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gedanken zur philosophie von mas de theyron 05 theyrons weine 08 la vie en rose – die zeit des rosés ist gekommen 10 weinperle des monats: pouilly-fuissé les chailloux 12 helle freude – weissweine mit klasse 14 er kam, sah und überzeugte – neuheiten von barone di valforte 16 hausweineinkauf im fass – hochwertige weine, abgefüllt nach ihren wünschen

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geschichte

Theyrons Philosophie

Gedanken zur Philosophie von Mas de Theyron Die Tatsache, dass sich die Bordeaux-Weinelite in der Weinregion LanguedocRoussillon niederliess, bestätigt die Wertschätzung, welche die Region inzwischen erlangt hat. Das Aschenbrödel wurde zur Prinzessin.

Als ich 1994 in Bordelaiser Weinkreisen die Absicht äusserte, in der Region Languedoc-Roussillon ein Weingut zu kaufen, erntete ich vielerorts nur ungläubiges Staunen. «Warum denn nicht Bordeaux oder – wenn schon Süden – Toskana?», so lautete der Grundtenor der Kommentare, und ich vernahm das unüberhörbare Mitleid für diese Region im Midi Frankreichs. Diese Bemerkungen liessen mich nicht kalt. Sie waren Anlass, das Projekt «WeingutKauf» immer wieder in Frage zu stellen und alle Einwände kontinuierlich zu prüfen. Im Verlaufe dieses Prozesses wurde mir bewusst, dass für den schlechten Ruf, der auf diesen Weinen lastete, hauptsächlich der Mensch verantwortlich war. Darin bestärkt hat mich jene Handvoll Pioniere, die Ende der 70er-Jahre dem anonymen und gesichtslosen Weinbau in der Region den Kampf angesagt haben und mit denen unser Weinhaus bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit pflegte. Sie hatten schon bewiesen, welch ein grosses Potenzial in diesen Weingärten steckte und nutzten die hervorragenden Voraussetzungen: Hanglagen mit günstigem Bioklima, geeignete Böden in vielen Varianten (Schiefer, Kalk, Lehm), ausdrucksvolle, mediterrane Rebsorten (Grenache, Syrah, Mourvèdre, Cinsault, Carignan und andere mehr). Im Juni 1996, nach Monaten angefüllt mit dem Prüfen von Angeboten, Besichtigungen, Bodenanalysen, Expertisen, Gesprächen mit Fachleuten und etlichen Verhandlungsrunden, wurde beim Notar in Montpellier der Kaufvertrag für Mas de Theyron unterschrieben. Nach über 30-jähriger Tätigkeit im Handel mit Wein eröffnete sich damit eine faszinierende, neue berufliche Dimension, und diese Herausforderung reizte mich. Eine Bestätigung für die Wertschätzung, welche die Weinregion Languedoc-Roussillon inzwischen erlangt hat, ist die Tatsache, dass sich seither auch die Bordeaux-Weinelite dort niederliess: so beispielsweise Jean-Michel Cazes

(Lynch-Bages), Jacques et François Lurton aus der weitläufigen Bordeaux-Dynastie (u.a. Gruaud-Larose), Bernard Magrez (Pape-Clément), Eric de Rothschild (Lafite-Rothschild) und Philippine de Rothschild (Mouton-Rothschild).

Erste Ernte Theyron war gekauft und die erste Ernte stand vor der Tür. Mit gemietetem und ausgeliehenem Material kamen wir über die Runden. Vieles wurde improvisiert, doch die alte Kellereinrichtung tat noch ihren Dienst. Ich amtete zusätzlich als Küchenchef und bereitete an jedem Arbeitstag auf einem zweiflammigen Gaskocher die Mittagsmalzeit zu. «Une étoile, au moins» (ein Stern mindestens) wurde mir von der vierköpfigen Mannschaft zugesprochen. Trotz ansprechendem Resultat gingen die Ernten 1996 und später auch 1997 im Fass an den Grosshandel, mussten wir doch erst einmal den Rebberg in Ordnung bringen und erfahren, von welcher Qualität das Traubengut war.

Eigenständigkeit und Bio Von Anfang an war klar, welche Art Weine auf Theyron erzeugt werden soll: authentisch, naturbelassen, gesund und bekömmlich sollen sie ihren unverwechselbaren, von Boden, Klima und den Rebsorten geprägten Herkunftscharakter zeigen. Meine Idealvorstellung bezüglich Nuancenreichtum, ausgewogener Struktur und Lagerfähigkeit waren und sind die klassischen Bordeauxgewächse. Weniger die neuen, modernen und internationalen Weine, sondern jene, die ihre Ausdruckskraft von Rebsorten und Terroir bewahrt haben. Doch trotz meiner grossen Vorliebe für diese Bordeaux wollte ich keine von CabernetSauvignon und Eichenholz geprägte Kopie vinifizieren.

Titelbild: Der Einsatz des Pferdes in den Reblagen von Mas de Theyron.

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der löwenbrunnen auf mas de theyron. der löwenkopf diente als vorlage für das signet auf der etikette.

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geschichte

Theyrons Philosophie

Finesse, Komplexität und Eigenständigkeit war die Devise. Auf dieses Ziel hin wurden Rebbau und Weinbereitung ausgerichtet. Im Weinberg verzichteten wir von Beginn an auf den Einsatz von synthetischen Spritzmitteln sowie chemischen Dünge- und Unkrautvertilgungsmittel. Ab 2004 setzten wir für die Bodenbearbeitung wie auch während der Weinlese Maultier und Pferd ein. Die Schonung von Boden und Reben war offensichtlich: keine Bodenverdichtung sowie sorgfältige Behandlung der obersten Humusschicht und des Rebstocks. Im Keller verzichteten wir auf den Zusatz von aromaunterstützenden Hefen, aufs Schönen und Filtrieren. Der ökologisch behutsame Weinbau war für uns auf Theyron seit jeher selbstverständlich und die offizielle Zertifizierung mit dem Bio-Label ab dem Jahrgang 2010 ist eigentlich nur die logische Folge unserer selbstauferlegten Qualitätsanstrengungen im Interesse einer natürlichen und der Gesundheit förderlichen Weinerzeugung.

