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2015 Jahresbericht 2015

graz.welthaus.at

Welthaus. Wir stärken Menschen.


2 | Inhalt

3 Vorwort

15 Religionsfreiheit

4 Weltweit aktiv Länder / Projekte 2015

16 Unrecht beseitigen

6

Albanien

Seelsorge in Bergdörfern

7

Argentinien

Eine Stimme für Indigene

8

Brasilien

Rechte für traditionelle Gemeinschaften 9

Guatemala

Mit Hühnerzucht gegen den Hunger

10 Laos Erhalt der Lebensgrundlagen 11

Senegal

Bessere Ernährung für Kleinkinder

12 Slowakei Agentinnen der Gleichberechtigung 13 14

18 Gemeinsam lernen Workshops

19

Globale Zusammenhänge erkennen

20

Entwicklungspolitische Mediathek

Drehscheibe für Bildungsangebot

21

Veranstaltungsreihen

22

Gäste aus Indien und Senegal

23

Ausstellung

24

Hilfswerke / Pfarren

Spannende Einblicke in andere Lebenswelten Begegnungen, die bewegen ROMA.Bildwechsel Eine Brücke zur Weltkirche

Tansania

25 Finanzen 2015

Ukraine

26 Spenden & helfen

Kleinbauernfamilien erhalten ihr Land zurück Hilfe für Kinder und Jugendliche

Impressum Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Welthaus Diözese Graz-Seckau Bürgergasse 2, 8010 Graz Tel. +43 316 324556 E-Mail: graz@welthaus.at graz.welthaus.at

Titelfoto: Fischer im Senegal. Wie Welthaus die Menschen in dem west­afrikanischen Land unterstützt, lesen Sie auf Seite 11. Foto: Ernst Zerche

Redaktion, Gesamtleitung : Christian Köpf Layout: Dominik Staudinger, Christian Köpf Druck: Druckhaus Thalerhof Fotos: Welthaus / Hermann Schaller / Ernst Zerche / Finance & Trade Watch / Michael Schmid F.d.I.v.: Dietmar Schreiner Rechtsform Welthaus Diözese Graz–Seckau Entwicklungszusammenarbeit: Öffentliche juristische Person gemäß can.114 ff CIC. Verantwortlich für Spendenwerbung: Claudia Kompacher. Für Spendenverwendung: Agnes Truger. Für den Datenschutz: Dietmar Schreiner.


Vorwort | 3

Liebe Leserin, lieber Leser!

M

it diesem Jahresbericht möchten wir Ihnen einen Einblick in die Arbeit von Welthaus geben. Ausgewählte Beispiele zeigen, wie Projekte von Welthaus die Lebensbedingungen von Menschen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa verbessern. Wir berichten, wie unsere anwaltschaftliche Arbeit sich für an den Rand der Gesellschaft gedrängte Menschen einsetzt. Und wir stellen Ihnen unsere Bildungsangebote in der Steiermark vor. 2015 war ein ereignisreiches Jahr für Welthaus. Auf em. Bischof Dr. Egon Kapellari folgte im April Dr. Wilhelm Krautwaschl als neuer Bischof. Aber nicht nur der Bischof wechselte, auch unser Kuratorium wurde im letzten Jahr neu ernannt. Ich möchte an dieser Stelle dem bisherigen Kuratorium unter der Leitung von Dipl.-Ing. Heiner Herzog, der dem Gremium seit 2006 mit großem Engagement vorstand, ganz herzlich danken. In diese Funktionsperiode fallen einige für Welthaus gravierende Änderungen: die Übersiedelung von der Grazer Grabenstra-

ße in die Bürgergasse, die Erarbeitung einer Gesamtstrategie mit der Konzentration der Auslandsarbeit auf wenige Länder und der neue thematische Schwerpunkt „Religionsfreiheit“ ebenso wie das deutliche Wahrnehmen anwaltschaftlicher Arbeit im Bereich „Ernährungssouveränität“. Mit November 2015 ist ein neues Kuratorium unter dem Vorsitz von Univ. Prof. Dr. Johann Pfeifer eingesetzt. Bei der konstituierenden Sitzung hat Bischof Wilhelm diesem Kuratorium auch einen Auftrag mitgegeben: Es geht darum, das, was unser Papst als „Gehen zu den existentiellen Peripherien“ umschreibt, möglichst vielen in der Gesellschaft und somit in ihr auch der Kirche sozusagen „ins Stammbuch“ zu schreiben. Ich darf Sie, liebe Leser und Leserinnen dieses Jahresberichts und Freunde des Welthauses einladen, uns bei dieser Aufgabe weiterhin tatkräftig zu unterstützen. Mag. Dietmar Schreiner Geschäftsführer


4 | Welthaus Jahresbericht 2015

SLOWAKEI

UKRAINE

ALBANIEN

LAOS

SENEGAL

GUATEMALA

BRASILIEN

TANSANIA

ARGENTINIEN

W

elthaus fördert innovative und nachhaltige Programme, die es Menschen ermöglichen, die Gestaltung ihres Lebens und ihrer Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Ausgegrenzte Menschen werden zu aktiv Handelnden. Kreative Überlebensstrategien und konkrete Lösungen lassen erkennen, dass Arme nicht nur passive Spendenempfänger sind. Welthaus arbeitet langfristig mit lokalen (kirchlichen und nichtkirchlichen) Partnerorganisationen zusammen. Diese sind bei staatlichen Stellen in den jeweiligen Ländern registriert. Die einheimischen MitarbeiterInnen verfügen über professionelles Know-how. Nur auf diesem Weg sind nachhaltige Veränderungen zu erreichen.

Welthaus ist sich seiner großen Verantwortung gegenüber KirchenbeitragszahlerInnen und SpenderInnen bewusst. Die Projektfinanzierung erfolgt in Teilzahlungen nach Überprüfung des Projektfortschrittes. Regelmäßige externe Buchprüfungen vor Ort gehören zum Standard. Ebenso wird Welthaus von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer jährlich geprüft. Welthaus führt das österreichische Spendengütesiegel. Die Spenden an Welthaus sind steuerlich absetzbar. Zur Sicherung der Qualität werden die Projekte laufend evaluiert. Die Weltkarte oben zeigt unsere Schwerpunktländer. Eine Liste aller Projekte finden Sie rechts. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen einige Projekte vor…


Länder / Projekte | 5

Land

Aktivität – Projektpartner

International

Wissensmanagement – HORIZONT3000

5.000,00

Albanien

Pastorale Mitarbeiter – Diözese SAPA

5.010,00

Argentinien

Eine Stimme für Indigene / Öffentlichkeitsarbeit – Incupo

21.085,00

Brasilien

Stärkung der Rechte von traditionellen Gemeinschaften – CPT Nordeste, Bahia, Minas Gerais

