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Das Lüftungskonzept

Zusammenspiel von DIN 18017-3 und DIN 1946-6

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4/6 Zusammenspiel von Zusammenspiel von DIN 18017-3 und DIN 1946-6 DIN 18017-3 und DIN 1946-6

Einführung Für Wohnungen bzw. Nutzungseinheiten mit wohnähnlicher Nutzung, in denen Bäder bzw. Toiletten innen liegend sind, greifen sowohl die DIN 1946-6 als auch die DIN 18017-3. Während die DIN 1946-6 als Regel der Technik für das Lüftungskonzept der gesamten Nutzungseinheit maßgeblich ist, ist die DIN 18017-3 bauaufsichtlich eingeführt und für die Lüftung der innen liegenden Bäder bzw. Toiletten heranzuziehen. Das Zusammenwirken beider Normen erweist sich als komplex und macht die Unterscheidung verschiedener Anwendungsfälle erforderlich.

Fallunterscheidung Insgesamt können vier mögliche Kombinationen dieser Normen unterschieden werden, in allen Varianten existieren innen liegende Bäder bzw. Toiletten.

Fall 1 Es sind keine lüftungstechnischen Maßnahmen nach DIN 1946-6 erforderlich, da der Luftvolumenstrom zum Feuchteschutz kleiner ist als der Luftvolumenstrom durch Infiltration (qV,ges,NE,FL ≤ qV,Inf,wirk). Die Auslegung der Entlüftungsanlage erfolgt nur nach DIN 18017-3: ● Innen liegende Räume werden nach DIN 18017-3 berücksichtigt. ● Es sind geeignete Zulufträume zur Luftnachströmung festzulegen und (soweit zusätzlich zur Infiltration erforderlich) mit Außenluft- und Überströmluftdurchlässen auszustatten. ● Die übrigen Räume werden nicht betrachtet.

Fall 2 Es sind lüftungstechnische Maßnahmen nach DIN 1946-6 erforderlich, da der Luftvolumenstrom zum Feuchteschutz größer ist als der Luftvolumenstrom durch Infiltration (qV,ges,NE,FL > qV,Inf,wirk). Die Auslegung der Entlüftungsanlage erfolgt nach DIN18017-3, die Entlüftung nach DIN 18017-3 reicht im Dauerbetrieb für die gesamte Nutzungseinheit für die Lüftung zum Feuchteschutz aus: ● Innen liegende Räume werden mit einer Entlüftungsanlage nach DIN 18017-3 ausgestattet.

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Das Lüftungskonzept

Lufterneuerung in Pflege-Wohnheimen

Quelle: Forum Wohnenergie

Abbildung 5: Grundriss 2a – zentrales Abluft-/Zuluft-Lüftungssystem für mehrere Schlaf- und Aufenthaltsräume sowie eines untergeordneten Raums mit angrenzender Nasszelle (Duschbad/Badezimmer) im indirekten Raumverbund Weitere Vorteile liegen auf der Hand wie beispielsweise die Optionen einer Wärmerückgewinnung, was in diesem Anwendungsfall umso mehr Sinn macht, da insgesamt von ungleich größeren Wärmerückgewinnungsanteilen aufgrund der deutlich höheren Raumlufttemperatur (24–26 °C) auszugehen ist, wie es bei normalen Wohnungen der Fall ist. Ein weiterer nicht unerheblicher Vorteil ist die Möglichkeit einer umfassenden Filterung der Frischluft über die Grobfilterung hinaus. Je nach Anforderung besteht die Möglichkeit von weiteren Filterstufen zum Einsatz von Hygienefiltern, Pollenfiltern, Aktivkohlefiltern, HEPA-Filtern etc. Hinsichtlich der Filterung ist an dieser Stelle auf Abschnitt 6.5.7 der DIN 1946-4 hinzuweisen. Darüber hinaus sollten auch die zu installierenden Lüftungsgeräte den


