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Welthaus-Info 37 / GZ 02Z034351 M Verlagspostamt 8010 Graz.P.b.b. Foto: Ernst Zerche

Jahresbericht

2020


2 | Welthaus Jahresbericht 2020

SLOWAKEI

GUATEMALA

UKRAINE

LAOS

SENEGAL

BRASILIEN

TANSANIA

ARGENTINIEN

W

ir stärken Menschen. Dieser Leitspruch spiegelt sich in unseren Projekten wider: Im Mittelpunkt steht die Bekämpfung von Armut und Ungerechtigkeit. Welthaus unterstützt Initiativen, die von den Betroffenen selbst entwickelt werden. Die Projekte werden von den örtlichen PartnerInnen geplant und umgesetzt. Die Projektmitarbeiterinnen von Welthaus begleiten diese Prozesse. Die Projekte sind den sozialen, kulturel-

len und wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Wir ermutigen Menschen, für ihre Rechte einzutreten. Eine nachhaltige Veränderung ist nur durch gemeinsames und partnerschaftliches Handeln möglich. Welthaus ist sich seiner großen Verantwortung gegenüber KirchenbeitragszahlerInnen und SpenderInnen bewusst. Die Projektfinanzierung erfolgt in Teilzahlungen nach Überprüfung des Projektfortschrittes. Regel-

mäßige externe Buchprüfungen vor Ort gehören zum Standard. Ebenso wird Welthaus von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer jährlich geprüft. Welthaus führt das österreichische Spendengütesiegel. Die Spenden an Welthaus sind steuerlich absetzbar. Zur Sicherung der Qualität werden die Projekte laufend evaluiert. Die Weltkarte oben zeigt unsere Schwerpunktländer. Eine Liste aller Projekte finden Sie rechts >>

Impressum Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Welthaus Diözese Graz-Seckau Bürgergasse 2, 8010 Graz Tel. +43 316 324556 E-Mail: graz@welthaus.at graz.welthaus.at Redaktion, Gesamtleitung: Christian Köpf Layout: Christian Köpf Druck: RehaDruck Fotos: Welthaus, Ernst Zerche, INCUPO, Verein Spolu, Verein Viden, Caritas Wolnowacha, privat F.d.I.v.: Dietmar Schreiner Rechtsform: Welthaus Diözese Graz–Seckau Entwicklungszusammenarbeit: Öffentliche juristische Person gemäß can. 114 ff CIC. Verantwortlich für Spendenwerbung: Viktoria Schichl Für Spendenverwendung: Agnes Truger Für den Datenschutz: Dietmar Schreiner

Titelfoto: Elia Sodré do Nascimento trennt die Spreu vom Reis. In Bom Jesus da Lapa (Brasilien) lebt sie mit ihrer Familien von einer kleinen Landwirtschaft. Doch die Klimakrise und der zunehmende Landraub bedrohen die Existenzgrundlagen von immer mehr Kleinbauernfamilien. Welthaus und lokale Partner unterstützen sie dabei, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Foto: Ernst Zerche


Länder / Projekte | 3

Land

Aktivität – Projektpartner

Argentinien

Süd-Nord-Allianzen Stärkung familiäre Landwirtschaft – INCUPO

Argentinien

Hilfe im Kampf gegen Corona – INCUPO

Brasilien

Schutz der Landrechte von Kleinbäuerinnen und -bauern – CPT Barra

25.062,50

Brasilien

Land absichern und DorfbewohnerInnen verteidigen – CPT Nordeste 2, Bahia, Minas Gerais

