechend stand Schweinefleisch weltweit betrachtet in eher knappen Mengen zur Verfügung. Der Außenhandel belebte sich deutlich und dies führte zu einem rasanten Anstieg der Erzeugerpreise für Schlachtschweine. So wurden 2019 im europäischen Durchschnitt mit 1,69 €/kg Schlachtgewicht ein um 19 % höherer Preis als noch im Vorjahr gezahlt. Die größten Preisanstiege waren in Dänemark mit einem Plus von 28 % zu beobachten. Die Vergleichbarkeit der dargestellten Preise nach Angaben der EU-Kommission ist nur bedingt gegeben, denn es handelt sich um Basiswerte ohne Einbeziehung von ­Bonuszahlungen wie sie in Dänemark üblich sind. Auch werden unterschiedliche Abliefermodi wie in Frankreich frei Hof oder in Deutschland frei Schlachthof nicht berücksichtigt. Der Wesentliche Hintergrund für die ­ Preisentwicklung des Jahres 2019 war die gesteigerte Nachfrage nach Schweinefleisch besonders durch den erhöhten Importbedarf Chinas. Aber auch das leicht rückläufige Schlachtaufkommen in Deutschland und in

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anderen EU-Ländern ist für diese Entwicklung verantwortlich. Mit Ausnahme von Spanien schlachteten alle großen Erzeugernationen weniger Tiere. Zwar konnte dieser Rückgang zumindest teilweise durch höhere Schlachtgewichte kompensiert werden, dennoch wurde als Folge auch deutlich weniger Schweinefleisch erzeugt (Quelle: AMI/Destatis). Mäster von Jungbullen auf EU-Ebene erzielten im Durchschnitt deutlich niedrigere Preise im Vergleich mit dem Vorjahr. Trotz einer leicht geringeren Rindfleischproduktion 2019 in der EU, war die Vermarktung von Schlachtrindern oft schwierig. Daher wurden gegenüber 2018 europaweit um 5,1 % geringere Preise für Jung­ bullen erreicht. Bis auf wenige Ausnahmen sanken in vielen Mitgliedsstaaten der EU die Preise für Jungbullen. Ausnahmen mit annähernd stabilen Preisen waren in Italien, in Frankreich und in den Niederlanden zu ­beobachten. Besonders starke Preisnachlässe mussten die Erzeuger in Irland und Polen hinnehmen (Quelle: AMI).

Geschäftsverlauf Die Westfleisch-Gruppe hat mit Umsatzerlösen von 2.795 Mio. EUR den Vorjahreswert von 2.558 Mio. EUR deutlich übertroffen. Wie auch schon im gesamten Jahres­ verlauf seit Anfang März ist der wesentliche Treiber dieser Entwicklung die aufsteigende Tendenz ­ der Notierung für schlachtreife Schweine. Damit wurde auch der rückläufige Trend des Schlachtvolumens im Bereich Schwein kompensiert. Die verschiedenen politischen Diskussionen mit resultierenden Unsicherheiten sowie die durchaus in den letzten Jahren anspruchs­ vollere wirtschaftliche Situation hatte viele Schweinehalter dazu getrieben, sich aus dem Markt zurück zu ziehen. Dieses Volumen ist dauerhaft aus dem Markt ­ verschwunden. Umso anspruchsvoller war allerdings im sehr nach­fragestarken Marktumfeld, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, der Kampf um den Rohstoff. Im Rindfleischbereich ist Westfleisch in 2019 gegen den Markt gewachsen (+2,6 %) vs. Markt (-0,8 %). Positiv wirkte hierbei die breite und differenzierte Aufstellung mit einer Abnahme von Kühen, Färsen und Bullen an ­allen drei Großvieh-Schlachtstandorten der Westfleisch. Das wird möglich, weil über die Weiterverarbeitungs­ bereiche breite Programme gefahren werden können. Das Färsenfleisch lässt sich beispielsweise in Spezial­ programme für einige Lebensmittelhändler vermarkten, während mit Kuhfleisch die steigende Nachfrage nach Hackfleisch und Hamburgern bedient wird. Das Einkaufspreisniveau für Bullen war dabei vergleichsweise moderat. Der Bereich SB-Fleisch hat in der Veredelung mit einem Volumenzuwachs von 2,5 % eine positive Entwicklung


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genommen. Insbesondere im Hackfleischsegment als auch im Bereich SB-Rind sind deutliche Volumen­ zuwächse gelungen. Der Bereich SB-Wurst hat sich volumenseitig noch ­zufriedenstellend entwickelt, auch wenn aufgrund der angespannten Margensituation weitere Wachstumsmöglichkeiten nicht gewonnen werden konnten. Die Zahl der Schweineschlachtungen (inkl. Sauen) in den Betrieben der Westfleisch-Gruppe sank im Jahr 2019 um 2,3 % auf rund 7,7 Mio. Schweine. Die Zahl der geschlachteten Rinder und Kälber lag im Jahr 2019 mit rund 433.300 Tieren erneut leicht über der des Vorjahres (2,0 %). In der Sparte Nutzvieh war der Absatz im Vergleich zum Vorjahr mit rund 2,1 Mio. Stück leicht rückläufig. Im ­ Ferkelhandel setzt Westfleisch SCE mbH auf ein ganzheitliches Konzept: Unter Beachtung der Kriterien Liefer­ menge und -rhythmus sowie Hygiene- und Gesundheitsstatus werden Mäster und Ferkelerzeuger ­ aufeinander abgestimmt. So lassen sich bestmögliche Produktionsbedingungen sowohl in der Mast als auch in der Ferkelproduktion erzielen. Insgesamt war die Ferkelvermarktung 2019 leicht rückläufig. Auch im Bereich der Vermarktung von Kälbern und Fressern bereiten Westfleisch-Mitarbeiter durch einen gezielten Zukauf von Tieren optimale Rahmen­ bedingungen für den Bullenmäster vor. Durch die Bildung ­ ­ homogener Gruppen kann der Bullenmäster seine M ­ astplätze effizient nutzen und seine Tiere zeitgleich vermarkten und Nachläufer vermeiden. Die Zahl der in 2019 vermarkteten Kälber und Fresser ging im ­Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Investitionen Im Geschäftsjahr 2019 investierte die Westfleisch-­ Gruppe ca. Mio. € 54,3 (Vj. Mio. € 38,3) in das Sachanlagevermögen. Die Investitionen wurden im Wesentlichen für Grundstücke und Gebäude sowie technische A ­ nlagen und Maschinen vorgenommen. Vorrangig wurden ­Investitionen zur Steigerung der Produktivität und zur Kapazitätserweiterung bzw. Ersatzinvestitionen im Schlacht-, Zerlege-, Kühl- und Verpackungsbereich ­vorgenommen.

Vermögens-, Finanzund Ertragslage Die Bilanzsumme des Westfleisch-Konzerns erhöhte sich um 8,8 % oder Mio. € 54,0 von Mio. € 612,3 auf Mio. € 666,3. Das Anlagevermögen erhöhte sich aufgrund von Inves­ titionen von Mio. € 58,3 bei Abschreibungen von Mio. € 43,4 und Abgängen zu Restbuchwerten sowie Veränderungen aus der Equity Bewertung (Mio. € 11,0) um Mio. € 3,9 auf Mio. € 228,7 (Vj. Mio. € 224,8). Der ­Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt bei gestiegener Bilanzsumme bei 34,3 % nach 36,7 % im ­ ­Vorjahr. Der Anlagendeckungsgrad (bilanzielles Eigenkapital/Anlagevermögen) liegt bei 101,0 % nach 95,8 % im Vorjahr. Insbesondere ein deutlicher mengenmäßiger Anstieg des Bestands an Schweinefleisch und stark gestiegene durchschnittliche Einkaufspreisen beim Schweinefleisch führten zu einem Anstieg der Vorräte. Auch ein mengenmäßig erhöhter Anstieg des Bestands an Rindfleisch trug trotz leicht rückläufiger, durchschnittlicher Einkaufspreise hierzu bei. Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen und Waren stiegen insgesamt um 42,2 % auf knapp Mio. € 97,5. Bei gestiegener Bilanzsumme liegt der Anteil dieser Vorräte an der Bilanz­ summe bei 14,6 % nach 11,2 % im Vorjahr. Insbesondere die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Umsatzerlöse (9,3 %) führen zu einem Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände ­ um 17,2 % auf Mio. € 256,3 (Vj. Mio. € 218,7). Der Handelsbestand an Aktien der Westfleisch Finanz AG liegt mit Mio. € 5,6 um Mio. € 0,7 über dem Vorjahreswert von Mio. € 4,9. Die liquiden Mittel verminderten sich trotz Anstiegs der Verbindlichkeiten (Mio. € 57,5) und Ausgabe von neuem Genussrechtskapital (Mio. € 10,6) im Wesentlichen ­aufgrund des Anstiegs der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (Mio. € 37,6) sowie der Vorräte (Mio. € 29,7) bei gleichzeitigem Rückgang der Rück­ stellungen (Mio. € 20,4) um Mio. € 19,1 auf Mio. € 60,4.

Die Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen in Höhe von Mio. € 3,9 betreffen im Wesentlichen das SAP-Reorganisationsprojekt (W.IT.O).

61 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Als Sonderposten des Eigenkapitals werden Genussscheine in Höhe von T€ 24.683 (Vorjahr: T€ 14.041) ­ausgewiesen. Die Laufzeiten betragen

Betrag T € 3.190 2.714 3.446 2.448 7.405 5.480 24.683

Laufzeit bis 2023 2024 2025 2026 2028 2029

Die Genussscheine wurden vollständig im Geschäftsjahr 2019 (T€ 10.642) bzw. 2018 (T€ 14.041) emittiert. Neben dem leicht rückläufigen Konzernjahresergebnis (Mio. € 10,7) erhöhte sich das Eigenkapital insbesondere aufgrund des neu emittierten Genussscheinkapitals (Mio. € 10,6) in 2019 um Mio. € 15,7 auf Mio. € 231,0. ­Wegen der um Mio. € 54,0 gestiegenen Bilanzsumme verminderte sich die Eigenkapitalquote von 35,2 % auf 34,7 %. Unter Berücksichtigung des in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Genussrechtskapitals beträgt die wirtschaftliche Eigenkapitalquote 35,6 % (Vj. 38,3 %). Die Versorgung der Westfleisch-Gruppe mit lang­ fristigen Darlehen erfolgt unverändert über das Konzern­ unternehmen Westfleisch Finanz AG, welches die von den Kreditinstituten bereitgestellten Mittel zu markt­ üblichen Konditionen an die Konzerngesellschaften weitergeleitet hat. Das endfällige Darlehen mit einer Laufzeit bis 2022 valutiert zum Bilanzstichtag planmäßig mit Mio. € 50,0 und ist unter den Verbindlichkeiten ­gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die Aufrechterhaltung der Finanzierung über die finanzierenden Banken ist abhängig von der Einhaltung vertraglicher Vereinbarungen zu bestimmten Finanzkennzahlen. Neben dem langfristigen Darlehen bestehen zinsgünstige Förderkredite der KfW mit einem Volumen in Höhe von rd. Mio. € 21,8. In Verbindung mit den Asset Backed Security (ABS)-, sales and lease-back und Leasingfinanzierungen sowie durch ein aktives Working Capital Management im Bereich der Bestände, Forderungen ­ und Verbindlichkeiten, war die Liquiditätslage der Gruppe auch in 2019 jederzeit ausreichend, um alle ­ finanziellen Verpflichtungen termingerecht zu bedie­ nen. Das ABS-Volumen beläuft sich zum 31.12.2019 auf Mio. € 88,8 (Vj. Mio. € 60,5). Das zentrale Liquiditäts­ management stellt sicher, dass der Konzern jederzeit ­seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann.

