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Juli/August 2012

Nr. 4/12 CHF 9.00

endezeit

W endezeit

Zeitschrift für ganzheitliches Leben und für ein neues Zeitalter mit mehr Geist und Seele

•Wo sich Naturwissenschaft

und Spiritualität begegnen

• Selbstmord als Ausweg? – Besser nicht! • Diskussion zur Sterbehilfe-Problematik • Djerba und seine jüdische Gemeinde


Inhalt

Schwerin Nr. 5/12

Gedankensplitter 1 Parapsychologie Gesehen • Gelesen • Gehört Schweizerische Vereinigung für Parapsychologie SVPP in Liquidation

Parapsychologie: 60 Jahre und weiter ins Unendliche 45/46

Reportage

2/3

João de Deus – Hoffnung für «un- heilbar Kranke»

Beginnendes Hellhören 39-44

2/3 Djerba und seine jüdische Ge- meinde 47-51

Porträt

Bücher / CDs

Marcella Maier – lebende Engadiner Legende 4-6

Spiritualität Diskussion zur Sterbehilfe-Proble- matik

Das Rote Kabbala-Armband

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Die 50 grössten Lügen und Legenden der Weltgeschichte

53

7-9

Guten Morgen, Abendland 53/54 Selbstmord als Ausweg? – Besser nicht! 10-12 Gott, Mensch und Welt im Lichte der Neuoffenbarung / Jakob Auslaufmodell Seele 13-16 Lorber, sein Leben und Werk 55/56 Masterplan für ein neues Denken 21/22 Psi bei Tieren 56/57

Psychologie

Die Geister, die mich riefen 12 Wohin geht die Seele? Abnehmen ist leichter als Zunehmen! 52 Die Wirtschaft im Visier Verdrahtung

Grenzwissenschaften

Awake … Ein Reiseführer ins Erwachen

Die Phantom-Connection – Wissen- schaftler untersuchen Materiali- Innere Reinigung sationsmedien 17-20

Die Alchemisten

23-27

57/58 58/59 59 59

Agora

Schwerpunkt

57

60

Agenda

60/61

Das gefüllte Vakuum – wo sich Veranstaltungen des BPV, des PZ, Naturwissenschaft und Spiritua- der SPG und des PF 60 lität begegnen 28-38 Agenda 61/62

Uris Kolumne Quantensprünge

38

Therapeutenliste

62 -64

Bach-Blüten Zur Existenz von Naturwesenheiten Psi-Lift – Gravitation unter Kontrolle Die Pferdepost vom Gotthard Die grosse Begegnung Buch- und CD/DVD- Vorstellungen … und viele weitere Themen Ende August in Ihrem Briefkasten oder Anfang September in Ihrem Kiosk oder Ihrer Buchhandlung

Redaktions- und Insertionsschluss:

20. Juli 2012 Abonnement

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❏ Ich abonniere Wendezeit ab Nr. für jährlich CHF 54.- (6 Ausgaben) Ich nehme Kenntnis davon, dass das Abonne-

ment sich jeweils automatisch um 1 Jahr erneuert, wenn ich es nicht innerhalb von 15 Tagen nach Erhalt der letzten (6.) Ausgabe meiner Abonnementsperiode kündige.

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Erweiterter Eintrag (SFr. 24.-) mit insgesamt bis zu 6 Spez. + URL / E-Mail:

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Wendezeit 4/12 Matten – E-Mail: Verlag@fatema.com Einsenden an Fatema Verlag GmbH, Parkstr. 14, CH-3800


Gedankensplitter

Impressum

Wendezeit Nr. 4/12 (Juli/August 2012) – 24. Jg. (Gesamt-Nr. 138) Erscheint 6 x jährlich: Januar, März, Mai, Juli, September, November

Liebe Leserin, Lieber Leser,

Herausgeber: Fatema Verlag GmbH Redaktion Wendezeit, Parkstr.14, CH-3800 Matten/Interlaken Tel. +41(0)33 826 56 51, Fax 826 56 53 E-Mail: verlag@fatema.com Internet: http://fatema.com http://wendezeit.info Leitung: Orith Yvette Tempelman Regelmässige Beiträge von: Uri Gel­ler (Ko­ ­lumne), Ernst Meckelburg (Grenzwis­sen­­ schaften), Rudolf Passian (Parapsycho­lo­ gie), Prof. Dr. Werner Schie­be­ler und Her­­bert Viktor Speer, Spi­­ri­­­tualität, Jen­seits­­kontakte. In dieser Ausgabe sind ausserdem Bei­trä­ ge fol­­­gen­der Autoren erschienen: Heini Hofmann, Mag.a Karin Kaul, Stephan Klaus, George Langelaan, Valentin J. Oehen, Andreas Priesemuth, Corinna Schindler, Dr. Hanspeter Stähli Copyright: Fatema-Verlag GmbH. Alle Rech­ te vor­be­halten. Nachdruck, auch aus­zugs­ weise, nur mit Genehmigung der Re­dak­­­ tion. Na­ment­lich ge­kenn­zeichnete Bei­trä­ ge geben nicht in jedem Fall die Meinung der Re­dak­tion wieder. Für unverlangt ein­ ge­sandtes Material wird kei­ne Gewähr über­nommen. Gerichtsstand: Inter­laken. Druck: Schlaefli & Maurer AG, 3800 Inter­ laken – Gedruckt auf Umweltschutzpapier Kiosk-Vertrieb CH: Valora AG, Basel Anzeigenverwaltung: Fatema Verlag GmbH, T. +41(0)33 826 56 59, F. +41(0)33 826 56 53. Preise und Abonnemente: Jahresabo (6 Ausg.) Schweiz: CHF 54.- inkl. Versand; D/A und Übersee: CHF 54 + Versand. Spe­ zialpreis für BPV/SPG/HFG-Mitglie­der. Ein­zelnummer: CHF 9.00 + Versand. Jah­ reseintrag in die The­­ra­peu­tenliste: zusätzlich CHF 12.- (mit URL/E-Mail: CHF 24.). Das Abo wird jeweils automatisch um ein Jahr verlängert, falls es nicht mindestens sechs Wochen vor Ablauf schriftlich beim Verlag ge­kündigt wird. Bestätigung der Kün­digung nur per Mail oder wenn internat. Antwortschein (Schweiz: frankiertes Rück­ antwort­couvert) beigelegt.

Die Ideen der Quantentheorie dienen der Beschreibung der Phänomene, die sich im Mikrokosmos der Atome und der Elementar­ teilchen abspielen. Die Quantentheorie geht aber vom Umstand aus, dass die Beobach­tung eines Phänomens das Phänomen selbst stört. Dem Beobachter gelingt es nicht, sich vom beobachteten Objekt vollständig zu trennen. Autoren wie Fridtjof Capra in „Wendezeit“ oder Gary Zukav in „Die tanzenden Wu-Li Meister“ haben die Parallelen zur östlichen Mystik wie Hinduismus und Buddhismus. Was buddhistische Mönche schon vor Jahr­ tausenden erkannten, wird heute durch die westliche Wissenschaft erwiesen. Charakteristisch für fernöstliche Philosophien ist die Aussage „Alles ist eins“; demnach kann sich kein Teil eines Ganzes allein entwickeln, ohne andere Teile zu beeinflussen. Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe, „Das gefüllte Vakuum – wo sich Naturwissenschaft und Spiritualität begegnen“, geht in dieselbe Richtung. Der Autor schreibt, dass die vielen Hinweise aus Veden und Christentum, aus Schriften von Theosophen und Anthroposophen durch neue Erkenntnisse der Naturwissenschaften im Grundsatz zunehmend natur­wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Das Thema ist sehr komplex und anspruchsvoll. Wer aber einen Blick unter die Oberfläche der oft seichten und allzu vereinfachenden „esoterischen“ Erklärungsansätze werfen möchte, sollte sich die Zeit nehmen, den Beitrag sorgfältig zu lesen. Es handelt sich um den ersten Teil eines zweiteili­ gen Aufsatzes. Im hier veröffentlichten 1. Teil bewegen wir uns an den naturwissenschaftlich ausgeloteten Grenzen des Beob­achtbaren – beim unendlich Kleinen und beim unendlich Grossen, also an der heutigen Forschungsfront. In einem zweiten Teil, der in der übernächsten Ausgabe erscheinen soll, werden wir das Lebendige an den ausgeloteten Grenzen betrachten. Mittlerweile wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer – mit oder ohne anspruchsvolle Lektüre.

Zahlstelle: CH: Postkonto 20-584170-8, FatemaVerlag GmbH, 3800 Matten D/übrige Länder: Commerzbank Bayreuth-Maximilianstr., BLZ 773 400 76, Kto 154544100, Fatema-Verlag od. IBAN CH84 0900 0000 9171 4207 3

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Gesehen

Gelesen

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chweizerische Vereinigung für Parapsychologie in Liquidation

Orith Tempelman Nach zwei Parapsychologiechung von Spontanfällen kursen von Dr. Theo Locher und
 an der Bieler Volkshochschule gründete eine Gruppe von 4. Zusammenarbeit mit inund ausländischen GesellTeilnehmern 1966 die lokale schaften. 
Zum Präsidenten «Vereinigung für Parapsycho­ wurde Dr. Locher gewählt. logie», die später in «Schweize­ rische Vereinigung für Para­ psychologie (SVPP) umbenannt Zweimal jährlich erschien ein Bulletin, in welchem Theo Lowurde. cher über die Forschung in Die Vereinigung stellte sich vielen Ländern, über neue Spontanfälle und deren Deufolgende Aufgaben:
 tung sowie über die Aktivität 1. Wissenschaftlich einwand- der SVPP berichtete. Ausserfreie Information der Öffent­ dem verfasste er jährlich zwei lichkeit über die Paraphäno­ bis drei Mal die «Gelben Orimene und deren Erklärungs­ entierungsblätter», in denen möglichkeiten;
 er die Mitglieder der Vereinigung über aktuelle, parapsy­ 2. Förderung des gegenseiti- chologische Probleme inforgen Erfahrungsaustausches;
 mierte. Theo Locher rief die Stiftungen «Schweizer Preis» 3. Forschung und Untersu- und «Hedri-Stiftung» ins Le-

Gehört Vom 16. bis 18. Juli 2012 zum ersten Mal in der Schweiz:


João de Deus – Hoffnung für «unheilbar Kranke» und spirituell Suchende
 Jeden Tag strömen hunderte von Menschen in die Casa de Dom Inacio in Brasilien. Sie suchen Heilung von körperlichen und psychischen Krankheiten oder wünschen sich einen besseren Zugang zu ihrem spirituellen Potential. Alle werden vom Geistheiler João de Deus empfangen, unabhängig von ih­rer religiösen Gesinnung oder ihrem sozialen Status. Vom 16. bis 18. Juli wirkt er in Win­ terthur in der Schweiz.


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João de Deus, das bekanntes- oder verte und zahlreichen Berichten schwanden. zufolge wahrscheinlich fähigs­ João de Dete Heil-Medium der Welt, us verrichtet kommt zum ersten Mal in die in Brasilien Schweiz. Seit mehr als 50 seine spiriJahren widmet das brasiliani- tuellen Heil­ sche Voll-Trance Medium sein behand­lun­ Leben der spirituellen Behand­ gen mit Lielung von Hilfesuchenden und be und Hinkommt nun wieder nach Eu- gebung und ropa, um die Besucher an sei- ohne Einner Energie teilhaben zu las- schränkung sen. Millionen von Menschen von Glaube aus aller Welt haben bereits oder Religiin der Casa Dom Ignacio in on. Er hat Abadiania, dem Zentrum von das Leben João de Deus in Brasilien, spi­ von Unzährituelle Heilbehandlungen er­ ligen beleben dürfen. In vielen Fällen rührt und er wurde berichtet, dass dadurch ist ein Bote physische oder psychische Be­ der Liebe schwerden gelindert wurden und der

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ben, die jährlich verdiente For­scher und/oder Publizisten aus dem parapsychologischen Bereich auszeichneten. Die SVPP bemühte sich also – ganz im Sinne des Vereinszweckes – um absolute Seriosität, nachdem der «Esoterikmarkt» mit immer zweifelhafteren Angebote überschwemmt wurde. Sie leistete auch einen Beitrag zur Erkenntnis, dass einige der so genannten «übersinnlichen Phänomene» mit neusten Mess­­methoden erfasst und somit wissenschaftlich bewiesen werden können. In diesem Sinne stand der SVPP ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite, dessen Mitglieder sich aus nam­ haften, teils international anerkannten Wissenschaftlern und Forschern zusammensetzten.


Gesehen • Gelesen • Gehört

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1986 wertete Theo Locher sei- wurde aus der SVPP eine SVPP erhielten gleichzeitig ne Arbeit wie folgt:
«Rückbli­ Vereinigung, aus der die bei- mit die­sem Beschluss einen ckend dürfen wir heute fest­ den P für Parapsychologie zu­ Willkommensbrief des Bas- Im Mitgliederbeitrag der SVPP stellen, dass diese Öffent­lich­ nehmend an Bedeutung ver- ler Psi-Vereins, der hier aus- war ein Abonnement der Wen­ keitsarbeit erfolgreich ver­lau­ loren. Viel zu hohe Ausgaben zugsweise wiedergegeben dezeit inbe­griffen. Bei gleich­ bleibendem Beitrag als Mitfen ist, hat uns die Presse bei gleichzeitigem Mitglieder­ wird: glied des BPV entfällt dieses doch wirksam unterstützt. Nie schwund und fehlenden Ein– und dies ist bemerkenswert nahmen bewogen den Vor- «Wir danken Ihnen für Ihr Abo ab der Nr. 1/13. Wer also -wurde die Parapsychologie von stand, seinen Mitgliedern die Vertrauen in unsere Organi­ nächstes Jahr die Zeitschrift ihr ins Lächerliche gezogen; Liquidation der SVPP und de­ sation. Es freut uns, wenn Sie weiterhin erhalten möchte, soll­­ nie wurde unsere Vereinigung ren Aufgehen im Basler Psi- durch die Verlängerung Ihrer te sie direkt abonnieren. Wir Mitgliedschaft unsere Bemü­ werden die betroffenen SVPPangegriffen. Es hat sich aus­ Verein vorzuschlagen. hungen zum Aufbau eines at­ Mitglieder gegen Ende des gezahlt, dass wir in den ersten Jahren sehr vorsichtig waren. 204 Mitglieder antworteten: traktiven Veranstal­tungs­an­ge­­ Jahres daran erinnern und hof­ Der Wille, das Weltbild der 182 waren mit den Vorschlä- bots in Bern, die Öffent­lich­ fen, dass uns möglichst viele Men­schen zu verändern, trägt gen des Vorstands einver- keits­arbeit des Bas­ler Psi-Ver­ als Leser/innen treu bleiben. standen, 5 waren dagegen, eins (BPV) zur Verbreitung Früchte.» 17 ent­hielten sich der Stim- sach­licher Informationen zur Noch eine persönliche BemerNach dem Tode Dr. Lochers me. Über ein Drittel der Mit- Parapsychologie und unsere kung zum Schluss. Es bleibt zu 2011 muss seine optimistische glieder reagierten überhaupt Beratungstätigkeit weiter un­ hoffen, dass sich ähnlich geAussage um so mehr relati- nicht. terstützen. (…) Ende Juli er­ sinnte Leute wie die damaliviert werden, als dass die mahalten Sie das neue Psi-Info, gen Initianten der SVPP zuterialistische Weltanschau­ung Die SVPP wird also wie vor- in dem die für den Herbst ge­ sammen schliessen und wieder zur Zeit wieder Triumphe fei- gesehen das teure Zentrum planten Veranstaltungen in eine Gruppierung mit den urert. Auch wenn noch vor we- für Erfahrung und Wissen in Bern enthalten sein werden. sprünglichen Zielen entstehen nigen Jahren ein SVPP-Vor- Bern per Ende Juli schliessen Wir werden unser Möglichs­ lassen – frei von wirt­schaft­li­ standsmitglied erklärte, man und als Verein in Liquidation tes tun, um Ihnen schon nach chen Interessen, ohne teure Inhabe allen Grund, die Arbeit gehen. den Sommerferien in Bern in­ frastruktur, dafür mit um so von Dr. Theo Locher unentteressante Veranstaltungen an­ mehr Begeisterung an der eigentlichen Parapsychologie. u wegt weiter zu führen, so Die Noch-Mitglieder der zubieten»

Hei­lung für alle, die darum versen Gebieten berichten punkt für Tausende von Teilbitten. An diesem Anlass in über ihre Untersuchungen und nehmern, den Anlass kurzWinterthur werden die Teil- Erfahrungen im Zusammen- fristig abgesagt, den Heiler nehmer die seltene Möglich- hang mit den erstaunlichen überstürzt ausgeladen und keit haben, die Energie, die Heilerfolgen von João de De- ihn in einem Rundschreiben von João de Deus ausgeht, us. Schon das kurze Ver­wei­ sexueller Übergriffe bezicham eigenen Leib zu erfahren. len in der hohen Energie, die tigt. Jeden Tag ist das eingespiel- von João de Deus ausgeht, te Team um João de Deus be- wird von den meisten Men- Erst vier Jahre danach zog müht, die Herzen mit Medi- schen als eine profunde und der Veranstalter seine Antation, Gebet und Zeiten der alles verändernde Erfahrung schuldigungen von damals Stille zu öffnen. Physische beschrieben, die das Leben zurück und entschuldigte Be­­handlungen finden nicht auf heilsame Weise berei­ sich bei allen Betroffenen. Man sei damals den falschen statt.

 Jeder Teilnehmer hat chert. Beschuldigungen einer Mitar­ die Mög­lichkeit einer persön beiterin aufgesessen, schrieb lichen Be­gegnung mit dem Me­ Unhaltbare Victor Rollhausen, Geschäftsdium. Als Rahmenprogramm Anschuldigungen führer von Earth Oasis. Mittwerden verschiedene musikalische Darbietungen, Meditati- 2006 hatte der deutsche Kurs- lerweile boomt auch sein Geonen und Präsentationen an- und Reiseveranstalter Earth schäft wieder mit den von geboten. Namhafte Ärzte ver­ Oasis, rund zwei Wochen vor ihm durchgeführten Reisen schie­­dener Fachrichtungen einer Veranstaltung mit João zu João de Deus nach Brasi u und Wis­senschaftler aus di- de Deus als Hauptanziehungs­ lien.

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Eine Pionierin aus den Bergen

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arcella Maier – lebende Engadiner Legende

Heini Hofmann Ihre hellwachen Augen funkeln aus furchigem, von der Engadiner Sonne gebräunten und von einem reichen Leben geprägten, viel Wärme und Herzlichkeit ausstrahlenden Gesicht, und ein sympathisches, fast etwas verschmitztes Lächeln huscht um ihren Lippen, wenn die St. Moritzer Ehrenbürgerin Marcella Maier aus alten Zeiten erzählt. Noch litt, im Jahre 1920, Europa unter den Folgen des Ersten Weltkriegs, doch allenthalben erwachte neuer Lebenswille. So freute sich auch das Engadin über die wiederkehrenden Feriengäste. In solch hoffnungsvoller Zeit kam – kurz nach Weihnachten, am 28. Dezember – Marcella Hadwiga als Tochter von Nina und Diethelm Kühne-Roedel zur Welt. Präzis an diesem Tag kündete die Lokalzeitung im Rahmen des traditionellen Weihnachts-Skispringens eine Abendunterhaltung an, in deren Themenmix auch Frauenemanzipation figurierte – fast symbolisch für die kleine Marcella, die später anspruchsvolle Wege gehen sollte! Eine vielseitig engagierte Frau, die bereits früh ihren Mann stellte. (Bilder: zvg)

Als Naturlego noch Trumpf war Ein naher Bach, der Wald und eine benachbarte Fuhrhalterei mit stattlichen Pferden oder im Winter Schlittenwege direkt vor dem Haus boten kreativen Spielraum für sie und ihre Geschwister. Damals war noch Naturlego angesagt: mit Steinen bauten sie im Bachbett Staumauern, und aus Ästen, Reisig und Arvenzapfen entstanden Ställe. Marcella war ein aufgestelltes, temperamentvolles Kind. Nur ihre roten Haare machten ihr zu schaffen, denn was heute in ist, wurde damals gegretelt. Doch das kleine Mädchen war voll Wissbegierde und lernte schon vor Schulein-

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tritt lesen. Ihre Aufsätze gerieten meist derart lang, dass die Lehrer beim Korrigieren Nachtschicht einlegen mussten… Die Klassengemeinschaft war ihr wichtig, und weil ihr das Lernen leicht fiel, half sie jenen Mitschülern, die Mühe hatten. Solche Hilfsbereitschaft wussten die Buben schlitzohrig zu nutzen. Gab es viele Hausaufgaben, stifteten sie Marcella zum Weinen an, weil sie wussten, dass diese – ein schauspielerisches Talent – aus dem Stand herzzerreissend losheulen konnte… Eigentlich wäre Marcella nach Schulschluss allzu gern in eine höhere Mittelnschule gegangen; eine solche fehlte aber noch im Engadin, und für Chur

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reichte das Geld nicht. Also wählte sie den Weg über die kaufmännische Schule, die sie mit Bravour bestand. Es folgte ein arbeitsreiches Welschlandjahr als Au-pair-Mädchen in Genf.

Frauenpower und «schwarzer» Reis Ein Englandaufenthalt fiel wegen der kritischen Weltlage ins Wasser. Also entschied Marcella sich, in Sondrio ihre Italienischkenntnisse zu verbessern. Doch bald schon musste sie die Zelte abbrechen, weil die Grenzen geschlossen wurden. Da ihr Vater, wie viele Andere, die Arbeit verloren hatte, hiess es fortan, zuhause Hand anlegen.


Porträt

Weil die Männer im Militärdienst waren, mussten die Frauen doppelt anpacken. Nach erfülltem Tagewerk sassen sie noch zusammen, um Suchmeldungen des Roten Kreuzes zu bearbeiten. Da wurde auch geplaudert und gesungen. Die schweren Zeiten brachten die Menschen näher zusammen. Das Mitmachen im Land- und Frauenhilfsdienst war eine Selbstverständlichkeit. 1944 erhielt Marcella zum Glück die Stelle als Sekretärin des Kurdirektors von St. Moritz, was ihr ermöglichte, ihres Bruders Ausbildung finanziell zu unterstützen. Die knappe Freizeit nutzte sie für Bergtouren: mühsame (dafür billige) Aufstiege mit Fellen und stiebende Tiefschneeabfahrten. Hier lernte sie Schreiner Duri Maier kennen. Zum Hochzeitsessen im Mai 1947 gab es endlich wieder mal Reis, allerdings «schwarzen» (weil über den Murettopass geschmuggelten). Ihrem Mann, der sich nun eine eigene Schreinerei aufbaute, besorgte sie mit Umsicht das Büro, und ihren vier Töchtern riet die fürsorgliche Mutter: lasst euch aufs Leben ein! Diese Denkart lebte sie ihnen täglich vor.

Journalistin und Publizistin Marcella Maiers heimliche Liebe war schon immer das Schreiben. Bereits im Kurverein hatte sie journalistische Aufgaben übernommen und war so mit vielen Redaktionen in Kontakt gekommen, der nie mehr abbrach. Aber sie war nicht nur Journalistin, sondern auch Publizistin. So verfasste sie – selber oder als Co-Autorin – Bücher, arbeitete für namhafte Zeitschriften, schrieb Gedichte und Novellen, machte Übersetzungen vom Rätoromanischen ins Deutsche, hielt Vorträge und las am Radio. Auch im Gemeinwesen übernahm sie Verantwortung: 1972 wurde sie – als erste Frau notabene! – In den Gemeinderat von St. Moritz gewählt, und 1981 gar in den Bündner Grossen Rat. Nicht umsonst ist die Sankt Moritzer Ehrenbürgerin und Kulturförderin heute eine professionelle Gesprächspartnerin: im Jour­ nalismus lernte sie Fragen stellen, in der Politik Antworten geben.

Marcella Maier – Ehrenbürgerin und lebende Legende von St. Moritz. Sie hat die Entwicklung des Dorfes miterlebt und mitgeprägt

Das grüne Seidentuch Unzählige Bekanntschaften hat sie gemacht, so mit den 62 «Gspönli» der 1. Klasse und dem tollen Lehrer und Lyriker Artur Caflisch und all den Hoteliers-

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kindern, von denen sie manchmal «in die andere Welt» eingeladen wurde, aber auch mit vielen Berühmtheiten unter den Kurgästen wie ein Hans Albers oder Hermann Hesse, der gern auf ein Schwätzchen im Kurverein vorbeikam.

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Beweglich bis ins Alter: Mit 72 Jahren kaufte sie ihren ersten Computer

Die noch immer aktive und lediglich durch ein Augenleiden etwas eingeschränkte Allrounderin kann jetzt auf ein Frauenleben zurückblicken, das just in jene Zeit fiel, als mehr möglich wurde. Ein liberaler Vater, der die Töchter dem Sohn gleichstelle und ein sie motivierender Gatte waren die Wegbereiter. Ihre Grossmutter (die erste Hebamme des Engadins) und ihre Mutter (die erste Frau im Kurverein) waren die Vorbilder. So wie das Spinnrad ihrer Urgrossmutter, hält Marcella Maier auch das über 200-jährige grüne Seitentuch in Ehren, dass ihre Ahninnen über Generationen weitergaben und das ihrem Bestseller den Titel verlieh – eine Familiensaga, eingewechselt in die Entwicklung des Engadins, feinfühlig nachempfunden von einer grossartigen Erzählerin, die heute selber eine lebende Legende ist.

Bekenntnis zum Tourismus Auf den Anachronismus Bauerndorf und Nobelkurort angesprochen, antwortet Marcella Maier ohne Zögern: «Für uns in St. Moritz war das Leben in diesen zwei Welten nie ein Problem. In Zürich unten leben ja auch nicht alle auf dem Zürichberg oben. Unser Hochtal, wo fast nur Gras wächst, hätte ohne Tourismus nur wenige Familien ernähren können, und die tragische Auswanderung junger Leute hätte kein Ende genommen.» Wenn sie von ihrem Onkel erzählt, der als junger Bursche zu Fuss (!) nach Rouen in Frankreich ging, weil es dort eine Lehrstelle gab, und von dort nach Italien, schlussfolgert sie: «Wir Engadiner waren globalisiert, bevor es diesen Begriff gab. Diese Erfahrung hat uns geholfen, mit dem Tourismus erfolgreich umzugehen.»

Faszination Sprache Auf ihre heimliche Liebe angesprochen, meint Marcella Maier: «Ich lebe mit Büchern. Auch die Sprache selbst – zumal ich mehrsprachig bin – fasziniert mich. Das kommt nicht von ungefähr; denn die Engadiner ganz allgemein waren schon immer fleissige Leser.» Das hängt mit der Reformation zusammen. Die Pfarrherren wollten dem Volk nach dem Maul schreiben und haben die Bibel, Gebets- und Andachtsbücher auf Rätoromanisch übersetzt, und die waren in jedem Haushalt. Anders die Walser, die sagten, das Leben sei dem Herrgott die Zeit gestohlen. Auch im protestantischen Bergell stand Lesen hoch im Kurs. Zwar sind die Bergeller Nachbarn zu Italien; doch bis zum Krieg hat nie einer über die Grenze geheiratet, nie! Nur mit dem Vieh gingen sie – wie auch wir Oberengadiner – nach Chiavenna auf den Markt, die Unterengadiner dagegen nach Innsbruck. Die Kontakte zwischen den Landesregionen waren früher intensiver».

Als das Auto kam Auf den Wandel von St. Moritz vom Bauern- zum Weltdorf angesprochen, relativiert Marcella Maier: «So stark hat sich das Dorf gar nicht gewandelt. Gut, es gibt weniger Hotels. Auch Fremdenbetten hatte es zu meiner Jugendzeit wohl mehr als heute. Aber ein Jammer ist, wenn immer mehr Hotels zu Zweitwohnungen umfunktioniert werden und elf Monate leer stehen». «Das Ortsbild hat sich nicht grundlegend gewandelt. St. Moritz war immer das Zentrum im Tal. Die meisten Veränderungen brachte das Auto. Marcella Maier ist die Zeit noch präsent («Welch eine Stille war das!»), als das Autofahren in Graubünden verboten war. «Ganze zehn Volksabstimmungen brauchte es, um dies 1925 zu ändern. Ich kann mich noch gut an einen Grafen aus Carrara, Besitzer der Marmorbrüche, erinnern. Er kam mit seiner Nobelkarosse nur bis Castasegna. Ab hier zogen die Pferde das Auto herauf...» HH u

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iskussion zur Sterbe­ hilfe-Problematik

Ein Beitrag aus christlicher Sicht

Valentin J. Oehen, dipl. Ing ETHZ Die Auseinandersetzung, ob die Organisation von «EXIT» oder jene von «Dig­ nitas» das Problem würdiger, menschen­ gerechter angeht, ist ohne Belang. Die diesbezüglichen Argumentationen sind ohne Tiefgang und weichen der Grundfrage des Problems aus. Diese Frage lautet: Sind wir berechtigt, über unseren Todeszeitpunkt frei zu ent­scheiden? Mit dieser Fragestellung berühren wir nicht nur die Themen aktiver und passiver Sterbehilfe. Angesprochen und in Frage gestellt ist damit auch die Lebensverlängerung mit buchstäblich allen Mitteln. Zu denken ist an die Organ-Tranplantation, die künstliche Ernährung und Beatmung hirntoter Menschen, aber auch die verzweifelte Verlängerung der Lebens-(Leidens-)Zeit schwerst krebskranker Patienten und die Abtreibung – zu welchem Zeitpunkt auch immer.

Was ist der Mensch? Im christlichen Verständnis – und das müsste eigentlich noch verbindlich sein, solange wir uns als christliches Abendland verstehen – ist der Mensch ein Geschöpf Gottes, bestehend aus vergänglichem Körper, der unsterblichen Geist/ Seele und der dazu gehörenden Abhängigkeit von den Spielregeln des Schöpfers. Ohne an dieser Stelle die Themen Präexistenz, Reinkarnation und Karma in die Diskussion miteinzubeziehen, scheint die Überbetonung der freien Verfügbarkeit der physischen Existenz durch das einzelne Individuum doch eher fragwürdig zu sein. Wie die Erfahrung zeigt, werden damit Gefahren heraufbeschworen, die mit Stichworten wie Euthanasie, Unterscheidung von wertem und unwertem Leben angedeutet seien. Und auf andern Gebieten – man denke an das Problem der Todesstrafe oder die künstliche Verlängerung des Lebens eines Hirntoten – ist unsere Gesellschaft dann äusserst skrupulös.

Valentin J. Oehen

ben an sich wird durch die Eltern, die Massenmedien, die Gesetzgebung und – vor allem – durch die Lehren der religiösen Bekenntnisse geformt und bestimmt. Entsprechend ist durch die Gemeinschaft das soziale Sicherheitsnetz, die Fürsorge für Hilfsbedürftige (physischer und psychischer Art) und schliesslich und vor allem die zwischenmenschliche Anteilnahme und Hilfestellung zu entwickeln.

Die in den vergangenen Jahrzehnten festzustellende Zerschlagung der tragenden Strukturen von Familie, Sippe und der natürlich gewachsenen GeDer Tod – verstanden als Ueber- meinschaft in Wirtschaft und auf der pogang des Individuums aus der litischen Ebene hat einen offenbaren materiellen in die geistige Ebene Verlust der Bejahung des Lebens mit al– dürfte doch kein Schreckge- len seinen Aspekten zur Folge. Hier bespenst sein, das tabuisiert und wusste Gegengewichte zu schaffen (Alaus dem Erlebnisbereich der tersresidenzen, Alterswohnheime, Pflemeisten Menschen möglichst aus- geheime, Selbsthilfegruppen, Mahlzeigeschlossen wird. So ist denn tendienste, soziale Beratung, usw.) ist auch die möglichste Blockierung eine klare Aufgabe der Gesellschaft. der Arbeit von Dignitas mit den bekannten Argumenten nicht Dabei darf allerdings der Egoismus nicht zum dominanten Faktor werden; nachvollziehbar. dies weder im individuellen noch im poDie Rolle und Aufgabe litischen Bereich.

der Gesellschaft kann und darf auch beim SuizidProblem nicht ausgeblendet werden. Die Grundeinstellung zum Le-

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Solange die westliche Welt, diese Aufgabe nur für sich selbst in Anspruch nimmt, die Angehörigen anderer Völker jedoch ruhig verhungern dürfen

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Spiritualität

oder mit «aktiver Sterbehilfe» (lies Krieg) aus dem Weg geräumt werden, sind die hiesigen Diskussionen des Problems schlicht heuchlerisch. Fast jedermann möchte gerne ein hohes Alter erreichen – sofern er gesund ist und seine materiellen Lebensumstände von befriedigender Qualität sind. Und selbst Menschen in wenig erfreulichen Begleitumständen hängen in der Regel am Leben. Der Grund dürfte im meist unbewussten Drang liegen, die uns für unsere irdische Wanderschaft gestellten Aufgaben auch wirklich zu lösen. Dazu aber brauchen wir Zeit, also ein langes Leben.

Der Sinn des Leidens scheint nicht mehr genügend erkannt zu werden. Die seelische Reifung alternder und kranker Menschen und ihrer Umgebung ist unbestreitbar eine menschliche Aufgabe, die vor dem existenziellen Wechsel in die geistige Ebene erfüllt werden muss. Das Davonrennen vor dieser Aufgabe mit Hilfe des Suizids ist letztlich ein Versagen des Betroffenen und seiner Umgebung.

Dabei ist in aller Bescheidenheit und Demut anzuerkennen, dass die Prüfungen die Leidensfähigkeit und Kraft der Patienten und ihrer Betreuer übersteigen können. Wenn sich ein Betroffener dann zum Suizid entschliesst und diesen auch ausführt, scheint mir vor allem das «mea culpa» mit verzeihender Liebe am Platze zu sein. Und es ist doch wohl auch zu fragen, was man im Dienste des leidenden Mitmenschen hätte besser machen kön­nen. Die spirituelle Beglei­tung des Verstorbenen sollte wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden. Ganz im Ge­gen­­ satz zu den heutigen Trends, die Bücher mög­lichst bald zu schlies­sen und zur Tagesordnung über zu ­gehen.

Die Patientenverfügung kann als bewusste Annahme des Ster­bens unter entsprechenden Umständen verstanden werden und ist zu bejahen. Dagegen ist die Verlängerung des Lebens mit buchstäblich allen Mitteln ein Irrweg der Hightechmedizin und dient vor allem dem Ruhm der Ärzteschaft und weniger dem sterbenden Menschen. Wir haben auf diese Problematik bereits hingewiesen.

Ist die passive Sterbehilfe rechtlich zu ächten? Im Wissen um die Selbstverantwortung des Menschen für sein diesseitiges und

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sein jenseitiges Schicksal wäre es vermessen, den Suizid und damit auch die passive Sterbehilfe grundsätzlich zu ver­ bieten. Vor allem hinderte dies verzweifelte Menschen nicht daran, diesen Schritt zu tun. Die vielen misslungenen Selbstmordversuche und die oft unter schlimmen Bedingungen ausgeführten Selbsttötungen hinterlassen zudem schwerste seelische Traumata bei den Angehörigen. Es scheint deshalb wirklich besser, in aller Diskretion die Beihilfe zuzulassen – ohne umfassende staatliche Regelung und juristische, belastende Rahmen­ bedingun­gen, wie z.B. das nachträgliche Aufkreuzen eines Staatsanwaltes mit einer uniformierten Polizeibegleitung. Wichtig scheint mir, dass das Sterben, der Tod und das Leben darnach wieder in aller Öffentlichkeit thematisiert wird. Es ist genügend Wissen vorhanden, um den Ganztodtheoretikern zu entgegnen und den Menschen unserer Zeit und Kultur wieder eine hoffnungsvolle Sicht der Dinge vermitteln zu können. Sicher ist, dass dicke Schlagzeilen nichts dazu beitragen, im Bewusstsein der heutigen Menschen die Beziehungen zwischen Schöpfer und Geschöpf zu vertiefen und angemesssene Folgerungen zu ziehen.


Simonetta Sommaruga auf Abwegen! Im Römerbrief 7 Vers 19-23 lesen wir: Wir tun nicht das Gute, das wir gerne tun möchten, sondern das Böse, das wir verabscheuen. Wenn wir aber tun, was wir nicht wollen, dann verfügen wir nicht selbst über uns, sondern die Sün­ de, die von uns Besitz ergriffen hat. Wir sehen also, dass sich alles nach folgen­ der Regel abspielt: Ich will das Gute tun, aber es kommt nur Böses dabei heraus. In mei­nem Bewusstsein stimme ich dem Ge­setz Gottes freudig zu. Aber ich sehe, dass mein Tun anderen Gesetzen folgt. Dieses Gesetz liegt im Streit mit dem Gesetz, dem meine Vernunft zustimmt. Es macht mich zum Gefangenen der Sünde, deren Gesetz mein Handeln be­ stimmt. Nina Streeck schrieb in der «NZZ am Sonntag» vom 3. Juni 2012 über das Pro­blem der zahlreichen Selbsttötungen in unserer Gesellschaft und den 30. Grün­dungs­tag der Organisation Exit. Zu Recht forderte sie, «es dürfe nicht normal werden, durch Suizid zu sterben» – ein würdiges Sterben sei nur im Rahmen einer liebevollen Begleitung durch seine «Nächs­­ten» möglich. Zur Bekämpfung der Angst vor dem Tode – wohl besser vor den Leiden, die zum Tode führen – fordert sie einen substanziellen Ausbau der Palliativ-Medizin. Gleichzeitig bezeichnet sie jedoch den Wunsch des Menschen auf die Festlegung des eigenen Todeszeitpunktes als «ehrenwertes Anliegen». Das Recht auf die Selbstentscheidung ob «das Leben noch wertvoll genug ist, um weitergeführt zu werden» spricht sie jedem Einzelnen zu und fordert ultimativ «ein etwaiger Todeswunsch sei unbedingt zu achten».

Die Geburtstagsfêtes der Organisation Exit unter Assistenz der linken Bundesrätin Sommaruga bezeichnet sie als «be­ fremdlich», da damit eine falsche Normalität zur Selbsttötung vorgegaukelt werde. Im ganzen Aufsatz sucht man jedoch vergeblich Worte wie • Gott oder Gott-Bezogenheit des Menschen; • Leben nach dem Tode; • Präexistenz und Reinkarnation; • Gewissen und Freiheit.

Wer sich müht, in sich hineinzuhorchen (Bauchgefühl!) hört die Stimme seines Gewissens. Er hat dann allerdings die Freiheit, auf diese Stimme zu hören oder Es ist, als ob das tausendjährige Ringen sich gegen sie zu entscheiden. Das gilt um ein wirkliches Verständnis zwischen selbstverständlich auch für die uns hier Willensfreiheit des Menschen und des interessierende Fragen des Lebensendes. göttlichen Auftrages zur Entwicklung Dass er dann in der Fortsetzung seines und Reifung des Individuums – inexis- Lebenszyklus die Folgen seines Enttent wäre. scheides zu tragen hat, darf man ja wohl als Selbstverständlichkeit bezeichnen. Viele Millionen gläubiger Menschen ver­ neigen sich täglich vor Gott als dem Sicher ist, dass nach einem Suizid die Schöpfer und Erhalter aller Dinge, des anstehenden Probleme nicht gelöst, son­ ganzen Universums. Sie sind sich be- dern lediglich auf eine andere Ebene wusst, dass die erhaltende Kraft des verschoben sind. Der Mensch als ent­ «Schöpfer-Geistes» unser ganzes System körpertes Wesen muss sich dann weiterin Funktion hält und damit auch das Le- hin mit ihnen beschäftigen; eine Aufgaben jedes einzelnen Individuums. be, die unter Umständen recht mühsam sein kann. Damit ist es naheliegend, diesem Schöpfer-Gott das alleinige Recht der Bestim- Friedrich Taschner formulierte 1996 aus mung von Anfang und Ende unseres ak- dem Jenseits das zu unseren Ausfühtuellen, irdischen Lebens zuzugestehen. rungen passende Schlusswort: Es ist also eine unglaubliche Anmas­ «Ihr sollt wissen, dass ihr mit euch selbst, sung, von einem Recht jedes Einzelnen mit eurer Leistung, mit eurem geduldi­ zu sprechen, über das Ende seines Le- gen Ertragen und dem liebevollen An­ bens zu bestimmen. Warum nicht auch nehmen der oftmals schweren seeli­ gleich über den Anfang? – Wohin dieses schen und körperlichen Bedingungen angebliche Recht führt, sei mit einigen des Erdenlebens, die ihr gemeistert habt, Stichworten angedeutet: Abtreibungen, zufrieden sein dürft. Seid nicht verzagt Euthanasie, Vernichtungskriege, geziel­ und traurig, oder gar verzweifelt, wenn te Tötungen, Todesstrafen. ihr in schweren und dunklen Zeiten steht und euch das Leben drückend und Über das Leben nach dem Tode, die Prä- sinnlos erscheint. All das ist nur vor­ existenz und die Reinkarnation gibt es übergehend und der Tod ist nicht das ganze Bibliotheken mit hochinteressan- Ende. ten, aussagekräftigen Berichten von Jen­ seitigen. Alle diese Berichte zeigen, dass Es gibt wirklich die Auferstehung, d.h. die aktuelle, irdische Lebensphase eige- eure wunderbare seelische Struktur, eu­ bettet ist in eine Lebenskette – die als er inneres aus der Göttlichkeit durch­ Folge karmischer Lernprozesse zu inter- strahltes Sein ist von Raum und Zeit un­ pretieren ist. abhängige, unsterbliche Wirklichkeit und zeigt sich hier so, wie es wirklich ist. Es ist leicht verständlich, dass grobe Eingriffe in deren Ablauf (Suizid!) eine Das soll euch Gewissheit und Trost in brutale Störung dieser Abläufe bedeu- schwe­ren Stunden sein, um euch zu helfen, ten und in der Folge wieder kompen- den irdischen Weg mit seinen Freuden und u siert werden müssen. Leiden bestmöglich zu bewältigen.»