34.250,90

Brasilien

Gefängnisseelsorge – CNBB

21.059,48

Brasilien

Überleben in der Trockenzone – IRPAA Convivencia

5.000,00

Brasilien

Menschenrechtszentrum São Paulo – CDHEP

1.530,99

Brasilien

Hilfe im Kampf gegen Corona – CPT Nordeste 2

15.037,50

Brasilien

Hilfe im Kampf gegen Corona – CPT Barra

35.087,50

Brasilien

Hilfe im Kampf gegen Corona – Diözese Bom Jesus da Lapa

5.010,99

Guatemala

Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen – UDEFEGUA

7.514,31

Guatemala

Politische Mitsprache der indigenen Jugend – FTN

10.025,00

Guatemala

Aus dem Blickwinkel der Völker – COPAE

15.037,50

Guatemala

Solidaritätsfonds Corona – SP Huehuetenango

30.000,00

Laos

Gemeinschaftliches Waldmanagement – GAPE

55.137,50

Laos

Ernährungssicherheit – ARMI

15.037,50

Laos

Management von natürlichen Ressourcen – JVC

40.100,00

Laos

Verbesserung von Lebensbedingungen – ARMI

15.100,47

Laos

Zugang zu Gemeinschaftsland und Landrechtstraining – PSNUA

Senegal

Ernährungssouveränität – acht Partnerorganisationen

Senegal

Agrarökologie im Getreideanbau – Symbiose

Senegal

Solidaritätsfonds Corona – Caritas Kaolack

Senegal

Sicheres Nutz- u. Trinkwasser durch Regenwasseraufbereitung – Caritas Kaolack

Senegal

Partizipative Forschung in Agrarökologie – Symbiose

Senegal

Hilfe im Kampf gegen Corona – Caritas Senegal

Slowakei

Pastoralarbeit im Romazentrum in Lipany – Caritas Košice

Slowakei

Regionales Zentrum für Gemeindeaktivitäten – Verein SPOLU

30.000,00

Tansania

Landsicherheit für Kleinbäuerinnen und -bauern – MIICO

14.338,04

Tansania

ERI gemeinsame Aktivitäten – vier Partnerorganisationen in Tansania und Uganda

1.310,07

Tansania

Ernährungssouveränität in Chunya – ADP Mbozi

6.157,06

Tansania

Ernährungssouveränität Ileje – IRDO

24.773,99

Tansania

Gesicherter Zugang zu Land – MIICO

12.030,00

Tansania

Ernährungssouveränität Mara – One World Sustainable Livelihood

10.033,19

Tansania

Landrechte – Haki Ardhi

16.443,52

Tansania

Landrechte und gute Regierungsführung – TNRF

40.000,00

Ukraine

Hilfe im Kampf gegen Corona – Verein VIDEN

Ukraine

Jugendzentrum in Konotop – Verein VIDEN

Ukraine

Hilfe für Flüchtlingsfamilien in Konotop – Verein VIDEN

Ukraine

Bildung für Kinder und Jugendliche – Caritas Iwano Frankiwsk

International Wissensmanagement – HORIZONT3000

Summe 30.080,00 2.000,00

300,00 99.184,86 5.931,65 20.000,00 5.000,00 16.666,00 2.000,00 5.000,00

1.000,00 22.088,00 5.032,97 21.000,00 11.499,85


4 | Welthaus Jahresbericht 2020

HILFE IN DER CORONA-KRISE Der Rückblick auf das Jahr 2020 wird von den globalen Folgen der Corona-Krise überlagert. Die Pandemie traf die Ärmsten mit voller Wucht. Welthaus unterstützte seine lokalen Partner bei der Aufklärung über Covid-19, bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und der Förderung von Schutzmaßnahmen. Die Diözese GrazSeckau unterstützte diese Arbeit mit einem zusätzlichen Soliaritätsfonds in Höhe von 100.000 Euro.

ARGENTINIEN

Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Wasser in die Dörfer.

Die Corona-Krise hat die prekären Lebensbedingungen indigener Gemeinschaften in der Chaco-Region noch verschärft: Durch massive Abholzungen und Landvertreibungen ihres Lebensraumes beraubt, waren viele Indigene bereits vor der Pandemie auf die Versorgung durch Volksküchen, Ausspeisungen und kostenlose Schulmahlzeiten angewiesen. Lockdowns schnitten die Gemeinschaften vielfach vom Zugang zu Lebensmitteln, Wasser und Gesundheitsversorgung ab. Die beengten Wohnverhältnisse verschärften die Situation zusätzlich. Welthaus und Incupo informierten die Menschen in entlegenen Gebieten via Internet und Mobiltelefone über Schutzmaßnahmen und Unterstützungen durch die Regierung. Vor Beginn der Ausgangssperre brachte Incupo Hilfspakete mit

BRASILIEN

Aufklärung und Hilfspakete

Hilfe im politischen Chaos Brasilien wurde von der Corona-Pandemie mit voller Wucht getroffen. Seit Beginn der Krise spielte Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus herunter – mit fatalen Auswirkungen auf die Bevölkerung: Bis Juni 2021 verzeichnete das Land eine halbe Million Covid-19-Todesfälle. Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger breiteten sich weiter aus, die Lebensmittelpreise stiegen und Landwirte konnten ihre Produkte nicht verkaufen, da viele Märkte geschlossen waren. In unserer Partnerdiözese Bom Jesus da Lapa und anderen Diözesen im Nordosten Brasiliens unterstützten Welthaus und die Landpastoralkommission CPT bedürftige Familien mit Grundnahrungsmitteln und Hygi-

eneprodukten. Die familiäre Landwirtschaft wurde durch den Kauf ihrer Produkte gestärkt – Frauengruppen durch den Verkauf von selbst genähten Stoffmasken, wodurch sie sich ein kleines Einkommen schaffen konnten.

GUATEMALA

Mit Bio-Landbau gegen den Hunger Corona befeuert auch in Guatemala die Nahrungsmittelkrise. Im nordwestlichen Hochland lebt die indigene Bevölkerung in großer Armut. Viele arbeiten als Tagelöhner auf Plantagen oder bauen Mais und Bohnen für die Eigenversorgung an. Die Covid-19-Maßnahmen haben ihre prekäre Lage verschärft: Der öffentliche Verkehr war stark eingeschränkt, Märkte waren geschlossen, Lebensmittel wurden teurer und für die Ärmsten unerschwinglich. Welthaus unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnern die Dörfer bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Mit agrarökologischen Methoden werden an Boden und Klima angepasste Gemüsesorten, Obstbäume und Heilpflanzen angebaut. Die Bäuerinnen und Bauern werden geschult, ein Grundpaket an Betriebsmitteln wird zur Verfügung gestellt. Die Familien lernen, wie sie Lebensmittel weiterverarbeiten und konservieren können.


Weltweit aktiv | 5 LAOS

SLOWAKEI

Die Regierung in Laos nutzte den Ausnahmezustand, um die Bürgerrechte weiter einzuschränken. Auch die soziale Lage verschlechterte sich weiter: Viele Ausgewanderte verloren ihre Jobs und kehrten aus den Nachbarländern heim, ihre Einkommen fehlten den Familien. Um sich zu ernähren, griffen die Menschen auf die wenigen vorhandenen Ressourcen zurück, insbesondere Reis. Doch auch dieser muss vielfach zugekauft werden, nachdem es für die arme Bevölkerung an Anbauflächen zur eigenen Versorgung fehlt. Durch das schlechte medizinische Versorgungsystem kamen die Kampagnen der Regierung für mehr Hygiene, häufigeres Händewaschen etc. in den Dörfern vielfach gar nicht an. In den von Welthaus unterstützten Projekten wird daran gearbeitet, Bewusstsein für die Hygienemaßnahmen zu schaffen – vor allem über Mobiltelefone.

Die sozialen Probleme der Roma in der Slowakei wurden durch die CoronaKrise noch verstärkt. In den Gemeinden, in denen Welthaus die Roma-Minderheit unterstützt, erhielten Romnia Weiterbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich. Derzeit bieten sie in ihren Siedlungen vor allem Lernunterstützung für Volksschulkinder und Gesundheitsvorsorge an (Foto rechts). Die Frauen führen intensive Präventionsmaßnahmen durch: Sie verteilen Masken und Desinfektionsmittel an die Haushalte und üben mit allen das richtige Händewaschen. Dieser laufenden, konsequenten Arbeit ist es auch zu verdanken, dass sich einzelne Corona-Fälle in den Siedlungen nicht weiter verbreiten konnten.