21.592,00

Brasilien

Gefängnisseelsorge

21.553,00

Brasilien

Landrechte / Windparks – CPT Jacobina

Brasilien

Landrechte für traditionelle Gemeinschaften – CPT Barra

21.362,00

Guatemala

Förderung und Verteidigung von Menschenrechten – Fundación Tierra Nuestra

12.778,00

Guatemala

Nachhaltige Landwirtschaft – PT Tierra Izabal, P. Chorti, UAM

21.940,00

Guatemala

Nachhaltige Landwirtschaft – PT-Xela

24.096,00

Guatemala

Verteidigung gem. Rechte - COPAE

14.501,00

Guatemala

Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen – UDEFEGUA

11.923,00

Laos

Landrechte – CIDSE

33.500,00

Laos

Landrechte – polit. Einflussnahme – VFI

24.185,00

Laos

Ernährungssicherung – ARMI

15.066,00

Senegal

Ernährungssouveränität – acht Partnerorganisationen

84.737,00

Senegal

Lösung von Landkonflikten – Forum Civil

14.998,00

Slowakei

Unterstützung für die Kinder der Grundschule in Hostice

Slowakei

Begegnungszentrum und Sozialwerkstatt in Hostice – Verein Meta

5.660,00

Slowakei

Romnija – “Agentinnen der Gleichberechtigung” – Verein SPOLU

28.000,00

Tanzania

Landrechte – Hakiardhi

13.141,00

Tanzania

Ernährungssicherung – ADP Mbozi

35.307,00

Tanzania

Verbesserte Landwirtschaft – ERI-Act Mara

10.142,00

Tanzania

Gesicherter Zugang zu landwirtschaftl. Land – MIICO

15.303,00

Tanzania

Nachhaltige Landwirtschaft – IRDO

Tanzania

Evaluierung ADP + IRDO

15.105,00

Tanzania

Sicherung von Landrechten – TNRF

18.675,00

Ukraine

Jugendzentrum in Konotop – Verein VIDEN

20.080,00

Ukraine

Beratungszentrum für Kinder und Jugendliche in Iwano-Frankiwsk – Caritas

19.478,00

Ukraine

Winterpakete für Flüchtlingsfamilien – VIDEN, Caritas Iwano-Frankiwsk

25.060,00

Summe

7.627,00

790,00

2.834,00

565.528,00

Welthaus. Wir stärken Menschen.


6 | Welthaus Jahresbericht 2015

ALBANIEN

Seelsorge in Bergdörfern

I

n der kommunistischen Zeit wurde jegliche religiöse Äußerung oder Betätigung unter Strafe gestellt. Der Nachholbedarf der Kirchen in materieller und vor allem personeller Hinsicht ist weiterhin enorm. Ohne Hilfe aus dem Ausland könnte die Kirche Albaniens auch heute nicht überleben. Von staatlicher Seite werden weiterhin keine kirchlichen Initiativen unterstützt.

Die pastorale Betreuung der Menschen ist in der schwer zugänglichen Bergregion im Norden Albaniens eine Herausforderung.

In der Diözese Sapa in Nordalbanien hat Welthaus die Ausbildung von pastoralen MitarbeiterInnen initiiert und unterstützt. Diese Region ist sehr gebirgig und große Gebiete sind seelsorglich kaum bis gar nicht versorgt. Von Oktober bis April sind die Dörfer

aufgrund ihrer Lage und des strengen Winters unzugänglich. In den Sommermonaten besuchen die Priester der Diözese die Bergdörfer, um die Sakramente zu spenden und die wichtigsten seelsorglichen Dienste zu leisten. Allein die Pfarre Fushe Arrez betreut 17 Bergdörfer im Umkreis von 70 Kilometern. Unter diesen äußerst schwierigen Bedingungen ist die pastorale Betreuung der Menschen eine große Herausforderung. Durch die Ausbildung konnten 16 pastorale MitarbeiterInnen für fast 40 Bergdörfer ihre Arbeit aufnehmen. Ihre Aufgaben sind sehr vielfältig: Sie führen Taufgespräche, bereiten Kinder und Jugendliche für die Erstkommunion und Firmung vor, leiten Jugendgruppen und bieten in Krisensituationen Hilfestellungen. Allein die schlechten Straßenzustände und die großen Entfernungen zwischen den einzelnen Dörfern in den Bergen verlangen den pastoralen MitarbeiterInnen einiges an Ausdauer und Engagement ab. Auf Betreiben steirischer PastoralassistentInnen, die Teile dieser Ausbildung in Albanien gestalteten, unterstützt die Berufsgemeinschaft der steirischen PastoralassistentInnen seit mehreren Jahren dieses Projekt. Nach wie vor hat die albanische Kirche keinerlei Eigenmittel, die Pfarren haben überhaupt kein Einkommen. Was die Gläubigen in diesem nach wie vor sehr armen Land beim Gottesdienst spenden, reicht höchstens für die Kerzen und die Messutensilien. graz.welthaus.at/albanien


Weltweit aktiv | 7

ARGENTINIEN

Eine Stimme für Indigene

W

ährend die offiziellen Entwicklungszahlen für Argentinien nach oben steigen, nicht zuletzt durch die Ausrichtung als Exportland für Agrarprodukte, ist die Armutsrate in zahlreichen Provinzen besorgniserregend. Besonders drastisch ist die Situation in der Chacó-Region, dem zweitgrößten Ökosystem der Welt, für Indigene und Kleinbauernfamilien. In der Chacó-Region stehen (oft gewaltsame) Konflikte auf der Tagesordnung: Beim Kampf um die Verteidigung von Land, beim Kampf gegen die Vergiftung der Umwelt durch das massive Versprühen von Pestiziden. Beim Kampf um einen würdigen Wohnort, gegen Bagger, die die letzten Primärwälder niederreißen, um Platz für Soja zu schaffen. Beim Kampf gegen multinationale Minenkonzerne, die die Wasserreserven vergiften und unbrauchbar machen. Oder beim Kampf gegen staatliche „Sicherheitskräfte“, die die indigenen Gemeinschaften terrorisieren. Während also jene, die für den Erhalt der Lebensgrundlagen kämpfen, kriminalisiert werden, werden Unternehmen von einem Staat gestützt, der nicht für die Umsetzung der Gesetze sorgt und von Medien, die diese Konflikte totschweigen. In diesem konfliktreichen Umfeld ist verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der Indigenen- und Kleinbauernorganisationen von großer strategischer Bedeutung: Einerseits, um am politischen, sozialen und ökonomischen Prozess des Landes teilzuhaben.

Andererseits, um für die Gemeinschaft aufzutreten, Widerstand zu leisten und eigene Vorschläge einzubringen. In dem von Welthaus unterstützten Projekt werden Indigena-Organisationen geschult, einen Diskurs im öffentlichen Raum zu führen. Regionale Konferenzen, öffentliche Veranstaltungen sowie Aktionen und Kampagnen werden nicht nur organisiert, sondern durch den Aufbau eigener Radiostationen und per Video-Streaming übertragen. Es ist gelungen, wichtige Botschaften und Vorschläge für die Verbesserung der Situation in zahlreichen landesweiten Medien unterzubringen. Als erster großer Erfolg wurden VertreterInnen der Indigena-Organisationen zu einem Gespräch mit der neuen Regierung in Argentinien eingeladen. Ein regelmäßiger runder Tisch wurde vereinbart, wodurch ein Dialog auf nationaler Ebene möglich geworden ist.

Indigene und Kleinbauernfamilien leiden besonders unter dem zunehmenden Landraub in Argentinien.

graz.welthaus.at/argentinien 7


8 | Welthaus Jahresbericht 2015

BRASILIEN

Rechte für traditionelle Gemeinschaften

A

ls „traditionelle Gemeinschaften“ gelten in Brasilien Quilombos (Siedlungen der Nachfahren von geflohenen SklavInnen), Weidegemeinschaften und Kleinbauern, die ohne Landtitel auf Staatsland angesiedelt sind. Typisch für sie

Landkonflikte nehmen auch in Brasilien zu. Betroffene werden über ihre Rechte informiert und unterstützt.

ist, dass sie Land oft gemeinschaftlich nutzen und an das trockene Klima angepasste Kleinlandwirtschaft betreiben. Brasilienweit gibt es rund 5.500 dieser Gemeinden.