Das Lüftungskonzept

4/10 Seite 1 Lüftung von Kellern und untergeordneten Räumen

4/10 Lüftung von Kellern und untergeordneten Räumen Raumklima von Kellern und untergeordneten Räumen Das Raumklima von Kellern tritt erst allmählich ins Bewusstsein und verlangt in jedem Fall einer differenzierten Betrachtung als bei frei stehenden Wohn- und Nutzungseinheiten. In Kellerräumen stellt sich schon allein aufgrund der Einflussfaktoren der Bauweise und Baukonstruktion ein Innenraumklima ein, welches von den übrigen Geschossen deutlich abweicht. Im Wesentlichen gehören hierzu Kellerräume, aber auch Abseiten, Anbauten, Lager-, Werk- und Hobbyräume. Nicht selten aber besteht in der Praxis eine Durchmischung der Nutzung, ganz gleich, ob Neubau oder Altbau. Keller zeichnen sich dadurch aus, dass sie untergeordnete Räume beinhalten die sich in ihrer Nutzung im Vergleich zu Wohnräumen und Wohngeschossen nicht nur dadurch deutlich unterscheiden, dass sie wenig bis kaum zum Aufenthalt von Menschen, sondern vielmehr als untergeordnete Nebenräume genutzt werden. Des Weiteren sind sie als Geschossebene auch von den eigentlichen Wohneinheiten baulich oft getrennt.

Definition von Kellern und ihre bauphysikalischen Auswirkungen Kellerräume werden gemeinhin dadurch als solche definiert, dass deren Außenwände mehr als zwei Drittel oder schier gänzlich von Erdreich umgeben sind, und sie gelten in der Regel als unbewohnt, was sie grundlegend von einem Wohnraum unterscheidet und bislang auch in der DIN 1946-6 nicht wirklich handhabbar macht. Aber: Ein entsprechendes Beiblatt ist in Arbeit, da diese Norm zuerst den Wohnraum als Nutzungseinheit definierte.

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Das Lüftungskonzept

4/10 Seite 1 Lüftung von Kellern und untergeordneten Räumen

4/10 Lüftung von Kellern und untergeordneten Räumen Raumklima von Kellern und untergeordneten Räumen Das Raumklima von Kellern tritt erst allmählich ins Bewusstsein und verlangt in jedem Fall einer differenzierten Betrachtung als bei frei stehenden Wohn- und Nutzungseinheiten. In Kellerräumen stellt sich schon allein aufgrund der Einflussfaktoren der Bauweise und Baukonstruktion ein Innenraumklima ein, welches von den übrigen Geschossen deutlich abweicht. Im Wesentlichen gehören hierzu Kellerräume, aber auch Abseiten, Anbauten, Lager-, Werk- und Hobbyräume. Nicht selten aber besteht in der Praxis eine Durchmischung der Nutzung, ganz gleich, ob Neubau oder Altbau. Keller zeichnen sich dadurch aus, dass sie untergeordnete Räume beinhalten die sich in ihrer Nutzung im Vergleich zu Wohnräumen und Wohngeschossen nicht nur dadurch deutlich unterscheiden, dass sie wenig bis kaum zum Aufenthalt von Menschen, sondern vielmehr als untergeordnete Nebenräume genutzt werden. Des Weiteren sind sie als Geschossebene auch von den eigentlichen Wohneinheiten baulich oft getrennt.

Definition von Kellern und ihre bauphysikalischen Auswirkungen Kellerräume werden gemeinhin dadurch als solche definiert, dass deren Außenwände mehr als zwei Drittel oder schier gänzlich von Erdreich umgeben sind, und sie gelten in der Regel als unbewohnt, was sie grundlegend von einem Wohnraum unterscheidet und bislang auch in der DIN 1946-6 nicht wirklich handhabbar macht. Aber: Ein entsprechendes Beiblatt ist in Arbeit, da diese Norm zuerst den Wohnraum als Nutzungseinheit definierte.