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elbstmord als Ausweg? – Besser nicht!

Rudolf Passian Das Wort «Selbstmord» klingt brutal. «Freitod» hört sich besser an – «Suizid» noch besser, das klingt erstens unver­ bindlich und zweitens gebildet…

seelisch-geistige Begleit- und Folge­er­ scheinungen geben als beim normalen Sterbeprozess. So betrachtet, wäre das Bibelwort «Was Gott zusammenfügte, das soll der Mensch nicht trennen», auch anders zu verstehen als nur auf die Ehe bezogen. Wäre nur Letzteres ge­ meint, so dürfte es ja in der Christenheit keine Ehescheidungen geben. Nein, je­ de Form von Tötung stellt einen natur­ widrigen und somit schöpfungsfeind­ lichen Akt dar. Und da es danach wei­ tergeht, sollte man sich eine solche Tat reiflichst überlegen. Denn die «Ent­ seelung des Leibes» ist zugleich eine «Entleibung der Seele», wie es bereits unser verdienter Vorkämpfer Dr. Carl du Prel treffend formulierte.

In Deutschland werfen pro Jahr rund 12’000 Menschen ihr Leben weg. Die Zahl der misslungenen Versuche ist zwanzigmal höher. Das ergibt zusam­ men rund 250’000 menschliche Tragö­ dien. Entsetzlich! In Japan bringen sich jährlich mehr als 30’000 Menschen um. Durchschnittlich 1300 sind es in der Schweiz. Ein beträchtlicher Prozentsatz davon sind Heranwachsende. Hinzu­ zurechnen sind noch all jene Jugend­ lichen, die als Drogensüchtige einen langsamen Selbstmord wählten. Wie unendlich viel Leid, Tränen und Ver­ zwei­flung bergen doch die genannten Hier scheint nun der kritische Einwurf Zahlen! Die Betreffenden meinen, Selbst­ berechtigt zu sein: Wieso soll es, je nach tötung sei der einzige Ausweg aus ihrer Todesart, einen qualitativen Unterschied Misere. – Welch ein verhängnisvoller geben in dem, was darauf folgt? Und Irrtum! Die Sterbeforschung besagt ein­ warum sollen die Folgen ausgerechnet deutig: «Wir können uns nicht selber ethisch-moralischer Art sein, wo doch töten!» Wir können lediglich unseren sonst überall in der Natur keinerlei phy­sischen Körper zerstören, sonst nichts. Ethik festzustellen ist? Gilt in ihr nicht Damit machen wir genau das kaputt, seit jeher das «Recht des Stärkeren»? was uns ein Leben auf Erden überhaupt Und ist nicht schon der in der Pflan­ zenwelt zu beobachtende Daseinskampf erst ermöglicht! ein erbarmungsloser? Da sind nirgends Dies wird um so augenscheinlicher, wenn ethisch wirksame Prinzipien erkennbar, wir um das «Doppelwesen Mensch» schon gar nicht im christlichen Sinne! Bescheid wissen: Unser physischer Leib ist konzipiert für die Daseinsbedingungen Darauf wäre zu erwidern: Gemach, das in der materiellen Welt; unser innerer stimmt durchaus. Nun ist doch aber der Körper (Seele) jedoch für jene Bereiche, Mensch in seiner Entwicklungsstufe die jenseits der Wahrnehmungsfähigkeit wesentlich höher einzuschätzen als die unserer Sinne existieren. Während sich Geschöpfe der Pflanze- und Tierwelt? unsere beiden Wesenshälften physischer Der Mensch ist das einzige Lebewesen, und feinstofflicher Leib beim normal das man für seine Handlungen zur Ver­ ver­­laufenden Sterbevorgang naturge­setz­ antwortung ziehen kann. Diese Ei­gen­ ­mässig kontinuierlich voneinander tren­ verantwortlichkeit wäre ja völlig un­ge­ nen, geschieht dies bei gewaltsamen recht und sinnlos, wenn es nichts gäbe, Todesarten wie Mord (auch als Kriegs­ was über ein ichbezogenes Nütz­lich­ handlung), Selbstmord oder tödlichem keitsdenken hinausgeht und wenn eine Unfall abrupt, also plötzlich. Und eben allgemeinverbindliche Ethik nicht auch das ist widernatürlich! Logischerweise metaphysisch und logisch begrün­det muss es da andere physiologische und werden könnte. Mit anderen Worten:

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Rudolf Passian

Ohne eine (nicht nur gesellschaftlich und sozial) begründbare Ethik wäre ein Kampf Aller gegen Alle nicht bloss gerechtfertigt und überlebenswichtig, sondern sogar naturgemäss! So aber ist es nicht. Heute lassen sich ethische Forderungen überzeugend be­ gründen – begründen mit den Tatsachen und Aspekten der inzwischen weltweit betriebenen Sterbeforschung. Hier gibt allein schon die hunderttausendfach bezeugte Tatsache der qualitativen Lebensrückschau zu denken. Alle, die solches erlebten, versichern, dass es sich nicht um Träume oder Halluzi­na­ tionen gehandelt habe, sondern um eine überaus klare und eindrucksvolle Panoramaschau des bis dato vergan­ge­ nen Lebens, verbunden mit einer bis dahin ungeahnten Bewusstseinserwei­ terung, in welcher jede noch so unbe­ deutende Lebenssituation ihren ethi­ schen Wert und Charakter offenbart! Im Christentum war es seit dem Konzil zu Braga (im Jahre 963 n.Chr.) streng ver­ boten, Selbstmörder in geweihter Fried­ hofserde zu bestatten. Aufgehoben wur­ de dieses Verbot erst im Jahre 1983. Über Jahrhunderte brachte es namen­ loses Leid für unzählige Frauen und Mädchen, weil sie unehelich schwanger wurden und keinen anderen Ausweg sa­hen als den der Selbstentleibung. Auch heutzutage gibt es noch verständnis­hei­


Spiritualität

schende Gründe für solch verzweifeltes Tun, zum Beispiel wenn eine Frau den Freitod wählt, statt sich im Krieg von einer vertierten Männerhorde bestia­lisch umbringen zu lassen. Oder wenn ein Schulkind, wie das in Diktaturen vor­ kam, verzweifelt in den Tod geht, um seine Eltern nicht bespitzeln zu müssen. Welch heldenhafter Mut gehört hierzu – und welch grosse Liebe! Als sozusagen «mildernder Umstand» kann auch ein schweres Gemütsleiden gelten. Ebenso kann andauerndes Stim­ menhören zu einer Verzweiflungstat füh­ren, besonders wenn diese ohnehin lästigen Stimmen zum Selbstmord auf­ fordern. In solchen Fällen handelt es sich zumeist nicht um ein medizinischpsychiatrisches, sondern um ein kirch­ lich-seelsorgerisches Problem, weil star­ ke Negativbeeinflussungen in Form von Besessenheit vorliegen. Für neuzeitliche Theologen freilich gibt es so etwas nicht. Wie konnte Jesus auch ahnen, dass sich 2000 Jahre nach seinem Erdenwandel alle Dämonen und bösen Geister tie­fen­ psychologisch und mit Hilfe starker Dro­ gen in Nichts auflösen würden…

Kirche verweigert würde, «wenn Selbst­ mörder sich ausdrücklich von Gott und der Kirche losgesagt haben». Beides traf auf Pfarrer Wernert nicht zu.

Abschied für immer und ewig. Der betreffende Mensch beziehungsweise sei­ ne Seele lebt weiter, aber er bedarf in besonderem Grade unserer Fürbitte.

Im Zusammenhang mit der Selbstent­lei­­ bung sei noch auf die Kraft der Für­bitte verwiesen. Über die Funktionsweise men­­ taler Energien wissen wir heute recht gut Bescheid. Auch aus dem Jen­seits, aus Berei­chen der «anderen Welt», wird uns eindring­lich ans Herz ge­legt, für Verstor­be­ne, die ihr Erden­leben ei­gen­ willig been­de­ten, oft zu beten, Ge­dan­ ken­energien wirken ja über unsere drei­­dimen­sionale Welt hin­aus. Daher ist es sehr tröstlich zu wissen, dass spür­ bare Hilfeleistung auch über das Grab hinaus mög­lich bleibt. Aber Hand aufs Herz: Was wissen die meisten unserer «Seelen­hirten» überhaupt von den For­ schungen auf dem Gebiet der Ge­dan­ ken- und Vorstel­lungskräfte? Haben sie auch nur eine geringe Ahnung von dem, was sich ener­getisch zum Beispiel beim Segnen vollzieht?

2. Menschen, die ihr Erdenleben willent­ lich abkürzten, fallen keineswegs einer «ewigen Verdammnis» anheim. Wenn sie guten Willens sind, so bieten sich ihnen Betätigungs- und Bewährungsmöglichkeiten, beispielsweise die recht schwierige Aufgabe, andere Men­ schen vom Selbstmord abzuhalten und deren Schutzengel zu unterstützen im Kampf gegen dunkle Geist­wesen, die der Betreffende durch seine Selbstmordgedanken angezogen hat und die ihn in der Ausführung seines Vorhabens noch bestärken wollen. 3. Überlebende von Suizidversuchen be­ rich­ten zwar ebenfalls von sehr angenehmen Gefühlen des Freigeworden­ seins vom Körper, aber das dauert nur eine gewisse Zeit. Bald kommt ihnen

Ein greiser Priester in Oberbayern war richtig glücklich, Wie dem auch sei, in keinem Fall mo­ als er nach meinem kiere man sich über jene Unglücklichen, Vortrag beim Ab­ die – unwissend, wie sie sind – Hand an schiednehmen zu sich legten. Für direkt oder indirekt Be­ mir sagte: «Da ge­ troffene sollte dies sogar ein Grund zur schieht also doch Gewissenserforschung sein, inwie­weit etwas, wenn ich ein Mitschuldigsein am Schicksal des segne?» – Ja frei­ betreffenden Menschen vorliegt. Und lich! Nur erfahren seien wir dankbar, wenn wir von schwie­ die armen Priester­ rigsten Lebenslagen (bislang) ver­schont amts­kandi­daten blieben: Auch ein überzeugter Christ nichts davon, weil wie der katholische Priester Jo­hannes deren Pro­fes­soren Wernert aus der Gegend von Pforzheim selber unwissend blieb vom Schlimmsten nicht verschont. sind. Blinde Blin­ Er litt unsäglich unter Kehl­kopfkrebs. denführer… Man wollte ihm die Zunge entfernen. Wegen irrsinniger Dauer­schmer­zen Was bedeutet nun wurde er zum Alkoholiker. Im Ja­nuar die Weiterlebens­ 1993 liess er sich von einem Zug for­schung zu unse­ rem Thema? Hier überrollen… die Antworten: Auf Anfrage einer Zeitungsredaktion, wie es die Kirche nun mit der Bestattung 1. Auch eine Selbsttötung bedeutet für halten werde, antwortete das Erzbistum die ZurückbleiFreiburg, dass eine Beerdigung nach benden keinen katholischem Brauch nur dann von der

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ihre Fehlentscheidung zum Bewusstsein. Manche bekommen die Chance zur Rückkehr. Die Amerikanerin Angie Fenimore, die ihren Sorgen durch Selbstentleibung zu entfliehen suchte, schreibt am Schluss ihres lesenswerten Büchleins «Jenseits der Finsternis» (München, 1996): «Ich hoffe, ich kann durch meine Erfahrung Menschen helfen, die tröstliche Tatsache zu akzeptieren, dass der Tod nur ein Übergang ist, dass wir ewig sind und für alle Zeiten leben. Und ich hoffe, dass sie erkennen, dass wir nur zwei Richtungen einschlagen können: Entweder wir ent­ wickeln uns aus unserer unvollkom­me­ nen Existenz auf Erden heraus, oder wir nehmen unser irdisches Gepäck mit. So oder so müssen wir all die schwierigen Lektionen lernen, die das Leben uns präsentiert. Jedoch auch durch die tiefs­ te Finsternis braucht niemand von uns allein zu gehen, wenn er nur bereit ist zu glauben!» Zu glauben? Ja, gottvertrauend zu glau­ ben und das Geistig-Seelische als reale

Lebensnotwendigkeit nicht zu vernach­ läs­sigen; denn der Mensch, sofern er sich von der trieborientierten Tierstufe erhe­ ben will, lebt wirklich «nicht vom Brot allein». Eine solche Vernachläs­si­gung des Ei­gent­lichen im Menschen kommt (nach Dr. Herbert Fritsche) in ge­wisser Weise einem lang­sa­men Selbst­­­mord gleich! Man mor­det sein Selbst, lässt es ver­hun­ gern, gibt es der Dun­kel­heit preis. Bei Ge­stor­benen, die erd­ver­haftet bleiben, wirkt sich deren geis­tige Un­wis­senheit (die man auch als spi­ri­tu­elle Unter­ent­ wicklung be­zeichnen könn­­­te), in Form einer sie umgebenden Fins­ter­nis aus. Bei einer süddeutschen Ade­ligen, die als «Geis­terseherin» viel für «arme See­ len» betete, bedankte sich ein Selbst­ mörder mit den Worten: «Es ist hell um dich. Lass’ es niemals dunkel werden!»1

Mir ist entfallen, wo ich folgenden Be­ richt las: Ein betagtes Ehepaar in den USA suchte Aufnahme in einem Alters­ heim, weil sie den täglichen Anfor­de­ rungen nicht mehr gewachsen waren. Sie hiess Mary und er Jack, und sie hat­ ten eine überaus glückliche Ehe ge­führt, jedoch kinderlos. Altersunterkünfte, ob kirchliche oder private Einrichtungen, waren damals verhältnismässig rar. Sie fanden zwei Heime, aber das eine nahm nur Frauen auf, das andere nur Männer. Es war aussichtslos. Da wählte Jack den Freitod im Wasser. Für Mary lag ein Zettel auf dem Tisch: «Jetzt können sie Dich aufnehmen, Mary. Dein Jack» War dies ein Selbstmord? – Nein, das war ein Opfertod, aus Liebe!

Nach dem Tode ihres einzigen Kindes, 1 Bruno Grabinski, «Zwischen Himmel und Hölle», Eupen 1956, S. 118 ihrer geliebten Brigitte, wollte die Wie­ ner Verlegerin Gisela Weidner mit ih­ rem Leben Schluss machen. Da vernahm Dieser Bericht ist dem kürzlich er­schie­ sie eine deutliche Stimme: «Wenn du nenen Buch «Der verhängnis­vollste Irr­ das tust, kommst du nicht mit deinem tum unserer Zeit» entnommen (Ama­deus u Verlag, 2011). Kind zusammen!»

Verdrahtung Kürzlich war ich auf einer Fachtagung Solche Berichte erhöhen die Spendenfür Führungskräfte im Heim und Spitex. bereitschaft. Der Mieterschutz, Konsumen­ Die eintägige Tagung vom Fachverband tennachrichten, der Beobach­ter – überall Curahumanis hatte den tollen Titel wird über Fehler berichtet, werden Miss­ «Glücksfall Pflege». Was könnte das Po- stände aufgedeckt. Ganz zu schwei­gen sitive im Pflegeberuf sein? Was bereitet von den täglichen fast immer negativen Lust und Freude? Könnte man das Pfle- Nachrichten, die wir unaufhörlich per gen von alten Menschen vielleicht sogar Zeitung oder Internet in uns einsaugen. als ein Privileg anschauen? Referate über Glücksforschung, über die Tret- Es gibt nur ganz wenige Anlässe oder mühlen des Glücks, wider das Jammern Zeitschriften, die sich bewusst diesem oder was macht Menschen mit Demenz Trend widersetzen, die einen anderen glücklich. Mehr als 200 Menschen tra- Weg einschlagen. fen sich dort. Einen ganzen Tag lang wurde man aufgefordert und ermutigt, Das Interessante ist: Wörter werden imdie Dinge aus einer ganz anderen Per­ mer von Menschen gemacht. Und positive Wörter werden von Menschen gespektive zu betrachten. macht, die anders im Kopf verdrahtet Mich hat dieser Ansatz fasziniert. Denn sind. Die sich dafür entschieden haben, normalerweise ist es ja ganz anders. Ge- der Mehrheit zum Trotz einen anderen rade in Pflegeberufen überwiegt die ne- Weg einzuschlagen. Die mehr Freude gative Berichterstattung: zu viel Arbeit, im Leben haben wollen. Ganz egal ob zu anstrengend, zu wenig Personal, die jung oder alt, ob krank oder gesund, ob Bezahlung lässt zu wünschen übrig. stark, zerbrechlich oder vergesslich. Auch Hilfswerke oder Stiftungen berich­ ten eher über Probleme als über das, Stellen Sie sich doch vor, jeder positive was alles an Positivem geschehen ist. Gedanke wäre viele Tausend Franken

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wert. Jeder positive Gedanke würde mehr Licht in ein dunkles Zimmer bringen, so dass es am Schluss glänzend hell wäre. Sobald Sie merken, dass Sie wieder Probleme wälzen, sagen Sie zu sich selber STOP, machen eine Pause, stehen auf, unterbrechen Ihre momentane Arbeit. Dann fragen Sie sich selber, was ist jetzt gerade gut? Oder was war gestern oder vorletzte Woche superschön? Wenn Sie nichts Positives finden, dann überlegen Sie, worüber Sie heute dankbar sein können. Vielleicht über die Sonne oder den Regen, über Ihre Freunde, oder dass Sie selbständig heute Morgen aufstehen konnten. Dass es Sie gibt! Je öfter Sie das machen, um so besser wird es Ihnen und Ihrer Umwelt gehen! Viel Freude damit! Dieser Text ist Heidi Röthlisbergers Coaching Brief Nr. 386. Diese kostenlosen Motivations­ briefe können Sie online abonnieren: http://www.heidisworldwidecoaching.com

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Auslaufmodell Seele? Stephan Klaus

«Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistigen Leib», ist Paulus überzeugt und schreibt es im ersten Brief an die Korinther. Wo ist dieses Wissen um eine Seele zweitausend Jahre später? Macht diese Erkenntnis nicht immer mehr einem materiellen und rein biologischen Modell Platz im 21. Jahrhundert? Gewiss, über die ganze Welt verteilt versuchen viele Menschen in Kursen, Seminarien, Schwitzhütten, Schamanenritualen, mit Meditieren, Atmen, Tanzen oder Singen – und auf vielen anderen Wegen – in Kontakt mit der Seele zu kommen. Aber sie bilden keine Mehrheit, die mass­geblichen Einfluss auf die Gesellschaft und ihren Umgang mit den Aspekten der Seele hätte. Betrachtet den Trend in den modernen Gesellschaften der Ersten Welt nach den 60er Jahren mehren sich im Gegenteil die Zeichen für einen stark materialistischen Trend. Und in diesem gilt zusehends der Körper als Ursache des Bewusstseins. Schauen wir uns dazu drei Beispiele an. Beispiel 1: Gemäss neuesten Erkenntnissen wirken Medikamente messbar gegen Rassismus und Fremdenfeindlich­ keit. Bei speziellen Betablockern tritt als Nebenwirkung ein Toleranzverhalten auf, das Rassismus vermeiden kann. Zu dieser Erkenntnis sind kürzlich Forscher der Universität Oxford nach entsprechenden Studien gekommen. Bei Herzpatienten, die zuvor propranololhaltige Betablocker eingenommen hatten wurde festgestellt, dass ihr Fremdenhass plötzlich verschwand. Die Spekulationen gingen in der Folge dahin, dass man gemischten Schulklassen, in denen grosse Fremdenfeindlichkeit herrscht, diese Mittel verabreichen könnte. Beispiel 2: Meine Nachbarin leidet an

Schlafstörungen, Depressionen und Erschöpfung seit sie ihren Mann nach einem Unfall pflegt. Die Psychiaterin welche sie aufsuchte gab ihr ein Schlafmittel, Medikamente gegen Depressionen sowie solche gegen Erschöpfung, nachdem sie sich ihre Geschichte angehörte hatte. Dann schickte sie sie nach Hause. Sie solle sich in einem Monat wieder melden. Stephan Klaus

Beispiel 3: Laut Angaben von Swissmedic steigert sich der Verbrauch von Me- Welt infolge von Gehirnströmen definiethylphenidat in grossen Schritten. Aus ren. Wesen, denen man bloss die richtider Literatur entnimmt man: Methyl- ge Droge füttern braucht, um erwünschphenidat wirkt anregend und stimulie- tes Verhalten oder Bewusstsein zu erzeu­ rend. Es unterdrückt Müdigkeit wie gen, um sie zu heilen oder deren Kinder auch Hemmungen und steigert kurzfris- aufmerksam und gefügig zu machen. tig die körperliche Leistungsfähigkeit. Letzteres nota bene in oft krankhaft einEin eigentliches Aufputschmittel also, seitigen Schulsystemen welche zusebloss wirkt es bei Kindern eben genau hends Bewusstseinskrämpfe fördern. gegenteilig. Gleichzeitig scheint, dass dem NachNormalerweise bei körperlicher Überlas- wuchs nicht die gebührende Aufmerktung auftretende Warnsignale wie samkeit gegeben werden kann und Schmerz und Erschöpfungsgefühl wer- dass man sie in der Folge als aufmerkden vermindert. Kein Wunder, gehört es samkeitsgestört diagnostiziert. Der irodoch zu den sogenannt Amphetamin- nische Trend dabei ist, dass man sie ähnlichen Substanzen, die auch als Speed gleichzeitig als eigentlich hochbegabt bekannt sind und sich auch unter Drogen- bezeichnet. Wenn bloss eben diese Stökonsumenten, Studenten wie Managern, rung nicht wäre. Ein gesellschaftlich hochneurotischer Umgang mit Schuldeines reichlichen Zuspruchs erfreuen. gefühlen ist dieser unbewusste BeschöGehandelt wird dieses Mittel unter dem nigungsversuch, denn un­bewusst wird nämlich durchaus wahrgenommen, wie Namen Ritalin. es wirklich steht. In rasant wachsender Zahl bekommen Kinder in den letzten Jahren wegen so- Gemäss dem Bundesamt für Statistik ist genannter «Aufmerksamkeitsstörungen» Selbstmord die zweithäufigste Todesurdieses Wundermittel verschrieben. Auch sache bei 10- bis 19-Jährigen in der verträumten Kindern wird es inzwischen Schweiz. Dies ist bloss eine der Folgen dieser Verdrängung. verabreicht. Was haben die drei Fälle miteinander zu Anstelle ausführlicher Gespräche, Deutun? Sie zeigen den Zeitgeist und damit tung von Ursachen dem Erkennen ihrer eine Welt, welcher die Seele als eine seelischen Ursachen wird in der psychGrösse des Lebens zusehends abhan- iatrischen Praxis ebenfalls immer mehr den kommt. Und sie zeigen uns, dass ir- auf Medikamente gesetzt und zwar gendwann in den letzten Dekaden auch auch bei leichtesten Beschwerden. Der das Bewusstsein verloren gegangen ist, Psychiater des 20. Jahrhunderts, der dass Menschen keine biochemischen sich vor allem als Psychotherapeut verMaschinen sind welche sich und die stand, oft fasziniert von Psycho-, oder

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Spiritualität

team erhielt von den Ordensfrauen die Schicksalsanalyse, gerüstet mit eigener Erlaubnis, nach ihrem Tod ihr Gehirn Selbsterforschung, ist auf dem Rückzug. auf Anzeichen von Alzheimer zu unIch kenne durch meine Tätigkeit und in tersuchen. meinem Freundeskreis gute Psychiater die sich zwar die Zeit nehmen, aber der Bei einigen der Nonnen kam es wie zu erTrend zu mehr Medikamenten ist nicht warten war: zu Lebzeiten entwickelten sie zu übersehen. Dies ist nicht nur an den Alzheimer-Symptome und in ihrem GeAbsatzzahlen der Hersteller erkennbar. hirn fanden die Forscher nach ihrem AbleDie Basis zu dieser Tendenz wird bereits ben die für diese Krankheit typischen Abin der Ausbildung gelegt. In Ermangelagerungen. Doch bei anderen erstaunten lung eines Konzepts der Seele erschöpft die Ergebnisse über alle Masse und es man sich in der Faszination der Symptowurde von «medizinischen Wundern» gemenaufzählung. Auf der einen Seite alsprochen. Manche hatten nämlich ein Geso die universitäre Wissenschaft, die erhirn, das nach der offiziellen medizinikenntnistheoretisch an ihre Grenzen schen Klassifikation den höchs­ten Destösst und keinen Mythus hat welcher menzgrad 6 aufwies – das absolute Alzheizu einem vertiefen Umgang mit dem Inmer-Endstadium. Doch diese Nonnen wanern, dem geistigen Leib führen könnte, ren zu Lebzeiten erstaunlicherweise geisauf der anderen eine Pharamindustrie welche «marktgerechte» Lösungen an- men einer Demenz ernsthaft bezweifeln. tig topfit. Die Tests zeigten keinerlei Einbietet. Und dazwischen die Seele die Verständlich also, dass sein Erklärungs- bussen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit modell reissenden Absatz findet. sondern teilweise traten sogar noch Ververloren geht. besserungen in den Testergebnissen auf. Es scheint sie eigentlich gar nicht mehr Alles logisch also mit der Theorie, dass zu geben, denn an ihre Stelle ist das Ge- das Gehirn das Zentrum allen Bewusst- Aus spiritueller Sicht nicht verwunderlich, denn unser Gehirn ist materieller hirn getreten. Dieses faszinierende Or- seins ist. Transformator – also ausführendes Ins­ gan gilt als Ursache und Sitz allen Bewusstseins. Momentaner Spitzenreiter Gäbe es da nicht die so genannte Non- trument der inneren Prozesse und eben auf der New York Times Bestseller-Liste nenstudie. Der Neurologe David Snow­ nicht deren Erzeuger. Wenn die Seele ist ein Buch mit dem Titel «Change your don von der Universität Kentucky dach­ stark genug ist, «überspringt» sie ein­te sich in den 1990er-Jahren dass es fach das schwache Gehirn. Der geistige Brain – Change your Body». ideal wäre, Alzheimer an alten Men- Leib ist zu Vielem fähig. Der Autor Daniel G. Amen, ein Medizi- schen zu erforschen, die alle in sehr ner mit erfolgreichem Institut, vertritt die ähnlichen oder gleichen Lebensum- Hier geht es natürlich um nichtmaterielAnsicht, dass der Schlüssel zu einem ge- ständen leben. Er gewann Nonnen ei- le Vorgänge, nichtmessbare Energien sunden und schönen Körper im Gehirn nes US-amerikanischen Ordens dazu, und unsichtbare Prozesse, demnach im liegt. Er berichtet, dass er er oft gefragt bei seiner Studie aktiv teilzunehmen. Rahmen der Naturwissenschaft nicht klas­ werde, ob «Bewusstsein getrennt vom Er begleitete sie über viele Jahre und sifizierbare Grössen. «Seele» lässt sich Gehirn existieren könne». Seine Antwort überprüfte jedes Jahr dreimal ihre eben nicht messen und nicht wägen. sei, nachdem er 55’000 Gehirnscans über geis­tigen Fähigkeiten. Sein For­scher­ Der britische Physiker Roger Penrose ist die letzten zwanzig Jahre studiert habe: einer der angesehensten Wissenschaftler Nein. Bewusstsein und Gehirn seien völunserer Zeit. Er steht für den Versuch eilig voneinander abhängig. nes materiell gearteten Erklärungsmodells, denn ist der Ansicht, dass das BeAls Beweis führt er an Alzheimer Erwusstsein ein quantenmechanischer Vorkrankte vor. Diese verlören bekanntlich gang sei. In dieser Erkenntnis ist eigentihre Fähigkeiten weil eine gewebsmäs­ lich kein Platz für eine Seele, sondern sig klar erkennbare Gehirnerkrankung bloss für Quantenmechanik. Doch diese vorliege. Alles komme eben vom Gehirn, ist kaum verstanden und die Messergebwelches Ursache allen Bewusstseins sei. David Snowdon, Präventiv- und Umweltmenisse sind so uneinheitlich wie gegenKrankes Gehirn = krankes Bewussteins. diziner an der Universität Kentucky, leitete sätzlich. Zeit etwa ist etwas ganz anderes seit 1986 die so genannte «Nun Study» In der Tat finden sich neben Ablagerun- («Nonnenstudie»). An dieser Langzeitstudie, auf Quantenebene. Ein beobachtetes die den Alterungsprozess und die AlzheiTeilchen kann im gleichen Moment an gen im Gehirn von Alzheimer Patienten mersche Krankheit untersucht, nehmen 678 verschiedenen Ort sein. Trotzdem wird weitere krankhafte Veränderungen. Nie- Schwestern des Ordens von Notre Dame im Alter zwischen 75 und 106 Jahren teil. das Ganze materiell definiert auch wenn mand würde den Abbauprozess im Rah-

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erkannt wird, dass es vom Beobachter abhängt, wie das Beobachtungsergebnis heraus kommt. Der gleiche Erkenntnisschleier wird hier gewoben wie bei der Aussage: «Ich habe Hunderte von Leichen aufgeschnitten und noch nie eine Seele gefunden.» Die Konsequenz dieses materialistischen Denkens ist dann eben der chemische Stoff, den es bloss einzunehmen gilt, um erwünschte Veränderungen herbeizuführen. Weil eben alles Materie ist. Zugegeben – sie sind verführerisch, diese in ihrer Anzahl stetig wachsenden Stu­ dien über die körpereigenen Botenstoffe, die – immer gemäss neuester Forschungen der Hersteller – durch dieses und jenes ihrer Mittel positiv beeinflusst werden können. Wie die Untersuchungen im Einzelnen aussehen ist dabei oft weniger von Interesse für den Anwender. Man ist verständlicherweise um jede neue, erfolgversprechende Tablette froh, welche dem Patienten Hilfe verspricht und einem in der Hilflosigkeit eine Auseinandersetzung mit dem inneren Geschehen erspart.

wegen chronischer Halsentzündung. Ei- heit. Was dabei aber auf seelischer Ebene Ehefrau erzählte mir, dass sie beim ne geschieht ist nicht Gegenstand der Mann sehr oft die «Faust im Sack» ma- Auseinandersetzung und die Wachstums­ chen müsse um nicht zu «explodieren». chance, welche die existentielle ErSie litt an Handgelenksarthrose. Eine schütterung birgt, wird selten zum Geandere berichtete wie sie plötzlich her- genstand des Interesses. Weil eben ausfand, dass ihr Ehemann fremd gehe. bloss die körperliche, also materielle Das sei gewesen wie ein «Tritt in die Ebene abgehandelt wird. Magengrube». Sie suchte mich wegen Lawrence LeShan, Psychoanalytiker, areines Magengeschwürs auf. beitete psychotherapeutisch mehr als fünfNicht immer liegen die Zusammenhän- zig Jahre mit Krebspatienten in den USA ge so klar auf der Hand, denn gerne und ist Pionier auf diesem Gebiet. Er hat geht die Seele verschlungene Wege, die Tausende zumeist Schwerkranke behanerst auf den zweiten Blick erkennbar delt. Zuerst von Kollegen mitleidig beläwerden. Dass das Innere das Äussere chelt ist er mit seinen über 90 Jahren inbe­stimmt, ist eine Tatsache, welcher der zwischen eine anerkannte Kapazität und Volksmund schon immer Rechnung trug. seine Bücher sind eine wertvolle Hilfe. Er weiss, dass etwas «an die Nieren» gehen kann, jemandem «etwas husten» Ich habe lange nicht begriffene, was er möchte, oder dass man an «gebroche- in einem Gespräch meinte als er sagte, dass es auf den Onkologen ankomme, nem Herzen» eingehen kann.

Symptome sind Ausdruck seelischer Kon­ flikte. Krank «sein» ist wie gesund «sein» immer Ausdruck eines Lebenswegs. Wer einmal erfahren oder beobachtet hat was es heisst, Krebs zu bekommen und dadurch in die Mühlen der schulmedizinischen Hilfe zu geraten versteht, was mit Der Zusammenhang zwischen Seele Weg gemeint ist. Die eigentliche Krankund Krankheit bleibt auch gut dreissig heit verblasst geradezu gegen die mons­ Jahre nach dem wegweisenden Werk tröse Apparatur, die in Gang gesetzt wird «Krankheit als Weg» des inzwischen und gegen den Weg, den der Betroffene verstorbenen Thorwald Dethlefsen und unter die Füsse nehmen muss. Zuerst wird seines Mitautors Rüdiger Dahlke, prak- oft operiert. Danach kommen Nachuntisch unberührt. Von den Erkenntnissen tersuchungen, exakt umgesetzte Bestrah­ Lawrence LeShan, Psychoanalytiker eines C. G. Jung ganz zu schweigen. lungs-Pläne, Chemotherapie-Zyklen, Kon­ trolluntersu­chungen mit Laborwerten und wie lange ein unheilbar an Krebs erNoch immer sind es eben ausschliess- bildgebenden Verfahren in Röhren. Tritt krankter Mensche lebe. Doch eines Talich Erreger, die krank machen. Oder ein sogenanntes Rezidiv auf, also ein ges erzählte mir ein Patient von seinem Onkologen, der ihm im Spital bei der Unglück, dass man Krebs bekommt, Rückfall, geht das Ganze von vorne los. Erklärung zur Wirksamkeit von Chemound noch immer haben Unfälle nichts mit der inneren Verfassung der Beteilig- Auf einer oft erst durch den Tod enden- therapie Schautafeln mit Todesraten bei ten zu tun sondern sind dumme Zufälle. den ritualisierten Reise ist der Betroffene diesem oder bei jenem Mittel unter die Dass es zum krank Werden eine ent- ständig auf Achse zu verschiedenen Kli- Nase hielt und eifrig die Zahlen zu den sprechende innere Ausgangslage braucht, nikabteilungen, diversen Fachärzten, un­ Überlebenszeiten dokumentierte. interessiert nicht, weil es unbequem ist. terschiedlichen Therapien, LaborunterSchlimmer noch: Das Hinterfragen und suchungen, Röhren und wartet bange Da verstand ich schlagartig was LeShan meinte. Man stelle sich die Wirkung auf Deuten von Krankheitssymptomen gilt dieses oder ein nächstes Ergebnis ab. die ohnehin in ihren Grundfesten erals esoterisch und abgehoben. Sein ganzes Leben dreht sich nur noch schütterte Seele eines Erkrankten vor, Dabei muss man bloss hinhören, um die um die Erkrankung und er geht damit in wenn Letzterem die Schautafeln des ToSeele an der Arbeit zu sehen. Drei Hilfe- verschiedener Hinsicht einen ganz be- des vorgehalten werden. suchende, denen ich in meiner Praxis stimmten und vorbestimmten Weg. Man zugehört habe: verstehe mich richtig: es gibt oft keine Nicht, dass man den Betroffenen die andere Wahl und nichts liegt mir ferner Wahrheit medizinischen Wissens vorEinem Buchhalter ist wegen seines als diesen Weg einfach zu verdammen. enthalten soll, aber leider sind viele OnChefs «fast der Kragen geplatzt» wie er Schliesslich fanden und finden auf ihm kologen lausige Psychologen, die sich mir erzählte. Aufgesucht hat er mich Viele wieder zu Heilung und Gesund- des immensen seelischen Einflusses auf

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Spiritualität

ihre Patienten nicht bewusst sind. Es geht bei ihnen um die Krankheit, und wenn sie diese so sachneutral wie möglich vermitteln, ist die Aufgabe aus ihrer Sicht erfüllt. Der lebende Mensch oder gar eine Seele lagen in der Ausbildung eben nie auf dem Seziertisch. Als sich die heutige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Alter von 35 Jahren beim Bundespresseamt um eine Stelle bewarb, wurde sie abgelehnt – wegen zu hohen Blutdrucks. Dies erzählte sie in der Talkshow eines Deutschen Senders; «seitdem bin ich in guter, ordentlicher ärztlicher Behandlung», sagte sie anschliessend. Das Studiopu­ blikum klatschte dankbar und Erleichterung war auf den Gesichtern zu lesen. Alles gut also. Ärztliche Behandlung heisst in diesem Fall der lebenslange Einsatz von chemischen Blutdrucksenkern. Dies ist sinnvoll, schliesslich ist hoher Blutdruck schädlich. Wieso aber die Werte zu hoch sind, interessiert eben nicht wirklich. Das Fahrzeug Körper bekommt seine Touren mit Mitteln eingestellt und der Motor läuft nicht mehr zu hoch. Problem gelöst. Wenn der seelische Druck, der hinter dem Gefässdruck steht, überhaupt hinterfragt wird, dann oft unter dem Gesichtspunkt, dass dies halt der Preis für den Erfolg sei und man nichts dagegen tun könne. Die Deutung und damit die

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Bedeutung einer Wirklichkeit, die hinter erkannt wurden. Und wenn man faszidem Erkennbaren am Werke ist, unter- niert auf Placebo oder Nocebo-Effektebleibt gänzlich. Seele spielt weder in Po- schaut, dann ist eben «bloss psychisch», litik, Wirtschaft, Justiz noch im Gesund- also eigentlich nichts Wirkliches. heitswesen eine wirkliche Rolle. Zurechnungsfähigkeit, psychische Invalidität, De­ Dabei sind die Beweise für das Wirken ­pressionen – mit all diesen Äusserungs­ der Seele hinter der Fassade des Materiformen des Seelischen setzt man sich ellen nicht zu übersehen. Schwerkran­ gesellschaftlich auseinander weil man ke werden gesund durch Handauflegen, Verstorbene verraten über Medien, wo zwangs­läufig muss, nicht weil man will. sie den Schmuck vergraben haben, reNatürlich gibt es seit einer geraumen animierte Patienten berichten was sich Weile die Psycho-Onkologie. Studiert während ihres Herzstillstands im Neman jedoch ihre Rolle in der Medizin, benraum ereignete, Kinder erzählen entdeckt man ihr Mauerblümchen-Da- von ihrem letzten Leben und beschreisein sehr rasch. Zu uneinheitlich und ben es nachprüfbar korrekt bis in alle dürftig sind die Konzepte oft, zu sehr re- Einzelheiten; in Träumen werden Botgiert die Hilflosigkeit wenn es um seeli- schaften gegeben, die Ereignisse gesche Anliegen geht. Lieber delegiert naustens voraussagen – die Aufzählung man an die Psychotherapie, wenn es liesse sich lange fortsetzen. eng wird. Das Potenzial welches durch die einseiWir stecken also immer noch in einer tige, dominante Haltung der materiaKultur der hochgradigen Unbewusstheit listischen Weltsicht ungenutzt brachliegt, wird kommende Generationen zu was unsere innere Natur angeht. heftigem Kopfschütteln veranlassen – Auf Seiten des Gesundheitswesens han- so wie uns heute die Rolle der Kirche delt es sich klar eine Geldfrage. Es braucht nach DaVincis geäusserter Ansicht, die Zeit um die Seele zu behandeln und selbst Erde sei rund. In spiritueller Hinsicht bei Erfolg lässt sich nichts wirklich mes- ist die Erde für die Meisten leider auch sen ausser die Begleitumstände eines Le- heute noch eine Scheibe, zwar eine ben und subjektive Aussagen. Auf Seiten seelische, aber an ihrem Rand fällt man der Wissenschaft kann man es sich nicht min­der herunter – weil nach dem ebenfalls nicht leisten, unmessbare Re- Tod al­les «fertig» ist und weil man nie sultate zu liefern. Damit kommt man in Berührung mit der lebendigen Seele nicht zu seiner Professur. Und auf der kam. menschlichen Ebene ist die Seele unbequem, weil man bei der Auseinanderset- Ich sehe aber eine Zeit kommen – in etzung mit ihr wa dem Abstand in dem wir heute zum automatisch Mittelalter stehen – welche den Schritt auch an den zur Erkenntnis des alles bestimmden InSchatten nenlebens gemacht hat. Dann wird errührt. kannt sein, dass nicht nur die Sonne über die Kraft verfügt, alles Leben zu erAus spirituel- möglichen sondern auch die Seele über ler Sicht ist dieselbe Energie verfügt. Wäre das Audie Welt ein ge nicht sonnengleich, es würde beEntwick- kanntlich die Sonne nicht schauen könlungsgebiet, nen – hinter dem Auge steht aber der in welchem geistige Leib, der es dem Auge erst erdie grundle- möglicht zu sehen. genden bestimmenden Faktoren und Website und E-Mail des Autors: Energien www.geist-heiler.ch u noch nicht klaus@spiritheal.com

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D

ie Phantom-Connection – Wissenschaftler untersuchen Materialisationsmedien

Ernst Meckelburg Tulpas – Gesellschafter auf Abruf

sen, die aus dem «Nichts» entstehen und wieder dorthin zurückgeschickt wer­den können? Was ist dann eigentlich Realität?

