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aufgegabelt Magazin für Kulinarik und Kultur im Weinviertel

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Grüner Veltliner & Germstriezel: Den kulinarischen Jahreskreislauf entdecken.

Mut zur Tradition Im Weinviertel verbindet sich Altbewährtes mit innovativen kulinarischen Genüssen. Die Blunze geht dabei mit gutem Beispiel voran.

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Auf’tischt is’: Platz nehmen heißt es beim Tafeln mit ­Spitzenköchen.

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Weinviertler Gaumenkino: Hier darf man ruhig tiefer ins Glas schauen.


INHALT

Geschmäcker entdecken im

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SOMMERLIEBE x 4 Es summt und brummt im Gemüse­garten

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GOLDENER WEINHERBST Von der Ernte in die Kellergasse

DER BLUNZENFLÜSTERER Sternekoch Max Stiegl interpretiert neu

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A JAUSN WIE DAMALS Schmackhaftes beim Heurigen

© WTG/Bartl

ZU JEDER ­JAHRESZEIT Schmackhafte Produkte der Region

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AUF’TISCHT IS’! Tafeln in den Weinbergen

© WTG/Bartl

GESCHICHTE DER GERICHTE Wie das Weinviertel zu seiner Kulinarik kam

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VOM GRÜNEN VELTLINER BIS ZUM GERMSTRIEZEL Die Geschmäcker der Jahreszeiten

EINE PORTION GELASSENHEIT Zwei Genießer im Interview

© WTG/Wurnig

EDITORIAL Kulinarische Einblicke

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KRAUT, RÜBE UND BLUNZE Küchenvielfalt rund um die Blutwurst

DEN FRÜHLING BEGRÜSSEN Ein alter Brauch blüht auf

© WTG/Wurnig

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WEINVIERTLER GAUMENKINO Vom Hügel ins Weinglas

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PARTNERBETRIEBE Wo die Geschmäcker zu Hause sind

Weinviertel 2 aufgegabelt


WILLKOMMEN

Einblick in den Kulinarik-Garten

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© WTG/Bartl

© Alexander Kaufmann

as Weinviertel ist eine der vielfältigsten und frucht­ barsten Gegenden Öster­ reichs, das zeigt sich ­unter anderem an den zahlreichen Be­ zeichnungen, die man der Region gibt. „Gemüsegarten“ ist etwa eine davon. Oder „Kornkammer“. Was die­ se Namen verbindet, ist ihre Natur­ verbundenheit und der Hinweis auf die regionale Kulinarik, die hier eine große Rolle spielt. Als Gast taucht man in eine authentische und ursprüngliche Region ein, die neben kulinarischen Köstlichkeiten auch zahlreiche touristische Angebote zu bieten hat. Wer Wein liebt, wird beispielsweise im Frühling beim „In die Grean gehen“ glücklich, oder wer sich in der kalten Jahreszeit mit „Krapferl“ verwöhnen lassen will, ­besucht im Weinviertler Advent ein warmes Presshaus in einer ­Kellergasse. Was das genau bedeutet und welche Möglichkeiten die Region nördlich von Wien sonst noch bereithält, finden Sie beim Blättern auf den nächsten Seiten.

UNSERE TITELHELDIN: DIE BLUNZE Der Klassiker neu interpretiert Sie hat sich den Platz am Cover mehr als verdient, gilt sie doch als geschmackliches Juwel des Weinviertels: die Blunze. Sie mag vielleicht einfach aussehen, bei der Verarbeitung ist jedoch geübtes Handwerk gefragt. Der besonderen Zubereitung widmen sich heute einige Gastronomen, zudem hat jede Region ihre eigenen Rezept-Geheimnisse. Ab Seite 14 werfen wir einen Blick in die Weinviertler Blunzen-Kochtöpfe.

Mit diesen Initiativen zeigt das Weinviertel, wie wertvoll das Handwerk und die Produkte für die Region sind. Nicht umsonst wird Niederösterreich als das „Land für Genießer“ bezeichnet, für das das Weinviertel mit seinen regionalen, klimafreundlichen Erzeugnissen sowie den typischen Weinviertler Speisen einen wichtigen Beitrag leistet. In unserem Magazin a­­ufgegabelt ler­ nen Sie die Gesichter der Region, ihre Geschichten sowie ihre liebsten Speisen kennen und können in die verschiedenen ­Jahreszeiten buchstäblich hineinschnuppern. Und wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, die vorgestellten saisonalen Gerichte gleich nachkochen! Viel Freude beim Lesen und Entdecken! Petra Bohuslav Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus und Sport

IMPRESSUM Für den Inhalt verantwortlich: Weinviertel Tourismus GmbH, Wiener Straße 1, 2170 Poysdorf, T +43 2552 3515-0, www.weinviertel.at Projektleitung: Maria Wegerth, Johannes Pleil | Redaktion & Produktion: Starmühler Agentur & Verlag | Projektmanagement: Teresa Bodi | Art-Direktion: Cornelia Gleichweit | Text: Helena Zottmann, Heidrun Henke, Simone Steurer | Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtümer und Änderungen vorbehalten. © 2019 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit gendern wir unsere Texte nicht. Dies impliziert keine Geschlechterdiskriminierung, Frauen und Männer sollen sich gleichermaßen von unseren Inhalten angesprochen fühlen. Danke für Ihr Verständnis.

Weinviertel 3 aufgegabelt


Die Vielfalt des Weinviertels zeigt sich in der Kulinarik, in der Landschaft und in den Geschichten.

Geschichte der Gerichte Die Küche des Weinviertels ist fest mit der Geschichte der Region verbunden. Das Gebiet war stets geprägt von großen kulturellen Umwälzungen, von wechselnden Herrschaftsverhältnissen und unterschiedlichen Sprachen. Das spiegelt sich auch in der Kulinarik wider.

© Eigenverlag Staasdorf

„A Mugl frisch Brot, dazua a guats Schmoids, a bissl Soiz  und a Schlipfi Wei,  des schmeckt fei.“ 

Aus: Highuacht und Aufgschriebm – Niederösterreichisches Mundartlexikon von Fritz und Margareta Renner.

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m Süden die Donau, im Norden und Osten die Grenze zur Tsche­ chischen Republik und zur Slowa­ kei, im Westen der Manhartsberg – so grenzt sich das Weinviertel in Niederösterreich geografisch ab. Die Region ist bekannt für ihren kulina­ rischen Reichtum, den die Gegend zu einem großen Teil einem eiszeit­ lichen Naturschauspiel zu verdanken hat: Löss, Flugsand aus den Schotter­ terrassen riesiger Flusstäler, reicherte vor zehntausenden Jahren den Grund mit Nährstoffen an und sorgte da­ für, dass sich hier im Weinviertel die fruchtbarsten Böden Österreichs bil­ deten. Kein Wunder, dass hier so viele agrarische Produkte gedeihen: Erdäp­ Weinviertel 4 aufgegabelt

fel, Getreide, Obst und Gemüse und natürlich der Wein. Als „Weinviertel“ wird die Region erst seit rund 100 Jahren bezeichnet, doch nicht nur der Wein spielt hier eine kulinarische Hauptrolle. Die klingenden Beinamen „Kornkammer ­Österreichs, Gemüse­ garten Wiens“ – kommen nicht von ungefähr. Region mit Grenzüberschreitung Wo vor einigen Jahrzehnten noch der Eiserne Vorhang den Osten vom Westen trennte, blieb das Weinviertel nach dem Zweiten Weltkrieg großteils von Globalisierung und Industrialisie­ rung verschont. Heute erfreuen sich Besucher und Ortsansässige an einer

© WTG/Bartl, shutterstock.com, Weinviertiel Tourismus, Christine Wurnig

GESCHICHTE


GESCHICHTE

EIBRENN Gries oder Weizen­ mehl mit Butter gebraten FISOIN Weiße Bohnen (nicht grüne Bohnenstangen wie andernorts) GOLATSCHEN Mit Topfen oder Früchten gefüllte Plunderteigtaschen LIWANZEN Pfannküchlein, serviert mit Powidl und Topfencreme POWIDL Zwetschkenbzw. Pflaumenmus WUCHTELN Flaumiges Germteiggebäck gefüllt mit Marillen- oder Powidlmarmelade, serviert mit Vanillesauce oder mit pikanter Begleitspeise wie Erdäpfelsuppe oder Fisolen ZWEKKALN Handgemachte, nudelartige, kleine Teigwaren, die mit einer Gries- oder BröselEinbrenn serviert werden

weitgehend intakten Natur und der kleinstrukturierten Landwirtschaft. Diese Voraussetzungen bringen die vielen regionalen Produkte hervor, die bei den Weinviertler Heurigen und regionalen Wirtshäusern auf den Tischen landen. Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren die heu­ tigen Nachbarländer Tschechien und Slowakei Teil der k.u.k.-Monarchie und haben ihre Einflüsse in der hie­ sigen Küche hinterlassen. Das Wein­ viertel hatte damals wie heute die Funktion als Brückenregion zwischen Wien und Böhmen und Mähren inne, was zu einem fruchtbaren, kulinari­ schen Austausch führte, der die Re­ gion speiste und den man bis heute schmecken kann: Böhmische Klas­ siker wie „Wuchteln“, „Golatschen“ und „Liwanzen“ fanden längst Einzug in die regionale und österreichische Küche.