Das Ringen um Landrechte und bessere Bildungsaussichten für die Jugend haben für die Lebenssituation dieser im Landesinneren marginalisiert lebenden, vorwiegend schwarzen Bevölkerung existentielle Bedeutung. Ein Präsidialdekret aus dem Jahr 2007 anerkennt diese Gemeinschaften und ihre Rechte – zumindest theoretisch. Doch die Umsetzung dieses Gesetzes ist völlig unzureichend. Nur wenige Gemeinden erhielten bisher ihre definitiven Landrechtstitel. In der Diözese Barra begleitet die Kommission für Landpastoral CPT mit Unterstützung von Welthaus Quilombos bei der Verbesserung ihrer Lebensumstände – vor allem mit Weiterbildung und Rechtsbeistand. Zwar wurde 2015 neuerlich 4000 Menschen ihr Land streitig gemacht und Fälschungen von Besitzurkunden nahmen zu. Aber das Bemühen der Betroffenen war auch von einigen Erfolgen gekrönt: Eine Gemeinde setzte ihre Weiderechte gegenüber einem Großgrundbesitzer durch. Eine andere Gemeinde wurde in ein staatlich gefördertes Wohnbauprogramm aufgenommen. 20 Jugendliche machen nun eine landwirtschaftliche Ausbildung und in drei Gemeinden sind Gemeinschaftsgärten entstanden.

graz.welthaus.at/brasilien


Weltweit aktiv | 9

GUATEMALA

Mit Hühnerzucht gegen den Hunger

I

n Jocotán im Osten Guatemalas leben die Maya Chortí – eines der Maya-Völker, die das Land seit 5000 Jahren besiedeln. Durch offene und verdeckte Repression wurden sie sozial an den Rand gedrängt. Von den fruchtbaren Ebenen wurden die Maya Chortí in stark abschüssiges und wenig fruchtbares, felsiges Land vertrieben. Sie kämpfen mit extremer Armut, einer hohen Analphabetenquote und rassistischer Diskriminierung.

schen bis zu 150 Hühner – sowohl für den Eigenverbrauch als auch für den Verkauf auf lokalen Märkten. Mit den Einnahmen werden Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen auf dem Markt gekauft, um die eigenen Ernteausfälle zu kompensieren.

Um Platz für Kaffeeplantagen zu schaffen, wurden in der Region riesige Waldgebiete abgeholzt. Die Folge ist akuter Wassermangel. Durch ausbleibenden Regen kam es 2015 erneut zu einem Ernteausfall von 60 Prozent bei Mais und Bohnen, dem Grundnahrungsmittel der Maya Cortí. Das Gebiet zählt zu den chronischen Hungerregionen des Landes. Welthaus unterstützt Maßnahmen, die die Ernährungssituation der Maya Chortí nachhaltig verbessern. Besonders vielversprechend ist die Zucht von Hühnern. Die Familien erhalten aus Projektgeldern einige Küken. Schulungen und beratende Unterstützung zeigen Erfolge und lassen das Geflügel gedeihen. Zahlreiche Haushalte besitzen inzwi-

Frauen der Maya Chortí züchten Hühner und verbessern so ihre Ernährung.

graz.welthaus.at/guatemala 7


10 | Welthaus Jahresbericht 2015

LAOS

Erhalt der Lebensgrundlagen

I

n Laos gehört alles Land dem Staat. Die bäuerliche Bevölkerung besitzt ein traditionelles Nutzungsrecht für Individualland (Grund mit Häusern, Hausgärten

Aufgrund des steigenden Drucks auf Land ist es wichtig, dass vor allem das Wissen um die Bedeutung dieser natürlichen Ressourcen gesteigert wird. Daher unterstützt Welthaus in den Provinzen Champasak und Attapeu ein Projekt, das sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wald einsetzt, die einerseits die Bedürfnisse der Dorfbevölkerung respektiert, aber auch Pufferzonen ermöglicht, damit sich Fauna und Flora generieren können. Dafür werden Komitees gegründet (bei denen sehr darauf geachtet wird, dass Frauen vertreten sind), die für die Dörfer Regelungen erarbeiten, wie Gemeinschaftsflächen wie Wald und Weideflächen genutzt werden. Diese vernetzen sich und tauschen ihre Erfahrungen aus. Die Einhaltung der gemeinsam erarbeiteten Regeln wird auch kontrolliert. Dies ist ein wichtiger Beitrag, damit auch zukünftige Generationen den Wald noch nutzen können.

Waldgebiete werden markiert, um sie nachhaltig zu nutzen und für die nächste Generation zu erhalten.

Reisfelder, die einzelnen Familien gehören) und für Gemeinschaftsland (von der gesamten Dorfbevölkerung genutzte Weideflächen und Wälder). Die Wälder sichern einem guten Teil der Dorfbevölkerung das Überleben, da die wenigsten Familien genügend Reis für das ganze Jahr anbauen können. Sowohl Tiere als auch Früchte aus den Wäldern sind außerdem eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan der DorfbewohnerInnen.

Nachdem das Wissen über Landrechte im generellen vor allem in ländlichen Regionen von Laos sehr gering ist, ist ein weiterer Aspekt des Projekts die Aufklärung über Rechte und Pflichten der Dorfbevölkerung hinsichtlich Land. Es geht dabei um Erbrecht, Scheidungsrecht, aber auch um Rechte, wenn ausländische Investoren Land von der Dorfgemeinschaft pachten möchte.

graz.welthaus.at/laos


Weltweit aktiv | 11

SENEGAL

Bessere Ernährung für Kleinkinder

H

ungersnöte im Erdnussbecken auf Grund von Bodenversalzung und Trockenheit machten die Umsiedlung ganzer Dörfer in die östliche Region Tambacounda notwendig. Ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für diese Dörfer war von Beginn an die Produktion von Bananen. Heute werden circa 80 Prozent der senegalesischen Bananen hier produziert. Allerdings wirken sich eine fehlende Verkaufslogistik und die schwierigen Transportbedingungen bei dieser leicht verderblichen Frucht besonders drastisch aus.

Welthaus unterstützt APROVAG, eine Genossenschaft von mehr als tausend Bananen-Produzentinnen. Unterstützung bei der Qualitätsverbesserung vom Anbau über die Verpackung bis zur Vermarktung ist ein Schwerpunkt von APROVAG. Früchte, die nicht verkauft werden, werden weiterverarbeitet: getrocknet, zu Bananenmehl vermahlen, mit Erdnusspasta und Hirsemehl vermischt ergibt es eine leckere, nahrhafte Mahlzeit für Kleinkinder. Oder vergoren zu Bananenessig verarbeitet. Aus getrockneten Bananenschalen wird auch eine Hautcreme hergestellt – selbstverständlich bio.

Die Genossenschaft wird dabei unterstützt, die Qualität der Bananen zu verbessern.

graz.welthaus.at/senegal 7


12 | Welthaus Jahresbericht 2015

SLOWAKEI

Agentinnen der Gleichberechtigung

D

er Großteil der slowakischen Roma lebt unter katastrophalen Lebensbedingungen. Ihre Wohngegenden sind oft ghettoähnliche Siedlungen am Rande von Dörfern und Kleinstädten. Es sind Umstände, die den Menschen keine Chancen auf einen menschenwürdigen Alltag geben. Die meisten Roma haben keinen Schulabschluss und auch keine Arbeit. Vorurteile und Unverständnis machen es ihnen schwer, sich in das soziale Leben zu integrieren.

Romnija bilden ein Netzwerk, gestalten die Gesellschaft mit und setzen sich aktiv für ihre Anliegen ein.