Alexandra David-Néel, eine französische Buddhistin, die viele Jahre in Tibet Bioplasma – verlängerter weilte und manche Praktiken der ti­be­ tanischen Yogis erlernte, legte in ihrem «Arm» des Bewusstseins Buch With Mystics and Magicians in Tibet einschlägige Erfahrungen nieder. Viele psychokinetische Phänomene – Le­ Sie berichtete ausführlich über die ge­ vitationen, psychokinetische Manipu­la­ heimnisvollen «tulpas», Erschei­nun­gen, tionen, die Beeinflussung von Film- und die lebenden oder auch «ge­dach­ten» Tonbandmaterial (Psychofotos, Ton­band­ Personen oder Gottheiten ent­sprechen stimmen) – lassen sich offenbar auf das Alexandra David-Néel, geborene Louise Eusollen. David-Néel behaup­tete, sie habe Wirken hypothetischer bioplasma­ti­scher génie Alexandrine Marie David (24. Oktober öfters solche «tulpas» ihr bekannter Felder zurückführen. Diese könn­ten 1868 – 8. September 1969) war eine französische Reiseschriftstellerin und ordinierte Persönlichkeiten gesehen, die sich dann durch das psychisch-geistige Prinzip – buddhistische Nonne in Tibet. im Tageslicht vor ihren Augen einfach von welcher Seinsebene her auch im­ auflösten. Während ihres Aufenthaltes mer die Auslösung erfolgt – moduliert in Tibet unternahm sie ein Experiment, und somit indirekt zur Beeinflussung in dessen Verlauf sie selbst einen be­kannter Felder (elektromagne­ti­sche, nes Bioplasma zur Er­zeu­gung eines kurz­­ «tulpa» – einen dicken, kurzleibigen, subatomare oder gravitative) be­nutzt zeitigen antigra­vita­ti­ven Effektes. freundlich dreinschau­enden Mönch – wer­den. Levitatio­nen wären «schuf», der sie auf ihren ausgedehnten z.B. durch den Auf­bau anti­ Reisen quer durch das Land begleitete. gra­vitativer Felder erklärbar. Diese Erscheinung soll unterwegs alle möglichen, ganz alltäglichen Tätig­kei­ D. D. Home. der in Anwesen­ ten verrichtet haben, ohne dass sie sie heit von Zeugen in den USA sogar öfters bei Ta­­geslicht hierzu besonders auffordern musste. levitiert sein soll, beschrieb Professor C. J. Ducasse schildert das Er­ seine Empfindun­gen beim lebnis der Forscherin mit dem Phan­tom­ Aufstei­gen ausseror­dent­lich mönch so: «Allmählich ging mit mei­nem exakt. Seine Experimente Lama eine Veränderung vor. Seine Paus­ lassen den Schluss zu, dass bäckchen wurden schmal, und sein Ge­ bei seinen Le­­vitationen kei­ sichtsausdruck wurde leicht verschla­gen, nes­falls «Elektrizi­tät», wie er ja bösartig. Er wurde im­mer zu­dring­ meinte, sondern Bioplasma­ licher, kurz, er war mir ent­glitten. Eines felder ihre Wirkung ent­fal­te­ Tages sah ein Hirte, der mir Butter ten. brachte, die Erscheinung und hielt sie Durch ständiges Praktizieren für einen Lama aus Fleisch und Blut.» fortgeschrittener Medita­ Frau David-Néel, der die ständige An­ tionstech­niken sollen sich wesenheit des Phantoms allmählich auf ebenfalls Levitationsfähig­ die Nerven ging, beschloss schliess­lich, keiten ent­wickeln lassen. ihre Schöpfung wieder zu vernichten, Dem Autor liegen Au­gen­ was ihr nach eigenen Angaben erst zeugenberichte über Kurz­ nach sechs Monaten gelungen sein soll. levita­tio­nen vor, die in einer Art Trance er­folgten. Wahr­ «Phantome», die für jeden sichtbar sind, scheinlich stimuliert der materialisierte, selbständig agierende Levitie­ren­de auf rein psy­ «Wesen» – Dinge, die sich anfassen las­ chischem We­ge kör­per­eige-

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das unter anderem auch Materia­lisa­tio­ nen hervorbringen konnte, muss die­ses Kältegefühl besonders unangenehm emp­funden haben. In einer seiner Ver­ öffentlichungen heisst es: «Eines Abends, als unser Zirkel beisammen sass, schien das ganze Zimmer eisig kalt zu werden und vor mir zu schwinden – ich verlor das Bewusstsein. Als ich langsam in den Wachzustand zurückkehrte, erfuhr ich, dass verschiedene Wesen durch mich gesprochen hatten.» Auf die Konsistenz seiner Materia­li­sa­ tionen angesprochen, meinte Flint: «Die­ se Materialisationen waren völlig fest und solide; man konnte sie anfassen und sehen. Sie pflegten im Teilneh­mer­ kreis umherzugehen und … zu spre­chen. Ich war nicht in Trance und fühlte eisige, steifmachende Kälte, wenn sich die Ge­ stalten bildeten…»

Zu welchen Leistungen psychisch-bio­ plasmatische Felder fähig sind, veran­ schaulicht ein Vorfall, der sich im No­ vember 1972 in einem Krankenhaus der italienischen Provinz Nuoro zuge­tragen haben soll. In Gegenwart des da­mals achtjährigen Eugenio Loi, eines sonst völlig normalen Jungen aus Ba­risardo, der dort wegen einer virulenten Leber­ entzündung eingeliefert worden war, kam es häufig zu bislang uner­klärlichen

Vorfällen. Aus dem Fuss­bo­den des Kran­ kenhauses quoll, immer wenn sich der Junge in einer Art Tran­cezustand be­ fand, kristallklares Wasser, das keinerlei Verunreinigungen enthielt. Dabei spiel­ te es keine Rolle, wo sich Eugenio ge­ rade befand: auf der Kinder­station, in der Augen- oder psychischen Abteilung des zum Teil ganz neuen, völlig tro­ ckenen Klinikgebäudes. Se­kun­den vor dem Auftreten dieses Phä­nomens konn­ te der Junge Ärzte und Schwestern auf die bevorstehende Ma­nifestation auf­ merk­sam machen. Eugenio wurde von den dortigen Ärzten eingehend untersucht. Schliesslich kam man zu der Feststellung, dass es sich hierbei um ein wissenschaftlich nicht er­ klärbares, paranormales Phänomen han­ deln müsse – um Materialisationen.

En Hauch von Kälte

Provinz Nuoro in Italien

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In unmittelbarer Nähe materialisierter Objekte und anderer psychisch-bioplas­ matischer Manifestationen wollen Me­ dien und Séanceteilnehmer gelegentlich einen kühlen Hauch, ja sogar eisige Kälte verspürt haben. Ob es sich hierbei um subjektive oder objektive Empfin­ dungen handelte, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Viel­ leicht ist beides zutreffend. Das be­ rühm­te englische Medium für so ge­ nann­te «direkte Stimmen», Leslie Flint,

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Auf was könnte dieses Kälteempfinden, falls es objektiver Art ist, zurück zu führen sein? Ist es vielleicht so, dass zur Beeinflussung des Bioplasmas und da­ mit indirekt auch zur Mobilisierung elek­tromagnetischer oder anderer Fel­ der mittels psychischer Wirkfaktoren Energie verbraucht und diese irgendwo abgezapft wird? Damit Materialisationen zustande kom­ men, müsste zum Ausformen des Bio­ plasmas, d.h. zum «Auskristallisieren» der feinstofflichen Matrix, unserem Uni­ versum zunächst Energie entzogen wer­ den. Von nichts kommt nichts. Wo aber Energie abgezogen wird, entsteht ge­ mäss dem «Satz von der Erhaltung der Energie» (Energiesatz) ein Energie­defi­ zit. Es kommt an diesen Orten zur Ver­ langsamung der Molekularbe­we­gung und damit zum Absinken der Umge­ bungstemperatur. Sollte dieses Kälteempfinden nur sub­ jektiver Art sein, so wäre es durchaus möglich, dass wir während der hier ge­


Parapsychologie

schilderten Manifestationen mit unse­ rem feinstofflichen Leib in einen höher­ dimensionalen Schwingungszustand ge­ raten, der uns die dreidimensionale Um­ gebung, in der wir bewusst leben, «kalt» erscheinen liesse. Bei Materialisationen verwischen offenbar die Grenzen zwi­ schen subjektivem und objektivem Emp­­finden. Temperatur­messinstrumen­ te registrieren hier nur die objektiven Werte. Materialisationsphänomene gehören kei­ nesfalls der Vergangenheit an. Auch heute kommt es im Verlaufe von Sé­an­ rend der Geist Gestalt annahm, fiel das cen gelegentlich noch zu so genannten Tuch herunter. Sofort verschwand die physikalischen Manifestationen, die de­ Er­scheinung wie­der, die Stimme brach nen aus früheren Tagen offenbar in ab, und das Medium fing an zu stöhnen. Einige der Anwe­senden bemüh­ten sich nichts nachstehen. um Ma­chedo und gaben ihm Be­strei­ Während der Sitzung mit dem vor ei­ni­ chungen. Plötzlich merkten sie, dass er gen Jahren verstorbenen ameri­ka­ni­schen von der Taille ab­wärts ent­ma­terialisiert Medium Ray Burns soll sich sogar der war. Sein Schlaf­anzug war da, aber sein grosse Literat Walt Whitman (… 1892) Körper setzt sich einfach nicht fort… gezeigt haben. Reverend Rowland F. Nye Dann verkün­dete die Stim­me des Geist­ von der Episcopal Church berich­tete: wesens José Grosso, dass Fabio in der «Whitman kam mit wehenden weis­sen Tat in seiner unteren Kör­perhälfte ent­ Haaren und offenem Hemd. Ich er­ materialisiert sei und dass die Hilfs­ kannte ihn sofort und stellte ihn den quellen für seine ‚Reinte­grierung’ ent­ übrigen Séanceteilnehmern vor. Wäh­ weder als Staub im Zimmer verteilt oder rend er sie begrüsste, stand er in der aber als Fäden vom physischen Leib ge­ Mitte des Raumes, in Höhe des Lichtes, trennt worden seien {dies ist sicher nur so dass wir ihn alle gut sehen konnten. bildlich zu verstehen; der Verf.}. Diese Nach einigen Grussworten ging er lang­ Hilfsquellen, meinte Grosso, wür­den sam zurück ins Kabinett.» Die Voll­ma­ sich bemühen, den Raum wieder zu har­ terialisation war nach Burns’ An­gaben monisieren…» in vorangegangenen Sitzungen bereits Die Prozedur nahm fast eine Stunde in angekündigt worden. Anspruch; dann war Fabio wieder «kom­ Nadia Radowitz berichtete in Lady Lind­ plett». Aber das war noch nicht alles. Im says phantastische Phänomene über Zuge der Rematerialisation seines Unter­ den ehemaligen Tierfilmstar Michaela körpers war auch eine Operationsnarbe Dennis, der nicht nur Möbel levitieren verschwunden, die von einem Unfall und Materialisationen hervorbringen, son­ herrührte, den er als Kind erlitten hatte. dern sogar Personen partiell oder total Es war, als hätte sie ein geschickter verschwinden lassen kann. Das Medium kosmetischer Chirurg im Verlaufe der will unter anderem Fotografien besitzen, Reorganisation der Kör­perzellen um das auf denen zur Hälfte dema­terialisierte Kraftfeld des dyna­mischen feinstoff­li­ Personen zu er­kennen sind. Über ähn­ chen Leibes einfach wegoperiert. liche Dema­te­ria­lisationen, die das bra­ silianische Me­dium Fabio Ma­cheda be­ Zeitgenossen des zuvor erwähnten Arz­ wirken konn­te, berichtet Guy L. Play­fair tes Albert von Schrenck-Notzing – unter in seinem spannenden Buch Phan­tas­ ihnen der Schweizer Psychologe Pro­ tische Psi-Phänomene: «Jemand hat­te fessor Théodore Flournoy, der Philosoph ein Tuch über die beleuchtete Sikala Eduard v. Hartmann, der italienische des Plat­ten­spielers ge­worfen, und wäh­ Pa­rapsychologe Conte Cesare B. di Ves­

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me, ein deutscher Physikprofessor na­ mens Ostwald und Privatdozent Dr. Ko­ tik aus Moskau – hielten aufgrund der mit verschiedenen Materialisations­me­ dien gesammelten Erfahrungen die spi­ ritualistische Hypothese für abwegig. Kotik nahm an, dass «eine psycho­phy­ sische strahlende Energie im Moment des Denkens im Gehirn ausgeschieden wird und auf ein Stück Papier übergehen kann, dort erhalten bleibt, um dann bei Personen mit besonderen Eigenschaften die gleichen Vorstellungen im Gehirn hervorzurufen». Diese Energie besitzt nach Kotik psychische und physikalische Eigenschaften. Sie kann z.B. an der Ober­fläche des Körpers gesammelt, ab­ geleitet oder absorbiert werden usw. Als Aufnahmeort bezeichnet er das Unbe­ wusste. Seiner Auffassung nach geht das Denken mit dem Ausströmen von «Gehirnstrahlen» einher, «die ein gros­ ses Penetrationsvermögen besitzen und aus einem psychophysischen Ele­ment mit einem geringen Durch­drin­gungs­ver­ mögen sowie einem rein psy­chischen be­stehen». Bei diesem Phäno­men han­d­ le es sich, wie es der be­kannte polnische Philosoph und Psycho­loge Julian Ocho­ rowics ähnlich formulierte, um eine psy­ chophysische Emanation, die – so ei­ne da­mals ansprechende Analogie – mit der

Julian Ocho­rowics (1850-1917)

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Parapsychologie

radioaktiven Strahlung vergleichbar wä­ re. Kotik glaubte, dass die Ent­de­ckung dieses geheimnisvollen Agens viele Phänomene des Spiritualismus er­klären könnte. Die Frage nach der Herkunft von Materialisationsphänome­nen – ob ihre Ursachen im Animistischen oder Spiritualistischen, vielleicht sogar in bei­den wurzeln – blieb bisher jedoch noch unbeantwortet. Möglicherweise werden wir mehr wissen, wenn uns auch auf erweitert physikalischem We­ ge die kontrollierte, indirekte Beeinflus­ sung feinstofflicher Energiefelder (Bio­ plasma) gelingt. Vielleicht sind wir der Lösung dieses Rätsels schon näher, als wir ahnen. So könnten z.B. besonders starke pulsierende elektromagnetische Felder, mittels Lasertechniken gestörte Gravitationsfelder (Gravitationswellen), aber auch biophysikalische Systeme zur reproduzierbaren «Durchlöcherung» der «Trennwand» zwischen unserer Welt und anderen Realitäten, zur Stimulie­ rung eines Resonanzeffektes beitragen, was einer Ankoppelung an bestehende physikalische Einrichtungen gleich­kä­ me. Erst durch die Realisierung solcher Zustände dürften wir die eigentlichen Ursachen der Entstehung von Gebilden aus dem «Nichts» – einschliesslich der vollmaterialisierter Wesen – erkennen. Dann erst wären Vorgänge innerhalb einer universellen, auch bioenergetische und paranormale Phänomene mitein­be­ ziehenden Physik für uns verständlich. Und diese Physik reicht mit ihrer Stoff­ lichkeitsdefinition offenbar weit über das uns bekannte elektromagnetische Spektrum hinaus. Sie transzendiert im wahrsten Sinne des Wortes und findet in einer Art «Superspektrum», das alle möglichen paranormalen Bewirkungen beinhaltet, ihre Fortsetzung.

Fred Hoyles Superspektrum Voodoo, Schwarze Magie, aber auch meditative Versenkungsmethoden und andere esoterische Praktiken zielen letzten Endes doch alle auf die Be­geg­ nung mit dem Supranormalen, auf die Beherrschung der Elemente des «Super­ spektrums» ab. Die von okkulten Grup­ pen praktizierten Riten zum Her­bei­füh­ ren geistiger Kundgebungen bil­den nur

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bislang noch unbe­kannten «Umformer­ station» beim Über­gang in unsere Rea­ lität – unser Uni­versum –, eine Fre­quenz­ umwandlung… hyperschnelle, feinstoff­ liche Energie­schwingungen werden ver­ langsamt… sie verdichten sich immer mehr, um schliesslich die Konsistenz grobstoff­li­cher, grobatomar aufgebauter Gebilde anzunehmen.

Fred Hoyle

Daher ist es völlig unlogisch, von «kleins­ ten Bausteinen unserer Materie» zu spre­ chen – es gibt nur Übergänge vom Feinzum Grobstofflichen und um­gekehrt.

den äusseren Rahmen dieses Gesche­ hens. Was zählt, ist einzig und allein die während des Zelebrierens dieser Riten kollektiv entwickelte psy­chische Ener­ gie die durch zeremonielle Akte le­dig­ lich gesammelt, verstärkt und fokussiert wird. Entzieht man dem hy­pothetischen Superspektrum unkon­trol­liert Energien, so kann es zu des­truk­tiven Erschei­nun­ gen, zur geistigen Ver­wirrung und Be­ sessenheit, ja selbst zur Vernichtung des Praktizierenden kom­men. Für die verheerende Wirkung planlos aufge­ nom­mener Transenergien gibt es gerade in jüngster Vergangenheit zahlreiche abschreckende Beispiele, vor­­wiegend in der Drogenszene.

Der bekannte deutsche Physiker Burk­ hard Heim erkennt im Raum eine ab­ solute Grösse, dessen «dynamische Struk­ ­turflüsse im mikroskopischen Be­reich erst sekundär Materie bilden». Ein phan­ tastischer Gedanke drängt sich uns auf. Der Mensch und seine Umwelt, die Erde, unser Sonnensystem, das Uni­ver­ sum – alles, was jemals existierte, was bis zum Ende aller Tage an Materiellem und Geistigem noch hervorgebracht werden wird: Ist diese «Superschau» vielleicht nur eine materialisierte Ge­ dankenkette eines ultradimensionalen Wesens, vielleicht die eines Kollektiv­ wesens? Fred Hoyles «Supermind» – die­ ses undefinierbare, multidimen­sio­na­le, noetische Abstraktum, das uns alle samt Jeder okkulte oder religiöse Bezugs­rah­ und sonders zu dreidimensionalen Fa­ men enthält unterschiedliche Erklä­run­ cetten eines ultimaten Bewusstseins gen für paranormale Manifestatio­nen: wer­den lässt, ist es bare Fiktion oder Religiöse Gemeinschaften erflehen den letztlich doch gar Realität? Realität – Beistand eines höheren Wesens (Gott) was aber ist das? und der ihm untergeordneten «himm­li­ schen Schutzmächte», (schwarz-)magi­ sche Zirkel bemühen schon mehr Dä­ monen und mächtige «Geister», Spi­ri­tua­ listen hingegen beschwören die Schatten der Verblichenen usf. Trotz stark diver­ gierender kultischer Gepflo­gen­heiten und Glaubensgrundsätze bleibt im Grun­de genommen das Ziel immer das gleiche: die Evokation transzendenter Energien, Kräfte und/oder Entitäten. Personen mit medialen Fähigkeiten – im Prinzip wir alle – sondieren mit ihren bio­plasmatischen Tentakeln höher­di­men­­­ sionales Terrain – das Super­spektrum. Die dort aufgenommenen feinstofflichen Nächste Folge: Psi-Lift – Gravitation un­ Energien erfahren, nach Passieren einer ter Kontrolle u

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Masterplan für ein neues Denken Andreas Priesemuth Lichterscheinungen Was genau sind Lichterschei­nungen? Kann es so etwas wirklich geben? Ist das nicht alles nur purer Zufall oder gar Einbildung? Wenn Sie diesen und anderen Fragen auf eine bodenständige, fundierte und unesoterische Weise auf den Grund gehen wollen, kann Ihnen dieses Büchlein die richtigen Anstösse geben. Bis 2010 beschäftigte sich Andreas Priesemuth, von Beruf Ingenieur, mit ganz anderen als mit «solchen Dingen». Dann schoss er einige Fotos, mit seinem Handy, an einem See. Als er sie genauer betrachtete, machte er eine merkwürdige Entdeckung: Es zeigten sich Objekte, die in der Realität, in der Natur zuvor nicht sichtbar gewesen waren. Dabei kann es sich nur um eine Spiegelung, eine Reflexion handeln, könnte man meinen.
Dass dies nicht der Fall ist und wie die Ursachen und Hintergründe für solche und andere Phänomene aussehen, davon erzählen diese Seiten.

Begleiten Sie Andreas Priesemuth auf seiner aussergewöhnlichen Suche nach der Wahrheit hinter den Dingen und profitieren Sie von zahlreichen interessanten Erfahrungen, die er dabei gewinnen konnte:

Lassen Sie sich überraschen… irritieren… inspirieren! Auf seiner Website www.lichterscheinungen.ch schreibt Andreas Priesemuth: «Vor zwei Jahren entdeckte ich auf mehreren Fotos merkwürdige «rosa Bereiche». Meine erste Reaktion darauf war: Entweder sind das Lichtreflektionen – oder jemand hat mir einen Streich gespielt. Da es da­ für jedoch keine Anzeichen gab und mich das derart beeindruckte, dass es mich nicht mehr los liess, be­ gab ich mich auf die Suche nach Antworten. Dabei stiess ich in einem Laden, der auf esoterische Litera­ tur spezia­lisiert war, auf das Buch ‚Sommer mit Sirius’ von Manuela Melcher. Es handelt von einem persön­ lichen Begleiter der, nun ja, sagen wir «nicht von die­ ser Welt» ist.

Ich erinnere mich noch gut an folgen­ de Zeilen und zitiere frei nach Manuela Melcher aus ihrem Buch ‚Sommer mit Sirius’:

In den letzten Jah­ ren kam immer mehr Licht auf diese Welt. Und in den nächsten Jahren wird das Licht noch intensiver! Es ist pure Liebe, die da kommt. Es sind Schwingun­ gen der Liebe. Sie sind so hell, dass sie als Licht in Er­ scheinung treten können. Um dein Ziel zu erreichen, musst du die Leiter hinauf steigen. War es das, was auf diesen Fotos so deutlich zu sehen war, dass man es weder leugnen noch ignorieren konn­te? Und was

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Spiritualität

sollten diese Worte nun genau bedeu­ ten? Haben wir alle einen geistigen Be­ gleiter? Sind wir alle miteinander ver­ bunden? Kann jemand Fremdes sehen, was wir den ganzen Tag über so tun und denken? 

Und was machen wir jetzt da­ mit? Gibt es etwas, an das wir uns erin­ nern sollten? 

Wollen Sie die beste Ant­ wort wissen, die ich bis jetzt auf diese Fragen gefunden habe?

Für viele ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass wir von Haus aus geistige Wesen sind, Ihnen bis dato noch fremd waren, dann mit einer unendlichen Liebesfähig­keit sind Sie auf der richtigen Spur: Dann und Schöpferkraft. Allein mit unseren sind Sie offen, sich inspirieren zu lassen, Gedanken können wir unsere Realität er­ und so kann Neues in Ihr Leben tre­ schaffen – am Anfang von allem ist im­ ten.

Noch heute beschäftige ich mich mer der Gedanke, die Idee. 

Es liegt an jeden Tag aufs Neue mit diesen und an­ uns, was wir daraus machen! Dafür dür­ deren faszinierenden Themen und Phä­ fen wir uns erst einmal öffnen. Und uns nomenen. Dabei stosse ich immer wie­ dann bewusst machen, wie machtvoll wir der in neue Gebiete vor und entdecke folglich sind und welch unbeschreiblich Dinge, die andere noch als Zufalls-Phä­ gros­se Potenziale in uns schlummern. nomene begreifen, die mir jedoch ganz Wir alle sind auf dieser Erde, um Gefüh­ deutlich zeigen: Ja, das stimmt! Das ist, le zu fühlen – die ganze Palette, von an­ was der Wahrheit meines Herzens ent­ genehm bis unangenehm. Damit gewin­ spricht. 

Was sagt Ihr Herz dazu?» nen wir an Erfahrungen in einer Welt, die durch Polarität geprägt ist, die uns – Zum Titelbild und zum Untertitel «Plan – blieben wir die geistigen Wesen, die wir Do – Create – Achieve» seines Buchs sind – verwehrt wären. Wenn, ja wenn wir schreibt Andreas Priesemuth: dazu nicht einen Trick angewandt und uns einen physischen Körper ausgesucht hät­ «Werde ich gefragt, wie Ingenieure ti­ ten.

Betrachten wir vor diesem Hinter­ cken, fällt mir nur eins dazu ein: PD­ grund noch einmal genau die Lichterschei­ CA. 
Was soviel bedeutet wie:

PLAN • nungen auf den Fotos…
 dann kommen DO • CHECK • ACT

Wir planen etwas wir – und das wäre nur logisch und kon­ (PLAN), tun etwas damit (DO), kontrol­ sequent – zu dem Schluss: Ja, das macht lieren das Ergebnis (CHECK) und wenn das Gewünschte nicht erreicht worden Sinn! Da könnte was dran sein.

 ist, schreiten wir zur Tat und wenden Ob es nun wirklich so ist, darf jeder für korrektive Massnahmen an (ACT). Ein sich selbst entscheiden und dabei in Kreislauf, altbekannt und doch starr zu­ sein Innerstes hinein fühlen. Dort ken­ gleich. Aber funktional!

Dieser Kreis­ nen wir die Antwort auf all unsere Fra­ lauf, nach dem so viele Ingenieure zu gen. Ich vermag nicht zu beurteilen, was denken und zu arbeiten gewohnt sind, Ihre Wahrheit ist, und das ist auch nicht inspirierte mich zum Titel meines ersten mein An­ Buches:

Masterplan für ein neues Den­ spruch. Wenn ken. PLAN • DO • CREATE • ACHIE­ Sie in mir aber VE

Lassen Sie sich das einmal auf der jemanden seh­ Zunge zergehen.

Sehen Sie den Unter­ en, der es ver­ schied? Früher planten wir, stur und steht, Gelern­ funktional. Wir machten, wir kontrollier­ tes in die ten und wir korrigierten. Jetzt aber kre­ Praxis umzu­ ieren wir etwas in unserem Geiste: Eine Vision, die wir lieben und wir gehen setzen, der in Bereichen den nächsten Schritt. Bis wir erreichen, neue Wege wonach sich unser Herz sehnt. Hier: beschreitet, die PLAN • DO: Planen • Machen.
Dort: 
 Andreas Priesemuth

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CREATE • ACHIE­VE: Kreieren • Errei­ chen

Die meisten von uns werden dem zustimmen: KREIEREN schafft Freiraum. So entsteht eine Vision, für die sich der volle Einsatz lohnt. Und das wiederum setzt ungeahnte Kräfte in uns frei! Vor­ ausgesetzt, wir sind bereit, aufzuhören, die Dinge lieblos und geringschätzig zu betrachten. Soviel zum Titel des Bu­ ches. 

Doch wie passt die Abbildung der geometrischen Figur, des Dodekae­ ders dazu? 

Im Rahmen meiner Arbeit mit der Kreativ-Mentorin Claudia Racké stiess ich auf ein besonderes Buch, das zu lesen Sie mir empfohlen hatte: «Das Dodekaeder und die fünfte Herzkam­ mer», geschrieben von Jeanne Ruland. ‚Das gehört auf die Titelseite!’, höre ich Claudia heute noch sagen.

Im Buch er­ fuhr ich, dass jeder Mensch eine Art ‚Schöpfer-Kopie’ in seinem Herzen trägt. Zahlreiche Bilder und Schnittansichten machten dies deutlich. Besonders die Skizze einer Seitenansicht des Dodekae­ ders machte mich stutzig. Sie zeigte sechs Eckpunkte. 
Schauen wir uns noch einmal die Sonne auf dem Foto (auf der Website) an, das ich zufällig machte: Ganz deutlich se­hen wir auch hier sechs dunkle Punkte. Immer wieder hatte ich mich gefragt, was wohl diese Punkte sei­ en. Mich hatten sie immer an ein Kugel­ lager erinnert. War das wieder so ein Zu­ fall, oder steckte mehr dahinter?

Sie müssen das jetzt nicht glauben, aber Claudia Racké hatte zu der Zeit, als sie mir das Dodekaeder-Buch empfahl, noch kein einziges Foto von mir vorlie­ gen. Als Aussenstehender kann man da nur an puren Zufall glauben. Als mir das Buch vorlag und sich mir die Zusam­ menhänge offenbarten, rief ich sie an: ‚Claudia, du hast vollkommen Recht! Das Dodekaeder gehört auf die Titelsei­ te!!’, denn ich sah nun völlig klar, wes­ halb sie mir genau dieses Buch zu ge­ nau dieser Zeit in genau diesem Kontext empfohlen hatte Ohne das Kreativ-Men­ toring mit Claudia Racké wäre es mir nicht gelungen, die Dinge in ihrer Kom­ plexität zu erfassen und so genau auf den Punkt zu bringen. Nicht ohne Grund zählt Claudia zu den führenden KreativMentoren im deutschsprachigen Raum. Bis heute bin ich für ihre grossartige Leistung und ihren Esprit von Herzen dankbar!» TB, 79 S., CHF 19.80, ISBN 978-3-03727038-7, Brunner Verlag u


Das Schwerpunktthema Die «Alchemie», Alchemisten ge Physikkenntnisse voraus und ist sehr anspruchsvoll, obschon der Autor die Thematik vereinfacht hat. Er schreibt: «Rein mathematisch ist eine Sekundar­ Jede Entdeckung, jede Erfindung unterbildung erforderlich, aber an ein tiefe­ liegt im Laufe der Zeit unvermeidlich res Niveau kann ich mich nicht wenden. folgenden drei Urteilen: Das zweite – eigentliche – Schwerpunkt­ Naturwissenschaft ist hier nicht weiter thema dieser Ausgabe – Das gefüllte vereinfachbar, ohne völlig falsch zu wer­­ 1. Das ist unmöglich, falsch, widernatürlich. Vakuum, wo sich Naturwissenschaft den.» und Spiritualität begegnen – setzt eini2. Später, gleich ob einem Monat oder fünfzig Jahre später. auf jeden Fall ist es praktisch nicht brauchbar. 3. Später, wenn die Neuerung anerkannt ist: Das kennt man schon lange. Das ist nichts Neues! Die Alchemie und besonders die Verwandlung der Metalle durch den berühmten Stein der Weisen, das Wunderpulver oder andere Prozeduren, mit dem Ziel Gold herzustellen, liegt zwischen der ersten und zweiten Beurteilungskategorie. Selbst wenn die Mehrheit der Wissenschaftler noch nicht zugibt, dass man Blei, in Gold verwandeln kann, so scheinen wir doch allmählich zu einer den Alchemisten sehr nahen Einsicht zu gelangen. Für die Alchemisten waren alle Dinge, war alle Materie nur Vibration und Schwingung, also im Wesentlichen lebendig und wandlungsfähig. Man brau­che die Schwingungen folglich nur zu verändern oder zwischenzuschalten, um eine Verwandlung zu erreichen. Die Wissenschaftler sind in der Lage, dies bei bestimmten Stoffen durchzuführen; die Alchemisten glauben, sie könnten mit jeder Materie so verfahren. Gibt es oder gab es Menschen, denen diese Verwandlung gelang? Es scheint so: sowohl heute als auch in der Vergangenheit. Was kann man über die grossen bekannten Alchemisten sagen? (Natürlich gibt es solche, von denen nie jemand etwas erfahren hat und die möglicherweise die schönsten Erfolge erzielt haben.) Auf den heiligen Albert des Grossen, seinen Schüler Thomas von Aquin, Roger Bacon, Arnaud de Villeneuve, die beiden Isaak, Pic de la Mirandola und

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George Langelaan

das in der letzten Nummer angegeben wurde, ist bereits ausführlich in der Ausgabe 6/04 behandelt worden (s. Bild unten). Trotzdem wollen wir hier einige Alchemisten vorstellen.


Paracelsus wollen wir nicht eingehen, auch nicht auf alle die Anderen, denen das grosse Werk gelang und die wahrscheinlich nichts durchsickern liessen.

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Nicolas Flamel und das Buch des Juden Nicolas Flamel, ein kleiner, bescheidener Stadtschreiber aus dem Paris des 14. Jahrhunderts, erlebte eine höchst sonderbare Geschichte. Er war ein angesehener Mann, denn er hatte ein eigenes Haus in der Rue des Ecrivains, nahe bei der Kirche Saint-Jacques-de-la-Bonderie. Auch besass er die nötigen Vollmachten, um Inventurlisten auszustellen, Kontenabschlüsse zu tätigen und die Rechtsgültigkeit der Ausgaben von Vormündern und Minderjährigen zu bezeugen. Nicolas Flamel erzählt selbst in schlichten Worten, wie er eines Tages für zwei Florins ein vergoldetes Buch kaufte, «das schon ziemlich alt und sehr gross» war. Es war weder aus Papier noch aus Pergament, sondern aus Baumrinde mit einem Ledereinband. Es war das Werk eines gewissen «Abraham der Jude», Prinz, Levit und Philosoph, der sich offensichtlich an alle armen und unterdrückten Juden wandte und ihnen erklärte, wie sie Metalle verwandeln könnten, um die ständigen Tribute an die «römischen Kaiser» zu bezahlen. Ni-

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colas las dieses geheimnisvolle Manuskript zu wiederholten Malen und erkannte, dass der Autor alle notwendigen Erklärungen gab bis auf eine Ausnahme: die primär wirkende Kraft. Er verstand auch den zweiten Teil des Werkes über eine andere Materie, aber wir werden nie erfahren, worum es sich hierbei handelte, denn Nicolas Flamel war der Meinung, Gott würde ihn strafen, wenn er dies verriet. Es besteht jedoch die Vermutung, dass es sich um die Macht über andere Menschen durch Gedankenlesen handelte. Nicolas Flamel vertraute sich seiner Frau Pernelle an und beschloss, um jeden Preis einen jüdischen Wissenschaftler zu finden, der wenigstens wüsste, worin diese primär wirkende Kraft bestände. Zu diesem Zwecke musste er nach Spanien reisen, denn Spanien war das einzige Land, wo er in den grossen jüdischen Synagogen Wissenschaftler antreffen konnte, die mit der Materie vertraut waren. Weil er, wie wir heute sagen würden, einen Vorwand brauchte, gab er sich als Pilger aus, und versehen mit einer Geldkatze in Form einer Muschel machte er sich auf den Weg nach Santiago in Galicien. Er sagt nicht, wie lange seine Reise gedauert hat; wahrscheinlich ein Jahr oder auch zwei. Auf seiner Rückkehr jedenfalls machte er einen Abstecher nach dem Süden und hatte das Glück, einen jüdischen Arzt kennenzulernen, der zum Christentum übergetreten war und sich sehr gut auf dem Gebiete der Sublimierung auskannte. Flamel zeigte ihm einige Auszüge aus dem Buch des Abraham, das er sorgfältig abgeschrieben hatte. Maître Canches, medizinischer Gelehrter, geriet beim Anblick der Texte in Begeisterung. Nun ging es darum: Wer von beiden war der Gerissenere? Der Meister wollte wissen, ob dieses Werk, das man schon verloren glaubte, noch existiere. Schlau antwortete Nicolas in lateinischer Sprache (der einzigen Sprache, in der die beiden Männer sich verständigen konnten), er hoffe die Spur wiederzufinden, sobald ihm nur jemand die ersten Rätsel lösen könne. Der Meister begann seine Erklärungen, ging aber nicht sehr weit damit. Nicolas schürte die Spannung und erklärte, er habe das Werk gesehen. Nach vielem Hin und Her und nachdem sie Bruchstücke von Informatio­ nen gegen Bruchstücke von Erklärun-

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gen ausgetauscht hatten, kamen sie überein, dass Nicolas Flamel den Gelehrten mit nach Frankreich nehmen solle, wo sich das so heiss gesuchte Werk befände. So machten sich die beiden Männer mit dem Schiff auf die Reise. Flamel beschreibt, dass sie eine glückliche Fahrt hatten und «schon zu Beginn der Reise hatte er mir die meisten meiner mathematischen Figuren sehr genau erklärt oder zumindest bis zu dem Punkt, bei dem für ihn die grossen Geheimnisse anfingen…» (von diesem Punkte an gab es für Flamel keine Unbekannten mehr). Als sie jedoch in Orléans eintrafen, erkrankte unser Gelehrter. Eine eigenartige Krankheit, die sich in Erbrechen und Koliken äusserte. «Es war, als ob das Erbrechen, unter dem er während der Seereise gelitten hatte, andauerte», meinte Flamel, der inzwischen alles erfahren hatte, was er wissen wollte und zweifellos keinen Wert darauf legte, über seine eigenen Erkenntnisse zu sprechen. Krank­heit? Mord? Man kann allerlei Vermutungen anstellen. Fest steht jedenfalls, dass der Gelehrte kaum eine Woche nach der Ankunft in Orléans «als guter Christ» gestorben ist. Nachdem Nicolas ihn dort beigesetzt hatte, reiste er allein weiter nach Paris, wo ihn seine treue Pernelle erwartete. «Durch die Gnade Gottes und die Fürsprache der Heiligen Jungfrau und des heiligen Jakobus und Johannes» und ohne Zweifel auch dank seiner Schlauheit hatte Nicolas «die ersten Bestandteile» in Erfahrung gebracht. Es fehlte ihm lediglich die Ausgangsmaterie für seinen Versuch, aber Flamel liess sich dadurch nicht entmutigen und machte sich an die Arbeit. Über drei Jahre lang experimentierte er, und schliesslich fand er sie. Hier sein Bericht: «Es war der 17. Janu­ ar im Jahre 1382, ein Montag, ungefähr um die Mittagsstunde, als ich mit Per­ nelle allein in unserem Hause war, da gelang mir mit Hilfe des roten Steins die erste Verwandlung in eine gleich grosse Menge Quecksilber, dabei habe ich mich Wort für Wort nach meinem Buch ge­ richtet. Und am folgenden 21. April, als ich wiederum mit Pernelle allein in un­ serem Hause war, gegen fünf Uhr abends, verwandelte ich die gleiche Menge in reines Gold, das weicher und reiner war als das übliche Gold.»


