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.DISCUSS

Osteoporose: Die stille Krankheit bei Kindern und Senioren

.SCIENCE

Knochenmassenwachstum 3x3 des Vibrationstrainings

.APPLIED

Implantate und Vibrationstherapie Antisturzzone in Seniorencentren


Gisela Frick Vibrationstraining und -therapie Projekte Ausbildung: Physiotherapeutin SVVIT zert. Vibrationstraining Instruktorin Stufe 1 Funktion: Trainerin Center: Tertianum-fit der Parkresidenz Meilen mit insgesamt 5 SVVIT zert. Vibrationstraining Instruktoren Stufe 1 Anzahl und Typ von Vibrationsplatten: 1 Power Coach wellwave.net Lehrgang: 2014

„Der interessante Lehrgang begeisterte und überzeugte mich für die Umsetzung und Neuorientierung des Fitcenters. Dank Vibrationstraining erreichen die Senioren in kürzester Zeit eine effektive, erfolgreiche und zielgerichtete STURZPROPHYLAXE.“ 2

Konzept- / Geräte- / Umsetzungs- / Betriebsberatung

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EDITORIAL

Osteoporose Die Wissenschaftler sind sich einig. Der Leistungssport bestätigt es. Man soll und will in Therapie und Training intensiv belasten. Dann erst sind deutliche Fortschritte zur Sturzprophylaxe und Osteoporoseprävention, ja sogar zur –rehabilitation erkennbar. Gang- und Standgleichgewicht, Schnell- und Maximalkraftleistungen, Beweglichkeit und Mobilität, sowie geistige Fitness nehmen bei hohen Intensitäten besonders zu.

„Wir brauchen Intensität, Schnelligkeit und Repetition.“ In der Praxis sind diese Ziele schwer umsetzbar. Die Intensität kommt im Seniorentraining und in der Therapie erfahrungsgemäss zu kurz. Es mangelt vor allem an Impacts, also an kurzen, heftigen Krafteinwirkungen wie beim Springen, Laufen, Schlagen, Werfen und Stossen. Da Bewegungen langsam ausgeführt werden, gibt es auch zu wenige Belastungszyklen, die aber für das Bewegungslernen wichtig sind. Der Unterschied zwischen dem Training und dem monotonen Alltag ist häufig zu gering. So ist es kaum verwunderlich, dass befriedigende Fortschritte fehlen, Motivation und Therapietreue

Wie sich Belastung auf die Knochenmasse auswirken kann, sehen Sie hier am Beispiel eines Tennisspielers. Der rechte Arm im Bild ist der Spielarm und besitzt eine deutlich höhere Knochenmasse als der linke Nicht-Spielarm.1

(Compliance) bei den Patienten schwinden. Ideale Belastungen, die die Knochen- und Muskelmassenzunahme begünstigen, sind intensives Gewichtheben, Impacts wie bei Sprüngen und Sprints, sowie extrem viele Belastungszyklen von tief intensiven Impacts, wie sie etwa beim Rückschlag des Tennisballes auftreten. Doch sind diese Belastungen in der Therapie und im Seniorentraining so einfach umsetzbar?

„Nur Vibration lässt sich einfach dosieren sowie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich in Therapie und Training integrieren.“ Neue Ansätze in Therapie und Training müssen her, um die Herausforderung der Therapie und Trainingstreue meistern zu können. Lesen Sie hier über die vielversprechendste aller Möglichkeiten im Bereich von Skeletterkrankungen, dem Vibrationstraining. Januar 2016, Pascual Brunner MSc. ETH Bewegungswissenschaft und Sport Experte SVVIT

Abbildung: 1 Aus: Krahl, Hartmut, et al. „Stimulation of Bone Growth Through Sports A Radiologic Investigation of the Upper Extremities in Professional Tennis Players.“ The American journal of sports medicine 22.6 (1994): 751-757.

Im konventionellen AltersKrafttraining wird vorwiegend so trainiert, wie auch der Alltag aussieht: • zu wenig intensiv • zu langsam • zu wenig Repetitionen Dementsprechend sind die Erfolge beschränkt.

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INHALT HOMEPAGE: forum.wellwave.net

.DISCUSS

.SCIENCE

ALLE BLOG-EINTRÄGE: wellwaveforum.wordpress.com

ALLE PUBLIKATIONEN: issuu.com/wellwave

6 OSTEOPOROSE: DIE STILLE KRANKHEIT

12 DAS 3X3 DES VIBRATIONSTRAININGS

Prof. Ralph Müller, ETH Zürich

18 biomechanische und physiologische Steuergrössen

8 VIBRATIONSUNTERSTÜTZTE PHYSIOTHERAPIE BEI SKELETTERKRANUNGEN IM KINDESALTER

14 EFFEKTIVSTE BELASTUNG, UM DAS KNOCHENMASSENWACHSTUM ZU STIMULIEREN

Prof. Christina Stark, Uniklinik Köln

2 Arten der Knochenbelastung – 4 Methoden um diese zu erreichen

11 KOLLOQUIUM UND WORKSHOP FÜR ÄRZTE Prof. Ralph Müller und Pascual Brunner

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Impressum HERAUSGEBERIN wellwave.net ag, Dorfstrasse 24, 8832 Wollerau, Schweiz PRÄSIDENT DES VERWALTUNGSRATES Tobias Brunner REDAKTION Pascual Brunner

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LAYOUT Stephan Storrer AUTHOREN DIESER AUSGABE Ralph Müller, Christina Stark, Claudia Ernst, Martin Hiltbrand KONTAKT info@wellwave.net INTERNET www.forum.wellwave.net


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ALLE VIDEOS: youtube.com/channel/UCUaKucynDK9e6GTyB4rKnBw

ALLE VIBRATIONSPLATTEN: forum.wellwave.net/platefinder

16 VIBRATIONSBEHANDLUNGEN VON PATIENTEN MIT PROTHESEN Martin Hiltbrand, leitender Physiotherapeut im Felix-Platter-Spital Basel

20 EIGNUNG VON VIBRATIONSPLATTEN FÜR ANWENDUNGEN IM TRAININGS- UND THERAPIEPROZESS Anwendungsgebiete – Eignungskriterien – Beispiele

18 VIBRATIONSTRAININGS-KONZEPT MIT INTEGRIERTER ANTISTURZZONE IN ALTERS- UND PFLEGEZENTREN Claudia Ernst, Centerleiterin in der Tertianum Parkresidenz Meilen

20 WELLWAVE.EXPO Die umfassendste Vibrationsgeräte-Ausstellung für Marktüberblick und direkten Gerätevergleich

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Der Nachdruck von Fotos und Artikeln aus wellwave.journal, auch auszugsweise, ist nur mit Erlaubnis der Redaktion und unter Quellenangabe (wellwave.journal © wellwave.net ag 2016) gestattet. Die Redaktion ist nicht verpflichtet, unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos zu publizieren. Ansichten, die im wellwave.journal zum Ausdruck gebracht werden, entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der wellwave.net ag.

