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Friedrich Wilhelm Murnau

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: – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS DER FILM Anfang Juli 1921 beginnt Friedrich Wilhelm Murnau mit den Dreharbeiten zu NOSFERATU. Es ist die zehnte Produktion des 33-jährigen Regisseurs, der erst zwei Jahre zuvor mit DER KNABE IN BLAU begonnen hatte, Filme zu drehen – sieben dieser frühen Arbeiten gelten heute als verschollen. Das Drehbuch basiert auf Bram Stokers Roman »Dracula« von 1897, der 1908 auch in einer deutschen Ausgabe erschienen war. Die Adaption stammt von Henrik Galeen, der bereits Gustav von Meyrinks »Der Golem« für den Film bearbeitet hatte. Galeen verlegte den Hauptschauplatz von England an die deutsche Ostseeküste, in ein fiktives ›Wisborg‹ und datierte die Zeit der Handlung vom Ende des 19. Jahrhunderts einige Jahrzehnte zurück in das Jahr 1838. Er änderte zudem die Namen der handelnden Personen, die mit Stokers Vorlage hätten in Verbindung gebracht werden können. Diese Änderungen hatten weniger künstlerische als pragmatische Gründe: Obwohl im Vorspann von NOSFERATU Bram Stokers »Dracula« erwähnt wird, hatten Murnau und sein Produzent Albin Grau die Verfilmungsrechte des Romans nicht erworben. Der Name ›Nosferatu‹ wurde erstmals 1888 von der schottischen Reiseschriftstellerin Emily Gerard in ihrem Buch »The Land Beyond the Forest. Facts, Figures & Fancies from Transylvania» verwendet und bezeichnet eine Vampir-Sagengestalt. Irrtümlicherweise übersetzte die Autorin den Namen mit ›Un-Toter‹. Tatsächlich handelt es sich aber bei der Figur, die dem Nosferatu zu Grunde liegt, um einen Dämon der griechischen Volksmythologie: Nosophoros ist dort der Pestbringer. Auch Bram Stokers »Dracula« erwähnt im Zusammenhang mit einer besonderen transsylvanischen Vampir-Art den Namen ›Nosferatu‹, den er offenbar von Emily Gerard übernommen hatte. Außer dem Grundplot und einigen Motiven, die Stokers »Dracula«Roman entlehnt wurden, entwickelte Henrik Galeen für Murnaus NOSFERATU-Film eine eigene Handlung, die stringenter war und mit weniger Personal auskam. Auch dies hatte vor allem praktische Gründe: Nach heutigen Begriffen war NOSFERATU eine low-budgetProduktion.

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: Während in »Dracula« mehrfach die Schauplätze wechseln, spielt NOSFERATU nach der Transsylvanien-Episode Hutters ausschließlich in Wisborg. Während in NOSFERATU Hutter der einzige Gast auf dem Schloss des Grafen Orlok ist, wohnen in »Dracula« dort noch drei hübsche junge Frauen, die der Graf bereits in seine Gewalt gebracht hat. Nachdem in Stokers Vorlage Dracula als Hund getarnt per Schiff nach London gereist ist, sucht er dort als Blutsauger die Stadt heim. Bei Murnau geschieht dies durch die todbringende Pest, die durch die Ratten in Wisborg verbreitet wird und deren Opfer alle die Bisswunden des Vampirs aufweisen. Der Showdown findet bei Bram Stoker nach einer Verfolgungsjagd der Protagonisten im Schloss des Grafen Dracula in Transsylvanien statt. Bei Murnau gibt sich Ellen dem Vampir hin, um durch dieses Opfer ihre Heimatstadt vor weiterem Verderben zu retten. Bei den Vorbereitungen zu NOSFERATU arbeitete Henrik Galeen eng mit Murnau und seinem Produzenten Albin Grau zusammen, von dem auch die Idee zu dem Film stammte. Grau hatte eine Nähe zum Okkultismus, die er mit Galeen wie auch mit Murnau teilte und die in die gemeinsame Absicht mündete, mit NOSFERATU einen okkulten Film zu drehen. Grau, der nach seinem Studium an der Dresdener Kunstakademie zunächst Filmplakate malte, hatte bereits für Murnaus DER GANG IN DIE NACHT (1920) die Werbung gestaltet. Für NOSFERATU entwarf er zu jeder Szene das Set-Design. Dabei ließ er sich von Hugo SteinerPrags Illustrationen für Gustav Meyrinks Roman »Der Golem«inspirieren. Die meisten Außenmotive des Films mussten nicht eigens gebaut oder umgestaltet werden, sondern fanden sich in der Realität. Das sparte Kosten und wirkte authentischer, was Murnaus Inszenierungsstil für diesen Film entgegenkam. In diesem Zusammenhang formulierte der Filmkritiker Belá Balázs, Murnau erzeuge in NOSFERATU »Naturbilder, in denen ein kalter Luftzug aus dem Jenseits weht«. In Lübeck, der ersten Station der Dreharbeiten, wurde eines der Hauptmotive des Films gefunden: Das leerstehende Haus, das Graf Orlok erwirbt, gehört zu einem Ensemble ehemaliger Salzspeicher der Stadt, das heute noch ebenso erhalten ist wie Hutters Haus oder einige Straßen und Plätze, die in der Handlung auftauchen.