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schenk, kein Verkauf, und da es zwischen den beiden Männern niemals zu einem Geschäft irgendwelcher Art kam, muss man sich fragen, welches Interesse der Gast gehabt haben könnte, Helvetius zu betrügen. Aber verfolgen wir weiter den Bericht des prinzlichen Arztes: «Er gab mir ein Stück, nicht grösser als ein Senfkorn, und tat dabei, als ob es sich um das grösste Geschenk auf Erden handle. Als ich bezweifelte, dass dies ausreichend sei, um auch nur vier Blei­ körner zu verwandeln, bat er mich, es ihm zurückzugeben. Ich tat es in der Hoffnung, er würde es mir gegen ein grösseres Stück austauschen; er jedoch teilte dieses winzige Stückchen mit sei­ nem Daumen in zwei Teile, warf eine Hälfte fort, gab mir die andere zurück und sagte: ‚Sogar dies genügt für Sie’.» Helvetius war sehr enttäuscht, denn er war überzeugt, dass er mit einer so winzigen Menge nichts anfangen könne. Sein Gast sagte ihm jedoch, dass sich damit mehr als eine halbe Unze Blei in pures Gold verwandeln liesse. Aber noch wusste Helvetius nicht, wie er vorgehen musste, denn er hatte bereits eine Enttäuschung erlebt. «Ich gestand, dass ich ihm während sei­ nes letzten Besuchs, als ich das kostbare Elfenbeinkästchen in der Hand hielt, ei­ nige Splitter des Steins entwendet und

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Und so waren also Nicolas und seine ein hervorragender Chemiker seiner Zeit Frau Pernelle reich. Da sie grosszügige, und veröffentlichte im Jahre 1667 einen aber auch kluge Menschen waren, bau- sehr ausführlichen Bericht über erfolgten sie neue Kapellen und liessen ande- reiche Transmutationen. Auch in diesem re wieder restaurieren. Für die Armen Bericht findet man einen Funken Wahrliessen sie Unterkünfte errichten und heit, der nicht trügt. Helvetius erzählt, nicht weniger als vierzehn Krankenhäu- wie ihn am Morgen des 27. Dezember ser bauen. Die Ungläubigen erklärten 1666 ein Unbekannter aufsuchte, ein (und erklären auch heute noch), dass Mann in schlichter Kleidung, jedoch von Nicolas Flamel ein begüterter Mann gekünsteltem, sogar hochmütigem Gewar, der sehr gute Geschäfte und Geld- baren. Nach einigen Höflichkeitsfloskeln anlagen gemacht hatte. Begütert? War- bat der Unbekannte um eine besondere um? Wieso? Sie wissen es nicht und wol- Unterredung. Er erklärte, man nenne ihn len auch nichts darüber hören. Eine den Künstler Elias, und sagte: «Sie, mein Erbschaft? Seine Eltern waren kleine Herr, haben so viele Studien und Werke Bürgersleute, die arm gestorben sind, von Alchemisten über den Stein der Wei­ und Nicolas hatte sein ganzes Leben sen gelesen, über seine Zusammenset­ lang als amtlicher Schreiber arbeiten zung, seine Farbe, seine wunderbaren müssen, um seinen Lebensunterhalt zu Eigenschaften – haben Sie ihn noch nie verdienen. Und schliesslich, über wel- selbst hergestellt?» ches Vermögen musste jemand selbst zur damaligen Zeit verfügen, um Kapel- Und als Helvetius verneinte, zog er ein len, Hospize, Unterkünfte und vierzehn seltsames, geschnitztes Kästchen aus Elfenbein aus seinem Sack. In dem Krankenhäuser bauen zu können? Kästchen befanden sich drei Stücke eiEinige Historiker erwähnen, dass die meis­ nes Materials, das aussah wie gelbliten Leute, die im Laufe der Jahrhunderte ches Glas. im Hause des Nicolas Flamel wohnten, reich geworden sind. So hat mein Vater Helvetius erzählt: «Er liess mich wissen, einen der letzten Bewohner dieses Hau- dass es genügend ‚Farbe’ besitze, um ses gekannt (inzwischen ist es abgebro- ungefähr zwanzig Tonnen Gold zu er­ chen worden), einen ruhigen, schweig­ zeugen. Nachdem ich diesen kostbaren samen Engländer. Bei seiner Ankunft in Schatz eine Viertelstunde lang in meiner Paris gegen Ende des 19. Jahrhunderts Hand gehalten hatte – während dieser war er nicht gerade reich. Zwischen den Zeit unterrichtete er mich eingehend beiden Kriegen verliess er Paris und sie- über die wunderbaren Heilkräfte dieses delte sich in einem schönen Herrenhaus Steins –, musste ich ihn wieder seinem im Süden Englands an, wo er geruhsam Eigentümer zurückgeben, was ich nur seine Tage verbrachte, umgeben von sei- widerstrebend tat.» ner Familie, seinen Dienstboten, geachtet von seiner Nachbarschaft. Hat Nico- Helvetius dankte dem Besucher für deslas Flamel ein Geheimnis, eine Formel, sen Gunst, fragte dann, woran es liege, eine Botschaft hinterlassen, die einige dass der Stein nicht die Farbe des Rubins ge­funden und verstanden haben? Man habe, die doch die eigentlich charakteristische Farbe des Steins der Weisen sei. muss es annehmen. Elias meinte nur, die Farbe sei nicht so Flamel war etwa 90 Jahre alt, als er 1418 wesentlich und sein Stein sei «reif» gestarb. Ein für jene Zeit bemerkenswer- nug für die praktische Anwendung. tes Alter. Hatte er in dem Werke «Abrahams des Juden» auch ein Lebenselixier Dann, nachdem der Gast höflich, aber entschieden abgelehnt hatte, Helvetius entdeckt? auch nur ein Partikelchen zu überlassen, Ein Arzt des Prinzen bat dieser ihn, zum Beweis, dass es sich von Oranien wirklich um den Stein der Weisen handle, eine Verwandlung in seiner Gegenfabrizierte ebenfalls Gold wart vorzunehmen. Elias lehnte ab, verJean-Frédéric Helvetius (nicht zu ver- sprach jedoch zurückzukommen. Er kam wechseln mit dem französischen Philoso- noch mehrere Male, und eines Tages war phen Claude-Arien Helvetius), der per- er endlich bereit, ein Stück des Steins an sönliche Arzt Wilhelms von Oranien, war Helvetius abzutreten. Es war ein Ge-


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damit mein Blei verwandelt hätte. Aller­ dings nur in Glas. Er lachte und meinte, ich sei ein besserer Dieb als Alchemist, dann erklärte er mir: ‚Sie hätten Ihre Beute mit gelbem Wachs umhüllen sol­ len, dann hätte sie das Blei durchdrin­ gen und in Gold verwandeln können…’»

zen, man lässt das Gemisch erkalten, und war erstaunt, dass ich mich mit sol­ teilt es in kleine Stücke und giesst Salpe- chem Unsinn beschäftigte. Um dies je­ tersäure darüber. Gewöhnlich löst sich doch klarzustellen, ging ich zum Gold­ dabei das Silber auf, und das Gold fällt in schmied Brechtel, der das fragliche Form eines schwarzen Pulvers auf den Gold untersucht hatte. Er bestätigte mir, Grund. Es genügt dann, die Salpetersäu- dass er beim Schmelzen des Metalls Sil­ re auszugiessen und das Gold wieder ber hinzugefügt und dass sich als Resul­ einzuschmelzen, um es völlig intakt zu- tat eine Vermehrung des Goldgewichts Elias versprach wiederzukommen und rückzuerhalten. «Aber nun geschah et­ ergeben habe. Dies beweist wohl, dass vor Helvetius Augen die Verwandlung was Seltsames», berichtet Helvetius. es mit diesem Gold etwas Ungewöhnli­ durchzuführen. Er hatte kein einziges «Als wir diesen Versuch gemacht hatten, ches auf sich hat, denn ein Teil des Sil­ Instrument mitgebracht, lediglich das glaubten wir zuerst, mehr als die Hälfte bers war ganz einfach in Gold verwan­ winzige Stückchen des Steins. Wäre Eli- des Goldes habe sich verflüchtigt; nach­ delt worden. as ein Scharlatan gewesen, wäre er wie- her jedoch fanden wir heraus, dass dies dergekommen und hätte sich selbst ans nicht der Fall war, sondern dass sich ganz Und nicht nur Brechtel, auch noch ande­ Werk gemacht oder hätte mindestens im Gegenteil ein Teil des Silbers in Gold re Personen, die an dieser Untersu­ den Arzt nach einer bestimmten Metho- verwandelt hatte!» chung teilgenommen haben, versicher­ de, mit bestimmten Instrumenten hanten mir, er habe sich so zugetragen. Da­ tieren lassen, vielleicht hätte er sogar Ein weiterer Versuch ergab dasselbe nach bin ich zu Helvetius selbst gegan­ falsches Blei mitgebracht. Aber er kam Resultat: weniger Silber als zu Beginn, gen, er zeigte mir das Gold in einem überhaupt nicht. Nach mehreren Tagen, aber mehr Gold! Zu Hause wiederholte Schmelztiegel mit einem Stäbchen, an auf Drängen seiner Frau Eva, versuchte Helvetius mehrere Male die verschiede- dem nachher Gold klebte. Er erklärte Helvetius das Experiment selbst. nen Experimente, vermehrte auf diese mir, er habe auf das geschmolzene Blei Weise seine Goldmenge und reinigte kaum ein Viertel des Steinsplitters ge­ «Ich sagte also zu meiner Frau, sie solle dabei gleichzeitig das übrigbleibende legt…» die ‚Farbe’ (das Stückchen aus dem Silber, so bestätigt er. Auch der erste moderne Stein der Weisen) in Wachs leben. In der Zwischenzeit präparierte ich anderthalb Dieser ganzen erstaunlichen Geschichte, Chemiker experimentierte Unzen Blei. Dann legte ich die ‚Farbe’, die doch seltsam wahr erscheint, schliesst mit dem Stein so wie sie war, umgeben von Wachs, auf sich das Zeugnis eines Mannes, an, der das Blei. Sobald das Wachs geschmol­ für seine Rechtschaffenheit, seine Ehren- Der englische Physiker und Chemiker zen war, gab es ein langes Zischen, haftigkeit und seinen kritischen Ver- Robert Boyle, der als Erster die Absorpdann ein Brodeln, und nach einer Vier­ stand berühmt ist: Baruch Spinoza. In ei- tion von Sauerstoff beim Verbrennungsprozess entdeckte, gilt als einer der erstelstunde stellte ich fest, dass die ganze nem Brief an einen Freund schreibt er: ten Wissenschaftler der modernen Zeit Masse Blei sich in feinstes Gold verwan­ delt hatte. Kurz vor der Verwandlung «… Als ich mit Voss über die Geschichte und sogar als der Begründer der moderhatte das Gemisch sich in strahlendes des Helvetius sprach, lachte er mich aus nen Chemie. Seine Untersuchungen, seine mit viel Geduld zusammengetraGrün verfärbt, sobald ich es ausgegos­ genen Beobachtungen, seine Weigesen hatte, wurde es blutrot. Als es dann rung, Theorien ohne ernsthafte Grunderkaltet war, glänzte es wie Gold. Wir lagen, ohne wiederholte erfolgreiche brachten es sofort zum Goldschmied, Versuche anzuerkennen, weisen ihn als der erklärte, dies sei das feinste Gold, einen rechtschaffenen und überlegenen das er jemals gesehen habe, und mir 50 Mann aus; seine zahlreichen Schriften Florins für eine Unze bot.» verstärken noch diesen Eindruck. Obwohl er nicht zu den Alchemisten geDas Gerücht verbreitete sich sehr hörte, hat er sein ganzes Leben lang an schnell, und noch am Abend desselben die Transmutation von Metallen geTages erhielt Helvetius Besuch von Kolglaubt. Wir Helvetius begegnete auch legen und Kunststudenten, und selbst er einem Mann, der ihm eine winzige der Direktor des Münzamtes und andeMenge Pulver vom Stein der Weisen re Herren suchten ihn auf und baten um überliess; diese Menge war so winzig, eine Probe seines Goldes, um es den übdass er und seine Freunde Schwieriglichen Prüfungen auszusetzen. keiten hatten, die Farbe genau zu erkennen (sie hielten sie für braunrot). Helvetius war einverstanden und begleitete seine Besucher zu einem GoldSeltsamerweise unternahm Robert Boyschmied namens Brechtel, der mit einem le den Versuch, Gold zu gewinnen, nicht Stückchen Gold den Versuch der Vierteimit Blei oder Quecksilber, sondern mit lung vornahm: drei Teile Silber auf ein Gold selbst. Er liess etwa zehn Gramm Baruch Spinoza (1632-1677) Teil Gold werden zusammengeschmol-

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Wie Price unter Aufsicht zehnmal Gold herstellte

James Price, mit 20 Jahren Ehrendoktor der Universität Oxford, mit 29 Jahren Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften, Physiker und Chemiker, schien eine glanzvolle Karriere vor sich zu haben. Reich und unabhängig hatte er sein privates Laboratorium um 1775 in Stoke, nahe bei Guildford, in einem entzückenden kleinen Landhaus eingerichtet. Leider wurde es 1928 abgerissen.

Ruhmes erreicht… aber auch das Ende seiner Karriere. Eifersucht der Wissenschaftler, der Kollegen von der Königlichen Gesellschaft? Befürchtungen der Bankiers? Price sah sich plötzlich von allen verlassen, mehr oder weniger offen als Scharlatan und Schwindler hingestellt. Er erschien vor der Königlichen Gesellschaft, doch bevor man ihn anhörte, fragte man ihn nach seiner Formel. Price weigerte sich, sein Geheimnis preiszugeben. Aber er verpflichtete sich, eine neue Serie öffentlicher Experimente vorzuführen. Hierbei sollten die Zeugen den ganzen Prozess selbst durchführen, kontrollieren, so viel sie wollten und was sie wollten. Im Juli 1783 verschickte er seine Einladungen. Die Versuche sollten mehrere Tage dauern, und alle eingeladenen Persönlichkeiten würden Gäste in seinem Hause sein.

Die Anwesenden waren keine Männer, die sich von einem Anderen etwas aufschwatzen liessen, schon gar nicht von Am 31. Juli erschien drei der Geladenen. einem jungen Burschen, wie ihn einige Price empfing sie lächelnd und führte nannten. Erbarmungslos untersuchten sie sogleich in sein Laboratorium. Hier sie Schmelztiegel und Instrumente aufs forderte er sie auf, sich alles genau angenaueste. zusehen und zu untersuchen. Als sie den ersten Raum betraten, stürzte Price Sie bestanden darauf, selbst die ver- der Länge nach zu Boden. Er hatte schiedenen notwendigen Produkte, Me- Selbstmord durch Zyankali begangen. talle, Säuren, Holzkohle usw. mitzubringen. Price konnte nichts anrühren ohne War er ein Hochstapler, der am Ende von zehn Augenpaaren scharf beobach- seiner Rolle angelangt war? Hatte er tet zu werden. Man liess ihn nicht ein- sich selbst betrogen, indem er die ganze mal sein Feuer selbst unterhalten. Welt betrog, ohne es zu wissen? War ihm wirklich das «Grosse Werk» gelunDie zwei erstaunlichen Dinge, die allen gen? Wird man es jemals erfahren? auffielen, waren natürlich die Resultate, Wahrscheinlich nicht. u aber auch die Tatsache, dass nicht nur das Quecksilber sich nicht verflüchtigte: (Quelle: Langelaan, George, Die unheimli­ es kochte nicht einmal bei einem zeit- chen Wirklichkeiten, Scherz Verlag Bern und München, 1967) weilig wahren Höllenfeuer.

Sehr bald befasste sich Price mit Alchemie. Er hatte Zugang zu einer grossen Anzahl alter wissenschaftlicher Werke gehabt, aus denen hervorging, dass viele neue Erfindungen in Wirklichkeit schon lange bekannt waren. Er entschloss sich daher, seine Studien ganz von vorn zu beginnen, um den berühmten Stein der Weisen herzustellen. Im Frühjahr 1782 war Price im Besitz winzi- Etwa zehn ger Mengen zweier Pulverarten; das ei- solcher Sitne besass die Fähigkeit, Quecksilber in zungen fanSilber zu verwandeln, das andere Silber den unter oder Quecksilber in Gold. Das erste Pul- strenger ver war weiss, das zweite rot. Auf­sicht statt und Der junge Gelehrte sprach nie über sei- wurden gene Arbeiten, erklärte nur, sie seien lang, bührend beermüdend und nicht ungefährlich ge- zeugt, und wesen, denn Arsenik spielte dabei eine im Herbst wichtige Rolle. des Jahres 1782 hatte Im Mai 1782 lud Price an verschiedenen Price den Tagen seine Kollegen, Wissenschaftler, Gipfel des

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Oxford-Universität

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Schwerpunkt

Gold in einem Tiegel schmelzen, bevor Mitglieder der Königlichen Gesellschaft, er das Pulver hinzufügte. nachdem der Nachbarn, Juristen und Kapazitäten der Schmelztiegel abgekühlt war, stellten Medizin ein, um ihnen seine drei verBoyle und verschiedene Zeugen fest, schiedenen Experimente vorzuführen. dass das Gold nicht an Gewicht verloren hatte, aber mit einer Schicht Bleiglätte • 1. Experiment: Quecksilber wird zum Kochen gebracht und ein Teil entweoder Bleioxyd überzogen war. Ausserder mit dem weissen Pulver in Silber dem enthielt der Schmelztiegel einen oder mit dem roten Pulver in Gold verglasartigen Satz von fünf oder sechs wandelt. kleinen Silberkugeln, die anfangs nicht dort gewesen waren. Das Gold war sicherlich nicht sehr rein gewesen, sein • 2. Experiment: Silber wird geschmolzen, und mit Hilfe des roten Pulvers Gewicht jedoch war unverändert. wird eine Verbindung von acht Teilen Silber und einem Teil Gold hergestellt. Boyle schloss daraus schliesslich, dass das geheimnisvolle Pulver die Kraft besass, die Biegsamkeit, die Gleichar- • 3. Experiment: Herstellung eines Amalgams aus Quecksilber und dem einen tigkeit und das spezifische Gewicht zu oder dem anderen Pulver, um eine verändern. Dies geschah im Jahre kleine Menge Gold oder Silber zu ge1679. winnen.


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as gefüllte Vakuum – wo sich Naturwissenschaft und Spiritualität begegnen

Schwerpunkt

Hanspeter Stähli, dipl. Phys. ETH, Dr. sc. nat.

Die Implizite Ordnung ist in den Naturwissenschaften sichtbar. Das Konzept des Äthers (das Albert Einstein übrigens nie generell abgelehnt hat) ist möglicherweise als Akasha Chronik mit dem gefüllten Vakuum auferstanden. Physikali­sche Theorien und alchemistische Experimente eröffnen dem Lebendigen Einblick auf verschiedenen Daseins­ ebenen, wie sie zum Teil seit Jahrhunderten von Mystikern berichtet werden. Teil 1: Raum, Zeit und Materie – Physik auf dem Vorgipfel des Grenzberges von Dualität und Einheit Wir bewegen uns im 1. Teil an den naturwissenschaftlich ausgeloteten Grenzen des Beobachtbaren: a) beim unendlich Kleinen, und b) beim unendlich Grossen, also an der heutigen Forschungsfront. Teil 2: Zur Lebenskraft auf dem Duali­ tätsgrenzberg Im 2. Teil betrachten wir das Lebendige an den im 1. Teil ausgeloteten Grenzen, beispielsweise, wie es sich als Gedächtnis im Äther manifestiert, und wie es sich durch Kollabieren (der quantenmechanischen Wellenfunktionen) zwischen verschiedenen Daseinsebenen be­wegt. Selbst der (heute noch immer) hoch geschätzte Philosoph, Mathematiker, und Naturwissenschaftler René Descartes (1596-1650) gab einst ein reelles Ding jenseits der Naturwissenschaften zu: «Alles, was nicht mathematisiert werden kann, ist die Müllhalde ‚Geist’». Nun – tatsächlich wird die experimentelle Beweislage für die Existenz verschiedener feinstofflicher Ebenen immer umfassender. Das Vakuum scheint nicht leer,

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sondern prall gefüllt [McTaggart, Lynne: Das Nullpunkt-Feld. Auf der Suche nach der kosmi­ schen Urenergie, Goldmann Arkana, 1. Aufl. 2002, leider mit physikalischen Übersetzungsfehlern (engl.

1. Existiert ein gemeinsamer Konvergenzpunkt für Naturwissenschaft und Spiritualität?

Unsere heutigen Erkenntnisse aus Naturwissenschaften und aus Erfahrungsverse, Harper paperback, 2008]. berichten mystischer Erlebnisse könnten in einem einzigen Punkt konvergieDamit öffnen sich Erklärungs-Wege zu ren, auf den in den vergangenen 50 Darstellungen in Mystischen Schriften Jahren verschiedenste Wissenschaftler über das Weltgedächtnis, wie beispiels- bereits hingewiesen haben [Stellvertre­ weise eines Agrippa von Nettesheim tend: Wilber, Ken: Integrale Spiritualität, Kösel, (1486-1535), aber auch Ansätze für das 2007; und Wilber, Ken: Naturwissenschaft und Reli­ Individuelle Gedächtnis, anders als von gion. Die Versöhnung von Weisheit und Wissen, den Neurowissenschaften propagiert. Krüger, 1998]. Die vielen Hinweise aus Veden und Christentum [Stellvertretend von einem sehr Der folgende Beitrag zielt daher auf eiwissenschafts-interessierten Yogi: Yogananda, Para­ nen vermuteten Konvergenzpunkt, primahansa: The second Coming of Christ. The Resur­ mär aus dem Blick neuerer naturwissenrection of the Christ within you, self realization fel­ schaftlicher Publikationen. Und zwar in lowship, 2004, 2 Volumes, 1642 pages, und Yogan­ einem ersten Teil aus Sicht des unbelebanda, Paramahansa: Bhagavad-Gita. Königliche ten, im zweiten Teil aus Sicht des belebWissenschaft der Gottesverwirklichung, self realiza­ ten Universums. Die zitierten Forscher, tion fellowship, 2005, 2 Bände, 1425 S.], aus die sich mit diesem Thema aus naturSchriften von Theosophen [Stellvertretend: wissenschaftlicher Perspektive auseinLeadbeater, Charles Webster: Die Wissenschaft der ander gesetzt haben, geniessen zwar im Sakramente, Ernst Pieper, 1929] und Anthropo- Olymp der Naturwissenschaften durchsophen erhalten durch neue Erkennt- wegs einen guten Ruf – viele von Ihnen nisse der Naturwissenschaften im sind sogar Nobelpreisträger. Dies darf Grund­satz zunehmend naturwissen- aber nicht darüber hinwegtäuschen, schaftliche Aufmerksamkeit. Ihre Mo- dass der Mainstream der Forscher nichts dellvorstellungen geben gelegentlich damit anfangen will, und kann. Solange Anstoss zu naturwissenschaftlicher Über­ die Naturwissenschaft von ihren Fachprüfung. kollegen die mehrfach und unabhängig bestätigten Resultate, wie auch die zahlÜberdies stützen neue Erkenntnisse reichen, unabhängig voneinander entüber Raum und Zeit die mehreren Dut- standenen Erfahrungsberichte missachzend ernst zu nehmenden Erfahrungs- tet oder verleugnet, werden die grundberichte von Erdenbewohnern, die in legenden Messergebnisse und HypoUFOs mitgeflogen sind [Stellvertretend: thesen von Physik und Biologie über Adamski, George: Inside the Flying sourcers, Libra­ den Ursprung der Dinge unerklärbar ry ed. paperback, 1964; Klarer, Elisabeth: Erlebnisse bleiben. Jeder echte grundlegende Erjenseits der Lichtmauer, Ventla, 1977; Bühler, Wal­ kenntnisfortschritt, der auch mit Naturter: 40 Begegnungen mit Ausserirdischen, Ventla, wissenschaft bis an die Grenze von Du1975; Magocsi, Oscar: Meine Weltraumodyssee in alität und Einheit möglich wäre, bleibt Ufos, Ventla 1985; Novi, Vitko: 170 Stunden mit dadurch aus. Zu solchen missachteten Aus­serirdischen, Lion Star 1991]. Erkenntnissen gehören u.a. auch der Original empfohlen), oder von derselben Autorin:

The field. The Quest for the secret Force of the Uni­

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Forschungen der Okkulten Chemie, und wie die Ok­

oder der Physiker und Naturphilosoph Gustav Theodor Fechner (1801-1887) kannten durchaus auch die «andere Seite». Die Psychologie der Naturwissenschaft hat der Mittelenergie-Physiker Prof. Herbert Pietschmann (geb. 9.8.1936) der Universität Wien schon vor Jahrzehnten treffend beschrieben [Her­

kulte Chemie geschrieben wurde, Theosophisches

bert Pietschmann: Das Ende des naturwissenschaft­

Verlagshaus, Leipzig, 3. Aufl. 1924]?

lichen Zeitalters, Ullstein Taschenbuch, 1983].

Chemie. Eine Reihe von Beobachtungen über Che­ mische Elemente. Atomlehre von A. Besant und Charles Webster Leadbeater mit Beiträgen über

Der Mainstream der Schulwissenschaftler verabscheut es, Regeln und Axiome der Naturwissenschaft zu hinterfragen; vielmehr sollen diese als für immer in Stein gemeisselt akzeptiert werden. Dies war nicht immer so; berühmt gewordene Naturforscher, wie Isaak Newton (16421727), Johannes Kepler (1571-1630),

Echte Wissenschaft kann nur ein Prozess des Verstehens unserer Welt, und von uns selbst sein. Damit das Neue in Gang gebracht werden kann, muss das alte sterben. Gewisse Modelle von Charles Darwin (1809-1882) und James Clerk Maxwell (1831-1879) [die beschränk­

te Sicht des berühmten Maxwell ist beispielsweise ersichtlich aus verschiedenen Publikationen von Prof. Dr. Konstantin Meyl, beispielsweise in: Elekt­ romagnetische Umweltverträglichkeit, INDEL, drei Bände 1998, 1999, 2003]

mögen bestimmte Perspektiven beschreiben, sind aber nach heutiger Erkenntnis keine wirklichen Fundamente der Seinserklärung mehr. Wie lange wohl muss es bis zu einem erneuten Dialogbeginn auf gleicher Augenhöhe zwischen Alt und Neu noch dauern, wie dies seinerzeit bei der Entdeckung des Planck’schen Wirkungs­ quantums noch möglich war? Dazu Christian Morgenstern [Morgenstern, Chris­

tian: Werke und Briefe, hrsg. Maurice Cureau, Band III, Urachhaus, 1990]

im Gedicht «Der Kon-

vertit»:

chen (Elektron) wird über indirekte Mes- Körpern ist also nur ein verschwindend sungen und Berechnungen mit folgen- kleiner Bruchteil (40•10-15 = 40 Billiarstel) den physikalischen Grössen charakteri- ihres Volumens von Materie erfüllt. Bei Du gingst doch gestern noch ganz nackt, siert: Der Durchmesser des freien Pro- flüssigen und gasförmigen Körpern ist nur bloss mit deiner Haut bepackt? tons misst in Metern 1,7•10-15m (1/10 = 10- dieser Bruchteil wegen der Abstände 1 1 , /100 = 10-2, usf), der mittlere Bahnradius zwischen den Atomen noch geringer. des Elektrons beträgt 5,292 • 10-11m. Die Diese Leere in der Welt der Atome ist nur «Ja, ja, ganz recht, jedoch du weisst: Durchmesser der Atome liegen zwischen mit der Leere im Weltraum vergleich­ Es friert zuweilen auch den – Geist.» 1 und 5,5 Ångström (10-10m). Be- bar.» reits in meinem Physikbuch [Höf­ ling, Oskar: Lehrbuch der Physik, Oberstu­ Heute gehört das Proton zur Familie der fe, Ausgabe A, Ferd. Dümmlers Verlag, Baryonen, und wird als ZusammensetBonn, 1964] der Mittelschule stand: zung von Elementarteilchen angesehen: «Der Kerndurchmesser beträgt Von 3 Quarks (2 Up, 1 Down). nur rund 1/10‘000 des Atom­ 3. Die Dimension durchmessers (also 10-4). Das be­ deutet, dass der überwiegende des Beobachtbaren Teil des Atoms leerer Raum ist. Man macht sich ein besseres Bild Die wirklichen Raumdimensionen des von den leeren Räumen inner­ beobachtbaren Universums lassen sich, halb eines Atoms, wenn man es wie auch das Proton, nur indirekt besich so vergrössert denkt, dass an­ stimmen. Sie sind an Modellvorstellunschaulich vorstellbare Grössen­ gen gebunden. Der Physiker und Noordnungen entstehen: a) Hat das belpreisträger Paul Dirac (1902-1984) ganze Atom die Grösse des Köl­ hat u.a. die heute noch gültige «Grosse ner Doms, so ist der Atomkern et­ Zahlenhypothese» postuliert. Nach ihr wa so gross wie eine Erbse. b) ergibt der Dimensionsvergleich zwiVergrössert man den Atomkern schen Proton und Sichtbarem Univerbloss auf einen Stecknadelkopf sum einen Unterschied in der GrössenAbb. 1. Zwei neugierige Wissenschaftler werden an (1mm), so wird der Durchmesser ordnung von 1040 (die Zahl 1 mit 40 NulBord des Schiffs der Weisen gezogen des Atoms 30m. Ein fester Körper, len). Die Grenze der Maximum-Dimen[Foto des Tierweltfotografen und Morgenstern-Illustrators in welchem sich die Atome be­ sion des für uns mit allen technischen Klaus Burrmann] rühren, würde (genügend vergrö­ Hilfsmitteln sichtbaren Universums 2. Atome und Moleküle der ssert) in Abständen von 30m jeweils klei­ liegt derzeit bei 42 Milliarden Lichtjahne Materieanhäufungen von der Grösse ren: In Metern also 42•109 •9,5•1015m= klassischen Wissenschaft eines Stecknadelkopfes aufweisen, zwi­ 4•1026m. Diese Zahl basiert auf einem Das kleinste Atom, das Wasserstoffatom schen denen sich hin und wieder elektri­ Gewebe von gemessenen und errechmit einem Kern bestehend in einem ein- sche Ladungen in Form von praktisch neten Zwischenergebnissen, gilt also zigen Teilchen (Proton) und der Atom- masselosen Elektronen befinden. Alles als indirekt vermessen. Dasselbe gilt für hülle bestehend aus einem einzigen Teil- Übrige ist leerer Raum. Selbst bei festen die Grenze der Minimum-Dimension:

«Wie stehst du vor mir, kraus und fremd, im neuen Weltanschauungshemd!

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Schwerpunkt

Mehrfachkörper von Lebewesen (physisch, vital, mental, kausal). Und wie steht es mit den Mehrfachkörpern «unbelebter» Materie [Johan van Manen: Okkulte


Mit deren Abmessung von 1/6•10-15m gilt die Dirac’sche Hypothese als bestätigt.

Schwerpunkt

4. Die makroskopischen Körper unserer Welt gemäss heutiger Naturwissenschaft

5. Mehrfachkörper auf physischer und auf feinstoff­lichen Ebenen: eine Brücke von Atomen zum Lebendigen? Die niederländische Orientalist Johan van Manen (1873-1943) hat mit seiner Okkulten Chemie [Johan van Manen: Okkulte

Unsere Alltagswelt besteht aus Konglo- Chemie. Eine Reihe von Beobachtungen über Che­ meraten von Atomen – aus Molekülen. mische Elemente. Atomlehre von A. Besant] im Die Frage wie Moleküle geformt wer- Jahr 1908 grosses Aufsehen erregt, den, ist noch heute unverstanden [Ball, selbst bei Naturwissenschaftlern. Es Philip: 10 unsolved mysteries (in chemistry), Scienti­ war die Zeit der Erweiterung des chemific American, October 2011, pp 30-37]. schen Periodensystems und der Stereochemie. Van Manen beschrieb 67 EleMolekulare Bindungen sind für die mente und Isotope des chemischen PeriChemie fundamental. Forscher vermu- odensystems durch seine hellseherische ten mit Aufnahmen mittels Raster­ Intuition. Leider scheiterten alle Versu(tunnel)- und Kraftmikroskopen, und che anderer Medien der Neuzeit, dies über Computersimulationen, die genü- durch weitere Beobachtungen anderer gend genaue Voraussagen ermöglichen, Sensitiver zu überprüfen. Durch Abzähdass sich zwei Atome eines Moleküls len sog. Uratome mit «Atomgewicht» wie ein einziges Riesenatom verhalten 1/18 (Abb. 3) bestimmte van Manen die Atomgewichte, mit erstaunlich guter (Abb. 2). Übereinstimmung zu den damaligen experimentell gefundenen und international akzeptierten Atomgewichten (Beispiel: Wasserstoff H: Int. 1,008, van Manen: 18 Uratome, normalisiert auf 1; Germanium Ge: Int. 71,92, Manen/Lead­ beater: 72,5; Radium Ra: Int. 224,59, Manen/ Leadbeater: 227,05; usf.).

Ein Uratom besteht nach van Manen aus 14 Milliarden Blasen, die einen Wirbel bilden. Stehen diese Blasen vielleicht im Zusammenhang mit den in Abb. 2: Computersimulation: überlappende Orbitale eines Abschnitt 13 dieses ArMoleküls tikels beschriebenen Das erklärende Modell: Blasen? Van Manen‘s Atome besitzen Anteile auf verschiedenen feinstofflichen Atome sollen die Verbindungen mittels Ebenen – er spricht insbesondere vom gemeinsamer Elektronen formen. Die ätherischen Körper der Materie (Abb. 4, Quantentheorie ist aber nicht in der Lage, Abb. 5). Van Manen hatte auch einige für chemische Bindungen eine einheitli- der zu Molekülen zusammengebauten che Definition zu liefern, der diejenigen Atome untersucht, und schreibt: «Jedes Chemiker, deren tägliche Arbeit darin be- Uratom ist von einem Felde umgeben, steht, chemische Verbindungen herzustel- das aus den Atomen der 4 höheren Wel­ len und zu brechen vorbehaltlos zustim- ten geformt ist, die es umringen und men könnten. durchdringen …Das Uratom ist ‚männ­

30

Wendezeit 4/12

Abb. 3: Uratome

lich’ oder ‚weiblich’, und es besteht aus 14 Millionen Blasen, die einen Wirbel bil­ den. Diese Blasen sind Hohlräume im Aetherraum… Im Inneren von Atomen, und zwischen den Atomen gibt es Kraft­ strömungen.» Van Manen hat beispielsweise auch das natürliche Isotop des Wasserstoffs, das

Abb. 5: Die Elemente Beryllium (links, Ordnungszahl 4) und Titan (rechts, Ordnungszahl 22)


6. Neuzeitiche Forscher mit Blick auf ein Ganzes Zwei inzwischen bereits verstorbene Quantenphysiker des 20. Jahrhunderts stehen an vorderste Front für das Neue. Zum einen ist es der Einsteinschüler David Bohm (1917-1992) mit seiner Impliziten Ordnung [Stellvertretend für viele naturwis­

sich aus einem blossen Bruchstück des zweidimensionalen Hologramms wieder rekonstruieren. Der Ingenieur und Nobelpreisträger Dennis Gabor (1900-1979) entdeckte dieses Verfahren auf der Suche nach direkter Beobachtungsmöglichkeit von Atomen. Er wandte die mathematischen Verfahren der sog. Fouriertransformation auf Lichtwellen an und erkannte, dass das Bild auf der Fotoplatte, das zuvor mittels zweier aufgespaltener Teilwellen zustande gekommen war die dreidimensionale Information enthält. Vielleicht also, dass Gabor’s Entdeckung die Vorstellung der Allverbundenheit auch aus Sicht der physikalischen Optik unterstützt. Der andere Forscher ist der französische Nuklearphysiker Jean Émile Charon (1920-1998). Mit seiner Verallgemeinerten Relativitätstheorie, der sog. Komplexen Relativitätstheorie [Stellvertretend für

senschaftliche Publikationen: Bohm, David: Die im­

viele naturwissenschaftliche Publikationen: Charon,

plizite Ordnung. Grundlagen eines dynamischen

Émile: Relativité générale, ed. Batelière, 1963; Charon, Émile: Der Geist in der Materie,

Ullstein

Sachbuch,

1982; Strzempa-Depré, Michael:

Abb. 4: Das Wasserstoffatom (1 Proton, 1 Elektron) auf verschiedenen Ebenen (physisch und feinstofflich)

Holismus, Goldmann, 1987].

Bohm beschreibt Materieeigenschaften mit den Grundprinzipien von Ganzheitlichkeit, Prozesshaftigkeit, und Nicht-Teilbarkeit. Von ihm stammt auch die Aussage: «Materie ist gefrorenes Licht». Wie auch für die Weisen vieler spiritueller Richtungen sind letztlich alle Teile des Universums untereinander verbunden. Zumindest die dreidimensionale Information lässt

Die

Physik

der

Erleuchtung,

Goldmann TB, 1988],

fundamentalen physikalischen Theorien: a) Der Allgemeine Relativitätstheorie (ART), b) der Quantenelektrodynamik (QED), c) der Stochastischen Elektrodynamik (SED), und d) auf verschiedenen Quantenfeldtheorien (QFT). Letztere ver­einigen die klassischen Feldtheorien (wie die Elektrodynamik, oder die Gravitation) und Quantenmechanik. Seit Jahrzehnten bereits kennt die Physik die 4 Grundkräfte der Natur, nämlich Gravitation, elektromagnetische, starke und schwache Wechselwirkung. In den QFTs werden diese Wechselwirkungen auf den Austausch von virtueller Eichbosonen zurückgeführt. Als die fundamentalen Teilchen, die kleinsten naturwissenschaftlich bestimmten Materieteilchen sind heute anerkannt: Die 6 Quarks, die 6 Leptonen («leichte Teilchen», beispiels­ weise das negativ geladene Elek­tron und sein Gegenpart, das positiv geladene Positron), die Eichbosonen («Austauschteilchen», z B. das Photon, auch als Lichtteilchen bezeichnet), und das Higgs-Boson (derzeit experimentell noch nicht nachgewiesen). Das Proton gehört zur Familie der Baryonen («schwere Teilchen»), und wird als aus Quarks zusammengesetzt verstanden. Gibt es vielleicht noch ein Inneres der fundamentalen Teilchen?

vermoch­ te er nicht nur die bis heute gemessenen Phänomene der Quantenphysik mit einem mathematischen Modell um­ 8. Der Ereignishorizont, und fassen, son­dern öffnete das Innere des Elektrons gleich­zeitig ein Erklä(J. E. Charon) rungstor für re­produ­zier­ bare geistige Phänome- Eine Antwort darauf liefert Charon mit der Aufspaltung von Einstein’s Raumne. zeit. Charon’s Theorie umfasst alle derZwei weitere Forscher, zeitigen physikalischen Messergebnisdie diesem und damit zu- se. (Trotzdem wird er von der Schulwissammenhängenden The- senschaft noch weitergehend ignoriert. men ihr ganzes Leben Wie so etwas geschehen kann, ist, wie gewidmet haben, sind oben erwähnt, von Pietschmann [Das En­ die beiden Physiker und de des naturwissenschaftlichen Zeitalters] bereits Dr. Harold E. Puthoff (geb. vor Jahrzehnten beschrieben worden.) 1936), Grün­der des Institute for Advanced Stu- Einstein hat die 4-dimensionale Raumzeit dies in Austin, Texas, postuliert: 3 Raumkoordinaten x,y,z und 1 und Dr. Russell Targ (geb. 1934). Einige Zeitkoordinate ct (Lichtgeschwindigkeit der neueren Ergebnisse Put­hoff‘s wer- c mal Zeit t, letztlich also wieder eine Raumkoordinate). Damit konnten Mess­ den im Abschnitt 12 dargestellt. ergebnisse sehr erfolgreich interpretiert, 7. Heutige Physik: und spätere Messergebnisse richtig vordie fundamentalen Teilchen ausgesagt werden. Charon wählt, im Unterschied zu Einstein, die äussere Raumund die Raumzeit zeit reell statt imaginär: Der sog. ViererDie Physik der grossen und kleinen Di- vektor (x,y,z,ict) von Einstein (komplexe mensionen beruht derzeit auf wenigen Zahl i = √-1) wird bei Charon zu (x,y,z,ct).

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Schwerpunkt

Deuterium beschrieben – zusammengesetzt aus 54 Uratomen. Deuterium wurde erst 1931 vom amerikanischen Chemiker Harold C. Urey entdeckt. Auch einen universellen Weltäther beschreibt van Manen unter dem Namen Koïlon.


Schwerpunkt

Die Einstein‘schen Feldgleichungen der ART sind auch bei Charon gültig. Das vom Vierervektor beschriebene vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum ist bei Cha­ron die äus­sere, reelle Raumzeit. Nun geht bereits aus den Einstein‘schen Feldgleichungen der ART hervor, dass sich die Struktur der äusseren Raumzeit durch starke Massenkonzentrationen de­for­ miert, bzw. krümmt. «Die Materie sagt, wie der Raum zu krümmen ist, und der Raum sagt, wie Materie bewegt werden muss.» [Misner, C.W. et al: Gravitation, Freeman, San Francisco, 1973] Diese Krümmung der äusseren Raumzeit kann so gross werden, dass sich ein Teil der äusseren Raumzeit aus ihrer Umgebung «herauskrümmt», anschaulich vorstellbar als Wassertrop-

fen, der sich von einer glatten Wasseroberfläche abtrennt. Eine solche Region in der äusseren Raumzeit wird Schwarzes Loch genannt. Damit entsteht eine sog. Singularität: Ein in sich geschlossener und von der äusseren Raumzeit unabhängiger innerer Raumzeit-Bereich. Die Schnittstelle, bzw. der Berührungspunkt der inneren Raumzeit eines schwarzen Lochs mit der äusseren Raumzeit heisst Ereignishorizont oder Schwarz­ schildradius (Abb. 6).

sammenhang zwischen Energie E, Licht­geschwindigkeit c, und Masse m über die Beziehung E=m•c2 formuliert. Auch ein masseloses Lichtteilchen kann dem Schwarzen Loch nicht entweichen, den Schwarzschildradius nicht zurück überqueren. Gemäss Charon lässt sich dennoch Information über das Geschehen in der Inneren Raumzeit gewinnen: Die Wechselwirkungen (Erlebnis­se) mit anderen Teilchen werden durch die Anordnung der Lichtteilchen in der inneren Raumzeit eines Elektrons beeinMasse, Energie, und Lichtgeschwindig- flusst. Inzwischen nähern sich auch keit hängen zusammen: Weber [Weber, weltweit anerkannte Astrophysiker dieWilhelm, Eduard, in: Poggendorffs Annalen der ser Sicht an [Lloyd, Seth et al: Black Hole Com­ Physik und Chemie, 73, 229, 1884] (und nicht puters, Scientific American, November 2004, pp 31etwa Einstein!) hat als erster den Zu- 39] (Abb. 7)

Singularität

Abb. 7: Zur Entwicklung der Theorie Schwarzer Löcher [Lloyd, Seth et al: Black Hole Computers, Scientific American, November 2004, pp 31-39]

Abb. 6: Das Schwarze Loch: Die Rakete nähert sich dem Schwarzschuldradius; überschreitet sie diesen, kann sie der gravitationsbedingten Anziehungskraft nicht mehr entkommen.