Deftig, süß und sauer Zu Hause im Weinviertel wird auch heute noch traditionell gekocht. Da gibt es süß-saure Schmankerl wie „Wuchteln“ mit Erdäpfelsuppe, „Fisoin mit Eibrenn“ oder „Zwek­ kaln“. Die Küche ist nahrhaft, deftig und vor allem köstlich. Als Besucher muss man sich dafür ein wenig mit Vokabular ausrüsten: Als „Zwekkaln“ bezeichnet man kleine Teigwaren, die mit Gries oder Bröseln „abgetrieben“, also in einer Butter-Gries-Mischung gebraten, werden. Dazu die obligate „Fisoinsuppn“ oder die weißen Boh­ nen mit Einbrenn und Knoblauch. Werden unter Fisolen sonst die grü­ nen, langen Bohnenstränge verstan­ den, so meint man im Weinviertel dabei weiße Bohnen. Als eiweißrei­ che Energiespender werden sie auch heute noch mit Vorliebe zu süßen Speisen gereicht. So darf es eben nicht verwundern, wenn man zu Fiso­ len mit Einbrenn (sprich: „Fisoin mid Eibrenn“) auch das süße Germteig­ gebäck „Wuchtln mid Powidl“ ser­ viert bekommt. Abgesehen von den Klassikern aus Omas Zeiten orientiert man sich im Weinviertel gern an den saisonalen und regionalen Schätzen, die in den Küchen der Region ihre kulinarische Vollendung finden. So fand natürlich auch der Kürbis in die Weinviertler Küche, Steinobstbäume wie Marillen, Weingartenpfirsich und Zwetschken bereichern Picknickkör­ be und die süße Küche. In Hanfthal beweisen Produzenten und Wirte seit vielen Jahren, wie mit Hanf köst­ lich aufgetischt werden kann. Es ist das Besinnen auf Regionalität, die ­Wertschätzung des Bodens und der Fokus auf saisonale Produkte, die das Weinviertel – neben dem Wein – kuli­ narisch so besonders machen. Weinviertel 5 aufgegabelt

© Edition Winkler-Hermaden

Dialektlexikon

Buchtipp: Michael Staribacher; „Sterzfresser und Gnackwetzer“ Dorf-Spitznamen von 300 Orten des Weinviertels und deren Herleitung.

Von Lavendelzupfern und Loantigern Oft war es ein Streich des Nachbar­orts oder eine geografische Besonderheit, die für die liebevoll-beleidigenden Spitznamen der Weinviertler Dorfbe­ wohner gesorgt haben. In B ­ isamberg leben z.B. die „Lavendelzupfer“, was unschwer von den örtlichen Laven­ delfeldern herzuleiten ist. Die san­ digen Böden der Region sorgten für zahlreiche „Sandhasen“ – wo der Boden lehmiger war, wird man ­„Loantiger“ genannt. Die Münichst­ haler wurden zu „Kirschbaronen“ und in Poysdorf leben die „Bochschwanz­ ler“, die sich – wohl mit einem Glas Grünen Veltliner – am örtlichen Bach zum Tratschen, dem „Schwanzeln“, trafen. Die Geschichten hinter den Dialektwörtern ergeben sich manch­ mal von selbst, oft geht es aber nicht ohne Erklärung – wer also im Wein­ viertel über eine seltsam anmutende Ortsbezeichnung stolpert, der tut gut daran, nachzufragen. Dahinter könn­ te sich eine amüsante Geschichte verbergen.


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JAHRESKREISLAUF

FRÜHLING

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April

Wenn beim Spaziergang plötzlich dieser würzig-scharfe Geruch in die Nase steigt und man reflex­ artig die Wiese nach den länglichen Blättern abzusuchen beginnt, ist es klar: Endlich, der Frühling und die Bärlauchzeit sind da! Und schon driften die Gedanken weiter zu Spargel, Ei, Radieschen und – oh, wie hielt man es über­ haupt so lange ohne aus – die ersten Erdbeeren des Jahres.

Vom Grünen Veltliner

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Weinviertel 6 aufgegabelt

Jä n n

Die Erdäpfel und Zwiebel sind eingelagert, auf den Feldern picken Krähen noch vereinzelt Gemüseres­ te aus der frostigen Erde. Jetzt ist es Zeit für süßes Gebäck, und während der Striezel im Ofen ist, versammeln sich alle in der warmen Backstube zum Tee. In dieser Jahreszeit darf es auch gern deftiger sein, zudem braucht es verstärkt Vitamine. Da bekommt einem die Blunzen wohl. Dazu eingelegte Rote Rüben, Essiggurkerl und für die Schärfe ein bisschen Kren. Mahlzeit!

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WINTER

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Jede Jahreszeit im Weinviertel hat ihren ganz eigenen Geschmack. Die saisonalen Köstlichkeiten prägen dabei nicht nur Speisekarten, sondern laden auch zu kulinarischen Events ein. Auf den folgenden Seiten finden Sie bereits einige Kostproben. Lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen!


JAHRESKREISLAUF

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SOMMER

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Der Sommer ist die Jahreszeit, in der der Kopf ab und zu Pause machen darf und vielleicht sogar zu Tagträumen beginnt: Ein großer Garten, darin Himbeerbüsche und Ribiselstauden, Früchte in den schönsten Rot- und Pinktönen. Es ist noch früh am Morgen und die bloßen Füße streifen durch das taunasse Gras, als man eine Hand voll Beeren pflückt, zwei für jetzt, die anderen für später, aufs Müsli, zum Frühstück. Mmmh – man wird ja wohl noch träumen dürfen.

A u g us t

bis zum Germstriezel

© Weinviertel Tourismus/Astrid Bartl

S e p te m

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Ok

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Weinviertel 7 aufgegabelt

HERBST

Mit leicht bitterem Geschmack empfängt der österreichische Weingartenpfirsich den bunten Herbst. In den Weingärten wird er reif, während nebenan die Trauben des nächsten Jahrgangs geerntet werden. Beim Heurigen wird Sturm ausgeschenkt, die Gäste strecken ihre Gesichter gierig in die Herbst­ sonne und stärken sich bei einer Heurigenjause. Guten Appetit!

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FRÜHLING

Den Frühling begrüßen Beim Wandern durch die frühlingshaften Weingärten wird einem die wunderbare Natur samt ihrer reichhaltigen Schätze so richtig bewusst. Das Weinviertel und seine Winzer laden „in die Grean“ ein.

EVENT-TIPP IN DIE GREAN GEHEN Dieser alte Früh­ lingsbrauch lebt im Weinviertel weiter. Dabei wandert man durch die Weinber­ ge, fängt die ersten Sonnenstrahlen ein, begegnet Land und Leuten, genießt köstliche Speisen und die herrlichen Weine der Region. Winzer, Weingüter und Hotels bieten spezielle Ange­ bote und Packages: www.weinviertel.at/ grean-urlaubs­ angebot

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ine bis heute beliebte Tradition im Weinviertel ist das „In die Grean ge­ hen“, was nichts anderes als „Ins Grüne gehen“ bedeutet. Ursprünglich besuchten die Winzer mit den Lesehelfern des Vorjahres am Ostermontag die Wein­ berge, um den jungen Wein zu verkosten und sich bei einer zünftigen Jause zu stär­ ken. Damit wollten sie ihren Dank ausdrü­ cken und den Segen für das kommende Jahr erbitten. Außerdem diente die Tradition als Motivation, im nächsten Herbst wieder im Betrieb mitzuhelfen. Alter Brauch, neu interpretiert Wer heute „in die Grean geht“, heißt – ebenfalls in Begleitung eines Winzers – den Frühling willkommen und wandert in gesel­ liger Runde durch die aufblühende Natur. Als 3-Tages-Ausflug von Weingütern in der Region angeboten, umfasst das Programm zwei Übernachtungen inkl. Frühstück, ein 4-Gänge-Menü mit Weinbegleitung am Anreiseabend sowie den erwähnten Wein­ gartenspaziergang. Auch Tagesausflüge sind möglich. „In die Grean gehen“ kann man z.B. mit Winzerin Aloisia Bohrn, die den Weingut-Genießerhof Bohrn in Herrn­ baumgarten betreibt. Jedes Jahr im Frühling führt sie ihre Gäste durch die hauseigenen Weinberge, dabei erzählt sie von den Reb­ sorten, der Region und ihrem Heimatort, der als „das verruckte Dorf“ gilt. Kein Wunder, hier gibt es einen Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen und ein Nonseum. Weinviertel 8 aufgegabelt

Idyllische Kellergassen Nach einem ausgiebigen Spaziergang in den Weingärten besucht man mit Aloisia Bohrn die idyllischen Kellergassen, in die links und rechts die Bäume hineinwachsen, oft schon mit Knospen und Blüten versehen. Dort wird dann auch der Tisch für die traditionelle Jause gedeckt: frisches Brot, g’schmackiger Speck, Aufstriche mit gerade eben gepflück­ ten Frühlingskräutern und der neue Jung­ wein verwöhnen die müden Wanderer. „Bei mir wandert man schon eine Stunde, bevor es zum Jausnen geht. Aber meine Gäste machen das gern, denn das Naturerlebnis steht im Vordergrund und alle genießen den Frühling mit den ersten Sonnenstrahlen. Und nach einer Portion frischer Weinviertler Luft schmeckt auch gleich das Essen besser.“ Traditionen bewahren „In die Grean“ wird von Ostern bis Pfings­ ten angeboten. Der Brauch geriet durch die zunehmende Mechanisierung und den damit verbundenen Lesehelfer-Rückgang etwas in Vergessenheit. Weil diese Traditi­ on allerdings eine einzigartige Besonderheit ist, wurde sie in die Liste des Immateriellen Kulturerbes Österreichs der UNESCO aufge­ nommen. „Oft staunen meine Gäste, wie viel man beim Weinbau noch mit der Hand erledigen muss. Sie verkosten den Wein da­ für auch mit größerer Ehrfurcht“, freut sich Aloisia Bohrn.

© Weinviertel Tourismus/Astrid Bartl

–––– ALOISIA BOHRN ist Winzerin und Gastgeberin in Herrnbaumgarten. www.weingut-bohrn.at


FRÜHLING

Nach dem Ausflug in die Weinberge wartet eine traditionelle Jause inklusive junger Weine auf die fleißigen Wanderer.

EVENT-TIPP WEINTOUR Der neue Weinjahr­ gang muss verkostet werden! Am besten im großen Stil und früh­ lingshaften Ambiente an der Weinstraße. Im Rahmen der Weintour laden rund 250 Winzer neugierige Genießer zum Degustieren ein: www.weintour.at

REZEPT-TIPP

© Cherie Hansson

Video zum Nachkochen: Spargelpfanne

Weinviertel 9 aufgegabelt


© WTG/Bartl

SOMMER

REZEPT-TIPP

Der Sommer lässt keine ­Gelegenheit aus, sich in seiner Farben- und Geschmacksvielfalt zu präsentieren.

