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genusstipp

Mausempfehlung für facettenreiche Weißweine mit Tiefe

Collio-Stile sind sehr unterschiedlich. Die Winzer selbst unterscheiden oft zwischen vini freschi (im Stahltank ausgebaut) und vini baricati (fassgelagert). Schwere Vertreter, die im Barrique Aromen aufgenommen haben, verdienen ein Sonntagsessen wie Kalbskotelett oder ähnliches helles Fleisch. Leichtere Varianten passen zu einem Mittagsmahl mit Minestrone oder Risotto, die seine feinen Nuancen nicht überlagern. Hat man ein Mittelgewicht im Glas, sind gegrillte Scampi ideale SparringPartner. Fast alle profitieren davon, wenn man sie einige Zeit vor dem Trinken in eine kleine Karaffe umschüttet. Collio-Weine haben seit Langem einen guten Ruf, deshalb fehlen sie weder im Italo-Fachhandel noch auf der Karte des Edel-Italieners. Beide wollen dafür ihr Geld: im Laden 12 bis 30 €, im Restaurant das zwei- bis vierfache.

Collio Bianco: Edi Keber edi.keber@virgilio.it Primosic www.primosic.com Colle Duga www.colleduga.com Roberto Picech www.picech.it Ronco dei Tassi www.roncodeitassi.it Gradisciutta www.gradisciutta.com Dario Raccaro az.agr.raccaro@alice.it Castello di Spessa www.paliwines.com Roncus www.roncus.it Zuani www.zuanivini.it Schiopetto www.schiopetto.it Livon www.livon.it Franco Terpin www.francoterpin.it Isidoro Polencic www.polencic.com Branko info@brankowines.com Collavini www.collavini.it Venica & Venica www.venica.it

Alle Macht der Mischung Fast überall auf der Welt setzen Winzer heute auf Rebsor tenweine, denn Weintrinker können sich daran leicht ori entieren. Historisch sind aber die meisten Weine Cuvées, weil man die unterschiedlichen Rebsorten im Weinberg kaum erkannte. Sie wurden gemeinsam gelesen und vergoren. Bis heute enthält fast jeder Wein Anteile einer zweiten Rebsorte, auch wenn sie nur wenig geschmackli chen Einfluss hat. Die eine sorgt für mehr Säure, die andere steuert vielleicht Farbe bei. Angebaut und vinifiziert werden die Trauben heute getrennt, weil sie meist nicht gleichzeitig reifen. Der Winzer kann dann den jungen Wein verschnei den oder bis kurz vor der Abfüllung warten. Wer aber drei oder vier eigenständige Rebsorten mischen will, muss komponieren können. Im Collio Bianco gilt es, die Aromen von Sauvignon Blanc, Friulano, Chardonnay & Co. mit viel Feingefühl auszubalancieren. Eine großartige Leistung. Gute Cuvées bereiten lange Spaß im Glas. Zuerst zeigt sich der Duft der schweren Malvasia, dann kommt nach und nach der exotische Sauvignon Blanc zum Vorschein, am Gaumen meldet sich der Chardonnay mit seiner Nussig keit, und ganz zum Schluss entdeckt man die angenehme Bitterkeit des Friulano … zig

Bianco aus dem Colli Orientali, Isonzo und Carso: So konsequent wie die Winzer im Collio haben die Kollegen in den angrenzenden Gebieten den Bianco-Gedanken nicht verfolgt, sie setzen in erster Linie auf die Rebsortenweine. Die klimatischen und geologischen Voraussetzungen vor allem in Grenznähe sind vergleichbar, weshalb es keinen Grund gibt, ebenso gute Weißweinblends zu kreieren. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren zugenommen. Colli Orientali Bianco: Roberto Scubla www.scubla.com Livio Felluga www.liviofelluga.it La Tunella www.latunella.it Ronco delle Betulle www.roncodellebetulle.it Isonzo Bianco: Lis Neris www.lisneris.it Renzo Sgubin info@renzosgubin.it Jermann www.jermann.it Carso Bianco: Zidarich www.zidarich.it Skerk www.skerk.com

Vier Sorten für den Bianco − Pinot-Grigio-Beeren sind dunkel, weiter im Uhrzeigersinn Chardonnay, Ribolla und Friulano.

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Collio-Bianco