Lagerpotenzial auch im Languedoc Diese Art von Weinbereitung lässt dem Wein die notwendige Zeit, sich in aller Ruhe zu entwickeln; ohne beschleunigende Produktionsmassnahmen und ohne viele Eingriffe. Dies widerspiegelt unsere Idee, vom Anfang bis zum Ende, also vom Rebbau über die Weinbereitung bis hin zum langsamen Reifen des Weines im Fass und in der Flasche, einen natürlichen und ruhigen Rhythmus zu verwirklichen. Damit geht unsere Absicht einher, die Theyron-Weine erst dann in den Verkauf zu bringen, wenn sie ihre Trinkreife erreicht haben. Auch wenn noch keine

lange Reihe von Jahrgängen für die Beweisführung zur Verfügung steht, haben wir festgestellt, dass die TheyronWeine nicht nur gut zu reifen vermögen, sondern reifen müssen. Zusammen mit anderen Spitzenproduzenten in der Region zeigen wir, dass es im Languedoc mehr als nur schnell zu trinkende, jugendliche Provenienzen gibt. Für Sie hat das den Vorteil, dass Sie erst dann kaufen, wenn die Weine genussbereit sind. Abgesehen von der guten Lagerfähigkeit sind die TheyronWeine auch bei Luftkontakt sehr stabil. Eine angebrochene Flasche hält sich bei kühler Temperatur problemlos über zwei, drei Tage. Ein untrügliches Zeichen für hohe Qualität.

Grosses entsteht durch Anstrengung In gemässigten, mediterranen Klimazonen wie dem Languedoc-Roussillon könnte man denken, wachse der Wein, ohne viel eigenes Dazutun, fast von selbst. Doch was soll man ungehalten darüber sein, wenn einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen? – Aber dennoch: Grosses entsteht nur durch Anstrengung. Und die Bereitschaft zur Anstrengung gründet im Menschen. Hier beginnen Lebensauffassung und Denkart, eine Produktion zu trennen. In gefällige Massenweine auf der einen und individuelle Spitzengewächse auf der anderen Seite.

Rolf Reichmuth

der hauptkeller auf mas de theyron mit den drei materialien holz, beton und edelstahl.

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Paris

Languedoc-Roussilon Mas de Theyron Montpellier

Theyrons Weine Unser Weingut profitiert in optimaler Weise von der hervorragenden Bodenqualität, der notwendigen Feuchte und Frische des nahen Mittelmeeres und einer grossen Lichtintensität.

Les Amandiers – unser Gesellenstück Den Rotwein «Les Amandiers» betrachten wir in jedem Jahrgang neu als unser Gesellenstück. Er soll in seiner unkomplizierten Art auch anspruchsvollen Geniessern Freude bereiten und dennoch preiswert bleiben. Die erfreuliche Bilanz: 2005 war, wie auch 2001 und 2003, ein ausgezeichneter Jahrgang im Languedoc. Zucker, Säure und Tannine verleihen den Weinen ein beeindruckendes Gleichgewicht und das perfekte Klima im Jahre 2005 hat unser stolzes Ergebnis massgeblich beeinflusst. Mit «Les Amandiers» beweisen wir, dass unsere

mas de theyron.

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Weinbereitung nicht nach einem starren Schema erfolgt und jeder Jahrgang individuell gekeltert und ausgebaut wird. Beraten werden wir dabei von François Serres, dem Önologen aus Béziers, der auch auf Château Rayas in Châteauneuf-du-Pape tätig ist. François ist ein höchst kompetenter, aber wohltuend zurückhaltender Mensch, ganz ohne Allüren. Er drängt sich nicht auf und überlässt den Entscheid uns. «Der propriétaire und das Terroir prägen den Wein», meint er, «und nicht der Önologe». Wir offerieren Ihnen hier erstmals den hervorragenden Jahrgang 2005, der seine erste Trinkreife erreicht hat (Angebot auf Seite 6).

michel urbain, verwalter auf mas de theyron.

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während der weinbereitung.

Mas de Theyron «Les Amandiers» Vin de Pays d’Oc

2005 |

CHF 14.80

Les Amandiers 2005 ist eine Assemblage von hauptsächlich Merlot (33%) und unseren fast 40-jährigen Carignans (23%). Cinsault, Grenache und Tempranillo ergänzen und tragen ihren Teil zum eindrücklichen Charakter dieses Weines bei. Merlot, Carignan und Tempranillo reiften unterschiedlich lange in zum Teil neuen Eichenbarriquen und grossen Holzfudern. Das Resultat ist ein harmonischer Wein, aromatisch, vollmundig und gut strukturiert. Er begleitet die gesundheitlich so zuträgliche Mittelmeerküche ideal und passt überall, wo ein mittelgewichtiger Wein am Platz ist, perfekt für jeden Tag. 15 /16° C

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–2013

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Le Rosé – Blumenduft und Wohlgefühl Mas de Theyron «Les Murettes» AC Coteaux du Languedoc

Mas de Theyron «Le Rosé» Vin de Pays d’Oc IGP

2004 |

2009 |

CHF 28.70

Diese Qualität wird geprägt durch die klassischen Mittelmeer-Rebsorten Syrah und Grenache sowie einem kleineren Anteil Carignan. Der Ausbau von Syrah und Carignan in zum Teil neuen Barriquen verleiht ihm eine zusätzliche Dimension, ohne dass der Eichenholzton zu stark hervortritt. Im Bouquet verströmt der Wein in grosszügiger Art und Weise den Duft von reifen, roten Früchten sowie von Veilchen. Am Gaumen wirkt er wohlausgewogen, kraftvoll, komplex und tiefgründig, sein Gerbstoffgerüst erscheint rund und seidig, im Abgang ist er langanhaltend. Passt zu Kalb, Chateaubriand, Confit de Canard, Taube und zu Käse. Das Dekantieren (1 h) tut ihm gut.

16/17° C

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Mit unserem «Le Rosé» beweisen wir regelmässig, dass ein Rosé aus einem guten Weingarten ein hohes Qualitätsniveau erreichen kann. Die Komposition aus Cinsault (63%), Merlot (19%), Syrah (11%) und etwas Carignan (7%) verleiht dem Wein alle wünschbaren Eigenschaften. Im Bouquet köstlich und blumig, am Gaumen weinig, erfrischend, mit geschmeidiger Eleganz und angenehm trocken, im Abgang wohlschmeckend und lang. Ein Rosé für das ganze Jahr, zu Hors d'œuvres, Sommersalaten, Meeresfrüchten, Fisch, Grilladen, Kalb, Geflügel und asiatischen Gerichten.