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Wendezeit 4/12


ters, Scientific American, November 2004, pp 3139].

Bereits seit einigen Jahrzehnten behaupten Kosmologen und Astrophysiker, Energie, und damit auch die die Energieform beschreibende Information könne entweichen (Horowitz-Maldacena Modell).

Die komplexe Relativitätstheorie nach Charon zeigt nun – und das ist neu – dass eine Klasse von Elementarteilchen, die geladenen Leptonen (von denen lediglich das Elektron und das Positron stabil sind, also nicht spontan wieder zerfallen) eine innere Schwarz-Loch Struktur besitzen, und so über eine eigene innere Raumzeit verfügen. Für das Proton wurde inzwischen ein Schwarzschildradius [Davies E. W.; Puthoff H. E.: Experi­

nen und Positronen in der äusseren einst intensiv diskutiert worden. Diese Raumzeit durch physikalische Experi- «Hilfsteilchen» sind alle masselos, und mente beobachtet werden können [Stell­ unterliegen somit nicht der Gravitationsvertretend für viele naturwissenschaftliche Publika­ Wechselwirkung. Sie können sich sotionen: Charon, Émile: Relativité générale, ed. Bate­ wohl in der äusseren reellen Raumzeit, lière, 1963; Charon, Émile: Der Geist in der Materie, als auch in inneren Raumzeiten von Ullstein Sachbuch, 1982; Strzempa-Depré, Michael: Elektronen und Positronen aufhalten, Die Physik der Erleuchtung, Goldmann Taschen­ können aber nach Charon nicht von der buch, 1988; Lloyd, Seth et al: Black Hole Computers, einen in die andere Raumzeit wechseln, Scientific American, November 2004, pp 31-39]. den Schwarzschildradius also nicht überMan stellt sich die Elektronen und Posi- queren. Neutrinos und Lichtteilchen betronen daher als vierdimensionale Ku- sitzen lediglich eine Portion Energie, die geln vor, die auf einer vierdimensiona- sie immer mit Lichtgeschwindigkeit len Fläche (der äusseren Raumzeit) da- trans­portieren, einen linearen Impuls, hinkullern. der angibt, in welcher Richtung sich das Teilchen bewegt, und einen Drehimpuls, Bei geladenen Leptonen ist nach Charon senkrecht zur Bewegungsrichtung. Der die Schwarz-Loch Struktur überdies mit Drehimpuls ist entweder ein ganzzahlig Licht gefüllt. Zu den einfachsten Teil- oder ein halbzahlig Vielfaches des chen, die zeitweise auch in anderen Teil- Planck‘schen Wirkungsquantums h = chen mitenthalten sind, gehören Neutri- Energie E/Frequenz f. Aus den experinos (das Elektron-Neutrino als elektrisch mentell verifizierten Feldgleichungen neutral gehört zum Lepton «Elektron»), der ART gehen die Eigenschaften der Antineutrinos (das Positron-Neutrino), Raumzeit eindeutig hervor: Zeit der äusLichtteilchen, und Antilichtteilchen. Letz­ seren Raumzeit verhält sich wie Raum tere sind durch den Physiker und Nobel- der Inneren Raumzeit, und Raum der Inpreisträger Wilis E. Lamb, 1913-2008 neren Raumzeit verhält sich wie Zeit in

mental Concepts for Generating Negative Energy in the Laboratory, American Institute of Physics, 2006, aus: CP813, Space Technology and Applications In­ ternational Forum-STAIFF, ed. M.S.El-Genk, pp. 1362-1373]

von unvorstellbar kleinen 2.48•10-54m errechnet – zu vergleichen mit den oben angeführten ProtonDurchmesser von 1.7•10-15m. Mit den heutigen Messmethoden ist keine räumliche Dimension eines Elektrons feststellbar [Bleck-Neuhaus, Jörn: Elementare Teil­

chen. Modern Physik von den Atomen bis zum Stan­ dardmodell. Springer, Berlin, 2010],

man geht aber davon aus, dass sie kleiner ist das 1 /10 des Protondurchmessers; der Schwarz­ schildradius des Elektrons wird mit 1.35•10-57m angegeben. Die sog. Compton-Wellenlänge hingegen ist mit 2,426•10-12m allgemein anerkannt. Das Universum der Komplexen Relativitätstheorie hat insgesamt acht Dimensionen – eine für alle Objekte einheitliche vierdimensionale äussere Raumzeit, in der sich die physikalisch beobachtbaren Ereignisse abspielen, und eine für jedes Elektron und Positron individuelle, vierdimensionale innere Raumzeit. Die Schwarzschildradien, die die äussere reelle Raumzeit mit der inneren imaginären Raumzeit verbinden, sind die Raumzeitpunkte, an denen die Elektro-

Abb. 8: Elektronen und Positronen als Schwarze Löcher (oben), und mit pulsierender Innerer Raumzeit (unten)

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Schwerpunkt

Gemäss Stephen Hawkings (geb. 1942) verhindern überdies Quanten-Fluktuationen einen gut definierbaren Ereignishorizont aufgrund eines ständigen Verschäumens. Die mit der klassischen Sicht implizierte Aussage, dass nicht einmal Licht einem Schwarzen Loch entweichen könne, sei ein Cliché für populärwissenschaftliche Nachrichtenmagazine [Lloyd, Seth et al: Black Hole Compu­


der äusseren Raumzeit. Der bekannte 2. Hauptsatz der Thermodynamik kehrt sich in der Inneren Raum um: Es wird mehr Ordnung geschaffen (NegEntropie): Eine Tasse Kaffee im Schwarzen Loch würde also der Umgebung Wärme entziehen und immer heisser. Schliesslich befinden sich die Elektronen und Positronen der inneren Raumzeit-Volumina in einer ständigen Pulsationsbewegung, wie in Abb. 8 (s. S. 33) skizziert [Charon,

Schwerpunkt

Émile: Relativité générale, ed. Batelière, 1963; Cha­ ron, Émile: Der Geist in der Materie, Ullstein Sach­ buch, 1982; Strzempa-Depré, Michael: Die Physik der Erleuchtung, Goldmann Taschenbuch, 1988].

Die Pulsationsperiode von Elektronen und Positronen wird in der Komplexen Relativitätstheorie berechnet: Sie beträgt 4.9•10-24s. Alle Teilchen pulsieren kohärent (phasenweise im Gleichtakt); bei der Pulsation variieren die Teilchenradien um 10-17m. Während der Pulsation verläuft daher die Innere Raumzeit zyklisch. Die Ruheenergie eines Elektrons lässt sich über die Messung der Elementarladung, und die Messung des Verhältnisses von Elementarladung zu Ruhemasse zu Eo=mo•c2 zu 511 keV bestimmen (Energie in Elektronenvolt (eV), bzw. in tausend Elektronenvolt (keV), bzw. Millionen Elektronenvolt (MeV)). Die Energie der Strahlung der Lichtteilchen im Inneren der Raumzeit lässt sich aus Charon’s Theorie berechnen: Sie ist rund 1000 mal grösser als die Ruheenergie eines Elektrons, nämlich 515 MeV.

physik ist seit mehr als einem halben Jahrhundert der Vorgang von Teilchenerzeugung und Teilchenauslöschung (An­nihilation) bestens bekannt. Der ame­ rikanische Physiker und Nobelpreisträger Richard Phillips Feynmann (19181988) beschrieb bereits in den 1940iger Jahren die elektrostatische Wechselwirkung durch den Austausch vermittelnder Lichtteilchen zwischen zwei Elektronen, als Folge der QFT (in der äusseren Raumzeit). Virtuelle Teilchen sind nachgewiesen, einmal durch die spontane Emission von Teilchen, und weiter durch den sog. Casimireffekt, der im folgenden Abschnitt ausgeführt wird. Felder – Wellen – Teilchen: Das berühmte Paradoxon der Quantenmechanik zeigt, dass jede Strahlung sowohl Wellen- wie auch Teilchencharakter hat – je nach durchgeführtem Experiment tritt die eine oder die andere Form in Erscheinung. Experimentell nachgewiesen beeinflusst bereits der Vorgang der Beobachtung das Ergebnis.

Erst kürzlich ist nun der Dynamische Casimir Effekt wissenschaftlich direkt nachgewiesen worden [Wilson, C. M., Jo­ hansson, G., Pourkabirian, et al: Observation of the Dynamical Casimir Effect in a Superconducting Cir­

Eine der überraschendsten Vorhersagen der QFT besagt, dass es im Raumvakuum nicht fast ganz leer sei, sondern dass es dort von virtuellen Teilchen nur so wimmeln würde. Stichworte sind die sog. Erste Quantisierung (ursprünglich eingeführt mit der Quantenmechanik) und Zweite Quantisierung (als Beschreibung der Erzeugung (Emission) und der Vernichtung (Annihilation) von Teilchen, auch von Lichtteilchen). Virtuelle Teil9. Vakuum: der «leere» Raum chen huschen also in die Materielle zwischen fundamentalen Teil- Welt hinein, und verschwinden wieder aus ihr heraus. Schnell war klar, dass chen das Kuriosum dieser sogenannten Quan­ Im normalen Umgebungsdruck (1013 ­ten Fluktuationen messbare Konsequen­ mbar bzw. 1013 hPa) rechnet man in der zen haben müsste. Der niederländische Luft mit einer Anzahl von etwa 2.7•1019 Physiker Hendrik Brugt Gerhard CasiTeilchen/cm3. In einem technischen Ult- mir (1909-2000) hatte den Effekt 1948 rahochvakuum sind es weniger als 104 vorausgesagt. Teilchen/cm3; deren mittlere freie Weg10. Vakuum: der statische länge (vor einem 1. Zusammenstoss mit einem 2. Teilchen) liegt bei 105 km. Der und der dynamische Druck im interplanetaren Raum wird ofCasimireffekt fiziell mit kleiner als 10-18 mbar angegeben, was weniger als 104 Teilchen/m3 Casimir postulierte, dass sich zwischen entspricht. Die mittlere freie Weglänge zwei im Vakuum befindlichen parallel ist dort grösser als 1011 km. Der Begriff zueinander angeordneten leitenden Me­ des Vakuums ist also per se schon relativ. tallplatten (auch als «Spiegel» bezeichnet) eine Anziehungskraft zeigen würWären da nicht noch die auch von der de. Diese wirke sich wie ein von der Wissenschaftsgemeinschaft akzeptierten Strahlung im Vakuum auf die Spiegel virtuellen Teilchen! Aus der Teilchen- erzeugter (Aussen-)Druck aus (Abb. 9).

34

Jedem Körper, jedem Teilchen, auch Virtuellen Teilchen kann eine Wellenlänge zugeordnet werden. Mit der Entdeckung der Wellennatur des Elektrons hat der Phy­ siker und Nobelpreisträger Louis De Broglie (1892-1987) den Teilchen/Wellendualismus fundiert (De Broglie Wellenlänge). Zwischen den Platten können elektromagnetische Wellen virtueller Teilchen mit Wellenlängen ungleich einem Vielfachen ihrer halben Wellenlänge nicht existieren. Somit findet sich zwischen den Spiegeln nur eine diskreten Anzahl von Teilchen. Weil ausserhalb der Platten ein Kontinuum aller möglichen Wellenlängen existiert, überwiegt der äussere Strahlungsdruck (der Lichtteilchen), was sich als Anziehung der Platten äussert (Statischer Casimireffekt). Dies hat 1956 die russische Forschergruppe Derjaguin, Abrikosowa und Lifaschitz experimentell bestätigt.

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cuitMay, arXiv: 1105.4714v1 [quant-ph] 24 May, 2011 (aus dem Internet)].

Er tritt auf, wenn sich ein Spiegel mit relativistischer Geschwindigkeit (also in der Grössenordnung der Lichtgeschwindigkeit) durch den Raum bewegt. Schliesslich sind breitbandig (mit unterschiedlichsten Wellenlängen) im Mikrowellenbereich erzeugte Lichtteilchen direkt nachgewiesen worden. Bewegt sich nun der Spiegel bloss langsam durch den Raum, so kann sich das Meer der virtuellen Teilchen leicht an die Bewegung des Spiegels anpassen und weiterhin in Paa­ ren entstehen und wieder verschwinden, sobald sie sich gegenseitig auslöschen. Bewegt sich der Spiegel hingegen mit ähnlicher Geschwindigkeit wie die Licht­

Abb. 9: Statischer Casimir Effekt


rische Länge wird die Antennenlänge als Anzahl

Abb. 11: Das Resultat: Die Felder entlang der Ein-Moden Wellen sind nicht gequetscht (squeezed), im Gegensatz zu den Zwei-Moden Wellen. Quetschanteil in Abhängigkeit der Treiberleistung

bezüglich des zusammengedrückten (squeezed) ko­ henden vollständigen Erklärung vergl. unter dem Stichwort «electrical length» im Internet]

Universe: Super­strings, Hidden Dimensions, and the Quest fort he ultimate Theory, Vintage Books, 2002, und Green, Brian: The Fabric of the Cosmos: Space, Time, and the Texture of Reality, Alfred A. Knopf,

11. Der gequantelte Raum

der abgestrahlten Wellenlängen ausgedrückt; hier härenten Quantenzustandes verstanden. Zur einge­

verborgenen Bereichs sei (vergl. den nachfolgenden Abschnitt 13). Das unermessliche Physikalische Universum, das wir erfahren sei nur eine Wellengruppe – eine Kräuselung – auf der Oberfläche der Impliziten Ordnung. Die manifesten Objekte, die wir als umfassende gewöhnliche Realität betrachten, seien lediglich eingefaltete Projektionen der viel tieferen, höherdimensionalen impliziten Ordnung, die die eigentliche fundamentale Realität ausmache. Prof. Brian Green (geb. 1963) von der Cornell und der Columbia Uni­ver­sität [Green, Brian: The elegant

NewYork, 2004]

hat dies schematisch darge­ stellt (Abb. 12).

Wie erst vor kurzem öffentlich publiziert, rüttelt ein weiterer auf Unbestimmtheitsrelation und sprunghaftem Verhalten der Quantenmechanik basierter Effekt am Primat der sichtbaren Materie: Raig Hogan von der Universität von Chicago, und Direktor der Fermi Laboratories baut an einem Holometer, das nachweisen soll, dass der Raum an sich ebenfalls gequantelt ist, also nicht kontinuierlich verläuft [Moyer, Michael: Is Space digital?, Scientific Ameri­

der Transmissionslinie. Die Änderung der elektrischen Länge ist ihrerseits äquivalent zur Bewegung eines elektromagnetischen Spiegels. Durch Modulation des SQUID im Gigahertz-Bereich (10-9 s) bewegt sich der Spiegel vor und zurück. Um einen Eindruck der Grössenverhältnisse zu bekommen: Die Transmissionsli- can The Quantum Universe, February 2012, pp 20nie ist nur 100 Mikrometer (10-4m) lang, 27]. Wird dies dereinst bestätigt, so wäre und der Spiegel bewegt sich über eine «die Natur körnig», und die Grundlagen Distanz von etwa 1 Nanometer (10-9m). von Raum und Zeit müssten umgeschrieAber die Frequenz, mit der er dies tut be- ben werden. deutet, dass er Geschwindigkeiten nahe 5% der Lichtgeschwindigkeit c erreicht. Unsere gängige Welt von Materie und Nach der Perfektion ihre Spiegelbewe- Energie erscheint heute wie ein Schaum gungstechnik mussten Wilson und Co an der Oberfläche eines riesigen Quannur noch alles herunterkühlen, und sich tenvakuum-Sees [Bohm, David: Die implizite dann zurücklehnen und nach Lichtteil- Ordnung. Grundlagen eines dynamischen Holismus, chen Ausschau halten. Und tatsächlich: Goldmann, 1987; Davies, E. W.; Puthoff H. E. et al: Sie entdecken, wie vorausgesagt, Licht- Review of Experimental Concepts for Studying the teilchen im Mikrowellenbereich, die von Quantum Vaccum Field, Space Technology and Ap­ dem sich bewegenden Spiegel ausgehen. plications International Forum – STAIF, ed. M. S. ElDie erste experimentelle Beobachtung Genk, American Institute of Physics, 2006, pp. 13901401]. David Bohm meinte einst, dass diedes Dynamischen Casimir Effekts. se ungeheure, dem leeren Raum inhäDie verwendete Physik und Technik ist rente Energie als theoretische Evidenz äusserst anspruchsvoll, und kann im für die Existenz eines unermesslichen Originaltext [Wilson, C. M., Johansson, G., Pourkabirian, et al: s. Seite 34] nachgelesen werden; Abb. 10 zeigt das experimentelle Prinzip und Abb. 11 das Resultat.

Abb. 12: Durch ein stetes Vergrössern von einem Bereich des Raumes lassen sich dessen ultramikroskopischen Eigenschaften erforschen. Versuche, die ART mit der Quantenmechanik zu vereinen, enden bei maximaler Vergrösserung am heftig aufgewühlten Quantenschaum.

12. Nutzbarmachen der Energie des Quantenvakuums (Puthoff) Nun besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich aus dem Feld des Quantenvakuums (auch Quantenfeld, oder Nullpunktfeld) mittels eines Katalysators oder einer Kavitätsstruktur, wie sie ein

Abb. 10: Das optische Prinzip des experimentellen Aufbaus (rechts der Siliziumchip auf Aluminiumunterlage (links als verkleinertes blaues Rechteck dargestellt), und der optische Output CWP mit der Treiberleitung (Drive Line)

Wendezeit 4/12

35

Schwerpunkt

teilchen selber, also mit relativistischer Geschwindigkeit, wer­den einige Lichtteilchen von ihren Partnern getrennt, und deswegen nicht ausgelöscht (annihiliert). Diese virtuellen Lichtteilchen werden dann reell, und der Spiegel beginnt selber, Licht zu erzeugen. In der Praxis ist es allerdings schwierig einen Spiegel mit beinahe Lichtgeschwindigkeit zu bewegen. Wilson und Co haben einen Trick benutzt: Anstelle konventioneller Spiegel haben sie eine Transmissionslinie benutzt, die mit einem supraleitfähige Quanteninterferenzgerät oder SQUID (Superconducting Quantum Interferenz Device) verbunden ist. Die Manipulationen am SQUID verändern die effektive elektrische Länge [Als Elekt­


Schwerpunkt

Laser aufweist, Nutzenergie gewinnen lässt. In den letzten Jahren ist auch klar geworden, dass sich das Quantenfeld von der kosmischen Hintergrundstrahlung grundsätzlich unterscheidet. Mit einem theoretisch berechneten Energiebetrag von 10113 Joule/m3 ist dieser näm­ lich um den Faktor 1070 grösser als die Energiedichte der Annihilationsreaktionen von Materie/Antimaterie [Davies, E. W.; Puthoff H. E. et al; s. Seite 35]. Das Nutzbarmachen der gefangenen Ener­gie könnte nicht nur unsere Energiesituation auf der Erde revolutionieren, sondern auch eine Raumfahrt ermöglichen, wie sie in Ufoberichten geschildert wird. An entsprechenden Ener­gie­antrie­ ben werde inzwischen gearbeitet [Davies E. W.; Puthoff H. E., s. Seite 33; Puthoff, H.E.: Advan­ ced Space Propulsion based on Vacuum (spacetime metric) Engineering, JBIS, Vol 63, pp. 82-89, 2010],

denn die interstellare Verschiebung mit Überlichtgeschwindigkeit durch Wurmlö­ cher, Umbruchantriebe (wrap drives) oder andere Entwürfe von Raumzeit Modifikationen verlange ein Engineering von Raumzeit in spezielle Geometrien [Davies E. W.; Puthoff H. E., s. Seite 33]. Aufgrund der Feldgleichungen von Einstein‘s ART und von Zustandsgleichungen verlange dies nach «exotischer» Materie und nach negativer Energie, um Überlichtgeschwin­ digkeit zu erreichen. Puthoff liefert eine Übersicht über die Konzepte, wie im Labor negative Energie produziert werden kann, nämlich durch Zusammendrücken /Quetschen (squee­zing) von Licht, von ra­dialen elektrischen und magnetischen Feldern, von Quantenzuständen in Elektromagnetischen Feldern, von Gravitationsfeldern, und schliesslich durch Effekte der (negativen) Casimir-Energie [Davies E. W.; Puthoff H. E., s. S. 33; Davies, E. W.; Puthoff H.

pulsion based on Vacuums. s. oben; Puthoff, H.E.;

die spirituelle Gemeinschaft der Damanhurianer [Die Gemeinschaft von Damanhur ist ei­

Polarizable-Vacuum Approach to General relativity,

ne spirituelle Gemeinschaft von ca. 1000 Personen

Foundation of Physics, Vol 32, No 6, June 2002, pp.

nahe Ivrea im Piemont. Der Name «Damanhur» ist

E. et al, s. S. 36; Puthoff, H.E.: Advanced Space Pro­

927-943; Puthoff, H.E. et al: Levi-Civita effect in the

nach der altägyptischen Stadt des Lichts benannt.

polarizable vacuum (PV) representation of general re­

Die Damanhurianer haben im Verlauf von 18 Jahren

lativity, Gen. Relativ. Gravit, Vol 37(3), 2005, pp. 483-

(1978-1996) eine eigene unterirdische Tempelanlage

489].

geschaffen. Dort wurden u. a. die Grundlagen des

Die Nutzbarmachung von Energie aus dem Vakuum würde wohl die gesamte derzeit desolate Energiesituation für unsere Nachkommen massgeblich verbessern.

Raumzeit-Reisens getestet. Ein Ausschnitt aus den Berichten: Gattopardo Acts, Monday 7th February 1994, Time Physics, 19th March 1994, Journalistic Di­ ary, Damanhurian Daily Newpaper: Sphere Operator, Magazine Kindred Spirit: Winter 1995/96: Magical

13. Strings: Schwingung (statt Teilchen) macht Erklärungen einfacher Die auf die Schwingungs- statt auf die Materieperspektive ausgerichtete Natur ist seit Jahrzehnten ein zentrales Thema der Naturwissenschaft. Strings (Ketten, Fäden, Kordeln, Saiten), Tubes (Röhren – beispielsweise als Verbindung zu einem anderen Universum), und Branes (Bögen, abgeleitet von Membran, Folie) sind eine mathematische Landschaft für sich [Bous­ so, Raphael, et al: The String Theory Landscape, Sci­ entific American, September 2004, pp 61-73].

History Tours, usf. Der Autor hat einige dieser Unter­ lagen gesammelt und studiert] sind kurzeitig auch im Internet publiziert gewesen, dort bald aber wieder verschwunden. In einigen Berichten wird unter anderem auch über Zusammentreffen mit in Blasen (in anderen Raumdimensionen) eingeschlos­ senen menschenähnlichen Lebewesen berichtet.

Zurück zur Stringtheorie: Ein String pulsiert in 10 Dimensionen. Ein Punkt (ohne räumliche Ausdehnung) enthält aber eindimensionale Tubes, Strings und Branches als unmessbar kleine Kraftfeldbereiche. Ereignisse laufen in Spezialdimensionen (Abb. 13) ab, nicht innerhalb der vierdimensionalen Raumzeit. Die Stingtheorie geht aber davon aus, dass auch der Raum, den wir alltäglich erfahren, gleicherart strukturiert sei.

Experimentelle Beweise fehlen. Vergleicht man aber die Ufoberichte, haben Menschen unermesslicher Distanzen in Sekunden, und bei vollen Bewusstsein bereits überwunden [Stellvertretend: Adamski, George: Inside the Flying sourcers, s. Seite 28]. Aus den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind ausserdem gegen 100 ver- Jede Lösung der Gleichungen der Stringschiedene Raumzeitreisen durchgeführt theorie ergibt eine besondere Anordnung worden: Mittels alchemistischer Techni- von Raum und Zeit. Die 4 Raumzeit-Diken sind verschiedene Reisende durch mensionen hängen von der Struktur und Zeit- und Raumtore geschlüpft. Sie wur- der Grösse der zusätzlichen 6 Spezialdiden auf ihren Reisen durch Torwächter mensionen ab, etwa davon, wie viele überwacht und teilweise geleitet, und Kreisring-»Handgriffe» diese aufweisen, schliesslich wieder in unsere Welt zu- Länge und Umfang jedes Handgriffs, Anrückgeführt. Diese internen Berichte für zahl und Ort seiner Branes, und Anzahl

Abb. 13: A: Spezialdimension Tube (jenseits unserer 3 Raumkoordinaten); B: Endlos-Schleife String (rot); String mit Auffangbecken Brane (blau); C: Tubes nehmen Strings und Branes in sich auf

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gieaustausch über weitere Quanten, von denen geglaubt wird, dass sie von nirgendwoher kommen, sich verbinden / fusionieren, und sich gegenseitig innert weniger als einem Augenblick wieder auslöschen. Diese dahineilenden, flüchtigen virtuellen Partikel strahlen Energie ab, jedes einzelne Teilchen für sich. Diese Nullpunkt Energie wird in jeder einzelnen partikularen Transaktion im elektromagnetischen Feld manifest, wenn auch unvorstellbar klein – mit bloss etwa der Hälfte der Energie eines Lichtteilchens. Wenn wir jedoch all diese hinein- und herausschnellenden Partikel aufaddieren resultiert eine unerschöpfliche Energiequelle, die unauffällig im Hintergrund des leeren Raumes um uns herum tanzt. Tatsächlich zeigen Berechnungen [Keepin, Will: Lifework of David Bohm: River of Truth, ReVision magazine, Summer 2003] dieser Nullpunkt Energie, dass ein einziger cm3 leeren Raumes mehr Energie enthält als alle Materie unseres derzeit bekannten Universums. Teilchen an sich sind heute ziemlich irrelevant. Sie sind lediglich das Ventil, durch welches verschiedene Kräfte fliessen [Cole, K. C.: The Hole in the Universe: How Scientists pee­ red over the Edge of Emptiness and found everything, Harcourt NewYork, 2001]. Cole: «Ein Festkör­ per, so wie wir ihn kennen, ist eher ein Springbrunnen von sich kreuzenden Kas­ kaden von Wasser, die alle von einem punktförmigen Durchlass wegfliessen. Der eigentliche materielle Stoff ist das fliessen­ de Wasser, sprich sind Kräfte. Das Kon­ zept des Feldes (der Konzeptwechsel der Realität von Teilchen zum ‚leeren Raum mit Feldern‘ – beim Publikum unerkannt geblieben) war gemäss Einstein die gröss­ te Errungenschaft in der Physik seit New­ ton. Gemäss diesem Konzept ist Materie lediglich ein Ort, an welchem einige Fel­ der konzentriert sind. Materie kondensiert aus dem Feld aus, wie Wassertröpfchen in einem dampfigen Badezimmer aus den Wasserdampf auskonden­sieren. Materiel­ le Teilchen sind Konzentrationen von Fel­ dern, die entlang der Felder reisen wie Wellen in einem Seil oder einer Wasser­ welle. Der eigentliche Stoff – das Seil oder das Wasser – reist nicht von Ort zu Ort; nur die Welle reist… Diese Sicht von Ma­ terie erklärt unter anderem, weshalb je­ des Elektron im Universum dasselbe ist wie jedes andere, jedes Quark dasselbe wie jedes andere. Die Teilchen existieren nicht aus sich selbst heraus, sondern sind

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Schwerpunkt

eine Violinsaite in verschiedenen Mus­ tern schwingen kann, erzeugt doch jede Saite einen anderen Ton. Die Fäden des Superstrings können ebenfalls mit un­­ter­schied­ lichen Mustern schwingen: Ein winzig kleiner, im Muster schwingender String kann die Masse und die La­dung eines Elektrons haben, und dies wäre gemäss der String­theorie dann noch immer ein Elektron. Das­ selbe gilt analog für Neutrinos, Quarks, usf. Jedes Muster kommt von einem bestimmten typischen Schwingungsmuster, das von derselben darunter­ liegenden Entität herrührt. Auf ultramikroskopischer Ebene Abb. 14: Theoretische Raumstrukturierung ähnelt das Universum einer gemäss String Theorie Stringsymphonie, die Materie in die Existenz hineinschwingt.» Die Stringtheorie betrachtet die Gesetze der Physik als Computerprogramme, 14. Der Aether in der Physik und das Universum als Computer. Sie sagt auch eine Vielzahl von Anordnun- Der Physiker und Nobelpreisträger Frank gen möglicher Universen voraus. Diese Anthony Wilczek (geb. 1951) klärt Ein­ Landschaft hat vielleicht 10500 verschie- stein’s Haltung gegenüber dem Konzept dene Täler, in welchem jedes einzelne des Aethers [Wilczek, Frank: Physics Today, Ja­ einer bestimmten Gruppe von physika- nuar 1999]. Einstein folgert aufgrund des lischen Gesetzen gehorcht, die dann für Michelson-Morley Experiments, dass grosse Raumgebiete – sogenannte Bla- Licht keines Ausbreitungsmediums besen – gelten. U­n­ser derzeit sichtbares dürfe. Im Nachhinein wurde dann die Universum wäre daraus nur eine relativ Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkleine Region innerhalb einer solchen keit von der Ausbreitungsrichtung des Blase. Weitere physikalische und biolo- Lichts von der Schulphysik immer wiegische Experimente bis an die Dualitäts- der mit Ein­stein‘s «Abschaffung des Aethers» gleich­gesetzt. Wilczek: «Einstein grenze müssten hier Klärung schaffen. hat das Konzept des Äthers gereinigt, Green schreibt zur Stringtheorie in «The aber keineswegs verbannt, sondern viel­ elegant Universe» [s. Seite 36]: «Wäh­ mehr inthronisiert: Umbenannt und ver­ rend der letzten 30 Jahre seines Lebens kleinert dominiert es die anerkannten arbeitete Albert Einstein unerbittlich an Gesetze der Physik.» seiner sog. Einheitlichen Feldtheorie, ei­ ner Theorie, die alle Kräfte der Natur in ei­ Dieser Aether wird heute von den Phynem allumfassenden widerspruchsfreien sikern mit dem Feld des QuantenvakuNetzwerk beschreiben sollte. Mit Beginn ums gleichgesetzt, und als eigentliche des neuen Jahrtausends ist man einer sol­ Unterfangung unseres Universums bechen Sicht der Wirklichkeit näher denn je trachtet – als ein einziger unermesslizuvor. Die mikroskopisch kleine Land­ cher aufgequollener See von Energie. schaft ist von kleinsten Saiten («strings») Eine Energie, die (zumindest teilweise) durchflutet, deren Schwingungsmuster auch Information trägt. Was wir bisher ana­log einem Orchester die Evolution des als unser stabiles, statisches Universum Universums beschreiben. Diese Schleifen glaubten, ist offenbar ein kochender sind 100 Milliarden Milliarden (1020) mal Malstrom subatomarer Teilchen, die kleiner als ein Atomkern. Während heute flüchtig in ihre (materielle) Existenz hinein Elektron negative Ladung, und ein einschnellen, und wieder herausschnel­ Neutrino keine Ladung trägt, wird davon len. Gemäss der Energie / Mas­se Äquiausgegangen, dass alle Materie und alle valenz E=m•c2 interagieren alle Elemen­ Kräfte dasselbe sind, nämlich Saiten. Wie tarteilchen untereinander durch Enerder Kraftflusslinien, die jeden Kreisring umspinnen (Abb. 14).


nur besondere Manifestationen eines Feldes. Global gesprochen ist das Feld überall dasselbe.»

Hanspeter Stähli, dipl. Phys. ETH, Dr. sc. nat. Zürich

Und Prof. Panda folgert schliesslich [Pan­ da, N., C.: Maya in Physics, Motilal Banarsidass, New

geboren 31. 5. 1946, verheiratet,

«Die Wissenschaft hat das Konzept des Pluralismus über Bord ge­ worfen und hat das Feld, oder den Raum, als eine alleinstehende, einzige kontinu­ ierliche Entität als Grundlage für das Er­ scheinen/Auftreten unserer vielfältigen Welt akzeptiert.» u Delhi, 1991]:

Der 2. Teil erscheint in der Nr. 6/12.

2 erwachsene Kinder ehemals tätig in der Elektroindus­trie und im Gesundheitswesen. Begeisterter Bergsportler Skitour März 2012 im Gantrisch

und Klavierspieler (klassisch).

Quantensprünge Dr. Fred Alan Wolf, preisgekrönter theo­ retischer Physiker, glaubt, dass der menschliche Geist mehr als nur ein Uni­ versum schaffen kann – er kann auch in die Zukunft vordringen. In ei­nem Vor­ trag mit dem Titel «Der Zeit­punkt der bewussten Erfahrung», sagte Wolf: «Wir sind alle Medien, ob wir es wollen oder nicht. Unsere Gehirne funk­tio­nieren eher wie Zeitmaschinen, und Informa­ tionen aus der Zukunft müssen Ent­ scheidungen beeinflussen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Dies ist ein evolutionärer Wandel, und Arten, die sich diese äusserst wichtige Fähigkeit nicht angeeignet haben, sind aus­ge­ storben.» Wolf spricht von Quantenphysik, einem Teilgebiet der Physik, in dem Partikel gleichzeitig an zwei verschiedenen Or­ ten existieren können. Das Betrachten eines Quantums wirkt sich auf die Art und Weise aus, wie es sich verhält. In seinem Buch «Hyperspace» kombiniert der New Yorker Physikprofessor Michio Kaku Wolfs Quantentheorien mit Ein­ steins Relativitäsgleichungen um eine Zeitmaschine zu entwerfen. «Sie besteht aus zwei Kammern mit jeweils zwei pa­

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rallelen Me­tall­platten. Starke elektri­sche Felder zwischen den Plat­tenpaaren zer­ reissen das Gewebe der Raumzeit lassen ein Loch im Raum entstehen, das die beiden Kammern verbindet.» Kaku gesteht, dass es die Technologie zur Schaffung so mächtiger elektro-mag­ ­netischer Schaltungen noch nicht gibt. Einsteins Theorie besagt (stark ver­ein­ facht), dass wenn eine der Kam­mern sich mit einer immensen Ge­schwin­­ digkeit bewegt – im Welt­raum bei­spiels­ weise – ein Verzögerungs­effekt entsteht. So würde eine Uhr im Welt­raum lang­ samer ticken als auf der Erde. Alles, was hier durch eine «Raum­tür» träte, würde auf der «anderen Seite» in der Ver­gan­ genheit herauskommen. Ein Raumschiff könnte in Gedanken­schnelle wieder zu Hause sein. Die praktischen Anwen­dun­­ gen sind derzeit dürftig, aber die theo­ retischen Impli­kationen gewaltig. Der Zeitreisende könnte rechtzeitig wie­der auf der Erde sein um sich selbst zu be­ fehlen, nicht durch die Tür zu treten.

zeugend genug, um eine Zeitreise als eine noch verrücktere Möglichkeit er­ scheinen zu lassen. Wenn der Zeit­rei­ sende rechtzeitig zurückkehrte, be­träte er gleichzeitig ein anderes Uni­versum. All diese «doppelzeitigen» Quanten, aus denen die unkalkulier­ba­re Anzahl von Atomen im Uni­versum bestehen können sich nicht zweimal gleich verhalten. Mit dem Universum würde jedes Mal etwas An­deres geschehen, wenn der Reisende zurückkehrte und dadurch eine Pa­ral­ lelwelt entstehen liesse. So wäre es theo­retisch möglich, dass er in einer Welt ankäme, in der Einhörner auf der Weide grasen oder in der ein Cham­ pagner Veuve Clicquot fünfzig Rappen die Flasche kostet. Oder er könnte in einem Szenario ver­ schwinden, wo das Leben überhaupt nie entstanden ist…

Was nun? Kakus Antwort ist einfach und über­ Uris Website: http://site.uri-geller.com

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Beginnendes Hellhören Herbert Viktor Speer – Teil 7

Nach meiner eigenen Vorstellung musste Gott milde, barmherzig, gütig und nachsichtig sein. Das alles traf aber auf diese Stimme nicht zu – und ich begann an der Echtheit dieser Gottesstimme zu zweifeln. Da rief mich diese gewaltige Stimme noch einmal an und sagte:

Der magnetische Zug in meiner Hand Gedanken und Gefühlen dieser Aufforwar ungewöhnlich stark, und ich schrieb derung nachzukommen. Die Stimme war ein ganzes Rezept von Verhaltensmass- jedoch unerbittlich, sie nahm auf meine regeln auf: So sollte meine Tochter mit ablehnende Haltung keine Rücksicht, ihrem Haar den Schweiss von meiner son­dern rief mich laut an: Brust trocknen, wenn der Todesschweiss austrat. Meine Kinder sollten mich sym- «willst du jetzt gegen gott, deinen schöp­ bolisch bespucken und schlagen. Es war fer, ungehorsam sein?» «wenn du an deinem schöpfer zweifelst, so ein regelrechtes Passionsspiel, das von will ich dir zeigen, wer ich wirklich bin, uns allen verlangt wurde. Ich war müde Zerknirscht zog ich es vor, mich zu füdenn ich gebiete über tod und leben und und versuchte zu schlafen. Aber ich gen. Mit einem unvorstellbaren Grauen ich nehme dich mit einer handbewegung wurde alle Augenblicke durch geistigen klopfte ich an die Tür des Untermieters. von dieser erde. komm mit!» Anruf und durch einen heftigen Ruck Voll von Entsetzen hörte ich sein krädes Körpers geweckt. Immer wieder gab hendes «Herein!» – Ich öffnete die Tür Im selben Augenblick, d. h. im Bruchteil die Stimme mir neue Anweisungen: und sagte ihm höflich, so höflich, wie es einer Sekunde packte mich eine entsetzliüberhaupt möglich war, was er jetzt tun che Todespein: Jeder Tropfen Blut ström- wache und bete! sollte. Der Mann starrte mich an, als ob te irgendwo zu einem Punkt – eine Angi­ ich ein Gespenst sei. Ich glaube, dass na Pectoris ohne Gleichen. Ich wankte, sage: lass diesen kelch an mir vorübergehen. ich ihm tatsächlich für den Rest dieser drehte mich halb um meine eigene Achse wecke deinen sohn auf, denn er soll wachen Nacht auch den Schlaf genommen hatte. und sank zu Boden. Ich hörte noch, wie und beten. wecke deine frau auf, sie soll wa­ Doch bald darauf meldete sich die Stimalle aufschrien und meine Frau in die chen und beten. wecke deine tochter auf, me erneut, sie gab mir keine längere Worte ausbrach: «Um Gottes Willen, was sie soll auch wachen und beten.» Ruhepause: passiert!? Du wirst ja ganz grün im Gesicht!» – Nach diesen Worten und nach Das ging so die ganze Nacht ohne Un- «jetzt gehe zur untermieterin und sage ihr dieser Todesnähe erholte ich mich wieder, terlass. Mitten in der Nacht rief mich die ebenfalls, sie soll wachen und beten, denn die zeit ist jetzt nahe.» doch meine Glieder schlotterten mir am Stimme an: ganzen Leibe und meine Zähne schlugen «stehe auf und klopfe an die tür deines un­ Jetzt wurde es noch verrückter. Hatte wie im Schüttelfrost zusammen. termieters und sage ihm, er soll auch wa­ ich schon bei dem Manne meine äus­ «lege dich ins bett und beruhige dich,» chen und beten !» sersten Bedenken gehabt, so war es in sagte die Engelstimme zu mir. «hatte ich diesem Falle noch viel schlimmer. Ich Jetzt wurde es mir unheimlich. Ich hatte malte mir im Geiste aus, was für einen dich nicht gewarnt? wir werden dich mag­ netisieren, damit du wieder zu kräften zwei Zimmer meiner Wohnung an ein Auftritt es geben würde. Ebenso war mir kommst, denn gott lässt sich nicht spot­ Ehepaar mittleren Alters vermietet, und genau klar, dass ich rettungslos im Irten!» ich konnte mir gut vorstellen, was ich zu renhaus landen musste, wenn ich mich erwarten hatte, wenn ich mitten in der in dieser Weise gegen fremde Menschen Ich tröstete mich mit der Überlegung, Nacht mit einem derartigen Anliegen benahm. dass es ja nicht immer Gott selbst sein an meinen Untermieter herantreten wür­ muss, der in solchen Fällen in Aktion tritt. de. Er musste mich unweigerlich für to- Wieder drohte die Stimme in der beGott kann auch sicher von einem Erzen- tal verrückt halten. kannten Weise. Es blieb mir keine Wahl, gel vertreten werden, der das Recht hat, ich musste diesen Gang nach «Golgatha» in seinem Namen zu sprechen und zu Wenn der Leser bis zu diesem Punkt gehen. Als ich vor der Tür der Unterhandeln. Ein solcher Erzengel wird noch einige Zweifel an meiner Hellhör- mieterin stand, denn sie schlief allein in schon eine solche Macht zur Verfügung verbindung gehabt hat, so möge er jetzt einem Zimmer, packte mich von neuem haben, wie ich sie so furchtbar kennen- mit gesundem Verstand überlegen, was eine regelrechte Verzweiflung, denn ich gelernt hatte. Um ganz sicher zu gehen, diese Stimme von mir gefordert hatte. wagte nicht, mich gegen diese über­sinn­ ermahnte ich mich und versuchte nun Ich selbst hatte Verstand genug, das Un- liche Forderung aufzulehnen, weil ich selbst durch einen medialschriftlichen mögliche meiner Situation zu erkennen, alles für eine schwere Prüfung hielt. Da Kontakt Klarheit zu bekommen. und ich weigerte mich, mit allen meinen meldete sich mein Begleiter und sagte:

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Parapsychologie

«du

brauchst nur ganz leise anzuklopfen,

nur so zu tun, denn es ist symbolisch judas ischariot. er schläft und hört es nicht.»

liess mich die Stimme in Ruhe und ich fiel in einen kurzen Schlaf, der mir keine Erinnerung liess ...

dass ich besessen war und dass man mich ganz schön auf den «Leim» führen wollte, aber nicht ohne eine bestimmte Absicht, nämlich meine Verbindung zu höheren Geistern zu stören und wenn möglich ganz ausser Kraft zu setzen. Die Stimme trieb mich zur Eile an:

Wir hatten alle eine Rolle in diesem Sofort nach meinem Erwachen kam die symbolischen Passionsspiel. Kurz vor Stimme und sprach zu mir. Diesmal Mor­gengrauen hörte ich aus dem Ne- schien es aber kein Engel zu sein, denn benzimmer, wo der angebliche Judas die folgenden Ereignisse hatten nichts Ischariot schlief, ein heftiges Würgen mehr mit Passion oder Symbolik zu tun: «du hast nicht mehr viel zeit zum handeln. und Husten. Die Stimme meldete sich sie waren eine Fopperei ohne Gleichen. hebe den spiegel aus dem schrank und sofort und sagte zu mir: – Ich muss daher den Verdacht ausspre- bringe alle deine sachen in sicherheit, chen, dass man mich zu Handlungen sonst geht alles verloren.» «judas ischariot, der sünder und verräter, verleiten wollte, die mich ins Irrenhaus bricht jetzt seine sünden aus.» bringen sollten. Es war der Zustand einer Ich stürzte aus dem Bett und arbeitete regelrechten Besessenheit. fieberhaft. Ich tat alles, was man von mir Eine Stimme sagte zu mir: verlangte, denn man hatte mich in der vergangenen Nacht schon weich ge«pass auf! – heute wird gott macht. Ich kapitulierte vor den höheren ein grosses wunder gesche­ Mächten. Ich war besessen, vom Teufel hen lassen. wir sind seine besessen –, und war dumm genug, es engel und du weisst, dass nicht zu wissen. Wo war mein Schutzenwir sehr starken einfluss gel, der diesen dämonischen Überfall auf auf die materie ausüben mich zuliess? – Die Stimme warnte mich: können. du hast bereits ge­ sehen, dass wir sehr schwe­ «sorge dafür, dass niemand in der woh­ re gegenstände mühelos in nung bleibt, denn kein leben ist in dieser die luft heben können, wohnung sicher. nimm deine steppdecke und wenn die voraussetzungen wickle dich ganz fest darin ein. achte dafür günst ­ ig sind. nun, die aber darauf, dass dein kopf gut geschützt voraussetzungen sind so ist. am besten, du legst dich in der küche günstig, wie noch nie. der auf den fussboden und schützt vor allem grosse kleiderschrank, wel­ dein trommelfell. vorher aber öffne alle cher hier im zimmer steht, fenster, denn sie gehen sonst entzwei. du wird mit einem gewaltigen musst in der wohnung bleiben, weil wir knall auseinanderfliegen. deine hohe medialität dazu gebrauchen.» es wird ein phänomen ohne­ gleichen sein und du wirst Mein Untermieter war zu dieser Zeit gemit dieser tatsache auch rade in der Badewanne. Ich jagte ihn mit berühmt.» allen Beschwörungen aus dem Bad. Dann Pietro Lorenzetti (oder Pietro Laurati), ca. 1280–1348, hatten endlich alle Personen auf mein Judas’ Tod (1320–1330) Diese Ankündigung er- Drängen hin die Wohnung verlassen. Sie Der Leser wird mir recht geben, wenn schien mir zuerst sehr lächerlich; aber hielten sich auf der Strasse auf und warich behaupte, dass schon eine ganz un- als ich darüber nachdachte, fiel mir ein, teten misstrauisch auf das grosse Wungewöhnliche Phantasie dazu gehört, um dass die Unsichtbaren schon manches der, das ich ihnen prophezeit hatte... auf solche Einfälle zu kommen, aber die Mal einen erheblichen Spuk verübt hatStimme aus dem Jenseits hatte diese ten: dass sie das Mobiliar hin- und her- Meine Ankündigungen waren ein einPhantasie. Ja, sie haben es mir hundert- gerüttelt und geschoben haben, dass maliges Musterbeispiel falscher Prophefach bewiesen, dass ihre Einfälle keine uns Hören und Sehen verging. Wie nun, tie, ein Glanzstück dämonischer InspiGrenzen kannten. wenn konzentrierte, okkulte Kräfte und ration. Eine Besessenheit, die man glatt Mächte tatsächlich einen neuen Spuk mit religiösem Wahn bezeichnen kann. Diese Stimmen hatten ihre Rollen gut aufführen wollten, um ihre Existenz ganz Und doch war eine unendliche Wahrverteilt, denn mir war bekannt, dass der eindeutig zu beweisen? heit darin enthalten, denn es war ein angebliche Judas Ischariot in ein sehr echter Jenseitsanschluss, eine echte Hell­ zweifelhaftes Schiebergeschäft zwischen Ich hatte schon viele Wunder erlebt, so hörigkeit, mit allen guten und schlechOst und West verwickelt war. Gegen dass ich nicht ganz zu zweifeln wagte. ten Seiten. Ein sehr gefährlicher AnMorgen, kurz nach dem Hellwerden, Später habe ich allerdings eingesehen, schluss – Lebensgefährlich! – Ich lag auf

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Parapsychologie

dem Fussboden, fest in die Steppdecke eingewickelt, hielt mir krampfhaft die Ohren zu und wartete auf den Donner, der jeden Augenblick eintreten musste...

mietern, wie auch mit meinen Angehö- Mein Sohn hatte mir das kleine Kruzifix rigen am Karfreitag einen blöden Scherz in meine Hände geklemmt und man aufgeführt hatte, den ich niemals erklä- liess mich in Ruhe, weil man nicht wussren konnte. Aber dann ermahnte ich te, was man in diesem Fall zu tun hatte. mich, hob meine rechte Hand zum Die Dunkelheit kam ... Plötzlich hatte ich eine sehr starke Vision: Schwur und leistete einen heiligen Eid, Ich sah mit meinen geistigen Augen ein dass ich meinem Schöpfer die Treue be- Wenn diese vorangegangene Passion farbenprächtiges Unwetter von grau­siger wahren wollte, ganz gleich, was auch in wirklich einen symbolischen Sinn haben Schönheit, wie es sich ein Mensch nur Zukunft mit mir geschehen würde. sollte, dann sollte sie sicher ein Phänoschwer vorstellen kann. Es war, als wenn men einleiten, das zu meiner Belehrung der Jüngste Tag angebrochen war, denn Vielleicht hatte ich die dämonischen dienen sollte. Ich habe später viel darüfeurige Blitze in allen Regenbogenfarben Mächte mit dieser Haltung zunächst ge- ber nachgedacht, um den Sinn zu erumtobten mich, aber es war ein vollkom- bannt. Jedenfalls kam sofort die Stimme gründen. Theologisch gesehen scheint men lautloses Unwetter, nicht der leiseste zurück und bat mich in ruhigem Ton, dieses Erlebnis doch von grösserer BeLaut war zu hören. Trotzdem hatte ich das wieder ins Bett zu gehen und ruhig zu deutung zu sein als ich zuerst annahm. unheimliche Gefühl, dass die Welt in ei- warten, es werde sich schon noch zum Wenn symbolisch mein Phänomen durch nem Atomfeuerwerk zu Grunde ging. Guten wenden. Unzählige Male kam die ein kleines Passionsspiel eingeleitet wur­ Aufforderung: de, so muss auch die Fortsetzung dieser symbolisch, religiösen Handlung stärks«wasche dir symbo­ tens beachtet werden, denn ich halte es lisch die hände !» nicht für ausgeschlossen, dass hier etwas gezeigt wurde, das vielleicht als eiDiese symbolische ne Ergänzung zur Apostelgeschich­te ge­ Waschung wurde hört. Schon die ganze jenseitige Verbinauch von meinen dung zeigte, dass auch die biblischen Angehörigen ver- Phänomene nicht beendet sind, sondern langt. Gegen Mit- hier und da auch heute noch ihre Forttag kam die be- setzung finden. kannte Stimme erneut und erzählte Nachdem die Nacht hereingebrochen war mir, es sei möglich, und meine Angehörigen schliefen, meldass ich in der kom­ dete sich die übersinnliche Stimme und menden Nacht ei- sagte zu mir mit einer unbeschreiblichen ne Stigmatisierung Deutlichkeit: durchzumachen hätte, man wüsste «bitte lege dich auf den rücken und fürch­ Feurige Blitze in allen Regenbogenfarben umtobten mich… nur nicht genau, te dich nicht. so entsetzlich es sich auch ob ich dazu geeig- anhören mag, es wird noch zu ertragen Nach einiger Zeit kam mir zum Bewusst­ net sei, denn mein Gesamtorganismus sein: du wirst in dieser nacht sterben, sein, dass irgend etwas nicht stimm­te. sei sehr angegriffen. Aus­serdem sei ich doch du wirst wieder zu einem körperlichen Der angekündigte Donner blieb aus, und herzkrank durch einen Coronaschaden. leben auf dieser erde erwachen, denn gott das grosse Wunder trat nicht ein. Ich Ich fragte, ob es sehr schmerzhaft sei? braucht dich noch für eine ganz bestimm­ spürte mit tiefer Beschämung, dass ich Nein, ich würde nichts davon merken, te aufgabe. trotzdem wirst du fast allen menschen auf dieser erde etwas voraus der Genarrte war. Ich hätte mein Leben lautete die Antwort. haben, denn gott wird dir die ‚andere welt’ für dieses Wunder gegeben. Eine Sekunde lang packte mich eine entsetzli- Allmählich wurde ich von einem furcht- zeigen. che Verzweiflung, dass man mich so zum baren Durst geplagt, meine Kehle war Narren gemacht hatte, aber sofort hatte schmerzhaft trocken wie noch nie. Doch in wirklichkeit ist der tod nicht so schlimm ich mich wieder in der Gewalt. Viel- die Stimme warnte davor, etwas zu trin- wie alle menschen auf erden annehmen. leicht sollte das eine Prüfung sein, die ken, sondern befahl mir, die Lippen nur doch dein tod wird eine ausnahme machen, mit etwas Essig anfeuchten zu lassen. denn du wirst geistig erleben, was chris­ ich erst bestehen musste? Gegen Nachmittag verfiel ich in einen tus erlebt hat. du wirst sterben, wie er ge­ Wer weiss? sehr starken Schweissausbruch, so dass storben ist.» ich fortwährend stöhnte. Ich hatte meiIch erhob mich sehr ernüchtert und ne Hände über der Brust gefaltet und Nach dieser langen Anrede war mir sehr stellte fest, dass ich mit meinen Unter- verfiel in einen apathischen Zustand. unheimlich zumute. Es war weit schlim-

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Parapsychologie

mer, als wenn man eine schwere Operation ohne Narkose von mir verlangt hätte. Aber ich hatte nicht zu bestimmen, welche Prüfungen ich zu bestehen hatte, das besorgten andere Kräfte, ohne auf mich Rücksicht zu nehmen. Ich hatte mancherlei Bedenken gegen diesen angekündigten Tod. Ganz abgesehen vom bewussten Sterben selbst, hatte ich die Befürchtung, dass ich vielleicht nicht mehr zum irdischen Leben aufwachen würde: Wenn es nun kein zurück mehr gab? – Vielleicht hatten meine Angehörigen zu wenig gebetet? Für mich war es ein realer, grauenhafter Ernst. Eine Wirklichkeit ohne gleichen.

Wie gross war eigentlich meine Liebe zum grossen Schöpfer? Ich hing an dieser materiellen Welt und an meinen Angehörigen! Wenn Gott also sprechen würde: Komm und bleibe bei mir, so würde ich wohl folgen, weil ich wusste, dass ich gegen Gott ohnmächtig bin. Aber ob ich diesem Ruf mit Freuden folgen würde, das erschien mir doch recht zweifelhaft. So gross war also meine Liebe zur Welt und so klein meine Liebe zum Schöpfer? Aber immerhin: Es war Gottes Welt, die ich liebte; und alle Menschen dieser Welt waren meine Brüder und Schwestern.

So versuchte ich mich zu trösten. Es war überhaupt meine Stärke, mich in allen Sachen immer gut herauszureden, möglichst so, dass meine Argumente den Anschein von absoluter Richtigkeit hatten. Ich glaubte indessen an wirkliche Wunder. Christus sollte doch Tote erweckt haben. Christus konnte also auch mich zum Leben erwecken, denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Dass ich mich hierin nicht getäuscht hatte, das habe ich selbst erfahren. Gott hatte keine leeren Versprechungen gemacht, sondern tatsächlich sein Wort gehalten. Die Stimme meldete sich wieder und fragte mich ganz unvermittelt:

Gustav Klimt (1862–1918): Alter Mann auf dem Totenbett

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Parapsychologie

«warum

glaubst

christus

du

nicht

wirklich

an

weisst, wer christus war. dein glaube an

trat das väterliche erbe gottes an.

ihn ist nicht ganz richtig. ich will es dir

Hier musste ich die Feststellung machen, dass der Engel, der an meiner Seite stand, alle meine Zweifel mit angehört hatte, denn sonst hätte er diese Frage nicht gestellt. Es stimmte also, dass wir auf alle unsere Gedanken zu achten haben, denn sie werden ständig von Unsichtbaren abgehört, wie sie auch all unser Tun mitansehen müssen. Gott erforscht uns auf Herz und Nieren. Ich antwortete also: «Ich glaube ja an Jesus Christus! Warum behauptest du, dass ich nicht an ihn glaube?» «erkläre mir bitte, wie du an chris­ tus glaubst?» «Nun,» sagte ich, «Christus war sicher ein sehr bedeutendes Medium. – Er hatte starke Bindungen zur grösseren Welt. – Christus konnte hellhören. – Er war ein Heilmagnetopath. – Er konnte die Schwerkraft aufheben wie ein Yogi. – Aber er hatte ein ungewöhnlich gutes Herz, das ihn mit Gott verband. Darum gründete er eine Religion, die wirklich gut ist, wenn sie befolgt wird, wie er es sich gedacht hatte.» Der Engel antwortete sofort: «du siehst, lieber herbert, dass du doch nicht recht

darum erklären, denn es ist heute sehr

dadurch war christus schon auf erden

wichtig, dass du genau weisst, wer jesus

mehr als ein medium, denn er hatte die er­

christus in wirklichkeit ist:

innerung an seinen schöfper und stand mit seinen guten engeln in dauernder te­

christus ist eine reine, geläuterte gott­

lepathie. als diese telepathie plötzlich

seele. christus ist wie ein erzengel, doch

aufhörte, rief er aus:

er wurde durch gottes beschluss inkar­

hast du mich verlassen!»

«mein

gott, warum

niert, um der menschheit zu helfen. um christus aber vor den menschen zu legiti­

Allmählich merkte ich, dass ich meinen Glauben erheblich zu revidieren hatte. liess mancherlei wunder geschehen. ihm Es war eine wunderbare und gnadenselbst aber gab er göttliche gaben mit auf reiche Belehrung, wie sie ein Mensch seinen erdenweg. nur selten erleben darf. Ich wollte noch mehr darüber hören und der Engel kam er erhielt daher die fähigkeit zum hell­ meinem Wunsche sofort nach: hören, zum hellsehen, zum wunderheilen und gesundbeten. ausserdem konnte er «höre gut zu: geistig die materie überwinden, nämlich die schwerkraft aufheben und seinen jeder mensch hat eine göttliche seele, die astralkörper aussenden und abgesehen vom irdischen tod nicht ausgelöscht wer­ von der suggestion und geistiger beein­ den kann. der irdische tod ist nur ein ab­ flussung noch viele, viele andere wunder werfen des materiellen körpers, das able­ tun, die alle mit der seele etwas zu schaf­ gen eines unbrauchbaren werkzeugs. fen haben. christus hatte ein solches werkzeug, ei­ er kannte keine sünde und war stark ge­ nen menschlichen körper aus fleisch und nug in seinem geiste, allen anfechtungen blut. doch die seele des heilands ist von und beeinflussungen durch böse mächte einer unvorstellbaren klarheit, sie ist ein zu widerstehen. du siehst, dass er kein yo­ grosses, leuchtendes gebilde aus den al­ gi, sondern eine edelseele war, also ein lerfeinsten strahlen. es gibt keine andere richtiges kind gottes.» seele, die sich mit dieser edelseele verglei­ chen könnte – und darum ist sie göttlich. Ich dachte darüber nach, und um Chris- auch jede andere seele könnte mehr oder tus zu erfassen, musste ich die Worte des weniger göttlich sein, wenn sie allem bö­ Engels einer scharfen Kritik unterziehen. sen widerstehen könnte – wenn sie sug­ Dann sagte ich langsam, jedes Wort gestionsfest wäre !» überlegend: «Das mag stimmen, aber wir sind heute technisch und wissenschaft- Ich zog es vor, lieber keine weiteren lich weit voraus. Vom geistigen Stand- Fragen zu stellen, denn ich wollte nicht punkt aus gesehen wissen wir heute, den Eindruck hervorrufen, dass ich an dass es Yogis in Indien gibt, die auf glü- der göttlichen Beschaffenheit der Chrishenden Kohlen tanzen und dass einige tus-Seele zweifelte. Ich sagte mir, dass Menschen sogar die Schwerkraft aufhe- diese Gott-Seele kompromisslos anerben können: wir nennen es ‚Levitation’». kannt wer­den müsse, denn die Sprache weist den Geist aus und die Sprache, «gewiss, aber das sind alles nur teiler­ welche Christus geführt hatte, war eine scheinungen. jeder mensch kann mit sei­ Sprache der höchsten Moral und Nächsner seele arbeiten, sie ist stärker als du tenliebe. annimmst. doch christus wurde durch eine Im Angesicht des Todes «eigenzeugung» zur welt gebracht, durch einen «seitensprung» der natur. dadurch übernahm er nicht das väterliche, Allmählich beobachtete ich, dass in meimenschl ­ iche erbteil! diese lücke wurde nem Körper ein langsam voranschreivon gott persönlich ausgefüllt, d.h. er tende Veränderung vorging. mieren, schickte gott zeichen voraus und

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Meine Atemzüge wurden immer ruhi- Jetzt zählte ich in langen Pausen meine ger und geringer und auch meine Herz- letzten, kaum spürbaren Herzschläge. schläge pochten mit immer längeren Meine Atmung schien schon völlig still Zwischenpausen. Sie verlangsamten sich zu stehen. Es waren unheimlich lange von Sekunde zu Sekunde. Pausen bis zum nächsten, schwachen Herzschlag. Über meiner Nasenwurzel, mitten auf der Stirn, entstand ein eigenartiger Ein erstickendes Gefühl machte sich in kal­ter Sog nach aussen hin. Es han­ meiner Kehle bemerkbar. Ich wurde delte sich genau um jene Stelle, die langsam mit unsichtbarer Hand erwürgt. bei allen Buddha-Figuren ange­deu­­tet Ich musste ersticken, obwohl meine Atist. mung schon aufgehört hatte. Der Herzschlag und auch die Atmung verlangsamten sich sehr. Es war mir bewusst, dass mein Herz jeden Augenblick stillstehen musste. Es war ein Schwinden aller meiner Körperfunktionen, ein völlig bewusstes Sterben ohne Schmerzen.

Ich spürte keinen Schweiss. Mein Körper schien völlig trocken zu sein. Der Sog auf meiner Stirn nahm zu. Es zog mit aller Gewalt an meiner Stirn, als ob ein Korken aus einer unsichtbaren Öff­ nung gezogen werden sollte.

Mein Hausarzt wollte alle Symptome eines Scheintodes festgestellt haben. Nun, da ich keinen Herzschlag mehr spürte und auch nicht mehr atmen konnte, befand sich mein Körper in einer absoluten, noch nie erlebten Ruhe. Dieser Zustand erzeugte in meinem Bewusstsein ein ehrfurchtsvolles, feierliches Gefühl, eine hohe Achtung vor dem eigenen Tod. Noch spürte ich aber einen kalten Hauch, eine Grabeskühle, von den Füs­ sen her meinen ganzen Körper einhüllend; es war ein gefühlsmässiges Erstarren aller Blutbahnen. Diese Kälte stieg ziemlich schnell wie eine kalte Welle an meinem Körper hoch, bis auch der Kopf davon erreicht wurde.

Da spürte ich plötzlich, dass mein Dieser Zustand war so einmalig neu, Herz stillstand! dass ich mich schon aus reiner Neugierde äusserst genau beobachtete. Gleich darauf spürte ich ein ganz zartes Mir entging keine leiseste Verände- Es hatte den letzten, leisen Schlag ge- Platzen unter der Haut, als ob sich das rung in meinem Organismus. Nie in tan. Es stand völlig still. Ich nahm nicht Fleisch von der Haut trennte. meinem Leben ist mir auch nur annä- die geringste Bewegung mehr war. – Es hernd ein derartiger Zustand in Erin- war ein unbeschreibliches Gefühl, das Dann aber hörten alle Beziehungen zu nerung. Ich hatte keine Angst mehr, erste Mal im Leben zu spüren, dass At- meinem Körper ganz auf. Und trotzdem sondern befand mich in einer apathi- mung und Herztätigkeit aufgehört hat- war ich völlig unverändert in meinem schen Ruhe und Zuversicht. Auf alle ten – zu wissen, dass der Tod eingetre- Bewusstsein. Fälle war ich unerschütterlich davon ten war. Was für ein Tod es war, vermag überzeugt, dass mein Bewusstsein ich nicht zu sagen. Vielleicht ein Schein- Ich war tot, aber ich blieb ich! viel­leicht einschlafen, aber nicht ster- tod oder ein ungewöhnlicher schwerer ben konnte. Trancezustand. Nächste Folge: Die grosse Begegnung u

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arapsychologie: 60 Jahre und weiter ins Unendliche

Eine zukünftige Vision des Paranormalen durch die Augen und Einsichten der weltberühmten Visionärin Chris Griscom Die parapsychologische Herausforderung: die praktische Umsetzung Höherer Weisheit Chris Griscom wird Ihnen zeigen, wie Sie das Studium paranormaler Phänomene im praktischen Alltag umsetzen können, wodurch Sie neue Kanäle öffnen und Zugang finden zum grenzenlosen Potenzial, das in unseren Zellen gespeichert ist. Alles, was von Avataren, Gurus und sensitiven Menschen bewiesen worden ist, durchdringt den Astraläther, in dem unser Bewusstsein lebt, und deshalb können wir diesen benutzen, um das Paranormale in unserem eigenen Leben zu erfahren. Wir alle haben Teil an physischen, emotionalen und spirituellen DNS-Konfigurationen, die sich durch unsere bewusste Fokussierung aktivieren lassen, um den Sinn unseres Lebens hervorzuheben. Die Zeit ist gekommen, die Verbindungen unseres Bewusstseins zu erforschen, die uns alle befähigen können, das anzuwenden, was bisher nur einigen wenigen Menschen vorbehalten war. Die parapsychologische Forschung hat schon lange versucht, herauszufinden, wie es zu paranormalen Phänomenen kommt, indem sie nach Schlüsselfaktoren suchte, die gewisse Leute befähigen, ausserordentliche Taten zu vollbringen. Egal, ob wir Veränderungen in der Physiologie des Gehirns nachspüren, uns in der Macht des Fokussierens üben oder unsichtbare Energiefelder zu kontrollieren suchen, Tatsache ist, dass wir diese Erfahrungen und Ereignisse aus einer mehr erleuchteten Perspektive angehen müssen. Die Parapsychologie kann uns zu einer holographischen Beziehung zu unserem Körper und unserem Geist führen. Die nächste Stufe der wissenschaftlichen Forschung wird die Gesetze der Wissenschaft mit den Gesetzen des Kosmos verschmelzen. Die spirituelle Erforschung wird Mysterien in Wahrheiten verwandeln.

Statt aus dem begrenzten Blickwinkel der Religion können wir nun das spirituelle Verständnis aus der kosmischen Perspektive der allgemein gültigen Energiegesetze neu angehen. Wir können unsere geistige DNS benutzen, um Zugang zu Multiinkarnationsimpulsen zu finden, zu Todesschwellenerfahrungen, zu körperlosen Reisen, PK und sogar zu den gewöhnlichen Schaltkreisen der Telepathie und Hellsicht. Alle wurzeln in der Lebensmatrix, die alle Lebewesen zusammenwebt. Der spirituelle Fortschritt gibt uns den Schlüssel zum erweiterten Bewusstsein, das uns alle parapsycholo­gi­ schen Ereignisse verstehen lässt. Die Fähigkeit, durch die Schleier vor ande- ren Dimensionen, anderen Welten hindurch zu dringen, gibt uns neue Instrumente der Manifestation und Weisheit. Viele der alten Definitionen lassen noch nicht zu, dass neuere Informationen als gültig anerkannt werden. Wenn wir uns weiter entwickeln, wird Wissenschaft gelehrt werden, indem sich der Geist in unserer Dimension entfaltet und wissen­ schaftliche Erkenntnis wird das NichtManifeste in eine bunte, universelle Sprache einkleiden, Tatsächlich geht es nicht darum, unseren Verstand – so wie wir ihn definieren – anzustrengen, son­

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dern es handelt sich um eine Aktivierung des höheren Bewusstseins. Und dann üben wir uns und wenden es an, indem wir uns als Teil jener Energiefelder sehen, indem wir ein Fundament an Erfahrungsauslösern bauen, das uns mit den höher entwickelten Schwingungsebenen aller Möglichkeiten verbinden. Tele­ pathie, Telekinese und alle anderen pa­ra­ normalen Phänomene werden schliesslich zur Norm. Wie schaffen wir das? Wir müssen einfach damit anfangen, uns mit den Ener-

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giekreisläufen zu identifizieren, die um uns herum und durch uns hindurch flies­ sen – auf allen Ebenen. Dies geschieht nicht, indem wir sie «verstehen»; es geschieht, indem wir unsere eigenen Energiefelder anheben, um sie mit einzuschliessen. Chris Griscom wird Ihnen Anleitungen geben, wie sie sich in der Praxis mit Parapsychologie befassen kön­nen, ohne dass sie Dinge ausserhalb von Ihnen untersuchen, sondern vielmehr Ihre angeborenen Fähigkeiten, die im Rahmen des menschlichen Konstrukts geschlummert haben. Treten Sie ein in eine Erfahrung neuer spiritueller Techniken, erleben Sie, wie die Mysterien des Kosmos entschlüsselt

werden und lernen Sie, wie man diese anwendet, um der ganzen Menschheit zu helfen. In dieser Begegnung mit Chris Griscom wer­ den wir unsere Weis­ heit auf die geistige Welt ausrichten und Wesen, die an ihren Sterbeorten gefangen sind, frei setzen. Dies ist ein grosser Dienst an unserer Erde und unseren Mitmenschen. Die Parapsychologie setzt die Kraft zur Veränderung der Wirklichkeit frei, und sie eröffnet uns einen neuen Sinn des menschlichen u Lebens.

SPG Schweizer Parapsychologische Gesellschaft Die parapsychologische Herausforderung: Die praktische Umsetzung höherer Weisheit. Treten Sie ein in eine Erfahrung neuer spiritueller Techniken, erleben Sie, wie die Mysterien des Kosmos entschlüsselt werden und lernen Sie, wie man diese anwendet, um der ganzen Menschheit zu helfen. In dieser Begegnung mit Chris Griscom werden wir unsere Weisheit auf die geistige Welt ausrichten. Dies ist ein grosser Dienst an unserer Erde und unseren Mitmenschen. Die Parapsychologie setzt die Kraft zur Veränderung der Wirklichkeit frei, und sie eröffnet uns einen neuen Sinn des menschlichen Lebens. Treten Sie ein in eine Erfahrung neuer spiritueller Techniken, erleben Sie, wie die Mysterien des Kosmos entschlüsselt werden und lernen Sie, wie man diese anwendet, um der ganzen Menschheit zu helfen. In dieser Begegnung mit Chris Griscom werden wir unsere Weisheit auf die geistige Welt ausrichten.

Chris Griscom Seminar: 01. Sept. 2012 in Zürich (m.Übers.)

Chris Griscom ist eine international anerkannte spirituelle Lehrerin, Heilerin und Visionärin. Sie ist Autorin von 14 Büchern, die in 13 Sprachen übersetzt wurden und ist die weltweit führende Autorität auf dem Gebiet der Reinkarnation. Ausserdem gründete sie The Light Institute of Galisteo, New Mexico, ein renommiertes Zentrum für Geistiges Heilen sowie die Nizhoni School for Global Consciousness. Kosten: CHF 150.- / CHF 130.- SPG Mitglieder Info und Anmeldung: SPG Center

„Evolution of God“

Seminarort: ZKO (Zürcher Kammer Orchester), Seefeldstr. 305, 8008 Zürich

Zollikerstr. 269a, 8008 Zürich, + 41 (0)44 422 56 62, info@spg-zh.ch www.spg-zh.ch 46

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jerba und seine jüdische Gemeinde

Orith Tempelman Bereits Odysseus erlag den Versu­chun­ gen der grössten Insel Nordafrikas – Djerba, dem exotischsten Teil Tune­siens. Wegen des Mittelmeer­einflusses und durch die Nähe zur Sahara herrscht hier ein ganz besonderes Klima, das auch schon als «fünfte Jahreszeit» beschrie­ ben wurde. Dank seinem internationalen Flughafen, seinen zahlreichen Hotels für jeden Geschmack und für jedes Budget sowie den vielen Thalasso-Zentren hat sich Djerba zu einer äusserst beliebten Destination entwickelt. Doch «La Dou­ ce» (die Sanfte), wie die Insel von den Einheimischen genannt wird, hat auch

Momente erlebt, die einen bitteren Nachgeschmack haben – vor allem für seine jüdische Bevölkerung.

unternah­men nichts, da sie be­fürch­ teten, die Fremde habe das Feuer als Hexenritual selbst gelegt. Am nächsten Tag fanden sie jedoch den Körper der La Ghriba – die Fremde, Frau, deren Gesicht wie durch ein die Erstaunliche, Wunder un­versehrt geblieben war. Reuevoll be­schlossen die Dorf­be­woh­ die Aussergewöhnliche ner, an Stelle der abgebrannten Hütte Ihren eigenartigen Namen verdankt eine Synagoge zu errichten und die die älteste Synagoge Afrikas der Le­ fremde Frau hier zu bestatten. Der gende nach einer wunderschönen jun­ Überlieferung zufolge geschah dies im gen Frau, die eines Tages aus der Jahr 586 v.Z. Die heu­tige Synagoge, die Fremde nach Djerba kam. Sie lebte vermutlich auf den Grundmauern der allein und zu­rück­gezogen in einer Hüt­ ersten «La Ghriba» erbaut wurde, te, die sie eigen­händig aus Zweigen stammt aus dem Jahr 1920 und wird gebaut hatte. Eines Nachts brach in der ständig renoviert, so dass sie stets Hütte Feuer aus aber die Dorfbewohner relativ neu aussieht.

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Jahrtausende alte jüdische Geschichte auf Djerba Die Geschichte der Juden auf der Insel reicht Jahrtausende zurück und ist von vielen Legenden umwoben. Es heisst, die ersten Juden seien bereits im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar nach Djerba gekommen. Im «Gepäck» sollen die Flüchtlinge Steine vom zerstörten ersten Tempel gehabt haben, die sie dann in die Synagoge einbauten. Einer weiteren Legende zufolge soll es schon vor der Eroberung Jerusalems

La Ghriba – eine Mischung zwischen Kirche und orientalischem Palast

Eine Synagoge wird angegriffen Die Synagoge La Ghriba – jährliches Ziel einer Wallfahrt zum jüdischen Fei­ ertag Lag BaOmer, jeweils 33 Tage nach Pessach – erlangte am 11. April 2002 durch einen terroristischen An­schlag zum zweiten Mal traurige Berühmtheit. 21 Menschen starben, darunter 14 Deut­ sche und 2 Fran­zo­sen. Die dama­li­ge tunesische Regie­rung versuchte, die Tat als Unfall dar­zustellen und sie her­un­ terzuspielen, aber im Juni 2003 be­ kannte sich das Terrornetz Al-Kaida zu dem Anschlag. Seither meiden viele deutsche Veran­stalter die Insel und es kommen auch viel weniger Pilger nach Djerba. Waren es vor dem Anschlag noch bis zu 5000 Pilger – zu Beginn der 90er Jahre, nach Abschluss des Osloer Friedens­abkom­mens zwischen Israel und den Paläs­ti­nensern, wurden auch schon 10’000 ge­zählt – aus Nordafrika, Frankreich, Is­rael, den USA und Kanada, so sind es heute nur noch einige Hun­ dert. Letztes Jahr fand aus Sicher­heits­ gründen keine Wallfahrt statt. Kaum ein Aussen­ste­hender wird aber wissen, dass es schon einmal einen ähnlich mör­de­ rischen An­schlag auf La Ghriba gege­ ben hat: zum Fest Simchat Thora, im Ok­tober 1985. Offiziel hiess es damals, ein zur Be­wa­chung der Synagoge abbe­ stellter Poli­zist sei durchgedreht und habe auf die Betenden geschossen. Fünf Menschen starben und 18 wurden verletzt.

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durch den Babylonierkönig Nebu­kad­ne­ zar eine Kolonie von Juden auf Djerba gegeben haben. Ihre Abstam­mung solle auf den Stamm Sebulon zurückgehen; jener sei zur See gefahren, über das ganze Mittelmeer­gebiet gereist und sich an vielen Orten niedergelassen ha­ben. Als Titus im Jahr u.Z. Jerusalem eroberte und als die Römer 146 Karthago ein­nah­ men vergrös­serte sich die jü­dische Ge­mein­de dank das Zustroms von Juden aus Judäa und Rom. Unter den Römern durf­ ten die Ju­den vorerst un­gestört ihre Religion aus­ üben, aber mit der Einführung des

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Christen­tums im 4. Jahrhundert gab es mehr und mehr diskriminierende Ein­ schrän­kun­gen. Die Juden durften kei­ne neuen Sy­nagogen bauen, sie wurden aus allen öffentlichen Ämtern entlassen und auf die Konversion zum Judentum stand die Todesstrafe. Als die Byzantiner im 6. Jahr­hundert wieder an die Macht ge­langten, wurden diese Beschrän­kun­ gen noch verschärft. Die Ausübung der jü­dischen Religion wurde verboten, die Synagogen wurden zu Kirchen umge­ wandelt und die Juden gewaltsam zum Christentum bekehrt. Unter muslimischer Herrschaft durften sowohl Juden wie Christen ihre Religion ausüben, al­ler­ dings gegen Zahlung einer Kopfsteuer. Mitte des 12. Jh. wur­ den jedoch Juden und Christen zum Übertritt zum Islam gezwun­gen. Im Gehei­men blie­ ben die Juden jedoch ihrem Glauben treu, bis sie im 13. und 14. Jahr­hundert er­ neut frei und ungestört ihre Religion aus­üben durften und wieder in allen Er­werbs­zweigen tätig sein konn­ ten. Einen grösseren Flüchtlingsstrom gab es im 14. und 15. Jahrhundert, als viele Juden aus Spanien vertrieben wurden


Reportage

Doch das moderne Tunesien, das zuneh­ Auf Djerba leben die Juden vor allem in zwei mend unter europäischem Ein­fluss stand, Dörfern, Hara Sghira – das heutige Erriadh – gab allen Bewohnern des Landes weit­ und Hara El Kébira. Die ei­gen­ständigen reli­ gehende Rechte und hob sämtliche giösen Gemeinden be­sitzen eigene Synago­ noch verbleibenden diskri­minierenden gen – insgesamt sol­len es 17 sein –, jüdische Massnahmen gegen Ju­den auf. Gerichtshöfe – die Streitigkeiten zwischen Ge­­meindemitgliedern schlich­ten sollen – Heute leben noch schätzungsweise 800- Je­schiwot (Talmud-Thora-Schulen) und so­ 1000 Juden hier; 1948 waren es noch 5000 – zia­le Einrichtungen. Doch wirtschaft­liche in ganz Tunesien insgesamt rund 100‘000, Schwie­rigkeiten, aber auch die zu­neh­ wovon ein Grossteil, d.h. rund 60‘000, mende antijüdische Haltung der Be­völ­ und auf Djerba Zuflucht suchten. Doch danach nach Frankreich, Israel oder kerung ma­chen die einst so tolerante Insel im 17. und 18. Jahrhundert verschlech­ Übersee ausgewandert ist. Nach dem für die Juden immer unwirtlicher. So ge­ terten sich ihre Lebensbedingungen Sechstage-Krieg und den damali­gen sehen waren der vor zehn Jahren aus­ ein wei­te­res Mal; sie mussten ein äus­ Übergriffen auf die Juden setzte eine geführte An­schlag und der 1985 er­folgte seres Erken­nungszeichen tragen (ei­nen weitere grosse Auswanderungs­wel­le ein. «Amok­lauf» eines Polizis­ten auf die Sy­ schwar­­­zen Fez statt eines roten wie die Heute zählt die jüdische Ge­meinde in ganz nagoge La Ghriba auch An­schläge auf das Muslime) und der Erwerb oder Besitz Tunesien nur noch rund 3000 Mitglieder jahrhundertelange friedliche Neben­ein­ von Land wurde ihnen verboten. – ein Drittel davon lebt auf Djerba. ander von Juden und Musli­men.

Besondere Sehenswürdigkeiten auf Djerba Synagoge Eine der ältesten und bekanntesten Sy­ nagogen der Welt, die Al-Ghriba-Sy­na­ goge, befindet sich einige Kilo­meter südwestlich von Houmt Souk.

­ inandersetzungen Draguts mit den e Spaniern wurde er um 1551 aus Si­ cherheitsgründen durchbrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er wie­ derhergestellt. Entlang des Damms er­

folgt auch die Trinkwasserversorgung der Insel über eine Pipeline.

Houmt Souk Houmt Souk hat etwa 65’000 Einwohner und ist der Hauptort von Djerba. Der Ort hat eine lange Handelstradition. Hier­von zeugen mehrere alte Kara­wanse­reien. Schon die Römer grün­ deten hier einen Ort namens Griba. In Houmt Souk befinden sich viele touristische Einkaufs­ möglichkeiten, die Verwaltung der Insel und ein kleiner Fi­sche­ reihafen. Sehens­wert sind die Festung Bordj-el-Ke­bir (eine Pi­ra­tenfestung), das Volks­kun­ demuseum und der tägliche Fischmarkt.

Unterirdische Moschee Etwa 3 km hinter Sedouikech, auf dem Weg nach El Kantara, befindet sich auf der rechten Seite eine Unterirdische Mo­ schee. Die in einem Olivenhain gelegene Anlage ist etwas schwie­rig zu finden, da sie nicht ausgeschildert ist. Sie ist frei zugänglich.

Römerdamm Nach Süden hin ist die Insel mit einem etwa 7 km langen und gut 10 m breiten Damm mit dem Festland verbunden. Der Damm geht auf die römische Zeit, eventuell sogar schon auf die punische Zeit zurück. Spä­ ter wurde der Damm vom Meer überflutet. Während der Aus-

Kastell Die malerische Ruine einer 1289 durch den spanischen Eroberer Roger de Loria erbauten Festung, die auf einer Landzunge etwa 10 km von El Kantara entfernt liegt. Im 15.Jahrhundert wurde

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Reportage

Die Festung Bord-el-Kebir wurde im 13. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert erstmals verstärkt. Das heutige Erscheinungsbild stammt aus der Zeit des osmanischen Korsarenführers Dragut. Dieser baute sie von 1560 bis 1570 zur heutigen Festung aus. Die verschiedenen Ausbaustufen sind heute noch gut erkennbar. Seit 1968 findet eine umfangreiche Restaurierung statt. Im Inneren sind Exponate aus den verschiedenen Epochen ausgestellt.

die Festung erweitert. Heute ist der Ort nur mit geländegängigen Fahrzeugen bei Ebbe zu erreichen.

Meninx Meninx ist eine archäologische Stätte an der südöstlichen Küste in der Nähe des Römerdammes. Es handelt sich um eine antike Stadt die von den Phöniziern gegründet wurde. Die Ausdehnung be­ trägt etwa zwei Kilometer mal 0,8 Ki­ lometer – evtl. liegt auch ein Teil unter dem Meeresspiegel. Genauere Daten hierzu fehlen, da gründliche Ausgra­ bungen noch nicht stattgefunden haben. In römischer Zeit war es die Hauptstadt der Insel und besass Thermen, ein Am­ phitheater, ein Theater und even­tuell auch ein Forum.

häuser in denen das Han­deln entfällt.