© shutterstock.com /Brent Hofacker

am Feld, die Sonne steht hoch, die Luft flirrt vor Hitze. Während die Trauben noch an den Reben reifen, steht anderes Obst und Gemüse bereits in voller Pracht. Am Baum, auf der Staude und auf der Erde lockt das Weinviertler Sommergemüse mit seinen Farben und will geerntet werden. Die vier hier Vorgestellten lieben den Sommer besonders.

© Cherie Hansson

Video zum Nachkochen: Marillenknödel

© pixabay

© WTG/Bartl

Es summt und brummt


SOMMER

Sommerliebe Der Sommer steht auch im Weinviertel ganz im Zeichen des frisch geernteten Gemüses – nicht umsonst wird das Weinviertel gern auch „Gemüsegarten Wiens“ genannt.

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Paradeiser

Marille

(Lycopersicon esculentum)

(Prunus armeniaca)

Paradiesapfel, Paradeiser, Baradeis – die Tomate hat viele Namen und mindestens ­ ­genauso viele Zuschreibungen. So wird dem roten „Liebes­apfel“ auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben, obwohl das wissen­ schaftlich gesehen leider nicht haltbar ist. Aber egal – der Paradiesapfel ist eben ein paradiesi­ sches Produkt, und so konnte sich – besonders in Ostösterreich – der Name Paradeiser halten. Durch seinen erstaunlichen Formen- und Farb­ reichtum wurde der Paradeiser zur Symbol­ pflanze der Sortenvielfalt – im Weinviertel gedeihen die prachtvollen Früchte bei idealen Voraussetzungen und das in all ihren schil­ lernden Varianten. Obwohl der Großteil der verkauften Paradeiser rot ist – die Mehrheit der vielfältigen Sorten sind gelb, braun und violett.

Auch wenn sie das kulinarische Aushänge­ schild der Nachbarregion ist – die Marille hat es im Weinviertel zu großem Ruhm gebracht. Allein im Raum Poysdorf werden jährlich auf rund 350 Hektar Marillen angebaut. Die süße, sämig-weiche Frucht ist seit jeher zentraler Bestandteil der Region. Das Steinobst ist aber sehr wetterfühlig und hat nur eine kurze Rei­ fezeit, was den Genuss der Marille zu einem saisonalen Leckerbissen macht. Ende Juni läu­ tet sie den Sommer ein und ist vielleicht gera­ de deshalb in der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Kuchen, Fruchtaufstriche, Kompotte und Delikatessen lassen sich aus dieser köstli­ chen Frucht zaubern, die nicht nur durch ihren Geschmack, sondern auch mit ihren hübschen roten Bäckchen die Herzen erfreut.

Gurke

Paprika & Chili

(Cucumis sativus)

(Capsicum spp.)

Als Mitglied der Kürbisgewächse sind für die Gurke – ebenso wie für den Kürbis – im Wein­ viertel die besten Voraussetzungen gegeben. Die wärmebedürftige Feldfrucht benötigt für ihr Wachstum mindestens 12  °C, und die findet sie vor allem im östlichen Weinviertel durch das pannonische Klima bereits früh im Jahr vor. Dort werden Salat-, Feld- und Essig­ gurken kultiviert, die Besucher beim Heurigen genießen können oder in den Hofläden der Produzenten direkt für Zuhause einkaufen können.

Auch Paprika und Chili haben’s gern warm. Ge­ meinsam mit vielen anderen wärmeliebenden und trockenheitsrestistenten Sorten finden sie mehr und mehr Einzug in den ostösterrei­ chischen Gemüsebau. Die Paprika kann man für zahlreiche Rezepte einsetzen – man denke an Letscho, gefüllte Paprika oder das Gulasch. Auch roh oder eingelegt – insbesondere die milde Pfefferoni – findet man das Gemüse gern auf Heurigenplatten oder auf den soge­ nannten Trankler­broten (mehr dazu auf S. 23).

Weinviertel 11 aufgegabelt

EVENT-TIPP PICKNICK TO GO Mit einer Decke zwi­ schen den Reb­stöcken oder auf einem schattigen Bankerl am Waldrand – für einen gelungenen Sommernachmittag genügt oft ein gut gefüllter Picknickkorb. Wer sich dabei von der Weinviertler Kulinarik überzeugen lassen will, lässt sich einfach einen Picknickkorb mit regionalen und sai­ sonalen Schmankerln zusammenstellen. Der Weinviertler Pick­ nickkorb ist immer im Sommer bei teilneh­ menden Wirten in zwei Größen erhältlich: www.weinviertel.at/ picknick-im-weinviertel


HERBST

Goldener Weinherbst Mitte August beginnt die fünfte Jahreszeit im Weinviertel: der Weinherbst. Dieser bringt nicht nur die Weinlese, sondern auch die Ernte zahlreicher anderer regional typischer Feldfrüchte.

EVENT-TIPP WEINHERBST Egal ob Weinlesefest, Herbstfest oder Keller­ gassenführungen: Zwischen Spätsom­ mer und Adventszeit hat das Weinviertel kulinarische Höchst­ genüsse zu bieten. Ein Blick in den Veran­ staltungskalender hilft bei der Auswahl: www.veranstaltungen.weinviertel.at

Erdäpfel, Kürbis und Zwiebel werden typischerweise im Herbst geerntet.

W

enn die warme Herbstsonne das Land in ihr goldgelbes Licht taucht, die Winzer beim Kellergassenfest ihre Tore öffnen und die Weinstraße so richtig auflebt, dann ist der Weinherbst gekom­ men. Hier prosten einander Einheimische und Gäs­ te zu, um auf die großzügigen Gaben der Region anzustoßen. Es ist die Zeit der spätsommerlichen Gelassenheit, gleichzeitig ist die Weinlese in vollem Gange. In dieser Zeit genießen die Menschen den frischen Sturm und erste Erntefrüchte, während die Winzer sich gegenseitig mit Angeboten über­ trumpfen: Von offenen Kellertüren und Festen in den zahlreichen Kellergassen über Heurigentage bei Weingütern bis zum Reblaus-Express in Retz mit kulinarischer und Wein-Begleitung.

ter und pürierter Form zum „Powidl“. Als Fruch­ taufstrich kommt sie so aufs Frühstücksbrot, in die beliebten „Wuchteln“ oder gemeinsam mit einer Topfencreme auch auf Liwanzen (siehe Dialektlexi­ kon auf S. 5!). Aber auch pur, im Zwetschkenröster, als feuriger Zwetschkenbrand oder Likör begeistert die Frucht Jung und Alt. Der Weingartenpfirsich ist ebenso vielfältig und findet in unterschiedlichen Gerichten und Getränken Verwendung. Pur und ungekocht, als Marmelade, Saft oder sogar gegrillt als Beilage – mit seiner intensiven Süße und der leicht bitter bis herben Note eignet sich die Frucht für zahlreiche verschiedene Gerichte. Auch im Weingarten macht sie stets eine gute Figur: Als Partner der Rebstöcke ist der Weingartepfirsich ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität am Weinberg.

Herbstzeit ist Erntezeit Der Weinherbst steht ganz im Zeichen der Ernte. Jetzt wird nicht nur der Wein gelesen, sondern auch das reife Obst und Gemüse von den Feldern einge­ holt. Dazu zählen Erdäpfel, Zwiebel, Kürbis und die unterschiedlichsten Früchte in den Weingärten. Gängig sind beispielsweise der Weingartenpfirsich und die Zwetschke, die in der Folge die Weinviert­ ler Gerichte verfeinern und für eine Fülle an kuli­ narischen Besonderheiten sorgen. Die Zwetschke heißt in Deutschland Pflaume und wird in gedörr­

Früchte des Bodens Das Weinviertel mit seinen sandig-lehmigen Bö­ den eignet sich ganz besonders für den Kürbis-, Zwiebel- und Erdäpfelanbau. Die Bodenknolle wur­ de im 18. Jahrhundert zur Zeit Maria Theresias im Weinviertel eingeführt und sorgt auch heute noch mit rund 6.000 Hektar Anbaufläche für ein Viertel der gesamtösterreichischen Erdäpfelernte. Auch die Zwiebel findet im Weinviertel, besonders im Raum Laa an der Thaya, ihre bevorzugten Böden. Weiße und rote Zwiebeln dienen nicht nur als Ba­

Weinviertel 12 aufgegabelt


HERBST

EVENT-TIPP WEINKENNERWEEKEND An nur einem Wochen­ende zum Weinkenner werden? Bei diesem Ange­ bot lernen Sie die Vielfalt der Aromen sowie die wichtigs­ ten Wein-Vokabeln kennen und sind dabei bei einem Winzer Ihrer Wahl untergebracht. Direkt am Ort des Geschehens mit einer oder zwei Nächten Aufenthalt inklusive uriger Winzerjause! Als Andenken gibt es ein Weinkenner-­Diplom. www.weinviertel.at/ o-weinkenner

Der Pfarrkirche Wartberg erhebt sich über die herbstliche Weinlandschaft.

© Weinviertel Tourismus/POV/Robert Herbst

REZEPT-TIPP

© Cherie Hansson

Video zum Nachkochen: Kürbisgulasch

© Weinviertel Tourismus/Astrid Bartl

AUF AN’ DURSCHT IN DER KELLERGASSE sis diverser Gerichte, aus der Zwiebel lassen sich besondere Schmankerl zaubern: Rotzwiebelragout, Weinviertler Zwiebelsuppe oder Zwiebelmarmela­ de, die vorzugsweise zu Fleischgerichten serviert wird. Der Herbst ist natürlich auch die Zeit des Kür­ bisgerichts: Im Weinviertel wird er liebevoll „Bluza“ genannt und auf rund 500 Hektar angebaut. Er ist die größte Beere der Welt und überzeugt mit seiner sämigen Süße nicht nur in Suppen und Eintöpfen, sondern auch als gebackene Beilage, als Pürree und sogar in Kuchen und Süßspeisen.