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Patronate: 5


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Osteoporose: Die stille Krankheit von Prof. Ralph Müller

„Das Risiko einer 50jährigen Frau an einer Hüftfraktur zu sterben, ist gleich gross wie das Risiko an Brustkrebs zu sterben.“ Meistens nehmen wir unsere Knochen erst wahr, wenn wir ein Problem mit ihnen haben, zum Beispiel nach Frakturen, die durch den altersbedingten Knochenschwund, die Osteoporose, ausgelöst werden. Ein Knochen ist aber, ähnlich wie der Muskel, ein sehr dynamisches System, welches ständig von den knocheneigenen Zellen umgebaut wird. Auf diese Weise kann der Knochen auf die von aussen gestellten Anforderungen reagieren und altes Knochenmaterial durch neues ersetzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Knochen unter kontrollierten Bedingungen sehr empfindlich auf mechanische Vibrationen reagieren.1 Vibrationstherapie scheint also eine vielversprechende Technik zu sein, um direkt auf den Knochen wirken zu können. Dennoch zeigen die klinischen Studien zu diesem Thema unterschiedliche Resultate, werden aber über das

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Gesamte gesehen, als positiv beurteilt.2 Die Gründe für diese Unterschiede liegen vor allem in den verschiedenen Studiendesigns. Zudem gibt es einen grossen Bedarf optimale Trainingskonzepte zu definieren, die garantieren, dass der gewünschte Knochen erreicht wird, denn nur der vibrierende Knochen wird stimuliert. Vibration am Tiermodell Als Alternative zu den Versuchen am Menschen, wo wir limitiert sind in der Auswahl der Versuchsteilnehmer und Versuchsparameter, stellen Tiermodelle eine Möglichkeit dar, Grundlangen der Reizgestaltung besser zu verstehen und somit eine Optimierung dieser Parameter zu ermöglichen. An der ETH Zürich und anderen Universitäten, weltweit, wurden in den letzten zehn Jahren Modelle entwickelt, die es erlauben, kontrollierte Versuche durchzuführen. Dabei können die verschiedenen Parameter getrennt voneinander untersucht und mit modernsten bildgebenden Verfahren ausgewertet werden.3 In diesen Versuchen hat sich gezeigt, dass, neben der Frequenz, Amplitude und Länge des mechanischen Signals, auch die Grösse und die Form des Knochens

Literatur: 1. Rubin C, Turner AS, Bain S, Mallinckrodt C, McLeod K. Anabolism. Low mechanical signals strengthen long bones. Nature. 2001 Aug 9;412(6847):603-4. 2. Slatkovska L, Alibhai SM, Beyene J, Cheung AM. Effect of whole-body vibration on BMD: a systematic review and meta-analysis. Osteoporos Int. 2010 Dec;21(12):1969-80.

eine massgebliche Rolle spielen und die Input-Parameter des mechanischen Stimulators angepasst werden müssen, um die gleichen Resultate in allen Gruppen zu erreichen. Obwohl typischerweise höhere Amplituden auch eine höhere und schnellere Anpassung zur Folge haben, ergibt sich dadurch auch die Gefahr, dass es zu Überlast und Mikrofrakturen kommen kann. Es gilt also nicht die Amplitude zu maximieren, sondern ein Optimum zu finden. Wie die Amplitude, aber auch die anderen Parameter, mit Grösse und Gewicht skalieren, ist aber nach wie vor unbekannt.

„Es braucht evidenz-basierte Anwendungskonzepte.“ Es ist aber bekannt, dass bereits sehr kurze Vibrationseinheiten in der Grössenordnung von Minuten pro Bereich sehr erfolgreich sein können. Ebenfalls wichtig ist, dass genügend Erholungsphasen eingebaut werden, so dass sich das biologische System auch wieder von diesem Reiz erholen kann.

3. Lambers FM, Schulte FA, Kuhn G, Webster DJ, Müller R. Mouse tail vertebrae adapt to cyclic mechanical loading by increasing bone formation rate and decreasing bone resorption rate as shown by time-lapsed in vivo imaging of dynamic bone morphometry. Bone. 2011 Dec;49(6):1340-50. 4. Rittweger et al., Bone, 2011


Ralph Müller Prof. Dr. Vibration beim Menschen Mechanische Vibrationen wirken anabolisch auf den Knochen und können die Knochenqualität positiv beeinflussen.1,2 Klinische Studien zeigen signifikante Verbesserungen der Knochendichte bei postmenopausalen Frauen, Kinder und Jugendlichen.3 Bei jungen Erwachsenen, die einer monatelanger Bettruhe unterzogen wurden, konnte der Knochenabbau vollständig verhindert werden.4 Die Vibrationstherapie ist eine vielversprechende neue Technologie, wobei die optimale Einleitung des Vibrationssignals in den gewünschten Bereich gemäss klar definierten und evidenzbasierten Anwendungskonzepten erfolgen muss.

„Können wir Osteoporose stoppen? Können wir das Sturzrisiko vermindern? Vibrationstherapie scheint auch aus eigener Erfahrung sehr wirksam zu sein!“

Prof. Ralph Müller war stellvertretender Direktor des Orthopedic Biomechanics Laboratory in der Harvard Medical School in Boston, dann ordentlicher Professor für Biomechanik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich. Seine Forschung beinhaltet State-of-the-Art biomechanische Testung und Simulationstechniken von muskuloskelettalen Geweben. Heute werden diese Techniken für die quantitative Bewertung und Überwachung von Struktur-Funktions-Beziehungen in der Gewebe-Regeneration, -Wachstum und -Adaptation eingesetzt. Seine Ansätze werden oft für präzise phänotypische Charakterisierung von Gewebe im Tissue Engineering und der regenerativen Medizin eingesetzt. Prof. Müller ist Autor von über 1’100 wissenschaftlichen Publikationen. Seine Arbeiten wurden über 12’000 Mal zitiert und er gehört zu den Top 1% der ISI Essential Science Indicators. Für seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Seit Jahren trainiert er selber 1-2 mal wöchentlich in einem professionellen Vibrationstrainings-Center. eh. Vorsteher des Departementes für Gesundheitswissenschaft und Technologie DHEST, ETH Zürich ram@ethz.ch

