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1946–2006

Alles drin, näher dran.


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

5. Juni 1947 US-Außenminis-

12. November 1946

ter Marshall kündigt einen Plan an, um die Not in Europa (Foto: Kesselbach) zu lindern. Innerhalb von vier Jahren erhalten 16 Staaten 13 Milliarden Dollar. 1,4 Milliarden fließen nach Deutschland.

Die erste Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten ist am Kiosk zu haben – vier Seiten für 20 Pfennig. In der Redaktion in der Reinsburgstraße kämpfen Chefredakteur Anton Frey und seine Kollegen gegen den Papiermangel. Auch sonst ist die

Not groß, doch seit USAußenminister Byrnes in Stuttgart zur Versöhnung aufgerufen hat, schöpfen die Menschen Hoffnung.

September 1947 In der

10. Dezember 1946 Nach einem Volks-

Gruppe 47 treffen sich Autoren aus ganz Deutschland, um über ihre Texte zu diskutieren – zum Beispiel Günter Grass, Ingeborg Bachmann (Foto: ddp) und Heinrich Böll.

entscheid über die Verfassung nimmt der Landtag von Württemberg-Baden – so heißt das von den Amerikanern geschaffene Land nördlich der A 8 – seine Arbeit auf. Ministerpräsident Reinhold Maier (Foto: StN) ist seit kurzem im Amt.

Inhalt Mit den Nachrichten feiern

Mit den Nachrichten in Kontakt

Seiten 1 bis 12

Seiten 33 bis 44

2 Inhalt 3 „Das Ohr bei den Menschen“ – Editorial von Chefredakteur Jürgen Offenbach 4 Grußworte 6/7 Doppelseite: Stuttgart 2006 – das Jubiläumsgeschenk an die Leser 8 Gesichter der StN: Chefredaktion, Chef vom Dienst 9 Im Dienste der Pressefreiheit 10/11 Gesichter der StN: Politik 12 In guter Gesellschaft

33 Die Zeitung mit den Lesern machen 34 Aus dem Leserbrief-Archiv, Führungen im Pressehaus, Gesichter der StN: Fotografen 35 Zeitung in der Schule, Schulen im Profil, Schülerzeitungswettbewerb 36 Die StN-Schreibwerkstatt, Hilfe für Russland 37 Ortstermin, Kulturgespräch, Gesichter der StN: Kultur 38 Leser-Reisen, Leser-Gewinner 39 Die Treuesten der Treuen 40 Gesichter der StN: Unterhaltungsressort 41 Leserkonferenzen, Telefonaktionen 42 Wie Kinder Geschmack an der Zeitung finden, Lebendige Erinnerungen an die StN 43 Gesichter der StN: Lokalredaktion 44 Ergebnisse der Leserbefragung

Mit den Nachrichten im Vorteil Seiten 13 bis 20 13 14 15 16 17

Das Reporter-Team Kolumnen 333 und Stadtgespräch Der treffpunkt foyer Aktion Weihnachten Kolumnisten-Treffen: Joe Bauer und KNITZ 18 Sport vor Ort, Kulinarisches, Die drei von der Lesepartei Gesichter der StN: Technik 19 Die Extraseiten 20 Gesichter der StN: Landesnachrichten, Modeseiten

Mit den Nachrichten unter einem Dach Seiten 21 bis 32 21 „StN: Unabhängig, seriös und lebendig“ – von Geschäftsführer Jürgen Dannenmann 21/22 Die StN-Lokalausgaben 23 Druckerei und Versand, Vom Bleisatz zum Computer 24 Die Mantelpartner, Gesichter der StN: Partnerzeitungen 26/27 Doppelseite: Die Tageszeitung und mehr 28 Das Anzeigengeschäft 29 Gesichter der StN: Wirtschaft 30 Die StN im Wirtschaftsraum Stuttgart 31 Die StN in der Region Stuttgart 32 StN – die Großstadtzeitung, Die Sonderbeilagen

Zur Lebendigkeit der Jubiläumsbeilage 60 Jahre Stuttgarter Nachrichten haben viele Leserinnen und Leser mit ihren persönlichen Erinnerungen beigetragen. Dafür bedanken wir uns herzlich. Die Leser-Erinnerungen sind unter anderem in die Chronik 1946 bis 2006 eingeflossen, die sich jeweils am Seitenkopf durch diese Beilage zieht. Die ausführlichen Leser-Beiträge können im Internet

Impressum Stuttgarter Nachrichten Verantwortlich: Jan Sellner Redaktion: Jürgen Holwein, Arnold Rieger (Chronik), Walther Rosenberger, Jan Sellner (Konzeption), Winfried Weithofer

Mit den Nachrichten durch 60 Jahre Seiten 45 bis 52 45 Wie die StN entstanden sind 46 Gesichter der StN: Region 47 StN-Verdienste: Die Entlarvung von Konrad Kujau, Die Rettung des Bärenschlössles 48 Rettung der Saurier, Gesichter der StN: Grafik 49 Die Restaurierung der Stuttgarter Oper, Die Calwer Straße wird autofrei 50 Einsatz für das Neue Schloss 51 Geschichten aus dem Journalistenleben, Gesichter der StN: Sport

Mit den Nachrichten auf der Höhe der Zeit Seiten 53 bis 64 53 Lob des Zeitunglesens, Medium mit Historie 54 Sportjournalismus gestern und heute, Preise für die StN 55 Das schöne Ritual des Zeitunglesens 56 Die Karikaturisten 57 Die Farbe in der Zeitung, Der Polizeireporter, Gesichter der StN: Post und Honorare 58/59 Doppelseite: Der ewige Kreislauf – von der Zeitungsherstellung bis zur Zustellung 60 Kulturmagazin, Gesichter der StN: Revision 61 Die Zukunft der Zeitung 62 Interview mit BDZV-Präsident Helmut Heinen 63 Das Jubiläums-Rätsel

nachgelesen bzw. durch weitere persönliche Erinnerungen ergänzt werden. Im StN-online-Angebot finden sich außerdem zusätzliche Informationen zum 60-Jahr-Jubiläum der Stuttgarter Nachrichten sowie eine Galerie mit historischen Fotos. StN www.stuttgarter-nachrichten.de/jubilaeum

Produktion: Herbert Gröger Anzeigen: Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH & Co. KG Telefon 07 11 /72 05-0 Telefax 07 11 / 72 05-16 14 svanzeigen@stzw.zgs.de Titelfotos: Fotografenbüro Kraufmann (8), dpa (14), AP (7), StN (4), AFP (1), Baumann (1), Cinetext (1), Engel (1), globus-press (1) Gruppenfotos: Fotografenbüro Kraufmann

Grafik: Yann Lange (Grundgestaltung, Titelmotiv, Grafiken), Anette C. Weber (Gestaltung Gruppendarstellungen)

Druck: Pressehaus Stuttgart Druck GmbH, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart

Seitenrevision: Peter Brosig, Monika Hohenadel, Shenia Knappenberger, Ewald Mezger

Wir verwenden Recycling-Papier und sind nach der EUÖko-Audit-Verordnung zertifiziert.


60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

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24. Juni 1948 Nachdem die Westalliierten

23. Mai 1949 Mit der Ver-

die Gründung eines westdeutschen Staats in Aussicht stellen, riegelt die Sowjetunion Westberlin ab. Amerikaner und Engländer versorgen die Stadt nahezu ein Jahr lang über eine Luftbrücke und transportieren fast zwei Millionen Tonnen Waren dorthin (Foto: dpa).

kündung des Grundgesetzes ist die Bundesrepublik gegründet. Konrad Adenauer (CDU) wird erster Bundeskanzler (Foto: dpa), Theodor Heuss (FDP) erster Bundespräsident.

21. Juni 1948 Die D-Mark wird

2. August 1948 Auf dem Hohen-

Zahlungsmittel in den westlichen Zonen. Jeder Deutsche erhält ein „Kopfgeld“ von 40 Mark. Kurz darauf zieht die Ostzone mit einer Währungsreform nach (Foto: dpa).

neuffen (Foto: Eppler) verhandeln Vertreter der drei Südweststaaten erstmals über einen Zusammenschluss. Doch die Badener lehnen ab. Erst der Umweg über eine Volksabstimmung führt zum Ziel.

Das Ohr bei den Menschen G

Foto: Kraufmann

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eburtstag, und ein besonderer dazu: 60 Jahre Stuttgarter Nachrichten. Bei diesem ganz speziellen Jubiläum verhält es sich bei einer Zeitung nicht viel anders als bei einem Menschen. Man schöpft aus der Fülle der Lebenserfahrung, der Professionalität. Und: Man hat den Wandel der Zeiten erlebt.

Auch Zeitenwenden wie das Ende des Kommunismus, den Fall der Berliner Mauer, den 11. September 2001. Und in der eigenen Branche die Globalisierung der spezifischen Art, die weltumspannende Kommunikation durch das Internet. Diese lässt auch eine große Regionalzeitung wie die Stuttgarter Nachrichten in jedem Augenblick rund um den Globus greifbar sein – als Digi-Paper, die elektronische Zeitung, auf Punkt und Komma ein spiegelbildliches Abbild des täglichen Print-Produkts.

Die Stuttgarter Nachrichten haben Korrespondenten rund um den Globus. Sie unterhalten ein großes Berliner Hauptstadtbüro. Sie haben ein eigenes Recherche- und Reporterteam. Dieses deckt Missstände und Skandale auf – und bringt damit mit Abstand die meisten Exklusivgeschichten von allen baden-württembergischen Tageszeitungen an die Öffentlichkeit. Größter Erfolg eines StN-Reporters: die Entlarvung des Fälschers der Hitler-Tagebücher der Illustrierten „Stern“, Konrad Kujau. Dafür und für viele andere Spitzenleistungen wurden StNRedakteure mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse geehrt, den angesehensten Journalistenpreisen Deutschlands. Um beim Stichwort Qualitätszeitung zu bleiben: 2005 wurde der Sportteil der Stuttgarter Nachrichten zum vierten Mal in Folge bundesweit als bester Sportteil unter den deutschen Regionalzeitungen ausgezeichnet – nach den nationalen Blättern „FAZ“ und „Süddeutsche Zeitung“ und vor dem Berliner „Tagesspiegel“, der Deutschen Presseagentur sowie vor ZDF und ARD.

Außerdem: Als Anfang 2004 der langjährige UnoGeneralsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan Deutschland besuchte, durften nur die ARD als einziger Fernsehsender und die Stuttgarter Nachrichten als einzige deutsche Tageszeitung ein langes Interview mit ,,Unverzichtbar – der gut ihm führen.

Wandel der Zeiten. Natürlich heißt das auch Herausforderung. Den Tageszeitungen ergeht es dabei nicht anders als vielen andeinformierte und Noch wichtiger als die „große ren Markenartikeln quer durch selbstbestimmte Bürger“ Welt“ ist uns die Nähe zu unseren alle Branchen der Wirtschaft. Sie Leserinnen und Lesern. Dies gilt müssen sich immer wieder neu behaupten, neu definieren, neue Formen finden, um in besonderer Weise für junge Leser, denen wir attraktiv zu bleiben für die sich wandelnden Sicht- zielgruppenspezifische Angebote machen, die auch weisen von Menschen und Märkten. Für die in dieser Jubiläumsbeilage ihren Niederschlag finZeitungsbranche heißt die brennende Frage dieser den. Der intensive Dialog mit unserer Leserschaft Jahre: Gelingt es, auch den nächsten Generationen begleitet unsere Redaktionsarbeit durch das ganze die Unverzichtbarkeit seriöser Zeitungslektüre zu Jahr. Er findet regelmäßig seinen Höhepunkt im grovermitteln – zu ihrem höchst eigenen persönlichen ßen Sommer-Rätsel mit über 20 000 Einsendungen Nutzen? Denn berufliche Qualifikation, erst recht sowie in der Weihnachtsbeilage, die unsere LeserinLebenskarrieren sind ohne fundierte Information nen und Leser mit Begeisterung mitgestalten. Auch und Analyse schon heute nicht möglich. Hier sind in dieser Jubiläumsbeilage nehmen viele unserer Wirtschaft und Politik auf Gedeih und Verderb in Abonnenten eine unverzichtbare Rolle als Zeitzeudemselben Boot mit den Printmedien. Die stabile gen ein. Als Dank für Ihre Lesertreue haben wir die Demokratie, die im weltweiten Wettbewerb erfolg- große doppelseitige und topaktuelle Reliefkarte von reiche Wirtschaft, beide benötigen ihn unverzicht- Stuttgart 2006 in diese Jubiläumsbeilage aufgenombar: den gut informierten, selbstbestimmten Bürger. men (Seiten 6 und 7).

Aktueller, lebendiger, weltoffener und kreativer Unsere Antwort auf diese Herausforderung haben wir lange vor dem 60. Geburtstag der Stuttgarter zu sein als andere – das ist und bleibt der Ehrgeiz der Nachrichten gegeben – und sind bis heute keinen Stuttgarter Nachrichten. Wie wichtig es ist, wachDeut davon abgerückt. Wir sind eine Zeitung mit ho- sam gegenüber den Mächtigen in Politik und Wirtschaft zu sein, haben die letzten her Qualität geblieben, als sich anMonate aufs Neue gezeigt: Aufdedere Verlage in Deutschland unter ,,Aktueller, lebendiger, ckungs-Journalismus unseres erdem Druck des Werbemarktes in kühne bis abenteuerliche Experiweltoffener, kreativer zu folgreichen Recherche- und Reporter-Teams führten – mit dem mente stürzten. Wir haben unser erfolgreiches Team in Ehren und sein, bleibt unser Ehrgeiz’’ Ziel der Einschüchterung – zu staatsanwaltschaftlichen Ermittdeshalb in Arbeit gehalten und damit kontinuierlich unsere Leistung gesteigert. Eine lungsverfahren. Sie verliefen erwartungsgemäß im sehr gute Zeitung – und die StN stehen bundesweit Sande und wurden wieder eingestellt. Jetzt erst im Ruf, eine der bestgemachten deutschen recht – auch wenn es vielen in Politik und Justiz Regionalzeitungen zu sein – verlangt den passionier- nicht gefällt: Wir werden weiter ans Tageslicht beförten Einsatz der Redaktion genauso wie die Weitsicht dern, was andere unter den Teppich kehren. Das ist des Verlagsmanagements, dass Qualität wie immer und bleibt der Auftrag der Medien als „vierter Gewalt“. Doch genauso wichtig ist es uns, Anwalt ihren Preis hat. Beides hat uns vorangebracht. unserer Region zu sein – und das Ohr Tag für Tag bei Zur StN-Zeitungsgruppe gehören heute 18 Zei- den Menschen zu haben, die unsere Leserinnen und tungstitel mit einer Auflage von über 380 000 Exem- Leser sind. plaren in der Region Stuttgart und darüber hinaus. Das ist die größte Auflage im deutschen Südwesten. In Leserdiskussionen begegnet uns manchmal das Argument, es widerspreche der Pressevielfalt, wenn eine große Zentralredaktion zahlreiche Lokalzeitungen mit einem Mantel beliefere – ihnen also alle Ressort-Seiten zur Verfügung stelle, außer dem eigenen Lokalteil. Doch das Gegenteil ist richtig. Weil sich kleinere Zeitungen eine teure und aufwändige Vollredaktion niemals leisten könnten, gäbe es nur eine Alternative: eine Agentur-Zeitung zu machen. Dann aber sähe eine Zeitung aus wie die andere. Chefredakteur

Die Bilderreihen links und rechts zeigen StN-Leserinnen und -Leser aus sechs Jahrzehnten. Auch prominente Gäste des treffpunkt foyer sind darunter: Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger, CDU, mit dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Stefan Mappus (rechts, 2. Bild von oben) sowie Oettingers Amtsvorgänger Erwin Teufel, CDU (rechts, 5. Bild von oben). Außerdem: Vizekanzler und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering, SPD, mit der Stuttgarter SPD-Bundestagsabgeordneten Ute Kumpf (links, 3. Bild von oben) und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU (links, 6. Bild von oben). Fotos: Kraufmann (8), Engel (1), Hänssler (1), Petsch (1), Windstosser (1), StN (2)


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25. Juni 1950 Der VfB Stuttgart

1. Oktober 1949 Unter Führung von

wird nach einem 2:1-Sieg über die Offenbacher Kickers Deutscher Fußballmeister. Bei der Fußballweltmeisterschaft Mitte Juli unterliegt Favorit Brasilien im Endspiel dem Team von Uruguay (Foto: dpa).

Mao Tse-tung (Foto: AP) siegen die Kommunisten in China. Die unterlegene Bürgerkriegsarmee zieht sich auf die Insel Taiwan zurück. Ostasien kommt aber nicht zur Ruhe: Im Juni 1950 marschieren nordkoreanische Truppen in Südkorea ein und lösen den Koreakrieg aus.

13. Juni 1949 George Orwells

17. Juni 1950 Rowohlt bringt als

Roman „1984“ (Foto: AKG), in dem er das Bild eines totalen Überwachungsstaats zeichnet, wird Buch des Jahres. „Der dritte Mann“ feiert derweil in den Kinos Triumphe.

erster deutscher Verlag Taschenbücher auf den Markt. Im September ist der erste deutsche Nachkriegs-Farbfilm zu sehen: „Schwarzwaldmädel“ mit Sonja Ziemann (Mitte) und Rudolf Prack (Foto: Kpa).

Eine neugierige Leserschaft

Gewachsene Verbundenheit

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und Meinungsvielfalt – unverzichtbare Bestandteile unserer Demokratie – mussten erst errungen werden. Dass sie heute für uns so selbstverständlich sind, dazu haben Zeitungen wie die Stuttgarter Nachrichten einen wichtigen Beitrag geleistet.

um 60. Geburtstag der Stuttgarter Nachrichten herzlichen Glückwunsch!

Jetzt feiern die Stuttgarter Nachrichten ihren 60. Geburtstag. Dazu möchte ich ganz herzlich gratulieren. Redakteure, Fotografen, Drucker und viele mehr haben in den vergangenen Jahrzehnten zum Erfolg der Zeitung beigetragen. Ihnen allen gilt mein Glückwunsch.

Zu einer guten Zeitung gehört ein gutes Team, viele haben über lange Zeit zum Erfolg des Blattes beigetragen. Ihnen allen möchte ich gratulieren.

Es geht in ihren Spalten um die „große Politik“, um das, was in Berlin und in der Welt geschieht. Es geht aber auch um das Geschehen in Ihrer unmittelbaren Umgebung, in Ihrer Stadt, in Ihrer Region. Was tut sich im Stuttgarter Rathaus? Wann kommt die neue Straße? Was gibt es Neues vom VfB Stuttgart, von den Kickers? Fragen, auf die Sie in Ihrer Regionalzeitung Antworten finden. Regional- und Lokalzeitungen berichten über die unmittelbare Lebenswelt ihrer Leser, sie informieren sie über die Neuigkeiten aus der Heimat. Das ist wichtig, denn wer nicht weiß, wie es zu Hause zugeht, der wird auch Schwierigkeiten haben, sich draußen in der Welt zu orientieren.

Für die Zukunft wünsche ich den Zeitungsmachern und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, alles Gute. Ihr

Dr. Horst Köhler Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

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Foto: StN

Foto: StN

iebe Leserinnen und Leser, einige von Ihnen habe ich bereits persönlich kennen gelernt: beim treffpunkt foyer der Stuttgarter Nachrichten im Juni 2006. Ich habe Sie kennen gelernt als Menschen voller Neugier, die wissen wollen, wie es in unserem Land aussieht. Die Stuttgarter Nachrichten helfen Ihnen dabei.

Die runde Jubiläumszahl steht für die gewachsene Verbundenheit der Leserinnen und Leser mit Ihrer Zeitung. Als Zeitungsgruppe mit der größten Auflage in Baden-Württemberg beleuchten die Stuttgarter Nachrichten täglich aktuell die Bundespolitik und Ereignisse in der Welt, zugleich legen sie ihren Schwerpunkt auf die Landespolitik und das Geschehen in und um Stuttgart. So finden die Leserinnen und Leser in Ihrer Zeitung auch Informationen, die sie ganz konkret betreffen. Regionale Politik, Sport, Kunst und Kultur, Ereignisse und Veranstaltungen, Werbung, Anzeigen und Mitteilungen aus der Geschäftswelt sind Themen, die vor Ort wichtig sind und die Menschen dementsprechend interessieren. Dank engagierter Recherchen haben die Journalisten der Stuttgar-

ter Nachrichten immer wieder überraschende Hintergrundgeschichten oder Reportagen veröffentlicht und sind hierfür vielfach ausgezeichnet worden. Wir können in Deutschland froh sein über eine vielfältige und meinungsstarke Zeitungslandschaft. In unserer Gesellschaft erfüllen gerade Zeitungen eine sehr wichtige Aufgabe, denn eine freie und unabhängige Presse sichert die Informationsfreiheit aller Bürgerinnen und Bürger. Zeitungen, gedruckte und nachlesbare Informationen, werden auch künftig eine wichtige Orientierung im Alltag bieten. Seit 60 Jahren bestätigen die zufriedenen Leserinnen und Leser Tag für Tag das große publizistische Engagement Ihrer Zeitung. Ich wünsche der Verlagsleitung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stuttgarter Nachrichten, dass dies auch künftig so bleibt. Weiterhin Glück und Erfolg!

Dr. Angela Merkel Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Am 12. November 1946 erschien die erste Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Nach zwölf Jahren Hitler-Diktatur war eine freie Presse keine Selbstverständlichkeit. Meinungsfreiheit

Meinungsbildung mit Bravour

Einordnung in der Nachrichtenflut

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iebe Leserinnen, liebe Leser, der 60. Geburtstag unserer Heimatzeitung, der Stuttgarter Nachrichten, ist ein besonderer Grund zur Freude und zur Feier.

Wer unabhängige und vernünftige Ansichten vertreten will, muss sich zuvor eine eigene Meinung bilden. Dazu sind ein breit gefächertes Informationsangebot und die Vermittlung unterschiedlicher Standpunkte notwendig. Als die besten Begleiter dafür eignen sich unabhängige Medien und faire Journalisten, die ebenso gewissenhaft wie sachkundig, ebenso kritisch wie engagiert ihren publizistischen Auftrag erfüllen: Verworrenes zu entwirren, Informationen zu ordnen, Zusammenhänge herzustellen und Hintergründe zu beleuchten. Damit wird eine öffentliche Meinungsbildung möglich. Dies wiederum führt zur Willensbildung des Einzelnen. Die Stuttgarter Nachrichten erfüllen diese Aufgaben seit nunmehr 60 Jahren mit Bravour. Sie sind ein belebender Mosaikstein in der vielfältigen Presselandschaft unseres Landes und

können zu Recht stolz sein auf ihr besonderes Jubiläum in diesem Jahr. Die kompetente und umfassende Berichterstattung wird ergänzt durch den seit Jahrzehnten stattfindenden treffpunkt foyer. Bei dieser in der Zeitungslandschaft einzigartigen Veranstaltung haben die Leserinnen und Leser sowie Gäste die Gelegenheit, Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Kultur und Wirtschaft hautnah in der Diskussion zum aktuellen Zeitgeschehen zu erleben. Den verantwortlichen Herausgebern und allen Redakteuren und Mitarbeitern danke ich an dieser Stelle für ihren Einsatz im Interesse der Bürgerinformation und Meinungsbildung, die zum hohen demokratischen Standard bei uns in Baden-Württemberg entscheidend beitragen. Für die Zukunft wünsche ich den Stuttgarter Nachrichten weiterhin Kreativität, Ausdauer und natürlich eine breite Leserschaft.

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Foto: StN

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m 12. November 1946 erschien die erste Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Heute sind sie eine der wichtigsten Tageszeitungen im südwestdeutschen Raum und informieren die Leser umfassend und kompetent. Ich gratuliere dem Verlag, der Redaktion und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der gesamten Leserschaft sehr herzlich zum 60-Jahr-Jubiläum.

Die Stuttgarter Nachrichten begleiten uns nicht nur jeden Morgen mit fundierten und aktuellen Nachrichten, sondern sie bieten uns auch seit sechs Jahrzehnten die Hintergründe zu den Meldungen. Diese Einordnung ist mir besonders wichtig, denn aus der Flut von einzelnen kleinen Nachrichten, zum Beispiel aus der Landeshauptstadt oder der Region Stuttgart, ergibt sich sonst kein schlüssiges Gesamtbild. Besonders freue ich mich, dass die Stuttgarter Nachrichten oft ressortübergreifend ein Thema aufgreifen und so deutlich machen, dass sich die Welt nicht in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Lokales aufteilen lässt. Die Vorteile, die eine Tageszeitung bietet, werden so gut genutzt.

Günther Oettinger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

Auch im Lokalteil, den ich mit besonderem Interesse lese, passt das Motto „Alles drin, näher dran“. Immer wieder staune ich, welche zu später Stunde gefallenen Entscheidungen

bereits am Morgen um 6 Uhr im Blatt stehen. Mein Dank gilt allen, die in den 60 Jahren für die Stuttgarter Nachrichten gearbeitet haben – in der Redaktion, dem Verlag, der Druckerei und im Vertrieb. Ohne die Nachrichten wäre das öffentliche Leben in Stuttgart ärmer, und so freue ich mich auf die kritischkompetente Berichterstattung in den kommenden Jahrzehnten.

Dr. Wolfgang Schuster Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart


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60 Jahre Stuttga

Stuttgart 2006 – das Jubiläumsgeschenk an unsere Leser ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Die Stuttgarter Innenstadt 2006 mit neuem Kunstmuseum und Königsbau-Passagen – eine Reliefkarte des Zeichners Werner Hartz.


rter Nachrichten

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18. Januar 1951

5. August 1950 In der in

Jürgen Offenbach (jo), 63. Der Kopf der Stuttgarter Nachrichten prägt seit Jahrzehnten unter anderem mit seinen pointierten und meinungsstarken SamstagsLeitartikeln das Profil des Blattes

GESICHTER DER StN

Chefredaktion icht nur die Stuttgarter Nachrichten feiern ein Jubiläum, sondern auch ihr Chefredakteur Jürgen Offenbach: 1966, vor genau 40 Jahren also, begann er hier seine Laufbahn als Jungredakteur. War mit 25 Jahren Feuilletonchef, mit 28 Jahren Ressortleiter Politik, mit 36 Chefredakteur. Seither steuert er die Geschicke der StNMantelzeitungsgruppe, die unter seiner redaktionellen Führung die größte Zeitungsauflage in Baden-Württemberg erreicht hat. Bei den Leserinnen und Lesern sehr geschätzt sind die Leitartikel des Chefredakteurs, bei der jüngsten Leserbefragung war Jürgen Offenbach der Top-Autor des Blatts – gefolgt von Kolumnist Joe Bauer und Wolfgang Molitor, stellvertretender Chef-

12. Februar 1951

Der Film „Die Sünderin“ wird wegen einer kurzen Nacktszene mit Hildegard Knef (Foto: Cinetext) zu einem Skandal. In Deutschland entbrennt eine gesellschaftliche Moraldiskussion, in die sich auch die Kirchen einschalten.

Stuttgart beschlossenen „Charta der Heimatvertriebenen“ verzichten die ostdeutschen Landsmannschaften auf Rache und Vergeltung und fordern die Anerkennung des Rechts auf Heimat. In Deutschland leben zwölf Millionen Vertriebene, acht Millionen davon in der jungen Bundesrepublik (Foto: dpa).

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Der Schah von Persien, Mohammad Resa Pahlawi, heiratet die deutschstämmige Soraya Esfandiary Bakhtiary. Die „Märchenhochzeit“ in Teheran ist ein weltweit beachtetes gesellschaftliches Ereignis.

Andrea Weller (we), 43. Die Spezialistin für StNVeranstaltungen betreut auch die Gesundheitsseite „Medizin aktuell“

Wolfgang Molitor (wmo), 51. Der Niederrheiner unter den vielen Schwaben in der Redaktion ist als markanter Leitartikler bekannt

redakteur und Ressortleiter Politik. Ebenfalls zum Team der Chefredaktion gehört die Chefsekretärin Silke Paul, die für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf verantwortlich ist. Sie ist Anlaufstelle für alle Angelegenheiten, die intern und extern an die Chefredaktion herangetragen werden. Mit im Boot ist auch Redakteurin Andrea Weller. Sie verantwortet die mittwochs erscheinende Extraseite „Medizin aktuell“, kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Büro des Chefs vom Dienst um die Leserbriefseiten und organisiert mit Silke Paul die treffpunkt foyer-Veranstaltungen – die wiederum sind eine Erfindung des Chefredakteurs. Andrea Weller

Silke Paul (pl), 36. Mit Schwung und Präzision sorgt die Sekretärin der Chefredaktion für reibungslose Abläufe Joachim Volk (vol), 52. Er ist die letzte Instanz beim Seitenspiegel, interner Controller und die organisatorische Drehscheibe in der Redaktion

Frank Schwaibold (old), 47. Er achtet auf den einheitlichen optischen Auftritt der StN und ist „Volontärsvater“

Chef vom Dienst Karin Klitzke (kl), 40. Sie behält als Sekretärin im CvD-Büro auch im größten Stress den Überblick und hat stets ein offenes Ohr für die Leserinnen und Leser

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elches Ressort bekommt wie viele Seiten? Wo werden die Anzeigen platziert? Welchen Umfang hat die aktuelle Ausgabe? Die Antwort auf diese Fragen gibt der Chef vom Dienst (CvD) im Zusammenspiel mit den Ressorts, der Anzeigenabteilung und der Planungsgruppe. Egal, ob große Ereignisse in der Politik, Spiele in der Champions League oder wichtige Entscheidungen im

Stuttgarter Rathaus: Der CvD muss den Überblick über das gesamte Tagesgeschehen haben. Zwei Konferenzen sind deshalb unverzichtbar für ihn: die Redaktionskonferenz um 11 Uhr und die Spiegelkonferenz um 13.30 Uhr. Spätestens dann muss der Seitenspiegel feststehen, damit die Ressorts Planungssicherheit für den restlichen Tag haben und die Leserinnen und Leser am nächsten Tag ein optimales Produkt auf dem

Frühstückstisch vorfinden. Doch der CvD hat noch weitere Aufgaben: Er sichtet und bearbeitet die Leserbriefe und ist für die Ausbildungsplanung der Volontäre zuständig. Zudem ist er der redaktionsinterne Controller. Als organisatorische Drehscheibe gewährleistet er, dass die Arbeit von Redaktion, Anzeigenabteilung, Marketing, Technik, Druck und Vertrieb reibungslos ineinander greift. Frank Schwaibold


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August 1951 Verlag, Redaktion und Setzerei der

9. Dezember 1951

Stuttgarter Nachrichten ziehen an den Schlossplatz, in die Königstraße 34. Unsere Leserin Hannelore Däschler-Sparrman (Foto: Piechowski) aus Leonberg hat die Redaktion als Schülerin 1952 besucht und erinnert sich noch gut an den Status der Schriftsetzer: „Mit welchem Respekt die Redakteure ihnen zuarbeiteten!“ 1956 investieren die Stuttgarter Nachrichten übrigens in eine eigene Druckerei in der Räpplenstraße. Ende 1963 ziehen Verlag und Redaktion nach – nun ist alles unter einem Dach.

Bei einer Volksabstimmung in den Ländern Baden, WürttembergBaden und WürttembergHohenzollern votieren 69,7 Prozent der Menschen für den Südweststaat. Doch die Südbadener klagen dagegen: Eine neue Volksabstimmung wird nötig.

10. März 1952 Der sowjeti-

sche Staats- und Parteichef Josef Stalin (Foto: dpa) schlägt die Wiedervereinigung Deutschlands vor. Unter einer Bedingung: Das Land soll neutral werden. Die Westmächte und die Bundesregierung lehnen ab. In Westeuropa tritt die Montanunion in Kraft, ein Vorläufer der späteren EWG: Kohle und Stahl werden zollfrei gehandelt.

Pressefreiheit: Großes Wort, klein geschrieben Nein, die Pressefreiheit in Deutschland liegt nicht im Sterben. Aber richtig gut geht es ihr auch nicht. Die Versuche, Journalisten einzuschüchtern und ihnen Zügel anzulegen, häufen sich. Auch unsere Redaktion musste zuletzt unangenehme Erfahrungen machen.

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ressefreiheit. Ein großes Wort. Manchmal ein zu großes. Kritische Journalisten teilen bisweilen kräftig aus. Das ist ihr Job. Wenn sie im Gegenzug auch mal was einstecken müssen, ist nicht immer gleich die Pressefreiheit bedroht. Lassen wir die Kirche im Dorf. In Deutschland werden unbequeme Berichterstatter nicht kaltblütig erschossen oder weggesperrt, wie das anderswo vorkommt. Deutsche Journalisten können noch weit gehend ungehindert ihrer Arbeit nachgehen. Doch immer öfter wird Pressefreiheit auch hier zu Lande klein geschrieben. In der Weltrangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen ist Deutschland in puncto Pressefreiheit inzwischen auf Rang 23 zurückgefallen – hinter Länder wie Bosnien-Herzegowina oder Trinidad und Tobago. Pressefreiheit ist keine Narrenfreiheit. Das steht schon im Grundgesetz. Meist wird nur der erste Absatz des Artikels 5 zitiert: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der

Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Es gibt aber auch noch Absatz 2: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“ Wie groß die Freiheit der Presse ist, hängt also von den übrigen Gesetzen ab – und auch davon, wie die Justiz sie anwendet. Hier gibt es bedenkliche Entwicklungen. Beispiel Strafrecht: Ein Paragraf stellt die Beihilfe zur Verletzung von Dienstgeheimnissen unter Strafe. Nun ist so ziemlich alles ein Dienstgeheimnis, was in Behörden vorgeht. Und Aufgabe der Journalisten ist es, auch hinter die Kulissen zu schauen. Streng genommen, machen sich Journalisten daher fast täglich strafbar. Die meisten Staatsanwälte lösen das Problem, indem sie die Presse gewähren lassen,

In 150 Fällen Ermittlungen gegen Journalisten aber immer mehr Ermittler packt auch das Jagdfieber. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat aus den vergangenen 13 Jahren 150 Fälle dokumentiert, in denen gegen Journalisten ermittelt wurde. Nur in einem einzigen Fall kam es zu einer Anklage. Da stellt sich die Frage, ob hier nicht weniger die Kriminalität als vielmehr die Presse bekämpft wird. Auch gegen die Stuttgarter Nachrichten wurden kürzlich Ermittlungen geführt. Der Chefreporter unserer Zeitung, Frank

Presserechte – weltweit verbrieft. Wandtafel im Foyer des Pressehauses Stuttgart Krause, hatte aufgedeckt, dass der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Peter Voß, im Verdacht der Untreue stand. Für die Staatsanwaltschaft Baden-Baden war dies Grund genug, auch gegen Krause ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Die Staatsanwaltschaft suchte seine Informanten. Gefunden hat sie nichts. Aber viel Staub aufgewirbelt. Angesichts der Häufung solcher Fälle wird nun im Bundestag darüber diskutiert, den Beihilfeparagrafen zu streichen und Journalisten besser vor übereifrigen Ermittlern zu schützen. Die Bereitschaft dazu ist in der Politik allerdings nicht sehr groß. Journalisten sind eben lästig und unbequem. Schön wär’s aber schon, wenn sie das auch bleiben könnten. Rainer Wehaus

Die Wahl „Wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Land mit einer Regierung, aber ohne Zeitung, und einem Land mit Zeitung, aber ohne Regierung, dann würde ich mich für das Land ohne Regierung entscheiden.“ Thomas Jefferson, US-Präsident „Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun.“ Stewart Alsop, Journalist

Die schönste Nachricht des Tages: Die Stuttgarter Nachrichten feiern 60-jähriges Jubiläum.

Baden-Württembergische Bank Herzlichen Glückwunsch zu 60 Jahren meinungsbildenden Journalismus in Baden-Württemberg. Uns verbindet von jeher neben Land und Leuten eine vertrauensvolle Beziehung. Die BW-Bank wünscht den Stuttgarter Nachrichten weiterhin viel Erfolg. Baden-Württembergische Bank. Nah dran.

Foto: Kraufmann


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1. November 1952 Die USA zĂźnden die erste

25. April 1952 Exakt um

29. Mai 1953 Der Neuseelän-

Wasserstoffbombe. Seit den 40er Jahren testet die Supermacht ihre Kernwaffen im Pazifik. Unser Leser Wolfgang Sigg (Foto: StN) aus Backnang erinnert sich noch daran, dass auch 1964 eine Atombombe gezĂźndet wurde: „Es wurde berichtet, dass so eine Bombe eine Sprengkraft von 500 Kilotonnen TNT habe.“ Weil er nicht wusste, was das bedeutet, fragte der 16-Jährige bei unserer Zeitung nach: „Tatsächlich, einige Tage später stand in den StN die Erklärung.“ TNT steht Ăźbrigens fĂźr den Sprengstoff Trinitrotoluol.

12.30 Uhr nimmt der soeben gewählte Ministerpräsident Reinhold Maier (FDP/DVP) seine goldene Taschenuhr (Foto: Haus der Geschichte) zur Hand und stellt die Grßndung des neuen Bundeslandes Baden-Wßrttemberg fest. Obwohl sie stärkste Fraktion im Landtag ist, darf die CDU nicht mitregieren.

GESICHTER DER StN

JÜrg Lessing (les), 41. Der Spezialist fßr Nachrichten-Aktualisierungen erwärmt sich fßr Klima und Umweltschutz

Rainer Wehaus (rai), 40. Der Reporter geht unerschrocken auf Nachrichtenjagd

Politik

der Edmund Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay stehen als erste Menschen auf dem hĂśchsten Berg der Welt, dem 8848 Meter hohen Mount Everest. In der Ă–ffentlichkeit bricht daraufhin ein Streit darĂźber aus, wer von beiden als Erster den Gipfel erreicht hat. Hillary wird von der Queen fĂźr den Erfolg der Expedition geadelt.

Rainer Feuerstein (feu), 42. Der stellv. Ressortleiter Redaktionelle Koordination hat die Nachrichtenagenturen fest im Blick

Winfried Weithofer (wei), 52. W wie Weitblick: Er ist der AuĂ&#x;enpolitiker des Politikressorts

Dr. Markus Brauer (mb), 43. Seine Spezialgebiete sind die zwei Vs: Vatikan und Verdi

M

ehrwertsteuer-ErhĂśhung und IrakKrieg, Klimaschutz und Rechtsradikalismus, Bundeswehr, Haushalt und Gesundheitsreform – das Spektrum der Politik kennt keine Grenzen. Dazu kommen noch die groĂ&#x;en Themen, die aus anderen Ressorts auf die Seite 1 oder die Seite 3 mit ihren Reportagen und Hintergrund-Berichten drängen – etwa die Situation beim VfB Stuttgart, die Verkehrsprobleme in der Region oder der Geburtstag eines prominenten WirtschaftsfĂźhrers. Die Redakteure des Politikressorts sichten und bewerten täglich Ăźber 2000 Meldungen, Berichte und Reportagen, die von eigenen Korrespondenten, von freien Mitarbeitern und von den groĂ&#x;en Presseagenturen angeboten werden. Die wichtigsten, interessantesten und besten Texte werden von der Redaktion ausgewählt und leserfreundlich aufbereitet. Dazu gehĂśrt das Texten von Ăœberschriften, Vorspännen, Zwischenzeilen und Bildunterschriften, aber auch die Auswahl von Fotos und Grafiken, die die Informationen sinnvoll ergänzen. Und natĂźrlich recherchieren die Redakteure auch selbst, sie fĂźhren Interviews, berichten von Parteitagen und Auslandsreisen. Und sie schreiben – nicht zuletzt Kommentare und Leitartikel, um zur Meinungsbildung der Leser beizutragen. Winfried Weithofer Willi Reiners (wir), 43. Die Gesundheitsreformen kommen und gehen. Unser Experte fĂźr Sozialpolitik behält dabei den Ăœberblick

Wolfgang Molitor (wmo), 51. Der Ressortleiter Politik organisiert die Redaktion, koordiniert Korrespondenten und setzt Themen; nimmt die Parteien unter die Lupe

Claudia Lepping (cl), 38. Holt die groĂ&#x;e Politik ans Telefon, fĂźhrt Interviews und recherchiert zu aktuellen politischen Themen

Peter Trapmann (pgt), 45. Ressortleiter Redaktionelle Koordination. Platziert in Absprache mit den Ressorts die Themen im Blatt

Carmen Arnold, 47. Die Redaktionssekretärin hilft Lesern, den richtigen Ansprechpartner in der Redaktion zu finden

Auslandskorrespondenten

Karim El-Gawhary

Johnny Erling

Gerd Niewerth

Joachim Rogge

Ulrich Schilling-Strack

Susanne Knaul

Thomas Migge

Ă„GYPTEN / IRAN

CHINA

EUROPĂ„ISCHE UNION

FRANKREICH

G R O S S B R I TA N N I E N

ISRAEL

I TA L I E N

Ingrid Sachsenmaier

Michael Borgstede

Norbert Mappes-Niediek

Piotr Dobrowolski

Gabriele Lesser

Eduard Steiner

AndrĂŠ Anwar

I TA L I E N

NAHER OSTEN

Ă–STERREICH/ BALKAN

O S T E U R O PA

POLEN

RUSSLAND

SCHWEDEN

Thomas Gerber

Reiner Gatermann

Reiner Wandler

Carl D. Goerdeler

Susanne GĂźsten

Thomas Seibert

Dr. Markus GĂźnther

SCHWEIZ

S K A N D I N AV I E N

S PA N I E N / A F R I K A

SĂœDAMERIKA

TĂœRKEI

TĂœRKEI

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Archiv (15), dpa, Kraufmann, Kucek, Nasa

ine Zeitung, die hohen AnsprĂźchen gerecht werden will, kann sich bei der Berichterstattung Ăźber das Geschehen rund um den Globus nicht allein mit den Agenturen begnĂźgen. Deshalb sind die Stuttgarter Nachrichten stolz, Ăźber ein Netz von eigenen Auslandskorrespondenten zu verfĂźgen, die zusätzliche Informationen liefern und exklusiv fĂźr unsere Zeitung Beiträge schreiben. Das Geschehen in der groĂ&#x;en weiten Welt fĂźr die Leserschaft verständlich machen und fundierte Analysen liefern: Das vor allem ist Aufgabe der Korrespondenten. In der Regel geben sie der Redaktion am Vormittag ihr Textangebot durch – die Aktualität hat dabei Vorrang: Wenn also Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident George W. Bush im WeiĂ&#x;en Haus zu einem Gespräch zusammentrifft, ist das fĂźr unseren Korrespondenten Markus GĂźnther in Washington an diesem Tag Pflichtstoff. Oder wenn eine AbhĂśraffäre die italienische Politik erschĂźttert: Dann muss Thomas Migge in Rom ran. Und die franzĂśsische Innenpolitik liefert fast jeden Tag ein spannendes Thema – Joachim Rogge hält uns auf dem Laufenden. Doch ein Auslandskorrespondent hat auch Gelegenheit, packende Hintergrundgeschichten anzubieten, die abseits der groĂ&#x;en Politik viel Ăźber Land und Leute verraten. So kennt sich Ulrich Schilling-Strack, unser Mann in London, im Hause Windsor bestens aus und liefert Geschichten Ăźber Charles und Camilla. Wenn der Premier wackelt, folgt auf der Stelle ein Kommentar. Das kann nur der Korrespondent. Winfried Weithofer

StN-Grafik: acweber / Fotos: Akt. photos, AP (2),

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

17. Juni 1953 In der gesamten

1. Dezember 1953 In den

7. Mai 1954 Die französischen

DDR kommt es zu Protestaktionen – zunächst nur gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen, dann aber gegen das gesamte von Moskau gesteuerte Regime. Sowjetische Einheiten schlagen den Aufstand mit Panzern nieder, 200 Menschen sterben (Foto: AP). Über das Land wird der Ausnahmezustand verhängt.

USA bringt der Verleger Hugh Hefner den „Playboy“ auf den Markt (Foto: AP). Erstes Covergirl des Magazins ist Marilyn Monroe. Das Bundesverfassungsgericht erklärt unterdessen die im Grundgesetz vorgesehene Gleichberechtigung von Mann und Frau für rechtens und fordert Reformen für das Eherecht.

Kolonialtruppen in der Festung Dien Bien Phu ergeben sich, auf einer Friedenskonferenz im Juli wird Vietnam geteilt. Der Bürgerkrieg geht jedoch weiter. Im Lauf der folgenden 20 Jahre versuchen die USA mit militärischer Gewalt, die vietnamesischen Kommunisten zu vertreiben – letztlich aber erfolglos.

Berliner Redaktion W

Foto: Link

enige Schritte zum Reichstag und Bundeskanzleramt, direkte Wege in die Bundestagsfraktionen und Ministerien, schnelle Kontakte in die Zentralen der Wirtschafts- und Sozialverbände: Unsere drei Hauptstadtkorrespondenten Bernd Stadelmann, Norbert Wallet und Markus Grabitz sind ganz nah an den wichtigen Adressen. In der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße, in der Albrechtstraße, liegt ihr geräumiges Büro. Hier wird in Abstimmung mit dem politischen Ressort der Stuttgarter Nachrichten am Morgen über die aktuellen Termine und Sitzungen konferiert, die die Politik in Berlin bestimmen, hier wird entschieden, welche Porträts, Hintergrundgeschichten, Analysen, Interviews oder Erklärstücke zugeliefert werden. Natürlich schreiben die Mitglieder der Berliner Redaktion auch Leitartikel und bieten Kommentare an. Doch die Arbeit findet nicht nur am Schreibtisch statt. Oft treffen sich die Korrespondenten mit Entscheidungsträgern in politischen Hintergrundzirkeln oder sie verabreden sich mit Parteiprominenz oder Talenten aus der zweiten Reihe. Die Berliner Luft sorgt stets für frischen Wind. Wolfgang Molitor

Bernd Stadelmann (sta), 63. Fühlt Union, FDP und Linkspartei auf den Zahn – in stets geschliffener Sprache

Norbert Wallet (wal), 44. Zuständig für die Bundespolitik – mit besonderem Augenmerk auf alles, was bei der SPD und den Grünen passiert

Inlandskorrespondenten Peter Mlodloch

Peter Gärtner

HANNOVER

BERLIN Rolf Obertreis

FRANKFURT

Markus Grabitz (mgr), 37. Macht Renten-, Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik anschaulich

Johannes Nitschmann

Dr. Jutta Witte

Ralf Müller

DÜSSELDORF

WIESBADEN

MÜNCHEN

StN-Grafik: acweber / Fotos: Archiv (2), Eckhardt & Pfannebecker, Herzig, Kraufmann, Scheffen

Gabriele Hantschel (han), 51. Als Sekretärin ist sie die ordnende Hand in der Redaktionshektik

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Geschäftsführer Thomas Ketterer im Beratungsgespräch

Qualitätsstandard. Neben der außergewöhnlichen Modellvielfalt gehört ein ausgeprägtes Beratungsund Servicebewusstsein zur Spezialität des Hauses. „Wir haben uns auf die Einzigartigkeit unseres Kunden eingestellt“, betont der Geschäftsführer Herr Thomas Ketterer. „Unser Kunde fordert heute Qualität und Komfort. Er orientiert sich an einer positiven Lebensart und hat dem kurzlebigen Durchschnitt längst entsagt. Er sucht einen Logenplatz für die Zeit die ihm gehört – für seine Erholung, seine Inspiration oder einfach nur um sich gehen zu lassen“.

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tet Comfort immer wieder preisreduzierte Messemodelle, Ausstellungstücke und Garnituren mit kleinen Macken.


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Mai 1955 Die Bundesrepu-

August 1954 Daimler-

4. Juli 1954 Die deutsche

blik tritt der Nato bei und wird weit gehend souverän. Damit endet die Besatzungszeit. Die Sowjetunion fasst ihre Satellitenstaaten im Warschauer Pakt zusammen. Auch Österreich erhält seine Souveränität zurück, der Zusammenschluss mit Deutschland wird allerdings untersagt.

Nationalmannschaft schlägt beim Fußball-WM-Endspiel in Bern das favorisierte ungarische Team mit 3:2 (Foto: dpa). Der Titel stärkt das Selbstwertgefühl der ganzen Nation. Nach Jahren der Entbehrungen und internationaler Ächtung ist er für viele Deutsche ein Aufbruchsignal in eine bessere Zeit.

Foto: dpa

60 Jahre – in guter Gesellschaft

왖 Attraktiver Flitzer

Im Gründungsjahr der Stuttgarter Nachrichten gab

Die Vespa ist Kult. 1946 eroberte der von Enrico Piaggio und dem Konstrukteur Corradino D’Ascanio entwickelte Motorroller von Italien aus die Straßen – als bequeme und elegante Alternative zum Motorrad.

Foto: Bauknecht

왗 Saubere Automatik Kaum zu glauben, aber erst seit 60 Jahren läuft das Wäschewaschen wie von selbst. Zwar erfand der Amerikaner Alva J. Fisher 1901 die elektrische Waschmaschine, die erste vollautomatische kam aber erst 45 Jahre später auf den Markt. Die deutsche Hausfrau musste weitere fünf Jahre darauf warten.

es zahlreiche Erfindungen, ohne die sich der moderne Mensch das Leben kaum noch vorstellen kann und will. Auf dieser Seite stellen wir ewig

Foto: AP

Benz baut in Sindelfingen den Seriensportwagen Mercedes 300 SL. Der Sechszylinder ist über 200 PS stark und hat Flügeltüren. 45 Jahre später wählen Motorjournalisten das Mercedes-Modell zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ (Foto: globus-press).

왖 Knapper Zweiteiler Pariser Models weigerten sich, also musste die Nackttänzerin Micheline Bernardini herhalten: Sie versetzte die Weltöffentlichkeit in helle Aufregung, als sie am 5. Juli 1946 im ersten Bikini vor die Fotografen trat. Entwickelt wurde der knappe Zweiteiler von dem französischen Maschinenbauingenieur Louis Réard. Namensgeber des bauchfreien Badedress ist das Pazifik-Atoll, auf dem die USA vier Tage zuvor eine Atombombe getestet hatten.

junge Produkte vor, die seit sechzig Jahren den Alltag unzähliger Menschen erleichtern. Zudem wur-

왗 Globale Angelegenheiten

den 1946 wichtige, global agierende Organisationen gegründet, die heute noch genauso gebraucht werden wie damals. Auch diesen Jubilaren sagen wir: Herzlichen Glückwunsch.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schlossen sich die Staaten auf verschiedenen Ebenen zusammen, mit dem Ziel, für Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen. So wurde 1946 in New York – ein Jahr nach Gründung der Vereinten Nationen (Uno) – das Kinderhilfswerk Unicef ins Leben gerufen. In Den Haag nahm der Internationale Gerichtshof seine Arbeit auf.

왗 Wärmende Welle

Foto: obs

Als sein Schokoriegel unter dem Einfluss eines Radargeräts zu schmelzen begann, entdeckte der amerikanische Ingenieur Percy LeBaron Spencer das Prinzip des Mikrowellenherdes. Auch wenn das erste Gerät 1947 gebaut wurde: Ein Jahr zuvor erhielt die Erfindung ihr Patent.

Sooo ein Fest...

Film ab in Cannes 왘 Hollywood hat die Oscar-Nacht. Europa hat die Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg geplant, wurde das kulturell anspruchsvolle Festival im Jahr 1946 erstmals durchgeführt. Der Preis der internationalen Jury ging an den ersten Spielfilm von Réne Clement, „La Bataille du Rail“ (Die Schienenschlacht). Die von einem Juwelierhaus gesponserte Trophäe in Form einer goldenen Palme wird erst seit dem Jahr 1955 überreicht.

Mit frisch-würzigem Weihnachts-Bier von Stuttgarter Hofbräu beginnt für Sie schon jetzt die schönste Zeit des Jahres. Gönnen Sie sich diesen stimmungsvollen Hochgenuss.

Foto: dpa

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NEU Stuttgarter HofbräuPilsner im 5-LiterPartyfass als „Weihnachts-Edition“ www.soooeinbier.de

왗 Ewige Behältnisse Foto: Archiv

...sooo ein Bier!

Die Erfolgsgeschichte der Tupper Plastic Company, gegründet von dem Chemiker Earl S. Tupper, setzte vor 60 Jahren ein, als die ersten Wunderschüsseln in die Verkaufsregale kamen: wasserdicht, luftdicht schließend und aus fast unverwüstlichem Polyäthylen. Die ersten Partys rund um die Plastikbehältnisse wurden 1951 gefeiert.

6 CO2 + 12 H2O ––> C6H12O6 + 6 H2O + 6 O2 왖 Farbenfrohe Verwandlung Die Fotosynthese, also die Bildung organischer Stoffe mit Hilfe von Licht, ist ein Wunder der Natur. Aber erst 1946 machte sich der Biochemiker Melvin Calvin daran, den Prozess vollständig zu entschlüsseln, fortan Calvin-Zyklus genannt. Dafür erhielt er 1961 den Nobelpreis für Chemie.


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Unverwechselbar zu sein – das ist ein hoher Anspruch. Die Stuttgarter Nachrichten können ihn einlösen, weil sie sich über die Jahre ein eigenes Profil erarbeitet haben. Markenzeichen wie das Reporter-Team, der treffpunkt foyer, die Kolumnisten oder die Extraseiten tragen entscheidend dazu bei.

Mit den Nachrichten im Vorteil

Markenzeichen Exklusivität: Die Reporter Von Frank Krause Sie sind das Recherche- und Reporterteam – und sie haben einen klaren Auftrag: Exklusive Themen für unsere Zeitung zu finden. Ein Anspruch, der längst zum Markenzeichen geworden ist.