Auf an’ Durscht eing’låden werden – das kann ei­ nem nur in einer Kellergasse passieren. Was das bedeutet, ist schnell erklärt: ein Glas Grüner Velt­ liner und das Portmonnaie darf in der Hosenta­ sche bleiben. Wer in einer Kellergasse eingeladen wird, erfährt die warmherzige Gastfreundschaft des Weinviertels und bekommt mit etwas Glück eine persönliche Kellergassenführung dazu: Einst als kahle Löcher in den sandigen Lössboden gegraben, wo die Menschen Erdäpfel, anderes Wintergemüse und vor allem Wein lagerten, befinden sich heute hinter weiß geschlemmten Fassaden die geheim­ nisvollen Weinkeller privater Besitzer.

Tipp: Ein herzhaftes Kürbisgulasch ist in dieser Zeit eine ganz besondere Gaumenfreude. Weinviertel 13 aufgegabelt


WINTER

Gelebte Tradition Wenn es draußen kalt wird, vertreibt man sich die Zeit gern mit geselligen Spielen.

Die Spitzenköche zeigten beim Live-­Kochen, dass die Blunze auch in Form von Crumble, Tarte und Sushi (v.l.n.r) vorzüglich schmeckt.

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raditionell um die Allerheili­ genzeit wird im Weinviertel bei langen Spieleabenden um den Striezel gewürfelt („geposcht“). Das alte Spiel wurde schon in der Monar­ chie gespielt und fand mit dem süßen Gebäck einen Einsatz, der niemanden in den finanziellen Ruin stürzt, aber trotzdem heiß umkämpft ist. Drei Würfel, ein Striezel Jeder Spieler hat drei Würfe mit drei Würfeln – wie viele Runden gespielt werden und welche Sonderregeln (z.  B. Extra­ punkte für drei gleiche Würfelergebnisse) zum Einsatz kommen, wird zu Beginn am Tisch verhandelt. Pro Runde gewinnt die höchste Augenzahl, am Ende des Spiels werden die Summen ermittelt. Fällt ein Würfel vom Tisch oder stößt jemand sein Glas um, muss Strafe gezahlt werden; je nach Vereinbarung beinhaltet diese Strafe das Einzahlen in die Kasse oder eine Flasche Wein. Wein ist beim Striezel posch’n zent­ raler Bestandteil dieser geselligen, amüsanten Beschäftigung – denn neben einem köstlichen Striezel nimmt nicht nur der Gewinner mit hoher Wahrscheinlichkeit einen klei­ nen Schwips mit nach Hause.

Kraut, Rübe und Blunze Im Oktober 2019 lud Weinviertel Tourismus zum WinterKulinarikevent in den Althof Retz. Bei der „Weinviertler Küchenvielfalt“ ging es dieses Mal um die Blunze und ihre liebsten Begleiter: Kraut und Rübe.

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or der Erfindung des Kühlhauses war Essen eine höchst saisonale Angelegenheit. Fleisch hatte nämlich auch einmal eine Saison und die begann mit den sin­ kenden Temperaturen – wenn das Fleisch gut verarbei­ tet werden konnte und in der Speis’ lange hielt. Damals wurden bei der Fleischverwertung sämtliche Tierteile verarbeitet, und so entstand neben zahlreichen fleischigen Festtagsgerichten auch jenes geschmackliche Juwel, das im Weinviertel den Herbst und Winter einläutet: die Blutwurst, hier auch Blunzen genannt. Mit dem Rückbesinnen auf die Saisonen und dem Wiederbeleben lange bewährter Methoden – Nose to tail, wie die ganzheitliche Fleischverarbeitung heute genannt wird – schaffen es heimische Wirte, Bauern und eben auch die Spitzengastronomie, traditio­ nelle Rezepte vor dem Vergessen zu bewahren. Weinviertel 14 aufgegabelt


WINTER

BLUNZENMISCHUNG Knochensuppe, alte Semmeln und Blut sind die zentra­ len Bestandteile der Blunze – im Sinne der ganzheitlichen Verwertung werden auch Innereien und sogar das wenige Fleisch vom gekochten Sauschädel gelöst, faschiert und in der Blunze verwurstet. Frische sowie geröstete Zwiebeln, Speck und Gewürze dürfen ebenso nicht fehlen – die Ge­ würzmischung beinhaltet jedenfalls Piment und Thymi­ an, hier können sich je nach Produzent und Region un­ terschiedliche Nuancen finden. Auch ob Innereien in der Blunze landen, ist je nach Machart unterschiedlich. Am Ende kommt jedenfalls das tief­rote Schweinsblut hinzu, das der Blutwurst ihren Namen und die intensive Farbe verleiht.

REZEPT-TIPP

© Cherie Hansson

Video zum Nachkochen: Blunze mit Sauerkraut und Salzerdäpfeln

© Weinviertel Tourismus/Astrid Bartl

Spaziergang durch die kulinarischen Möglichkeiten Es war ein Vier-Gänge-Menü der Sonderklasse und bewies die vielfältigen Möglichkeiten eines jahrhundertealten Klassikers: Von der Blunzentarte auf Rote-Rüben-Dip über die Blunzensup­ pe mit fermentierter Gemüseeinlage oder die Blunzen-Sushi bis zum Waller auf Selleriepürree mit Blunzen-Crumble – die Wein­ viertler Großmutter hätte sich wohl über diese ausgefallenen In­ terpretationen gewundert. Denn traditionell kommt die Blunze im Ganzen gebraten oder als Blunzengröstl auf den Tisch. Heuti­ gen kulinarischen Ansprüchen wird dieses Ensemble mehr als gerecht – und damit hätte sich auch die kritischste Weinviertler Großmutter überzeugen lassen. Start einer neuen Eventreihe Mit der Blunze wurde im Althof Retz Ende Oktober 2019 eine Rundschau durch den kulinarischen Jahreskreislauf des Wein­ viertels eingeläutet; in der nächsten Auflage der Weinviertler Küchenvielfalt wird der historisch überwiegend vegetarische ­ Sommer mit seinen Obst- und Gemüse-Genüssen im Zentrum stehen. Mehr Infos zum Event: www.weinviertel.at/weinviertler-kuechenvielfalt Weinviertel 15 aufgegabelt

Die Protagonisten des Kochevents interpretierten die Blunze auf innovative Art neu.

EVENT-TIPP WEINVIERTLER ADVENT Wenn einem sonst der Winter­ wind um die behaubten Häupter weht, öffnen sich beim Weinviertler Advent die Kellergassentore und laden ins warme Kellerstöckl ein, wo sich mit den hier „Krapferl“ genannten Weihnachtskeksen der Adventbrauchtum in seiner au­ thentischsten Form erleben lässt. www.weinviertel.at/advent


WINTER

Der Blunzenflüsterer Max Stiegl ist Sternekoch im burgenländischen Gut Purbach, wo er sich mit saisonalen und regionalen Rezepten und deren Neuinterpretation befasst. Wie gut das funktioniert, zeigte er bei der Weinviertler Küchenvielfalt im Althof Retz im Oktober 2019. Wieso er sich in die Blunze verliebt hat, erzählt er hier.

Für die Zubereitung der Blunzensuppe hängt Max Stiegl die Blutwurst im Teebeutel in die klare Schweinssuppe. So geht der Geschmack am besten in die Brühe über.

© Weinviertel Tourismus/Astrid Bartl

Lieber Herr Stiegl, Sie sind dafür bekannt, vorwiegend mit regionalen Zutaten zu kochen – wie nähern Sie sich an eine neue Region an? Ich esse mich gerne in eine Region ein. Da koste ich mich durch Speisekarten, schaue, was es bei regionalen Produzenten am Markt zu entdecken gibt, und lasse mich von Ortsansässigen beraten. Kulinarik ist ein wichtiger Teil unserer Kultur, deswegen kann man das Essen niemals getrennt von den Menschen einer Region betrachten. Die Blunze stand bei der Weinviertler Küchenvielfalt im Oktober 2019 im Zentrum – was bedeutet denn Ihnen die Blutwurst? Mich haben Blunzengerichte von Anfang an begeistert. Die Blunze sieht so einfach aus, ist aber nicht zu unterschätzen. Bei der Verarbeitung und Zubereitung ist wirklich geübtes Handwerk gefragt. Spannend ist auch, dass die Blunze in jeder Region anders hergestellt wird. Wir machen sie mit Sem­ melwürfeln, in Ungarn kommt Reis hinein, im Elsass wird sie mit Getreide gemacht. Ich arbeite schon lange mit der Blunze und sie passt hervorragend in die kühlere, winterli­ che Jahreszeit. Wenn es draußen nur mehr 10 Grad oder weniger hat, ist ein Blunzen­ gericht mit einer Erdäpfelbeilage die beste Mahlzeit. Nose to Tail ist wieder in aller Munde, gerade die Blunze wird auch im Heurigen gern kalt mit Senf und Kren serviert. Wie bereiten Sie die Blunze am liebsten zu? Weinviertel 16 aufgegabelt

Dazu fallen mir sofort hunderttausend Gerichte ein! Gebacken in Tempurateig schmeckt sie ganz hervorragend, köstlich und wieder ganz anders, wenn sie einfach in Mehl, Ei und Brösel paniert wird; oder eben als intensive, winterliche Blunzensuppe – man kann so viele Sachen machen! Sie ist ein fantastisches Grundprodukt, das man wunderbar verfeinern kann. Sie leben und arbeiten im Burgenland – woher kommt Ihre Verbindung zum Weinviertel? Zum Weinviertel hat mich ein ehemaliger Koch in Gut Purbach gebracht: Der Wein­ viertler Matthias Herbst kochte lange Zeit bei uns, hat inzwischen selbst eine Haube und führt sein eigenes Gasthaus in Hanfthal nahe Laa an der Thaya. Er hat uns durchs Weinviertel geführt und die Spezialitäten der Region gezeigt. Das Weinviertel ist ein sensationell schönes Gebiet mit einer groß­ artigen Produktvielfalt! Wussten Sie, dass man im Weinviertel gerne Wuchteln mit Erdäpfel- oder Gemüsesuppe kombiniert? Tatsächlich? Das wusste ich nicht, aber das wundert mich überhaupt nicht – auch im Burgenland essen wir Erdäpfelsuppe mit Apfelstrudel, daher kann ich mir diese Kom­ bination gut vorstellen. Was verbindet das Weinviertel mit dem Burgenland sonst noch? Die Regionen haben sehr viel gemeinsam: die Bodenständigkeit und die Gastfreund­ schaft und natürlich den guten Wein!