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: Mehr Motive haben sich im nahe gelegenen Wismar erhalten, das als ›Wisborg‹ den Hauptschauplatz des Films bildet. Die mecklenburgische Hafenstadt an der Ostsee wurde im Zweiten Weltkrieg kaum beschädigt und gibt noch heute die perfekte Kulisse für einen historischen Film ab. So viel Raum der Wisborg-Teil des Films einnimmt, so schnell, nämlich innerhalb weniger Tage, waren die Außenaufnahmen dafür abgedreht. Es folgte ein Abstecher nach List auf Sylt, wo die Strandszenen entstanden. Auch die Aufnahmen von Hutters Reise nach Transsylvanien fanden an Originalschauplätzen statt. Das Team reiste im August 1921 über Prag (wo die einzige Kamera der Produktion mehrere Tage vom Zoll einbehalten wurde) in die Hohe Tatra und von dort aus weiter in die Stadt Dolny´ Kubin, in deren Nähe auf einem Fels die Burg Oravsky´ Podzámok, das Hauptmotiv für Orloks Wohnsitz liegt. Die meisten anderen Außenszenen der Transsylvanien-Episode entstanden im Umkreis von etwa zwanzig Kilometern. Auch dies ein Hinweis auf das knapp bemessene finanzielle und zeitliche Budget. In Berlin wurden ab Oktober 1921 in den dortigen Jofa-Studios die Innenaufnahmen gedreht und der Film bis Mitte Dezember geschnitten, fertig gestellt und der Zensur vorgelegt, die den Film mit der Auflage ›Jugendverbot‹ am 16.12.1921 freigab. Uraufgeführt wurde NOSFERATU am 4. März 1922 im Rahmen einer Gala, die im Berliner Marmorsaal am Zoo stattfand. Nach einem dem Vorspiel aus Goethes »Faust« nachempfundenen Prolog dreier Schauspieler und einer Tanzeinlage folgte die Vorführung des Films, begleitet von der Musik Hans Erdmanns. Anschließend begann ›Das Fest des Nosferatu‹, zu dem die Gäste in Frack und Ballkleid, aber auch in Biedermeierkostümen erschienen waren. »Selbst Prominente aus der Filmwelt wie Ernst Lubitsch schwangen mit bewunderungswürdig viel Temperament und Ausdauer das Tanzbein, während Richard Oswald schon früh das Feld räumte«, berichtete die Berliner Börsenzeitung. Der reguläre Kinostart folgte knapp zwei Wochen später. Doch trotz einer groß angelegten Werbekampagne für den ›wahrhaft okkulten Film‹ und vieler positiver Kritiken stellte sich dem kommerziellen Erfolg ein gravierendes Hindernis entgegen.