W

as ist der Anspruch einer guten Tageszeitung? Sie soll aktuell sein, Hintergrundinformationen liefern, interessante Interviews beinhalten. Und sie soll Themen bieten, die noch nirgendwo zu lesen oder zu hören waren und deren Veröffentlichung für Gesprächsstoff sorgt – am Frühstückstisch, in der Bahn oder im Büro. Frei nach dem Motto: „Hast du schon gelesen, dass . . .?“ Genau diesen Effekt verfolgen die Stuttgarter Nachrichten seit mehreren Jahren, indem sie ein dreiköpfiges Recherche- und Reporterteam haben. Der Auftrag: Das Trio sucht nach Themen, die Diskussionen anregen, Missstände aufdecken – kurzum: Es geht um Exklusivmeldungen, die sich oftmals nach stundenlangen Telefonaten oder Gesprächen vor Ort wie ein Puzzle zusammensetzen und dann veröffentlicht werden. Ein Konzept, das sich immer mehr zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Allein im vergangenen Jahr produzierte unsere Zeitung knapp 280 Exklusivmeldungen, die in den großen führenden Nachrichtenagenturen wie Deutsche Presse-Agentur (dpa), Associated Press (AP), Reuters oder dem Sport-Informations-Dienst (sid) eine Verwendung fanden. Keine andere Zeitung aus Baden-Württemberg wurde so häufig in den Agenturen, in Rundfunk- und Fernsehnachrichten zitiert oder in anderen Medien als Quelle für Informationen so intensiv abgedruckt. Dabei ist es stets der Anspruch des Teams, trotz allen Konkurrenzkampfs der Medien die Informationen mehrfach auf den Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Die hohe Zahl der selbst recherchierten Exklusivthemen kommt nicht von ungefähr. Es gehört zur Arbeit der Reporter, dass sie einen engen Kontakt zu ihren Informanten pflegen, das Gespräch mit politisch Verantwortlichen suchen, das Thema hinter der Schlagzeile sehen. Längst ist die Arbeit an Exklusivthemen

Stein des Anstoßes: Die EnBW schickte Amtsträgern WM-Gutscheine – für den Staatsanwalt Foto: StN ist das Vorteilsgewährung

Immer auf der Suche nach neuen Themen: das Recherche- und Reporterteam der Stuttgarter Nachrichten (v. li.: Chefreporter Frank Krause, Rainer Wehaus, Michael Isenberg). Foto: Kraufmann

aber nicht mehr nur auf die Mitglieder des Reporterteams beschränkt, längst wird dieser Anspruch von der gesamten StN-Redaktion erfüllt. Wer interessante Themen hat oder brisante Hinweise erhält, kümmert sich entweder selbst darum oder gibt das Thema ans Reporterteam weiter. Wie erfolgreich diese Arbeit ist, zeigen nicht nur die Zahlen des vergangenen Jahres und die Tatsache, dass sich inzwischen immer mehr Tageszeitungen ein Reporterteam aufbauen. Es ist vor allem die Themenmischung, mit der die Stuttgarter Nachrichten immer wieder über die Landesgrenzen hinaus für Gesprächsstoff sorgen. An Beispielen mangelt es nicht. So sorgte die Aufdeckung von Details aus der so genannten Umfrageaffäre dafür, dass im Jahr 2004 die beiden Landesminister Walter Döring und Corinna Werwigk-Hertneck (beide FDP) zurücktreten mussten. Das juristische Nachspiel der Affäre, die im Zusammenhang mit dem FlowTexSkandal bekannt geworden war, dauert noch immer an. Das gilt auch für einen prominenten Fall, der in diesem Jahr recherchiert wurde und in dessen Mittelpunkt der Vorstandschef der Energie Baden-Württemberg, Utz Claassen, steht. Er hatte im Vorfeld der Fußball-WM insgesamt 15 Amtsträgern, darunter auch Landesministern, Gutscheine für Gratis-Tickets zu WM-Spielen angeboten. Die WM ist vorbei, die Akte Claassen ist deshalb aber nicht geschlossen. Die Staatsan-

waltschaft Karlsruhe hat bekanntlich nach monatelangen Ermittlungen den Energiemanager wegen Vorteilsgewährung angeklagt. Andere Beispiele aus diesem Jahr reihen sich in die Erfolgsbilanz ein. Mal ging es darum, dass Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Interview mit unserer Politikredaktion ankündigte, dass es eine flächendeckende Kinderbetreuung bis 2010 geben soll. Eine Aussage, die bundesweit in allen Fernsehnachrichten eine Rolle spielte und in den Nachrichtenportalen im Internet zur Top-Meldung wurde. Mal recherchierte die Wirtschaftsredaktion, dass bei DaimlerChrysler ein Auftrag zu platzen

Die Themen kommen aus allen Ressorts drohte, weil sich Arbeitgeber und Betriebsräte nicht auf Samstagsarbeit einigen konnten. Doch nach der öffentlichen Diskussion kam die Wende, der Auftrag und 400 Jobs sind gesichert. Mal sorgte die Meldung, dass die CDU-FDP-Landesregierung die Einschulungsuntersuchungen mittels Fragebögen umstellt, für Schlagzeilen – und Diskussionen bei Eltern und Erzieherinnen. Diese Beispiele sind nur eine kleine Auswahl. Aber sie sind zugleich Ansporn, auch in Zukunft nach Themen zu suchen, die am nächsten Morgen für Gesprächsstoff sorgen – ob nun am Frühstückstisch, in der Bahn oder im Büro.

Kriminalität und Justiz hautnah

B

erichterstattung über Kriminalität und Justiz hautnah in allen Facetten: Um dies den Lesern bieten zu können, leisten sich die Stuttgarter Nachrichten einen Polizei- und einen Gerichtsreporter. Polizeireporter Wolf-Dieter Obst begleitet die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden und ist ihnen dank akribischer Recherchearbeit nicht selten sogar einen Schritt voraus. Wenn seine Arbeit beendet ist, kommt Gerichtsreporter George Stavrakis zum Zuge. Er übernimmt sozusagen die Straftäter vom Polizeireporter und berichtet – juristisch fundiert – über deren Prozesse bis hin zur Verurteilung. Mit der Verfolgung der Verhandlungen ist es dabei nicht getan. Stavrakis spricht mit Verteidigern, Staatsanwälten und Gutachtern, um Hintergrundinformationen zu sammeln. Er kommentiert Urteile ebenso wie die Arbeit der Staatsanwaltschaften und schaut so der Justiz auf die Finger. Und er kümmert sich zusätzlich um die Zivil-, Arbeits- und Verwaltungsgerichtsbarkeit. Ein weites Feld, das zu beackern ein Vollzeitjob ist. Der Landgerichtsbezirk Stuttgart ist nach Berlin der zweitgrößte Deutschlands. Er umfasst nahezu die ganze Region. StN

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

5. Januar 1956 Die ersten

12. November 1955

30. September 1955

Gastarbeiter aus Italien treffen ein. Sie sollen den dramatischen Mangel an Arbeitskräften in Deutschland lindern, denn die Wirtschaft kommt immer mehr auf Touren. Bis zum Anwerbestopp für Gastarbeiter 1973 folgen fünf Millionen Menschen dem Ruf – viele von ihnen werden hier auf Dauer heimisch.

Die ersten 101 Freiwilligen erhalten von Bundesverteidigungsminister Theodor Blank ihre Ernennungsurkunde: Damit beginnt der Aufbau der Bundeswehr (Foto: Verteidigungsministerium). Derweil kehren aus Russland die letzten Kriegsgefangenen heim nach Deutschland.

Der 24-jährige James Dean (Foto: dpa) verunglückt in Kalifornien tödlich mit seinem Porsche. Wie kein anderer Schauspieler trifft er mit seiner rebellischen und zugleich verletzlichen Art den Nerv der Jugend. Der Film „Jenseits von Eden“, in dem er die Hauptrolle spielt, hat ein Millionenpublikum.

Wer ist drin, also in? Wenn die Zeitung ihren Lesern den Schlaf raubt Als „hippe Ecke“ wird Stuttgart neuerdings in überregionalen Medien gefeiert. Doch nicht erst seit der Fußball-WM bietet die Stadt viel Stoff für die Leute-Kolumnen 333 und Stadtgespräch. Understatement dominiert bei den Schwaben, was die Lebenslust nicht bremst.

D

ass Läsa bleed macht, glaubt nicht mal der berühmte Fernsehschwabe. Schon früh hat der Kabarettist Mathias Richling, ein treuer Begleiter dieses Blattes, erkannt: „Wer bis 333 zählen kann, hat es doch zu etwas gebracht.“ Und jetzt hat es die Rubrik 333 selbst zu einem Jubiläum gebracht, das wunderbar rund ist, wie es sich für eine Kolumne im Zeichen der Dreier gehört. Premiere war am 24. März 1973 – mit Hermann Freudenberger am 333-Telefon. Ja, rechnen wir alle mal nach. Am 12. November, dem 60. Geburtstag der Stuttgarter Nachrichten, ist die 333-Kolumne 33 Jahre und 33 Wochen alt. Was will uns dieser Zufall sagen? Zufälle, Merkwürdiges, kleine Geschichten am Rande großer Ereignisse sind der Stoff, aus dem das 333 ist. Ob Promis im Spiel sind oder nicht, ist letztendlich gar nicht so wichtig – Hauptsache, die Geschichte ist gut. Wähle 333! Schon Ende der 60er hat der britische Sänger Graham Bonney in seinem Hit geahnt, was unsere Zeitung später mal ausrufen würde: „Wähle 333 auf dem Telefon, wähle 333, und du hast mich schon.“ Die verehrte Leserschaft nutzt die 333-Nummer reichlich, um uns mit Tipps, Anregungen und exklusiven Informationen zu versorgen. Oft ist das 333-Telefon selbst die Auskunft – die Nummer ist den Lesern vertraut. Regelmäßig rufen auch Menschen an, ob sie nun wichtig sind oder es noch werden wollen, um sich ins Gespräch zu bringen. Wie begehrt ein Platz im 333-Kasten ist, beweist eine Dame der feinen Gesellschaft, die immer wieder gern erzählt, ich würde ihr den Schlaf rauben – zweimal die

Woche. Mittwochs und samstags dränge es sie in aller Frühe aus den Federn – gegen fünf, wenn die Zeitungsfrau da war. Sie sucht die Seite mit dem 333-Kasten, um eine wichtige Frage zu klären: Ist der Gatte drin, also in? Seit 1989 gibt es bei den Stuttgarter Nachrichten eine zweite Leute-Kolumne, in die viele reinwollen. Das Stadtgespräch berichtet von Topereignissen und gesellschaftlichen Höhepunkten, von Premierenfeiern, vom treffpunkt foyer, von Bällen und Promi-Partys. Lukas Podolski Bis spät in die Nacht wird gefeiert, bereits am nächsten Morgen ist nachzulesen, was passiert ist – via Laptop vom Ort des Geschehens übertragen. Wer im 333 und im Stadtgespräch schon alles drin war! Zum Jubiläum habe ich in alten Bänden geblättert und Köpfe entdeckt, die auch heute noch oft zu sehen sind, nur anders. 1985 etwa verriet der jugendliche OB-Referent Wolfgang Schuster mit halblangen Haaren, damals 36 Jahre alt, er habe in Jerusalem Urlaub gemacht und direkt vor der Klagemauer den damaligen Staatssekretär Gustav Wabro getroffen. Und dann? „Dann haben wir geklagt“, sagte

Gottschalk gab am Telefon eine Privatvorstellung als Entertainer Schuster, „ich über das Land und Wabro über die Stadt Stuttgart.“ Wer will da schon klagen? 333 stiftet sogar Ehen. Für Jürgen Bartle, von 1984 bis 1993 nach Hermann Freudenberger der zweite Mann am stadtbekannten Telefon, waren seine 333-Jahre mit 735 Spalten und 5356 kleinen Geschichten eine „spannende Zeit“. Täglich erinnert sich der heutige Geschäftsführer der Hier-GmbH daran, „und zwar nicht unangenehm“, wie er sagt, „was mir davon geblieben ist – meine Frau“. Seine spätere Frau war Geschäftsführerin

(Mi.) feiert WM im Perkins Park Foto: StN im Perkins Park. Die Discothek auf dem Killesberg versorgt uns auch heute noch häufig mit Geschichten – zuletzt etwa nach dem kleinen WM-Finale im legendären Sommer 2006. Die Fußballhelden Poldi und Odonkor ließen sich im BMW aus der Tiefgarage des Steigenberger-Hotels schmuggeln, das von Fan-Massen belagert war. Im BMW hatten sie den Kopf unter den Sitz gedrückt, um nicht erkannt und verfolgt zu werden. 33 Jahre und 33 Wochen – ach, was könnten wir für Anekdoten aus dieser Zeit erzählen! Wie Thomas Gottschalk etwa aus München 333 gewählt hat, weil er einen Nebensatz in der Kolumne zurechtrücken wollte und dann eine Privatvorstellung als Entertainer am Telefon gab. Oder wie Milva ein Fax schickte, um sich für „den Übernamen“ zu bedanken, den sie im Stadtgespräch gelesen hat. „Mamma Libertá“ gefalle ihr gut, doch die Italienerin zweifelte: „Ich hoffe nur, das war nicht ironisch gemeint.“ An ironischem Stoff mangelt es in einer Stadt wie Stuttgart für die Kolumnen 333 und Stadtgespräch nicht, auch wenn bei uns Bussi-Bussi-Eitelkeiten zum Glück nicht so ausgeprägt sind wie in der Baby-Schimmerlos-Heimat München. Understatement dominiert, was die Lebenslust nicht bremst. Die Stadt hat im Festkalender viele Höhepunkte, und auch durchreisende Stars liefern schöne Geschichten. In den über-

Foto: ddp

regionalen Medien wird Stuttgart neuerdings als „hippe Ecke“ gefeiert. Wie spannend die Stadt ist, können wir 333fach stets aufs Neue erleben. Stuttgart macht Spaß. Klatsch darf hier auch niveauvoll sein. Seit 2001 legt sich 333 für die Leserschaft quer. 28 Jahre lang war die Kolumne einspaltig, hoch. Nun ist ein mehrspaltiger Kasten daraus geworden, was größere und attraktivere Fotos erlaubt. Die Aufwertung folgt dem Interesse, auf das 333 stößt. Außerdem ist so viel los in dieser Stadt – das lässt sich nicht in einer engen Spalte bändigen. Sein Verhältnis zur 333-Kolumne hat Alt-OB Manfred Rommel so beschrieben: „Im Unterschied zu der Zahl Drei, die in der Religion eine Rolle spielt – etwa Dreifaltigkeit Gottes –, kommt die Zahl 333 meines Wissens nach in der Bibel nicht vor. Von dieser Zahl kann also nichts Frommes erwartet werden.“ Warten wir’s ab. Wir können die nächsten 33 Jahre kaum erwarten. Uwe Bogen

DFB-Pokal gesucht!

Mittwoch, 21.3.07 · 20 Uhr, Liederhalle, Beethoven-Saal

Hélène Grimaud

V

Philharmonisches Kammerorchester München Bach: Klavierkonzert d-moll · Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur Dienstag, 14.11.06 · 20.15 Uhr, Theaterhaus

Stuttgart meets Manhattan Manhattan Brass · Stuttgart Brass · Special Guest: Daniel Schnyder, Saxophon in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart Fr/Sa/So, 8.–10.12.06 · 20 Uhr, Hotel Le Méridien Stuttgart

Opera al dente Ein Fest bei Don Giovanni · Solisten des European Festival Opern-Ensembles Minsk Orchestra · Wilhelm Keitel, Leitung · inkl. 4-Gänge-Menü & Aperitif Sonntag, 31.12.06 · 17 Uhr, Liederhalle, Hegel-Saal

Silvesterkonzert der Stuttgarter Philharmoniker Grieg: Peer Gynt & Klavierkonzert · Tschaikowsky: Schwanensee Freitag, 2.2.07 · 20 Uhr, Liederhalle, Beethoven-Saal

Der kleine Prinz Romantische Oper von Nikolaus Schapfl für Solisten, Chor und Orchester Philharmonia Chor Stuttgart · Stuttgarter Philharmoniker · Heiko Mathias Förster, Leitung

tickets 0711 - 52 43 00 www.stuttgartkonzert.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Gottschalk – ein Fall für 333

Stuttgart Konzert

iele Jahre hatte ich das Glück, die beliebte Veranstaltungsreihe treffpunkt foyer der Stuttgarter Nachrichten im Hause der Baden-Württembergischen Bank am Kleinen Schlossplatz als Bankmitarbeiter zu organisieren. Ein Erlebnis bleibt unvergessen: Im Juli 1997 hatten die Stuttgarter Nachrichten zum Sportfoyer geladen. Anlass war der gewonnene DFB-Pokal durch den VfB Stuttgart unter einem damals noch wenig bekannten Trainer namens Joachim Löw. Neben dem Trainer war das Podium mit dem Präsidenten Mayer-Vorfelder und dem Stürmerstar Fredi Bobic besetzt. Als besonderer Gag hatte der VfB seinen frisch erkämpften Pokal mitgebracht und für alle sichtbar auf einem Sockel platziert. Die Veranstaltungsreihe zeichnet sich auch dadurch aus, dass Zuhörer nach der Diskussion mit den Persönlichkeiten des Podiums in Kontakt treten können. Neben den Fußballstars war an diesem Abend besonders der Pokal begehrt. Schnell waren alle Hemmungen überwunden, und der goldene, mit Halbedelsteinen DFB-Pokal besetzte Pokal wurde hochgestemmt, gestreichelt, geküsst und bewundert. Als besonders hartnäckig erwiesen sich ein mit Fotoapparat ausgerüsteter Vater und sein Sohn. Pokal und Foto wanderten mehrfach zwischen Vater und Sohn hin und her, Erinnerungsbilder wurden geknipst. Im überwältigenden Gefühl des Pokalsiegs vergisst man schon mal, dass ein Podium einen Absatz hat, was dem Vater zum Verhängnis wurde. Er stolperte. Fan und Pokal fielen auf unseren Steinboden, was vor allem dem Pokal weniger gut bekam. Er büßte einige Steinchen aus seinen Zierkränzen ein.

Ulrich Ruf, Finanzchef des VfB, griff ein und bat mich, den Pokal sicher zu verwahren. Er werde ihn am nächsten Tag per Boten abholen lassen. Am Folgetag meldete sich zwar kein Bote des VfB bei mir, aber in unserer Bank hatte sich schnell herumgesprochen, welcher Kultgegenstand sich im Haus befindet. Selten haben derart viele Kollegen mein Büro aufgesucht. Zunächst polierten wir den Pokal auf Hochglanz. Ausgiebig beschäftigten wir uns dann mit dem Studium sämtlicher Siegermannschaften, die im Pokalfuß eingraviert sind. Einzig dem Reiz, den Pokal mit Sekt zu füllen und daraus zu trinken, widerstanden wir.

– Objekt der Begierde

Foto: uk

Eine knappe Woche war mir mit „meinem“ Pokal vergönnt, dann kam der Anruf von Frau Maier, Sekretärin der Chefredaktion. Sie sagte, der VfB würde seinen Pokal vermissen. Die Spur verliere sich am Abend des treffpunkt foyer. Welch große Steine Frau Maier und später auch den Verantwortlichen in der Geschäftsstelle des VfB vom Herzen fielen, als ich mitteilte, dass der Pokal bei mir steht, war bis zum Kleinen Schlossplatz zu hören. Dieser Beitrag stammt von unserem Leser Tilman Herzog


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

4. November 1956

5. Februar 1956 Leserin Olga Schnaidt

25. März 1957 Belgien, die

Sowjetische Panzer walzen den Volksaufstand in Ungarn nieder (Foto: dpa). Der Kreml kalkuliert kühl, dass der Westen wegen seiner Verwicklung in Ägypten, wo Israel mit Rückendeckung Frankreichs und Großbritanniens den Suezkanal besetzt hat, stillhält.

(Foto: Kraufmann) erinnert sich: „An diesem Tag gab es eine Zeitungsbeilage mit der Überschrift: ,Einweihung des modernsten Fernsehsenders und Aussichtsturms der Welt‘.“ Die Stuttgarterin hat sie zusammen mit anderen Ausschnitten aufbewahrt. Über den Urahn aller Fernsehtürme, der von Fritz Leonhardt konstruiert wurde, weiß sie gut Bescheid: „1953 war er in Planung, da wurde meine erste Tochter geboren. 1956, als meine zweite Tochter zur Welt kam, war er fertig.“

Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Italien und die Bundesrepublik unterzeichnen die so genannten Römischen Verträge über die Schaffung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom). Damit sind die Vorläufer der Europäischen Union (EU) gegründet.

treffpunkt foyer – journalistische Feierabende mit Prominenz und Überraschungseffekten Siegeszug antrat, wurde in Stuttgart die Idee für eine Veranstaltungsreihe geboren, die bis heute nichts von ihrer Attraktivität verloren hat, sondern populärer ist denn je. Ihr Name: treffpunkt foyer.

B

ilder wie diese sind in der Erinnerung vieler Leserinnen und Leser mit einem Sternchen hinterlegt: Bundespräsident Horst Köhler im Kreis ehemaliger Männerchor-Freunde aus Herrenberg-Mönchberg, das Lied „Schwabenland“ auf den Lippen, Dieter Zetsche, der DaimlerChrysler-Chef, in der Rolle eines Stehgeigers, Ex-Kanzler Gerhard Schröder, vor großem Publikum eine alte (Wein-)Wettschuld einlösend. Das sind nur drei Szenen aus einer langen Reihe markanter und höchst prominent besetzter Arrangements der Stuttgarter Nachrichten – aufgeführt auf ihrer stadtbekannten Bühne treffpunkt foyer. Kleingeschrieben und kursiv gesetzt – der Schriftzug ist filigran. Alles andere wird beim treffpunkt foyer der Stuttgarter Nachrichten seit eh und je groß geschrieben: die Nähe zu den Zeitungsabonnenten aus Stuttgart und in der Region, der Unterhaltungswert, die Gästeliste. Letztere liest sich wie ein Who’s who bedeutender Personen der Zeitgeschichte. Sie umfasst annähernd 300 Namen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur, darunter so klingende wie Willy Brandt, Joseph Beuys, Karl Carstens, John Cranko, Friedrich Dürrenmatt, Hans-Dietrich Genscher, Helmut Kohl, Caterina Valente, Walter Scheel, Franz Josef Strauß, Hanns-Martin Schleyer, Reinhold Messner, Lothar Späth, Johannes, Rau, Anne-Sophie Mutter, Franz Beckenbauer, Karlheinz Böhm, Marcel Reich-Ranicki, Angela Merkel. Nicht weniger beeindruckend die Zahl der Veranstaltungen: Bisher 139-mal öffnete sich der Vorhang zu einem treffpunkt foyer. In der Fernsehsprache gesprochen:

ein Quotenhit. Und das seit 36 Jahren. Vergleichbares gibt es in der deutschen Presselandschaft nicht. Apropos Fernsehen: Der Dokumentationskanal Phoenix ist seit Jahren Dauergast beim treffpunkt foyer und überträgt die Podiumsrunden in die große weite Republik hinaus. Begonnen hat alles mit einem Einfall, einem Heureka-Erlebnis. Als jungem Feuilleton-Chef kam Jürgen Offenbach 1970 die Idee, die lebendigen Stuttgarter Nachrichten durch Podiumsgespräche mit Prominenten noch lebendiger zu machen. Der damalige Herausgeber und Geschäftsführer Erwin Schoettle gab seine Einwilligung, den Eingangsbereich im Zeitungshaus an der Räpplenstraße, das Foyer, zu einem Veranstaltungsort zu machen. Auch der damalige Chefredakteur Rudolph Bernhard stand hinter der Idee. Offenbach, der 1979 als Nachfolger Bernhards zum Chefredakteur aufstieg, beschreibt seine Grundidee rückblickend so: „Wir Journalisten sind ja zuerst einmal Vermittler von Informationen und Meinungen. Darüber hinaus aber können wir ein Privileg unseres Berufes an unsere Leserinnen und Leser weitergeben. Es ist die ganz persönliche Begegnung mit großen Namen unserer Zeit.“ Persönliche Begegnungen, große Namen – das zieht sich wie ein roter Faden durch die treffpunkt foyer-Geschichte. Als erster Gast betrat 1970 der legendäre Stuttgarter Ballettdirektor John Cranko das Foyer in der Räpplenstraße und verwandelte es in

Noch vor Ende des Gesprächs sind die Zeitungen da eine Bühne. Geboren war jene WerkstattAtmosphäre, angereichert durch spontane und inszenierte Überraschungseffekte, die ein Markenzeichen des treffpunkt foyer werden sollten. Ein anderes Merkmal ist der große Zuspruch der Leserinnen und Leser. Als der Künstler Joseph Beuys 1984 das Podium betrat und in schätzungsweise 500 interessierte Augenpaare blickte, entfuhr ihm der Satz: „Wir hätten den Abend im Hauptbahnhof machen müssen.“ Die Örtlichkeiten, die Foyers, wechselten

April 1996: Ein weltmeisterlicher treffpunkt foyer-Abend: Der damals 27 Jahre alte Formel-1-Pilot Michael Schumacher im Gespräch mit Chefredakteur Jürgen Offenbach. Foto: uk

Der amtierende Bundespräsident Horst Köhler war im Juni 2006 zu Gast beim treffpunkt foyer. Auch zwei seiner Vorgänger, Walter Scheel und Karl Carstens, schmückten die Veranstaltungsreihe. Foto: uk tatsächlich – der Hauptbahnhof wurde allerdings nie bezogen. 1978 wurde der treffpunkt foyer von der Räpplenstraße auf den Kleinen Schlossplatz verlegt. Die Kundenhalle der Baden-Württembergischen Bank bildete – von einem Gastspiel in der Alten Reithalle abgesehen – fortan den Rahmen für die Veranstaltungsreihe, die der frühere Vorstandschef der BW-Bank, Manfred Prechtl, anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Stuttgarter Nachrichten als „unentbehrliche Institution in der Landeshauptstadt und in Baden-Württemberg“ würdigte. Das ist der treffpunkt foyer bis heute geblieben – wenn auch an anderem Ort. Wegen des Umbaus der BW-Bank stand 1998 erneut ein Umzug an. Seit jenem Jahr logiert der treffpunkt foyer in der Friedrichstraße. Der auch kulinarisch großzügige Gastgeber (Stichwort Büfett) heißt L-Bank. Die Architektur ihres Foyers gefiel auf Anhieb. Bei der Premiere notierte ein Beobachter: Die neue Umgebung ist „dem Andrang auf noble Art gewachsen“. Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Der heutige Vorstandschef der L-Bank, Christian Brand, verteilt Komplimente: „Wir sind stolz darauf, Gastgeber dieser Veranstaltung zu sein, die ihresgleichen sucht.“

LOOK! Stuttgart

Lange bevor die Fernseh-Talk-Show ihren

Aus Redaktionssicht haben treffpunkt foyer-Abende Großkampf-Charakter. Dabei zu sein ist Abonnentenprivileg für die Leserinnen und Leser der StN und ihrer Partnerzeitungen. Damit die Feierabende gelingen, sind viele Werktage an intensiver Vorbereitung notwendig. Das beginnt bei der Auswahl der Gäste und dem Abstimmen vieler Terminkalender. Dazu kommt die inhaltliche Vorbereitung und der äußere Aufbau: Kulissen müssen angefertigt, die Technik eingerichtet und strenge Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Zur Dramaturgie des treffpunkt foyer gehören Beispiele flinken Zeitungsmachens. Das Gespräch ist noch nicht zu Ende, da treffen schon die ersten Zeitungen mit einem Bericht über die Veranstaltung ein. Moderne Zeitungsherstellung macht’s möglich. Wenn Moderator Offenbach seinen Gästen sodann ein druckfrisches StN-Exemplar mit Foto und Schlagzeile des Abends überreicht, fallen auf dem Podium Sätze wie der Ausruf von DaimlerChrysler-Chef Zetsche: „So schnell wollen wir auch werden – fantastisch!“ Jan Sellner treffpunkt foyer im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/foyer

„Bei uns stehen die Kunden im Mittelpunkt – kleine genauso wie große. Wie bei unserer Bank.“ Bernd Stocker, Geschäftsführer Spielwaren Kurtz

DaimlerChryslerChef Dieter Zetsche im Januar 2006 bei einem Geigensolo. Stargeigerin AnneSophie Mutter gab im Duo mit Ex-Ministerpräsident Lothar Späth (re.) im Februar 2000 ein unvergessliches Gastspiel. Foto: uk

Die Begrüßung des treffpunkt foyer-Gastes Franz Josef Strauß durch Chefredakteur Jürgen Offenbach (re.) 1979 fand auf dem Rollfeld statt. Strauß, ein begeisterter Pilot, saß selbst am Steuerknüppel der Maschine, die ihn nach Stuttgart brachte. Foto: uk

Ervolksgeschichten

Spielwaren Kurtz ist ein Stück Stuttgarter Geschichte. Umso stolzer sind wir, als Hausbank daran erfolgreich mitschreiben zu dürfen. Weil für uns – wie für Herrn Stocker – jeder Kunde der wichtigste ist. www.stuttgarter-volksbank.de


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

13. Mai 1958 In Algerien putschen franzö-

17. Dezember 1958

sische Truppen gegen die Regierung in Paris, weil sie fürchten, die Kolonie könnte unabhängig werden. Sie hoffen auf General de Gaulle (Foto: AP), der aus dem Ruhestand zurückkehrt. Eine neue Verfassung verleiht ihm umfassende Befugnisse.

Kurt Georg Kiesinger (Foto: Grohe) wird Ministerpräsident, da Gebhard Müller zum Bundesverfassungsgericht wechselt. Kiesinger setzt die Allparteien-Regierung fort.

4. Oktober 1957 Die Sowjet-

Oktober 1958 Der Südwesten inves-

union schickt mit Sputnik 1 den ersten Satelliten in den Weltraum (Foto: AP). Das Ereignis schockt die USA: Die Weltmacht sieht sich auf technologischem Feld geschlagen.

tiert viel Geld in seine Infrastruktur. Die Bodenseewasserversorgung (Foto: dpa) geht in Betrieb, die Rohre reichen später bis Nordwürttemberg. 1958 wird auch der Stuttgarter Hafen eingeweiht.

35 Jahre Aktion Weihnachten: Mit einer Bitte und mit einem Schlachtfest fing alles an Macher? Das sind die anderen. Journalisten beobachten, berichten, decken auf, kommentieren. So beeinflussen sie den Lauf der Dinge allenfalls indirekt. Und das ist gut so. Schließlich verfügen sie über kein Mandat, die Geschicke bestimmen zu sollen.

D

ass es selbst von dieser ehernen Regel, das Agieren den dazu Berufenen zu überlassen, eine allseits akzeptierte Ausnahme gibt, davon zeugt die Aktion Weihnachten. Im Advent 1971 wurde sie gestartet, weil den Redakteuren der Stuttgarter Nachrichten bei ihrer Arbeit immer wieder stille und manchmal auch versteckte Not begegnet und schon damals erkennbar war, dass die Maschen unseres sozialen Netzes zuweilen weit sind und öffentliche Kassen nicht unerschöpflich. Die Not behinderter Kinder und ihrer Eltern, das Schicksal von Menschen mit multipler Sklerose, die Einsamkeit von Alten und – schon damals – die Probleme von Kindern in schwierigen Verhältnissen gaben

den Anstoß. Doch wie anpacken? Da die Redaktion mit Bitten an die Leser keinerlei Erfahrung hatte, ging mit der Aktion eine symbolische Tat einher. Das Lokalressort schlachtete seine Porzellansau, die als Schlamperkasse für verspätetes Erscheinen zur Konferenzrunde diente. Da die Summe nur knapp dreistellig ausfiel, wurde auch gleich das Kalauer- und Beleidigungsschwein geopfert, dessen Inhalt verfeiert werden sollte, und das Ganze durch eine Kollekte im Kollegenkreis aufgerundet. Mit 360 Mark als Grundstock bat die Redaktion die verehrte Leserschaft keck um 25 000 Mark. Wenn nur jeder zehnte Stammleser ein Fünf-Mark-Stück opfern würde, so das Kalkül, müsste die Summe leicht zu schaffen sein. Tja, und dann machten uns unsere Leser gleich zum Start der Aktion Weihnachten sprachlos. Beim Kassensturz addierte sich die Spendensumme auf 52 731,77 Mark. So konnten weitere Therapiegeräte für schwerstbehinderte Kinder angeschafft, einem Altenheim Möbel für einen Aufenthaltsraum und dem Roten Kreuz in Stuttgart ein Zuschuss zum Zubringerfahrzeug für einen Notarztwagen gewährt werden. Seitdem bittet die Aktion Weihnachten Jahr für Jahr um Unterstützung für soziale

Cranko-Schule, deren Initiativen, für Fami26. am zweiten Adlien und für Alleinsteventssonntag im Opernhende, deren Schultern haus stattfinden wird, zu schwach sind, das ebenso zur festen Tradieigene Los zu meistern. tion geworden sind wie Und noch nie haben das Quempas-Singen wir eine Fehlbitte geder Bosch-Musikgruptan. Zu unseren Lesern pen, dessen Erlös gesellten sich Firmen gleichfalls der Aktion und Institutionen, deWeihnachten zugute nen die Aktion Weihkommt. Ebenso die nachten die Gewähr „Nacht der Lieder“, bietet, dass die gespenbei der sich am 12. Dedeten Beträge ohne jezember im Schauspielden Abzug zur sozialen haus wieder Klassik Tat werden. Denn den und Comedy begegnen. Aufwand für BriefpaBei all diesen Gelegenpier und Porto trägt heiten stellen sich die der Verlag, und die Künstler in den Dienst Organisation besorgen die Mitglieder unseres Ballettgala mit komischen Herren uk der guten Sache. Mit fast sechs Milliogemeinnützigen Vernen Euro konnte die Aktion Weihnachten eins in unbezahlten Sonderschichten. So dürfen wir dankbar registrieren, dass dank unserer Leser und dank solcher Initiauns die Landesbank Baden-Württemberg tiven seit 1971 Not lindern, Mut machen, Jahr für Jahr die Überweisungsformulare Selbsthilfegruppen in ihrem Tun bestärken zur Verfügung stellt und sämtliche Überwei- und soziale Projekte in der Region Stuttgart sungsgebühren dem Spendenkonto gut- anstoßen. Wie schön, dass auf unsere Leseschreibt. Oder dass die Benefizvorstellun- rinnen und Leser und auf unsere treuen gen des Stuttgarter Balletts und der John- Förderer stets Verlass war. Bruno Bienzle

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

18. August 1960 In den

13. September 1959 Heinrich

USA kommt die Anti-BabyPille auf den Markt (Foto: AP). Die Empfängnisverhütung mit Hormonen sorgt in den westlichen Ländern nicht nur für einen Bevölkerungsrückgang, sondern auch für eine sexuelle Revolution. In Deutschland ist die Pille ab 1961 erhältlich.

Lübke (Foto: dpa) wird neuer Bundespräsident. „Da war Konrad Adenauer noch Kanzler“, schreibt Leserin Else Moullion aus Leinfelden-Echterdingen, die uns einen Zeitungsausschnitt mit einem Bild von Lübkes Vereidigung zugesandt hat.

2. Januar 1959 Fidel Castro

August 1960 17 Staaten werden von ih-

(Foto: dpa) ergreift die Macht in Kuba. Die Insel wird für viele Jahre Krisenherd. Als Moskau dort 1962 Raketen stationiert, steht die Welt am Rand eines Atomkriegs.

ren Kolonialmächten Frankreich, Großbritannien und Belgien unabhängig – darunter Kongo und Mali. In Bagdad wird die Opec gegründet, die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Foto: AP).

Was Sie schon immer über unsere Kolumnisten wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

W

Ausrangiert und meistbietend versteigert: Joe Bauers langjähriger Schreibknecht, sein Laptop Fink. Foto: Hörner

enn man den Kollegen Bauer fragt, wie eine gute Geschichte anfängt, dann bekommt man häufig diesen Satz zu hören: „Ein Mann reitet in die Stadt.“ Nun ist es so, dass das Pferd nicht zu den bevorzugten Verkehrsmitteln in deutschen Städten gehört. Das ist in Stuttgart, obwohl es anfangs auf Rossbollen gebaut war, nicht anders. Wenn Joe Bauer in die Stadt reitet, dann benutzt der „Lonesome Rider des Redaktionssystems“, wie eine Kollegin von der „Stuttgarter Zeitung“ ihn mal nannte, dazu den öffentlichen Personennahverkehr oder seine Füße. Beides sind Fortbewegungsarten, die der Beobachtungsgabe unseres Stadtstrolches entgegenkommen. Als KNITZ erfuhr, dass er ein paar Sätze über den Kolumnisten-Kollegen schreiben soll, bekam er weiche Knie. Die bekommt er immer, wenn er über Leute schreiben soll, denen er nahe steht und die er über die Maßen schätzt. Es ist nämlich so, dass der amtierende KNITZ dem Bauer einiges zu verdanken hat. Bei der Vorstellung von dem einsam durch die Stadt tigernden Wolf gerät leicht in Vergessenheit, dass Bauer ein vorzüglicher Journalist ist. Und, Sie mögen KNITZ den etwas altmodischen Begriff verzeihen, ein ausgezeichneter Lehrmeister. Was hat KNITZ, als er noch nicht KNITZ war, sondern ein schreibender Lehrling, von dem Bauer alles gelernt. Der Prozess des Lernens war selten leise, manchmal wurde es sogar richtig laut. Aber es ging immer um die Sache, um guten, uneitlen Journalismus. Bauer legte Wert auf Genauigkeit, auf Präzision in Texten und – obwohl das nie so ausgesprochen wurde – auf Wahrhaftigkeit. Im Grunde ging es um nichts anderes als um das größte Problem beim Schreiben überhaupt: Wie erklärt man die Welt mit möglichst wenig Worten. Wer Bauers Texte liest – das gilt für seine Sportkolumnen genauso wie für seine lokale Rubrik „Joe Bauer in der Stadt“ –, weiß, dass sprachliche Verschwendung dem Autor zuwider ist. Joe Bauer sagt manchmal

in einem Satz Dinge, für die andere ein ganzes Buch brauchen. Was Bauers Verhältnis zu seiner Stadt angeht, das ist so, wie es immer bei einer großen Liebe ist: nicht unproblematisch. Dabei kommt Bauer, Jahrgang 1954, eigentlich vom Land. Er volontierte bei der „RemsZeitung“ in Schwäbisch Gmünd und kam nach einem Abstecher in Kirchheim/Teck zu den Stuttgarter Nachrichten. Drei Jahre Sport, 16 Jahre Kultur, dann die Kolumnen. Ein ähnlich herzhaftes Verhältnis wie zu seiner Stadt pflegte Bauer zu seinem kürzlich in Rente geschickten, japanischen Schreibknecht, seinem Laptop Fink. Genau genommen sind Joe Bauers Geschichten viel zu schade für den schnellen Verzehr. Deshalb ist es nur konsequent, dass er etliche Texte in Buchform („Gefangen in Cleverly Hills – Stuttgarter Glossen und Geschichten“) herausgebracht hat oder sie auf besonderen Leseshows („Joe Bauers Flaneursalon“) vorträgt. Dies sei, hat ein Kritiker mal geschrieben, „höchst unterhaltsam und überdies so normal, als sei ein Zeitungsartikel Bühnenmaterial wie ein Lied“. Viel mehr kann man in dem Job nicht erreichen.

B

is zum heutigen Tag wird darüber gestritten, was der Begriff knitz bedeutet. Verzeihen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wenn ich mich auf diese Diskussion nicht einlasse. Ich käme, unter kollegialem Gesichtspunkt gesehen, in Teufels Küche. „Fischers schwäbisches Wörterbuch“ von 1911 beispielsweise weiß gar nichts über knitz, ist also eher dümmer als knitz, und in Peter-Michael Mangolds schwäbischem Internet-Wörterbuch finden sich die Übersetzungen „durchtrieben, gerissen“. Beides ist Unfug. Wollte ich dem einzigen und wahren KNITZ, dem nämlichen Kolumnisten der StN Böses tun, könnte ich weiter im Internet wildern: Dort finden sich Definitionen wie „bösartig“, „heimtückisch“ und „leichtfertig in geschlechtlicher Beziehung“. Dazu so viel: KNITZ ist verheiratet. Nach meinem Gefühl bedeutet KNITZ

clever und augenzwinkernd, gewitzt und wortverspielt. Verschmitzt ist er und immer ein bisschen Kalau: „Cézanne war ein Guatemaler“, wenn Sie wissen, was ich meine. Der Schreiber oder die Schreiberin hinter KNITZ wurde in den vergangenen sechzig Jahren aus biologischen Gründen öfter mal ausgewechselt, seine Betrachtungsweise aber hat sich nur so verändert, wie sich die Zeit verändert hat. Früher waren Mäuse Geld, heute ist Money eben Kohle. KNITZ ist auch ein Aufsmaulschauer – einer, der sich die Menschen heimlich vornimmt, denen er begegnet. Im Grunde ist er ein guter Kerl, richtig zynisch oder unverschämt wird er nicht, dafür ist ihm das Leichte doch zu ernst. KNITZ ist ein Schwabe, zumindest ein Schwäbischer, und der Schwäbische, das haben wir vom großen Oscar Heiler gelernt, ist ein „Brettlesbohrer“. Kein Dünnbrettbohrer, sondern ein Nachbohrer, einer, der nicht so leicht Ruhe gibt, wenn ihm etwas auf den abgekauten Nägeln brennt.

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Andererseits ist KNITZ ein Vorbeiflieger, der aus seinem Kleinwagen schaut und sich beim Anblick von Plakaten über Werbetexte lustig macht. Das Große, das Glamouröse jedoch ist nicht seine Welt. Er bietet das Kontrastprogramm, stöbert in Ecken und Nischen, sucht und bastelt Miniaturen. KNITZ trägt manchmal auch ein wenig Trauer, das gehört zum Komischen, und zum Komischen gehört, dass man sich selbst mal komisch findet. Er will auf Ärgernisse hinweisen und Großgetue als Kleinkariertheit entlarven. Dabei bedarf es nicht immer großer Worte – manchmal reicht eine feine Bildunterschrift. Außerdem ist KNITZ Ansprechpartner für Leserinnen und Leser, ein Ombudsmann, der den Computer auf dem Schreibtisch auch als Kummerkasten begreift. Jetzt ist genug geknitzt, man kann den KNITZ ja nicht zerlegen wie einen Roboter. Man muss ihn halt lesen und sagen: Ja, mein Freund, das ist knitz. Joe Bauer

KNITZ (li.) trifft Bauer. Den Schreibblock hat er nur der Fotografin zuliebe in die Hand genommen. Man kennt sich. Foto: Kraufmann

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

13. August 1961 Mit dem

12. April 1961 Die

8. November 1960 John

Bau der Berliner Mauer lässt der Ostberliner Staats- und Parteichef Walter Ulbricht die DDR vollständig abriegeln. Er will damit den stetig wachsenden Flßchtlingsstrom von Ost nach West unterbinden – notfalls mit Waffengewalt. Schon am 24. August wird erstmals ein Deutscher erschossen, der die Grenze ßberquert.

Sowjetunion schreibt mit dem ersten bemannten Raumflug Technikgeschichte: Juri Gagarin (Foto: AP) umkreist einmal die Erde und kehrt nach 89 Minuten zurĂźck. Die USA intensivieren daraufhin ihr Raumfahrtprogramm.

F. Kennedy wird zum neuen Präsidenten der USA gewählt. Der 43-jährige Katholik ist ein Hoffnungsträger fĂźr viele Amerikaner, die sozialen Fortschritt und mehr BĂźrgerrechte erwarten. AuĂ&#x;enpolitisch will Kennedy (Foto: StN) der Sowjetunion die Stirn bieten.

Nur wer genieĂ&#x;t, ist genieĂ&#x;bar

„Sport vor Ort“: Wo die Freude an der Bewegung ihre Wurzeln hat

E

Die Idee kam auf Anhieb an: Seit fĂźnf Jahren bieten die Stuttgarter Nachrichten eine Plattform fĂźr den Sport abseits der groĂ&#x;en BĂźhnen. Sport vor Ort ist immer donnerstags reserviert fĂźr Neuigkeiten aus den Stuttgarter Vereinen, fĂźr Tipps, Trends und Talente

E

s sind zwei Seiten einer Medaille: Spitzensport und Breitensport. Profis und Amateure. VfB Stuttgart und SV Sillenbuch. FĂźr den Sportteil einer Regionalzeitung ist es der tägliche Spagat. Wie kann man das eine tun, ohne das andere zu lassen? Die FuĂ&#x;ball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wärmte die Herzen. Olympische Spiele sind Feiertage fĂźr alle, die den Sport in seiner Vielfalt schätzen. Der VfB Stuttgart, die Stuttgarter Kickers, Frisch Auf GĂśppingen oder EnBW Ludwigsburg sind feste Bestandteile der Sportkultur unserer Region. Doch das alles ist nur die Spitze einer breiten gesellschaftlichen Bewegung. Millionen von Menschen joggen, walken, schwimmen, wandern oder fahren Rad. Aktiv oder passiv: Sport macht SpaĂ&#x;. Und Sport hält gesund. Die Seite „Sport vor Ort“ will dieser Wirklichkeit gerecht werden. Immer donnerstags. Und immer nah bei den Menschen. Weshalb die Sportredaktion ihr Angebot regelmäĂ&#x;ig auf den PrĂźfstand ihrer Kunden stellt. In Experten- und Leserkonferenzen arbeiten wir Probleme in der Vereinsarbeit

GESICHTER DER StN

Technik E

Manchmal der Beginn groĂ&#x;er Karrieren: Kinderturnen im Sportverein auf. Die StN-Sportredakteure stehen im ständigen Austausch mit Vereinen. Die Ergebnisse flieĂ&#x;en regelmäĂ&#x;ig in die Inhalte auf unseren Seiten. Das Sportressort kĂźmmert sich um die NĂśte des Ehrenamtes, beschreibt und beleuchtet neue Trends im Breitensport und porträtiert Talente aus Stuttgarter Vereinen. Die Servicespalte „Clubservice“ ist offen fĂźr Kursangebote, fĂźr wichtige Termine und Personalien. Vor fĂźnf Jahren erschien „Sport vor Ort“

Eberhard Herrmann, 48. Er hat ein Händchen fßr grafische Besonderheiten

Foto: Bm

zum ersten Mal, inzwischen zählt die Seite fest zum Repertoire der Sportredaktion. „Die Stuttgarter Nachrichten berichten nicht nur Ăźber den groĂ&#x;en Sport, sie vergessen auch die Kleinen nicht“, schrieb eine Leserin kurz nachdem die Seite neu eingerichtet war. Dieses Lob ist der Sportredaktion bis heute Aufforderung geblieben. Ihre Arbeit beginnt dort, wo die Freude an der Bewegung ihre Wurzeln hat. Und so soll es bleiben. Gunter Barner

Herbert GrÜger, 52. Spezialist fßr schwere Fälle und technischer Nothelfer ratloser Redakteure

Volker Schumann, 63. Bringt Erfahrung von 46 Berufsjahren ein

ssen muss jeder. Und die meisten tun es auch gern. Denn Essen und Trinken ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es hält Leib und Seele zusammen, macht SpaĂ&#x; und sollte ein Genuss sein. Und wer nicht genieĂ&#x;t, ist sowieso ungenieĂ&#x;bar – singt zumindest Konstantin Wecker. Aber stets nur zu Hause sein eigenes SĂźppchen kochen? Oder tagein, tagaus zum Stammlokal um die Ecke pilgern? Das wäre auf Dauer ein wenig eintĂśnig. Damit die Leser Ăśfter mal was Neues ausprobieren kĂśnnen, gibt es im Lokalteil die „Tafelspitzen“. Ob gutbĂźrgerliches Gasthaus, Szene-Location, MittagscafĂŠ oder Nobelrestaurant: Jeden Freitag stellen Redakteurinnen und Redakteure neu erĂśffnete Lokale in Stuttgart und Umgebung vor. Auch wenn sich Ăźber Geschmack streiten lässt und Objektivität stets so eine Sache ist: Wie die KĂśche geben die Tester, die beim Lokalbesuch anonym bleiben, ihr Bestes – und verzichten dabei nicht auf die nĂśtige WĂźrze. Bei all den Neuvorstellungen wird aber auch das Altbewährte nicht vergessen. In der Serie „Besser essen“ in der Wochenendbeilage Querschnitt kommt das zum Zug, was fast schon ausgestorben ist: schwäbische Wirtschaften alter Prägung. Gastliche Stätten aus der Region, in denen noch auf Handarbeit gesetzt wird. Traditionslokale, oft von Familien betrieben, um die sich erzählenswerte Geschichten ranken. Und so stehen bei „Besser essen“ neben schwäbischen Leibgerichten die Wirtshäuser selbst und ihre Besitzer im Mittelpunkt. Da es von solchen Lokalen immer weniger gibt, bekommen wir von den Lesern Hilfe: Sie versorgen die Redaktion mit Tipps. Bettina Hartmann Unsere Gastrotipps im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/tafelspitzen www.stuttgarter-nachrichten.de/essen

Die drei von der Lesepartei

I

in stimmiges, fehlerfreies Erscheinungsbild und zugleich eine groĂ&#x;e Bandbreite an DarstellungsmĂśglichkeiten sind in einer modernen Tageszeitung nur mit einem Redaktionssystem mĂśglich, das eine Vielzahl von standardisierten Elementen bietet. Hier beginnt die Arbeit der Redaktionstechniker: Vergleichbar mit einem Mosaik, bei dem jedes Steinchen an die richtige Stelle gehĂśrt, arbeiten sie an der technischen Herstellung der Zeitung. Sie produzieren mit den gängigen DTP-Programmen und setzen die Ideen von Redakteuren und EntwĂźrfe von Grafikern professionell um, die mit Standardmitteln nicht gelĂśst werden kĂśnnen – ein Paradebeispiel ist diese Beilage. Ihre tägliche Arbeit besteht aus einem umfangreichen Pflichtprogramm: Vorbereitung der Einzelseiten, Anpassung der BĂśrsen-, Fernseh- und Serviceseiten. Hinzu kommt die Erstellung von Tabellen und Infografiken. Und nicht zuletzt sorgen sie im Spätdienst ressortĂźbergreifend fĂźr einen reibungslosen Produktionsablauf. Yann Lange

Michaela Rolfes, 44. Allrounderin mit Sinn fĂźr Details

Gerhard Ettischer, 52. Bleibt auch in hektischen Phasen die Ruhe selbst

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m ersten Sommer des neuen Jahrtausends ging es in der Querschnitt-Kolumne „Vom Plattenteller geräumt“ um Wege zu Wagner. Wagner? Nur mit Solti!, rief eine Kollegin, die sich dann in der nächsten Kolumne von JĂźrgen Holwein erwähnt fand. Sein Text war wieder einmal klug und ironisch, weshalb Kenner ihn schätzen. Die „nun wirklich sehr junge Kollegin“ nahm zur Kenntnis, dass Sir Georg Soltis „Ring“-Aufnahme tatsächlich legendär ist, der Dirigent aber das Dramatische Ăźberbetonte. Neben der altklugen Kollegin Golombek hat der Autor der Kolumne zweimal im Jahr sich babylonisch tĂźrmende Prospekte von Verlagen zu bewältigen, die ihre Neuerscheinungen anpreisen. Keine Ăœbertreibung: Allein auf dem deutschen Buchmarkt erscheinen jährlich Ăźber 80 000 neue BĂźcher. Wer soll das alles lesen? JĂźrgen Holwein also, Nicole Golombek und die Literaturund Ballettkritikerin Andrea KachelrieĂ&#x; wählen aus, welche BĂźcher alter Meister und junger Talente sie den Lesern präsentieren wollen. Zur Frankfurter Buchmesse und zu den Stuttgarter Buchwochen stellen sie in mehrseitigen Beilagen Romane, SachbĂźcher, Bildbände, Krimis fĂźr Erwachsene und BĂźcher fĂźr Kinder vor. Monatlich erscheinende Buchseiten dienen Literaturfreunden als Anregung zum Lesen. Auf den Kulturseiten kĂźrt die Redaktion zudem das „Buch der Woche“: eine besonders originelle oder wichtige Neuerscheinung. Nicole Golombek


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Sommer 1961 Der südafrika-

11. Oktober 1962

September 1962

nische Choreograf John Cranko wird Ballettchef in Stuttgart. Mit seinem erzählerischen Stil und seiner Fähigkeit, Tänzerpersönlichkeiten wie Marcia Haydée und Richard Cragun zu entdecken und zu fördern, trägt er maßgeblich zum deutschen „Ballettwunder“ bei. Cranko (Foto: StN) stirbt 1973 an Herzversagen.

Das Zweite Vatikanische Konzil in Rom, das größte in der 2000-jährigen Geschichte der Katholischen Kirche, leitet einen Prozess behutsamer Modernisierung ein. Das Konzil dauert bis 1965. Es ist das wichtigste kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle begeistert mit einer visionären Rede während eines Staatsbesuchs in Ludwigsburg die deutsche Jugend. Unser Leser Thomas Staiber war mit seinem Fotoapparat dabei.

Es darf gern ein bisschen mehr sein: Geballter Service auf den Extraseiten und jede Menge Zusatzinformationen zu Themen, die Lesern auf den Nägeln brennen: Auf die Extraseiten ist Verlass. Von Montag bis Samstag: Jede hat ihren festen Platz.