Unsere Partnerorganisation, der Verein SPOLU, setzt auf das Stärken und Befähigen von Menschen, damit sie selbst aktiv werden. In Gemeinden mit hohem RomaAnteil werden Romnija unterstützt, die sich aktiv in das gesellschaftliche Geschehen einbringen wollen.

Derzeit unterstützt Welthaus sechs Frauengruppen in der Region Zips/Spis, die Schulungen in Projektmanagement und Gleichbehandlung von Frauen erhalten. Die erworbenen Kenntnisse werden bei Aktivitäten auf lokaler und regionaler Ebene umgesetzt. Dadurch werden die Frauen gestärkt, für ihre Anliegen einzutreten. Die Kooperation mit Schulen oder Gemeindeämtern wird gesucht. Viele Bürgermeister, die positive Veränderungen in ihren Gemeinden anstreben, unterstützen die Aktivitäten. Dabei gibt es eine große Bandbreite: In informellen Kindergartengruppen werden die Kinder für den Schuleintritt vorbereitet. Am Nachmittag wird vielfach Nachhilfe angeboten. Aber auch bei Verhandlungen mit den Wasserwerken wegen der schlechten Wasserversorgung sprechen die Romnija für ihre Gemeinde. Das kleine Netzwerk von Frauen in den sechs Gemeinden nennt sich „Agentinnen der Gleichberechtigung“. Die Mitglieder sind bemüht, eigene Veranstaltungen zu organisieren – z.B. Ferienwochen für Schulkinder mit einem bunten Freizeitprogramm. Zugleich beteiligen sie sich an städtischen und regionalen Veranstaltungen: Sie nehmen an Stadtfesten teil, sind bei Wallfahrten dabei und beteiligen sich an Sportaktivitäten – ob es ein Schwimmkurs ist oder Eislaufen im Winter. All diese Aktivitäten werden positiv aufgenommen und als wichtige Schritte der Einbeziehung betrachtet. graz.welthaus.at/slowakei


Weltweit aktiv | 13

TANSANIA

Kleinbauernfamilien erhalten ihr Land zurück

N

ach jahrelangem Kampf haben es die Menschen in Kapunga geschafft: Sie erhalten ihr Land von einem Investor zurück. Die Vorgeschichte: Bereits in den 1970er Jahren hatte die National Food Company großflächig rund um das Dorf Kapunga Bewässerungsanlagen installiert und Reisplantagen errichtet. In den 90er Jahren wurden diese Reisplantagen privatisiert und an den US-Investor „Export Trading Company LTD“ verkauft. Da zuvor keine genaue Erhebung der Grundstücksgröße vorgenommen wurde, wurden zusätzlich zu den Plantagen 1.870 Hektar des Gemeindegebietes – und damit Äcker und Wohngebiete – mit verkauft. Direkt nach dem Verkauf mussten die Kleinbauern ihr Land verlassen, da es nun offiziell ins Eigentum des Investors überging. Die Menschen mussten ihre Häuser zurücklassen und ihre Äcker aufgeben. Landgebiete, die erhalten werden konnten, wurden von der Wasserversorgung abgeschnitten, sodass Ernteerträge und damit verbunden das Einkommen der Menschen rapide sanken. Doch die DorfbewohnerInnen gaben sich nicht so schnell geschlagen. Mit Unterstützung von MIICO, einer lokalen Partnerorganisation von Welthaus, wurde das Forum für Landwirte mobilisiert. Dieses organisierte Schulungen, um den Menschen ihr Recht auf Land und auf den Einbezug in Vertragsverhandlungen bewusst zu machen. Es gab eine Vermessung des Landes und eine Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen und Medien.

Im Dezember 2015 – nach unzähligen Interventionen und vielen Konfrontationen mit dem Investor – entschloss sich die Regierung endlich, den Menschen das Land, das ihnen seit jeher zusteht, wieder zu überlassen. Dort können nun bis zu 3000 Kleinbauern tätig werden und wieder neuer Wohnraum für die vertriebenen Dorfbewohner geschaffen werden. Doch nicht nur das Dorf Kapunga kann davon profitieren. Durch diesen Prozess wurde sichtbar, dass es langfristig notwendig sein wird, Dörfer durch die Bildung von Dorfregierungen zu stärken und die Aufklärungsarbeit voranzutreiben.

Nach langem Kampf und mit Unterstützung von Welthaus erhielten die Kleinbauernfamilien ihr Land zurück.

graz.welthaus.at/tansania 7


14 | Welthaus Jahresbericht 2015

UKRAINE

Hilfe für Kinder und Jugendliche

D

ie Kriegsereignisse haben die Ukraine in eine politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise gestürzt. Trotz des Friedensabkommens Minsk II. vom Februar 2015 kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen in

Bevölkerungsschichten bei. Viele Familien sind von akuter Armut bedroht, obwohl beide Elternteile arbeiten. Die wirtschaftliche Situation von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien, von Alleinerzieherinnen und von Waisenkindern ist noch prekärer. Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch und Armut prägen den Alltag. In der westukrainischen Stadt Ivano-Frankivsk bietet die Caritas der griechischkatholischen Kirche rund 300 Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien und sozialen Waisen (Kinder, deren Eltern im Ausland arbeiten) ein breites Angebot: Psychologische Betreuung, konkrete Hilfsmaßnahmen sowie Bildungs- und Freizeitprogramme. Viele Kinder werden mitbetreut, deren Eltern bei den Protesten auf dem Majdan oder im Krieg verletzt oder getötet wurden – bzw. die lange abwesend waren oder es noch immer sind. Hinzu kommen jene Familien, die aus der Krim und aus den Regionen Donezk und Lugansk geflüchtet sind.

Eine vor dem Krieg geflüchtete Familie freut sich über die Hilfe aus Österreich.

den umkämpften Gebieten. Politische Instabilität, Inflation, finanzielle Engpässe in allen Bereichen und die Flüchtlingsversorgung sind die derzeit prägenden Faktoren im Alltag des Landes. Der Mindestlohn von 50 Euro reicht bei weitem nicht aus, um die Ausgaben des täglichen Bedarfs zu tätigen. Die enormen Preissteigerungen in den letzten Jahren und die hohe Inflation tragen zur Verarmung breiter

Mit Unterstützung durch Welthaus engagiert sich die Caritas verstärkt im Bereich Anwaltschaft und Interessenvertretung der Kinder sowie Schutz der Kinderrechte. Die enge Zusammenarbeit mit Schulen und Schulbehörden ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Für PädagogInnen und SozialarbeiterInnen werden Weiterbildungen zu spezifischen Kinder-und Jugendthemen angeboten. graz.welthaus.at/ukraine