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Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verminderte sich, im Wesentlichen aufgrund des ­ verminderten Mittelzuflusses durch den Anstieg der ­ Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände ­ sowie des erhöhten Mittelabflusses durch den Aufbau des Vorratsbestandes gegenüber dem Vorjahr, von Mio. € 97,0 auf Mio. € 22,0. Der Mittelabfluss aus der Investi­ tionstätigkeit reduzierte sich leicht von Mio. € -39,5 auf Mio. € -39,1 im Wesentlichen aufgrund eines erhöhten Mittelzuflusses aus Anlagenabgängen. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit resultiert, trotz Ausgabe von neuem Genussscheinkapital, insbesondere durch die Rückzahlung von Genussscheinkapital früherer Tranchen sowie der Tilgung von Krediten. Der Aufbau des Working Capitals und der damit einhergehende Rückgang des Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf Mio. € 22,0 führt bei einer leichten Verminderung des Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit auf Mio. € -39,1 sowie einem Anstieg des Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit auf Mio. € -15,3 zu einer ­Verminderung der Finanzmittelfonds um Mio. € 32,4 auf Mio. € 46,5. Zum Stichtag verfügt die Gruppe über freie Kreditlinien in Höhe von Mio. € 105,7. Aufgrund des Aufbaus des Working Capital verringerten sich die flüssigen Mittel gegenüber dem Vorjahr um Mio. € 19,1 auf Mio. € 60,4. Die Liquiditätslage des ­Konzerns ist nach wie vor günstig. Die finanziellen Verpflichtungen aus Investitionsauf­ trägen, Abnahmeverpflichtungen sowie Leasing-, Mietund Wartungsverträgen etc. erhöhten sich von Mio. € 20,6 im Vorjahr auf Mio. € 34,9. Der dynamische Verschuldungsgrad (Netto-Finanzschulden/EBITDA) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 aufgrund gestiegener Netto-Finanzschulden von 1,0 auf 1,7. Verminderte Rückstellungen für Einkaufs- und Kundenboni führten zu einem Rückgang der sonstigen Rückstellungen um Mio. € 8,2 auf Mio. € 99,5. Insbesondere aufgrund gestiegener Einkaufspreise in der Sparte Schwein erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von Mio. € 138,3 Mio. auf € 188,8. Die wesentliche Ursache für den Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten um Mio. € 11,4 auf Mio. € 21,8 liegt in der planmäßigen Rückführung des in 2014 ausge­ gebenen Genussrechtskapitals in Höhe von Mio. € 13,4. Teile der Rückführung wurden von den Teilnehmern in das neue Genussscheinkapital 2019 (siehe oben unter Sonderposten des Eigenkapital) umgewandelt.


| Konzernlagebericht |

Die im Jahresmittel über dem Vorjahr liegenden ­Verkaufspreise für Fleisch führten zu einem Umsatzanstieg um 9,3 % oder Mio. € 237,2 über dem des Vorjahres. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren liegen mit einem Anstieg von 11,7 % oder Mio. € 234,5 über dem Umsatzanstieg von 9,3 %. Das Rohergebnis von Mio. € 430,6 liegt um 3,2 % oder Mio. € 13,5 über dem des Vorjahres. Die Personalaufwendungen erhöhten sich insbesondere aufgrund gestiegener Mitarbeiterzahlen um Mio. € 9,7 auf Mio. € 180,6. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit Mio. € 189,2 um 4,3 % oder Mio. € 7,8 über dem Vorjahr und beinhalten die Zuführung zu einer Einzelwert­ berichtigung auf Forderungen aus unserem Geschäft in China. Gestiegene Erträge aus der Konsolidierung assoziierter Unternehmen (Mio. € +1,6) sowie gestiegene Zinserträge (Mio. € +0,9) führten bei um Mio. € 0,4 erhöhten Zins­ aufwendungen zu einem mit Mio. € -1,1 um Mio. € 2,1 verbesserten Finanzergebnis (Vj.: Mio. € -3,2). Die überproportional zu den Umsatzerlösen gestiegenen Materialaufwendungen sowie gestiegene Aufwendungen im Personalbereich führten zu einem Rückgang des EBITDA um Mio. € 4,0 auf Mio. € 60,8.

Die Geschäftsentwicklung ist aus Sicht der Geschäftsführung dennoch angesichts der Herausforderungen des Jahres 2019 zufriedenstellend verlaufen. Der Konzernjahresüberschuss verringerte sich leicht von ­ Mio. € 11,7 im Vorjahr auf Mio. € 10,7 in 2019 und­ erreichte damit ein im langfristigen Vergleich ordent­ liches Niveau.

Personal- und Sozialbereich Der Erfolg von Westfleisch beruht ganz wesentlich auf dem Wissen und dem Engagement unserer Mitarbeiter. Die Personalstrategie für den Konzern ist geprägt von Wachstum und der permanenten Integration von neuen Mitarbeitern. Auch im Jahr 2019 haben wir einen erfreulichen Mitarbeitergewinn verzeichnen können. Trotz anhaltend schwieriger Rekrutierung gelingt es uns ­immer wieder, neue Mitarbeiter für uns zu gewinnen. Erfreulicherweise haben auch im Jahr 2019 wieder ­zahlreiche Auszubildende ihre berufliche Erstausbildung bei der Westfleisch begonnen. Insgesamt 40 junge ­Menschen konnten wir für eine Ausbildung in unserem Konzern begeistern. Nichts desto weniger bleibt insbesondere das Rekrutieren von Auszubildenden eine große Herausforderung und bedarf vieler Anstrengungen, um den Anforderungen des Unternehmens und des Marktes gerecht werden zu können.

Qualitätsmanagement

Nach Abzug von sonstigen Steuern sowie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergibt sich ein Konzern­ jahresüberschuss von Mio. € 10,7 in etwa auf Vorjahresniveau. Nach Verrechnung mit dem den konzern­ fremden Gesellschaftern zustehenden Jahresüberschuss sowie dem Konzerngewinnvortrag schließt das ­Geschäftsjahr nach Einstellung in die Satzungsmäßigen Rücklagen mit einem Konzernbilanzgewinn von Mio. € 3,4 nach einem Konzernbilanzgewinn im Vorjahr von Mio. € 2,1 ab.

Die Westfleisch-Betriebe sind nach den internationalen Lebensmittelsicherheitsstandards und Qualitätsnormen des IFS (International Featured Standard, Food), des BRC (British Retail Consortium), QS (Qualität und Sicherheit) sowie OrgaInvent zertifiziert.

Die im Vorjahr abgegebene Prognose der leicht steigenden Umsatzerlöse sowie des leicht unterhalb des Niveaus der vergangenen beiden Geschäftsjahre positiven ­Geschäftsergebnisses sind eingetroffen. Auch der erwartete, leichte Rückgang des EBITDA gegenüber dem Vorjahr hat sich bestätigt. Die stärker als erwartet ­ ­gestiegenen Rohstoffpreise und die damit einhergehende erhöhte Kapitalbindung im Umlaufvermögen führte entsprechend zu einem erhöhten Anstieg des dynamischen Verschuldungsgrades. Die Prognose des leichten Anstiegs des dynamischen Verschuldungsgrades ist ­somit nicht vollumfänglich eingetreten.

Umweltschutz

Unter Berücksichtigung der Interessen der Stakeholder wurden die Ziele der „Qualitätspartnerschaft Westfleisch“ durch eine Lenkungsgruppe überarbeitet und veröffentlicht.

Zur Sicherung eines ordnungsgemäßen Energie­ managements wurden alle Standorte der Westfleisch SCE mbH sowie WestfalenLand Fleischwaren GmbH, Westfleisch Erkenschwick GmbH und Dog’s Nature GmbH nach DIN EN ISO 50.001:2011 zertifiziert. Die Zertifikate belegen den sachgemäßen und effizienten ­ Umgang mit allen Energieträgern, im Verfahren werden Einsparpotenziale erkannt, dokumentiert und gehoben. Im laufenden Jahr wurde das Schwerpunktthema Wassermanagement initiiert, um den Frischwasser­ ­ verbrauch kurz- und langfristig massiv zu senken, und

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verantwortungsvoller mit ­Ressource umzugehen.

der

knapper

werdenden

Im Rahmen eines integrierten Managementsystems richtet die Gesellschaft ihre Umweltschutzmaßnahmen in Anlehnung an die DIN EN ISO 14.001:2015 aus. Der Standort Lübbecke wurde zusätzlich gemäß EMAS zertifiziert, wie in den vergangenen Jahren.

Risikomanagement Zur Risikoprävention setzt Westfleisch auf ein ausgebautes Risikomanagementsystem auf allen Stufen des Unternehmens. Relevante Risiken im Unternehmen ­ wurden identifiziert, in ein Risikomanagement-Handbuch aufgenommen, einzelnen Bereichen sowie Verantwortlichen zugeordnet und nach Eintrittswahr­ scheinlichkeit und Bedeutung bewertet. Zudem wurden die Risikoberichterstattung und -überwachung sowie die Risikosteuerung im Eintrittsfall geregelt. Das Unternehmen hat eine zentrale „Arbeitsgruppe Risiko­ management“ eingerichtet. Ständige Mitglieder der Arbeitsgruppe sind der Vorstand sowie verantwort­ liche Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen des ­Unternehmens. In regelmäßigen Sitzungen der Arbeitsgruppe werden aktuelle Risiken, Vorfälle und Fehlentwicklungen im Konzern analysiert und aufge­ arbeitet. Die Arbeitsgruppe erörtert und identifiziert zudem ­potentielle Risiken für das Unternehmen und entwickelt Präventionsmaßnahmen, die als Vorbeugeinstrumente in der Unternehmensgruppe implementiert werden. Verantwortliche Mitarbeiter aus den Betriebsstätten der Westfleisch sowie der Tochterunternehmen berichten regelmäßig über relevante Prozesse und Vorfälle an den Standorten sowie die Umsetzung des Risikomanagementsystems vor Ort. Das Durchspielen von Risiko­ szenarien soll im Krisenfall für ein routiniertes Vorgehen Sorge tragen und mögliche Schäden minimieren. Dabei bleiben – trotz aller vorbeugenden Maßnahmen – zahlreiche Risiken bestehen. Insbesondere vor auf höherer Gewalt beruhende Risiken, wie beispielsweise Tier­ seuchen oder politische Risiken, kann sich das Unternehmen nicht oder nur unzureichend schützen. Die zentrale Arbeitsgruppe Risikomanagement hat im Jahr 2019 in zwei Sitzungen verschiedene Themen behandelt. Darüber hinaus wurden in Risikomanage­ ment-Sitzungen an den Westfleisch-Standorten Spezial­ themen erörtert. Aufgrund der andauernden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Ost- und Mitteleuropa hat sich die zentrale Arbeitsgruppe auch im gesamten Jahr 2019 mit möglichen Risiken wie Export- und Produktionseinschränkungen im Zusammenhang mit der ASP für das Unternehmen beschäftigt. Neben den bereits

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eingeleiteten und umgesetzten Maßnahmen wurden weitere Vorbereitungen erörtert und eingeleitet, um bei einem möglichen Ausbruch der ASP in Deutschland die Risiken für die Unternehmensgruppe weiter zu reduzieren. Dazu wurden relevante Verfahrensbeschreibungen, ein Krisenhandbuch sowie ein Alarmplan inkl. Zuständigkeiten im Krisenfall an den Standorten des Unter­ nehmens implementiert. Die Einrichtung einer externen Steuerungsgruppe soll eine optimale Koordination mit Dritten im Krisenfall gewährleisten. Die Zusammen­ arbeit mit öffentlich-rechtlichen Einrichtungen der ­Länder NRW und Niedersachsen (sog. Taskforce LAVES und LANUV) wurde intensiviert. Die zentrale Arbeitsgruppe behandelte zudem die Umsetzung der Risiko­ managementkonzepte bei den Tochterunternehmen Westfleisch Erkenschwick GmbH, Gustoland GmbH, Westfalenland Fleischwaren GmbH sowie Westfleisch Sales GmbH. Die Verantwortlichen bei Westfleisch ­Erkenschwick GmbH und Westfalenland Fleischwaren GmbH haben einzelne Prozesse im Produktionsbereich sowie die Implementierung von Gefahrenanalysen zur Risikoprävention dargestellt. Im Einzelne wurden u. a. die Rückverfolgung sowie Risiken im Zusammenhang mit Fremdkörperfunden erörtert. Vor dem Hintergrund einer auch in den Medien diskutierten Kontamination von Wurstprodukten mit Keimen bei der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG wurden Präventionsmaßnahmen in der Produktion ­betreffend Keimbelastungen erörtert. Nach der Implementierung der Westfleisch Sales GmbH im Mai 2019 als Vertriebsgesellschaft wurde die Integration der Gesellschaft in die Risikomanagementprozesse der Westfleisch-Gruppe behandelt. Zur Risikoprävention und ­Risikobewältigung wurden u. a. relevante Risiken iden­ tifiziert und bewertet sowie Maßnahmen zur Risiko­ erkennung und Risikobewältigung ausgearbeitet und in einem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Für 2020 sind nach den ersten Erfahrungswerten innerhalb der neuen Vertriebseinheit weitere Risikomanagementmaßnahmen geplant. Über die Ergebnisse der Arbeit der zentralen Arbeitsgruppe wird bei Bedarf die Prüfungskommission des Aufsichtsrats informiert. Die Protokolle der Prüfungskommission werden in den jeweiligen Aufsichtsrats­ sitzungen erörtert. Als fleischverarbeitendes Unternehmen ist Westfleisch mit den spezifischen Risiken der Branche konfrontiert. Um Unternehmensrisiken zu erkennen und zu steuern, hat der Vorstand der Westfleisch SCE mbH Vorsorge getroffen, die im Wesentlichen auf folgenden Instru­ menten aufbaut: •  Identifizierte und bestandsgefährdende Risiken in den Unternehmensbereichen der Westfleisch-­Gruppe sind katalogisiert und mit Maßnahmen zur Früh­


| Konzernlagebericht |

erkennung und Abwendung bei Eintritt des Risikos unterlegt.