Infos zum Schutz vor dem Virus

SENEGAL

Gartenbau und Wasserversorgung Viele Kleinbauernfamilien hatten während der Lockdowns keinen Zugang zu Gemüsesamen und Saatgut, sie hatten große Schwierigkeiten, sich ausreichend zu ernähren. Weil viele Wochenmärkte zur Covid19-Prävention geschlossen waren, konnten Landwirte ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Der Zugang zu Wasser ist vielerorts stark eingeschränkt, die hygienische Situation ist katastrophal. Welthaus und die Caritas Kaolack haben ein nachhaltiges Gartenbauprojekt initiiert, das die Wasserversorgung verbessert, die Eigenversorgung mit Gemüse sicherstellt und durch den Verkauf von Überschüssen weitere Haushaltskosten abdeckt. Die Sammlung, Bereitstellung und Reinigung von Regenwasser ermöglicht den Zugang zu Wasser und verhindert Krankheiten, die durch das Trinken von Brackwasser verursacht werden.

Unterstützung beim Lernen

TANSANIA

Aufklärung trotz Widerständen In Tansania gab es kaum politische Maßnahmen gegen die Pandemie. Die Regierung hat die Grenzen rasch wieder für Touristen geöffnet. Im Land selbst wurde suggeriert, dass es keine Corona-Erkrankungen gibt, Daten über Covid-19-Fälle wurden nicht veröffentlicht. Die Angst, dass man bei kritischen Äußerungen strafrechtliche Konsequenzen fürchten muss, war groß. Viele Menschen tragen aber nach wie vor Masken in der Öffentlichkeit. Auch Händewaschen wird nach wie vor propagiert. Bei ihren Gesprächen ver-

suchten die Welthaus-Projektpartner, die Menschen in den Dörfern verstärkt über das Corona-Virus aufzuklären und sie zur Einhaltung und richtigen Durchführung der Hygienemaßnahmen und von „Social-Distancing“ zu bewegen. Es gelang auch, in einem lokalen Radiosender umfangreiche Informationen zur Vorbeugung und zum Umgang mit dem Virus zu senden.

UKRAINE

Psychologische Hilfe Im Herbst 2020 traf Corona das Land mit voller Wucht. Aufgrund der hohen Infektionszahlen ist das Gesundheitssystem fast kollabiert. Es mangelt an Tests, Impfungen, Masken, Schutzanzügen und Beatmungsgeräten. Die Menschen gehen auch nicht zu Untersuchungen. Warum auch: In den Krankenhäusern fehlt es an allem. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren, staatliche Hilfen gibt es nicht. Zeitgleich steigen die Lebensmittelpreise. Manche Grundnahrungsmittel werden knapp. Die Welthaus-Projektpartner in Ivano-Frankivsk, Konotop und Volnovacha führen ihre Projekte so gut es geht weiter. Der Bedarf an psychologischer Unterstützung ist enorm gestiegen. Zwukunftsängste, Depressionen, Gewalt in den Familien sind die großen Herausforderungen. Auch Lebensmittelpakete und Hygieneartikel werden in dieser Ausnahmesituation von den Projektpartnern an die Familien ausgegeben. graz.welthaus.at/projektlaender


6 | Welthaus Jahresbericht 2020

UKRAINE

Bildung und Arbeit für Jugendliche

Foto: privat

Landesweit ist jede fünfte Familie in der Ukraine von akuter Armut bedroht, selbst wenn beide Elternteile beschäftigt sind. Die wirtschaftliche Situation von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien, von Alleinerzieherinnen und von Waisenkindern ist noch prekärer: Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch und die daraus resultierende Armut sind die Haupthindernisse im Ausbildungsweg der Jugendlichen. Vielfach werden Jugendliche in die Arbeitslosigkeit bzw. in die Illegalität (auf den Schwarzmarkt) abgedrängt. Den Ausweg suchen viele junge UkrainerInnen in der Arbeitsemigration – oft auch illegal In der westukrainischen Stadt Ivano-Frankivsk unterstützt Welthaus gemeinsam mit der Caritas der griechischkatholischen Kirche Jugendliche aus sozial schwachen Familien bei ihrer Berufsausbildung, bei der Arbeitsplatzsuche oder bei der Unternehmensgründung (Foto). Jugendliche, die ein Studium beginnen möchten, wurden durch gezielte Förderung bei der Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung unterstützt. Das Interesse und Engagement aller Beteiligten war trotz Corona überwältigend – nur so sind die überaus positiven Ergebnisse zu erklären. graz.welthaus.at/ukraine

LAOS

Schutz der Lebensgrundlagen Ein nachhaltiger Umgang mit Gemeinschaftsland und Gemeinschaftswald sowie der Erhalt der natürlichen Ressourcen wird in Laos immer wichtiger. Der Wald, die Weideflächen oder die Flüsse bieten Nahrungsmittel, die die Bevölkerung für ihr Überleben braucht. Nachdem es auch kaum Arbeitsmöglichkeiten gibt, sichert die angepasste Landwirtschaft zusammen mit einer nachhaltigen gemeinschaftlichen Be-

TANSANIA

Honig und Seife aus der Serengeti In der Region Mara leiden viele Familien unter Hunger. Welthaus arbeitet mit seiner Partnerorganisation nach einem innovativen Ansatz: Es geht einerseits darum, die Ernährungssicherheit in den Dörfern sicherzustellen. Andererseits werden Gruppen von Farmern geschult, um durch die Vermarktung von Überschüssen Einkommen zu erzielen und so langfristig ohne Hilfe von außen leben zu können. Die Produkte, die

wirtschaftung von Wäldern und Flüssen eine Möglichkeit, auf und vom Land zu leben. Um die Lebensbedingungen zu verbessern, werden Aktivitäten zur Nutzung und zum Schutz von Gemeinschaftswäldern oder auch Fischereizonen durchgeführt. Aufklärung und Begleitung der Landbevölkerung sind in diesem Bereich sehr wichtig, ebenso wie das Verständnis der Regierungsstellen zu verbessern. Die Stärkung von Frauen hinsichtlich ihrer Landrechte ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in der Region Savannahkhet.

mit den Gruppen für die Vermarktung ausgesucht werden, sind gut überlegt. Honig hat sich im Serengeti-Distrikt gut angeboten, weil es noch genügend Wälder gibt und Honig auch auf den lokalen Märkten sehr gute Preise erzielen kann. Das heißt auch, dass die Frauen und Familien sich nicht weit entfernte Märkte suchen müssen, sondern ihre Produkte „ums Eck“ verkaufen können. Die Seifen werden aus der Pflanze Jatropha gewonnen und haben neben der reinigenden auch eine medizinische Wirkung.