Religionsfreiheit | 15

RELIGIONSFREIHEIT

Wege zu einem friedlichen Miteinander

R

eligionsfreiheit ist ein elementares Menschenrecht. Dennoch ist bis heute nicht überall gewährleistet, dass Menschen ihren Glauben leben, ihr Bekenntnis in der Öffentlichkeit vertreten und die Religion wechseln können. Vielmehr nehmen die Einschränkungen und Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit zu. In vielen Ländern werden Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert, unterdrückt, verfolgt und ermordet. Wo die Religionsfreiheit verletzt wird, dort werden auch die Menschenrechte insgesamt nicht geachtet. Vielfach wird Religion politisch instrumentalisiert. In Konfliktsituationen geht es oftmals nicht allein um die Religion – auch wenn diese in den Vordergrund gestellt wird. Für die Diözese Graz-Seckau ist es wichtig, sich für das Menschenrecht auf freie Religionsausübung einzusetzen und über die vielfältigen Bedrohungen dieses Rechtes zu informieren. Diese Aufgabe hat Welthaus übernommen. 2015 wurden Informationen über die aktuelle Situation von Religionsfreiheit weltweit recherchiert und interessierten Stellen zur Verfügung gestellt. Auf der Website wurde ein Bereich zum Thema eingerichtet. Unsere Mediathek bietet dazu auch laufend aktuelle Medien und Beratung an. Welthaus ist auch mit anderen in diesem Bereich tätigen Organisationen, Forschungsund Bildungseinrichtungen vernetzt. Gemeinsame Veranstaltungen wie Vorträge oder Diskussionsabende regen zur Auseinander-

setzung mit dem Thema an. Im Vorjahr referierten dazu: P. Amal Chinnapan SJ zu „Myanmar - Freiheit neu lernen“, Prof. Christian Troll SJ zu „Islam - Christentum - Moderne“, Martin Maier SJ zu „Oscar Romero - Erbe und Auftrag“, Gudrun Harrer zu „Nahöstlicher Irrgarten“ und P. Niokodemus Schnabel zu „Die Christen des Heiligen Landes“. Höhepunkt war der Besuch von Prof. Heiner Bielefeldt, UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit, in Graz. Er hielt einen Vortrag beim Ökumenischen Jahresempfang im Landhaus (Foto) und eine Vorlesung an der Theologischen Fakultät. Zudem gab es eine gut besuchte Pressekonferenz und ein Hintergrundgespräch mit Botschafter Launsky-Tieffenthal. graz.welthaus.at/religionsfreiheit

Ökumenischer Jahresempfang: PifflPercevic, Bielefeldt, Miklas, Neuenfeldt, Krautwaschl, LaunskyTieffenthal, Schreiner (v.l.).


16 | Welthaus Jahresbericht 2015

UNRECHT BESEITIGEN

Einsatz für Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel

W

elthaus tritt für den Zugang zu Land ein, um damit die Basis für eine ausreichende und angemessene Ernährung zu legen. Da österreichische und europäische Politiken oft negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern haben, engagiert sich Welthaus auf nationaler und internationaler Ebene, um zum Abbau ungerechter Strukturen und Rahmenbedingungen beizutragen. Die globale Förderung von Agrotreibstoffen gefährdet in vielen Ländern den Zugang zu Land und Nahrung, da immer mehr Flächen für den Anbau von Rohstoffen wie Soja, Palmöl und Zuckerrohr beansprucht werden. Im ersten Halbjahr 2015 haben sich die EU-Institutionen nach zähen Verhandlungen darauf verständigt, dass zur Erreichung der ErneuerbarenEnergie-Ziele bis 2020 maximal sieben Prozent Treibstoffe aus Nahrungsmittelpflanzen beigemengt werden können. Da

aber derzeit EU-weit „erst“ rund fünf Prozent beigemengt werden, ist eine Ausdehnung weiter möglich. Bereits jetzt müssen große Mengen an Agrotreibstoffen aus Drittstaaten – vor allem aus Lateinamerika und Südostasien – importiert werden. Diese Deckelung kann deshalb nur als erster Schritt in die richtige Richtung betrachtet werden. Im Verkehr braucht es andere Lösungen, die den Energiebedarf insgesamt reduzieren. Darauf hat Welthaus im Vorjahr durch Presse-, Lobbying- und Hintergrundgespräche, Aussendungen und bei Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Ähnlich gravierende Folgen wie die Produktion von Agrotreibstoffen hat auch der weltweit massive Fleischkonsum. Das Futter für Rind, Schwein, Geflügel etc. verbraucht rund zwei Drittel aller fruchtbaren Flächen weltweit. Die EU importiert einen großen Teil der benötigten Futtermittel wie Soja aus anderen Weltgegenden. Gemeinsam mit neun weiteren katholischen


Einrichtungen hat Welthaus 2015 wieder die Aktion „Gerecht leben – Fleisch fasten“ durchgeführt. Dabei geht es um den Verzicht auf Fleisch in der Fastenzeit, um ein Zeichen für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit diesem wertvollen Nahrungsmittel zu setzen. Die Aktion wurde umfassend beworben. Rund 1.100 Personen und 20 Pfarren haben sich an der Fastenaktion beteiligt. Im Herbst 2015 legte Welthaus einen Schwerpunkt auf das Thema Landraub: Im Grazer KIZ RoyalKino fand die Premiere des Films „Landraub“ statt – inklusive Publikumsgespräch mit Regisseur Kurt Langbein und Sigrun Zwanzger vom Welthaus. Die Ausstellung „Das Land, das wir uns nehmen“ von Klimabündnis war im Innenhof des Grazer Priesterseminars zu sehen. Außerdem gab es Workshops zum Thema „Geraubtes Land, geraubtes Essen“ (Seite 19).

Die gesamte zweite Jahreshälfte war zudem geprägt von den Vorbereitungen auf den großen UNO-Klimagipfel im Dezember in Paris. Unter dem Motto „System Change, not Climate Change“ hatten sich bereits Monate zuvor zahlreiche Organisationen und Initiativen zusammengeschlossen. Das Ziel war aufzuzeigen, dass es sich beim Klimawandel um eine Krise handelt, die eng mit Wirtschaft und gesellschaftlichen Lebensweisen zusammenhängt – und dass in vielen Bereichen sozial-ökologische Veränderungen notwendig sind. Dazu wurde ein Positionspapier erarbeitet (www.systemchange-notclimatechange.at) und es gab zahlreiche Treffen und Aktionen. Am 28. November gingen in Graz schließlich 2000 Menschen auf die Straße und setzten ein lautes und buntes Zeichen für Klimagerechtigkeit und den grundlegenden gesellschaftlichen Wandel, der dringend benötigt wird, um auch unseren Kindern und Enkelkindern ein gutes Leben zu ermöglichen.

Kurz vor Beginn der Klimakonferenz in Paris gingen in Graz rund 2000 Menschen für Klimagerechtigkeit auf die Straße.

graz.welthaus.at/unrecht-beseitigen 7


18 | Welthaus Jahresbericht 2015

GEMEINSAM LERNEN

Aktiv für eine gerechte Welt

D

ie Erfahrungen aus den Projektländern bilden die Grundlage für die Bildungsarbeit in der Steiermark. Das Grundprinzip dabei ist, mit Menschen aus anderen Kulturen in offenen Kontakt zu treten, die Welt aus der Sicht anderer zu betrachten und die Konsequenzen des eigenen Handelns in einem globalen Zusammenhang zu sehen.

Das vielfältige Angebot reicht von Workshops mit Schulklassen, Jugendgruppen und Erwachsenen über Vorträge, Diskussionen und Filmvorführungen bis zu Festen und Ausstellungen sowie dem Verleih von Medien zu globalen Themen. Gemeinsam werden Mittel und Wege erkundet, wie man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für eine gerechtere Welt aktiv werden kann.