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4/10 Seite 2 Lüftung von Kellern und untergeordneten Räumen

Das Lüftungskonzept

Nutzungskategorien von Räumen Raumnutzung und Kategorisierung

angenommene Aufenthaltsdauer

resultierende Aufenthaltsdauer

vom Menschen als Aufenthaltsraum genutzt

beheizter Raum (20 °C)

0

Kellerraum zur Lagerung und zum 1–10 min/d Abstellen

6–55 h/a

nein

nein

1

Waschküche und Hauswirtschaftsraum

12–60 min/d

73–365 h/a

schwach

ja/teilweise

2

Hobbyraum und Werkraum

1–2 h/d

730–1.460 h/a

mittel

ja/teilweise

3

Arbeitsraum als Büro oder Verkaufsraum

10 h/d

2.500 h/a

konstant

ja/teilweise

4

Wohnraum zum Wohnen und Schlafen

24 h/d

8.760 h/a

durchgehend

ja/durchgehend

Quelle: Forum Wohnenergie

Durch das angrenzende Erdreich der meisten Außenwandflächen ergeben sich sehr unterschiedliche Oberflächentemperaturen, nahezu unabhängig vom Wärmedämmstandard allein dadurch, dass die angrenzenden Erdmassen im Winter die Wärmedämmung erhöhen und im Sommer jedoch keine Erwärmung von außen zulassen. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum an sehr heißen Tagen das Innenklima eines Kellers als sehr angenehm empfunden wird und sich diese Räume hervorragend zur Lagerung von Lebensmitteln eignen. Damit ist meist aber auch das Dilemma einer sehr niedrigen Oberflächentemperatur von Bauteilen verbunden, was eine Schimmelpilzbildung begünstigt und eine differenzierte Betrachtung zum Luftwechsel in Kellerräumen überhaupt fordert. Entscheidend für die Praxis ist die Lage des Kellers, ob sich dieser innerhalb oder außerhalb der thermischen Hülle befindet. In der Regel werden Kellerräume auch im Winter nicht beheizt und weisen somit in der Regel keinerlei Wärmequellen auf, welche selbst im Sommer zur Vermeidung niedriger Oberflächentemperaturen aktiviert werden könnten. Die Temperatur unbeheizter Kellerräume hängt von den thermischen Verhältnissen der Nachbarräume, sowie vom Wärmeschutz und von der Dichtheit des betreffenden Raums ab.


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Lüftungssysteme

Lüftungssysteme mit Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung

Üblicher Wärmetauscher, hier stehender Kreuzgegenstromwärmetauscher, eingebaut in einem Wohnungslüftungsgerät, hier am Beispiel Halmburger K90; Bild Halmburger GmbH. Die kalte Seite liegt hier unten.

Abbildung 1: Schnittbild Strömungsverlauf in einem Wärmetauscher Ein Wärmetauscher kann aus dünnen Aluminiumplatten oder Edelstahl gefertigt sein. In der Wohnungslüftung haben sich aber Wärmetauscher durchgesetzt, die aus Kunststoffen bestehen. Kunststoff hat den Nachteil einer geringen Wärmeleitung, aber den Vorteil der völligen Unempfindlichkeit gegen Korrosion, der technisch einfacheren Fertigung von Tauschern und ist somit preiswerter. Die Wärmeleitung spielt beim Wärmeübergang von der einen auf die andere Seite nicht die wesentliche Rolle, weil die Materialstärke gering ist. Anteilig maßgeblich bestimmend ist der Wärmeübergang von der (Fort-)Luft auf die Platte und von der Platte auf die (Außen-)Luft. Hierfür ist ein hoher Turbulenzgrad (also eine hohe Strömungsgeschwindigkeit) positiv, niedrige Luftdurchtrittsgeschwindigkeiten (laminare Strömung) sind daher eher ungünstig für die Effektivität des Wärmeübergangs. Folglich ist oft zu beobachten, dass Wärmetauscher in niedrigen Laufstufen nur einen schlechteren Zahlenwert beim Wärmebereitstellungsgrad bieten.