LECKERBISSEN

Zu jeder Jahreszeit Neben den vielen saisonalen Besonder­heiten bietet das Weinviertel auch unzählige Produkte, die ganzjährig die Gaumen erfreuen. Dabei wird auf Altbewährtes gesetzt und Traditionelles neu gedacht.

ZARTE PRALINEN,

Einwohnern, entstehen in der ZART Pralinen Manufaktur außergewöhnliche Pralinen und Konfekt. Nachhaltigkeit, Handarbeit und regionale Spezialitäten stehen hier im Zentrum, und so kann es auch mal vorkommen, dass in die Kreationen heimische Zwiebeln wandern.

Regionalität wird groß­ geschrieben: Aus der großen Anzahl an Produzenten und Gastronomen haben sich

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gemeinsam mit Wein­ viertel Tourismus auf die Suche nach der traditio­ nellen Weinviertler Küche gemacht. Eine Übersicht finden Sie auf S. 26–27.

Der Bienenlehrpfad Ober­ leiserberg informiert über die wertvollen Nützlinge.

ÖLE Sonnenblumenöl ist der tägliche Begleiter der Weinviertler Küche, doch auch Kernöl ist besonders bei Heurigen beliebt. Wer es gerne ausgefallener mag, probiert etwa ein nussiges Hanföl. In der Gillimühle in Eggenburg widmet man sich besonders feinen Ölen, die sich für die kalte Küche eignen: Lein- und Färberdistelöl zum Beispiel veredeln Jausenbrote, Suppen und sogar Desserts.

Weinviertel 17 aufgegabelt

© pixaby

2.000

ZIEGE UND ZIEGENKÄSE Früher waren sie das Arme-Leute-Haustier schlechthin, heute sorgen sie für kulinarische Wiederentdeckung im Weinviertel. Die Hausziege findet langsam wieder zurück in die Höfe, und ihr Hauptprodukt, die Milch, wird zu köstlichen Produkten verarbeitet. Der Ziegenhof Klampfl in Loosdorf ist einer, der auch zahlreiche Heurige der Region beliefert.

© Hanfland/w4media.at

In Staatz, einem kleinen, idyllischen Ort im Weinviertel mit einer historischen Burgruine und gerade einmal

© pixaby

GARANTIERT HANDGEMACHT

Bewusstsein für Nützlinge steigt HONIG Imker gibt und gab es im Weinviertel schon immer. Als Bestäuber dienten Bienen hauptsächlich für Weingartenpfirsiche, Zwetschken und anderes Obst, Wein schafft die Bestäubung mit Hilfe des Windes. Wer mehr zur Biene erfahren möchte, kann sich am Bienenlehrpfad Oberleiserberg im Weinviertel über das Leben und Wirken der Biene genauer informieren.

GEWÜRZE UND KRÄUTER Die Verwendung ­frischer Kräuter ist zentraler Bestandteil der Weinviertler Küche. Dille, Petersilie oder der hier Kudlkraut genannte Thymian finden sich in Saucen, Salaten und diversen Gerichten. Auch der Safran war stets von Bedeutung im Weinviertel, fand sich doch im gepflegten Vorgarten eines jeden Bauernhauses eine Safranpflanze – denn Safran wächst, wo auch der Wein wächst, wie man hier zu sagen pflegt.


TAFELN IM WEINVIERTEL

Auf’tischt is’! Heimische Spitzenköche kredenzen aus regionalen Zutaten ein fulminantes 5-Gänge-Menü und präsentieren es an den schönsten Schauplätzen des Weinviertels. Gespeist wird an einer langen Tafel unter freiem Himmel.

M

artin Weiler war von Anfang an beim Ta­ feln im Weinviertel dabei, als Wirt ver­ steht sich, denn er betreibt selbst den Gasthof Weiler in Laa an der Thaya, der im ganzen Land für seine hervorragende Weinviert­ ler Küche geschätzt wird. Im Sommer verwöhnt er, zusammen mit anderen Köchen aus der Region, die Gäste an einem besonders schönen, nicht all­ täglichen Ort in der freien Natur und lädt an eine weiß gedeckte Tafel im Grünen ein: ob mitten in den Weinbergen, in den Kellergassen oder umge­ ben von Schlossmauern – Hauptsache der Platz ist ausgefallen und stimmungsvoll. Das Schwierigste beim Tafeln ist die Unsicherheit mit dem Wetter.

EVENT-TIPP TAFELN Die Tage werden länger, die Tafeln auch. Unter freiem Himmel lässt es sich im Sommer am besten genießen. Vor allem wenn die Spitzenköche des Wein­ viertels an einem der schönsten Schauplätze der Region mit einem ­5-Gänge-Menü aufwar­ ten, ist die Stimmung am Zenit. Ein Überblick über die idyllischs­ ten Tafeln 2020: www.weinviertel.at/ tafeln-im-weinviertel

Weinviertel 18 aufgegabelt

Deshalb muss es zu jeder Traumlocation auch eine Schlechtwettervariante geben, die in kurzer Ent­ fernung zu erreichen ist – meist befinden sie sich direkt daneben. Außergewöhnliche Speiseplätze Martin Weiler überlegt sich jedes Jahr wieder neue „Austragungsorte“ für sein raffiniertes 5-Gän­ ge-Menü, das immer wieder leicht adaptiert und an die Umgebung angepasst wird. Auch die ande­ ren Gastgeber haben eindrucksvolles Ambiente zu bieten: Besonders schön tafeln lässt es sich bei­ spielsweise im romantischen Schloss Mühlbach, im Schatten der Retzer Windmühle, beim Weingar­


© Weinviertel Tourismus/Christine Wurnig

TAFELN IM WEINVIERTEL

ten-Labyrinth, mit Blick auf die Burg Kreuzenstein, im Englischen Garten in Heldenberg oder am kai­ serlichen Barockschloss in Schlosshof. Die Winzer, die für die passende Weinbegleitung sorgen, prä­ sentieren und kommentieren ihre Weine persön­ lich vor Ort, eine Band sorgt für die musikalische Tafel-Untermalung und die schöne Landschaft mit Blick ins Land rundet das kulinarische Erlebnis ab.

SO SCHMECKT TAFELN

Der Reiz des Ursprünglichen Die Hälfte der Gäste kommt aus der weiteren Um­ gebung oder aus Wien, doch auch aus Tirol und Deutschland reisen immer wieder Gäste an, um an diesem besonderen Event teilzunehmen. Denn das Tafeln bringt den Wirtsleuten auch eine neue Klientel, die besonderen Wert auf Qualität und Re­ gionalität legen und sich vom Mainstream-Gast abheben. Zusätzlich, erzählt uns Martin Weiler, wollen alle hinaus ins Grüne und dort essen, wo es im Sommer am schönsten ist. So ist das Tafeln für die Wirtsleute der Umgebung ein willkommenes Event, um den Gästen etwas Besonderes zu bie­ ten. Die gelungene Kombination aus traumhafter Landschaft und großartiger Spitzengastronomie feiert 2020 ihr 10-jähriges Jubiläum.

Lachsforelle gebeizt – Ingwergurken – Kräutersalat – Brotcroutons – Dille

Koch Martin Weiler präsentiert ein Tafel-Beispielmenü inkl. passender Weinbegleitung

Riesling „Ried Krainholz“ Alte Reben, Weingut Frank Gebackenes Ei – Karfiolpüree – Schmorgemüse – Sprossen Grüner Veltliner „Bürsting“ Magnum, Weingut Ebner-Ebenauer –––– MARTIN WEILER bespielt die Tafel seit 10 Jahren und überlegt sich jedes Mal ein neues Konzept.

Schweinsfilet im Kräutermantel – Kohlrabi – Erdäpfelpüree – Petersilie Weissburgunder „Adamsbergen“, Weingut Frank Zweierlei vom Staatzer Angusrind Beiried rosa gebraten – Geschmorte Wade – Liebstöckl.Griesschnitten – Jungzwiebel.Paradeisgemüse Chardonnay „Black Edition“, Weingut Ebner-Ebenauer Zweigelt „Ried Altenbergen“, Weingut Frank Rahm.Marillen.Crème Brûlée – Beeren – Marillensorbet – karamellisierte Strudelblätter Traminer „Maxendorf“, Weingut Ebner-Ebenauer

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INTERVIEW

Eine Portion Gelassenheit Um sich im Weinviertel zu Hause zu fühlen, muss man nicht unbedingt hier geboren sein. Die Menschen sind vielfältig, doch sie haben in der Regel eines gemeinsam: die Fähigkeit, das Leben in vollen Zügen zu genießen.

W

Was hat Euch ins Weinviertel verschlagen? Jimmy: Ich war immer schon wohnhaft in dieser Gegend, ich bin hier geboren, aber als Kind oder Jugendlicher will man einfach weg von hier. Das hab ich dann auch gemacht und bin nach Wien geflüchtet. Als ich Jahre spä­ ter dann wieder auf Besuch gekommen bin ins Weinvier­ tel, da hat auf einmal wieder alles gepasst und ich wollte bleiben. Eva: Ich bin ursprünglich aus Graz, damals auch ein Ort, wo man unbedingt wegwollte als junge Revoluzzerin. Es folgten viele Jahre in der Großstadt, doch bald fehlten mir die Luft und das Grün. Irgend­ wann war ich dann zufällig im Weinviertel, und von die­ sem Moment an wusste ich: „Das ist jetzt meines“. Mit 28 bin ich hier sesshaft gewor­ den und hab mir ein Haus gekauft. Ich sehe mich selbst als Weinviertlerin, denn hier fühle ich mich zu Hause.

© Heidrun Henke

enn Krimi-Autorin Eva Rossmann und ­M usik-Kabarettist Jimmy Schlager über das Weinviertel sprechen, spürt man ihre Verbundenheit zu Land und Leuten. Genuss steht für die beiden immer am Speiseplan. Genauso wie eine große Portion Spaß und „Wahnsinn“.

Eva Rossmann und Jimmy Schlager sind Weinviertler aus Überzeugung.

