Issuu on Google+

Samstag, 20. August 2011 Freiburger Nachrichten

religion und gesellschaft

Afrikamissionare feiern: Seit nun 100 Jahren sind sie in Freiburg tätig

Die Bibel ist in 2527 Sprachen erhältlich Die Bibel ist weiterhin das erfolgreichste Buch der Weltgeschichte.

Aus Anlass ihres 100-Jahr-Jubiläums veröffentlicht die Gemeinschaft der Afrikamissionare eine Festschrift. Ihr Sitz ist in Freiburg. KATHOLISCHE INTERNATIONALE PRESSEAGENTUR (KIPA)

Am 15. August 1911 hat sich der erste Afrikamissionar (damals noch «Weisser Vater» genannt) in der Schweiz niedergelassen. Der aus Graubünden stammende Pater Anton Zarn kam nach Freiburg, um im Hinblick auf die technische Ausbildung der Missionsbrüder Kontakte zu knüpfen. Pater Zarn war 1911 beauftragt, für die berufliche und technische Ausbildung der Missionsbrüder mit dem damals berühmten Technikum in Freiburg Kontakt aufzunehmen. Deshalb mietete er in Freiburg ein Haus; um aber dem Technikum näher zu sein, zogen die Afrikamissionare 1913 vom sogenannten «Pfaffengarten» in das Quartier Les Daillettes um. Für zukünftige Missionspatres wurde ein Jahr später ein Haus in Saint-Maurice VS gekauft, um sich dort am Kollegium Ausbildungsmöglichkeiten zu sichern.

Das Provinzialhaus der Afrikamissionare in Freiburg, das Africanum, befindet sich in der Villa Bethlehem an der Vignettaz-Strasse.

Während des Ersten Weltkrieges zog die Gemeinschaft von Freiburg nach Saint-Maurice. Später wurden die Afrikamissionare auch in der deutschsprachigen Schweiz tätig: 1932 wurde eine Schule in Widnau SG gegründet und 1942 in Horw LU ein Haus gekauft. 1948 wurde eine grösse-

Kirche wird immer mehr zur Event-Agentur

Junge Deutschfreiburger sind vom katholischen Weltjugendtag beeindruckt

Die jungen Menschen in der Schweiz besuchen meist nur an für sie wichtigen Lebensstationen die Kirche.

Eine Woche in einer Gemeinschaft mit anderen Jugendlichen und Christus in Madrid leben – dies ist das Ziel der Organisatoren des Weltjugendtages.

Auch in der Deutschschweiz

ZÜRICH/BERN Von den 16- bis 25Jährigen besuchen nur sechs Prozent einmal wöchentlich eine Kirche, eine Synagoge, eine Moschee oder einen Tempel. Während 73 Prozent einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören, sind nur 43 Prozent davon überzeugt, dass es einen Gott gebe. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie der Grossbank Credit Suisse. «Die Kirche verkommt zu einer Event-Agentur, die bei zentralen Lebensschwellen die Infrastruktur und den emotionalen Rahmen bietet», so die Autoren der Studie. Rund 56 Prozent der befragten jungen Menschen besuchen eine Kirche, eine Moschee, die Synagoge oder einen Tempel nur bei speziellen Anlässen. Dennoch gebe es eine gewisse Zurückhaltung, aus der Kirche auszutreten. Ein Grossteil der Jungen glaube an Gott und greife bei wichtigen Lebenspunkten auf diese religiöse Orientierung zurück. kipa

jemanden nach Afrika losziehen liessen, viele, die weiter afrikanische Priester unterstützen, viele, die im Stillen für die Missionen beten.» Ihnen gebühre der Dank. Auch wenn sie jetzt auch in der Schweiz leben, so Stäger: «Wir bleiben Afrikamissionare, denn unser Herz ist in Afrika geblieben.» Die öffentliche Jubiläumsfeier findet am Sonntag, 23. Oktober, um 10.15 Uhr im Kirchgemeindehaus St. Peter in Freiburg statt. Vorgesehen ist ein Auftritt des Afrikanischen Chors der Kapverden aus Romont sowie ein Aperitif.