10–12° C

–2012

Mas de Theyron «Les Galets» AC Coteaux du Languedoc

Mas de Theyron «Le Blanc» Vin de Pays de la Bénovie

01/03 | 75cl | 2001 | 150cl |

07/08 |

CHF 39.– – CHF 81.– –

In ganz besonders gut gelungenen Jahrgängen wird eine Spezialcuvée mit einem höheren SyrahAnteil (bis zu 80%) erzeugt. Der Ausbau in zum Teil neuen Eichenbarriquen und die ausgewogene Assemblage mit Grenache macht diesen hochklassigen Wein zu einer grande cuvée aus dem Languedoc. Les Galets hat Würze und Frucht im Bouquet, am Gaumen beeindrucken Aromenreichtum, Finesse und Intensität sowie Fülle, Eleganz, Frische und ein langer Nachklang. Ideal zu Rindsbraten, Schweinshals, Lamm, Schaf, Wildgerichten, kräftigem Hartkäse. Für den Jahrgang 2003 ist das Dekantieren (1–2 h) empfehlenswert. 16/17° C

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CHF 14.20

–2013/15

CHF 16.80

Die Komposition aus sieben Rebsorten verleiht diesem Weisswein eine eindrückliche Komplexität. Eine feine Pfeffrigkeit und ein Duft von Agrumen, Mandeln und Honig dominieren die Frucht; am Gaumen zeigt er Kraft, eine reiche Aromatik und gut eingebundene Säure; der Abgang ist nachhaltig und der Wein vermag gut zu reifen. Er passt zu Spargeln, Terrinen, Fisch gedämpft oder gebraten, weissem Fleisch, Kaninchen, Schafkäse. Die im Jahr 2000 gepflanzten Weissweinreben stehen jetzt im vollen Ertrag. Aufgrund der grösseren Erntemenge konnte der Preis auf ein attraktives Niveau gesenkt werden.

10–12° C

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frühlings- und sommerweine

La vie en rose

La vie en rose – die Zeit der Rosés ist gekommen Die Empfehlung von Rosé als Frühlings- und Sommerwein mag schon etwas abgedroschen klingen. Das ändert nichts daran, dass diese Empfehlung nach wie vor gilt.

In der Tat eignen sich heute auch gewisse Rotweine sehr gut als leicht gekühlte Begleiter zu sommerlichen Mahlzeiten. Dennoch ist ein fruchtiger Rosé der Inbegriff für unbeschwerte Ferientage und ein idealer Begleiter zu einem Picknick oder Grillabend, zu einem fröhlichen Beisammensein unter schattigen Platanen oder einem gemütlichen Abend auf der Seeterrasse. Wir offerieren Ihnen für die kommenden Sommertage – und darüber hinaus – ein halbes Dutzend Roséweine. Sie zählen in ihrer Kategorie zur Spitzenklasse und vermögen selbst verwöhnte Weingaumen zu überzeugen. In ihrer ausgewogenen und zuträglichen Art beweisen sie, dass Rosés aus guten Weingärten ein hohes Qualitätsniveau erreichen.

Domaine de Tamary AC Côtes de Provence

2009 |

Neu

CHF 18.50

Jean-Luc Zuger ist unserer Kundschaft als Besitzer des berühmten 3e cru classé Château MalescotSt-Exupéry in Margaux bestens bekannt. Seit einem Jahr hat er mit einem befreundeten Weinhändler, Frédéric Salin, in La Londe Les Maures – der Heimatgemeinde der berühmten Domaines Ott – eine zusätzliche Herausforderung angenommen. Eingebettet zwischen der Küste und dem massif des maures liegen die paradiesischen Reblagen der Domaine de Tamary. So schonend als möglich werden die Rebsorten Cinsault, Grenache und Mourvèdre nach der Ernte nicht gequetscht, sondern als ganze Traubenbeeren gepresst, wodurch der in der Provence gewohnt helle und strahlende Lachston entsteht. Delikat blumig-fruchtiges, sehr frisches Bouquet, im Gaumen spontan entgegenkommend und mit einem feinen rassigen Nerv ausgestattet. 10 –12° C

–2012

mas de theyron «le rosé» Ergänzend zu diesem Rosé-Angebot empfehlen wir Ihnen aus unserem eigenen Rebgut den köstlichen Mas de Theyron Rosé, Vin de Pays d’Oc. Näheres dazu finden Sie auf Seite 7 in diesem Weinklang.

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Marqués de Cáceres Rosado DOCa Rioja

Domaine Luc Cabernet Rosé Vin de Pays d’Oc

2009 | 2009 |

2009 |

75cl | CHF 11.50 37,5cl | CHF 6.75

Ein vielseitig einsetzbarer Sommerwein, von kraftvollem Zuschnitt und doch erfrischend, mild im Körper und leichtfliessend. Passt sowohl zur Grillparty wie zum Käse oder zu asiatischen Gerichten. Er sollte möglichst jung genossen werden, innerhalb von zwei bis drei Jahren nach der Ernte. 8–10° C

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CHF 10.30

Die Familie Fabre-Baldy erzeugt auf kalkhaltigem Boden einen herrlich aromatischen Rosé, mit einem «Chriesi»-Blau-Farbschimmer, einem mundwässernden, saftigen Bouquet, am Gaumen mit einer nervig-rassigen Struktur und einer lange ausklingenden Frucht.

