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Anfahrtsskizze

10 Drei berühmte Künstler aus dem Kaunertal Drei Bauernbuben, die mit großem Talent, Fleiß, Ehrgeiz und Mut in die damalige “große Welt” zogen und erfolgreich waren! Melchior Hefele (1716 – 1794), geboren im Kaunertal am Poschenhof, erlernte das Tischlerhandwerk und zog 20jährig auf Wanderschaft in den deutschen Raum. Er leitete eine Zeichenschule für Handwerker und arbeitete mit Baukünstlern bei der fürstbischöflichen Residenz in Würzburg zusammen. Von Würzburg ging er nach Wien und wird dort mit seinem ersten Architekturpreis ausgezeichnet. Sein erstes selbstständiges Werk war der Hochalter für die Wallfahrtskirche in Sonntagsberg, der als ein Meisterwerk der kirchlichen Kunst des 18. Jahrhunderts in Österreich gilt. Hefele war Mitglied in der Wiener Kunstakademie. Seine Haupttätigkeit entwickelte er aber in Ungarn, im Dienste von Kirchenfürsten. 1791 begann er mit seinem größten Werk, dem Dom von Steinamanger (Szömbathely) in Ungarn.

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Johann Gfall 1725 – ca. 1800, geboren in Kauns. Er kam schon früh nach Wien und beschäftigte sich vorerst mit Theater- und Historienmalerei und später vor allem mit der Architektur. Er hielt sich in Paris auf und man versuchte gar ihn nach Moskau als Theatermaler zu gewinnen. Am eindrucksvollsten tritt seine Künstlerpersönlichkeit in den Plänen für den Umbau der Wiener Hofburg hervor, die jedoch leider nicht in Angriff genommen wurden. Hätte der Umbau nach seinen Plänen statt gefunden, so wäre die Hofburg in Wien “eine der schönsten Residenzen Europas” geworden (lt. eines zeitgenössischen Berichtes).

K

ÜNSTLER

Franz Anton Zauner (1746 – 1822) geboren in Unterfalpetan am Kaunerberg, gehörte zu den größten Bildhauern seiner Zeit und war Direktor der Wiener Kunstakademie. Als 10jährige lernte und arbeitete er schon in Passau bei einem Bildhauer, und ging nach diesen Lehrjahren 20jährig nach Wien zu einem aus Tirol stammenden Bildhauer, der gleichzeitig auch Professor an der Akademie war. Zauner hielt sich anschließend weitere fünf Jahre als kaiserlicher Stipendiat in Rom auf. Nach seiner Rückkehr nach Wien wurde er Professor an der Kunstakademie. Besonderen Ruf konnte sich Zauner als Portraitist erwerben. Zauners Hauptwerk wurde das Reiterdenkmal für Kaiser Josef II vor der Nationalbibliothek in Wien. Das Kaiserhaus bedankte sich bei Fertigstellung des Werkes mit seiner Erhebung in den Adelsstand “Edler von Falpetan”.

Literaturhinweise: ·Burg Berneck – Burgführer, Geschichte, Bau und Rekonstruktion, ersch. 2000 ·Talmuseum Kaunertal – H. Arnold und M. Hörmann, ersch. 1986 ·Wallfahrtswege nach Kaltenbrunn – Infobroschüre des Naturpark Kaunergrat, ersch.2002 ·Die Gemeinde Kaunertal in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – Gemeinde Kaunertal, ersch. 1972 ·Gemeinde Kaunertal – Gemeinde Kaunertal, Schriftleitung Erika Dietinger, ersch. 1998 ·Das Kaunertal, von den ersten Bergsteigern zur Toruismusregion, Martin Frey, ersch. 2006 ·Melchior Hefele, ein großer Künstler des Kaunertals, Erika Dietinger, ersch. 2005

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beim Hotel Weisseespi tze Familie Hafele Platz 30 A-6534 Kaunertal +43(0)5475 316 Öffnungszei ten