D

ie Missionsgesellschaft der Afrikamissionare ist 1868 vom damaligen Erzbischof von Algier und späteren Kardinal Charles Lavigerie gegründet worden. Anfänglich waren die Afrikamissionare nur für den Bereich Nordafrika gedacht, wo sie unter den muslimischen Bewohnern den christlichen Glauben verbreiten

Zwei Millionen Jugendliche Beide kamen über die Lobpreisungsabende von Adoray zum Treffen. Für beide ist der Höhepunkt des internationa-

sollten. Sie lernten die Sprache der einfachen Menschen und kleideten sich wie die Nordafrikaner mit weisser Gandura und mit Burnus. Diese Kleidung brachte ihnen auch den Spitznamen «Weisse Väter» ein. Heute sind etwa 2000 Afrikamissionare in 26 Ländern Afrikas und in ihren Heimatländern tätig. kipa www.africamission-mafr.org

Weltjugendtag: Kirche spricht mit dem Nachwuchs

D

MADRID Yannick Brayenovitch

hat den Papst schon zwei Mal in Rom live erlebt. Doch den Auftritt des Kirchenoberhauptes am Weltjugendtreffen fand der 18-jährige angehende Zimmermann aus Tafers gewaltig. Der Papst sei ein wunderbarer Mensch. «Hinter seinen Worten steht uneingeschränkter, bedingungsloser Glaube und echtes Interesse an der Jugend. So gehen uns seine Worte direkt ins Herz.» Auch Judith Lehmann aus Heitenried, ebenfalls 18, ist beeindruckt. «Es ist sehr berührend, wie er zu den Jungen gesprochen hat. Er hat grosse Freude an uns Jugendlichen.» Dank einer Grossleinwand konnten sie die Rede aus der Nähe miterleben.

Bild zvg

«Weisse Väter»: 1868 gegründete Missionsgesellschaft

re Liegenschaft in Luzern erworben, in der Missionare bis Juni 2010 gewohnt haben. Im Jahr 1975 wurde schliesslich ein Heim für betagte Patres und Brüder im Wallis gebaut. «Und was bleibt heute, nach 100 Jahren, von all dem?», fragt der in Freiburg aktive Afrikamissionar Roman Stäger rhetorisch. Und er gibt auch gleich selber Antwort: «Viele Wohltäter, viele Junge und Ältere, die mit uns diesen hundertjährigen Weg gegangen sind, viele, die aus ihrer Verwandtschaft

Yannick Brayenovitch (Mitte, mit Bart), Judith Lehmann (links von ihm) und elf andere Deutschfreiburger weilen in Madrid. Bild zvg len Treffens, dass zwei Millionen Jugendliche in Eintracht ein gemeinsames Fest feiern. «Es ist schön zu sehen, dass so viele Jugendliche noch immer zur katholischen Kirche stehen und stolz auf ihren Glauben sind», sagt Brayenovitch. Er freue sich auf die Begegnungen. Lehmann schliesst sich an: «Es ist sehr emotional, all diese Nationen zu sehen, die sich an einem Ort treffen. Es ist viel Freude da und es ist friedlich.» Brayenovitch sagt: «Wenn man als Jugendlicher zum Glauben

findet – was das Beste ist, was einem passieren kann –, fühlt man sich in der Kirche schnell mal alleine, da in manchen Pfarreien die Jugendlichen nicht mehr oft zur Kirche gehen.» Allerdings freue er sich auch auf zu Hause, die Familie, ein normales Bett und ein bisschen Zeit für sich. «Es ist doch auch sehr anstrengend.»