8 –10° C

–2011

Château Thieuley Clairet (rosé) AC Bordeaux Clairet

08/09 |

CHF 15.50

Château Thieuley liegt in La Sauve im malerischen Gebiet von Entre-deux-Mers zwischen Dordogne und Garonne. Für die Farbbildung bei Clairet werden die reifen, unverletzten Traubenbeeren (30% Merlot, 40% Cabernet-Franc, 30% CabernetSauvignon) während 36 Stunden im Tank eingelagert. Dann wird sanft abgepresst, und die Vergärung geht bei nur 20°C vonstatten. So werden alle Aromastoffe bewahrt. Dieser Rosé hat Gehalt und Weinigkeit. Er verströmt den Duft von Beeren, ist vollmundig, kraftvoll und mit Schmelz im langen Abgang. Von der Substanz her liegt er zwischen einem Rosé und einem leichten Rotwein. 8 –10° C

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Château de Selle Rosé «Cœur de Grain» AC Côtes de Provence

2009 |

CHF 39.– –

Château de Selle in Taradeau darf ohne Zweifel als die Wiege des provenzalischen Qualitätsweinbaus bezeichnet werden. Hier setzte Marcel Ott 1912 mit seiner Pionierarbeit ein, und von hier aus begann der Wein gleichen Namens seinen Siegeszug rund um die Welt. Das Paradepferd der Château de Selle-Produktion ist der berühmte Rosé Cœur de Grain. Ein lachsfarbenes, ausnehmend wohlriechendes (Thymian, Rosmarin) und wohlschmeckendes, edles Gewächs voller Finesse, reich und lang anhaltend – ein gehaltvoller Rosé fürs ganze Jahr. 10 –12° C

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–2012

Château Bas AC Coteaux d’Aix-en-Provence

2009 |

CHF 12.50

Château Bas liegt beim Weiler Cazan an der Nationalstrasse 7 zwischen Avignon und Aix-en-Provence. Neben vorbildlich gepflegten Rebbergen und einem eindrücklichen Keller lädt auch ein historisches Kleinod zum Besuch ein: die römische Tempelruine. In diesem Wein verbindet sich ein weicher Schmelz im Bouquet mit einer herbfrischen Frucht, und am Gaumen ergänzen Stoff und Vollmundigkeit. Es ist ein standfester Rosé, ausgewogen und komplex.

8 –10° C

–2011

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weinperle des monats

Mai 2010

Weinperle des Monats: Pouilly-Fuissé Les Chailloux Pouilly-Fuissé scheint als berühmte Burgunder-Appellation nicht mehr unbedingt in aller Munde zu sein. Dennoch gelten ihre Weine als preisgünstige Alternative zu den kostspieligen Weissweinen der Côte de Beaune (Meursault und Puligny).

Es könnte auch zu einem Teil an der Namensverwandschaft mit dem Pouilly Fumé (Sauvignon Blanc von der Loire) liegen, dass Pouilly-Fuissé auf der geistigen Landkarte des Weinkenners nicht direkt dem Burgund zugeordnet wird. Schade ist es allemal, denn die Appellation Pouilly-Fuissé spielt im angesehenen Weissweingebiet des Mâconnais, im südlichen Teil des Burgunds, eine wichtige Rolle.

tert, und so gibt es immer wieder Parzellen die inmitten von Pouilly-Fuissé-Lagen als einfacher Bourgogne Blanc deklariert werden müssen. Bei der Vergabe der Appellationsberechtigung wurde insbesondere der Kalkgehalt des Bodens als Massstab genommen. Diese strenge Regelung macht sich bezahlt. Pouilly-Fuissé kann nicht beliebig ausgedehnt werden, wodurch die Qualität gewährleistet bleibt.

Das unübersehbare Wahrzeichen des ganzen Mâconnais ist der schroff als Klippe abbrechende Felsen von Solutré, eine prähistorische Opferstätte. Zu dessen Fusse gedeiht der Pouilly-Fuissé, ein trockener Weisswein ausschliesslich aus Chardonnay mit grüngoldener Farbe und einem verführerischen Bouquet, aus dem man den Duft reifer Früchte und den Geruch des Feuersteins herauszuspüren glaubt. Dem Besucher zeigt sich im Weinbaugebiet selber kein homogener Rebteppich, die Appellation ist zersplit-

Die Zerstückelung brachte es mit sich, dass die Vermarktung von Puilly-Fuissé weniger vom Produzenten direkt als vorwiegend via Handelshäuser Tradition hat. Rebland-Besitzer und Händler gleichzeitig sind die Gebrüder Auvigue, welche in der dritten Generation herrlich frischen und kräftigen Pouilly-Fuissé und Mâcon keltern. Der überblickbare Betrieb und die guten Kenntnisse der einzelnen Lagen ergeben klar gezeichnete und reichhaltige Chardonnays mit stämmigem Körperbau. Derartige Weine beste-

weinperle des monats Unser Sortiment ist reichhaltig, unsere Angebote sind umfangreich. Wir picken deshalb jeden Monat einen Wein aus der breiten Palette heraus und stellen Ihnen diesen als Weinperle des Monats vor. Da die Wahl eines Weins (fast) immer auch die Frage des passenden Essens aufwirft, liefern wir Ihnen zur Weinperle des Monats immer auch noch ein Rezept. Dieses stammt jeweils aus «marmite», der Schweizer Zeitschrift für Esskultur. jean-pierre auvigue.

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www.marmite.ch

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seeteufel-«braten» mit brot-salbei-kruste 100 g Toastbrot ohne Rinde 1 Knoblauchzehe

im Cutter zu Bröseln mahlen. schälen und mit scharfem Messer fein schneiden.

4 Salbeiblätter 1 Zitrone 3 EL Olivenöl und 25 g Butter

in feine Streifen schneiden. mit Bircherraffel fein abreiben. miteinander erwärmen, Brotbrösel darin langsam rösten (ohne Farbe), alle anderen Zutaten beigeben, vermischen, mit abschmecken und beiseitestellen.

Salz und Pfeffer aus der Mühle 800 g dickes Seeteufelfilet am Stück Fleur de Sel und Pfeffer aus der Mühle 3 EL Olivenöl

hen zu einer Vielzahl von Gerichten und sind deshalb rund um den Globus beliebt. Sie passen ebenso zu Vorspeisen und Meeresfischen wie zu hellem Fleisch. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit den Brüdern JeanPierre und Michel Auvigue vom gleichnamigen Handelshaus in Charnay-les-Mâcon zusammen. Eine gesunde Geschäftsentwicklung liegt ihnen am Herzen und sie führen ihren Familienbetrieb mit viel Umsicht. Ihr Ziel ist nicht Wachstum um jeden Preis. Dennoch erwerben sie nach und nach und in kleinen Schritten weiteres Rebland. So können sie die Qualität des zu verarbeitenden Erntegutes noch mehr beeinflussen und kontrollieren als beim reinen Zukauf von Trauben. Die Reben des Les Chailloux sind mittlerweile alle im Familienbesitz.