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Vibrationsunterstützte Physiotherapie bei Skeletterkrankungen im Kindesalter von Prof. Christina Stark Durch adäquate Muskelaktivität wird das Knochenwachstum gefördert, entsprechend durch Immobilität Knochen abgebaut.1,2 Diesen Zusammenhang nennt man „Muscle-Bone-Unit“.2 Die treibende Kraft für die Skelettentwicklung ist die aktive Nutzung der Muskulatur. Kinder mit Bewegungsstörungen sind aufgrund ihrer primären Erkrankung nicht in der Lage, adäquate Muskelaktivität durch Bewegung zu erzeugen, und entwickeln aufgrund dessen sekundäre Skelett-Erkrankungen. Zur Aktivierung der Muskulatur haben sich verschiedene, physiotherapeutische Trainingsprogramme bewährt. Diese zielen auf eine aktive Nutzung der Muskulatur ab. Unter Berücksichtigung der „funktionellen Muskel-Knochen-Einheit“ führt eine aktivere Muskelnutzung zu einem knochenaufbauenden Effekt und somit zu einer Stabilisierung des Skelettsystems und einer Reduktion der sekundären Osteoporose. Das ist der 3-jährige Benjamin. Nur mit dem Rollstuhl ist er mobil, denn er hat die Glasknochenkrankheit. Benjamin kann sitzen und möchte natürlich krabbeln und laufen lernen. Dabei hilft ihm besonders ein ganz wichtiges Therapieelement: Die Vibrationsplatte.

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Literatur: 1. Schoenau E, Frost HM. The „muscle-bone unit“ in children and adolescents. Calcif Tissue Int 2002;70: 405-407. 2. Schoenau E, Neu CM, Beck B, Manz F, Rauch F. Bone mineral content per muscle cross-sectional area as an index of the functional muscle-bone unit. J Bone Miner Res 2002;17: 1095-1101.

Abbildung: Bildschirmfoto aus: http://www.unsere-uniklinik.de/unireha/auf_die_beine/auf_die_beine_deutsch.mpeg (Internetzugriff vom: 26.4.2016)


„Durch Vibrationstraining können bei Patienten mit Bewegungsstörungen Muskelkraft und Koordination unabhängig von der willentlichen Ansteuerung verbessert werden.“ Eine neuere Möglichkeit zur Unterstützung des physiotherapeutischen Trainings ist der Einsatz der Ganzkörpervibration. Die Vibrationsplatte erzeugt Bewegung, die den Körper in Schwingungen versetzt. Die eingeleiteten Schwingungen lösen in schneller Folge Dehn-Reflexe aus, die eine Kontraktion der Muskelgruppen zur Folge haben, und so zu einem Zuwachs an Muskelkraft und Muskelleistung führen.3,4 Durch diese reflex-gesteuerte Form des Trainings können bei Patienten mit Bewegungsstörungen Muskelkraft und Koordination unabhängig von der willentlichen Ansteuerung verbessert werden. In Pilotstudien mit Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen immobilisierenden Erkrankungen konnte ein sicherer Einsatz dieser Methode gezeigt werden. Bei Kindern mit einer Osteogenesis imperfecta (Glas-

knochenkrankheit) konnte eine Zunahme der Muskelkraft nachgewiesen werden.5,6 Auch bei Kindern mit einer muskulären Ursache für ihre Immobilität wurde das Vibrationstraining untersucht, und es zeigte sich ein sicherer Einsatz bei Kindern mit Muskeldystrophie Duchenne und Spinaler Muskelatrophie.7 Bei jungen Erwachsenen mit einer Cystischen Fibrose (Mukoviszidose) wurde eine Zunahme der muskulären Leistungsfähigkeit nachgewiesen.8 Auf die Beine Aus den oben genannten Erkenntnissen entstand das multimodale Rehabilitationskonzept der Regelversorgung „Auf die Beine“ und wurde somit den Patienten zugänglich gemacht. Kurze, intensive, stationäre Phasen werden mit 6 Monaten häuslichem Ganzkörpervibrationstraining kombiniert, welches durch die Eltern durchgeführt wird („Intervalltraining“); somit werden die Eltern zu Co-Therapeuten und können die Therapie zu Hause weiter fortführen. Das Rehabilitationsprogramm ist auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Bewegungsstörungen ausgerichtet und be-

Literatur: 3. Rittweger J, Mutschelknauss M, Felsenberg D. Acute changes in neuromuscular excitability after exhaustive whole body vibration exercise as compared to exhaustion by squatting exercise. Clin Physiol Funct Imaging 2003;23: 81-86. 4. Cardinale M, Bosco C. The use of vibration as an exercise intervention. Exerc Sport Sci Rev 2003;31: 3-7. 5. Semler O, Fricke O, Vezyroglou K, Stark C, Schoenau E. Preliminary results on the mobility after whole body vibration in immobilized children and adolescents. J Musculoskelet Neuronal Interact 2007;7: 77-81.

steht aus einem zwei-wöchigen stationären Aufenthalt zu Beginn und einem sechs-tägigen Aufenthalt nach drei Monaten. Zur Kontrolle und Erfassung der Nachhaltigkeit erfolgen ambulante Untersuchungen sechs Monate nach Beginn (aktive Phase) und nach 12 Monaten (6 Monate nach Beendigung der aktiven Phase). Während des ersten stationären Aufenthaltes werden die Eltern und Patienten für ein häusliches sechs-monatiges Ganzkörpervibrationstraining angeleitet. Das Trainingsgerät wird den Familien für sechs Monate zur Verfügung gestellt. Das häusliche Training wird 10 Mal pro Woche für 3x3 Minuten durchgeführt und die häuslichen Übungen werden entsprechend der individuellen Zielsetzung ausgewählt.

„Bessere Mobilität? Bessere Skelettentwicklung? Nur dank Vibrations-unterstützter Physiotherapie!“

6. Semler O, Fricke O, Vezyroglou K, Stark C, Stabrey A, Schoenau E. Results of a prospective pilot trial on mobility after whole body vibration in children and adolescents with osteogenesis imperfecta. Clin Rehabil 2008;22: 387-394. 7. Vry J, Schubert IJ, Semler O, Haug V, Schonau E, Kirschner J. Whole-body vibration training in children with Duchenne muscular dystrophy and spinal muscular atrophy. Eur J Paediatr Neurol 2013;18(2):140-9. 8. Rietschel E, van Koningsbruggen S, Fricke O, Semler O, Schoenau E. Whole body vibration: a new therapeutic approach to improve muscle function in cystic fibrosis? Int J Rehabil Res 2008;31: 253-256.