Zu den Risiken im Einzelnen

Gesamtwirtschaftliche Risiken • Systematische Risikosteuerung durch Risikovermeidung und Risikoübertragung, beispielsweise durch Sachversicherungen, aber auch durch Absicherung von Zins-, Währungs- und Kursrisiken sowie Forderungsausfallversicherungen. •  Aufbau einer Spartenrechnung, die die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Sparten und ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg dokumentiert; Planungs- und Liquiditätsrechnungen über unterschiedliche Zeiträume, die im ständigen Abgleich mit den Ist-Zahlen eine sachgerechte Unternehmenssteuerung zulassen; Einrichtung einer spezifischen Kostenrechnung, die die verschiedenen Unternehmensbereiche ­abbildet und eine konsequente Kostenkontrolle und Steuerungsmaßnahmen ermöglicht. • Fortsetzung der Implementierung eines IT-gestützten Informationssystems seit 2014, das den Zugriff auf Daten aus allen Unternehmensbereichen ermöglicht und – je nach Benutzerebene – jedem Mitarbeiter individuelle Informationen und Auswertungen ge­ stattet. •  Interne Revision und Controlling, die in regel­ mäßigem Abstand dem Vorstand und der Prüfungskommission des Aufsichtsrats berichten und von diesen mit besonderen Prüfungsaufgaben betraut werden. Zur Wahrung der Unabhängigkeit erteilt die Prüfungskommission des Aufsichtsrats sowohl der Innenrevision als auch externen Prüfungsgesellschaften eigenständig Aufträge mit unmittelbarer ­Berichterstattung an dieses Gremium. •  Implementierung und weiterer Ausbau einer konzernweiten Compliance sowie Benennung eines Compliancebeauftragten zur Prävention von speziellen Unternehmensrisiken. •  Erstellung eines Risikomanagement-Berichts mit Bewertung der Risiken unter anderem in den ­ ­Bereichen Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kreditversicherung, Liquiditätsstatus, Währungsmanagement sowie Finanz- und Liquiditätsplan. Ergänzt wird diese Berichterstattung um die Ergebnisse des zentralen Arbeitskreises Risiko­ management sowie Berichte der Innenrevision. Unsere Instrumentarien werden wir in den kommenden Jahren mit dem Controlling-Konzept in Verbindung mit der IT-Systemlandschaft weiterentwickeln und ­verbessern.

Allgemeine konjunkturelle Einflüsse wirken sich grundsätzlich auf das Konsumverhalten der Endverbraucher aus. Diese Umweltfaktoren belasten Westfleisch jedoch weniger stark als andere Unternehmen, da Fleischkonsum eher Grundbedürfnisse befriedigt, so dass zyklische Schwankungen hier geringer ausfallen als in anderen Wirtschaftsbereichen. Dennoch kann sich Westfleisch Rückschlägen der internationalen Wirtschaftsentwicklung – wie beispielsweise erneutem Ausbruch der Euro-Schuldenkrise oder drohenden internationalen ­ Handelsbeschränkungen – nicht völlig entziehen. Politische Krisen können Absatzmärkte wegbrechen ­ ­lassen und führen zu kaum handhabbaren Risiken.

Beschaffungsrisiken In den Kooperationsverträgen hat Westfleisch mit den Vertragspartnern regelmäßige Audits vereinbart. Die nach der QS-Charta in den beteiligten landwirtschaft­ lichen Erzeugerbetrieben durchgeführten Audits stellen die Basis für ein umfassendes Qualitätssicherungs­ system vom Stall über den Schlacht- und Zerlegebetrieb bis zur Verkaufstheke dar. Als Bündler der landwirtschaftlichen Vertragspartner muss sich die Westfleisch SCE mbH alle zwei Jahre einer Auditierung durch ein neutrales Prüfinstitut stellen. Bei der Prüfung der hohen Qualitätsstandards im Jahr 2019 wurden keine Abweichungen festgestellt. Die Westfleisch erreichte 100 von 100 möglichen Punkten. Betriebe in West- und Norddeutschland sowie den ­Niederlanden sind mit uns vertraglich verbunden und sorgen grundsätzlich für eine solide Rohstoffversorgung. Eine regelmäßige tierärztliche Betreuung setzt gleichzeitig hohe Produktions- und Hygienestandards zur Vermeidung wie auch zur Früherkennung von ­Seuchenrisiken. Dennoch kann die Rohstoffversorgung durch epidemische Risikofaktoren wie Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche erheblich gestört werden.

Absatzrisiken Die Unternehmensgruppe exportiert rund 40 Prozent ihrer Güter sowohl in Länder innerhalb als auch außerhalb der EU. Innerhalb der EU ist das Vereinigte Königreich Ende Januar 2020 aus der Europäischen Gemeinschaft ausgetreten. Innerhalb einer Übergangsphase bis Ende 2020 findet für das Vereinigte Königreich das EURecht grundsätzlich weiterhin Anwendung. Das Vereinigte Königreich bleibt auch Teil des EU-Binnenmarktes und der EU-Zollunion. Ob zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ein Handelsabkommen bis zum Ablauf der Übergangsphase abgeschlossen und damit Rechtssicherheit für die künftigen Handelsbeziehungen geschaffen wird, ist ungewiss. In Ost- und Mitteleuropa wurden auch im Jahr 2019 weitere Infektionen mit

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­ frikanischer Schweinepest (ASP) bestätigt. Aufgrund A der nicht beherrschbaren Infektionsrisiken kann kaum eingeschätzt werden, wie sich das Virus verbreiten wird. Zudem ist eine sichere Beurteilung, wie wichtige Exportländer auf einen positiven Befund der ASP in Deutschland reagieren werden, kaum möglich. Es ist damit zu rechnen, dass mit einem positiven Befund der ASP in Deutschland bestimmte Länder Importverbote für ­deutsche Schweinefleischprodukte verhängen werden. Zur Prävention und zur Risikominimierung wurden zahl­reiche Maßnahmen eingeleitet. Dazu zählt u.a. die Implementierung von Notfallplänen, die mit den ­ ­Behörden koordiniert werden.

Hebung von Synergie- und Einsparpotenzialen. Um die Chancen zu realisieren und die Risiken eines solchen Großvorhabens zu minimieren, wird die IT- und ­Prozesskompetenz der Westfleisch-Gruppe auch in den Folgejahren weiter ausgebaut. Zudem sind weitere ­wesentliche Schritte zur Erneuerung der IT-Infrastruktur umgesetzt worden.

Risiken aus der „Coronakrise“ Die mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (COVID-19) verbundenen wirtschaftlichen Folgen sind derzeit nicht quantifizierbar, da weder die Dauer noch der künftige Umfang der damit verbundenen Einschränkungen im In- und Ausland bekannt sind.

Forderungsausfallrisiken Westfleisch betreibt ein striktes Forderungsmanagement. Durch die Vergabe interner Limits sowie durch die Absicherung von Forderungen durch Warenkredit­ versicherungen mit einem geringen Selbstbehalt wird versucht, das Ausfallrisiko weiter zu begrenzen.

Währungsrisiken Die Geschäftstätigkeit von Westfleisch findet überwiegend im Euro-Raum statt. Sofern Fremdwährungs­ positionen aus Warengeschäften mit Unternehmen außerhalb des Euro-Raums oder der EU resultieren, ­ ­werden diese grundsätzlich gegen Wechselkursrisiken im Rahmen des Makro-Hedges abgesichert und als ­Bewertungseinheit im Jahresabschluss abgebildet.

Auch für Westfleisch können durch die Ausbreitung von COVID-19 Risiken mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen, wie nach­ folgende Beispiele aufzeigen: • Sollten in unserer Belegschaft zahlreiche Krankheitsfälle auftreten, können Einschränkungen unserer ­Geschäftstätigkeit – im ungünstigsten Fall temporäre Standortschließungen – nicht ausgeschlossen ­werden. • Absehbare Umsatzeinbußen bei unseren Kunden im In- und Ausland können zur Überschreitung von Zahlungszielen führen, deren Insolvenzrisiko er­ höhen oder gar zu Zahlungsausfällen führen.

Liquiditätsrisiken Die Westfleisch-Gruppe finanziert sich zu großen Teilen durch lang- und kurzfristige Finanzmittel, die von Kredit­instituten bereitgestellt werden. Die bestehenden Kreditlinien sind ausreichend bemessen, um das organische Wachstum des Unternehmens in den kommenden Jahren auch bei schwankenden Rohstoffpreisen zu gewährleisten. Der im Juni 2015 geschlossene ­ Konsortial­kreditvertrag sichert den Finanzierungs- und Liquiditätsspielraum der Unternehmensgruppe. Darüber hinaus wird die Finanzierung zu einem beträchtlichen Teil durch Mitglieder und Aktionäre der Westfleisch-Gruppe getragen.

IT-Risiken Der Einsatz von IT-Technologie unterliegt der gesamten Geschäftstätigkeit der Westfleisch-Gruppe. Alle wesentlichen Geschäftsprozesse werden IT-technisch unterstützt und bislang wesentlich mit Hilfe eigenent­wickelter Softwarelösungen abgebildet. Der in 2014 eingeleitete Wechsel zu noch leistungsfähigeren und revisions­ sicheren Standardsoftwarelösungen wurde fortgeführt. Dabei spielt die Überprüfung und Überarbeitung ­zahlreicher Prozessabläufe in der Unternehmensgruppe eine wichtige Rolle, sodass es um mehr als nur eine Implementierung neuer IT-Komponenten geht. Mit ­ ­verbesserten Prozessabläufen versprechen wir uns die

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•  Behördliche Einschränkungen für Kunden können regional wie sektoral (z. B. Gastronomiebereich) zu nachhaltigen Absatzschwierigkeiten führen. •  Sofern z. B. Produktionsausfälle bei unseren Liefe­ ranten (u. a. bei Hilfs- und Betriebsstoffen oder ­Maschinen) eintreten oder Lieferketten beeinträchtigt werden, können Lieferengpässe bei bestimmten ­Produkten entstehen. Diesen Risiken begegnen wir mit umfangreichen, sich stetig weiterentwickelnden Maßnahmen, die über einen zentralen Krisenstab gesteuert werden. Folgende nicht abschließend aufgeführte Gegenmaßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter und damit auch zur Aufrechterhaltung unseres Geschäftsbetriebes haben wir zum heutigen Zeitpunkt vorgenommen: • Einrichtung erhöhter Hygienevorschriften und neue Verhaltensregeln im persönlichen Umgang. •  Einführung von flexiblen Arbeitsorten (u.a. Home­ office, Telefon- und Videokonferenzen). • Verbot von Dienstreisen in Risikoländer bzw. weitestgehender Verzicht auf sonstige Dienstreisen sowie


| Konzernlagebericht |

Reduzierung (intern) und Vermeidung (extern) von Standortbesuchen. • Räumliche Trennung von Arbeitsgruppen, erweiterte Schutzbekleidungsbestimmungen sowie Erweiterung der Sozialräume in den Betrieben. • Erstellung von abteilungsindividuellen Notfallplänen. Alle diese Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits­ sicherheit sind zusätzlich zu den bereits hohen Hygiene­ standards zu sehen, die wir als lebensmittelprodu­ zierendes Unternehmen umsetzen. Wir beobachten kontinuierlich weitere behördliche oder sonstige Empfehlungen, um den Sicherheitsstandard innerhalb unseres Unternehmens und zum Wohle unserer Mitarbeiter weiter zu verbessern.

Einschätzung der Risikolage Derzeit bestehen keine den Fortbestand des Unter­ nehmens gefährdenden Risiken. Fehler, Betrug oder die Nichteinhaltung von Regeln kann das Risikomanagement-System nicht in jedem Fall verhindern. Nach ­Einschätzung des Vorstands hat sich die Gesamtrisikoposition im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelt und verbleibt damit auf dem Vorjahresniveau.