Weinperle des Monats

2 Fenchel mit Grün 1 rote Zwiebel

12 Cherrytomaten, 60 g schwarze Oliven o. Stein 12 Kapernäpfel Salz und Pfeffer aus der Mühle 0.5 dl Noilly Prat 4 Thymianzweige und 1 Lorbeerblatt

parieren und mit würzen. im Bräter erhitzen, Seeteufel auf allen Seiten kurz anbraten, herausnehmen und beiseitestellen. Ofen auf 180 °C vorheizen. rüsten, halbieren, Strunk entfernen, in feine Streifen schneiden und das Grün grob hacken. schälen und in feine Streifen schneiden. Im restlichen Olivenöl Zwiebel- und Fenchelstreifen bei mittlerer Hitze ca. 3 Min. dünsten. Anschliessend und beigeben, kurz mitdünsten, mit abschmecken und mit ablöschen. hinzufügen und alle Zutaten miteinander vermischen. Seeteufel aufs Gemüse legen, mit Brot-Salbei-Bröseln bedecken und 10 Min. im offenen Bräter schmoren lassen. Seeteufel in Tranchen schneiden und das Fenchelgrün über das Gemüse streuen. Mit flüssig-fruchtiger Paprikapolenta servieren.

Pouilly-Fuissé Les Chailloux Maison Auvigue, Charnay-les-Mâcon

06/08 |

CHF 32.50

Verführerisches Bouquet mit dem Duft reifer Früchte, leicht mineralisch, fein und distinguiert. Ein Wein mit Eleganz und Frische und dank dem massvollen Barriquen-Ausbau im Abgang mit attraktivem Schmelz. 2006 hat eher vollmundigere Weine ergeben, während beim 2008er die mineralische Seite stärker ausgeprägt ist. Beide Weine weisen aber eine genügend ausgeprägte Säure aus, so dass sie präsent sind, aber nie schwer wirken.

10 –12° C

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weissweine mit klasse

Die helle Freude – Weissweine mit Klasse Über Wein im Allgemeinen wird viel geschrieben, über weisse Weine weniger. Vielleicht liegt es daran, dass Weisswein – noch mehr als das Thema Wein an sich – zu sehr unter Klischees leidet.

Zum Beispiel unter der weit verbreiteten Meinung, dass trockene Weissweine bestenfalls zum Aperitif oder zu einem Fischgericht taugen. Oder dass es zwischen langweiligem Chasselas und mit Holz überparfümiertem Chardonnay wenig Entdeckungswürdiges gibt. Oder dass Weisswein Kopfweh verursacht. In letzterem Fall beherzige man sich den Ratschlag, Händler und Marke zu wechseln. Hinsichtlich der anderen Klischees empfehlen wir Ihnen, mit offenem Geist und Entdeckerlust durch die vielfältige Welt der weissen Weine zu streifen. Denn wir sind uns sicher: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Neun aromatische, verführerische, erfrischende Gewächse aus sechs verschiedenen Ländern stehen in unserer Frühlingsauslese. Es sind überzeugende Gewächse, die – bis auf unsere Neuheit Arneis Bric Cenciurio – schon lange zu unserem Kernsortiment gehören. Leichtfüssige, jetzt trinkreife Begleiter, die Akzente zu setzen wissen. Überzeugen Sie sich selbst und gönnen Sie sich diesen unbeschwerten Genuss!

Roero Arneis DOCG Bric Cenciurio, Barolo

2009 |

Neu

CHF 17.30

Roero Arneis, der erfrischende Weisswein aus der Region der schweren Rotweine, erfreut sich weiterhin grosser Beliebtheit. Vom kleinen Familienweingut Bric Cenciurio aus Barolo stammt dieser herrlich erfrischende Vertreter mit festem Körperbau. Alle Element stehen harmonisch zueinander. Passt am besten zu jeder Form von Antipasti, kann aber auch ohne Essen, zum Beispiel zum Apéro oder zum Schwatz, genossen werden.

10 –12° C

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freske im kloster von st-hilaire

ein fischer flickt sein netz.

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Truttiker RieslingxSylvaner W. Zahner, Truttikon

Riesling Kamptaler Terrassen Weingut Bründlmayer, Langenlois

Château du Cros Sauvignon AC Bordeaux

2009 l

2008 l

08/09 l

CHF 12.40

Bei der Familie Zahner aus Truttikon im Zürcher Weinland legt man grossen Wert auf unverfälschten, naturbelassenen Wein. Der frische, trockene RieslingxSylvaner besitzt eine köstliche Frucht und demonstriert, dass auch aus dieser Traubensorte bemerkenswerte Weissweine gewonnen werden können.

10–12° C

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CHF 22.– –

Ein rassiger, trockener Riesling mit herrlicher Fruchtigkeit und nuanciertem SäureSpiel, finessenreich und erquickend. Ein reintöniger, mundwässernder Wein, der sich ideal zum Apéro eignet. Mit praktischem Drehverschluss.

10–12° C

–2012

CHF 13.20

Ein wunderbarer Sommerwein: aromatisch (Grapefruit und andere Zitrusfrüchte), rassig, trocken und dank der Ergänzung mit Sémillon und Muscadelle mit gut passendem Schmelz und Länge. Geniessen Sie ihn zum Aperitif, zu Fisch, Meeresfrüchten, Vorspeisen aller Art, Kalbfleisch, Geflügel und mildem Weichkäse. 10–12° C

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«R» de Rieussec AC Bordeaux

Verdicchio dei Castelli di Jesi DOC Azienda Agricola Marchetti, Ancona

Vernaccia di San Gimignano DOCG Azienda La Lastra, San Gimignano

06/07 l

08/09 l

08/09 l

CHF 24.90

Helles Gold, intensives und frisches Sauvignon-Bouquet, gepaart mit dem zarten Honigduft vom Semillon, diskret unterstützt durch den Ausbau im Holzfass, mittelgewichtig, lebhaft und dynamisch, dabei trocken und fest im Abgang.

10–12° C

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CHF 11.90

Die Familie von Maurizio Marchetti keltert in der Nähe von Jesi einen überaus verführerischen, erfrischenden Verdicchio mit köstlicher Frucht. Er eignet sich als Begleiter insbesondere zu Meeresfrüchten und leichten Fischgerichten.