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Beispielhafte Realisierung

Lüftungsplanung in der Qualitätssicherung

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6/6 Lüftungsplanung Lüftungsplanung in der Qualitätssicherung in der Qualitätssicherung

In diesem Beitrag beschreibt der Autor, auf welche Fehler er bei seiner Arbeit als Qualitätssicherer in Hamburg bei der Prüfung effizienter Wohnhäuser stößt. Immer wieder muss man feststellen, dass wenige wissen, aus welchen Parametern ein Lüftungskonzept besteht und in welcher Reihenfolge es erarbeitet wird. In der Ausführung und Prüfung stellt sich das Lüftungskonzept für den Qualitätssicherer wie folgt in sieben Schritten dar.

Prüfung eines Lüftungskonzepts in sieben Schritten 1. Schritt: Ab-, Zu- oder Überstromraum Von einem Lüftungsplaner erwartet ein Qualitätssicherer, dass er festlegt, welche Räume an die Lüftungsanlage angeschlossen werden sollen. Grundsätzlich sind alle Zimmer, die sich innerhalb der thermischen Hülle befinden, an die Lüftungsanlage anzuschließen, egal, wie groß sie sind. Die thermische Hülle wird üblicherweise mit einer roten Linie in allen Grundrissen und Schnitten festgelegt. Diese Pläne sind für den Lüftungsplaner eine wichtige Arbeitsgrundlage, ohne die er die Größe eines Lüftungsgeräts nicht festlegen kann.

Kriterium thermische Hülle

Die sehr einfache und äußerst hilfreiche farbige Festlegung in den Grundrissen, welche Zimmer Zu-, Ab- oder Überströmräume sein sollen, wird so gut wie nie vorgenommen.

Farbige Darstellung von Zu- und Ablufträumen

Dabei sollte man dies schon deshalb tun, um sich gegenüber dem Bauherrn abzusichern. Dieser muss darüber informiert werden, welcher Raum wie belüftet wird. Am besten stimmt er dem Vorschlag des Planers schriftlich zu. Aber ebenso wichtig ist diese Information für den Handwerker, der die Anlage installieren soll, um Missverständnisse zu vermeiden. Sehr viel Unsicherheit besteht im Umgang mit Abstellräumen. Oft werden sie wegen ihrer geringen Größe nicht an die Lüftungsanlage angeschlossen. Dabei werden gerade in diesen Räumen

Abstellräume einbinden

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Das Lüftungskonzept

Beispielrechnungen im Beiblatt 1 zur DIN 1946-6

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4/7 Beispielrechnungen im Beispielrechnungen im Beiblatt 1 zur DIN 1946-6 Beiblatt 1 zur DIN 1946-6

Einführung Die DIN 1946-6 beschreibt die Auslegung von unterschiedlichsten Systemen zur freien und ventilatorgestützten Lüftung von Wohnungen bzw. Nutzungseinheiten mit wohnähnlicher Nutzung. Aus Platzgründen hat man in der eigentlichen Norm auf die Darstellungen von beispielhaften Auslegungen verzichtet. Da der Informationsgehalt von Beispielrechnungen für die praktische Anwendbarkeit von Normen in vielen Fällen dennoch als sehr hilfreich empfunden wird, hat man sich im Fall der DIN 1946-6 entschlossen, ein Beiblatt 1 mit Beispielrechnungen herauszugeben. Dieses Beiblatt ist im September 2012 im Beuth-Verlag erschienen.

Übersicht Berechnungsbeispiele Allgemeines Im Beiblatt 1 zur DIN 1946-6 werden insgesamt zwölf Lüftungssysteme abgebildet. Davon werden acht Systeme für ein Einfamilienhaus und weitere vier für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus dargestellt.