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Während der stationären Trainingsblöcke erhält der Patient vier bis fünf Stunden Physiotherapie täglich mit und ohne Unterstützung von Geräten: Zwei Mal täglich wird in jeweils einer Stunde funktionellem Training an der individuellen Zielsetzung des Patienten gearbeitet. Ebenfalls täglich erhalten die Patienten drei Einheiten Ganzkörpervibrationstraining. Zusätzlich zur zwei Mal täglichen funktionellen Physiotherapie und dem drei Mal täglichen Vibrationstraining kommen drei weitere Komponenten wöchentlich zur Steigerung der Intensität hinzu: isoliertes Muskelkrafttraining, Laufbandtherapie oder Gehtraining mit dem Lokomat® und Therapie im Bewegungsbad. fortLAUFENder Nutzen Bei 356 Kindern mit einer zerebralen Bewegungsstörung konnte eine positive Entwicklung der Mobilität nach Teilnahme am Konzept „Auf die Beine“ gezeigt werden, die auch nach sechs Monaten nach Beendigung der Maßnahme erhalten blieb.9 Diese Ergebnisse konnten auch bei Gruppen mit anderen Erkrankungen (Spina Bifida und Osteogenesis Imperfecta) beobachtet werden.10,11 Vorangegangene Arbeiten zeigten, dass das Training innerhalb des Konzeptes „Auf die Beine“ durch die verbesserte Mobilität auch einen positiven Effekt auf die gesamte Skelettentwicklung hat.12

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Christina Stark Prof. Dr. rer. medic. Prof. Christina Stark beendete die Ausbildung zur Physiotherapeutin und Gymnastiklehrerin. Nach dem Studium der Humanmedizin (Vorklinik) und dem Studiengang Master of Science (Neurorehabilitation) promovierte sie im Bereich der Vibrationsgestützten Physiotherapie bei Zerebralparesen. Seit 2005 ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Schönau (Muskelund Knochenforschung in der Kinder- und Jugendmedizin) der Universität Köln. Sie wirkt bei Studien zum Einsatz der Vibration bei verschiedenen Muskelerkrankungen mit und doziert an der Schule für Physiotherapie und Massage der Universität Köln, sowie an der HSD Hochschule Döpfer. Physiotherapeutisch war sie kontinuierlich im Bereich der Pädiatrie tätig. Prof. Stark ist dank ihrem starken Praxisbezug eine der weltweit führenden Persönlichkeiten im Bereich der vibrationsgestützten Rehabilitation von Kindern mit Knochen- und Muskelerkrankungen. Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Uniklinik Köln HSD Hochschule Döpfer christina.stark@uk-koeln.de

Literatur: 9. Stark C, Semler O, Duran I, Stabrey A, Kaul I, Herkenrath P, et al. Intervallrehabilitation mit häuslichem Training bei Kindern mit Zerebralparese. Monatsschr Kinderheilkd 2013;161: 625-632. 10. Hoyer-Kuhn H, Semler O, Stark C, Struebing N, Goebel O, Schoenau E. A specialized rehabilitation approach improves mobility in children with osteogenesis imperfecta. J Musculoskelet Neuronal Interact 2014;14: 445-453. 11. Stark C, Hoyer-Kuhn HK, Semler O, Hoebing L, Duran I, Cremer R, et al. Neuromuscular training based on whole body vibration in children with spina bifida: a retrospective analysis of a new physiotherapy treatment program. Childs Nerv Syst 2015;31: 301-309. 12. Stark C, Nikopoulou-Smyrni P, Stabrey A, Semler O, Schoenau E. Effect of a new physiotherapy concept on bone mineral density, muscle force and gross motor function in children with bilateral cerebral palsy. J Musculoskelet Neuronal Interact 201010:151-158.


Ärzte-Kolloquium, 1h

Ärzte-Workshop 1h

Osteoporose mit Vibration behandeln

Anwendungsgebiete der Vibrationstherapie

Inhalt:

Ihr Nutzen:

Inhalt:

Ihr Nutzen:

• Behandlungsproblematik in der Reha.

• Osteoporose-Patienten mit der richtigen Kombination von Medikation und Training effektiver behandeln.

• Vibrationsanwendungen für verschiedene therapeutische und trainings-wissenschaftliche Zielstellungen aufzeigen und testen.

• Einblick erhalten, was eine professionelle Vibrationsintervention beinhaltet und wie sie sich anfühlt.

• Osteoporose mit der richtigen Behandlungsüberweisung nachhaltig vorbeugen.

• Die Steuergrössen zur VibrationsEin- und Weiterleitung innerhalb des Körpers .

• Biomechanische Forschungsgrundlage von Vibrationsanwendungen bei Osteoporose. • Behandlungserfolg mit Vibration & Medikation.

Referenten

144 133

Vibration + Medikament

122

norm BV/TV [%]

• Entscheidungshilfe zum Aufbau eines vibrationstherapeutischen Fachbereiches geben.

111

Medikament alleine

100

Prof. Dr. Ralph Müller

Pascual Brunner

Vibration alleine

89

78

• ETH Zürich • Departement für Gesundheitswissenschaften & Technologie D-HEST • Vorsteher des Departementes

• wellwave.net ag • Forschung, Entwicklung & Schulung • MSc ETH Bewegungswissenschaften & Sport

Kontrolle

67

Referenz

56 19

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Age [weeks]

Lernen Sie, wie nur die Kombination von richtiger Vibrationsanwendung mit richtigem Medikament eine gesunde Knochendichte erreichen kann und was das für die Therapie bedeutet.

Prof. Dr. med. Paul Hasler, Chefarzt Rheumatologie „Aus unserer Sicht war Ihr Vortrag sehr anregend, und ein ausgezeichnetes Beispiel für die Umsetzung und Weiterentwicklung von physikalischen Modalitäten in der Klinik. Was mich sehr interessant dünkt, ist der Ansatz für die Rehab und für das Training (...). Dies ist für die unmittelbare Praxis von Bedeutung,“

Vibrationstraining und -therapie Projekte Konzept- / Geräte- / Umsetzungs- / Betriebsberatung

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Das 3x3 des Vibrationstrainings von Pascual Brunner

Im Vibrationstraining müssen 18 Steuergrössen beachtet werden, dass es optimale Wirkung zeigt. Diese 18 Steuergrössen werden aufgeteilt in • 5 für die, von der Gerätewahl abhängige, Vibrationserzeugung, • 4 für die Vibrationseinleitung in den Körper und • 11 für die Vibrationsweiterleitung zur Zielregion innerhalb des Körpers. Die moderne Trainings- und Bewegungslehre ist die Basis für funktionierendes Vibrationstraining. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass ein Vibrationstraining immer die Anwendung einer konventionellen Trainings- oder Therapiemethode unter Vibration darstellt und somit immer effektiver wirkt als dieselbe Methode ohne Vibration. Eine Methode mit Vibration ist aber nur effektiver, wenn das durch die Vibration produzierte Mehr an Kräften in richtiger Dosierung erzeugt, fachgerecht in den Körper eingeleitet und innerhalb dessen zielorientiert weitergeleitet werden kann.