10–12° C

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Das Schwergewicht der La Lastra-Produktion liegt auf dem berühmten Weisswein Vernaccia di San Gimignano. Geringe Erträge sowie eine besondere Sorgfalt bei der Ernte und der Weinbereitung ergeben ein nuanciertes Gewächs, strohgelb, zart und fein-würzig, mit herbfrischem, langem Nachgeschmack. Dieser Wein passt vorzüglich zu Risotto und Fischgerichten. 10–12° C

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Marqués de Cáceres blanco DOCa Rioja

Chapel Hill Chardonnay McLaren Vale, Australien

2009 l 75cl l CHF 10.– – 08/09 l 37,5cl l CHF 6.– –

2008 l

Marqués de Cáceres blanco aus 100% Viura ist dank sorgfältig geführter, temperaturkontrollierter Gärung und einem Ausbau im Edelstahltank ein trockener Wein mit viel Aroma, Frische und herzhafter Frucht. Jung zu geniessen.

8 –10° C

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CHF 15.80

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CHF 20.50

Die grossen Weissweine aus dem Burgund dienen dem im Fass ausgebauten Chardonnay von Chapel Hill als Vorlage. Ausschliesslich französische Eiche wird eingesetzt, das Aroma ist reich, alle Komponenten von exotischen Früchten bis zu würzigen Vanillenoten wirken fein abgestimmt, im Gaumen kräftig, mit Rasse. Dieses Gewächs vemag auch Fleischspeisen zu begleiten. Mit praktischem Drehverschluss. 10–12° C

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barone di valforte

Der Baron kam, sah und überzeugte – zwei Neuheiten von Barone di Valforte Der Colle Sale des 700-jährigen Familienguts Barone di Valforte hat nicht nur uns, sondern offenbar auch unsere Kunden überzeugt. Wir doppeln deshalb nach mit zwei weiteren Weinen aus dem Abruzzen-Gut.

Pecorino, Barone di Valforte Terre di Chieti IGT

2009 l

Neu

CHF 13.40 statt CHF 14.90

Bei Barone di Valforte stammen die PecorinoTrauben von einer Parzelle auf über 300 m.ü.M mit einem leicht kalkhaltigen Boden. Daraus resultiert ein zarter duftiger und finessenreicher Wein. Die Frische ist beim ersten Gaumeneindruck bestimmend doch dank guter und ausgewogener Struktur wirkt er lange nach und wird beim Genuss von aussergewöhnlich viel Fruchtigkeit begleitet. Seine Trümpfe spielt er in seiner Jugend aus, und er wird besonders als Aperitif und zu Fischgerichten geschätzt. Eine sehr preiswerte Rarität.

10 –12° C

Über tausend Rebsorten werden in Italien zu Wein verarbeitet, und nicht einmal die Fachleute kennen alle davon. Die weisse Sorte Pecorino wird in ganz Italien nur auf der kleinen Fläche von 210 Hektaren angebaut und ist somit eine eigentliche Rarität. Pecorino benötigt ein kühles Klima in hügeliger Landschaft, um gute Qualitäten zu bringen. Der generell eher tiefe und unregelmässige Ertrag ist auch der Grund, weshalb die Sorte vernachlässigt wurde – jedoch heute mit wieder leicht steigender Tendenz angebaut wird. Der Name stammt übrigens daher, dass die Rebzeilen vielfach an Wegen wuchsen, an denen die Hirten mit Ihren Schafherden (Schaf = Pecora) vorbeizogen.

–2012

Im November 2009 hatten wir mit dem Colle Sale erstmals einen Wein des fast 700-jährigen Weingutes Barone di Valforte in den Abruzzen vorgestellt. Die Abruzzen sind das siebtgrösste Weinbaugebiet Italiens und liegen in der hügeligen Region Mittelitaliens, südlich der Marken. Obwohl die ausgezeichneten Reblagen seit Jahrhunderten in Familienbesitz sind, wurde bis vor kurzem kein eigener Wein abgefüllt. Erst die Brüder Guido und Francesco Sorrichio setzten 2005 den lange gehegten Wunsch um, die allerbesten Parzellen auf dem Weingut zu vinifizieren.

Vgl. Weinklang Nr. 3, November 2009

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ausblick von der kellerei in die valle piomba.

10.5.2010 9:10:07 Uhr


10 rapr baoz tten t

DOC Montepulciano d‘Abruzzo Barone di Valforte

2008 l

Neu

CHF 14.85 statt CHF 16.50

Mit kräftigem Rubin, frischer und intensiver Fruchtigkeit, weichem und gut verwobenen Tannin und mit dem passenden Schmelz ausgestattet. Das gute Preis/Leistungs-Verhältnis kann ob der hohen Qualität des Montepulcianos als besonders attraktiv bezeichnet werden.

16 –18° C

Sicherlich der bekannteste Wein aus Mittelitalien. Den Montepulciano-Trauben (die nichts zu tun haben mit dem Städtchen Montepulciano in der Toscana) eigen ist ihre kräftig blaue Schale, überzogen mit einer weisslichen Wachsschicht. Daraus entsteht ein körperreicher Wein, der dank seiner breiten Aromenpalette immer auch erfrischend wirkt, vorausgesetzt man arbeitet so gewissenhaft wie die Gebrüder Sorrichio. Es ist pure Leidenschaft, mit welcher sie jedes Detail pflegen um ein Optimum an Qualität herauszuarbeiten. Sogar ein eigenes Labor steht ihnen dabei zur Verfügung. Als Hauptgrund für die Reichhaltigkeit ihrer Weine nennen die Besitzer an erster Stelle jedoch die hervorragenden familieneigenen Reblagen. Sie gaben ja überhaupt den Ausschlag, die Trauben nicht mehr zu verkaufen, sondern selber zu verarbeiten. Das Resultat gibt den beiden «Jungwinzern» recht. Ihre Weine gefallen und schaffen den schwierigen Spagat, einerseits zugänglich und andererseits charaktervoll zu sein.

–2012

villa chiara auf dem hügel colle sale.

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10.5.2010 9:10:25 Uhr


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hauswein-einkauf im fass

Hauswein-Einkauf im Fass – hochwertige Weine zu besonderen Konditionen Noch vor einer bis zwei Generationen war es weitverbreitet, dass private Haushalte ihren Wein per Fass aus den beliebten Rebgebieten kommen liessen. Mit diesem Angebot knüpfen wir an diese Tradition.