CHANCEN UND RISIKEN DER VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG (Prognosebericht) Das Jahr 2019 war für die (Schweine-)Erzeugerseite durch eine erfreuliche Preissituation gekennzeichnet. Bei einem rückläufigen Angebot von Schlachtschweinen in Deutschland stieg das Preisniveau insbesondere durch die durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China resultierende höhere internationale Nachfrage deutlich. Der Strukturwandel auf der Erzeugerseite hat sich dennoch weiter fortgesetzt und wird sich in den kommenden Jahren womöglich nochmals beschleunigen. Insbesondere infolge der unsicheren Rahmenbedingungen für die Ferkelerzeuger in Deutschland kann dies trotz derzeitig attraktiver Ferkelpreise ein strukturgefährdendes Ausmaß annehmen. Generell ist davon auszugehen, dass die inländische Schweinefleischerzeugung aufgrund immer steigender Anforderungen an die Nutztierhaltung weiter zurückgeht. Auf mittlere Sicht gehen wir von einem nochmaligen Rückgang von mehr als 10 % aus. Für viele Fragen und Themen der Nutztierhaltung sind Lösungen unverändert nicht gefunden und entsprechend hoch ist die Verunsicherung und Investitionszurückhaltung auf Ebene der landwirtschaftlichen Erzeuger. Damit wird schlussendlich auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fleisch­ wirtschaft insbesondere im Schweinefleischsektor ­gefährdet. Hinzutritt unverändert die nochmals in 2019 gewachsene Gefahr des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland. So haben erst die Ereignisse in Belgien und zuletzt die in Grenznähe zu Deutschland in Polen aufgetretenen Funde die Risiken für die deutsche Land- und Fleischwirtschaft nochmals erhöht. Auch die Situation in vielen anderen osteuropäischen Ländern hat sich in den vergangenen Monaten nicht beruhigt, teilweise eher noch verschärft. Die sich im Falle des Ausbruchs der ASP in Deutschland ergebenden strukturellen Konsequenzen für die gesamte „Wertschöpfungskette Schwein“ sind schwer abschätzbar. Bei Schlachtrindern stellt sich die Situation grundsätzlich ausgeglichener dar, wenn auch die Bestands- und Schlachtzahlen in 2019 rückläufig gewesen sind. Angesichts des internationalen Wettbewerbs jedoch war die Preissituation für die deutschen Bullenmäster in 2019 weniger attraktiv als noch in 2018. Dennoch steht Rindfleisch in der Verbrauchergunst unverändert deutlich besser da als Schweinefleisch und hat bei Öffnung einzelner Exportmärkte (insbesondere Asien) auch viel­ versprechende weitere Vermarktungsperspektiven.

67 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Die beschriebenen Zukunftsfragen zur deutschen Nutztierhaltung, die dadurch zu erwartenden rückläufigen Bestandszahlen sowie die zunehmenden Komplexitätsanforderungen des Marktes, die sich aus der Entwicklung von Herkunfts- und/oder Haltungslabeln ergeben werden, werden den Konzentrationsprozess in der deutschen Schlacht- und Zerlegeindustrie weiter beschleunigen. Standortschließungen und der Austritt einzelner Marktteilnehmer werden nach unserer Einschätzung die Folge sein. Für die Westfleisch Unternehmensgruppe bleibt es neben weiterer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit ­ oberstes Ziel, Produktsicherheit und Produktqualität über die gesamte Prozesskette der Herstellung weiter konsequent auszubauen. Dies wird begleitet von ständigen internen und externen Qualitätskontrollen, um den hohen Anforderungen unserer Abnehmer und Verbraucher gerecht zu werden. Die üblichen Branchenrisiken versuchen wir im Rahmen unseres Risikomanagements soweit wie möglich zu begrenzen. Die „Qualitätspartnerschaft Westfleisch“ steht für die Ausrichtung unserer Geschäftsprozesse auf Nachhaltigkeit. Wir beachten sowohl Tierwohl und Umweltschutz, aber auch Regionalität, beherrschbare Frischegarantie und unverfälschten Handelswert. Die „Qualitätspartnerschaft Westfleisch“ beinhaltet die Ziele Fairness, Vertrauens­bildung und Offenheit und dokumentiert die soziale Verantwortung der Unternehmensgruppe. ­Beispielsweise ist Westfleisch in den letzten Jahren – und auch in 2019 – konsequent den Weg gegangen, zuvor über Dienstleistungsunternehmen beschäftige ­ Mitarbeiter direkt anzustellen und wird dies auch künftig mit Augenmaß fortsetzen. Neben der fachlichen Fort­ bildung steht die Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Gedankens im Vordergrund. Diese wird von Vertrauen und Respekt für Vielfalt und Chancengerechtigkeit geprägt. Mit Blick auf den steigenden Konsolidierungsdruck der Branche sieht sich das Unternehmen mit weiteren Maßnahmen für spürbare Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen gut gerüstet. In schwierigem Marktumfeld konnte in 2019 das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr zwar nicht ganz gehalten werden, ist jedoch im langjährigen historischen Vergleich auf einem ordent­ lichen Niveau. Im Jahr 2018 wurde ein Standortstrukturprojekt initiiert, um mit dem über ein sich über mehrere Jahre erstreckendes großes Investitionsprogramm die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmensgruppe weiter zu verbessern. In 2019 wurden erste Maßnahmen unseres Strukturprojektes begonnen, teils sogar schon umgesetzt. Wir trauen uns damit zu, qualitativ, aber auch quantitativ in grundsätzlich rückläufigen Märkten Marktanteile zu gewinnen. Zudem werden wir unsere Position im Weiterverarbeitungssegment rund

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um die Produktion von SB-Fleisch, Convenience und Wurst weiter ausbauen. Mit unserer Positionierung als „Unternehmen der Bauern“, an der wir in 2020 weiter­ arbeiten wollen, sehen wir uns für die Zukunft unverändert gut aufgestellt. Positive Impulse erwarten wir auch in 2020 – sollte Deutschland weiterhin von der ASP verschont bleiben – aus den Exportmärkten, hier insbesondere China. Die dortige ASP-Situation lässt für 2020 einen starken Importbedarf erwarten, von dem die deutsche Fleischwirtschaft profitieren kann. Dies dürfte in letzter Konsequenz – auch angesichts eines weiter rückläufigen Angebotes an Schlachtschweinen in Deutschland – zu einem unverändert hohen Preisniveau für die Erzeugerseite führen. Allerdings muss weiterhin die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweinefleischerzeugung kritisch betrachtet werden, denn die Vergleiche der Produktionskosten der großen Erzeuger- und Exportnationen machen deutlich, dass in vielen anderen Ländern mit deutlich geringerem Aufwand produziert werden kann. In 2020 wird aufgrund rückläufiger Viehzahlen auf der Beschaffungsseite der Ergebnisdruck nochmals steigen und einen weiteren Konzentrationsprozess in der deutschen Fleisch- und Verarbeitungswirtschaft auslösen. Dabei bleiben die Risiken im Falle des Ausbruchs der ASP eine kaum planbare Variable. Angesichts der beschriebenen Herausforderungen und des zu erwartenden Margendrucks erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 (vorbehaltlich der nicht prognostizierbaren Einflüsse aus der „Coronakrise“) abermals leicht steigende Umsatzerlöse und ein positives, wenn auch leicht unterhalb des Niveaus der vergangenen beiden Geschäftsjahre liegendes Geschäftsergebnis. ­ Dementsprechend erwarten wir einen im Vergleich zu Berichtsjahr leichten Rückgang des EBITDA. Die ­Prognose beruht darauf, dass wir in 2020 neben kaum veränderten Absatzmengen und einer positiven Preis­ entwicklung mit höheren Kosten auf der Beschaffungsseite und sonstigen Aufwendungen rechnen, die zu einer Verschlechterung der Margensituation führen. Die b ­eschriebene Margensituation wird sich generell auch auf die geschäftliche Entwicklung im Bereich der fleischverarbeitenden und fleischveredelnden Industrie auswirken. Dies betrifft unsere eigenen Aktivitäten insbesondere im Bereich der Wurstwarenproduktion, ­ aber auch die gesamte deutsche Wurstwarenindustrie, die nach unserer Einschätzung vor einem weiteren schwierigen Wirtschaftsjahr steht. Aufgrund der geplanten I­nvestitionen und höheren Kapitalbindung im Umlaufvermögen, infolge höherer Rohstoffpreise, ­ erwarten wir für 2020 einen leichten Anstieg des ­ ­dynamischen ­Verschuldungsgrades.


| Konzernlagebericht |

Die sich aus Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (COVID-19) potenziell ergebenden wirtschaftlichen Folgen für unsere Geschäftsentwicklung sind nicht ­ prognostizierbar und in unserer zuvor dargestellten ­ ­Prognose nicht berücksichtigt. Aufgrund der Tatsache, dass die lebensmittelproduzierenden Unternehmen den Status der „systemrelevanten Infrastruktur“ erhalten ­haben und daher behördenseitig als besonders „schutzbedürftig“ eingestuft werden und die nationale Fleischnachfrage als relativ stabil einzuschätzen ist, halten wir die aus der „Coronakrise“ erwachsenen ­ Konsequenzen nach aktuellem Kenntnisstand für ­ ­beherrschbar. Dennoch sind negative Auswirkungen auf unsere ­Vermögens-, Finanz- und Ertragslage denkbar. Risiken bestehen hier insbesondere aus möglichen Einschränkungen bei der Produktion durch die Unterbrechung von Lieferketten, Produktionsausfälle bei unseren Lieferanten sowie Krankheitsfälle in der Belegschaft. Durch entsprechende Gegenmaßnahmen sollen die Aus­ wirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und ­Ertragslage kompensiert werden.

69 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Aufsichtsrat der Westfleisch SCE

Josef LehmenkĂźhler

Christian Streyl

Vorsitzender, Geseke, Landwirt

Stv. Vorsitzender, DĂźlmen, Landwirt

Michael Beneke

Siegmund Koscielski

Dieter Haugwitz

Vechta, Landwirt

Oer-Erkenschwick, Arbeitnehmervertreter

Hamm, Arbeitnehmervertreter

70


| Aufsichtsrat der Westfleisch SCE |

Heinrich Lohmann

Stefan Nießing

Peter Rehfeld

Ascheberg, Landwirt

Borken-Burlo, geschäftsführender ­Vorstand der Agri V Raiffeisen eG

Emsdetten, Arbeitnehmervertreter

Ferdinand Roling

Karl-Wilhelm Steinmann

Paul Uppenkamp

Gescher, Arbeitnehmervertreter

Bottrop, Landwirt

Ahlen, Geschäftsführer der Raiffeisen Beckum eG

Jochen Westermann

Katja Zazopoulos

Selm, Landwirt

Gescher, Arbeitnehmervertreterin

71 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Wiedergabe des ­ estätigungsvermerks B BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ­ABSCHLUSSPRÜFERS An die Westfleisch SCE mbH, Münster

Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Westfleisch SCE mbH, Münster, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. ­ Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Westfleisch SCE mbH, Münster, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des PublG und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzern­ lageberichts geführt hat.

Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungs­ vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und ­berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auf­ fassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen Vorschriften des PublG in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und ­ Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die ­ gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen ­ Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von ­wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die ­gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrund­ satzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder recht­ liche Gegebenheiten entgegenstehen.

Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. ­ Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und ­

72

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen ­gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen


| Wiedergabe des ­Bestätigungsvermerks |

und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter ver­ antwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende ­geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur ­Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzern­ lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die ­Prüfung des Konzernabschlusses und des ­Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern­ lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen ­Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus ­Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise ­erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Ent­ scheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grund­ ­ haltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesent­ licher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – ­falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch ­sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend

und geeignet sind, um als Grundlage für unsere ­Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesent­ liche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, ­Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. •  gewinnen wir ein Verständnis von dem für die ­Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maß­ nahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die ­unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. •  beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­ ­ legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. •  ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fort­ führung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit ­Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen ­ können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese ­Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder ­ ­Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. •  beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

73 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


•  holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnach­ weise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Über­ wachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwort­ lichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

• beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. •  führen wir Prüfungshandlungen zu den von den ­gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunfts­ orientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunfts­ orientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige ­ ­Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

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Bonn, 06. Mai 2020 DGRV – Deutscher Genossenschaftsund Raiffeisenverband e. V.

Andreas Schneider Sebastian Paus Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer


| Wiedergabe des ­Bestätigungsvermerks | Bericht des Aufsichtsrats |

Bericht des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und ­seine Tätigkeit sorgfältig und kontinuierlich überwacht. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in 6 Sitzungen über die Lage, die strategische Entwicklung des Unter­ nehmens und seiner Geschäftsfelder sowie zahlreiche aktuelle Einzelthemen informiert. Er hat den Aufsichtsrat in allen Sitzungen jeweils anhand eines ausführlichen Lageberichtes eingehend über die Geschäfts- und Finanzlage, die Personalsituation, über den Geschäftsverlauf des Unternehmens und des ­Konzerns sowie über Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik informiert. Darüber hinaus nimmt der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig an den Vorstandssitzungen teil und lässt sich – falls erforderlich – in Einzelgesprächen vom Vorstand unterrichten.

Der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Jahres­ überschusses sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Aufsichtsrat rechtzeitig ­ vorgelegen. Sie wurden geprüft und im Beisein der ­Prüfer erörtert. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer angeschlossen und im Rahmen seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht 2019 sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2019 der Westfleisch SCE mit beschränkter Haftung gebilligt sowie dem Vorschlag des Vorstands zur Ergebnisverwendung zugestimmt. Der Aufsichtsrat dankt der Unternehmensleitung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den hohen persönlichen Einsatz.

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Pflichten wahrgenommen und nach ­eingehender Beratung und Prüfung die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Der Jahresabschluss und der Lagebericht 2019 sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht 2019 der Westfleisch SCE mit beschränkter Haftung sind unter Einbeziehung der Buchführung vom DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V., Berlin, geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungs­ ­ vermerken versehen worden.