„Vibrationstraining und –therapie beinhalten 18 Steuergrössen und der Umgang damit muss erlernt werden!“ 12


(10) Gelenkswinkel Alle Gelenke zwischen Platte und Zielregion, plus das Gelenk oberhalb der Zielregion sind entscheidend fürs Ankommen der Vibration.

Muskelspannung Alle Gelenke zwischen Platte ist beeinflusst über die (11) Statik, (12) Dynamik, (13) ROM, (14) Widerstand- & (15) Hebelveränderung, (16) Gleichgewichtsanforderung, (17) Grundtonus

(18) Dauer bis zur gewünschten Ermüdung/ Erholung der: - Neuromusk. Funktion - Faszienelastizität - Knochenstiffness - O2-Aufnahme, -Transport & -Umsatz

(6) Position Positionsabhängig können Vibrationen axial oder transversal in den Körper eingeleitet werden.

(7) Dämpfung Dämpfend wirkt alles zwischen Knochen und Vibrationsplatte.

Druck ist abhängig von der (8) Gewichtskraft, die auf eine bestimmte (9) Fläche wirkt.

Motor Die (1) Motorenstärke ist wichtig für Vibrations-konstanz bei schweren Personen, im Training mit Zusatzwiderstand und hoher Bewegungsdynamik.

Plattenteller (2) Richtung der VibrationsImpulse & (3) Plattenfläche, auf der eine bestimmte Beschleunigung erzeugt wird, entscheiden über die KörperPositionsmöglichkeiten.

Beschleunigung Die Plattenbeschleunigung ist abhängig von der (4) Vibrationsfrequenz & (5) -amplitude.

weiterleiten

einleiten

erzeugen

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Effektivste Belastung, um das Knochenwachstum zu stimulieren von Pascual Brunner Knochenaufbau wird nur durch zyklische Belastungen erreicht. Die Belastung muss den Knochen verformen und ermüden. Dies gelingt über zyklische Muskelzugund Aufprallkräfte, wie sie im hoch intensiven Krafttraining, Springen, Hüpfen und eben im Vibrationstraining erzeugt werden können. Damit der Knochen vollumfänglich gestärkt werden kann, muss er in allen Gelenkswinkel belastet werden. Dies bedingt Belastungen über den vollen Gelenksumfang (full ROM Training).

„Vibration erzeugt höhere und zyklische Intensität – und ist kombinierbar!“

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Mechanostat Theorie: Knochen passt sich der Belastung, resp. den wirkenden Kräften an. 1. Es braucht eine Mindestbelastung auf den Knochen, damit er sich in positiver Richtung anpassen, resp. steifer und harter werden kann. 2. Diese Mindestbelastung muss entsprechend der Knochensteifigkeit und persönlichen Belastbarkeit individuell hoch gewählt werden. 3. Belastungsmangel wie Immobilität, Bettruhe, Abwesenheit der Schwerkraft (Weltraumaufenthalt), Velofahren und Schwimmen führt zu verschlechterten Knochenwerten (Knochenmineralien-Gehalt, Knochenmasse, Knochengeometrie). 4. Knochenaufbau wird nur durch zyklische Belastung erreicht. Lange statische oder quasi-statisch Belastungen führen zwar zur Ermüdung, jedoch nicht zum Knochenaufbau, sondern eher zum -abbau.

Wie Kräfte auf den Knochen wirken, resp. wie er durch Belastungen verformt werden kann: Kompression

Zug

Translation

Rotation

Beugung

Es gibt 2 Arten der Knochenbelastung Knochenverformung über Muskelzug

Knochenverformung über Druck (resp. Aufprall)

Ziel ist, die Knochen so stark über Muskelzugkräfte zu verformen und ermüden, dass die individuelle Knochenaufbauschwelle erreicht wird. Dies gelingt über: 1. maximale Arbeit aller Muskeln um ein Gelenk, wie beim bewegen über dessen vollen Umfang (full ROM). 2. maximal konzentrische Muskelarbeit, wie beim Heben maximaler Gewichte. 3. maximal exzentrische Muskelarbeit, wie bei Niedersprüngen.

Zug

Ziel ist, die Knochen so stark über Druckkräfte zu verformen und ermüden, dass die individuelle Knochenaufbauschwelle erreicht wird.

ROM

Dies gelingt über: 1. wenige, sehr hohe Aufprallkräfte, wie bei Niedersprüngen. 2. viele, tiefe Aufprallkräfte, wie bei Laufsportarten, Vibrationstraining. 3. umfangreiche Druckkräfte in allen Gelenkswinkeln, wie beim bewegen über den vollen Gelenksumfang (full ROM).

Druck

Es gibt 4 Trainingsmethoden um diese Belastungen zu erreichen

full ROM

High Resistance

High Impact

High Repetition

low Resistance Problematik häufig nur ausführbar unter zu wenig wirksamen Belastungen

low ROM Problematik koordinativ, strukturell anspruchsvoll & fehlend umfangreiche Belastung

low Repetition & ROM Problematik koordinativ, strukturell anspruchsvoll & fehlend umfangreiche Belastung

low Impact & ROM Problematik häufig zu tief gewählte & fehlend umfangreiche Belastung

Es gibt nur 1 Möglichkeit, die Problematiken der 4 Methoden zu umgehen und gleichzeitig alle relevanten Belastungscharakteristiken zu vereinen, damit die höchste Stimulationsgarantie für ein umfangreiches Knochenmassenwachstum gewährleistet ist: full ROM

 ird über den vollen Gelenksumfang bewegt (full ROM), passt W sich die Knochenbälkchen-geometrie entsprechend der umfangreicheren Belastung an und der Knochen wird stärker. High Repetition  Individuell hohe und über Vibration erzeugte, zyklische Belastungen in sehr hoher Anzahl wirken auf den Knochen stark ermüdend und aufbauend. Medium  Vibration verstärkt die Muskelfaserrekrutierung. Hohe Rekrutierung Resistance führt zu hohen Zugkräften. Dank Vibration kann der externe Widerstand reduziert & trotzdem knochenwirksam trainiert werden. Medium Impact  Wenn der Druck auf die Vibrationsplatte erhöht, Frequenz & Amplitude optimiert werden, arbeiten die Muskeln noch stärker exzentrisch. Knochenzug & -aufbauwirkung nehmen noch stärker zu.