9 Trumuhr Kraftwerk

Vorraum

Landwirtschaft Handwerk 8

Hausrat

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Eingang

aus dem 10 Künstler Kaunertal

Geschichte Rauchküche Berneck Kaltenbrunn

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Jagd

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Stube

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Alpinismus

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Stollen

Bergbau

Bergbau

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Das Talmuseum Kaunertal... ... zeigt den enormen Fleiß der früheren Bewohner des Tales, ihr entbehrungsreiches Leben, ihrer Frömmigkeit und Gottesfürchtigkeit. Dargestellt wird auch der wirtschaftliche Aufschwung zur Zeit des Bergbaues im 16. Jahrhundert und des beginnenden Tourismus im 19. Jahrhundert Gezeigt wird auch die Jagd und ihre leidenschaftlichen Vertreter, zu denen schon Kaiser Maximilian gehörte. Zu sehen ist die außerordentliche handwerkliche Geschicklichkeit sowie Künstler und berühmten Männer, die das Tal hervorgebracht hatte. Dem verstorbenen Hans Peter Hafele seinem Geschichtsbewußtsein und seiner Heimatverbundenheit ist es zu verdanken, daß es ein Talmuseum und einen Museumsverein Kaunertal gibt. Es hat in jahrelanger Arbeit das zusammengetragen und bewahrt, was Sie heute im Talmuseum bestaunen können. Durchwandern Sie die Räume in der nebenstehenden Reihenfolge – Sie erhalten einen kleinen Überblick über das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Menschen dieses Tales. 1 Geschichte des Tales In vorgeschichtlicher Zeit wurde das Kaunertal ausschließlich durch Kelten, Räter und Römer als Weidegebiet genutzt. Viele rätische und römische Orts- und Flurnamen weisen auf diese Zeit hin. Ab den 11. Jahrhundert finden sich erste urkundliche Belege für die dauerhafte Besiedlung des Tales. Die ältesten Dauersiedlungen waren sogenannte Schwaighöfe (vom germanischen swaigen = Viehweide). Die meisten Höfe des Tales unterstanden bis zur Grundentlastung im Jahr 1848 Adeligen und der Kirche Kaltenbrunn.

2 Der Alpinismus ... ... spielte bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. eine bedeutende Rolle. Die europäische Bergsteigerelite traf sich damals im Kaunertal. Das Gepatschhaus wurde 1873 erbaut und ist somit eine der ältesten alpinen Schutzhütten! 3 Bergbau - Stollen Seit dem 16. Jahrhundert ist intensiver Bergbau im Tal nachgewiesen, die Schürfungen reichten vom Kaunerberg bis zum heutigen Gepatsch-Stausee. Dieser Abbau von Silber Kupferkies und Schwefel war so intensiv und ertragreich, dass im 17. und 18. Jahrhundert sogar auswärtige Bergknappen ins Tal geholt wurden. Das wichtigste Bergwerk namens Tschingl hatte vier übereinander eingetriebene Stollen und lag über der Talsohle südöstlich von Feichten. Abgebaut wurde bis in eine Höhe von 2856 m am Fißladjoch. Ein nachgebauter Stollen im Talmuseum läßt die harten und beengten Arbeitsbedingungen der Bergleute erahnen. 4 Jagd - eine Leidenschaft, der schon Kaiser Maximillian nachweislich im Kaunertal nachging. Zahlreiche Exponate zeugen von dieser Begeisterung, der schon zu allen Jahrhunderten die Menschen erlagen. Forstgeräte sind weitere Zeugnisse aus vergangenen Tagen. Im 14. Jahrhundert wurden im Tal große Holzmengen für die Saline in Hall geschlägert. 5 Stube Diese Zirbenstube stand ursprünglich im Einzelhof Prantach am Kaunerberg. Solche Bauernstuben waren vielfach der einzig rauchfreie und geheizte Raum in einem Bauernhaus. Im Winter waren solche Stuben auch Arbeitsraum. Geräte für Flachs- und Wollverarbeitung zeigen einen kleinen Teil solcher Arbeitsgeräte der handwerklich äußerst geschickten Bauersleute.

6 Hausrat Eine bunte Sammlung von Lampen, Waagen, Bügeleisen, Eßbestecken, Tontöpfen und Buttermodeln zeigen ein Bild des bäuerlichen Lebens. Eine mäusesichere Brothänge zeugt vom Einfallsreichtum der Bevölkerung. 7 Rauchküche Diese tonnengewölbte und rauchgeschwärzte Küche stammt ebenfalls vom Einzelhof Prantach. Hier wurde gekocht, geselcht und hin und wieder gegrillt. Die bestechende Einfachheit, die klare Funktionalität und die Gemütlichkeit des Raumes erstaunen, man möchte viel länger bleiben! 8 Landwirtschaft und Handwerk Menschen in solch entlegenen Tälern wie dem Kaunertal waren vielfach auf sich alleine gestellt, also nicht nur Bauer und Selbstversorger, sondern auch geschickte Handwerker und Tierarzt. Sie fertigten ihre Arbeitsgeräte meist selber an. Eine transportable Schusterwerkstatt vom Kaunerberg gehörte einem Störschuster, der von Hof zu Hof zog. Weiters kann man die Werkstatt eines Zimmermannes, eines Tischlers und eines Schmiedes bestaunen. 9 Trumuhr, Kraftwerk Der Uhrmacher Josef Jäger aus Kappl, der bis nach Berlin und Moskau lieferte, schuf die 1909 datierte Turmuhr der Pfarrkirche Feichten sowie die kleinere Uhr der Kapelle von Nufels. Die ungeheure Entwicklung der Technik wir an der Gegenüberstellung der Turbine des ersten Kraftwerkes im Kaunertal deutlich.

Talmuseum Kaunertal  
Talmuseum Kaunertal