Münster, den 06. Mai 2020 Der Aufsichtsrat Josef Lehmenkühler Vorsitzender

75 KONZERNABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Einzelabschluss der Westfleisch SCE 2019

76


Bilanz zum 31.12.2019

78

Gewinn- und Verlustrechnung 2019

80

Erläuterungen zum Einzelabschluss der Westfleisch SCE mbH 201981

77 EINZELABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Bilanz zum 31.12.2019 (mit Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018) AKTIVA

31.12.2019 T€

31.12.2018 T€

T€

T€

A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie ­Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. Geschäfts- oder Firmenwert 3. Geleistete Anzahlungen

8.963

1.235

3.311 644

3.963 5.962

12.918

11.160

II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

29.080

22.466

2. Technische Anlagen und Maschinen

14.350

15.453

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

5.056

4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

4.079

5.299 52.565

5.716

48.934

III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen

37.721

2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 4. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

37.713

7

0

3.047 17

3.027 17

40.792 106.275

40.757 100.851

B. UMLAUFVERMÖGEN I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

1.659

2. Unfertige Erzeugnisse

1.363 67.061

3. Fertige Erzeugnisse und Waren

1.630 70.083

0 46.175

47.805

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Forderungen gegen verbundene ­Unternehmen

25.316

70.461

216.333

133.202

3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Sonstige Vermögensgegenstände

davon rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile T€ 33 (Vj. T€ 37)

1.683

2.550

19.625

18.929 262.957

225.142

5.587

4.867

III. Wertpapiere

Sonstige Wertpapiere

IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

78

33.766

68.226

372.393

346.040

2.979

1.856

481.647

448.747


| Bilanz |

PASSIVA

31.12.2019 T€

31.12.2018 T€

T€

T€

A. EIGENKAPITAL I. Gezeichnetes Kapital 1. Grundkapital

31.838

davon Mindestkapital T€ 10.000

davon Grundkapital ausscheidender Mitglieder T€ 619 (Vj. T€ 1.044)

davon Einzahlungen auf Geschäftsanteile ausscheidender Mitglieder T€ 610 (Vj. T€ 1.008) -890

2. Nicht fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile

30.757

30.948

-922

29.835

II. Ergebnisrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage

27.259

26.457

53.956

52.146

davon aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres eingestellt T€ 802 (Vj. T€ 1.099) 2. Andere Ergebnisrücklagen davon aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres eingestellt T€ 802 (Vj. T€ 1.099) III. Bilanzgewinn 

81.215

78.603

1.604

2.198

IV. Sonderposten des Eigenkapitals 1. Genussscheinkapital

24.683

14.041

138.450

124.677

B. RÜCKSTELLUNGEN 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

10.231

2. Steuerrückstellungen

1.577 66.452

3. Sonstige Rückstellungen

10.234 78.260

13.678 70.693

94.605

C. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

29.489

19.030

128.486

94.057

93.652

89.583

3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5. Sonstige Verbindlichkeiten

970

1.138

12.340

25.657

davon aus Steuern T€ 1.888 (Vj. T€ 1.188) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 346 (Vj. T€ 527)

264.937

229.465

481.647

448.747

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

79 EINZELABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


Gewinn- und Verlustrechnung 2019 (mit Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018) FÜR DIE ZEIT VOM 01.01. BIS 31.12.

2019 T€

1. Umsatzerlöse

2018 T€

T€

2.428.426

2. Erhöhung oder Verminderung des ­Bestands an fertigen und unfertigen ­Erzeugnissen

22.250

3. Sonstige betriebliche Erträge

14.479

T€

2.274.754 5.495 2.465.155

22.692

2.302.941

4. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen

2.184.363 105.439

2.010.827 2.289.802

99.780

175.353

2.110.607 192.334

5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

47.457

47.936

8.938

8.458

 avon für Altersversorgung d T€ 910 (Vj. T€ 927)

56.395

6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

10.353 132.335

8. Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben

56.394

9.142 142.688

160.119

810

948

43.187

46.863

9

38

2.851

1.479

169.261

­ davon aus verbundenen Unternehmen T€ 724 (Vj. T€ 864) 9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und A ­ usleihungen des Finanzanlagevermögens davon aus verbundenen Unternehmen T€ 10 (Vj. T€ 38) 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen T€ 1.428 (Vj. T€ 1.036)

46.857

49.328

12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 13. Aufwendungen aus Verlustübernahmen

0 12.111

658 1.109

14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

4.834

4.419

davon aus verbundenen Unternehmen T€ 1.582 (Vj. T€ 1.420) 15. Ergebnis vor Steuern 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 17. Ergebnis nach Steuern 18. Sonstige Steuern 19. Jahresüberschuss 20. Einstellung in Rücklagen 21. Bilanzgewinn

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

80

16.945

6.186

6.182 2.869

9.821 5.322

3.313 105

4.499 103

3.208 1.604 1.604

4.396 2.198 2.198


| Gewinn- und Verlustrechnung | Erläuterungen zum Einzelabschluss der Westfleisch SCE mbH |

Erläuterungen zum Einzelabschluss der Westfleisch SCE mbH 2019 Der Jahresabschluss der Westfleisch SCE mbH zum 31. Dezember 2019 wurde gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften (§§ 238 ff., §§ 264 ff. und §§ 336 ff.) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Genossenschafts­ gesetzes, der Satzung der Gesellschaft und der Verordnung über das Statut der Europäischen Genossenschaft (SCE-Verordnung) aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Genossenschaften. Im vorliegenden Geschäftsbericht haben wir den Konzern­abschluss der Westfleisch SCE mbH aufgenommen. Um einen besseren Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Muttergesellschaft West­ fleisch SCE mbH zu gewähren, fügen wir dem Geschäftsbericht die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des Einzelabschlusses zum 31.12.2019 unter Gegenüber­ stellung der Vorjahreszahlen bei. Diese ergänzen wir um die nachstehende Zusammenfassung des Geschäfts­ verlaufes und der Darstellung der wesentlichen Entwicklungen der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Den vollständigen Einzelabschluss der Westfleisch SCE mbH zum 31.12.2019 mit weiteren Einzelheiten erhalten Sie am Sitz der Gesellschaft.

Geschäftsverlauf Die Gesellschaft hat mit Umsatzerlösen von über 2.428 Mio. EUR den Vorjahreswert von 2.275 Mio. EUR deutlich übertroffen. Wie auch schon im gesamten Jahres­verlauf seit Anfang März ist der wesentliche Treiber dieser E ­ntwicklung die aufsteigende Tendenz der ­Notierung für schlachtreife Schweine. Die Zahl der Schweineschlachtungen (inkl. Sauen) in den Betrieben der Westfleisch SCE mbH ist im Jahr 2019 leicht um 3,0 % auf rund 5,0 Mio. Schweine gesunken. Die Zerlege­leistung stieg hingegen leicht um rd. 2,6 %. Die Zahl der geschlachteten Rinder und Kälber lag im Jahr 2019 mit rund 433.300 Tieren erneut leicht über der des Vorjahres (2,0 %). In der Sparte Nutzvieh war der Absatz im Vergleich zum Vorjahr mit rund 2,1 Mio. Stück leicht rückläufig.

Ertragslage Die im Jahresmittel über dem Vorjahr liegenden Verkaufspreise für Frischfleisch führten trotz eines ­ ­Absatzrückgangs zu einem Umsatzanstieg um 6,8 % oder Mio. € 153,7 über dem des Vorjahres. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind leicht überproportional zu

den Umsatzerlösen um 8,6 % (Mio. € 173,5) gestiegen. Grund hierfür sind insbesondere die gestiegenen Einkaufspreise im Bereich Schwein. Erhöhte Fracht­ ­ aufwendungen sowie höhere Aufwendungen für Fremdlöhne führten zu einem Anstieg der bezogenen Leistungen um 5,7 % auf Mio. € 105,4. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) liegt insgesamt mit 93,4 % leicht über Vorjahresniveau (Vj. 92,6 %). Das Rohergebnis ist mit Mio. € 17,0 auf Mio. € 175,4 gesunken. Der Rückgang ist insbesondere auf die gestiegenen Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ­zurückzuführen. Eine Weitergabe der Preissteigerungen im Einkauf an den Kunden ist nur bedingt bzw. zeit­ verzögert möglich. Zudem waren die sonstigen betrieb­ lichen Erträge im Vorjahr noch vermehrt durch Versicherungsentschädigungen aus dem Brand Paderborn (2016) geprägt. Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit Mio. € 14,5 um Mio. € 8,2 unter Vorjahresniveau (Mio. € 22,7). Die Personalaufwendungen liegen bei in etwa unver­ änderter durchschnittlicher Zahl der während des ­Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter mit Mio. € 56,4 auf Vorjahresniveau. Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) liegt mit 2,3 % leicht unter dem Vorjahresniveau (2,5 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit Mio. € 132,3 um Mio. € 27,8 unter denen des Vorjahres. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf stark gesunkene Ausgangsfrachten (Mio. € 23,4) sowie gesunkenen Vertriebsprovisionen (Mio. € 2,6) zurückzuführen. Im Rahmen der Neuorganisation des zentralen Vertriebs ­ durch die Westfleisch Sales GmbH liefert die Westfleisch SCE mbH nur noch vereinzelt direkt an Kunden außerhalb der Westfleisch Gruppe. Das Finanzergebnis verminderte sich aufgrund gesunkener Beteiligungsergebnisse um Mio. € 13,2 von Mio. € 43,1 auf Mio. € 29,9. Sondereffekte aus der Zinserstattung für Sozialabgaben sowie die vermehrte Bereitstellung von Betriebsmittel für Unternehmen der Westfleisch Gruppe führten zu einer Verbesserung des Zinsergebnisses um Mio. € 0,9 von Mio. € -2,9 auf Mio. € -2,0. Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss von Mio. € 3,2 (Vj. Mio. € 4,4) ab. Nach einer satzungsmäßigen Zuweisung zu den Rücklagen

81 EINZELABSCHLUSS DER WESTFLEISCH SCE 2019


verbleiben Mio. € 1,6 zur Ausschüttung einer Dividende von 4,2 % an die Anteilseigner.

Zum Stichtag verfügt die Westfleisch SCE über freie ­Kreditlinien in Höhe von Mio. € 67,7.

Finanzlage

Die finanziellen Verpflichtungen aus Investitionsauf­ trägen, Abnahmeverpflichtungen sowie Leasing-, Mietund Wartungsverträgen erhöhten sich von Mio. € 22,7 um Mio. € 0,3 auf Mio. € 23,0 im Berichtsjahr.

Neben den um Mio. € 1,2 verminderten Jahresüber­ schusses (das Jahresergebnis wird zu 50 % in die Rück­ lagen eingestellt) erhöhte sich das Eigenkapital insbesondere aufgrund des Anstiegs des Grundkapitals (Ausgabe neuer Geschäftsanteile) in Höhe von Mio. € 1,1 sowie des neu emittierten Genussscheinkapitals (Mio. € 10,6) in 2019 um Mio. € 13,8 auf Mio. € 138,5. Trotz der um Mio. € 32,9 gestiegenen Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 27,8 % auf 28,7 %. Unter Berücksichtigung, des in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Genussrechtskapitals beträgt die wirtschaftliche Eigenkapitalquote 30,0 % (Vj. 32,1 %). Neben dem langfristigen Darlehen bestehen zinsgünstige Förderkredite der KfW mit einem Volumen in Höhe von rd. 16,6 Mio. EUR. In Verbindung mit den Asset Backed Security (ABS)-, sale and lease-back- und Leasing­ ­ finanzierungen sowie durch ein aktives Working Capital Management im Bereich der Bestände, Forderungen und Verbindlichkeiten war die Liquiditätslage der WESTFLEISCH auch in 2019 jederzeit ausreichend, um alle ­finanziellen Verpflichtungen termingerecht zu bedienen. Das ABS Volumen beläuft sich zum 31.12.2019 mit Mio. € 10,6 unter dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: Mio. € 30,1). Grund hierfür ist die Einführung des zentralen Vertriebs durch die Westfleisch Sales GmbH. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Einkaufsboni (T€ 26.633), Strukturmaßnahmen (T€ 10.599), Drohverluste (T€ 10.300), ausstehende Kostenrechnungen (T€  7.897), Personal (T€ 3.721) und ­ ­unterlassene Instandhaltungen (T€ 1.360) gebildet. Im Wesentlichen aufgrund erhöhter Einkaufspreise im Bereich Schwein liegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Mio. € 128,5 um 34,4 Mio. € über dem Vorjahr (Mio. € 94,1). Die wesentliche Ursache für den Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten um Mio. € 13,3 auf Mio. € 12,3 liegt in der planmäßigen Rückführung von Genussrechtskapitals in Höhe von Mio. € 13,4. Teile der Rückführung wurde von den Teilnehmern in das neue Genussscheinkapital 2019 umgewandelt.