Vibrationstraining ist ° für jung bis alt durchführbar ° für alle Belastungsstufen anpassbar ° für alle Könnerstufen realisierbar Um gesundheitliche Schäden oder Wirkungslosigkeit zu vermeiden, werden vibrationsspezifischen Fachkompetenzen vorausgesetzt, die der „Schweizer Verband zertifizierter Vibrationstraining Instruktoren und Therapeuten“ überprüft, zertifiziert und zur Anerkennung bringt.


.APPLIED

Vibrationsbehandlungen von Patienten mit Prothesen von Martin Hiltbrand Die neuen Ansprüche und Erwartungen an Hüftund Knieprothesen1 Mit steigender Lebenserwartung und dem Wunsch nach körperlicher Aktivität, auch älterer Menschen, stellt sich die Frage nach der Möglichkeit der sportlichen Belastbarkeit einer implantierten Hüft- und KnieEndoprothese. Auch werden zunehmend jüngere Patienten operiert. Denn eine Endoprothese dient heute nicht mehr ausschliesslich der Schmerztherapie, sondern kann in der Regel auch die Wünsche nach Mobilität und sportlicher Aktivität erfüllen. Während besonders Patienten mit Hüftendoprothesen wieder in ihren Sport zurückkehren, war bisher nach einer Knieendoprothese sportliche Aktivität eher selten und von den behandelnden Ärzten häufig auch nicht empfohlen.

„Auch High-Impact-Sportarten werden trotz Prothesen wieder aufgenommen.“ 2 Drittel der Patienten sind nach ihrem Gelenkersatz wieder in ihrem Sport aktiv und sollen es auch sein, auch wenn es sich um eine sog. High‐Impact-Sportart handelt. Voraussetzung sind jedoch ein guter Implantatsitz, eine abriebarme Gleitpaarung und bei Kniepro-

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thesen eine suffiziente Bandführung der Prothese. Abrupte Drehbewegungen und Belastungsspitzen sollen von Knieprothesenträgern vermieden werden.

„Belastung die vor Osteoporose schützt, verlängert den Halt des Implantats.“ Hintergrundwissen Bei der nicht-zementierten Verankerung wird das Implantat in den Knochen reingeschlagen. Die Verankerung findet über Verwachsung des Knochens mit dem Implantat statt (Osteointegration) und in Abhängigkeit der Knochendichte am Verwachsungsort erfolgt die Belastungsfreigabe durch den Arzt nach 6-12 Wochen. Auf zementierte Verankerung wird im Falle einer Erstoperation wenn möglich verzichtet, da bei Reoperation der Knochen ausgefräst werden muss. Das Ausfräsen reduziert die Knochenrinde und somit auch die Knochenstabilität. Heute rechnen wir bei 90-95% der Patienten mit einer Haltbarkeit der Implantate von mehr als 15 Jahren. Patienten, die in der Lage sind, weiterhin Sport zu treiben, sind durch die sportliche Belastung besser vor Osteoporose geschützt und die Haltbarkeit der Prothese wird sogar möglicherweise verlängert.

Literatur: 1. Eckkardt, Anke; Prof. Dr. med; Klinik für Orthopädie, Hirslanden‐Klinik Birshof, Münchenstein; anke.eckardt@hirslanden.ch; Internetzugriff am 25.01.2016: https://www.hirslanden.ch/content/global/de/startseite/gesundheit_medizin/mediathek_bibliothek/fachartikel/verschiedenes/sport_nach_endoprothetikmoeglichkeitenundgrenzenbrteil1/_jcr_content/download/file.res/Publ_BH_Sport_Endoprothetik_T1.pdf 2. Jing, Da, et al. „Effect of low-level mechanical vibration on osteogenesis and osseointegration of porous titanium implants in the repair of long bone defects.“ Scientific reports 5 (2015).

Lockerungen der Knochenverankerung treten in der Regel auf bei: • Entzündung (wenn die Verheilung nicht wunschgemäss verläuft), • unfachgemässer Operation (wenn unerwünschte Hebelwirkungen auf das Impantat auftreten, die Prothese nicht passt) • Knochendichteverlust (im Alterungsprozess, wobei Belastungs- und Nährstoffmangel den Verlust begünstigen) Die Haltbarkeit des Materials selber wird durch den Abrieb, d.h. den Verschleiss der Gelenkpartner bestimmt. Vibration und Prothesen Tierstudien zeigen erstaunliche Resultate in der Stimulation des Knochenwachstums nicht nur an der Stelle der Verankerung (verbesserte Osteointegration) sondern auch im gesamten Knochen.2,3,4,5

„Die Therapie mit Vibration liefert wohl dosierte Impacts, schützt vor Osteoporose und somit vor Lockerung.“

3. Chatterjee, Marissa, et al. „High-frequency loading positively impacts titanium implant osseointegration in impaired bone.“ Osteoporosis International 26.1 (2015): 281-290. 4. Ogawa, Toru, et al. „Stimulation of titanium implant osseointegration through high-frequency vibration loading is enhanced when applied at high acceleration.“ Calcified tissue international 95.5 (2014): 467-475. 5. Torcasio, Antonia, G. H. Van Lenthe, and Hans Van Oosterwyck. „The importance of loading frequency, rate and vibration for enhancing bone adaptation and implant osseointegration.“ Eur Cell Mater 16.9 (2008): 56-68.


Martin Hiltbrand „Mit Vibrationstherapie verbleibt mehr Zeit, um genauer nachzufragen, zu testen, zu analysieren, zu motivieren!“ Fallbeispiel Der Patient hat eine Knie-Totalendoprothese links mit Posttraumatische Arthrose. Nach konventioneller klassischer Physiotherapie-Anwendung folgte 9 Wochen nach der Operation und der Belastungsfeigabe des Arztes das Einbeziehen von Vibrationstraining mit dem Ziel, neue Reize zu setzen in Bezug auf Schmerz-Linderung, Beweglichkeitsverbesserung, Kraft, sowie der Koordination. Nach nur über 4 Wochen mit 2 mal Vibrationstherapie pro Woche zeigten sich viel deutlichere Effekte als in der Behandlung zuvor ohne Vibration: • Schmerz-Senkung direkt nach der 1. Behandlung • Selektive Ansteuerung der Muskulatur war bereits sofort wieder möglich; mit extremer Verbesserung bei steigender Anzahl der Behandlungen • Das Bewegungsausmass (ROM im Knie) sowie die Bewegungsqualität (Bewegungsfluss im Gehen und Joggen (ca. 6 km/h) haben sich verbessert • Nach nur jeweils 3-4 Übungen fühlte sich der Patient „kaputt, geschlagen, aber absolut glücklich“ und hatte häufig Muskelkater nach den Sitzungen • Zudem hat sich aus meiner therapeutischen Sicht sein Bewegungsverhalten stark verbessert und erweitert