Beispielwohnungen Das verwendete Einfamilienhaus ist bereits aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Beiblatt 1 und aus der energetischen Bilanzierung nach DIN V 4108-6:2003-06 bekannt. Für die Berechnungen im Rahmen der DIN 1946-6 gelten darüber hinaus folgende Randbedingungen: Gebäudetyp:

Einfamilienhaus mit 2 Geschossen

Gebäudehöhe:

7,52 m

Gebäudelage:

Würzburg (windschwach)

Wärmeschutz:

Neubau (hoher Wärmeschutz)

Dichtheit:

Vorgabewert in Abhängigkeit vom Lüftungskonzept (kein Messwert vorhanden)

Wohnfläche:

205,7 m2

Wohnungstyp:

mehrgeschossig

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4/7 Seite 10

Das Lüftungskonzept

Beispielrechnungen im Beiblatt 1 zur DIN 1946-6

Tabelle 1: Mischlösung im Einfamilienhaus – raumweise Zu-/Abluftgeräte in Aufenthaltsräumen und Küche – Blatt 1


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Das Lüftungskonzept

Beispielrechnungen im Beiblatt 2 zur DIN 1946-6

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4/8 Beispielrechnungen im Beispielrechnungen im Beiblatt 2 zur DIN 1946-6 Beiblatt 2 zur DIN 1946-6 Das Lüftungskonzept

Einführung Die Erstellung eines Lüftungskonzepts ist ein wesentliches Element der DIN 1946-6. In den Abschnitten 4 und 5 der DIN 1946-6 werden dabei die Feststellung der Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen und die Auswahl von Lüftungssystemen beschrieben. Neben dem Lüftungstechniker wird damit eine Vielzahl anderer Baubeteiligter wie beispielsweise Architekten, Bauphysiker, Sachverständige oder auch Fensterbauer angesprochen. Weitere Abschnitte beschäftigen sich u.a. mit der detaillierten Auslegung sowie mit Anforderungen an Ausführung, Betrieb und Wartung von Lüftungssystemen und wenden sich damit vorwiegend an den Lüftungsfachmann. Diese Ansprache verschiedener Zielgruppen hat sich in der praktischen Anwendung der Norm als schwierig erwiesen. Mit dem im März 2013 erschienenen Beiblatt 2 „Lüftungskonzept“ zur DIN 1946-6 wird dieses Dilemma behoben, und die allgemein interessierenden Abschnitte zur Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen sowie zur Auswahl von Lüftungssystemen werden in einem separaten Papier praxisgerecht dargestellt. Perspektivisch ist auch eine Nutzung dieses Beiblatts in entsprechenden gesetzlichen bzw. verordnungsgeberischen Anforderungen (z.B. im Rahmen der Energieeinsparverordnung) denkbar.

Notwendigkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen Wie in der DIN 1946-6 wird auch im Beiblatt 2 zunächst dargestellt, wann ein Lüftungskonzept erforderlich ist, nämlich: ● für neu zu errichtende Gebäude, ● für zu modernisierende Einfamilienhäuser, wenn mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht oder mehr als ein Drittel der Dachfläche abgedichtet werden soll, ● für Wohnungen bzw. Nutzungseinheiten zu modernisierender Mehrfamilienhäuser, wenn in der Nutzungseinheit mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht werden soll.

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4/8 Seite 10 Beispielrechnungen im Beiblatt 2 zur DIN 1946-6

Tabelle 1: Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, Beiblatt 2 – Beispiel Variante 1

Das Lüftungskonzept


Schadensfall Feuchteschaden/Schimmel

2/4 Seite 1 Sanierungsfahrplan zur Schimmelsanierung

2/4 Sanierungsfahrplan zur Schimmelsanierung Auch wenn an den Hochschulen das Fach Bauphysik gelehrt wird, ist die Schimmelsanierung ein sehr spezieller Fall, da wir es mit den unterschiedlichsten Verordnungen zu tun haben. Manchen Akteuren ist die Tragweite gar nicht bewusst, und es ist immer wieder zu erleben, wie bei „normaler“ Bauaufsicht keine ausreichenden Abschottungsmaßnahmen etc. umgesetzt werden. Der folgende Sanierungsfahrplan soll dementsprechend Sicherheit geben, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge einzuhalten. Schließlich geht es um die Gesundheit aller Beteiligten. Abbildung 1: Mit dem Handfeger wurden die Sporen erst recht verteilt