Was macht die Faszination dieser Gegend für Euch aus? Jimmy: Der Wein natürlich! Und die Grundgelassenheit der Menschen, das gefällt mir. Im Sinn von: „Was Du heute kannst besorgen, das kannst du leicht auch morgen ma­

chen“. Es gibt auch viele schrä­ ge Typen, der Wahnsinn hat hier eine gewisse Dichte. Aber genau diese Begegnungen brauche ich ja auch für meine Texte, das inspiriert ... Eva: Ich mag diese Unaufge­ regtheit des Weinviertels, alles kommt hier so langsam daher

Weinviertel 20 aufgegabelt

und man wird von nichts und niemandem abgelenkt – und das ist schön! Für mich ist das Weinviertel ein perfekter Rückzugsort geworden. Zu­ gegeben, die Nähe zu Wien macht das Weinviertel auch attraktiv. Man kann anfallsar­ tig in die Großstadt eintau­ chen – ist aber im Nu auch wieder draußen. Im Weinvier­ tel kommt man mit den un­ terschiedlichsten Menschen in Kontakt, Wien ist zu groß, da bewegt man sich dann auto­ matisch in gewissen Bubbles, aber hier, speziell beim Wirts­ haus, kommen alle zusam­ men. Die einzelnen Charakte­ re sind in meinem Hinterkopf gespeichert und irgendwann kommen sie dann vielleicht als Figur in einem neuen Krimi zum Vorschein ... Gibt es im Weinviertel eine Art Künstlerszene? Eva: Gott sei Dank nicht, sol­ che Szenen gibt es schon genug. Das Weinviertel ist ideal für Individualisten. Als ein bisserl exotisch gelten wir ja noch immer. Aber ich will mich auch nicht übera­ daptieren, ich gehöre sicher nicht dem politischen Main­ stream des Dorfes an, ich ma­ che auch keine Pommes beim Stadtfest oder keine kunstvoll verzierten Krapferl (Weinviert­ ler Kekse und kleine Bäckerei) und ich zieh’ noch immer kein Dirndl an.


GENUSSTOUR

Auf Tour durch die Region Durch die herrliche Landschaft touren, pausieren und Weinviertler Köstlichkeiten probieren.

D

ie Genusstour ist ein sinn­ licher Streifzug durch die idyllischen Weiten des Wein­ viertels, bei dem der Geschmacks­ sinn voll auf seine Kosten kommt und der kulinarische Reichtum der Region präsentiert wird – und sie ist wahrscheinlich die einfachste und köstlichste Art, sich dem Weinvier­ tel auf kulinarischer Ebene zu nä­ hern. Ausgewählte Betriebe öffnen an einem bestimmten Tag im Früh­ ling bei der Marchfelder Genusstour und im Sommer bei der Tour durchs nord-östliche Weinviertel ihre Pfor­ ten und gewähren einen Blick hinter die Kulissen, wo sie ihre Produkte und deren Herstellung präsentie­ ren. Die Palette reicht von Spargel, Erdbeeren, über Sauerteigbrot und Käse bis hin zu Bio-Gemüse, selbst­ gebrautem Bier oder Limonaden – je nach Saison. Das Schöne ist, man kann gleich dreimal genießen: zuerst beim Entdecken des Betriebes, dann beim Verkosten und zuletzt beim

Was zeichnet die Kulinarik des Weinviertels aus? Eva: Aus dem, was da ist, was Gutes machen – so kocht man im Wein­ viertel. Oft brauchst Du ja nur ein, zwei gute Zutaten. Neulich hab ich ein Kürbiscarpaccio gemacht: ein­ fach nur den Kürbis hauchdünn auf­ schneiden und marinieren. Wem das zu vegetarisch ist, der legt einfach ei­ nen Weinviertler Rohschinken dazu. Weißt Du, wie köstlich das schmeckt? Übrigens zählte das Weinviertel im 19. Jahrhundert zum Trüffelexport­ gebiet Nummer 1. Das verrät heute noch unsere Menükarte.

„Für mich ist das Weinviertel ein perfekter Rückzugsort geworden. Man kann bei Bedarf anfallsartig in die Großstadt eintauchen – ist aber im Nu auch wieder draußen.“ Eva Rossmann, Krimi-Autorin

Jimmy: Das weinviertlerische Einkau­ fen zum Beispiel: auf der Straße von Obersdorf nach Auersthal, da ist eine richtige Genuss-Shoppingmeile ent­ standen, da haben viele Bauern ihre Stände draußen und Du nimmst Dir, was du brauchst, und schmeißt dafür 3 Euro in die Box. Die Standln haben immer geöffnet: da gibt’s Eier, Kürbis, Geflügel, Fisolen, Erdäpfel ... alles, was die Saison gerade hergibt, alles extra-regional. © Weinviertel Tourismus/Himml

Wie hängen Kunst, Kultur und Kulinarik zusammen? Eva: Das ist doch alles, was das gute Leben ausmacht. Alles, was über die Grundversorgung hinaus geht und wo der Spaß beginnt ...

Der Spezialitätenkorb des Weinviertels ist prall gefüllt: vom Sauerteigbrot über die Blunze bis zum selbstgebrauten Bier. Bei der Genusstour trifft man sie alle.

Weinviertel 21 aufgegabelt

Mitnehmen und Einkaufen. Es wer­ den Erlebnisführungen, Workshops, Schaukochen und vieles mehr ange­ boten. Und wenn man dann so rich­ tig in Genießerlaune ist, kann man sich auf diese Tour einen ganzen Tag lang von Betrieb zu Betrieb durchs Weinviertel kosten.

EVENT-TIPP GENUSSTOUREN Bei den Genusstouren führen Produzenten alle zwei Stunden kostenlos durch ihre Betriebe, ­laden zum Verkosten ein und bieten ihre regionalen Produkte­zum Verkauf an. Informationen zu den nächsten Ge­ nusstouren und alle teilnehmenden Be­ triebe finden Sie auf: www.weinviertel.at/ ­genusstour


HEURIGEN

A Jausn wie damals Nirgends taucht man authentischer in die traditionsreiche, kulinarische Welt des Weinviertels ein als beim Heurigen. Nur Winzer dürfen den Heurigen betreiben – mit Produkten aus eigener Erzeugung.

EVENT-TIPP HEURIGEN-APP Beim Heurigen kommen die Leut’ zam. Die Öffnungszeiten der Weinviertler Betriebe finden Sie in der Heurigen-App. Mehr Infos dazu unter: www.weinviertel.at/ heurigenapp

S

elbst gekelterter Wein, hausgemachte Auf­ striche, frisch gebackenes Brot – die Spei­ sekarte beim Heurigen ist zwar klein, aber umso authentischer. Hier gibt es Produkte aus eigener Herstellung, vom Fleischer ums Eck oder anderen Produzenten aus der Region. Nach­ barschaftliche Bande werden gepflegt und auf die Qualität wird vertraut. Das traditionelle Recht, ei­ genen Wein ohne Gewerbeschein ausschenken zu dürfen, geht auf eine Zirkularverordnung des Kaisers Joseph II. aus dem Jahr 1784 zurück. Diese Verordnung erlaubte es den Winzern und Bauern, selbst hergestellte Lebensmittel, Obstmost und eben ihren Wein zu verkaufen. Seither dürfen Heu­ rige mit den selbst hergestellten Lebensmitteln ihre exquisite Palette an hausgemachten Köstlich­ keiten auftischen. Den Heurigen abhalten Ursprünglich hielt der Heurige ein einmaliges Event ab, bei dem Sturm und Wein der aktuellen (=  „heurigen“) Ernte vorgestellt wurden. Daher auch der Name. Zum Glück hat sich diese Tradition geändert: Die Heurigen kann man inzwischen das ganze Jahr über besuchen, auch wenn sie sich an Weinviertel 22 aufgegabelt

Ein absoluter Klassiker ist das Kellergatschbrot, das man am besten mit einem Glas frischem Sturm genießt.

REZEPT-TIPP

© Cherie Hansson

Video zum Nachkochen: Heurigenaufstriche


HEURIGEN

Noch in den 1960er-Jahren war es üblich, zum Heurigen sein Essen selbst mitzubringen, weil kleinere Betriebe – neben Wein – nur eine höchst bescheidene Aus­ wahl an Speisen boten, oft nur Brot und Nüsse. Heute überlässt man die kulinarische Verpflegung mit hausgemachten Schmankerln gern den Heurigenbetreibern.

Schwein zum Rind bis zur Ziege – aufgegabelt wird, was Region und Saison gerade bieten. Tranklerbrot und Grüner Veltliner Wer sich nicht entscheiden kann, bestellt beim Heurigen einfach ein „Trankler- oder Bärenbrot“, bei dem auf einer ca. 30 cm langen Brotscheibe alles zu finden ist, was die Speisekarte zu bieten hat. Oder man entscheidet sich für eine ausgiebi­ ge Brettljaus’n, dafür braucht’s aber meist mehr als ein, zwei Münder. Auf der Brettljaus’n fehlt weder die deftige Fleischkost noch eine Reihe er­ frischender Aufstriche und Beilagen, so sind die prächtig gefüllten Jausenteller ideal für gesellige Spätnachmittage. Dazu gibt’s – saisonabhängig – ein Gläschen Weinviertel DAC oder frischen Sturm. Mahlzeit!