M

anchmal reicht der Platz einer Tageszeitung nicht aus, um den Informationshunger der Leserinnen und Leser zu stillen. Der Alltag ist kompliziert geworden und damit erklärungsbedürftiger. Über die Aktualität hinaus fragen die Leser nach Hintergrund, wünschen Orientierung im Dschungel der Nachrichten und zunehmend Lebenshilfe. Es ist Zufall, dass – mit einer Ausnahme – ausschließlich Redakteurinnen Immer dienstags: Verbraucher-Tipps für die Extraseiten zeichnen. Doch Kolle- tisiert werden – Ernährungsskandale zum gen räumen ein, dass Beispiel oder der Umgang mit neuen dieses Team nah am Medien. Seit elf Jahren erscheinen die StuttOhr der Leser ist, auf- garter Nachrichten täglich mit einer Extrageschlossen für deren seite – ein erfolgreiches Modell. Nöte, verständlich in der Umsetzung komMontag, Fit & Schön: Sport am Montag, plizierter Sachver- das sind zunächst viele Tabellen, Fußball, halte, klar in der Formel 1 und Skispringen. Frauen wollten Darstellung. ein Format rund um Körperbewegung und Schon früh erkann- Fitness, das an ihre persönlichen Interessen ten die Stuttgarter anknüpft. Später kamen Artikel über Mode Nachrichten den hinzu. Mittlerweile kreisen die Themen um Wert von Seiten, die Partnerschaft und Psychologie, gesunde Erspezielle Interessen nährung, Wellness, Kosmetik, Familienlevertiefen. Bereits seit ben und Kindererziehung. Zunehmend hat den siebziger Jahren die Seite auch Männer im Blick. Im Mittelsind gesundheitliche punkt steht der Wohlfühl-Aspekt, keine unAlle 14 Tage: Multimedia Themen als Extra realistischen Schönheitsideale oder gar fest verankert. Blitzdiäten, die nicht halten, was sie verBeizeiten wurden auch die Bedürfnisse sprechen. der Freizeitgesellschaft erkannt und regelmäßig Tipps zu Touren im Südwesten sowie 14-tägig, Multimedia: Geburtsjahr war über landeskundliche Events platziert. Hin- der Januar 1996, der Titel damals „Stutttergründe aus der Welt gart online“. Im Mitder Politik und Wirttelpunkt der Seite schaft sind seit den steht der interesachtziger Jahren als sierte TechnikThema der Woche aufLaie. Die Themen bereitet. Das können rund um Computer, die Auswirkungen neuHandy, Internet er Gesetze sein, Konund Co. sind verfliktherde, auch mal brauchernah aufbeein Börsencrash. reitet. Bewusst wird Auf den Wunsch der auf den übermäßiLeserinnen und Leser gen Gebrauch des nach einem höheren englischlastigen Nutzwert reagierten Technikjargons verdie StN mit zusätzlizichtet. Auch Leser, chen Seiten und noch die weniger an PCmehr Service für VerThemen interessiert braucher, junge Mensind, finden etwa schen, auf den Gebiemit Kaufberatunten Fitness und Compugen zu Flachbildter. Das Ziel ist es, gefernsehern interessellschaftliche Bedürfsanten Lesestoff. nisse und individuelle Auf jeder „MultimeBefindlichkeiten zur dia“ wird eine SoftSprache zu bringen ware oder ein Spiel und Orientierungshilgetestet. Dazu gibt’s fen zu geben. Manche den „Durchklick“ Themen sind so brimit Tipps und Anleisant, dass sie auf mehretungen rund um die ren Extraseiten thema- Immer montags: Fit & Schön Arbeit am PC.

Mittwoch, Medizin aktuell: Als eigenständige Seite erschien sie erstmals 1992 unter dem Titel „Gesundheit“. Hier werden verständliche Infos über Krankheiten und Therapiemethoden mit dem Schwerpunkt auf der medizinischen Szene in der Region Stuttgart angeboten. Aber auch die Universitätskliniken im Land mit ihren fortschrittlichen Behandlungskonzepten spielen eine Rolle. Dazu gibt es Veranstaltungshinweise, Kontaktadressen, weiterführende Links. Direkt beteiligen können sich die Leserinnen und Leser bei den Telefonaktionen. In der Rubrik „Praxis“ beantworten Ärzte der Landesärztekammer Baden-Württemberg Fragen zu medizinischen Themen, neu ist die

Immer donnerstags: Junge Themen mich“ ihr Herz auszuschütten. Nachwuchstalente bekommen übrigens nach wie vor eine Chance. Sie schreiben über Trends wie die Gothic-Szene, berichten von Konzerten und äußern sich zu strittigen Themen wie dem geplanten Handyverbot an Schulen. Freitag, Tipps für Trips: Zum Wochenende werden interessante Ausflugsziele und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten, seltene Hobbys und Freizeitbeschäftigungen vorgestellt. Für viele ist diese Seite ein unverzichtbarer Ratgeber für Freizeit-Aktivitäten. Vor allem Familien finden Tipps für Unternehmungen ohne lange Anfahrtswege. Die Orte, über die berichtet wird, liegen in Baden-Württemberg. Wanderer und Radfahrer schätzen von Frühjahr bis zum Herbst die Touren der Experten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs und des Schwäbischen Albvereins. Im Winter informiert ein Schneebericht über die aktuellen Wintersportmöglichkeiten in den Mittelgebirgen und in den Alpen.

Immer mittwochs: Gesundheit „Jugendsprechstunde“ – Jugendliche fragen, Kinder- und Jugendärzte antworten. Donnerstag, Junge Nachrichten: Seit elf Jahren widmen die Stuttgarter Nachrichten ihren jungen Lesern eine eigene Seite. Von Beginn an kamen hier die Jugendlichen selbst zu Wort. In den Anfangsjahren waren die Jungen Nachrichten (JuNa) eine Bühne für schulische Themen. Schüler verfassten Artikel über ihren Alltag oder Schulprojekte. Nach und nach wurde die Seite zum Forum für Nachwuchsreporter: Die Teenager lernten auf Workshops die Grundlagen der journalistischen Arbeit kennen, gingen auf Termine und berichteten darüber. Inzwischen haben die jungen Leser jede Woche die Möglichkeit, in der Rubrik „Ich über

Samstag, Thema der Woche: Die spontanste Zugabe unserer Redaktion. Nur bei großen Wahlen steht der Titel des Themas schon Wochen zuvor fest. Ansonsten liegt es am Gespür der Redaktion, herauszufinden, was die Bürger aktuell am stärksten bewegt. Und das kann sich im Laufe einer Woche Immer freitags: Ausflugstipps schnell ändern: Mal kommt der Politskandal unter die Lupe, mal der Länderfinanzausgleich, mal ein regionales Verkehrskonzept. Diese Extraseite wird von verschiedenen Ressorts gestaltet, die – abhängig vom Thema – ihr Wissen einbringen. Sabine Klotzbücher

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Mut, die nackte Wahrheit zu zeigen! Seit 1926 stellt DUX in Schweden ein Bett her, das weltweit seinesgleichen sucht. Viele Trends in Sachen „Schlafunterlage” hat es in dieser Zeit gegeben, und obwohl die Annahme „ein hartes Bett sei ein gutes Bett” wissenschaftlich längst widerlegt ist, werden Betten- und Schlafsysteme immer noch nach Körpergewicht und Härtegraden verkauft! Das DUX-Bett ist anders! Es sorgt – unabhängig von Ihrer Größe und Ihrem Gewicht – für eine 100-prozentige Körperanpassung. Eine von unten druckfreie Abstützung und die optimale Durchblutung Ihres Körpers schützen Sie vor den so genannten „eingeschlafenen” Körperteilen.

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Ernährungstipps, Ideen zur Freizeitgestaltung

Dienstag, Verbraucherseite: Überteuerte Waren auf Kaffeefahrten, Fallstricke bei Geldanlagen, Gewährleistungsrechte, Ärger mit Handwerkern, Leistungen von Krankenkassen, Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln sowie Konflikte zwischen Mietern und Vermietern sind immer wiederkehrende Themen. Auch zehn Jahre nach der Liberalisierung des Marktes sind die Tabellen mit den günstigsten Telefonanbietern stark gefragt und werden fleißig ausgeschnitten. Viele Leser nutzen die Möglichkeit der Sprechstunde am Mittwochvormittag. Der Horizont ist weit: Die Kundenrechte sind verbessert worden, durch die Internationalisierung des Warenverkehrs und den gemeinsamen EU-Markt für Laien aber schwer übersehbar und einzuordnen.

Alltagshilfe, Ratschläge für die Geldanlage,


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22. November 1963 US-Präsident

Februar 1964 Die Jugend Ame-

John F. Kennedy wird Opfer eines Attentats, als er im offenen Wagen durch Dallas/Texas fährt (Foto: AP). Als Täter wird der Ex-Soldat Lee Harvey Oswald verhaftet, der den Mord jedoch bestreitet. Zwei Tage später fällt Oswald seinerseits einem Anschlag zum Opfer.

8. August 1963 Beim Überfall

rikas liegt den Beatles zu Füßen (Foto: dpa). Ihre Tournee gleicht einem Triumphzug. Fünf ihrer Titel belegen die ersten Plätze der Charts. Im Juni feiern die Rolling Stones einen ähnlichen Erfolg.

25. Februar 1964 Der Boxer Cassius

auf den Postzug nach London erbeuten 15 Männer umgerechnet 30 Millionen Mark. Einer davon ist Ronald Biggs (Foto: dpa). Seit 2001 ist er in Haft.

Maria Wetzel (maw), 46. Bildung, Wissen, Geist haben auf sie Anziehungskraft

Clay (rechts), der sich später Muhammed Ali nennt, wird Weltmeister im Schwergewicht gegen Sonny Liston (Foto: dpa). Sein eleganter Stil macht ihn zu einer Legende.

Frank Krause (fk), 40. Chefreporter. Exklusivität ist bei ihm Trumpf

Jan Sellner (jan), 41. Ressortleiter. Blattmacher mit Freude an der Gestaltung einer ideenreichen, lesernahen Zeitung

Gregor Preiß (gp), 30. Reaktionsschnell nicht nur bei den Themen Verkehr und Energie

Frank Schwaibold (old), 47. Pendler zwischen Verkehrspolitik und Tourismus

Arnold Rieger (ari), 48. Übersetzt die hölzerne Landespolitik in gutes Deutsch

GESICHTER DER StN

Landesnachrichten L

Gudrun Dolde (do), 55. Die Redaktionssekretärin ist unter anderem Anlaufstelle für Fans von „Stadt – Land – Fluss“

Hilmar Pfister (hip), 32. Sein Arbeitsgebiet ist mit der Farbe Grün hinterlegt: Grüne, Umweltschutz, Flora, Fauna im Südwesten

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Stoff für Auge und Geist

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esteht ein Zusammenhang zwischen der Sehnsucht nach der strengen, hochgeschlossenen Garderobe des 19. Jahrhunderts und der Wertedebatte? Verdüstert sich die Farbskala bei der Kleidung, weil die Designer schwarz sehen? Oder besinnen sie sich auf die edle Nichtfarbe, weil sie endlich wieder erwachsene Frauen statt unreifer Mädchen im Blick haben? Wie werden die Trends vom Laufsteg alltagstauglich? Wem stehen Röhrenhosen, und wer sollte besser auf andere Schnitte setzen? Die Leser der Stuttgarter Nachrichten erfahren nicht nur nackte Tatsachen und deren Hintergründe aus Politik und Wirtschaft, sondern auch, mit welchen Visionen die tonangebenden Designer

Kleidung als Spiegelbild der Gesellschaft und Kultur

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andespolitik ist keine trockene Angelegenheit – den Beweis dafür tritt unser Ressort täglich neu an. Zu einer aufgelockerten Berichterstattung tragen aber nicht etwa die links abgebildeten PlüschWappentiere Hirsch und Greif bei, die während des 50-Jahr-Jubiläums des Landes fröhlich in Baden-Württemberg unterwegs waren. Leicht verdaulich wird das Ganze vielmehr durch den kreativen Umgang mit landespolitischen Stoffen, durch interessante Themenschwerpunkte und eine große Portion Meinungsfreude. Außerdem besteht Baden-Württemberg ja nicht nur aus Politik. Neuigkeiten aus dem Schwarzwald oder vom Bodensee schlagen sich ebenfalls im Ressort Landesnachrichten nieder. Eine tägliche Herausforderung, denn auf den 35 752 Quadratkilometern zwischen Mannheim und Konstanz, zwischen Kehl und Ulm ereignet sich weit mehr Berichtenswertes, als auf zwei Zeitungsseiten passt. Gleichzeitig kommt die Unterhaltung bei uns nicht zu kurz: Stichwort Stadt – Land – Fluss. Das landeskundliche Sommer-Rätsel der StN ist in den Landesnachrichten zu Hause. Viele Leser schätzen diesen Mix. Bei der jüngsten Leserbefragung landeten die Landesnachrichten bei der Lesehäufigkeit auf Platz zwei – gleich nach dem Lokalen. Jan Sellner

auf die Gegenwart reagieren. Nicht erst seit Meryl Streep in dem Kinofilm „Der Teufel trägt Prada“ als bissige Chefredakteurin eines Modemagazins mit verächtlichem Blick auf den Pullover ihrer neuen Assistentin einen brillanten Vortrag über den Aufstieg und Fall der Farbe Azurblau aus dem Ärmel schüttelte, dürfte bekannt sein, dass Mode nicht nur was fürs Auge, sondern auch für den Geist ist. Schließlich spiegeln sich in der Kleidung der Menschen seit jeher gesellschaftlicher Anspruch, kulturelle Einbindung und persönliche Bekenntnisse wider. Illustriert durch ausgesuchte Fotos von den international bedeutendsten Defilées und andere Bilder, informieren die Stuttgarter Nachrichten daher mit sechs bilderreich gestalteten Modeseiten im Jahr über die wichtigsten Trends bei der Farbgebung, Schnittführung und über die ideellen Vorbilder. Einordnende und kommentierende Artikel erleichtern den Zugang zur schillernden, facettenreichen und schnelllebigen Welt der Mode. Abgesehen von den halbjährlichen Ausblicken auf die Saisons Frühling/Sommer und Herbst/ Winter widmen sich die Modeseiten folgenden Themen: Im Frühling dreht sich alles ums Heiraten, vor den Sommerferien zeigen wir, welche Badeanzüge, Bikinis und Accessoires am Strand und am Pool gefragt sind. Im Spätherbst geht es mit

der Ball- und Abendgarderobe fein her; im Dezember stehen zum Start in die Skisaison die modischen und technischen Neuigkeiten rund um die Wintersportbekleidung auf dem Programm. Auch sonst kommt Mode in den Stuttgarter Nachrichten nicht zu kurz: Auf den Panorama-Seiten wird regelmäßig und aktuell über die wichtigsten Modeschauen und die Neuigkeiten hinter den Kulissen berichtet. Die montags erscheinende Extraseite Fit & Schön schließlich beleuchtet einzelne Modetrends serviceorientiert und behält dabei die Bedürfnisse der Leserinnen und Leser im Blick. Auch Namen gehören zur Mode: Deshalb würdigen die StN Werk und Leben herausragender Modeschöpfer auf den Panorama-Seiten in Porträts. Im Januar startet auf der Seite Fit & Schön ein Designerlexikon, um die Personen vorzustellen, die hinter den namhaften Kollektionen stehen. Denn allzu oft ist nicht mehr beteiligt, wer auf dem Etikett steht. So entwirft zum Beispiel der Belgier Raf Simons die Kollektion Jil Sander. Julia Förch

Aus der aktuellen Kollektion von Viktor & Rolf Foto: AP


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Was zu den Stuttgarter Nachrichten alles gehört und wozu die Stuttgarter Nachrichten ihrerseits gehören – das verdeutlicht ein Blick in das höchst aktive Innenleben des Pressehauses Stuttgart. Die Stichworte lauten: Lokalausgaben, 5. Bücher, Mantelpartner und Zusatzleistungen der Stuttgarter Nachrichten.

Mit den Nachrichten unter einem Dach

StN: Unabhängig, seriös und lebendig S

tuttgarter Nachrichten – lebendige Nachrichten. Das ist nicht nur der Werbeslogan. Es ist vielmehr das Selbstverständnis dieser Regionalund Großstadtzeitung. Neugierig und aktuell bei den Fakten, exklusiv bei vielen Meldungen, verständlich, klug und mit Rückgrat bei den Meinungsbeiträgen. Lesen auch als Unterhaltung und, wenn möglich, als Vergnügen. Mit Schreiberinnen und Schreibern, deren spitze Federn von Jürgen Dannenmann Foto: StN Leserinnen und Lesern nachweislich sehr geschätzt werden. Darüber hinaus viel Service – die Stuttgarter Nachrichten haben als eine der ersten Tageszeitungen tägliche Extraseiten oder zahlreiche Infografiken eingeführt. Das Ganze verpackt in einer klaren Blattordnung und mit anspruchsvollem Layout, das wir stetig in Richtung verbesserte Lesbarkeit und Lebendigkeit weiterentwickeln. Tageszeitungen sind für drei von vier Bundesbürgern das wichtigste Informationsmedium – und sie halten sie für das mit Abstand glaubwürdigste unter den Medien. Dabei ist unsere Zeitung kein Denkmal; sie ist ein anspruchsvoller Markenartikel und muss ihre starke publizistische Position als moderne und lesernahe Tageszeitung ausbauen. Dass dies den Stuttgarter Nachrichten gelingt, zeigen auch die exzellenten Ergebnisse unserer großen Leserumfrage 2005/06. Die StN als Kernprodukt haben einfach Schwung, den

sie in Produkten wie beispielsweise StN ONLINE, StN DIGITAL oder StN FON fortsetzen; nicht zu vergessen als siebte Ausgabe die sehr beliebte „Sonntag Aktuell“ für die StN-Abonnenten, die ebenfalls im Pressehaus Stuttgart hergestellt wird. Ihre hohe Qualität übertragen die Stuttgarter Nachrichten auf ihre Partnerzeitungen. 18 selbstständige Partnerzeitungen, die ihre Lokalteile selbst erstellen. Diese werden aus Stuttgart zusätzlich mit redaktionellen „Mantel“ -Inhalten beliefert. Die redaktionellen Inhalte der Stuttgarter Nachrichten werden so täglich von rund einer Million Menschen gelesen, und die StN führen damit den inzwischen größten redaktionellen Kooperationsverbund im deutschen Südwesten. Diese erfolgreichen redaktionellen Kooperationen, für die wir unseren Partnern an dieser Stelle danken, tragen im Rahmen des „Stuttgarter Modells“ dazu bei, dass nirgendwo in Deutschland die Struktur der Presselandschaft gesünder und vielgestaltiger ist als in Württemberg. Denn gerade hier besteht eine Vielfalt von großen, mittelgroßen bis kleinsten Zeitungsverlagen. Maßgebend für den Erfolg der Stuttgarter Nachrichten sind die Menschen, die für sie arbeiten, und zwar in allen Bereichen. Am wichtigsten sind uns unsere Leserinnen und Leser sowie unsere zahlreichen Anzeigenkunden. Ihnen allen gelten unser Dank und das Versprechen, auch in Zukunft eine unabhängige, publizistisch anspruchsvolle und lebendige Zeitung zu liefern.

Jürgen Dannenmann Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Stuttgart

Hier wird Tag und Nacht Zeitung gemacht: Das Pressehaus Stuttgart, Plieninger Straße 150

Foto: Kern

Lokalausgaben kombinieren viele Vorteile Sie bestehen aus dem kompletten Programm der Stuttgarter Nachrichten und einem eigenen Lokalteil: Die StN-Lokalausgaben kombinieren die Vorteile einer angesehenen Regionalzeitung mit denen einer anspruchsvollen Heimatzeitung.

D

ie Stuttgarter Nachrichten sind total lokal. Auf den Fildern, rund um den Fernsehturm, in Fellbach und Umgebung sowie in den nördlichen Stuttgarter Stadtteilen und seit einem Jahr auch im Strohgäu, in Kornwestheim und in Marbach sowie in elf weiteren Gemeinden des Bottwartals erscheinen in den Stuttgarter Nachrichten eigene, selbstständige Lokal-

teile. Diese sind speziell für diese Erscheinungsgebiete konzipiert und nennen sich kurz die 5. Bücher. Der Grund: Die StN bestehen aus vier Teilen, in der Zeitungssprache „Bücher“ genannt, in denen die Ressorts Politik, Wirtschaft, Kultur, Lokales Stuttgart, Region und Sport zu Hause sind. Dazu gibt es jeweils ein 5. Buch, das den Leserinnen und Lesern mehr Informationen und Service aus ihrem direkten Umfeld bietet. Und auch die Anzeigenkunden haben in den zusätzlichen Lokalteilen die Möglichkeit, ohne Streuverluste ihre Klientel anzusprechen. Die StN können mit diesem erfolgreichen Konzept den Bedürfnissen des Lesermarkts in der Region Stuttgart mit seinen rund 2,7 Millionen Einwohnern noch besser gerecht werden und darüber hinaus die lokalen Anzeigenmärkte noch umfassender erschlie-

ßen. Dazu kommt: Mehr und mehr Haushalte wandern aus Stuttgart ins Umland ab. Auch auf diesen Umstand geben die StNLokalausgaben eine Antwort. Die Leserinnen und Leser sowie der Markt haben dies den Stuttgarter Nachrichten gedankt. Fast überall dort, wo es die zusätzlichen Lokalteile gibt, hat sich die Auflage besser als im Durchschnitt entwickelt. Auch die wirtschaftliche Bilanz fällt positiv aus. Die Lokalausgaben sind mit eigenen Geschäftsstellen an zentralen Punkten vor Ort präsent. Die Mitarbeiter in den Redaktionen haben offene Augen und Ohren für die kleinen und großen Sorgen der Menschen. Ob es die Wanderung des Schwäbischen Albvereins ist, der Wohnungsbrand oder die Entwicklung in Bezirks- und Gemeinderäten – der Lokalteil ist ganz dicht dran. Die Redakteurinnen und Redakteure

kennen ihre Leserinnen und Leser, und diese kennen ihre Lokalredaktion. Im Anzeigenbereich helfen eigene Außendienstmitarbeiter den Kunden bei Auswahl, Gestaltung und Platzierung ihrer Inserate. So ist ein maximaler Geschäftserfolg garantiert. Auf diese Weise erhalten die Leserinnen und Leser der Stuttgarter Nachrichten ein redaktionelles Angebot erster Güte. Sie haben eine ideale und hochaktuelle Versorgung mit überregionalem Stoff aus Politik, Wirtschaft und Sport. Dazu bieten ihnen die StN eine breite Berichterstattung aus der Landeshauptstadt und eben einen ergänzenden Lokalteil mit lokalen Anzeigen, lokalem Service und lokalem Sport. old/rg 쏒 Alles über die Lokalausgaben der Stuttgarter Nachrichten steht auf Seite 22.


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Mai 1965 Stuttgart hat

2. August 1964 Nachdem

19. September 1965

sich herausgeputzt für die Queen (Foto: StN). Selbst der Wagenburgtunnel wird blank gespritzt. Hunderttausende verfolgen den Staatsbesuch, bei dem die Monarchin auch ihre Verwandten in Salem am Bodensee besucht.

eines ihrer Kriegsschiffe im Golf von Tonkin attackiert worden ist, greifen die USA erstmals mit Bomben in den Konflikt zwischen Nord- und Südvietnam ein. Bis 1973 lassen in dem Krieg mehr als eine Million vietnamesische und 58 000 amerikanische Soldaten sowie mehrere Millionen Zivilisten ihr Leben (Foto: AP).

Kanzler Ludwig Erhard gewinnt die Bundestagswahlen und setzt die Koalition aus Union und FDP fort. Zwei Jahre zuvor hat er das Amt von Konrad Adenauer übernommen. Trotz einer guten Wirtschaftsentwicklung gilt Erhards Regierungszeit als glücklos.

Total lokal und ganz nah dran: Wo der Leser-Alltag im Blickpunkt steht

S

o unterschiedlich wie die Menschen und ihre Lebensumfelder in den jeweiligen Erscheinungsgebieten sind, so unterschiedlich sind auch die Lokalteile der Stuttgarter Nachrichten. Drei Lokalausgaben, die Fellbacher Zeitung, die Kornwestheimer Zeitung und die Marbacher Zeitung/ Bottwartal Bote erscheinen sogar mit ihrem eigenen Titel auf der Seite eins. Die Fellbacher Zeitung (FZ) wurde 1974 zur ersten StN-Lokalausgabe. Erstmals erschienen ist die FZ am 27. November 1948. Lina Conradi, die Witwe des früheren Verlegers Gottlieb Conradi, hatte nach dem Zweiten Weltkrieg Hans-Heinrich Feldhoff mit dem Wiederaufbau der Verlagsdruckerei Conradi & Co. beauftragt. Die „Schwäbische Post“ in Aalen leistete Geburtshilfe in Form einer geliehenen Lizenz, damit die erste Fellbacher Zeitung einige Monate später erscheinen konnte. Zunächst wurde die FZ in Aalen gedruckt. Zu den ersten Redakteuren zählte Hans Bausch, der spätere Südfunk-Intendant. Ab Juni 1952 erhielt die FZ den Mantel der NWZ („Neue Württemberger Zeitung“) aus Göppingen. 1971 stiegen dann die StN ein. 1974 übertrugen die Eheleute Feldhoff die Zeitung den StN, die seit 1976 im Pressehaus Stuttgart gedruckt wird. 1999 wurde der Fellbacher Lokalteil in das 5. Buch verlagert, und seither hat die FZ auch die ersten vier Bücher der StNStadtausgabe.

Mit den zusätzlichen Lokalteilen sind die Leser der Stuttgarter Nachrichten und ihrer Partner immer bestens über das Geschehen in ihrem unmittelbaren Umfeld informiert.

Im September 2005 kam die Kornwestheimer Zeitung als StN-Lokalausgabe hinzu. Die Kornwestheimer Zeitung wurde 1908 von Gustav Reichert gegründet, dem Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers. Kornwestheim war damals die kleinste Gemeinde Deutschlands mit einer eigenen Zeitung. Die Druckpresse wurde noch mit einer Handkurbel angetrieben, und die vierseitige Zeitung erschien zweimal pro Woche. 1944 wurde das Druckereigebäude zerstört. Der Initiative Alfred Reicherts war es zu verdanken, dass am 28. August 1948 das erste wöchentliche Amtsblatt mit Anzeigen und lokalen Berichten im US-Sektor erschien. 1949 gab es die Zeitung dann wieder in gewohnter Form. Im Dezember 2003 erfolgte wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Verkauf an die Stuttgarter Nachrichten, von denen die Zeitung schon seit vielen Jahren den so genannten Mantel erhielt. Auch die Marbacher Zeitung/Bottwartal Bote, zuvor ebenfalls StN-Mantelpartner, wurde 2003 von den StN erworben. Seit Januar 2004 wird die MZ zudem im Pressehaus Stuttgart gedruckt. Seit September 2005 ist auch sie eine StN-Lokalausgabe. Die Geburtsstunde der MZ schlug am 18. August 1845 – unter dem Titel „Postillon“. 1891 erwarb Adolf Remppis den Verlag. Seine Urenkel sind noch heute im Unternehmen tätig. Als Folge der Nazi-Herrschaft

Beilstein

Verbreitungsgebiet der Fünften Bücher

Oberstenfeld

STUTTGARTER NACHRICHTEN Großbottwar

Mundelsheim

Marbach & Bottwartal

Leinfelden-Echterdingen Filderstadt Vaihingen Möhringen Waldenbuch Steinenbronn

Steinheim an der Murr Murr

Pleidelsheim Benningen am Neckar

Kreis Ludwigsburg

Filderzeitung

Nord-Rundschau

Kirchberg Erdmann- an der Murr hausen Marbach am Neckar Affalterbach

Zuffenhausen Stammheim Weilimdorf Feuerbach Botnang

Kornwestheim & Kreis Ludwigsburg

Strohgäu Extra

Strohgäu Extra

Rems-Murr-Kreis

Hemmingen Kornwestheim Ditzingen

KorntalMünchingen

Blick vom Fernsehturm Stammheim Fellbach

Zuffenhausen Weilimdorf

Fellbach & Rems-Murr-Kreis

NordRundschau

Botnang

Degerloch Sillenbuch Birkach Plieningen

FELLBACHER ZEITUNG

Feuerbach

Gerlingen

Hemmingen Korntal-Münchingen Ditzingen Gerlingen

Fellbach & Rems-Murr-Kreis

Kernen im Remstal

Fellbach Kernen im Remstal

MARBACHER ZEITUNG

Stadtkreis Stuttgart

Marbach & Bottwartal

Kreis Böblingen

Degerloch Sillenbuch

Vaihingen Möhringen

Filder-Zeitung

Birkach

Blick vom Fernsehturm

Plieningen LeinfeldenEchterdingen

Steinenbronn

Kreis Esslingen

KORNWESTHEIMER ZEITUNG

Filderstadt

Kornwestheim & Kreis Ludwigsburg

Waldenbuch

musste die MZ 1941 ihr Erscheinen einstellen. Erst 1949 konnte die Zeitung ihre Leser wieder jeden Tag erreichen. Als weitere Lokalteile der Stuttgarter Nachrichten informieren „Strohgäu Extra“, die „Filder-Zeitung“, die „Nord-Rundschau“ und der „Blick vom Fernsehturm“ ihre Leser über das lokale Geschehen. Seit 5. September 2005 bekommen die Leser der Stuttgarter Nachrichten in Ditzingen, Gerlingen, Korntal-Münchingen und Hemmingen als zusätzliches Angebot den Lokalteil „Strohgäu Extra“. Hier haben Themen aus der Kommunalpolitik ebenso ihren Platz wie das Geschehen aus dem lokalen Sport, der Kultur in der Region, der Wirtschaft und den unterschiedlichen Vereinen.

Marbach Oberstenfeld Großbottwar Mundelsheim Steinheim a. d. Murr Murr Pleidelsheim Benningen a. Neckar Erdmannhausen Affalterbach Beilstein Kirchberg a. d. Murr

Kreisgrenzen

Die „Filder-Zeitung“ erscheint täglich in den Stuttgarter Stadtteilen Möhringen und Vaihingen sowie in den Städten LeinfeldenEchterdingen, Filderstadt, Steinenbronn und Waldenbuch. Als „Filder-Bote“ ging das Blatt 1837 an den Start. 1941 schlossen es die Nazis. 1949 folgte die Neugründung als „Filder-Zeitung“. 1999 wurde sie von den StN erworben und ist seither als 5. Buch die Lokalausgabe der Stuttgarter Nachrichten auf den Fildern, zunächst dreimal und seit September 2005 sechsmal in der Woche. Die „Nord-Rundschau“ liegt dienstags, donnerstags und samstags in den Stuttgarter Stadtteilen Zuffenhausen, Stammheim, Feuerbach, Weilimdorf und Botnang sowie Freiberg/Mönchfeld den StN bei. Nach dem Erwerb der „Nordstuttgarter Rundschau“

Kornwestheim

ist dieser Lokalteil im Januar 1999 erschienen. Damals hieß er noch „Hier im Stuttgarter Norden“. Den neuen, kürzeren und griffigeren Titel gibt es seit September 2005. Auch wurde zu diesem Zeitpunkt das äußere Erscheinungsbild modernisiert. Im „Blick vom Fernsehturm“ lesen die Degerlocher, Plieninger, Birkacher und Sillenbucher montags, mittwochs und freitags das Neueste aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Der Startschuss für diese komplett neue Lokalausgabe fiel ebenfalls im September 2005. Noch nie zuvor hatten die Zeitungsleserinnen und -leser in diesen Stadtbezirken sowie in den angrenzenden Stadtteilen Frauenkopf und Lederberg ein so umfangreiches journalistisches Angebot erhalten. Frank Schwaibold/Ralf Gunkel

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

30. Juli 1966 Deutschland

Sommer 1966 „Swinging

1. Dezember 1966 Kurt

verliert das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft im Londoner Wembley-Stadion gegen England mit 2:4. Die Frage, ob der Ball beim entscheidenden dritten Treffer tatsächlich hinter der Torlinie war oder nicht, bewegt noch heute die Gemüter der Fußballfans (Foto: dpa).

London“ wird zum Nabel der Modewelt. Die Designerin Mary Quant (Foto: AP) löst mit ihrem Minirock eine Moraldiskussion aus: Manche sehen in dem Kleidungsstück eine Provokation. Gleichwohl wird die Modeschöpferin von der Queen mit einem Orden geehrt.

Georg Kiesinger folgt Ludwig Erhard im Bonner Kanzleramt nach und wird Chef der Großen Koalition. Auch in Stuttgart, wo Kiesinger bis dahin Regierungschef gewesen ist, kommt es zu einem Bündnis von CDU und SPD: Der neue Ministerpräsident Hans Filbinger bootet die Liberalen aus.

Druck und Versand: Jede Sekunde zählt Um 19.45 Uhr drücken die leitenden Redakteure der Stuttgarter Nachrichten auf einen Knopf und schicken ihre fertigen Seiten per Datenleitung zur Druckerei. Beim Leser ist die Zeitung aber noch lange nicht. In Druck, Versand und Vertrieb geht die Arbeit zu diesem Zeitpunkt erst richtig los.

D

ie Druckerei im Pressehaus Stuttgart, 20.20 Uhr, kurz vor Andruck. Drei Mitarbeiter im Overall eilen zum Leitstand, prüfen Regler und werfen einen Blick auf den Überwachungsmonitor. Alles im grünen Bereich? Okay! Schichtleiter Amir Alicic legt einen Schalter um. Fünf Meter neben ihm setzt sich surrend einer der Drucktürme in Gang. Sekunden später schießt eine Papierbahn in die Maschine und verschwindet in einem Gewirr aus Rollen und Metallteilen. Nach zehn Minuten und unzähligen Schnitten, Falzen und einer Achterbahnfahrt durch den 17 Meter hohen Turm fällt Exemplar eins der Stuttgarter Nachrichten dieses Abends aus einem Plexiglaskanal gleich nebenan. Wenn das Ergebnis gut ist, fährt Alicic die Produktion hoch. Bis zu 42 500 Zeitungen spuckt eine der sechs Druckeinheiten pro Stunde aus. Unter Volllast schaffen die Türme zusammen 255 000 Exemplare stündlich. Normaler-

weise verschwinden täglich knapp 100 Tonnen Papierbahnen in den gefräßigen Druckautomaten, was dem Gewicht von 100 bis 130 ausgewachsenen Fichten entspricht. Der begehrte Papierrohstoff kommt hauptsächlich aus Deutschland, Skandinavien und Osteuropa. Sattelschlepper liefern die bis zu 1,5 Tonnen schweren Rollen direkt vors Gebäude, dort werden sie gescannt und über ein Schienensystem vollautomatisch ins 20 Meter hohe und 50 Meter lange Hochregallager bugsiert. „Von den 1500 Stellplätzen müssen zwei Drittel immer belegt sein, um Lieferengpässe überbrücken zu können“, sagt Druckerei-Abteilungsleiter Jörg Wichtler. „Ohne Papier keine Zeitung.“ Lieferprobleme, Produktionsrückstand, Systemaussetzer, das sind für Oliver Rebmann Reizworte. Der 34-Jährige ist Abteilungsleiter im Versand der Pressehaus Druck GmbH. „Bei fünf Minuten Verspätung im Druckbereich kippt bei uns der Zeitplan“, sagt er. Der letzte GAU passierte 2004. Mitarbeiter einer Fremdfirma hatten bei Umbauarbeiten im neu errichteten Druckhaus ein Spezialkabel gekappt. Den riesigen Druckmaschinen ging der Saft aus. Wichtler erinnert sich: „Zweieinhalb Stunden stand alles still.“ Erst nach einer mitternächtlichen Rettungsaktion konnte die Rotation wieder Fahrt aufnehmen. „Der Druck ist ein sensibler Bereich“, sagt Wichtler. An bestimmten Tagen werden hier über ein Dutzend verschiedene Produkte gedruckt – von der Beilage bis zum Fachblatt. Allein die StN erscheinen täglich in acht verschiedenen Ausgaben, etwa fürs

In großen Setzkästen liegen Lettern bereit, daraus setzen Metteure die Artikel. Diese Zeiten sind vorbei, längst hat Kollege Computer in den Verlagen Einzug gehalten. Foto: Lossen

Rasante Revolution – vom Blei zum Computer

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ast 400 Jahre lang leistete Blei den Druckern ausgezeichnete Dienste bei ihrer Arbeit. Früher setzten Metteure mit flinker Hand aus Bleilettern Worte, Sätze und schließlich ganze Artikel. Die Erfindung der LinotypeSatzmaschinen brachte die erste Revolution in die Tageszeitungsproduktion. Eine noch viel rasantere Revolution erlebte das Druckgewerbe Anfang der 70er Jahre: Der Computer hielt Einzug in die Verlagshäuser. Bits und Bytes statt Blei. Die Stuttgarter Nachrichten erkannten die Zeichen der Zeit, und im Juni 1976 wurde die bleifreie Zeitung Wirklichkeit. Die Artikel der Journalisten wurden von IBM-Großrechnern verarbeitet und auf speziellem Papier ausbelichtet. Von den Bildern der Fotografen wurde ein Rasterproof erzeugt. Statt an einer Linotype arbeiteten die Metteure nun am Lichttisch und gestalteten dort die Seiten nach den Vorstellungen der Redaktion. Das Skalpell zum Ausschneiden und der Klebstoff zum Montieren entwickelten sich zu wichtigen Werkzeugen. Bereits wenige Jahre später wurde die Seite komplett elektronisch umbrochen. Nur Fotos und Anzeigen mussten später einmontiert werden. Die Seite wanderte an eine Ganzseitenkamera, die einen Negativfilm erzeugte, aus dem wiederum die Druckplatte belichtet wurde. 1994 begann im Pressehaus Stuttgart das so genannte DTP-Zeitalter (Desktop-Publishing). Zunächst wurden aufwändige Sonderbeilagen mit DTP produziert. Eine weitere Innovation folgte im Jahre 1997 – die Hermes-Soft-

ware. Text und Bild waren nun auf der Seite integriert. Seit der Einführung des PPI-Systems im Jahre 2000 können alle Bestandteile einer Zeitungsseite komplett digital montiert werden. Für die meisten Redakteure in Tageszeitungen brachte der Computer in den zurückliegenden Jahren einen grundlegenden Wandel des Berufsbilds. Neben dem Schreiben gilt es, sich viele technische Fertigkeiten anzueignen. Ebenso muss man ein Gespür für einen stimmigen optischen Auftritt mitbringen. Geschwindigkeit ist keine Hexerei, besagt ein Sprichwort: Doch bei der Produktion von Zeitungen könnte man tatsächlich glauben, dass Magie im Spiel ist. Ein Beispiel macht den rasanten Fortschritt deutlich: Wenn der VfB Stuttgart abends spielt und die Partie, sagen wir, um 22.30 Uhr beendet ist, muss der Sportredakteur in kürzester Zeit den Artikel auf einem Laptop schreiben. Kollegen im Pressehaus suchen derweil ein Foto aus. Schon zehn Minuten nach dem Abpfiff im Daimlerstadion wird die Seite abgeschossen, wie es im Fachjargon heißt. Computer-to-plate nennt man das, seit Ende 2002 ist das Standard bei den StN. An der Rotationsmaschine werden die Platten eingelegt, die Zeitung kann gedruckt werden. Die nächste Innovation kündigt sich bereits an: Im Verlagshaus von morgen sollen Platten direkt in der Druckmaschine belichtet werden. Noch ist das Zukunftsmusik, da es bisher keine wiederbeschreibbaren Platten gibt. Doch wie schnell so was gehen kann, zeigen die vergangenen 30 Jahre. Reimund Abel

Mit einer Geschwindigkeit von zwölf Metern pro Sekunde durchlaufen täglich rund 1700 Kilometer Papierbahnen die Druckmaschinen (li.). Ins Hochregallager passen 1500 Papierrollen. Fotos: Kraufmann Land, die Kreise oder die Stadt Stuttgart. Bis 1.15 Uhr, dem Andruck für die letzte Stadtausgabe, wird das Blatt kontinuierlich aktualisiert. Die Rolle der Druckerei bei der gesamten Zeitungsproduktion vergleicht Wichtler mit der eines „Fleischküchleins in einem Hamburger“: „Von jeder Seite drückt einer drauf.“ Während die Redaktionen der Aktualität wegen auf spätere Druckzeiten drängten, wollten die Auslieferer ihren Job möglichst früh beenden. Tatsächlich haben die ständig steigenden Anforderungen an Qualität und Aktualität im Zeitungswesen besonders beim Druck zu Umwälzungen geführt. Von dem Zeitpunkt, an dem der Redakteur seine fertige Seite ins System einspeist, bis zur Verladung in einen Sprinter, vergehen heute kaum mehr als 40

Minuten. Eine vor wenigen Jahren noch unvorstellbare Geschwindigkeit. Mikroprozessoren haben allerorten die Regie übernommen. Ganze 25 Mann pro Schicht überwachen heute die Funktion des gesamten Druckablaufs. Ausgelastet sind sie alle. Versandchef Rebmann wird an diesem Abend um drei Uhr früh nach Hause kommen. Zu diesem Zeitpunkt – sieben Stunden nachdem Drucker Alicic die Maschinen gestartet hat – sind die Zeitungen in hundert Kleinlastern bereits in der Nähe ihrer Bestimmungsorte angelangt. Allein in der Region gibt es rund 3900 Abladestellen für die Zeitungspakete, von denen aus die Zusteller die Briefkästen bedienen. Für zehntausende Haushalte beginnt dann ein neuer Tag – mit den StN. Walther Rosenberger


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

2. Juni 1967 Tausende

10. November 2006

20. August 1968 Leser Klaus

5. Juni 1967 Israel startet einen

demonstrieren in Berlin gegen den Staatsbesuch des Schah von Persien. Dabei wird der Student Benno Ohnesorg von einer Polizeikugel getroffen (Foto: dpa). Sein Tod löst eine Welle der Solidarisierung bei den Studenten aus, ihr Protest wird radikaler.

Mösle aus Stuttgart erinnert sich: „Moskau bleibt unnachgiebig“, titelten die Stuttgarter Nachrichten, als Panzer des Warschauer Pakts die liberale Politik der Tschechoslowakei beendeten. Erst kürzlich hat er die Zeitungsartikel aus seiner Schulzeit wieder gefunden. „Wir mussten darüber eine Abhandlung im Politikunterricht schreiben.“ (Foto: dpa)

Überraschungsangriff gegen seine arabischen Nachbarn und besetzt die Altstadt von Ostjerusalem, den Gazastreifen und die Golanhöhen. Nach dem Sechstagekrieg kontrolliert Israel ein Gebiet, das viermal so groß ist wie das Kernland. 1973 versuchen die Araber zurückzuschlagen, doch Israel wehrt den Angriff ab.

Der Mantel kommt aus Stuttgart – maßgeschneidert und von bester Qualität Reportagen, Hintergrundberichte, Kommen-

Kreis Ludwigsburg

tare – die ganze Fülle der Themen bearbeitet

Backnang

die StN-Redaktion nicht nur für das eigene Blatt. Auf den überregionalen Seiten vieler Lokalzeitungen findet sich das Tagwerk der StN-Redaktion in verdichteter Form, zusam-

Rems-Murr-Kreis Druckorte Lokalausgabe der Stuttgarter Nachrichten

mengestellt vom Ressort Partnerzeitungen.

Waiblingen

D

Andreas Denner (ad), 50. Markenzeichen Vielseitigkeit. Besonders liegt ihm der Sport am Herzen

Stuttgart

Kreis Esslingen Sindelfingen

Anette Herrmann (ah), 42. Ressortleiterin Mantelredaktion: Als ehemalige Blattmacherin der Rems-Zeitung weiß sie um die Bedürfnisse der Partner

Böbllngen Nürtingen

Kreis Böblingen

Karte: Emmer

ie ersten so genannten Mantelpartner kamen Anfang der siebziger Jahre zu den Stuttgarter Nachrichten. Nach und nach folgten weitere Zeitungen zwischen Mühlacker im Westen, Schwäbisch Gmünd im Osten, Nürtingen im Süden oder Herrenberg im Südwesten. Die meisten Partnerzeitungen erhalten komplette Seiten aus Stuttgart, der in kleinerem Format erscheinende Schwarzwälder Bote stellt daraus seine Seiten selbst zusammen. Doch alle können sich auf sorgfältig bearbeitete Texte verlassen und erhalten mit dem aus Stuttgart gelieferten Mantel ein Produkt von hoher Qualität. Die vielen, in selbstständigen Verlagen erscheinenden Zeitungen produzieren zwar alle ihren eigenen Lokalteil. Für sie wäre es allerdings zu kostspielig, sich eine eigene Vollredaktion für die überregionalen Ereignisse aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur zu leisten. Warum auch? Die Stuttgarter Nachrichten sind darauf spezialisiert, ihren Partnern redaktionelle Inhalte mit den neuesten Informationen aus aller Welt zu liefern. Insgesamt 18 Zeitungstitel werden mit einem vollständigen Mantel versorgt. Die Bietigheimer und Kirchheimer Zeitung bekommen Stuttgart-Seiten mit Stoff aus der StN-Lokalredaktion. Und um sich von der Konkurrenz vor Ort zu unterscheiden, erhält eine so weit entfernte Zeitung wie die Heidenheimer Neue Presse die ersten drei Politikseiten. Vor einigen Jahren wurden Druckvorlagen noch per Autokurier an die verschiedenen Druckorte gebracht. Heute erspart die Datenfernübertragung allen Beteiligten viel Zeit und ermöglicht mehr Aktualität. Das Ressort Partnerzeitungen sorgt dafür, dass die Bedürfnisse der Partner berücksichtigt werden. Täglich werden Themen mit den Redaktionen „draußen“ abgesprochen, damit keine Dubletten entstehen. Und jeden Abend wird aufs Neue ein Mantel aus dem aktuellen StNStoff geschneidert. Zusammen mit den 18 Partnerzeitungen haben die Stuttgarter Nachrichten eine Auflage von 382 000 Exemplaren und erreichen täglich rund eine Million Leserinnen und Leser. Anette Herrmann

Kooperation Villingen-Schwenningen Ulm

GESICHTER DER StN

Ressort Partnerzeitungen W

Rolf Maurer (mur), 62. Der ehemalige Deutschlehrer ist das sprachliche Gewissen des Ressorts

Klaus Wörner (wör), 56. Das Hauptaugenmerk des gelernten Schriftsetzers gilt der Typografie

Markus Riedl (rie), 47. Er bringt langjährige Erfahrung als Blattmacher ein

enn die Kollegen schon langsam ans Nachhausegehen denken, fängt bei uns die heiße Phase erst so richtig an: Das Ressort Partnerzeitungen produziert noch am Abend aus den Stuttgarter Nachrichten einen so genannten Mantel für viele kleinere Zeitungen in der Region Stuttgart und darüber hinaus. Diese erhalten in der Nacht 12 bis 18 Seiten mit überregionalem Stoff – einem Extrakt aus den täglich 30 bis 40 Seiten der Stuttgarter Nachrichten. Alles, was im Verbreitungsgebiet der jeweiligen Partnerzeitung passiert, wird von den Lokalredaktionen vor Ort aufgenommen. Doch Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport oder Kultur, die über diese Ereignisse hinausgehen, werden von uns geliefert. Die fünf Redakteure im Ressort stellen aus dem Text- und Bildmaterial der StN einen maßgeschneiderten überregionalen Teil her, der die Lokalteile der Partner-

zeitungen wie ein Mantel umhüllt. Da bei den Partnerzeitungen nur ein Teil des Stoffes erscheinen kann, müssen die Stuttgarter Nachrichten am Abend vor ihrem Erscheinen auseinander genommen, gekürzt, umgewandelt, eben „eingedampft“ werden. In Absprache mit den jeweiligen Ressorts wird schnell entschieden, was als wichtigster Stoff mitgenommen werden muss. Natürlich haben die Partner draußen zu manchem Thema einen anderen Blickwinkel. Dies wird bei der Auswahl des Stoffes genauso berücksichtigt wie das Recht der Partnerzeitungen, wichtige Ereignisse vor Ort in ihren Lokalteilen groß aufzubereiten. Nicht selten kann das drei bis vier Versionen einer Seite zur Folge haben. Mit einer zweiten oder auch dritten Lieferung bis spät in die Nacht hinein ist gewährleistet, dass die Mantelseiten der Partnerzeitungen stets auf aktuellem Stand sind. Anette Herrmann


POMP EXKLUSIV IN STUTTGART

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Rarität aus Persien: Isfahan aus Korkwolle auf Seide, von einem der namhaftesten Knüpfer im Manufakturhaus Isfahans.

Die Klassiker von morgen Stuttgarter Möbel- und Teppichhaus Pomp legt Wert auf Qualitätsarbeit

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ualität setzt sich durch – eine Erfahrung, die im Handwerk schon lange Gültigkeit hat. Solide Handwerksarbeit - das ist es auch, was das Stuttgarter Fachgeschäft Pomp seinen Kunden bieten will. „Wir fahren zu den Möbelmanufakturen und schauen uns an, wie dort gearbeitet wird“, sagt Hashem Tehrani. Das Ergebnis ist in dem Möbel- und Teppich-Geschäft in sechs Verkaufsräumen in der Hauptstätter Straße zu sehen: ausgewählte Unikate, die das Zeug zum Klassiker haben. Firmenchef Hashem Tehrani spricht gern auch von den „Klassikern von morgen“. In der Tat: zeitlose Eleganz begegnet dem Besucher in den

Ausstellungsräumen. Zum Beispiel bei dem Kirschbaum-Esszimmer aus Norditalien: ein Tisch mit 180 Zentimetern Länge, der sich auf 360 Zentimeter ausziehen lässt. Die Füße sind reichlich verziert. Oder ein florentinischer Esstisch, aus einem Stück Edelholz handgeschnitzt mit Blattgold verziert. Eine klare Formensprache haben auch die verschiedenen Vitrinenschränke und Sideboards. Sie lassen sich mit unterschiedlichen Möbelstilen kombinieren. Mit sichtlichem Stolz führt die Familie Tehrani auch die Teppichauswahl vor. Kein Wunder: Der gebürtige Perser Hashem Tehrani hat mit dem Handel von Orientteppichen vor mehr als dreißig Jahren begonnen und sich in der Branche einen Namen gemacht. Eine große Palette erlesener Teppiche aus seinem Heimatland ist im Haus vorrätig.

Tag der offenen Tür an diesem Sonntag R ä u m u n g s v e r k a u f w e g e n G e s ch ä f t s a u f g a b e Fachgeschäft wird geschlossen

D

Ulrike Tehrani mit einer wertvollen Brücke

ie Nachricht hat sich schnell herumgesprochen: Pomp schließt. Deswegen, hat das Möbel- und Teppichhaus in der Stuttgarter Innenstadt ab sofort mit dem Räumungsverkauf begonnen. Ein vor dreißig Jahren gegründeter Teppichhandel hatte den Grundstock für das erfolgreiche Unternehmen gelegt. Orientteppiche in großer Vielfalt und Auswahl sind heute noch

ein wesentlicher Bestandteil des Geschäfts der Familie Tehrani. Seit 1984 sind auch gehobene Möbel und verschiedene Accessoires im Programm – vorwiegend aus italie-

nischer Herstellung. Auf 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden Möbel und Teppiche präsentiert. Weil im nächsten Jahr ein größerer Umbau geplant ist, findet jetzt ein totaler Räumungsverkauf statt. „Alles muss raus“, sagt Firmenchef Hashem Tehrani. Bei dem Tag der offenen Tür an diesem Sonntag kann man sich - allerdings ohne Beratung und Verkauf - in Ruhe über das Angebot informieren. Parkplätze sind vor dem Haus vorhanden.

Nain aus Persien, eine Million Knoten pro Quadratmeter

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Geöffnet Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr Am Sonntag, 12. November, von 11 bis 18 Uhr Tag der offenen Tür Keine Beratung und kein Verkauf

Auf rund tausend Quadratmeter Ausstellungsfläche findet man alles rund ums Wohnen: Perserteppiche, Vitrinen, Kommoden, Esstische, Stühle, Regale, Couchtische, Accessoires.