Wir stärken Menschen | 7

DANKE FÜR IHRE HILFE!

W

er hätte sich Anfang 2020 gedacht, dass dieses Jahr unser Leben so auf den Kopf stellen würde? Plötzlich war alles anders, wir mussten unseren Alltag neu organisieren. Noch viel stärker hat es unsere Projektpartner getroffen: Für viele haben sich die prekären Lebensverhältnisse weiter verschärft. Was wir allerdings auch erleben durften, waren Gesten der Solidarität – bei uns und bei unseren Projektpartnern: Brasilianische Kleinbauern, die armen Bewohnern am Stadtrand Gemüse aus der eigenen Ernte schenkten. Projektpartner, die Hygieneartikel und Lebensmittel zu jenen brachten, denen die Lebensgrundlage weggebrochen ist. Frauen, die selbstgenähte Schutzmasken verteilten. Und auch viele Menschen, die unsere Aufrufe gehört haben und unsere Arbeit mit Spenden großzügig unterstützt haben. Damit konnten wir auch im Pandemiejahr den Menschen in unseren Projektländern zeigen, dass sie nicht allein sind. Dafür

Hände waschen, Maske tragen, Abstand halten: Pandemie-Mantra seit März 2020. So auch in einer ostslowakischen RomaSiedlung.

möchten wir ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ sagen! Selbstständig von der eigenen Arbeit leben zu können, wird für viele unserer Projektpartner zunehmend schwieriger. Ungeachtet der Pandemie verschärften sich Landkonflikte weiter. Auch die Klimakrise lässt sich nicht von einem Virus aufhalten. Mit Ihren Spenden ist es uns möglich, die Menschen weiterhin im Kampf um ihre Grundrechte, gegen Landraub und die negativen Folgen der Agrarindustrie zu unterstützen.

In diesem Jahresbericht erhalten Sie anhand ausgewählter Projekte einen Eindruck über unsere Arbeit. Danke, dass Sie mit uns den Weg in eine gerechtere Zukunft für unsere Partnerinnen und Partner gehen! Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit auch weiterhin! Herzliche Grüße,

Mag. Dietmar Schreiner Geschäftsführer

Welthaus Diözese Graz-Seckau AT 7 9208150000191330 0 S T SPAT2G X X X

RehaDruck FB50110t

Spenden Sie online auf: graz.welthaus.at

We l th a u s D i ö z ese Graz-S eckau E ZA , B ürgergasse 2, 8010 Graz AT 7 9 2 0 8 1 5 0 00 0191 3300 ST S PAT 2 GXX X

JB2020 Welthaus-Projekte, JB2020 Spendenprojekte stehen beispielhaft für die von Welthaus geförderten Projekte weltweit. Mögliche Überschüsse kommen Projekten mit ähnlichem Konzept zugute.

Reg.Nr.: SO1358

30+


8 | Welthaus Jahresbericht 2020

COMPUTER FÜR JUGENDZENTRUM IN DER UKRAINE

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ernen und Austausch via MeetingPlattformen? In der von Corona und Konflikten gebeutelten Ukraine keineswegs selbstverständlich. Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien und Flüchtlinge aus dem ostukrainischen Krisengebiet finden im Jugendzentrums des Vereins „Viden“ in der Stadt Konotop Geborgenheit, Hilfe und ein breit gefächertes Freizeitangebot mit Lernangeboten und Weiterbildung. Das Zentrum wird seit Jahren von Welthaus unterstützt. Durch das Corona-Virus und die damit verbundenen Lockdowns musste auch die Arbeit des Jugendzentrums mit Distanz organisiert werden. Kein leichtes Unterfangen! Der Kontakt mit den Jugendlichen, Lernangebote und „Freizeittreffs“ wurden – so gut es ging – auf Telefon und soziale Medien umgestellt. Die veralteten PCs im Jugendzentrum Viden waren allerdings nicht mehr internettauglich für Plattformen. GRAWE Ukraine spendete sechs Computer, die mit neuer Software ausgestattet wurden. Die Freude in Konotop über dieses Weihnachtsgeschenk

war riesengroß, die langen Lockdowns und der schwindende Kontakt zu den Jugendlichen hatten allen schon Kopfzerbrechen bereitet. „Diese Computer-Spende kam wirklich genau zur richtigen Zeit“, freut sich die Leiterin des Jugendzentrums, Svetlana Shut. „Nun können unsere Lernangebote und der für die Jugendlichen so wichtige Austausch via Internet stattfinden. Zudem stellte GRAWE Österreich eine Extra-Unterstützung für die Soforthilfeaktionen des Vereins „Viden“ mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für die sozial schwachen Familien zur Verfügung.