Von Problemen keine Spur Von einem Anschlagsversuch war die Rede, von Demonstrationen und Spannun-

7

er 26. Weltjugendtag in Madrid begann letzten Dienstag und endet morgen. Insgesamt 2 Millionen Jugendliche aus 192 Staaten, 14 000 Priester und 800 Bischöfe sind dort. Aus der Schweiz sind total 400 Jugendliche angereist, 11 sind aus Deutschfreiburg. Der Anlass findet alle drei Jahre statt und wurde 1984 von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen. kipa gen zwischen Katholiken und Papstgegnern. Das Treffen laufe in geordneten Bahnen, sagen die beiden. Natürlich denke man auch an Risiken, sagt Brayenovitch, doch sie machten sich keine Sorgen: «Wir haben den grösstmöglichen Schutz und den Eindruck, dass alles gut organisiert ist.» Das Erlebte entspreche nicht dem Bild der Medien über das Treffen. Auch Lehmann meint: «Ich habe hier nichts Derartiges erlebt. Alles verlief bisher reibungslos.»

BASEL Die 146 nationalen Bibelgesellschaften haben die Bibel oder zumindest einzelne Bücher daraus weltweit in 2527 Sprachen übersetzt. Dies teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften mit. Die komplette Bibel liege in 469 Sprachen vor. Das entspricht einer Steigerung um zehn weitere Sprachen gegenüber 2009. Das Neue Testament werde in 1231 Sprachen verkauft, und einzelne biblische Bücher seien in 827 Sprachen erschienen. Die meisten Übersetzungen sind in Asien und dem Pazifikraum veröffentlicht worden. Dort könnten Menschen das Buch in 1063 Sprachen lesen. An zweiter Stelle stehe mit 739 Übersetzungen der afrikanische Kontinent, gefolgt von Nord- und Südamerika mit insgesamt 512 Übersetzungen. Auf Europa und den Nahen Osten entfielen 210 Übersetzungen. Zu den neuen vollständigen Übersetzungen zähle zum Beispiel die Bibel in Tschuwaschisch. Tschuwaschien ist eine Föderationsrepublik im europäischen Teil von Russland. Ausserdem soll das Neue Testament in acht weiteren Sprachen PapuaNeuguineas vorliegen. kipa

700 Schweizer an Papstbesuch in Deutschland FREIBURG IM BREISGAU Über 700 Schweizer haben bisher Karten für die Gottesdienste mit Papst Benedikt XVI. in der süddeutschen Stadt Freiburg im Breisgau bestellt. Das meldet die Erzdiözese Freiburg in einem Communiqué. Auch die anderen Nachbarbistümer zeigen grosses Interesse am Besuch des Papstes in seinem Heimatland. Papst Benedikt XVI. wird am 24. September um 14 Uhr das Freiburger Münster besuchen. Um 19 Uhr feiert er ein Abendgebet mit Jugendlichen auf dem Messegelände. Als Höhepunkt seiner Reise feiert er am 25. September um 10 Uhr eine Eucharistiefeier auf dem Flugplatz. Für beide Gottesdienste in Freiburg sind noch kostenlose Eintrittskarten erhältlich, die bis Mitte September bestellt werden können. kipa Kontakte: Bistum Basel (032 625 58 41, kanzlei@bistum-basel.ch) und Chur (081 258 60 00, bischofssekretariat@ bistum-chur.ch).

Andachtsraum im Flughafen zieht um KLOTEN Für gut drei Jahre zieht der Andachtsraum im Flughafen Zürich in ein Provisorium. Ab 24. August ist er im Check-in 1 (Galerie Ost) zu finden, wie das Flughafenpfarramt mitteilt. Der Grund sind die laufenden Umbauarbeiten am Flughafen. Seit 13 Jahren dient der Andachtsraum im Check-in 2 für Hunderttausende als Oase der Stille und des Gebetes. Wegen des Umzugs steht im Flughafen bis 23. August kein Andachtsraum zur Verfügung. kipa


Bericht Freiburger Nachrichten