© pixabay

© pixabay

Köstliche, kalte Küche Während die Heurigen nahe und in der Großstadt Wien wie gewerbliche Betriebe auch warme Spei­ sen und Kaffee anbieten dürfen, befindet sich im Weinviertler Heurigen ausschließlich Kaltes auf der Speisekarte. So darf es nicht verwundern, wenn das Wienerschnitzel oder der Topfenstrudel mit Kaffee auf der Karte fehlen. Dafür gibt es hausgemachte Aufstriche, Selbstgebackenes und regional bezoge­ nes Brot. Dazu werden feine Wurst- und Schinken­ aufschnitte vom Schweinsbraten und eingelegtes Gemüse gereicht. Sonst steht Schmalzbrot mit fein geschnittenen Zwiebeln auf der Karte, Bratl­ fett-Brot, natürlich die Blunze oder das Weinviert­ ler Must-have, der „Köllagatsch“ – grob faschierter Wurstaufstrich mit Essiggurkerl, Paprika und May­ onnaise. Die Aufstriche sind meist deftig und wür­ zig, doch auch wer’s vegetarisch bevorzugt, kommt mit dem klassischen Liptauer auf seine Kosten. Gütlich tut man sich auch an den regionalen (Zie­ gen-)Käsespezialitäten, selten ist ein Käseaufstrich gleichzeitig so frisch und intensiv. Vom Wild zum

Brot und Nüsse

© Andrew Nash

© Weinviertel Tourismus/Astrid Bartl

saisonale Öffnungszeiten halten müssen. Alle paar Wochen müssen Ruhephasen eingehalten werden, die ursprünglich zum Arbeiten in den Weingärten genutzt wurden, und so schließt der Heurige seine Pforten regelmäßig für einige Zeit. Damit die hung­ rigen Besucher stets verköstigt werden können, wird sich in der Region abgewechselt. Wer wann wo geöffnet hat, konnte man früher lediglich am ausg’steckten Buschen erkennen. Heute ist diese Info praktisch unterwegs in der Heurigen-App ab­ rufbar.

BUSCHEN

ÄHRE UND TRAUBE

HEURIGENBANK

„Ausg’steckt is’!“ Die Öffnungszeiten der Heurigen lassen sich über regionale Heurigenkalender oder die Heurigen-App eruieren. Am einfachsten erkennt man einen geöffneten Heurigen allerdings am Buschen und der leuchtenden Laterne. Am Ende der Saison wird auch heute noch der Buschen verbrannt.

Wein und Korn – das sind die Hauptpro­ dukte des Weinviertels. Boden und Lage der Region eignen sich für deren Produk­ tion nahezu perfekt. Die vielen Sonnen­ tage lassen üppige Trauben reifen und prächtiges Korn gedeihen. Nicht umsonst findet man die Symbole auf zahlreichen Ortswappen und Gemeindesiegeln.

Sonst kennt man sie meist als Bierbank, aber wenn der Wiener und der Weinviert­ ler vom Heurigenbankerl spricht, meint er nichts anderes. Die praktische Tischgar­ nitur wird mit einem sauberen Tischtuch und allerlei Schmankerl gedeckt, und schon bietet die Heurigenbank genug Platz für alle noch so spontanen Gäste.

Weinviertel 23 aufgegabelt


WEINVIERTEL DAC

Weinviertler Gaumenkino Was wäre das Weinviertel ohne seine hervorragenden Weine? Diesen verdankt die Region nicht nur ihren Namen, sondern auch die wunderschönen Weingärten, die sich an die sanften Hügel schmiegen, die stimmige Heurigenkultur und wohl auch die entspannte, von Herzen kommende Gastfreundschaft.

E

gal, ob man entlang der ge­ pflegten Weingärten fährt, mit dem Rad unterwegs ist oder zu Fuß die Landschaft genießt, es sind sehr oft Trauben des Grü­ nen Veltliners, die hier das Auge er­ freuen. Der Grüne Veltliner ist nicht nur Österreichs Paradeweinsorte, das Weinviertel ist auch Grüner-­ Veltliner-Weltmeister. Die Hälfte des weltweiten Bestandes wächst hier in der Region zu hochwertigen Wei­

nen heran, die zu Recht seit langem Lieblinge der Österreicher sind und auch international für Furore sorgen. So kommt es immer öfter vor, dass in den trendigen Bars oder Restaurants von New York über London bis Hong­ kong Sommeliers einen „Grooner“ empfehlen. Die Basis liegt immer in der Natur Den einzigartigen Geschmack ver­ dankt der Grüne Veltliner den viel­ Weinviertel 24 aufgegabelt

schichtigen Böden, den warmen Sonnentagen, den kühlenden Win­ den aus dem Norden und natürlich dem exzellenten Wissen der Winzer – ihr faszinierendes Zusammenspiel sorgt Jahr für Jahr für einzigartige Weine, die ein Paradebeispiel regio­ naler Herkunft sind. Die Weinviertler Winzer haben sich daher bereits im Jahr 2002 dazu entschieden, dem typischen Grünen Veltliner aus der Region mit einer Herkunftstypizi­


WEINVIERTEL DAC

© Regionales Weinkomitee Weinviertel/Anna Stöcher

das international bereits bestens eta­ bliert ist und so auch Gästen aus dem Ausland eine leichte Wiedererken­ nung ermöglicht. Zu erkennen ist der Weinviertel DAC übrigens ganz einfach an der einheitlichen Flaschenkapsel, auf der das Weinviertel schematisch abgebildet ist. Ein Weinviertel DAC kann nur jener Grüne Veltliner aus dem Weinvier­ tel werden, der als Qualitätswein bei Blindverkostungen einer unabhängi­ gen Weinkommission beweist, dass er den regionaltypischen Charakter aufweist. Der Weinviertel DAC setzt also Kriterien an, die über den Qua­ litätsweinstatus hinausgehen – und das schmeckt man eben!

Wein aus dem Weinviertel Das Weinviertel verfügt über

13.860 ha Rebfläche.

6.700 ha sind mit Grünem Veltliner bepflanzt.

Weinviertel DAC – Herkunft, die man blind erkennt Das Weinviertel hat damals eine Vor­ reiterrolle übernommen, denn es war das erste Weinbaugebiet Österreichs, das sich dafür entschieden hat, für den eindeutigen und jederzeit wieder­ erkennbaren Charakter seiner Grünen Veltliner einzutreten. Der Begriff DAC leitet sich übrigens von der Bezeich­ nung Districtus Austriae Controllatus ab – die DAC-Regelung orientiert sich am Herkunftsprinzip, wie wir sie aus vielen romanischen Ländern schon kennen, etwa DOC in Italien oder AOC in Frankreich – ein Qualitätsmerkmal,

1.350 Winzer bewirtschaften die Weingärten. Weltweit wächst jeder zweite Grüner Veltliner Rebstock im Weinviertel.

© Regionales Weinkomitee Weinviertel

tät auszuzeichnen – die Geburt des Weinviertel DAC.

Pfeffriger Gaumenschmeichler Der Weinviertel DAC zeichnet sich durch eine hell- bis grüngelbe Farbe und einen fruchtigen, würzig-pfeffri­ gen Geschmack aus. Ein Weinviertel DAC ist stets trocken, sein Alkoholge­ halt liegt zwischen 12 und 13 Vol.-% , der Wein darf weder einen Holz- noch Botrytiston – eine beim Süßwein be­ gehrte Edelfäulnisnote – aufweisen. Zur Assoziation an grünen, weißen und bei höherer Reife auch schwar­ zen Pfeffer kommen fruchtbetontes Bukett und frische Säure. Seit dem Jahrgang 2009 gibt es übrigens ne­ ben der klassisch-trockenen, frischen Variante auch die kräftige Spielart Weinviertel DAC Reserve. Genussfest mit Grünem Veltliner Genießen kann man den Weinvier­ tel DAC ganz wunderbar bei der aus­ gezeichneten Heurigenkultur der Region, die Traditionelles und Moder­ nes wunderbar miteinander vereint. Der Grüne Veltliner ist DER Klassiker zum Schnitzel oder auch zur Brettl­ jause, seine besondere Finesse ent­ faltet sich aber auch zu Speisen aus der asiatischen Küche – es gibt also viel zu entdecken beim Weinviertler Gaumen­kino.

Weinviertel 25 aufgegabelt

GUT ZU WISSEN › DAC steht für ­„Districtus Austriae­ Controllatus“. › Jeder DAC ist ein ge­ bietstypischer Quali­ tätswein des angegebe­ nen Weinbaugebietes. › Weinviertel DAC besteht zu 100 % aus Grü­ nem Veltliner aus dem Weinviertel. › Der Geschmack ist frisch, fruchtig, würzig. › Ist leicht erkennbar an der einheitlichen Flaschenkapsel. › Weinviertel DAC Reserve ist ein besonders cha­ raktervoller und kom­ plexer Grüner Veltliner und somit Aushänge­ schild und Top-Wein der Weinviertler Winzer. › Qualitätsweine aus anderen Rebsorten tragen die Herkunft „Niederösterreich“ auf dem Etikett. www.weinvierteldac.at


PARTNERBETRIEBE

1

Spargel Iser Florianigasse 8A 2232 Aderklaa 02247 2593 office@iser.at

15

Bäckerei MüllerGartner Rathausstraße 18 2301 Groß-Enzersdorf 02249 2310 reservierung@muellergartner.at

29

Hofladen Graf & Greis Im Dorf 73 2130 Hüttendorf 0676 3437785 susi.grafgreis@gmx.at

43

Biohof Schmidt Nr. 501 2135 Neudorf/Staatz 02523 6645 bio.schmidt@aon.at

2

Marillenhof Hackl Dorfstraße 20 2191 Atzelsdorf 02574 28628 office@hackls-marille.at

16

Bioprodukte Schramm Hauptstraße 139 2212 Großengersdorf 0676 5259880 naturkorn@bio-schramm.at

30

I love you honey Am Bergbrunnen 6 2192 Kettlasbrunn 0650 4537306 hallo@iloveyouhoney.at

44

Gwandtlhof Kellergasse – Alte Ried 2272 Niederabsdorf 0650 9209077 feinesvomland@gwandtlhof.at

3

Kartoffelladen Hellmer Hauptstraße 141 2214 Auersthal 0664 3745138 info@kartoffelladen.at

17

Bauernmarkt Großrußbach In der Trift 2114 Großrußbach 0699 10572900 lisi.kohlfock@aon.at

31

Kraftladen Kleinbaumgarten 57 2154 Kleinbaumgarten 0650 6667026 florian.forster@hotmail.com

45

Marillenglück Zimmermann Hauptstraße 185 2124 Oberkreuzstetten 0664 5353488 helmut.zimmermann.ok@gmx.at

4

Schlosswirt Bisamberg Hauptstraße 1a 2102 Bisamberg 0664 3902092 kontakt@schlosswirt-bisamberg.at

18

TOP-Heuriger Stefan Oberschil Schlossgasse 17 2102 Hagenbrunn 02262 672780 oberschil@aon.at

32

Gasthaus Weiler Staatsbahnstr. 60 2136 Laa an der Thaya 02522 2379 martin@weilerlaa.at