JEDE SPENDE HILFT! Unterstützen Sie unsere Arbeit bitte auch durch regelmäßige Zuwendungen: Mit einer Spende von 50 Euro können wir eine Rechtsberatung bei Landkonflikten bereitstellen. Mit 25 Euro können Kleinbauern im Senegal 50 kg trockenheitsresistentes Reis-Saatgut kaufen. EMPFÄNGER Welthaus Diözese Graz-Seckau EZA Bürgergasse 2, 8010 Graz IBAN: AT79 2081 5000 0191 3300


INTERNATIONAL Unrecht beseitigen | 9

Kleinbauer in Argentinien. Foto: Incupo

GLOBALE PARTNERSCHAFT

Welthaus vernetzt sich international, um unfaire Strukturen zu beseitigen

W

eltweit hungern laut FAO über 690 Millionen Menschen. Es ist leider zu befürchten, dass die CoronaPandemie diese Zahl weiter erhöhen wird. Welthaus setzt sich weltweit für das Menschenrecht auf ausreichende, gesunde und lokal angepasste Ernährung ein (Ernährungssouveränität). Neben Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie der Bildungsarbeit in Österreich ist die anwaltschaftliche Arbeit dabei von zentraler Bedeutung: Um ungerechte politische und ökonomische Strukturen abzubauen, ist politisches Lobbying auf nationaler und internationaler Ebene unerlässlich. Welthaus hat dafür zahlreiche strategische Allianzen – von Wien über Brüssel bis nach Lateinamerika – geschmiedet. Im Fokus stehen dabei die umstrittenen Agrotreibstoffe, die Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik und die Verhinderung von menschenrechtlich und ökologisch bedenklichen Freihandelsabkommen. Politische Gespräche wurden u.a. mit Nationalratsabgeordneten und VertreterInnen von Landwirtschaftskammer und Bauernverbänden geführt. Welthaus beteiligte sich auch an offenen Briefen und Kampagnen, unter anderem an die österreichische Regierung.

Die Neuausrichtung der Zusammenarbeit mit unserer argentinischen Partnerorganisation INCUPO wurde im Vorjahr weiter intensiviert. Dazu wurde im Mai eine gemeinsame Position zum EU-Mercosur-Abkommen erarbeitet. Sie bildete die Basis für eine internationale Online-Konferenz zum Freihandelspakt im September 2020, an der rund 35 ExpertInnen aus Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich und Österreich teilnahmen. Auch in Presseaussendungen übte Welthaus Kritik am Abkommen. Ein großer Erfolg, der nicht zuletzt auf unsere Arbeit zurückgeht, war die Novelle der österreichischen Kraftstoffverordnung im Dezember 2020: Agrotreibstoffe aus Palmöl werden ab dem 1. Juli 2021 nicht länger als „Biokraftstoffe“ zur Erreichung von Klimazielen anerkannt. Gemeinsam mit Transport & Environment und dem VCÖ hatte Welthaus zuvor eine Stellungnahme an das Klimaschutzministerium abgeliefert, den Biokraftstoffbericht analysiert, Abgeordnete des EU-Parlaments und des Umweltausschusses des Nationalrats kontaktiert, zwei parlamentarische Anfragen zur Palmölnutzung formuliert und sich an der internationalen Kampagne #Together4Forests beteiligt. graz.welthaus.at/unrecht-beseitigen

Gravierende soziale, menschenrechtliche und klimatische Folgen hat auch der hohe Fleischkonsum: So gefährdet der großflächige Anbau von Soja als Viehfutter in Lateinamerika die Ernährungssouveränität von Kleinbauernfamilien und Indigenen. Eine Antwort darauf ist die Fastenaktion Gerecht leben – Fleisch fasten, die 15 Einrichtungen der Katholischen Kirche Steiermark auch 2020 wieder durchführten. Ziel ist das kritische Hinterfragen unseres Fleischkonsums – und das Ausprobieren von fleischlosen Alternativen. Im Vorjahr beteiligten sich rund 2.400 Menschen und einige Pfarren sowie die Mensen des Augustinums und des Priesterseminars in Graz an der Fastenaktion. Zum Auftakt veranstalteten Welthaus und das Grazer Schubertkino am 27. Februar ein Screening des Films Anders essen – Das Experiment. Der Film begleitet drei Familien bei einem Selbstexperiment: Sie wollen nachhaltiger essen. Daher achten sie auf Produkte lokaler ProduzentInnen, eine fleischreduzierte Ernährung und verzichten auf Palmöl in Lebensmitteln. Regisseurin Andrea Ernst diskutierte im Anschluss mit Sigrun Zwanzger (Welthaus) über den Film und die globalen Aspekte unserer Ernährung. www.fleischfasten.at


10 | Welthaus Jahresbericht 2020

GEMEINSAM LERNEN IN ZEITEN VON CORONA Lockdowns, Abstandsregeln, Homeschooling, Veranstaltungsverbote: Die Corona-Pandemie wirkte sich auch massiv auf unsere Bildungsarbeit aus. Wir mussten viele Präsenz-Veranstaltungen und Workshops absagen und Angebote in den digitalen Raum verlagern. Das war herausfordernd – eröffnete aber auch ganz neue Möglichkeiten: youtube.com/WelthausGrazSeckau

BEGEGNUNGEN IM VIRTUELLEN RAUM Die Corona-Krise als Anstoß zur „Begegnung mit Gästen“ der anderen Art

B

egegnungen, die bewegen: Welthaus lädt jedes Jahr Gäste aus Afrika, Asien oder Lateinamerika nach Österreich ein. In ihren Heimatländern setzen sie sich für Menschenrechte, bessere Lebensbedingungen und den Schutz der Umwelt ein. Das Projekt von sechs WelthausOrganisationen unter Leitung von Welthaus Graz wird von der Austrian Development Agency (ADA) als Vorzeigeprojekt betrachtet und seit vielen Jahren unterstützt. Das Jahr 2020 erforderte ein hohes Maß an Flexibilität. Anfang März war die Planung des Besuches unserer Gäste aus Kolumbien für den April abgeschlossen: Termine mit Schulen und Kooperationspartnern waren vereinbart, Unterkünfte, Fahrten und DolmetscherInnen gebucht, Materialien zur Bewerbung und zur Vorbereitung in Schulen erstellt, es fehlten nur

noch die Gäste. Dann kam Corona: Nach Bekanntgabe der Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Pandemie wurde der Besuch auf Herbst verschoben. Nach einer weiteren Abwägung der Lage Ende Juni folgte die Verschiebung der Tournee auf 2021.