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: Verantwortlich dafür war Bram Stokers Witwe Florence, die bald nach der Premiere von NOSFERATU rechtliche Schritte gegen dessen Verbreitung unternahm, weil sie die Urheberrechte ihres 1912 verstorbenen Mannes verletzt sah. Sie verklagte die Produzenten des Films und setzte 1924 vor einem Berliner Gericht schließlich die Vernichtung sämtlicher Materialien durch. Dies wäre tatsächlich geschehen, wenn nicht zum Zeitpunkt des Urteils – zwei Jahre nach der Premiere – bereits einige Kopien in Sicherheit gebracht worden wären; vor allem ins Ausland. So sollte es nicht irritieren, dass die Hauptquelle für die auf dieser DVD enthaltenen, neuen Restaurierung eine Nitrokopie aus Frankreich ist. Der Bann gegen NOSFERATU hielt bis zu Florence Stokers Tod im Jahre 1938 an. 1930 entstand unter dem Titel DIE ZWÖLFTE STUNDE – EINE NACHT DES GRAUENS eine Tonfilmvariante des Films. Bearbeitet von Waldemar Roger, enthielt sie neben neu gedrehten Szenen ausgemustertes Material aus NOSFERATU, das Roger von Albin Grau erhalten hatte. Die Personennamen waren gegenüber dem Original ebenso geändert wie die Schnittfolge des Films. So wurde der Anfang des Films mit den Szenen zwischen Hutter und Ellen an den Schluss montiert, um ein Happy-End zu suggerieren. Es ist keine Frage, dass Murnau diese Fassung nicht autorisiert hatte. Heute gilt NOSFERATU nicht nur als der erste Vampir-Film, sondern als der Horrorfilm schlechthin. Von seinen alptraumhaften Visionen geht noch immer eine verstörende Wirkung aus, ebenso wie Max Schreck die Titelfigur des dämonischen Blutsaugers auf beängstigend vollkommene Art verkörpert. Und der Film ist und bleibt eine der besten unter den rund zwei Dutzend Verfilmungen des Dracula-Stoffes – neben der von Tod Browning aus dem Jahre 1931 (mit Bela Lugosi) und Terence Fishers Version von 1958 (mit Christopher Lee). NOSFERATU ist ein Klassiker des Genres wie kein zweiter und ein Monument unserer Filmgeschichte, dessen geniale Bildschöpfungen sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben.

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: DIE MUSIK Es ist bekannt, dass Hans Erdmann für NOSFERATU eine eigene Musik geschrieben hat und diese zur Premiere in Berlin dirigierte. Die Noten zu dieser Musik waren bislang verschollen. Bekannt und erhalten sind jedoch Erdmanns Schriften zur Filmmusik. Mit seinem »Handbuch der Filmmusik« und diversen Artikeln und Kritiken war er der wichtigste Theoretiker dieses Gebietes seiner Zeit. Er verfasste als Musikkolumnist Beiträge im Reichsfilmblatt, theoretische Abhandlungen in der Zeitschrift Filmtechnik und war u. a. der Redakteur der Fachzeitschrift Film-Ton-Kunst. Kaum bekannt ist die Biographie von Hans Erdmann. Einem Bericht zu seiner Aufführung von Monteverdis »Orfeo«, 1913, in Breslau ist zu entnehmen, dass der Musikhistoriker Dr. Hans Erdmann Guckel das Werk bearbeitet hat. Somit ist ›Erdmann‹ der Künstlername, und ›Guckel‹ wurde weggelassen. Damit konnte das Leben des Dr. phil Hans Erdmann Timotheos Guckel, geboren am 7.11.1882 in Breslau und gestorben am 21.11.1942 in Berlin, genauer in Erfahrung gebracht werden. Bei der Suche nach der verloren gegangenen Musik zu NOSFERATU erhielt Berndt Heller beim Verlag Ed. Bote & Bock Einsicht in das Orchesterwerk »Fantastisch romantische Suite«. Der Herausgeber dieser Suite war allerdings nicht der Komponist Hans Erdmann, sondern Giuseppe Becce. Im Vorwort und auf dem Deckblatt des Notendruckes erklärt Becce, dass er Erdmanns einzelne Musikstücke zu NOSFERATU als Suite zusammengestellt hatte. Die »Fantastisch romantische Suite« ist zweiteilig mit je fünf Sätzen. Jeder dieser Sätze wird in seiner Zuordnung zum Film beschrieben. Der Film wird damit in musikalische Stichworte gegliedert. I.A. Idyllisch: Verschlafenes Städtchen – Morgenstimmung – Weidende Herden – Muntere Spiele I.B. Lyrisch: Sehnsucht – Ergebung – Vergangener Schmerz – Hoffnung