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2/1 Seite 2 Schadensbild Schimmel

Schadensfall Feuchteschaden/Schimmel

Schritt 1: Analyse der Schimmelpilzart(en) Wir gehen hierbei davon aus, dass die Ursachen des Schimmelbefalls bekannt sind, die Schimmelpilzart(en) sind durch ein umweltmedizinisches Labor analysiert worden.

Mit welchem Schimmelpilz habe ich es zu tun? Bestenfalls wurde dem Sachverständigen durch das Labor bereits mitgeteilt, wie der Schimmelbefall „eingestuft“ wird, andernfalls müssen Sie selbst die TRBA 460 (Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe) bemühen, um herauszufinden, mit welcher Toxizität Sie es bei Ihrem Schimmelbefall zu tun haben. Sie suchen also in der alphabetischen Liste den Namen des oder der beteiligten Schimmelpilze heraus und finden in der zweiten Spalte die Einstufung in die Risikogruppe. Meistens wird das die Risikogruppe 1 oder 2 sein, selten 3, Risikogruppe 4 taucht in unseren Breitengraden nicht auf. Die TRBA 460 sagt in den Vorbemerkungen dazu Folgendes: „(5) Nur von wenigen Pilzen sind bisher allergene Wirkungen bekannt geworden und daher kann das allergene Potential allgemein als gering eingeschätzt werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass längerfristiger, intensiver Kontakt mit luftgetragenen Pilzsporen in großer Dichte insbesondere bei bestehender Veranlagung (Atopie) zu einer Sensibilisierung bis hin zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen führen kann. Pilze, deren sensibilisierende Wirkungen in der Liste nicht ausgewiesen werden, sind daher nicht automatisch ohne sensibilisierendes Potential. Eine mögliche sensibilisierende Wirkung ist bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.“ Definition der Risikogruppen

Die Risikogruppen werden folgendermaßen definiert:  Risikogruppe 1 – biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit verursachen  Risikogruppe 2 – biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit bei den Beschäftigten hervorrufen können – Verbreitung bei der Bevölkerung ist unwahrscheinlich – Vorbeugung oder Behandlung ist möglich


4/10 Seite 2 Lüftung von Kellern und untergeordneten Räumen

Das Lüftungskonzept

Nutzungskategorien von Räumen Raumnutzung und Kategorisierung

angenommene Aufenthaltsdauer

resultierende Aufenthaltsdauer

vom Menschen als Aufenthaltsraum genutzt

beheizter Raum (20 °C)