Guellala In Guellala wer­den auch die berühmten tunesi­ schen Keramikwaren hergestellt; Touristen kön­nen den Einhei­mis­ chen gern, für ein klei­ nes Entgelt, über die Schultern schauen.

Djerba morgen

Wie es mit dem Tou­ris­ mus in Djerba weiter­ geht, ist schwer abzu­ schätzen. Mit der Revo­ lution in Tunesien sind Midoun deutlich weniger Tou­ risten ins Land gekom­ Zentrale Stadt auf Djerba. Jeden Freitag men. Das tunesische findet ein Markt statt und es gibt viele Tourismusministerium alte Basarläden sowie moderne Waren­- organisierte auf der Insel

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Fischmarkt in Houmt Souk

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Keramikwerkstatt


Reportage

Djerba gemeinsam mit der Welttouris­ mus­organisation UNWTO am 16. und 17. April 2012 die 6. Internationale Kon­ ferenz für Destinationsmanagement mit dem Thema «The Future of Medi­ter­ra­ nean Tourism». Dabei zeigten sich so­ wohl Ministerpräsident Hamadi Je­mali wie Tourismusminister Elyes Fakh­fakh zuversichtlich bezüglich der zu­künfti­ gen Entwicklung. Elyes Fakh­fakh (Bild rechts), der dieses Jahr zum ersten Mal La Ghriba besuchte, betonte, die Tunesier jüdischen Glaubens seien genauso Tunesier wie alle anderen auch. Durch die Revolution hätten sie jetzt auch mehr Freiheiten. Er hoffe, dass sie sich nicht durch die Salafisten, die ihnen öffentlich den Tod wünschen, ir­ ritieren lassen. «Ich hoffe, dass die Juden hier bleiben», sagte der Minister, und «viel­leicht kommen auch wieder welche zurück».

Tunesiens Tourismusminister Elyes Fakhfakh

Auf Djerba gibt es nicht nur Luxushotels, sondern auch so genannte «Boutique-Hotels» oder «Hotels de Charme», wie das Dar Dhiafa in Erriadh. Diese kleine Hotel de Charme liegt im Herzen der Insel Djerba in Erriadh und verbindet geschmackvoll Harmonie und Komfort. Es ist im typischen Stil der Insel erbaut und ist ein idealer Platz für Entspannung und Erholung. Die Stadt Houmt Souk ist ca. 5 Fahrminuten entfernt. Das Hotel mit insgesamt 14 Zimmern verfügt über eine Rezeption, Hauptrestaurant, Lobbybar, Leseraum mit TV und Kamin. Im Aussenbereich erwarten Sie in den Pations zwei Swimmingpools.

Nützliche Adressen:

Office national du Tourisme Tunisien Bahnhofstr. 69 8001 Zürich Tel. 044 211 48 30, 044 211 48 31 Fax 044 212 13 53 E-Mail: info@tunisie.ch

Fluggesellschaft Tunisair Flughafen, 8302 Kloten/ZH, Buchungen 0840 070 707

Compagnie d‘aviation Tunisair rue du Mont-Blanc 5, 1201 Genève réservations 0840 070 707

Wallfahrten zu La Ghriba Royal First Travel SA Herr René Trabelsi 3 Rue Moliere, 75001 Paris, Frankreich Tel. +33 1 49 27 01 01

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Fax +33 1 49 27 01 02

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A

dass wenn Babys weinen, oft mit Nahrung getrös­tet wird, und somit dieses «Füttern» ein Problemlöser ist. Das fach sein, ver­steckte Gefühle zu ent­ merken wir uns un­be­ decken, zu analysieren und aufzulö­sen. wusst und reagieren als Erwachsene bei Ärger Wer wirklich frei sein will, muss erkenso darauf, dass wir uns nen, dass er selbst für seine Symptome ebenso «füttern» und verantwortlich war, erklärt Andreas Win­ dadurch ein Gefühl ter. Aber der Lohn ist gross – denn wenn der Beruhigung ver­ man es ein­mal richtig verstanden hat, spüren. gibt es auch keinen gefürchteten JojoEffekt, denn eine Er­kennt­nis lässt sich Der Schlüssel zum nicht mehr rückgängig machen. Abnehmen liegt al­so darin, sich dieser Diplom-Pädagoge Andreas Win­ter, Grün­ stressauslösen- ­der und Leiter des Institutes «Power­ den psychischen scout Well­ness Coaching» in Iserlohn. Komponenten be- Seit vielen Jahren arbeitet er mit Trancewusst zu wer­den, und Suggestivtechniken, sowie mit the­ kindliche Verhal­ rapeu­tischer Hypnose und bildet auch tens­­wei­sen aus der Hypnosetherapeuten aus; er hat KlienSicht eines Erwachsenen zu betrachten ten aus ganz Europa. Andreas Winter ist und aufzulösen. Somit ist das «Sym­ptom Mitglied der Gesellschaft Deutscher Über­gewicht», was allein durch Schuld, Na­turforscher und Ärz­te. Scham oder Mangelgefühl beim Essen entstanden ist, überflüssig geworden. Nah­ Nähere Informationen: u rung muss wieder Nahrung werden und www.andreaswinter.info kein Symbol für Geselligkeit oder Liebe. Wenn Essen nicht mehr mit Emotionen verknüpft ist, nehmen wir wieder ab.

bnehmen ist leich­ter als Zunehmen!

Mag.a Karin Kaul. Was Andreas Winter behauptet, klingt für jeden Übergewichtigen erst einmal absolut unglaublich. Aber es kann funk­ tionie­ren – wenn man weiss, wie! Mit seiner provokanten These «Essen allein macht gar nicht dick», stellt Di­ plom-Pädagoge Andreas Winter die gesamte Diät-Industrie auf den Kopf. Seit Jahren arbeitet der «Psychocoach» und Erfolgsautor mit Übergewich­ti­gen und erforschte kontinuierlich den Einfluss von unbewussten Gedanken auf die Stoffwechselprozesse. Er sagt: «Ein Übergewicht entsteht durch eine spezielle Form von psychischem Stress, nicht durch Essen». Sein Coa­ching soll die Klienten gegen Stress und Mangelgefühle im­munisieren und dadurch kann man Gewicht verlieren. Bei diesem Ansatz geht es darum, sich über den Grund des Über­gewichts und der emotionalen Seite des eigenen Essverhaltens klar zu werden. Prägende Gefühle stammen häu­fig aus der Kindheit, z.B. wenn Essen als Belohnung eingesetzt wurde. So entsteht eine Kondi­ tio­nierung, die nicht ra­tio­nal son­dern unbewusst abläuft.

Dieses durch das Training mit Andreas Winter erlangte Gefühl von Selbstsicherheit und Unabhängigkeit und nur dann zu essen, um den Körper zu ernähren, führt zu einer Umprogrammierung des Fettstoff­wechsels. Wichtig ist es, Eigenverantwor­tung zu übernehmen, dann kann es ganz ein-

Der Stressforscher Richard La­zarus wies nach, dass wir äusserst sensibel auf Stress reagieren. Dazu ge­hört die Beobachtung,

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Die Kabbala ist keine Religion und kein Glaube, son­ dern eine bald 4000 Jahre alte, tief greifende Weisheitslehre, die lückenlos von Lehrer zu Schüler überliefert wurde. Die Wurzeln der Kabbala reichen zurück bis zur Zeit Abrahams, der als Urvater aller monotheistischen Re­ ligionen der Welt gilt.

Bernd Ingmar Gutberlet

Die 50 grössten Lügen und Legenden der Weltgeschichte

Das Rote Band, ist das am linken Handgelenk getragene Erkennungszeichen der Kab­balisten. Es dient – aber man muss fest daran glauben – zum Schutz von allem Negativen, da es die besonderen Energien der grossen Matriarchin Rachel ausstrahlen soll. Rachel, die zwei­te Frau von Jakob, dem Enkel Abrahams, wird traditionell als Quelle von Schutz, Ge­ borgen­heit und mütterlicher Wär­me verehrt. Im geometri­ schen Le­bensbaum der Kab­ bala symbolisiert sie das Gleichgewicht zwischen der

Ebene des Königtums und der Ebene der Weisheit, also zwischen Macht und Wissen.

lenk werden laut führenden Kabbalisten die unerwünschten Kräfte aus der Umgebung geschwächt, abgeblockt und vertrieben. Gleich­zeitig werRachel starb auf dem Weg den positive Energien in uns von Bethlehem nach Jerusa- entwickelt und verstärkt. Die lem und wur­de dort begra­ben. eigenen Gedanken und Es entwickelte sich sehr Hand­lungen am Wohl Aller schnell der Brauch, das Rote auszurichten ist selbstverBand an ihrem Grab zu seh- ständlich wesentlich für die en und anschliessend zum Wirksamkeit des Roten Banpersönlichen Schutz um das des. Es ist eine allgemeine linke Handgelenk zu binden. Weisheitslehre dass auf die Seit vielen Jahrhunderten Aussaat von Positivem auch wird es insbesondere als die entsprechende Ernte Schutz vor «bösen Blicken» folgt. und negativen Einflüssen ge­ schätzt. Berühmte Leute wie z.B. Madonna, Demi Moore, Ashton Das Kabbala-Armband, das Kutcher, Paris Hilton, Britney vom Nietsch Verlag vertrie- Spears, Winona Ryder und ben wird, stammt original die Beckhams usw. tragen aus dem «Heiligen Land». Es ein Kabbala-Armband – aber wurde nach altem, traditio- sind sie deswegen echte Kab­­ nellem Brauch um das Grab balisten? Rachels gewickelt und dort Armband und Erklärungen gesegnet. auf Deutsch und Hebräisch, Durch das Tragen dieses € 9,90, ISBN 978-3-934647-84Ban­des am linken Handge- 8, Hans-Nietsch-Verlag u

«Irren ist menschlich!», sag- rung der ersten Mond­lan­ te bereits Marcus Tullius Ci- dung? cero. Von der biblischen Sint­ flut bis in die jüngste Ver- Ob aus Sensationslust, politigangenheit geht Bestseller- schem Kalkül oder purer VerAutor Bernd Ingmar Gut­ber­ leumdung, ob zufällig oder let deshalb fünfzig ausge- beabsichtigt – historische Irrwählten Lügen und Legen- tümer bleiben selbst dann in den auf den Grund, die sich unseren Köpfen hängen, bis heute hartnäckig in der wenn sie längst widerlegt öffentlichen Meinung hal- wurden. Daher versammelt ten. Überprüfen Sie sich dieses Buch die wichtigsten selbst: Was wissen Sie wirk- und schillerndsten, bösartigslich über Atlantis und Kleo- ten und verblüffendsten Lepatra, über die Konstanti­ni­ genden, Fälschungen und Irrsche Schenkung und die Ent­ tümer der Weltgeschichte – deckung Amerikas? Stimmt von der Urgeschichte bis zur es tatsächlich, das Deutsch unmittelbaren Vergangenheit. im 18. Jahrhundert fast zur Weltsprache wurde? Und was TB, 269 S., CHF 17.90/€ 8,95 ist dran an den Gerüchten (D), 9,20 (A), ISBN 978-3-404über die Hollywood-Inszenie­ 64237-3, Bastei Lübbe u

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Nazan Eckes

Guten Morgen, Abendland

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Die sechsjährige Nazan kann es nicht fassen, als sie ihre Mutter sagen hört «Kizim, meine Tochter, den Nikolaus gibt es nicht». Alle anderen Kinder in der Schule erzählen von prall gefüllten Stiefeln, nur sie kriegt keine Geschenke. Dafür lieben es ihre deutschen Freundinnen, die Mittagessen im Kreis der lebhaften türkischen Familie zu verbringen und die exotischen Speisen zu probieren. Heute ist Nazan Eckes stolz darauf, in zwei Kulturen gross geworden zu sein. Dabei wollten ihre Eltern, wie so viele türkische Gastarbeiter in den 60er Jahren, nur ein paar Jahre in der Fremde bleiben. Die be-

kannte Fernsehmoderatorin erzählt ihre ganz persönliche Geschichte einer türkischen Familie, die trotz Integrations­ schwierigkei­ten und kulturellen Unterschieden längst eine zweite Heimat gefunden hat. Nazan Eckes erzählt von der ersten und zweiten türkischen Generation in Deutschland nicht politisch, sondern mit sehr persönlichen, charmanten, lus­tigen, originellen, beispiel­haf­ten und manchmal auch traurigen Anekdoten. Und beweist mit ihrem Buch: Es ist kein Nachteil in zwei Kulturen aufzuwachsen. Es ist eindeutig ein Vorteil. Das Buch soll eine Brücke schlagen zwischen der Eltern- und

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Kindergeneration von Türken Broschiert, 237 S., CHF 11.90 in Deutschland, aber auch zwi­ /€ 9,99 (D),10,30 (A), ISBN schen den Türken und den 978-3-404-60677-1, Bastei Deutschen. Lübbe u

Die in der Wendezeit vorgestellten Bücher sind im Handel oder – falls vergriffen – bei der Redaktion erhältlich.

Redaktion Wendezeit Parkstr. 14 CH-3800 Matten b. Interlaken Tel. +41(0)33 826 56 51 E-Mail: verlag@fatema.com

Zu verkaufen 1 Wurf lustige und verspielte Ragdoll-Kätzchen, entwurmt und geimpft, mit Stammbaum. Weitere Fotos auf www.medvet.net ersichtlich. CHF 1000.–. Tel. 033 826 56 57

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Interesse und ein starkes Ge­ fühl für die Religion. Ich war ein eifriger Katholik; ich be­ suchte regelmässig die Kir­ che und ging oft zur Beichte. Als Jüngling stellte ich mir vor, beruflich einmal Lehrer oder gar Priester zu werden. Aus verschiedenen Gründen wurde ich weder das Eine noch das Andere. Ich arbei­ tete schliesslich als Chauf­ Josef Lüthold feur, Lagerist und Musiker. Mein Interesse an Theologie Gott, Mensch und und Religion war aber immer Welt im Lichte der vorhanden. Ich blieb auch später als Lorber-Freund ak­ Neuoffenbarung tives Mit­glied der katholi­ 100 Themen in alphabetischer schen Kirche, auch wenn ich Reihenfolge als solcher innerlich eine ge­ wisse Distanz zur römischen Vor etwa 35 Jahren entdeck- Kirche hatte. te Josef Lüthold in einer Buch­ handlung in Zürich das Werk Als Lorber-Freund war ich von Jakob Lorber. Als geistig- von Anfang an missionarisch religiös Suchender war er be- gesinnt. Ich war Initiant vom geistert von dieser neuen Of- «Lorber-Kreis Luzern» und fenbarung. Er kam zu der betreue gegenwärtig den mo­ Überzeugung, dass die Neu­ natlichen Lorber-Stamm. Ich offenbarung mit ihrem Um- wünsche, dass die Neuoffen­ fang, ihrer Tiefe und der Ge- barung noch bekannter wird nauigkeit ihres Inhalts ratio- und bei viel mehr Leuten ins nal nicht erklärbar und dar- Gespräch kommt, auch wenn um glaubwürdig ist. ich weiss, dass man nicht zu aufdringlich sein darf. Im Geleitwort zu seinem Buch schreibt Lüthold: Ich bin erst vor kurzer Zeit auf die Idee gekommen, ein «Schon als Kind hatte ich viel Buch zu schreiben. Vorher

Jakob Lorber, sein Leben und Werk Jakob Lorber wurde geboren am 22. Juli 1800 in der Gemeinde Kanischa bei Marburg in der Steiermark (Ös­ terreich). Er besuchte höhere Schulen in Marburg und Graz, um als Primarlehrer arbeiten zu können. Schliess­ lich entschied er sich aber ganz für die Musik. Er erteilte Musikunterricht und trat in Konzerten auf, wo er als

war ich der Ansicht, es gebe genug Einführungsbücher zur Neuoffenbarung. Darum be­ gnügte ich mich damit, hie und da Vorträge beim LorberKreis Luzern zu halten. Ich hoffe aber nun, dass mit der Präsentation der hundert Themen im Buch bei nicht wenigen Menschen ein reli­ giös-geistiges Interesse ge­ weckt oder genährt werden kann. So können religiös Su­ chende zuerst die von ihnen bevorzugten Themen aussu­ chen und lesen. Ich selber mache es jeweils so: Ich lese kein Buch von Anfang bis En­ de ganz durch, sondern ich nehme zuerst die Abschnitte und Themen zum Lesen vor, welche mich primär interes­ sieren.

sche Fragen und Antworten ins Buch aufgenommen. Ich rech­ne damit, dass ich mit diesem Buch eine Lücke aus­ füllen kann. Möge der Segen Gottes meine Arbeit beglei­ ten!» Josef Lüthold suchte per Inserat Gleichgesinnte und gründete die Vereinigung Lor­ber-Kreis Luzern. Daneben blieb er aktives Mitglied der katholischen Kirche. Es gibt zwei Hauptgründe, warum der Autor das Buch geschrieben hat. Erstens will er überzeugend darlegen, dass die etablierten christlichen Kirchen neben vielen Irrtümern einen wahren Kern in ihrer Lehre haben. Zweitens hofft er, so die Neuoffenbarung vermehrt ins Gespräch bringen zu können, besonders im persönlichen nahen Umfeld, so dass das LorberWerk allgemein bekannter wird.

Bei den hundert Themen gibt es hauptsächlich Zitate aus der Neuoffenbarung. Ich muss­ ­te die Zitate nicht mühsam zu­ sammensuchen. Diese konn­­te ich meistens entnehmen aus dem Lorber-Lexikon von H. E. Sponder und besonders aus dem dreibändigen Werk «Neu­ Josef Lüthold, Jahrgang 1941, offenbarung» von Walter Lutz. ist verheiratet und hat vier Die Themenauswahl ist sub­ Söhne. jektiv geprägt und nicht all­ umfassend. Neben einigen na­ Brosch., 224 S., CHF 21.30 / € turwissenschaftlichen The­men 14.80, 978-3-8901-9868-0, edi­ u habe ich vor allem theologi­ tion litera (Fischer)

virtuoser Violinspieler allge- «Steh auf, nimm deimeine Anerkennung fand. nen Griffel und schreibe!» Jakob Lorber geIm Jahre 1840 wurde ihm die horchte dieser Stimme, zweite Kapellmeisterstelle am lehnte die angebotene Theater von Triest angeboten. Stelle als Musiker in Diesen beruflichen Aufstieg Triest ab und wirkte wollte er realisieren. Doch im fortan als «Schreibletzten Moment vor seiner knecht Gottes» 24 Jahdefinitiven Entscheidung spür­ re lang (bei nur kurte er deutlich eine besondere zen Unterbrechungen). göttliche Berufung: Am 15. Die ersten Sätze der März 1840 um 6 Uhr morgens göttlichen Kundgabe vernahm er aus seinem Her- lauteten: «So spricht zen die Stimme: der Herr für jedermann,

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und das ist wahr und getreu und gewiss: Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen. Jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen.»

beschäftigt. Das Lorber-Werk te Hans Lorber aus eigenem keine überzeugende Erkläist in seinem Umfang, der Tie- Wissen diese Werke verfasst, rung. Denn was in seinen fe und Genauigkeit seines In- hätte er über eine Kenntnis Schriften an die Oberfläche halts rational nicht erklärbar. der israelitischen, der griechi- seines Bewusstseins tritt, sind Der katholische Theologe Ro- schen und der römischen Kul- Erkenntnisse, die aus der bert Ernst stellt fest: «Was die- tur, Gesetzgebung und Lite- Sphäre seines beschränkten se Werke uns bieten aus den ratur verfügen müssen, wie menschlichen Wissens nicht Bereichen der Geschichte, der wir sie selbst bei dem gröss- stammen können. Zu ihrer Philosophie, der Physik, der ten Spezialisten der Antike Aneignung würde ein MenBis zum Jahr 1864 schrieb Geographie, der Astronomie, nicht vorfinden» (Wille und schenleben nicht ausreichen Lorber 25 Bände, darunter die der Psychologie, der Parapsy- Wahrheit, Nr. 19, S. 13). und alle schöpferische PhanHauptwerke «Die Haushaltung chologie, der Soziallehre, der tasie nicht genügen.» (SonnGottes» «Die Jugend Jesu» und Pädagogik, der Moral, der Theo­ Und der evangelische Theolo- tagsbote 1951). «Das Grosse Evangelium Jo- logie und vornehmlich der ge Hellmut von Schweinitz hannes». Neben seiner Schreib­ Exegese, geht über das Wis- bemerkt: «Das Phänomen Aus: Lüthold, Josef, «Gott, Mensch ­tätigkeit war Lorber als Mu- sen Lorbers und selbst eines Lorber mit der Deutung der und Welt im Lichte der Neuoffen­ u siklehrer und Klavierstimmer jeden Menschen hinaus. Hät- Tiefenpsychologie abzutun, ist barung», edition litera

be­stimm­te Ge­scheh­ nis­se ge­­ra­de­zu vor­ aus­ge­ahnt zu haben schien. Haben Tiere einen «6. Sinn»? Die Ant­wort dieses Bu­ ches lautet ganz un­­ missver­ständ­lich: ja! Tiere sind empa­ thisch, vor­aus­ schauend, intel­ ligent, uns oft­­mals überlegen Wie lässt es sich verstehen, warum ein Kana­rienvogel stirbt, damit seine Herrin le­ben kann Bill Schul oder eine Gruppe von Bibern sich um einen Jun­­gen schart, Psi bei Tieren der sich ver­irrte, um ihn vor dem Er­frieren zu bewahren? Corinna Schindler. Tiere ha­ Wa­rum kümmert sich der Pa­ ben wirklich einen sechsten vian um seinen ver­krüp­pel­ten Sinn! Sie verfügen über Hell­ Herrn und ar­beitet für ihn sichtigkeit, über ein Wahr­ oder warum woh­nen Bienen neh­m ungsvermögen, das dem Begräb­nis ihres Besit­ Zeit und Raum übersteigt zers bei? Wie verhält es sich und über eine phänomenale mit den Bären, die sich auf Ga­be der Vorah­nung. Heilkräuter ver­stehen, oder den Krabben, die meilenweit Jeder, der schon einmal ein vom Ozean entfernt die Ge­ Haus­tier hatte, dürfte sich dar­- zeiten spüren, oder den selt­sa­ über ge­wundert haben, dass men Forma­tionen des Schwa­ sein Hund oder seine Katze nenflugs, der einem Requiem

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für den sterbenden Herrn gleicht, den sprechenden Ra­ ben oder der Himmels­orien­ tierung der Zugvögel? Es ist kaum ver­ständlich, warum die Katze Gypsy den Unter­schied zwi­schen Normal- und Som­ mer­zeit verstand und dass es Katzen gab, die aufgrund ih­ rer Voraussicht wäh­rend der deutschen Bom­ben­an­grif­fe auf London un­zählige Men­ schen vor dem Tod be­wahr­ ten. Unerklärlich sind auch das sprechende Pferd von El­ber­ feld genauso wie die Phan­ tompferde von Colo­ra­do, die sich ihrer Aus­wei­sung wider­ setzten oder der hell­sichtige Boston-Ter­rier Bas­sets, der Kaninchen be­schützt. Ange­ sichts der na­he­zu genialen Fähigkeiten der Delphine, den Intellek­tuellen des Mee­res, die ein weitaus kom­ple­xeres und grösseres Gehirn als der Mensch besit­zen, beginnt der Thron zu wackeln, auf dem sich der Mensch erhebt und seine Überlegenheit verkün­det. Ein alter Wüsten­ eremit empfahl, den Hund selbst zu befragen, um ihn zu ver­ste­hen. Men­schen kön­ nen über Tiere nur Mei­nun­ gen äussern, keine Ant­wor­ ten geben.

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Bill Schul hat in diesem Werk die unglaublichsten Berichte über die paranormalen Fähig­ keiten der Tiere zusammen­ getragen. Im Tierreich gibt es Fähigkeiten, die weit über jenen der Menschen liegen. Alle diese Begabungen und noch weitere seelische Kräfte dokumentiert dieses aufrüt­ telnde Buch.

So beurteilt Rüdiger Dahle dieses Buch: «Durch ‚Peace-Food – wie Ver­ zicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt’ sen­si­ bilisiert, habe ich Bill Schul mit grossem Staunen gelesen. Dass Tiere Seelen haben und eng mit uns verbunden sind, war mir durch eigene Er­fah­ rungen bewusst, aber was wir hier erfahren, geht noch viel weiter. Schul beschreibt eine Fülle unerklärlicher Phäno­me­ ne, die einen 6. Sinn bei Tieren belegen wie die Ge­schichte von Missie der Ter­rierdame, die vor Zeugen zu­künftige Ereignisse stim­mi­ger und feh­ lerfreier voraus­sagte als je ein menschliches Medium. Heldenhafte Einsätze von Tie­­ren zur Rettung von Men­


Walter von Lucadou mit Peter Wagner

Die Geister, die mich riefen Deutschlands bekanntester Spukforscher erzählt

schen(leben) werden berich­ tet, Fälle von bewegendem Mitgefühl, tiefgehender Trau­ er und unbeschreiblicher Treue über den eigenen Tod hinaus. Das Vorhandensein von Ge­ fühlen, Empfindungen und Intelligenz bei Tieren wird so zur Gewissheit. Sie sind Individuen wie wir und haben ein Sensorium, das unseres weit übertrifft. Kein Mensch kann Trüffeln unter der Erde riechen oder Erd­beben voraussehen. Ratten verlassen das sinkende Schiff Wochen vorher, rechtzeitig im letzten Hafen. Weise Seeleute haben darauf geachtet und gar nicht erst angeheuert, wenn die kleinen Nager nicht mit an Bord waren. Wer auf das Verhalten der Tiere geach­ tet hat, konnte sich vor dem Tsunami retten. Wir sollten alle mehr auf Tiere achten – zu unserem Vorteil. Und wir sollten Tiere mehr achten – zu unserem und ihrem Vorteil und sie keines­ falls essen. Das näm­lich macht uns in erschre­ckendem Masse krank, wie grosse neue Stu­ dien (s. ‚Peace-Food’) belegen. Tiere sind fühlende Wesen, die

und Spuk. Jedes Jahr erreichen ihn Tausende von Briefen, in denen Menschen von Geistern und unheimlichen Phänomenen berichten. Er nimmt sie ernst. Und findet erstmals glaubwürdige Antworten darauf, warum es mehr Dinge  zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt.

Gibt es Botschaften aus dem Jenseits – oder sind Menschen, die von übersinnlichen Erfahrungen berichten, schlicht und einfach verrückt? Walter In diesem Buch untersucht von Lucadou ist Deutschlands der Psychologe und Physiker Experte Nummer eins zu den Walter von Lucadou das PhäThemen Hellsehen, Esoterik nomen Spuk und hilft damit denen, die sonst für verrückt gehalten werden. Tausende von Anfragen erreichen den unter ihrer oft entsetzlichen Behandlung leiden und in Le­ Leiter der Parapsycholo­gi­ schen Beratungsstelle jedes thargie verfallen. Sie er­le­ben Jahr. «Wäh­rend wir zu viert Angst vor ihrem gewalt­samen frühstückten, sah ich, wie ein Tod im Schlachthof. Diese alter Mann an unserem Tisch Angst essen wir mit ih­rem vorbeilief und in der Wand Fleisch wie die Schwin­gungen verschwand», so schreibt ihm der Apathie mit. Pa­nikattacken eine Frau voller Angst. Andekennen wir erst, seit es fast nur re Briefe berichten von geisnoch Mas­sen­schlachtung gibt und die Fülle der Krank­heits­ terhaften Erscheinungen, flie­ bilder mit Le­thargie wie Burn­ genden Messern oder lauten Schreien in der Nacht. Sind out und Depression seit wir diese Geschichten wahr? Oder Tiere in Massenproduktion spielt die Fanta­sie diesen quä­­l­en. Von den 60 Millionen Men­schen einen Streich? Von Schwei­nen, die Deutsche pro Lucadou ist dem Spuk seit Jahr essen, stammen über 99% vierzig Jahren auf der Spur. aus Tier-Zucht-Häusern, ha­ben Der Wissenschaftler erkunalso ihr fünf Monate kur­zes det Phänomene wie Tele­ Leben in Qual und Apa­thie erlitten und in Gross­schlacht­ kinese oder Wahrträume, untersucht schaurige Orte und höfen beendet, nach­dem sie findet überraschende Antden Tod vieler Art­genossen worten auf die Frage, warum miterleben muss­ten. Wer ihr einige Menschen von GeisFleisch isst, isst Angst und tern heimgesucht werden. Er wird immer mehr zu ei­nem Angstwesen. Wer sich da­ge­ geht den Berichten nach – und ist sich inzwischen sigen pflanzlich er­nährt, lebt nicht nur länger, sondern un­ cher: Es spukt viel öfter, als gleich gesünder und schöner, wir glauben! seine Medi­ta­tionen gehen Walter von Lucadou studierte tie­­fer und Tiere werden seine Physik und Psychologie und Freunde.» wurde zum Dr. rer. nat und zum Dr. phil. promoviert. 1989 TB, 240 S., CHF 19.90/€ 12,95 (D), 13,30 (A), ISBN 978-3- gründete er die staatlich geförderte Parapsycholo­gi­sche 89427-597-6, Aquamarin u

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Beratungsstelle in Freiburg und leitet sie seither. Von Lucadou doziert an Universitäten und Schulen und hat unter anderen die Macher der ARD-Dokumentation Dimension Psi beraten. Mit Parapsychologie beschäftigt er sich seit mehr als vierzig Jahren. Peter Wagner studierte Agrar­ wissenschaften und Philosophie. Er absolvierte die Deutsche Journalistenschule in Mün­chen und arbeitet als Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Hardcover, 208 Seiten, CHF 21.90 / € 14,99 (D), 15,50 (A), E-Book € 11,99, ISBN 978-37857-6073-4, Lübbe Verlag u

Gabriel Looser

Wohin geht die Seele? Ein Reiseführer ins Jenseits Himmel oder Hölle, Nichts oder Licht – was erwartet die Seele nach dem Tod? Ein renommierter Sterbebegleiter sucht in den grossen religiösen Traditionen nach Antworten. Neben zahlreichen Berichten von Nahtoderfahrungen geben sie wertvolle Hinweise auf ein Leben nach

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dem Tod. Am Ende steht die Botschaft vom Vertrauen in das grosse Geheimnis, zu dem wir alle zurückkehren werden. Aus dem Inhalt: • Was kommt nach dem Tod? • Für Trauerverarbeitung, Sterbebegleitung und Vorbereitung auf den Tod • Was wir heute über das Jen­ seits wissen können

Adolf Georg Höher

Die Wirtschaft im Visier Der Untergang des Mittelstands Die deutsche Wirtschaft ist die stabilste der Welt und ist bisher auch unter grössten Schwierigkeiten nicht zusam­ mengebrochen. Das liegt einmal vor allem an dem deutschen Bildungskonzept für die Fachkräfte in Industrie und Handel, zum anderen auch an der noch verhältnismässig gesunden und belastbaren Struktur der Unternehmen: Die tragende Rolle dabei spielt der deutsche Mittelstand. Seit den Tagen des deutschen Wirtschaftswunders vor zwei Generationen verbinden sich der Aufstieg und das ständige Wachstum der deutschen Erzeugung mit dem Mittelstand. Auf der Eigeninitiative der oft aus Familienbetrieben hervorgegan­ genen Unternehmen bis zu wenigen tausend Beschäftigten beruhte das Geheimnis der deutschen Wirtschaft vor allem auch auf dem Exportbereich. Obwohl dem Mittelstand in den letzten Jahrzehnten durch die gewaltige Erhöhung von Lohn­ nebenkosten und durch stei-

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Seriös recherchiert und span­ nend aufbereitet. «Wir dürfen uns einlassen auf das Vertrauen, dass die geis­ tige Welt unendliche Liebe ist und das hell strahlende Licht uns dereinst liebevoll bergend aufnehmen wird», schreibt der Autor. Dr. Gabriel Looser, geb. 1948, ist ausgebildet in Theologie

und humanistischer Psychologie. Er war zwölf Jahre lang in Krankenhäusern und Heimen Seelsorger von Kranken und Sterbenden und ist heute Leiter eines Instituts zur spirituellen Sterbebeglei­ ­t­ung in Bern.

Kart., 256 Seiten, CHF 25,90 / € 17,99 (D), 18,50 (A), ISBN 978-3-466-37030-6, Kösel u

gende Anforderungen des kurzfristige Gewinn ist für Bürokratismus, insbesondere diese Agenten wichtig. durch soziale Massnahmen, schwere Bürden aufgeladen Aus reicher eigener Erfahwurden, konnte er sich – wenn rung als selbständiger Unterauch unter grossen Opfern – nehmer hat Adolf Georg Höimmer noch behaupten. Aber her diese gegenwärtige Lage schon seit einiger Zeit ist die und die historische EntwickSchmerzgrenze erreicht, so lung des deutschen Mitteldass weitere Belastungen nicht standes beschrieben. Einleimehr tragbar erscheinen. tend geht er der Geschichte der gewerblichen Wirtschaft Nachdem der Staat in den in den letzten zwei Jahrhunletzten Jahrzehnten immer derten nach, beschreibt die Die Globalisierung wird als mehr von seinem Tafelsilber Veränderungen in der techni- «programmierter Wahnsinn» verhökert hatte, um die auch schen Revolution vor rund erkannt. Eine Reihe spektaku­ durch die Millionen Einwan- 200 Jahren und stellt die tief lärer Firmenzusammenbrüderer entstandenen Schulden greifenden Einschnitte durch che wird aufgeführt. Scharf zu decken, musste er andere den Ersten und Zweiten Welt­ wird das missbrauchte ZinsGeldquellen ausmachen. Da- krieg mit ihren Folgen bis zur system kritisiert und das runter hatte vor allem der Gegenwart dar.   Spiel mit virtuellem Geld an Mittestand zu leiden. Die Zahl den Börsen gegeisselt. Gander Pleiten gerade in die­sem Es geht ihm dann darum auf- ze Volkswirtschaften werden Wirtschaftsbereich stieg von zuzeigen, wie in unserer Zeit zum Spielball milliardenJahr zu Jahr. Hinzu kam die sogar mit Hilfe staatlicher schwerer Spekulanten. DarüTendenz der Globalisierung Stellen die  Grundlage des ber sollte nicht einfach zur und damit der Konzentration deutschen Mittelstandes in Tagesordnung übergegangen im Unternehmensbereich: Im­ einer langsam wirkenden, werden. mer stärker wurden die klei- aber scheinbar unaufhaltsaneren Betriebe von grösseren men Entwicklung abgewürgt Über den Autor: Als Gründer aufgesaugt. Vom Ausland ver- und zerstört wird. Diese Ent- und Betreiber mehrerer Unsuchen  Scharen von «Heu- wicklung  wirkt wie eine Ent- ternehmen kann Adolf Georg schrecken», die bisher noch erbung oder Ausplünderung Höher auf ein umfassendes rentablen Betriebe aufzukau- einer grossen Volksschicht, Erfahrungsgut sowie auf sein fen. Diese werden dann meist einer der wichtigsten für die Fachwissen zurückgreifen. ausgeschlachtet, wodurch es Zukunft unseres Volkes. Mit der historischen Umwälin der Regel zu Massenentlas- «Raub­tierkapitalismus» und zung in der Zeit der Aufkläsungen von Arbeitnehmern «Heuschreckenplage» wer- rung beginnt der Autor seine kommt, weil bei den Aufkäu- den beim Namen genannt Zeitreise über mehr als zwei fern soziale Gesichtspunkte und Strategien gegen diese Jahrhunderte und beleuchtet keine Rolle spielen. Nur der Erscheinungen entwickelt. sowohl die industrielle Revo-

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Catharina Roland

Awake Ein Reiseführer ins Erwachen Das Praxisbuch mit vielen Tools

lution im neunzehnten Jahrhundert als auch die Auswirkungen der Theorien Adam Smiths und Maynard Keynes’ auf die Volkswirtschaften in Europa und die Missstände in der Arbeiterklasse. Die unheilbringende Gründungs­ge­ schichte der FED und damit die Entstehung der Macht­ eliten, die Gründe, die zum Ersten Weltkrieg führten und die Schandverträge der Sieger­ mächte, denen eine ruinö­se Lebensgrundlage für Deutsch­ land in der Zwischen­kriegs­ zeit folgte, sind spannende Kapitel des Buches. Die Wiederauferstehung Deutsch­­ lands und Österreichs nach dem Krieg, der ungeheuerliche wirtschaftliche und gesell­ schaftliche Auf­stieg, die Fehl­ entwicklungen auf politischer und ökonomischer Ebe­ne, die ruinierende Finanzwirtschaft und die Glo­ba­lisierung sind breitgefächerte Themen. Als Gründer und Betreiber meh­rerer Unterneh­men hat der Autor ein umfassendes Er­ fahrungsgut sowie Sachwissen und stellt Gedanken zur Behebung man­cher Missstän­ de in den Raum. Geb., 284 S., CHF 28.40 / € 19,80, ISBN 978-389180-0935, Hohenrain Verlag u

Wie konnte es geschehen, dass unsere Welt vor einem Kollaps aller Systeme steht? Warum hat der Mensch seine Verbindung zu Gott und zur Werbung und Fernsehen. Natur verloren? Und was kön­ nen wir tun, um wieder ins Als ihr Sohn Moritz 2003 das Lot zu kommen? Mit diesen Licht der Welt erblickt, die BeFragen im Gepäck machte ziehung zum Vater und Wersich Catharina Roland auf befilmproduzenten schei­tert und die scheinbar so perfekte den Weg um den Globus. Welt von Sophia zusammenIhr Film gibt Antworten auf bricht, gewinnt ihre spirituelle die brennenden Fragen un- Reise an Fahrt. Seitdem reist serer Zeit. Er nimmt den Zu- die Regisseurin mit ihrem schauer mit auf eine tief be- Sohn für ihr Herzensprojekt, reichernde, transformierende dem Dokumentarfilm «AwaRei­se zu zahlreichen Visionä- ke», um die Welt, um die Puzzlesteine neu­ester wissenschaftren und spirituellen Lehrern. licher Erkenntnisse und mystiDas Praxisbuch zum Film schen Wissens zusammenzu- mit reinigenden Massnah­men zeigt wir­kungs­volle, einfache setzen und einen Beitrag zu und einer veganen Rohkost und praxiserprobte Techniken dem erwachenden Bewusst- kombiniert: Der Körper kann und Übun­gen, aufbauend auf sein auf die­sem Planeten zu seit Jahren gespeicherte Gif­ dem spirituellen Wissen des leisten. Für die Gesellschaft te ausscheiden, sein inneres Films «Awake». Es sind hand­ und vor allem für sich selbst, Gleichgewicht wiederfinden ­feste Anleitungen, wie die denn ihrer Meinung nach sind und sich dabei zusehends ver­ umfassenden Weisheitsleh­ren die Lösungen nicht im Aussen jüngen, der Geist gewinnt an für den eigenen Alltag lebbar zu finden, sondern immer im Klarheit und ein Gefühl von Zufriedenheit, Freude und Vi­ gemacht werden können. Das menschlichen Geist. ta­lität stellt sich ein. Tau­sen­ Buch enthält ausserdem umfangreiche, über den Film hin- Brosc., 224 S., CHF 27.90 / € de von Männern und Frauen 17,95, ISBN 3-941837-58-3, Tri­ haben das Reini­gungs-Pro­ ausgehende Informationen. nity Verlag gramm, das Karyn Cala­brese jetzt in ihrem Buch vor­stellt, Catharina Roland, geboren 1969 in Wien, absolvierte eine Awake ist auch als Film auf bereits absolviert und sich Regieausbildung und studier- DVD erhältlich (Spielzeit: 100 mit seiner Hilfe geheilt. te Schauspiel, Theaterwis­sen­ Min., ISBN 978-3-941837-59-1). schaft, Publizistik und Psy­cho­ Der Film hat den Jury­preis Karyn Calabrese, Jahrgang logie. Mehrfach ausgezeich- des Filmfestivals Cosmic An- 1947, arbeitet seit mehr als 35 net für ihre internationalen gel 2012 gewonnen. u Jahren im Bereich «Gesund­heit und Wellness» und hat bei Werbefilmproduktionen, arbei­ den Rohkostpionieren Dr. Ann tete sie ausserdem als TheaWigmore und Viktoras Kulvins­ terregisseurin sowie Off- und Karyn Calabrese kas gelernt. In «Karyn’s Inner Synchronsprecherin für Film, Innere Reinigung Beauty Center», einem Zent­ rum für ganzheitliche Thera­ Das Detox-Programm zur pie, gibt die in den USA ge­ Harmonisierung und Rege- fragte Expertin für «ganzheit­ neration von Körper und liche Gesundheit» heute Kur­ Geist se, in denen sie Menschen bei der Entgiftung und Reinigung Den Körper entgiften, sich ihres Körpers begleitet. Die regenerieren und lebendiger Autorin betreibt ausserdem fühlen, Gewicht verlieren und Rohkost-Restaurants, Spas und dabei voller Energie sein – hat eine eigene Beauty-Linie und das in nur 28 Tagen! Wer möchte das nicht? Karyn Broschiert, 237 S., CHF 27.40 Calabrese hat ein Programm / € 18,90, ISBN 3-86264-204-6, entwickelt, in dem sie Fasten Hans Nietsch Verlag u

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Agora

Wer ist Maitreya ? Maitreya ist der persönliche Name des Weltlehrers, des Hauptes der Geistigen Hierarchie unseres Planeten. Er wird von allen grossen Weltreligionen als der Messias, Krishna, der Imam Mahdi, Maitreya Buddha und der Christus erwartet. Er kommt als Avatar für das neue Zeitalter zurück, als Lehrer und Berater für alle Menschen – egal ob sie einer Religion angehören oder nicht. Er kommt mit seiner Gruppe, den Meistern der Weisheit. Gemeinsam werden sie die Menschheit inspirieren, eine neue, strahlende Zivilisation zu schaffen, die auf Gerechtigkeit und gemeinsamem Teilen basiert. Er wird zum Handeln aufrufen, um die Millionen Menschen, die täglich in einer Welt des Überflusses verhungern, zu retten. Durch Maitreyas Fürsprache werden die sozialen Belange Priorität erlangen, so dass ausreichende Nahrung, Obdach, Kleidung, Bildung und medizinische Versorgung für alle Menschen zu universellen Rechten werden. www.share-international.org

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PZ,

der

SPG

und des

PF

In Klammern ist jeweils angegeben, welche Organisation die Veranstaltung durchführt (Anfragen und Anmeldungen bitte an die entsprechende Adresse). BPV (Basler Psi Verein): 061 383 97 20, PZ (Psi Zentrum Basel) 061 641 02 29, SPG (Schweizer Parapsychologische Gesellschaft, Zürich) 044 422 56 62, PF (Psi-Forum Ostschweiz, St. Gallen) 071 223 16 68.