Leitender Physiotherapeut, SVVIT zert. Vibrationstraining Therapeut Felix-Platter Spital, Basel martin.hiltbrand@fps-basel.ch

Claudia Ernst Centerleiterin Tertianum Fit, SVVIT zert. Vibrationstraing Instruktorin Tertianum Parkresidenz Meilen claudia.ernst@tertianum.ch

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.APPLIED DIREKT ZU DIESEM VIDEO: youtube.com/watch?v=B_sh-cnO-A8

Vibrationstrainings-Konzept mit integrierter Anti-Sturzzone in Alters- und Pflegezentren von Claudia Ernst

Hintergrund Tertianum steht für residenzielles Wohnen im Alter mit umfassenden Serviceleistungen im Premium Bereich und Pflege. Die Parkresidenz Meilen existiert seit Oktober 95 und beherbergt 80 Gäste im Alter von 70-96 Jahren. Unser Haus beinhaltet neben 55 1-3,5 ZimmerAppartements auch eine Pflege und Demenzabteilung sowie ein Fit-Center mit Therapiehallenbad. Im Fit-Center bieten wir Dienstleistungen für Externe und Bewohner an, wie Gymnastiklektionen, Aqua-Gym Lektionen, Nordic Walking und natürlich die Vibrationstherapie mit Anti-Sturzzone (Spezialpark mit instabilen Geräten) und Ausdauertraining.

„Gemäss unseren Erfahrungen waren herkömmliche Fitnessgeräte für unser Kundensegment 60+ nicht geeignet. Das Fit-Center blieb leer“ Unsere Beweggründe für das Vibrationstraining Wir von der Parkresidenz Meilen haben uns Gedanken zum Thema Bewegung im Alter und Sturzprophylaxe gemacht. Wir sind zur Überzeugung gekommen, dass die herkömmlichen Fitnessgeräte für ältere Leute nicht ausreichend und nicht geeignet sind.

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„Die vibrationsunterstützte Anti-Sturzzone sorgt seit der Projekt-Einführung für reges Interesse unter unseren Gästen.“ Unser Kundensegment sind Menschen im Alter von 60+. Dafür haben wir nach einem neuen professionellen Konzept gesucht, wie man ältere Menschen mit Leichtigkeit zur Förderung des Gleichgewichtes, des propriozeptiven Krafttrainings und zur Sturzprophylaxe motivieren kann. Mit der Anschaffung der Vibrationsplatte haben wir eine sinnvolle Methodenkombination zwischen Gerätegestütztem Training (diverse instabile Unterlagen), Gruppentraining und Physiotherapeutischen Methoden entdeckt. Die Vibrationsplatte sichert uns in dieser Kombination die gewünschte Trainingstreue unserer Kunden und die nachhaltigen Effekten, die wir bis anhin nicht erreicht hatten. Postive Erfahrungen mit der Vibrationsplatte • Kraftbereich im Fit-Center wird mehr genutzt und wir können ein grösseres Alterspektrum abdecken • Neugierde der Gäste • deutlichere Effekte wie, lockerer Tonus, effizientere Durchblutungssteigerung, Eindruck von Füsse laufen alleine, Leichtigkeit, sicherer Stand, mehr Kraft • motivierend und herausfordernd für Trainer

Negativ Erfahrungen • grosse Vorurteile bezüglich Vibrationen, Hemmschwelle der Technik • Unwohlsein mit Strom, Vibration im Kopf • Ängste und Vorurteile bezüglich Implantate, Skoliose, Spinalverengung, Wirbelversteifung, nach Operationen, bei Herzproblemen und Vorhofflimmern Negatives konnten und können wir beseitigen mit behutsamen Abtasten, genauem Informieren und präzisem Instruieren. Dafür braucht es gut ausgebildete Trainer mit großen Kompetenzen und eine gute Unterstützung durch externe Personen mit grosser “Vibrations“-Erfahrung.


Martin Hiltbrand Ausbildung: dipl. Physiotherapeut, SVVIT zert. Vibrationstraing Therapeut Stufe 1 Funktion: Physiotherapeut Koordinator Trainingscenter Fitalix mit 52 Therapeuten Spital: Felix Platter Spital Basel Anzahl und Typ von Vibrationsplatten: 1 Power Plate wellwave.net Lehrgang: 2015

Vibrationstraining und -therapie Projekte Konzept- / Geräte- / Umsetzungs- / Betriebsberatung

www.wellwave.net

„Als begeisterter Velo- und Snowboardfahrer sind sportliche Aktivität und Bewegung wichtige Aspekte in meinem Leben. Das Training mit der Vibrationsplatte erachte ich dabei als ideale Ergänzung und Optimierung für mein persönliches Muskeltraining. Vibrationstraining lässt sich sehr gut in viele Behandlungen integrieren. Zum Beispiel kann ich Innerhalb von 4-5 Übungen Patienten zur maximalen Ermüdung bringen. Somit verbleibt mehr Zeit, um genauer nachzufragen, zu testen, zu analysieren, zu motivieren. Im Weitern stelle ich fest, dass speziell auch ältere Patientinnen und Patienten enorm von der einzigartigen Trainingsform profitieren. Was der Nutzen meines Besuchs des wellwave.net Lehrganges war? Das Aha!-Erlebnis – viel Sicherheit und nachhallender Therapiespass.“ 19


wellwave.expo

.RANKING DIREKT ZUM VIBRATIONSPLATTEN-VERGLEICH: forum.wellwave.net/platefinder

Die umfassendste Vibrationsgeräte-Ausstellung für Marktüberblick und direkten Gerätevergleich

Eignung von Vibrationsplatten im Trainings- und Therapieprozess von Pascual Brunner Vibrationstraining kann grundsätzlich zur Beanspruchung und Ermüdung, als auch zur Einleitung der Erholungsförderung angewendet werden. Je nach Vibrationsplattengrösse, -stärke, Schwingungsrichtung und erzeugbarer Beschleunigung eignen sich Platten für die 6 verschiedenen Anwendungsgebiete unterschiedlich gut.

„Je nach Vibrationsgerät können bis zu 6 Anwendungsgebiete abgedeckt werden; vorausgesetzt, man weiss wie die Vibration mit den relevanten Trainings- und Therapiemethoden zu kombinieren sind.“

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1 Anwendungsgebiete

3 Beispiele

Anpassung

Anwendungsbereich

Vibrationen einleiten zum...

... Belasten

Vibrationen einleiten zum...