Wenn persönliche Begegnungen bis auf weiteres nicht möglich sind, können sie dennoch im virtuellen Raum stattfinden, dachte sich das Team. Der Start mit einer virtuellen Konferenz quer über den Atlantik im Sep-

tember war ein buchstäblicher Sprung ins kalte Wasser. Bis zu diesem Zeitpunkt ohne praktische Erfahrung mit Tools wie Zoom erhoben wir auch im virtuellen Rahmen den Anspruch als perfekte GastgeberInnen von hochrangigen Persönlichkeiten in Europa und Südamerika. Die positiven Rückmeldungen über einen äußerst fruchtbaren Austausch ermutigten uns, den nächsten Schritt vorzubereiten. Mit Vera Grawe Loewenherz, einer kolumbianischen Friedensaktivistin und Pädagogin, konnten wir eine prominente Persönlichkeit für ein Webinar gewinnen. Auch diese Veranstaltung wurde durch interaktive Elemente sehr lebendig gestaltet. Zum Thema Kolumbien erstellten wir in Kooperation mit der Jungschar Wien auch eine Handreichung für Jugendliche. graz.welthaus.at/gaeste


Gemeinsam lernen | 11

ONLINE-WORKSHOPS B is zum Lockdown Mitte März führte Welthaus im Vorjahr 23 Workshops im Ausmaß von 30 Unterrichtseinheiten durch. Daran nahmen insgesamt 335 SchülerInnen der Sekundarstufe I und II teil. Bereits für Frühling und Herbst geplante Workshops mussten aber leider abgesagt werden. Um auch in Zeiten von „Distance Learning“ globales Lernen zu ermöglichen, verlagerte das Welthaus-Team die Bildungsangebote ins Internet. So

sind nun die Welthaus-Filmproduktionen Einfach Mensch sein und Soja: Der Fleisch gewordene Wahnsinn sowie der Film Frontera Invisible/ Unsichtbare Grenzen auf unserer Website kostenlos abrufbar. Dazu wurden auch Arbeitsblätter für die Aufarbeitung der Filme entwickelt. Um weiterhin Workshops anbieten zu können, organisierten wir für unsere ReferentenInnen eine Fortbildung

zu interaktiven Online-Workshops. Der Workshop Soja: Die globale Bohne wird seither als kostenloser Online-Workshop angeboten. Neben den Adaptierungen der bestehenden Angebote in Online-Formate arbeitete das Welthaus-Team 2020 auch intensiv an der Weiterentwicklung und Fokussierung der Bildungsangebote. Dieser Prozess läuft auch 2021 weiter. graz.welthaus.at/digitale-angebote

Ungerechtigkeit mit Mut zu begegnen! Alle Informationen und Angebote sind kostenlos verfügbar! Die digitale Plattform Bildung2030 ist ein Gemeinschaftsprojekt von BAOBAB, Forum Umweltbildung, KommEnt, Südwind und Welthaus Graz.

Die Umsetzung wird finanziert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit und das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. www.bildung2030.at

BILDUNG2030 Lehren und Lernen für die Zukunft

B

ildung ist der Schlüssel für die Erfüllung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Seit 2020 ist die neue digitale Plattform www.bildung2030.at online. Vielfältige Ideen, qualitätsgeprüfte Inhalte und besonders einfach in der Handhabung – die Plattform ist DIE Anlaufstelle für MultiplikatorInnen in der schulischen und außerschulischen Bildung, die zu diesem Leitgedanken beitragen wollen. Die Plattform bietet übersichtlich Materialien für den Unterricht, Infos zu Workshops, Fortbildungen und Methoden für alle Schulstufen, die dabei helfen, globalen Herausforderungen wie Klimakrise, Armut oder


12 | Welthaus Jahresbericht 2020

KOMMENTAR

ALS DIE BILDER LAUFEN LERNTEN

Postkarten & Kurzvideos Wie die Zeit vergeht: Im Vorjahr beging Welthaus den 50. Jahrestag seiner Gründung. Aus dem für Mai (und später für Oktober) geplanten großen Fest in Graz wurde aber leider wegen der Corona-Pandemie nichts. Doch ein anderes, innovatives Projekt im Rahmen von „50 Jahre Welthaus“ konnten wir wie geplant umsetzen: In Zusammenarbeit mit jungen FilmemacherInnen produzierten wir einige Kurzvideos über das Welthaus und unsere Mediathek Panorama, über die Aktion „Gerecht leben – Fleisch fasten“ und ein Gartenprojekt im Senegal. Das Besondere dabei: Das jeweilige Startbild der Videos ist gleichzeitig das Motiv einer Postkarte. Wenn man die kostenlose App „Zappar“ am Smartphone installiert und die Postkarte damit scannt, beginnt das Bild am Smartphone zu laufen (das Video wird abgespielt). Das Motiv mit dem ZapperCode kann man natürlich auch auf Plakate oder in Zeitschriften abdrucken – wie es funktioniert, können Sie bei dem Foto rechts auf dieser Seite ausprobieren. Das Projekt wird vom Innovationstopf der Diözese Graz-Seckau gefördert. Für 2021 sind weitere Kurzvideos geplant. Alle Videos können Sie sich auch auf dem Youtube-Kanal von Welthaus anschauen: youtube.com/ WelthausGrazSeckau

Dieses Bild können Sie „zum Leben erwecken“: Laden Sie die App Zappar gratis herunter. Öffnen Sie Zappar, scannen Sie das Bild mit dem Smartphone und es beginnt zu laufen!