Juli

Gresgen, Südschwarzwald (PZ)

2. Einzelsitzungen mit Brigitte Heim (SPG)

11./12. Trance-Healing, Seminar mit Steven Upton (BPV)

3. Einzelsitzungen mit Auré­lien­ ne Dauguet (SPG)

14. Privatkonsultationen mit Richard Schoeller in Riehen (PZ)

10. Einzelsitzungen mit Simone Rüegsegger (SPG)

16. Medialität, Abendworkshop mit Richard Schoeller in Riehen (PZ)

11. Zirkel geistiges Heilen (SPG)

August

16. Medialer Zirkelabend mit Cathy Pestalozzi (SPG)

18. Telepathie im Alltag, Seminar mit Nina Dul (BPV) 18. Medien-Weiterbildungskurs SSMV11 mit Bill Coller (PZ) 18./19. Wie werde ich ein Quantenaktivist? Seminar mit Amit Goswami (BPV) 19. Praxis des Pendelns, Kurzseminar mit Nina Dul (BPV)

17. Was ist Quantenaktivismus? Erlebnisabend mit Amit Goswami (BPV)

19. Telepathische Kommunikatikon mit Tieren, Aufbaukurs mit A. Güldenstein und R. Urschjeler (PZ)

17. Erlebnisabend mit Nina Dul (BPV)

20. Tarot als Lebensweg, Montagkurs mit Dina Thüring (BPV)

9. Heilbehandlungen mit Steven Upton (BPV)

17. Privatkonsultationen mit Bill Coller (PZ)

20. Einzelsitzungen mit Brigitte Heim (SPG)

10. Jenseitskontakte mit Richard P. Schoeller und Studierenden in

17. Jenseitskontakte mit Bill Coller und Kolleginnen (PZ)

20.-24. Heilmeditationen mit Nina Dul (BPV)

4./5. Jenseitskontakte, Seminar mit Pascal Voggenhuber (BPV). 6. Medialität, Intensiv-Woche mit Richard Schoeller in Gresgen, Südschwarzwald (PZ)

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Wendezeit 4/12

24. Schamanismus der Huichol In­dianer, Erlebnisabend und Zeremonie mit Brant Secunda (BPV) 25. Naturwesen, Schnupper-Work­ shop mit Margaretha Trummer (PZ) 25. Medialität, Intensiv-Woche mit Bill Coller in Gresgen, Südschwarzwald (PZ) 25./26. Huichol-Schamanismus, Se­minar mit Brant Secunda (BPV) 28. Einzelsitzungen mit Auré­ lien­ne Dauguet (SPG) 31. Magie im Druidentum, Vortrag mit Philip Carr-Gomm (BPV) 31. Evolution mit Lichtgeschwin­ digkeit, Abendworkshop mit Chris Griscom (BPV)


Schweiz Juli 1. Die Heilkraft der inneren Bilder, Schulung der Medialität, Tages­se­ minar mit Dorothea Brosy in Bern. 031 361 10 60 1. Trommeln zur Heilung von Körper, Seele und Geist, mit Martin Sohrmann in Wald ZH. 055 246 64 12 1. «Die Blume des Lebens» malen, Workshop mit M. Schaufelberger und Y. Rinderknecht in Winterthur. 052 364 03 38 1.-8. Craniosacral Balancing Seminar 2 mit Kavi Gemin und Bhadrena Tschumi Gemin in Lützelflüh. 034 461 07 05 2. Vollmondmeditation mit spezieller Räucherung, mit Gaby Binnendijk in Illnau-Effretikon. 079 344 35 37 2. Energetische Heilarbeit, Pri­ vat­sitzungen mit Brigitte Heim in Zürich. 044 422 56 62 2. Frauentempel Stimmenfeuer, Stimme, Tanz und achtsame Berüh­ rung mit Franziska Schiltknecht in St. Gallen. 078 722 78 15 3. Schamanischer Trommelkreis, offene Gruppe in der Natur mit Ruth Häusler Schmutz und Gerhard Schmutz in Bolligen b. Bern. 031 921 01 26 3. Meditationsabend mit Visualisierungen zu aktuellen Themen, in Bichwil. 071 955 96 33 3./10. Naam Yoga für Schwangere, mit Verena Meier in Zürich. 076 409 80 83 4. Mantras aus aller Welt, offenes Singen mit Marianne Bieri in Bern. 031 333 99 09 4./5. Naam Yoga, mit Barblin Focke-Meier in Zürich. 079 200 27 27 4. The Work, Praxisabend in Zürich. 076 467 42 71 4. Powerdance, Trommel- und Powerdance-Abend mit Walter Böhny in Tann-Rüti. 055 241 11 22 4. Naam Yoga mit Lolita Dietrich und Verena Meier in Winterthur. 076 409 80 83 5. Matrix-/Quantenheilung mit Thomas Lang und Monika Walbert in Bern. 031 333 99 09 5. Sanftes Helen mit Quantenenergie erleben, mit Thomas Lang und Monika Walbert in Bern. 031 333 99 09 5. In die Tiefe des Seins, Bewusstsein und Meditation mit Karin Portmann in Winterthur. 052 345 07 28 5. Heilkreis mit Musik von Alexander Aandersan, Meditation mit Elfred Hilty in Uerkheim. 062 721 39 13 5.-8. Singen und Rituale mit den Elementen Luft und Feuer, Klangferien in der Natur mit Dana Gita Stratil und Ruth Bänziger in Muhen AG. 044 201 85 14 6. Stimmklang, offener Sing-Abend

mit Esther Knappe in Zürich. 076 328 13 87 6.-8. Tai Ji – verbunden mit dem Leben, Meditation in Bewegung mit Christoph Endress in Kappel. 044 764 88 30 6.-8. Natural Sound Open Air 2012 u.a. mit Dechen Shak-Dagsay im Kiental. 033 676 26 76 6.-8. Mit Quantenheilung in die Fülle und Gesundheit, Seminar mit Thomas Lang und Monika Walbert in Bern. 031 333 99 09 6.-8. Voice – eine magische Reise, Stimmworkshop mit Laor Oman-Na­ harin in Lützelflüh. 034 461 07 05 6.-8. Bergwandern und Medita­ tion mit Markus Nägeli in der Region Flüeli-Ranft/Melchsee Frutt. 041 660 50 45 7. Regenbogen-Massage mit farbigem Licht, Tagesseminar mit Mar­tin Sohrmann in Wald ZH. 055 246 64 12 7. Entfalte dein wahres Potenzial, Tagesseminar in Bichwil. 071 955 95 33 7. Healing Voice, offenes Heilsin­ gen mit Kailani Simone Bouvrot in Bern. 078 736 44 70 7./8. Familienstellen, Seminar mit Christine Kupferschmid in Glattbrugg. 079 912 76 77 7./8. Core-Schamanismus, BasisSeminar mit Daniela Rupp in Davos. 081 413 74 39 7./8. Schritt für Schritt auf dem Weg der Liebe, Tageswanderung auf dem Jakobsweg mit Dieter Bäldle von Stans nach FlüeliRanft. 041 660 50 45 8. Die Kraft der Präsenz, Tages­ seminar mit Karin Portmann in Winterthur. 052 345 07 28 8. Sanfte Aktivierung der Kunda­ lini, Heilseminar mit Martin Sohr­ mann in Wald ZH. 055 246 64 12 8.-15. Craniosacral Balancing Seminar 5 mit Kavi Gemin und Bhadrena Tschumi Gemin in Lützelflüh. 034 461 07 05 9.-13. Afro Brazilian Dance – Anfängerlevel, mit Regina Ribeiro in Bern. 031 333 99 09 9.-13. Stimmentfaltung und Obertongesang, Klangferien auf der Insel Brissago mit Dana Gita Stratil. 044 201 85 14 9.-13. Afro Brazilian Dance – Mittelstufe/Fortgeschrittene mit Regi­ na Ribeiro in Bern. 031 333 99 09 10. Heilung und Erholung, fünf Tage zum Auftanken mit Matthias A. Weiss und Vreni Schaer in Kappel a.A. 044 764 88 10 10.-15. Musikimprovisation für Laien und Profis, Workshop mit David Darling und Mike Horowitz im Kiental. 033 676 26 76 11.-16. Continuum Movement, Work­shop mit Robin Becker im Kiental. 033 656 26 76 12. Dynamind Technik – mittels Klopftechnik eigene Heilung för­

dern, Abendworkshop mit Gerhard Schobel in Basel. 061 262 80 83 12./26. In die Tiefe des Seins, Bewusstsein und Meditation mit Karin Portmann in Winterthur. 052 345 07 28 12. Kahi Loa – die sanfte Berührung, Massagetechnik-Tageskurs mit Gerhard Schobel in Basel. 061 262 32 00 13. BSFF – Antivirenprogramm für die Psyche, mit Irmgard Ida Durot in Rheineck. 071 880 06 69 13.-15. Schamanismus und Na­ tur­geister, Seminar mit Daniela Rupp in Davos. 081 413 74 39 13.-15. Einführung in eine christliche Naturmystik und Schöpfungsspiritualität mit Marion Küstenmacher in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45 14. Landschaften der Seele, «Oasentag» für Männer mit Markus Ehrat in Zürich. 079 263 03 43 14.-21./22.-29. Meditative Fastenferien – ein Weg zum Neubeginn, mit Judith Wettstein und Judith Lüthi, am Bodensee. 052 741 46 00 14.-21. Fasten – Wandern – Well­ ness, Fastenferien mit Ida Hofstetter in Flüeli-Ranft. 079 257 18 33 15. Wie schütze ich meine Aura vor Fremdenergien? Einführungsseminar mit Dorothea Brosy in Bern. 031 351 10 60 15.-17. Aufstiegschule, IntensivWorkshop mit Ursula Keller und Kai Roger Geck in Bern. 031 721 33 87 15.-20. Ayurveda – Ein Rendezvous mit sich selbst, Seminar mit Doris Nydegger in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45 16.-18. João de Deus in Winterthur. 061 301 84 31 16.-20. Qi Gong Sommerwoche mit Djurdja Petrina Bucher in Zü­ rich. 044 450 61 20 17. Afrikanisches Trommeln, Schnupper-Nachmittag mit Veetkam Strickler in Uster. 076 392 31 62 17.-19. Ernährungs-Pendelkurs für Körper, Seele und Geist, mit Monique Gugelmann in Zürich. 044 942 55 05 17.-20. Atmen – ein Weg zur eigenen Mitte, 4-Tages-Kurs mit Ursula Lenz in Hertenstein. 044 261 26 02 19. In die Tiefe des Seins, Bewusstsein und Meditation mit Karin Portmann in Winterthur. 052 345 07 28 19. Sensitivitäts-Zirkel mit Flo­ ren­ce Zumbihl in Reinach BL. 061 721 47 59 20. Eine Klangreise – Schallwelle, Schwingung und Resonanz, in Adliswil. 079 226 33 74 20.-22. Einführung in die Kontemplation mit Lisbeth Merz in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45 21. Samstags-Retreat im Kreis der Frauen, mit Andrea Pilchow-

Wendezeit 4/12

Agenda

Einträge von Veranstaltun­gen mit Angabe von Telefon oder E-Mail sind kos­tenlos. Bei Platzmangel werden Anlässe von Abonnen­ten/ Inseren­ten bevorzugt. Die nächste Ausgabe erscheint Ende August. Bitte melden Sie Ihre Termi­ ne von Sept./Okt. vor dem 20. Juli an

Wendezeit-Agenda

Parkstr. 14, CH-3800 Matten E-Mail: redaktion@wendezeit.info

ski in Kerns. 076 508 24 81 21. Lindenschmuck herstellen, Basteln mit und von der Natur mit Selma Hämmerle in Bühler AR. 076 246 29 61 22.-29. Bewusstheit durch Berührung, mit Puja Richardson in Lützelflüh. 034 461 07 05 23./30. Bewusstsein und Transformation, Meditationen mit Monika Xantia Frei in Henggart. 078 753 30 38 24.-28. Selbsterfahrung in der Grup­pe, Workshop mit Tillmann Jossé und Daniela Wurz im Kiental. 033 676 26 76 26. Faszination Leben – mit Liebe, Freude und Leichtigkeit zum Lebensglück, mit Dieter Weiner in Bichwil. 071 955 95 33 26.-29. Holistische Gesundheitswo­ che mit Erik Huele und Saskia Nieboer im Kiental. 033 676 26 76 28./29. Den Himmel auf Erden bringen, Wochenend-Workshop zum Thema Medialität, mit Lian Baumgartner in Bern. 031 399 00 00 29. Intuitiv Mandala-Malen, Workshop mit M. Schaufelberger und Yvonne Rinderknecht in Winterthur. 052 364 03 38 29.7.-3.8. Körpermusik – Circle Songs und TaKeTiNa mit Andreas Gerber und Karin Enz Gerber in Lützelflüh. 034 461 07 05 29.7.-4.8. Uhuru Festival für Musik und Tanz, am Weissenstein b. Solothurn. 031 305 89 62

August 1. Vollmondmeditation mit spezieller Räucherung, mit Gaby Binnendijk in Illnau-Effretikon. 079 344 35 37 1.-5. Heilende Musik im Herzens­ gebiet, mit Ute Bauer-Wittrock und Doris Hissler in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45 2. Kräuternachmittag, Wildkräuter Kennenlern- und Kochkurs mit Stefanie Gross in Steckborn. 079 126 50 55 2.-5. Die heilende Kraft der Natur, Seminar mit Ladina Kindschi in Davos. 081 413 25 31 2.-5. Sommer-Stimme-Workshop mit Esther Knappe beim Lac de Gruyère. 078 684 79 55 3. Die Kraft der Heilpflanzen, Abendseminar mit Viola Stollenmaier in Müllheim. 052 763 11 02 3. Mondscheinkräuter-Nacht, mit

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u pe

t e n , B e r at

w , us . er

Thera

Stefanie Gross in Steckborn. 079 126 50 55 3.-10. Living Tao, Sommer-Re­ treat mit Jay und Ursula Goldfarb und Dr. Sarita Bhalotra in Lützelflüh. 034 461 07 05 6.-10. Ich bin da! – Klang des Herzens, mit Ute-Jane Scharpf, Rolf Knepper und Franz-Xaver Jans-Scheidegger in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45 10.-15. Zeit für Weiblichkeit, Work­­shop für Frauen mit Puja Richard­son in Lützelflüh. 034 461 07 05 11. Kontemplationssamstag mit Franz-Xaver Jans-Scheidegger, Marie Alice Blum und Heini Baum­berger in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45 11./12. Der Herzenslichtkörperprozess nach Natara 3, Seminar mit Michaela Shivananda in Bern. 031 333 99 09

Abkürzungen: A 

= Astrologie/Astropsychologie

ADS = AufmerksamkeitsdefizitSyndrom AF

= Akufeldur

AL 

= Astrolog. Lebensberatung

AlexT = Alexander Technik All

= Allergie+Asthmatherapie

APu = Akupunktur/Ohrakupunktur APr = Akupressur Ar

= Aromatherapie/-essenzen

AS

= Aura Soma

AY

= Ashtânga Yoga

AT 

= Autogenes Training

Atl

= Atlaslogie

Au

= Aurasehen, Aura-Arbeit etc.

Av

= Avatar

B

= Beratung

BB 

= Bach-Blüten

Bf

= Bewusstseinsförderung

Bio

= Bioenergie, Bioresonanz

Bio-HA = Bioenergetische Haaranalyse BV 

= Buchverlag/-versand

CA 

= Chakra-Aktivierung/-Arbeit

Ch

= Channeling

11.-17. Ausbildung zum Lebensberater mit dem Tarot, Zertifikatskurs mit Gerd Bodhi Ziegler in Flüeli-Ranft. 052 366 15 73 13./27. Zirkel spirituelles Heilen mit Raymond E. und Barbara Klaus in Gümligen. 031 352 10 40 15. Schamanisches Trommeln mit Kokopelli Guadarrama in Bern. 031 333 99 09 15. Schamanische Meditation mit Kokopelli Guadarrama in Bern. 031 333 99 09 16. Der 21.12.2012 aus astrologischer Sicht, Vortrag mit Christoph Bürer in Bern. 031 333 99 09 17. Mer-Ka-Ba, unsere spirituelle Herzenskammer, Vortrag mit Ort­ lieb Schrade in Bern. 031 333 99 09 17.-21. Singen, Tönen, Tanzen mit Armin Kneubühler und Gerd Bodhi Ziegler in Flüeli-Ranft. 041 660 50 45

17.-22. TraumMusik mit Andreas Gerber und David Gonzalez in Lützelflüh. 034 461 07 05 18./19. Mer-Ka-Ba, unsere spirituelle Herzenskammer, Seminar mit Ortlieb Schrade in Bern. 031 333 99 09 18.-20. Schamanische Heilung, Ein­ zelsitzungen mit Kokopelli Gua­ dar­rama in Bern. 031 333 99 09 20. Channeling-Lichtabend mit S. Schiesser und M. Kirchberger in Frauenfeld. 079 481 92 20 22. Mantras aus aller Welt, offenes Singen mit Marianne Bieri in Bern. 031 333 99 09 25./26. Wahrsagekarten – leicht zu erlernen, Seminar mit Gabriella Trippold in Bern. 031 333 99 09 27.-29. Making Love, Meditationsretreat für Paare mit Puja und Raja Richardson in Lützelflüh. 034 461 07 05

Dy

= Integrale Dynamologie

L 

= Lebensberatung/-hilfe

E 

= Esoterik

Li

= Lithotherapie/Edelsteintherapie

29. Heilung und Medialität, spiritueller Abend mit Christoph Bürer und Patric Pedrazzoli in Bern. 031 333 99 09 30. Prophezeiungen von Celestine, Film von James Redfield in Bern. 031 333 99 09 30.8.-2.9. Heilende Klänge – Klang­ volle Stille, Intensiv-Seminar mit Stimme und Klang mit Nhanda Devi in Flüeli-Ranft. 079 722 88 52 30.8.-2.9. The Sacred Heart, 5-Rhyth­ men-Workshop mit Andreas Trönd­ ­le in Lützelflüh. 034 461 07 05 31.8.-2.9. Ayurveda und Yoga, Seminar mit Doris Nydegger von Arx, Katharina Keller und Doris Abegglen in Flüeli-Ranft. 079 421 47 51 31.8.-2.9. Learning Love, Reise ins Selbst-Vertrauen mit Alexander Lanz und Sacha Ziegler Lanz in Lützelflüh. 034 461 07 05

RT

= Rückführungen/Reinkarna-­ tions­therapie

EFT = Emotional Freedom Techniques

LiG = Lichtgeometrie

RüM = Rückenmassage n. Breuss

EnFS = Energetisches Feng Shui

LK

= Lichtkunst

Rut

EnG = Energet. Gebäudereinigung

LL 

= Lieben lernen

SchH = Schamanische Heilrituale

EnR = Energet. Rückenmassagen

M

= Meditation

Sh

EP 

= Energiepyramiden

Ma

= Klass./intuitive/med. Massage

SO

= Seminarorganisation

Er

= Ernährungsberatung/begleitung

MaT = Matrix Transformation

Sp 

= Spiritualität, spirit.Heilung

ET 

= Energetische Therapien

Me

SpL

= Spirituelle Lebensberatung

Fa

= Fastenseminare

= Metamorphose-Practitioner

Med = Medialität Mer = Merkaba

FaT = Familientherapie

FH

= Fernheilung

FR 

= Fussreflexzonenmassage/ Fussmassage

FS

= Feng Shui

FT 

= Farbtherapie/-punktur n. P. Mandel

GA

= Ganzheitl. Atemgymnastik/ -therapie

NLP  = Neurolinguist.Programmieren No

= Nosodentherapie

GB 

= Gesundheitsberatung/praxis

Nu

= Numerologie/Kabbalistik

Geo = Geomantie

O 

= Ohrkerzentherapie

GH 

OA

= Organspez. Aminosäuren

GKo = Ganzheitliche Kosmetik

PE

= Persönlichkeitsentwicklung

GKM = Ganzkörpermassage

PH 

= Prana (pranic) healing

Ha

= Handauflegen

Pol

= Polarity-Therapie

He

= Heilkräuter, spagyrische HK

PP 

= Parapsychologie

Ho

= Homöopathie

PsE

= Psychosomatische Energetik

HP

= Heilpraktiker/in

Psy

Hy 

= Hypnosetherapie

= Psycholog. Beratung/Psycho­ therapie

IK

= Indigo Kinder

JK

= Jenseitskontakte

Ka

= Kartomantie/Kartenlegen

KB

= Katathymes Bilderleben

Ki

StB

= Kinesiologie, PsychoKinesiologie

= Sterbebegleitung (MT Mensch und Tier)

MM = Meditatives Malen, Mediales Malen, Mandala-Malen

SUT = Seelische Urblockadentherapie

MT 

= Mentaltraining, -coaching

Sy

Na

= Naturarzt, Naturheilpraktiker

NK 

= Natürliche Kosmetik

SyS = System.Stellen n. Bert Hellinger

PsyS = Psychosomatik, Psycho­ synthese

KGT  = Kunst- und Gestaltungstherapie

= Shiatsu

SpT = Spirituelle Therapie

MH = Mediale Heilung/Beratung

= Geistheilung

= Rutengängerei

Tar

= Synergetik-Therapie

= Tarot

Tan  = Tantra TC 

= Tai Chi, Taijiquan

TE 

= Tachyon-Energie

TfH = Touch for Health Th

= Therapeut/in (allg.)

Th.K. = Therapeut. Kartenlegen Tib

= Fünf-Tibeter-Training

TK

= Tierkommunikation

TLT = Time-Line-Therapie TPI 

= Trager Psychophysische Integration

Tr

= Traumanalyse

Tran = Trance

PW 

= Persönliches Wachstum/ -Training

TrT

= Trauma-Therapie

ÜG

= Übungsgruppen

R 

= Reiki

VeM = Vedische Meditation

Ra

= Radionik

VF 

= Vitalfeld-Therapie

Rad = Radiästhesie, Pendeln

Vi

= Visagist/in

Reb = Rebirthing

W 

= Wassertherapie (div. Methoden)

ChG = Chi Gong

Kla

= Klangtherapie

RefZ = Reflexzonentherapie (n. Dorn)

WBe = Wohnberatung

ChrE = Therapie chron. Erkrankungen

KP

= Kirlianfotografie

Rel

WBA  = Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich

CM  = Chinesische Medizin

KT 

Coa = Coaching CrS = Craniosacral-Therapie

KPsy  = Körperorient. Psychotherapie = Kurzzeit-Therapieprogramme

KUF = Krankheitsursachenfindung/ -auflösung

= Religion

REM = Ruhe, Entspannung, Mitte finden

WT

= Wirbelsäuletherap. n. Dorn/ Breuss

ResT = Resonanztherapie

Y 

= Yoga/Kriya Yoga

Ret

Z 

= Zilgrei

= Retreats

Der Eintrag in die Therapeutenliste ist Abonnentinnen und Abonnenten vorbehalten. Mit drei Spezialitäten kostet er CHF 12.- jährlich, mit zusätzlichen drei Spezialitäten und E-Mail-Adresse/URL kostet er CHF 24.- jährlich.

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Schweiz Therapeuten/Berater 2504 Biel, Gesundheitspraxis Rosenquelle, Irmhild Beek, Hainbuchenweg 12, 032 322 45 42 – AT / BB / R / FR / GH – www. rosenquelle.ch, info@rosenquelle.ch 2556 Schwadernau, Willi Stauffer, Standweg 20, 032 373 42 37 – AL / Er / RT 3007 Bern, Arpad Wächter, Landoltstrasse 73, 076 380 36 69 – L / MT / Med, www.geistige-welt.com 3053 Münchenbuchsee, Franziska Roschi, Bernstr. 46, 031 869 23 20 – Rad / GH / FR. 3182 Ueberstorf, Edith Wilhelmy, Tutzishus 22, 076 360 69 79 – GH / SchH – www.altes-wissen.ch, Info@altes-wissen.ch, 3250 Lyss, Ruth Hirschi, Kappelenstr. 41, 079 292 90 64 – RT / KUF / Ch / AS / Au / SUT – www.reinkarnationen.ch, info@reinkarnationen.ch 3280 Murten, Richard Sigrist, Tioleyres 13, 026 670 47 55 – Ki – www.zikubse.too.ch, zikubse@bluewin.ch 3400 Burgdorf, Praxis Hamali, Marlen Hämmerli, Steinhof 7, 034 423 63 68 – Kla / ChrE / SchH / REM / EnG / Coa – www.hamali.ch, marlen.haemmerli@besonet.ch 3400 Burgdorf, Marianne Grund, Lyssachstr. 17, Tel. 034 422 68 68 – GB / GA / AT / Hy / TLT / Ha – www.grund-hps.ch 3400 Burgdorf, Wenzel Grund, Lyssachstr. 17, Tel. 034 422 68 68 – GB / FH / GH / Ha / Ki / Ra – www.grund-hps.ch, grund.hps@bluemail.ch 3426 Aefligen, Marie Thérèse Rubin, Parterre Gemeindehaus, 079 469 82 22 – Bio / GB / Sp/ GH / KUF / SUT www.rubinenergie.ch, praxis@rubinenergie.ch 3604 Thun, Verena Ramseier, Einschlagweg 1, 033 335 49 84 – TK / SchH / Ha / M 3608 Thun, Lyarea E. Dietrich, Allmendingenstr. 14, 079 398 63 78 – EnFS / M / Sp 3613 Steffisburg, Barbara Witschi, SingulArt GmbH, Untere Zulgstr. 1, 079 652 90 47 – AS / Sp / B / M / Med / SO www.singulart.ch, singulart@bluewin.ch 3635 Uebeschi, Liselotte Lüthi, Lindenbühl 153, 033 222 38 83 – R / FR / Ma 3654 Gunten, Gerrard McInerney, Schönörtli, 033 243 04 26 – L / MH / Sp 3662 Seftigen, Praxis für Energiearbeit und energet. Psychologie, Ursula Lüthi, Wydmatt 28, 033 345 30 50 oder 079 287 99 92 – Sp / SpL / GH / EnG / Ch / Ca, www.seelen-heilung.ch, info@seelen-heilung.ch 3706 Leissigen, Annette Ast, Blumenstrasse, 033 847 17 25 – Bio / SUT 3803 Beatenberg, Markus Gafner, Freiegg, 079 539 69 29 – EnG / GH / Rad 3900 Brig, Caterina Nellen, alte Simplonstr. 18, 079 611 39 08 – AL / Coa / Hy / RT / TLT / SpT – www.selbsterkenntnis.ch, info@selbsterkenntnis.ch 4051 Basel, Anita Suter, Feierabendstr. 55, 079 245 56 64 – Sys / L / M / R / EFT – www.lebenskrisen-management.ch, mail@lebenskrisen-management.ch 4054 Basel, Kurt Wisler, Blochmonterstr. 19, 061 281 59 61 – FR / Ma / R 4058 Basel, Trudi Schüpbach, Allmendstr. 108, 061 601 72 50 – R / Ma / L 4125 Riehen, Franziska Reusser, Lachenweg 34, 061 601 28 02 – JK / FH / SpL – www.franziska-medium.ch, franziska-medium@bluewin.ch 4125 Riehen, Dora Schaufelberger, Im Niederholzboden 52, 061 601 52 79 – GH / SpL / SO 4450 Sissach/BL, Zum Lichtblick, H. R. Tommer, Hauptstr. 90, 061 973 73 73 – ET / FT / B 4451 Wintersingen (b. Rheinfelden), Maria Waldvogel, 076 498 38 12 – Ch / SpL / SyS ­– www.kristallschaedel.ch 4500 Solothurn, Mara Algethi, Grafenfelsweg 11, 032 622 29 25 – A / Tar / LB 4562 Biberist, Heinz Fahrni, Bromeggstr. 22, 032 685 30 37 – Ma / APr / WBA 4718 Holderbank/SO, Dorothea Schneider, Hauptstr. 97, 062 390 10 04 – Bio / Ki / All 5046 Walde, Fab. u. Hans-J. Steiniker, Schürstr. 484, 062 726 21 38 – RT / R / Na 5103 Wildegg, Tess Schneider, Bruggerstr. 11c, 062 893 08 04 – RT / TrT / Hy – www.reinkarnationstherapeut.ch, reinkarnationstherapie@bluewin.ch 5200 Brugg, Heidi Huber, Aarauerstr. 6, 056 441 94 73 – GH / L / B 5213 Villnachern, Verena Fehlmann, Dorfstr. 15, 056 441 26 43 – BB / FH / Ha 5505 Brunegg, Ruth Lengacher, Sandhübelstr. 6, 062 896 26 62 – E / ET / FT / L / Ka / Th.K – www.rhl.ch 5703 Seon, Sabine Michel, Sigismühle 8, 062 775 39 33 – B / BB / Coa / ET / L / TK – www.art-of-life.ch 6010 Kriens, Stefan Beutler-Huber, Schachenstr. 32, 041 320 26 30 – CrS / Pol / FR 6430 Schwyz, Hildegard di Francesco, Hinterdorfstr. 9, 041 832 12 11 – L / M / GH 6600 Locarno, Marisa Ischi, Via Vicolo Appiani 1, 091 791 30 87 – Ma / Ch / RT / Bio-HA / He / OA – www.sanftesheilen.com, sanftesheilen@bluewin.ch 6648 Minusio, Johanna Balli-Amon, Via Mimosa 2, 091 743 11 02 – Sp / FR / Ma 6816 Bissone, André P. Tondeur, Via Maroggia 34, 091 649 52 01 – MM / R / B 7000 Chur, Rita Muggli, Wiesentalstr. 89, 081 356 64 60 – SpL / Med / Ha 7320 Sargans, Karin Venzin, Städtchenstr. 74, 081 723 49 74 – FR / Ma / R 8044 Zürich, Lieselotte Eder, Toblerstrasse 42, 044 262 58 68 – L / GH / FH – www.physiognomik-eder.ch, l.eder@bluewin.ch 8247 Flurlingen, Barbara Bachmann, Gründenstr. 10, 052 650 10 63 – RT / Hy / KB / L / MT – www.ecps.ch, bbachmann@ecps.ch

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8500 Frauenfeld, Caroline Gasser, Zürcherstr. 231, 052 721 10 05 – GA / FR / P 8500 Frauenfeld, Susanne Schiesser, Altweg 16, 079 481 92 20 – Ch / Coa / FH / GH / MH – www.suschi.ch, info@suschi.ch 8597 Landschlacht, Chantal Ehrat, Schulstr. 15, 071 460 17 94 – GH / FH / Ha 8700 Küsnacht, Silvia Kockel, Bergstr. 38, 043 844 08 18 – AtT / A / AS / Er / GB / L – www.lebensquell.ch ­­­­ 8762 Schwanden, Evelyne Huber, Zügerstenstr. 4, 055 644 14 25 – RT / BB / FH / GH / Ha / StB 8815 Horgenberg, Rösli Nägeli, Unterhaus,Steinkrattenweg 11, 044 726 21 62 – Ki / TfH / ET (n. Banis) 8882 Unterterzen, Patricia Pfiffner, Chäsachernstr. 2, 081 738 17 19 – Na / Er / GKM / He / Ma / PsE – pfiffnertransporte@bluewin.ch 9010 St. Gallen, Jeanette Hauser, Schlatterstr. 3, 071 245 73 18 – A / BB / MH – jeanette.hauser@bluewin.ch

Schulen/Seminarveranstalter usw. 3007 Bern, Kaleidoskop Zentrum, Belpstr. 16, 031 399 00 00 – Spirit. Zentrum für Medialität 3012 Bern, Ausbildungszentrum für Erfahrung und Wissen, 031 302 00 33 – www.svpp.ch 3073 Gümligen, Der Kanal, Zirkel, Seminare, Ausbildung, Dorfstr. 52, 031 352 10 40 – www.derkanal.ch 3076 Worb, C&H Beratungen, Kurse, Seminare GmbH, Bahnhofstrasse 13, 031 711 19 82 – PE / Psy / Med / A – www.ch-beratungen.ch, chbuerer@dplanet.ch 5604 Henschiken, Erna John, Brüggliacher 10, 062 892 23 54 – TK / Coa / L – erna.jo@gmx.ch 5610 Wohlen/AG, Aargauer Medien für Spiritualität, Medialität, Zentralstr. 17 – 079 679 49 15 / PE, Med, Psy, M, MT, SpL – www.ausgleich.ch, isschumacher@bluewin.ch 6006 Luzern, Doris Käsermann, Schadrütihalde 16, 041 370 03 15 – Ki / VF / CHrE 6042 Dietwil, Life Design, Alfred Wepf, Villa Müslischreck, 041 787 39 50 – RT / MT / M 6064 Stalden (Sarnen), Hans Meier, Stockenmatt 11, 041 660 16 89 – Selbstfindung & Selbstheilung – www.oase-der-ruhe.ch 6900 Lugano, Centro THEMIS, 091 943 62 54 – Med / R / MH – www.margit-huber.ch, action@margit-huber.ch 7000 Chur, Leben+Astrologie-Schule, Laubenstr. 6, 081 250 72 78 – A / Psy / B / GB / SpL / BB – www.lebenschule.ch, info@lebenschule.ch 8032 Zürich, ANIMA-Experience, Lisa Maria Meierhofer, Freiestr. 155, 043 500 56 75 – Bf / Med / GH – www.anima-experience.com, info@anima-experience.com

Literatur/div. Produkte usw. 2502 Biel, Boutique Liechtstein, Güterstr. 21, 032 322 27 57 – Bücher / Schmuck / Kristalle 6950 Tesserete, Intermedia Synergie, Via alle Pezze, 091 930 06 70 – Aloe Vera / EP / ResT Musik

Deutschland Therapeuten/Berater 09126 Chemnitz, Larissa Kostjukowa, Stadler Str. 11, 0371-5613362 – R / RT / PsyKi / M / L&E / MH 09456 Annaberg-Buchholz, Pfr. Helmuth Goy, Parkstr. 37, 03733-142180 – GH / Ha / FH 12045 Berlin, Josef Jeckl, Elbestr. 25, 030-74773239 – Rad / Rut 31832 Springe, Ingeborg Oelmann, Allerfeldstr. 17, 05045-8037 – Psy / PsyS / SyS 41836 Hückelhoven, Dragi Alsalk, Venner Hof 37, 02433-952913 – SpL / L&E / Ch – www.bewusstseinszentrum.de, info@bewusstseinszentrum.de 46562 Voerde-Spellen, HP Brigitte Finger, Hahnenstr. 35, 02855-6660 – Na / Bio / ET / ADS / GH / FH 48734 Reken, Beate Pracht, Michaelstr. 9, 02864-884681 – GH / L&E / Z 50939 Köln, Faruk Demir, Lehmbruckstr. 3, 0221-9435975 – FH 56841 Traben-Trarbach, Ute Allmacher, Am Laubloch 28, 06541-811350 – R / BB / SpL 57627 Hachenburg, Dr. med. Ulrich Klettner, Wiedstr. 2, 02662-9696967 – CM / MH / PsyS 61381 Friedrichsdorf, Franz Braum, Ostpreussenstr. 18, 06172-778468 – GH / PH / RT 64289 Darmstadt, Edith Humeau, Eckhardt Str. 7, 06151-716589 – GH / FH / CA 81925 München, Ingrid Keminer, Elektrastr. 18, 089-9965 8988 – Ch / EA / LiG 86153 Augsburg, Herbert Settele, Brückenstr. 25 1/2, 0821-5082340 – B / EnR / FH / GH / Ha / KUF 87459 Pfronten, Magdalene Helk, Allgäuer Str. 42, 08363 925216 – RA / CH / TK / JK www.andalassa.com, info@andalassa.com

Italien Therapeuten/Berater 15010 Grognardo, Edelstein-Therapie-Zentrum, Str. Baghina 63, 0144 320752

Österreich Therapeuten/Berater 5020 Salzburg, DDr. Gerhard Brandl, Guetratweg 20a, 0662-830610 – Psy / AT / R

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Wendezeit 4/12


Wendezeit Archiv

Depressionen Schicksal 1/11 2/11

Jenseits 3/11

Elektrosmog Die grüne Fee Kräuter1/10 2/10 medizin 3/10

Direkte Stimmen 1/09

ThalassoTherapie 2/09

Atlantis 1/98

Kabbala 2/98

Telepathie 1/07

Aura/ Chakren 2/07

Numerologie Besessenheit 1/06 2/06

Das Ende der Welt 3/09

TranceChirurgie 3/08

Wasser 4/11

Weise Frauen 4/10

Aegypten 5/11

Physikalischer Mediumismus 6/11

UNESCO Welterbe 5/10

Rudolf Steiner 6/10

Buddhismus 1/05

Leben mit dem Mond 1/04

Hexen 2/05

Schamanismus 3/05

Kraftorte 2/04

Huna 3/04

Tarot 4/05

Meditation 5/05

Globalisierung Spiritismus 4/04 5/04

Das Grabtuch Die Türkei Lebensenergie von Turin 5/09 6/09 4/09

Chinesische Medizin 1/03

Märchen 2/03

Hypnose 3/03

Bioenergetik Sonne/Licht 4/03 5/03

Zeitphänomen 4/08

Wahrsagen 1/02

Parapsychologie 2/02

Indianer 3/02

Die Andere Welt 4/02

Engel 1/01

Ayurveda 2/01

Feng Shui 3/01

Palmblatt- Reinkarnation bibliotheken 4/07 3/07

Tonbandstimmen 5/08

Was ist Esoterik? 5/07

Stimmen am Telefon 6/08

Was ist Wahrheit? 6/07

Mythologie Tierkommu- Spuk u. Psy- Nahtodes-Er3/06 nikation 4/06 chokinese 5/06 lebnisse 6/0

Wendezeit 1/00

Edelsteine 2/00

Tiere 4/01

Astrologie Alternativ 3/00 heilen 4/00

Archivnummern zu CHF/€ 8.50 (inkl. Versand) erhältlich

Wunder 6/05

UFOs 5/02

Geistheilen 5/01

Reinkarnation 5/00

Alchemie 6/04

Hydrotherapien 6/03

Die grossen Rätsel 6/02

Trauer 6/01

Neue Technologien 6/00


Wendezeit

Die Zeitschrift, die das ganze Spektrum der unbegrenzten Möglichkeiten für ein ganzheitliches Leben im Wassermann­zeitalter zeigen will: Esoterik, Para­psycho­logie, Spiritualität, Lebenshilfe, My­stik, Ökologie, Alternativmedizin. Mit Reisereportagen und Beiträgen auch über Feng Shui, Heilöle/Steine, Medi­tation, sowie Vorstellungen von Buch- und CD-Neu­erscheinungen, u.a.m. Eine Medizin mit mehr Geist und Seele: das wünschen sich Abermillionen von Patienten. Entsprechend boomen «geistiges Heilen» und verwandte Heil­wei­sen. Auch um sie geht es in

Wendezeit

Mit einer regelmässigen Kolumne von

U ri Geller einer Agenda (Kurse/Seminare/ Kon­gresse) und einer Therapeuten-/Be­rater-/Dienstleistungsliste.

Kommende Schwerpunktthemen: 5/12 (Sept./Okt.) – Bach-Blüten 6/12 (Nov./Dez.) – Was ist Leben?


Wendezeit 4_12 - Wissenschaft  

Zeitschrift fuer ganzheitliches Leben und fuër ein neues Zeitalter mit mehr Geist und Seele. Nr. 4_12: Wo sich Naturwissenschaft und Spirit...

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