0

Kellerraum zur Lagerung und zum 1–10 min/d Abstellen

6–55 h/a

nein

nein

1

Waschküche und Hauswirtschaftsraum

12–60 min/d

73–365 h/a

schwach

ja/teilweise

2

Hobbyraum und Werkraum

1–2 h/d

730–1.460 h/a

mittel

ja/teilweise

3

Arbeitsraum als Büro oder Verkaufsraum

10 h/d

2.500 h/a

konstant

ja/teilweise

4

Wohnraum zum Wohnen und Schlafen

24 h/d

8.760 h/a

durchgehend

ja/durchgehend

Quelle: Forum Wohnenergie

Durch das angrenzende Erdreich der meisten Außenwandflächen ergeben sich sehr unterschiedliche Oberflächentemperaturen, nahezu unabhängig vom Wärmedämmstandard allein dadurch, dass die angrenzenden Erdmassen im Winter die Wärmedämmung erhöhen und im Sommer jedoch keine Erwärmung von außen zulassen. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum an sehr heißen Tagen das Innenklima eines Kellers als sehr angenehm empfunden wird und sich diese Räume hervorragend zur Lagerung von Lebensmitteln eignen. Damit ist meist aber auch das Dilemma einer sehr niedrigen Oberflächentemperatur von Bauteilen verbunden, was eine Schimmelpilzbildung begünstigt und eine differenzierte Betrachtung zum Luftwechsel in Kellerräumen überhaupt fordert. Entscheidend für die Praxis ist die Lage des Kellers, ob sich dieser innerhalb oder außerhalb der thermischen Hülle befindet. In der Regel werden Kellerräume auch im Winter nicht beheizt und weisen somit in der Regel keinerlei Wärmequellen auf, welche selbst im Sommer zur Vermeidung niedriger Oberflächentemperaturen aktiviert werden könnten. Die Temperatur unbeheizter Kellerräume hängt von den thermischen Verhältnissen der Nachbarräume, sowie vom Wärmeschutz und von der Dichtheit des betreffenden Raums ab.


Schadensfall Feuchteschaden/Schimmel

2/4 Seite 1 Sanierungsfahrplan zur Schimmelsanierung

2/4 Sanierungsfahrplan zur Schimmelsanierung Auch wenn an den Hochschulen das Fach Bauphysik gelehrt wird, ist die Schimmelsanierung ein sehr spezieller Fall, da wir es mit den unterschiedlichsten Verordnungen zu tun haben. Manchen Akteuren ist die Tragweite gar nicht bewusst, und es ist immer wieder zu erleben, wie bei „normaler“ Bauaufsicht keine ausreichenden Abschottungsmaßnahmen etc. umgesetzt werden. Der folgende Sanierungsfahrplan soll dementsprechend Sicherheit geben, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge einzuhalten. Schließlich geht es um die Gesundheit aller Beteiligten. Abbildung 1: Mit dem Handfeger wurden die Sporen erst recht verteilt

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2/1 Seite 2 Schadensbild Schimmel

Schadensfall Feuchteschaden/Schimmel

Schritt 1: Analyse der Schimmelpilzart(en) Wir gehen hierbei davon aus, dass die Ursachen des Schimmelbefalls bekannt sind, die Schimmelpilzart(en) sind durch ein umweltmedizinisches Labor analysiert worden.

Mit welchem Schimmelpilz habe ich es zu tun? Bestenfalls wurde dem Sachverständigen durch das Labor bereits mitgeteilt, wie der Schimmelbefall „eingestuft“ wird, andernfalls müssen Sie selbst die TRBA 460 (Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe) bemühen, um herauszufinden, mit welcher Toxizität Sie es bei Ihrem Schimmelbefall zu tun haben. Sie suchen also in der alphabetischen Liste den Namen des oder der beteiligten Schimmelpilze heraus und finden in der zweiten Spalte die Einstufung in die Risikogruppe. Meistens wird das die Risikogruppe 1 oder 2 sein, selten 3, Risikogruppe 4 taucht in unseren Breitengraden nicht auf. Die TRBA 460 sagt in den Vorbemerkungen dazu Folgendes: „(5) Nur von wenigen Pilzen sind bisher allergene Wirkungen bekannt geworden und daher kann das allergene Potential allgemein als gering eingeschätzt werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass längerfristiger, intensiver Kontakt mit luftgetragenen Pilzsporen in großer Dichte insbesondere bei bestehender Veranlagung (Atopie) zu einer Sensibilisierung bis hin zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen führen kann. Pilze, deren sensibilisierende Wirkungen in der Liste nicht ausgewiesen werden, sind daher nicht automatisch ohne sensibilisierendes Potential. Eine mögliche sensibilisierende Wirkung ist bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.“ Definition der Risikogruppen

Die Risikogruppen werden folgendermaßen definiert:  Risikogruppe 1 – biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit verursachen  Risikogruppe 2 – biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit bei den Beschäftigten hervorrufen können – Verbreitung bei der Bevölkerung ist unwahrscheinlich – Vorbeugung oder Behandlung ist möglich


Lüftungskonzepte  

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