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60 Jahre Stuttga

Oktober 1968

15. August 1969 Woodstock

21. Juli 1969 Leser Helmut Heisig (Foto: Kraufmann) erin-

Dank der Höhenluft von Mexiko-City purzeln bei den Olympischen Spielen die Rekorde. So erreicht der Amerikaner Bob Beamon 8,90 Meter im Weitsprung – das bleibt 23 Jahre unangefochten (Foto: dpa).

wird zum Inbegriff für eine Jugendbewegung, die gegen Krieg, Ausbeutung und Konventionen protestiert. Musiker wie Jimi Hendrix, Arlo Guthrie und Joan Baez machen das Festival nördlich von New York zu einer Legende. Eine halbe Million Menschen erleben diesen Höhepunkt der Hippie-Bewegung.

nert sich nicht nur an den Tag der ersten Mondlandung, sondern auch an den deutschen Raketenpionier Wernher von Braun, der maßgeblich zu diesem Unternehmen beigetragen hat. „Ich war 14, als ich ihm im Mai 1975 auf dem Killesberg begegnete“, berichtet Heisig. Dort hatte von Braun einen Kongress eröffnet – und bei der Gelegenheit mit seinem jungen Fan geplaudert: „Dabei legte er vertrauensvoll seinen Arm um mich und versprach mir, nach seinem Vortrag sein Raumfahrtbuch zu signieren.“

Die Tageszeitu

Stuttgarter Nachrichten ONLINE: Schnell informiert im Netz

S

eit 1997 bieten die Stuttgarter Nachrichten ihren Lesern ein umfangreiches Angebot im Internet. Neben den Artikeln der gedruckten Ausgabe und aktuellen Nachrichten aus der Region und aller Welt finden die Leser hier Anzeigenmärkte wie etwa den Immobilien- oder den Stellenmarkt sowie eine große Datenbank für Kino- und Kulturveranstaltungen und Gastrokritiken. Mit den Archiven wie etwa der Serie „Schulen im Profil“, den Wandertipps der Freizeitseite oder der Faktensammlung über Stuttgart 21 bieten die Stutt-

garter Nachrichten ihren Lesern einen zusätzlichen Service im Netz an. Auch auf Interaktion wird großer Wert gelegt. So haben Hobbyfotografen im Fotoblog die Möglichkeit, ihre schönsten Bilder und Schnappschüsse auf Stuttgarter Nachrichten ONLINE zu präsentieren. Ob Weltmeisterschaft, Sommerfest oder Herbstimpressionen am Neckar – unter www.stuttgarter-nachrichten.de/leserfotos gibt es allerhand zu sehen. Meinung ist in den Diskussionsforen gefragt – sei es zu verschiedenen Themen, die Stuttgart und die Region bewegen oder zum Thema Fußball. VfBund Kickers-Fans finden hier Gleich-

gesinnte. Ihre Meinung können die Leserinnen und Leser auch in Kommentaren unter ausgewählten Artikeln oder in Online-Umfragen kundtun. Die Suche nach Artikeln ist ebenfalls ganz einfach. Bereits auf der Startseite der Stuttgarter Nachrichten ONLINE kann nach bestimmten Begriffen recher-

S

tuttgarter Nachrichten – das ist mehr als die Tageszeitung, die morgens im Briefkasten liegt oder über den Verkaufstisch am Kiosk wandert. Das Qualitätszeichen StN findet sich heute auch auf begleitenden Produkten des Pressehauses Stuttgart wie StN ONLINE, StN DIGITAL oder StN FON. Dienstleistungen, die sich einer wachsenden Beliebtheit bei Leserinnen und Lesern erfreuen. StN ONLINE steht für den Internetzugang über die vertraute Tageszeitung und für ein umfangreiches Informations- und Service-Angebot auf der Homepage der

Stuttgarter Nachrichten. StN DIGITAL ist der Fachbegriff für die elektronische Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Es bietet die Möglichkeit, weltweit StN-Ausgaben in Originalansicht mit den dazugehörenden Bildern über den Computer zu beziehen. StN FON schließlich bietet die Möglichkeit, über den Anbieter Stuttgarter Nachrichten bei sämtlichen Gesprächen 20 Prozent kostengünstiger zu telefonieren. Diese StN-Dienstleistungen werden ergänzt durch weitere attraktive Angebote des Pressehauses Stuttgart. Vorneweg „Sonntag Aktuell“, die wohl bekannte und sehr

chiert werden. Die Artikel können dann – sofern sie nicht kostenpflichtig sind – mit einem Mausklick per E-Mail verschickt werden. Rebecca Hanke Weitere Informationen unter: www.stuttgarter-nachrichten.de

Stuttgarter Nachrichten DIGITAL: Die Zeitung im Internet

D

ie aktuelle Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten morgens schon in Rio de Janeiro lesen? Kein Problem mit Stuttgarter Nachrichten DIGITAL – der elektronischen Ausgabe der Tageszeitung. Ob im Urlaub oder auf Geschäftsreise, ob Ostsee oder Übersee, auf die morgendliche Lektüre der StN müssen unsere Leser nicht verzichten. Einzige Voraussetzung ist ein Internetanschluss. Seit Oktober 2003 kann man die Stuttgarter Nachrichten und ihre Lokalaus-

gaben auch im gewohnten Layout im Internet lesen: Dank der E-Paper-Technik wird die digitale Ausgabe der Zeitung so dargestellt, wie man es vom Papier her kennt. Alle Ressorts sind präsent, alle Seiten stehen zur Verfügung, und alle Bilder sind zu sehen. Die einzelnen Artikel erscheinen im Spaltensatz wie beim Original. Auf Wunsch kann zwischen Text- und Bilddarstellung umgeschaltet werden, und ganze Seiten können als PDF-Dateien zum bequemen Ausdrucken und Abspeichern aufgerufen werden. Dafür ist der kostenlose Adobe Acrobat Reader notwendig. Besonders praktisch: Die StN-Ausgaben können 14 Tage lang im Archiv abgerufen werden. Dabei hat der Leser die

Möglichkeit, einzelne Ausgaben zu kaufen oder die Digital-Ausgabe zu abonnieren. Wer bereits ein Abonnement der gedruckten Zeitung besitzt, erhält das Abo der Digital-Ausgabe zu einem besonders günstigen Preis. Um Stuttgarter Nach-

richten DIGITAL zu nutzen, muss man übrigens nicht zwingend verreisen. Auch als Zweitausgabe im Büro ist die digitale Tageszeitung praktisch. Rebecca Hanke Weitere Informationen unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/digital

Hier entstehen die Stuttgarter Nachrichten täglich neu: Das Pressehaus Stuttgart aus der Vogelperspektive (neues Druc

Stuttgarter Nachrichten FON: Beim Telefonieren sparen

M

ondschein-Tarif? Weekend-Tarif? Partner-Tarif? Immer neue Anbieter, ständig wechselnde Zeit- bzw. Tarifzonen und undurchsichtige Spezialtarife machen den Telefonmarkt heute zu einem undurchschaubaren Dschungel. Wer soll im Gebühren-Wirrwarr noch durchblicken? Da kommt das seit dem vergangenen Jahr bestehende Stuttgarter Nachrichten FON gerade richtig. Mit diesem Angebot kann man tatsächlich Gebühren sparen: Sie liegen 20 Prozent unter denen der Deutschen Telekom (Standardtarif Call Plus/T-Net). Und als Extra gibt es für StN-Abonnenten 69 Vorwahlnummern, die zum vergünstigten Ortstarif verfügbar sind – wann immer aus dem inländischen Festnetz in einen der definierten Vorwahlbereiche telefoniert

wird. Umständliche Tarifvergleiche und die Suche nach der günstigsten Vorwahl im Internet und im Videotext gehören damit der Vergangenheit an. Telefonieren kann man mit StN FON wie gewohnt im Orts- und Nahbereich,

man kann Fern- und Auslandsgespräche führen oder ein Mobilnetz anwählen. Der Unterschied: Die Gespräche laufen automatisch über das Netz von Stuttgarter Nachrichten FON. Der Wechsel vom bisherigen Anbieter kostet keinen Cent. Es

muss auch keine zusätzliche Grundgebühr bezahlt werden, der Vertrag mit den Stuttgarter Nachrichten ist auch jederzeit kündbar. Die angestammte Rufnummer bleibt erhalten. Inzwischen hat Stuttgarter Nachrichten FON tausende von Teilnehmern. Der Leiter des Leserservice, Stephan Bingel, berichtet von einer durchweg positiven Resonanz. „Die Kunden freuen sich, dass der Wechsel zu Stuttgarter Nachrichten FON tatsächlich ganz einfach ist und dass bei Fragen tatsächlich immer ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.“ Winfried Weithofer Näheres unter Telefon: 0800 / 0199 299 Weitere Informationen unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/fon

Fernsehprogramm üb Mit rtv schn

S

chon seit 45 Jahren gibt es die Fernsehbeilage rtv: Sie liegt mittlerweile über 200 Tageszeitungen bei – seit Mai 2004 auch den Stuttgarter Nachrichten. Im unübersichtlichen Programmangebot der Fernsehsender wird knappe, übersichtliche Information immer wichtiger. Dazu braucht man keine Fernsehzeitschrift in Telefonbuchdicke – rtv versucht auf knappem Raum alles zu bieten, was man als Fernsehzuschauer braucht: die Übersicht über die meistgesehenen und wichtigsten Sender. Redaktionelle Tipps des Tages informieren über die Höhepunkte im täglichen TV-Programm. Dazu liefert rtv Service-Artikel zu Themen wie Familie und Essen & Genießen. Im Mittelpunkt steht hier aber auch naturgemäß das Fernsehen. Zeitungsleser


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rter Nachrichten

der gebürtige Saarländer Erich Honecker Walter Ulbricht als Ersten Sekretär des SED-Zentralkomitees ab. Nach und nach gelangt Honecker, der seinen Schwerpunkt auf die Sozialpolitik legt, auch in die übrigen Spitzenämter. Im Dezember wird Brandt mit dem Friedensnobelpreis für seine Ostpolitik geehrt.

entscheidet sich endgültig für den Verbleib bei Württemberg. Bei einer Volksabstimmung bestätigen 82 Prozent der Badener den Zusammenschluss. In keinem einzigen Kreis erringen die Altbadener die Mehrheit (Foto: StN).

Nach der Wahl von Willy Brandt zum ersten SPD-Bundeskanzler herrscht Aufbruchstimmung in Politik und Gesellschaft. Er sucht die Verständigung mit der DDR und Osteuropa. Das Bild von seinem Kniefall vor dem Mahnmal des Warschauer Gettos geht im Dezember 1970 um die Welt (Foto: dpa).

ung und mehr geschätzte siebte Ausgabe der Tageszeitung mit ihrem mehrfach preisgekrönten Reiseteil. Die Sonntagszeitung ist im Abonnementspreis bereits enthalten. Dasselbe gilt für die Fernsehzeitschrift rtv, die jeweils der Freitagsausgabe der Stuttgarter Nachrichten beiliegt. Wer in der Geschichte zurückblättern und bestimmte Zeitungsartikel nachlesen möchte, kann sich gegen eine geringe Gebühr der Dienste von Stuttgarter Nachrichten Text bedienen. Im Zeitungsarchiv des Pressehauses Stuttgart finden sich sämtliche Artikel, die seit dem 12. November

3. Mai 1971 In der DDR löst

7. Juni 1970 Baden

28. September 1969

„Sonntag Aktuell“: Die siebte Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten

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enn sich andere ausruhen, sind wir da – mit unserer siebten Ausgabe „Sonntag Aktuell“. Sie ist die zweitgrößte Sonntagszeitung Deutschlands und zugleich regional verankert. Die

1946 in den StN erschienen sind. Auf Wunsch werden diese zugeschickt. Ein ganz besonderes Serviceangebot stellt die Tageszeitung als Hörausgabe oder als Computerausgabe in entsprechender Schriftgröße dar. Es richtet sich an blinde und sehbehinderte Nutzer, die damit die Möglichkeit erhalten, sich aus der Tageszeitung trotz ihrer persönlichen Einschränkung zu informieren. Auf dieser Panoramaseite geben wir einen Überblick über die erwähnten Produkte und Dienstleistungen des Pressehauses Stuttgart. Jan Sellner

weite Welt interessiert ebenso wie das Land. „Sonntag Aktuell“ widmet sich der Berliner Politik mit dem gleichen Engagement wie denkwürdigen Geschichten aus der Heimat. Die Auflage von „Sonntag Aktuell“ liegt bei über 900 000 Exemplaren – Woche für Woche werden 2,2 Millionen Leserinnen und Leser erreicht. Mehr als 40 Tageszeitungen in den Verbreitungsgebieten Stuttgart, Ulm und Rhein-Neckar bieten ihren Leserinnen und Lesern mit „Sonntag Aktuell“ eine informative und kurzweilige Sonntagslektüre. Am Sonntag nehmen sich viele Menschen Zeit für Familie und Freunde,

gehen ihren Hobbys nach und frönen der Leselust. Die Redaktion möchte jeden erreichen, jedem etwas bieten. Wie? Mit einem bunten Themenstrauß, der von kulinarischen Trends bis zu Stars und ihren Allüren reicht, mit viel Sinn für Menschliches und Überraschendes. Natürlich erfüllt „Sonntag Aktuell“ auch eine Chronistenpflicht. Die Spiele der Fußball-Bundesliga, ein Parteitag, auf dem die Fetzen fliegen, eine königliche Hochzeit – die Leser werden darüber informiert. Analysen, Hintergrundberichte und Interviews, die über den Tag hinausweisen, sind die Stärke von „Sonntag Aktuell“. Und die Kolumnisten. Auf Seite drei äußern sie ihre Meinung, oft provokant, stets pointiert. Im Ressort Reise finden die Leserinnen und Leser spannende Reportagen für Familien, Entdecker und Bildungshungrige sowie viele nützliche Tipps. Wann fällt die Entscheidung über den Kauf eines neuen Autos? Häufig am Sonntag. Auf der Seite Motor & Freizeit werden Fahrzeuge getestet. Dabei kommt auch das Lustprinzip nicht zu kurz. Und dann ist da noch der Sport: An keinem Tag in der Woche finden so viele spannende Wettkämpfe und Spiele statt wie am Samstag. „Sonntag Aktuell“ liefert jedoch keine 1:0-Berichterstattung, sondern erzählt vom Leben und Streben der Sportler, von Siegern und Verlierern, es interessieren weniger Statistiken als vielmehr Menschen. Andreas Braun

Gedächtnis der Zeitung: Das Archiv kann jeder nutzen

D

Foto: wei

ie Leistung des Archivs ist Dienstleistung am Kunden – ganz traditionell mit dem Kunden als Mittelpunkt, und ganz modern, mit allen Hilfsmitteln, die die Informationsgesellschaft bietet. Die Kunden des Archivs sind neben den Redakteuren die Abonnenten der Stuttgarter Nachrichten. Die Leser können gegen ein geringes Entgelt jeden

Artikel erhalten, der seit dem 12. November 1946 erschienen ist – jeden Artikel von insgesamt rund drei Millionen, die seither gedruckt worden sind. Auch Nichtabonnenten können den Service in Anspruch nehmen. Die Mitarbeiter des Archivs recherchieren weltweit in Datenbanken, suchen in den eigenen umfangreichen

ckzentrum rechts)

Archivbeständen und spüren den gesuchten Artikel auf. Die bereitgestellten Informationen sind zuverlässiger als die im Internet – ein Verdienst der Zeitung. Das Archiv macht Schülern und Studenten, Hausfrauen und Berufstätigen, Rentnern oder Arbeitslosen die Informationen zugänglich, die sie benötigen. Auch Anrufe wie der der kleinen Sarah sind willkommen: „Hallo, ich bin’s wieder.“ Neulich wollte die Elfjährige wissen, wie man Stoßstange schreibt. „Mit einem oder mit drei s?“ Vom Handelsregisterauszug (nur Baden-Württemberg) bis zum Geburtstag von Elvis Presley: Die Mitarbeiter von Stuttgarter Nachrichten Text finden die Daten, nach denen die Kunden fragen. Zuverlässig kann der Verlag genannt werden, in dem ein bestimmtes Buch erschienen ist, oder ein Kochrezept zur Verfügung gestellt werden, das ein Sternekoch kreiert hat. Und noch eine Dienstleistung hat das Archiv zu bieten: eine Original-Titelseite im DIN-A3-Format – ein individueller Wandschmuck, ein ideales Geschenk zu einem Geburts- oder Hochzeitstag. Abonnenten erhalten sie zum Vorzugspreis von elf Euro. Hanna Klenk Die Telefonnummer des archivs: 07 11 / 72 05 - 84 84

Zeitungs-

Weitere Informationen unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/archiv

Luftbild: Hörner

Service für Sehbehinderte und Blinde: Die Tageszeitung als Hörausgabe

ersichtlich präsentiert: nell im Bilde

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oderne Technik macht’s möglich: Auch Blinde und Sehbehinderte müssen auf die Zeitung nicht mehr verzichten. Die Stuttgarter Nachrichten erscheinen je nach Anforderung in Großbuchstaben auf dem Bildschirm, können in Brailleschrift auf einer Braillezeile ertastet oder können über Lautsprecher gehört werden. Von Montag bis Samstag wird die Zeitung in diesen Versionen den Beziehern frei Haus geliefert – via Telefonleitung. Ein Tastendruck genügt, und nach ein bis zwei Minuten ist die gesamte Ausgabe auf ein spezielles Gerät heruntergeladen. Computerkenntnisse sind nicht erforderlich, eine Computerstimme dirigiert den Benutzer. Das Gerät übersetzt die Zeitung in die abonnierte Ausgabe: Ton, Großschrift oder Brailleschrift.

Foto: dpa

wollen Fernsehen jedoch nicht blind konsumieren, sondern sich über das TV-Angebot ein klares Bild machen. Das rtv-Konzept lautet in diesem Zusammenhang: Zurück zur Einfachheit. Entscheidend ist der Nutzwert. Die Programmzeitschrift hat damit Erfolg: Mit über 13 Millionen Lesern und acht Millionen Exemplaren liegt rtv in der deutschen Programmpresse heute auf dem ersten Platz in puncto Reichweite und Auflage. Markterhebungen haben ergeben, dass 98 Prozent der Leserinnen und Leser rtv als guten Service ihrer Zeitung empfinden. 81 Prozent der Leser beurteilen die Qualität von rtv positiv. 86 Prozent aller Personen (ab 14 Jahren) in den Bezieherhaushalten rechnen sich zu den regelmäßigen rtv-Nutzern. Matthias Roth

„Sehbehinderte und Blinde können wie Sehende die Titel überfliegen und sich dann entscheiden, ob sie ein Artikel interessiert“, erklärt Klaus Landmesser von der Firma Papenmeier, die das System entwickelt hat. Wenn ein Sehbehinderter mit Nicht-Sehbehinderten zusammenwohnt, gibt es für 25,40 Euro ein Kombi-Abo: Der Sehbehinderte nutzt seine „BlindenZeitung“, die anderen die Papierausgabe. 2007 kommt ein Hör-Abo: das Angebot, sich den Zeitungsinhalt auf einen MP3-Player zu laden. Winfried Weithofer Einzelheiten sind zu erfahren unter: 0 18 01 / 66 55 66 Weitere Informationen unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/blindenabo


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

Sommer 1971 Eine groĂ&#x; ange-

6. November 1971

legte Gemeinde- und Kreisreform fasst die bis dahin 3379 Kommunen im Land zu 1111 zusammen. Statt 63 Landkreisen gibt es kĂźnftig nur noch 35. Es dauert mehrere Jahre, bis das Reformwerk umgesetzt ist, denn in vielen Orten regt sich Protest. Politisch hat das Projekt aber die RĂźckendeckung von CDU und SPD.

Mit einem Fischkutter versucht die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die USA von Kernwaffentests abzuhalten. Die Bewegung gewinnt dadurch Anhänger. Legendär wird ihr Kampf gegen die Versenkung der Bohrinsel Brent Spar 1995 (Foto: dpa).

10. November 2006

15. August 1972 Leser JĂźrgen Koop aus Ditzingen (Foto: Kraufmann) erinnert sich an die Schlagzeile â&#x20AC;&#x17E;Gewittersturm verwĂźstet Stuttgartâ&#x20AC;&#x153;. Er schreibt: â&#x20AC;&#x17E;Das Ereignis blieb in meinem Gedächtnis haften, weil es zeigt, dass der Klimawandel schon längst begonnen hat.â&#x20AC;&#x153; Auch Helmut Albath erinnert sich an das Unwetter, bei dem fĂźnf Menschen starben und ein Schaden in MillionenhĂśhe entstand: â&#x20AC;&#x17E;Die SchlossstraĂ&#x;e wurde zum Kanal, auf den Wassermassen schwammen HagelkĂśrner und Eisklumpen.â&#x20AC;&#x153;

Die Werbe-Erfolgsformel im Ballungsraum Stuttgart Die Stuttgarter Nachrichten und die StuttgarterZeitung-Anzeigengemeinschaft sind der wichtigste Werbeträger in der Region. Die Gesamtbelegung erreicht mit einer Auflage von knapp 500 000 Exemplaren rund 1,2 Millionen Leserinnen und Leser.

D

ie Medienlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren verändert â&#x20AC;&#x201C; das Internet lĂśste und lĂśst einen Strukturwandel aus. Das Konsumverhalten der Gesellschaft ist dabei immer vielschichtiger geworden. Vor Aldi-Filialen stehen heute Luxuskarossen, einkommensstarke BĂźrger planen ihren Wochenendtrip mit Billigfluglinien, und die altersspezifischen Unterschiede in allen Konsumbereichen haben deutlich abgenommen. Gerade in diesen unruhigen Zeiten in der Werbebranche stellt sich bei der Vergabe jedes Werbeetats die Frage der Effizienz der geplanten Werbung. In diesem Zusammenhang erhält das regionale Marketing einen besonderen Stellenwert. Damit lassen sich Kampagnen auf das jeweilige Zielgebiet abstimmen und je nach Bedarf regional aussteuern.

Die Leserschaft der Stuttgarter Nachrichten und die verschiedenen Anzeigen-BelegungsmĂśglichkeiten bilden die von den Werbungtreibenden und Agenturen geforderte Rezipienten-Vielschichtigkeit und regionale Planbarkeit in idealer Weise ab. Der hohe Nutzwert und die starke Leser-Blatt-Bindung basieren dabei auf der Ăźberdurchschnittlichen redaktionellen Qualität und Vielfalt sowie auf umfangreichen Abonnenten-Vorteilen, die diese Zeitung zu einem unverzichtbaren Erfolgswerbeträger im Ballungsraum Stuttgart machen. Die im Rahmen des Mikro-Marketings der Kunden verlangte regionale Planbarkeit wird durch die Einbindung in die Stuttgarter-ZeitungAnzeigengemeinschaft garantiert, zu der die Stuttgarter Nachrichten seit 1974 gehĂśren. Neben der Stuttgarter Zeitung sind weitere 25 Partnerzeitungen aus der Region in diesem Anzeigenverbund vertreten. Die Vorteile fĂźr die Werbekunden liegen auf der Hand. Mit nur einem Ansprechpartner und einem Auftrag kann der Kunde â&#x20AC;&#x201C; in Abhängigkeit von seiner Werbestrategie und seinen im Ballungsraum vorhandenen Filialen â&#x20AC;&#x201C; die Belegung der Stuttgarter Nachrichten (zusammen mit der Stuttgarter Zeitung) oder eine (oder mehrere) Teilbelegung(en) oder eine Titelkombination oder die Gesamtbelegung buchen. Neben dem vereinfachten Handling kommt der Inserent dabei in den

Basis-Werbeträger in der Wirtschaftsregion Stuttgart Genuss eines attraktiven Kombinationsrabatts, der im Falle der Gesamtbelegung bei Ăźber 35 Prozent in Bezug auf die Summe der Einzelpreise aller Titel liegt. Entscheidend fĂźr den nachhaltigen Werbeerfolg sind darĂźber hinaus die hohen Auflagen und Reichweiten sowie die hervorragenden sozio-demografischen Leistungsdaten. Die Gesamtbelegung (inklusive NWZ GĂśppingen) erreicht mit einer Auflage von knapp 500 000 Exemplaren rund 1,2 Millionen Leserinnen und Leser, was einem Marktanteil von Ăźber 69 Prozent aller verkauften Abonnements- und Kaufzeitungen im Ballungsraum Stuttgart entspricht und die Position des grĂśĂ&#x;ten und wichtigsten Werbeträgers in der

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Region unterstreicht. Die von Marktforschungsinstituten erstellten Daten zeigen, dass diese Anzeigengemeinschaft durchweg hohe Reichweiten hat â&#x20AC;&#x201C; besonders bei den kaufkraftstarken BevĂślkerungsschichten. Mit einer Anzeige in der Gesamtbelegung werden 59,6 Prozent aller Einwohner mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 2500 Euro und mehr erreicht. Neben der klassischen Anzeigen- und Beilagenschaltung bieten die neuen cross-medialen Angebote (Online, Sonderwerbeformen, Prospektverteilung) eine sinnvolle und zeitgemäĂ&#x;e Ergänzung fĂźr die zielgruppenorientierte Werbung von nationalen, regionalen und lokalen Kunden. Armin Gross

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Foto: StN

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26. August 1972 Die Bun-

Sommer 1972 Die RAF-

desrepublik präsentiert sich bei den Olympischen Spielen in Mßnchen als weltoffenes Land (Foto: dpa). Doch es kommt zu einer TragÜdie: Nachdem Palästinenser zwei israelische Sportler getÜtet und neun als Geiseln genommen haben, startet die Polizei eine Befreiungsaktion. Sie scheitert: Geiseln und fßnf Terroristen sterben.

Sabine Marquard (sam), 46. Ob Versicherungen, Rente oder Banken: Sie ist die Expertin fĂźr Themen rund ums Geld

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

10. Dezember 1972

Terroristen Andreas Baader, Holger Meins und Jan Carl Raspe werden nach einem längeren Schusswechsel mit der Polizei, bei dem Baader verletzt wird, in Frankfurt festgenommen. Im Lauf des Sommers werden auch Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin gefasst.

Sabine KlotzbĂźcher (kĂźr), 52. Themen: Verbraucherfragen, Altersvorsorge, Konsum. Immer auf der Suche nach Tipps, die sie weitergeben kann

Klaus KĂśster (kĂś), 43. Dipl.-Volkswirt, Ressortleiter. Ziel: Jeden Tag ein lesernaher Wirtschaftsteil. Schreibt Ăźber Finanzpolitik und GroĂ&#x;unternehmen

Volker Steinmaier (vos) 41. Stellv. Ressortleiter, Schwerpunkte: Automobilbranche, Tarifpolitik. Versteht Wirtschaft als Teil unseres Alltags

Der KÜlner Schriftsteller Heinrich BÜll (Foto: dpa) wird mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. In seinen Romanen und Erzählungen setzt er sich mit gesellschaftlichen Fehlentwicklungen der Nachkriegszeit, später auch mit den Terroristen der Roten-ArmeeFraktion (RAF) auseinander.

Walter Beck (wb) 42. Als Naturwissenschaftler liebt er technische Themen â&#x20AC;&#x201C; vor allem in den Bereichen Energie und Chemie

Franz-Josef Nicola (nic), 58. Hat als Blattmacher die Nachrichtenlage stets im Blick. Schwerpunkte: Verkehr, Getränkeindustrie, Energie

Ilona Wirz (wz), 52. Als Sekretärin oft erste Anlaufstelle fßr Anrufe von Lesern

Imelda Flaig (imf), 43. Ob im Handel oder bei Zulieferern: Fßr die Volkswirtin zählen nicht nur Zahlen und Bilanzen, sondern auch der Blick hinter die Kulissen

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Wirtschaft W

Walther Rosenberger (wro), 28. Seit Ende 2005 Volontär im Wirtschaftsressort und als solcher die Allzweckwaffe fßr viele Themen

Petra Otte (peo), 32. Pflegt den Draht zu Internet- und Telefonfirmen und jedem, der eine Geschichte wert ist â&#x20AC;&#x201C; vom Arbeitslosen bis zum Unternehmer

GESICHTER DER StN

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enn eine Firma Stellen streicht oder neue Arbeitsplätze schafft, wenn die Preise steigen oder die Steuern wieder einmal reformiert werden, dann ist das Wirtschaftsressort gefragt. Nicht nur als Ă&#x153;berbringer der Nachricht, sondern auch und gerade als Dolmetscher. Manchmal sogar im wahrsten Sinn des Wortes. Denn oft versuchen Manager und Politiker, ihr Tun hinter englischen Vokabeln zu verbergen. Wo immer mĂśglich, meiden die Stuttgarter Nachrichten die gerade im Wirtschaftsleben verbreiteten englischsprachigen Begriffe. Verständlichkeit schreibt das Ressort ganz groĂ&#x; â&#x20AC;&#x201C; nicht nur bei der Wortwahl. Gerade Themen aus dem Wirtschaftsleben haben oft sehr komplizierte Zusammenhänge. Deshalb stellt das Wirtschaftsressort den Lesern bei wichtigen Themen nicht nur die Nachricht, sondern auch umfassende Analysen und Hintergrundinformationen zur VerfĂźgung. Wenn zum Beispiel ein neues Gesetz in Kraft tritt, das die Diskriminierung am Arbeitsplatz verhindern soll, ĂźberprĂźft die Redaktion die Ziele an der Realität. Ergebnis der Recherche: Die Vorschriften nĂźtzen nicht nur wirklich Benachteiligten, sondern kĂśnnen auch dazu fĂźhren, dass besonders Clevere die Hand aufhalten, indem sie kleineren Firmen einen Prozess androhen. Und wenn Verbände darĂźber klagen, dass die besten KĂśpfe des Landes ins Ausland abwanderten, geben die Redakteure diese Aussage nicht ungeprĂźft wieder. Sie stellen vielmehr Fragen wie diese: Wie viele Menschen wandern wirklich aus? Was sind die GrĂźnde fĂźr diese Entscheidung? Ist im Ausland wirklich alles besser, oder kommt dort die groĂ&#x;e ErnĂźchterung? Indem die Redakteure Nachrichten von verschiedenen Seiten her beleuchten, ermĂśglichen sie dem Leser, sich ein genaues Bild zu machen â&#x20AC;&#x201C; und, wenn nĂśtig, fĂźr sich die richtigen SchlĂźsse zu ziehen. Um solche Informationen schnell und in hĂśchster Qualität anbieten zu kĂśnnen, ist gute Teamarbeit wichtig. Denn im Team geht es nicht nur schneller â&#x20AC;&#x201C; also aktueller â&#x20AC;&#x201C;, sondern auch besser, weil jedes Redaktionsmitglied seine speziellen Kontakte und sein Fachwissen einbringen kann. Deshalb arbeiten gerade bei groĂ&#x;en Themen häufig mehrere Redakteure zusammen. Klaus KĂśster


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

12. April 1973 Leserin Irm-

6. Mai 1974 Willy Brandt

gard Vogt (Foto: Kraufmann) aus Korntal-Münchingen kennt noch die Schlagzeile der ersten Lokalseite: „Schützenpanzer versorgen Autofahrer mit Tee“. Sie hat die Seite aufbewahrt, denn sie erinnert sie an einen 42 Kilometer langen Stau auf der A 8 zwischen Stuttgart und Ulm, nachdem ein Schneesturm

für ein Verkehrschaos gesorgt hatte. Ihr Mann steckte mittendrin. Weil die Polizei nicht mehr durchkam, versorgten Schützenpanzer der Bundeswehr, die bei Merklingen über die Äcker fuhren, die Menschen mit Tee.

10. November 2006

stürzt über den Agenten Günter Guillaume (links, Foto: dpa). Als persönlicher Referent hat dieser den Kanzler im DDR-Auftrag ausspioniert. Nachfolger Brandts wird Helmut Schmidt.

November 1973 Die Deutschen müssen ihr Auto stehen lassen, nachdem die Regierung ein vier Sonntage währendes Fahrverbot verhängt hat (Foto: IVB Report). Sie reagiert damit auf Lieferengpässe aus den arabischen Staaten, die Öl als Waffe im Kampf gegen Israel benutzen.

Von der Aktie bis zur Zapfsäule: Informationen über Wirtschaft können bares Geld wert sein Ob es um Geldanlage, um Telefontarife, um das Miet- oder das Arbeitsrecht geht: Wer über Wirtschaft gut informiert ist, hat es leichter. Deshalb bietet der Wirtschaftsteil umfassende Informationen über solche Themen. Manche davon sind sogar bares Geld wert.

W

enn Sabine F. abends mit dem Auto von der Arbeit kommt und unterwegs noch einkauft, hat sie bereits auf dreierlei Weise am Wirtschaftsleben teilgenommen: als Arbeitnehmerin, als Autofahrerin, als Konsumentin. Sie ist auch Mieterin oder Hauseigentümerin, Energieverbraucherin, vielleicht auch Anlegerin oder Kreditnehmerin. Es ist unmöglich, nicht am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Längst hat die Wirtschaft das tägliche Leben durchdrungen. Und sie ist dabei, immer weiter ins Zentrum vorzurücken. Für

das StN-Wirtschaftsressort bedeutet dies die Chance, mit seiner Berichterstattung die überwiegende Mehrheit der Leser zu erreichen. Voraussetzung ist allerdings, dass seine Themen für Leser von Bedeutung sind. Die Stuttgarter Nachrichten haben diesen Weg schon früh eingeschlagen. Bereits im Jahr 1995 führten sie eine regelmäßig erscheinende Verbraucherseite ein und gaben damit eine Richtung an, der viele Zeitungen bis heute folgen. Doch längst durchdringen Verbraucherthemen den gesamten Wirtschaftsteil. Wie kann ich den hohen Energiepreisen ausweichen? Kann ich als Anleger die Folgen der Steuerreform abfedern? Welche Rechte habe ich als Arbeitnehmer? Viele Informationen sind bares Geld wert. Das Wirtschaftsressort widmet ihnen viel Aufmerksamkeit. Welches Gewicht diese Themen in den Stuttgarter Nachrichten haben, zeigt sich schon daran, dass der Wirtschaftsteil mit weit über 1000 redaktionellen Seiten pro Jahr zu den größten gehört, die Regionalzeitungen ihren Lesern bieten. Doch das Wirtschaftsressort will nicht nur Orientierungshilfe für das tägliche Leben

geben, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten. Wie kann es angehen, dass KonzernManager ihre Millionengehälter erhöhen und gleichzeitig tausende Mitarbeiter entlassen? Warum sind wir Exportweltmeister und haben trotzdem so viele Arbeitslose? Die Stuttgarter Nachrichten beteiligen sich an diesen Debatten mit ausführlichen Darstellungen und mit pointierten Kommentaren. Der Wirtschaftsteil wäre unvollständig ohne umfangreiche Berichterstattung über die Unternehmen – vor allem aus der wirtschaftsstarken Region Stuttgart, in der pro Kopf 30 Prozent mehr Sozialprodukt erwirtschaftet wird als im Rest der Republik. Welche Firmen wollen hier Arbeitsplätze schaffen? Welche streichen sie? Auch diese Fragen stehen im Fokus. Dabei bezieht das Wirt-

Die hohen Energiepreise beschäftigen viele Verbraucher. Deshalb spielen sie im Wirtschaftsteil eine große Rolle. Foto: dpa schaftsressort seine Informationen nicht nur aus Mitteilungen der Firmen. Die Redaktionsmitglieder sind ständig auf der Suche nach Informationen, die sonst nirgends zu finden sind. Dank ihrer guten Drähte in viele Unternehmen hinein spielen sie im publizistischen Wettbewerb um die exklusive Nachricht eine maßgebliche Rolle. Klaus Köster


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

7. Juli 1974 Leser Günther Kalmbach aus Stuttgart

30. November 1974 Manfred

erinnert sich an die Fußballweltmeisterschaft: In München besiegt das Team von Bundestrainer Helmut Schön mit Kapitän Franz Beckenbauer (von r., Foto: Baumann) die Niederländer 2:1. Gerd Müller gelingt in der 43. Minute der Siegestreffer. „Ich habe noch die Originalzeitung vom Montag, 8. Juli, Einzelpreis 60 Pfennig“, schreibt uns Kalmbach.

Rommel (Foto: Kraufmann), Sohn des früheren Generalfeldmarschalls Erwin Rommel, wird neuer OB von Stuttgart. Der studierte Jurist, der als Ministerialbeamter Karriere gemacht hat, tritt die Nachfolge von Arnulf Klett an.

August 1974 US-Präsident Richard Nixon (Foto: AP) tritt zurück. Die so genannte Watergate-Affäre, in der Journalisten dem Präsidenten mehrfachen Amtsmissbrauch nachweisen, hat zu einem Amtsenthebungsverfahren geführt.

Region Stuttgart: Zwischen High Tech und ländlicher Idylle Mitten in Europa liegt diese Region mit ihren 2,7 Millionen Einwohnern. Wirtschaftlich konkurriert sie mit europäischen Metropolregionen, die Lebensqualität sucht ihresgleichen. In Stuttgart und seinen fünf Nachbarkreisen sind die Stuttgarter Nachrichten daheim.

E

s ist eine ganz außergewöhnliche Konstellation, die diese Region von München, Berlin, Hamburg oder Dresden so eklatant unterscheidet. Hier die pulsierende Landeshauptstadt Stuttgart – und wie Satelliten rundherum fünf selbstbewusste Landkreise mit vor Kraft strotzenden Städten: Esslingen, die stolze Reichsstadt im Neckartal, das barocke Ludwigsburg, das Industriezentrum Böblingen/Sindelfingen oder die Stauferstädte Waiblingen und Göppingen. Sie ergänzen sich und sind doch gleichzeitig Konkurrenten, wenn es ums zahlungskräf-

tige Publikum geht, um kulturelle Angebote, um touristische Ziele, um junge Familien, ums Image. Darüber und noch über vieles mehr berichten täglich unsere Reporter in den Außenredaktionen Esslingen, Böblingen/Sindelfingen, Ludwigsburg/Marbach und Waiblingen/Fellbach. Gemeinsam ist den Landkreisen und Stuttgart der Verkehrsverbund mit S-Bahn, Stadtbahn und regionalen Bussen. Gemeinsam ist ihnen der Neckar als viel besungene Lebensader, der Tourismusverbund Stuttgart-Marketing und der Verband Region Stuttgart, der oberste Planungsinstanz ist, Wirtschaftsförderung betreibt, sich um Standortmarketing kümmert, Kultur- und Sportveranstaltungen koordiniert und Großprojekte fördert, deren Entstehung von uns journalistisch begleitet wurde. Beispielsweise die gerade im Bau befindliche neue Landesmesse auf den Fildern, der sukzessive Ausbau des Flughafens Stuttgart, der zu einem der größten TouristenUmschlagsplätze Deutschlands wurde, oder das ehrgeizige 4,8-Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21, das die wirtschaftliche Zu-

kunft der Region und des Landes sichern helfen soll. Die Region Stuttgart ist aber deshalb auch für Journalisten so überaus interessant, weil sie ein Landstrich reizvoller Gegensätze ist. Hier der HighTech-Standort mit Weltunternehmen wie DaimlerChrysler, Porsche, Bosch an der Spitze – dort die ländlichen Idyllen auf der Schwäbischen Alb, im Schwäbischen Wald, im Schurwald oder am Stromberg. Nicht nur die besten Autos der Welt werden hier fabriziert, sondern mittlerweile auch hochkarätige Weine aus fruchtigen Trauben von den Rebhängen an Rems, Enz, Bottwar und Neckar gekeltert. Die Universität Stuttgart und die Hochschule Esslingen sind seit Jahren Kaderschmieden für hoch qualifizierte Ingenieure, und von der Universität Hohenheim werden engagierte Agraringenieure

Großbaustelle vor den Toren der Landeshauptstadt: Die Neue Messe entsteht. Im Oktober 2007 soll sie eröffnet werden. Die Kosten für das Projekt werden auf mehr als 800 Millionen Euro beziffert. Foto: dpa hinausgeschickt, um den Hunger auf der Welt zu bekämpfen. Als Hochschulstandort ist die Region durch ihre Praxisnähe zur Wirtschaft weit über die Grenzen des Landes hinaus geschätzt. Hinzu kommt eine reiche Kulturlandschaft mit Limes in Welzheim, Schiller-Geburtshaus in Marbach – und einer hochkarätigen Gastronomie: 13 Sterne vergab der Guide Michelin hierher. Günther Jungnickl

Nicht nur für Geburtstagskinder:

TEPPICHTRÄUME ZU SCHNÄPPCHENPREISEN Die Teppich Galerie Stuttgart gratuliert den Stuttgarter Nachrichten zu 60 Jahren Top-Journalismus STUTTGART (es/STR)- 60 Jahre Stuttgarter Nachrichten – Die Teppich Galerie Stuttgart gratuliert zu 60 Jahren TopJournalismus: brandaktuelle Informationen, ungewöhnliche Reportagen, bester Lesestoff. Seit sechs Jahrzehnten liefern qualifizierte Journalisten höchstes Lesevergnügen. Ein rauschendes Fest für alle Sinne ist aber auch der Total-Ausverkauf, der sich derzeit in einer der besten Einkaufsstraßen Stuttgarts abspielt. Die Teppich Galerie schließt und alle Teppiche fliegen gnadenlos raus. Lust auf Orient, edle Stoffe und vielfältigste Farben und Materialien? Nutzen Sie jetzt diese einmalige Gelegenheit. Denn Die Teppich Galerie Stuttgart gibt nach dreieinhalb Jahrzehnten auf. Nach einer sagenhaften Unternehmensgeschichte, in deren Verlauf sich das Stuttgarter Haus weltweite Bedeutung als eine der feinsten Adressen im internationalen Teppichhandel erworben hat. Stuttgart büßt damit weit mehr als nur ein Teppichfachgeschäft ein. Stuttgart verliert eine einzigartige Institution von wirklich internationaler Dimension. Vor diesem Hintergrund wird klar: Das Ende der Teppich Galerie Stuttgart ist der Beginn eines absoluten Jahrhundert-Ausverkaufs. Als Die Teppich Galerie 1972 in Stuttgart gegründet wurde, geschah dies mit dem festen Willen, nur erstklassige Ware anzubieten, weshalb im Handelsregister als Zielsetzung des Unternehmens der „Verkauf von handgeknüpften Teppichen klassischer Art aus alten Kulturstätten Persiens und die ständige Demonstration kostbarer Exemplare im Galeriecharakter“ festgesetzt wurde. Fest etablier-

te Handelsbeziehungen zu den besten Knüpfmeistern und -schulen in allen wichtigen Teppichknüpfzentren der Welt bildeten die Grundlage für die rasche Expansion der Teppich Galerie Stuttgart zu einem Teppich-Imperium von herausragender Qualität und Vielfalt. Nach Mitteilungen der Gesellschafter war dies eine Entwicklung, mit der nicht einmal in den kühnsten Träumen zu rechnen gewesen war. So ergänzt ein Mitglied der Geschäftsleitung: „Die Einzigartigkeit der Teppich Galerie zeigt sich in der Qualitätsbesessenheit der Inhaber und ihrem unbestechlichen Auge für das Außergewöhnliche. Mehr Sicherheit kann man für sein Geld kaum bekommen.“ Womit die Geschäftsleitung genau das anspricht, was im Teppichhandel zählt: Vertrauen. Und Vertrauen kann man in Die Teppich Galerie Stuttgart haben. Der Slogan des Hauses kündete mit Recht vom Stolz und der Ausnahmestellung des Hauses. Wer vergleicht, vertraut uns – heißt das Versprechen der Teppich Galerie. Eine Haltung, die stets überprüft werden konnte und dem Haus Tausende von treuen Stammkunden beschert hat. Persönliches Engagement, die Leidenschaft für die berauschende Vielfalt an Dekoren, Farben, Materialien, Traditionen und Provenienzen sowie die orientalische Lust an verschwenderischer Schönheit haben Die Teppich Galerie Stuttgart mit weltweit seltenen und exquisiten Sammlungen ausgestattet. Kostbarkeiten aus den Palästen des ehemaligen Schahs von Persien sind in Stuttgart ebenso zu sehen wie museale Raritäten von wahrer Einmaligkeit. Mit ein Grund, warum internationale Experten und Repräsentanten bedeutender Teppich-Kollektionen von einem Jahrhundert-Ereignis und einem absoluten Pflichttermin in Stuttgart sprechen dürften. Kaschan Dabir Sanaye, antik; absolute Rarität aus der Zeit der Ghadjaren-Dynastie

Ein rauschendes Fest für Knüpfkunst-Liebhaber: die größte, hochwertigste und vielfältigste Sammlung echter Orientteppiche wird wegen Schließung aufgelöst. Stuttgart-Mitte, Eberhardstr. 65, direkt beim Tagblatt-Turm. Wohl aber ebenso ein Grund für die extrem hohe Kapitalbindung, die das Ende der Teppich Galerie Stuttgart mit herbeigeführt haben mag. In 20 Spezial-Abteilungen präsentieren sich Spitzenteppiche aller Provenienzen und Preisklassen in schier unglaublicher Vielfalt. Wenn es je einem Teppichhaus gelungen ist, einen ganzheitlichen Anspruch im Teppichhandel zu verwirklichen, dann mit Bravour dem Stuttgarter Familienunternehmen. Mehrere tausend Quadratmeter auf fünf Etagen sprechen nach Unternehmensangaben für die weltweit größte, hochwertigste und vielfältigste Auswahl an echten Orientteppichen unter einem Dach. Und in der Tat gibt es in den denkmalgeschützten Ausstellungsräumen nichts, was es nicht gibt. Ob Bidjar, Täbris, Nain, Ghom, Kaschan und Isfahan, Bachtiari, Schirwan und Ferahan, ob Ziegler und Choby, Kelims und Sumakhs sowie Berberteppiche aus Marokko, Seidenteppiche aus der Türkei, Persien und China, naturgefärbte Gabbeh, Luribaf, Kaschkuli und Armanibaf, erlesene Teppiche aus Ägypten, Tibet, Nepal, Pakistan und Kaukasien. Unzählige Exponate, darunter etliche Meisterstücke aus der bislang unverkäuflichen Sammlung des Hauses, werden nun zu haben sein. Und das zu sensationellen Konditionen, die sich allein aus der Notlage des Unternehmens erklären lassen. Ein Insider aus dem europäischen Ausland merkt dazu an: „Es ist ein Jammer, wenn man zusehen muss, wie Teppiche von absolutem Weltniveau jetzt feilgeboten werden.“ Die exponierte Stellung und der legendäre Ruf der Teppich Galerie Stuttgart haben es lange Zeit ermöglicht, dass sich das Haus

entgegen dem Branchentrend nach wie vor erfolgreich am Markt behaupten konnte. Während der Teppichhandel andernorts schon lange durch Insolvenzen und Geschäftsaufgaben gekennzeichnet war, zeigte sich Die Teppich Galerie Stuttgart als Garant für exquisite Qualität und vorbildlichen Service. Selbst in ausgesprochen schlechten Zeiten hat sie sich stets als eines der führenden Häuser der Welt mit Nachdruck positionieren und halten können. Der sich abzeichnende Aufschwung kommt nun zu spät für Die Teppich Galerie, denn die langanhaltende schwierige Wirtschaftslage hat die gesamten Reserven des Traditionshauses aufgezehrt. Damit verliert der weltweite Teppichhandel ein Aushängeschild für hohes unternehmerisches Ethos und leidenschaftliches Handeln sowie für vorbildliche Kundenorientierung und absolute Fachkompetenz. Und auch Stuttgart, die Region und Deutschland werden den Verlust spüren. Es wird schwerer werden, Vertrauen, Schönheit und Sicherheit in dieser einmaligen Kombination und Auswahl wiederzufinden. Auch wenn Stuttgart nun ein einzigartiges Fachgeschäft verliert, haben alle Teppich-Begeisterten noch einmal die Chance, das zu sehen, was in dieser Fülle und Vielfalt nie wieder zu sehen sein wird: mit die schönsten Orientteppiche der Welt. Für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel. Schnäppchen bar jeder Vernunft.

Stuttgart-Mitte, Eberhardstr. 65, beim Tagblatt-Turm Öffnungszeiten: Mo. bis Sa. 10-19 Uhr, am 11.11. bis 24 Uhr www.teppichgalerie.de


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

21. Mai 1975 In Stuttgart-Stammheim

10. Juli 1976 Ein Chemie-Un-

beginnt der Prozess gegen führende Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe. Dazu wurde eigens eine gepanzerte und mit einem Stahlnetz überspannte Mehrzweckhalle (Foto: dpa) gebaut. In Berlin entführen Terroristen den Chef der Landes-CDU, Peter Lorenz.

17. Februar 1975 Im südbadi-

fall im norditalienischen Seveso verseucht einen ganzen Landstrich mit Dioxin. Tausende Tiere sterben, viele Frauen lassen ihre ungeborenen Kinder aus Angst vor Missbildungen abtreiben (Foto: dpa).

16. Juni 1976 In der Johannesburger

schen Wyhl beginnt der Bau eines Atomkraftwerks. Tausende Demonstranten besetzen das Gelände (Foto: dpa). Nach jahrelangem Protest stoppt Lothar Späth das Projekt.

Schwarzensiedlung Soweto schlägt die Polizei brutal einen Schüleraufstand nieder. Die Rassenunruhen greifen auf das ganze Land über (Foto: AP). Südafrika verschärft daraufhin seine Apartheidpolitik.

Eine Großstadtzeitung ist Teil der Stadt – Spurensucher und Entertainer Wer die Stuttgarter Nachrichten aufschlägt, wird seine eigene Stadt auch mal von ganz neuen Seiten kennen lernen. Reporter sind heute Kundschafter in einer Großstadt, die sich schneller denn je verändert – so glamourös wie monströs.

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enn ich in eine Stadt komme, kaufe ich mir zuallererst eine Tageszeitung. In einer guten Tageszeitung kannst du Spuren lesen, Witterungen aufnehmen, das Klima gewissermaßen riechen. In einer schlechten Tageszeitung ärgerst du dich über Verlautbarungen aus muffigen Amtsstuben. Es ist nicht leicht, das Leben einer Stadt zu beschreiben. Man

muss seine Stadt lieben, um sie zu begreifen. Und man darf ihr böse sein, wenn sie deine Liebe verrät. So viel Pathos muss erlaubt sein, wenn es um das erotische Verhältnis geht zwischen den Stadtkundschaftern und ihrer Stadt. Die Zeitungsreporter müssen sich fühlen wie Scouts, manchmal auch wie Spione, auf jeden Fall wie Detektive. Die Stuttgarter Nachrichten haben sich einst das Motto „Lebendige Nachrichten“ gegeben. Lebendige Nachrichten heißt nichts anderes, als einen kleinen Film vor seinen Augen zu sehen, wenn man seine Zeitung studiert. Ich schätze, das Beste, was ein Reporter leisten kann, ist die Geschichte, in der sich der Leser seiner Stadt wieder findet: Ja, so ist das!, muss der Leser sagen, dieses Gefühl habe ich gleich gehabt, gut, dass es endlich einer in den richtigen Worten sagt. Die Stuttgarter Nachrichten verstehen sich als Bühne dieser Stadt: Straßen, Plätze,

Happy Birthday »STUTTGARTER NACHRICHTEN«

Bauten können Geschichten erzählen, und manchmal ist es auch nötig, den letzten Stein in seiner Stadt umzudrehen, um die wahre Geschichte zu finden. Tatsache ist, dass viele Menschen in der Stadt ihren Bezirk, ihr Quartier, ihren Kiez nur selten verlassen, und wenn, dann steuern sie meistens das Zentrum an, das vermeintlich jeder kennt. Die Königstraße, den Schlossplatz. Manchmal aber, wenn man sich seine eigene Stadt genau anschaut, lernt man sie von ganz neuen Seiten kennen. Es gehört zum Selbstverständnis der Stuttgarter Nachrichten, diese Stadt auszuleuchten, ihre Kultur, ihre Menschen, ihre Probleme. Und eine Zeitung muss Veränderungen beobachten, Klimawechsel darstellen, den politischen Wind prüfen. Das gilt nicht nur bei der Berichterstattung über Großprojekte wie Stuttgart 21, über die so genannte Intelligenz der Verkehrsleitzentrale – in Wahrheit nur eine Form der Autostaubekämpfung – oder die Entstehung eines Geschäftsviertels im Stadtteil Vaihingen. Reporter einer Großstadtzeitung müssen ihre Viertel kennen, ihre Elendsquartiere ebenso wie ihre Vergnügungsmeilen. Sie müssen im Leben stehen. Manchmal, wenn ich in eine Stadt komme und mir zuallererst eine Zeitung kaufe, habe ich nicht den Eindruck, in einer Stadt gelandet zu sein. Die Stadt scheint

aus Bürgermeistern, Senatoren und Nichtwählern zu bestehen. In Wirklichkeit, wenn man die Zeitung weggelegt hat, tobt draußen das Leben. Es darf nicht sein, dass jeder Taxifahrer mehr weiß von seiner Stadt als die Zeitung seiner Stadt. Selbstverständlich kann eine Zeitung auch Einfluss nehmen. Genauso wichtig ist es, den Menschen in der Stadt das Leben zu erleichtern: ihnen zu sagen, wo sie das Leben finden, wo ihre Probleme gelöst werden können. Eine Zeitung kann auch helfen – das macht beispielsweise die Aktion Weihnachten der Stuttgarter Nachrichten mit ihrer Spendensammlung. Es passt ins Bild, dass dafür seit Jahren gute Künstler der Stadt

Die Zeitung ist Stadtführer, Lebensberater, Entertainer auf die Bühne gehen, Opernsänger wie Rock’n’Roll-Musiker und Comedians. Hier schaffen die Stuttgarter Nachrichten mit Unterstützung der Staatstheater die Arena für ein kulturelles Miteinander, das vor Jahrzehnten noch undenkbar gewesen wäre. Der Leser muss sich auf seine Zeitung verlassen können, die Zeitung muss ihm als Stadtführer dienen, als Lebensberater – und als Entertainer. Die modernen Großstädte verändern sich schnell, ihre Lebensräume werden glamouröser, aber auch monströser und gefährlicher. Eine gute Tageszeitung kann als Kompass dienen, wenn sie den Menschen ihrer Stadt zuhört, Stimmungen aufgreift, Veränderungen darstellt. Wer in die Stadt kommt und zuallererst eine Tageszeitung kauft, der muss in den Stuttgarter Nachrichten möglichst rasch sein Stuttgart finden. Joe Bauer

Vom „Börsenplatz Stuttgart“ bis zum „Start in den Beruf“: Sonderbeilagen der Stuttgarter Nachrichten.