82

Vermögenslage Im Geschäftsjahr 2019 investierte die Westfleisch SCE mbH ca. Mio.  € 13,7 (Vj. Mio. € 9,0) in das Sachanlage­ vermögen. Die Investitionen wurden im Wesentlichen für Grundstücke und Gebäude sowie technische Anlagen und Maschinen vorgenommen. Die Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen in Höhe von Mio. € 3,8 betreffen im Wesentlichen das SAP-Reorganisations­ ­ projekt (W.IT.O). Insbesondere ein deutlicher mengenmäßiger Anstieg des Bestands an Schweinefleisch und stark gestiegene durchschnittliche Einkaufspreisen beim Schweinefleisch führten zu einem Anstieg der Vorräte. Auch ein mengen­mäßig erhöhter Anstieg des Bestands an Rindfleisch trug trotz leicht rückläufiger, durchschnittlicher Einkaufspreise hierzu bei. Die Bestände an unfertigen und fertigen ­Erzeugnissen und Waren stiegen insgesamt um 48,2 % auf Mio. € 68,4. Bei gestiegener Bilanzsumme liegt der Anteil dieser Vorräte an der Bilanzsumme bei 14,2 % nach 10,3 % im Vorjahr. Aufgrund der Einführung des zentralen Vertriebs „Frischfleisch“ im Frühjahr 2019 über die Westfleisch Sales GmbH sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um Mio. € 83,1 auf Mio. € 216,3 gestiegen. Trotz um Mio. € 45,1 auf Mio. € 25,3 gesunkene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergab sich insgesamt ein Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 16,8 % auf Mio. € 263,0 (Vj. Mio. € 225,1). Der Rückgang der liquiden Mittel um Mio. € 34,5 auf Mio. € 33,8 resultiert trotz eines Anstiegs der Verbindlichkeiten (Mio. € 35,5) und Ausgabe neuen Genussscheinkapitals im Wesentlichen aus dem Rückgang der Rückstellungen (Mio. € 16,3) bei einem gleichzeitigen Anstieg der Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Mio. € 37,8) sowie der Vorräte (Mio. € 22,3).


Xxx Xxxxxxxxxxx | Xxxxxxxxxxxxxx |

Geschäftsbericht der Westfleisch Finanz AG 2019

Vorstand der Westfleisch Finanz AG

84

Aufsichtsrat der Westfleisch Finanz AG

85

Bilanz zum 31.12.2019

88

Gewinn- und Verlustrechnung 2019

90

Anhang 2019 (inkl. Anlagenspiegel)

91

Lagebericht 2019

96

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

100

Bericht des Aufsichtsrats

103

83 GESCHÄW F TESSBTEFRLIECI H SC T HD G ER E SW C EHSÄTFFTLSEBI E SR C IHC  F HITN A 20 N 1Z9  A G 2 0 1 9


Vorstand der Westfleisch Finanz AG

84

Dirk Niederstucke

Carsten Schruck

Hille-Rothenuffeln, Landwirt, Vorsitzender

MĂźnster


| Vorstand und Aufsichtsrat der Westfleisch Finanz AG |

Aufsichtsrat der Westfleisch Finanz AG

Egbert Wißling

Klaus Albersmeier

Beckum, Landwirt, Vorsitzender

Lippetal, Landwirt, stv. Vorsitzender

Dr. Jochen Farwick

Dr. Thomas Forstreuter

André Gerbermann

Lüdinghausen, Landwirt (ab 25.06.2019)

Münster, Referent des West­fälischLippischen Landwirtschafts­ verbandes e.V.  (ab 26.06.2019)

Everswinkel, Landwirt

85 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Franz-Josef Hüppe

Josef Klein-Heßling

Gerhard Meierzuherde

Hörstel-Riesenbeck, Landwirt

Rhede, Landwirt

Herzebrock-Clarholz, Landwirt

Annette Niggemeyer

Helmut Ostermeier

Gerhard Reimann

Nottuln, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der GFS-Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG

Hüllhorst, Landwirt

Herbern, Landwirt

Stefan Schlüter

Johannes Schulte-Althoff

Dirk Schulze-Pellengahr

Büren, Landwirt

Haltern, Vorstandsmitglied der AGRAVIS Raiffeisen AG

Ascheberg, Landwirt

86


| Aufsichtsrat der Westfleisch Finanz AG |

Hermann-Josef Schulze-Zumloh

Philipp Schulze zur Wiesch

Heike Wattendrup-Nordhoff

Warendorf, Landwirt

Bad Sassendorf, Landwirt

Münster, Landwirtin

Rainer Wentingmann

Markus Westerfeld

Christoph Wiesmann

Dülmen, Landwirt

Erwitte, Landwirt

Billerbeck, Landwirt

Heinrich Willenborg-Plettenberg Bad Bentheim, Landwirt

87 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Bilanz zum 31.12.2019 (mit Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018) AKTIVA

31.12.2019 T€

31.12.2018 T€

T€

T€

A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie ­Lizenzen an solchen Rechten und Werten

12

38

II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

30.241

30.393

2. Technische Anlagen und Maschinen

19.190

23.325

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

921 9.159

59.511

1.068 3.916

58.702

III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 4. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften

75

75

50.000

50.000

5 3.640

53.720

5 3.640

113.243

53.720 112.460

B. UMLAUFVERMÖGEN I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen gegen verbundene ­Unternehmen 2. Sonstige Vermögensgegenstände II. Guthaben bei Kreditinstituten

C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

88

42.212 115

42.327

37.067 231

37.298

753

895

43.080

38.193

1.093

1.293

157.416

151.946


| Bilanz |

PASSIVA

31.12.2019 T€

31.12.2018 T€

T€

T€

A. EIGENKAPITAL I. Gezeichnetes Kapital 1. Stammaktien

41.280 10.080

2. Vorzugsaktien II. Kapitalrücklage

51.360

41.280 10.080

4.149

51.360 4.149

III. Gewinnrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage

2.160 8.022

2. Andere Gewinnrücklagen

IV. Bilanzgewinn

10.182

2.160 5.169

7.329

24.861

24.165

90.552

87.003

davon Gewinnvortrag aus dem Vorjahr T€ 22.008 (Vj. T€ 17.673)

B. RÜCKSTELLUNGEN 1. Steuerrückstellungen

209 236

2. Sonstige Rückstellungen

445

235 415

650

C. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3. Sonstige Verbindlichkeiten

50.000

50.000

1.768

2.523

354

223

davon aus Steuern T€ 343 (Vj. T€ 211) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 1 (Vj. T€ 2) D. PASSIVE LATENTE STEUERN

52.122

52.746

14.297

11.547

157.416

151.946

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

89 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Gewinn- und Verlustrechnung 2019 (mit Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2018) FÜR DIE ZEIT VOM 01.01. BIS 31.12.

2019 T€

1. Umsatzerlöse 2. Sonstige betriebliche Erträge

T€

10.872 10.007

3. Personalaufwand 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 6. Erträge aus Beteiligungen

2018 T€

20.879

T€

10.758 11.278

24

11.073 1.586

22.036 23

10.609 12.659

2.375

153

153

1.468

1.431

12.984

davon aus verbundenen Unternehmen T€ 153 ( Vj. T€ 153) 7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen T€ 1.468 (Vj. T€ 1.414) davon aus Abzinsungen T€ 0 (Vj. T€ 0)

1.621

1.584

8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

761 3.184

764 3.213

5.872 166

6.636 144

9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10. Ergebnis nach Steuern 11. Sonstige Steuern 12. Jahresüberschuss 13. Gewinnvortrag 14. Einstellung in Gewinnrücklagen 15. Bilanzgewinn

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

90

5.706

6.492

22.008 2.853 24.861

17.673 0 24.165


| Gewinn- und Verlustrechnung | Anhang |

Anhang 2019 Allgemeine Hinweise Die Westfleisch Finanz AG hat ihren Sitz in Münster und ist eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Münster (HRB 1429). Die Westfleisch Finanz AG ist zum Bilanzstichtag eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft entspricht dem Kalenderjahr. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sowie nach den ergänzenden Vorschriften des AktG und der Satzung aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und ­Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert zum Vorjahr die nachfolgenden Bilanzierungsund Bewertungsmethoden maßgebend. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögens­ gegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige ­ ­Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Beteiligungen zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sind zum Nennwert bilanziert.

wand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Das gezeichnete Kapital sowie die Kapital- und ­Gewinnrücklagen werden zum Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem notwendigen ­Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag ­angesetzt. Die passiven latenten Steuern stellen temporär abweichende Wertansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz dar, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen.

Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des ­Geschäftsjahres im Anlagenspiegel, der Teil des ­Anhangs ist, dargestellt.

Finanzanlagen Die Anteile an verbundenen Unternehmen (T€ 75) enthalten die Anteile an der LPM Hessenweg Immobilien GmbH, Münster. Die sonstigen Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen eine Darlehensforderung gegen die Westfleisch SCE mbH (T€ 50.000). Unter den Beteiligungen werden Anteile an der DZ Bank (T€ 4), Münster, und der Agravis AG (T€ 2), Münster, ausgewiesen. Bei den Geschäftsguthaben bei Genossenschaften (T€ 3.640) handelt es sich um die Beteiligung an der Westfleisch SCE mbH, Münster.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind innerhalb eines Jahres fällig. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegen­ stände sind zum Nennwert angesetzt. Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert bewertet. Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind vor dem Bilanzstichtag getätigte Ausgaben ausgewiesen, die Auf-

91 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich im Einzelnen wie folgt dar (Angaben in T€):

Art der Verbindlichkeit 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr) 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr) 3. Sonstige Verbindlichkeiten (Vorjahr) Gesamt (Vorjahr)

bis 1 Jahr

Restlaufzeit über 1 Jahr

0 (0) 1.768 (2.523) 354 (223) 2.122 (2.746)

50.000 (50.000) 0 (0) 0 (0) 50.000 (50.000)

davon über 5 Jahre 0 (0) 0 (0) 0 (0) 0 (0)

Gesamt 50.000 (50.000) 1.768 (2.523) 354 (223) 52.122 (52.746)

Latente Steuern Im Geschäftsjahr weist die Gesellschaft passive latente Steuern in Höhe von T€ 14.297 (Vj: T€ 11.547) aus. Hierbei ­wurden aktive latente Steuern in Höhe von T€ 1.826 (Vj: T€ 1.535), die im Wesentlichen auf Differenzen im Anlage­ vermögen beruhen (unterschiedliche Nutzungsdauern zwischen Handels- und Steuerrecht) mit passiven latenten Steuern in Höhe von T€ 16.123 (Vj: T€ 13.082) aufgrund der Bildung einer Ersatzbeschaffungsrücklage sowie einer Reinvestitionsrücklage (Rücklage gem. §6b EStG) in der Steuerbilanz verrechnet. Es wurde ein unternehmens­ individueller Steuersatz von 31,31 % berücksichtigt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen Per 31.12.2019 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus erteilten Investitionsaufträgen in Höhe von T€ 636.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse

Außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen

Es handelt sich im Wesentlichen um Pacht-/Vermietungserlöse von Schlacht- und Zerlegebetrieben sowie technischen Anlagen und Maschinen.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus dem Verkauf des Grundstückes Paderborn in 2019 in Höhe von T€ 9.997 enthalten.

Abschreibungen

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Wert wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung wurden bei den Gegenständen des Sachanlagevermögens in Höhe von T€ 1.894 (Vj. T€ 1.536) vorgenommen.

Aus dem Aufwand aus der Anpassung der passiven ­latenten Steuer in Höhe von T€ 2.750 (Vj: T€ 2.441), der Anpassung der Steuern für Vorjahre i.H.v. T€ 93 sowie den gezahlten Ertragsteuern für das Jahr 2019 in Höhe von T€ 446 und der Bildung der Steuerforderung für 2019 (T€ 104) ergibt sich insgesamt ein Ertragssteuer­ aufwand in Höhe von 3.184 (Vj: T€ 3.213).

92


| Anhang |

Sonstige Angaben Nachtragsbericht Aufgrund der COVID-19 Pandemie sowie der dadurch erfolgten Einschränkungen haben wir besondere Maßnahmen ergriffen um die Betriebsabläufe sicherzu­ stellen.

Zahl und Nennbetrag der Aktiengattungen Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft € 51.360.000,00 und ist wie folgt eingeteilt:

beträgt

a) 161.250 Stammaktien zu jeweils € 256,00, insgesamt € 41.280.000,00 b) 39.375 Vorzugsaktien zu jeweils € 256,00, insgesamt € 10.080.000,00

• Manfred Vogd, Wünnenberg (bis 28.02.2019), ­Geschäftsführer der VVG Sintfeld-Sauerland eG • Heike Wattendrup-Nordhoff, Münster, Landwirtin • Rainer Wentingmann, Dülmen, Landwirt • Markus Westerfeld, Erwitte, Landwirt • Christoph Wiesmann, Billerbeck, Landwirt • Heinrich Willenborg-Plettenberg, Bad Bentheim, Landwirt

Vorstand • Dirk Niederstucke, Hille-Rothenuffeln, Landwirt Vorsitzender • Carsten Schruck, Münster, Vorstandsmitglied der Westfleisch SCE mbH

Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigt keine Mitarbeiter.