Gemeinsam lernen | 19

WORKSHOPS

Globale Zusammenhänge erkennen

F

ür Schulen, Jugendgruppen und Erwachsene hatte Welthaus 2015 wieder eine Reihe von Workshops im Angebot. Sie ermöglichen interkulturelle Begegnungen, zeigen weltweite Zusammenhänge auf und regen zu einer differenzierten Betrachtung der Globalisierung an. Bei der Welthausreise lernten die TeilnehmerInnen (TN) die Arbeit von Welthaus und die Entwicklungspolitische Mediathek kennen. Dabei stand jeweils auch ein entwicklungspolitisches Thema nach Wahl auf dem Programm. Beim Workshop Auf Entdeckungsreise durch unser Dorf gingen die TN weltweiten Zusammenhängen rund um unsere Ernährung auf die Spur – und zwar im eigenen Dorf oder Stadtteil. Sie begaben sich dabei auf eine Entdeckungsreise, die sie an verschiedene Orte (z.B. Bauernmarkt, Getreideacker, Müllsammelstelle…) führte. Im interaktiven Workshop Geraubtes Land, geraubtes Essen beschäftigten sich die TN mit dem globalen Wettlauf um fruchtbare Böden. Sie erforschten die Ursachen und machten sich globale Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil und dem Landraub in vielen Teilen der Welt bewusst. Fährst du schon, oder isst du noch? lautet der Titel eines Workshops, der die sozialen und ökologischen Folgen der Produktion von Agrotreibstoffen aufzeigt. Zusammen-

hänge zwischen Österreich und Lateinamerika machten die weltweite Dimension des Agrarhandels sichtbar. Die bittere Seite der Schokolade zeigt ein anderer Workshop auf. Die TN lernten dabei die Schokoladenherstellung, beginnend vom Anbau der Kakaopflanzen bis zum Verkauf der jeweiligen Produkte, kennen. Soziale, ökologische und ökonomische Probleme wurden diskutiert und im Hinblick auf das eigene Konsumverhalten reflektiert. Im Workshop Golden Rice beschäftigten sich die TN mit der Frage, warum die grüne Revolution und der Einsatz von Gentechnik im Reisanbau die sozialen Unterschiede und die Armut Indiens nicht gelindert haben. Darüber hinaus entdeckten sie Indien als Land der Gegensätze mit seiner Vielfalt an Religionen, Sprachen und Ethnien. graz.welthaus.at/workshops

Workshop mit MitarbeiterInnen der GRAWE.


20 | Welthaus Jahresbericht 2015

ENTWICKLUNGSPOLITISCHE MEDIATHEK

Drehscheibe für Bildungsangebot haus-Team bietet fachkundige Beratung zum Globalen Lernen und Unterstützung bei der Planung von Projekttagen und Aktionen in Schulen, Pfarren, Solidaritätsgruppen und Gemeinden. SchülerInnen und Studierende werden bei der Recherche für ihre Vorwissenschaftlichen Arbeiten bzw. Diplomarbeiten betreut.

Die Mediathek bietet über 4500 Medien, spannende Veranstaltungen und fachkundige Beratung.

L

andraub“, „Ändere die Welt!“, „Syrien verstehen“… das sind einige Beispiele aus dem breiten Angebot der Entwicklungspolitischen Mediathek. Mehr als 4.500 Sachbücher, DVDs, CDs, Unterrichtsmaterialien, Spiele und Belletristik kann man im Welthaus Graz entlehnen. Zu den viel diskutierten Themen Migration, Flucht, Religionsfreiheit wurde 2015 eine Reihe von aktuellen Medien angekauft. Darüber hinaus reicht die Themenpalette von Welternährung über Klimawandel bis zur Friedensarbeit. Die Mediathek ist DIE Drehscheibe für das entwicklungspolitische Bildungsangebot in der Steiermark – neun Organisationen sind hier mit ihrem Angebot vertreten. Das Welt-

Neben dem Standort in Graz gibt es acht Regionalstellen in Fürstenfeld, Gleisdorf, Kapfenberg, Knittelfeld, Liezen, Leoben, Mürzzuschlag und Weiz. Diese Stadtbüchereien sind sehr aktiv und bilden regionale Netzwerke mit Gemeinden, Pfarren, Kindergärten, Schulen und Weltläden. 2015 wirkten sie an den Fairen Wochen des Landes mit und bewarben die Aktion „Gerecht leben – Fleisch fasten“. Dabei kamen in mehreren Stadtbüchereien zwei lebensgroße Puppen – „Frau Morgen & Herr Anderswo“ – zum Einsatz, die durch ihre Präsenz auf die Folgen unserer Lebensweise für künftige Generationen und Menschen in anderen Erdteilen hinwiesen. 2015 fanden in der Mediathek in Graz und in den Regionalstellen zahlreiche Veranstaltungen – sieben WeltCafés, neun WeltBlicke, zwei WeltKinos, zehn WeltGeschichten – und 35 Workshops statt. Darüber hinaus wurden Büchertische zur Verfügung gestellt und Ausstellungen organisiert. Die Entwicklungspolitische Mediathek wird von FairStyria gefördert. Infos, Termine und Online-Entlehnung: graz.welthaus.at/mediathek


Gemeinsam lernen | 21

VERANSTALTUNGSREIHEN

Spannende Einblicke in andere Lebenswelten

I

m Jahr 2015 fanden in der Mediathek in Graz und in den acht Regionalstellen wieder zahlreiche Veranstaltungen statt: WeltCafé, WeltBlick, WeltGeschichten und WeltKino – bei freiem Eintritt. Eine Auswahl:

Die in Mexiko lebende Steirerin Sonja Perkic-Krempl berichtete beim WeltBlick von der Menschenrechtssituation in Guatemala, der Straflosigkeit von Verbrechen und ihrer Arbeit für mehr Gerechtigkeit und Frieden.

P. Amalraj Chinnappan SJ lebt und arbeitet in Myanmar. Er sprach beim „WeltBlick“ in Graz über die Profiteure der Veränderungen in Myanmar, den Aufbau der Zivilgesellschaft und über religiöse Spannungen in dem Land. Bei drei WeltCafés erzählten unsere Gäste aus Indien, Lilly Alphonsa und Muthusamy Shankar, wie die Menschen in Indien mit den Veränderungen durch den Klimawandel leben und wie wir der globalen Herausforderung gemeinsam begegnen können. Thomas Bauer lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Brasilien, wo er die Veränderungen durch den Soja-Anbau direkt miterlebt. Beim WeltBlick in Graz berichtete er über die Situation vor Ort und diskutierte mit dem Publikum über mögliche Alternativen. In der Reihe WeltKino war in Graz der Film „Billig, billiger, Banane“ zu sehen. Der Film behandelt die starke Konzentration im Einzelhandel und die Folgen des harten Preiskampfes in Europa für die ProduzentInnen. Bei einem WeltBlick in Graz zum Thema „Weltweit aktiv ab 50“ stellte der Verein Grenzenlos seine Austauschprogramme vor.

Beim WeltCafé Tansania – in Koop. mit der Erklärung von Graz – war Senkondo Mgalla zu Gast. Der Experte für nachhaltige ländliche Entwicklung erzählte, wie in Tansania die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung durch Ausbildung verbessert werden.

Beim WeltCafé Indien war Lilly Alphonsa zu Gast im Welthaus Graz.