Das besondere Plus Die Schwarzwälder Bote Mediengruppe und Ihre Mitarbeiter aus den Bereichen Tageszeitungs- und Wirtschaftsverlage, Onlinedienste, Call-Center, Druck und Direktverteilung gratulieren zusammen mit allen »Schwarzwälder Bote«-Lesern den »Stuttgarter Nachrichten« zum 60-jährigen Jubiläum.

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enn das Land Baden-Württemberg sein Wiegenfest feiert, wenn in der Landeshauptstadt das „Theater der Welt“ zu Gast ist, wenn ein buntes Fahnenmeer Fußballfreunde aller Nationen vereint, dann feiern und fiebern wir mit – nicht nur tagtäglich und aktuell: Vierfarbige Sonderbeilagen kündigen die großen Ereignisse an, informieren über Programme und Personen, geben wichtige Hinweise auf Höhepunkte und lotsen die Besucher zu den jeweiligen Veranstaltungsorten. Dafür gibt es ein eigenes Team im Haus: die Sonderthemen-Redaktion. Sie erstellt die Beilagen in einem eigenen Layout, das sich bewusst vom Erscheinungsbild der Stuttgarter Nachrichten absetzt. Diese Redaktion steht mit Firmen und Veranstaltern in Kontakt, die ein gemeinsames Anliegen haben – nämlich möglichst viele Leser für eine Sache zu begeistern. Die Sonderthemen-Redaktion nimmt deshalb eine Sonderstellung im Pressehaus Stuttgart ein, sie arbeitet eng mit der Anzeigenabteilung zusammen. Aus gutem Grund: Viele Unternehmen aus Stadt und Land wollen mit ihrer Anzeigenschaltung auf diesen Seiten deutlich machen, dass sie sich mit den Theaterleuten oder Fußballern hier verbunden füh-

len. Sie unterstützen auf diese Weise das kulturelle und sportliche Leben in der Landeshauptstadt – und manchmal auch das soziale Engagement. Die Jubiläen karitativer Einrichtungen könnten ohne das Mitwirken von Sponsoren nicht einem breiten Publikum präsentiert werden. Die Sonderthemen-Redaktion sorgt dafür, dass jungen Menschen neue Berufsfelder vorgestellt und Studenten Karrierewege aufgezeigt werden. Dafür gibt es Beilagen und Sonderseiten unter den Titeln wie „Start in den Beruf“ oder „Beruf & Karriere“. Ratschläge und Expertenmeinungen finden sich in Auto-, Kapital- und Immobilienbeilagen. Zudem gibt es Schwerpunkte wie „Tagungen und Kongresse“, Weiterbildung und Medien, oder zu Messen und Ausstellungen. Unter der Rubrik geschäftliche Informationen haben heimische Firmen die Möglichkeit, Geschäftseröffnungen, Neu- und Umbauten, neue Produkte und neue Dienstleistungen ihren Kunden bekannt zu machen. Redaktion und Anzeigenabteilung stehen den Firmen mit Rat und Tat zur Seite, um sie bei ihrer Präsentation zu unterstützen. Heinz Heinemann Weitere Informationen im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

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Lesernähe – für die Stuttgarter Nachrichten ist das ein fortwährendes Anliegen. Der Nachrichten-Kunde ist König. Davon zeugen die zahlreichen Aktivitäten gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern. Sie reichen von der gut besuchten Leserkonferenz bis zum beliebten Sommer-Rätsel.

Mit den Nachrichten in Kontakt

Die Zeitung mit den Lesern machen Von Jan Sellner Dass man Zeitung für die Leser macht, ist eine Selbstverständlichkeit. Dass man sie auch mit den Lesern macht, eher eine Rarität. Für die Stuttgarter Nachrichten hat die Einbindung ihrer Leserinnen und Leser immer schon einen hohen Stellenwert. Spezialität Leserkontakt.

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er Leser, das unbekannte Wesen. So hört man gelegentlich Journalisten sagen, die sich verwundert fragen, warum jene Veröffentlichung ein überraschend starkes, jene andere hingegen ein erstaunlich schwaches Echo hervorgerufen hat. Der Leser – nicht einzuschätzen, nicht berechenbar? Ein Wesen wie von einem anderen Stern? Für Zeitungsmacher gibt es wenig Schlimmeres, als nichts von ihren Lesern zu wissen. Nichts Unverzeihlicheres, als sich nicht für sie zu interessieren. Die gängige Methode zu erfahren, was Lesern wichtig ist, ist die Leserforschung. Auch die Stuttgarter Nachrichten haben die Zufriedenheit und Wünsche ihrer Leserinnen und Leser jüngst in einer repräsentativen Erhebung abgefragt (eine Zusammen-

Stadt

Land

Fluss

fassung der wichtigsten Ergebnisse ist auf Seite 44 nachzulesen). Das Forschungsinstrumentarium von der neuartigen Blickaufzeichnungskamera Readers Scan bis zum bewährten Fragebogen ersetzt jedoch nicht die direkte Kontaktaufnahme, das stete Aufgeschlossensein, das offene Ohr. Leserinnen und Leser machen es der Redaktion ja auch nicht schwer, Bekanntschaft zu schließen. Die Zahl der Leserbriefe etwa hat in den vergangenen Jahren

Hunderte von Hobbymalern griffen zu Pinsel und Farbe stetig zugenommen – die Leserbriefspalten gehören traditionell zu den besonders intensiv genutzten Seiten. Der Dialog mit der Zeitung und über die Zeitung funktioniert. Eine pointierte Pro-Stellungnahme zu einem Thema ruft prompt ein ebenso eindeutiges Contra hervor. Um Stimmungslagen zu erkunden, bitten die Stuttgarter Nachrichten zudem häufig gezielt um Meinungsbeiträge der Leserinnen und Leser: Leinenzwang für Kampfhunde? Wie gut arbeitet die Landesregierung? Sollte die Schule morgens später beginnen? Essen in der

Stadtbahn? Brauchen wir einen Landtagsneubau? Ihre Meinung, bitte! Aus der Leserschaft ertönt in solchen Fällen regelmäßig ein kräftiges Echo, das wiederum auf Sonderseiten der Stuttgarter Nachrichten seinen Niederschlag findet. Das gilt besonders für Verkehrsthemen. Die Aktion Schlagloch aus dem Jahr 2004 etwa, bei der Leserinnen und Leser die Redaktion über auffällige Fahrbahnschäden informierten, diente nicht nur als Ventil für angestauten Autofahrer-Ärger. Sie bewirkte auch etwas auf den Straßen rund um Stuttgart: Etliche Schäden wurden anschließend behoben. Der Anspruch, Anwalt des Lesers zu sein, ist nicht nur ein Schlagwort. Die Geschichte der Stuttgarter Nachrichten ist voll von Beispielen, wie Stellungnahmen von Leserinnen und Lesern praktische Folgen nach sich zogen. Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens gibt es übrigens viele: treffpunkt foyer, „Ortstermin“, „Kulturgespräch“, Leserführungen, Leserkonferenzen. Eine besonders unterhaltsame Weise, Bekanntschaft mit den Leserinnen und Lesern zu schließen, sind Aktionen, die die Fantasie und Kreativität des Zeitungspublikums ansprechen. Anlässlich des 50-Jahr-Landesjubiläums 2002 starteten die StN den Fotowettbewerb „Mit meinen Augen“. BadenWürttemberg aus individueller Fotografensicht – für die Leserinnen und Leser war das eine willkommene Aufforderung, sich zu beteiligen. Tausende Fotos mit Motiven aus allen Regionen des Landes trafen in der Redaktion ein. Ein Jahr lang erschien täglich ein Leserfoto in der Zeitung. Zahlreich waren auch die Leserfotos, die nach der Fußballweltmeisterschaft in diesem Sommer in das „WM-Erinnerungsalbum“ einflossen. Neuerdings gibt es überdies die Möglichkeit, bei StN online eigene Bilder zu veröffentlichen. Die Rubrik Leserfotos steht allen offen, die Stuttgarter Motive abgelichtet haben. An die Fantasie und Kreativität der Leserinnen und Leser appellierten die StN auch mit der Aktion „Römer selbst gemalt“, die im vergangenen Jahr anlässlich der Erhebung des Limes zum Weltkulturerbe gestartet wurde. Die alten Römer erwiesen sich als quicklebendig. Hunderte von Hobbymalern, vor allem viele Kinder, griffen zu Pinsel und Farbe und brachten tausende von Römerbildern zu Papier. Auf diese Weise entstand ein kunterbuntes Römisches Reich, das in der Zeitung ausschnittsweise abgebildet wurde: Mehrere Monate lang erheiterte täglich ein selbst gemalter Römer die Leser. Gute-Laune-Bilder, auf die auch das Limesmuseum in Aalen aufmerksam wurde und eine Ausstellung vorschlug. Seit Dezember 2005 ist in den dortigen Museumsräumen eine Auswahl von 300 Leserbildern mit Römermotiven zu sehen. Sie hängen dort voraussichtlich noch bis März 2007. Die Leserreaktionen waren auch hier intensiv und positiv. Aus vielen Zuschriften sprach einfach nur Freude: „Danke für den Zeitvertreib“ oder „Wir können nicht mehr aufhören zu malen. Es entstehen ständig neue Römer.“ Welchen Radius solche Leseraktionen haben können, zeigt das Beispiel von Alix Frohnmaier. 1000 Kilometer Luftlinie legte sein Brief mit seiner Römerzeichnung zurück: „Ich lebe in Frankreich. Ich bin elf Jahre alt, ich schicke Euch einen kleinen Legionär aus der Bretagne.“

Jubiläumsbeilage Ihre Meinung, bitte! Das Sammeln von Lesermeinungen auf dem Wege kleiner Umfagen wie dieser ist fester Bestandteil der Redaktionsarbeit. Meist handelt es sich dabei um Stimmungstests zu politisch oder gesellschaftlich brisanten Fragen. Aus aktuellem Anlass fragen wir heute einfach nur: Wie gefällt Ihnen die Beilage zum 60-JahrJubiläum der Stuttgarter Nachrichten?

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Ein Exemplar aus den Heerscharen römischer Legionäre, die zu der Leseraktion „Römer selbst gemalt“ in der Redaktion eingetroffen sind. Die Zeichnung stammt von Jannick Huss aus Korb.

Zentralredaktion Stichwort „Jubiläumsbeilage“ Postfach 10 44 52 70039 Stuttgart Telefax 07 11 / 72 05 - 73 09 E-Mail land@stn.zgs.de

Mit meinen Augen

Baden-Württemberg mit den Augen der Leserinnen und Leser gesehen: Tausende von Leser-Fotos trafen in der Redaktion ein, als unsere Zeitung zum 50-Jahr-Jubiläum des Landes die Leseraktion „Mit meinen Augen“ startete. Darunter war auch dieses Foto von Leser Erich Fenske aus Kornwestheim. Ein Junge spielt mit Nussschalen-Schiffchen in einer Regentonne.

Mitmachen, Zeitung durch eigene Leserbeiträge gestalten – das hat bei den Stuttgarter Nachrichten Tradition. Die jährliche Weihnachtsbeilage etwa gründet seit langem auch auf Beiträgen von Leserinnen und Lesern. Viele Ressorts laden regelmäßig

Mehr als 20 000 Einsendungen bei „Stadt – Land – Fluss“ zum Mitmachen ein. Die vorliegende Jubiläumsbeilage mit Lesererinnerungen aus 60 Jahren ist ein weiteres Beispiel für den engen Kontakt, den die Redakteure zu den Lesern und – umgekehrt – diese zu ihrer Tageszeitung suchen und halten. Nähe zum Publikum drückt sich übrigens

auch in den StN-Rätselangeboten aus: Äußerst populär ist die Suche nach bekannten „Landsleuten“ in der Wochenendbeilage, jedes Mal überwältigend die Leserbeteiligung am landeskundlichen SommerRätsel „Stadt – Land – Fluss“. Dieses Jahr hat die Redaktion dazu mehr als 20 000 Einsendungen erhalten – wie immer begleitet von erfreuten Leserzuschriften: „Man erfährt viel über Baden-Württemberg. Können Sie nicht auch ein Winter-Rätsel machen?“ Ein Winter-Rätsel? Sicher lässt sich so viel sagen: Der nächste Sommer mit vier Wochen „Stadt – Land – Fluss“ kommt bestimmt. Als Überbrückung sei allen Rätselfreunden Seite 63 dieser Beilage empfohlen. Dort steht das Jubiläums-Rätsel!

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

Sommer 1976

10. November 2006

19. Oktober 1977 Leser Anton Brunet aus

20. Januar 1977

Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung ziehen unter ein neues, gemeinsames Dach in StuttgartMöhringen: Auf den Fildern ist ein großes Verlags- und Druckzentrum für beide Blätter entstanden.

Stuttgart (Foto: Kraufmann) erinnert sich, wie die Spezialeinheit GSG 9 in Mogadischu die von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine stürmt und die Geiseln befreit. Das hat ihn auch persönlich betroffen: „Ich war selbst bei der Terrorbekämpfung tätig und habe mit GSG-9-Chef Ulrich Wegener die Polizeiausbildung gemacht.“ Der Terror eskaliert: RAF-Terroristen ermorden im Oktober den entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Er wird im Elsass tot aufgefunden.

Jimmy Carter (Foto: AP) wird neuer US-Präsident. Der ehemalige Kommandant eines Atom-U-Boots und spätere Erdnussfarmer tritt für Menschenrechte ein und fördert die Entspannung im Nahen Osten. Er vermittelt vor allem zwischen Israel und Ägypten.

Lob, Tadel und ein Schuss Polemik: Leserbriefe sind eine begehrte Lektüre Mehr als zwei Drittel der StN-Leser gaben bei unserer jüngsten Befragung an, dass die Seite „Unsere Leser und wir“ zu ihrer regelmäßigen oder häufigen Lektüre zählt. Die Tageszeitung ohne Leserkommentare wäre wie die Suppe ohne Salz.

B

ei der Lektüre einer Leserbriefseite platzte Herrn Sch. der Kragen. „Vielleicht sollte man die Rubrik Leserbriefe in Motzerbriefe ändern“, schrieb er empört. Postwendend meldete Leser J. H. Widerspruch an: „Mir sind die Leserbriefe der wichtigste Teil dieser geschätzten Zeitung . . . Sie müssen bleiben, wie sie sind. Wo sonst kann der Bürger sagen, was er denkt, weiß und für vernünftig hält?“ Das findet auch Leser G.: „Für viele Leser ist es interessant“, schrieb er, „Abrundungen zu bestimmten Themen zu erfahren, die den Redakteuren entgangen sind oder bei denen ihnen vielleicht der Mut gefehlt hat für weitere Aspekte. Manchmal gibt es auch Lebenserfahrungen, die für andere Menschen anregend sein können. Und wenn diese mitgeteilt werden, ist das allemal eine Bereicherung für einen großen Teil der Leserschaft.“

Mehr als 2000 Briefe werden jährlich abgedruckt Täglich erreichen zahlreiche Zuschriften die Redaktion – per Post, per Fax, auf elektronischem Weg. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, der Siegeszug der E-Mail trug dazu wesentlich bei. Beim besten Willen können nicht alle Stellungnahmen veröffentlicht werden, auch Kürzungen sind aus Platzgründen unumgänglich. Doch weit über 2000 Briefe werden jährlich abgedruckt – auf der Leserbriefseite, im Lokalteil und im Sport.

Nur ganz selten muss sich ein Leser so ärgern wie Herr D., der sogar um die Grundrechte bangte: „Als Abonnent Ihrer Zeitung“, ließ er uns wissen, „bin ich beim Lesen jeden Morgen enttäuscht, wenn meine Meinung – und sei es auch nur in gekürzter Form – nicht publiziert wurde. Meinungsfreiheit ist also nur Theorie?“ Leserin B. ist bemüht, derlei Gefahren telefonisch vorzubeugen, indem sie sich den Eingang ihrer Briefe stets bestätigen lässt. Und kein einziges Mal vergisst sie hinzuzufügen: „Aber bitte nicht kürzen. Jeder Satz ist wichtig, ich habe mir alles genau überlegt.“ Ganz anders Leser M., der die Chefs vom Dienst für die Bearbeitung ausdrücklich lobte: „Für Ihre freundliche Berichtigung, Ergänzung, Besserung und Weglassung von Schwachstellen meiner Manuskripte möchte ich Ihnen heute einmal herzlich danken und Sie auch für die Zukunft um solcherlei Hilfestellung bitten.“ Leser A. bemühte sich in einem Brief, die Meinungsfreude mancher Schreiber etwas einzudämmen: „In letzter Zeit ist festzustellen“, so gab er seinem Unmut Ausdruck, „dass es sich einige Leser offenbar zur Aufgabe gemacht haben, zu jedem – wie auch immer gearteten – Thema ihre Meinung äußern zu sollen. Bei allem Respekt empfehle ich, nachstehende Weisheit zu bedenken: „Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen“ (Theresia von Avila, spanische Mystikerin). Leser J. H. hielt dagegen: „Ich kenne keine Tageszeitung in Deutschland, deren Redakteure so mutig und sachkundig Themen darstellen, die von Politikern verfälscht oder geleugnet, von den Medien sonst meist gemieden werden. Wäre es nicht schlimm, wenn diese wichtigen Beiträge ohne ein Echo blieben? Mit unseren Leserbriefen werden wir erst der Mühe der Redakteure erkennbar gerecht!“ Nicht immer freilich stoßen StN-Artikel auf ungeteilte Zustimmung. Und nicht immer wird der Widerspruch sachlich formuliert. „Es soll Journalisten geben“, empörte sich Leserin P. über ein Tagesthema, „die

GESICHTER DER StN

Fotografen

Leif-Hendrik Piechowski, 32. Frohnatur aus Hamburg, mit frischem Blick auf Stuttgart

Ganz nah an der Rotation

V

ieles muss ineinander greifen, bis die Zeitung gedruckt ist und die Pakete abholbereit auf der Rampe liegen: Es ist ein ohne jede Kenntnis über Zusammenhänge spannender Prozess, der täglich im Pressesich billigster Klischees bedienen und Platihaus Stuttgart zu beobachten ist. Kein Wuntuden zu Papier bringen, über die sich nicht der, dass sich Führungen großer Beliebtheit zu diskutieren lohnt – und solche Ergüsse erfreuen. Im vergangenen Jahr besuchten werden rund einer Million Lesern vorgemehr als 3000 Interessierte die Stuttgarter setzt!“ Leser W. fragt bei anderem Anlass Nachrichten, 2006 werden es fast 4400 sein. fassungslos: „Was hat Sie eigentlich geritFür Schulklassen ist der Besuch ein Teil des ten, einen derart jämmerlichen und kleinProjekts „Zeitung in der Schule“. Natürlich geistigen Kommentar zu platzieren?“ sind auch Nichtabonnenten, Vereine und Was wäre eine Leserbriefseite ohne einen andere Gruppen willkommen. Zum Auftakt Schuss Polemik, wo bliebe ihr Unterhalsehen sich die in der Regel 30- bis 40-köpfitungswert, gäbe es hie und da nicht handfesgen Besuchergruppen einen Film an, der die ten Streit? „Um mich der Logik des Lesers Stuttgarter Nachrichten vorstellt, anschlieK. anzupassen, kann ich nur sagen: Das ßend informiert ein Redakteur über seine Arschlägt dem Fass die Krone aus“, antworbeit im Pressehaus Stuttgart, stellt sich Fratete Leser M. H. auf eine Zuschrift, und gen und nimmt Kritik, Lob und Anregungen entgegen. Wer trifft die Nachrichtenauswahl? Woher kommen die Fotos? Ist der Redakteur bei der Kommentierung wirklich frei? Warum wird so viel über den Stadtteil A und so wenig über den Stadtteil B berichtet? Bei der Führung ist Gelegenheit, sich über die journalistischen Entscheidungsprozesse zu informieren. Danach beginnt der Rundgang durch die ProEindrucksvoll: Rundgang durch Druckerei und Versand Foto: Sigerist duktionsanlagen – vom Papierlager Leser B. H. nahm ebenfalls kein Blatt vor über die Rotation bis zur Versandrampe. den Mund: „Herr Z. wirft mir vor, etwas Vier verschiedene Kurzfilme und Kurzrefenicht begriffen zu haben. Recht hat er, denn rate vermitteln dabei einen plastischen Einseine sich widersprechenden Gedanken druck der komplizierten Arbeitsabläufe im kann und will ich auch nicht begreifen.“ Alltag der Zeitungsmacher. Manchmal fällt es Autoren schwer, einen Speziell für StN-Abonnenten veranstalguten Schluss zu finden – sei es für Artikel, ten die Stuttgarter Nachrichten besondere sei es für Leserbriefe. Leser K. hat dieses Führungen. Winfried Weithofer Problem auf schlüssige Weise gelöst. Drei Worte sind es, die jedes seiner – nicht eben Anmeldungen nimmt Stefanie Vogel seltenen – Faxe prägnant beschließen: entgegen. Telefon: 07 11 / 72 05 19 01 oder „Ende des Berichts“. Joachim Volk E-Mail: s.vogel@stzw.zgs.de

Franziska Kraufmann, 24. Von klein auf mit der Kamera auf Du und Du

Thomas Hörner, 54. Spezialist für Luftbilder und ungewöhnliche Einsätze auf dem Boden

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ünf Fotografen sind für die Stuttgarter Nachrichten ständig im Einsatz. Beate und Franziska Kraufmann, Thomas Hörner, Susanne Kern und Leif-Hendrik Piechowski bilden das Team von Presse-Foto Kraufmann, bei Bedarf verstärkt durch zwei freie Kollegen. Gegründet wurde die Agentur, die exklusiv für die Stuttgarter Nachrichten in der gesamten Region Stuttgart (und zuweilen auch darüber hinaus) unterwegs ist, 1969 von Beate und Uli Kraufmann, die zuvor schon einige Jahre als fest angestellte Fotografen für die StN tätig waren. Seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters im Februar dieses Jahres steht Tochter Franziska Kraufmann zusammen mit ihrer Mutter Beate in der Verantwortung. Tatkräftig unterstützt von Thomas Hörner und Susanne Kern, seit 1973 verlässliche Größen. Seit März ergänzt Leif-Hendrik Piechowski das Team – ein Hamburger unter vier waschechten Schwaben. Auf rund fünf Millionen Klicks und 200 000 Veröffentlichungen haben es Kraufmann & Co seit 1969 gebracht. Dafür legen unsere Kollegen mit der Kamera um die 180 000 Kilometer im Jahr zurück. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Immer unter Zeitdruck, immer mit höchster Zuverlässigkeit. Marathonleute mit Sprinterqualitäten. Bruno Bienzle

Beate Kraufmann, 59. Seit 40 Jahren für die Stuttgarter Nachrichten auf der Suche nach dem besonderen Bild

Susanne Kern, 52. Seit 1973 ist sie die Zuverlässigkeit in Person, versteht es, mit der Kamera in Gesichtern zu lesen

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

20. Januar 1978

1. Oktober 1978

7. August 1978 Minister-

In Emden läuft der letzte in Deutschland gefertigte VW-Käfer (Foto: dpa) vom Band. Die Produktion in Südamerika geht allerdings noch viele Jahre weiter. Insgesamt werden 22 Millionen Exemplare gebaut.

Die S-Bahn in der Region Stuttgart (Foto: dpa) nimmt ihren Betrieb auf. Sie startet mit drei Linien und wird später auf sechs Linien mit mehr als 177 Kilometern ausgebaut – von Herrenberg bis Marbach a. N., von Schorndorf bis Weil der Stadt.

präsident Hans Filbinger (Foto: AP) tritt nach Vorwürfen wegen seiner Tätigkeit als NS-Marinerichter zurück. Er wird von Parteifreunden dazu gedrängt, nachdem er wegen seiner Mitwirkung an Todesurteilen unter öffentlichen Druck geraten ist. Nachfolger wird der damalige Innenminister Lothar Späth.

Ein klasse Projekt: Wie Jugendliche die Scheu vor der Tageszeitung verlieren Jugendliche lesen heute seltener Zeitung. Das muss nicht sein. Die Stuttgarter Nachrichten bieten seit mehr als 20 Jahren das Projekt „Zeitung in der Schule“, bei dem Schüler im Unterricht und bei einem Besuch im Pressehaus Stuttgart das Medium kennen lernen.

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er 15-jährige Steffen sitzt unschlüssig vor seiner Zeitung. So viele Seiten, so viele Artikel – wer soll das alles lesen? Steffens Familie hat keine Tageszeitung. Wie er mit dem Medium umgehen soll, weiß der Schüler nicht. Woher auch? Zeitung lesen ist Übungssache. Das Projekt „Zeitung in der Schule“ nimmt Jugendlichen die Berührungsängste vor dem Medium. Drei Wochen lang bekommt jeder Schüler der teilnehmenden Klassen ein eigenes Exemplar der Stuttgarter Nachrichten an die Schule geliefert. Die Lehrer können unter acht über das Schuljahr verteilte Sequenzen wählen. Rund 100 000 Schüler haben auf diesem

Auch Zeitung lesen will geübt sein Weg in den letzten 24 Jahren bereits die Stuttgarter Nachrichten kennen gelernt. Wie die Lehrer die Zeitung in ihren Deutsch-, Religions-, Gemeinschaftskunde oder Biounterricht einbinden, hängt von der Schulart und dem Alter der Schüler ab. Die Jugendlichen schmökern während der Stunde im Sport- oder Lokalteil, untersuchen Nachrichten auf ihren Informationsgehalt oder sammeln Artikel zu bestimmten Themen. Die Seelachschule in Weilimdorf

stellt ihren Förderschülern jeden Tag einfache Fragen zum Inhalt der Zeitung, etwa „Wie heiß war es letzten Montag in Barcelona?“ Im Immanuel-KantGymnasium in Leinfelden-Echterdingen teilt sich die Klasse in verschiedene Ressorts auf, die einen eigenen Ressortleiter wählen. Jedes Ressort bewältigt bestimmte journalistische Aufgaben. Im Lehrerhandbuch der Stuttgarter Nachrichten, das Foto: Petsch eigens für das Projekt entwickelt wurde, finden die Pädagogen Anregungen für die Unterrichtsgestaltung sowie Informationen über journalistische Darstellungsformen und über den Tagesablauf in einer Redaktion. Um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, besuchen außerdem viele Schulklassen das Pressehaus Stuttgart. Die riesigen Maschinen in der Druckerei wirken auf jeden Besucher faszinierend. Redaktionsmitglieder besuchen aber auch ihrerseits Schulklassen und berichten von ihrem

Beruf. Manche Schülerfragen bringen dabei selbst erfahrene Journalisten ins Schwitzen. Ist das Interesse an der Tageszeitung erst mal geweckt, reicht das Engagement der Schüler in vielen Fällen über die Projektzeit hinaus. Auf der einmal im Monat erscheinenden Seite „Zeitung in der Schule“ können sie eigene Texte veröffentlichen, mit Honorar – wie echte Journalisten. Carolin Sadrozinski

Lehrerhandbuch der StN

Was Schüler sehr interessiert: 왘 Wie viel verdient man als Journalist? 왘 Wie ist es, einen Promi zu interviewen? 왘 Lügen Journalisten manchmal? 왘 Wie lange braucht man für einen Artikel? 왘 Macht der Beruf Spaß? 왘 Wie können die Stuttgarter Nachrichten über Ereignisse berichten, die weit weg passieren? 왘 Wieso sind Zeitungen so groß? Für alle, die es genau wissen möchten – E-Mail genügt: c.sadrozinski@stn.zgs.de Weitere Infos zu „Zeitung in der Schule“ unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/zisch

Schulen unter der Lupe

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m Ende der vierten Klasse stehen viele Eltern vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie ihr Kind auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium oder doch lieber auf eine Schule mit sprachlichem Schwerpunkt schicken? Berücksichtigt die Realschule in der Nachbarschaft besondere Interessen ihrer Schüler? Welche Fördermöglichkeiten bietet die Hauptschule im Stadtteil für schwächere Schüler? Die Serie „Schulen im Profil“ hilft, Antworten zu finden. Die Stuttgarter Nachrichten stellen darin Gymnasien, Real- und Hauptschulen im Verbreitungsgebiet vor,

Meine Schule genauso Privat- und gewerbliche Schulen. Ein- bis zweimal im Monat nimmt ein Redaktionsmitglied eine Lehranstalt unter die Lupe. Die Ergebnisse erscheinen immer mittwochs im Lokalteil. Der Nutzwert für die Leser steht dabei im Vordergrund. Ein Steckbrief gibt auf einen Blick Auskunft darüber, wie viele Lehrer an der Schule unterrichten, wie viele Schüler sie besuchen, welche Fremdsprachen und Arbeitsgemeinschaften zum Angebot gehören. Auch die Schulen profitieren von der Serie: Sie können sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und über Schwerpunkte und Besonderheiten

aufklären. Und davon gibt es mehr, als der Leser glaubt: Im Eduard-Spranger-Gymnasium in Filderstadt gibt es nur noch Doppelstunden. Die Filderschule in Degerloch kommt seit zehn Jahren ohne Klingel aus, und die Lehrer am Wagenburg-Gymnasium unterrichten einen Teil ihrer Fächer zweisprachig in Deutsch und Französisch. Von jeder Lehranstalt kommen Schulleiter und Lehrer zu Wort. Die Schüler dürfen in der Rubrik Pausenhof loswerden, was ihnen an ihrer Schule gefällt und was sie stört. Außerdem erklärt ein Elternvertreter, welche Rolle die Schule für ihn spielt und wo die Schulpolitiker seiner Meinung nach ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht haben. Zum Nachschlagen stehen alle erschienenen Berichte im Online-Angebot der Stuttgarter Nachrichten. Der Nutzer kann über eine Liste eine von mehr als 62 Schulen auswählen oder sich alle Gymnasien, Hauptoder Realschulen anzeigen lassen. Mit einer Stichwortsuche lassen sich Schulen herausfiltern, etwa solche, die Spanisch anbieten oder ihren Schwerpunkt auf Kunst oder Sport legen. Die Serie läuft seit vier Jahren. Alle öffentlichen Stuttgarter Gymnasien und viele in freier Trägerschaft wurden bereits vorgestellt. Bei den Haupt- und Realschulen gibt es noch einiges zu tun. Wie gut die Serie ankommt, zeigen die Leserreaktionen: Immer wieder melden sich Eltern, denen die Besprechungen bei der Wahl der weiterführenden Schule für ihr Kind geholfen haben. Carolin Sadrozinski Die Schulen im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/schulen

Die Sieger des Schülerzeitungswettbewerbs 2006 wissen viel über Journalismus

Foto: Kraufmann

Preise für junge Schreibtalente W

er könnte besser beurteilen, wie viel harte journalistische Arbeit in einer Zeitung steckt, als erfahrene Redakteure einer Tageszeitung? Wohl niemand. Seit neun Jahren küren die Stuttgarter Nachrichten deshalb die besten Schülerzeitungen aus der Region. Die Jury aus Redakteuren und Grafikern blättert sich jedes Jahr durch dicke Hochglanzbroschüren und unauffällige Heftchen im Kleinformat. Immer auf der Suche nach

originellen Exemplaren mit einer abwechslungsreichen Themenauswahl, einem ansprechenden Layout und Texten von hoher Qualität. Das war schon 1998 so, als die StN-Jury zum ersten Mal den Preis überreichte. Die Schülerzeitung des Remstal-Gymnasiums in Weinstadt belegte damals den ersten Platz. Die Redaktion nahm 1000 Mark mit nach Hause. Heute freuen sich die Gewinner über 1000 Euro. Die Zweiten erhalten 500, die drit-

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ten Sieger 250 Euro. Die Maßstäbe, an denen die Jury sie misst, sind nach wie vor die gleichen. Gute Schülerzeitungsredakteure zeichnen sich vor allem dadurch aus, am Puls ihrer Schule zu sein. Sie trauen sich aber auch, über den Tellerrand zu blicken und aktuelle Themen zu recherchieren. Nachwuchsschreiber, denen das besonders gut gelingt, erhalten einen Sonderpreis für die beste Geschichte: 250 Euro. sad


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

27. März 1979 In Frankfurt beginnt ein

31. August 1980 Streikende

Treffen von Bürgerinitiativen. Es ist die Geburtsstunde der Grünen als politischer Bewegung. Die Partei wird im Januar 1980 gegründet. Im März 1980 treten die Grünen im Südwesten bei der Landtagswahl an und schaffen den Einzug ins Parlament (Foto: dpa).

Arbeiter unter Führung des Danziger Elektrikers Lech Walesa (Foto: AP) erzwingen in Polen freie Gewerkschaften. General Jaruzelski verhängt jedoch das Kriegsrecht. Walesa wird verhaftet.

1. Februar 1979 Der Schiiten-

12. Dezember 1979 Die Nato be-

führer Ajatollah Khomeini kehrt nach dem Sturz des Schah in den Iran zurück und errichtet dort ein autoritäres Regime, das sich auf das islamische Recht stützt (Foto: dpa).

schließt, ihre Mittelstrecken-Atomraketen zu modernisieren, bietet Moskau aber auch an, über Abrüstung zu verhandeln. Dieser Doppelbeschluss zieht zahlreiche Protestaktionen nach sich (Foto: dpa).

Junge Journalisten mit originellen Ideen Ein Interview mit Daniel Küblböck oder ein Besuch im Jugendgefängnis – in unserer Schreibwerkstatt weiß man, was junge Leute interessiert. Die Nachwuchsjournalisten lernen bei den Stuttgarter Nachrichten, wie sie den Stoff am besten präsentieren.

G

eht es im kleinen Konferenzraum im dritten Stock des Pressehauses Stuttgart mal wieder lautstark zu, tagt in der Regel die Schreibwerkstatt. 13 Jugendliche, die über die Themen für die Extraseite „Junge Nachrichten“ diskutieren, sind einfach nicht zu überhören. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zwischen 15 und 19 Jahren – Schüler, Azubis und eine Studentin. Sie interessieren sich für den Beruf des Journalisten, und sie bringen ein gutes Gefühl für Sprache und eine Menge originelle Einfälle mit. In der Schreibwerkstatt lernen sie das journalistische Handwerk, mit dem sie aus ihren

Ideen einen Bericht oder eine Reportage formen. Sie erfahren, dass ihre Texte am spannendsten sind, wenn sie mit einer Handlung beginnen oder wenn sie die Person beschreiben, um die sich der Artikel dreht. Nachrichtliche Texte sollen außerdem die W-Fragen beantworten: Was ist geschehen? Wann ist es geschehen? Wo ist es geschehen? Wer war daran beteiligt? Wie ist es geschehen? Warum ist es geschehen? Als sich die Schreibwerkstatt-Teilnehmer im Frühjahr 2002 zum ersten Mal trafen, ging es um den Muttertag. Über eine Vielzahl von weiteren Themen wurde in den vergangenen vier Jahren bei Butterbrezeln, Cola und Saft diskutiert: zum Beispiel über den Führerschein mit 17, über ein Handyverbot an Schulen und über die Bedeutung der Familie. Zudem haben die Jugendlichen für die „Jungen Nachrichten“ das Stuttgarter Nachtleben getestet, ihre Lieblingsschwimmbäder vorgestellt und Imbissbuden bewertet. Vincent Schoch ist seit dem ersten Treffen dabei. „Das ist ein Hobby, das nicht jeder hat“, sagt der Koch-Azubi. „Beim Schreiben kann ich meiner Meinung Ausdruck verleihen.“ Ein Journalist begegne

Einmal im Monat trifft sich die Schreibwerkstatt. Die Mitglieder diskutieren über eine Vielzahl von Themen und lernen, wie sie informative Berichte und spannende Reportagen schreiben können. Foto: Kraufmann zudem besonderen Menschen und erlebe außergewöhnliche Dinge. Im Juli 2003 sprach Vincent mit dem ehemaligen Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“, Daniel Küblböck. Ein Jahr später zeltete er mit Schumi-Fans auf dem Hockenheimring. In diesem Jahr besuchte

er das größte Jugendgefängnis Baden-Württembergs in Adelsheim und unterhielt sich mit Häftlingen und Ausbildern. Ein bisschen stolz ist der 19-Jährige auf seine Veröffentlichungen schon: „Es macht Spaß, seinen Namen unter einem Artikel zu lesen.“ Carolin Sadrozinski

Spendenflut für Russland

S

echzehn Jahre liegt das Geschehen der DFB stellten Preise für eine Auktion zurück – eigentlich keine lange Zeit. bereit – allein 2200 Mark brachte das TriUnd doch war die Welt noch eine kot von Jürgen Klinsmann, damals in andere. Die Deutschen feierten ihre Ein- Diensten von Inter Mailand, der guten heit, am 3. Oktober 1990 war es so weit. Sache ein. Wer kein Geld hatte, beteiMichail Gorbatschow, der große Refor- ligte sich auf andere Weise: Schulklassen mer, hatte den Weg geebnet, in rasendem malten hunderte von bunten Bildern mit Tempo löste sich der Ostblock auf. Im Weihnachtsmotiven, Zeichen der HoffInnern der Sowjetunion aber drohten nung und der Verbundenheit. Sie wurPerestroika und Glasnost zu scheitern, den den ersten Hilfspaketen beigefügt. Noch im Dezember trafen 5000 Pamit Blockade und Sabotage kämpften alte Kader gegen die historischen Umwäl- kete, gefüllt unter anderem mit Fett, zungen an. Und dann brach der bittere Wurst, Mehl, Reis und Schokolade, in Winter herein. Hunger, Kälte und blanke Leningrad ein: Von einer holländischen Firma wurden sie unter Regie der Caritas Not machten sich im Riesenreich breit. Durch Deutschland aber ging in jenen verpackt, Mercedes-Transporter brachTagen ein Ruck. Jeder Einzelne schien zu ten sie nach Kiel, ein Containerschiff in spüren, dass er gefordert war. Eine Welle den Hafen der Stadt, die heute wieder der Solidarität erfasste die Menschen, Sankt Petersburg heißt. Dort übernahgespeist aus Sympathie und Dankbar- men Mitarbeiter des Salamander-Partkeit. Für die Stuttgarter Nachrichten ners Lenwest die Fracht, und pünktlich und ihre Partnerzeitungen gab es kein zum russischen Weihnachtsfest erreichte Zögern: Auch unsere Leserinnen und sie ihr Ziel: Über verschiedene Kirchen Leser wollten helfen. Innerhalb weniger und Heime wurden Familien, allein steTage stellte Hartmut Paeffgen, der dama- hende Mütter und Rentnerinnen, Waisen lige Chef vom Dienst, die organisatori- und Behinderte bedacht. Jedes einzelne schen Weichen, „Russland – wir helfen!“ Paket wurde kontrolliert, nichts ging vernahm konkrete Formen an. Der Deut- loren, alles kam an. sche Caritasverband in Freiburg, Salamander in Kornwestheim sowie Mercedes-Benz in Stuttgart waren sofort zur Unterstützung und zur Zusammenarbeit bereit. Auch Lew Kopelew, der Schriftsteller, Bürgerrechtler und Friedenspreisträger, stand den StN zur Seite, sein markantes Gesicht mit dem weißen Vollbart wurde zum Markenzeichen der einzigartigen Hilfsaktion. Als am 1. Dezember 1990 der erste Aufruf auf der Titelseite erschien, Foto: Susanne Kern konnte freilich niemand Schüler packen mit an die Dimensionen dessen „Spasibo, spasibo, sagen Sie Dank an erahnen, was folgen würde – eine schier unglaubliche Spendenflut. Innerhalb Ihre Leser.“ Unzählige Male haben StNvon sechs Tagen gingen 700 000 Mark Redakteure diesen Satz in jenen Monaauf dem Sonderkonto ein, sage und ten gehört. Stets waren Reporter vor Ort, schreibe 2,5 Millionen waren am Ende, wenn die Spenden übergeben wurden. Und immer war Uli Kraufmann dabei, 20 Monate später, erreicht. Tausende von Leserinnen und Lesern der wie Hartmut Paeffgen in diesem Jahr öffneten Herzen und Geldbeutel, zahlrei- viel zu früh verstorbene StN-Fotograf. che Firmen und Banken überwiesen Sie sahen Gesichter voller Freude und hohe Summen, in Betrieben und Verwal- Dankbarkeit – so auch das des 50-jähritungen kreisten Spendenbüchsen. Bei gen Dimitri Nikolenko. Im Rollstuhl, von Porsche, um nur ein konkretes Beispiel einer Leserin gespendet, konnte er erstzu nennen, wurden auf Vorschlag des mals nach Jahren das Pflegeheim bei GoBetriebsrats Modellautos für 100 000 lizyno verlassen, in der frischen Luft Mark zu Gunsten von „Russland – wir seine Runden drehen. Zum Glück eines helfen!“ an die Belegschaft verkauft. Der Menschen braucht es manchmal nicht Joachim Volk VfB Stuttgart und seine Sponsoren sowie viel.


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

1. Oktober 1982 Mit Hilfe

29. Juli 1981 Der englische Thronfolger

der FDP, die von der SPD zur Union überschwenkt, wird CDUChef Helmut Kohl neuer Bundeskanzler (Foto: AP). Die Deutschen bestätigen seinen Kurs der Wende bei der Wahl im März 1983.

Prinz Charles heiratet Lady Diana Spencer (Foto: dpa). Die Prinzessin wird zum Medienstar. Das öffentliche Interesse steigt noch, als die Ehe 1992 in die Brüche geht. Auf der Flucht vor Paparazzi verunglückt die „Königin der Herzen“, wie man sie nennt, 1997 in Paris tödlich.

5. Oktober 1980 Der Kandidat

April 1982 Argentinien besetzt die zu

der Union, CSU-Chef Franz Josef Strauß, scheitert bei der Bundestagswahl an SPD-Kanzler Helmut Schmidt (Foto: dpa). Dieser kann seine Koalition mit der FDP fortsetzen.

Großbritannien gehörenden FalklandInseln. London schickt Kriegsschiffe und erobert die Inseln in sechs Wochen zurück (Foto: AP). Die Niederlage läutet das Ende des Militärregimes in Buenos Aires ein.

Hinter die Kulissen blicken: „Ortstermin“ und „Kulturgespräch“ machen es möglich Der Anspruch ist klar: „Mehr als ein Kulturteil“. Und so setzt das Kulturressort der Stuttgarter Nachrichten auf einen intensiven Dialog mit den Leserinnen und Lesern – im Blatt selbst wie auch mit eigenen Veranstaltungen.

D

as Wort ist immer wieder zu hören – „Schwellenangst“. Ja, wir werden alle gern freundlich begrüßt, lieben den berühmten Blick hinter die Kulissen. Andererseits fordern wir den vertiefenden Hintergrund, sehnen uns nach Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten. Zwei Veranstaltungsreihen brachten die Lösung. Am 20. Juni 1996 startete das Kulturressort der Stuttgarter Nachrichten in der Staatsgalerie Stuttgart die Reihe „Ortstermin“ – Museumschef Christian von Holst begeis-

terte in den sanierten Sammlungsräumen des Altbaus 100 Leserinnen und Leser. „Wie sieht es hinter den Kulissen der großen und kleinen Kultureinrichtungen in der Region Stuttgart aus? Wer sind die Macher?“ – bis heute leiten diese Sätze die „Ortstermin“-Einladungen ein. Einmal auf der Bühne des Schauspielhauses oder des Opernhauses stehen? In der Staatstheater-Schneiderei die Kostüme für die Cranko-Ballette bestaunen? Oder mit Dietz Werner Steck im Alten Schauspielhaus über Kommissar Bienzle plaudern? Der „Ortstermin“ macht es möglich. Ob Friedrichsbau-Varieté, Innenstadt-Kinos oder Literaturhaus, ob Filmakademie Ludwigsburg oder das Kunstmuseum, ob Bachakademie, Jugendkunstschule oder Theater Rampe – das StN-Kulturressort bringt die Leserinnen und Leser näher an die Vielfalt des kulturellen Lebens. Und das vertiefende Gespräch, die Begegnung mit großen Persönlichkeiten? In der damaligen Landesgirokasse fanden die

Stuttgarter Nachrichten einen Partner, im Foyer des von Günther Behnisch konzipierten Dienstleistungszentrums der Bank einen idealen Ort. Günther Behnisch selbst war denn auch am 2. Juli 1997 erster Gast einer zunächst als Trilogie angelegten „Kulturgespäch“-Reihe. Es folgten Begegnungen mit Heinrich Klotz, Gründungsdirektor des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, und mit Ute Meta Bauer, Kunstvermittlerin und kurz darauf Co-Kuratorin der Weltkunstschau Documenta. Die Trilogie war beendet, das „Kulturgespäch“ blieb. Werner Spies kam im Juli 1999 als Direktor des Nationalen Kunstmuseums im Pariser Centre Pompidou, mit Michael Naumann war im Juli 2000 der erste deutsche Staatsminister für Kultur zu Gast. Seit November 2000 finden die „Kulturgespräche“ im Forum der Landesbank Baden-Württemberg statt. Gérard Mortier kam als Intendant der Salzburger Festspiele, Hilmar Hoffmann als Präsident des

Goethe-Instituts. Gemeinsam – wie schon die Staatstheaterintendanten Reid Anderson, Friedrich Schirmer und Klaus Zehelein – diskutierten die Kunstakademie-Rektoren Paul Uwe Dreyer, Markus Lüpertz und Ben Willikens. Götz Adriani, Peter Sloterdijk und Peter Weibel debattierten über mögliche Verbindungen von Forschung, Lehre und Praxis. Am 20. November ist es wieder so weit – mit Reid Anderson (Ballett), Albrecht Puhlmann (Oper), Hans Tränkle (Geschäftsleitung) und Hasko Weber (Schauspiel) begrüßen die StN im Landesbank-Forum die neu formierte Staatstheaterspitze. „Näher dran“ sind die Leserinnen und Leser auch auf den täglichen, mit dem Internet-Auftritt verzahnten Kulturseiten. Wöchentliches Kinorätsel, Literaturrätsel im Sommer, die Tipps von „Kinder, Kinder!“, Verlosungen von Konzert- und Kinokarten – für das StN-Kulturressort bleibt der Anspruch Programm: „Mehr als ein Kulturteil“. Nikolai B. Forstbauer

GESICHTER DER StN

Kultur Gunther Reinhardt (gun), 39. Als studierter Rhetoriker erlaubt er nicht nur den Kabarettisten keine schlechten Witze

V

Bernd Haasis (ha), 39. Kümmert sich nicht nur um die Seite Neu in den Kinos, sondern setzt auch auf die Region Stuttgart als Film- und Musikstandort

Andrea Kachelrieß (ak), 42. Sie setzt als Blattmacherin wie als Ballett- und Tanzspezialistin auf Präzision

Nikolai B. Forstbauer (nbf), 42. Plant als Ressortleiter die Seiten und glaubt unbeirrt daran, dass die Welt ohne die Kunst unvollständig wäre

Susanne Benda (ben), 43. Sie ist überzeugt, nahezu jeden Menschen für klassische Musik begeistern zu können

Inge Jentzsch (jz), 60. Sekretärin und erste Ansprechpartnerin für die Leser

Großes Unterhaltungsprogramm:

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Samstag, 18.11.2006 von 930 bis 2100 Uhr (Beratung und Verkauf bis 20 00 Uhr)

Nicole Golombek (golo), 35. Lässt sich für Porträts begeistern, liebt das Theater und lenkt die Seite Neue Bücher sowie die Literaturbeilagen mit

Armin Friedl (dl), 46. Verwickelt Theaterund Literaturschaffende in längere Interviews

Einladung zum

ielfalt ist Trumpf im Kulturressort: Literatur-, Musik-, Theater- und Kunstwissenschaftler arbeiten hier, Historiker, Romanisten und Rhetoriker. Die drei Redakteurinnen und vier Redakteure sind in ihren Spezialisierungen so unterschiedlich wie das Kulturleben selbst. Einig aber sind sich alle darin, mit jeder Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten die Spannung dieser Vielfalt deutlich zu machen. Meinungsfreudige Kritiken und Interviews sind ebenso wichtig wie die exklusive kulturpolitische Nachricht und das Porträt. Die besondere Qualität des Kulturlebens allein in der Landeshauptstadt Stuttgart und in der Region – mit renommierten Museen und Orchestern, dem vielfach ausgezeichneten Staatstheater, einer weithin beachteten Literatur-, Tanz- und Filmszene – ist Herausforderung und Maßstab. Sie begründet zudem den Vergleich mit Ereignissen in Deutschland und in Europa. Der Anspruch, die Vielfalt zu spiegeln, ist Ansporn für den hohen Informationsanteil auf den täglichen Seiten Kultur und Kulturmagazin, auf den Sonderseiten Neu in den Kinos und Neue Bücher, aber auch für Beiträge für die Seite drei, in der Wochenendbeilage Querschnitt und für die enge Abstimmung mit der Lokalredaktion. Zudem bietet das Kulturressort vor großen Ausstellungs- und Bühnenereignissen Sonderseiten, die als vor Ort erhältlicher Sonderdruck erste Informationsquelle der Besucher sind. Nikolai B. Forstbauer

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

Herbst 1983 Der Bundestag billigt

9. März 1984 Die Neue Staats-

die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen. Millionen gehen dagegen auf die Straße, so bei der Friedenskundgebung im Bonner Hofgarten. Im September blockieren prominente Rüstungsgegner wie Walter Jens (Foto: dpa) das US-Raketendepot in Mutlangen. Die Friedensbewegung organisiert eine 108 Kilometer lange Menschenkette zwischen Neu-Ulm und Stuttgart.

aber den Rest der Welt nicht aus dem Blick verlieren. Das gilt nicht nur für die journalistische Arbeit der Stuttgarter Nachrichten, sondern auch für ein besonderes Angebot des Pressehauses Stuttgart: die Leserreisen.

M

itten auf dem Atlantischen Ozean die neueste Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten lesen – wie geht das? Technisch mit Hilfe des Internets, organisatorisch als Teilnehmer einer Leserreise der Stuttgarter Nachrichten. So geschehen zwischen Ende August und Anfang September dieses Jahres, als eine 54-köpfige Lesergruppe an Bord des Luxusschiffes Queen Mary 2 den Nordatlantik überquerte. Zum Service des Pressehauses Stuttgart gehörte auch, interessierte Reiseteilnehmer täglich mit den neuesten Nachrichten aus Stuttgart und der Region zu versorgen. Aber nicht nur deshalb sind Leserreisen etwas Außergewöhnliches. Wer sich als Abonnent entschließt, die Welt zusammen mit anderen Leserinnen und Lesern kennen zu lernen, lernt auch das Pressehaus Stuttgart von innen kennen. Ein Vortreffen stimmt auf die Reise ein; bei einem späteren Nachtreffen ist Gelegenheit, Erinnerungen

10. Mai 1984 In der

galerie in Stuttgart öffnet ihre Tore (Foto: dpa). Das vom britischen Architekten James Stirling entworfene Gebäude ist zunächst umstritten, entwickelt sich aber bald zu einer Attraktion, auf die die Stuttgarter stolz sind. Bis 2002 entsteht ein zweiter Stirling-Komplex, in dem die Musikhochschule und das Haus der Geschichte Platz finden.

Wenn Leser reisen: Mit dem Pressehaus in die weite Welt hinaus Lokal und regional verankert sein – zugleich

10. November 2006

stehen fest: Vom 22. Januar bis 4. Februar 2007 reist eine Lesergruppe nach Namibia und Südafrika (es gibt noch einige wenige freie Plätze). In der Pfingstzeit steht eine 14-tägige Japan-Reise (26. Mai bis 6. Juni) und im November eine dreiwöchige Mexiko-Rundreise auf dem Programm. Mit den Stuttgarter Nachrichten zum Vorzugspreis etwas erleben kann man übrigens auch in Stuttgart selbst. Am 28. Dezember öffnet sich der Vorhang für eine – bereits ausverkaufte – ExklusivVorstellung des Weltweihnachtszirkus. Ebenfalls als Exklusiv-Veranstaltung wird am 1. Februar Ziel der nächsten Leserreise: Südliches Afrika Foto: dpa 2007 der Besuch von André Hellers Zirkusauszutauschen. Dazwischen liegen erlebnis- Show „Afrika, Afrika“ angeboten. Tickets reiche Tage an besonders reizvollen Orten für diese Veranstaltung können über das der Erde. Im Mai unternahm eine Leser- Pressehaus Stuttgart bezogen werden. Ein Jan Sellner gruppe zwei Wochen lang die legendäre Privileg für Abonnenten. Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn; Ende August folgte die gut einwöchige Weitere Infos zur Leserreise nach Namibia/ Transatlantik-Überquerung mit anschlieSüdafrika und zur Show „Afrika, Afrika“ unter: ßendem New-York-Aufenthalt. www.stuttgarter-nachrichten.de/leserreisen Die nächsten Großunternehmungen www.stuttgarter-nachrichten.de/afrika-afrika

Metallindustrie beginnen die Streiks um die 35-Stunden-Woche. Die Automobil-Produktion kommt zum Erliegen. Gegen Monatsende antworten die Arbeitgeber mit Aussperrungen. Auch in der Druckindustrie kommt es zu Streiks.