Gewinnverwendung/ Gewinnverwendungsvorschlag

Konzernverhältnisse

Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für 2019 einen Jahresüberschuss in Höhe von € 5.706.062,74 (Vj: € 6.491.877,94) aus.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Westfleisch SCE mbH, Münster, einbezogen (größter sowie kleinster Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss ist in Münster hinterlegt.

Gem. § 58 Abs. 2 AktG wurden hiervon in die Gewinnrücklagen eingestellt (50 %): € 2.853.031,37

Aufsichtsrat • Egbert Wißling, Beckum, Landwirt, Vorsitzender • Klaus Albersmeier, Lippetal, Landwirt, stv. Vorsitzender • Werner Gehring, Münster (bis 25.06.2019), Hauptgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes e.V. • Dr. Jochen Farwick, Lüdinghausen, Landwirt (ab 25.06.2019) • Dr. Thomas Forstreuter, Münster (ab 26.06.2019), Referent des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes e.V. • André Gerbermann, Everswinkel, Landwirt • Franz-Josef Hüppe, Hörstel-Riesenbeck, Landwirt • Josef Klein-Heßling, Rhede, Landwirt • Gerhard Meierzuherde, Herzebrock-Clarholz, ­Landwirt • Annette Niggemeyer, Nottuln, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der GFS-Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG • Helmut Ostermeier, Hüllhorst, Landwirt • Gerhard Reimann, Herbern, Landwirt • Stefan Schlüter, Büren, Landwirt • Johannes Schulte-Althoff, Haltern, Vorstandsmitglied der AGRAVIS Raiffeisen AG • Dirk Schulze-Pellengahr, Ascheberg, Landwirt • Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Warendorf, ­Landwirt • Philipp Schulze zur Wiesch, Bad Sassendorf, ­Landwirt

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den verbleibenden Bilanzgewinn von € 24.861.128,45 (Vj: € 24.165.217,08) wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 4,2 % gem. § 18 der Satzung auf die Stamm- und Vorzugsaktien € 2.157.120,00 Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen € 10.000.000,00 Vortrag auf neue Rechnung €  12.704.008,45

Münster, den 28. Februar 2020 Der Vorstand

Dirk Niederstucke

Carsten Schruck

93 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Anlagenspiegel 2019 ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN 01.01.2019

ZUGÄNGE

ABGÄNGE (U) UMBUCHUNGEN

UMBUCHUNGEN

T€

T€

31.12.2019 (U)

T€

T€

I. Immaterielle ­Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähn­ liche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. Geschäfts- oder Firmenwert

683

0

0

683

2.515

0

0

2.515

3.198

0

0

3.198

78.577

3.157

7.598

75.566

2.343

83.660

150

3.856

II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund­stücken

1.431 2. Technische Anlagen und Maschinen

84.008

1.323 672

3. Andere Anlagen, Betriebsund ­Geschäftsausstattung

3.764

5.945 172.292

(U)

232 10

4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

(U)

(U)

8.623 13.336 2.112

0

(U)

12.455

2.112

(U)

10.091 2.112

(U)

175.537

III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen ­Unternehmen 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 4. Geschäftsguthaben bei ­Genossenschaften

75

0

0

75

50.000

0

0

50.000

5

0

0

5

3.640

0

0

3.640

53.720

0

0

53.720

229.211

13.336 2.112

Aufgrund der Darstellung in T € können Rundungsdifferenzen entstehen.

94

(U)

10.091 2.112

232.455 (U)


| Anhang |

KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN

BUCHWERTE

01.01.2019

ZUGÄNGE

ABGÄNGE

31.12.2019

31.12.2019

31.12.2018

T€

T€

T€

T€

T€

T€

645

26

0

672

12

2.514

0

0

2.515

0

0

3.159

26

0

3.186

12

38

48.183

3.737

6.595

45.325

30.241

30.393

60.682

5.660

1.873

64.469

19.190

23.325

2.695

383

144

2.935

921

1.068

2.031

1.267

0

3.297

9.159

3.916

113.591

11.047

8.612

116.026

59.511

58.702

0

0

0

0

75

75

0

0

0

0

50.000

50.000

0

0

0

0

5

5

0

0

0

0

3.640

3.640

0

0

0

0

53.720

53.720

116.751

11.073

8.612

119.212

113.243

112.460

38

95 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Lagebericht 2019 Geschäftsgrundlagen Die Aufgabe der Westfleisch Finanz AG besteht unverändert in der Errichtung und Finanzierung von Betriebs­ gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen für Schlacht- und Zerlegebetriebe, die ausschließlich an die Westfleisch SCE mbH verpachtet bzw. vermietet werden. Dafür erhält die Westfleisch Finanz AG eine kostenorientierte Pacht; diese bestimmt im Wesentlichen die Umsatzerlöse. Die Westfleisch Finanz AG ist unverändert Eigentümerin des Fleischcenters in Coesfeld, sowie eines Großteils des Fleischcenters in Lübbecke. Darüber hinaus hat die Westfleisch Finanz AG auf dem der Westfleisch SCE mbH gehörenden Betriebsgrundstück in Hamm bzw. Grundstücksteilen in Lübbecke Gebäude und technische ­Anlagen errichtet und an die Grundstückseigentümerin verpachtet. Mit Übergang von Nutzen und Lasten zum 01.12.2019 hat die Gesellschaft ein zusätzliches Grundstück von der Westfleisch SCE mbH in Coesfeld erworben. In Münster besitzt die Westfleisch Finanz AG ein Verwaltungsgebäude. Am 8. Februar 2016 wurde das Fleischcenter in Paderborn durch einen Brand – bis auf wenige Bereiche – zerstört. Im Geschäftsjahr 2016 hat die Westfleisch ­Finanz AG als Reaktion hierauf durch den Erwerb des Schlachthofs in Gelsenkirchen ein weiteres Grundstück mit aufstehenden Gebäuden und technischen Anlagen und Maschinen erworben. Mit Übergang von Nutzen und Lasten zum 29.09.2019 wurde das Grundstück P ­ aderborn sowie die nach dem Brand verbliebenden Gebäude veräußert. Die Westfleisch SCE mbH ist an der Westfleisch Finanz AG beteiligt. Die Westfleisch Finanz AG hält ihrerseits Geschäftsanteile an der Westfleisch SCE mbH. Die ­Gesellschaft wird seit 2015 in den Konzernabschluss der Westfleisch SCE mbH einbezogen. Das im Wesentlichen von Landwirten aus West­ falenLippe, der Westfleisch SCE mbH, Mitarbeitern der Westfleisch Gruppe und branchennahen Personen und Unternehmen gehaltene Grundkapital wird durch die ­ Ausschüttung einer Dividende verzinst. Es werden Stammaktien als vinkulierte Namensaktien und ­Vorzugsaktien als stimmrechtslose Namensaktien ausgegeben.

Die Kursbewertung der Aktien erfolgt durch einen aus Mitgliedern des Aufsichtsrats gebildeten Bewertungsausschuss. Diese Kursempfehlung haben die Aktionäre der Westfleisch Finanz AG in der Vergangenheit zur Grundlage ihrer Kauf- und Verkaufsentscheidungen gemacht. Der Bewertungsausschuss hat in seiner ­ ­Sitzung am 16. Mai 2019 beschlossen, den Aktienkurs von 112 % beizubehalten.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war 2019 um 0,6 % höher als im Vorjahr. Damit setzte die deutsche Wirtschaft das Wachstum aus den beiden vorherigen Jahren fort (2018: +1,5 % und 2017: +2,5 %), jedoch mit geringerem Tempo. Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass das Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 erstmals seit sechs Jahren unter dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von +1,3 % liegt 1.

Geschäftsverlauf Die Umsatzerlöse der Westfleisch Finanz AG werden im Wesentlichen aus der Verpachtung bzw. Vermietung von Betriebsgebäuden, technischen Anlagen und ­Maschinen generiert. Im Fleischcenter Coesfeld wurden durch die Westfleisch SCE mbH im Geschäftsjahr 2019 2.639.803 (Vj. 2.618.775) Schweine geschlachtet und zerlegt 2. In den am 31. Dezember 1996 übernommenen Gebäuden des Fleischcenters Lübbecke wurden im Geschäftsjahr 2019 279.179 (Vj. 275.011) Rinder geschlachtet 2. Aufgrund von gestiegenen Pachtzinsen konnten die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr leicht um T€ 114 auf T€ 10.872 erhöht werden. Weiterhin konnten im ­Geschäftsjahr Erträge aus der Verkauf des Grundstückes in Paderborn in Höhe von rund T€ 10.000 vereinnahmt werden. Trotz rückläufiger sonstiger betrieblicher Aufwendungen (T€ -789) verminderte sich der Jahresüberschuss insbesondere aufgrund geringerer sonstiger ­betrieblicher Erträge (T€ -1.271) sowie um T€ 464 gestiegener Abschreibungen im Geschäftsjahr von T€ 6.492 auf T€ 5.706.

1 Quelle: Bruttoinlandsprodukt für Deutschland 2019, Statistisches Bundesamt vom 15. Januar 2020

96

2 Quelle: Konzernstatistik per 12.2019 Westfleisch-Gruppe


| Lagebericht |

Die im Vorjahr abgegebene Prognose eines rückläufigen, aber dennoch soliden Jahresüberschusses und die weitere Stärkung des Eigenkapitals sind entsprechend eingetreten. Die Geschäftsentwicklung ist aus Sicht des Vorstands damit wie erwartet verlaufen.

Qualitätsmanagement/Umwelt Umweltschutz ist bei Westfleisch fest in den Unter­ nehmenszielen verankert. Wir achten auf einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Konzernweit haben wir uns das Ziel gesetzt, den produktionsbedingten Energieverbrauch und C02-Emissionen bestmöglich zu reduzieren. Die damit verbundenen Maßnahmen zielen auf energiesparende Produktion ­sowie hocheffiziente Strom und Wärmeversorgung ab. Bei der Beschaffung von technischen Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung ­ wird besonderen Wert auf Energieeffizienz und Qualität gesetzt. Insbesondere bei den technischen Anlagen und Maschinen wird von der Lebensmittelindustrie ein ­hoher Qualitätsstandard verlangt.

Investitionen Bei Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen in Höhe von T€ 0 (Vj: T€ 13) sowie Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von T€ 13.336 (Vj: T€ 9.769) ist das Anlagevermögen insgesamt bei Abschreibungen von T€ 11.073 (Vj: T€ 10.609) und Abgängen zu Restbuchwerte von T€ 1.480 (Vj: T€ 150) um T€ 783 ­gestiegen. Es wurde im Wesentlichen in den Standort Coesfeld ­investiert. In allen Betrieben wurden vorrangig Investitionen zur Steigerung der Produktivität und zur Kapazitätserweiterung bzw. Ersatzinvestitionen im Schlacht-, Zerlege-, Kühl- und Verpackungsbereich vorgenommen. Die Investitionen für das Geschäftsjahr 2019 wurden aus dem Cashflow, hier insbesondere aus den Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstückes Paderborn, den in den Vorjahren zugegangenen Versicherungserstattungen aus dem Brandschaden am Standort Paderborn sowie einem in 2015 umgesetzten Konsortialkredit ­ ­finanziert.

Finanzierungsmaßnahmen Die für das Geschäftsjahr 2020 geplanten und vom Aufsichtsrat in dessen Sitzung im Februar 2020 genehmigten Investitionen werden sowohl aus dem Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit, den in den Vorjahren zugegangenen Versicherungserstattungen, den Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstückes Paderborn und durch liquide Mittel aus dem in 2015 umgesetzten neuen Konsortialkredit finanziert.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 5.470 auf T€ 157.416 erhöht. Das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2019 ist im ­Vergleich zum Vorjahr aufgrund von gestiegener Investitionen um T€ 783 auf T€ 113.243 gestiegen. Die Anlagenintensität beträgt somit 71,94 % (Vj. 74,01 %). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegen­ stände sind aufgrund der erhöhter Inanspruchnahme von Betriebsmitteln durch die Westfleisch SCE mbH um T€ 5.029 auf T€ 42.327 gestiegen. Die Verminderung der sonstigen Rückstellungen um T€ 179 auf T€ 236 beruht im Wesentlichen auf einen Rückgang von ausstehenden Eingangsrechnungen. Stichtagsbedingt sind die Verbindlichkeiten aus ­Lieferungen und Leistungen um T€ 755 auf T€ 1.768 ­gesunken. Die passiven latenten Steuern erhöhten sich zum Stichtag um T€ 2.750 auf T€ 14.297 im Wesentlichen aufgrund der Bildung einer steuerlichen Reinvestitionsrücklage (§6b EStG) aus dem Verkauf des Grundstückes in Paderborn. Das gezeichnete Kapital von T€ 51.360 wurde im ­Wesentlichen von zum Geschäftskreis der Westfleisch SCE mbH gehörenden Mitgliedern aufgebracht; es leistet damit einen erheblichen Beitrag zur finanziellen ­Absicherung der Westfleisch Unternehmensgruppe. Aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres in Höhe von T€ 5.706 werden T€ 2.853 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Der sich danach ergebene Bilanzgewinn von T€ 24.861 (Vj. T€ 24.165) liegt mit T€ 696 über dem Vorjahresniveau und erlaubt die Ausschüttung einer 4,2%-igen Dividende für Stamm- und Vorzugs­ aktien.