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: I.C. Spukhaft: Unheimliche Nächte – Kobolde – Gewitterwolken – Verfolgungswahn I.D. Stürmisch: Wilde Jagd – Verzweifelte Flucht – Feuersbrunst – Entsetzen I.E. Vernichtet: Pest – Leichenzug – Unentrinnbares Geschick II.A. Wohlauf: Wanderung und Abenteuer II.B. Seltsam: Im Geisterschloss – Unheimliche Umgebung II.C. Grotesk: Kopflose Hetze – Panik – Verwirrung II.D. Entfesselt: Stürme – Wellenberge II.E. Verstört: Spukhaft grausige Visionen – Fieberphantasie Interessant ist, dass einige Musikstücke wiederholt in unterschiedlichen szenischen Zusammenhängen genannt werden. So soll z.B. das Musikstück »I. E. Vernichtet« einmal – als Kondukt – ruhig und ernsthaft und ein anderes Mal aggressiv – als »unentrinnbares Geschick« – äußerst brutal erregt gespielt werden. Erdmanns phantasievolle Wandlungen der Musikstücke zum Film sind für das Verständnis des Filmes sinnstiftend und bilden damit ein kunstvolles musikalisches Netz von Leitmotiven und Bezügen der Handlungen. So gibt es Motive für Personen wie z.B. den Vampir, Ellen und Hutter, aber auch für szenische Inhalte wie Abschied, Verfolgung, Wahn etc.. Hiermit war nur ein Teil der Musik entschlüsselt, denn die Eigenkomposition von Hans Erdmann entsprach nicht der Länge des gesamten Filmes. Die Auflösung dieses Problems fand sich im 2. Band des »Handbuchs der Filmmusik«, einer Liste von ca. 3.000 Musikstücken im Gebrauch zum Film. Im 1. Band erklärt Hans Erdmann, dass Zahlen am linken Rand dieser Liste Hinweise dafür sind, welche Musikstücke dem hier zitierten im Film folgen können. Die hier von Erdmann genannten Stücke stehen alle in eindeutiger Beziehung zur Filmhandlung des NOSFERATU und ergeben die passenden fehlenden Teile des Puzzles zur gesamten Musik. Ein markantes Beispiel ist das Stück »Galop (Der

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: Ball)« aus der »Kleinen Orchestertruhe«, »Kinderspiele« von Georges Bizet. Nur im Zusammenhang mit NOSFERATU ist dieses naive Folgestück im Rahmen der hoch expressionistischen Ausdrucksmusik von Erdmann passend, da im Film als Einschub das Cricketspiel vorkommt. Aber auch einen eigenen schriftlichen Beweis für die Nutzung von Fremdstücken bei NOSFERATU fand sich im 1. Band des »Handbuches«. Hier beschreibt er die musikalische Konstruktion des letzten Aktes »mit zwei Nummern der ›Fantastischen romantischen Suite‹« und erwähnt schließlich eine dritte – und damit eine der Suite nicht zugehörige Nummer – die »Nocturne op. 15« von Chopin aus der »Kinothek« von Giuseppe Becce. Damit hat Berndt Heller das Rätsel um die verlorene Musik zu NOSFERATU gelöst und die Noten der Originalmusik von Hans Erdmann wiederentdeckt. Bei der musikalischen Illustration, die im Übrigen weitgehend von seinem Kollegen Giuseppe Becce entwickelt wurde und dessen Erkenntnisse er im gemeinsamen »Handbuch der Filmmusik« verarbeitet hat, steht Erdmann ganz in der Tradition seiner Zeit. In der Komposition seiner hoch chromatisch linearen Kontrapunkte wie durch seine äußerste Zurückhaltung auf reine Klangeffekte ist Erdmann der kompositorischen Filmmusik-Praxis seiner Zeit jedoch weit voraus. Er ist einer der ersten, der die »mode technic«, die sich dramaturgisch nur auf die Klangfarbe bezieht, für die Filmmusik anwandte. Die Uraufführung dieser Fassung fand bei den Filmfestspielen in Berlin statt; zahlreiche weitere Aufführungen live zum Film dirigierte Berndt Heller weltweit. Die jetzige DVD mit der Musik von Hans Erdmann zu NOSFERATU veröffentlicht ein lang vermisstes und bislang unbekanntes originales Meisterwerk der frühen deutschen Filmmusik. Der Dank gilt dem Orchester des Saarländischen Rundfunks, für die feinfühlige und präzise Einspielung des Werkes, ebenso der Technik des Hauses, die zusammen mit dem speziell dafür engagierten Tonmeister das Werk in 5.1 Technik aufgenommen hat.