Abonnenten als Gewinner

A

m Tag des Zeitungsjubiläums zur Musical-Premiere von „3 Musketiere“ ins Stuttgarter Apollo-Theater? Für drei Abonnenten der Stuttgarter Nachrichten wird dies Wirklichkeit: Silvia Jaksche aus Filderstadt, Johanna Kemper aus Stuttgart und Karlheinz Walter aus Denkendorf haben für den 12. November je zwei Premierenkarten gewonnen. Ihre Namen wurden unter allen Abonnenten ausgelost, die sich an der ausgeschriebenen StN-Jubiläumsaktion beteiligt hatten. Zur Feier des StN-Jubiläumstags gab es außerdem Bargeld zu gewinnen: 60 Euro für Abonnenten der Stuttgarter Nachrichten, die am 12. November entweder Geburtstag feiern oder an einem 12. November geheiratet haben. Ebenfalls 60 Euro standen für besonders treue Abonnenten bereit: nämlich für StN-Leserinnen und -Leser der ersten Stunde. Mit Hilde Müller aus Stuttgart, Joachim Brixner und Willy Domhan, beide aus Korntal-Münchingen, sowie Karl Lehner aus Stuttgart haben sich tatsächlich vier Leserinnen und Leser gefunden, die unsere Zeitung seit dem 12. November 1946 und damit auf den Tag genau seit 60 Jahren beziehen. Herzlichen Glückwunsch! Weitere besonders treue Leserinnen und Leser haben wir auf der gegenüberliegenden Seite gewürdigt. StN

Gute Nachrichten überbringen wir besonders gern : Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag ! für uns als junges und ehrgeiziges Unternehmen innerhalb der Zeitungsgruppe Stuttgart ein leuchtendes Vorbild, an dem wir uns gerne messen. Nicht nur, wenn es darum geht, täglich zuverlässig, pünktlich und mit größtmöglichem Service wichtige Nachrichten zu überbringen.

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Wer sich mit 60 Jahren so quicklebendig präsentiert wie die STUTTGARTER NACHRICHTEN, dem gebührt unsere ganze Anerkennung – und ein Glückwunsch, der nicht nur aus demselben Haus, sondern vor allem von ganzem Herzen kommt. Die anhaltende Erfolgsgeschichte dieser Traditionszeitung ist


60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

23. Mai 1984

17-jährige Boris Becker (Foto: dpa) aus dem badischen Leimen gewinnt als erster Deutscher das Tennisturnier von Wimbledon. Mit seinem kämpferischen Spielstil begeistert er die Tennisfans in aller Welt. Dem Sieg in Wimbledon folgen noch zwei weitere 1986 und 1989.

Moskau: Mit Michail Gorbatschow (Foto: dpa) zieht ein neuer Geist in den Kreml ein. Begriffe wie Perestroika und Glasnost stehen fĂźr einen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Reformkurs, der letztlich das Ende der kommunistischen Herrschaft bedeutet. Im Westen wird â&#x20AC;&#x17E;Gorbiâ&#x20AC;&#x153; zu einem Medienstar.

Sie lesen die StN seit Jahrzehnten. Sie lesen sie auf fernen Kontinenten oder verdienen ihr Geld damit. Egal ob Abonnent, Verkäufer oder Zusteller â&#x20AC;&#x201C; wir haben mit einigen der treuesten StN-Fans gesprochen.

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Foto: Piechowski

ě&#x2122;&#x2014; Seit 1951 liest Manfred Fink (79) die StN in Liegestellung â&#x20AC;&#x201C; morgens im Bett. â&#x20AC;&#x17E;Eigentlich alles perfektâ&#x20AC;&#x153;, sagt er Ăźber das Blatt. Beim FuĂ&#x;ball und bei den Kolumnen ist er dennoch manchmal anderer Meinung. Aber zum Wachwerden schade etwas Aufregung ja nie.

Foto: Kern

Maria Meixner (69) ě&#x2122;&#x2DC; ist eigentlich Langschläferin â&#x20AC;&#x201C; trotzdem trägt sie die StN seit 1974 aus. Damit gehĂśrt sie zu den Zustellerinnen, die am längsten die Abonnenten beliefern. Zusammen mit ihrem Mann wirft sie täglich 350 Exemplare in die Botnanger Briefkästen. Unangenehm war ihr die Arbeit nur in den 70er Jahren, als wegen der Energiekrise nachts alle Lichter gelĂśscht wurden. â&#x20AC;&#x17E;Zeitungen zustellen war damals wie Blinde-KuhSpielen.â&#x20AC;&#x153;

Foto: Kern

Foto: StN

Die Erstausgabe hat Horst Brosch ě&#x2122;&#x2DC; knapp verpasst. Seit 1947 kommen die StN zu ihm ins Haus. Gemeinsam mit Frau Ruth schmĂśkert der 81-Jährige darin. Streit um die Zeitung gibt es nie: Er fängt vorne an, sie hinten.

Foto: SWR

â&#x20AC;&#x17E;Mit der Zeitung ist es ě&#x2122;&#x2DC; wie mit einer Ehefrauâ&#x20AC;&#x153;, sagt Volksschauspieler Walter SchultheiĂ&#x; (82). â&#x20AC;&#x17E;Man lernt sie kennen und bleibt bei ihr.â&#x20AC;&#x153; Ă&#x153;ber 50 Jahre geht seine StN-Beziehung nun schon. Kultur und lockere Aufmachung gefallen ihm besonders. â&#x20AC;&#x17E;Ich mag keine Zeitung, die aussieht wie eine Steuererklärungâ&#x20AC;&#x153;, sagt er.

Foto: Kern

Seit 1982 verkauft ě&#x2122;&#x2DC; Agnes Balogh (68) am Stuttgarter HĂślderlinplatz die StN. Ihr kleiner Zeitschriftenkiosk hat fast ein Vierteljahrhundert ohne Besitzerwechsel Ăźberdauert. â&#x20AC;&#x17E;Die StN haben mich immer begleitetâ&#x20AC;&#x153;, sagt sie â&#x20AC;&#x201C; an guten und an schlechten Verkaufstagen.

ě&#x2122;&#x2013; Wer sorgt dafĂźr, dass ein gebĂźrtiger Schweizer in SĂźdafrika die StN liest? Klar: die Schwiegermutter. Seit 20 Jahren schenkt sie Walter Geugis zu Weihnachten das Abo. Damit sind er und seine Frau Hanni die am weitesten entfernt lebenden Leser. Nach der LektĂźre werden die StN reihum gereicht. Denn: â&#x20AC;&#x17E;Kapstadt wimmelt von Schwaben.â&#x20AC;&#x153;

ě&#x2122;&#x2014; Auch in Ungarn liest man die StN. Im Lenauverein im zentralungarischen PĂŠcs liegt die Zeitung schon seit 1990 im Lesesaal. Damit war sie eines der ersten Blätter, die den Sprung ins ehemals kommunistische Ausland geschafft haben. JĂĄnos Habel, GeschäftsfĂźhrer des Vereins, schmĂśkert täglich. â&#x20AC;&#x17E;Besonders Deutschstudentinnen nutzen die StN, weil sie die klare Sprache und Grammatik mĂśgen.â&#x20AC;&#x153;

Der KNITZ hat es ě&#x2122;&#x2DC; Hans-Dieter Reichert (71) angetan â&#x20AC;&#x201C; schon seit Jahrzehnten. Neben dem Sportund Lokalteil sind die Glossen fĂźr den pensionierten Journalisten ein Grund, der Zeitung seit Anfang der 50er Jahre treu zu sein.

Foto: Kraufmann

ě&#x2122;&#x2014; Als Leser der ersten Stunde durchforstet Erich Hartl (82) die StN seit 1946 â&#x20AC;&#x201C; â&#x20AC;&#x17E;mit kleinen Unterbrechungenâ&#x20AC;&#x153;, wie er zugibt. Um Zwist zu vermeiden, Ăźberlässt er die Zeitung morgens immer zuerst seiner Frau Christine. â&#x20AC;&#x17E;Seit Jahrzehnten fĂźhren wir eine glĂźckliche Beziehungâ&#x20AC;&#x153;, meint Hartl. â&#x20AC;&#x17E;Ich, meine Frau und die StN.â&#x20AC;&#x153;

Die Treuesten der Treuen Foto: StN

Foto: Kraufmann

7. Juli 1985 Der erst

11. März 1985 Tauwetter in

Die Bundesversammlung wählt den Regierenden Bßrgermeister von Berlin, Richard von Weizsäcker, zum sechsten Bundespräsidenten. 1989 wird er im Amt bestätigt.

39

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

28. Januar 1986

September 1985 Leserin Beate

GESICHTER DER StN

Unterhaltungsressort D

Carolin Sadrozinski (sad), 26. Sorgt für Junge Nachrichten, betrachtet Schulen im Profil, bringt Zeitung in die Schulen und mit der Schreibwerkstatt Nachwuchsautoren ins Blatt

Das älteste private Stuttgarter Pfandhaus

PFAND KREDIT

26. April 1986 Der Atomreaktor

Die amerikanische Raumfähre Challenger explodiert kurz nach dem Start in Cape Canaveral (Foto: AP). Sieben Astronauten sterben, Amerika steht unter Schock und stoppt das Raumfähren-Programm.

Hofmann (Foto: Kraufmann) aus Möglingen erinnert sich: „Ein guter Freund von mir war Entwicklungshelfer in Mexiko-Stadt, als dort die Erde bebte. In dieser Zeit habe ich die Berichterstattung in den StN viel intensiver wahrgenommen als sonst. Die Zeitung war besonders damals für mich als Informationsmittel unverzichtbar.“ Bei dem Beben sterben 20 000 Menschen.

ie Redaktion Unterhaltung ist kein klassisches Tageszeitungsressort, sondern eine Besonderheit der Stuttgarter Nachrichten. Insgesamt acht Ressortmitglieder arbeiten hier an ganz unterschiedlichen Produkten. Hier entstehen die täglichen Panorama-Seiten mit buntem Stoff aus aller Welt: harte Fakten steht neben Unterhaltungsstoff, Themen, über die jeder spricht, neben Klatsch und Tratsch. Im Ressort entsteht darüber hinaus das Wochenendmagazin Querschnitt, eine vierseitige Beilage, die im Wortsinn einen Querschnitt aus Information und Unterhaltung auf wechselnden Themenseiten bietet – Leben, Gesellschaft, Genuss, Szene, Wissen und Natur. Manche QuerschnittSerien sind regelrechte Renner geworden: „Die lieben Verwandten“ etwa, persönlich gefärbte Erinnerungen von Kolleginnen und Kollegen. Oder auch die beliebte Serie „Besser essen“, in der die Redaktion keine Restaurantkritik betreibt, sondern Lokale mit schwäbischem Hintergrund und ebensolcher Tradition vorstellt und die Wirtsfamilien porträtiert. Montags erscheint die Seite Fit & Schön, die sich mit Mode-, Wellness-, Ernährungs- und Partnerschaftsthemen nicht nur an die weibliche Leserschaft wendet. Jeden Donnerstag kommt in den Jungen Nachrichten die Zielgruppe U 20 zu Wort. Am Samstag schließlich kürt die Redaktion auf der Letzten Seite die sieben schönsten, witzigsten oder dramatischsten Fotos der Woche. Dazu gibt es Antworten auf Erste Fragen, ein Rätsel zu Letzten Worten und die Glosse zu Themen der Woche: Das Allerletzte. Tanja Kurz

10. November 2006

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Tanja Kurz (tak), 47. Unterhaltung ist für die Ressortleiterin kein Zeitvertreib, sondern Profession. Das gilt auch für Kulinarisches, Tierisches und Menschliches

im ukrainischen Tschernobyl explodiert und verseucht weite Teile Europas. Tausende Menschen sterben an den Folgen der Radioaktivität, von der bis zu 40-mal mehr in die Umwelt gelangt als beim Atombombenabwurf über Hiroschima. Der zerstörte Reaktor wird in einem Sarkophag aus Stahl und Beton begraben.

Reimund Abel (rab), 44. Begibt sich für Raumfahrt und Klimaforschung in andere Sphären, als Blattmacher Panorama bleibt er stets geerdet

Jürgen Holwein (vino), 57. Querschnitt, Literaturbeilagen, klassische Musik. Er ist überzeugt davon, dass man alles immer noch besser machen kann

Tino Andresen (tia), 29. Als Blattmacher Panorama hat er die Welt im Blick, mit der Querschnitt-Serie „Landestypisch“ die Region

Bettina Hartmann (ina), 39. Mit dem Querschnitt ist es nicht getan. Sie beleuchtet auch Höhen und Tiefen: in der feinen Gesellschaft, der Gastronomie und bei Menschen in schwierigen Lebenslagen

Rosi Schiller (rs), 46. Bewahrt als Sekretärin den Überblick – und kommt dabei manchem Tippfehler auf die Schliche

Julia Förch (juf), 40. Hält die Leser Fit & Schön. Sie hat Sinn für Design und andere geschmackvolle Dinge. Tanz gehört zu ihrem Leben

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

28. Mai 1987 Der junge

20. Juni 1987 Beim Kampf um

Hamburger Sportpilot Mathias Rust narrt die sowjetische Luftabwehr und landet mit einer Cessna mitten auf dem Roten Platz in Moskau (Foto: dpa). Für Kreml-Chef Michail Gorbatschow ist der Zwischenfall ein willkommener Anlass, seinen Verteidigungsminister und mehrere Militärs zu entlassen.

den DFB-Pokal schaffen es die Stuttgarter Kickers bis ins Endspiel (hier Trainer Dieter Renner, Foto: Baumann). In Berlin müssen sie sich allerdings dem Hamburger SV mit 1:3 geschlagen geben. Dem VfB ist es im Jahr zuvor nicht besser ergangen. Er war im Endspiel an den Bayern gescheitert. Erst 1997 holt der VfB den Pokal.

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16. August 1987 Steffi

Graf erklimmt den Gipfel der Tennis-Welt: Nach einem Sieg über die Amerikanerin Chris Evert führt sie die Weltrangliste an. Viele Jahre lang dominiert sie das Damentennis und gewinnt 1988 sogar den so genannten Golden Slam: alle vier GrandSlam-Turniere sowie die olympische Goldmedaille in Seoul.

Von den Lesern lernen: Die Konferenz, die der Redaktion Impulse gibt Die Leserkonferenzen, bei denen sich prominente Politiker, einflussreiche Fachleute und engagierte Laien zusammenfinden, haben bei den Stuttgarter Nachrichten Tradition. In den munteren Diskussionen treten immer wieder ganz überraschende Aspekte zu Tage.

D

er lange Konferenztisch – dort, wo am Vormittag die große StN-Runde die Ausgabe für den nächsten Tag plant – gehört nicht nur den Redakteuren. Hier ist auch Platz für jene, für die Tag für Tag strittige Themen aufbereitet, Fakten zusammengetragen und Positionen formuliert werden: für die Leserinnen und Leser der Stuttgarter Nachrichten. Die Leserkonferenz ist ein wichtiger Impulsgeber für unsere Redaktion – wie die exklusiven Leserbesuche in der Villa Reitzenstein und das Gespräch mit dem Ministerpräsidenten. Denn eine Tageszeitung hat nur dann den Finger am Puls der Zeit, wenn sie

das Gespräch mit ihren Kunden sucht – und sie ausführlich zu Wort kommen lässt. Bis zu 30 Leserinnen und Leser sitzen am Konferenztisch, wenn es darum geht, heiße Eisen zu schmieden. Dann sitzt der Minister neben dem Auszubildenden, der VfB-Präsident neben dem Hobbykicker, der Lehrstellensuchende neben einem IHK-Vertreter, der Moslem neben einem Christen. Die Themen der Leserkonferenzen sind in der Regel brisant und kontrovers: Da geht es um Jugendkriminalität und um Integrationsmodelle für die ausländische Mitbevölkerung, um die Chancen von älteren Jobsuchenden auf dem Arbeitsmarkt, um das „Sorgenkind Hauptschule“ oder um die Riester-Rente, um Sex und Gewalt, um Verkehrslärm, um fehlenden Wohnraum, um die Pisa-Studie, um dicke Kinder, um die Chancen und Probleme der Heimpflege. Doch die Leserrunde, die von StN-Fachredakteuren moderiert wird, verliert auch die schönen Dinge des Lebens nicht aus den Augen: Es wird über das Ehrenamt gesprochen, und Jugendgemeinderäte berichten über ihr Engagement. Hobbysportler

erzählen von ihren Aktivitäten, das Kinder- und Jugendtheater ist ebenfalls ein Thema. Auch im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland haben sie sich am Konferenztisch getroffen: Bürgermeister, Sportfunktionäre, PR-Experten und Fans, Bedenkenträger und Himmelsstürmer – begeistert und anspornend die einen, nachdenklich und warnend die anderen. Die Redakteure hören aufmerksam zu, schreiben mit. Manches ist auch für sie neu, manch ein Aspekt so noch nicht erkannt. Die Zeitungsmacher und ihre Leser: Das ist ein Geben und Nehmen. Alle kommen zu Wort, auf gleicher Augenhöhe, ohne Zeitdruck. Der Fotograf ist bei der Konferenz dabei, er macht Bilder von den Teilnehmern: ein temperamentvolles Gesicht auf der einen Seite des Tischs, eine gerunzelte Stirn gegenüber. Junge und Alte werden abgelichtet, Männer und Frauen, Politiker, Migranten, Einheimische, Singles, Eltern, Alleinerziehende, Unternehmer, Betriebsräte, Lehrer und Schüler. Sie alle wissen: Die Stuttgarter Nachrichten wollen auf ihr Wort nicht verzichten. Wolfgang Molitor

Begehrte Ratgeber am Telefon S

ie erfordern starke Stimmbänder, Ausdauer und gute Nerven: So groß ist der Andrang bei den Telefonaktionen der Stuttgarter Nachrichten, dass den Fachleuten oft kaum Zeit bleibt, Notizen zu machen oder sich Kaffee einzuschenken. Die Leser ihrerseits brauchen Durchhaltevermögen – sie wählen manchmal dutzende Male, bis die Leitung zum begehrten Expertenrat frei ist. Doch leider: Nicht jeder kommt durch. Das Interesse wird durch die brisanten Themen geweckt, die die Aktionen aufgreifen. Das Spektrum reicht von Tipps für jedermann bis zu speziellen Informationen etwa für Rentner oder Menschen, die an einer Krankheit leiden. Bei Telefonaktionen in den vergangenen Jahren beantworteten Experten zum Beispiel folgende Fragen: Mit welchen Finanzprodukten sorge ich am besten fürs Alter vor? Wann sind Schönheitsoperationen sinnvoll, welche Risi-

ken gibt es? Wie erkenne ich eine Leberkrankheit? Was gehört in die Reisekasse? Wie erreiche ich, dass mein Wille gilt, wenn ich nicht mehr selbst handeln kann? Welche Abzüge drohen Rentnern nach den jüngsten Steuerplänen? Allein zu diesem Thema organisierten die Stuttgarter Nachrichten dieses Jahr drei Telefonaktionen – und jedes Mal glühten die Drähte. Dass nicht jeder sein Anliegen vortragen kann, ist angesichts der Vielzahl der Anrufe nicht zu ändern. Interessierte können jedoch eine Zusammenfassung der Aktion ein paar Tage später nachlesen. Bleiben immer noch Fragen offen, bemühen sich die jeweiligen Fachredakteure um Klärung. Publik gemacht werden die Aktionen ein paar Tage im Voraus. Wenn es beispielsweise um die richtige Geldanlage geht, finden Leser eine Ankündi-

gung samt Telefonnummern im Wirtschaftsteil. Am Tag der Aktion veröffentlichen die Stuttgarter Nachrichten zudem Fotos der Experten – je nach Thema Fachleute von Banken oder Versicherungen, Steuerexperten oder Ärzte. Wie viele Leser tatsächlich bei den rund zehn Veranstaltungen jedes Jahr teilnehmen oder es zumindest versuchen, lässt sich schwer messen. Dass es viele sind, ist seit Januar 2001 amtlich: Mit ihrem Interesse an Vorsorge-Vollmachten brachten StN-Leser damals die Telefonanlage zum Zusammenbruch – das Stuttgarter Pressehaus war stundenlang nicht erreichbar. Diesem Ansturm ist es zu verdanken, dass für unsere Aktionen eine eigene Leitung eingerichtet wurde. Kein noch so Gefragte Leser: Am Redaktionstisch, hier mit dem damaligen DFB-Chef großer Andrang könnte das Telefon- Gerhard Mayer-Vorfelder (Mitte), oder bei Ministerpräsident Günther Fotos: Kraufmann system blockieren. Petra Otte Oettinger in der Villa Reitzenstein (unten).

Aktion

60 Jahre Stuttgarter Nachrichten. Ein guter Grund zum Feiern.

Wir gratulieren. Was auch passiert:

S p a r k a s s e n - F i n a n z g r u p p e

·

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

11. Oktober 1987 Der ehe-

10. November 2006

28. August 1988 Bei

14. April 1988 Die Sowjets

malige Kieler CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel (Foto: AP) wird tot in einem Genfer Hotel aufgefunden. Er hat sich vermutlich das Leben genommen, nachdem bekannt wurde, dass er sich im Wahlkampf unlauterer Mittel bedient hat. Durch Bespitzelung sollte Material ßber seinen Gegner BjÜrn Engholm (SPD) gesammelt werden.

einer Flugschau auf dem USLuftwaffenstĂźtzpunkt im pfälzischen Ramstein stoĂ&#x;en drei Militär-Jets zusammen und explodieren. Ă&#x153;ber hunderte von Zuschauern ergieĂ&#x;t sich brennendes Kerosin, 70 von ihnen sterben, viele werden verletzt. Flugshows werden daraufhin verboten.

ziehen ihre Soldaten aus Afghanistan ab (Foto: AP). Mehr als 13 000 von ihnen haben in dem Krieg ihr Leben gelassen. Doch er hat noch kein Ende. Die einzelnen Rebellengruppen kämpfen nun gegeneinander. 1996 gelangen die Taliban an die Macht und machen Afghanistan zum â&#x20AC;&#x17E;Gottesstaatâ&#x20AC;&#x153;.

Am Anfang war das Bild: Wie Kinder Geschmack an der Tageszeitung finden

K

inder sind ein Segen, bekommt man in diesen Tagen an allen Ecken und Enden zu hĂśren. Und dass sie unsere Zukunft seien. Vor allem in Gesprächen, woâ&#x20AC;&#x2122;s um die Rente geht, wird das immer wieder behauptet. Da trifft es sich gut, dass wir, wenn unser OB nicht irrt, auf dem besten Weg sind, demnächst in der kinderfreundlichsten aller Städte zu leben. Die Frage aber, die uns hier beschäftigen soll, ist die: Sind Kinder auch ein Segen, wenn sie vor uns die Tageszeitung in die Hände bekommen? Wenn sie ein Alter erreicht haben, das es ihnen erlaubt, die Zeitung selbstständig aus dem Briefkasten zu holen? Liebe Leserinnen, liebe Leser, hochverehrter kinderfreundlichster OB der Welt, so Leid es uns tut, in dem Fall gibt es gute Argumente, an der Behauptung von den Segen bringenden Kindlein zu zweifeln. Nun verhält es sich mit dem Massenmedium Tageszeitung ja seit Jahrhunderten bekanntlich so, dass ein Exemplar durch mehrere Hände gehen kann und immer noch

einen gewissen Nutzwert besitzt. Dies hängt mit der Eigenschaft zusammen, dass die Buchstaben beim Lesen nicht vom Papier verschwinden. Dies tun sie auch dann nicht, wenn meine Kinder die Zeitung in Händen gehabt haben. Und dennoch weist sie hinterher Gebrauchsspuren auf, die dem unbeschwerten LesevergnĂźgen entgegenstehen. So kann es beispielsweise passieren, dass der Sportteil wie ein Schweizer Käse aussieht, weil die Fotos relevanter VfB-Stars herausgeschnitten wurden. Ă&#x201E;hnliche Sammelleidenschaft lĂśsen sonst nur Tierbilder aus, vorzugsweise Eisbären und Geparden, die sich gern auf den Seiten im Vermischten oder im Lokalteil finden. Während sich Zeitungsschreiber mitunter mit dem Problem Schere im Kopf befassen mĂźssen, geht es hier ums Thema Schere am FrĂźhstĂźckstisch. Im gĂźnstigsten Fall kann man mit dem, was die Schneiderlein Ăźbrig lassen, feuchte Winterstiefel ausstopfen. Als Erziehungsberechtigter steht man normalerweise vor der Entscheidung: verbieten oder erlauben. Als Elternteil, das an der Herstellung und Verbreitung des Mediums Tageszeitung ein finanzielles Interesse hat, stellt sich die Frage so nicht. Als Zeitungsredakteur sieht man seine Kinder nicht nur als Rentenkasseneinzahler, sondern auch als kĂźnftige Abonnenten. Unendliche Toleranz und grĂśĂ&#x;tmĂśgliche ZurĂźckhaltung sind also im vorliegenden Fall eine Investition in die Zukunft â&#x20AC;&#x201C; damit die Kinder mal später ihren Kindern sagen: â&#x20AC;&#x17E;Wir sind mit Zeitungen aufgewachsen.

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Zeitungen haben bei uns dazugehĂśrt wie die täglichen Cornflakes. Am Anfang haben meine Eltern mit uns lustige HĂźte und Schiffe daraus gebastelt. Später haben wir die Zeitungen dann sogar gelesen.â&#x20AC;&#x153; Nicht selten bietet eine griffbereit herumliegende Zeitung auch Anlass fĂźr Gespräche Ăźber Gott und die Welt. Unter der Ă&#x153;berschrift â&#x20AC;&#x17E;Nordkorea testet Atombombeâ&#x20AC;&#x153; war vor einigen Wochen auf dem Titel der Stuttgarter Nachrichten ein Foto von Soldaten

zu sehen, die prĂźfend einen Grenzzaun abschritten. â&#x20AC;&#x17E;Sind das jetzt Gute oder Schlechteâ&#x20AC;&#x153;, wollte unser JĂźngster wissen, noch kein Leser, aber ein fleiĂ&#x;iger Ausschneider. FrĂźher, als man noch die strenge Denkart des Pazifisten pflegte, wäre die Antwort wohl lang und kompliziert ausgefallen. Heute ist man sich nach dem Studium der Bilderzeile â&#x20AC;&#x17E;SĂźdkoreanische Soldaten Ăźberwachen die Grenze zum Nordenâ&#x20AC;&#x153; sicher: â&#x20AC;&#x17E;Das sind die Guten.â&#x20AC;&#x153; Was hätte man gesagt, wenn es sich um US-Soldaten im Irak gehandelt hätte? Eltern, deren Kinder schon frĂźh zur Tageszeitung greifen, bekommen eine Ă&#x153;bung darin, Artikel zu Ăźberfliegen und den Inhalt in einer fĂźr Kinder geeigneten Sprache wiederzugeben. Ich fĂźr meinen Teil bin froh, dass meine Kinder selten im Wirtschaftsteil hängen bleiben. Da tätâ&#x20AC;&#x2122; ich mich mit dem Ă&#x153;bersetzen schwer. Kinderfragen zwingen einen, die Welt in einfache Worte zu fassen. Nach ein paar Jahren hat man so viel Ă&#x153;bung in dem Geschäft, dass man als Redakteur fĂźr eine Kinder-Nachrichtensendung anheuern kĂśnnte. Wir Schreibkräfte sind zwar grundsätzlich der Meinung, dass das Wichtigste an der Zeitung unsere Texte sind. Bilder sind schmĂźckendes Beiwerk. Unsere Kinder lehren uns, dass die Leserforschung doch nicht so ganz falsch liegt, wenn sie behauptet, dass ein Bild oft der Einstieg in eine Geschichte ist. Tom HĂśrner

FrĂźh Ăźbt sich, wer eine Zeitungsleserin werden will: Lena, 11, aus MĂźhlhausen Ăźber ihre ersten Schritte mit dem Medium.

Kälte, Cognac, klamme Finger

W

enn sich betagte Damen treffen, geht es lebhaft zu. Genau 240 Jahre haben Helene Treusch, Ingeburg Benke und Edith Graf zusammengenommen mittlerweile hinter sich, und einen gut Teil davon haben sie gemeinsam abgesessen â&#x20AC;&#x201C; als Sekretärinnen in einer der Redaktionsstuben der Stuttgarter Nachrichten. Jetzt sitzen die StN-Urgesteine alle beisammen in der Cafeteria im Stuttgarter Zeitungshaus und wundern sich, wie modern hier alles ist. Vor fast 30 Jahren hat sich die letzte der alten Damen von den StN verabschiedet, und fast ebenso lange haben sie sich nicht mehr gesehen. Nun aber, beim ersten Date nach so langer Zeit, werden all die Erinnerungen wieder wach. â&#x20AC;&#x17E;Die Kälte war damals allgegenwärtigâ&#x20AC;&#x153;, sagt Ingeburg Benke, die zur GrĂźndungsmannschaft der StN zählt. Das erste Redaktionsgebäude war nicht viel mehr als ein Häuserwrack. Fenster und TĂźren mussten mit Pappkartons abgedichtet werden. â&#x20AC;&#x17E;Damals war das ein Sekretärinnenjobâ&#x20AC;&#x153;, sagt die 84-jährige Stuttgarterin. Nie sei es richtig warm geworden. Den ganzen Tag sei man mit Wollhandschuhen dagesessen. â&#x20AC;&#x17E;Nur zum Tippen zogen wir sie aus.â&#x20AC;&#x153; Tippen? Die Augen von Helene Treusch leuchten kurz auf. Treusch kam 1949 zu den Nachrichten, zu einer Zeit also, als nicht mehr

heute. Kurz nach der Suez-Krise 1956 stieg sie mit einem Redakteur in dessen Porsche und schaffte es bis zum Assuan-Staudamm in Ă&#x201E;gypten. Eine Motorradtour nach Bagdad und Teheran beendete nach vier Wochen nur der katastrophale Zustand der StraĂ&#x;en Anatoliens. â&#x20AC;&#x17E;Die BMW blieben im Dreck steckenâ&#x20AC;&#x153;, sagt die rege 87-Jährige. Im fernen Deutschland hatte man zu dieser Zeit den SteckrĂźbenwinter gegen das Wirtschaftswunder eingetauscht. Die StN erschienen jetzt täglich. Die Auflage hatte die 140 000er-Marke erreicht. Edith Graf kam damals als Erste der zweiten SekretärinnenGeneration zur Zeitung. Ihre Karriere begann allerdings schleppend. Nach wenigen Tagen wurde sie vom Chefredakteur zur Telefonaufnahme eines Korrespondententextes beordert.

Im Porsche-Sportwagen bis zum Assuan-Staudamm Cognac, Kaffee und Wollhandschuhe den redaktionellen Kreislauf auf Temperatur hielten, sondern eine komfortable Elektroheizung. Glaubt man Augenzeugen, dann war Treusch damals eine Mischung aus Femme fatale und Redaktionsunikat. Auf jeden Fall aber war sie ein Vorbild, denn sie war schnell. Ohne klamme Finger brachte sie es auf 500 fehlerfreie Anschläge pro Minute mit der IBM-Schreibmaschine. In einer Zeit, in der die Redakteure ihre Texte noch der Sekretärin diktierten, war das ein Trumpf, der stach. Mit ihrer Flinkheit heimste sie 1953 den deutschen Meistertitel im Schnellschreiben ein. Drei Jahre später wurde sie in Monte Carlo zur viertschnellsten Sekretärin der Welt gekßrt und brachte so ein bisschen Glamour ins immer noch recht verstaubte Stuttgart. Nicht nur beim Schreiben sei sie schnell gewesen, witzelt sie

Eine halbe Stunde, sechs Seiten StenoAufzeichnungen und etliche SchweiĂ&#x;tropfen in der engen Telefonkabine später habe sie nur noch drei Sätze entziffern kĂśnnen, schmunzelt sie heute. Nur ein Ausrutscher, wie sich zeigte. Ihre Laufbahn bei den StN beendete Edith Graf 1978 als Chefsekretärin. Ihr Spitzname damals: die Gräfin. Walther Rosenberger

Helene Treusch (links) und Ingeburg Benke waren StN-Sekretärinnen der ersten Stunde und bildeten ßber Jahrzehnte ein eingespieltes Team. Foto: Kraufmann


4. Juni 1989 Chinas Führung

14. Juni 1989 Ein besonde-

lässt die seit Mitte April anhaltenden Studentenproteste für Demokratie und Menschenrechte vom Militär niederschlagen. Bei dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz in Peking und in anderen Städten kommen mehr als 3000 Menschen um, als Panzer in die Menge rasen und schießen.

rer Tag für die Landeshauptstadt: Der Kreml-Chef und Weltveränderer Michail Gorbatschow besucht mit Ehefrau Raissa Stuttgart. Gastgeber ist Ministerpräsident Lothar Späth (rechts, Foto: Kraufmann). Die Gorbi-Manie ergreift auch die sonst eher zurückhaltenden Schwaben.

Rebecca Hanke (rh), 32. Betreut die MultimediaSeite und sorgt dafür, dass unsere lokalen Nachrichten auch im Internet zu lesen sind

Michael Gerster (mig), 35. Bewertet die Schulpolitik – und nicht immer gibt es gute Noten

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

fällt: SED-Mitglied Günter Schabowski verkündet, DDR-Bürger dürften nach Westberlin und in die Bundesrepublik ausreisen. Tausende strömen in den Westen (Foto: dpa). Unter dem Eindruck von Massendemos hat SED-Chef Erich Honecker schon im Oktober seinen Stuhl geräumt. Auch in anderen osteuropäischen Staaten zwingen die Menschen die Kommunisten zum Rückzug.

GESICHTER DER StN

Michael Deufel (mid), 40. Als Bauingenieur unser Fachmann bei allen Bauthemen. Zudem baut er in Vertretung auch gekonnt die Lokalseiten

Michael Isenberg (ise), 42. Sorgt als Lokal- und Regionalreporter immer wieder für Exklusivgeschichten

9. November 1989 Die Mauer

Lokalredaktion Michael Weier (miw), 42. Gibt den Seiten als Blattmacher Pfiff und Schliff. Wein-Experte und VfB-Fan „seit ich denken kann“

Jörg Hamann (jöh), 43. Als Stellvertreter des Lokalchefs zuständig für die Themenplanung. Kopf hinter vielen Serien und Aktionen

Barbara CzimmerGauss (czi), 46. Sozialpolitik und die Aktion Weihnachten sind ihre Felder

O

b es um das Schicksal der entlaufenen Katze Lucy geht oder darum, die Hintergründe der Entwicklung von Stuttgart 21 zu erhellen – im Lokalressort sind wir ganz nah dran an den Themen und Geschichten, die vor der Haustür unserer Leserinnen und Leser spielen. Die Mischung zwischen harten Fakten und Unterhaltung macht die besondere Qualität des Lokalteils aus, den unserer jüngsten Umfrage zufolge knapp 95 Prozent der Leser schätzen.

Dr. Klaus Eichmüller (eim), 53. Ist als Doktor natürlich zuständig für Hochschulen und Gesundheit

Diese Traumquote beruht auf dem gekonnten Zusammenspiel von Spezialisten, die ihr Metier verstehen. Das größte Ressort der Stuttgarter Nachrichten zählt 22 Köpfe. Experten etwa für Kommunalpolitik, Bildungsfragen, Gesundheitswesen, Kriminalität oder Handel recherchieren, berichten, kommentieren und decken auf. Anwalt der Bürger sein, wenn der Sperrmüll nicht abgeholt wird, Fahrkartenautomaten streiken, Kosten öffentlicher Projekte

Konstantin Schwarz (ks), 42. Beackert das Feld der Kommunalpolitik. Geschätzt – von manchen gefürchtet – als hartnäckiger Rechercheur

Jürgen Bock (jbo), 32. Ist Experte für Einzelhandelsfragen und begleitet die Stuttgarter Feste

aus dem Ruder laufen: Das ist lokaljournalistische Pflicht. Die Leser gekonnt zu unterhalten – das ist die Kür. Die bietet unser Lokalteil mit den Kolumnen von KNITZ und Joe Bauer, der Seite „Stuttgart Flair“ und den Karikaturen von Wolfgang Horsch auf höchstem Niveau. Täglich bis zu sieben Lokalseiten plus Serviceteil „Termine, Treffs, Telefone“ – dahinter steckt ein Team mit Freude an der Arbeit. Und Liebe zu Stuttgart. Jörg Hamann

George Stavrakis (gs), 44. Gerichtsreporter und echter Stuttgarter mit kretisch-schwäbischen Wurzeln – wie der Name vermuten lässt

Josef Schunder (jos), 49. Stv. Ressortleiter, zuständig für Kommunalpolitik. Pflegt die hintergründige Darstellung

Wolf-Dieter Obst (wdo), 43. Polizeireporter mit ausgeprägtem Spürsinn und einem riesigen Archiv

Joe Bauer (joe), 52. Seine Kolumnen sind stets lesenswert – auch oder gerade, weil sie nicht immer jeden freuen

Marie-Luise Joepgen (joep), 26. Volontärin: Ihre Begeisterung für Themen ist ansteckend

Bruno Bienzle (bb), 63. Lokalchef seit 25 Jahren, davor Sportchef. Viele Redakteure der Stuttgarter Nachrichten haben seine Schule durchlaufen. Ob jemand Stuttgart besser kennt? Kaum Tom Hörner (hör), 45. Nicht, dass er zu seiner Arbeit nicht stünde: Aber der Stuttgarter unterzeichnet seine Texte selten mit seinem Namen

Uwe Bogen (ubo), 47. 333, Stuttgart Flair, Stadtgespräche – „ubo“ kennt die Promi-Szene wie kein Zweiter

Claudia Bauer (clb), 41. Seit 16 Jahren Sekretärin im Ressort und ständige Ansprechpartnerin am Leser-Telefon

Susanne Berridge (smb), 31. „Termine, Treffs, Telefone“ – Service ist das Metier der Sekretärin

Frank Rothfuß (fr), 39. Ist unser „Wasenhocker“ und zudem auf den Spielfeldern der Sportpolitik stets auf Ballhöhe

Dr. Eva Funke (fu), 50. Die Perspektive der kleinen Leute, das ist ihr journalistischer Ansatz


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

3. Oktober 1990 Leserin

8. Juli 1990 Nach 1954 und 1974

Rita Schweizer aus LeinfeldenEchterdingen (Foto: Piechowski) schreibt: „Am meisten berührt hat mich die Schlagzeile der Ausgabe vom 4. Oktober 1990: ,Deutschland ist wieder vereint‘. Daran haben doch die meisten nicht mehr geglaubt.“ Immerhin hat es 41 Jahre gedauert, bis die DDR der Bundesrepublik beitritt

wird Deutschland zum dritten Mal Fußball-Weltmeister. Das Team von Bundestrainer Franz Beckenbauer gewinnt das Endspiel in Rom gegen Titelverteidiger Argentinien mit 1:0 (Foto: dpa).

und Deutschland seine volle Souveränität erhält. Hunderttausende feiern das Ereignis vor dem Berliner Reichstag. Bereits seit August ist die Währungsunion in Kraft, Ostmark werden in D-Mark umgetauscht.

11. Februar 1990 Nach 27 Jahren Haft kommt Südafrikas Schwarzenführer Nelson Mandela (Foto: AP) frei. Es ist der Anfang vom Ende der Apartheid-Politik. Mandela wird 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt.

Der Leser, das bekannte Wesen: Befragung mit sehr guten Noten für die Redaktion befragen. Auch bei Zeitungen ist das übliche Praxis. Weniger üblich das Ergebnis unserer jüngsten Leserbefragung: höchste Zufriedenheit.

LESEZEIT

Basis: 2899 Befragte

werktags (Mehrfachnennungen) vor 7 Uhr 23,1 % zwischen 7 und 9 Uhr 49,8 % zwischen 9 und 12 Uhr 25,5 % zwischen 12 und 14 Uhr 9,6 % zwischen 14 und 17 Uhr 7,1 % nach 17 Uhr 24,5 %

LESEDAUER ohne Angaben

Basis: 2899 Befragte

0,5 %

weniger als 15 Minuten

1,2 %

Die Konkurrenz unter den Medien wird immer größer

16,6 % 30,4 % 51,3 %

zwischen 15 und 30 Minuten

mehr als 60 Minuten zwischen 30 und 60 Minuten

Was gibt es Schöneres, als in der Frühe Zeitung zu lesen? Fast drei Viertel der StN-Abonnenten tun das täglich (Grafik oben). Und sie nehmen sich dafür viel Zeit – 51,3 Prozent lesen zwischen 30 und 60 Minuten (Grafik unten).

Z E I T U N G S I N H A LT E Lesehäufigkeit Lokales Stuttgart

Weitere Infografiken der Leserbefragung unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/jubilaeum

Landesnachrichten

66,0 %

91,9 %

Region Stuttgart

67,0 %

90,4 %

Zeitgeschehen

Uhl Schöner Leben

Zollinger-Halle

78,4 %

41,2 %

Politik Ausland

39,4 %

Wirtschaft

40,7 %

Kommentare

76,8 % 75,0 % 71,2 %

34,0 %

Panorama

70,8 %

38,9 % 51,4 %

Sport

70,2 %

35,4 %

Unsere Leser und wir

67,7 %

37,6 %

Wetterbericht/-karte

58,7 %

20,0 %

Hintergrund

56,9 %

23,5 %

Fernsehseite/TV-Programm

47,4 %

18,7 %

Kultur/Kulturmagazin

71636 Ludwigsburg

E X T R A S E I T E N Lesehäufigkeit

Basis: 2899 Befragte

72,9 %

36,5 %

Medizin aktuell Verbraucherseite

71,1 %

31,9 %

Recht & Rat

27,7 %

69,5 %

21,4 %

Freizeit-Tipps für Trips

19,5 %

Wochenendbeilage Querschnitt

20,5 %

Fit & Schön

20,5 %

61,5 % 55,3 % 48,2 % 42,9 %

10,3 %

Mode Multimedia

8,9 %

Neu in den Kinos

8,8 %

30,9 % 30,4 % 26,9 %

Junge Nachrichten

6,3 %

24,5 %

Das politische Buch*

6,1 %

24,0 %

Zeitung in der Schule

5,0 %

regelmäßig

18,4 %

regelmäßig/ oft (kumuliert)

* Seit Juli 2006: „Neue Bücher“

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Zur A81

Schwieberdinger Straße

regelmäßig/ oft (kumuliert)

46,8 %

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regelmäßig

47,3 %

Veranstaltungskalender 16,7 %

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60 Jahre Schöner Lesen. Gratulation! Von 20 Jahren Schöner Leben.

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94,7 %

74,7 %

Thema der Woche

Radio, Fernsehen, Internet und Zeitung: Die Konkurrenz unter den Medien wird immer größer. Umso erfreulicher die Angaben unserer Abonnenten zur Lesezeit. Zwischen 7 und 9 Uhr – zum Start in den Tag, am Frühstückstisch oder bereits auf dem Weg zur Arbeit – lesen die meisten (49,8 Prozent) ihre Zeitung. Das war zu erwarten. Unerwartet hoch ist aber die Zahl der Leser, die abends noch einmal zu den StN greifen. 24,5 Prozent gaben an, nach 17 Uhr den einen oder anderen Artikel zu lesen – und das zur besten Fernsehzeit. Gute Noten gab es zum Erscheinungsbild der StN: 40,7 Prozent beurteilen die Optik mit „sehr gut“ und 56,4 Prozent mit „gut“. Ein Ansporn für die Redaktion, auch die restlichen 2,9 Prozent der weniger Begeisterten noch zu überzeugen. Tanja Kurz

Basis: 2899 Befragte

Karl-Hüller-Straße

Produkte ankommen, lassen sie die Kunden

A

uf der Seite „Unsere Leser und wir“ haben Erstere das Sagen: Kaum eine Zeitung nimmt die Meinung ihrer Kunden so wichtig wie die Stuttgarter Nachrichten, kaum eine Zeitung räumt Leserbriefen so viel Platz ein – ob zur schwarz-roten Koalition in Berlin oder zum Projekt Stuttgart 21. Wie aber ist es um die Meinung der Kundschaft zum Produkt selbst bestellt? Wie nutzen die Leser ihre StN? Welche Themen interessieren sie besonders? Wie zufrieden sind sie mit der Zeitung? Das alles wollte die Redaktion wieder einmal ganz genau wissen. Knapp 3000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Abonnenten haben Ende 2005 unsere Arbeit in einem ausführlichen Fragebogen bewertet. Das repräsentative Ergebnis könnte dazu verführen, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Aber keine Sorge, es gibt nichts, was nicht noch besser gemacht werden könnte. Doch das dicke Lob der Leser hat bei uns schon Freude ausgelöst. Allen voran in der Lokalredaktion: Platz eins bei der Lesehäufigkeit – 94,7 Prozent Zustimmung machen die Stuttgart-Seiten zum Spitzenreiter im Ressort-Vergleich. Nur knapp geschlagen liegen die Landesnachrichten auf Platz zwei. 94,4 Prozent der Befragten sagen: Diese Inhalte lese ich regelmäßig und oft. Auf Platz vier finden sich die Seiten Region Stuttgart. Das heißt: Die Leserinnen und Leser interessieren sich besonders für ihr unmittelbares Umfeld. Ohne dass sie freilich den Blick für das große Ganze aus dem Auge verlören: Politische Berichte aus Deutschland verfolgen 91,9 Prozent der Leser regelmäßig und oft. Auch die Seiten Zeitgeschehen (78,4 Prozent), die Auslandsberichterstattung (76,8 Prozent) und die Wirtschaft-Seiten (75 Prozent) finden viel Zustimmung. Angesichts des großen Interesses ist auch die Lesedauer groß. Wie lange beschäftigen Sie sich mit Ihrer Zeitung? Zwischen 30 und 60 Minuten täglich, gaben 51,3 Prozent der Befragten zu Protokoll – angesichts des knappen Zeitbudgets ein sehr guter Wert. 15 bis 30 Minuten täglich beschäftigen sich 30,4 Prozent der Abonnenten mit den StN. Und je länger Leser die StN beziehen, desto intensiver nutzen sie ihre Tageszeitung.

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Die Zeitung von gestern – das ist Geschichte. An Jubeltagen erinnert man sich gerne zurück: 60 Jahre Stuttgarter Nachrichten – das sind mehr als 18 000 Ausgaben mit über einer Million Artikel. Von der Entstehung der Stuttgarter Nachrichten und von Verdiensten der Redaktion handeln die folgenden Seiten.

Mit den Nachrichten durch 60 Jahre

Wenig Papier, großer Informationshunger Von Bruno Bienzle Am Anfang war der Hunger. Der nach Essbarem sowieso. Aber auch das Verlangen nach Information. So war die erste Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten ein Signal der Hoffnung.

D

er Hunger nach Information, der uns heute verwundert, hatte handfeste Gründe. Nach zwölf Jahren Propaganda, Hetze und verlogenen Durchhalteparolen suchten die Menschen nach verlässlichen Nachrichten. In dieser Zeit des Umbruchs wurde manche Mitteilung zur Lebens-, ja zur Überlebenshilfe. Gleich in der ersten Ausgabe druckte die neue Zeitung die Lebensmittelrationen ab, die den verschiedenen Personengruppen zustanden, fanden neben Nachrichten aus Deutschland und der Welt Hinweise auf Verordnungen der Militärregierung, von der Ausgangssperre bis zu den Ausgabezeiten von Brennmaterial, ihren Niederschlag. Fünf Leser sollten sich nach Maßgabe der Besatzungsmacht ein Exemplar teilen. Wer die wegen des knappen Papiers zunächst nur dreimal pro Woche mit vier eng bedruckten Seiten erscheinenden Stuttgarter Nachrichten im Abonnement beziehen wollte, musste den Nachweis vorlegen, dass er ein entsprechendes Kontingent Altpapier bei der Sammelstelle abgegeben hatte. 20 Pfennig kostete eine Ausgabe, die keine Anzeigen enthalten durfte. So war es, wie alles, von den Militärbehörden verfügt worden. Anders als die Stuttgarter Zeitung, die bereits im Juli 1945 lizenziert worden war und auf weit gehend intakte Anlagen in dem wie durch ein Wunder im Bombenhagel kaum beschädigten Tagblattturm zurückgreifen konnte, musste sich das neue Blatt

Am 12. November 1946 erschien die erste Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Oberst Dawson (2. v. li.), der amerikanische Gouverneur, hatte zuvor Erwin Schoettle, Henry Bernhard und Otto Färber (von links) zu Lizenzträgern ernannt. Foto: Zenz Engel

seine Strukturen erst erschaffen. Mietweise kamen Redaktion und Setzerei in der Reinsburgstraße unter. Gedruckt wurde in der Friedrichstraße. Zwar hatte die US-Militärregierung früh ihr Interesse bekundet, in allen größeren Städten durch konkurrierende Presseorgane publizistische Vielfalt zu schaffen, doch die Umsetzung gestaltete sich zäh. Was weniger von technischen Problemen herrührte. Als hohe Hürde erwies sich bis zur Aufhebung des Lizenzzwangs 1949 die Auswahl der Lizenzträger. Die Suche nach unbelasteten Personen oblag den Presseoffizieren der alliierten Informationskontrollbehörde. Die Kandidaten hatten umfangreiche Fragebögen auszufüllen, denen Verhören gleichende Befragungen folgten. Immer wieder hatte sich etwa Henry Bernhard, der mit Josef Eberle und Karl Ackermann als Herausgeber der Stuttgarter Zeitung ins Auge gefasst war, fragen lassen müssen, warum ihn die Nazis weder umgebracht noch ins KZ geworfen hatten und wie er als einstiger Mitarbeiter von Gustav Stresemann, dem Außenminister der Weimarer Republik, in der Presseabteilung von Daimler-Benz hatte unbehelligt Unterschlupf finden können. Gesucht wurden Repräsentanten der maßgeblichen demokratischen Gruppierungen ohne jeden braunen Fleck. Dass sie sich nach Herkunft und politischer Prägung unterschieden, war gewollt und sollte die Ausgewogenheit der Blätter gewährleisten. Zugleich erwuchsen daraus enorme Probleme in der Zusammenarbeit. So hielt die Gründer-Troika der Stuttgarter Zeitung nur wenig mehr als ein Jahr. Henry Bernhard, im ersten Landtag von WürttembergBaden – wie die nördliche Besatzungszone zunächst hieß – Abgeordneter der FDP/ DVP, zog es vor, bei den Stuttgarter Nachrichten noch einmal von vorne anzufangen. Karl Ackermann, Mitglied der damals noch hoffähigen KPD, suchte (und fand) sein Glück als Verleger in Mannheim. Zu Mitstreitern des Liberalen Bernhard bei den Stuttgarter Nachrichten wurden ein Konservativer und ein Sozialdemokrat auserkoren. War der gebürtige Dresdner Bernhard (1896–1960) nach kaufmännischer Tätigkeit schon in jungen Jahren Privatsekretär Stresemanns geworden und fortan politisch tätig, so verfügten seine Mitstreiter über Redaktionserfahrung. Der in Urach geborene Otto Färber (1892–1993), der sich als Sohn eines evangelischen Pfarrers früh dem katholischen Glauben zugewandt hatte, war nach dem Studium der Theologie und der Geschichte Redakteur bei einer dem katholischen Zentrum nahe stehenden Zeitung, danach Chefredakteur der Zentrum-Korrespondenz. Der aus Leonberg stammende Erwin Schoettle (1899–1976), gelernter Schriftsetzer, war Redakteur der sozialdemokratischen „Schwäbischen Tagwacht“, ehe er zum Parteisekretär an der Seite Kurt Schumachers aufstieg.

Färber wie Schoettle waren 1933 mit Schreibverbot belegt worden. Färber fand zunächst Exil in Österreich, landete aber später im KZ Dachau. Schoettle rettete sich in die Schweiz, später nach Großbritannien. Angesichts solcher Lebensläufe stand ihrer Ernennung zu Lizenzträgern nichts im Weg. Als ungleich schwieriger sollte sich die Suche nach einem verlegerischen Konsens zwischen drei so gegensätzlichen Typen gestalten. Schoettle, Landesvorsitzender der SPD und Mitglied des Bundestags von 1949 bis 1972, wandte sich bald ganz der Politik zu und beanspruchte keine publizistische Rolle. Da ihm Bernhard als Liberaler eher die Gewähr für Meinungsvielfalt bot als der streng konservative Färber, stimmte er

Über drei Stationen ins Pressehaus nach Möhringen Bernhards Ernennung zum Chefredakteur zu – eine Rolle, die dieser zum Leidwesen Färbers bis zu seinem frühen Tod neben der des Herausgebers und Verlegers beibehielt. Die Gegensätze in weltanschaulichen Fragen verstellten indes nicht den Blick für die Erfordernisse zur Weiterentwicklung des Verlages. Ein erster Schritt war 1951 der Umzug aus den beengten Verhältnissen in der Reinsburgstraße an den Schlossplatz, wo sich im neuen Speiser-Bau neben der Ruine des Kronprinzenpalais passende

Räume für Redaktion und Setzerei fanden. 1956 ging an der Birkenwaldstraße eine neue Rotation auf eigenem Grund in Betrieb, ehe 1963 Redaktion und Verlag den angrenzenden Neubau an der Räpplenstraße bezogen. Knapp 17 Jahre nach der Gründung manifestierte sich so das Selbstverständnis der Stuttgarter Nachrichten als eigenständiger publizistischer Faktor. Daran änderte auch der Umzug 1976 in das von Eugen Kurz, dem Begründer des „Stuttgarter Modells“, konzipierte neue Pressehaus nach Möhringen nichts, wo seitdem beide Stuttgarter Blätter residieren und sich modernster, fortwährend erneuerter logistischer Voraussetzungen bedienen können. Den Nutzen haben die Leser und Kunden der Stuttgarter Nachrichten, die alles daransetzen, ihren Ruf als eine der führenden Regionalzeitungen auszubauen. Hungern muss 60 Jahre nach der Gründung der Stuttgarter Nachrichten hier zu Lande niemand mehr. Schon gar nicht nach Informationen. Umso mehr kommt es im Wettbewerb der Medien auf Qualität und Solidität an. Dieser Herausforderung stellen sich Redaktion und Verlag der Stuttgarter Nachrichten, weil die dort Tätigen an die Zukunft des sich immer wieder verjüngenden Mediums Tageszeitung auch in informationsgesättigten Zeiten glauben. Mehr zur StN-Geschichte im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/jubilaeum

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Kaum erschienen, fanden die Stuttgarter Nachrichten reißenden Absatz. Straßenverkäufer (mit StN-Schirmmütze) besorgten den Zeitungsvertrieb. Foto: Engel

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Januar 1991 Leserin Christa

21. Dezember 1991 Elf

Förstner (Foto: Kraufmann) aus Stuttgart erinnert sich: „1991 hat unsere Tochter Abitur gemacht. Am Tag der DeutschPrüfung begann der Golfkrieg, und die Ölfelder brannten. Unsere Tochter ging schweren Herzens zur Schule, die jungen Leute haben dort Kerzen ins Fenster gestellt.“ Mit Boden-

truppen und Bomben zwingen die USA den irakischen Diktator Saddam Hussein zum Rückzug aus Kuwait. Seine Armee wird vernichtend geschlagen, er selbst bleibt jedoch in Bagdad weiterhin im Sattel.