97 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Die nach wie vor gute Eigenkapitalquote beträgt 57,5 % (Vj. 57,3 %) und erhöhte sich damit leicht um 0,2%-Punkte. Die erteilten Investitionsaufträge in Höhe von im ­Vorjahr T€ 126 erhöhten sich zum Stichtag auf T€ 636. Die Umsatzerlöse erhöhten sich aufgrund gestiegener Pachtzinsen leicht um T€ 114 auf T€ 10.872. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus dem Verkauf des Grundstückes in Paderborn in Höhe von rund T€ 10.000 enthalten. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um T€ 1.271 auf T€ 10.007 ist im Wesentlichen auf den Wegfall von Versicherungs­ entschädigungen zurückzuführen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Wert wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung wurden bei den Gegenständen des Sachanlage­ vermögens in Höhe von T€ 1.894 (Vj. T€ 1.536) vorgenommen. Auch der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T€ 789 ist auf verminderte Versicherungsaufwendungen sowie verminderte Schadens­ ersatzleistungen zurückzuführen. Der Jahresüberschuss verminderte sich im Geschäftsjahr von T€ 6.492 auf T€ 5.706.

Lagebeurteilung durch den Vorstand und voraussichtliche Entwicklung Die Westfleisch Finanz AG erzielt ihre Umsatzerlöse aus der Vermietung und Verpachtung ihres Sachanlagevermögens an die Westfleisch SCE mbH, deren Kapazitäten nach wie vor gut ausgelastet sind. Die Kunden der Westfleisch SCE mbH verlangen qualitativ hochwertige Ware. Neben Neu- und Ersatzinvestitionen werden deshalb im Geschäftsjahr 2020 Modernisierungen der bestehenden Schlacht- und Zerlegeanlagen vorgenommen sowie Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung umgesetzt. Jeweils nach Fertigstellung werden die Gebäude, technische Anlagen und Maschinen unverzüglich an die Westfleisch SCE mbH verpachtet. Den damit verbundenen Aufwendungen stehen durch die Verpachtung entsprechende Erträge gegenüber. Die durch den Brand in Paderborn entfallenden Pachterträge konnten in der Vergangenheit teilweise durch Versicherungserstattungen bzw. Erträge aus Anlagenabgängen (Verkauf Grundstück

98

Paderborn in 2019) kompensiert werden. Da in 2020 keine weiteren Effekte (Versicherungserstattungen oder Erträge aus Anlagenabgängen) aus dem Brand ­Paderborn (2016) zu erwarten sind, ist für 2020 mit ­einem rückläufigen, aber dennoch soliden Jahresüberschuss zurechnen. Dauerhaft müssen die Pachterlöse durch entsprechende Investitionen in Schlacht- und Zerlegekapazitäten wieder erhöht werden. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichtes grassierte weltweit das sog. „Coronavirus“, dessen wirtschaftliche Auswirkungen auf die Konjunktur im Allgemeinen und die Lebensmittel- und Fleischwirtschaft im Besonderen kaum abschätzbar sind. Aufgrund der aktuellen Lage ­gehen wir davon aus, dass die aktuelle Prognose durch die von uns bereits eingeleiteten Maßnahmen unterstützt und gehalten werden kann. Aufgrund der zeitnah eingeleiteten, zahlreichen Maßnahmen besteht zum heutigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit von vorrübergehenden Schließungen der verpachteten Fleisch­center.

Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung Zur Erkennung und Steuerung von Unternehmens­ risiken hat der Vorstand Planungsrechnungen für die Investitionen und den Liquiditätsbedarf erstellt. Hierzu werden Rentabilitätsberechnungen für jedes vermietete Objekt ausgearbeitet. Die interne Revision wird durch die Westfleisch SCE mbH durchgeführt. Investitionen werden maßgeblich unter Mitwirkung des Mieters ­geplant und durchgeführt, sodass aus Sicht des ­Vorstands das Unternehmensrisiko eingeschränkt ist. Aufgrund der ausschließlichen Geschäftsbeziehungen zum Konzernmutterunternehmen Westfleisch SCE mbH bestehen insbesondere Risiken aus dem Untergang von Forderungen. Das Risiko wird aus Sicht des Vorstandes als gering eingeschätzt. Wie bereits im Prognosebericht angesprochen grassierte zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts weltweit das sog. „Coronavirus“, dessen wirtschaftliche Auswirkungen auf die Konjunktur im Allgemeinen und die Lebensmittel- und Fleischwirtschaft im Besonderen kaum abschätzbar sind. Insbesondere die zeitnah eingeleiteten, zahlreichen Maßnahmen innerhalb der gesamten Westfleisch Gruppe in Bezug auf das Coronavirus, tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass wir derzeit die hieraus erwachsenen Konsequenzen für noch beherrschbar erachten. Hierfür wurde eine Arbeitsgruppe gebildet welche sich täglich zu den neuesten Entwicklungen austauscht und entsprechende Gegenmaßnahmen hieraus ableitet. Folgende wesentliche Gegen­ maßnahmen haben wir zum heutigen Zeitpunkt vorgenommen:


| Lagebericht |

• Einrichtung erhöhter Hygienevorschriften und neue Verhaltensregeln im persönlichen Umgang • Einführung von flexiblen Arbeitsorten (u.a. Home­office, Telefon- und Videokonferenzen) • Räumliche Trennung von Arbeitsgruppen • Verbot von Dienstreisen in Risikoländer sowie Reduzierung von Standortbesuchen • Erstellung von abteilungsindividuellen Notfallplänen Insbesondere sehen wir für die Westfleisch Finanz AG aktuell kein gesteigertes Risiko darin, Betriebsschließungen vornehmen zu müssen und somit mittelbar keine Pacht- bzw. Liquiditätsausfälle zu erleiden. Der Vorstand versichert, dass nach bestem Wissen im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Westfleisch ­ ­Finanz AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und die wesentlichen Chancen und Risiken beschrieben sind.

Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG Die Westfleisch Finanz AG war im Geschäftsjahr 2019 ein von der Westfleisch SCE mbH, Münster, Deutschland, abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. Der Vorstand der Westfleisch Finanz AG hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält: „Gemäß § 312 Abs. 3 AktG erklärt der Vorstand der Westfleisch Finanz AG, dass die Gesellschaft bei den im ­Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maß­ nahmen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung ­erhalten hat. Dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, wurde die Gesellschaft nicht ­benachteiligt.“

99 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Wiedergabe des Bestätigungsvermerks BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ­ABSCHLUSSPRÜFERS An die WESTFLEISCH FINANZ AG, Münster

Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der WESTFLEISCH ­FINANZ AG, Münster, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungs­ methoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der WESTFLEISCH FINANZ AG für das ­ ­Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse •  entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen ent­ sprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer ­Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In ­allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

100

Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grund­ ­ sätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weiter­ gehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten ­Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahres­ abschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahres­abschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, F ­ inanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. F ­ erner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Auf­stellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmens­ tätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


| Wiedergabe des Bestätigungsvermerks |

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft ver­mittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen ­gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (­Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lage­berichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahres­ abschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom ­Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und ­Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. ­Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – f­ alscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. •  gewinnen wir ein Verständnis von dem für die ­Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lage­ berichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. •  beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­ ­ legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. •  ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit ­Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnach­weise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

101 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


•  beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwort­ lichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der ­Gesellschaft. •  führen wir Prüfungshandlungen zu den von den ­gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise voll­ ziehen wir dabei insbesondere die den zukunfts­ orientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

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Essen, 18. März 2020 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Bernhard Klinke Wirtschaftsprüfer

ppa. Matthias Kräbber Wirtschaftsprüfer


| Wiedergabe des Bestätigungsvermerks | Bericht des Aufsichtsrats |

Bericht des Aufsichtsrats Aufsichtsrat und Vorstand haben im Geschäftsjahr 2019 in mehreren Sitzungen gemeinsam über die Lage und strategische Entwicklung des Unternehmens sowie zahlreiche aktuelle Einzelthemen beraten.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer angeschlossen und im Rahmen seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass ­ ­Einwendungen nicht zu erheben sind.

Der Bewertungsausschuss hat gem. § 9 Abs. 5 der Satzung eine Empfehlung zur Kursbewertung der Aktien vorgenommen und den Aktionären im Geschäftsjahr mitgeteilt.

In seiner Sitzung am 14. Mai 2020 hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2019 der WESTFLEISCH FINANZ AG gebilligt und damit festgestellt sowie dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes zugestimmt.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in allen Sitzungen ­jeweils anhand eines ausführlichen Lageberichtes eingehend über die Geschäfts- und Finanzlage, über den Geschäftsverlauf des Unternehmens sowie über Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der ­Geschäftspolitik informiert. Darüber hinaus hat sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats in Einzelgesprächen ­regelmäßig vom Vorstand unterrichten lassen.

Der Aufsichtsrat dankt der Unternehmensleitung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den hohen persönlichen Einsatz.

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Pflichten wahrgenommen und die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Münster, den 15. Mai 2020 Der Jahresabschluss 2019 der WESTFLEISCH FINANZ AG und der Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat Egbert Wißling Vorsitzender

103 G E S C H Ä F T S B E R I C H T D E R W E S T F L E I S C H  F I N A N Z  A G 2 0 1 9


Z

Zukunft Fleisch – Fleisch der Zukunft Fleischalternativen und Kombiprodukte aus tierischem und pflanzlichen Eiweiß erfreuen sich zunehmend der Gunst der Konsumenten. Auch Westfleisch widmet sich diesem Thema als Sortimentsergänzung.

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UMSATZ UND ABSATZ

SCHLACHTLEISTUNG RIND UND SCHWEIN

Umsatz in Mio. €

Absatz in 1.000 t

2,8 Mrd. €

3.000 2.750 2.500

1.200 1.150 1.100

Umsatz

2.250

1.050

2.000

1000

872.800 Tonnen

1.750

950

Rinder (inkl. Kälber) in 100.000 Stück

Schweine (inkl. Sauen) in Mio. Stück 10

10

7,7 Mio.

9

9

8

8

Schweine

7

7

6

6

900

5

850

4

800

3

750

750

2

2

500

700

1

1

0

0

1.500

*

1.250 1.000

Absatz

0 2015

2016

2017

2018

2019

5

433.300

Impressum

4

Westfleisch-Gruppe 48143 Münster · Brockhoffstraße 11 48047 Münster · Postfach 8844 Telefon: +49 (0)2 51 4 93-0 Fax: +49 (0)2 51 4 93-12 89 E-Mail: info@westfleisch.de Web: www.westfleisch.de

3

Rinder

0 2015

2016

2017

2018

2019

* geänderte Berechnung ab 2018

BILANZSUMME UND EIGENKAPITAL

MITGLIEDER UND MITARBEITER

Wirtschaftliches Eigenkapital in Mio.  €

Bilanzsumme in Mio.  € 700

666,3 Mio. €

650 600

Bilanzsumme

550 500 450

Amtsgericht Münster Gen.-Reg. 448

Mitglieder

330

5.500

310

5.000

290

4.500

270

4.000

250

3.500

Mitarbeiter

5.500 5.000

4.612 Mitglieder

4.500 4.000

4.203*

3.500

Mitarbeiter

230

3.000

210

2.500

2.500

190

2.000

2.000

170

1.500

1.500

250

150

1.000

1.000

0

0

0

0

237,0 Mio. €

400 350

Wirtschaftliches Eigenkapital

300

2015

2016

2017

2018

2019

Bildnachweis: Westfleisch top agrar Adobe Stock

2015

2016

2017

2018

3.000

2019

* Anzahl der beschäftigten eigenen Mitarbeiter im Jahresmittel

ID-Nr. 2090845

20 19

KonzernKennzahlen

à Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet wird.


2 0 19

WESTFLEISCH | Geschäftsbericht 2019

G E S C H ÄF T S B E RIC H T

Wer Einblick hat, kann verstehen. Wer Durchblick hat, kann entscheiden. Wer Weitblick hat, weiß die Dinge zu lenken. Peter Amend

Profile for Westfleisch SCE

Westfleisch SCE | Geschäftsbericht 2019  

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