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: D I E R E S TA U R I E R U N G Die vorliegende Restaurierung wurde in den Jahren 2005/06 von Luciano Berriatúa für die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung erstellt. Sie basiert auf einer Nitrokopie aus dem Jahre 1922, die französische Zwischentitel sowie die Originalviragen enthält. Es ist die einzige Kopie von NOSFERATU, die aus der Entstehungszeit des Films erhalten geblieben ist. Heute wird sie von der Cinémathèque Française in Paris verwahrt. Fehlende Einstellungen wurden aus einer Sicherheitskopie des Bundesarchiv-Filmarchivs von 1939 ergänzt, die auf eine Exportkopie von 1922 zurückgeht, sowie aus einer Nitrokopie der Cinémathèque Française, die 1930 unter dem Titel DIE ZWÖLFTE STUNDE vertrieben wurde. Der Großteil der originalen deutschen Zwischentitel und Inserts stammt aus einer anderen Sicherheitskopie aus dem BundesarchivFilmarchiv Berlin, gezogen von einer Exportkopie, die in den 1920er Jahren in der Tschechoslowakei vertrieben wurde. Obwohl teilweise beschädigt, konnten die Zwischentitel digital restauriert werden. Das unterscheidet sie von früheren Restaurierungen des Films, bei denen die Zwischentitel, in Anlehnung an die originalen, neu gezeichnet worden waren. Verlorene Zwischentitel und Inserts wurden in gleicher Typografie wie die Originale von trickWilk hergestellt und sind mit ›F.W.M.S.‹ gekennzeichnet. Zudem wurde ein Zwischentitel ergänzt, der in den vorhergehenden Restaurierungen komplett gefehlt hatte. Die Kopierarbeiten fanden bei L’Immagine Ritrovata in Bologna statt. Die digitale Bearbeitung des Films führte OMNIMAGO in Ingelheim aus. Dafür wurde zunächst das mechanisch vorbereitete 35mm S/WDup-Negativ abgetastet und auf einen hoch auflösenden digitalen Träger (HD) gebracht. In weiteren Arbeitsschritten wurde der unruhige Bildstand stabilisiert sowie Filmschmutz und kleinere Flecken beseitigt. Wesentlich aufwändiger gestaltete sich die Entfernung von Filmrissen, Beschädigungen, Laufschrammen sowie des Helligkeits- und Dichteflackerns. Diese Arbeiten erfolgten manuell unter Einsatz einer Restaurierungssoftware und wurden Bild für Bild durchgeführt.

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: Bei allen Bearbeitungsschritten war ein äußerst sorgfältiger Abgleich und permanente Kontrolle notwendig, um unerwünschte, optische Nebenwirkungen (Artefakte) zu vermeiden. Daher mussten teilweise zugunsten der historischen Bildqualität Kompromisse in Kauf genommen werden. Nach Beendigung dieser Arbeitsprozesse wurde der Helligkeits- und Dichteausgleich vorgenommen und die originalen Einfärbungen (Viragen) reproduziert. Die Ursprungsgeschwindigkeit wurde auf 18 Bilder pro Sekunde angepasst und zuletzt die auf 5.1 neu eingespielte Originalmusik synchron angelegt.