Sascha Schmierer (sas), 35. Rückt die Stadt Ludwigsburg ins rechte Licht. Der begeisterte und respektlose Schreiber liebt es, Typen und Themen zu glossieren

Annette Mohl (mo), 47. Schreibt über alles, was die Stadt Esslingen zu bieten hat. Ihre Spezialgebiete sind aber die Filder samt Flughafen und neuer Landesmesse

Ellen Pietsch (pi), 61. Die gelernte Dolmetscherin für Französisch und Englisch passt als Sekretärin auf, dass der „Laden“ läuft, und sorgt für gute Laune

Günther Jungnickl (nik), 63. Ressortleiter mit dem ewigen Anspruch, auch schwer verdauliche Regionalpolitik den Lesern zu vermitteln. Liebt Land, Leute und Lemberger

Gerhard Schertler (ert), 56. Den Kreis Esslingen kennt er wie seine Hosentasche, obwohl er in Waiblingen daheim und im Allgäu am liebsten ist

Ulrich Hanselmann (uha), 50. Kennt den Kreis Böblingen aus dem Effeff, verfügt über beste Kontakte und kennt alle kommunalpolitischen Tricks

Gabriele Kiunke (gk), 37. Ihr wird es auch an Wochenenden nie langweilig. Auf der Freizeitseite präsentiert sie die schönsten Ausflugsziele in Baden-Württemberg

der 15 Sowjetrepubliken schließen sich zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zusammen, die alte UdSSR löst sich auf. Neuer starker Mann in Moskau (Foto: AP) wird der Reformer Boris Jelzin.

22. Januar 1991 Erwin Teufel (re., StN-Foto) löst Lothar Späth als Ministerpräsident ab, nachdem dieser im Zug der „Traumschiff-Affäre“ zurückgetreten ist. Späth hat zahlreiche Dienst- und Privatreisen auf Kosten von Firmen gemacht.

GESICHTER DER StN

Region R

und um Stuttgart bewegt sich viel. Die fünf Landkreise der Region profitieren von der dynamischen Landeshauptstadt, sind aber Partner und Konkurrenz gleichermaßen. 178 Städte und Gemeinden zwischen Schönbuch und Welzheimer Wald, Albtrauf und Stromberg präsentieren sich selbstbewusst und innovativ – eine spannende Aufgabe für die 13 Mitarbeiter in der Zentralredaktion in Stuttgart und in den vier Außenredaktionen Esslingen, Fellbach, Marbach und Sindelfingen. Denn sie müssen nicht nur aktuell immer auf Ballhöhe sein, sondern Kommunalpolitik aus dem

Dirk Herrmann (her), 43. Der kunstsinnige Germanist kümmert sich mit Hingabe um den Rems-Murr-Kreis

Alexander Ikrat (aik), 36. Er ist das Kompetenzzentrum für Sonderthemen, hilft auch in verwaisten Außenredaktionen aus und sucht als Germanist mit Hingabe nach sprachlichen Schnitzern

Kerstin Ruchay (ker), 38. Der Germanistin ist keine Gemeinde im Kreis Ludwigsburg zu abgelegen, als dass dort nicht eine gute Geschichte zu entdecken wäre

Werner Weiss (ww), 51. Stellvertretender Ressortleiter, ruhender Pol und sachkundiger Ratgeber in allen Technik-Fragen

Effeff beherrschen, die Strukturprobleme des Ballungsraums (Verkehr, Ökonomie und Ökologie) immer im Auge haben sowie Land und Leute mögen, um engagiert darüber berichten zu können. Kurz: Sie müssen einerseits die nötige Distanz haben, um den Überblick über die starken Nachbarkreise nicht zu verlieren, die im Falle Esslingen oder Ludwigsburg mehr als eine halbe Million Einwohner zählen. Und sie müssen andererseits nahe dran sein an den Menschen, um ihre Hoffnungen, Sorgen und Nöte verstehen zu können. Günther Jungnickl

Eva Dähne (dä), 41. Das Kreativzentrum. Als Blattmacherin gibt sie den regionalen Seiten ein Gesicht

Birgit Klein (bik), 41. Ist die Vielzweckwaffe der Region. Die Germanistin kennt sich als Reporterin in allen fünf Landkreisen bestens aus und hilft auch in den Außenredaktionen, wenn dort „Not an Frau“ ist


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Herbst 1992 Rechtsextremisten

5. April 1992 CDU und SPD erleiden mas-

zünden in Mölln ein Asylbewerberheim an, drei Menschen sterben (Foto: dpa). Es ist die Spitze einer Welle von Ausländerfeindlichkeit im Land. Derweil streiten die Parteien über eine Asylrechtsänderung.

sive Verluste bei der Landtagswahl, den rechtsextremen Republikanern gelingt der Sprung ins Parlament (Foto: dpa). Ministerpräsident Erwin Teufel muss eine Koalition mit der SPD eingehen. Deren Fraktionschef Dieter Spöri wird Wirtschaftsminister.

16. Mai 1992 Der VfB Stutt-

Frühjahr 1992 Der Balkan ver-

gart wird Deutscher Fußballmeister – zuletzt war ihm das 1984 gelungen. Im Spiel gegen Bayer Leverkusen sorgt Guido Buchwald (Foto: Baumann) für den Siegestreffer.

sinkt im Bürgerkrieg. Slowenien und Kroatien erklären sich für unabhängig, auch Bosnien-Herzegowina sagt sich von Serbien los. Hunderttausende sind auf der Flucht (Foto: AP).

Dem Fälscher auf der Spur – Wie die StN Konrad Kujau entlarvten Am 13. Mai 1983 enthüllten die Stuttgarter Nachrichten den spektakulärsten Medienskandal der Nachkriegszeit: Der Stuttgarter MilitariaHändler Konrad Kujau wurde als Fälscher der vom „Stern“ veröffentlichten „HitlerTagebücher“ entlarvt.

„Stern“-Reporter Gerd Heidemann präsentiert die „Hitler-Tagebücher“ Foto: AP

K

laus-Ulrich Moeller, in den achtziger Jahren Politikredakteur der StN, musste in den Wochen, als die vermeintlichen „Hitler-Tagebücher“ zur historischen Sensation erklärt wurden, immer öfter eine Gegend aufsuchen, die ihm überhaupt nicht behagte: Die Spur zu den Fälschern und Händlern der braunen Kladden führte ins Rotlichtmilieu der Stuttgarter Altstadt. Taxifahrer erzählten damals merkwürdige Geschichten über einen Mann, der sich vorzugsweise vor der Sissi-Bar im Leonhardsviertel absetzen ließ und nie mit Trinkgeld geizte. An der Theke bestellte er stets vom Feinsten. Der untersetzte Mann mit Schnauzer und sächsischem Dialekt war als „Champagner-Conny“ ein Begriff. In Wirklichkeit hieß er Konrad Kujau und hatte seinen Milieu-Ruf als windiger Militaria-Händler und so

genannter Kunstmaler erworben. Kujau narrte wochenlang eines der angesehensten Magazine der Republik, den Hamburger „Stern“. Die Illustrierten-Macher gingen dabei ihrem vom Nazi-Wahn umnebelten Reporter namens Gerd Heidemann, genannt „der Spürhund“, auf den Leim. Heidemann und Kujau zockten der Zeitschrift etwa neun Millionen Mark ab – Lohn für den großen Bluff. Die StN zählten zu den ersten Blättern, die nicht glauben wollten, dass die Geschichte des Dritten Reiches neu geschrieben werden müsse – wie die „Stern“-Chefs mit DollarZeichen in den Augen prophezeiten. StN-Reporter Moeller recherchierte hartnäckig, bis er den Urheber der dilettantisch gefälschten Schriften gefunden hatte. Am 13. Mai 1983 entlarvte unsere Zeitung exklusiv den Täter mit der Überschrift: „Kujau hat die ,Hitler-Tagebücher‘ verfasst“. Für seine Enthüllungen wurde Moeller später mit dem renommierten Theodor-WolffPreis ausgezeichnet. Kujau und Heidemann wanderten in den Knast. Wieder auf freiem Fuß, blieben sie bis zu Kujaus Tod im September 2000 Feinde und beharrten auf unterschiedlichen Versionen ihres Coups. Zurück blieb bis heute ein Rätsel: Wer hat die Millionen, die der „Stern“ kofferweise nach Stuttgart kutschieren ließ? Kujau galt bis zu seinem Tod als wohlhabender Mann. Unter anderem leistete er sich den Spaß, als Kandidat in den Stuttgarter OB-Wahlkampf zu ziehen. Schon in weiser Voraussicht auf den Rummel zum „Zehnjährigen“ der Fälscher-Story brachte der Regisseur Helmut Dietl 1992 seinen Spielfilm „Schtonk“ in die Kinos. Die Republik lachte über die Komödie um die Hitler-Kladden, die Konrad Kujau alias Uwe Ochsenknecht nächtens in der Provinz

mit Hilfe seiner beiden Lebensabschnittspartnerinnen zusammenbastelte: Papier aus der DDR – so lange heiß gebügelt, bis es braun genug erschien – und eine Vorhangschnur reichten aus, um den Spürhund Heidemann übers Ohr zu hauen. Dass die StN ihn als Hitlers Buch-Händler entlarvt hatten, nahm uns Kujau zehn Jahre später nicht mehr übel. So sahen wir gemeinsam „Schtonk“ im Kino, Kujau in bester Laune: „Mozart musste 200 Jahre warten, bis sein Leben verfilmt wurde. Bei mir ging es schneller.“ Der Fälscher fand sich in dem Film authentisch dargestellt und freute sich, seinen einstigen Partner als

Psychopathen zu sehen: „Der hat einen an der Waffel.“ Kujau, der dem Schmierenreporter auch mal verbrannten Abfall löffelweise als Hitlers und Eva Brauns Asche für zigtausende Mark verhökerte, behielt sein Talent, in den Klatschspalten aufzutauchen. In Stuttgart kam es in den 90er Jahren zum Eklat, als ihm Manfred Rommel stadteigene Galerieräume für eine Ausstellung gefälschter Bilder zur Verfügung stellte. Kujaus Kopien gelten bei Experten höchstens als zweite Wahl. Mehr handwerkliches Ansehen genoss er am Ende bei Gericht: Dort wurde er öfter mal als Spezialist für gefälschte Schriften bestellt. Joe Bauer

Der Stuttgarter MilitariaHändler Konrad Kujau hatte die „HitlerTagebücher“ verfasst. Foto: AP

Kulturkampf ums Bärenschlössle

H

istorische Bauten haben es bei uns schwer. Es gibt Zeiten, und vermutlich leben wir immer in solchen Zeiten, da sähen die Entscheidungsträger es gern, dass das meist schönere Alte dem meist weniger schönen Neuen weicht. Oder sie planen, weil es für alle Beteiligten einfacher ist, einem historischen Bau ein neues Dach überzustülpen. „Verschandelung“, riefen prompt die heimatbewussten, von städtischer Verschönerung beseelten Traditionalisten, als der baden-württembergische, an baugeschichtlicher Substanz wohl weniger interessierte Finanzminister Hermann Müller im Frühjahr 1961 an seinem Schreibtisch beschloss, das Stuttgarter Bärenschlössle oder vielmehr das Fundament, das nach einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg von dem

1817 erbauten Jagdschloss übrig geblieben war, mit einem säulengestützten Flach- und Faltdach „modernistisch“ zu überdeckeln. Das Zudeckeln erwies sich ja dann als zukunftweisendes stadtplanerisches Gestaltungselement. Stuttgart ist seit der Weißenhofsiedlung im Bauhausstil bekannt als die Stadt des Flachdachs, und viele Stuttgarter sind darauf stolz. Doch nun tobte ein Kulturkampf, von einer „architektonischen Missgeburt“ war in den Leserbriefspalten der Stuttgarter Nachrichten zu lesen; ein anarchistisches „Trio vom Bärenschlössle“ kündigte sogar einen Anschlag an, falls das flache Dach Wirklichkeit werde: „Der verhunzte Bau fliegt in die Luft, das schwören wir heute an dieser Stelle im Wildpark. Geschrieben an einer tausendjährigen Eiche.“

Klug hatte der damalige KNITZ der StN die Debatte über das Bärenschlössle entfacht und moderiert. Niemals, so die einhellige Meinung, dürfe dieses Kleinod derart misshandelt werden. Und da dem Streit an sich kreatives Potenzial innewohnt, wurden zugleich Wünsche nach einer Gaststube nebst Toiletten laut. Im September 1961 zog der Finanzminister einen neuen Entwurf zum Wiederaufbau hervor. „Eine konservative Lösung, die sich sehr nah an die Form des alten Jagdschlösschens anlehnt“, merkte KNITZ zufrieden an. Herrn Müllers Schreibtisch stand im Stuttgarter Neuen Schloss. Ein schöner Arbeitsplatz. Ohne das Engagement der Stuttgarter Nachrichten und ihrer Leser jedoch hätte es kein Schloss gegeben. Aber das ist eine andere Geschichte. Jürgen Holwein

Bärenschlössle

Foto: Uli Kraufmann

Unser Lebenstraum ist erfüllt! Die Ära des Teppichhauses Ateschrang geht nach 46 Jahren zu Ende. Lieber Parviz, jetzt bist du 75 Jahre alt und unser Teppichgeschäft besteht seit 46 Jahren. Tausende zufriedener Kunden in Stadt und Land haben uns all die Jahre die Treue gehalten. Leider zwingt dich jetzt eine akute Krankheit zur Aufgabe. Unwiderruflich wird es in Kürze unser beliebtes OrientTeppichhaus nicht mehr geben. Das ist einerseits sehr traurig – andererseits freue ich mich auf einen unbeschwerten Mersa Ateschrang: Lebensabend gemeinsam mit dir.

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

20. Januar 1993 Bill Clin-

10. November 2006

Sommer 1993 Leser Harald Hack-

6. Mai 1994 Der Eisenbahn-

barth (Foto: Kraufmann) aus Aichwald erinnert sich an den Sommer 1993, als Stuttgart nicht nur Gastgeber der Internationalen Gartenbauausstellung, sondern auch der Leichtathletik-WM ist: „Das ist die Geburtsstunde der La-Ola-Welle im GottliebDaimler-Stadion.“ Besonderen Eindruck hinterlässt bei ihm das südländische Flair auf der Königstraße.

tunnel unter dem Ärmelkanal verbindet das Festland mit der britischen Insel. Queen Elizabeth und Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand eröffnen das 50,5 Kilometer lange Jahrhundertbauwerk, das rund 15 Milliarden Euro gekostet hat. Der Betrieb des Tunnels ist hoch defizitär.

ton tritt sein Amt als neuer USPräsident an. Der Demokrat hat eine breite Mehrheit in beiden Häusern, gerät später aber innenpolitisch unter Druck, als seine sexuellen Beziehungen zu einer ehemaligen Praktikantin bekannt werden. Clinton (Foto: AP) muss sich vor Gericht verantworten, seine Popularität sinkt.

GESICHTER DER StN

Als die vergessenen Saurier eine neue Heimat fanden

Grafik L

ogos, Tabellen, Infografiken, Piktogramme und Vignetten, Typo- und Kartografie, Fotomontagen, Retuschen, Illustrationen, Seitenentwürfe, Beilagengestaltung: Die tägliche Arbeit der Grafiker umfasst alle Bereiche des visuellen Auftritts. Sie leisten die Beiträge, die über die Standardgestaltung der Tagesausgabe sowie über das Angebot der Presseagenturen hinausgehen. Zu den weiteren Anforderungen für das Blatt zählt die laufende Weiterentwicklung des Erscheinungsbilds. Die Ausstattung für Publikumsveranstaltungen sowie die Erstellung und Aufbereitung von Informationsmaterial für den internen Gebrauch und für die Werbung runden das Aufgabengebiet ab. Unterstützt wird das Grafikteam seit bald zehn Jahren von der freien Diplom-Designerin Anette C. Weber (37, Schwerpunkt: Extraund Sonderseiten). Yann Lange

Es gab Zeiten, da interessierte sich niemand für Saurier. Ein Vierteljahrhundert schlummerten wertvolle Fundstücke aus dem Land unter katastrophalen Umständen im Dunkel. Dann holten sie ein engagierter Wissenschaftler und die Stuttgarter Nachrichten wieder ans Licht.

J

ahrmillionen nach ihrem Aussterben machen die Dinos unaufhaltsam wieder Karriere. Vom 21. März 2007 an dreht sich bei der Großen Landesausstellung „Saurier – Erfolgsmodelle der Evolution“ im Staatlichen Naturkundemuseum am Löwentor alles um den schwäbischen Lindwurm Plateosaurus und seine heimischen Verwandten. Dabei standen die Saurier in Stuttgart und Umgebung lange Jahrzehnte nicht im Rampenlicht. Eigentlich gingen für die Dinos am 13. September 1944 die Lichter aus. Bei einem Bombenangriff wurde das Museumsgebäude an der Ecke Neckar-/Archivstraße zerstört. Die wertvollen Bestände der vormaligen Württembergischen Naturaliensammlung, darunter einmalige Saurierfunde, waren zwar rechtzeitig ausgelagert worden. Doch um die geretteten Fossilien begann damit eine Geduldsprobe. „Eine Sammlung zerfällt zu Staub.“ Mit dieser Überschrift in den Stuttgarter Nachrichten wurde am 22. Juli 1970 die Öffentlichkeit über den jämmerlichen Zustand der Sammlung unterrichtet. Seit Kriegsende lagerten die Stücke, darunter auch eine empfindliche Insekten-Kollektion, in Holzkisten im ungeheizten ehemaligen Pferdestall der Wilhelmskaserne in Ludwigsburg. Längst war unterm undichten Dach so manches Stück unwiederbringlich verrottet oder durch Diebstahl verschwunden. Den Schädel eines riesenhaften Elch-

Jurassic Park am Löwentor: Rückkehr der Dinos skeletts hatten Steine einer teilweise herabgestürzten Decke zertrümmert. Einen „Friedhof der Raritäten und Schuttplatz unersetzlicher Funde“ fand Professor Bernhard Ziegler vor, als er 1969 als Chef des Staatlichen Museums für Naturkunde nach Stuttgart berufen wurde. Nach einer Bestandsaufnahme schlug Ziegler gemeinsam mit den Stuttgarter Nachrichten Alarm. „Wir müssen der Öffentlichkeit zeigen, was das Land besitzt und wie unverantwortlich es damit umgeht“, sagte der damalige Lokalchef Hans-Joachim Schlüter, der Triebfeder der Aktion war und dem der Erfolg zu verdanken ist. Damit beginnt ein langer Kampf um einen Neubau für die naturkundliche Sammlung. Unter dem Motto „Die Saurier

Yann Lange, 42. Ob Pixel oder Vektor: Besondere Stärken des grafischen Alleskönners sind kreative Bildgestaltung und Illustration

Foto: Kraufmann

kommen wieder“ stellen Banken und Kaufhäuser Teile des Sammlung aus, darunter auch beschädigte Stücke. Mit dem Ideenwettbewerb für ein neues Naturkundemuseum beim Löwentor steht man 1974 kurz vor dem Durchbruch, zwei Jahre später aber landet das Bauvorhaben auf der Liste der 57 vordringlichsten Hochbauten des Landes auf dem vorletzten Platz. Die Stuttgarter Nachrichten mahnen mit ihrer Berichterstattung unter dem anklagenden Motto „Im Schneckentempo zum neuen Naturkundemuseum“ immer wieder Entscheidungen an. Mit Erfolg. 1981 wird der erste Spatenstich im Rosensteinpark getätigt. Seit Ende 1985 haben die Saurier in Stuttgart wieder ein sicheres Dach über dem Kopf. Klaus Eichmüller

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Juni 1994 Im afrikanischen

Mai 1995 Der Vorstands-

Land Ruanda bekämpfen sich verfeindete Volksgruppen bis aufs Blut. Innerhalb weniger Wochen fallen eine halbe Million Menschen den Pogromen zum Opfer, die vor allem dem Volk der Hutus angelastet werden. Zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht (Foto: AP).

chef von Daimler-Benz, Edzard Reuter, übergibt das Steuer beim Stuttgarter Konzern an den bisherigen Dasa-Chef Jürgen E. Schrempp (Foto: dpa). Dieser verkauft mehrere Tochterfirmen und stellt das Autogeschäft ins Zentrum des Unternehmens.

16. November 1995

Der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine stürzt auf einem SPD-Parteitag den bisherigen Vorsitzenden Rudolf Scharping. Dieser war wegen seines Führungsstils in die Kritik geraten. Nun beginnt ein Tauziehen mit dem niedersächsischen Regierungschef Gerhard Schröder um die Kanzlerkandidatur.

Alt und neu: Stuttgarts Oper wird restauriert „Wir brauchen das Unverwechselbare“, forderte Baden-Württembergs Ministerpräsident Lothar Späth 1984. Gemeint war das historische Gesicht der Stuttgarter Oper, das man nach den Plänen ihres Erbauers Max Littmann gerade aufwändig wiederhergestellt hatte.

M

anchmal ist das Alte der neueste Schrei. Das gilt für manche Musiker, die mit historischen Stilmitteln und Instrumenten aus Musik lange vergangener Zeiten wieder Funken schlagen und die heute unser Empfinden von alter Musik verändert haben. Und es gilt manchmal auch bei der Restaurierung von Gebäuden. Ein Ort, an dem schöner alter Stuck unter dem Signum des Fortschritts mit Spanplatten verkleidet wurde und an dem später unter demselben Signum die Rückführung in den Originalzustand stattfand, ist die Stuttgarter Oper: Nach langer Vorplanung und einjähriger Schließung ist seit dem 1. November 1984 in der neuen alten Oper wieder zu sehen, was bei der Modernisierung unter Gips verschwunden war. Dabei ging es bei der Ausschreibung des Landes zur anstehenden Modernisierung der Oper 1981 zunächst nicht um eine Restauration nach alten Skizzen. Vielmehr sollten renommierte Architekten, wie schon in den 50er Jahren, das Haus dem Stil der neuen Zeit anpassen. Gegen dieses Ansinnen freilich erhob nicht nur das Landesdenkmalamt Einspruch, auch die Stuttgarter Nachrichten protestierten lautstark mit Hilfe ihrer Leseraktion „Rettet die Stuttgarter Oper!“. Hoch engagiert war dabei der Musikredakteur der Stuttgarter Nachrichten, Dieter Kölmel. Die Aktion fand unerwartet große Resonanz in der Bevölkerung. Sie wurde außerdem von wichtigen Repräsentanten aus Kultur, Politik und Wirtschaft unterstützt:

Über 4000 Opern- und Ballettbesucher sprachen sich gegen eine weitere Modernisierung und für die Wiederherstellung nach Littmanns erhaltenen Bauskizzen aus. Ebenjenes Ziel verfolgte auch der aus dem Opernchor heraus gegründete Förderverein, der allein bis Oktober 1984 dreieinhalb Millionen Mark zusammenbrachte. Das Land nahm die Signale nicht nur wahr, sondern ernst: 1982 beschloss die baden-württembergische Landesregierung, die Finanzierungslücke von 4,1 Millionen, die durch den Rückzug der Stadt Stuttgart entstanden war, noch zusätzlich zu schultern. Außerdem verabschiedete man sich endgültig von der Erneuerungslösung im so genannten zeitehrlichen Stil – zu Gunsten der Wiederherstellung eines Kulturdenkmals, das der Architekt Max Littmann selbst einmal als sein Hauptwerk bezeichnet hatte. Seinem hinter Gips und Spanplatten verborgenem Ausstattungsbestand, befand man, könne eine moderne Neugestaltung niemals gerecht werden. Es brauchte lange Gespräche, viele Ideen und noch mehr Kompromissbereitschaft auf allen Seiten, bis sich das raumkünstlerische Littmann-Konzept – grundsätzlich eine Verbindung von klassischem Amphitheater und barockem Rangtheater – mit den notwendigen technischen Neuerungen vereinbaren ließ. Doch seit der Wiedereröffnung mit Mozarts „Don Giovanni“ 1984 darf die Stuttgarter Oper als ein Haus gelten, in dem Innovatives (moderne Bühnentechnik, Belüftung und Heizung), Repräsentatives und Restauratives (in der bewusst höfischen Konstruktion wie in der historisierend-dekorativen Formensprache) gut miteinander auskommen. Wobei im Umgang des Hauses mit dem Musiktheater seit dem Amtsantritt Klaus Zeheleins vor gut 15 Jahren und wohl weiter auch mit dem neuen Opernintendanten Albrecht Puhlmann das Innovative am Ende noch immer den Sieg davontrug: Gemeinsam mit der Architektur sorgt es dafür, dass Unverwechselbarkeit tatsächlich zum Markenzeichen der Stuttgarter Oper geworden ist. Susanne Benda

Elegante Farben und Formen im Littmannschen Opernhaus

Foto: Hänssler

Schreiben für das Überleben eines Kleinods

B

Calwer Straße vor der Sanierung . . .

ürgerinitiativen waren damals noch selten. Der behördliche Denkmalschutz schickte sich gerade an, sich zu organisieren. Dennoch gelang es den Stuttgarter Nachrichten 1973 zusammen mit ihren Lesern, 14 historische Bauten in der Calwer Straße vor dem Abriss zu retten – wohl die ältesten Bürgerhäuser Stuttgarts links des Neckars. Durch den Bombenkrieg war schon ein Teil der Straße in Schutt und Asche gelegt worden und hatte im Umfeld gewaltige Lücken gerissen. Von der oberen Vorstadt, wo sich einst wohlhabende Bürger niederließen, war noch das gute Dutzend Bürgerhäuser übrig geblieben, zumeist aus dem 18. Jahr-

hundert. Doch der Zahn der Zeit und Vernachlässigung durch die Eigner hatten auch sie gezeichnet. Da strebte die Allgemeine Rentenanstalt 1973 eine völlig neue Bebauung an. Diese alten Häuser auch noch preisgeben? Niemals, erklärte die Redaktion. Und sie setzte sich für den Erhalt der alten Gemäuer ein, stellte vor, was bedroht war, und warb um Mithilfe. Die Initiative war erfolgreich. Nachdem beim Wiederaufbau so manches bauliche Erbstück geopfert worden war, besann sich Stuttgart hier auf eine einfühlsamere Stadtplanung. Der Versicherer ließ sich von den Architekten Kammerer + Belz Ideen liefern, die

Altes bewahrten und Stuttgart doch die neue Calwer Passage nebst Neubauten brachten. 1976 wurde die Calwer Straße als erstes Ensemble in Nordwürttemberg unter Denkmalschutz gestellt. Ihre Zukunft ist gesichert, die Verhältnisse dort geben den Rettern Recht. „Die Calwer Straße ist ein Kleinod und hebt sich wohltuend vom anderen Stuttgart ab“, sagt Makler Falko Streber, der Läden an der „klassischen Shoppingmeile mit kaufwilligem Publikum“ vermarktet. Das Werk gelang, weil die Vernunft siegte und die Zeit reif war für ein anderes Denken. Heute ist die Calwer Straße von gastronomischem Mobiliar zugestellt. Josef Schunder . . . und heute möbliert

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

24. März 1996 Bei der Landtags-

10. November 2006

18. November 1996

10. November 1996

wahl gewinnt die CDU Stimmen hinzu, Erwin Teufel (rechts, Foto: Hörner) kann zusammen mit der FDP eine Koalitionsregierung bilden. Die SPD hingegen fährt ihr schlechtestes Ergebnis nach dem Krieg ein, ihr Spitzenkandidat Dieter Spöri (links) zieht sich daraufhin aus der Politik zurück. Fraktions- und Parteichef Ulrich Maurer übernimmt in der SPD alle Zügel.

Die Deutsche Telekom geht an die Börse und löst damit einen Aktienboom in Deutschland aus. Spekulieren wird Volkssport. Dies kommt erst mit den Kurseinbrüchen an der Technologiebörse kurz nach der Jahrtausendwende zum Erliegen. Anleger machen hohe Verluste.

Wolfgang Schuster (rechts, Foto: Hörner) gewinnt die Stuttgarter OB-Wahl und folgt damit Manfred Rommel nach. Sein Grünen-Kontrahent Rezzo Schlauch, der als Zweitbester abschneidet, hat vergeblich auf den Rückzug des SPD-Kandidaten Rainer Brechtken gehofft.

Trommelwirbel für das Neue Schloss Von wegen auferstanden aus Ruinen: Auch ein Jahrzehnt nach den Bombennächten von 1944 lag das Neue Schloss ausgebrannt darnieder. Die Zeichen der Zeit standen auf Abriss – da artikulierten die Bürger mit Hilfe der Stuttgarter Nachrichten ihren Widerstand.

N

ormalerweise versteht sich eine Tageszeitung als Chronistin der Zeit. Dass sie selbst sich für eine Sache stark macht und Partei ergreift, sollte die Ausnahme sein. Eine solche Ausnahme war geboten, als nach dem Krieg in Stuttgart über Wiederaufbau oder Abriss des Neuen Schlosses gestritten wurde. Aus heutiger Sicht geradezu absurde Pläne wurden Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre ins Gespräch gebracht. Der Stadtplaner Eugen Mertz sann über einen Umbau als Kurhotel nach. Andere hätten gern die Hauptverwaltung eines US-Automobilkonzerns im Herzen

der schwäbischen Autostadt gesehen. Als sich Stuttgart 1949 als provisorische Bundeshauptstadt selbst ins Gespräch brachte, wurde gar an einen Bundestagsneubau gedacht. Dafür hätte der Mittelteil des Neuen Schlosses abgerissen werden müssen. Die heiße Phase der Debatte begann 1953, als ein Platz für den neuen Landtag des gerade erst gegründeten Bundeslandes Baden-Württemberg gesucht wurde. Egal wo dieser Bau auch stehen würde – ob an der Stelle des Neuen Schlosses, als Anbau zum Schloss oder im fernen Rosensteinpark: An die Entscheidung war unmittelbar das Schicksal des Neuen Schlosses geknüpft. Im März des Jahres 1954 verließen die beiden großen Stuttgarter Blätter endgültig ihren Beobachtungsposten. Sie publizierten einen „Aufruf an alle Freunde Stuttgarts: Rettet das Neue Schloss!“ und forderten die Bürger auf, „sich nach Kräften an einer Bürgerspende Neues Schloss zu beteiligen“. Die 90 000 Mark, die bei der Sammelaktion hereinkamen, waren, was die Höhe des Betrags angeht, nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Aber die Symbolkraft dieser Gabe war nicht zu unterschätzen.

Die Frage, um die sich die Diskussion über all die Jahre gedreht hatte: Ist die verbliebene Substanz gut genug, um den Wiederaufbau eines der kostbarsten Baudenkmäler der Barockzeit zu rechtfertigen? In dem Punkt brachte eine im April 1954 vom Schwäbischen Heimatbund initiierte Besichtigung Klarheit. Denkmal- und Kunstsachverständige aus verschiedenen Bundesländern schüttelten ob des drohenden Abrisses unisono die Köpfe. Der Zustand

der Mauern schreie geradezu nach einem Wiederaufbau. Ein Abriss wäre ein „grausamer Akt der Selbstverstümmelung“. 1957 wurde vom Landtag der Aufbauentschluss gefasst, am 6. November 1959 war Richtfest, im März 1964 hatte die Landeshauptstadt „ihr Herzstück wieder“. Wer sich davon überzeugen möchte, wie richtig die damals getroffene Entscheidung war, dem sei ein Blick über den Schlossplatz empfohlen. Tom Hörner

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

1. Januar 1997 Energiever-

Juli 1997 „Land unter in

27. Juli 1997Als erster

Brandenburg“: Die Oder tritt über ihre Ufer und lässt Dämme bersten. Zehntausende Helfer, darunter zahlreiche Bundeswehrsoldaten, schichten Sandsäcke auf und verhindern so das Schlimmste. Spenden in Millionenhöhe fließen.

Deutscher gewinnt der gebürtige Rostocker Jan Ullrich die Tour de France (Foto: AP). Mit mehr als neun Minuten Vorsprung kommt der 23-Jährige in Paris an. Alle Versuche Ullrichs, diesen Erfolg zu wiederholen, sind bisher jedoch gescheitert.

sorgung Schwaben und Badenwerk schließen sich zur Energie Baden-Württemberg (EnBW) zusammen. Das Land verkauft seine Aktienanteile an die Electricité de France. Der Verkaufserlös von 2,5 Milliarden Euro fließt in eine Stiftung, aus der Baden-Württemberg wissenschaftliche und soziale Projekte finanziert (Foto: StN).

Wie Dana Zatopek ihrem Mann, dem Wunderläufer, Beine machte Als Journalist kann man was erleben: Emil

E

in Helsinki am selben Tag wie der Wunderläufer olympisches Gold im Speerwerfen gewinnt, die er an jenem historischen Tag in Finnland auch geheiratet hat. Da sitzen sie nun und sind glücklich miteinander, erzählen vom Sport, von der unglückseligen Verbindung von Sport und Politik, zeigen Bilder von 1968, auf denen Emil in Soldatenuniform auf einem russischen Panzer steht und die Rote Armee in Prag mit bloßen Händen zur Umkehr bewegen will. Lange musste er dafür im Arbeitslager büßen. „Unsportlich“ nennt er es, wie hart die Kommunisten ihn straften. Unsportlich auch, wie nachfolgende Regime ihre Sportler dopten. Wie er sich denn fit gemacht habe, bevor er 1952 Olympiasieger über 5000 Meter, 10 000 Meter und über die Marathonstrecke wurde? Emil Zatopek beugt sich nah heran und böhmakelt leise, unvergesslich: „Wenn du wielst sneller laufen als alle andere, musst du essen Tzitronne.“ Dann malt er ein Autogramm – er als Strichmännchen, das vor seiner speerwerfenden Dana davonläuft: „Meine Frau hat mir die Beine gemacht.“ Claudia Lepping

Zatopek im Café oder Boris Becker auf dem Rücksitz. Redaktionsmitglieder haben in ihren Erinnerungen gekramt. Zwei Anekdoten sind hier nachzulesen, einige weitere stehen in unserem Jubiläums-Dossier im Internet.

T

reffpunkt Potsdam, im Café eines aufstrebenden Hotels nahe der 1993 noch recht tristen Fußgängerzone. Hier nimmt sich Emil Zatopek Zeit für ein Interview, hier will er für Berlin als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2000 werben. In der Hauptstadt randalieren indes Olympiagegner, die Nolympics – das will Emil Zatopek so gar nicht verstehen. Die Lokomotive aus Prag ist Sportler durch und durch, selbst mit 81 Jahren. Er hat seine Frau Dana mitgebracht, die am selben Tag wie er geboren ist, die bei den Spielen 1952

s heißt ja immer, eine Fußball-WM lebe von Überraschungen. So gesehen war das Turnier im Sommer mausetot. Doch wenigstens abseits des Rasens erlebte man noch Unerwartetes. Zum Beispiel vor dem Parkhaus des Frankfurter Stadions. Wir waren auf dem Weg zum Spiel der Niederlande gegen Argentinien. Und weil bei der WM das Thema Sicherheit ein großes ist, wurden wir vor der Einfahrt in die Tiefgarage angehalten. Unterbodenkontrolle, Kofferraumkontrolle, Ausweiskontrolle. Keine Bombe an Bord? Alles klar, weiter ging’s. Wir wollten gerade wieder einsteigen, als eine Dame aus dem Taxi hinter uns stieg, mit den Armen ruderte und rief: „Können wir bei Ihnen mitfahren?“ Ihrem Chauffeur sei die Einfahrt verwehrt geblieben. Ein Fahrgast auf den letzten 500 Metern? Kein Problem. Allerdings war die Dame nicht allein. Ein Wink, dann ging die hintere Tür des Taxis auf – und Boris Becker stieg aus. Gestresster Blick, Sakko über dem Arm, ein Köfferchen im Schlepptau. „Sie nehmen uns mit? Klasse!“ Warum sollten wir ihn auch stehen lassen. Man hilft doch

GESICHTER DER StN

Sport D

er Sportsfreund war zutiefst erstaunt. „Wie machen Sie das bloß?“, wunderte sich unser Leser, „ich war schon um fünf Uhr am Briefkasten und habe mir die Zeitung geholt. Das Länderspiel von gestern Abend war schon drin – mit Stimmen, Reaktionen, vielen Bildern. Dabei war die Partie doch erst gegen 23 Uhr zu Ende.“ Ganz ehrlich, an solchen Tagen haben wir den schönsten Beruf der Welt. So ist das Leben in der Sportredaktion: „Geht nicht, gibt’s nicht.“ Schnelligkeit ist die Voraussetzung für Aktualität, Kreativität unsere Herausforderung und Solidität der Anfang aller Qualität. Sportjournalismus hat Schritt zu halten mit dem, was die Leser

bewegt. Wir beschreiben große Gefühle und kleine Triumphe. Süße Erfolge und bittere Niederlagen. Wir erzählen von Stars und Sternchen. Doch nicht jeder Text wärmt das Leserherz. Bisweilen wird es hart – aber hoffentlich fair. Sport ist nicht der wichtigste Teil des Lebens, aber wichtig genug, um ihn nicht jenen zu überlassen, die es nicht gut mit ihm meinen. Gunter Barner

Carsten Meyer (cm), 34. Reporter mit großem Faible für die kleinen Schwächen der Stars

gern. „Kommt auch nicht häufig vor, dass Sie irgendwo nicht reingelassen werden, was?“ Becker blickte in unseren Rückspiegel und erklärte: „Ich darf ja rein. Nur nicht zu Fuß, nicht mit dem Taxi – und fliegen geht ja auch schlecht.“ Da hatte er Recht. Nach kurzer Fahrt ist er wieder ausgestiegen. „Danke nochmal, aber wo müssen wir jetzt lang?“ Wir haben ihm noch schnell die Richtung gezeigt, danach trennten sich unsere Wege. Wir reihten uns beim nächsten Sicherheitscheck in die Schlange ein – Boris wurde durchgewinkt. Dirk Preiß

Martin Haar (mh), 41. Stellvertretender Ressortleiter mit Röntgenblick auf den VfB Stuttgart

Auf der Flucht vor seiner speerwerfenden Frau: Persönliche Widmung von Emil Zatopek.

Weitere Anekdoten im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/jubilaeum

Jürgen Frey (jüf), 41. Schätzt guten Handball und pflegt liebevoll den Sport vor Ort

Gunter Barner (gub), 48. Ressortchef mit sportlichem Ehrgeiz: Es geht immer noch ein bisschen besser

Thomas Näher (tn), 48. Erfahrener Fußball-Experte und letzte Instanz in Fragen zum VfB Stuttgart

Jürgen Kemmner (jük), 42. Widmet sich den Pferdestärken – in der Formel 1 und auf dem Parcours

Wolfgang Hoesch (who), 58. Akribischer Blattmacher und ruhender Pol in hektischen Zeiten

Petra Muzenhardt (muz), 45. Sie ist häufig Retterin aus höchster Terminnot

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

Die Zeitung von morgen – wie wird sie aussehen? Das weiß heute niemand mit Bestimmtheit vorherzusagen. Eines aber steht fest: Das Internet ist weniger eine Konkurrenz als eine sinnvolle Ergänzung. Und bei aller Schnelllebigkeit gibt es auch Konstanten: Zeitunglesen ist zeitlos schön.

Mit den Nachrichten auf der Höhe der Zeit

Lob des Zeitunglesens Von Jürgen Holwein Zur Zeitung hat man ein Verhältnis. Sie begleitet einen durch den Tag. Sie sortiert das Überangebot unsortierter Nachrichten und bietet verlässliche Informationen. Die Tageszeitung macht die Welt übersichtlicher.

H

alten wir das mal fest: Es wird zu wenig gelobt. Viel leichter ist es zu tadeln als zu loben, und so wird in einem fort getadelt und viel zu selten gelobt. Vergessen wird dabei, dass ein angemessenes, nicht aus taktischen oder anderen Gründen ausgesprochenes Lob meist löblichere Folgen zeitigt als der Automatismus des Tadelns, wie er in der Zivilgesellschaft inzwischen üblich ist. Aber immer nur zu loben (und zu lieben) wäre am Ende auch nur eine Art zu lügen. Heute stimmen wir das Lob des Zeitunglesens an, obwohl jeder weiß, dass es keine vollkommene Zeitung gibt. Keine Zeitung, nicht die beste (wie sähe die aus?), kann es allen recht machen. Und wenn man mal einen schlechten Tag erwischt hat, sollte man nicht die Zeitung dafür verantwortlich machen, dass die Welt so ist, wie sie ist. Kaum jemand wird eine Tageszeitung von der ersten bis zur letzten Seite lesen. Er wird sie vielleicht durchblättern, ihrer schönen Ordnung folgen, die dem routinierten Zeitungleser sagt, wo er sich gerade befindet oder wo er findet, was er sucht. Übersichtlichkeit in einer unübersichtlichen Welt herzustellen gehört zu den Qualitäten der Tageszeitung. Jeder hat Vorlieben, und in der Zeitung wird das Überangebot unsortierter Informationen sortiert. Und jeder wird etwas in der Zeitung finden, was zu ihm passt. Eine Tageszeitung ist für alle da. Sie steht jedem offen, der verstehen will, der Orientierung sucht, der etwas gegen die der Flut der Bilder in der Hand haben will. Gelesene Zeitungen sind meist zerlesene Zeitungen – ausgebeult, falsch zusammengelegt, ein Chaos – und deshalb ein Ärgernis für jeden Zeitungleser, der ja immer auch ein Zeitungsliebhaber ist und deshalb sorgfältig und zart fühlend seine Zeitung behandelt. Es ist etwas anderes, ein Buch in Händen zu halten oder auf dem Bildschirm zu lesen, und noch etwas anderes, eine Zeitung im Internet zu lesen. Das gehört heute dazu, ersetzt aber die Zeitung nicht. Genauso

Die Tageszeitung schärft den Blick für die Tatsachen wenig macht die CD-Rom das Buch überflüssig, und es ist ja nicht ausgestorben, auch wenn viele es kommen sahen. Obwohl die digitale Beschleunigung alle gesellschaftlichen Bereiche und natürlich auch die Zeitungen durchdringt, können sie mit dem Tempo, das vom Internet als neuem Medium diktiert wird, nicht mithalten. Doch gerade in dieser vermeintlichen Langsamkeit liegt die Qualität einer Zeitung. Das sollten wir in der Eile nicht außer Acht lassen.

„Das Zeitunglesen am Morgen ist eine Art realistischer Morgensegen“, wusste der in Stuttgart geborene Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 bis 1831). Daran hat sich nichts geändert – den Tag kann man kaum besser beginnen. Foto: Hänssler Das Format suggeriert Lückenlosigkeit und verspricht eine Menge an Informationen, ja Welthaltigkeit, und das gibt in windigen Zeiten Halt und das sichere Gefühl, teilzuhaben an der Welt. In guten Momenten schärft die Tageszeitung den Blick für die Tatsachen. Für den Satiriker Eckard Henscheid erhöht Zeitunglesen das Lebensgefühl von Wachheit und ergo Zufriedenheit, ja Gemütlichkeit. Tägliches Zeitunglesen reduziert das Alzheimer-Risiko, wurde in einer Studie festgestellt. Es gehört zum Gehirntraining. Je früher einer damit beginnt, desto länger bleibt er fit. Die Zeitung ist in vielerlei Hinsicht nützlich. Morgenmuffel in der Wohngemeinschaft (oder in der Ehe) können sich dahinter verschanzen. Ihre Ausdehnung ist Ausdruck einer Fülle – an Nachrichten, Notizen, Hinweisen, Vorgängen in der Stadt, der Region, in dem Land, in dem ich lebe. Die Kultur des Zeitunglesens, das gelassene Sichvertiefen in die Ereignisse des Tages, das vorübergehende, dabei nicht flüchtige, aufatmende Verschwinden in den Spalten eines Textes, das Hängenbleiben an einem Foto oder das Drüberweghuschen der Augen, sorgt für Lebensqualität. Zeitunglesen ist eine Kulturtechnik und muss, wie alle Kultur, erworben werden. Daran sieht man es: Der Vater hält in der einen Hand die Zeitung, und mit der anderen Hand führt er die Kaffeetasse zum Mund. Der Sohn kämpft noch mit den Seiten. Zeitunglesen ist, wenigstens am Anfang, auch eine handwerkliche Herausforderung.

Ein Medium mit Geschichte V

or 401 Jahren – 1605 – kommt die erste Zeitung aus der Druckmaschine. Sie heißt „Relation: aller Fuernemmen und gedenckwuerdigen Historien“. Ihr Herausgeber, der Straßburger Drucker Johann Carolus, hatte bis dato handgeschriebene Wochenzeitungen vertrieben. Im Laufe des

erscheinende Zeitung der Welt. Es ist Schwedens offizielles Mitteilungsblatt für Konkurse, Schuldensanierungen, Firmenmitteilungen und Zwangsvollstreckungen. Abraham Casteleyn, Starjournalist des „Oprechte Haerlemse Courant“, bringt schon zur Zeit des Sonnenkönigs Exklusivnachrichten. Das Blatt aus dem niederländischen Haarlem wird in London, Paris, Berlin und sogar in Moskau gelesen. Nach Auflage stellen die deutschen Tageszeitungen mit rund 27 Millionen Exemplaren den größten Tageszeitungsmarkt in Westeuropa, gefolgt von Großbritannien mit einer Auflage von 18,6 Millionen Zeitungen täglich.

Druckerei im 18. Jahrhundert Foto: BDZV 17. Jahrhunderts erscheinen in 70 deutschen Städten Wochenblätter mit Nachrichten aus aller Welt. Die erste Tageszeitung kommt 1650 in Leipzig auf den Markt, sie heißt „Einkommende Zeitungen“. Mit 361 Jahren ist die schwedische „Post och Inrukes Tidningar“ die älteste noch

Die Zeitung genießt bei ihren Lesern eine besonders hohe Glaubwürdigkeit. Einer Zeitungsmonitor-Umfrage zufolge hielten 43 Prozent der Befragten die Tageszeitung für das glaubwürdigste Medium. Die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen in Deutschland haben treue Leser. Gut 14,1 Millionen Exemplare werden täglich im Abonnement durch Zeitungszusteller oder per Post bis an die Haustür gebracht. StN/dpa


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

6. Mai 1998 Der Stuttgarter

10. November 2006

27. September 1998

1. September 1998

Daimler-Benz-Konzern und der amerikanische Autobauer Chrysler geben ihre Fusionsabsicht bekannt. Der von Daimler-Vorstandschef Jürgen E. Schrempp eingefädelte „Merger of Equals“ (Fusion unter Gleichen) soll Kosten sparen und beiden Firmen Vorteile bringen (Foto: AP).

Machtwechsel in Bonn: SPD und Grüne erreichen bei der Bundestagswahl die Mehrheit, die CDUFDP-Regierung unter Helmut Kohl ist am Ende. Der Bundestag wählt Gerhard Schröder am 27. Oktober zum neuen Bundeskanzler, der Grünen-Politiker Joschka Fischer wird sein Stellvertreter und neuer Bundesaußenminister.

Zeit der großen Fusionen: Südwestfunk (SWF) und Süddeutscher Rundfunk (SDR) vereinigen sich zum Südwestrundfunk (SWR). Stuttgart wird Sitz der Intendanz. Außerdem schließen sich SüdwestLB, Landesgirokasse und Landeskreditbank zur LBBW zusammen (Foto: dpa).

Spannungsfeld Sportjournalismus: Als die Trainer noch mit Kickstiefeln warfen Sport gilt als Sinnbild gesellschaftlicher Dynamik und Leistungsfähigkeit. Bewegung ist der Katechismus unserer globalisierten Welt, Stillstand bedeutet Rückschritt. Sportjournalisten begleiten diese rasante Entwicklung – kritisch, staunend und manchmal atemlos.