Gilbert Sene und Jeanne Maria Sarr besuchten beim WeltCafé Senegal mit dem Publikum einen „senegalesischen Bauernmarkt“. Der Blick hinter die Kulissen offenbarte überraschende Gemeinsamkeiten. graz.welthaus.at/termine 7


22 | Welthaus Jahresbericht 2015

GÄSTE AUS INDIEN UND SENEGAL

Begegnungen, die bewegen

I

nterkulturelle Begegnungen, die bewegen: Welthaus lädt regelmäßig Gäste aus Afrika, Asien und Lateinamerika nach Österreich ein. In ihren Heimatländern engagieren sie sich gegen Armut und für eine

Unsere Gäste aus Senegal, Jeanne und Gilbert, zu Besuch im Welthaus.

nachhaltige Gestaltung der Gesellschaft. Workshops, Vorträge und viele persönliche Begegnungen bieten den Rahmen für gegenseitigen Austausch und authentische Einblicke in das Leben in Entwicklungsländern. Im April 2015 besuchten Gäste aus Indien die Steiermark. Lilly Alphonsa und Muthusamy Shankar erzählten, was der Klimawandel für Kleinbauern im Süden Indiens bedeutet. Zunehmende Landflucht, steigende Selbstmordraten und Umbrüche

in der traditionellen Landwirtschaft zwingen sie zum Umdenken. Lilly und Muthusamy leiten im indischen Bundesstaat Tamil Nadu Programme für nachhaltige Landwirtschaft, Wassermanagement und ländliche Entwicklung sowie zur Stärkung von Frauen- und Kinderrechten. Bei Workshops, Vorträgen im „WeltCafé“ und einem „Round Table“ mit steirischen ExpertInnen gaben sie ihre Erfahrungen weiter und sprachen über neue, gemeinsame Wege beim Klimaschutz. Im Senegal leben und arbeiten Gilbert Sene und Jeanne Maria Sarr. Unsere Projektpartner waren im Oktober 2015 zu Gast in der Steiermark. Bei Workshops und in der Veranstaltungsreihe „WeltCafé“ boten sie Einblicke in den Lebensalltag in ihrer Heimat. Beim Besuch eines „senegalesischen Bauernmarktes“ zeigten sich die Probleme, mit denen Kleinbauern im Senegal zu kämpfen haben: Senegals Märkte werden von billigen, subventionierten Überschussprodukten aus Europa überschwemmt, mit denen die heimischen, unter schwierigsten Bedingungen hergestellten Lebensmittel nicht konkurrieren können. Das unfaire globale Handelssystem bedroht aber auch viele Landwirte in Österreich, immer mehr Landwirte sperren ihre Höfe für immer zu. Ein Round Table mit Landwirtschaftsexperten machte die wichtige Rolle von Kleinbauern für die Zukunft der Welternährung deutlich – und die Macht der KonsumentInnen für eine positive Entwicklung. graz.welthaus.at/gaeste


Gemeinsam lernen | 23

AUSSTELLUNG

ROMA.Bildwechsel

F

aul, kriminell, ungebildet… Vorurteile gegen die Volksgruppe der Roma sind weit verbreitet. Eine andere Sichtweise auf die größte Minderheit Europas ermöglicht die Ausstellung ROMA.Bildwechsel. Sie präsentiert die Phototrilogie „Gemeinschaftsraum“ von Michael Schmid. Der Künstler hat junge Frauen aus einem Roma-Projekt von Welthaus am Hauptplatz der slowakischen Stadt Banská Bystrica fotografiert. Im Mittelpunkt steht die selbstverständliche Nutzung des öffentlichen Raums durch jene Menschen, denen diese Präsenz häufig nicht oder nur ungern zugestanden wird. „Viele Roma kämpfen mit Armut und sozialer Ausgrenzung“, erzählt Agnes Truger. Sie betreut Projekte von Welthaus in der Slowakei, die Roma dabei unterstützen, ihre gesellschaftliche Isolierung zu durchbrechen (siehe auch Seite 12). So sind etwa in der Mittelslowakei mehrere Frauengruppen entstanden, die sich aktiv in ihren Gemeinden einbringen – vom Frühjahrsputz der Kinderspielplätze bis zur aktiven Teilnahme an Veranstaltungen. Ihre Botschaft ist klar: „Wir sind ein Teil der Gesellschaft, leisten unseren Beitrag und wir wollen mitreden“, sagt Marie Oláhová. Ein großer Erfolg sei, dass einige Romnija ihre abgebrochene Schulausbildung nachholen oder Weiterbildungen beginnen konnten, meint Truger: „Fünf Frauen aus dem Projekt arbeiten mittlerweile in den Gemeinden als

Sozialarbeiterinnen. Beim Fotoshooting für die Ausstellung waren sie mit viel Freude dabei – und sie zeigen eindrucksvoll, dass es von den Roma auch andere Bilder gibt.“ Im Juni 2015 war die Ausstellung im Innenhof des Grazer Priesterseminars zu sehen. Im April 2016 wurden die Bilder in den Räumlichkeiten der Caritas in der Grazer Grabenstraße ausgestellt. Nun soll die Ausstellung „auf Wanderschaft gehen“ und kann etwa in Pfarren oder anderen Einrichtungen gezeigt werden. Infos und Reservierung: agnes.truger@welthaus.at graz.welthaus.at/roma

Romnija am Hauptplatz von Banská Bystrica. Foto: Michael Schmid.


24 | Welthaus Jahresbericht 2015

HILFSWERKE / PFARREN

Eine Brücke zur Weltkirche

W

elthaus hat laut Statut die Aufgabe, gemeinsame Aktionen der katholischen Hilfswerke in der Steiermark (Caritas, Dreikönigsaktion, „Aktion Familienfasttag“ der KFB, „Aktion Sei so frei“ der KMB, Missio, Welthaus) zu koordinieren.

Bei der Langen Nacht der Kirchen gestalteten die katholischen Hilfswerke einen Abend zum Thema „Eine Reise um die Welt“.

Unter dem Motto „Nichts trennt uns“ gab es im „Jahr der Liebe“ 2015 eine Öffentlichkeitskampagne der Hilfswerke: neben Berichten über die Leistungen der Hilfswerke in kirchlichen Medien und Inseraten in weiteren Printmedien waren die Sujets der Kampagne auf Bussen, Dreieckständern und in Schaufenstern in Graz zu sehen. Alle steirischen Pfarren erhielten Plakate der Kampagne für die Verwendung z.B. in den Schaukästen.

Seit einigen Jahren präsentieren die katholischen Hilfswerke sich und ihre Projekte gemeinsam bei der Langen Nacht der Kirchen. Im Mai 2015 lautete das Motto in der Grazer Stiegenkirche: „Eine Reise um die Welt“ – mit Trommeln aus Afrika, Barockmusik aus dem Urwald Boliviens, meditativen Klangschalen und einer Segensfeier mit duftenden und heilenden Räuchermischungen aus dem Orient (Foto). Während des gesamten Abends wurde die Stiegenkirche von der Künstlerin Nina Ortner in ein mystisches Lichtkunstwerk verwandelt. Beim Segensgebet „Ich bin in einem fremden Land zuhaus“ wussten wir noch nicht, wie sehr das Flüchtlingsthema die nächsten Monate prägen würde. Der Herbst 2015 stand im Zeichen der Vorbereitung für das erste Netzwerktreffen steirischer Pfarren, die globale Verantwortung in Form von Partnerschaften leben. Die Treffen „Weltkirche Live“ dienen dem gemeinsamen Austausch von Erfahrungen mit Projekten in Entwicklungsländern und der Kooperation mit Pfarren bzw. Organisationen im Ausland. Den steirischen Pfarren bietet Welthaus neben Workshops, Vorträgen und Materialien für Pfarrblätter und Gottesdienste auch Beratung bei der Unterstützung von Projekten und die Vermittlung von Gästen und ReferentInnen für die Bildungsarbeit an. Kontakt: claudia.kompacher@welthaus.at

graz.welthaus.at/pfarren


Finanzen 2015 | 25

Mittelherkunft I. Spenden

104.390,08

a) ungewidmete Spenden

16.811,06

b) gewidmete Spenden

87.579,02

II. Mitgliedsbeiträge

-

III. Betriebliche Einnahmen

36.200,00

a) betriebliche Einnahmen aus öffentlichen Mitteln

-

b) sonstige betriebliche Einnahmen

36.200,00

IV. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand

66.080,93

V. Sonstige Einnahmen

1.662.497,44

a) Vermögensverwaltung

-

b) sonstige andere Einnahmen (nicht unter Punkt I-IV)

1.662.497,44

davon aus Kirchenbeitragsmitteln

1.522.509,17

VI. Auflösung von Passivposten für noch nicht widmungsgemäß verwendete Spenden bzw. Subventionen VII. Auflösung v. Rücklagen u. Verwendung v. zweckgewidmeten Mitteln

-

VIII. Jahresverlust

-

Summe Mittelherkünfte

1.869.168,45

Mittelverwendung I. Leistungen für die statutarisch festgelegten Zwecke II. Spendenwerbung

29.756,37

III. Verwaltungsaufwand

158.818,68

IV. Sonstiger Aufwand

-

V. Zuführung zu Passivposten für noch nicht widmungsgemäß verwendete Spenden bzw. Subventionen VI. Zuführung zu Rücklagen VII. Jahresüberschuss

Summe Mittelverwendung

1.639.745,01

40.848,39 -

1.869.168,45

Gemäß Finanzrichtlinien der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission.