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: P R O D U K T I O N S D AT E N Produktionsfirma Produzenten Regie Drehbuch Kamera Kamera-Assistenz Bauten und Kostüme Originalmusik Bild / Ton Drehzeit Innenaufnahmen Außenaufnahmen

Zensur

Uraufführung Format Originalnegativ Restaurierung

Musik DVD (Einspielung 2005)

Prana-Film GmbH, Berlin, 1921 Albin Grau, Enrico Dieckmann Friedrich Wilhelm Murnau Henrik Galeen (nach dem Roman „Dracula“ von Bram Stoker) Fritz Arno Wagner Günther Krampf Albin Grau Hans Erdmann viragiert, stumm Ende Juli bis Oktober 1921 Jofa-Atelier, Berlin-Johannistal Wismar, Lübeck (Salzspeicher), Lauenburg, Rostock, Helgoland, Sylt, Schloss Oravsky´ (Karpaten), Dolny´ Kubin 16. Dezember 1921, 5 Akte, 1.967 m, Nr. B.04960, Jugendverbot; 5. Mai 1966, 1.742 m, Nr. 35648, nicht feiertagsfrei; 12. September 1995, 1.742 m, Nr. 35648, feiertagsfrei 4. März 1922 Berlin, Marmorsaal des Zoologischen Gartens 35mm, 1:1,33 Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin Luciano Berriatúa für die Friedrich-WilhelmMurnau-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin und der Cinémathèque Française, Paris Rekonstruktion der Original-Musik zu NOSFERATU von 1921 nach Hans Erdmann von Berndt Heller. Es spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken unter der Leitung von Berndt Heller

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DIE ROLLEN UND IHRE DARSTELLER Graf Orlok – Nosferatu Knock, ein Makler Hutter, Knocks Angestellter Ellen, Hutters Frau Harding, ein Reeder Ruth, seine Schwester Prof. Bulwer, ein Paracelsianer Gemeindearzt Dr. Sievers Kapitän Maat Matrose Wirt 1. Seemann 2. Seemann

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Max Schreck Alexander Granach Gustav von Wangenheim Greta Schröder Georg Heinrich Schnell Ruth Landshoff John Gottowt Gustav Botz Max Nemetz Wolfgang Heinz Albert Venohr Guido Herzfeld Karl Etlinger Heinrich Witte


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: IMPRESSUM Konzeption Produktion Digitale Postproduktion DVD Producer Bio- und Filmografien Dokumentationen

Bildergalerie und Fotos

Texte Booklet

Musikeinspielung Tonaufnahme Verlagsrechte Vertrieb DVD

Package Design Weltvertrieb

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Transit Film GmbH OMNIMAGO GmbH WAGNER GMBH – die filmfabrik Luciano Berriatúa im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung DIE SPRACHE DER SCHATTEN. Friedrich Wilhelm Murnau und seine Filme. Die frühen Jahre und NOSFERATU von Luciano Berriatúa NOSFERATU – Ein historischer Film trifft auf digitale Bearbeitung von OMNIMAGO GmbH, Ingelheim Gerhard Ullmann, der die Bilder aus der viragierten Kopie des Filmmuseums im Stadtmuseum München aufnahm, Deutsches Filminstitut – DIF e.V., Deutsche Kinemathek, Friedrich-Wilhelm-MurnauStiftung, Luciano Berriatúa Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (DER FILM), Berndt Heller (DIE MUSIK), Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung/OMNIMAGO GmbH (DIE RESTAURIERUNG) Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken unter der Leitung von Berndt Heller Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken Boosey & Hawkes Bote & Bock GmbH & Co. KG, Berlin unter dem Label „Transit Classics“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Universum Film, München triptychon corporate communications, München Transit Film GmbH, München

© 2007 Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung / Transit Film GmbH

TRANSIT FILM

Coverartwork: Werner Schauer für Transit Film GmbH unter Verwendung zweier Zeichnungen von Albin Grau

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DVD-Booklet Nosferatu