Selbst im Keller anspruchsvoller Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber liegen nicht nur grosse Gewächse. Einfachere Provenienzen haben ebenso ihren Platz, vorausgesetzt, sie sind in ihrer Art von bester Qualität. Bei diesen sucht man nicht die lange Lagerfähigkeit, sondern das spontane Vergnügen und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Wir empfehlen Ihnen unsere bekannten Gewächse Château Tour-Lescours aus Saint-Emilion sowie den Côtes du Rhône der Domaine Sainte-Anne. Mit dabei ist auch der Cadet de Theyron. Sämtliche Gewächse begeistern durch ihre Frucht, Würze und Geschmeidigkeit, durch die samtige Fülle und gute Struktur. Dazu gesellen sich ein vernünftiger Preis und eine wohltuende Bekömmlichkeit. All diese Zutaten ergeben das richtige Rezept für einen guten Hauswein.

Sie haben die Möglichkeit, von den vier Provenienzen ein ganzes Fass oder einen Teil davon einzukaufen, und nach Ihren Wünschen in verschiedene Flaschenformate abfüllen zu lassen. Wir garantieren die fachlich einwandfreie Abfüllung.

Hervorragender Jahrgang 2009 Der Jahrgang 2009 zählt in Frankreich zu den ganz grossen Reüssiten. Die Rebsorten konnten bei optimaler Reife geerntet werden, und die Weine besitzen Körper, sind reich an Aromen. Wir freuen uns, Ihnen unsere Hausweine des hervorragenden Jahrgangs 2009 zu den gleichen Konditionen wie in den Vorjahren anbieten zu können.

weinernte auf mas de theyron.

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10.5.2010 9:10:38 Uhr


Domaine Sainte-Anne

Cadet de Theyron

Seit nun über 30 Jahren ist die Familie Steinmaier in der abgelegenen, kargen Hochebene von Valbonne zuhause. Dank kalkhaltiger, gut drainierter Böden, einer Höhenlage von 200 Meter über Meer und einer rigorosen Ertragsbeschränkung haben ihre Weine – selbst bei grosser Sonnenscheindauer – viel Wohlgeruch und Eleganz. Sortenreinheit und der saubere Charakter kommen von der behutsamen Hand-Lese der vollreifen Früchte und einer konsequenten Sönderung. Traube für Traube wird angeschaut, im Rebberg und nochmals im Keller, und alles Ungenügende scheidet aus.

Südfrankreich ist bekannt für seine schmackhafte, unkomplizierte Küche – und wie selbstverständlich begleitet ein Glas Wein fast jede Mahlzeit. Das Schöne daran ist, dass heute auch aus renommierten Betrieben anspruchsvolle Weine für jeden Tag stammen, die preislich sehr attraktiv sind. Nach der erfolgreichen Premiere mit dem Cadet de Theyron vor vier Jahren offerieren wir Ihnen diesen Zweitwein aus unserem eigenen Rebgut Mas de Theyron wiederum im Rahmen dieses Angebotes.

Bei unserem Besuch am 19. Februar 2010 drückte uns Jean Steinmaier nach der Begrüssung verschmitzt lächelnd ein Papier in die Hand, auf dem in grossen Lettern stand: «peu mais parfait» (wenig aber perfekt). «Jetzt wissen Sie schon alles.» Wir degustierten dennoch und konnten am Schluss seine Aussage unterschreiben. Alle Weine hatten eine köstliche Frucht, waren herrlich ausgewogen, mit einer feinen, geschmeidigen Tanninstruktur und langanhaltend. Aber viele Fässer waren im Keller tatsächlich leer. Ein heftiger Hagelschlag hatte Mitte April einen Teil der zarten Rebtriebe zerstört und so die Erntemenge quasi halbiert. Doch glücklicherweise konnten sich die noch an den 60-jährigen Rebstöcken verbleibenden Trauben gut entwickeln und voll ausreifen. Côtes du Rhône Villages Domaine Sainte Anne

Cadet de Theyron Vin de Pays d‘Oc

2009 | 2009 | 2009 |

2009 | 2009 | 2009 |

¼ Fass (78x75cl) | CHF 764.40 ½ Fass (150x75cl) | CHF 1425.90 1 Fass (300x75cl) | CHF 2793.– –

Jean Steinmaiers Domaine Sainte-Anne gilt als das führende Rebgut in dieser Region. Sein Rotwein bietet sich sowohl von der Qualität als auch vom Preis her als anspruchsvoller Tischwein geradezu an. Dieser Côtes du Rhône Villages ist schmackhaft, würzig, stoffig und solide, kurz: ein hochattraktiver Tropfen. Er begleitet Charcuterie, Geflügel, weisses und rotes Fleisch ebenso gut wie Pasta oder Käse.

15 –16° C

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Der Jahrgang 2009 ist im Languedoc-Roussillon hervorragend gelungen. Geholfen hat dabei der Mistral, vertrieb er doch die Wolken, die in weiten Teilen Frankreichs für häufigen Regen sorgten. Die Temperaturen allerdings erreichten nie ein wirklich sommerliches Niveau, was andererseits entscheidend zur Ausgewogenheit und Frische der Weine beigetragen hat. Das Resultat ist höchst erfreulich ausgefallen.

2010–2012

¼ Fass (78x75cl) | CHF 842.40 ½ Fass (150x75cl) | CHF 1571.40 1 Fass (300x75cl) | CHF 3078.–

Schon im Februar dieses Jahres zeigte der Cadet seine sympathischen Charakterzüge. Er ist ein wohlschmeckender, anspruchsvoller und harmonischer Rotwein mit einer optimalen Kombination von Frucht, Geschmeidigkeit, Rückgrat und Länge. Wie gemacht für alle Speisen aus der Mittelmeerküche – von Fisch über Grilladen in allen Varianten bis zu Geflügel und Pot-au-feu – perfekt für jeden Tag.