DEM SCHNITZEL AUF DER SPUR Welthaus lädt zu einer digitalen Schnitzeljagd mit dem Smartphone

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as hat das Wiener Schnitzel mit dem Landraub in Brasilien zu tun? Wie hängt unser Fleischkonsum mit der Klimakrise zusammen? Bei der digitalen Schnitzeljagd von Welthaus begibt man sich auf eine Erkundungstour durch die eigene Stadt oder Gemeinde und löst dabei spannende Rätselfragen rund um das Thema Fleischkonsum. Dabei erfährt man Erstaunliches über die Essgewohnheiten der ÖsterreicherInnen und die heimische Landwirtschaft, aber auch viele globale Aspekte des Themas. Die digitale Schnitzeljagd steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Sie wird einfach mit einer App am Smartphone gespielt. Die App schafft einen spielerischen Zugang zum Thema, der Spaß macht und nebenbei spannende Fakten vermittelt. Die einzelnen Stationen sind

mit den Fragen inhaltlich verbunden. Die Schnitzeljagd soll zum Nachdenken über globale Zusammenhänge anregen und letztendlich die Einladung zu einem bewussteren Umgang mit dem wertvollen Nahrungsmittel Fleisch sein. Die digitale Schnitzeljagd ist geeignet ab 15 Jahren und dauert circa 45 Minuten. Für Schulklassen und Gruppen ist sie auch als Workshop-Paket buchbar. Kontakt: margareta.moser@welthaus.at Für Graz, Wien und Innsbruck gibt es eigene Versionen der Schnitzeljagd! Wie funktioniert’s? 1. Actionbound-App kostenlos herunterladen 2. QR-Code mit der App scannen 3. Und loslegen! Viel Spaß!


Gemeinsam lernen | 13

PANORAMA: MEDIEN & MEHR Über 4.500 Bücher, DVDs, Spiele, ... Wir schärfen Ihren Weltblick!

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WELTSPIEL Große Zahlen haben es an sich, dass wir sie uns kaum vorstellen können. Beim WeltSpiel erarbeiten die SpielerInnen gemeinsam ein Bild unserer Erde, das die Verteilung der Weltbevölkerung und die ungleiche Verteilung von Wohlstand und Gütern weltweit aufzeigt und auf ungerechte Wirtschaftsabläufe und die Verarmung vieler Menschen hinweist. Neu-

ücher. Zeitschriften. DVDs. CDs. Spiele. Karten. Unterrichtsmaterial … Panorama, die Mediathek im Welthaus Graz, bietet eine breite Auswahl an Medien zu spannenden globalen Themen. Wir schärfen den Blick auf das Wesentliche, bieten Einblicke in weltweite Zusammenhänge und werfen gemeinsam einen Blick über den regionalen Tellerrand. Besonderen Wert legen wir dabei auf die Qualität der Inhalte in einer Zeit, in der Status-Meldungen in den sozialen Medien oft mit Nachrichten verwechselt werden. Der Fokus auf Themen wie Globalisierung, Menschenrechte und Nachhaltigkeit wendet sich an ein breites Publikum genauso wie an SpezialistInnen und einschlägig Interessierte, LehrerInnen wie SchülerInnen und Studierende.

Die Mediatheks-Card für die Entlehnung kostet 10 Euro (ermäßigt 7 Euro) und gilt für ein Jahr. Die Regionalstellen in den Stadtbüchereien in Fürstenfeld, Gleisdorf, Kapfenberg, Knittelfeld, Liezen, Leoben, Mürzzuschlag und Weiz bringen das Service von „Panorama“ auch in die steirischen Bezirke. Die engagierten MitarbeiterInnen der städtischen Büchereien bieten fachkundige Beratung und eine tolle Medienauswahl. Im Vorjahr konnte man das Angebot vor Ort leider nur eingeschränkt nutzen. Während der Lockdowns mussten alle Bibliotheken schließen. Medien konnten aber immer online recherchiert und bestellt werden und wir boten einen Postversand an. graz.welthaus.at/mediathek

gier und Interesse für die Zusammenhänge zwischen lokalen und globalen Entwicklungen werden geweckt. Unterschiedliche Weltsichten kommen zur Sprache und Fragen tauchen auf: Was prägt meine Einschätzung der Bevölkerungsaufteilung? Welche Bilder, Interessen und Ängste stehen dahinter? Sind diese Bilder veränderbar? Durch Diskussion und Abwägen der Argumente versuchen die SpielerInnen eine gemeinsame Lösung

zu finden. Das WeltSpiel ist sehr gut geeignet für den Einsatz im Unterricht oder für Workshops mit Erwachsenen. Die Spieldauer beträgt etwa 20 Minuten. Geeignet ist das Spiel ab zwölf Jahren, es kann ab fünf Personen und einer/m SpielleiterIn gespielt werden. Sie können das WeltSpiel in der Mediathek „Panorama“ im Welthaus entlehnen. Eine Neuauflage des WeltSpieles für den Verkauf ist in Arbeit. graz.welthaus.at/mediathek


14 | Welthaus Jahresbericht 2020

RELIGIONSFREIHEIT Ein bedrohtes Menschenrecht

R

eligionsfreiheit ist ein elementares Menschenrecht. Doch in vielen Ländern werden Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert, unterdrückt, verfolgt und ermordet. Welthaus setzt sich für freie Religionsausübung ein und informiert über die vielfältigen Bedrohungen dieses Rechts: Dies geschieht durch aktuelle Analysen, Gespräche mit ExpertInnen, über Presseaussendungen, die Website und Social Media. In der Mediathek „Panorama“ im Welthaus können inzwischen rund 250 Medien zu den Themen Religionen, interreligiöser Dialog und Naher Osten entlehnt werden. Im Vorjahr fanden zwei Veranstaltungen in Kooperation mit kirchlichen und universitären Einrichtungen statt, die zur Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit dem Thema anregen sollten: Am 27. Januar 2020 sprach

die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Sabine Kroissenbrunner im Barocksaal zum Thema „Christen & Muslime: Begegnung schaffen, Dialog gestalten“ (Foto). Die Frage, wie es im Libanon nach der Explosion im Hafen von Beirut, Protesten sowie interreligiösen und politischen Spannungen weitergehen könnte, stand im Mittel-

punkt eines Online-Vortrages mit Daniel Ayuch am 27. November. Im Februar 2020 trat unsere langjährige Mitarbeiterin Christine ReiterHaas in den wohlverdienten Ruhestand. Gemeinsam mit Agnes Truger ist nun Silvia Marhold u.a. für den Bereich Religionsfreiheit zuständig. graz.welthaus.at/religionsfreiheit