D

ie finanziellen Mittel, die Welthaus zur Bewältigung seiner Aufgaben zur Verfügung stehen, stammen zum überwiegenden Teil von der Diözese Graz-Seckau, die durch „Selbstbesteuerung“ ihre Solidarität mit der Weltkirche und mit Menschen in vielen Teilen der Welt zum Ausdruck bringt.

Die Arbeit von Welthaus wird kofinanziert durch das Land Steiermark und das Österreichische Außenministerium (Austrian Development Agency). Ein wesentlicher Teil der kofinanzierten Entwicklungsprojekte wird in Kooperation mit HORIZONT3000 durchgeführt. Außerdem wird die Arbeit von Welthaus unterstützt von:

7


26 | Welthaus Jahresbericht 2015

Wir stärken Menschen – mit Ihrer Hilfe!

I

m Vorjahr betrug das Spendenaufkommen in Österreich 600 Millionen Euro! Seit 2008 nehmen die Spenden in Österreich jährlich und kontinuierlich zu. Humanitäre Katastrophen wie in Nepal und die Flüchtlingskrise in Europa standen 2015 im Zentrum vieler Spendenaufrufe. Für Welthaus war das Jahr 2015 ein erfolgreiches Spendenjahr. Zum wiederholten Male erhielten wir das Spendengütesiegel, das uns und Ihnen nach intensiver Prüfung bestätigt, dass wir mit Spenden und Kirchenbeitragsmitteln verantwortungsbewusst, transparent und mit geringen Nebenkosten umgehen. Im Jahr 2015 erfolgten Spendenaufrufe zu den Ländern Ukraine, Brasilien, Tansania und Senegal. Aufgrund der weiter andauernden Flüchtlingsproblematik in der Ukraine gab es im Oktober einen Bericht im Sonntagsblatt mit anschließendem Mailing an unsere Hausdatei. Der Jahresbericht im Sommer brachte ein sehr schönes Spendenergebnis. Der Besuch unserer Projektpartner aus dem Senegal war Anlass für einen Länderschwerpunkt im Herbst mit einer eigenen Welthaus-Schokolade von Zotter, einer Beilage im Sonntagsblatt und einem Weihnachtsmailing für den Senegal.

Wie schon in den Vorjahren wurde beim Adventpunsch der Grazer Wechselseitigen in Graz für ein Welthaus-Projekt in der Ukraine gesammelt. Das Spendenergebnis 2015 war sehr erfreulich. Schlechte Umweltbedingungen, Klimawandel, Armut, Hunger, mangelnde Bildung und Perspektivenlosigkeit treiben verzweifelte Menschen zur Flucht. Indem wir als entwicklungspolitische kirchliche Einrichtung gemeinsam mit Ihnen und unseren Projektpartnern vor Ort diese Fluchtursachen bekämpfen, ermöglichen wir den Menschen ein würdiges Leben in ihren Heimatländern. Ein herzliches Vergelt´s Gott für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit – und bitte unterstützen Sie unsere Projekte auch weiterhin! Ihre Dr. Claudia Kompacher


Spenden & Helfen | 27

PRAKTIKUM UND EHRENAMT

„Abwechslungsreich und vielfältig“

I

m Zuge unserer beiden Studien, Public Management und Global Studies, hatten wir die Möglichkeit, unser theoretisch erworbenes Wissen durch praktische Erfahrungen zu vertiefen. Da unser persönliches Interesse schon seit längerer Zeit in der Entwicklungspolitik liegt, haben wir uns entschlossen, unser Pflichtpraktikum beim Welthaus Graz zu absolvieren. Das Welthaus, mit den verschiedenen Bereichen der Projekt-, Bildungs- und Anwaltschaftsarbeit, stellt genau das richtige Umfeld zur Verfügung, um Entwicklungspolitik auf verschiedenen Ebenen kennenzulernen. Unsere Arbeitsbereiche im Welthaus waren sehr abwechslungsreich und vielfältig gesteckt. Wir wurden in die Bearbeitung von Projektanträgen eingebunden, konnten uns mit der Religionsfreiheit im Nahen Osten näher beschäftigen, halfen mit bei der Bewerbung und Organisation von Veranstaltungen, durften bei Vorträgen und Schulworkshops dabei sein und hatten die Möglichkeit, bei der Konzipierung eines EU-Projekts mitzuwirken, um nur einige Aufgaben zu nennen. Unser persönliches Highlight des Praktikums war der Besuch von Gästen aus Uganda, da wir die Gäste bei ihren zahlreichen Workshops in der Steiermark beglei-

ten und sie auch in ihrer Freizeit betreuen durften. Dadurch entstand ein sehr bereichernder gegenseitiger Austausch. Wir sind sehr dankbar für all die Erfahrungen, Gespräche und Begegnungen, die wir während unseres Praktikums machen durften, und möchten uns herzlich beim

gesamten Welthaus-Team bedanken, das uns diese interessanten Einblicke ermöglicht und uns gleich von Beginn an herzlich ins Team aufgenommen hat. Cornelia Gruber und Filip Šarić


Danke für Ihr Vertrauen! Wir bitten Sie auch weiterhin um Ihre Unterstützung. WELTHAUS IST... eine Einrichtung der Katholischen Kirche Steiermark zur weltweiten Verwirklichung von Menschenwürde und Gerechtigkeit. Seit 1970 verbessert Welthaus gemeinsam mit lokalen Organisationen die Situation von Armen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. In Österreich zeigt Welthaus globale Zusammenhänge auf und tritt für einen nachhaltigen und sozial gerechten Lebensstil ein. Die Erfahrungen aus den Projektländern bilden die Grundlage für die Bildungsangebote in der Steiermark. Welthaus Diözese Graz-Seckau Bürgergasse 2, 8010 Graz Tel. +43 316 324556 graz@welthaus.at Öffnungszeiten: Mo – Do: 9 – 12 und 13 – 16 Uhr Fr: 9 – 12 Uhr Schulferien: 9 – 12 Uhr.

Spendenkonto

IBAN: AT79 2081 5000 0191 3300 BIC: STSPAT2GXXX

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Ihre Spende an Welthaus können Sie steuerlich absetzen. Bitte heben Sie alle Belege für Ihre nächste Arbeitnehmerveranlagung auf. Diese Absetzbarkeit ermöglicht es Ihnen auch, mehr zu spenden – ohne mehr zu bezahlen!

Online spenden unter: graz.welthaus.at / Welthaus

/ WelthausGraz

Welthaus. Wir stärken Menschen.

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