E

s war ein unschuldiger Sonntagmorgen, als die Kickstiefel Kurs auf den StN-Reporter nahmen – meuchlings und geradewegs aus der Kabine des Trainers. Dabei war die Angelegenheit noch gar nicht ausgestanden. „Fußball ist besser als jeder Orgasmus“, hatte Christoph Daum Tage zuvor geprustet. Der Versuch, die These anhand eines kargen Null-zu-Null beim FC Schalke 04 nachhaltig zu entkräften, schlug fehl. Der VfB-Trainer schnaubte am Ende eines engagierten Disputes wie ein wild gewordener Stier („Hauen Sie ab, Sie A. . .loch!“), knallte erst die Tür zu, entschloss sich dann aber, dem Reporter sein Schuhwerk mit auf den Weg zu geben. In der Redaktion klingelte wenig später das Telefon: „Daum hier! Es tut mir Leid. Sie haben mich mit Ihrer Fragerei aber auch in den Wahnsinn getrieben.“ Abgesehen davon, dass nicht jeder Trainer für einen Journalisten seine Fußballschuhe geopfert hätte, erzählt die kleine Geschichte vom Anfang der 90er Jahre auch von einer Art Sportjournalismus, den noch die Leidenschaft nach der höheren Erkenntnis prägte. Arie Haan etwa sezierte am Morgen nach dem Spiel mit Reportern jede beliebige Szene. Einzige Bedingung: ein Stück Erdbeerkuchen zum Kaffee. Willi Entenmann stellte im Eifer mit Hilfe der Bedienungen im VfB-Clubrestaurant ganze Spielsituationen nach. Und Manager Dieter Hoeneß konnte sich derart in Fachdiskussionen über das Aufstellen einer Mauer beim Freistoß vertiefen, dass er wichtige Termine beim Präsidenten verschwitzte. Es waren Gespräche, die getrieben waren von unbedingter Neugier, getragen vom

VfB-Trainer Christoph Daum: Energiegeladen und impulsiv

Fotos: Baumann

mechanischen Schreibmaschinen tippten, und Fotografen, die Farbfotos in Tageszeitungen für Krimskrams hielten. Doch schon 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona war das Zeitalter der neuen Kommunikation endgültig über den Sport hereingebrochen. Umständlich, Zeit raubend schickten die Fotografen die ersten aktuellen Farbbilder (von mittlerer Qualität) in die Redaktion. Texte wurden mit den noch störanfälligen Laptops übertragen. 14 Jahre später werden Berichte aus allen Stadien der Welt in Sekundenschnelle ins Redaktionssystem eingespeist. Während der WM 2006 landeten unmittelbar nach dem Schlusspfiff eines Spiels mit deutscher Beteiligung rund 1500 Farbfotos zur Auswahl auf den Flachbildschirmen der Sportredaktionen. Innerhalb weniger Minuten werden komplette Sportseiten optisch umgestaltet und inhaltlich aktualisiert – mehrmals und bis tief in die Nacht. Schneller, bunter, aktueller: Längst sind weite Teile des kommerzialisierten Sports zu einem Teil der Unterhaltungsindustrie geworden. Das Fernsehen zahlt riesige Summen für die Übertragungsrechte, es

Kritische Fragen stören die einträgliche Show

VfB-Trainer Willi Entenmann, Arie Haan (re.): Jeder auf seine Art gegenseitigen Respekt. Und es waren Versicherungen gegen die nervtötende Oberflächlichkeit des Geschriebenen. Doch einige private Rundfunk- und Fernsehstationen hatten bereits begonnen, den Sport ins seichte Gewässer der Unterhaltung zu schleppen. „Gute-Laune-Radio Hameln. Herr Klinsmann, sagen Sie doch mal was Nettes zu unseren Hörern“, bat die Radiostimme keck und hielt dem Stürmer

von Inter Mailand das Mikro unter die Nase. „Schluss mit dem Zirkus“, brummte der Stürmer und wandte sich kopfschüttelnd ab. Was der ehemalige VfB-Spieler so kurz vor der Weltmeisterschaft 1990 in Italien nicht wusste: Es war erst der Beginn eines fundamentalen Wandels im Sportjournalismus. Zwar gab es noch Redakteure, die trotz der Computerrevolution weiter auf ihren

diktiert Veranstaltungskalender und Anstoßzeiten. Die enormen Investionen müssen sich bezahlt machen – in Form von Einschaltquoten und Werbeerlösen. Kritische Fragen stören jedoch die einträgliche Show. Die eigentliche journalistische Arbeit haben die Profiteure des Sports deshalb mehr und mehr den Printmedien überlassen – die mit dieser Rolle sehr gut leben können. Mehr denn je finden gut geschriebene und wissende Hintergrundgeschichten ihre Leser in den Sportteilen der Tageszeitung. Sport ist Teil unserer Kultur und zu wertvoll, um ihn nur jenen zu überlassen, die viel Geld damit verdienen. Deshalb wird auch in Zukunft zum Anforderungsprofil von Sportjournalisten der Mut zählen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Und wenn dabei die Kickstiefel fliegen – kein Problem. Gunter Barner

StN im Glanz von Preisen

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um Renommee der Stuttgarter Nachrichten tragen auch zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei, die für hervorragende journalistische Leistungen verliehen wurden. Das Jahr 1983 war ein besonders erfolgreiches für die Redaktion: In einer spektakulären Artikelserie hatte Klaus-Ulrich Moeller den Fälscher der „Hitler-Tagebücher“, Konrad Kujau, enttarnt – dafür wurde das Mitglied des Politikressorts mit dem Theodor-Wolff-Preis geehrt, neben dem Wächterpreis der angesehenste deutsche Journalistenpreis. Bernd Stadelmann, heute Hauptstadtkorrespondent unserer Zeitung, sorgte 1983 ebenfalls für Schlagzeilen. Die Aufdeckung der gesetzeswidrigen Verwendung von Hotelmeldescheinen durch den Verfassungsschutz löste wochenlange Diskussionen aus. Stadelmann erhielt dafür den Wächterpreis. Erster Wächterpreisträger aus den Reihen der Stuttgarter Nachrichten war 1971 der Politikredakteur Alfons Schiele. Nach einer Zugkatastrophe in Rheinweiler befasste sich Schiele mit dem Thema Sicherheit bei der Bahn. 1984 durfte der damalige Politikchef Friedhelm Fiedler den Preis in Empfang nehmen. Er stellte die fragwürdigen Praktiken der IG Druck und anderer Gewerkschaften bei einem Streik im Stuttgarter Druckzentrum dar. 1999 erhielt Andreas Scharf, damals Ressortleiter Landesnachrichten, den Wächterpreis. Seine Recherchen in einem Spendenskandal hatten zum Rücktritt des baden-württembergischen Verkehrsministers Hermann Schaufler geführt. Der 1995 verstorbene Robert Haerdter erhielt 1967 den Theodor-Wolff-Preis für seine politischen Analysen, 1969/70 gehörte die Journalistin Petra Michaely zu den Preisträgern. 1981 fiel die Wahl auf Chefredakteur Jürgen Offenbach: Er wurde für seinen Leitartikel „Benses Widerruf“ geehrt. Darin hatte sich Offenbach mit dem Stuttgarter Philosophen Max Bense auseinander gesetzt, der Sympathien für einen Papst-Attentäter geäußert hatte und davon wieder abgerückt

war. Auch der frühere Politikredakteur Anton Notz bekam den Wolff-Preis: Er hatte 1992 die Scientology-Kirche unter die Lupe genommen. Mehrfach wurde das Lokalressort geehrt: 1997 erhielten die Stuttgarter Nachrichten für ihre journalistische Arbeit im Dienste der Verkehrssicherheit den Christophorus-Preis zuerkannt – wie schon 1965, 1969 und 1991. Preisgekrönt ist auch Polizeireporter Wolf-Dieter Obst: Die Landesregierung dankte ihm 1988 und 1990 für seine Beiträge zur Kriminalitätsbekämpfung. 1999 gab es eine hohe Auszeichnung für Uta Schlegel-Holzmann: Die KNITZ-Kolumnistin erhielt die baden-württembergische Verdienstmedaille. Seit Jahrzehnten sammelt das Sportressort Preise: 2005 wurde es zum vierten Mal in Folge im Auftrag des Branchendiensts Sport intern zur besten Sportredaktion des Jahres unter den deutschen Regionalzeitungen gewählt. Ressortchef Gunter Barner rückte 2003 auf Platz 5 der „Sportjournalisten des Jahres“ vor. 1998 setzte Fritz Schwab dem Wirtschaftsressort ein Glanzlicht auf: Er belegte Platz drei des Erich-SchairerPreises für Kommentare und Glossen. In jüngster Zeit hat sich Tino Andresen hervorgetan: Er erreichte beim Ernst-Schneider-IHK-Medienpreis 2005 in der Kategorie Förderpreis den 2. Platz. 2004 erhielt Unterhaltungsredakteurin Barbara Gärtner den Nachwuchspreis der Friedrichund-Isabel-Vogel-Stiftung. Andresen gewann diesen Preis im Jahr zuvor. Auch die Optik ist preisgekrönt. 2005 waren die StN bei den Gewinnern des European Newspaper Award für Zeitungsdesign. Für vorbildliches Layout wurden die Doppelseiten Airbus A 380 und 400 Jahre Zeitung ausgezeichnet. Der Internet-Auftritt – von der Stuttgart Internet Regional GmbH produziert – wurde ebenfalls gewürdigt. 2002 gab es dafür einen Landespreis. Winfried Weithofer Weitere Informationen im Internet unter: www.stuttgarter-nachrichten.de/jubilaeum


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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

1. Januar 1999 Der Euro löst

24. März 1999 Die Nato

die D-Mark ab. Elf Länder der EU führen die neue Währung zunächst im bargeldlosen Geldverkehr ein, die neuen Scheine und Münzen kommen Anfang 2002 in Umlauf. Der Euro startet im Devisenhandel mit einem Kurs von 1,18 Dollar und sinkt bis zum Ende des Jahres auf fast einen Dollar ab (Foto: dpa).

greift mit Kampfjets in den Kosovo-Konflikt ein und bombardiert in Serbien militärische Ziele. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligen sich auch deutsche Maschinen an Einsätzen im Ausland. Serbien zieht daraufhin seine Truppen aus dem Kosovo zurück.

11. August 1999 Leserin

Birgit Eisfeld aus Stuttgart erinnert sich: „Nie zuvor hatten wir erlebt, dass sich der Himmel mitten an einem Sommertag verdunkelte. Es herrschte andächtige Stille. Allen war klar, dass sie hier etwas Einzigartiges erlebt hatten.“ Millionen Menschen beobachten an diesem Mittag die Sonnenfinsternis (Foto: AP), die im Südwesten gut zu sehen ist.

Foto: Franziska Kraufmann

Das schöne Ritual des Zeitunglesens Von vorne nach hinten, von hinten nach vorne oder querbeet. Morgens, abends oder einfach zwischendurch in der S-Bahn: Jeder Mensch genießt auf seine Art und Weise die Lektüre der Zeitung. StN-Leser erzählen.

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Dieter Fasel (64) geht jeden Morgen nach demselben Muster vor: Zuallererst sucht er auf der Titelseite die spannendsten Meldungen und liest dann die Geschichten dazu im Blatt. Seine Frau Doris SchäferFasel (54) sieht Seite für Seite durch auf der Suche nach Artikeln, die sie ausschneiden kann. „Ich nutze die Informationen für meinen Unterricht“, sagt die Realschullehrerin.

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Foto: Thomas Hörner

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„Ich lese die Zeitung gerne in der S-Bahn“, sagt Tobias Eisenhardt (26). So könne er die Zeit auf dem Weg zur Arbeit oder abends nach Hause sinnvoll nutzen. „Allerdings lese ich sie nicht jeden Tag, sondern nur, wenn ich wirklich Lust dazu habe, zur Entspannung.“ Am meisten interessieren ihn dann die Seiten 1 bis 3, Panorama und der Kulturteil.

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Foto: StN

Daheim liest Christian Schock (20) am liebsten den Sportteil der StN. Wenn der Zivi aber morgens in der Tagespflege des Generationenzentrums in Stuttgart-Sonnenberg den Gästen die Zeitung vorliest, dann richtet er sich nach deren Interessen. „Die älteren Leute möchten gerne wissen, was in der Umgebung passiert ist. Deshalb ist ihnen der Lokalteil sehr wichtig.“

Cornelia Herrmann (40) muss als Busfahrerin sehr früh aufstehen. Beim Frühstück habe sie den Kopf noch nicht frei fürs Lesen, sagt sie. „Ich möchte aber informiert sein.“ Also nimmt sie die StN mit zur Arbeit und liest die Artikel in den Pausen. Angenehm findet sie dabei, dass auf den Seiten viele Bilder sind.

Foto: Thomas Hörner

Foto: Leif Piechowski

Wenn Alexander Bierig (50) abends von der Arbeit kommt, muss er die zerknitterte Zeitung neu ordnen. Schließlich haben sein Vater und seine Frau schon darin geschmökert. „Macht nix“, sagt Bierig. „Ich fange ja auch nicht vorne an, sondern beim Wirtschaftsteil.“

Foto: Susanne Kern

10. November 2006

„Ich hatte den Sportteil zuerst!“ „Nein, ich!“ Julian (12) und Jonah (9) sind ein Herz und eine Seele. Nur gelegentlich streiten sich die beiden Brüder und FC-Bayern-Fans. Zum Beispiel montagmorgens, wenn es darum geht, vor der Schule noch schnell nachzuschauen, wie das StN-Sportressort denn diesmal die Leistung der Fußball-Konkurrenz vom VfB Stuttgart benotet hat.

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

24. November 2000

Januar 2000 Eine Spendenaffäre erschüttert

Die Krankheit BSE wird bei einem heimischen Rind festgestellt – hunderte weitere Fälle folgen. Um eine Ausbreitung zu verhindern, werden ganze Herden getötet (Foto: dpa).

die CDU. Sie muss staatliche Zuschüsse zurückzahlen, weil Rechenschaftsberichte gefälscht worden sind. Altkanzler Helmut Kohl (Foto: dpa) weigert sich, die Namen von Spendern zu nennen. Auch Wolfgang Schäuble gerät in den Spendenstrudel und tritt als Parteichef zurück.

26. März 2000 Wladimir Putin geht

26. Dezember 1999 Der Orkan

aus den russischen Präsidentschaftswahlen als Sieger hervor. Er setzt auf einen starken Staat und versucht vor allem, die Energieversorgung wieder in staatliche Hände zu bekommen (Foto: AP).

Lothar fegt mit bis zu 272 km/h über Süddeutschland. 13 Menschen sterben, Millionen Bäume werden entwurzelt (Foto: dpa). Beim Aufräumen kommen einige dutzend Arbeiter ums Leben.

Zuspitzen, verzerren und übertreiben: Karikaturisten ist fast alles erlaubt Die Stuttgarter Nachrichten sind froh, ihren Leserinnen und Lesern seit vielen Jahren gleich zwei bundesweit geschätzte Karikaturisten bieten zu können: Horst Haitzinger und Nik Ebert. Treffsicher und mit beißender Ironie stellen sie das politische Geschehen dar.

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aben Sie schon bemerkt, dass das Fernsehen keine Karikaturen kennt? Weil die Karikatur – die keineswegs als Witzzeichnung missverstanden werden darf – bei einer anspruchsvollen Zeitung wie das Salz in der Suppe ist, wie das Sahnehäubchen auf der Torte. Zeitungsmacher wissen: Viele Leserinnen und Leser blicken vor der Lektüre ihres Blattes zunächst auf die Fotos – und auf die Karikatur. Die gute Karikatur ist eine bildliche Satire, sie will mit Absicht nicht ausgewogen sein wie ein sorgfältig formulierter Artikel. Sie darf, ja sie muss zuspitzen, verzerren und übertreiben. Polarisierung ist erwünscht. Wesentliche Fehler und Mängel der dargestellten Person, zum Beispiel eines Politikers, werden aufgedeckt und durch die Art und Weise der zeichnerischen Präsentation der Lächerlichkeit preisgegeben. Manche Zeichnungen bleiben für immer im Gedächtnis haften. So kennt der gebildete Leser die Karikatur des englischen Satiremagazins „Punch“ aus dem Jahr 1890. Deutsch untertitelt wurde sie mit dem Satz: „Der Lotse geht von Bord“ und zeigt, wie Reichskanzler Otto von Bismarck auf einer Leiter ein Schiff verlässt – unter den Augen des an der Reling stehenden jungen Kaisers Wilhelm II., der irgendwie hilflos wirkt. Die Karikatur soll mit Strich und Punkt (neue) Sichtweisen ermöglichen, den Blick fürs Wesentliche schärfen – und das mit

Mitteln des Humors. Dass einem manchmal der Bissen im Munde stecken bleibt, ist gewollt. Dass dabei die Grenzen des guten Geschmacks dennoch eingehalten werden, gehört zur Kunst der Meister. Der jüngste Karikaturenstreit über die Abbildung religiöser Motive ist deshalb Ansporn und Mahnung zugleich – es darf provoziert werden, aber es gibt auch Tabus. Der Karikaturist ist ein professioneller, hintergründig witziger, oft auch grausamer Begleiter des journalistischen Alltags. Sein Werk ist ein gezeichneter Leitartikel, der weder Argumente abwägt noch differenziert. Er kennt auch nicht das „Einerseits-Andererseits“. Wer politische Vorgänge zeichnerisch aufs Korn nimmt, muss die Dinge plakativ umsetzen. Dabei ist der Künstler mitnichten der Objektivität verpflichtet, sondern kann, wenn er seinen Geistesblitz zu Papier bringt, der Subjektivität frönen. Der eine Betrachter wird begeistert zustimmen, der andere sich angewidert abwenden. Der gebürtige Österreicher Horst Haitzinger, Jahrgang 1939, veröffentlichte bereits 1958 seine ersten Zeichnungen, seit 1963 arbeitet er freiberuflich. Seit vielen Jahren lebt er in München. Haitzinger gilt als „Meister des deftigen Strichs“, der in seinem unverwechselbaren Stil das politische Geschehen treffsicher und oft mit beißender Ironie zu karikieren versteht. So werden die Mächtigen zu Schmächtigen – schmerzhaft für die, die palavern und zerreden, herzhaft befreiend für die anderen, die Unausgesprochenes in der Karikatur wieder finden. Über 14 000 Karikaturen entstammen der spitzen Feder des bereits mehrfach Ausgezeichneten. Nik Ebert, der Niederrheiner mit oberschlesischer Herkunft, Jahrgang 1954, arbeitet seit 1979 als Karikaturist der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. Die liebste Karikatur ist für ihn die mit dem Blitzerfolg. Lachen erfreut ihn, nachdenken und diskutieren noch mehr. Wolfgang Molitor

Seit 50 Jahren begleitet der „Meister des deftigen Strichs“, Horst Haitzinger (67), die Politik. Foto: dpa

Von Loriot beeindruckt, fasste Nik Ebert (52) schon als Schüler den Entschluss, Karikaturist zu werden. Foto: StN

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

22. September 2002

11. September 2001

Bei der Bundestagswahl scheitert Unionskandidat Edmund Stoiber (re.) an Gerhard Schröder. Dessen SPD verliert 2,4 Prozent, aber die Grünen legen zu (Foto: dpa).

Terror in den USA als Wendepunkt in der Weltgeschichte: Zwei entführte Passagierflugzeuge rasen ins World Trade Center. Fast 3000 Menschen sterben, als die Zwillingstürme einstürzen. Auch auf das Penta-

25. März 2001 Erwin Teu-

gon stürzt ein Flugzeug, ein viertes zerschellt bei Pittsburgh. Verantwortlich für den Terror: bin Laden und die El Kaida.

fels CDU legt bei der Landtagswahl auf 44,8 Prozent zu, er setzt die Koalition mit der FDP fort. SPD-Kandidatin Ute Vogt (Foto: dpa) gelingt ein Achtungserfolg.

1. Juli 2002 71 Passagiere (darunter 45 Kinder) sterben, als über dem Bodensee ein Jet der Bashkirian Airlines mit einer Frachtmaschine zusammenstößt. Ein Schweizer Fluglotse hat ihnen falsche Anweisungen gegeben (Foto: dpa).

GESICHTER DER StN

Wie kommt Farbe in die Zeitung? 400 Jahren: Zeitung von heute hat mit Zeitung von damals nicht mehr viel zu tun. Sie sieht zumindest ganz anders aus, ist zum Beispiel viel umfangreicher – und vor allem viel bunter. Schließlich ist der Alltag oft grau genug. Woher kommt der blaue Balken bei den Stuttgarter Nachrichten? Viele Zeitungen haben ein farbliches Leitmotiv. Bei den Stuttgarter Nachrichten ist dies blau. Und das liegt an Dietrich Rangnick (75). Er ist nicht nur Vater des ehemaligen VfB-Trainers Ralf Rangnick, er war auch Schriftsetzer bei unserer Zeitung. Eines Tages bekam er den Auftrag, „an der Titelseite herumzubasteln“ – man wollte sich künftig von der Konkurrenz unterscheiden. Rangnick legte ein Muster vor: mit blauem Streifen über dem Titel, da ihm die Farbe neutral erschien. Rot wäre politisch verdächtig gewesen; an Grün war noch gar nicht zu denken. Der Chefredaktion jedenfalls gefiel der Entwurf, wohl auch weil Blau als gediegen und seriös gilt. Und so ist die Farbe seit 1959 ein Erkennungszeichen der Stuttgarter Nachrichten. Dass Blau eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Wieso bleibt Druckerschwärze an den Fingern hängen? Dass die Realität oft abfärbt, merkt man spätestens bei der Zeitungslektüre. Zumindest war das früher so. Das lag daran, dass Druckerschwärze, die fachsprachlich Druckfarbe heißt und heutzutage nicht mehr nur schwarz ist, nicht tief genug ins Papier eindrang. Herge-

W

as wäre eine Zeitungsredaktion ohne die Mitarbeiter im Hintergrund. Ihre Namen stehen nicht in der Zeitung, aber sie sorgen dafür, dass diejenigen, die in der Zeitung stehen – freie Journalisten, Fotografen –, pünktlich

stellt ist die schwarze Farbe übrigens aus Ruß. Dieser wird mit Bindemitteln vermischt, die heute so zusammengesetzt sind, dass die Farbe besser ins Papier fließt. Hundertprozentig lässt sich ein Abfärben aber nicht verhindern. Man könnte die Zeitung vor dem Lesen zwar bügeln. Das machen angeblich Butler, damit die Herrschaft keine schwarzen Finger bekommt. Doch wer hat zu Hause schon Dienstboten?

Dursun Demiralay, 51. Verbindungsmann im Redaktionsbetrieb

Weshalb vergilbt Zeitungspapier? Dabei handelt es sich um einen natürlichen Alterungsprozess. Papier besteht aus Holzfasern. Bereits wenn ein Baum gefällt wird, dunkelt seine helle Schnittfläche nach – weil Holz Lignin enthält. Dieser Stoff verleiht dem Baum Festigkeit und macht ihn gleichzeitig flexibel. Wird Lignin jedoch Licht ausgesetzt, verändert sich seine chemische Zusammensetzung. Und das bewirkt, dass das Papier nun gelb aussieht. Zeitungspapier enthält viel Lignin und vergilbt daher schnell. Macht aber nichts: Eine Zeitungsausgabe ist schließlich nicht für die Ewigkeit gedacht. Trotzdem lässt die Qualität des Papiers nichts zu wünschen übrig. Es ist sogar umweltfreundlich, da es recycelt wurde. Warum gibt es in der Zeitung Farbbilder? Alles so schön bunt hier? Ja, aber das ist noch gar nicht so lange eine Selbstverständlichkeit. Früher war es technisch unmöglich, später aufwändig und teuer, in der Zeitung Farbfotos zu drucken. Doch da das Leben nun mal bunt ist, optische Reize eine wichtige Rolle spielen und gegenüber dem Fernsehen ein gewisser visueller Nachteil im Entstehen war, entwickelte man die Technik weiter. Und so gibt es heutzutage in der Zeitung nicht nur viel zu lesen, sondern auch was zu gucken – allerdings nicht nur in Farbe. Wir zeigen weiterhin gute Schwarzweißmotive. Denn wie so oft heißt es auch hier: Die Mischung macht’s. Bettina Hartmann

Ingo Eder, 48. Der freundliche Empfang in Person

Angelika Peuker, 51. Die gelernte Schriftsetzerin honoriert die Arbeit der freien Mitarbeiter

Vorsicht, Falle!

W

as sind das für Zeiten! Enkel und Neffen entpuppen sich als dreiste Betrüger. Aus tausenden Kilometer Entfernung plündern Diebe die Bankkonten der arglosen Opfer. Lauter Hauptgewinne landen im Briefkasten, die einen am Ende aber teuer zu stehen kommen. Die Straftaten der Zukunft: Das sind nicht mehr nur Erpressung, Raub oder Diebstahl. Moderne Verbrechen heißen Rip Deal, Skimming, Phishing. Nie gehört? Viele Opfer hatten das vorher auch nicht. Der Polizeireporter, der mehr als 19 der 60 Jahre Stuttgarter Nachrichten einen publizistischen Kampf gegen Trick und Trug, Gauner und Ganoven führt – er verzweifelt fast, wenn die Täter stets neue arglose Opfer finden. Dabei gibt es ein untrügliches Abc der Alarmsignale. Vorsicht, Falle! A wie Auserwählter: Vorsicht, wenn eine unerwartete Gewinnmitteilung eintrifft – und der Preis auf einer Reise „überreicht“ werden soll.

Abgelenkt – weg ist die Beute!

Archiv

ihre Honorare erhalten. Bevor die Redakteurinnen und Redakteure eintreffen, haben Angelika Peuker, Ingo Eder und Dursun Demiralay die eingegangene Post bereits auf die Ressorts verteilt. Nicht selten sind sie auch wichtige Verteiler für Leserfragen. Jan Sellner

B wie Bargeldmünze: Obacht, wenn ein aufdringlicher Unbekannter auf einem Parkplatz eine Euromünze gewechselt haben will. C wie Charme: Achtung, wenn eine Unbekannte an der Wohnungstür um einen Zettel für die Nachbarin bittet, ein Glas Wasser wünscht oder sich sonst irgendwie im Haus aufdrängt. D wie Devisen: Aufgepasst, wenn Devisen wie Schweizer Franken bei Kreditgeschäften „günstig“ in bar gegen Euro getauscht werden sollen. E wie Enkel: Vorsicht, wenn ein Verwandter anruft und sofort tausende Euro für einen Notfall braucht. F wie Finanzagent: Passen Sie auf, wenn ein lukrativer Nebenjob angeboten wird, bei dem Sie Ihr Konto gegen großzügige Provisionen für Geldtransaktionen zur Verfügung stellen sollen. G wie Geldautomat: Seien Sie misstrauisch, wenn Sie am Bankomaten abheben – und kurz darauf von Fremden ganz gezielt angesprochen werden. H wie Hausbank: Achtung, wenn Ihre Bank per E-Mail neue Sicherheitsmaßnahmen ankündigt und die Geheimnummern verlangt. Viele wissen nicht, was dahinter steckt: Dass man bei A nur auf einer Kaffeefahrt landet und bei B ein Trickdieb die Scheine aus dem Portemonnaie fingert. Dass bei C Komplizen nach der Geldkassette im Schlafzimmer suchen und bei D nur Falschgeld verhökert oder der mitgebrachte Bargeldkoffer gewaltsam entrissen wird – darum Rip Deal. Bei E werden ältere Menschen wöchentlich um hunderttausende Euro gebracht, bei F wird Geld transferiert, das bei H über Internet-Banking bei Opfern gestohlen wurde, deren Passwort per Phishing abgefischt wurde. Bei G greifen Taschendiebe zu – manchmal aber auch nicht, weil die Täter schon mit Lesegeräten die Geheimzahl ausgespäht haben und daraus eigene Karten fertigen. Seien Sie auf der Hut – tun Sie sich (und dem Polizeireporter) bitte den Gefallen! Wolf-Dieter Obst

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14. März 2003 Gerhard Schröder kündigt unter der Überschrift Agenda 2010 eine Reform der Sozialsysteme an. Der Bundeskanzler will die Arbeitslosenhilfe abschaffen, den Bezug von Arbeitslosengeld verkürzen. Viele Genossen kehren der Partei den Rücken, es kommt zu Massenprotesten (Foto: dpa).

60 Jahre Stuttga

Frühjahr 2003 Eine internationale Streitmacht un-

Sommer 2003 Anhaltendes

ter Führung der USA dringt in den Irak ein und erobert Bagdad sowie strategisch wichtige Ziele (Foto: AP). Als Begründung nennt Washington die vorsorgliche Abwehr von Massenvernichtungswaffen – bislang wurden solche allerdings nicht gefunden. Trotz militärischer Überlegenheit geraten die Amerikaner in die Defensive, weil Terrorgruppen das Land in einen Bürgerkrieg stürzen. Fast täglich kommt es zu Entführungen und Selbstmordanschlägen. Deutschland widersetzte sich dem Ansinnen Washingtons, sich an dem Feldzug zu beteiligen.

Hochdruckwetter und Temperaturrekorde sorgen für einen Jahrhundertsommer. Der Wasserpegel in Flüssen und Seen sinkt auf historische Tiefststände, in vielen Ländern müssen Kraftwerke ihre Produktion drosseln. Vor allem ältere Menschen leiden unter der Hitzewelle, es kommt zu zahlreichen Todesfällen.

0.45 Letzte Meldung

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Die Redaktion ist über Mitternacht hinaus besetzt. Der Spätdienst behält die neusten Nachrichten im Auge: Gibt es einen schweren Unfall, der noch ins Blatt muss? Oder ein wichtiges Fußballspiel? Für die Partnerzeitungen baut eine eigene Redaktion die Seiten im Laufe des Abends um.

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Die StN werden für eine Fern-, Kreisund mehrere Stadtausgaben in einer der modernsten Druckanlagen in Europa gedruckt. Um 20.20 läuft die 17 Meter hohe, 83 Meter lange und aus zwölf Drucktürmen bestehende Offset-Druckanlage der Firma König & Bauer für die Fernausgabe erstmals an. Um 1.15 Uhr beginnt schließlich der Druck der aktuellsten Ausgabe, der so genannten S2-Stadtausgabe. Für diese Ausgabe ist um 0.45 Uhr Redaktionsschluss.

20 .20

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20.20 – Der Druck beginnt

Die Zeitungsseiten werden digital an die Druckerei übertragen. Die Druckplatten werden im CTP-Verfahren (Computer-To-Plate) hergestellt. Für

die Fernausgabe müssen die Seiten bis 20.05 Uhr ausbelichtet sein. Eine Dreiviertelstunde später sind die 4000 bis 5000 Exemplare der Fernausgabe auf Lieferwagen verladen und werden an Pressegroßhändler, Briefzentren, Bahnhofsbuchhandlungen und Vertriebspartner der Abo-Zustellung geliefert.

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Vom Entstehen der Tagesz

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20.00 Der Druck wird vorbereitet

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lung – ein fortwährender halte ändern sich täglich dagegen folgt einem strikt

jede Minute ankommt. Au

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die wichtigsten Stationen a

1 4 .30 Jetzt wird endgültig festgelegt, welches Ressort wie viele Seiten bekommt und wo die Anzeigen platziert werden. Dazu treffen sich in der Spiegelkonferenz der Chef vom Dienst sowie Vertreter aus der Anzeigenabteilung, der Planungsgruppe, des Drucks und des Vertriebs. Ebenfalls ein zentrales Thema: Stehen am Abend aktuelle Ereignisse an – etwa im Sport oder in der Politik –, muss entschieden werden, ob ein späterer Andruck möglich ist, um eine aktuelle Berichterstattung zu garantieren.

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13.30 – Spiegelkonferenz

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14 Spätestens um Viertel vor acht müssen auch die letzten Seiten abgeschlossen sein, damit alles pünktlich für die erste Ausgabe gedruckt werden kann. Vorher werden die Seiten noch einmal vom redaktionellen Koordinator geprüft: Stehen alle wichtigen Nachrichten im

Blatt? Sind die Themen so umgesetzt, wie es geplant war? Sind die Überschriften und Bilder aussagekräftig? Noch ist Zeit für Nachbesserungen. Wenn alles okay ist, werden die Seiten freigegeben – und der Spätdienst übernimmt die Aktualisierung für die späteren Andrucke. Damit keine Rechtschreibfehler in den Texten auftauchen, lesen die Korrektoren im Laufe des Abends nochmals die PolitikSeiten sowie die aktualisierten Texte.

13.3 0

19.45 Redaktionsschluss


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rter Nachrichten

1. Juli 2004 Horst Köhler

1. Mai 2004 Die Europäische

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24. Oktober 2004

(hier mit Ehefrau Eva, Foto: dpa) tritt sein Amt als neuer Bundespräsident an. Nach langem Tauziehen war der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds von Union und FDP als Kandidat nominiert worden. Die SPD hatte die Professorin Gesine Schwan aufgestellt.

Union wird um zehn Mitglieder erweitert: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern vergrößern die Gemeinschaft auf nunmehr 25 Mitgliedstaaten (Foto: AP). Am 1. Januar 2007 kommen zwei weitere hinzu: Rumänien und Bulgarien.

Wolfgang Schuster (CDU) verteidigt sein Amt als Stuttgarter OB gegen Ute Kumpf (SPD) und Boris Palmer (Grüne). Palmer erregt Aufsehen, als er seine Kandidatur nach dem ersten Wahlgang zurückzieht und eine Wahlempfehlung für Schuster abgibt.

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Die StN werden an 14 Presse-Großhändler und drei Bahnhofsbuchhandelsketten ausgeliefert. Die Anlieferung erfolgt bei ihnen – je nach Vorgabe des Großhändlers – zwischen 22 und 3.30 Uhr. Sie versorgen dann 2900 Einzelhändler. In der Abozustellung werden zur eigenen Organisation auch Zustellorganisationen anderer regionaler Zeitungsverlage genutzt. Dazu zählen u. a. der „Schwarzwälder Bote“ und die „Südwest Presse“.

4.00 bis 6.00 Der Austräger kommt Die Stadtausgabe wird über 54 Routen im Stuttgarter Gebiet an festgelegten Abladestellen verteilt. Insgesamt rund 600 Zeitungszusteller verteilen im Verbreitungsgebiet der Landeshauptstadt die StN. Die Austräger sorgen dafür, dass die Abonnenten die Morgenlektüre rechtzeitig bekommen.

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zeitung bis zu ihrer Zustel-

21.00 bis 4.00 Der Vertrieb rollt

Kreislauf. Die Zeitungsin, der Herstellungsprozess

en Schema, bei dem es auf

uf dieser Doppelseite sind

abgebildet.

StN

8 9.30 Die Redaktion am Start Die Redakteure kommen ins Büro, lesen die Post, andere Zeitungen und machen sich mit den neusten Nachrichten vertraut. Einige Kollegen sind unterwegs zu Pressekonferenzen oder wichtigen Ereignissen, andere recherchieren bereits am Telefon. Die

Ressortleiter gehen mit ihren Blattmachern den Tag durch: Was wird wichtig heute? Um 11 Uhr dann die große Konferenz aller Ressorts unter Leitung des Chefredakteurs. Die nächste Ausgabe nimmt in der Diskussion Gestalt an: Was sind unsere großen Themen? Welche Nachrichten haben wir exklusiv? Wo müssen die Reporter ran? Ab jetzt tickt die Uhr – ein Wettlauf gegen den Redaktionsschluss.

11.30 – Der Wettlauf beginnt Die Blattmacher weisen den geplanten Themen ihren Platz auf den Seiten zu, sprechen mit Korrespondenten, Grafikern und Fotografen. Redakteure und Reporter recherchieren für ihre Berichte. Immer wieder muss die Planung den aktuellen Ereignissen angepasst werden. Im Laufe des Tages erreichen die Redaktion über 6000 Informationseinheiten – Pressemitteilungen, Agenturmeldungen, Korrespondentenberichte, Fotos, Grafiken. Alles muss geprüft werden. Die Blattmacher konferieren um 14.30 Uhr und um 16 Uhr, um die Themen aufeinander abzustimmen; die Redakteure arbeiten an ihren Texten. Um 17 Uhr müssen die ersten Seiten fertig sein. Die ausgewählten Bilder werden an den Bildservice der Firma Pressehaus Stuttgart Infotechnik (PHIT) übergeben und von diesem für den Druck aufbereitet.

Fotos: StN (4), Hänssler (3), Kraufmann (2)

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60

60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

25. Oktober 2004 Christoph

26. Dezember 2004

20. Januar 2005 George W.

Palmer legt sein Ministeramt nieder, nachdem er einen Parteifreund im Streit um Rücktrittsforderungen an Erwin Teufel geohrfeigt hat. Teufel seinerseits kündigt seinen Rücktritt für April 2005 an. Die CDU spricht sich mehrheitlich für Günther Oettinger als Nachfolger aus. Kultusministerin Annette Schavan kann sich nicht durchsetzen (Foto: dpa).

Eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle (Foto: AP) überschwemmt weite Küstengebiete von Indien, Thailand und Indonesien. 200 000 Menschen kommen um, darunter viele deutsche Urlauber. Der Tsunami wurde von einem schweren Erdbeben im Indischen Ozean ausgelöst.

Bush tritt nach seinem Sieg über John Kerry die zweite Amtszeit als US-Präsident an. Im Sommer 2005 erntet er wegen seines Krisenmanagements bei der Überschwemmung der Stadt New Orleans massive Kritik. Der Hurrikan hat weite Teile der Südküste der USA überflutet, mehr als tausend Menschen sterben.

Spiegel der Stuttgarter Lebensqualität Mitte der achtziger Jahre war es mal wieder Zeit für etwas Neues: Auf den Kultur-Boom, von Lothar Späth mit Blick auf High Tech schnoddrig „High Culture“ genannt, reagierten die StN mit ihrem Kulturmagazin.

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ultur war früher nicht unbedingt das Aushängeschild einer Regionalzeitung. Der Begriff „Feuilleton“, wie auch der Kulturteil der StN lange hieß, wurde von vielen Zeitungsmachern allzu wörtlich genommen: Er bedeutete nichts anderes als „Blättchen“, bot gewissermaßen Platz für Stilund Freiübungen im harten Nachrichtengeschäft. Und selbstverständlich gab es in jeder Redaktion Journalisten, die das Kulturressort für verzichtbar hielten. Die Stuttgarter Nachrichten bildeten eine rühmliche Ausnahme. Rechtzeitig, nämlich in den heißen politischen und kulturellen Debatten der sechziger und siebziger Jahre, räumte das Blatt seiner Kulturredaktion viel Platz ein. Kontroverse Meinungen hatten ihr Forum. Erinnert sei beispielsweise an die große politische Theater-Ära während der Stuttgarter Intendanz von Claus Peymann. Um der lange eher unbeachteten Kultur vor der eigenen Haustür gerecht zu werden, kümmerten sich die StN als erste Zeitung in Stuttgart konsequent um die lokale, regionale Kultur. So entstand früh die Seite „Stuttgarter Kulturleben“, ein Raum für Kunst, die jenseits der großen, subventionierten Bühnen produziert wurde. Fairerweise muss man sagen, dass Tageszeitungen den populären, vermeintlich allein unterhaltsamen Strömungen der Kultur etwas reserviert gegenüberstanden. Schließ-

lich herrschte in Deutschland die Trennung zwischen E und U, zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung. Dieses Prinzip hielt sich lange. Der Siegeszug des Rock’n’Roll beispielsweise wurde misstrauisch beäugt. Die neuen Superstars hielt man für Eintagsfliegen, nicht ahnend, dass man ihre Songs 55 Jahre später wie Klassiker behandeln sollte. Gleichzeitig hatte das Prinzip Pop auch andere Disziplinen verändert, etwa die bildende Kunst. Andy Warhol gab die Parole „Everything goes“ aus, Joseph Beuys sah in jedem Menschen einen Künstler, und Politiker wie Lothar Späth motivierten kunstabstinente Wirtschaftsmanager zu Kultursponsoring. In dieser Zeit entstanden neue Clubs, neue Bühnen. Man denke nur an das Theaterhaus, eine der größten und schönsten Spielstätten der Republik. Vor diesem Hintergrund wurde das Kulturmagazin der StN als Plattform für die regionale Kultur völlig neu gestaltet – es nahm das künftige Design des ganzen Blatts praktisch vorweg. Ziel war es, die Kultur in der Stadt transparent zu machen, auch kleinen Initiativen ein Podium zu bieten, vor allem die kulturelle Arbeit populärer zu machen. Das Kulturmagazin richtete sich nicht nur an Intellektuelle und Insider, sondern an ein wachsendes Publikum. Das erforderte in der Redaktion viel Kleinarbeit, nämlich die Liebe zum Detail, präzise Serviceleistungen, etwa CD-Tipps. Einen neuen Stellenwert bekamen die Filme in den Kinos der Stadt. Irgendwann war es notwendig, jeden Donnerstag, dem Premierentag, eine komplette Seite dafür einzurichten. In keinem Netz wird der Kinogänger so übersichtlich und kritisch informiert. Längst weiß man, dass Kultur das Image einer Stadt prägt – der StN-Kulturteil spiegelt die Lebensqualität der Stadt. Joe Bauer

GESICHTER DER StN

Seitenrevision und Erfassung S

elbstverständlich sollen Redakteure die Rechtschreibung beherrschen. Da aber Theorie und Praxis nicht immer übereinstimmen, beschäftigen die Stuttgarter Nachrichten, als eine von wenigen

Zeitungen bundesweit, ein Team von Korrektoren, die bis spät in die Nacht auf die Jagd nach Fehlern gehen. Die Korrektoren arbeiten an der Qualität der Nachrichten und sind deshalb, nicht zuletzt

Marion Bender, 53. Ist in allen Lokalen und Regionen zu Hause

Erika Wiener, 59. Korrigiert speziell Querseiten der Länge nach

Shenia Knappenberger, 26. Spricht besser Russisch als die Kanzlerin

Ewald Mezger, 58. Er meint: Ein falsch gesetztes Komma kann Kriege auslösen

Susanne Braun, 45. Bringt Manuskripttexte mit Fingerspitzengefühl ins elektronische System Monika Hohenadel, 55. Sorgt als Teamleiterin für eine einheitliche Hausschreibung

Thomas Lange, 42. Fragen zu Elektronik und Chemie: kein Problem

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Von Jubilar zu Jubilar: Gut gemacht – Weiter so! Unsere Erfolgsgeschichte begann vor 60 Jahren. Das Ende ist noch lange nicht geschrieben. Auch SCHOLZE feiert 60-jähriges Firmenjubiläum.

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

Bundestagswahl bringt weder Union und FDP noch Rot-Grün eine klare Mehrheit. Nach wochenlangen Sondierungen zu verschiedenen Bündnissen einigen sich CDU und SPD auf eine große Koalition. Der Bundestag wählt am 22. November die CDU-Vorsitzende Angela Merkel mit Stimmen der SPD zur Nachfolgerin von Bundeskanzler Gerhard Schröder (Foto: dpa).

Zeitungen wird es immer geben, sie sind Bündelungen menschlicher Meinungen und kollektiver Interpretationen der Umwelt. Ob sie auf Bildschirmen gelesen werden, ist eine andere Frage. Das kann sich ändern. Nicht ändern kann sich ihre Aufgabe: aus dem Meer der Informationen Wichtiges herauszufiltern. Sieht man den AlarmPessimismus mancher Medien, kommen einem Zweifel, ob die Presse diese Aufgabe noch erfüllt. Jeden Tag wird eine neue AngstKuh durchs mediale Dorf getrieben. Matthias Horx, Zukunftsforscher

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Tageszeitung eine Zukunft hat. Etwas, das ich festhalten kann, verschwindet nicht. Das kann das Fernsehen nicht bieten. Die Zeitung enthält eine solche Fülle von Informationen, dass darin jeder etwas Interessantes finden kann. Ich gebe der Tageszeitung eine große Chance. Ich mag sie einfach und freue mich jeden Tag neu darauf. Artur Fischer, Erfinder Heute sind Kulturbetriebe wie Tageszeitung gezwungen, unter zunehmendem ökonomischem Druck zu arbeiten. Doch gilt es gerade jetzt, kulturelle Errungenschaften zu bewahren: Wir Museumsleute müssen weiter Anwalt auch für weniger populäre Kunst sein und das kulturelle Erbe verantwortungsvoll pflegen. Für die Tageszeitung bleibt eine qualitätvolle Berichterstattung mit Hintergrundrecherche und Zeit für eigenen Augenschein unverzichtbar. Nur so haben beide auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung. Marion Ackermann, Museumsdirektorin

Foto: Mellenthin

Gefährdet scheint mir nicht das Medium selbst, sondern seine Eigenständigkeit. Und zwar durch Überanpassung an die schnelleren Medien. Natürlich bewegen sich die Tageszeitungen hier nur im Strom einer allgemeinen Entwicklung. Aber ich meine, dass sie sich zu leicht treiben lassen. In der Vergangenheit wurde der Nachteil, langsamer zu sein als die elektronische Konkurrenz, auch als Chance begriffen, gründlicher zu informieren. Auf diese Tugend sollte man sich wieder stärker besinnen. Uli Keuler, Kabarettist

Foto: dpa

Die Zukunft der Zeitung

Die Zeitung ist für ihre Zukunft selbst verantwortlich. Gelingt es ihr, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren – Themenvielfalt, Hintergrundberichte und lokaler Bezug –, wird sie weiterhin einen wichtigen Platz einnehmen. Die Zeitung ist das glaubwürdigste Medium, weil sie hohe Qualität bietet. Dafür braucht sie aber gut ausgebildete Journalisten. Sie sind ihre Zukunft. Sandra Markert, Journalistik-Studentin

Foto: dpa

Teufel übergibt sein Amt nach 14-jähriger Regierungszeit an den Fraktionschef der CDU im Landtag, Günther Oettinger. Bei seiner Verabschiedung in der Stuttgarter Oper beklagt sich Teufel öffentlich über den von der Partei erzwungenen Rücktritt.

Foto: StN

Paul II. (links) stirbt nach langer Krankheit in Rom. Hunderttausende verfolgen auf dem Petersplatz die Trauerfeierlichkeiten sowie das anschließende Konklave. Die Kardinäle küren innerhalb weniger Tage den deutschen Kardinal Josef Ratzinger (rechts) zum neuen Pontifex. Er nimmt den Namen Benedikt XVI. an (Fotos: dpa).

Foto: Kraufmann

18. September 2005 Die

21. April 2005 Erwin

Die Zeitung von morgen ist ein Werk des Journalisten von morgen. Und der sieht ganz anders aus als heute. Er ist nur noch Manager von Zuschriften. Leser erschaffen das Blatt. SMS, Mail, ein Anruf – und du bist Journalist. Jeder kann Sensationen erkennen und festhalten, Nachrichten weitertragen. Die Zeitung von morgen wird nur von ein paar „Festen“ koordiniert. Tobias Unger, Schülerzeitungsredakteur Zeitung und Zukunft: Seit Beginn der Moderne stehen diese Begriffe dicht beieinander. Seit dieser Zeit ist Zukunft etwas, auf das man große Stücke setzt. Solange dies so ist, wird es die Zeitung geben als den Ort, an dem diese Erwartung genährt wird. Eine andere Frage ist, wie viele Menschen daran teilhaben. Bekommen wir die Klassengesellschaft derer, die Zeitungen lesen und Zukunft haben, und derer, die stumm ihr Leben bestehen? Dies zu verhindern ist auch eine Aufgabe der Zeitungen. Michael Klett, Verleger

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2. April 2005 Papst Johannes

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

1. Januar 2006 Dieter Zetsche

10. November 2006

9. Februar 2006 Leser Jens Nagler

übernimmt das Steuer bei DaimlerChrysler. Der bisherige Chrysler-Chef löst an der Spitze des Gesamtkonzerns Jürgen E. Schrempp ab, der zuletzt wegen des Kursverfalls der Daimler-Aktie heftig unter Beschuss geraten ist. Zetsche (Foto: dpa) verlegt die Konzernzentrale von Stuttgart-Möhringen nach Untertürkheim.

Frühjahr 2006 Die von der

aus Stuttgart (Foto: StN) erinnert sich: Entgegen meiner Gewohnheit ging ich am Abend ohne Studium der Sportseiten im Videotext zu Bett. Als ich am nächsten Morgen in aller Frühe die StN aufschlug, hat es mich als VfB-Fan fast umgehauen: „Trapattoni entlassen!“ Das war eine Hammermeldung, die ich noch im Treppenhaus durchlesen musste: ein Beispiel, wie man müde Abonnenten hellwach bekommt.“

dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlichten Karikaturen des Religionsstifters Mohammed führen in der islamischen Welt zu gewalttätigen Protesten. Dänische Produkte werden boykottiert. Der Vorfall führt weltweit zu einer Diskussion über die Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit.

„Das Internet ist keine Gefahr für die Zeitungsverlage, sondern eine Ergänzung“ auf täglich zusammen 27 Millionen Exemplare. Wie ist die Zukunft der Zeitung, und wie sieht die Zeitung der Zukunft aus? Wir fragten Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands der Zeitungsverleger.

H

err Heinen, die Mediennutzung wird immer vielfältiger: Radio, Fernsehen, Internet, SMS, Handy-TV, Video-ondemand. Wo bleibt da noch Platz für die Tageszeitung? Die gedruckte Zeitung wird auch in der Zukunft eine große Rolle spielen, weil man auf Papier einfach manches besser und bequemer lesen kann und sich Papier beim Umblättern schlicht besser anfühlt als ein Klick mit der Maus. Aber die Zeitungsnutzung der Zukunft wird die elektronischen Medien einschließen. Was heißt das konkret? Die größte Veränderung wird sein, dass die elektronischen Übertragungswege noch mehr als bisher schon von den Zeitungsverlagen bedient werden müssen. Da testen wir gerade, welche Angebote auf welchem Weg am sinnvollsten sind. Nehmen Sie die Fußball-Bundesliga: Da gäbe es ja die Möglichkeit, dass wir unseren Lesern eine SMS

lichkeit, um junge Leser mehr für die Inhalte der Tageszeitung zu begeistern? Untersuchungen haben ergeben, dass jene Menschen, die intensiv das Internet nutzen, sich durchaus auch für die Tageszeitung interessieren. Insofern sehe ich im Internet keine Gefahr für uns Zeitungsverlage, sondern eine Ergänzung. Die wirklichen Probleme haben wir vor allem mit den Nichtlesern in den schwächer gebildeten Schichten. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Heinen: Tageszeitung multimedial anbieten Foto: dpa die Verlage in der Zukunft mehr als bisher die Zusamschicken, sobald Tore fallen. Das Gleiche menarbeit mit den Schulen suchen, damit kann man sich für Börsenmitteilungen die Kinder auf diesem Weg die Tageszeitung vorstellen. Schon jetzt besteht die Möglich- kennen lernen. keit, dass die Tageszeitungen ihre OnlineAngebote mit Videosequenzen bereichern. Auf dass die Kinder dann ihre Eltern zu Der Erfolg solcher Projekte wird aber ent- einem Zeitungs-Abo überreden. Alle Verlage müssen sich überlegen, wie scheidend vom Display abhängen. Man kann große Bildschirme nicht überall mit sie künftig neue Ansätze schaffen, um das hinnehmen, man kann dem Verbraucher Abonnement noch attraktiver als bisher zu aber auch nicht zumuten, auf einem Handy- machen. Da wird es darum gehen, ein InforDisplay die Tageszeitung zu lesen. Insofern mationspaket aus Print und Online anzubiesind die Verlage davon abhängig, welche ten, das preislich vertretbar und gleichzeiEndgeräte mit ausgereifter Technik in den tig von hoher journalistischer Qualität ist. nächsten Jahren auf den Markt kommen. Wie wird das inhaltlich aussehen: Wird man Ist dieser Weg dann auch die einzige Mög- die Leser sozusagen daheim abholen, indem

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lokale und regionale Ereignisse mehr als bisher in den Mittelpunkt rücken? Ich glaube nicht, dass es die entscheidende Frage ist, ob die Weltpolitik oder ein regionales Ereignis auf Seite 1 steht. Wichtig ist, dass das Angebot insgesamt stimmig ist und die Tageszeitung das Informationsmedium Nummer eins für jeden in der Familie bleibt. Aber eines ist natürlich klar: Es darf kein Tabu mehr sein, mit einem lokalen Thema auf der Titelseite aufzumachen. Denn die lokale Kompetenz wird künftig noch mehr als bisher zur Säule der Tageszeitung. Und klar ist auch, dass die Servicefunktion der Zeitung verstärkt werden muss, wo das noch nicht geschehen ist. So innovativ die Zeitung der Zukunft sein mag: Zeitung zu lesen erfordert Muße und Zeit. Wer hat das noch in einer Gesellschaft, die unter Freizeitstress leidet und Mobilität groß schreibt? Die Zeitung muss so relevante Inhalte bieten, dass die Zeit, die der Leser für die Lektüre aufbringt, aus seiner Sicht gut angelegt ist. Wir reden hier über rund 30 Minuten, die sich der Durchschnittsleser täglich seiner Tageszeitung widmet. Das ist nicht viel, dürfte aber in Zukunft auch kaum steigen. Die Umfänge und Inhalte werden deshalb in den nächsten Jahren sicher nicht uferlos wachsen können. Sonst überwiegt irgendwann der Frust beim Abonnenten, aus Zeitnot vieles nicht gelesen zu haben. Fragen von Frank Krause

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60 Jahre Stuttgarter Nachrichten

10. November 2006

26. März 2006 Bei der Land-

22. Oktober 2006 Bis zum

Sommer 2006 Deutschland, ein Fußball-

tagswahl kann sich die CDU behaupten. Ministerpräsident Günther Oettinger setzt seine Koalition mit den Liberalen fort, die (ebenso wie die Grünen) zulegen. Die SPD bricht ein. Ihre Spitzenkandidatin Ute Vogt gerät in der Landtagsfraktion, deren Vorsitz sie übernehmen will, unter Druck. Eine Mehrheit wählt sie schließlich doch.

Schluss haben seine Fans darauf gehofft, doch der 8. Weltmeistertitel in der Formel 1 bleibt Michael Schumacher verwehrt. Ein geplatzter Reifen bewirkt, dass der deutsche Rennfahrer seine Karriere nur als Vize-Champion beendet. Doch das trübt nicht die Erfolgsbilanz Schumachers, der seinen ersten Titel 1994 geholt hat.

Sommermärchen: Die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann begeistert bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land mit ihrem angriffslustigen Spiel die ganze Nation. Die Fernsehübertragungen auf Großbildschirmen, etwa auf dem Stuttgarter Schlossplatz, gleichen sommerlichen Festivals. Vor dem Spiel um Platz drei gegen Portugal bereiten tausende Fans der Mannschaft in Stuttgart (Foto: dpa) einen begeisterten Empfang. Weltmeister wird Italien.

Was ist hier alles drin? Das Jubiläums-Rätsel

In Anlehnung an das Motto der Stuttgarter Nachrichten – Alles drin, näher dran – fragen wir zum Abschluss unserer Jubiläumsbeilage: Was steckt drin in der großen 60, die Ihnen bereits auf der Titelseite begegnet ist? Rätseln Sie mit! Zu gewinnen gibt es Eintrittskarten für die neue André-Heller-Show „Afrika! Afrika!“ und für den Weltweihnachtscircus

In welchem Wagen verunglückte 1955 der amerikanische Schauspieler James Dean?

Wann findet die tägliche Redaktionskonferenz unter Leitung des Chefredakteurs statt?

2006/2007 sowie Einkaufsgutscheine.

jan

Antwort: Antwort:

Wie heißt die Schauspielerin, die 1951 mit dem Film „Die Sünderin“ für Aufsehen sorgte?

Welche neue Partei ging 1980 aus der Umweltschutzbewegung hervor?

Wie viele Kilometer Papier durchlaufen täglich die Rotationsmaschine im Pressehaus?

Antwort:

Antwort:

Woher rührt der Name für den vor 60 Jahren erstmals vorgestellten Zweiteiler Bikini?

Antwort:

Antwort:

Wie viele Flugzeuge waren am 11. September 2001 an den Terroranschlägen beteiligt?

Wie oft hat Rennfahrer Michael Schumacher den Weltmeistertitel in der Formel 1 errungen?

Antwort:

Antwort:

In welcher Stadt kniete 1970 Willy Brandt vor einem Denkmal für NS-Opfer nieder?

Welche Spitzengeschwindigkeit erreichte der Orkan Lothar am 26. Dezember 1999?

Antwort:

Antwort: Wie hat unser Kolumnist Joe Bauer sein altgedientes Laptop genannt?

So wird’s gemacht:

Antwort:

Mitspielen ist ganz einfach. Beantworten Sie die 20 Fragen unseres Bilderrätels und schicken Sie diese Seite bis spätestens 22. 11. 2006 an die Redaktion. Wer die Beilage genau gelesen hat, wird darin die gesuchten Antworten entdecken. Leserinnen und Leser, die alle 20 offenen Felder richtig ausgefüllt haben, nehmen an der Verlosung der attraktiven Preise teil: 5-mal 2 Karten der 1. Kategorie für die André-HellerShow „Afrika! Afrika!“ im Wert von je 180 Euro, zehn Einkaufsgutscheine im Wert von je 100 Euro sowie 10-mal 2 Karten der 1. Kategorie für den Weltweihnachtscircus 2006/2007 im Wert von je 80 Euro. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Anschrift lautet: Stuttgarter Nachrichten, Stichwort: Jubiläumsrätsel, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart.

Wie heißt der deutsche Papst Benedikt XVI. mit bürgerlichem Namen? Antwort:

In welchem Jahr wurde der VfB Stuttgart zuletzt deutscher Fußballmeister? Antwort: Wie heißt der britische StarArchitekt, der die Stuttgarter Staatsgalerie geplant hat?

Aus welchem Land stammt der legendäre Stuttgarter Ballettchef John Cranko?

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Welcher Architekt konstruierte den Stuttgarter Fernsehturm – den Urahn aller Fernsehtürme?

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Wie heißt der Stuttgarter Maler, der die vermeintlichen HitlerTagebücher verfasst hat? Gegen wen spielte das deutsche Team bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Stuttgart?

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