Stiegenkirche konnte 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie leider nicht stattfinden. Die traditionelle Wallfahrt Weltkirche hingegen wurde am 27. September 2020 als „virtuelle Wallfahrt“ durchgeführt: Nach einer Live-Übertragung des Gottesdienstes der internationalen Gemeinden mit Bischof Wilhelm Krautwaschl aus dem Grazer Dom zeigte die virtuelle Wallfahrt mit Beiträgen von unseren Partner-

diözesen Bom Jesus da Lapa (Brasilien, Foto) und Masan (Südkorea) sowie von einer Partnerorganisation der Dreikönigsaktion in Kenia und Jungscharkindern in der Steiermark die weltweite Verbundenheit in Zeiten der Pandemie und spendete Mut. Durch die hohe Beteiligung der Menschen im Live-Stream wurde die Wallfahrt zu einem Moment gemeinsamen Feierns über Kontinente hinweg. graz.welthaus.at/dioezesanpartnerschaft

WELTKIRCHE Netzwerke der Solidarität

W

elthaus bietet gemeinsam mit den anderen Hilfswerken der Katholischen Kirche Steiermark ein breites Spektrum zu den Themen Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit an und hat laut Statut auch die Aufgabe, diese Angebote zu koordinieren. Mit dem Ziel, in den steirischen Regionen verstärkt gemeinsam aufzutreten, wurde 2020 die Entwicklung des Netzwerks Weltkirche vorangetrieben. Bei (großteils virtuellen) Treffen arbeiteten die VertreterInnen der Hilfswerke an einem gemeinsamen (Web-)aufritt und Veranstaltungen für die Post-Corona-Zeit in den Regionen. Das seit Jahren von den sechs Hilfswerken gemeinsam durchgeführte Programm bei der Langen Nacht der Kirchen in der Grazer


Finanzen 2020 | 15 Mittelherkunft I. Spenden

106.339,03

a) ungewidmete Spenden

21.522,89

b) gewidmete Spenden

84.816,14

II. Mitgliedsbeiträge

-

III. Betriebliche Einnahmen

-

a) betriebliche Einnahmen aus öffentlichen Mitteln

-

b) sonstige betriebliche Einnahmen

-

IV. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand

88.838,10

V. Sonstige Einnahmen

5.891,55

a) Vermögensverwaltung

-

b) sonstige andere Einnahmen (nicht unter Punkt I-IV)

5.891,55

VI. Einnahmen aus kirchlicher Mitfinanzierung a) von KOO-Mitgliedern

1.757.628,37 70.135,38

b) von sonstigen kirchlichen Organisationen (Kirchenbeitrag)

1.687.492,99

VII. Auflösung von Passivposten für noch nicht widmungsgemäß verwendete Spenden bzw. Subventionen VIII. Auflösung v. Rücklagen

-

IX. Jahresverlust

-

Summe Mittelherkunft

1.958.697,05

Mittelverwendung I. Leistungen für die statutarisch festgelegten Zwecke

1.639.377,26

Projektmittel (Entwicklung, Humanitär, Andere, Mildtätige)

598.449,61

Aufwendungen für Projektvorbereitung, - begleitung

113.760,57

Aufwendungen für Bildung/Anwaltschaft/Information

582.891,51

Aufwendungen an KOO-Mitglieder (Weiterleitungen, Kofin.)

344.275,57

II. Spendenwerbung

37.183,52

III. Verwaltungsaufwand

97.015,18

IV. Sonstige Ausgaben, sofern sie nicht unter I. bis III. enthalten sind

91.025,05

V. Zuführung zu Passivposten für noch nicht widmungsgemäß verwendete Spenden bzw. Subventionen VI. Zuführung zu Rücklagen

86.000,00

VII. Jahresüberschuss

8.096,04

Summe Mittelverwendung

D

ie finanziellen Mittel, die Welthaus zur Bewältigung seiner Aufgaben zur Verfügung stehen, stammen zum überwiegenden Teil von der Diözese Graz-Seckau, die durch „Selbstbesteuerung“ ihre Solidarität

1.958.697,05 mit der Weltkirche und mit Menschen in vielen Teilen der Welt zum Ausdruck bringt. Die Arbeit von Welthaus wird kofinanziert durch das Land Steiermark und das Österreichische Außenministe-

rium (Austrian Development Agency). Ein wesentlicher Teil der kofinanzierten Entwicklungsprojekte wird in Kooperation mit HORIZONT3000 durchgeführt. Außerdem wird die Arbeit von Welthaus unterstützt von:


Danke für Ihr Vertrauen! Wir bitten Sie auch weiterhin um Ihre Unterstützung unserer Arbeit. WELTHAUS IST ... eine Einrichtung der Katholischen Kirche Steiermark zur weltweiten Verwirklichung von Menschenwürde und Gerechtigkeit. Seit 1970 verbessert Welthaus gemeinsam mit lokalen Organisationen die Situation von Armen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. In Österreich zeigt Welthaus globale Zusammenhänge auf und tritt für einen nachhaltigen und sozial gerechten Lebensstil ein. Die Erfahrungen aus den Projektländern bilden die Grundlage für die Bildungsangebote in der Steiermark. Welthaus Diözese Graz-Seckau Bürgergasse 2, 8010 Graz Tel. +43 316 324556 graz@welthaus.at graz.welthaus.at Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 12 Uhr Mo. – Do. 13 – 16 Uhr und nach Vereinbarung In den Schulferien: 9 – 12 Uhr

Spendenkonto

IBAN AT79 2081 5000 0191 3300 BIC STSPAT2GXXX

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Jahresbericht Welthaus Diözese Graz-Seckau 2020  

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