15 –16° C

2011–2015

10.5.2010 9:10:43 Uhr


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hauswein-einkauf im fass

Château Abiet, Cru bourgeois de Cissac (Haut-Médoc) Ein guter Haut-Médoc gilt noch immer als Inbegriff für einen roten Bordeauxwein und vereint in sich alle wünschbaren Faktoren wie Finesse im Bouquet und am Gaumen, Harmonie, Zuträglichkeit und gute Lagerfähigkeit. Château Abiet entspricht seit vielen Jahrgen genau dieser Vorstellung. Der Name Abiet stand früher jeweils auf dem Zweitwein von Château Cissac, doch mit zunehmendem Rebalter konnte diese cru bourgeois-Lage separat vinifiziert werden. Glücklicherweise finden sich im Haut-Médoc nicht nur kostspielige Provenienzen von Rang und Namen, sondern auch solche, bei denen das Verhältnis von Preis und Qualität besonders günstig ist. Wie bei den grossen Gewächsen aus dem Bordelais wird auch auf Château Abiet der Traubenbehang stets überwacht und beschränkt, damit die optimale Reife erreicht werden kann. 2009 konnte auf Château Cissac unter herrlichem Sonnenschein jede Sorte, jede Parzelle zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden. Die Equipe um Marie Vialard war sichtlich stolz auf die Weine, welche sie uns präsentierte. Wir waren vom ersten Schluck an angetan und versicherten uns zweimal, ob wir nicht doch irrtümlich den grand vin von Cissac statt Château Abiet eingeschenkt bekommen hätten.

In Jahren wie 2009 liefert die Natur eine ausgezeichnete Vorlage, doch selbst bei solch grossartigen Jahrgängen muss man an Feinheiten arbeiten. So wurden beispielsweise die Trauben auf Tour-Lescours während 36 Stunden kühl gehalten, um ein Maximum an Frucht vor der Vergärung zu extrahieren. Auf Tour-Lescours wirken seit Mitte der sechziger Jahre Jacques und Michèle de La Tour du Fayet, unterstützt von ihrem Sohn Jean-Louis. Man spürt die Handschrift dieser bodenständigen, kultivierten Familie, die bei all ihren Anstrengungen Terroir und cépages voll zur Geltung bringen wollen. In den nur gerade 9 ha Rebgärten an sonnenexponierten Lagen südlich des Städtchens Saint-Emilion stehen heute über 30-jährige Weinstöcke mit einem optimalen Qualitäts-/Ertragsverhältnis (80% Merlot, 20% Cabernet-Franc). Kalkgestein im Untergrund und ein lehmhaltiger Boden, durchmischt mit rotem Sand und mittelgrossen Kieselsteinen, lassen hier finessereiche Rotweine mit geschmeidiger Frucht, eleganter Fülle und seidigen Tanninen wachsen.

Château Abiet Cru bourgeois de Cissac, Haut-Médoc

Château Tour-Lescours AC Saint-Emilion

2009 | 2009 | 2009 |

2009 | 2009 | 2009 |

¼ Fass (78x75cl) | CHF 1006.20 ½ Fass (150x75cl) | CHF 1876.95 1 Fass (300x75cl) | CHF 3676.50

Der Jungwein ist purpurfarben, vollmundig, konzentriert und frisch. Der Wein hat ausgezeichnete Anlagen und ist von beindruckender Länge. Weil der Cabernet optimal ausreifte, wurde der Merlotanteil etwas zurückgenommen und dürfte in der Assemblage rund 15% betragen. Ein Jahrgang, der sowohl in seiner jugendlichen Intensität wie auch im reifen Alter zu gefallen vermag.

15 –16° C

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Château Tour-Lescours, AC Saint-Emilion

2011–2016

¼ Fass (78x75cl) | CHF 1076.40 ½ Fass (150x75cl) | CHF 2007.90 1 Fass (300x75cl) | CHF 3933.– –

Der 2009er ergibt einen dichten, vollen Rotwein mit einem generösen Bouquet. Der Fassausbau konnte 2009 sogar etwas reduziert werden, weil die Tannine bereits in früher Phase geschmeidig und fein wirkten. Château Tour-Lescours ist ein idealer Begleiter zu Fleischgerichten und – wenn kühl serviert – sogar zu gebratenem Fisch.

15 –16° C

2011–2015

10.5.2010 9:10:49 Uhr


bestellmenge und rabatte Das Bestell-Minimum beträgt für alle Gewächse ¼ Fass (78 Flaschen). Bei Bestellungen von 150 oder 300 Flaschen gewähren wir Ihnen einen Sonderrabatt von 3% bzw. 5%. Dies gilt auch für assortierte Bestellungen.

Formate/Abfüllzuschläge Sie können alle Weine in den Formaten 75cl, 37,5cl, 50cl oder Magnum (150cl) abfüllen lassen. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie die 50cl-Flaschen in 12er, die 37,5clFlaschen in 24er und die Magnumflaschen in 6er-Einheiten bestellen. Für die Sonderformate werden folgende Abfüllzuschläge (je Flasche) verrechnet: 37,5cl: CHF 1.–– 50cl: CHF 1.–– 150cl: CHF 3.––

Auslieferung und Fakturierung Die Faktura erhalten Sie unmittelbar nach dem Bestelleingang und sie ist zahlbar innert 30 Tagen netto. Nach der Pflege auf dem Rebgut und dem Erreichen der Flaschenreife werden die Weine in das von Ihnen gewünschte Format abgefüllt und dann ausgeliefert. Die Auslieferungstermine sind wie folgt vorgesehen: Domaine Sainte-Anne: Spätherbst 2010 Cadet de Theyron: Winter 2010/Frühjahr 2011 Château Abiet: Frühjahr/Sommer 2011 Château Tour-Lescours: Frühjahr/Sommer 2011

Die Auslieferung erfolgt unter vorheriger Avisierung und franko Domizil (an eine Adresse).

barrique-keller auf mas de theyron.

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10.5.2010 9:11:06 Uhr


Im nächsten Weinklang Domaine Rossignol-Trapet und Domaine Lafarge – grosse Burgunderweine aus biodynamischem Anbau Österreichs Weinelite im Vergleich Reichmuth-Degustationen Herbst 2010 Weinklang N° 8 erscheint im September 2010

albert reichmuth ag, stauffacherstrasse 145a, postfach, ch-8026 zürich Telefon +41 44 248 35 35 Faksimile +41 44 248 35 00 E-Mail info@reichmuth.ch Website www.reichmuth.ch

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10.5.2010 9:08:25 Uhr

Weinklang Nr. 7 - Das Weinjournal der Albert Reichmuth AG  

Weinklang Nr. 7 - Das Weinjournal der Albert Reichmuth AG

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