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Einsichten eines ›Sonnenköstlers‹ - im Darwin-Jahr 2009 1Der Gott, der Gold und Marmor schuf und eine Welt voll Wunder, steht eh im höchsten Schöpferruf von Elefant bis Flunder. rief Er doch uns, den Menschen, auch ins Licht, und nun vorm Spiegel entdecken wir gar Gottes Hauch und kränzen uns mit Lorbeerstrauch zum King vom Schöpfungshügel. Was, homo ’illusionicus’, bloß dieser Selbstbejubelschmus? 2Zur Schöpfungs-Krone du dich preist, doch nur aus Lehmkristallen hat Gott geformt und gab uns Geist nach seinem Wohlgefallen.' Im so kreierten größten Hirn wollt’ Er vor allen Rassen sein Ebenbild mit Denkerstirn wie Gold im Abendsonnenfirn der Höhen glänzen lassen. Zur schönen Erde tat als Clou Er uns den Früchteschatz hinzu. 3Was haben wir daraus gemacht und aus der Welt für morgen, geräubert, auf Profit bedacht, vergaßen wir zu borgen. Fürwahr, wir leben wirklich dreist und pflegen unsern Dünkel, verlachen frühe Warner meist und tauchen Gott-geschenkten Geist in Bier bei Kohl und Pinkel. Da ist kein Ruhm, der uns umscheint,' schon gar nicht als Planetenfreund.


4Drum höchste Zeit, daß Darwin kam, uns von dem Thron zu kicken, das selbst bestallte Zepter nahm,' kein blankestes Entzücken' für uns, doch er den Ruhm genoß und fabrizierte weiter an uns’rem Sturz vom hohen Roß. Jetzt reicht es grad’ zum höchsten Sproß der rüden Affenleiter. Ist das nun einzig, was uns ziert? Sind wir denn da nicht angeschmiert? 5Vielleicht ja heilt uns dieser Gram. Seit Charles uns unverhohlen ins Strafgebet der Arten nahm, da schielen wir verstohlen aufs rabenschwarze Affenvolk und halten sie für Brüder, verzeihen dort Klamauk und Polk, seh’n Menschenähnlichkeitserfolg, die Äffin fast im Mieder. So wandelt Ansicht sich, ihr Leut’, und uns’re Überheblichkeit. 6Der Lack ist ab, ganz offenbar, nun müssen wir kapieren, daß wir wohl nur als Superstar im Schöpfungskreis posieren. Gern ’Gottes erste Garnitur’, doch wissenschaftserwiesen sind wir bloß Laune der Natur und spielen schlechte Partitur zu selbstgemachten Krisen, in denen uns – so stolzgeschwellt viel Flickwerk auf die Füße fällt. 7Hier tickt das Kardinalproblem, weil wir den Globus ändern


aus Sucht nach Fleisch und opfern dem den Wald in Tropenländern,' per Kettensäge, die da kreischt nach Mais für uns’re Rinder und Soja, aber Not erheischt dies dort, denn wir sind ’zugefleischt’, und dort verhungern Kinder. Paßt Palmöl so zu Biosprit? Und Strom aus Korn? – Wir machen mit! 8Vonnöten ist, mit Fleischverzicht Zerstörung zu entsagen und nun aus ganzheitlicher Sicht den Lebensstil zu wagen, der – klar doch – Urkost nicht verschmäht. Brillantester Erfinder ist die Natur, die ’ganz’ versteht, sich an der Schöpfung nicht vergeht, wie wir verstockte Sünder. Sie hat uns Früchtekost gereicht, die niemals unsern Grips erweicht. 9Den, Primus, zeig‘ und wende dich mit Herz zu Urwalds Schätzen, auch unsre Enkel sollen sich an grüner Pracht ergötzen. Sie hegen, doch was Süße füllt, uns Mund und Zunge mehren, aus Lebensfülle überquillt und Kinder-Zukunft nicht bestiehlt, von Früchten laßt uns zehren. Sie dienen uns in Umwelthut und tun auch Bauch und Seele gut. 10So hört die Botschaft dieser Welt: Das Sonnenlicht ist Leben! Es kann, was uns’ren Takt erhält, uns mit dem Raum verweben. Wo wir im Kosmos-Schulterschluß


auf großem Schwingkreis wandeln, wird jede Frucht zum Medikus und schwelgend’ Durian-Hochgenuß uns energie-verbandeln. Drum wählt ’Natur’ und paukt Euch frei von Junk- und Murksfood-Tyrannei. 11Ja, ›Sonnenkost‹ bringt Kompetenz für Seele, Geist und Glieder, beseitigt lässig Korpulenz und Biegsamkeit kehrt wieder, die wir bei Jungendrauferei in toller Kühnheit hatten, die Rippenröllchen-Schaukelei mit Sport und Früchten fix vorbei, die Polster nicht gestatten. Wer dies nun weiß und macht es mit, wird strotzgesund, bleibt immer fit. 12Mensch, wähl’ das Licht, das Leben weckt, es strahlt aus bunten Früchten; in Kräutern und Gemüsen steckt es, nie in Kochgerichten. Banane, wie’s schon immer hieß, sei ganz für uns geschaffen, der Megawurf des Großgenies als süßer Gruß vom Paradies und nicht nur ’Eis für Affen’. Vertrauen wir der ›Sonnenkost‹, sie schenkt Gesundheit. – Dies zum Trost. (Siegfried W.F. Pagel)

Einsichten eines ›Sonnenköstlers‹  

Einsichten eines ›Sonnenköstlers‹ im Darwin-Jahr 2009 - ein Gedicht vn Siegfried W.F. Pagel