46

Gasthaus Goldenes Bründl Waldstraße 125 2105 Oberrohrbach 02266 80495 gasthaus@goldenesbruendl.at

5

Schlosskeller Bockfließ Schlossplatz 5 2213 Bockfließ 02288 2268 info@schlosskeller.at

19

Gasthaus Herbst Hanfthal 48 2136 Hanfthal 02522 2480 hanfthal48@gmail.com

33

Steiner’s - Annenheim Restaurant & Cafe Hauptplatz 6 2126 Ladendorf 02575 21266 steiners-annenheim@aon.at

47

MILCH.KASinO Hauptstraße 69 2120 Obersdorf 0664 3785037 gottfried.roegner@aon.at

6

Biohof BonaTerra Franz-Mair-Straße 31 2232 Deutsch-Wagram 02247 241467 ab-hof@bonaterra.at

20

Hanfland Hanfthal 41 2136 Hanfthal 02522 85395 office@hanfland.at

34

Biobeerengarten Hummel Loosdorf 95 2133 Loosdorf 0676 5129386 info@biobeerengarten.at

48

Weydner Wirtshaus Schönfelder Str. 2 2295 Oberweiden 02284 20153 info@weydner-wirtshaus.at

7

Marchfelderhof Bockfließerstraße 31 2232 Deutsch-Wagram 02247 22430 office@marchfelderhof.at

21

Gastwirtschaft Neunläuf Wienerstraße 4 2193 Hobersdorf 02573 25999 office@neunlaeuf.at

35

Ziegenhof Klampfl Loosdorf 43 2133 Loosdorf 02524 8652 info@ziegenhofklampfl.at

49

Imkerei Mr. Bien Neusiedlzeile 46 2304 Orth/Donau 0699 10986898 office@mr-bien.at

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Jö’s Frucht Franz-Mair-Straße 11 2232 Deutsch-Wagram 0650 7604022 lisa.joechlinger@gmx.at

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Kleedorfer, Spargel, Obst und mehr Am Anger 8 2011 Höbersdorf 0676 5192197 info@abhof-kleedorfer.at

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Weindomizil Hagn Hauptstraße 154 2024 Mailberg 0676 849015861 reservierung@hagn-weingut.at

50

Wiebogen Leopold und Claudia Neusiedlzeile 10 2304 Orth/Donau 0699 10827381 leopold.wiebogen@aon.at

9

aÖ Iss Dialekt Erzherzog-Karl-Ring 17 3730 Eggenburg 0664 4554153 info@iss-dialekt.at

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Gasthaus zum Schwarzen Adler Obere Hauptstraße 2 2223 Hohenruppersdorf 02574 85150 gemeindegasthaus@aon.at

37

Spargel Sulzmann Marchfeldstraße 9 2304 Mannsdorf 02212 2414 spargel@sulzmann.at

51

Gasthof Hotel Raymund Pernersdorf 93 2052 Pernersdorf 02944 8220 office@hotel-raymund.at

10

Stadthotel Eggenburg Kremser Straße 8 3730 Eggenburrg 02984 3531 info@oppitz.at

24

Cafe Hollakoch Elsa-Brandström-Straße 1 2020 Hollabrunn 0676 812773101 sbz.hollabrunn@ noebetreuungszentrum.at

38

Solo-Select Kirchengasse 1 2304 Mannsdorf 0676 7024100 office@solo-select.at

52

Gasthaus Schreiber Bahnstraße 2 2170 Poysdorf 02552 2348 office@gasthaus-schreiber.at

11

Gasthof und Pension Scheiterer Hauptstraße 37–39 2202 Enzersfeld 02262 673329 scheiterer@aon.at

25

Regionenshop & Bistro Sparkassegasse 1 2020 Hollabrunn 02952 3335380 regionenshop@hollabrunn.gv.at

39

Biohof Gerhard Michaeler Hauptstraße 56 2293 Marchegg 02285 64077 office@biogemuese-marchfeld.com

53

Hotel Neustifter Am Golfplatz 9 2170 Poysdorf 02552 20606 info@hotel-neustifter.at

12

Genusswerkstatt sieben:schläfer Kellergasse 8 2162 Falkenstein 02554 88086 sevi@7schlaefer.at

26

Fleischerei Hofmann Sparkassegasse 26–28 2020 Hollabrunn 02952 21630 info@fleischhauerei-hofmann.at

40

Weingut Zuschmann-Schöfmann Winzerstraße 52 2223 Martinsdorf 0664 3676689 office@zuschmann.at

54

Obstbaumschule Schreiber Körnergasse 6 2170 Poysdorf 0664 1511449 martina@schreiber-baum.at

13

Bio-Imkerei Blütenstaub Habichtweg 8 2230 Gänserdorf 0664 1630516 bluetenstaubgf@gmx.at

27

Gasthaus Rammel Lothringer Platz 11 2020 Hollabrunn 02952 2161 gasthausrammel@gmx.at

41

Weingut Stopfer Minichhofen 7 3720 Minichhofen 02958 82798 office@weingut-stopfer.at

55

Edlinger-Theuringer Altes Dorf 10 2281 Raasdorf 02249 89385 info@edlingers.at

14

ADAMAH BioHof Glinzendorf 7 2282 Glinzendorf 02248 222413 biohof@adamah.at

28

Wagner’s Wirtshaus Gschmeidlerstraße 32 2020 Hollabrunn 02952 20560 catering@diewagners.at

42

MoSo-Markt Hauptstraße 19 2125 Neubau 0650 9114676 markus.wegerth@mosomarkt.at

56

**** Landgut & SPA Althof Retz Althofgasse 14 2070 Retz 02942 37110 office@althof.at

Weinviertel 26 aufgegabelt


Th

TSCHECHIEN

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58 57

67 56

Retz

32

72 51

19 36

60

43

12

Laa a.d. Thaya

20

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WALDVIERTEL

53 54 52

63 31

70

35 34

9

Poysdorf

10

Eggenburg

21 29

24 25 26 27 28

Hollabrunn 69

S3

WEINVIERTEL

33

42

2

45

17

44

30

Mistelbach

73

A5

41

40 23

SLOWAKEI

22

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62

59

46

Wolkersdorf 65

Donau

64

Stockerau 4

Korneuburg

11

71

3

47 16

18 6 7

5

Gänserndorf

66

13

48

1 8

74

Marchegg 39

68 55

14 61

NIEDERÖSTERREICH

15

WIEN

38 37

50 49

57

Weinbar Weinquartier Hauptplatz 4–5 2070 Retz 0660 5273673 weinbar@weinquartier.at

62

BIO Bauernhof PUR Wienerstraße 13 2011 Sierndorf 0664 3968673 info@pur-apfel.at

67

Pollak’s Wirtshaus – Der Retzbacherhof Bahnstraße 1 2074 Unterretzbach 02942 20171 pollak@retzbacherhof.at

72

Gasthaus Bsteh Nr. 57/58 2064 Wulzeshofen 02527 203 bsteh@aon.at

58

Retzer Delikatessen Josef Misson-Siedlung 1 2070 Retz 02942 2387 office@retzer.at

63

Zart Pralinen Chocolate Makers Burgring 17 2134 Staatz 0664 5933414 kontakt@zartpralinen.at

68

Marchfelder Storchenbräu Erste Straße 7 2284 Untersiebenbrunn 02286 27422 office@storchenbraeu.at

73

Gasthaus Zum Grünen Baum Landstraße 1 2225 Zistersdorf 02532 81555 gasthaus.zumgruenenbaum@ utanet.at

59

Buchingers Gasthaus Zur Alten Schule Wolkersdorfer Straße 6 2122 Riedenthal 02245 82500 manfred@buchingers.at

64

Hotel-Restaurant Schweinberger Hauptstraße 6 2100 Stetten 02262 673488 office@schweinberger.co.at

69

Erlebnishof Huber Unterthern 9 3701 Unterthern 02955 7336 erlebnishofhuber@gmail.com

74

Biohof Bubenicek-Meiberger Dorfstraße 33 2295 Zwerndorf 0664 73667674 info@biohof-bm.at

60

W4 – Wein Genuss Kultur Im Ziegelstadl 1 3743 Röschitz 0699 10000907 team@w-4.at

65

HOPFELD – Restaurant DREIKÖNIGSHOF Hauptstraße 29–31 2000 Stockerau 02266 62788 familie@hopfeld.at

70

neunzehn77.com Waltersdorf 101 2134 Waltersdorf/Staatz 0664 5321333 ap@neunzehn77.com

61

Restaurant „Zum weißen Pfau“ Schloss Hof 1 2294 Schlosshof 02285 20000831 sloboda@schlossgastronomie.at

66

Geier. Die Bäckerei Anton-Lendler-Gasse 21 2231 Strasshof 02287 2331 baeckerei@geier.at

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Genusskoarl Resselstraße 16 2120 Wolkersdorf 0664 9205181 office@genusskoarl.at

Weinviertel 27 aufgegabelt


Die kulinarischen Spezialitäten des Weinviertels aufgegabelt! Nirgendwohin passt das Weinviertel besser als ins „Land für Genießer“, wie Niederösterreich auch genannt wird. Denn die zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten, die die Region bietet, machen nicht nur dem Gaumen eine Freude. Jedes Gericht erzählt Geschichten von Brauchtum, Tradition und dem respektvollen Umgang mit regionalen Produkten. So schmeckt das Weinviertel!

CZ

Weinviertel SK

Wien

Bregenz

Salzburg

St. Pölten

Niederösterreich

Innsbruck

CH

Klagenfurt

SLO

H

Information & Buchung Weinviertel Tourismus GmbH Wiener Straße 1, 2170 Poysdorf T +43 2552 3515 incoming@weinviertel.at www.weinviertel.at

© WTG/Himml

© WTG/Wurnig

I

Graz

Eisenstadt

© WTG/Bartl

Linz

D

Regionale Spezialitäten in wunderschönem Ambiente ver­ kosten – das Weinviertel birgt viele kulinarische Schätze.

Profile for Weinviertel Tourismus GmbH

aufgegabelt  

Magazin für Kulinarik und Kultur im Weinviertel

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Profile for wein4tel
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