... Entlasten

transversal

Oberkörper Rumpf Beine

axial

Anpassung ... Belasten

Koordination

... Entlasten

Dehntraining

Krafttraining

Mobilisation

Oberflächenmassage

Tiefenmassage

Oberflächenmassage

Tiefenmassage

Oberflächenmassage

Tiefenmassage

Oberflächenmassage

Tiefenmassage

stützend legend sitzend, kniend liegend stehend legend

Ermüdung

transversal

axial

Koordination

stützend

Oberkörper

legend

Rumpf

liegend

Dehntraining

Krafttraining

zur effektiveren zur Verstärkung Verbesserung der des Dehntrainings Muskelsteuerung und schnellerem sowie des StandFortschritt in sitzend, kniend und Ganggleichder sportartgewichts spezifischen Beweglichkeit

zur Beschleunigung der Kraft-, Ausdauer-, und Schnelligkeitsentwicklung auf jedem Niveau

stehend

Beine

Mobilisation

Oberflächenmassage

Tiefenmassage

zur Unterstützung zur Verstärzur Verstärkung der Gelenkskung des der lokalen mobilisations- und oberflächlichen Durchblutung ManipulationsStoffwechselund der neurobehandlung austausches und tendo-muskulären Beanspruchung Entspannung des lockeren Bindegewebes

Anwendungsbereich Vibrationen einleiten zum...

transversal

Oberkörper Rumpf Beine

axial

Anpassung ... Belasten

Koordination

... Entlasten

Dehntraining

liegend stehend legend

Ermüdung

Anwendungsbereich Vibrationen einleiten zum...

transversal

Oberkörper Rumpf

2 Eignungskriterien Die Vibrationsplatte ist im Sinne des Trainingsprozesses...

Beine

Die optimale Eignung für eine spezifische Belastungs- oder Entlastungs-Anwendung ist von den technischen Daten der jeweiligen Vibrationsplatte abhängig: Plattenteller

Beschleunigung

Belastung

Erholung

Rumpf

optimal geeignet

Beanspruchung

Entlastung

Ermüdung

nicht geeignet

nicht geeignet

Die bedingte Eignung steht zudem immer im Verhältnis zu der individuellen Belastbarkeit und Konstitution der Anwender:

Krafttraining

Mobilisation

sitzend, kniend liegend stehend legend

transversal

Beine

Anpassung

bedingt geeignet

Dehntraining

stützend legend

Vibrationen einleiten zum...

... zur jeweiligen Erholungsförderung

bedingt geeignet

Koordination

... Entlasten

Anwendungsbereich

Oberkörper

optimal geeignet

axial

Anpassung ... Belasten

Ermüdung

Motor

... zur jeweiligen Beanspruchung

Mobilisation

sitzend, kniend

Ermüdung

legend

Krafttraining

stützend legend

axial

Anpassung ... Belasten

Koordination

... Entlasten

Dehntraining

Krafttraining

Mobilisation

stützend legend sitzend, kniend liegend stehend legend

Ermüdung

Gelenkswinkel

Muskelspannung

Dauer

Beide, optimale und bedingte Eignungen setzen vibrationspezifische Fachkompetenzen der Anwender, Therapeuten und Trainern voraus, um gesundheitliche Schäden oder Wirkungslosigkeit zu vermeiden. Die benötigten Fachkompetenzen werden einzig und alleine vom „Schweizer Verband zertifizierter Vibrationstraining Instruktoren und Therapeuten“ überprüft, zertifiziert und zur Anerkennung gebracht.

21


Über 100 Jahre Vibrationsanwendung in Sport, Prävention und Rehabilitation

Der Schweizer Verband der zertifizierten Vibrationstraining Instruktoren und Therapeuten www.svvit.ch

• orientiert über die vorhandenen professionnellen Vibrationstraining Anbieter • qualifiziert Fachpersonen für die professionelle Vibrationsanwendung in Sport, Prävention und Rehabilitation • sorgt für deren Anerkennung

Evidence-based Der SVVIT gewährt Ihnen, dass seine Mitglieder das Vibrationstraining &-Therapie gemäss Evidenz basiertem Wissen in die Evidence based Practice überführen können. 22

Die Vibrationsanwendung eines SVVIT zertifizierten Instruktors und Therapeuten findet der gemäss ISO-Standard entwickelten Norm „Methode Vibrationstraining“ statt.


Marc Pierre Frei Vibrationstraining und -therapie Projekte Konzept- / Geräte- / Umsetzungs- / Betriebsberatung

www.wellwave.net

Ausbildung: Physiotherapeut MAS ZFH PT OMT SVOMP Triggerpunkt und Dry Needling IMTT SVVIT zert. Vibrationstraining Therapeut Stufe 1 Funktion: Inhaber und Geschäftsführer 3 Angestellte Praxis: Physiotherapie Frei AG seit 2001 mit ingesamt 2 SVVIT zert. Vibrationstraining Therapeuten Stufe 1 Anzahl und Typ von Vibrationsplatten: 1 SRT Zeptor 1 Galileo 1 Power Plate wellwave.net Lehrgang: 2014

„Obwohl ich in unserer Praxis seit mehr als 15 Jahren verschiedene Formen von Vibrationstraining nutze, konnte ich vom Lehrgang ausgezeichnet profitieren. Das umfangreiche Wissen wurde klar strukturiert vermittelt, ist sehr praxisbezogen und direkt anwendbar. Ich empfehle die Ausbildung jedem, der sich ernsthaft mit Vibrationstraining und –therapie befasst! Vielen Dank für die lehrreichen und spannenden Unterrichtstage.“ 23


Wie organisiere ich mich? Wieso Vibrationstraining? Welche UnterstĂźtzung habe ich im Alltag?

Was brauche ich?

Wie verkaufe ich das Vibrationstraining? Wie wende ich es erfolgreich an?

Sie bieten kein Vibrationstraining an und Ăźberlegen sich den Sinn oder die Anschaffung einer Vibrationsplatte?

Sie besitzen eine Vibrationsplatte, wollen alle Anwendungsgebiete kennen und voll ausschĂśpfen, den Trainings- und Therapieerfolg steigern, sowie Ihr Angebot attraktiver als auch lukrativer gestalten?

Wir freuen uns Sie konzeptionell zu beraten.

Wir freuen uns Ihnen zu helfen.

wellwave.net ag

Hauptstrasse 24 8832 Wollerau

info@wellwave.net Phone +41 44 747 73 20

Wellwave journal 2016  

Mit dem Magazin „wellwave.journal“ finden Sie themenorientiert die aktuellen Erkenntnisse rund um Vibrationstraining und Vibrationstherapie....

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